NEW BLOG POST 🇭🇳 (27.02. – 05.03.2024) Grenzübertritt Honduras – Lago de Yojoa

Willkommen zurück bei unserem Vanlife Abenteuer! Diesmal stehen wir vor einer echten Überraschungskiste: Honduras, Land Numero 13 auf unserer Reisekarte. 🗺

Ehrlich gesagt wissen wir nicht viel über dieses Land außer den alten Schauergeschichten, die noch vor ein paar Jahren die Runde machten. Doch wir sind fest entschlossen, unsere eigenen Erfahrungen zu machen und die verborgenen Schätze dieses geächteten Landes zu entdecken. 💫

Bevor wir uns jedoch gemeinsam mit dir ins Abenteuer Honduras stürzen möchten wir gerne etwas mit dir teilen: Unsere BLOG- und YouTube– Arbeit steckt voller Leidenschaft und Engagement und jede noch so kleine Unterstützung hilft uns, weiterhin unsere Erlebnisse und Einblicke mit dir teilen zu können. Wenn dir unsere Geschichten also Freude bereiten und du ein Teil unserer Reise sein möchtest dann würden wir uns sehr über eine kleine Geste der Wertschätzung freuen. Wirf einen Groschen in unsere Diesel- oder Kaffeekasse und lass uns weiter gemeinsam die Welt erkunden! ❤

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Bevor wir in die Details unseres Grenzübertritts eintauchen möchten wir dir einen Einblick in unsere ersten Eindrücke von Honduras geben.

Der erste Blick auf Honduras war überraschend positiv, abgesehen von den unübersehbaren Müllansammlungen entlang der Straßen. 😭 Trotzdem überraschte uns das Land mit unerwarteter Modernität: Auf den Hügeln thronten Windkrafträder und weite Felder voller Solarpaneele zierten die ausgedorrte Landschaft. Die Fassaden der Backsteinhäuser waren fröhlich bunt getüncht und unerwartet vertraute, US-amerikanische Fast-Food-Ketten wie Wendys und Pizza Hut erinnerten uns unweigerlich an Panama zurück.

Auffällig modern und einladend präsentierten sich auch die Tankstellen entlang der Panamericana und selbst die erste Begegnung mit den örtlichen Polizisten verlief äußerst angenehm. Ähnlich wie beispielsweise in Argentinien waren sie mehr an dem woher und wohin interessiert als an unseren Papieren. Die Landschaft blieb unverändert trocken, karg und hügelig was bei Außentemperaturen von 38 Grad Celsius auch kaum verwunderlich war.

Nachdem wir die Grenze passiert hatten erreichten wir die Stadt Choluteca, wo wir uns zunächst in einer Einkaufsmall (unimall) eine neue SIM-Karte von claro besorgten. Der Preis von 8€ für 25GB über 15 Tage erschien uns mehr als fair. Zudem stellten wir erfreut fest, dass wir an einem der zahlreichen Geldautomaten gebührenfrei die Landeswährung Lempira abheben konnten. Hungrig nach dem langwierigen Grenzübertritt gönnten wir uns im angrenzenden Food Court noch einen leckeren Burrito bevor wir unsere Fahrt fortsetzten. 🌮

Unser nächster Halt führte uns zu einem La Colonia Supermarkt, wo wir uns mit frischen Lebensmitteln eindeckten. Das Angebot war fantastisch und sogar einige Importwaren waren erhältlich. Alles in allem waren aber auch hier die Preise, wie in fast allen zuvor bereisten Ländern, relativ hoch. Ob sich das im Laufe unserer Reise noch einmal ändern wird bleibt abzuwarten… 🙈

Zum Abschluss des Tages genossen wir die entspannende Atmosphäre der Aguas Termales Ribot. Der Eintrittspreis von 60HNL pro Person (ca. 2€) gewährte uns Zugang zu den zahlreichen, warmen Naturbadebecken und zwar bis spät in die Nacht hinein! In angenehmer Gesellschaft eines portugiesischen Pärchens, das mit ihrem alten Camper von den USA aus gen Süden unterwegs war, ließen wir den anstrengenden Tag ausklingen.

Natürliche Thermalbecken
Am Morgen begrüßten uns die Pferde

Solltest du an weiteren, tiefgreifenden Informationen zum Grenzübertritt sowie anderen hilfreichen Reisetipps und Tricks interessiert sein dann besuche unbedingt die Länderfakten-Seite auf unserer Homepage https://sijucampervan.com/landerfakten/ oder schaue alternativ, falls dir das fernsehen mehr liegt, in unsere Playlist Infos Vanlife & Langzeitreise auf unserem YouTube Kanal rein. 😉

Am nächsten Morgen erwachten wir überraschend ausgeruht nach einer ruhigen Nacht am Straßenrand der Therme. Die Hitze war weniger drückend als erwartet und dank der Überwachungskameras und des Nachtwächters fühlten wir uns auch sicher und geborgen. Mit einem guten Gewissen setzten wir unsere Reise fort. Diesmal in Richtung Comayagua, einer angeblich sehr charmanten und nicht touristischen kolonialen Kleinstadt.

Auf dem Weg dorthin entschieden wir uns spontan, in dem Vorort La Paz einen ungeplanten Zwischenstopp einzulegen. Angesichts der Hitze schien uns das die beste Option zu sein. Wir fanden einen sicheren Platz für die Nacht auf dem Parkplatz des Hotels La Fuente, der von hohen Mauern umgeben war und sogar etwas Schatten bot. 😃 Die Sicherheitsvorkehrungen waren beeindruckend: Stacheldraht und Überwachungskameras zierten zusätzlich die meterhohen Mauern und Carmen, die Empfangsdame, versicherte uns, dass nachts auch ein Wachmann auf dem Gelände patrouillieren würde. Interessanterweise erklärte sie uns, dass abgesehen von der Hauptstadt Tegucigalpa und San Pedro Sula Honduras sehr sicher sei. Wir konnten nicht umhin uns zu fragen, warum dann all diese Sicherheitsmaßnahmen erforderlich waren… 🤨 In jedem Fall waren wir dankbar für das hervorragende WLAN das es uns ermöglichte, online ein paar Dinge zu erledigen und nach Einbruch der Dunkelheit sogar eine Episode von 1883 zu streamen. 👍

Nicht so schön aber dafür schattig und sicher
🌴 Hübscher Hotel-Innenhof 🌴

In Bezug auf unsere Vorstellungen zum Thema Sicherheit unterscheidet sich die Realität des Landes bis dato noch nicht von den allseits bekannten Vorurteilen, die von folgenden Fakten untermauert werden:

Honduras gilt, neben Haiti, als eines der ärmsten Länder Mittelamerikas. Doch neben den Herausforderungen der Armut kämpft das Land auch mit einer bedrohlichen Realität: den Jugendbanden. Bekannt sind insbesondere Barrio 18 (auch als MS-18 bekannt) und Mara Salvatrucha (besser als MS-13 bekannt), die ganze Viertel und Städte terrorisieren. Viele ihrer Mitglieder stammen aus zerrütteten Familienverhältnissen und es wird geschätzt, dass die zwei rivalisierenden Banden jeweils bis zu 40.000 Mitglieder haben. Ähnliche Banden, die ihre Zugehörigkeit oft durch Tätowierungen zeigen, sind auch in anderen Ländern der Region ein Problem.

