NEW BLOG POST 🇦🇷 (27.02. – 10.03.2023) Bariloche – Junín de los Andes

Am Montag verließen wir, nach einer ausgiebigen heißen Dusche am Morgen, den Campingplatz „Ser“ in der kleinen Gemeinde „Colonia Suiza“. Nach dem wir die sehr humane Gebühr in Höhe von 4.000 Pesos für zwei Nächte (= 13 €) beglichen und uns von unseren Bekannten verabschiedet hatten fuhren wir zurück nach „Bariloche“. Dort angelangt parkten wir direkt an dem bewachten Bezahlparkplatz am Ortseingang, nahe der Promenade. Pro Stunde werden hier lediglich 150 Pesos (= ca. 0,50 €) verlangt und es wird sogar minutengenau abgerechnet. 👍 Das Wetter war herrlich und wir hatten beste Sicht auf den in der Sonne glitzerten „Lago Nahuel-Huapi“ sowie die dahinterliegende Bergkette der „Cordillera“. Vom Parkplatz aus war es ein Katzensprung ins nahegelegene Zentrum, wo wir zuerst an einer „Wester Union“ Filiale Bargeld besorgten da wir mittlerweile fast blank waren. In einem direkt gegenübergelegenen Einkaufszentrum fanden wir in einem winzigen Technikladen endlich ein funktionierendes Kabel für unser Mikrofon. Sobald wir die bereits fertiggestellten Videos hochgeladen haben sollte sich der Ton, vor allem bei Wind, also merklich bessern. 😀 Wir schlenderten noch durch die schöne, wenngleich auch sehr touristische Fußgängerzone in der sich eine Schokoladen- und Eismanufaktur an die nächste reiht. 🤩 Auch die massiven Steinhäuser sowie die Kirche mit ihrem spitzen Turm erinnern, allem voran durch die malerische Lage, an ein Schweizer Bergdorf. Kurz vor 15 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zu unserem Werkstatttermin. Diese befand sich in einem unscheinbaren Hinterhof wo wir sofort sehr freundlich vom Inhaber „Diego“ empfangen wurden. Er machte sich auch so gleich ans Werk und montierte den Hinterreifen ab um den defekten Stoßdämpfer freizulegen. Dort fand er sogar noch ein Stück des abgerissenen Bolzens weswegen er optimistisch war einen Originalen für uns besorgen zu können. Aber weder sein losgeschickter Mitarbeiter noch er selbst konnten einen von der Länge her passenden auftreiben weswegen er sich schlussendlich doch ans improvisieren machte. Er kürzte und schliff einen längeren Bolzen zurecht und so waren wir drei Stunden später wieder abfahrtbereit. Und der Clou: Als wir ihn fragten was wir ihm denn schulden würden wollte er nicht einmal Geld von uns annehmen. 🙈 Wir gaben ihm natürlich trotzdem etwas, rückblickend vielleicht sogar zu viel, da wir einfach dankbar für die Reparatur waren. Den Abend und die Nacht verbrachten wir dann gemeinsam mit Tina und Alina (@Sprintour) am steinigen Stadtstrand von „Bariloche“, von wo aus wir eine herrliche Aussicht auf den ausnahmsweise ruhigen See, die vielschichtigen Bergketten sowie auf das Städtchen hatten. ♥

Good bye Clonia Suiza 🇨🇭
Hello Bariloche 🙋🏼‍♀️
Die schicke Plaza in Bariloche
Sooo viel leckere Schokolade 🍫
Reparatur geglückt
Danke nochmal an Diego 👍🏻

Nach dem Frühstück begaben wir uns in die Stadt und fanden bei der „Cervecería Bachmann“ endlich richtig gutes und vor allem schnelles Internet. Wir verbrachten dort rund drei Stunden in denen wir die zahlreichen, bereits fertiggestellten YouTube Videos sowie den nächsten Blog und einige Instagram Beiträge hochladen konnten. Helena & Chris (@ThisTimeOneWay) stießen gegen später dazu und während wir uns eine Kleinigkeit zu Mittag teilten unterhielten wir uns erneut richtig nett mit den beiden. 😀 Nach getaner Arbeit schlenderten wir noch einmal in Ruhe durch die Fußgängerzone, schauten in einige der hübschen Deko-Läden hinein und bevor wir uns aus auf den Rückweg zum Strand machten gönnten wir uns bei „Rapanui“ noch zwei Kugeln richtig leckeres Eis. 😋 Den Abend verbrachten wir in ungezwungener, entspannter Atmosphäre zu sechst an dem schönen Strandstellplatz. Die Stunden vergingen wie im Flug und erst gegen Mitternacht lösten wir die Runde auf und zogen uns ins Bett zurück.

Mega gutes Eis 😋
Was würdet ihr nehmen??? 🤔
Auszeit mit Freunden am Strand
Alter Düdo in argentinischen Farben

Bereits in der Nacht wurde ich kurz von dem auffrischenden Wind geweckt und auch am Morgen zeugten die kräftigen Wellen auf dem See von Selbigem weswegen wir uns nicht ganz sicher waren, ob aus der geplanten Radtour tatsächlich etwas werden würde. Dennoch verabschiedeten wir uns nach dem Frühstück von Helena und Chris, die sich am Mittag auf die Weiterreise gen Süden begeben wollten, und fuhren in Richtung „Circuito Chico“. Auf dem Weg aus der Stadt heraus befand sich bei Kilometer 13 ein neuerer „La Anonima“ Supermarkt. Simon blieb sicherheitshalber beim Van während ich alleine einkaufen ging aber wir sind der Meinung, dass wir den Van auch problemlos alleine hätten zurücklassen können. Nach dem wir alle Lebensmittel verstaut hatten ging es weiter zum Bezahlparkplatz bei „Puerto Panuelo“. Hier starten diverse Ausflugsboote über den See und für 2.000 Pesos könnte man dort sogar die Nacht verbringen. Wir wollten den sicheren Parkplatz eigentlich nur für unsere Fahrradtour nutzen aber da der Wind immer noch sehr böig war entschieden wir uns kurzerhand dagegen. Stattdessen liefen wir zu Fuß zu einigen der zahlreichen Aussichtspunkte an den Armen des Gletschersees und fuhren den „Circuito Chico“ mit dem Auto ab. Gegen 18 Uhr gelangten wir wieder an dem Stellplatz in „Bariloche“ an wo wir uns mit Timo und Alina zum Abendessen verabredeten. Gemeinsam hatten wir noch einmal einen richtig schönen Abend bei gutem Essen in der „Cervecería Bachmann“. 🍺🍟🍔

Zu Fuß bzw. mit dem Van entlang des „Circuito Chico“
Einer der zahlreichen Fjord-Arme

Nach dem Frühstück gaben wir Timo und Alina am gemeinsamen Strandstellplatz noch einen Kaffee aus bevor wir uns herzlich von den beiden verabschiedeten. An diesem Tag führte uns unser Weg nur ein paar Kilometer weiter bis nach „Dina Huapi“. Das winzige Örtchen befindet sich kurz hinter „Bariloche“, immer noch an dem rund 550 km² großen See „Nahuel-Huapi“. Wir fanden auf Anhieb einen herrlichen Stellplatz direkt an der etwas abseits gelegenen und somit kaum befahrenen Strandpromenade. Diese schlenderten wir gemütlich zu Fuß entlang bevor wir es uns im Halbschatten der Bäume am Seeufer mit unseren Stühlen gemütlich machten. Von dort aus konnten wir in aller Ruhe den zahlreichen Kite-Surfern zusehen. 🏄‍♂️ Ich finde es immer wieder toll, wie die bunten Schirme ihre Runden über das Wasser ziehen und die Surfer mitunter akrobatische Sprünge über der Wasseroberfläche absolvieren. 👏 Einer von ihnen verunglückte allerdings wohl leicht denn wir sahen ihn relativ lange seinem Schirm hinterherschwimmen. Bereits da fragten wir uns, wo denn wohl sein Board sein möge. Als er dann endlich am Strand angelangte bestätigte sich unsere Vermutung denn er schaute lange suchend aufs Wasser bis er irgendwann plötzlich lossprintete. Er kraulte weit auf den See hinaus und kam kurz darauf tatsächlich mit seinem Surfbrett unter dem Arm zurück. 🐷🍀

Promenade in „Dina Huapi“
Herrlicher Sonnenuntergang 🌅
Im Hintergrund die Lichter von Bariloche

Gut erholt und ausgeschlafen nutzte ich am Freitagmorgen für 500 Pesos noch die blitzblanken Duschen an der „Puma“ Tankstelle in unserem Übernachtungsort. Auch das dortige WLAN war gar nicht übel. 👍 Frisch geduscht begaben wir uns auf die Fahrt nach „Villa La Angostura“. Hierbei handelt es sich fast um ein Abbild von „Bariloche“ wenngleich auch im Miniaturformat. Der Ort ist ebenfalls voll und ganz auf Touristen ausgerichtet wovon die zahlreichen Restaurants sowie Cafés, aber auch neuerdings Schokoladen- und Eisgeschäfte zeugten. Und wir fühlten uns auf Grund der massiven Häuser aus Stein und Holz sowie der malerischen Lage am „Nahuel-Huapi“ See mit Blick auf grüne Berge erneut wie in den europäischen Voralpenregionen. 🏞 Nach dem wir die Hauptstraße auf- und ab geschlendert waren blieben wir mal wieder an einer Eisdiele mit toller Theke hängen. 😂 Als wir genüsslich unser Eis verzehrt hatten parkten wir um an die „Bahía Mansa“. Dort kann man unter anderem mit diversen Ausflugsbooten über den See schippern aber auch Wander- und Radwege beginnen an der Doppelbucht, in deren Mitte sich eine langgezogene Halbinsel befindet. Da es für derlei Aktivitäten jedoch schon zu spät war entschieden wir uns auf dem weitläufigen Wanderparkplatz zu übernachten.

Auch hier gab’s tolle Deko-Läden 🤩
Im Ortskern von „Villa La Angostura“
Und erneut Eis und Schokolade 🤤

Am nächsten Morgen schien mir beim Öffnen der Tür bereits die Sonne ins Gesicht wenngleich die Temperaturen um diese Uhrzeit noch recht frisch waren. Die Wettervorhersage lautete jedoch auf bis zu 27 Grad an diesem Tag. Bestes Wetter also für die geplante Mountainbike-Tour! 🚵‍♀️ Wir wollten mit den Rädern über die Halbinsel bis zum „Bosque de Arrayanes“ fahren. Laut Reiseführer soll der Weg auf Grund diverser Stufen nicht ohne sein aber auf der Karte sah es so aus als befänden sich diese nur ganz am Anfang. Voller Selbstvertrauen holten wir also die Räder vom Auto und machten uns auf den Weg Richtung Startpunkt. Als ich mich nach den Eintrittskarten (3.500 Pesos p.P.) erkundigte sagte man mir jedoch, dass man ohne Fahrradhelm keineswegs losfahren dürfte. Wäre nicht weiter schlimm gewesen denn Helme besitzen wir. Jedoch müssten wir die Bikes während den ersten anderthalb steilen Kilometern tragen. 😲 Das fanden wir dann doch nicht so cool weswegen wir kurzerhand die Räder wieder zurück zum Auto brachten und stattdessen die Wanderstiefel schnürten. Wohl wissend, dass die einfache Strecke rund 12 km betragen würde. 🙈 Nach den ersten zwei Kilometern war uns aber sofort klar, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. Die Fahrräder hätten wir niemals bis zu diesem Punkt gebracht… Der Wanderweg war zumeist relativ eben wenngleich auch recht sandig und führte durchweg durch einen dichten, schattigen Wald. Lediglich am Anfang und Ende des Weges konnte man durch die Bäume hinab auf das Wasser des Sees linsen. Am südlichen Ende befand sich dann ein hübsch angelegter Rundweg. Dieser führte auf Holzstegen durch den Wald der Bäume mit der zimtfarbenen Rinde, welche dem Nationalpark auch ihren Namen geben: „Parque Nacional Los Arrayanes“. Die Bäume sind jedoch bei weitem viel unspektakulärer als beispielsweise die mächtigen „Alercen“ weswegen wir relativ unbeeindruckt blieben. Den zahlreichen Touristen, die von den Ausflugsbooten heranströmten, schien es jedoch ganz gut zu gefallen. Tatsächlich wären wir nicht abgeneigt gewesen mit dem Bötchen zurück zu schippern da uns dies die erneute Strecke von 12 km erspart hätte. Zumal die Aussicht an diesem herrlichen Spätsommertag ganz bestimmt schön gewesen wäre. Ganz schön hoch war aber auch der Preis für die Bootsfahrt. Für die einfache Strecke hätten wir stolze 27 € pro Kopf berappen müssen. 😕 So nahmen wir neuerdings die Beine in die Hand und kamen gegen 19 Uhr leicht erschöpft wieder an unserem Van an. Ich zauberte noch eine fixe one-pot Pasta während Simon mit unserem Kabel erfolgreich Starthilfe leisten durfte und dann reichte es auch für diesen Tag. 😴

