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Schau dich um, stöbere durch die Blogbeiträge und lass dich begeistern! Wer weiß – vielleicht packst du schon bald selbst die Koffer? ✈️

NEW BLOG POST (09.-22.02.2026) 🇺🇸 4.500 Kilometer Roadtrip quer durch die USA

Von Mexiko bis nach Baltimore – ein perfekter Grenzübertritt, Texas BBQ und Wüstenwinde

Nach genau zwei Monaten auf der Baja hieß es: zurück in die USA. Vor uns liegen rund 4.500 Kilometer – einmal quer durchs Land, von der mexikanischen Grenze bis nach Baltimore.

Aber fangen wir vorne an.


Einfacher Grenzübertritt bei Mexicali East

Der Grenzübertritt bei Mexicali East verlief überraschend unkompliziert. Kein Blick in den Innenraum unseres Vans, kein prüfender Blick in den Kühlschrank – nichts. Der Beamte stellte lediglich ein paar knappe Fragen und wünschte uns anschließend eine gute Fahrt, fertig!

Was wir allerdings verpassten: die mexikanische Migración. Somit haben wir keinen Ausreisestempel im Pass und konnten auch unser FMM (Touristenkarte) nicht abgeben…

Back in the USA

Auf der anderen Seite wartete dann Calexico auf uns – ein herrliches Wortspiel aus California und Mexiko – und zu unserer großen Freude auch ein Aldi. Frisches Obst, Gemüse, Brot, Joghurt. Nach Wochen auf der Baja fühlte sich das fast schon luxuriös an – und in Windeseile war der Einkaufszettel vollständig abgearbeitet. Wer selbst schon einmal in Mexiko, Zentral- oder Südamerika unterwegs war weiß, was ich damit meine.


Zwergenautos & echte Leidenschaft in Arizona

Die erste Nacht verbrachten wir inmitten der Wüste nahe Yuma, Arizona. Traumhafter Sonnenuntergang über den kahlen Bergen inklusive.

Am nächsten Tag besuchten wir das Ernie Adams Dwarf Car Museum📍 32.895997, -112.138435. Für 5 US-Dollar Eintritt pro Person bekommt man hier nicht nur liebevoll dekorierte Miniatur-Rennwagen zu sehen, sondern trifft im besten Fall auch den Erbauer selbst – Ernie Adams – oder seine Söhne.

Die sogenannten Dwarf Cars – zu Deutsch Zwergenautos – sind maßstabsgetreue, fahrbare Mini-Versionen klassischer 30er- und 40er-Jahre-Rennwagen. Alles in Handarbeit gebaut. Motor, Lenksystem, Karosserie – nichts wirkt wie Spielzeug. Ein echtes Herzensprojekt und absolut sehenswert.


Tucson – Freunde, Dachluken & die Gem Show

Weiter ging es nach Tucson zu unseren Freunden Yvonne und Brett, die wir letztes Jahr im März schon einmal besucht hatten. Zufall oder Fügung: Am Tag unserer Ankunft hatte Brett Geburtstag – und unser Überraschungsbesuch war offensichtlich ein grandioses Geschenk. 🎁

Yvonne überraschte uns wiederum mit frisch gebackenen Rusks – südafrikanischen Kaffeekeksen, irgendwo zwischen Cantuccini und hartem Granola Bar. Perfekt als Reiseproviant.

Am nächsten Tag ließen wir bei Camping World unsere Dachluken prüfen. Der Verkäufer war angenehm ehrlich: Wenn es an den Dachluken läge, würde das Wasser immer an derselben Stelle eindringen. Tut es aber nicht. Also bleibt unser Verdacht bestehen – irgendwo auf dem Dach muss ein anderes Leck sein… 😣

Unsere Lösung wird wohl sein, das komplette Dach bei Gelegenheit mit Panda Coat zu versiegeln. Einmal richtig und hoffentlich endgültig.

Gemeinsam mit Yvonne radelten wir außerdem zur weltbekannten Tucson Gem Show: eine der größten Edelstein-, Mineralien- und Fossilienmessen der Welt. Händler aus aller Welt präsentieren hier Schmuck, Rohsteine und seltene Sammlerstücke. Selbst wer nichts kaufen möchte, kommt aus dem Staunen – schon allein ob der puren Masse – kaum heraus.

Die Abende verbrachten wir im Wechsel am Herd, und zum Abschied gab es ein leckeres, klassisches amerikanisches Frühstück mit Spiegelei, Bacon und Würstchen – und abends ein BBQ mit Lagerfeuer.

Als i-Tüpfelchen erhielt ich noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk: eine selbstgenähte Küchenschürze samt passenden Topflappen und Geschirrtuch. Handgemacht von Yvonne, nur für mich und wunderschön.


4.500 Kilometer Richtung Osten

Exakt eine Woche nach unserer Ankunft hieß es leider auch schon wieder Abschied von den beiden nehmen, denn vor uns liegt eine gewaltige Strecke – einmal quer durch die USA – von West nach Ost.

Um Wintereinbrüche möglichst zu vermeiden, entschieden wir uns für die klassische South-of-the-Rockies-Route:

Mexicali → Yuma → Tucson → Las Cruces → El Paso → San Antonio → Houston → New Orleans → Atlanta → Virginia → Baltimore

Die nördliche Route (über Colorado, Kansas, Ohio) ist zwar etwas kürzer, aber im Februar auf Grund von Eis und Schnee – und daraus resultierender Straßensperren – schlicht nicht empfehlenswert.

Damit ihr die Distanzen besser einordnen könnt:

Texas allein ist fast so groß wie Frankreich. West nach Ost misst der Staat rund 1.500 Kilometer. Und New Mexico ist flächenmäßig so groß wie Polen.