Die Regierung ging zwischenzeitlich hart gegen diese Banden vor. Seit 2003 sieht ein Gesetz eine Gefängnisstrafe von mindestens drei Jahren für die reine Mitgliedschaft in einer Bande vor.

Trotz der Bemühungen blieb Honduras aber bis in die jüngere Vergangenheit hinein eines der unsichersten Länder der Welt, insbesondere in den Großstädten. Die Medien waren voll von Berichten über Morde, Überfälle, Vergewaltigungen, Einbrüche und Entführungen. Ein Teil dieser Verbrechen wird eben jenen Jugendbanden zugeschrieben, wenn auch möglicherweise nicht in dem von den Medien dargestellten Ausmaß.

Nach Angaben der UNODC lag Honduras noch 2015 mit 64 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohnern weltweit auf dem zweiten Platz bei der höchsten Mordrate. Honduras wurde diesbezüglich nur noch von El Salvador getoppt, welches die Liste mit 109 Mordopfern anführte während die Rate in Deutschland damals bei 0,8 lag.

Wir sind gespannt, ob sich unser Eindruck im Verlauf der nächsten Tage noch verändern wird!

Am Donnerstag brachen wir dann, in den kühleren Morgenstunden, endlich zu unserer Sightseeingtour durch die bezaubernde Kleinstadt Comayagua auf. Die Atmosphäre war herrlich entspannt und wir schienen die einzigen ausländischen Besucher in den Straßen zu sein die von den farbenfrohen Häusern gesäumt waren. Besonders begeistert waren wir von der weitläufigen Plaza in deren Mittelpunkt ein malerischer Springbrunnen stand. Tauben flatterten umher während die weiße Kathedrale und die gemütlichen Cafés rundherum eine idyllische Kulisse boten. 💕

In einem dieser Cafés gönnten wir uns eine Tasse Kaffee, bevor wir unsere Reise zum Lago de Yojoa fortsetzten. Dieser See, einer der größten des Landes, ist nicht nur ein malerisches Naturparadies sondern auch von historischer und ökologischer Bedeutung. Umgeben von üppiger Vegetation und einer reichen Tierwelt ist der See ein beliebtes Ziel für Naturfreunde und Abenteurer gleichermaßen.

Unser Ziel war die Finca Santa Martha die uns von Kristina, einer deutschen Auswanderin, und ihrem honduranischen Ehemann Leonardo empfohlen wurde. Die Eco-Finca bietet nicht nur Ferienwohnungen und Stellplätze für Camper sondern fungiert zeitgleich auch als Kakaofarm. Honduras ist, neben seinem ausgezeichneten Kaffee, nämlich weltweit auch für seine exzellente Kakaoqualität bekannt. Nach einer kalten Dusche, trotz Durchlauferhitzer, genossen wir die Ruhe der Natur und die Abgeschiedenheit. Und überraschenderweise bot das WLAN eine schnelle und zuverlässige Verbindung die es uns ermöglichte, unsere Erlebnisse mit euch zu teilen und ein paar Arbeitsschritte zu erledigen. 😊

Toller Stellplatz mitten in einer grünen Oase

Die Umgebung bot zahlreiche Möglichkeiten für diverse Aktivitäten. Zum Beispiel hätten wir den nur wenige Meter entfernt gelegenen Kanal dazu nutzen können, um mit dem Kajak den größten Binnensee des Landes zu erkunden. Auch der Eco Park Los Naranjos lag, mit seinen weitverzweigten Holzbohlenwegen über Marschland, nur einen Steinwurf von uns entfernt. Nach einigen Überlegungen entschieden wir uns dann aber doch spontan für die Teilnahme an der Kakao-Tour auf der Eco Finca. Zugegeben, wir hatten Bedenken wegen des Preises, vor allem nach unseren super guten Erfahrungen in Ecuador. Doch die Investition erwies sich als lohnenswert. Carla nahm sich sehr viel Zeit um uns alles im Detail zu zeigen und zu erklären. 😀

Let’s make some chocolate!
Die Bohnen werden zuerst geröstet, dann geschält
Und anschließend zu Pulver vermahlen

Das Anwesen der Familie erstreckt sich über vier Hektar und beherbergt zwischen 1.200 und 1.500 Kakaobäume. Es war faszinierend zu erfahren, dass diese Bäume über einen Zeitraum von 50-80 Jahren Ertrag abwerfen können. Jeder Schritt des Verarbeitungsprozesses wurde uns geduldig erklärt – von der Ernte der reifen Früchte alle 20 Tage bis hin zur Fermentation und langsamen Trocknung der Kakaobohnen in der Sonne. 🌞

Die Frucht wächst direkt am Stamm
Hier trocknen die Bohnen in der Sonne
Aus der weißen Haut tritt der Saft für den Likör aus

Besonders interessant war der Hinweis auf die Verwendung des Safts, der in den ersten 24 Stunden nach der Ernte aus den Früchten austritt, zur Herstellung von Likör. Auch das Rösten und Schälen der Kakaobohnen war ein Erlebnis, das wir bereits in Ecuador genießen durften. Schau einfach in unser exotisches, kurzweiliges und dennoch informatives YouTube Video rein um mehr darüber zu erfahren:

Die Verkostung war sicherlich der Höhepunkt dieses Samstagnachmittags. Vom rohen Kakao bis zur heißen Schokolade in Milch war für jeden Geschmack etwas dabei. Auch die leicht gezuckerten Kakaosplitter waren köstlich. Besonders beeindruckend war der Geschmack der selbstgemachten 70% Zartbittermischung mit etwas Panela (unverarbeitetem Rohrzucker).