Blick auf die „Bahía Mansa“
Unterwegs im NP „Bosque los Arrayanes“
Schickes Ausflugsboot
Wir liefen dann doch zu Fuß zurück🦶

Somit verbrachten wir noch eine weitere, ruhige Nacht auf dem weitläufigen Parkplatz an der „Bahía Mansa“, diesmal sogar in Gesellschaft mit einigen wenigen anderen Campern. Das schöne Wetter am Morgen lud direkt dazu ein, endlich mal wieder unsere Drohne fliegen zu lassen welche wir seit der Havarie und der darauf folgenden Reparatur noch nicht getestet hatten. Der Flug über die beiden Buchten gelang gut und ihr dürft euch dann im dazugehörigen Video hoffentlich über die schönen Aufnahmen freuen. Auf der Rückfahrt nach „Villa La Angostura“ fanden wir im Ort an der Bibliothek noch richtig schnelles Internet, welches sogar für Anrufe und Videodownloads taugte. 😀 Den Spätnachmittag verbrachten wir einige Kilometer weiter am langen und gut besuchten Strand des „Lago Espejo“. Von unserem sonnigen Plätzchen aus konnten wir aus nächster Nähe mitunter bis zu 20 Adler bei ihrer Nahrungssuche am Strand beobachten. Gerne hätten wir hier auch übernachtet aber kurz nach 20 Uhr wurden wir sehr bestimmt darauf hingewiesen, dass der Strandbereich nun schließen würde und wir sofort das Gelände verlassen müssten. 🤷‍♀️ Zum Glück fanden wir nur wenige Kilometer weiter in der kleinen Nachbarbucht einen kostenfreien Campingplatz. Dieser war eigentlich nur für Zeltreisende bestimmt aber da es bereits dämmerte hofften wir, dass unser Dasein nicht weiter auffallen würde.

Am „Lago Espejo“
Seht ihr die vielen Adler neben den 2 Möwen?

Tatsächlich hatte sich niemand über unsere eigentlich unerlaubte Übernachtung auf dem Parkplatz des kostenfreien Campingplatzes beschwert. 😇 Vermutlich auch auf Grund der Tatsache, dass seit Ende der Schulferien Ende Februar deutlich weniger Camper unterwegs sind und wir uns als Einzige zwischen die Zeltenden gemogelt hatten. Dennoch machten wir uns direkt nach dem Morgenkaffee auf die Weiterreise, sicher ist sicher! Über die „Ruta de los 7 Lagos“, also die Sieben-Seen-Route, ging es weiter über die gut asphaltierte Ruta N40 gen Norden. Wir stoppten immer wieder an einigen der zahlreichen Aussichtspunkte entlang der Seen für Schnappschüsse und Videoaufnahmen, bevor wir schlussendlich am späten Mittag in „San Martín de los Andes“ angelangten. Der etwa 35k Einwohner zählende Ort am „Lago Lácar“ bildet das nördliche Ende der Seenroute und ähnelt in seiner Bauweise den zuvor von uns besuchten Städtchen. Allerdings verteilt sich das neuerdings voll und ganz auf Touristen ausgerichtete Zentrum hier etwas weitläufiger über zwei Parallelstraßen. Wir blieben an der Schaufensterauslage eines kleinen Restaurants hängen in dem sich appetitlich aussehende kleine Quiches und Empanadas türmten. Dort kehrten wir am Nachmittag dann auch ein und sparten uns so zeitgleich das abendliche Kochen. 😋 Den Abend und die Nacht verbrachten wir gemeinsam mit einigen argentinischen Vans am Ortsrand, ganz in der Nähe des kleinen Strandes sowie der Food-Truck-Meile wo Simon nach Einbruch der Dunkelheit dann doch noch eine Tüte frischer Fritten für uns organisierte. 🍟

Entlang der Sieben-Seen-Route
Mittig ein Wasserfall, darüber Frisbee Wolken
Ein See nach dem anderen 😇
Auf dem Berg rechts erkennt man die Ski-Piste
Weiter geht’s nach „San Martín de los Andes“
Die Qual der Wahl 😂
Übernachtung in bester Gesellschaft

Am Dienstag kam dann der eigentlich schon für Montag vorhergesagte Regen wenngleich auch nur in Form von kurzen Schauern. Von daher bewegten wir uns an diesem Tag auch nicht weiter fort, sondern verbrachten den Tag hauptsächlich im Van. In einem der folgenden Videos könnt ihr sehen wie so ein Regentag im Bus bei uns aussieht. Wir haben nämlich versucht diesen Tag mit der Kamera für euch einzufangen. 😉

Plaza von „San Martín de los Andes“

Mittwochs war es dann schon wieder überwiegend trocken wenngleich die Wolken am Morgen noch extrem tief in den Baumwipfeln der Berge hingen. Wir luden die argentinische Familie (@familiaabordoporelmundo), die tatsächlich mit ihrer gelben Klapperkiste bis nach Alaska fahren möchte, zum Kaffee ein da sie die Nacht unweit von unserem Van verbracht hatten. In einer tollen Bäckerei besorgten wir uns noch zwei typische „Sandwiches de Miga“ sowie ein süßes „Mil Hojas“ zum Frühstück bevor wir weiter nach „Junin de los Andes“ fuhren. Die 40 km lange Strecke führte durch typische, argentinische Landschaften in Form von plötzlich wieder nur noch mit grasbewachsenen Bergen. In der Ortschaft angekommen drehten wir lediglich eine Runde um die Plaza da, scheinbar auf Grund des Weltfrauentages, die meisten Geschäfte geschlossen hatten. 😮 So oder so hätte es hier aber wohl nicht viel zu sehen gegeben weswegen wir uns auf direktem Wege in den Nationalpark „Lanín“ begaben. Dort fanden wir, relativ am Anfang des großen „Lago Huechulafquen“ auch ein nettes, ruhiges Plätzchen direkt am steinigen Strand. Nur der Vulkan Lanín versteckte sich bei unserer Ankunft in den Wolken. Vielleicht haben wir morgen bessere Sicht…

Hier noch mal die alte Klapperkiste 😳
Schöner Stellplatz am See 🥰

Tatsächlich hatten wir am Nachmittag Glück und konnten bei unserem Spaziergang entlang des Sees einen Blick auf den schneebedeckten, 3.700 Meter hohen Vulkan „Lanín“ erhaschen. Da das Wetter eher trüb war verbrachten wir auch diesen Tag hauptsächlich mit Laptoparbeit. Zwischendurch habe ich ein erstes Video für ein neues Format aufgenommen in dem es um einfache, schnelle (Camping-) Küche gehen soll. Seid gespannt! 😛

Zwischen den Wolken sieht man den schneebedeckten Vulkan
Der Vulkan „Lanín“
Der Hund mochte Simon ausnahmsweise nicht 😅

Nach einem späten Frühstück am See schotterten wir zurück nach „Junín de los Andes“. Dort angekommen überfielen wir den letzten „La Anonima“ Supermarkt vor der Grenze und deckten uns noch einmal ordentlich mit Vorräten ein. Die restlichen argentinischen Pesos investierten wir in Diesel. Somit sind wir für den anstehenden Grenzübertritt in den kommenden ein bis zwei Tagen gerüstet. 😅 Eventuell können wir kurz vorher noch eine Wanderung zu einem Aussichtspunkt auf den Vulkan unternehmen aber davon berichte ich euch dann im nächsten Beitrag. 😉

Besuch von Schäfchen am Morgen 🐑
Der Vulkan saugt das Sonnenlicht auf
Ciao Ciao ✋🏻

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

P.S.: Wenn euch unser Blog gut gefällt (was ich sehr hoffe) dann freuen wir uns über jedwede noch so kleine oder große Spende in unsere Kaffee- oder Dieselkasse als kleines Dankeschön und Anerkennung unserer Arbeit. ☕⛽🚐 

Entweder über https://www.paypal.me/SiJuCampervan

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Kontaktiert uns auch gerne direkt per Mail an mailto:siju_campervan@web.de falls ihr Kritik, Anregungen oder Fragen zu unserer Reise oder uns ganz allgemein haben solltet.

NEW BLOG POST 🇦🇷 (19. – 26.02.2023) Trevelin – Colonia Suiza 

Die Nacht in „Futaleufú“, dem chilenischen Grenzörtchen, war ziemlich kurz da wir unseren Van hinter dem Veranstaltungszentrum geparkt hatten in dem bis spät in die Nacht hinein eine Party mit live Musik stattfand. Ist ja nicht so, als hätte unser Zuhause Räder und wäre mobil aber mitten in der Nacht aufstehen und umparken kam irgendwie auch nicht in Frage. Nach dem das Bananenbrot am Vormittag gebacken war, welches diesmal leider nicht so schön locker wurde wie beim letzten Mal, umrundeten wir noch den kleinen See an welchem wir übernachtet hatten. Einmal mehr fühlten wir uns von der Vegetation her als würden wir bei uns durch den Hardtwald spazieren. Anschließend ging es ab zu den beiden nahegelegenen, kleinen Grenzposten und in null Komma nichts befanden wir uns wieder in Argentinien. Man mag es nicht glauben aber schlagartig veränderte sich die Landschaft. Das Gras war plötzlich wieder trockener und die Berge mitunter kahl. Obwohl wir höchstens 50 km weit gefahren waren. Im kleinen Örtchen „Trevelin“ angelangt steuerten wir direkt den hiesigen „La Anonima“ Supermarkt an. In Chile hatten wir auf Grund der hohen Preise wirklich immer nur das aller Nötigste eingekauft weswegen uns ein Großeinkauf bevorstand. Wir freuten uns extrem über die große Auswahl, die Frische und vor allem über die Preise. Weiter ging es zur Tankstelle an der wir leider kein gutes WLAN ausfindig machen konnten. Dafür trafen wir dort eine argentinische Familie, die seit vielen Monaten mit ihren beiden Kleinkindern in einem vierzig Jahre alten Kombi mit Dach Zelt durch Südamerika reist. Die sechs Monate alte Tochter wurde sogar während der Reise geboren. Es fühlte sich gut an wieder in Argentinien zu sein, obwohl wir gerade einmal etwas mehr als drei Wochen weg waren. Irgendwie waren die Leute sofort spürbar offener und es herrschte mehr Leben auf der Straße. Rund um die Plaza fand ein Sonntagsmarkt mit nettem Kunsthandwerk statt und auch im Park war richtig viel los. In „Trevelin“ siedelten sich ab etwa 1820 einige walisische Auswanderer an welche dem Ort auch seinen Namen gaben (tref = Dorf und melin = Mühle). Angeblich wird hier mitunter auch noch kymrisch gesprochen. Wir nutzten am frühen Abend die Gelegenheit für eine ausgiebige „tea time“ in einer hübsch hergerichteten, urigen „Casa de Té“. Das feste und einzige Menü bestand aus fünf verschiedenen Kuchenschnitten, je einem Schinken-Käse-Sandwich, einem Scone sowie zwei luftig frischen Scheiben Weißbrot mit hausgemachten Marmeladen und Butter. Dazu gab es nach Wahl eine Kanne Tee oder Kaffee. Unser Zuckerbedarf war danach auf alle Fälle gedeckt und kochen mussten wir definitiv auch nichts mehr weswegen wir uns direkt auf den Weg in den Nationalpark „Los Alerces“ machten. Verbunden mit der Hoffnung, dass die Einfahrtsschranke am späten Abend offen stand und niemand mehr Eintritt kassierte. Unser Wunsch wurde auch prompt erfüllt und wir steuerten den erstbesten, freien Camp Ground innerhalb des Parks an. Dieser befand sich am großen, von Bergen umgebenen See „Futalaufquen“ und tatsächlich waren wir die Einzigen auf dem weitläufigen Campinggelände.