Die USA sind schlichtweg riesig – und vor uns liegen mindestens 16 lange Fahrtage. 🚐💨


Tag 1 – Wüstenwind & Klapperschlangen

An unserem ersten Fahrtag absolvierten wir gleich 480 Kilometer von Tucson bis Anthony – der Grenzstadt zwischen New Mexico und Texas.

Der Einfachheit halber übernachteten wir in Nähe der Interstate 10 am New Mexiko Welcome Center und wir waren einmal mehr erstaunt, wie gut wir trotz der unüberhörbaren Autobahngeräusche dort schliefen.

Warnschilder vor Rattlesnakes neben den Park- und Rastbänken erinnerten uns daran, wo wir uns befanden und dass wir tunlichst auf unsere Umgebung achten sollten, während starke Winde mit bis zu 50 km/h Staub und Grasbüschel über die Landschaft trieben.

Den Umweg zum Big Bend National Park (+300 km) sowie zu den Carlsbad Caverns ließen wir aus Zeit- und Wettergründen aus. Vor uns lagen immerhin noch rund 4.000 Kilometer Fahrt.


Tag 2 – Texas beginnt groß

Die Großstadt El Paso mit ihrer verrückten Verkehrsführung über mehrere, via Brückenpfeiler übereinander liegende Spuren und Straßen, umgingen wir am nächsten Morgen weitläufig über den Loop 375.

Bis zum Abend schafften wir recht entspannt 390 Kilometer bis zur Pecos County Rest Area East Bound. Diese war unglaublich modern und ähnelte eher einem Nationalpark Visitor Center als einem schnöden Rastplatz an der Autobahn.

Leider lagen die Parkplätze recht nah an der I-10, weshalb unser Schlaf diesmal nur mittelmäßig gut ausfiel.


Tag 3 – Erster Etappensieg & Texas BBQ

Mittwochs fuhren wir weitere 380 Kilometer bis Junction.

Somit haben wir, nach gerade einmal drei Tagen, bereits 1.250 Kilometer – ein Viertel der Strecke – hinter uns gebracht.

Zur Feier des Tages gönnten wir uns am Abend ein typisches Texas Barbecue bei Lum’s BBQ:

📍 30.497294, -99.778581.

Das Fleisch war zart und reichlich, die Beilagen allerdings nur auf mittelmäßigem Kantinen-Niveau und das Ambiente war für unseren Geschmack ebenfalls ausbaufähig. Und noch ein Tipp, falls ihr ebenfalls dort einkehren möchtet: Nehmt nicht die spicy spaghetti! 🔥


Neuer Sprit-Rekord

Dank Rückenwind und schnurgerader Interstate 10 East stellten wir am nächsten Tag einen neuen Rekord auf:

1.291 Kilometer mit einer einzigen Tankfüllung. ⛽️

Das entspricht 7,65 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

Und in Boerne, Texas tankten wir für 3,099 US$ pro Gallone – umgerechnet 0,688 € pro Liter Diesel – unseren Van wieder voll. Ein weiterer Rekord, denn so günstig hatten wir bis dato noch nie getankt.


San Antonio – überraschend charmant

185 Kilometer später erreichten wir San Antonio.

Mit rund 1,5 Millionen Einwohnern ist sie, nach Houston, die zweitgrößte Stadt in Texas und die siebtgrößte der USA.

Unser Park- und Schlafplatz lag in einer ruhigen Sackgasse mit direktem Zugang zum River Walk:

Stellplatz-Koordinaten📍 29.436339, -98.483701

12 Kilometer zu Fuß entlang des River Walk

Der San Antonio River Walk ist ein mehrere Kilometer langes Wegenetz entlang des Flusses – gesäumt von Restaurants, Cafés, Brücken und schattigen Plätzen. Eine Oase mitten in der Stadt.

Zu Fuß erkundeten wir:

The Alamo – ehemalige spanische Mission und Schauplatz der berühmten Schlacht von 1836 im texanischen Unabhängigkeitskrieg. Heute ein Symbol für Widerstand und texanischen Stolz.

La Villita – historisches Künstlerviertel mit kleinen Boutiquen und Galerien.

Tower of the Americas – 230 Meter hoch, gebaut zur Weltausstellung 1968 und auch heute noch höchstes Gebäude von San Antonio.

King William Historic District – prachtvolle Villen aus dem 19. Jahrhundert.

San Fernando Cathedral & Main Plaza – eine der ältesten Kathedralen der USA.

El Mercado – vor allem Souvenirs, überraschend wenig mexikanisches Essen.

Unsere Tour könnt ihr anhand folgendem Link ganz bequem nachgehen:

Dazu einfach Karte in Google Maps öffnen und auf Fußgänger umstellen.

Unser Fazit: San Antonio ist eine tolle Stadt und fühlt sich, für solch eine große Metropole, erstaunlich ruhig und gemütlich an. Man sollte für eine entspannte Sightseeingtour unbedingt einen halben bis ganzen Tag einplanen. Auch der Verkehr war angenehm entspannt und wir erreichten alles ohne Umwege.


Und dann: 3 Stunden Stau

Am späten Nachmittag gerieten wir dann, beim verlassen von San Antonio, auf der I-10 in eine Baustelle. Drei Spuren plus parallel verlaufende Landstraße wurden auf nur eine einzige Spur zusammengeführt. Das Ergebnis?! Fast 3 Stunden Stop-and-Go.

So hatten wir uns das Ende dieses schönen Tages nicht vorgestellt…


Ob wir Houston am nächsten Tag problemloser erreichten und was uns dort – sowie am Golf von Mexiko – erwartete, erzähle ich euch im nächsten Beitrag.

