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NEW BLOG POST (08.-12.03.2026) 🇺🇸 Eleganz, Geschichte & Südstaatenflair

Roadtrip von Savannah nach Charleston

Nach zwei schönen Tagen in Savannah (siehe vorheriger Blog Post) führte uns unsere Reise weiter entlang der Atlantikküste nach Charleston – eine Stadt, die für viele als eine der schönsten der gesamten Südstaaten gilt.

Sie gehört zu den geschichtsträchtigsten Städten der gesamten USA – und kaum ein Ort vereint so viele prägende Epochen der amerikanischen Geschichte auf so engem Raum. 👇


Vom Handelshafen zur reichen Kolonialstadt

Gegründet wurde Charleston im Jahr 1670 und entwickelte sich schnell zu einem der wichtigsten Handelshäfen der britischen Kolonien in Nordamerika.

Durch seine Lage am Atlantik war die Stadt ideal für den Export von Waren wie:

– Reis

– Indigo (blauer Farbstoff)

– später auch Baumwolle

Diese Produkte machten Charleston im 18. Jahrhundert zu einer der reichsten Städte Nordamerikas.


Zentrum des Sklavenhandels

Mit diesem Reichtum ging jedoch auch eines der dunkelsten Kapitel der amerikanischen Geschichte einher.

Charleston war über viele Jahrzehnte hinweg ein zentrales Drehkreuz des transatlantischen Sklavenhandels.

👉 Schätzungen zufolge kamen rund 40 % aller versklavten Afrikaner, die nach Nordamerika gebracht wurden, über Charleston ins Land.

Viele von ihnen wurden anschließend auf die Plantagen im Süden verteilt – vor allem auf Reis- und Baumwollfelder.

Bis heute prägt dieses Erbe die Region, unter anderem durch die Gullah Geechee culture, eine einzigartige afroamerikanische Kultur mit eigenen Traditionen, Sprache und Küche.

Charleston im Unabhängigkeitskrieg

Auch im American Revolutionary War spielte Charleston eine wichtige Rolle.

Die Stadt war strategisch bedeutend für die Briten – und wurde mehrfach umkämpft.

1780 fiel Charleston schließlich an die britischen Truppen. Dies galt als eine der größten Niederlagen der amerikanischen Seite während des Krieges.

Erst später konnten die Amerikaner die Kontrolle zurückgewinnen.


Beginn des Amerikanischen Bürgerkriegs

Noch bekannter ist Charleston für ein Ereignis, das die USA nachhaltig veränderte:

👉 den Beginn des American Civil War.

Am 12. April 1861 eröffneten konföderierte Truppen das Feuer auf Fort Sumter, eine Festung im Hafen von Charleston.

Dieses Ereignis markiert offiziell den Start des Bürgerkriegs zwischen Nord- und Südstaaten.

Die Stadt selbst wurde im Verlauf des Krieges stark beschädigt.


Charleston heute

Heute hat Charleston rund 150.000 Einwohner und gilt als eine der schönsten und kulturell reichsten Städte im Süden der USA.

Was die Stadt heute so besonders macht:

– hervorragend erhaltene historische Architektur

– charmante Altstadt mit viel Geschichte

– Mischung aus Südstaaten-Tradition und modernem Lifestyle

Viele Gebäude stammen noch aus dem 18. und 19. Jahrhundert und geben Charleston dieses elegante, fast schon europäisch wirkende Flair.


Spannend zu wissen:

Trotz ihrer bewegten Vergangenheit hat sich die Stadt in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt und gilt heute als eines der beliebtesten Reiseziele im Südosten der USA – besonders wegen ihrer Geschichte, Kulinarik und Atmosphäre.


Unsere Fahrt von Savannah nach Charleston war mit rund 180 Kilometern angenehm kurz – perfekt für einen entspannten Reisetag. 🚐💨

Und auf dem Weg gab’s dann auch noch eine kleine Überraschung für Simon:

👉 Ein kurzer Stopp bei LIDL

Unser erster Lidl in den USA – und tatsächlich fühlte sich vieles sofort vertraut an:

– ähnliche Produkte wie in Deutschland

– vergleichbare Preise

– eine richtig gute Bäckereiabteilung

Nach langer Zeit gab es endlich mal wieder eine frische Brezel. 🥨

Ein winziger Moment Heimatgefühl – mitten in den USA.


Übernachtung bei Patriots Point

Unsere erste Nacht in Charleston verbrachten wir am Patriots Point Sportkomplex.

📍 32.794521, -79.904412

Direkt in der Nähe liegt das bekannte USS Yorktown Museum – ein ehemaliger Flugzeugträger, der heute als Museum dient.

Allein von außen schon ziemlich beeindruckend.


Charleston zu Fuß entdecken

Für die Zeit der Stadtbesichtigung parkten wir unseren Van neben diesem Parkplatz an der Straße:📍 32.789198, -79.927411

🅿️ Preise:

Parkplatz: 8 $/Stunde oder 28 $/Tag

Parkuhren: 3 $/Stunde

Perfekte Lage nahe dem Aquarium – und idealer Ausgangspunkt für unseren Rundgang.


7 Kilometer durch die Altstadt

Charleston lässt sich wirklich wunderbar zu Fuß erkunden.

Wir liefen etwa 7 Kilometer kreuz und quer durch den historischen Altstadtkern, vorbei an beeindruckender Architektur, geschichtsträchtigen Orten und richtig tollen Fotospots. 📸

Unser erster Stopp war der Waterfront Park.

Hier steht der berühmte Pineapple Fountain – eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.

Die Ananas gilt im Süden der USA übrigens als Symbol für Gastfreundschaft.

Vom Pier aus hat man außerdem einen tollen Blick auf den Hafen – perfekt für Fotos!

Charleston ist eine der historisch bedeutendsten Städte der USA – und das merkt man an jeder Ecke.

Ein Beispiel dafür ist das Old Exchange and Provost Dungeon aus dem Jahr 1771.

Hier wurden während des Unabhängigkeitskriegs britische Gefangene festgehalten.

Überall in der Stadt entdeckten wir Häuser mit kleinen Tafeln, die Geschichten über ihre früheren Bewohner erzählen – super spannend, wenn man sich so wie wir für Geschichte interessiert.

Ein absolutes Highlight ist die berühmte Rainbow Row mit ihren pastellfarbenen, perfekt restaurierten Häusern aus dem 18. Jahrhundert. Definitiv eines der meistfotografierten Motive der Südstaaten.

Hier hätte ich locker eine Stunde nur mit Fotografieren verbringen können. 😅

Weiter ging es entlang der High Battery – einer wunderschönen Promenade direkt am Wasser.

Von hier aus hat man Blick auf viele historische Villen, den Hafen und in der Ferne das alte Fort Sumter.

Direkt daneben liegt der White Point Garden – ein Park voller riesiger Südstaateneichen.

Charleston steckt voller kleiner Highlights, zum Beispiel der Circular Congregational Church mit ihrem besonderen Turm aus Holz. Daneben befindet sich die Saint Philip’s Church sowie ein fotogener Friedhof – und auch die verwunschene Philadelphia Alley mit ihrem Kopfsteinpflaster und den alten Gas-Laternen sollte man nicht verpassen.


Am City Market📍 32.781178, -79.930372 spürt man das lebendige Charleston:

Hier gibt es:

– viele lokale Produkte

– hübsche Souvenirs

– nettes Kunsthandwerk

Und rundherum viele kleine Cafés und Restaurants. ☕️


Charleston vs. Savannah – unser Eindruck

Im Vergleich zu Savannah wirkt Charleston:

– eleganter und schicker

– etwas historischer

– weniger verspielt

Savannah dagegen ist:

– romantischer

– grüner durch die vielen Squares

– etwas ruhiger

Beide Städte sind auf ihre Art einzigartig – und definitiv Highlights im Süden der USA.