Das Reisegefährt der argentinischen Familie
Tea Time 🫖
Casa de Té
Die Geschichte der Einwanderer
Klassisches Teeservice

Entsprechend ruhig war die Nacht aber der Morgen war trotz strahlendem Sonnenschein noch knackig frisch. Der Spätsommer machte sich deutlich bemerkbar. Nicht nur an den zahlreichen Wespen, sondern auch an dem verdorrten Gras, den sich rot färbenden Hagebutten sowie den wachsenden Brombeer-Früchten. Ideales Wetter für sämtliche Aktivitäten also. Auf unserem Weg durch den Nationalpark machten wir immer wieder Halt an einigen kurzen Wanderpfaden, welche oftmals zu kleineren und größeren Wasserfällen führten. Auch eine Stätte mit historischen Felsmalereien befand sich darunter. Die Asphaltstraße wich relativ schnell einer schlechten Schotterpiste so dass wir bei einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 25 km/h genug Zeit hatten um die schöne Aussicht zu genießen (zumindest ich als Beifahrer). Am frühen Nachmittag starteten wir dann die erste richtige Wanderung des Tages. Ab einem kostenpflichtigen Parkplatz ging es über eine Hängebrücke für Fußgänger durch dichten Wald mit einigen wenigen „Alercen“ bis zum „Puerto Chucao“. Von einem nahegelegenen „Mirador“ aus hatten wir gute Sicht auf den Gletscher sowie den „Lago Menéndez“ bevor uns der Rundweg zurück zum Parkplatz führte. Da wir die zwei Stunden Parkdauer nicht verlängern wollten fuhren wir direkt weiter in Richtung des nördlichen Parkeingangs. Eigentlich hätten wir noch eine weitere Nacht im Nationalpark verbringen wollen, allerdings fanden wir entlang des Weges keinen geeigneten Stellplatz. Der letzte, vermeintlich kostenfreie Campingplatz lag direkt unterhalb des Ein- bzw. Ausgangs bei den Rangern. Ich erkundigte mich bei ihnen nach dem Stellplatz und sie teilten mir mit, dass dieser leider kostenpflichtig sei (1.900 Pesos p.P. = ca. 6 €) und dass selbst die kostenfreien Campgrounds lediglich für die Tagesnutzung freigegeben wären. Upsi… So verließen wir also den Park und fanden wenige Kilometer weiter in „Villa Lago Rivadavia“ einen idyllischen Platz an einem ruhigen Flüsschen. Hier gab es gemauerte Feuerstellen, Sitzgelegenheiten und sogar ein sauberes Häuschen mit sanitären Anlagen. Laut iOverlander wäre eine Übernachtung hier auch problemlos möglich. Wir kochten gemeinsam leckeren Kartoffel-Brokkoli-Auflauf mit dem restlichen Räucherlachs und waren gerade mit spülen fertig als ein Auto angefahren kam. Heraus kam die freundliche Orts-Sekretärin die sich 1.000x für ihr spätes Erscheinen entschuldigte. Wenn wir hier übernachten wollten müssten wir für die Anlage jedoch 2.000 Pesos bezahlen. Da es bereits dunkel war und der Platz zudem wirklich schön bezahlten wir ohne zu murren die kleine Gebühr bevor wir uns ins Bett begaben.

Schöner Stellplatz im NP „Los Alerces“
Noch ganz schön frisch am Morgen
Der Spätsommer lässt grüßen
Zahlreiche Wasserfälle gab es im NP
Und mal wieder kristallklares Wasser
Blick auf den Gletscher

Da der Stellplatz gar so schön gelegen war blieben wir auch den Vormittag über noch dort. Simon versuchte neuerdings sein Anglerglück (erneut erfolglos ) während ich die Zeit zum Blog schreiben nutzte. Wir ließen uns noch eine Weile am ruhigen Fluss mit herrlichem Blick auf die Anden-Cordillera die Sonne auf den Bauch scheinen bevor wir viele Kilometer im Schneckentempo über schlechte Schotterpisten in Richtung „El Bolsón“ tuckerten. Dort angelangt trafen wir an einer der „YPF“ Tankstellen noch einmal auf die verrückte, vierköpfige argentinische Familie die in ihrem uralten gelben Kombi durch die Lande reist (https://www.instagram.com/familiaabordoporelmundo/). Mangels Alternativen verbrachten wir diese Nacht seit langem mal wieder an einer Tankstelle. Vielmehr lag der Stellplatz gegenüber der Selbigen auf einem breiten Schotterparkplatz, vor einem kleinen Rollfeld für Leichtflugzeuge. Da wir in den letzten Tagen und Wochen meist herrliche Plätze in der freien Natur genießen durften fühlte es sich irgendwie seltsam an direkt an der Straße zu stehen. Wohl wissend, dass der Platz an der Tankstelle bombensicher ist. Aber da sich in der Hippie-Kommune „El Bolsón“ nicht nur einige Obdachlose, Bettler und Hasch-Dealer herumtrieben, sondern es laut „iOverlander“ auch ab und an Einbrüche in Camper gegeben haben soll kam kein anderer, freier Stellplatz in Frage.

Simon versucht erneut sein Angelglück
In „El Bolsón“ angekommen

Trotz Straßenlage hatten wir eine ruhige Nacht gegenüber der Tankstelle. Nach dem Frühstück machten wir uns auf zur Wäscherei, um dort unsere gesammelte Schmutzwäsche und endlich auch mal wieder die Bettwäsche abzuliefern. Die Mitarbeiterin verteilte unsere Wäsche sehr großzügig auf fünf Körbe á je 1.000 Pesos was in etwa 3,50 € entspricht. Meiner Meinung nach hätte alles locker in vier Körbe gepasst aber meinen Einwand ignorierte sie gekonnt. ‍️ Danach fuhren wir weiter ins nahegelegene Zentrum wo wir glücklicherweise einen Parkplatz in Sichtweite des Polizei-Kommissariats ergattern konnten. Wir drehten eine Runde um den Park, in dessen Mitte sich ein künstlich angelegter See befand, sowie durch den Ortskern. Nichts davon gefiel uns so wirklich gut. Im zentralen Supermarkt besorgten wir noch ein paar Kleinigkeiten, damit wir nach Möglichkeit in „Bariloche“ nicht einkaufen gehen müssen. Dort soll es immer wieder Einbrüche in parkende Vans geben, selbst auf Supermarktparkplätzen. Bei der gepriesenen Eisdiele „La Jauja“ gönnten wir uns drei Kugeln Eis. Von der Geschmacksintensität her hält unser Test jedoch bei Weitem nicht dem leckeren Eis in „El Calafate“ stand. Dafür fanden wir am Spätnachmittag ENDLICH halbwegs taugliches Internet bei der Stadtbibliothek und konnten seit langem mal wieder mit unseren Familien telefonieren. Auch unser Besuch in einer der zahlreichen „Ferreterías“ war von Erfolg gekrönt. Wir bekamen dort nicht nur Bitumen-Band für die weitere Abdichtung unserer Dachluken, sondern sogar noch eine weitere Kartusche des seit längerem gesuchten Klebers. Mit den nun drei Kartuschen sollte die anstehende Reparatur hoffentlich gut machbar sein. Am selben Abend konnten wir bei der Wäscherei „LaveRap El Bolsón“ noch unsere frisch duftende, super saubere Wäsche abholen und uns kurz darauf in ganz frische Bettwäsche kuscheln.

Am Donnerstag klingelte uns um 07:30 Uhr der Wecker aus den warmen Federn da wir uns den vier Mal wöchentlich stattfinden Kunsthandwerkermarkt im Zentrum nicht entgehen lassen wollten. Unser Plan ging auf und wir fanden so früh am Morgen tatsächlich wieder einen Parkplatz gegenüber des Polizei-Reviers. Dort gabs erst einmal Kaffee und Frühstück bevor wir uns den Markt anschauten welcher dienstags, donnerstags sowie am Wochenende jeweils um 10:00 Uhr beginnt. Einige Stände befanden sich noch im Aufbau und bei den anderen gab es allerlei netten Kram. Auch einige Essensstände befanden sich dazwischen wo man sich gegen später eventuell gut und günstig hätte stärken können. Wir machten uns stattdessen auf zum Wanderparkplatz bei der „Chacra Warton“. Dort stellten wir unser Zuhause auf einem der vier bewachten Parkplätze ab und begaben uns auf die Wanderung zum „Cajon del Azul“. Der Weg war extrem staubig, am Anfang ging es sehr steil bergab und außer Büschen entlang des Wegrandes gab es irgendwie nicht viel zu sehen. Zumindest nicht auf den ersten Kilometern die wir liefen. Scheinbar hatte ich mich bei der Planung der Wanderung vertan denn ich war bis dato davon ausgegangen, dass die einfache Strecke in etwa 3,5 Kilometer beinhaltet. Bis wir am eigentlichen Startpunkt am „Río Azul“ angelangt waren hatten wir aber bereits diese Kilometeranzahl hinter uns gebracht und von dort aus wären es noch weitere 6,5 Kilometer bis zum Aussichtspunkt gewesen. Da uns der Weg so rein gar nicht zusagte und wir auch mental irgendwie überhaupt nicht auf eine Strecke von 20 Kilometern eingestellt waren machten wir am Viewpoint „Mirador de los Piches“ kehrt und liefen zurück zum Fluss. Dort suchten wir uns ein schattiges Plätzchen auf einem Felsen mit Blick auf das klare Wasser für unser Vesper. Wir konnten sogar einige größere Forellen sehen. Wieder am Van angelangt fuhren wir nur ein paar Meter die staubige Piste entlang, weil wir bereits auf der Hinfahrt zahlreiche Brombeerhecken mit reifen Früchten erspäht hatten. Wir sammelten eine große Dose voll Brombeeren sowie süßer, kleiner Wildpflaumen. Danach ging es weiter über die von Tannen gesäumte „Ruta N40“ bis zu einem hübschen Stellplatz an einem plätschernden, flachen Fluss. Simon nutzte diesen noch für ein kurzes Bad während ich eine warme Dusche im Van vorzog. Abends gab es, mangels Milchreis, frei kreierte süße Rahmnudeln mit Brombeeren. Fazit: Kann man machen.

Auf dem Weg zum „Cajon Azul“
Wir kamen aber nur zu viewpoint Nr. 1
Irgendwie taugte uns der Weg nicht 🤷🏼‍♀️

Da es am Fluss gar so schön ruhig war entschieden wir den Tag noch hier zu verbringen und zu chillen.  Zum Frühstück gab es leckeres Schicht-Müsli bestehend aus Naturjoghurt, Brombeerkompott und Beerengranola und nachmittags feine Beeren Pancakes.  Danach schnappten wir uns unsere Stühle, setzten uns damit an den vor sich hin plätschernden Fluss und schauten den Wasseramseln (https://de.wikipedia.org/wiki/Wasseramsel) zu.   

Am Samstagmorgen probierte ich erstmals einen Mürbeteig im Omnia aus. Es gab Pflaumenkuchen mit Streuseln á la https://4reifen1klo.de und er ist mir auf Anhieb tatsächlich gut gelungen. Wir vertilgten diesen noch lauwarm mit Schlagsahne zum Frühstück. Als wir uns gerade fertig zur Abfahrt machen wollten kam der Ranger angefahren. Irgendjemand hatte ihm wohl gesteckt, dass wir hier zwei Nächte standen. Er machte uns freundlich darauf aufmerksam, dass das wildcampieren innerhalb des Nationalparks verboten sei und er uns dafür eigentlich eine Strafe berechnen müsste. Er würde es aber erst einmal bei einer Verwarnung belassen. Als er unter unser Auto schaute um zu kontrollieren, dass wir kein Grauwasser abgelassen hatten fiel ihm auf, dass ein hinterer Stoßdämpfer lose war. Scheinbar hatte es den Bolzen abgerissen! Der nette Ranger nannte uns daraufhin gleich eine Telefonnummer eines ihm bekannten Mechanikers in „Bariloche“. Wir bedankten uns herzlichst, verabschiedeten uns und machten uns über die glücklicherweise asphaltierte Ruta N40 auf den Weg in die Stadt. Da die Werkstatt Samstagnachmittags sowieso nicht mehr zu erreichen gewesen wäre fuhren wir direkt ins Dörfchen „Colonia Suiza“ um dort auf dem Campingplatz „Ser“ einzuchecken. Unter großen, schattigen Tannen bekamen wir ein Plätzchen auf dem weitläufigen und sehr gut besuchten Platz zugewiesen. Dank des lokalen WLANs konnte ich den Mechaniker kontaktieren welcher prompt antwortete und uns für Montag 15:00 Uhr einen Termin gab. An diesem Wochenende fand in der „Colonia Suiza“ ein großer Lauf mit 600 Teilnehmern statt weswegen in dem von Schweizer Auswanderern gegründeten Örtchen richtig viel los war. Und aus unerklärlichen Gründen hatte es mal wieder einen heftigen Temperatursturz gegeben. Schneller als ich mich umschauen konnte fand ich mich statt in Shorts für den Rundgang durch den Ort in meiner Thermo-Leggings wieder. Die „Colonia Suiza“ ist wohl voll und ganz auf Touristen ausgerichtet denn es gab sehr viele Kunsthandwerk- und Souvenirläden sowie eine Food-Meile und einige urige Restaurants im Chalet Stil. Zurück auf dem Campingplatz lernten wir dann noch Jenny aus Dresden kennen die während des Ausbruchs der Corona-Pandemie im März 2020 gemeinsam mit ihrem kolumbianischen Partner damals hier gestrandet war. Die beiden harrten sage und schreibe 10 Monate hier aus. Als dann weiter kein Ende absehbar war kehrten sie nach Kolumbien zurück um nun zwei Jahre später endlich ihren Van hier abzuholen.