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NEW BLOG POST (08.01.-08.02.2026) 🇲🇽 Grauwale, Geburtstag & Baja-Abschied

Unser Roadtrip von Loreto bis Mexicali

Manchmal sind es die leisen Wochen, die sich am tiefsten einprägen. Und manchmal sind es genau die Tage zwischen Zahnarztterminen, Sandpiste und Abschied, die eine Reise noch einmal in ein ganz besonderes Licht tauchen. ✨


Adiós Loreto

Bevor wir Loreto endgültig den Rücken kehrten, gönnte ich mir noch einen Friseurbesuch im Nopolo Beauty Salon – 300 MXN (ca. 15 €) für Waschen, Schneiden, Föhnen und eine richtig nette Unterhaltung inklusive. So fühlt sich Mexiko an: unkompliziert, herzlich und fair.

Happy nach dem Friseur Besuch 🙃

Nach einer Woche hieß es dann Abschied nehmen von Loreto – mehr dazu im vorherigen Beitrag – und wir machten uns wieder auf Richtung Norden.


Blöder Fehler…

Auf dem Weg nach Mulegé wollten wir noch einen einsamen Strand ansteuern. Der Ranch-Besitzer erlaubte uns freundlicherweise die Durchfahrt über sein Privatgelände aber der Weg war ruppig, nicht auf der Karte eingezeichnet und forderte unsere volle Konzentration.

Als wir schließlich endlich das Meer erreichten – kilometerlang, menschenleer, traumhaft – passierte er: der klassische Anfängerfehler. Wir fuhren zu weit in den weichen Sand hinein, schlugen beim Zurücksetzen ein, anstatt einfach geradeaus rückwärts zu rollen – und zack, die Vorderräder gruben sich immer tiefer ein.

Zu allem Übel klemmte auch noch das Schloss, mit dem wir unsere Sandbleche befestigt hatten. Großartig…

Mit Schaufel, Luft aus den Reifen und unseren Fußmatten als improvisierte Traktionshilfe schafften wir es am Ende aus eigener Kraft. Puls wieder unten, Ego leicht angekratzt – aber belohnt mit einem herrlichen Stellplatz direkt am Meer.

60 Kilometer später pumpten wir die Reifen in einer Llantería gegenüber der Pemex in Mulegé wieder auf. Die Strecke dorthin führte vorbei an türkisfarbenen Buchten, an denen man meist gegen Gebühr campen kann – etwa an der Playa Santispac, Playa El Burro, El Coyote oder El Requesón. Baja California wie aus dem Bilderbuch.


Geburtstag unter Bananenstauden

Die Tage rund um meinen 42. Geburtstag verbrachten wir auf dem wunderschönen Campingplatz Huerta Don Chano in Mulegé.

Unser Stellplatz zwischen Bananenstauden bot viel Privatsphäre und regelmäßig kamen fliegende Händler vorbei – mit Tamales, fangfrischem Fisch, Garnelen oder hausgemachten Bratwürsten.

Bei Letzteren wurden wir schwach. Ein kanadisches Rentnerpaar verkaufte sie – und da auf unserem Platz bereits ein Kohlegrill stand, war das Schicksal wohl besiegelt.

Mulegé selbst verzaubert mit weißem Sand, glasklarem Wasser und steilen Bergen. Wir schlenderten durch bunte Gassen, vorbei an den von Jesuiten angelegten Dattelpalmenhainen am Flussufer und hinauf zur Missionskirche Santa Rosalía de Mulegé aus dem Jahr 1705.

An meinem Geburtstag frühstückten wir üppig in der California Birrieria. Eine Portion zum Teilen war goldrichtig – sonst hätten wir es niemals geschafft. 😅 Nachmittags gab es Eis, abends die letzten beiden Grillwürste. Besser hätte dieser Tag kaum sein können.

Nach vier Nächten zogen wir weiter an den Strand beim Leuchtturm von Mulegé. In der Nähe fanden wir die beste Ceviche unserer gesamten Reise und unfassbar gute Camarón-Tacos bei Birotes Everybody.

Parallel warteten wir sehnsüchtig auf Neuigkeiten vom Zahnarzt…


Krone, Seebarsch & Regen in San Ignacio

Am 20.01.26 ging es zurück nach Santa Rosalía – Simons neue Zahnkrone einsetzen. Alles lief gut und am Abend fing Simon zur Feier des Tages einen riesigen Seebarsch. Festes, weißes, unglaublich zartes Fleisch – es reichte für vier Abendessen.

Zurück in San Ignacio wollten wir eigentlich nur kurz stoppen – duschen, telefonieren, Videos hochladen. Doch Regen verwandelte den Paraiso Misional Campground in eine Matschpiste, und so wurden aus einer Nacht drei.

Glück im Unglück: Wir konnten unseren Van unter dem Solar-Dach unterstellen und trafen Claudia und Uwe aus Kerpen, mit denen wir einige sehr nette Gespräche führten.


Grauwale in der Laguna Ojo de Liebre

Wegen des Regens hatten wir Sorge, die 25 Kilometer lange Offroad-Piste durch die Salzfelder zur Laguna Ojo de Liebre nahe Guerrero Negro nicht zu schaffen. Doch nach einem kurzen Waschbrettstück bestand der Rest aus extrem verdichtetem Sand – völlig problemlos zu fahren!

Am Checkpoint registrierten wir Kennzeichen und Namen, bezahlten 100 MXN (ca. 5 €) pro Nacht Campinggebühr und standen plötzlich mitten in einem der beeindruckendsten Walgebiete der Welt.