Alles in allem war es eine informative und genussvolle Erfahrung, die unseren Aufenthalt auf der Finca Santa Martha perfekt abrundete. 😋

😋😋😋

Tags drauf wechselten wir den Stellplatz und fuhren weiter zur nur wenige Kilometer entfernt gelegenen D&D Brewery. Auf dem Weg dorthin kamen uns bei einem kleinen Straßenimbiss unsere ersten, leckeren Pupusas unter. Dabei handelt es sich um einen runden Fladen aus Maismehl, der meist mit Käse gefüllt und danach knusprig angebraten wird. 😋 Und wie es der Zufall so wollte erblickten wir wenig später, beim Einbiegen auf den Parkplatz der Craft-Bier Brauerei, ein uns aus Instagram und YouTube wohlbekanntes Fahrzeug: Der weiße Mercedes-Sprinter mit den markanten, roten Streifen gehört Jessy und Roberto alias @chirpytravellers. Die Beiden sind seit drei Jahren nonstop unterwegs und wir verfolgen ihre Reise seit ihrer Verschiffung nach Halifax in Kanada genauer. Es ist immer wieder kurios, aber auch gleichzeitig schön, Menschen die man bisher nur aus der digitalen Welt kannte ganz unverhofft und plötzlich in der realen Welt zu treffen. 😅 Leider lag Jessy mit einem fiesen Infekt flach sodass wir uns nur kurz, aber dafür umso herzlicher, mit Roberto unterhielten. Auf dem Weg zur Brauerei hatte ich aus dem Augenwinkel heraus eine nahegelegene Wäscherei erspäht und ich entschied kurzerhand, unsere über nunmehr vier Wochen angesammelte Schmutzwäsche dort abzugeben. Die nette Dame sicherte mir zu, dass die Wäsche bereits am nächsten Morgen wieder zur Abholung bereitstünde und auch der aufgerufene Preis von 4€ für immerhin 5kg erschien mir mehr als fair zu sein. 👍 Wieder zurück am Van begutachteten wir das malerische Restaurantgelände, dass im Gegensatz zum prall in der Sonne gelegenen Parkareal reichlich Schatten bot, dank dem tropischen Wald der die gesamte Brauereifläche einhüllte. Allerdings beheimatete der Hotel- und Essbereich auch entsprechend viele aggressive Moskitos. 🦟 Wir fühlten uns dennoch pudelwohl und freuten uns wie kleine Kinder über die großen, sauberen Open-Air Duschen die noch dazu mit heißem Wasser aufzuwarten wussten. Dafür bezahlt man die 4US$ pro Person und Nacht doch gerne!

Unsere ersten Pupusas 🫓
Auf dem Gelände der Brauerei sind Overlander herzlich willkommen 💚
Das gesamte Gelände ist super schön angelegt 👍🏻
Abends sitzt man hier gemütlich am Lagerfeuer 🔥
Hier hält man es sicher gut ein paar Tage aus 🍻

Da es Jessy am nächsten Tag erfreulicherweise etwas besser zu gehen schien beschlossen wir, noch einen weiteren Tag zu bleiben und erst am nächsten nach Copán weiterzureisen. Es wäre schlicht weg zu schade gewesen, die Gelegenheit für einen längeren Austausch mit den zwei erfahrenen Weltreisenden sausen zu lassen. Zumal sie ja in entgegengesetzter Richtung zu uns unterwegs sind und beide Seiten froh und dankbar für die jeweiligen Reisetipps waren. 😀 Wir unterhielten uns gut und gerne drei oder vier Stunden lang bis es für Jessy Zeit für eine Ruhepause und für uns zum Abendessen wurde. Da uns bereits am Tag zuvor die Steinofen-Pizzen angelacht hatten machten wir es uns zu späterer Stunde im gemütlich mit Kerzen ausgeleuchteten Restaurantbereich bequem und gönnten uns eine davon. 🍕🍷

Der auffällige Sprinter der chirpy travellers 🚐
War MEGA die zwei getroffen zu haben 🤩

Von unseren weiteren Erlebnissen in Honduras sowie von den spektakulären Maya Ruinen in Copán berichte ich dir dann kommende Woche an gleicher Stelle. Und nicht vergessen: Deine Unterstützung hilft uns, unsere Reiseerfahrungen und Erlebnisse weiterhin mit dir und der Welt zu teilen!

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NEW BLOG POST 🇳🇮 (15. – 26.02.2024) Laguna de Apoyo – Cañon de Somoto

Unser nächster Abstecher führte uns mal wieder zu einem schönen Vulkankratersee, nämlich der Laguna de Apoyo. Vom Mirador de Catarina aus hatten wir eine gute Rundumsicht auf das Gewässer, nur eine Bade- oder gar Übernachtungsstelle unmittelbar am Ufer war nicht leicht zu finden. Die Zufahrten auf zwei Privatgrundstücke erschienen uns zu steil weshalb wir den Nachmittag bei der Apoyo Bar verbrachten. Wie so häufig in Nicaragua wurden wir aber auch hier mal wieder zu Kasse gebeten: Entweder hätten wir Speisen und Getränke im Gegenwert von 600 Cordoba (= 15€) konsumieren oder aber 200 Cordoba (= 5€) für den Aufenthalt an einem der Tische bezahlen müssen. 😲 Wir entschieden uns für Letzteres um wenigstens noch in den Genuss eines Bades zu kommen. Der Einstieg ins Wasser war voll von spitzen, scharfkantigen Lavasteinen und ein wahrer Balanceakt. Einen schönen Übernachtungsspot fanden wir dann aber doch noch, nämlich etwas oberhalb beim Restaurante Cueva del Tigre. DieAussicht vom dortigen Mirador aus war ebenfalls sensationell sodass wir uns den Spot am Morgen fast hätten sparen können. 🤷‍♀️ Während wir im Restaurant eine Tasse Kaffee tranken unterhielten wir uns nett mit einem der Mitarbeiter und er versicherte uns, dass wir gegen Zahlung eines kleinen  Trinkgelds in Höhe von 100 Cordoba (=2,50€) an den Nachtwächter hier eine sichere Nacht verbringen könnten. Während wir im Van noch eine Kleinigkeit zu Abend aßen beobachteten wir im Schutz der Dunkelheit die Familie gegenüber. Diese schien ebenfalls ein kleines Aussichtslokal zu führen und nach Ladenschluss wurde kurzerhand das Doppelbett hinter dem Tresen hervorgezogen, in den Gastraum gestellt und schnell mit einer Matratze bestückt. Wenig später kehrte der Familienvater nach Hause und parkte sein Auto ebenfalls halb in diesem Raum. Kurz darauf erloschen die Lichter und die Eltern machten es sich, gemeinsam mit ihren beiden Kindern, in dem Bett bequem… 😔 Die Armut in Nicaragua schmerzt einen wirklich sehr und wir alle sollten jeden Tag mehr als Dankbar für all unsere Konsumgüter sein… Selbst ein Fahrrad ist hier purer Luxus, von einem Motorroller oder Auto ganz zu schweigen. So wundert es auch nicht weiter, dass viele der Autos auf den Straßen gut und gerne 20 Jahre alt sind. 🚗