Pflaumenkuchen mit Streusel
Unser kaputter Stoßdämpfer 😰
Unser schattiges Plätzchen auf dem Campingplatz
Ob die wohl die Freigabe von Rothaus haben?! 🤭
Hier gibt’s frisch gezapftes Bier 🍻
Kunsthandwerksmeile

Auch den Folgetag verbrachten wir noch auf dem netten Campingplatz. Gegen Mittag bekamen wir Besuch von Timo und Alina (https://www.instagram.com/_sprintour_/) aus Mainz welche wir bereits in El Calafate kennengelernt hatten. Ihnen folgten Helena und Chris https://www.instagram.com/thistimeoneway/) in ihrem Mercedes „Düdo“. Die zwei kannten wir bis dato nur aus ihren tollen YouTube Videos welche wir noch zuhause, vor Beginn unserer Reise, angeschaut hatten. Es ist immer wieder schön und auch irgendwie kurios seine virtuellen Bekanntschaften im echten Leben zu treffen. Mit den Vieren verbrachten wir einen geselligen Sonntag in der „Colonia Suiza“. Wir schlenderten gemeinsam über den Sonntagsmarkt bevor wir uns im großen Biergartenbereich niederließen. Abends nutzten wir die indoor Küche des Campingplatzes für ein Kochevent. Jeder steuerte ein paar Lebensmittel bei und so kreierten wir ein kleines, leckeres Büffet von dem sich alle bedienen konnten.

Besuch von Freunden 😀
Kaffeekränzchen
Im Biergarten der Colonia Suiza
Gemeinsame kochen 🧑‍🍳
Das Büffet ist eröffnet, aber erstmal fotografieren 🤣

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.  

NEW BLOG POST 🇨🇱 (10. – 18.02.2023) Pumalín Nationalpark

Am Freitagmorgen war das Wetter besser als erwartet und über dem Fjord spickte bereits die Sonne durch die lichten Wolkenfelder. Welch eine schöne Aussicht beim Morgenkaffee. ☺ Nach dem Frühstück kehrten wir „Puyuhuapi“ den Rücken zu um kurz darauf in „La Junta“ für einen kleinen Morgen-Walk zum „Mirador“, mit Blick auf den Zusammenfluss zweier Flüsse, auch schon wieder anzuhalten. Von dort aus fuhren wir noch ein paar Kilometer weiter bis zu einem verheißungsvollen Stellplatz in der Nähe des „Río Frío“. Dieser befand sich am Ende einer kurzen Schotterstraße direkt zwischen zwei Farmen auf deren Weiden nicht nur Kühe und Schafe, sondern auch wirklich drollige Schweine grasten. 🐷🐗🐖 Die drei neugierigen Borstentiere besuchten uns ab und an sogar an unserem Van, den wir derweil auf einer urigen Grasfläche zwischen wildem Buchs und viel Totholz geparkt hatten. Als Simon seine Angel aus dem Kofferraum holte bemerkte er, dass die Lappen rund um unseren Warmwasser-Boiler nass waren. 😨 Dies konnte eigentlich nur von unserer letzten Dusche herrühren die aber bereits etliche Tage zurücklag da wir uns seither im Fluss bzw. Fjord frisch gemacht hatten. Da aber nirgends Wasser auf dem Boden stand und ich am kommenden Tag sowieso duschen wollte unternahmen wir erst einmal nichts weiter und Simon angelte noch ein Weilchen am Fluss. 🎣

Blick vom Mirador in „La Junta“
Besuch von Familie Schwein 🐷
Netter Stellplatz im Nirgendwo

Zu unserer Überraschung blieb es in der Nacht und auch am folgenden Morgen trocken. 😀 So konnten wir problemlos alle Kisten aus unserem Kofferraum räumen und Simon zog die Schellen am Boiler nach. Dies bot außerdem Gelegenheit unseren völlig eingestaubten Kofferraumboden auszufegen. Während ich nach dem Frühstück duschte beobachtete Simon die Verbindungen und wie erhofft blieb alles trocken. 👍 Nach dem alles wieder an seinem Platz verstaut war verließen wir das schöne Fleckchen um auch an diesem Tag wieder nur ein paar Kilometer weiter zu fahren. Da der Wetterbericht für die kommenden Tage nichts Gutes verhieß und wir auf dem Weg zum Nationalpark „Pumalín“ zum Wandern waren drosselten wir unsere Reisegeschwindigkeit auf ein Minimum. Wir stoppten erneut an einem Fluss der gute Angelmöglichkeiten bieten sollte. Allerdings durchkreuzte der Wettergott am Nachmittag Simons Pläne und der erwartete Regen setzte ein. 🤷‍♀️ Wenige hundert Meter weiter fanden wir einen passablen Stellplatz für die Nacht etwas abseits der „Carretera“ und nutzten die Zeit stattdessen für die Arbeit an den Laptops. Und endlich gabs mal wieder Pizza. 🤣😋

Am Sonntag schliefen wir ziemlich lange und da noch alles feucht vom Regen in der Nacht war, ließen wir uns Zeit fürs Frühstück und Simon konnte noch in aller Ruhe am nächsten Video arbeiten. Danach gings weiter nach „Chaitén“. Das winzige Örtchen konnte mit einer schicken, relativ neu wirkenden Promenade aufwarten. Inklusive Fahrradweg, zahlreichen Sitzgelegenheiten, Spielplatz, vielen Überdachungen und tipp topp Sportpark den ich noch für eine Runde Fitness nutzte. Auch die Umgebung konnte sich sehen lassen. Rundum grüne Berge, Blick auf den Vulkan „Corcovado“ sowie den Pazifikstrand. 🤩 Die Nacht verbrachten wir am Fluss mit Blick auf den rauchenden Vulkan „Chaitén“ welcher zuletzt im Jahr 2008 ausbrach. Hier befand sich auch ein cooler „lost place“ in Form eines kleinen Gefängnisses, welches wohl damals bei dem Vulkanausbruch evakuiert und seither sich selbst überlassen wurde. In „Chaitén“ gibt es deswegen nicht nur eine Tsunami-Evakuierungsroute, sondern auch eine Weitere im Falle eines erneuten Vulkanausbruchs. 🙈 Übrigens wird es mittlerweile wieder deutlich früher und auch ziemlich schlagartig gegen 21:30 Uhr dunkel. 😯

Promenade in „Chaitén „
Die Wolken hingen tief über der „Plaza“

P.S.: Nach den zahlreichen Highlights, die wir in den vergangenen Wochen erleben durften, fühlt sich die Zeit in Chile für mich aktuell gerade etwas zähflüssiger und langweiliger an. Wenngleich die Landschaften hier wirklich grandios sind.

Der nächste Tag brachte immer wieder heftige Schauer mit sich und der Nebelwald machte seinem Namen alle Ehre. Zum Teil hingen die Wolken so tief als dass wir den Vulkan und die Berge gar nicht mehr sehen konnten. Als wir nachmittags im hiesigen Mini-Mercado noch ein paar Lebensmittel einkauften begegneten wir dort tatsächlich Stefanie und ihrer Familie (den Franzosen aus „La Réunion“). 😅 Gemeinsam mit ihnen verbrachten wir den Abend und die Nacht an einem herrlichen Stellplatz etwas außerhalb. Dieser befand sich am Strand „Santa Barbara“ welcher sich durch seinen feinen, schwarzen Lava-Sand auszeichnet. Direkt dahinter befindet sich uriger, kalter Regenwald und die gesamte Kulisse erinnerte mich etwas an Costa Rica. 😍 Als es bereits dunkel war schaute das Ordnungsamt vorbei und meinte, dass man hier eigentlich nicht campen dürfte (wobei es keine derartigen Hinweisschilder gab). Da wir ihre Frage nach einer Campingtoilette bejahen konnten und es bereits spät war gaben sie aber grünes Licht für die Übernachtung am Strand. So durften wir seit längerem mal wieder bei Meeresrauschen einschlafen. 🌊

„Playa Santa Barbara“
Süßwasserstrom ins Meer 🌊

Am nächsten Morgen nieselte es immer noch leicht und wir waren erneut froh über unsere Heizung. Vielmehr bewunderten wir die sechsköpfige französische Familie neben uns, die tatsächlich in einem uralten „Land Rover“ mit Dach Zelt unterwegs war. Könnt ihr euch vorstellen, in einem solchen Fahrzeug (siehe Foto) zu sechst zu reisen? Zumal sich die Kinder bereits in einem Alter zwischen geschätzt 11 und 15 befanden. Das bedeutet, jeder Sitzplatz im Fahrzeug ist belegt und auch im Zelt muss es denkbar eng zugehen. Von Stauraum und Privatsphäre einmal völlig abgesehen. Darüber hinaus war alles klamm, feucht und kalt. 😯 Für uns auf jeden Fall unvorstellbar… Wir freuten uns derweil über die selbst gebackenen, lauwarmen Vollkornbrötchen und hatten beim Frühstück ihnen gegenüber fast ein schlechtes Gewissen. 🙈 Außerdem durften wir in der Bucht, ganz nah am Strand, noch zwei Delfine sowie eine Robbe beobachten. Nach einem kurzen Spaziergang über den tropischen, schwarzen und einsamen Sandstrand machten wir uns trotz anhaltendem Nieselregen auf den Weg zur ersten kurzen Wanderung im „Pumalín“ Nationalpark. Der „Los Alerces“ Wanderweg ist gerade einmal 700 Meter lang, führt dabei jedoch durch urigen Regenwald und beheimatet einige der mächtigen Urzeitzypressen. Diese Bäume werden bis zu 4.000 Jahre alt, sind zwischen 30 und 50 Metern hoch und für die Umarmung eines Stammes bräuchte man sicherlich gut 10 Personen. 😮 Vielleicht erinnert ihr euch daran, dass wir die „Alercen“ bereits in versteinerter Form in einem Nationalpark in Argentinien bewundern durften. Die Nacht verbrachten wir, der Einfachheit halber, direkt gegenüber auf dem Wanderparkplatz. Wobei wir beim Zubettgehen leider an einer weiteren Stelle einen kleinen Wassereinbruch entdecken mussten. Wasser im Bus ist wirklich fatal aber ich will hier gar nicht weiter darauf eingehen. 🙈🐵🙉

Könntet ihr zu sechst so reisen und leben? 🤔
Lauwarme Brötchen am Morgen 😛
Im urigen Regenwald ☔️
Bei den uralten Baumriesen angelangt
Stamm einer „Alerce“

In der Nacht und am frühen Morgen wurden wir immer mal wieder von vorbeifahrenden Autos geweckt die von der um 23:00 bzw. 06:00 Uhr anlegenden Fähre in „Caleta Gonzalo“ kamen. Glücklicherweise hatte der Regen in der Nacht aufgehört und so konnten wir nach dem Frühstück den nur wenige hundert Meter entfernt gelegenen Wanderweg zur „Laguna Tronador“ in Angriff nehmen. 🥾 Der schmale Pfad führte erneut durch üppig grünen Regenwald, welcher von den Niederschlägen der vergangenen Tage und Stunden noch tropfnass war. Gleich am Anfang befand sich eine enge Schlucht durch die gewaltige Wassermassen donnerten welche sich zum Teil über steile Wasserfälle ihren Weg bahnten. Der Trail führte relativ steil nach oben, mehr über Leitern als über Treppen und entsprechend langsam kamen wir auf dem durchweichten Untergrund voran. Am Ende wartete dann die versprochene Lagune auf uns welche wir vom „Mirador“ aus bewundern durften. Von den umliegenden Berghängen ergossen sich zahlreiche, deutlich hörbare kleinere Wasserfälle in den See. Nach rund 4-5 Kilometern gelangten wir dann wieder am Van an. Wir fuhren direkt weiter zum nächsten, nahegelegenen Wanderparkplatz wo es erst einmal Kaffee und ein Stück Marmorkuchen gab. ☕ Dieser Parkplatz war zugleich ein schön gelegener Campingplatz an dem es, insbesondere für die zahlreichen Trekking-Radler und Wanderer, auch überdachte Zeltmöglichkeiten gab. Frisch gestärkt machten wir uns auf zur zweiten Wanderung des Tages. 💪 Es ging erneut durch üppigen Regenwald sowie über zahlreiche Stufen und Wurzeln hin zu zwei Wasserfällen. Da dieser Weg jedoch weniger steil war hatten wir es diesmal deutlich einfacher. Die beiden Wasserfälle entlang des „Sendero Cascadas Escondidas“ führten erwartungsgemäß richtig viel Wasser mit sich und die Gischt spritzte bis auf die Plattform am „Mirador“. Nur Tiere konnten wir erstaunlicherweise kaum welche sehen obwohl es sich anfühlte, als würden wir durch ein exotisches Terrarium wandern. Lediglich ein paar Vögel, darunter seit langem auch mal wieder einen Kolibri, konnten wir erspähen. Nach der Wanderung ging es weiter zu einem schön gelegenen „Mirador“ oberhalb der „Laguna Río Negro“. Die Ausbuchtung befand sich direkt neben der „Carretera Austral“ welche, abgesehen vom Fährverkehr, kaum befahren ist weswegen wir hier auch die Nacht verbrachten. Zusammen in netter Gesellschaft mit zwei jüngeren Reisenden aus den Niederlanden.