Hier kommen jedes Jahr die Grauwale in die geschützten Lagunen der Baja, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Die beste Zeit für Whale Watching ist ab Anfang/Mitte Februar – früh morgens oder gegen Abend.

65 US-Dollar kostet die Tour pro Person und die kleinen Boote starten, sobald mindestens vier Gäste zusammenkommen.

Grauwale bewegen sich meist in kleinen Gruppen und schwimmen gemächlich – selten schneller als acht Kilometer pro Stunde. Beim Auftauchen stoßen sie rund 1.000 Liter Luft in einer gewaltigen Fontäne aus. Der sogenannte „Blow“ ist nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar – und manchmal sogar riechbar. 😅

Männchen fressen nämlich weiter und ihr Atem riecht entsprechend fischig. Weibchen hingegen fasten während der Stillzeit – ihr Atem bleibt geruchlos.

Wir warteten fünf Tage auf perfektes Wetter: Sonne und kaum Wind. Und es lohnte sich zu 💯 Prozent!

Überall um uns herum waren Wale. Einige tauchten direkt unter unserem kleinen Boot hindurch. Walmütter mit wenige Tage alten Kälbern schwammen bis auf wenige Meter heran. Und zwei Tiere sprangen sogar komplett aus dem Wasser heraus.

Und ja – ich durfte und konnte einen berühren. 💛

1,5 Stunden verbrachten wir bei ihnen. Hin- und Rückfahrt eingerechnet waren es zwei Stunden purer Gänsehaut.

Nachts hörten wir Kojoten heulen. Tagsüber beobachteten wir Seeadler. Baja-Magie in Reinform. ✨


Zurück Richtung Norden – ein Abschied in Etappen

In Guerrero Negro füllten wir nach fast einer Woche unsere Vorräte auf und überquerten anschließend wieder die Grenze von Baja Sur nach Baja Norte – inklusive Zeitumstellung. Eine Stunde gewonnen, eine Stunde Tageslicht verloren.

Wir aßen im äußerst urigen Restaurant Chapala und übernachteten dort auf dem Parkplatz. Das Essen war so gut, dass wir am nächsten Morgen direkt noch einmal dort frühstückten. 😂

Weiter ging es über die MEX 5 entlang der Ostküste bis La Poma – ein weiter, leerer Sandstrand wie aus dem Bilderbuch: Muscheln sammeln, Beine vertreten, tief durchatmen.

San Felipe hingegen hätten wir uns getrost sparen können: Doppelt so teure Campingplätze, seelenlose Partystimmung. Unser einziges Highlight dort: die günstigsten und leckersten Tacos al Pastor aller Zeiten.


Rancho Mil – ein würdiger Baja-Abschluss

Unser letzter Halt vor der US-Grenze war der Campingplatz Rancho Mil am Río Hardy, am Rande eines UNESCO-Biosphärenreservats.

Hunderte Vogelarten leben hier – Reiher, Enten und vor allem majestätische weiße Pelikane.

Der Besitzer, Don Thousand, dessen Großvater 1911 von Deutschland auswanderte (aus Tausend wurde Thousand), lebt seit 25 Jahren hier. Sympathisch, entspannt und sehr herzlich.

Unser Stellplatz mit überdachtem Sitzbereich lag direkt am Wasser. Die Duschen waren kalt, zum ersten Mal auf der Baja, aber das WLAN funktionierte. Und Simon fing prompt wieder einen Barsch.

Das ruhige Flusswasser, das weiche Licht, das Feuchtgebiet und die schroffen Wüstenberge dahinter bildeten eine würdige Kulisse für die letzten zwei Tage von genau zwei Monaten auf der Baja California.


Unser ganz persönliches Baja-Fazit

Das Klima im Dezember, Januar und Februar war für uns perfekt. Wir konnten langsamer reisen, mehrere Tage an einem Ort bleiben, durchatmen.

Nur selten waren Strände überlaufen und wir fühlten uns jederzeit sowie überall sehr sicher.

Mexiko ist uns in diesen Monaten – insgesamt rund sechs davon auf dem Festland – unglaublich ans Herz gewachsen. Die Gastfreundschaft, die Hilfsbereitschaft, die Kultur, die Natur und das Essen sind einzigartig.

Der Abschied fällt schwer…

Warum wir dennoch zurück in die USA fahren, erzähle ich euch dann im nächsten Beitrag. Drückt uns bis dahin die Daumen für einen reibungslosen Grenzübertritt! 🇺🇸

NEW BLOG POST (07.12.2025 – 07.01.2026) 🇲🇽 Zurück in Mexiko: Unser emotionaler Baja California Start 🚐💨

Mit dem Wohnmobil von Tecate bis Loreto

Der Grenzübertritt markiert oft mehr als nur einen Länderwechsel. Für uns bedeutete Tecate den Übergang von Ordnung zu Leben, von Struktur zu Chaos – im besten Sinne. Nach acht Monaten in den USA und Kanada fühlte sich Mexiko vom ersten Moment an wieder vertraut an. Ein bisschen unordentlicher, ein bisschen lauter, ein bisschen schmutziger. Aber vor allem: echter.


Entspannter Grenzübertritt bei Tecate

Ganz bewusst entschieden wir uns gegen die große Grenze in Tijuana und für den kleinen Übergang bei Tecate – eine Entscheidung, die sich sofort bezahlt machte. Als wir ankamen, war schlichtweg nichts los. Kein Stau, kein Stress, keine Hektik. Die Grenzbeamten waren freundlich, entspannt und gut gelaunt. Eine Heckkiste mussten wir öffnen, die zweite interessierte schon niemanden mehr. Ein kurzer Blick in den Innenraum – das war’s.