Vulkankratersee mit Vulkan Blick
Übernachtung am Mirador
Gast-, Wohn-, Schlafraum UND Garage in einem 🙈

Am Freitagmittag machten wir uns dann auf zum nahegelegenen Vulkan Masaya. Dieser ist seit vielen Jahrhunderten permanent aktiv und bietet die einmalige Gelegenheit in einen brodelnden Vulkanschlund hineinzublicken. Da der Masaya sich momentan in einer sehr aktiven Phase befindet sind nachmittägliche Wanderungen um den Krater herum derzeit leider verboten. So blieb uns nichts anderes übrig, als im Schatten vor der Schranke auf den Einlass ab 16:30 Uhr zu warten. Dort fanden wir aber einen sehr netten Zeitvertreib, denn wir trafen auf Roland und Nicole aus Ludwigsburg. Die beiden sind geschätzt Ende 60 und bereisen seit 2009 mit ihrem grünen Mercedes Allradsprinter die Welt. Neben Nord- und Zentralamerika waren die Zwei u.a. auch schon auf der Seidenstraße unterwegs. Falls du mehr über sie erfahren möchtest dann schau gern mal auf ihrer Website www.panoreisen.de vorbei. Gegen später reihten wir uns dann gemeinsam mit ihnen in die Autokarawane ein, die sich mittlerweile vor den Toren des Nationalparks gebildet hatte. Pro Kopf wurden 10$ Eintritt verlangt und erst als es bereits dunkel war, schätzungsweise gegen 18:30 Uhr, gelangten wir auf dem oberen Parkplatz an. Nur wenige Schritte trennten uns von den zwei gut besuchten Plattformen, auf denen jeder um den besten Schnappschuss bemüht war. Tatsächlich hing eine dicke Rauchwolke über dem Krater aber wir hatten großes Glück und konnten trotzdem einen freien Blick auf die glühende Lava erhaschen, die zäh inmitten der Magmakammer umherfloss. Keine 10-15 Minuten später wurden alle Besucher mittels schriller Trillerpfeifen darauf aufmerksam gemacht, dass es bereits wieder Zeit zu gehen war. Zum einen, weil die giftigen Gase nicht über längere Zeit hinweg eingeatmet werden sollten. Zum anderen, weil noch etliche Besucher mehr den nächtlichen Blick in den Vulkan riskieren wollten. 🙈 Der Parkwächter mit der Trillerpfeife bestätigte uns, dass die Magmakammer derzeit recht instabil sei weshalb Spaziergänge tagsüber untersagt seien. Aber wir hätten großes Glück gehabt, an anderen Tagen sei die Sicht mitunter deutlich schlechter. Während Simon sich mehr erhofft hatte fand ich auch meinen zweiten Besuch am Krater erneut sehr beeindruckend. Wieder unten angekommen parkten wir unseren Van neuerdings vor dem bewachten Eingang, wo wir eine kostenfreie sowie erstaunlich ruhige Nacht (trotz Straßennähe) verbringen durften. 

Blick in die Magma Kammer
Stellplatz vorm Nationalpark

Bis wir uns am nächsten Tag auf die Weiterreise nach León begaben waren unsere Deutschen sowie Französischen Übernachtungsgesellen bereits weitergezogen. Uns trennten etwa eineinhalb Stunden Fahrt von unserem Ziel und dank iOverlander fanden wir dort auf Anhieb einen guten Stellplatz: Für schlappe 50 Cordoba (= 1,30€) konnten wir unser Wohnmobil auf einem staubigen, aber dafür schattigen Parkplatz unweit des historischen Stadtzentrums abstellen. Dieser war sowohl bewacht als auch von hohen Mauern umgeben. Günstiger hätten wir wohl kaum parken und noch dazu übernachten können. Bei schweißtreibenden 36°C im Schatten machten wir uns zu Fuß auf in die UNESCO-Weltkulturerbe Stadt. Trotz ihrer 200k Einwohner ist das Zentrum super überschaubar und wir konnten in Seelenruhe durch die Gassen schlendern. Auch der weitläufigen Markthalle statteten wir einen Besuch ab, nach dem wir für das morgige Geburtstagskind Max noch ein Fußballtrikot erstanden hatten. 1821 wurde in León die Unabhängigkeit Nicaraguas und Costa Ricas von Spanien erklärt. Einige Jahre lang war die Stadt auch Landeshauptstad, bis dieser Titel im Jahre 1858 Managua zugesprochen wurde. Im schattigen Innenhof des Cafés Pan y Paz machten wir es uns während der heißen Mittagsstunden bequem, bevor wir uns am Nachmittag auf das Dach der größten Kathedrale Zentralamerikas begaben. Von hier oben hat man nicht nur eine tolle Sicht auf den Ort und die vielen Kirchen, sondern auch auf den umliegenden Vulkangürtel. 🌋 Das eigentliche Highlight sind aber die zahlreichen, schneeweißen Kuppeln des komplett weißgekalkten Gotteshauses. Geschlaucht von der Hitze verzichteten wir jedoch auf das Trachtenfest, welches am Abend auf der Plaza stattfand, und liefen stattdessen müde und durchgeschwitzt zurück zu unserem Parkplatz.