Wie heißt es doch so schön:
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung 🤭
Über viele Leitern ging’s zum Mirador
An der Laguna angelangt 😀
Weiter ging es zu den Wasserfällen
Am ersten Mirador angekommen 😊
Uriger Urwad 🌿🌳🌱
Der obere Wasserfall 💦

Der Donnerstag empfing uns mit Traumwetter: Die Sonne strahlte bereits früh am Morgen von einem stahlblauen Himmel und im „Lago Río Negro“ spiegelte sich der dahinterliegende Berg. 😍 Trotz Sonnenschein war es jedoch noch ziemlich frisch und so ließen wir uns während des Frühstücks von der Standheizung wärmen. Danach ging es einige Kilometer weiter zurück in Richtung „Chaitén“ bis zum Einstieg des „Sendero Volcán Chaitén“. Der Wanderweg führte uns über 3,5 Kilometer hinweg durch erstaunlich grünes Gelände. Von Lava war hier so rein gar nichts zu sehen, dafür aber ein paar hübsche Eidechsen. Es ging stetig steil bergauf über zahlreiche größere sowie kleinere Holzstufen und wir spürten die Anstrengungen des Vortages deutlich in unseren Beinen. 😄 Aber der zähe Aufstieg, insgesamt galt es 630 Höhenmeter auf der vergleichsweise kurzen Strecke zu bewältigen, hat sich definitiv gelohnt. Auf dem Plateau angelangt hatten wir eine Aussicht die man sich nicht schöner hätte ausdenken können. Vor uns lagen die rauchenden Schlote des Vulkan „Chaitén“ zu dessen Füßen sich eine kleine, langgezogene Lagune befand. Weiter links davon konnten wir in der Ferne den schneebedeckten Gipfel des Vulkans „Michinmahuida“ erkennen von welchem ebenfalls immer mal wieder dunkle Rauchfahnen aufstiegen. Und der Blick hinunter ins Tal offenbarte den „Lago Río Blanco“, dass sich daraus ergießende Flussbett des breiten „Río Rayas“ sowie die Inselchen im Pazifik und last but not least das Dörfchen „Chaitén“. 🤩 Das längere Warten auf das schöne Wetter hatte sich in jedem Fall gelohnt. 👍 Hier oben gab es Holztische und Bänke für eine angenehme Rast. Wir stärkten uns mit ein paar süßen Keksen und als wir uns satt gesehen hatten begann der, zumindest für mich, anstrengendere Teil des Abstiegs. Zum Glück hatte ich die Wanderstöcke mitgenommen! Gegen 17:30 Uhr gelangten wir wieder am Parkplatz an wo es eine wohlverdiente, kleine Stärkung gab bevor wir zurück an den schönen „Playa Santa Barbara“ fuhren um noch einmal dort zu nächtigen.

Spiegelsee am Morgen 😀
Los geht’s auf den rauchenden Vulkan „Chaitén“
Wider Erwarten war es total Grün
Auch ein paar Eidechsen ließen sich blicken
Es ging steil nach oben 😮‍💨
An den rauchenden Schloten angelangt 🌋
Ende des Weges 😄
Und tolle Aussicht 👍🏻
Stärkung vor dem Abstieg 😅

Da unsere Beine nach den vier Wanderungen doch etwas müde waren und die Muskeln leicht schmerzten entschieden wir, dem Nationalpark „Pumalín“ langsam aber sicher Lebewohl zu sagen und die 20 km lange Wanderung auf dem „Sendero Ventisquiero“ hin zum Gletscher nicht mehr anzutreten. Nach getaner Laptoparbeit, dringend nötiger Reinigung meiner Wanderschuhe (ich wusste gar nicht mehr, dass sie eigentlich blau sind 🤣) sowie eines Spaziergangs am einsamen Strand entlang fuhren wir zurück an die Plaza von „Chaitén“. Das dort verfügbare, öffentliche WLAN war zwar mehr schlecht als recht aber zum Abrufen der neusten Nachrichten sowie zum Upload einiger Instagram Beiträge reichte es dann doch. 🙄 Schneller als uns lieb war standen die Uhrzeiger auf 19 Uhr und für die eigentlich geplante Dusche war es somit schon zu spät. Schließlich wollten wir ja auch noch etwas zu Abend essen. Des Weiteren wurde an der Plaza gerade eine Bühne aufgebaut und wir wollten uns das Spektakel gegen Einbruch der Dunkelheit natürlich nicht entgehen lassen. 😉 Als die Band anfing zu spielen drehten wir eine kleine Runde aber da es merklich abgekühlt hatte zog es uns relativ schnell wieder zurück in den warmen Van. Zuvor teilten wir uns aber noch ein klebrig süßes, hausgemachtes, leckeres Schichtdessert welches wir an einem der wenigen Stände um die Bühne herum erwarben. Eins muss man sagen: Für die wenigen Einwohner (während des Vulkanausbruchs im Jahr 2008 mussten gerade einmal 5.400 Menschen in der Region evakuiert werden, vermutlich inkl. Touristen) wird richtig viel geboten. Am Wochenende zuvor fand etwas außerhalb am Ortsrand nämlich auch schon über drei Tage hinweg ein größeres Bierfest statt. 👍

Herrlicher Morgen an der Bucht „Santa Barbara“

Nach einer ruhigen Nacht beim alten Gefängnis am Fluss, welcher nach Abklingen der Regenfälle nun übrigens deutlich weniger Wasser mit sich führte, machten wir uns auf den Weg in Richtung Grenze. Für die Strecke von 160 Kilometern errechnete „MAPS.ME“ eine Fahrtzeit von viereinhalb Stunden. 😮 Die ersten rund 70 Kilometer, welche wir auf der „Carretera Austral“ wieder zurück in Richtung „Coyhaique“ fuhren waren bekanntlich noch asphaltiert. Danach bogen wir auf die Schotterpiste nach „Futaleufú“ ab welche glücklicherweise gar nicht so schlecht wie erwartet war, von den letzten Kilometern einmal abgesehen. So kamen wir bereits nach nicht einmal dreieinhalb Stunden an unserem Ziel an. Das kleine Dörfchen an der chilenisch/argentinischen Grenze besteht aus lediglich 20 Häuserblocks welche aber allesamt schön anzusehen sind. Die Plaza war im Verhältnis dazu gewaltig und es gab unzählige Rafting- und Kajak-Tour Anbieter. Auf den wilden Stromschnellen des „Río Futaleufú“ sowie auf dem etwas ruhigeren „Río Espolón“ werden Touren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade angeboten. Da wir vor Jahren aber schon einmal raften waren müssen wir dieses Abenteuer nicht zwingend noch einmal wiederholen. Dafür ging es am Spätnachmittag endlich unter die heiß ersehnte Dusche 🚿🧼🧽 und abends gab es schmackhaften Räucherlachs, welchen wir hier im Ort per Zufall bei einem Straßenhändler erstanden. Morgen werden wir nach etwas mehr als drei Wochen in Chile wieder ins schöne Argentinien reisen da uns die Region rund um Esquel, El Bolsón, Bariloche sowie San Martín de los Andes noch fehlt. Der nächste Beitrag erwartet euch somit wieder aus Argentinien. 😉😘

Stellplatz in „Futaleufú“
Und weiter geht’s nach Argentinien 🇦🇷

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NEW BLOG POST 🇨🇱 (01. – 09.02.2023) Villa Cerro Castillo – Puyuhuapi  

Den halben Mittwoch verbrachten wir auf dem ruhigen, abgeschiedenen Stellplatz am Schulmuseum in „Villa Cerro Castillo“. Wir arbeiteten bis zum frühen Nachmittag an den Laptops und brachen anschließend auf ins nahegelegene „El Blanco“. Die Landschaft auf der Fahrt dorthin erinnerte uns ein wenig ans schöne Albtal. Mitunter sah es wirklich so aus, als würde man nach Bad Herrenalb oder Bad Wildbad fahren. Sogar die Alb war existent, nur spiegelverkehrt auf der falschen Seite. 😂 An unserem Ziel angekommen fanden wir ein nettes Plätzchen direkt an einem Fluss, unweit der „Carretera“ gelegen. Wir machten einen kleinen Spaziergang durch das winzige, mit seinen Wellblechhütten sehr ärmlich wirkende Dörfchen bevor wir wieder am Van angelangten. Dort stellten wir mit Entsetzen fest, dass unser Auto auf beiden Seiten gleichmäßig bis etwa auf die halbe Höhe mit einer seltsam klebrigen Flüssigkeit eingekleistert war. Für uns sah es so aus, als käme diese von unserem Van selbst. Ob es gar Diesel, Bremsflüssigkeit oder Kühlflüssigkeit war?! 😱 Simons Mechaniker Kenntnisse reichten für diese Bestimmung leider nicht aus und meine natürlich schon gleich mal gar nicht. Seltsam war allerdings, dass alle Schläuche sowie der komplette Motorraum komplett trocken zu sein schienen. Auch der Flüssigkeitscheck ergab nichts Besorgniserregendes. Da alle vier Reifen und auch die Felgen komplett sauber und trocken und wir nirgends bewusst durchgefahren waren konnte es aber eigentlich nur von unserem Auto selbst kommen… 🤷‍♀️

Das alte Schulmuseum
Und unser ruhiger Stellplatz (P.S. Auf dem Bild erkennt man bereits gut den Schmodder auf beiden Seiten)
Recht ärmliche Behausungen in „El Blanco“ 😐

Am folgenden Morgen tranken wir deswegen auch nur schnell Kaffee bevor wir uns auf den Weg in die rund 40 km entfernt liegende Kleinstadt „Coyhaique“ machten. Meiner Meinung nach Glück im Unglück denn das Ganze hätte uns auch meilenweit entfernt in der patagonischen Pampa passieren können. Wir suchten in der „iOverlander“ App nach geeigneten Werkstätten wovon die Erste an diesem Tag leider keine Zeit hatte. Wobei deren Zufahrt auch so steil gewesen wäre als dass wir aus eigenem Antrieb den Hügel nicht mehr hinaufgelangt wären. 🙈 Sie verwiesen uns an eine andere, direkt in der Stadt gelegene Werkstatt die wir nach einem schnellen Frühstück auf dem Tankstellenparkplatz auch direkt ansteuerten. Wir schilderten den Mechanikern dort die Tatsachen und auch sie fanden es auf Anhieb sehr seltsam und wussten spontan keinen Rat. Wir sollten am nächsten Tag um 09:00 Uhr wiederkommen damit sie sich auf Ursachenforschung begeben könnten. So verbrachten wir den Tag in dem unspektakulären Ort in dem wir uns recht schnell umgeschaut hatten. Immerhin gab es hier einen großen „Unimarc“ Supermarkt in dem wir, wenngleich auch zu horrenden Preisen, frische Lebensmittel einkaufen konnten. Ich habe beim besten Willen keine Ahnung, wie die Chilenen das machen. Zwar gilt Chile als das reichste Land Südamerikas aber selbst Grundnahrungsmittel sind hier mitunter weit teurer als bei uns in Deutschland. Einkaufen macht mir hier wahrlich keinen Spaß. 😨 Die Nacht verbrachten wir, seit langem mal wieder, direkt innerhalb der Kleinstadt am Seitenstreifen einer ruhigen Nebenstraße in der Nähe eines kleinen Parks.