👉 Beste Reisezeit:

März bis Mai oder Oktober bis November


Weiterfahrt nach Georgetown

Am nächsten Tag ging es für uns weiter Richtung Norden, etwa 60 Meilen entlang des Highway 17 bis nach Georgetown.

Kurz vorm Ortseingang fanden wir einen idealen, ruhigen Stellplatz:

📍 33.356147, -79.295626

Ein riesiger, kostenfreier Parkplatz direkt am Wasser samt sauberer Toiletten und nachts beleuchtet. Einer der besten Spots seit Langem!


Historic Georgetown

Nach der ruhigen Nacht direkt am Wasser machten wir uns am nächsten Morgen daran die historische Kleinstadt zu erkunden – und waren sofort überrascht, wie viel Charme dieser kleine Ort versprüht.

Georgetown ist die drittälteste Stadt in South Carolina und wirkt ein bisschen wie ein verstecktes Juwel abseits der typischen Reiserouten. Die Geschichte reicht offiziell bis ins 18. Jahrhundert zurück, doch erste europäische Siedlungsversuche gab es vermutlich schon um 1529 durch spanische Entdecker.

Wir ließen uns einfach treiben – und genau das ist hier das Schönste.

Vorbei an über 50 historischen Häusern, die liebevoll restauriert wurden und kleine Tafeln mit ihrem Baujahr tragen, fühlt sich ein Spaziergang fast wie eine kleine Zeitreise an.

Besonders die Front Street und Prince Street haben uns begeistert: breite Straßen, gesäumt von uralten, riesigen Eichen.

Alles wirkte ruhig, entspannt und irgendwie ursprünglicher als in den größeren Städten zuvor.

Im Visitor Center (531 Front Street) kann man sich übrigens einen Stadtplan holen – perfekt, um die wichtigsten Gebäude und ihre Geschichten besser einordnen zu können.


Geschichte, die spürbar bleibt

Auch wenn Georgetown heute so friedlich wirkt, steckt hinter dem Ort eine tiefgreifende und nicht immer einfache Geschichte.

Im 18. und frühen 19. Jahrhundert war die Region ein Zentrum für Reis- und Indigo-Plantagen. Der wirtschaftliche Erfolg basierte – wie so oft im Süden – auf der Arbeit versklavter Menschen.

Um das Jahr 1800 bestand etwa 85 % der Bevölkerung aus Sklaven – eine Zahl, die einen kurz innehalten und schaudern lässt.

Bis heute ist die Region stark geprägt von Gullah Geechee Culture. Diese Kultur entstand aus den Traditionen westafrikanischer Sklaven und hat sich über Generationen hinweg erhalten – sichtbar in Sprache, Küche und Musik.

Auch einige bekannte Persönlichkeiten haben hier ihre Wurzeln, darunter Michelle Obama.


Kleine Museen, große Geschichten

Wer noch tiefer eintauchen möchte, findet in Georgetown gleich mehrere kleine Museen, die die Geschichte des Ortes greifbar machen.

Kostenfrei sind unter anderem:

– das Gullah Museum

– das South Carolina Maritime Museum

– das Georgetown County Museum

Wer noch mehr erfahren möchte, kann sich zusätzlich das historische Kaminski House oder das Rice Museum anschauen, die einen spannenden Einblick in das Leben der ehemaligen Plantagenbesitzer geben.


Parken & entspanntes Ankommen

Für unseren Stadt-Rundgang parkten wir hier:

📍 33.368193, -79.284347

Ein großer, kostenloser Parkplatz direkt im Zentrum.

Übernachten ist vermutlich möglich, sollte aber eher unauffällig erfolgen, da es sich um ein Wohngebiet handelt. Öffentliche Toiletten befinden sich ebenfalls in der Nähe.


Unser Frühstückstipp

Ein echtes Highlight war unser Frühstück im Thomas Café:📍 33.365691, -79.282649

Seit 1933 geöffnet und offensichtlich ein absoluter Lieblingsspot der Locals. Genau solche Orte lieben wir.

Hier bekommt man:

– klassisches Südstaaten-Frühstück

– große Portionen

– faire Preise

– und natürlich: endlosen Coffee Refill

Perfekt für einen entspannten Start in den Tag!


Fazit: Ostküste vs. Westen

Nach diesen Tagen wurde uns einmal mehr bewusst, wie unterschiedlich die USA sind.

Während uns im Westen vor allem die Natur, die Weite und die Nationalparks beeindruckt haben, sind es hier im Osten die Städte, die uns in ihren Bann ziehen.

Charleston und Georgetown haben uns besonders durch ihre Mischung aus:

– Geschichte

– Architektur

– und Atmosphäre

überzeugt.

Gerade Georgetown hat uns mit seiner Ruhe, Authentizität und Historie überrascht – ein Ort, den viele wahrscheinlich einfach umfahren würden, der aber definitiv einen Stopp verdient hat.

Und genau diese Mischung macht einen Roadtrip durch die Südstaaten letztendlich so besonders. 🚐✨

NEW BLOG POST (02.-07.03.2026) 🇺🇸 Amerikas schönste Südstaatenstadt – Savannah

Unsere Highlights zwischen historischen Squares, Eichenalleen und River Street

Von New Orleans nach Mobile und Tallahassee

Nach einem letzten kleinen Organisationstag in New Orleans (siehe vorheriger Blog Beitrag) starteten wir am 2. März durch Richtung Osten.

Die Route führte uns rund 250 Kilometer durch Alabama bis nach Mobile.

Übernachtet haben wir – wie schon öfter auf unserer Reise – auf dem Parkplatz eines Bass Pro Shops.📍 30.659425, -87.90435

Die riesigen Outdoor Worlds sind in den USA legendär:

eine Mischung aus Outdoor-Supermarkt, Jagd- und Angelshop, Erlebniswelt und Museum. Viele Filialen sehen eher aus wie Freizeitparks – mit Aquarien, ausgestellten Booten oder sogar kleinen Wasserfällen.

Und für Overlander wie uns besonders praktisch:

Viele Filialen erlauben Wohnmobilen eine Nacht auf dem Parkplatz zu stehen.


Am nächsten Tag ging es weiter:

385 Kilometer von Mobile nach Tallahassee, der Hauptstadt von Florida. Auch hier übernachteten wir erneut bei einem Bass Pro Shop.

📍 30.461771, -84.214256

Ein unkomplizierter Zwischenstopp, bevor wir am nächsten Tag tiefer in den Südosten der USA eintauchen würden.


Durch Florida nach St. Marys

Am Mittwoch standen rund 370 Kilometer auf dem Plan – von Tallahassee bis nach St. Marys an der Grenze zwischen Florida und Georgia.

Unterwegs durchquerten wir die berühmten Florida Keys – ein riesiges Sumpf- und Feuchtgebietssystem, das Lebensraum für zahlreiche Tierarten bietet.

Hier leben unter anderem zahlreiche Alligatoren, aber auch Manatees (Seekühe) sind hier zuhause.

Die Seekühe gehören zu den sanftesten Meeressäugern der Welt. Sie ernähren sich ausschließlich von Wasserpflanzen und bewegen sich meist gemächlich durch warme Küstengewässer oder Flussmündungen. In Florida gelten sie als geschützte Tierart und werden liebevoll auch Gentle Giants genannt.


Treffen mit einem alten Bekannten

Auf dem Weg legten wir einen spontanen Zwischenstopp in Jacksonville, Florida ein.

Im Sand Dollar Restaurant trafen wir einen alten Freund von Simon, der seit über 20 Jahren in den USA lebt. Direkt am Wasser gelegen, war das der perfekte Ort für ein entspanntes, wenn auch nur kurzes, Wiedersehen.