Kirchen hat es in León genug
Aber auch Wandmalereien
Und eine schöne Markthalle
Kaffeepause im hübschen Innenhof
Lecker 😋
Auf dem Dach der Kathedrale
🌋 Vulkane über Vulkane 🌋
Mädchen in traditioneller Tracht
León war wirklich schön 🤩

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen von Max Geburtstag, der als Partylocation einen wirklich schönen Campingplatz inklusive Swimmingpool gewählt hatte. Wir kauften noch schnell in einem Maxi Palí in León ein, bevor auch wir uns auf den Weg zum Badaboom Hostel machten wo unsere Bremer Freunde bereits auf uns warteten. Der fußläufig nur 10 Minuten entfernt gelegene Pazifikstrand eignet sich wohl ideal zum Surfen aber wir machten es uns lieber im Schatten der Markise von Knut bequem. Dort feierten wir gut gelaunt, nach dem wir Max das Trikot überreicht hatten welches für große Freude sorgte, seinen 33. Geburtstag. 🎉 Und auch ich bekam noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk überreicht: Zwei kalte Dosen Hard Seltzer und ein Glass Nuss-Nugatcreme. Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich über den süßen Aufstrich gefreut habe! Dieser liegt mit schlappen 8€ pro Glas hier nämlich mal wieder außerhalb unseres Budgets was unsere Freunde schon vermutet hatten. 😅 Am Abend wurden wir dann noch vom Geburtstagskind mit einem sehr leckeren Kartoffel-Hack-Auflauf verwöhnt und da an schlafen, auf Grund der krassen Hitze, sowieso nicht zu denken war spielten wir bis weit in die Nacht hinein noch ein paar Runden Brändi Dog. 🃏🎲  

Happy Birthday Max 🥳🥳🥳
Zum Glück gabs den Pool 💦
Wirklich hübsches Hostel
Danke Max fürs Kochen 🧑‍🍳

Und da der Platz gar so schön war verbrachten wir, trotz 36°C am Tag und gefühlt nur etwas weniger in der Nacht, noch einen weiteren gemeinsamen Tag am Pool. 💧👙🏊‍♀️ Nach einem gemütlichen Frühstück widmete sich jeder für ein paar Stunden der Arbeit bzw. einigen Telefonaten. Abends fanden wir uns dann wieder zu viert zum Resteessen am Tisch ein, bevor es Zeit für eine erneute Partie Brändi Dog war deren Sieg neuerdings an Merle und mich ging. 🥳🥳

Fantastischer Auflauf 🤤

Dienstags verabschiedeten wir uns dann etwas wehmütig von @anschnallenabfahrt, die noch zwei weitere Tage hier verbringen wollten bevor es für sie direkt weiter nach El Salvador gehen sollte. Die beiden hatten sich, im Gegensatz zu uns, gegen Honduras entschieden. Bevor wir uns jedoch auf den Weg zur Grenze machten wagten wir noch einen Abstecher in die kühlere Bergregion. Wir hatten von einem Ort namens Selva Negra (Schwarzwald) gehört, der sich nur wenige Kilometer oberhalb der Kaffeehauptstadt Matagalpa befinden sollte. Für die Fahrt dorthin benötigten wir, trotz guter Straßen und einer an und für sich kurzen Strecke von lediglich 200 Kilometern, allerdings fast vier Stunden weshalb wir erst am späten Nachmittag auf der Kaffee-Hacienda ankamen. Das Gelände schien riesig zu sein und wir fuhren fast eineinhalb Kilometer durch die Kaffee- und Bananenplantagen, bis wir das große Haupthaus erreichten. Neben diesem lagen verstreut noch etliche Cabañas und auch eine Jugendherberge zählte, neben einem großen Restaurant direkt an einem scheinbar künstlich angelegten See, zu den Einrichtungen. Pro Kopf knöpfte man uns 200 Cordoba (= 5€) Eintritt ab, die man uns im Gegenzug jedoch in vollständiger Höhe im Restaurant wieder anrechnen würde. Leider wurde uns, wie schon vermutet, die Übernachtung auf dem Parkplatz nicht gestattet sodass wir uns aus Zeitgründen auch auf keinen der vielen Wanderwege auf dem Gelände mehr begeben konnten. 😕 Also ließen wir uns an einem der Tische auf der Veranda nieder und bestellten uns jeweils ein Club-Sandwich. 🥪 In weiser Voraussicht hatte ich bereits vorab einen anderen, nahegelegenen Stellplatz ausfindig gemacht. Diesen galt es noch vor Einbruch der Nacht anzusteuern weshalb wir uns direkt nach dem Essen auf den Weg dorthin machten. Schade, denn ich hätte gerne mehr über die Geschichte der deutschen Auswanderer erfahren, die sich Ende des 18. Jahrhunderts hier niedergelassen und die Kaffeeplantage gegründet hatten. Glücklicherweise lag unser Endziel, das Eco Hotel Aguas del Arenal, nur ein paar Kilometer von dem Touristenhotspot entfernt. Wie so oft gab es keine Beschilderung aber nach einmaligem Nachfragen bei hilfsbereiten Nachbarn fanden wir doch noch den richtigen Schotterweg. Wir steuerten geradewegs auf den Parkplatz der Finca zu wo uns direkt drei Hunde und kurz darauf auch Anabel, die Inhaberin, in Empfang nahmen. Abermals staunten wir nicht schlecht über die Wahnsinnsausmaße eines Privatgeländes. 😮 Ähnlich wie beim Selva Negra gediehen auch hier, neben diversen Kaffeepflanzen, allerlei Obst- sowie viele Laub- und Nadelbäume. Die Besitzerin führte uns kurz über einen kleinen Teil des riesigen Grundstücks und zeigte uns den Weg zu den Toilettenhäuschen sowie zum Hoteleingang. Wir könnten unseren Van einfach auf dem Parkplatz stehen lassen und dort nächtigen. Diese Ansage setzten wir gern in die Tat um und wir freuten uns darüber hinaus über die angenehmen Temperaturen, die in der Nacht sogar auf bis zu 17°C abfallen sollten. Welch Wohltat nach der extremen Hitze der vergangenen Tage. 🥵

Fast wie am Mummelsee 🤩
♥️ Heimatgefühle ♥️
Links die Jugendherberge, rechts die alten Maschinen für die Kaffee-Ernte
🌲🌲🌲
Die Einwanderer Familien im Jahr 1905

Tatsächlich war die Nacht bei offenen Fenstern schon etwas zu frisch für meinen Geschmack, schließlich hatten wir nur die Bettbezüge ohne Decke zum zudecken weshalb ich irgendwann fröstelnd aufwachte. Was für ein krasser Unterschied! 😅 Am Morgen fühlten wir uns aber gut erholt und gewappnet für die kleine Wanderung auf dem Grundstück von Anabel und ihrem deutschen Mann Jürgen. Letzteren lernten wir jedoch nicht kennen da er sich gerade mit einer Reisegruppe in Costa Rica befand. Während sich seine aus Nicaragua stammende Frau um Haus, Hof, Hunde und Hotelgäste kümmert arbeitet er auch als Reiseführer. Zwei der vier Hunde begleiteten uns schwanzwedelnd auf den verzweigten Wegen, die zuerst am Bach entlang und dann durch den dichten Wald führten. Etwa eine halbe Stunde später gelangten wir wieder am Ausgangspunkt an, wo wir bei Anabel je eine Tasse des hauseigenen Kaffees bestellten. Für unseren Geschmack war dieser jedoch zu wässrig weshalb wir auch keine Tüte des selbst gerösteten Kaffees mitnahmen.