Unser innerstädtischer Stellplatz

Am Freitag fuhren wir als erstes zur Werkstatt wo sich direkt zwei Mechaniker unserem Van annahmen. Auch sie fanden das Problembild extrem seltsam zumal auch ihr Check aller Flüssigkeitsstände sowie ihr Blick in den Motorraum und mittels Grube darunter keine Ursache zu Tage förderte. Da wir an diesem Morgen, nach dem wir die ganze Nacht über gestanden waren, jedoch rund um unser Auto jeweils an den Schwellern deutliche Tropfspuren auf dem Asphalt erkennen konnten kann es ja eigentlich nur vom Auto selbst kommen… An Ort und Stelle kamen die Mechaniker nicht mehr weiter weswegen wir mit den beiden zu einer anderen Halle in der Parallelstraße fuhren. Dort befand sich eine Hebebühne welche eigentlich für 4 Tonnen ausgelegt war. Leider schaffte sie es dennoch nicht unser 3,5 Tonnen schweres Fahrzeug ernsthaft anzuheben. 🙈 So behalf man sich zusätzlich noch mit einem Wagenheber auf der Hinterachse und schlussendlich konnten doch noch alle vier Reifen abmontiert werden. Den Reifen folgten die Verkleidungen der Radlaufkästen aber auch darunter war nichts zu sehen. Es war einfach nur seltsam… Da die Verkleidungen jedoch komplett mit der klebrigen Flüssigkeit und darauf haftendem Staub verdreckt waren, machten sich die beiden KFZler inklusive Simons tatkräftiger Unterstützung an die Reinigung derselben. Vier Stunden später und 170 € ärmer waren wir leider immer noch nicht schlauer als zuvor. 😥 Immerhin konnten wir während der Prozedur aber unsere Vorder- und Hinterreifen problemlos tauschen so dass sich diese gleichmäßig abfahren können. Weiter ging es zu einer Wasch-Box an einer der Tankstellen in „Coyhaique“ wo wir 13 € für die manuelle Wäsche investierten. Auch kein Schnäppchen. 😕 Immerhin war unser Auto nun rundum sauber und wir können auf den folgenden Kilometern beobachten, ob sich erneut irgendwo Flüssigkeit zeigen sollte. Wir entschieden, das Wochenende in der näheren Umgebung zu verbringen so dass wir bei Bedarf am Montag noch einmal die Werkstatt ansteuern könnten. Die Mechaniker waren übrigens alle sehr nett, extrem bemüht und man hat uns auch nur die Hälfte der Arbeitsstunden berechnet. 👍 Am Nachmittag fuhren wir zum ca. 15 km außerhalb gelegenen, idyllischen Bergsee „Elizalde“. Wie erwartet konnten wir dort aber keine für uns geeignete Zufahrt finden und somit auch keinen Stellplatz für die Nacht. Nur zum Baden lohnte es nicht mehr dort zu bleiben und so machten wir kehrt und fuhren etwa die halbe Strecke bis zu einer Flussbiege zurück. Dort hatten wir auf der Hinfahrt etliche Autos an der Straße stehen und auch Menschen im Fluss baden sehen. Auf den frisch abgemähten Heuwiesen links und rechts der Schotterpiste konnten wir derweil mehrere Hunderte Ibis auf Nahrungssuche sehen. So wie bei uns die Störche suchten sie im kurzen Gras wohl nach Heuschrecken und ähnlichem. Tatsächlich fanden wir am „Río Simpson“ einen guten Stellplatz etwas oberhalb vom Wasser auf einem Seitenweg. Wir schnappten uns noch unsere Decke, legten uns ein Stündchen ins Gras, genossen die Abendsonne und schauten den herrlichen, patagonischen flachen Wolken beim Vorbeiziehen zu. 😍

Cooler Wasserfall kurz vor „Coyhaique“

Nach einer super ruhigen Nacht hatten wir einen gleichfalls entspannten Samstag. 😊 Wir verbrachten den ganzen Tag über zusammen mit den Einheimischen am Fluss, relaxten in der Sonne und kühlten uns im gerade einmal knietiefen Wasser etwas ab. An unserem schattigen Plätzchen befand sich sogar eine Art natürliche Laube so dass wir erstmals Gelegenheit hatten, unseren tollen Reisehängesessel „ZunZun“ von „LA SIESTA“ ausgiebig zu testen. 😎 Wenn ihr euch jetzt fragt wieso Hängesessel und nicht Hängematte (die wir übrigens auch dabei haben): Für die Befestigung des Sessels benötigt man lediglich einen Ast und keine sich in perfektem Abstand gegenüberstehenden Bäume. 😉 Wir beobachteten das Treiben um uns herum und uns fielen immer wieder Erwachsene aber auch Kinder auf, die in kompletter Montur (sprich inklusive T-Shirt, teilweise sogar langer Hose und Turnschuhen!) baden gingen. Ob dies an mangelndem Einkommen liegen mag und sich die Leute schlicht weg keine Badebekleidung sowie Badeschuhe leisten können? Oder ob es irgendein seltsamer Brauch ist? Wir werden bei Gelegenheit versuchen dies zu eruieren… Außerdem fiel uns auf, dass die Kinder keinerlei Spielsachen dabei hatten. Bis auf eine Familie mit Luftmatratze, die tatsächlich besser situiert aussah, waren weder Bälle noch Schwimmreifen noch Eimerchen zu sehen. Was ja gar nicht schlecht sein muss aber wenn man sich mal in einem Freibad in Deutschland umschaut, was da alles für einen Tag mitgeschleppt wird… 🤔

So sieht ein Sommertag in Patagonien aus 😎
Das Wasser war gerade knietief und angenehm frisch
Zum ersten Mal kam der „ZunZun“ Hängesessel
von „LA SIESTA“ zum Einsatz 😌
Super kompakt, ultra leicht und sehr bequem 👍🏻

Am Sonntag machte der Wind einen Strich durch unsere Rechnung und so fiel der erneute Badetag aus zumal es auch deutlich kühler als am Vortag war. Auch den Zugang zu dem tollen Wasserfall vor „Coyhaique“ konnten wir leider nicht entdecken weswegen es direkt zurück in die Kleinstadt ging. Nach dem wir kurz im öffentlichen WLAN unsere Nachrichten gecheckt hatten fuhren wir zu einem etwas außerhalb liegenden Supermarkt. Den „Híperpatagonico“ können wir allen Durchreisenden auf jeden Fall wärmstens empfehlen. Die Preise hier waren mitunter deutlich günstiger als im „Unimarc“ und auch die Frischetheken waren allesamt von guter Qualität. 👍 Im weiteren Tagesverlauf machten wir uns auf die Suche nach einem netten Stellplatz für die Nacht, gerne wieder direkt an einem Flusslauf. Es hätte auch tatsächlich ein nettes Plätzchen gegeben nur war hier auf Grund des Sonntags ziemlich viel los und wir wären von der Straße her gut sichtbar gewesen. So versuchten wir es vorm örtlichen Nationalparkeingang welcher allerdings schon geschlossen war und vor dem Tor gab es keine Parkmöglichkeiten. Deswegen landeten wir schlussendlich wieder in der Seitenstraße bei dem netten kleinen Park wo wir bereits schon einmal eine ruhige Nacht verbracht hatten.

Mächtige Drachenbäume mit Blüten gab es hier

Am Morgen nutzte ich die relativ neu wirkenden, zahlreichen Fitnessgeräte im Park direkt gegenüber für eine Runde Frühsport. 🏃‍♀️ Nach unserem leckeren Avocado-Spiegelei-Toast machten wir uns auf den Weg nach „Puerto Aysén“ da wir am Van seit der Wäsche keine weiteren Spuren der ominösen Flüssigkeit mehr entdecken konnten. 🤷‍♀️ Auf der Fahrt stoppten wir an einem gut angelegten Wanderweg welcher entlang eines Flusses durch schattigen Wald führte. Nebenbei wurde auf Tafeln am Wegrand das Leben der ersten Siedler erklärt, die ihren Lebensunterhalt unter anderem als Schäfer und Flößer bestritten. Kurz darauf stoppten wir noch an einem etwa 15 Meter hohen, zweistufigen schönen Wasserfall bevor wir an der „Bahía Acantilada“ angelangten. Die weitläufige Bucht befindet sich rund 10 km außerhalb von „Puerto Aysén“ und scheint ein beliebtes Ausflugsziel zu sein. Nach dem man eine kleine Parkgebühr (2.000 Pesos = ca. 2 €) entrichtet hat kann man den ganzen Tag hier verbringen und unter anderem Spielplatz, Grillmöglichkeiten und Aussichtspunkt nutzen. Vom „Mirador“ aus hatten wir eine schöne Sicht auf die Bucht sowie den Fjord und konnten außerdem vier Kondore im Flug beobachten. 😍 Und natürlich lässt sich an dem feinen Kiesstrand am Ende des Fjordarmes auch bestens baden. Ich wagte mich tatsächlich ins gar nicht so kalte Wasser und konnte auf diesem Wege sogar noch meine Haare waschen. Inklusive Blick auf die den Fjord umgebenden Berge die teils begrünt, teils mit Gletschern überzogen waren. Das kann wohl auch nicht jeder von sich behaupten. 😄

Blick auf die „Bahía Acantilada“
Kondor über dem Fjord
Die Flügelspannweite kann bis zu 3 Meter betragen

Nicht zuletzt wegen der schönen Lage, sondern auch wegen des exzellenten WLANs hatten wir entschieden auf dem Parkplatz der „Bahía Acantilada“ zu nächtigen. Für gerade einmal 5.000 Pesos ist dies Wohnmobilen sogar gestattet. 👍 Am frühen Morgen nieselte es leicht und der Himmel war ziemlich grau. Wobei die tief hängenden Wolken in den Bäumen der Berge richtig mystisch aussahen und dem Fjord noch einmal ein ganz anderes Aussehen verliehen. So konnten wir ohne schlechtes Gewissen die letzten vier Folgen unserer Serie streamen und uns zwischendurch am Strand kurz die Beine vertreten. Am späten Nachmittag rafften wir uns dann aber doch noch auf und fuhren über die Schotterpiste zurück nach „Puerto Aysén“. Wobei wir lediglich einen kurzen Fotostopp an der den „Río Aysén“ überspannenden Brücke einlegten und im hiesigen „Unimarc“ noch zwei frische Brötchen für den Folgetag kauften. Als wir an einem der Selbstscan-Terminals bezahlten fiel uns auf, dass wir nicht die ausgeschriebenen (günstigeren) Preise bezahlten, sondern einige hundert Pesos mehr. Da wir in Summe nur drei Produkte kauften waren wir uns der abweichenden Preise mehr als sicher weswegen wir damit den Kundenservice konsultierten. Zum Glück! Die Dame erklärte uns daraufhin, dass dies schlicht weg an der Tatsache läge, dass wir Ausländer sind und über keine „RUT“ verfügen. Hierbei handelt es sich, so denke ich zumindest, um die chilenische ID- oder Steuernummer welche man beispielsweise an der Supermarktkasse angeben kann. Ohne „RUT“ haben wir einen zuvor nicht ersichtlichen Aufschlag bezahlt. 😬 Daher der Tipp an alle Chile reisenden: Fragt, wenn möglich, einen hilfsbereiten Chilenen nach seiner „RUT“ und nutzt diese bei künftigen Einkäufen. Auch beim nächsten Nationalparkbesuch werden wir einfach mal Einheimische vor uns fragen, ob sie freundlicherweise nicht zwei Tickets für uns mitkaufen können. Die Aufschläge für Ausländer sind nämlich auch hier echt gesalzen. 🤨 Die Nacht verbrachten wir dann wenige Kilometer außerhalb der Stadt direkt auf dem Kiesbett eines ziemlich breiten Flusslaufs. Auch hier erinnerte uns die Landschaft wieder extrem an Europa denn in Slowenien hatten wir beispielsweise mitunter ganz ähnliche Stellplätze.