Traumstellplatz in St. Marys

Rund 70 Kilometer später erreichten wir unseren Übernachtungsplatz.📍 30.721023, -81.553015

Ein traumhafter und kostenfreier Stellplatz direkt am St. Marys River.

Vor uns erstreckte sich die weite Marschlandschaft, in der Segelboote sanft im Wind schaukelten.

Und nur wenige Schritte entfernt befand sich sogar ein Visitor Center mit Toiletten und Trinkwasser.📍 30.72031, -81.54974

Der Ort wirkte fast wie aus einer anderen Zeit:

– alte Südstaateneichen mit Spanish Moos

– bunte Holzvillen

– breite Veranden

– Schaukelstühle vor den Häusern

Eine unglaubliche Ruhe lag über diesem kleinen Küstenort.


Tor zu Cumberland Island

St. Marys ist außerdem das Tor zum Cumberland Island National Seashore.

Die vorgelagerte Insel gehört zu den ursprünglichsten Naturgebieten der US-Ostküste.

Besucher kommen vor allem wegen:

– kilometerlangen wilden Stränden

– wilden Pferden

– dichten maritimen Wäldern

– historischen Plantagenruinen

Von St. Marys aus starten zweimal täglich Fähren zur Insel. Kosten ➡️ ca. 40US$ pro Person.


Ein Ruhetag im Paradies

Der Ort gefiel uns so gut, dass wir spontan einen weiteren Tag blieben.

Es war ein klassischer Orga-Tag:

YouTube Videos schneiden

– Route planen

– nächste Reiseetappen vorbereiten

Und natürlich durfte auch ein kleines Vanlife-Projekt nicht fehlen:

Ich buk einen saftigen Mandarinenkuchen im Omnia-Backofen.

Mit Blick über das ruhige Marschland war das vermutlich einer der entspanntesten Arbeitstage unserer Reise.


Weiterfahrt nach Savannah

Am nächsten Tag waren es nur noch 170 Kilometer bis nach Savannah im Bundesstaat Georgia.

Savannah gilt als eine der schönsten Städte der gesamten Südstaaten.

Ein paar spannende Fakten:

– rund 150.000 Einwohner

– gegründet 1733

– berühmt für seine 22 historischen Squares

– viele Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert

Das einzigartige Stadtlayout stammt vom Stadtplaner James Oglethorpe und gilt bis heute als eines der elegantesten Stadtdesigns Nordamerikas.

Ein weiterer wichtiger Teil der Stadt ist das Savannah College of Art and Design – kurz SCAD.

Die renommierte Kunst- und Designuniversität hat zahlreiche historische Gebäude restauriert und prägt das kreative Flair der Stadt.

Überall sieht man Studenten, Galerien und kleine Designshops.


Savannah entdecken

Am nächsten Tag wollten wir Savannah dann endlich zu Fuß erkunden.

Unser Van blieb am Chatham Square stehen.

📍 32.071553, -81.096879

Gut zu wissen:

Am Wochenende kann man hier kostenlos parken.

Unter der Woche (Mo–Fr, 8–17 Uhr) ist Parken kostenpflichtig.


Jones Street – eine der schönsten Straßen der USA

Viele sagen, die Jones Street sei eine der schönsten Straßen Amerikas – und nach unserem Spaziergang können wir das absolut nachvollziehen.

Hier reiht sich ein Fotomotiv ans nächste:

– elegante Backsteinhäuser aus dem 19. Jahrhundert

– Kopfsteinpflaster

– überhängende Eichen mit Spanish Moss

– flackernde Gaslaternen an den Eingängen

Es fühlt sich fast ein bisschen an wie eine Filmkulisse.


Die 22 historischen Squares

Savannah ist berühmt für seine kleinen grünen Plätze.

Auf unserem Spaziergang kamen wir unter anderem vorbei an:

Madison Square

Chippewa Square

Wright Square

Der Chippewa Square ist besonders bekannt.

Hier wurde die berühmte Bank-Szene aus dem Film Forrest Gump gedreht.

Der legendäre Satz daraus lautet:

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie, was man bekommt.“


Savannah City Hall & River Street

Weiter ging es zur Savannah City Hall mit ihrer markanten goldenen Kuppel.

Nicht weit entfernt liegt das River Street Visitor Information Center📍 32.08148, -81.091149

Hier bekommt man:

– Stadtpläne

– Restaurant-Guides

– Infomaterial

– kostenloses Trinkwasser

– saubere Toiletten

Direkt dahinter beginnt die historische River Street.

Die alten Baumwolllagerhäuser erinnern daran, dass Savannah im 19. Jahrhundert ein bedeutender Baumwollhafen war.

Heute findet man dort:

– Restaurants

– Bars

– kleine Shops

– oft Live-Musik

Und immer wieder spektakuläre Ausblicke auf den Savannah River, auf dem sogar historische Dampfschiffe unterwegs sind.

Ein perfekter Ort für:

– Sonnenuntergänge

– Abendessen

– einen entspannten Sundowner


Lunch bei Zunzi’s

Zum Mittagessen landeten wir bei Zunzi’s.📍 32.074919, -81.092009

Unser Tipp: 👉 The Conquistador Sandwich mit Hühnchen.

Extrem lecker – und genau das Richtige nach mehreren Kilometern zu Fuß.


Cathedral of Saint John the Baptist

Ein weiteres Highlight der Stadt ist die Cathedral of Saint John the Baptist.

Sie gehört zu den beeindruckendsten Kirchen im Süden der USA.

Besonders auffällig:

– riesige bunte Glasfenster

– französisch-gotische Architektur

– reich verzierte Innenräume

Der Eintritt ist kostenlos.


Forsyth Park – das grüne Herz Savannahs

Zum Abschluss unseres Rundgangs spazierten wir zum Forsyth Park.

Das berühmteste Fotomotiv der Stadt steht hier:

der weiße Forsyth-Brunnen.

Umgeben ist er von uralten Eichen, deren Äste voller Spanish Moss hängen.

Die Atmosphäre an diesem Samstag war wunderbar entspannt:

– Familien picknickten

– Musiker spielten

– Menschen lagen in Hängematten

Und überall sah man Jugendliche in eleganten Outfits.

Der Grund dafür war der berühmte High School Prom.

Der Prom ist einer der wichtigsten Abende im amerikanischen High-School-Leben.

Schülerinnen tragen elegante Abendkleider, Schüler erscheinen im Anzug oder Smoking. Vor dem Ball treffen sich viele Gruppen in Parks oder an schönen Orten der Stadt, um Fotos zu machen.

Genau das spielte sich gerade im Forsyth Park ab – ein wunderschöner Anblick mit all den festlich gekleideten Jugendlichen zwischen den blühenden Azaleen.


Fazit: Savannah – überraschend europäisch

Savannah hat uns wirklich überrascht.

Die Stadt wirkt:

– ruhig

– charmant

– sehr entspannt

Das historische Zentrum lässt sich problemlos zu Fuß erkunden – wir liefen an diesem Tag etwa 8 Kilometer.

Ein halber Tag reicht, wenn man sich auf die Altstadt konzentriert.

Wer tiefer eintauchen möchte, kann:

– eine geführte Walking Tour machen

– oder mit den Old Town Trolleys fahren, die viele Sehenswürdigkeiten ansteuern und gleichzeitig spannende Hintergrundinfos liefern.

Praktisch:

Am Startpunkt der Trolley-Touren kann man sogar kostenfrei parken.


Was uns besonders gefallen hat:

– Pferdekutschen auf den Straßen

– die alten Eichenalleen

– blühende Azaleen

– gemütliche Cafés und Restaurants

– viele historische Kirchen

– Backsteinarchitektur

– das spanische Moos in den Bäumen

Savannah fühlt sich fast ein bisschen europäisch an – und weniger nach klassischem Südstaaten-Klischee.