Ohne dass wir danach gefragt hätten, genehmigte man uns direkt sechs Monate Aufenthalt. Dazu gab es noch ein paar hilfreiche Tipps: ein längeres Stück ohne Tankstellen, besser vorher noch einmal volltanken. Kein erhobener Zeigefinger, sondern ehrliche Hilfsbereitschaft. Willkommen zurück in Mexiko. 💚🤍❤️

Erste Nacht zwischen Weinreben

Unsere erste Nacht verbrachten wir auf dem Weingut L.A. Cetto, mitten im Valle de Guadalupe. Umgeben von Weinbergen, ruhig, idyllisch und völlig unkompliziert. Das Stehen ist kostenfrei, eine Flasche Wein zu kaufen gern gesehen – aber kein Muss. Für uns der perfekte Einstieg: langsam ankommen, durchatmen, genießen.

Ensenada & Delfine zur Begrüßung

In Ensenada füllten wir unsere Vorräte auf und steuerten anschließend einen Stadtstrand-Campingplatz an. Kaum angekommen, wurden wir direkt belohnt: Delfine zogen ihre Bahnen im Wasser. Ein dieser kleinen Momente, die man nicht planen kann – die aber für immer hängen bleiben.

Entschleunigung bei Cielito Lindo

Weiter südlich fanden wir mit dem Cielito Lindo einen Ort, der genau das bot, wonach wir gesucht hatten: Weite, Ruhe und Zeit. Ein wunderschöner Strand, weite Dünen, spektakuläre Sonnenuntergänge. Ideal zum Spazierengehen, zum Abschalten, zum Ankommen. Fünf Tage blieben wir hier – ganz bewusst. Die Baja wollten wir langsam angehen, die letzten intensiven Wochen hinter uns lassen und der Reise Raum geben.

Valle de los Cirios – Riesen der Wüste

Dann ging es ins Valle de los Cirios, eine der faszinierendsten Wüstenlandschaften der Baja California. Hier wachsen einige der größten Kakteen der Welt, darunter die bis zu 20 Meter hohen Cardón-Kakteen, die nur auf der Baja vorkommen. Das Gebiet steht unter Naturschutz und wirkt fast außerirdisch: karge Ebenen, bizarre Pflanzenformen und eine unglaubliche Stille. 🌵

Hier trafen wir Chris alias chriscrossglobalswiss aus der Schweiz, unterwegs im Land Rover Defender mit seinem querschnittsgelähmten Dackel Hunter, der mit Rollstuhl putzmunter die Wüste erkundete. Ein wirklich herzerwärmender Anblick. Wir verbrachten einen ganzen Tag zusammen, tauschten Geschichten aus und genossen abends einen Sternenhimmel, wie wir ihn zuletzt in Chile oder Bolivien gesehen hatten. Klar, kalt, überwältigend. Leider war dies aber auch der Ort, an dem wir uns Maus Nummer drei einfingen…

San Ignacio – Oase mit Schattenseiten

Von der Wüste fuhren wir weiter nach San Ignacio, einer grünen Oase mitten auf der Baja. Die Dattelpalmen gehen auf die Jesuiten zurück, die hier im 18. Jahrhundert eine Mission gründeten und ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem anlegten. Der Ort liegt eingebettet zwischen Palmenhainen und Vulkanbergen und wirkt wie ein kleines Wunder in der kargen Einöde.

Wir checkten auf einem wunderschönen Campingplatz unter Palmen ein – mit Blick auf einen von Kakteen übersäten Bergrücken.

Doch die Idylle bekam schnell einen Riss: Simon verlor eine Plombe und bekam nachts starke Zahnschmerzen. San Ignacio selbst ist winzig – ohne Zahnarzt. Also organisierte ich kurzerhand einen Notfalltermin in Santa Rosalía, rund 80 Kilometer entfernt.

Zahnarztbesuch in Santa Rosalía

Um neun Uhr morgens rief ich bei einer Zahnärztin an – um zwölf Uhr konnten wir kommen. Sie schob uns notfallmäßig dazwischen. Die Behandlung war professionell, ruhig und vor allem: schmerzfrei. Der entzündete Nerv wurde behandelt, das Loch mit einem Provisorium geschlossen. Schnell war jedoch klar: Eine Krone wird nötig sein – gefertigt allerdings nur in Tijuana. Vier Wochen Zahnarzt-Odyssee, die unsere Reisepläne komplett verändern sollte.

Besonders spannend war zu sehen, wie dort gearbeitet wurde: keine Assistentin, kein Computer, Termine handschriftlich in einem dicken Notizbuch. Die Zahnärztin wechselte selbst die Bohrer, saugte den Speichel ab und blieb sogar beim Röntgen im Raum. Eine völlig andere Welt – und trotzdem fühlten wir uns sehr gut aufgehoben.

Am Abend parkten wir an der Marina von Santa Rosalía und trafen dort auf Thibaut: einen jungen Franzosen, der uns ein großes Stück selbst gefangene Seezunge schenkte. Simon ging es nach dem Zahnarzt erstaunlich gut – sogar gut genug, um selbst noch angeln zu gehen und ebenfalls einen Fisch zu fangen.

Simon Hamsterbacke aber wohlauf & schmerzfrei

Weihnachten unter Vanlifern

Die große Frage war nun: weiter nach Süden oder zurück nach San Ignacio und von dort aus später erneut nach Santa Rosalía? Wir entschieden uns fürs Umdrehen. Und wie es der Zufall wollte, trafen wir auf dem Campingplatz Ralph Lehbek, den wir Monate zuvor schon in Kanada getroffen hatten.