Fotostopp an der berühmten Brücke 🌉
Netter Stellplatz direkt am Fluss
Hier schaut’s aus wie in Europa 😅

Am nächsten Morgen standen wir beizeiten auf da es bis zu unserem nächsten Ziel, dem „Parque Nacional Queulat“, noch 170 km zu fahren galt. Dort wollten wir am Mittag eine kleine Wanderung zum „Mirador Ventisquero Colgante“, einem bläulich schimmernden Hängegletscher oberhalb einer Lagune, unternehmen. Der erste Abschnitt der „Carretera Austral“ war noch gut asphaltiert bevor es dann in Schotter überging. Wobei der letzte Abschnitt sogar der Schönere war da die Piste über enge Serpentinen den Berg hinunter führte, durch dichten Nebelwald in dem zum Teil noch die Wolken hingen. In einer der zahlreichen, engen Kehren begegnete uns sogar ein alter grüner „VW LT“ mit Rastatter Kennzeichen. Wie schade! Gerne hätten wir uns ein wenig mit den Insassen unterhalten. Für unsere späte Frühstückspause um 13 Uhr mittags fanden wir ein herrliches Plätzchen direkt am Fjord. 🤩 Nach dem wir unser Frühstück und die Aussicht genossen hatten steuerten wir direkt den Wanderparkplatz an. Dort angelangt mussten wir leider feststellen, dass aus der geplanten Wanderung nichts werden würde. Ohne vorab online erworbene Tickets wird einem der Zutritt verwehrt und das Tageskontigent wäre darüber hinaus bereits erschöpft. Schade, das Wetter wäre an diesem Tag perfekt gewesen… Wobei wir die 9 € pro Kopf für die kurze Wanderung wahrscheinlich sowieso nicht investiert hätten. 🙈 Also strichen wir diesen Tagespunkt aus unseren Köpfen und auch der Eintritt in die nahegelegene, kleine Therme war uns mit 30 € pro Person für gerade einmal drei Stunden Badezeit definitiv zu teuer. Selbst im „Rotherma“ bei uns zuhause bezahlt man dafür gerade einmal die Hälfte. 😯 Da wir uns dies bereits gedacht hatten steuerten wir als nächstes das kleine Dörfchen „Puyuhuapi“ an. Hier ließen sich gegen Ende des zweiten Weltkriegs einige deutsche Auswanderer nieder was heute aber nur noch an ein bis zwei Häusern aus dieser Zeit mit deutscher Architektur zu erkennen ist. Wobei die Lage am Ende eines weiteren Fjordarmes und die Landschaft durchaus extrem an Deutschland erinnern. Ich finde, dass es hier ganz ähnlich aussieht wie am Titisee, nur mit viel weniger Touristen. 😂 Auch die Blumen in den Vorgärten erinnerten stark an Deutschland. Hier blühten nicht nur blaue Hortensien und Rosen, sondern auch bunte Dahlien und fein duftende Lilien. Nach dem wir uns zu Fuß im überschaubaren Ort umgesehen hatten genossen wir am Nachmittag den Blick aufs Wasser. Nebenbei dichteten wir unsere vordere Dachluke von außen noch mit Panzertape ab da der Wetterbericht für die kommenden Tage immer mal wieder Regen vorhersagte. Abends blieb unsere Küche zur Abwechslung mal kalt und wir gingen stattdessen im Restaurant „Comuy-Huapi“ essen. Für mich gab es rosa gebratenes Thunfisch-Filet mit Quinoa und Simon hatte eine Trilogie verschiedener gebratener Fleischsorten mit Dips und Knobi-Brot. 😋

Frühstück mit Blick auf den Fjord 🥣
Tolle Location 😀
Aus der Wanderung wurde leider nix 🤷🏼‍♀️
Dafür war’s in „Puyuhuapi“ echt nett
Sieht doch ein bisschen nach Titisee aus, oder?! 🤔
Mein leckeres Abendessen – Thunfisch auf Quinoa 😋

Wir verbrachten eine sehr ruhige Nacht gegenüber des Restaurants direkt am Wasser. In der Nacht und am Morgen hatte es leicht geregnet aber unsere Dachluke blieb trocken und am Vormittag legte sich der Nieselregen bereits wieder. Wir kuschelten uns während des Regens einfach noch eine Weile im Bett ein und entsprechend spät gab es Frühstück. 😅 Am Mittag trafen wir uns mit Claus und Tjorven (alias „CuTe Round the World“) die wir in Ushuaia persönlich kennenlernen durften. Wir verabredeten uns mit den beiden für eine gemeinsame, kleine Wanderung zu einem „Mirador“ am Nachmittag. Der Weg führte über Privatgelände stetig nach oben und man hatte tatsächlich eine sehr schöne Sicht auf „Puyuhuapi“ sowie den Fjord. Wir freuen uns jedes Mal sehr, wenn wir auf Gleichgesinnte oder bereits Bekannte treffen und wir uns mal wieder mit anderen austauschen können. 🥰 So langsam aber sicher fehlt mir mein Umfeld mitunter doch schon sehr. 😟 Auch für die Blog-Einträge der letzten Tage blieb noch genug Zeit bevor wir gegen später das Abendessen zubereiteten und es uns im Van gemütlich machten.

Blick vom Mirador auf „Puyuhuapi“ und den Fjord

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NEW BLOG POST 🇦🇷 🇨🇱 (25. – 31.01.2023) Von El Chaltén zu den Marmorhöhlen in Chile

Am Dienstag verließen wir „El Chaltén“ nach sechs schönen Tagen wieder. Zuvor begaben wir uns dort noch auf die Suche nach zwei Handwerkerläden in der Hoffnung, dort eventuell das gesuchte Silikon für Dachluken-Reparatur Nummer zwei zu finden. Jedoch hatte der eine Laden gerade wegen Urlaub geschlossen und der andere war gar nicht erst auffindbar bzw. vermutlich dauerhaft geschlossen. 🤷‍♀️ Wir werden es, bei nächster Gelegenheit, einfach mit den zwei bereits vorhandenen Kartuschen versuchen. Bei der vorderen Dachluke hatte es schließlich auch gereicht. Vor Abfahrt kehrten wir noch in einem kleinen Café ein auf der Suche nach halbwegs tauglichem Internet. Aber wie schon zuvor bei anderen Örtlichkeiten in „El Chaltén“ war auch dieses mehr schlecht als recht. Es reichte mit Mühe und Not aus, um den fertiggestellten Blogbeitrag hochzuladen. 🙄 Danach strichen wir endgültig die Segel und begaben uns auf die erste Etappe der insgesamt rund 700 Kilometer langen Reise an die chilenische Grenze bei „Chile Chico“. Die gesamte Strecke führt über die Ruta N40 und bereits auf den ersten 300 Kilometern lag ein ungeteertes Teilstück mit einer Länge von ca. 70-80 Kilometern vor uns. So waren wir froh, als wir am Abend gegen 20 Uhr an unserem Tagesziel angelangten. Wie so oft auf der Durchreise übernachteten wir mal wieder, in guter Gesellschaft zahlreicher anderer Overlander, an einer Tankstelle in dem kleinen Nest „Gobernador Gregores“.

Adiós El Chaltén

Von dort aus ging es am Folgetag weiter über die Ruta N40. Diesmal war die Straße, bis auf einige wenige kurze Unterbrechungen, auch durchweg asphaltiert und selbst die Schlaglöcher hielten sich in Grenzen. 👍 Nach etwa der Hälfte der Strecke stoppten wir in einem kleinen Kaff im Niemandsland für eine kurze Kaffeepause. Auf der Weiterfahrt zum Tagesziel „Perito Moreno“ (nicht der Gletscher, sondern ein gleichnamiger Ort) begegneten wir seit Ewigkeiten mal wieder David und Miriam aus Luxemburg. Leider nur im Vorbeifahren. 😕 Die zweite Etappe an diesem Tag von ca. 170 km verging erstaunlicherweise wie im Flug. Wir durchquerten dabei noch ein Stück vom „Parque Nacional Patagonia“ und bewunderten die in verschiedensten Rottönen schimmernden Berge und Hügel aus dem Auto heraus. Am frühen Abend kamen wir in der Kleinstadt „Perito Moreno“ an. Da sich die hiesige „YPF“ gerade im Umbau befand nächtigten wir, ausnahmsweise, bei der Konkurrenz „Axion“. 😂 Wir suchten uns auf dem geteerten Parkplatz eine ebene Parklücke und erhielten kurz darauf sogar noch nette Gesellschaft von anderen Deutschen. Das Pärchen aus Düsseldorf ist samt ihrer kleinen Tochter seit Ende Dezember letzten Jahres mit ihrem VW T4 in Südamerika unterwegs. Wäre schön, wenn wir uns während ihrer Eineinhalbjährigen Reise noch einmal wieder treffen würden.

Am Donnerstagmorgen packte ich die Gelegenheit beim Schopfe und genoss nach dem Aufstehen eine heiße Dusche an der „Axion“ Tankstelle, an welcher wir eine relativ ruhige Nacht verbracht hatten. Ich hatte schon seit längerem nicht mehr morgens direkt nach dem Aufstehen geduscht. Was für eine Wohltat das doch ist! 😍 Danach gab es erst einmal heißen Kaffee aus unserer tollen French Press bevor wir an Ort und Stelle den Van volltankten. Weiter ging es zum „La Anonima“ Supermarkt am Ortsausgang um vor dem nahenden Grenzübertritt noch einmal Vorräte an trockenen Lebensmitteln einzukaufen. Den Nachmittag verbrachten wir auf einem herrlich gelegenen Buschcamp direkt am riesigen „Lago Buenos Aires“. Der Wind peitschte richtig große Wellen auf weswegen der Spaziergang am Ufer sehr kurz ausfiel. Stattdessen genossen wir den Seeblick vom Van aus. So blieb erneut Zeit für die Arbeit an den Laptops und die Blueberry Pancakes füllten unsere Energiereserven wieder auf. ☕🥞

Am Lago Buenos Aires
Blueberry Pancakes 🥞

Wir verbrachten, tatsächlich vollkommen windgeschützt dank eines großen Busches, eine ruhige Nacht am „Lago Buenos Aires“. Von dort aus ging es am Morgen in den ca. 30 km entfernt liegenden Grenzort „Los Antiguos“. Hierbei handelt es sich um ein nettes, kleines und sonnenverwöhntes Örtchen in dem viel Obst gedeiht. Deswegen trägt es auch den Beinamen „Capital Nacional de la Cereza“ was so viel bedeutet wie „Landeshauptstadt der Kirsche“. Wobei hier nicht nur Kirschen wachsen sondern auch Äpfel, Birnen und Aprikosen. An der kleinen Tankstelle hatten wir recht guten Internetempfang und glücklicherweise gab es hier auch einen zu unseren Adaptern passenden Wasserhahn. So konnten wir unseren zwischenzeitlich fast ganz leeren 120 Liter Wassertank wieder auffüllen. 👍 Vom Ortskern aus war es nur noch ein Katzensprung zur argentinischen Grenze. In null Komma nichts hatten wir „ausgecheckt“ und konnten weiter an die rund 6 km entfernt liegende chilenische Grenze fahren. Auch dort war nicht viel los und die Beamten wussten genau was zu tun war. Eine nette, junge Zöllnerin inspizierte kurz darauf noch flüchtig unseren Van. Diesmal hatten wir nur noch einen Rest Knoblauch auszuhändigen. Die Beamtin war von unserem Inneren total begeistert und schoss sogar noch ein paar Erinnerungsfotos davon. 😂 In „Chile Chico“ angelangt steuerten wir zuerst einen der beiden kleinen Supermärkte an um frische Lebensmittel wie etwa Obst, Gemüse oder Eier einzukaufen. Danach machten wir einen kleinen Rundgang durch die überschaubare Ortsmitte mit ihren kleinen Häuschen sowie entlang der Uferpromenade. Ab hier erwartete uns dann neuerdings Schotterpiste. Wir stoppten an der „Laguna Verde“ und genossen während unserer Kaffeepause den schönen Ausblick. Weiter ging es, immer entlang des über 130 km langen Sees, bis nach „Puerto Guadal“ – der „Perle am See“. Und auch dieser Beiname trifft den Nagel auf den Kopf. Von unserem gewählten Übernachtungsspot aus hatten wir einen herrlichen Blick auf das unglaublich klare sowie türkisfarbene Wasser des „Lago General Carrera“ (so heißt der „Lago Buenos Aires“ auf chilenischer Seite). Auch die umliegenden, zum Teil kahlen, zum Teil grünen Berge waren wirklich malerisch und der kleine Leuchtturm auf dem Hügel bildete das I-Tüpfelchen des Panoramas. 🤩

Los Antiguos – Die Kirschen Hauptstadt 🍒
Tolle Holzkunstwerke gab‘s hier auch 🤣
Der Bart passt auf jeden Fall zur Harley 😜
Blick auf Chile Chico
Pause an der Laguna Verde
Puerto Guadal – Die Perle am See
Kleiner Leuchtturm