🌟 Für uns gehört die Stadt definitiv zu den schönsten Orten unserer gesamten USA-Reise.

NEW BLOG POST (26.-28.02.2026) 🇺🇸 New Orleans entdecken

Lake Pontchartrain, French Quarter & Garden District: Highlights & Südstaaten-Charme auf unserer Wohnmobil Reise durch Louisiana

Warum Louisiana so französisch klingt 🇫🇷

Wer durch Louisiana fährt und Orte wie Baton Rouge, Lafayette oder New Orleans liest, merkt schnell: Das hier fühlt sich nicht nach klassischem Amerika an.

Und das hat einen einfachen Grund:

Louisiana war ursprünglich eine französische Kolonie – benannt nach König Louis XIV.

Im Jahr 1803 verkaufte Frankreich unter Napoleon Bonaparte das riesige Gebiet im sogenannten Louisiana Purchase für 15 Millionen Dollar an die USA. Damit verdoppelte sich die Fläche des Landes quasi über Nacht.

Die französischen Siedler blieben – und mit ihnen Sprache, Architektur und Lebensgefühl.

Bis heute ist Louisiana kulturell eine Mischung aus:

• französischen Wurzeln

• spanischem Einfluss

• afrikanischem Erbe

• amerikanischer Geschichte

Kein Wunder also, dass New Orleans mit seinem French Quarter, Jazzmusik und Mardi Gras (bunte Paraden am Faschingsdienstag) eher europäisch-karibisch als typisch amerikanisch wirkt.

Und dann ist da noch dieser Fluss…

Der Mississippi River fließt an New Orleans vorbei – träge, breit, fast ozeanisch.

Mit rund 3.766 Kilometern Länge gehört er zu den großen Flüssen der Erde. Zusammen mit dem Missouri River kommt das System sogar auf etwa 6.275 Kilometer – und zählt damit zu den vier längsten Flusssystemen der Welt.

Sein Einzugsgebiet umfasst rund 3,2 Millionen Quadratkilometer – etwa ein Drittel der gesamten USA. Alles, was im Herzen Amerikas angebaut wird, findet irgendwann seinen Weg hierher und weiter in den Golf von Mexiko.

Er ist zwar nicht ganz so lang wie der Nil und führt nicht annähernd so viel Wasser wie der Amazonas – aber er ist die Lebensader Nordamerikas. Wirtschaftlich, historisch und kulturell.

Vielleicht ist genau diese Mischung das Geheimnis von New Orleans:

Eine Stadt mit französischem Namen, karibischer Seele und einem der mächtigsten Flüsse der Welt direkt vor der Haustür. 

Und genau dieses Spannungsfeld aus Geschichte, Musik, Kulinarik und Flussgigant wollen wir in den kommenden Tagen für uns entdecken..


26.02.2026 – Durch das Atchafalaya-Becken bis nach New Orleans

185 Kilometer lagen heute vor uns – immer entlang der Interstate 10 East, hinein ins Herz von Louisianas Sumpflandschaft.

Schon kurz hinter unserem Übernachtungsspot tauchten wir ein in das gewaltige Atchafalaya-Becken. Kilometerlang führt die Autobahn hier über Brücken durch das größte zusammenhängende Sumpfgebiet der USA. Unter uns: Wasser, Zypressen und Bayous, die träge zwischen Schilf und Bäumen dahinziehen. Über uns: ein Himmel, der nicht so recht wusste, ob er Sonne oder Regen schicken soll.

Mit 24 Grad war es eigentlich angenehm warm – doch die Luftfeuchtigkeit machte alles schwer und tropisch. Kaum stiegen wir aus, klebte das T-Shirt. Immer wieder zogen kurze Regenschauer durch, nur um wenige Minuten später wieder der Sonne Platz zu machen. Genau so stellt man sich die Südstaaten vor.

Unterwegs passierten wir Baton Rouge, die Hauptstadt von Louisiana. Direkt am Mississippi gelegen, diesem gewaltigen, braunen Strom, der sich gemächlich Richtung Golf von Mexiko bewegt und seit Jahrhunderten Handel, Musik, Kultur und Küche dieser Region beeinflusst. Man spürt: Hier verändert sich etwas. Texas liegt hinter uns – und Louisiana fühlt sich anders an.

Am Nachmittag erreichten wir schließlich New Orleans. Statt direkt ins Zentrum zu fahren, steuerten wir erst einmal das Ufer des Lake Pontchartrain an. Und See klingt fast zu bescheiden für diese Wasserfläche: Rund 65 Kilometer lang, bis zu 40 Kilometer breit – eher ein kleines Binnenmeer. Darüber zieht sich der berühmte Lake Pontchartrain Causeway, eine rund 40 Kilometer lange Brücke, die scheinbar endlos über das Wasser führt.

Unser Stellplatz (📍 30.031726, -90.076083) lag direkt am Ufer. Picknicktische, überdachte Sitzmöglichkeiten, Möwenrufe, leichter Wind vom Wasser – ein ruhiger Einstieg in diese Stadt, die für alles andere als Ruhe bekannt ist.

Und dann kam mal wieder einer dieser Momente, der unsere Reise so besonders macht:

Kurz nach unserer Ankunft sprach uns ein Mann an – freundlich, offen, typisch Südstaaten – und drückte uns eine Tüte mit gekochten Crawfish in die Hand. Einfach so. 💛

Crawfish, also Flusskrebse, sind hier beinahe ein Kulturgut. Besonders im Frühling trifft man sich zu sogenannten Crawfish Boils: riesige Töpfe voller Krebse, Mais, Kartoffeln und kräftiger Gewürze. Gegessen wird gemeinsam, mit den Händen, oft draußen, oft laut, immer gesellig.

Wir saßen später am See, pul­ten die kleinen Krebse aus ihren Schalen und schauten aufs Wasser. Der Himmel färbte sich langsam weicher, während Möwen vorbeizogen – und plötzlich war da dieses Gefühl:

Jetzt sind wir wirklich in Louisiana angekommen.

Wenn unser erster Abend in New Orleans schon mit geschenkten Crawfish beginnt – was werden dann erst die kommenden Tage bringen? 🌟


27.02.2026 – Jazz & bunte Gassen im French Quarter 

Der Freitagmorgen begann mit Regen. Dicke Tropfen trommelten auf unser Dach, dazu leichtes Donnergrollen über dem Lake Pontchartrain. Doch je näher wir dem Zentrum kamen, desto heller wurde es – als wollte New Orleans selbst entscheiden, wann der Vorhang für unseren ersten richtigen Stadttag aufgeht. ⛅️

Wir parkten erstaunlich zentral für gerade einmal 10 US$/ 24h (Mo-Fr/Wochenende 20 US$/24h) auf diesem Public Parking📍 29.9608, -90.0713. Sichere und ruhige Übernachtung im Van inklusive. 

Direkt gegenüber, bei der St. Basin Station, befindet sich eine Haltestelle des Hop-On Hop-Off Busses – falls man New Orleans nicht zu Fuß erkunden möchte.

Wir liefen jedoch zu Fuß hinein ins berühmte French Quarter – und starteten den Tag im Café Lux.

Ich bestellte einen Breakfast Po’boy – ein typisches Sandwich auf französischem Brot, hier gefüllt mit Rührei, Wurst, Käse und allem, was die Südstaaten-Küche herzhaft macht. Sättigend? Absolut. Leicht? Ganz sicher nicht. 😅

Ich glaube, ich habe selten so üppig gefrühstückt. Rückblickend wären vielleicht Cafe Beignet oder das berühmte Café du Monde die bessere Wahl gewesen – vor allem frühmorgens, bevor sich dort gegen Mittag die Besuchermassen sammeln.

Doch vielleicht gehört genau das dazu: In New Orleans isst man nicht zurückhaltend. Man isst mit Seele. 