Zu Weihnachten wuchs die Runde weiter an und zwar um:

Tom & Caro alias the_roaming_bob aus Österreich

Ralph alias lebekralph aus Darmstadt

Tanja & Stephan alias _frexplorer_ aus Freiburg

Karin & Claus alias vanlife65plus_ aus der Pfalz

Und natürlich unsere Wenigkeit – Simon & Julia aka siju_campervan aus Malsch bei Karlsruhe 😉

Gemeinsam gingen wir an Heiligabend essen – einfach, entspannt, genau richtig. Kochen für so viele wäre spontan kaum machbar gewesen. Eine dieser Begegnungen, die Vanlife so besonders macht. 🚐✨

Nach insgesamt acht Tagen wechselten wir den Platz und zogen für zwei Nächte direkt an die Lagune San Ignacio. Mit Kajaks paddelten wir durch die Lagune, beobachteten unzählige Vögel und genossen die Ruhe.

Santa Rosalía, Eiffel & zweite Zahnarztrunde

Am 29.12.25 fuhren wir erneut nach Santa Rosalía zum Zahnarzt. Der Nerv war ruhig, alles sah gut aus. Das Provisorium wurde erneuert, am nächsten Tag der Abdruck für die Krone genommen. Dieses Mal schauten wir uns auch die Iglesia Santa Bárbara an – ein wirklich außergewöhnliches Bauwerk. Die Kirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Gustave Eiffel entworfen und ursprünglich für eine Weltausstellung gefertigt. Später wurde sie zerlegt, per Schiff nach Mexiko gebracht und hier wieder aufgebaut – ein kurioses Stück europäischer Industriegeschichte mitten auf der Baja.

Jahreswechsel an der Bahía Concepción

Von Santa Rosalía aus ging es weiter zur Bahía Concepción, genauer gesagt zur wunderschönen Playa El Requesón.

Und wieder trafen wir – fast unwirklich – genau die gleiche Truppe wie an Weihnachten: 🤩

Tom & Caro, Karin & Claus, Stephan & Tanja, Ralph sowie obendrein Philipp & Regula aus der Schweiz (ebenfalls im Renault Master unterwegs, aber als 4×4 mit Zwillingsreifen).

Silvester wurde gemeinsam gegrillt. Jeder brachte etwas mit: Fisch, Fleisch, Garnelen, Salate. Dazu ruhiges Wasser, perfekte Bedingungen fürs Stand-Up-Paddling und drei sehr entspannte Tage.

Und dann: Drohnencrash Nummer zwei. Während ich auf dem SUP unterwegs war, flog Simon mit der Drohne hinter mir her. Beim Rückwärtsflug übersah er einen Felsen – kein Sensor, ein kurzer Moment, ein dumpfes Geräusch. Ich paddelte ans Ufer, zog das Board an Land und kletterte barfuß über Felsen und Dornengestrüpp. Tatsächlich fand ich die Drohne unbeschädigt im Gebüsch. Glück im Unglück!

Loreto – U-Turn auf der Baja California

Nach dem wir alle verabschiedet hatten trafen wir zufällig noch ein belgisches Rentnerpaar wieder, das wir zuletzt 2023 in La Serena, Chile gesehen hatten – unterwegs mit einem riesigen MAN Expeditionsmobil. Welch schöne Überraschung! Die Welt ist manchmal doch erschreckend klein.

Dann ging es auch für uns weiter nach Loreto, unserem vorläufigen Wendepunkt. Ein hübscher, sehr touristischer Ort mit subtropischer Vegetation: Palmen, lange Strände, karge Berge – fast ein bisschen wie Thailand. Direkt vor der Stadt lag bei unserer Ankunft ein großes Kreuzfahrtschiff voller US-amerikanischer Rentner, die für Leben in den Straßen sorgten.

Der von uns angesteuerte Campingplatz war wegen eines Events geschlossen, also parkten wir spontan am Malecón, direkt an der Uferpromenade – mit Meerblick. Nachts etwas Trubel, aber insgesamt ruhig und sicher. Loreto wirkt entspannt, aufgeräumt und stark geprägt vom Tourismus.

Und auch geschichtlich ist Loreto besonders: 1697 landete hier der Jesuitenpater Juan María de Salvatierra und gründete die erste Mission der Baja California. Von hier aus begann die Kolonialisierung der Halbinsel. Heute liegt mit dem Parque Nacional Bahía de Loreto einer der wenigen Nationalparks Mexikos direkt vor der Haustür – ein Grund, warum sich hier viele US-Amerikaner dauerhaft niedergelassen haben.

Wir erkundeten die Stadt zu Fuß, aßen hervorragende Tacos – und mussten uns eingestehen: Wahrscheinlich werden wir nicht weiter nach Süden fahren. Mitte Januar steht der nächste Zahnarzttermin an. La Paz und Todos Santos müssen warten. Mit einem weinenden Auge – aber auch mit ganz viel Dankbarkeit. Denn am Ende ging ja mal wieder alles gut. 🍀

Wie unsere Baja-California-Reise weitergeht erfahrt ihr im nächsten Beitrag – in Teil 2.

Bis dahin schaut gerne auf unserem YouTube-Kanal vorbei – dort seht ihr all das nämlich in bewegten Bildern.

NEW BLOG POST (01.-06.12.2025) 🇺🇸 Abschied von den USA – letzte Küstenstopps zwischen Surf City und San Diego

Unsere vorerst letzte Etappe in den USA führte uns noch einmal entlang der kalifornischen Küste – ohne großes Programm und ohne To-do-Liste. Nach neun Monaten in den USA und Kanada merkten wir deutlich: Wir waren angekommen im Abschiedsmodus. 👋


Huntington Beach – Surf City USA

Unser erster Stopp war Huntington Beach. Ein sehr schicker, gepflegter und gleichzeitig unglaublich entspannter Ort. Viel unternommen haben wir hier ehrlich gesagt nicht – wir kamen erst am Nachmittag an und ließen den Ort einfach auf uns wirken.