Am Samstag ging es weiter über die gefühlt endlose, zum Teil mit Schlaglöchern (die hier übrigens mit Pflastersteinen ausgebessert werden) übersäte Schotterpiste. Am Westufer des „Lago General Carrera“ angelangt bogen wir dann erstmals auf die chilenische Traumstraße, die „Carretera Austral“ ein. Diese führt rund 1.200 km vom südlichsten Teil Patagoniens bis nach „Puerto Montt“ in der Region „Los Lagos“. Wir fuhren weiterhin am See entlang und ich glaube tatsächlich, dass einige Gewässer hier so groß sind wie manche Kleinstaaten (z.B. Luxemburg oder die Schweiz) in Europa. 😅 Seit dem Grenzübertritt hat sich die Vegetation übrigens völlig verändert. Es ist richtig schön grün und endlich gibt es auch wieder andere Bäume als die immergleichen Ulmen. Zum Teil wirkt die Landschaft hier sogar recht europäisch. Die Berge sind oftmals bis zur deutlich sichtbaren Baumgrenze begrünt und hier wachsen z.B. Pappeln, Kiefern, Fichten aber auch zahlreiche wilde Hagebuttensträucher. Während der Fahrt hatten wir häufig eine tolle Sicht hinunter auf den See mit seinem surreal türkisfarbenem Gletscherwasser. Kurz vor dem Ort „Puerto Río Tranquilo“ bogen wir von der „Carretera Austral“ ab auf einen kleinen Seitenweg, welcher hinab zum „Puerto Marmol“ führen sollte. Dort wollten wir uns nach den Preisen für die Boots- und Kajak-Touren zu den nahegelegenen Marmorhöhlen erkundigen. Wir realisierten beide bereits nach wenigen Metern, dass der Weg für unseren Van auf Grund des losen Untergrunds und des extremen Gefälles nicht geeignet schien. Bereits nach wenigen Sekunden stoppten wir und fuhren soweit es ging rückwärts bis zu einer breiteren Stelle an der wir wenden konnten. Von dort aus versuchten wir es das letzte, kleine Stück hinauf bis zurück auf die Straße. Aber keine Chance! 😨 Bei unserem frontgetriebenen, schweren Fahrzeug drehten kurz vor Ende der Steigung die Räder durch. Und leider verlor Simon ausnahmsweise die Nerven und rutschte beim erneuten Anlaufversuch schräg den Hang hinunter. So landete unser Bussi im Graben und stand zu allem Übel jetzt auch noch quer auf dem schmalen Weg. So blockierten wir diesen für von unten hinaufkommende 4×4 Fahrzeuge, die uns eventuell hätten helfen können. 🙈 Also versuchten wir nun mit reduziertem Luftdruck (1 Bar) sowie den beiden Sandpanelen herauszukommen aber es war schlicht unmöglich. Hilfe nahte in Form eines netten Argentiniers, der mit seiner Familie in einem Allrad-Pick Up auf Urlaubsreise war. Er bot sofort an zu versuchen, uns mittels Abschleppseil den steilen Hang hinaufzuziehen. Gesagt, getan! Nach dem wir unser Abschleppseil unter dem Fahrersitz hervorgekramt hatten startete Teil eins der Rettungsaktion. Es stellte sich leider ziemlich schnell heraus, dass sein Fahrzeug entweder zu leicht war oder zu wenig Power hatte. Auf jeden Fall schaffte er es nicht, unseren Bus herauszuziehen und stand bald darauf ebenfalls mit drehenden Reifen da. 😱 Hinter uns warteten mittlerweile zwei weitere Fahrzeuge, darunter ebenfalls ein 4×4 Pick Up nur dass dieser über keine Abschleppvorrichtung verfügte. Dennoch bot der Fahrer seine Hilfe an nach dem wir dank eines weiteren Versuchs des Argentiniers den Van zumindest wieder gerade auf dem Weg stehen hatten. Der Mann probierte nun an Simons Stelle mit Schwung den Hang hinaufzufahren aber leider kam auch er nicht weiter. 😕 So ließen wir die Helfer von dannen ziehen welche uns aber versprachen, im nahegelegenen Ort Rettung zu suchen. Ich stellte mich eine Weile oben an die Straße um nach eventuell vorbeifahrenden Trucks Ausschau zu halten, leider vergebens. Also warteten wir unten am festsitzenden Bus als spontan weitere Hilfe nahte. Zwei Chilenen in einem Toyota 4Runner erkannten schnell unser Malheur und waren sich, im Gegensatz zu uns, ziemlich sicher uns mit ihrem Fahrzeug hinaufziehen zu können. Sie koppelten ihren Anhänger ab, befestigten ihr starkes Abschleppseil an unserem Van und zogen uns tatsächlich in Null Komma nichts den Hang hinauf! Als wäre das ÜBERHAUPT kein Problem. 😮 Erleichtert bedankten wir uns bei den beiden die übrigens, wie auch schon zuvor der Argentinier, sehr gut Englisch sprachen was das Ganze extrem erleichtert hatte. So ging es für uns gegen 17 Uhr dann doch noch weiter ins nur 6 km entfernt liegende Örtchen „Río Puerto Tranquilo“, von wo aus uns wohl keiner mehr zu Hilfe gekommen wäre… Dort angelangt reservierten wir für 08:00 Uhr am folgenden Morgen für 15.000 Pesos p.P. (= 17 €) eine Bootstour zu den Marmorhöhlen und verbrachten die Nacht auf dem hiesigen Parkplatz am See.

Auf der Carretera Austral angelangt 😀
Panorama Lago General Carrera
Festgefahren 😨
Es war einfach zu steil und sandig 🙈
Simon am Ende 😩

Als am Sonntagmorgen um 06:50 Uhr mein Wecker klingelte verhieß der Blick aus dem Fenster leider nichts Gutes. 😯 Am Himmel und über den Bergen hingen dicke, dunkle Wolken und die Sonne war kaum zu sehen. Keine guten Voraussetzungen für die geplante Bootstour. Die Marmorhöhlen sehen wohl nur bei Sonnenschein richtig schön aus. Nämlich dann, wenn Licht und Wasser auf dem hellen Gestein reflektieren. Wir beobachteten das Wetter während wir unseren Kaffee tranken und entschieden dann kurz vor 8 Uhr die Tour zu canceln bzw. auf Dienstag zu verschieben. Glücklicherweise hatten wir keine Anzahlung geleistet da wir mit Kreditkarte bezahlen wollten und so war dies auch problemlos möglich. Hoffen wir, dass der Wetterbericht stimmt und uns am Dienstag strahlender Sonnenschein vergönnt sein möge. So nutzte ich den Tag Pause um weiter an meinen Spanischkenntnissen zu arbeiten und lernte fleißig Vokabeln. 😄 Der kleine Spaziergang durchs Dorf war recht schnell erledigt da der Ort aus gerade einmal 16 Quadraten besteht. Außer ein paar Restaurants an der Hauptstraße, einer Tankstelle sowie ein paar Mini-Märkten und einer Plaza gab es nicht viel zu sehen. Deswegen nutzten wir die Zeit am Nachmittag um im Van noch zwei Info-Videos abzudrehen. Diese werden in einer separaten Playlist, außerhalb unserer normalen Reiseberichte, erscheinen. Übrigens fanden wir, leider erst im Nachgang, heraus dass in der „iOverlander App“ bereits eine Warnung für den Weg existierte auf welchem wir uns festgefahren hatten. Wie viele Autos hier wohl schon stecken geblieben sind?! 🙈🙊🐵 Auch die dort angebotenen Bootstouren sind, nebenbei bemerkt, nicht günstiger als die in „Puerto Río Tranquilo“ so dass sich der Abstecher keinesfalls lohnt.

Holzkirche in Puerto Río Tranquilo
Kleine aber feine Plaza
Hummelchen 🐝

Am Montag herrschte gegen später am Morgen ein heiterer Sonne-Wolken-Mix. Da es für eine Bootstour bereits zu spät und die Wettervorhersage für den kommenden Tag noch besser war nutzte ich die Zeit nach dem Frühstück zum Schoko-Kuchen backen. 🍰 Und da wir nun schon tatsächlich volle sechs Monate reisen überschlug ich (hier kommt der BWLer in mir durch 🤣) noch unsere Reisekosten. Erfreuliches Fazit: Bis dato kommen wir, sicherlich auch Dank des günstigen Argentiniens, mit 34 € pro Tag für uns beide (inklusiver aller Kosten) über die Runden. 👍 Am frühen Nachmittag unternahmen wir noch eine kleine Wanderung zum „Mirador de la Roca Negra“ welcher sich auf einem der Berge oberhalb des Ortes befindet. Wir fanden den richtigen Trampelpfad allerdings erst beim zweiten Anlauf da wir zuvor wohl falsch abgebogen waren. Oben angelangt hatten wir eine tolle Sicht auf den See, die umliegenden Berge und natürlich das kleine Dörfchen. Auch der „Río Tranquilo“ mit seinen zahlreichen Kaskaden konnte sich sehen lassen und war mitunter gar nicht so „tranquilo“ (= ruhig) wie sein Name vielleicht vermuten lässt. Auf dem Rückweg kauften wir in einem der Mini-Märkte noch für schlappe acht Euro zwei Hände voll Obst und Gemüse sowie sechs Eier. 😬 Zurück am Van gabs die verdiente Stärkung in Form von Kaffee und Kuchen, bevor wir es uns mit unserer Decke am Seeufer gemütlich machten.

Aussicht vom Mirador de la Roca Negra
Relaxen am See mit Bergblick 🏔

Als am Dienstag erneut um 06:50 Uhr der Wecker klingelte war schnell klar, dass der Wettergott uns mehr als gnädig war. Weit und breit war keine Wolke zu sehen und die Sonne war gerade im Begriff über die Berge zu steigen. Kurz nach 8 Uhr startete unsere eineinhalbstündige Bootstour zu den nahegelegenen Marmorhöhlen. Das kleine Boot steuerte zuerst in einige der Höhlen hinein, fuhr dann an diversen Steinformationen wie beispielsweise dem Hund, der Schildkröte oder dem wassertrinkenden Elefanten vorbei bis zur „Kathedrale“ und schlussendlich der „Kapelle“. Bei den letzten beiden Gebilden handelt es sich jeweils um zwei im Wasser freistehende Felsen wobei wir uns unweigerlich ein klein wenig an den „James Bond“ Felsen in Thailand erinnert fühlten. Der Ausflug war kurzweilig und das klare Wasser erleuchtete die Marmorhöhlen tatsächlich ein wenig. Kann man bei gutem Wetter also getrost machen. 👍 Zurück im Van gabs erst einmal Frühstück bevor wir uns auf den Weg in das ca. 120 km entfernt liegende „Villa Cerro Castillo“ machten. Die „Carretera“ führte uns durch Bilderbuchpanoramen welche durchaus auch in der Schweiz oder Österreich hätten liegen können. Nach etwa der Hälfte der Strecke wich die Schotterpiste endlich Asphalt und wir können nur immer wieder unseren Hut vor den vielen Fahrradreisenden ziehen. An unserem Ziel angelangt, dem immerhin 12 Quadrate umfassenden Örtchen „Villa Cerro Castillo“, hatten wir uns schnell umgeschaut. Wobei das Dorf wirklich sehr malerisch vor dem pittoresken, namensgebenden Berggipfel liegt welcher tatsächlich an eine Burg erinnert. Chile erstreckt sich übrigens über eine Länge von unglaublichen 4.300 km was de facto der Länge von ganz Europa (von Norwegen bis in den Süden Spaniens) entspricht. 😯 Wenngleich das Land im Schnitt nur etwa 200 km breit ist und im Westen von den mächtigen Anden begrenzt wird. Von den etwa 18 Mio. Einwohnern Chiles lebt rund ein Drittel in der Landeshauptstadt Santiago. Bleiben also noch knapp 12 Mio. Menschen für diese wahnsinnige Distanz übrig. Worauf ich eigentlich hinaus will: Viel größere Städte und Orte werden uns in Chile wohl eher selten begegnen. Etwas außerhalb des Ortes fanden wir noch einen netten, kurzen Spazierweg hin zu Felsmalereien. Die roten Handabdrücke an den Felswänden sollen zwischen 1.000 und 3.000 Jahren alt sein. Ob das stimmt können wir natürlich nicht beurteilen aber sie waren auf jeden Fall deutlich zu erkennen. Noch dazu war der Zugang, im Gegensatz zu den Pendants auf argentinischer Seite bei „Perito Moreno“ am „Lago Buenos Aires“, kostenfrei. 😜 Am danebenliegenden, derzeit wohl geschlossenen Schulmuseum oberhalb des Flusses „Río Ibanez“ schlugen wir unser Nachtquartier auf nach dem der einzige hier lebende, freundliche Farmer sein ok gegeben hatte. Ich nutzte die Abgeschiedenheit noch für eine Dusche im Van und entdeckte dabei leider einen Riss in unserer Kunststoffduschwanne. So langsam aber sicher macht sich die Dauerbelastung wohl doch bemerkbar. 😪 Zum Glück hatte Simon, in weiser Voraussicht, den kompletten Boden unter der Dusche gut abgedichtet. So flickten wir den Riss auf die Schnelle nur mit Panzertape und konnten danach beide noch duschen gehen.

Perfektes Wetter für die Bootstour
Erkennt ihr den Hundekopf? 😉
Richtig tolle Farben
Die „Kathedrale“
Und die kleinere „Kapelle“
Auf dem Weg nach Villa Cerro Castillo
Selten so eine fotogene Katze gesehen 😅
Der Berggipfel links ist „die Burg“
1.000 bis 3.000 Jahre alte Handabdrücke
Aussicht auf Fluss und Berge ⛰
Übernachtung am Schulmuseum

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.