Unser Stellplatz Eco Hotel
Mal wieder ein Privatgrundstück mit eigenen Wanderwegen 😳
♥️ Knuffiger Begleiter ♥️
Der Garten war eine wahre Pracht 😍
Nur den Kaffee mochten wir nicht so sehr 🙊

Nach einer weiteren, energiespendenden frischen Nacht zogen wir am nächsten Morgen wieder von dannen. Per Zufall hatte ich in Matagalpa auf der Karte ein Schokoladenmuseum entdeckt und da wir sowieso den gleichen Weg zurück nehmen mussten, den wir zuvor gekommen waren, legten wir dort einen kurzen Zwischenstopp ein. Für die Führung durch die Fabrik hätten wir uns zuvor anmelden müssen aber wir begnügten uns voll und ganz mit der Verkostung der vor Ort hergestellten Schokoladen. Sowohl die naturbelassene, 70% Bitter Schokolade als auch die mit gerösteten Kaffeesplittern versetzte Zartbitterschokolade schmeckten vorzüglich. 😋 Da die 80 Gramm Tafeln schlappe 3€ kosteten nahmen wir nur von der Kaffeevariante einen Barren mit. Auch dem ebenfalls kostenfreien Kaffeemuseum statteten wir noch einen Besuch ab. Dort wurde auf großen Schautafeln (sowohl auf Spanisch als auch auf Englisch 👍) die Kaffeegeschichte Nicaraguas erklärt, die maßgeblich von den deutschen Einwanderern Mitte und Ende des 18. Jahrhunderts geprägt wurde. Diese kauften nicht nur Ländereien von den Indigenen auf, die sie zu Kaffeeplantagen umfunktionierten, sondern schafften auch Maschinen an und schufen Transportwege bis zur Pazifikküste. Unter diesen Pionieren befanden sich auch die Familien Kühl und Vogel, die Mitbegründer der heutigen Selva Negra Eco Lodge. Für gerade einmal 0,50€ bestellten wir uns jeweils noch eine Tasse leckeren Kaffees, bevor wir zurück auf die Panamericana fuhren die in Nicaragua mit NIC-1 gekennzeichnet ist. Von dort aus bogen wir neuerdings ab in die Berge, diesmal ins Reserva Natural Tisey. Dort hatten uns Roland und Nicole, die beiden Langzeitreisenden aus Ludwigsburg die wir am Masaya Vulkan getroffen hatten, einen Stellplatz auf der Estancia Tisey empfohlen. Hier erwartete uns ebenfalls ein extrem weitläufiges Gelände, das zur einen Hälfte Restaurant- und Hotel, zur anderen Hälfte Bauernhof zu sein schien. Die Mitarbeiterin war freundlich aber wenig bemüht, uns die Einrichtungen näher zu zeigen. Sie erklärte uns nur kurz den Weg zu Toiletten und (kalten) Duschen bevor sie uns mit einem Fingerzeig auf die grüne Wiese klar machte, wo wir unseren Van abstellen könnten was wir dann auch wie befohlen taten. 😅

Schokoladen Museum in Matagalpa
Auch der Eintritt ins Kaffeemuseum war gratis 👍🏻
Die Schautafeln waren interessant & informativ 🔎
Hier schmeckte auch der Kaffee vorzüglich ☕️
Wer mehr über die deutschen Einwanderer erfahren möchte 👆🏻
Die Familien Kühl & Vogel

Gut ausgeruht nach einer neuerdings erfrischenden Nacht schnürten wir am nächsten Morgen unsere Wanderschuhe und begaben uns auf eine aufregende, 10 km lange Wanderung. Unser erster Halt war die Comunidad La Garnacha, wo uns zwei kurze Wege zu atemberaubenden Aussichtspunkten über vielschichtige Bergketten führten. Nach einer leckeren Erfrischung in Form eines frischen Ananas-Safts bei einem kleinen Lokal am Wegesrand erkundeten wir die kuriose Stätte El Jalacate. Dort treffen Besucher aus aller Welt auf den wunderbar verrückten Analphabeten Alberto, der seit 1988 die Sandsteinfelsen auf seinem 100.000 Quadratmeter großen Grundstück bearbeitet. 😮 Die über 3.000 Skulpturen und Reliefs die der mittlerweile uralte, aber immer noch vor Kreativität sprühende Alberto im Laufe seines Lebens geschaffen hat sind ebenso beeindruckend wie kurios. Sie erzählen oft faszinierende Geschichten aus der Kultur Nicaraguas, von mythologischen Figuren bis hin zu politischen Ereignissen. Fast eine Million Abenteurer haben diesen abgelegenen Ort bereits erkundet und wir verstehen vollkommen, warum!

Ferien auf dem Bauernhof 😅
Endlich mal wieder wandern 🎒🧭
Süßes Hexenhäuschen 🧙‍♀️
Die Käserei hatte leider geschlossen 😢
Dafür gabs schöne Aussicht
Simon passte gut ins Thema 😅
Wir besuchen eine außergewöhnliche Stätte
Hier wird man vom Künstler höchst persönlich empfangen
Gelungenes Selbstporträt
Seit den 80ern bearbeitet Alberto den Sandstein
Rückweg zum Stellplatz