Wir spazierten am endlos wirkenden Strand entlang, schauten den Volleyballern beim Spielen zu und beobachteten die Angler auf dem Huntington Beach Pier – dem Wahrzeichen der Stadt. Genau hier lassen sich auch die Surfer am besten beobachten – kein Wunder, denn Huntington Beach gilt als Geburtsort des Neoprenanzugs. Wellenreiten ist hier Sport Nummer eins denn nicht umsonst trägt die Stadt stolz den Titel „Surf City USA“.

Entlang der Main Street, die direkt vom Pier ins Zentrum führt, reihen sich Läden, Cafés und Restaurants aneinander. Hier befindet sich auch der Surfing Walk of Fame, mit Gedenkplatten für legendäre Surfer. Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, findet in der Olive Avenue das International Surfing Museum.

👉 Gut zu wissen:

Huntington Beach hat weit mehr zu bieten als Strand und Surfen. Im Huntington Central Park kann man reiten oder wandern, entlang der Küste erstreckt sich das Bolsa Chica Ecological Reserve, ein geschütztes Feuchtgebiet mit Wanderwegen. Außerdem gibt es einen durchgehenden Radweg direkt am Meer.

Huntington zählt zu den inspirierendsten Orten im Großraum Los Angeles – ein Highlight jeder Kalifornienreise, nicht zuletzt wegen seiner gelungenen Mischung aus Geschichte, Kultur und entspanntem Küstenleben. 🌴🏄‍♂️


Laguna Beach – schick, ruhig, vorweihnachtlich

Weiter ging es nach Laguna Beach. Auch hier blieb es bei einem kurzen Stopp. Der Ort wirkte sehr nobel: viele schicke Autos, stilvolle Häuser und überall Palmen, die festlich weihnachtlich beleuchtet waren. Eine ganz eigene, ruhige Atmosphäre – perfekt für eine Übernachtung, aber ohne großes Sightseeing.


Für’s nächste Mal vorgemerkt: San Clemente & Encinitas

Eigentlich wollten wir auch San Clemente und Encinitas besuchen. Beide Orte sollen wunderschön sein und stehen definitiv auf unserer Empfehlungsliste.

Doch in Encinitas fand gerade eine Nikolausveranstaltung statt weshalb die Hölle los und alles komplett zugeparkt war. Wir entschieden uns schweren Herzens, weiterzufahren. Manchmal gewinnt einfach die Vernunft. 🚐💨


Frisch machen vor dem Grenzübertritt

Bevor es ernst wurde mit dem Grenzübertritt nach Mexiko, gönnten wir uns noch einen letzten Luxus: Duschen.

Das Alga Norte Aquatic Center ist ein wirklich großartiges, modernes Outdoor-Schwimmbad:

– sehr gepflegt

– viele Bahnen

– angenehm warmes Wasser

– saubere Duschen

– tolle Außenanlagen

🎟️ Eintritt: 5 USD pro Person

🕗 Öffnungszeiten: 8:00–16:00 Uhr

Perfekt, um sich vor Mexiko noch einmal richtig frisch zu machen.


Ein letzter Burger & ein perfekter Abschied

Natürlich durfte auch er nicht fehlen: unser letzter Burger in den USA – stilecht bei Wendy’s.

Und dann fanden wir ihn: unseren letzten Stellplatz auf US-amerikanischem Boden.

📍 Torrey Pines Gliderport

🧭 Koordinaten: 32.893901, -117.251334

Ein absolut grandioser Ort mit Blick aufs Meer und auf San Diego, Paraglider in der Luft und ein spektakulärer Sonnenuntergang, der uns noch einmal alles fühlen ließ: Dankbarkeit, Wehmut, Vorfreude.


Neun Monate Nordamerika – und jetzt zurück nach Mexiko 🌵

Nach neun Monaten in den USA und Kanada, nach rund 3.000 Kilometern in nur fünf Wochen entlang der US-Westküste (halb so viel wie in drei Monaten Kanada!) heißt es für uns jetzt:

Zurück nach Mexiko – auf die Baja California. 🥳

Wie der Grenzübertritt lief, was uns dort erwartete und warum wir uns riesig auf Mexiko gefreut haben – davon erzählen wir euch im nächsten Beitrag.

NEW BLOG POST 🇺🇸 24 Stunden in Los Angeles mit dem Hop-on-Hop-off-Bus

Lohnt sich die Sightseeing-Bus Tour wirklich?

Da wir während unseres zweiten House Sits in Los Angeles dringend eine Reise- und Vanlife-Pause brauchten – und weil wir uns gleichzeitig um zwei Hunde kümmern mussten – entschieden wir uns diesmal gegen unsere übliche Art, eine Großstadt zu erkunden. Kein E-Scooter, kein Fahrrad, keine Metro und vor allem kein chaotisches Herumirren von Spot zu Spot.

Stattdessen gönnten wir uns eine ganz klassische Touri-Tour: 24 Stunden Hop-on-Hop-off mit BigBus.

Und ja – allein dieser Satz fühlt sich für uns noch immer etwas surreal an. Aber wenn die Akkus nach über drei Jahren on the road einfach leer sind und gleichzeitig die Dogsitter-Pflichten rufen, dann darf man auch mal die gemütliche Variante wählen.


Ticket-Chaos vom Feinsten – ein guter Start sieht anders aus…

Die Tickets kaufte ich über Groupon, wo es immerhin 10 % Rabatt gab. Regulär kostet das 24-Stunden-Ticket bei BigBus 53 USD pro Person, das 48-Stunden-Ticket knapp 64 USD pro Person.