Als wir das Café verließen, hatte der Regen endgültig aufgehört. Die Straßen glänzten noch feucht, aber die Luft war bereits wieder warm und schwer.

Wir schlenderten die Bourbon Street entlang, bogen später in die etwas elegantere Royal Street ab. Schmiedeeiserne Balkone, üppige Blumenampeln, pastellfarbene Häuserfassaden – jedes Gebäude wirkte wie eine Filmkulisse.

Überall gab es kleine Galerien, liebevoll kuratierte Interior-Läden, Antiquitätengeschäfte. Aus offenen Türen klangen Saxophon, Trompete, Blues-Riffs. Diese Stadt lebt nicht nur von ihrer Geschichte – sie klingt auch tatsächlich nach ihr.

Natürlich ließen wir uns auch den Jackson Square nicht entgehen, mit Blick auf die strahlend weiße St. Louis Cathedral. Künstler stellten ihre Bilder aus, Straßenmusiker spielten, Besucher fotografierten – ein lebendiger Platz.

Weiter ging es Richtung French Market. Zwischen Souvenirshops, Voodoo-Läden und Ständen voller bunter Mardi-Gras-Masken wurde es gegen Mittag deutlich voller.

Hier merkt man: New Orleans ist kein Geheimtipp – es ist ein absoluter Touristen Magnet. Und das völlig zu Recht.

Als die Gassen uns langsam zu trubelig wurden, suchten wir Weite an der Mississippi Waterfront. Dort beobachteten wir einen historischen, dampfgetriebenen Schaufelraddampfer auf dem mächtigen Mississippi – träge und majestätisch.

Zwischenzeitlich hatte sich die Sonne durchgesetzt. Was am Morgen noch angenehm wirkte, wurde am Nachmittag drückend heiß. Im Van staute sich die Wärme, die Luft flirrte.

Am Abend gönnten wir uns deshalb eine erfrischende Dusche im nahegelegenen Tremé Community Center📍 29.964628, -90.069562

Und wie es der Zufall so wollte, unterhielt ich mich dort mit einer ehemaligen Basketball-Legende. An der Rezeption saß nämlich kein geringerer als E.C. Coleman. ⛹🏾


Tag 3 in New Orleans – Villenträume, uralte Eichen & Beignets 

Am Samstag, den 28. Februar 2026, stand für uns der wohl eleganteste Teil von New Orleans auf dem Programm: der legendäre Garden District.

Schon beim ersten Schritt in dieses Viertel hatten wir das Gefühl, in eine andere Zeit einzutauchen. Breite Alleen, gesäumt von prächtigen Villen aus dem 19. Jahrhundert. Veranden, die sich um ganze Häuser ziehen. Schaukelstühle, die leise im Schatten wippen. Perfekt gestrichene Fensterläden in Pastellfarben. Gepflegte Vorgärten, in denen Magnolien blühten. Und immer wieder diese Gaslaternen, in denen echtes, flackerndes Licht brennt – kein Strom, sondern Gas. Ein Detail, das den historischen Charme noch greifbarer macht.

Unser Ausgangspunkt war, ganz pragmatisch, der Walmart-Parkplatz 📍 29.926371, -90.069262 zu dem wir am Morgen vom Übernachtungsparkplatz gewechselt waren. Ideal gelegen für einen Spaziergang durch den Garden District und gleichzeitig perfekt für einen Einkauf. Dort patrouillierten sogar Polizei und private Security, aber selbst ohne diese Präsenz hätten wir unseren Van guten Gewissens stehen lassen. Die Gegend wirkte ruhig, gepflegt und sehr sicher.

Zu Fuß schlenderten wir die Jackson Avenue hinauf, bis wir die Kreuzung Saint Charles Avenue / First Street erreichten. Dort fährt sie noch: die historische Straßenbahn – eine der ältesten, durchgehend betriebenen Straßenbahnlinien der Welt. Die grünen Waggons rattern gemächlich vorbei, fast wie aus einem Film.

Ein Stück weiter kamen wir am Lafayette Cemetery No. 1 vorbei – leider geschlossen. Doch bereits durch das schmiedeeiserne Tor erahnt man die gewaltigen oberirdischen Mausoleen, typisch für New Orleans. Wegen des hohen Grundwasserspiegels werden die Verstorbenen hier seit jeher in steinernen Gruften über der Erde beigesetzt. Eindrucksvoll, selbst von außen.

Über die lebendige Magazine Street ging es schließlich zurück zu unserem Van – vorbei an kleinen Boutiquen, Cafés und Galerien.

Da es noch früh am Tag war, und wir erneut am Lake Pontchartrain übernachten wollten, legten wir auf dem Weg dorthin noch einen Stopp im City Park ein – der gewaltigen grünen Lunge der Stadt. Mit über 500 Hektar Fläche gehört er zu den größten innerstädtischen Parks der USA.

An diesem Samstag war richtig was los: Familien mit Picknickdecken, Jogger, Radfahrer, Straßenmusiker. Und überall diese riesigen, jahrhundertealten Südstaateneichen. Ihre Äste breiten sich wie Arme aus, und von ihnen hängen lange, silbrig schimmernde Schleier aus Spanish Moss – diese „Bärte“, die den Bäumen ein fast mystisches Aussehen verleihen.

Auf den Kanälen kann man Kajak fahren, kleine Brücken verbinden die Wege, und mittendrin liegt der wunderschöne Sydney and Walda Besthoff Sculpture Garden – kostenlos zugänglich und überraschend weitläufig. Moderne Kunstwerke stehen zwischen Wasserflächen, Eichen und gepflegten Rasenflächen. Ein herrlicher Kontrast aus Natur und Design.

Bevor wir die Stadt endgültig hinter uns ließen, gab es noch eine kulinarische Mission. Ein Besuch im legendären Café du Monde durfte einfach nicht fehlen.

Café au lait und eine Portion Beignets – dick mit Puderzucker bestäubt. Süß, fluffig, leicht fettig und genau das Richtige. Der Puderzucker weht bei jedem Biss durch die Luft, landet auf der Kleidung und im Gesicht – und genau so gehört es. Ohne diese kleinen Sünden hätten wir New Orleans einfach nicht verlassen dürfen. 😋

An diesem Samstag spielte auch das Wetter perfekt mit: blauer Himmel, Sonne, aber deutlich angenehmer als die schwül-drückende Hitze des Vortags.

Am Abend standen wir dann wieder am Lake Pontchartrain. Der Himmel färbte sich erst gold, dann rosa, dann violett. Das Wasser lag ruhig vor uns, und über allem lag dieses leise Gefühl, eine Stadt erlebt zu haben, die Charakter hat – mit französischem Namen, karibischer Seele und einem ganz eigenen Rhythmus. 💛


Fazit: Entspanntes Südstaatenflair

Rundum hat uns die Stadt unglaublich gut gefallen. Mit ihren rund 360.000 Einwohnern hat sie für uns die perfekte Größe: groß genug für Vielfalt, klein genug, um alles entspannt zu Fuß zu erkunden. Beide Tage waren völlig stressfrei, unsere Stellplätze ideal gelegen, und selbst das Parken war unkomplizierter als erwartet. 

New Orleans, du hast uns wirklich überrascht! 🎶

NEW BLOG POST (22.-25.02.2026) 🇺🇸 Texas Golfküste & Louisiana Bayous

Houston Space Center, Südstaaten-Feeling und Alligatoren hautnah

22.02.2026 – Umweg an den Golf von Mexiko 

300 Kilometer lagen vor uns – von der Guadalupe County Eastbound Rest Area bis nach Surfside Beach am Golf von Mexiko.

Eigentlich hätten wir ganz bequem auf der Interstate 10 bleiben und mitten durch Houston fahren können. Doch irgendetwas in uns hatte wenig Lust auf Großstadtverkehr, endlose Highwayspuren und urbane Betonlandschaften.