Wir hatten es nicht weiter eilig und so legten wir, nur wenige Kilometer vom vorherigen Spot entfernt, einen weiteren Übernachtungsstopp beim All Nica Cigar Store ein. Dieser liegt zwar direkt neben der Panamericana aber der sehr liebenswerte, aus Kuba stammende Inhaber Julio hat ein großes Herz für Overlander und lässt Reisende aus aller Welt kostenfrei im hinteren Bereich seines Areals, gut versteckt hinter der Hauswand, auf einem Grünstreifen parken. Selbst unseren Wassertank hätten wir hier problemlos und ohne Gegenleistung auffüllen können. 🥰 Wer dem Tabakgenuss wohlgesonnen ist kann sich im dazugehörigen, schicken Laden ganz nebenbei noch mit ein paar nicaraguanischen Zigarren eindecken. Das Stück kostet ab 5$, eine Schatulle mit 12 handgerollten Zigarren ist ab 85$ erhältlich. In und um Estelí, der nächst größeren Stadt, befinden sich nämlich nicht nur etliche Tabakplantagen sondern auch die ein oder andere Zigarrenmanufaktur ist hier zuhause. Wir beließen es beim Filmen und unterhielten uns stattdessen noch ein Weilchen mit Julio. Er erzählte uns, dass er vor 25 Jahren mit seiner mittlerweile verstorbenen US-Amerikanischen Frau von Kalifornien nach Nicaragua gekommen sei. Obwohl damals bereits im Rentenalter baute er sich hier ein neues Standbein in Form seines Zigarrenladens auf. Bis vor wenigen Jahren beschäftigte er sogar noch rund 15 Mitarbeiter, die in der an den Laden angrenzenden großen Werkstatt die edlen Holzetuis fertigten. Mittlerweile laufen aber die Verkaufsgespräche, damit er sich bald endgültig zur Ruhe setzen und seine letzten Jahre in seinem Strandhaus in San Juan del Sur genießen kann. 

Übernachtungsspot bei einer Zigarren Manufaktur
Hier wurden die Holzetuis gefertigt

Auf unserem Weg zum Grenzübergang El Espino befand sich noch ein letztes, lohnenswertes Ziel: Der Cañon de Somoto. Wir fanden, neuerdings direkt neben der Hauptstraße, eine tolle Unterkunft bei einer Privatfamilie. Francisco, der Inhaber von La Ceibita Tours, Campsite & Restaurante, empfing uns noch am Tor mit offenen Armen und wies uns einen Stellplatz auf einer erdigen Freifläche neben einem Rohbau zu. Für 2$ pro Person und Nacht kann man hier sicher übernachten und sich am nächsten Tag zu Fuß auf zum Canyoning Abenteuer machen. So war auch unser Plan weshalb wir uns nach einem schmackhaften Gallo Pinto Abendessen (Reis mit roten Bohnen, frittierte Kochbanane, Käse und Rührei) im dazugehörigen Lokal auch direkt ins Bett begaben. 😴

Restaurant, Cabañas, Tour & Camping La Ceibita
Die Cabañas sahen echt toll aus
Und auch das Essen war sehr fein
Vollmond Aufgang 🌕

Unsere Entscheidung, bereits zu so früher Stunde zu Bett zugehen, erwies sich als goldrichtig denn wie so oft in Nicaragua wurden wir einmal mehr bereits im frühen Morgengrauen von den Hühnern aufgeweckt. 🥱 Zum Glück hatten wir uns am Vortag mit frischem Kaffee eingedeckt der ausnahmsweise nicht nur gut, sondern mit umgerechnet 6,50€ für 900g sogar richtig günstig war. 🤗 Nach dem wir unseren Wachmacher genossen hatten verstauten wir unsere Wertsachen sowie die Badeschuhe und zwei Wasserflaschen in unseren paddelbrett Dry Bags. Da wir die vom Río Coco, dem größten Fluss Zentralamerikas, geformte Schlucht mit ihrem kristallklaren Wasser gerne alleine erkunden wollten entschieden wir uns gegen einen Guide. Und ganz nebenbei sparten wir pro Kopf somit auch noch 15$ für den Führer. 😉 Zumal man sich entlang des Flussbetts ja auch kaum verlaufen kann und es irgendwie auch Teil des Abenteuers ist, sich seinen Weg über und durch den Flusslauf selbst suchen zu müssen. Die große, 12 Kilometer lange Ganztagestour erschien uns jedoch zu lang weshalb wir uns für die Halbtagesvariante á 4 Stunden und 8 Kilometer entschieden. Beim Erreichen des Flussufers konnten wir bereits einen ersten Blick in den sich zunehmend verengenden Canyon werfen der definitiv Lust auf mehr machte. 😀 Die ersten hundert Meter konnten wir noch problemlos trockenen Fußes über die Mal mehr, mal weniger großen Steine im Flussbett hinweghüpfen aber bald hieß es Badeschuhe an, Klamotten aus und rein ins frische Nass. Mehrere Passagen konnten nur schwimmend durchquert werden und wir genossen es, hier ganz für uns alleine zu sein, von den über uns kreisenden Geiern einmal abgesehen. 😅 Unsere Rufe hallten von den hohen Felswänden zurück und, gegen Ende unserer Tour, mischten sich andere Stimmen dazwischen. Wir hatten die kleine, uns vorausgegangene fünfköpfige Reisegruppe wieder eingeholt die sich mittlerweile zu einem Sonnenbad auf den großen Felsen niedergelassen hatte. Da mir mittlerweile wirklich kalt vom Schwimmen war taten wir es ihnen gleich und es war eine wahre Wohltat, sich auf die warmen Steine zu legen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. 😎 Die vorletzte, gut und gerne 600 Meter lange Etappe hätten wir neuerdings schwimmen müssen. Auf Grund meiner Gänsehaut hatte ich dazu aber keine große Lust mehr, obwohl es Landschaftlich super schön gewesen wäre. So kam die Einladung, gemeinsam mit der Reisegruppe in ein Paddelboot zurück zum Ufer zu steigen, wie gerufen. 😁 Die letzten eineinhalb Kilometer zurück zu unserem Stellplatz absolvierten wir dann wieder alleine. Was für ein schöner Abschluss unserer gerade einmal zweieinhalbwöchigen Reise durch Nicaragua. ❤

Euch werden wir nicht vermissen 🤣
Bereit fürs Canyoning Abenteuer
Eselchen auf dem Weg zum Startpunkt 🥰
Die Kletterpartie beginn

Wie werden wir das Land in Erinnerung behalten? Nicaragua stand für uns mit seiner staubtrockenen Landschaft im krassen Gegensatz zum saftig grünen Costa Rica. Auch die Temperaturen lagen, vor allem rund um León, mitunter deutlich über unserer Wohlfühltemperatur. Auch die Armut der Menschen ist mitunter groß und unübersehbar was wahrscheinlich dazu führt, dass der ein oder andere einem auf Grund seines hartes Lebens etwas mürrischer als anderswo üblich begegnet. Und auch wenn man in der Diktatur Nicaragua seine Meinung nicht offen aussprechen sollte hat es uns hier trotzdem gut gefallen. Vielleicht auch deshalb, weil das Land mit seinen überdimensionalen Privatgrundstücken noch nicht dem Massentourismus zum Opfer gefallen ist und man sich hier des Öfteren noch in eine andere Epoche zurückversetzt fühlt.