Klingt fair – wenn die Busse denn länger als von 10 bis 16 Uhr fahren würden…

Im Winter ist das nämlich deren tatsächlicher Zeitrahmen… und damit sind 24 oder gar 48 Stunden ziemlich… optimistisch formuliert.

Und dann wurde es kompliziert:

– Tickets sind „Open Dated“ – theoretisch flexibel

– Es gibt aber ein winziges, leicht zu übersehendes Feld, in dem man ein Datum auswählen muss

– Genau das habe ich NICHT getan

– Ergebnis: Die Bestätigungsmail verkündete fröhlich Tickets für den nächsten Tag

– Zu früh. Viel zu früh. Wir waren da noch gar nicht in Los Angeles

Antwort von Groupon: „Wir können nicht helfen, verschenken Sie das Ticket.“

BigBus per Mail & Chat: „Oh je! Kein Problem, wir buchen das um.“

Zum Glück! 🍀

Nur um dann am Tag vor der Tour in der App von BigBus zufällig zu lesen, dass die Busse an Thanksgiving überhaupt nicht fahren – exakt an DEM Tag, auf den das Ticket nun gelegt war.

Also wieder Kontakt, erneute Umbuchung. Diesmal auf den 28. November.

Ein Chaos. Aber: gelöst.


Los geht’s – irgendwie schon halb im Zeitstress

Um 10 Uhr verließen wir unser Apartment in Marina del Rey.

Die nächste Hop-on Hop-off Haltestelle lag jedoch rund vier Kilometer entfernt, zu weit zum Laufen. Also nahmen wir den öffentlichen Bus – oder besser gesagt: wir wollten den Bus nehmen, denn wir kamen nicht mal dazu, ein Ticket zu kaufen. Der Fahrer winkte uns einfach freundlich rein. 😀

11:00 Uhr: Wir standen endlich am richtigen BigBus-Stopp und stiegen ein. Da war bereits der halbe Tag rum…


Erst die Beach Line (blau), dann die Hollywood Line (rot)

Der blaue Loop führt entlang von:

Santa Monica Beach

Santa Monica Pier

Westwood

– und weiter bis Beverly Hills

Rund 45 Minuten dauert die Fahrt bis zum Umstiegspunkt, wo die rote Linie beginnt.

Und ehrlich: Schon allein dieser Abschnitt ist schön. Man sitzt oben im offenen Doppeldecker, Sonne im Gesicht, der Wind in den Haaren, das Meer glitzert neben einem – es hat schon was.

Gerade, wenn man nicht selbst fahren möchte.

In Beverly Hills wechselten wir auf die rote Linie:

– vorbei an den Paramount Pictures Studios

– entlang des Rodeo Drive

– über den Sunset Strip

– durch West Hollywood

– Richtung Hollywood Boulevard

Rodeo Drive
Museum Row
Hollywood Sign in der Ferne 🔎

Walk of Fame – einmal gesehen, reicht aber

Ausgestiegen sind wir erst beim TCL Chinese Theatre, direkt am Walk of Fame.

Und wir müssen ehrlich sein:

Der Walk of Fame ist… nicht schön.

Vieles wirkt heruntergekommen, die Umgebung hat wenig Charme und viele Namen auf den Sternen sagen einem überhaupt nichts – Radiomoderatoren, Regisseure, Produktionsleute.

Las Vegas hat uns da deutlich mehr beeindruckt.

Zurück ging die Fahrt wieder über den Sunset Strip nach West Hollywood und Beverly Hills.


Das Problem: Die Zeit rennt. Immer.

Weil der letzte Bus schon um 16 Uhr fährt, blieb uns absolut keine Zeit mehr, um:

– den Rodeo Drive langzulaufen

– irgendwo in Ruhe auszusteigen

– mal spontan irgendwas mitzunehmen

Die Tour war nett, entspannt und bequem – aber wirkliche Highlights haben wir damit nicht entdeckt.

Unser Fazit:

– Für das, was man bekommt, ist es zu teuer

– Man sieht alles eher aus der Ferne

– Zum Hollywood Sign kommt man nicht annähernd fototauglich nah ran

– Die Innenstadt ist weniger spektakulär, als wir erwartet hätten

– Wenn man wirklich etwas sehen will ➡️ besser Metro, Uber oder Fahrrad (sofern man sich nicht mit dem Auto durch den brutalen L.A.-Verkehr kämpfen möchte)


Wo es uns gefallen hat

Venice Beach

Santa Monica

Der Pier

Die Skater, Bodybuilder, Rollerblader, Surfer, Volleyballer

Diese entspannte Atmosphäre, das Meer, das Leben – das war unser L.A.-Highlight. 🌟

Unser Tipp wenn ih wenig Zeit habt:

Konzentriert euch auf die Küste.


Mehr Eindrücke gibt’s wie immer im passenden YouTube-Video. 🎬

Und falls ihr dankbar seid für all die kostenlosen Tipps und Infos:

Wir freuen uns jederzeit riesig über eine kleine Unterstützung über PayPal oder unsere Kaffee-Kasse – besonders jetzt, wo Weihnachten vor der Tür steht. 🎄🎁💫

Und weil dieser Beitrag am 20. Dezember online geht, möchten wir euch an dieser Stelle von Herzen wundervolle Weihnachten wünschen – mit ganz viel Zeit für Familie und Freunde, leckerem Essen, vielen Plätzchen, ruhigen Momenten, Kerzenschein und echter Entspannung. Danke, dass ihr unser Panamericana-Abenteuer hier begleitet – ihr seid ein riesiger Teil davon. ♥️