Houston ist mit rund 2,3 Millionen Einwohnern die größte Stadt in Texas und die viertgrößte der USA. Zählt man das gesamte Ballungsgebiet dazu, sprechen wir sogar von über sieben Millionen Menschen. Außerdem gilt Houston als Energiehauptstadt der USA – unzählige Öl- und Gasunternehmen haben hier ihren Sitz. Spannend, keine Frage. Aber an diesem Tag sehnten wir uns eher nach Weite als nach Wolkenkratzern.

Also entschieden wir uns ganz bewusst für einen rund 100 Kilometer langen Umweg – Richtung Golf von Mexiko.

Die Strecke führte uns durch sehr ländliches Texas. Weitläufige Farmen, vereinzelte Häuser, viel Himmel, viel Horizont. Keine Hektik. Kaum Verkehr. Genau das, was wir nach den letzten intensiven Fahrtagen brauchten.

Und dann lag er plötzlich vor uns: der endlos wirkende Sandstrand von Surfside Beach.

Ganz in der Nähe fanden wir einen tollen, kostenfreien Stellplatz direkt am Meer:

📍29.004518, -95.218022. 

Der Sand war erfreulich fest – so fest, dass wir problemlos ohne Allrad direkt auf den Strand fahren konnten. Nach unserer Baja-Sand-Erfahrung tasteten wir uns zwar zunächst vorsichtig vor, aber völlig unbegründet.

Kein Festfahren. Kein Schaufeln. Kein Puls über 120. Stattdessen: Meeresrauschen, salzige Luft und ein weiter Horizont, der fast ein wenig an die Baja California erinnerte – nur eben auf texanisch.

Ein perfekter kurzer Zwischenstopp, bevor es weiter Richtung Osten gehen sollte.


23.02.2026 – Südstaatenfeeling in Texas

Nach einer ruhigen, sehr angenehmen Nacht direkt am Strand von Surfside Beach hieß es am nächsten Morgen auch schon wieder: Abschied vom Golf von Mexiko – zumindest vorerst. Vor uns lagen nur 100 Kilometer bis zum nächsten Ziel, doch diese kurze Etappe hatte es landschaftlich und atmosphärisch in sich:

Statt endloser Sandfläche begleitete uns nun die typische Küstenlandschaft des texanischen Golfs: flach, weit, wasserreich – und industriell geprägt.

Unsere Route führte uns über Jamaica Beach weiter nach Galveston. Schon von Weitem wurde klar, dass wir uns in einer der wichtigsten Energie-Regionen der USA befinden. Rund um Galveston und die angrenzende Houston Ship Channel-Region liegt eines der größten Raffinerie- und Petrochemie-Zentren der Welt. Immer wieder tauchten gewaltige Industrieanlagen am Horizont auf – Rohrleitungen, Fackeltürme, Tanks.

Vor der Küste lagen zahlreiche Öltanker auf Reede. Ein beeindruckender, wenn auch ambivalenter Anblick. Hier wird deutlich, welche wirtschaftliche Bedeutung Texas für die US-amerikanische Öl- und Gasindustrie hat.

Je weiter wir uns von der offenen Küste entfernten, desto deutlicher prägten Sumpfgebiete und Marschlandschaften die Szenerie. Flache Wasserflächen, Schilf, Feuchtgebiete – und mittendrin diese unglaublich schönen, pastellfarbenen Holzhäuser auf Stelzen.

Rosa. Türkis. Hellblau. Gelb. 🤩

Fast wie in Belize oder irgendwo in der Karibik.

Die Bauweise hat allerdings weniger mit Ästhetik als mit Notwendigkeit zu tun. Die gesamte Region rund um Galveston und die Texas-Golfküste ist regelmäßig von Tropenstürmen und Hurricanes betroffen. Besonders bekannt: Hurricane Ike (2008), der in Galveston massive Zerstörungen hinterließ. Durch die erhöhte Bauweise sollen Häuser bei Sturmfluten und Überschwemmungen besser geschützt werden.

Und genau hier begann es sich für uns zum ersten Mal richtig nach Südstaaten anzufühlen.

Dieses warme, leicht feuchte Klima. Die Palmen. Die Stelzenhäuser. Die ruhige, etwas entschleunigte Atmosphäre.

Ehrlich gesagt hatten wir dieses Südstaaten-Feeling eher in Louisiana erwartet – nicht schon in Texas. Und gleichzeitig dachten wir: So ungefähr stellen wir uns auch Florida vor. 🌴☀️

Am Nachmittag erreichten wir dann Webster, südlich von Houston gelegen. Die Stadt gehört zur Metropolregion Greater Houston, in der über sieben Millionen Menschen leben. Gleichzeitig fühlt sich Webster deutlich ruhiger an – typisch amerikanischer Vorort mit breiten Straßen, Shopping Centern und viel Platz.

Ein Kontrastprogramm zu unserem Strandstellplatz vom Vortag – aber genau das macht diese Reise entlang der Golfküste gerade so spannend: Innerhalb von 24 Stunden wechseln sich Natur, Industrie, Strand, Südstaaten-Charme und Metropolnähe ab.

Und wir sind mittendrin. ✨


24.02.2026 – Ein Tag im Space Center

Am Dienstag stand dann ein absolutes Highlight auf unserem Programm: das Houston Space Center – das offizielle Besucherzentrum des NASA Johnson Space Center.

Tickets & Preise:

Wir haben die Tickets am Vortag online über die offizielle Website gebucht:

👉 https://tickets.spacecenter.org/webstore/shop/

• 29,95 US$ p.P. online plus 5 US$ Bearbeitungsgebühr

• 10,99 US$ Parkgebühr

Man kann die Tickets auch direkt vor Ort für 34,99 US$ p.P. erwerben.    

Unterm Strich spart man online ein paar Dollar. Die Parkgebühr fanden wir allerdings etwas unnötig, die hätten sie sich aus unserer Sicht gerne sparen dürfen.

Was bedeutet NASA eigentlich?

NASA steht für National Aeronautics and Space Administration – also die Nationale Luft- und Raumfahrtbehörde der USA. Gegründet wurde sie 1958, mitten im Wettlauf ins All zwischen den USA und der Sowjetunion.

Und genau dieser Wettlauf führte letztlich zu einem der bedeutendsten Momente der Menschheitsgeschichte.

Apollo-Missionen, Mondlandung & Raumfahrtgeschichte

Ein riesiger Bereich widmet sich den historischen Raumfahrtprogrammen:

🚀 Gemini-Programm (1960er)

Diente der Vorbereitung auf längere Raumflüge und das Andocken im All – essenziell für spätere Mondmissionen.

🌕 Apollo-Programm

Das wohl bekannteste NASA-Programm.

• Apollo 11 landete am 20. Juli 1969 auf dem Mond.

Neil Armstrong war der erste Mensch, der den Mond betrat („One small step…“).

• Insgesamt landeten zwischen 1969 und 1972 sechs Apollo-Missionen erfolgreich auf dem Mond.

Im Space Center könnt ihr originale und originalgetreue Exponate sehen – darunter den Mondrover, Raumanzüge, Technikmodule und beeindruckende Originalteile aus den Missionen.

🛰️ Space Shuttle & Raumstation

Ein absolutes Highlight für uns:

Man kann in das ausrangierte Space Shuttle „Independence“ hineingehen – es sitzt auf einem originalen Shuttle Carrier Aircraft, also dem umgebauten Boeing-Trägerflugzeug, mit dem die Shuttles transportiert wurden. Das Ding in echt zu sehen, ist einfach gigantisch.

Außerdem ausgestellt:

• Module der Internationalen Raumstation (ISS)

• Astronautennahrung

• originale Kontrollraum-Elemente

• Raumanzüge aus verschiedenen Jahrzehnten

Man bekommt ein richtig gutes Gefühl dafür, wie eng, technisch und komplex das Leben im All tatsächlich ist.

🔭 Zukunft: Artemis-Missionen

Während Apollo für die Vergangenheit steht, ist Artemis die Zukunft.

Mit dem Artemis-Programm plant die NASA:

• Eine erneute Mondlandung (inklusive erster Frau auf dem Mond)

• Den Aufbau einer dauerhaften Mond-Infrastruktur

• Vorbereitung für spätere Mars-Missionen

Die erste Artemis-Testmission (Artemis I) fand 2022 unbemannt statt. Weitere bemannte Missionen sind in Planung. Ziel ist es, langfristig wieder Menschen auf den Mond zu bringen – diesmal nachhaltiger.

Unser persönliches Fazit

Wenn man in Houston ist, sollte man das Space Center unbedingt besuchen.

Egal ob Technikfan, Geschichtsinteressierter oder einfach neugierig – es ist extrem beeindruckend, die Originaltechnik und die Dimensionen der Raumfahrt einmal live zu sehen. Und plötzlich merkt man: Das ist nicht nur Science-Fiction, das ist echte, greifbare Menschheitsgeschichte.

Von uns also eine klare Empfehlung. 🚀


25.02.2026 – Alligatoren, Bayous & 350 Kilometer Richtung Louisiana

Nach unserer Nacht nahe Lake Anahuac 📍29.837385, -94.654733 – nur einen Steinwurf vom gestrigen NASA-Abenteuer entfernt – startete der Tag deutlich naturverbundener.

Von unserem Übernachtungsspot war es nicht weit bis zur Einfahrt des Anahuac National Wildlife Refuge 📍29.657056, -94.546505.

Unser Ziel dort: der Shoveler Pond 📍29.613991, -94.545238.

Um den Pond herum führt ein etwa 2,5 Meilen (ca. 4 Kilometer) langer, gut asphaltierter Auto-Drive: Perfekt, um entspannt mit dem eigenen Fahrzeug durch die Feuchtgebiete zu rollen. Vor uns war nur ein einziges anderes Fahrzeug unterwegs. Ansonsten: Ruhe. Natur. Vogelrufe.

Und dann ging es los:

• 🐊 mehrere Alligatoren, die regungslos im Wasser lagen

• 🐢 etliche Schildkröten, die sich auf Baumstämmen sonnten

• 🦩 diese knallrosa Vögel – es handelt sich um Rosalöffler (Roseate Spoonbills) mit ihrem löffelförmigen Schnabel

• unzählige weiße und graue Reiher

• viele Enten- und andere Wasservogelarten

Immer wieder konnte man am Rundweg anhalten und über kleine Bohlenstege noch tiefer in den Sumpf hineingehen. Dort standen sogar Sitzbänke – perfekte Spots zum Beobachten, Staunen oder einfach nur Stillsein.

Was sind eigentlich Bayous?

Hier merkt man deutlich, dass wir uns der Grenze zu Louisiana nähern. Die Landschaft ist geprägt von sogenannten Bayous.

Ein Bayou ist ein langsam fließender oder nahezu stehender Wasserarm, oft ein Nebenlauf eines Flusses oder ein alter Flusslauf. Typisch sind:

• flaches, ruhiges Wasser

• dichte Vegetation

• Zypressen

• Sumpf- und Marschland

Gerade im Südosten von Texas und später in Louisiana gehören Bayous fest zum Landschaftsbild – und prägen auch Kultur, Küche und Lebensgefühl.

Nach diesem grandiosen Start in den Tag ging es zurück auf die Interstate 10. Insgesamt legten wir heute rund 350 Kilometer zurück – über Lake Charles und Lafayette hinweg bis zur Atchafalaya Rest Area.

Allein der Name ist schon ein kleiner Zungenbrecher. Die Region gehört zum Atchafalaya Basin, dem größten zusammenhängenden Sumpfgebiet der USA. Hier wird es nochmal richtig bayou-typisch.

Von unserem heutigen Nachtplatz aus sind es nur noch etwa 200 Kilometer bis nach New Orleans – der Wiege des Jazz.

Und von dort berichte ich euch dann nächste Woche – sonst sprenge ich hier den Rahmen. 

Danke fürs Mitreisen, Mitlesen und virtuelle Mit-Alligatoren-Zählen! 💛

NEW BLOG POST (09.-22.02.2026) 🇺🇸 4.500 Kilometer Roadtrip quer durch die USA

Von Mexiko bis nach Baltimore – ein perfekter Grenzübertritt, Texas BBQ und Wüstenwinde

Nach genau zwei Monaten auf der Baja hieß es: zurück in die USA. Vor uns liegen rund 4.500 Kilometer – einmal quer durchs Land, von der mexikanischen Grenze bis nach Baltimore.

Aber fangen wir vorne an.


Einfacher Grenzübertritt bei Mexicali East

Der Grenzübertritt bei Mexicali East verlief überraschend unkompliziert. Kein Blick in den Innenraum unseres Vans, kein prüfender Blick in den Kühlschrank – nichts. Der Beamte stellte lediglich ein paar knappe Fragen und wünschte uns anschließend eine gute Fahrt, fertig!

Was wir allerdings verpassten: die mexikanische Migración. Somit haben wir keinen Ausreisestempel im Pass und konnten auch unser FMM (Touristenkarte) nicht abgeben…

Back in the USA

Auf der anderen Seite wartete dann Calexico auf uns – ein herrliches Wortspiel aus California und Mexiko – und zu unserer großen Freude auch ein Aldi. Frisches Obst, Gemüse, Brot, Joghurt. Nach Wochen auf der Baja fühlte sich das fast schon luxuriös an – und in Windeseile war der Einkaufszettel vollständig abgearbeitet. Wer selbst schon einmal in Mexiko, Zentral- oder Südamerika unterwegs war weiß, was ich damit meine.


Zwergenautos & echte Leidenschaft in Arizona

Die erste Nacht verbrachten wir inmitten der Wüste nahe Yuma, Arizona. Traumhafter Sonnenuntergang über den kahlen Bergen inklusive.

Am nächsten Tag besuchten wir das Ernie Adams Dwarf Car Museum📍 32.895997, -112.138435. Für 5 US-Dollar Eintritt pro Person bekommt man hier nicht nur liebevoll dekorierte Miniatur-Rennwagen zu sehen, sondern trifft im besten Fall auch den Erbauer selbst – Ernie Adams – oder seine Söhne.

Die sogenannten Dwarf Cars – zu Deutsch Zwergenautos – sind maßstabsgetreue, fahrbare Mini-Versionen klassischer 30er- und 40er-Jahre-Rennwagen. Alles in Handarbeit gebaut. Motor, Lenksystem, Karosserie – nichts wirkt wie Spielzeug. Ein echtes Herzensprojekt und absolut sehenswert.


Tucson – Freunde, Dachluken & die Gem Show

Weiter ging es nach Tucson zu unseren Freunden Yvonne und Brett, die wir letztes Jahr im März schon einmal besucht hatten. Zufall oder Fügung: Am Tag unserer Ankunft hatte Brett Geburtstag – und unser Überraschungsbesuch war offensichtlich ein grandioses Geschenk. 🎁

Yvonne überraschte uns wiederum mit frisch gebackenen Rusks – südafrikanischen Kaffeekeksen, irgendwo zwischen Cantuccini und hartem Granola Bar. Perfekt als Reiseproviant.

Am nächsten Tag ließen wir bei Camping World unsere Dachluken prüfen. Der Verkäufer war angenehm ehrlich: Wenn es an den Dachluken läge, würde das Wasser immer an derselben Stelle eindringen. Tut es aber nicht. Also bleibt unser Verdacht bestehen – irgendwo auf dem Dach muss ein anderes Leck sein… 😣

Unsere Lösung wird wohl sein, das komplette Dach bei Gelegenheit mit Panda Coat zu versiegeln. Einmal richtig und hoffentlich endgültig.

Gemeinsam mit Yvonne radelten wir außerdem zur weltbekannten Tucson Gem Show: eine der größten Edelstein-, Mineralien- und Fossilienmessen der Welt. Händler aus aller Welt präsentieren hier Schmuck, Rohsteine und seltene Sammlerstücke. Selbst wer nichts kaufen möchte, kommt aus dem Staunen – schon allein ob der puren Masse – kaum heraus.

Die Abende verbrachten wir im Wechsel am Herd, und zum Abschied gab es ein leckeres, klassisches amerikanisches Frühstück mit Spiegelei, Bacon und Würstchen – und abends ein BBQ mit Lagerfeuer.

Als i-Tüpfelchen erhielt ich noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk: eine selbstgenähte Küchenschürze samt passenden Topflappen und Geschirrtuch. Handgemacht von Yvonne, nur für mich und wunderschön.


4.500 Kilometer Richtung Osten

Exakt eine Woche nach unserer Ankunft hieß es leider auch schon wieder Abschied von den beiden nehmen, denn vor uns liegt eine gewaltige Strecke – einmal quer durch die USA – von West nach Ost.

Um Wintereinbrüche möglichst zu vermeiden, entschieden wir uns für die klassische South-of-the-Rockies-Route:

Mexicali → Yuma → Tucson → Las Cruces → El Paso → San Antonio → Houston → New Orleans → Atlanta → Virginia → Baltimore

Die nördliche Route (über Colorado, Kansas, Ohio) ist zwar etwas kürzer, aber im Februar auf Grund von Eis und Schnee – und daraus resultierender Straßensperren – schlicht nicht empfehlenswert.

Damit ihr die Distanzen besser einordnen könnt:

Texas allein ist fast so groß wie Frankreich. West nach Ost misst der Staat rund 1.500 Kilometer. Und New Mexico ist flächenmäßig so groß wie Polen.

Die USA sind schlichtweg riesig – und vor uns liegen mindestens 16 lange Fahrtage. 🚐💨


Tag 1 – Wüstenwind & Klapperschlangen

An unserem ersten Fahrtag absolvierten wir gleich 480 Kilometer von Tucson bis Anthony – der Grenzstadt zwischen New Mexico und Texas.

Der Einfachheit halber übernachteten wir in Nähe der Interstate 10 am New Mexiko Welcome Center und wir waren einmal mehr erstaunt, wie gut wir trotz der unüberhörbaren Autobahngeräusche dort schliefen.

Warnschilder vor Rattlesnakes neben den Park- und Rastbänken erinnerten uns daran, wo wir uns befanden und dass wir tunlichst auf unsere Umgebung achten sollten, während starke Winde mit bis zu 50 km/h Staub und Grasbüschel über die Landschaft trieben.

Den Umweg zum Big Bend National Park (+300 km) sowie zu den Carlsbad Caverns ließen wir aus Zeit- und Wettergründen aus. Vor uns lagen immerhin noch rund 4.000 Kilometer Fahrt.


Tag 2 – Texas beginnt groß

Die Großstadt El Paso mit ihrer verrückten Verkehrsführung über mehrere, via Brückenpfeiler übereinander liegende Spuren und Straßen, umgingen wir am nächsten Morgen weitläufig über den Loop 375.

Bis zum Abend schafften wir recht entspannt 390 Kilometer bis zur Pecos County Rest Area East Bound. Diese war unglaublich modern und ähnelte eher einem Nationalpark Visitor Center als einem schnöden Rastplatz an der Autobahn.

Leider lagen die Parkplätze recht nah an der I-10, weshalb unser Schlaf diesmal nur mittelmäßig gut ausfiel.


Tag 3 – Erster Etappensieg & Texas BBQ

Mittwochs fuhren wir weitere 380 Kilometer bis Junction.

Somit haben wir, nach gerade einmal drei Tagen, bereits 1.250 Kilometer – ein Viertel der Strecke – hinter uns gebracht.

Zur Feier des Tages gönnten wir uns am Abend ein typisches Texas Barbecue bei Lum’s BBQ:

📍 30.497294, -99.778581.

Das Fleisch war zart und reichlich, die Beilagen allerdings nur auf mittelmäßigem Kantinen-Niveau und das Ambiente war für unseren Geschmack ebenfalls ausbaufähig. Und noch ein Tipp, falls ihr ebenfalls dort einkehren möchtet: Nehmt nicht die spicy spaghetti! 🔥


Neuer Sprit-Rekord

Dank Rückenwind und schnurgerader Interstate 10 East stellten wir am nächsten Tag einen neuen Rekord auf:

1.291 Kilometer mit einer einzigen Tankfüllung. ⛽️

Das entspricht 7,65 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

Und in Boerne, Texas tankten wir für 3,099 US$ pro Gallone – umgerechnet 0,688 € pro Liter Diesel – unseren Van wieder voll. Ein weiterer Rekord, denn so günstig hatten wir bis dato noch nie getankt.


San Antonio – überraschend charmant

185 Kilometer später erreichten wir San Antonio.

Mit rund 1,5 Millionen Einwohnern ist sie, nach Houston, die zweitgrößte Stadt in Texas und die siebtgrößte der USA.

Unser Park- und Schlafplatz lag in einer ruhigen Sackgasse mit direktem Zugang zum River Walk:

Stellplatz-Koordinaten📍 29.436339, -98.483701

12 Kilometer zu Fuß entlang des River Walk

Der San Antonio River Walk ist ein mehrere Kilometer langes Wegenetz entlang des Flusses – gesäumt von Restaurants, Cafés, Brücken und schattigen Plätzen. Eine Oase mitten in der Stadt.

Zu Fuß erkundeten wir:

The Alamo – ehemalige spanische Mission und Schauplatz der berühmten Schlacht von 1836 im texanischen Unabhängigkeitskrieg. Heute ein Symbol für Widerstand und texanischen Stolz.

La Villita – historisches Künstlerviertel mit kleinen Boutiquen und Galerien.

Tower of the Americas – 230 Meter hoch, gebaut zur Weltausstellung 1968 und auch heute noch höchstes Gebäude von San Antonio.

King William Historic District – prachtvolle Villen aus dem 19. Jahrhundert.

San Fernando Cathedral & Main Plaza – eine der ältesten Kathedralen der USA.

El Mercado – vor allem Souvenirs, überraschend wenig mexikanisches Essen.

Unsere Tour könnt ihr anhand folgendem Link ganz bequem nachgehen:

Dazu einfach Karte in Google Maps öffnen und auf Fußgänger umstellen.

Unser Fazit: San Antonio ist eine tolle Stadt und fühlt sich, für solch eine große Metropole, erstaunlich ruhig und gemütlich an. Man sollte für eine entspannte Sightseeingtour unbedingt einen halben bis ganzen Tag einplanen. Auch der Verkehr war angenehm entspannt und wir erreichten alles ohne Umwege.


Und dann: 3 Stunden Stau

Am späten Nachmittag gerieten wir dann, beim verlassen von San Antonio, auf der I-10 in eine Baustelle. Drei Spuren plus parallel verlaufende Landstraße wurden auf nur eine einzige Spur zusammengeführt. Das Ergebnis?! Fast 3 Stunden Stop-and-Go.

So hatten wir uns das Ende dieses schönen Tages nicht vorgestellt…


Ob wir Houston am nächsten Tag problemloser erreichten und was uns dort – sowie am Golf von Mexiko – erwartete, erzähle ich euch im nächsten Beitrag.

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