Wir sind gespannt, ob wir einen ähnlichen oder doch völlig anderen Eindruck von Honduras haben werden. Einem Land, dass noch bis vor wenigen Jahren das Ranking der gefährlichsten Länder der Welt anführte… 🇭🇳

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NEW BLOG POST 🇳🇮 (08. – 14.02.2024) Grenzübertritt Nicaragua – Ometepe – Granada

Nach ein paar entspannten Tagen am Strand machten wir uns am Donnerstag auf zu unserem letzten Stopp in Costa Rica: Dem Campingplatz Cabañas Cañas Castilla, der von den netten Schweizern Agi und Guido geführt wird. Ihr Grundstück liegt direkt an einem breiten Fluss und Simon konnte am Nachmittag darin nicht nur Otter sehen, sondern sogar 5 kleine Fische fangen. 😀 Witzigerweise trafen wir dort, mal wieder unabgesprochen, auch kurz auf Max und Merle die sich aber wenige Stunden später bereits zur Grenze begaben. Während der Wind unsere Wäsche trocknete und Simon angelte erkundete ich derweil einen der beiden Wanderwege, die sich auf dem gewaltigen Gelände befinden auf dem es auch einige hübsche Ferienwohnungen gibt. Nach dem ich die Pferde-, Hühner- und Gänseställe passiert hatte entdeckte ich relativ schnell ein paar Affen in den Bäumen. Wenige hundert Meter weiter turnte bereits die nächste Affenbande in den Wipfeln herum und auch einen großen Specht mit rotem Kopf konnte ich ausmachen. Als ich weiter oben das Flussbett überquerte hielt ich Ausschau nach Kaimanen, jedoch konnte ich keinen Alligator spotten. Machte aber nichts denn wieder ein paar Meter weiter schien ein Faultier regelrecht auf mich gewartet zu haben. Ich schätze, dass es wenige Minuten zuvor den Boden aufgesucht hatte um sich zu erleichtern und jetzt war es gerade wieder im Begriff, langsam seinen Baum hinaufzuklettern. Ich begegnete ihm fast auf Augenhöhe und sah ihm mindestens eine Viertelstunde lang bei seinem Aufstieg in die Baumwipfel zu. Was für ein grandioser Abschluss unserer Costa Rica Reise! 🤩 Am Abend führten wir dann noch einige nette Gespräche, unter anderem mit einem älteren Paar aus Lörrach das in entgegengesetzter Richtung zu uns unterwegs war. Außerdem konnte ich einer Schweizer Familie, die mit ihren drei Söhnen in einem Kastenwagen ähnlich unserem reist (wenngleich mit Aufstelldach), noch unsren Südamerikareiseführer vermachen. Und mit einem jungen, radreisenden Pärchen aus Holland konnten wir unsere letzten Colon gegen Cordoba, die Währung Nicaraguas, tauschen. 👍 

Unser Stellplatz auf dem schönen Gelände
Während Simon angelt…
…gehe ich wandern
Affen gabs noch und nöcher 🐒
Auch ein großer Ziegenbock kam mir unter
Klares HIGHLIGHT war aber das Kerlchen hier 🦥
Ein ganz schön stattliches Exemplar 🤩
Reisende aus Lörrach

Wir wurden im Morgengrauen, schätzungsweise gegen 05:00 Uhr, von den Brüllaffen sowie dem krähenden Hahn geweckt. Simon versuchte noch einmal kurz sein Angelglück, diesmal allerdings erfolglos, während ich früh am Morgen noch eine Runde Yoga absolvierte. Danach versteckten wir unsere Drohne sowie die Festplatten und das Fernglas gut im Innenraum, da diese Gegenstände in Nicaragua nicht nur ungern gesehen, sondern mitunter sogar verboten sind. Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns von Agi, beglichen bei ihr die 15$ für die Übernachtung auf dem Campingplatz sowie weitere 5$ für die Waschmaschine. Vor Verlassen des Geländes nutzten wir noch das gute WLAN, um die 8$ Touristensteuer zu bezahlen, die bei Ausreise aus dem Land fällig werden. Über die Website der Banco Costa Rica, kurz BCR, ging das zum Glück relativ einfach und zügig. Vor der Grenze hatte sich bereits ein ca. fünf Kilometer langer LKW-Stau gebildet aber unsere Ausreise aus Costa Rica war binnen fünf Minuten erledigt. 👍 Auf dem Weg zur nicaraguanischen Grenze mussten wir mit dem Van die obligatorische Fumigación (=Fahrzeugdesinfektion) passieren. Beim Betreten der Migración in Nicaragua staunten wir nicht schlecht denn kurioserweise werden hier pro Person 1$ Eintritt ins Gebäude verlangt. 😮 Wir behaupteten, weder US-Dollar noch nicaraguanische Cordoba zu besitzen. Und da sie den 10k Colon Schein aus Costa Rica nicht wechseln konnten kamen wir letzten Endes doch noch ohne Gebühr rein. 😉 Auch die Stempel in den Pass kosteten pro Kopf 13$. Weiter gings zur Aduana, wo sich die Zöllner gegen eine manuelle Durchsuchung unseres Fahrzeugs und für den elektronischen Scanner entschieden. Mit unserer ausgefüllten Einreisekarte mussten wir zur Polizei, diese dort abgeben, anschließend mit dem Fahrzeug durch die Röntgenanlage und dann wieder zurück zur Polizei. Dort mussten wir länger warten, bis letztlich Beamte mit dem Röntgenbild erschienen und noch einen Blick in den Innenraum warfen. Ihre Fragen nach Drohne, Walkie-Talkie und GPS-Gerät verneinten wir jeweils. Daraufhin erhielten wir die Einreisekarte, die zwischenzeitlich mit diversen Stempeln und Unterschriften versehen war, wieder zurück und gingen damit neuerdings zur Aduana wo wir das TIP fürs Fahrzeug erhielten. Am nächsten Schalter wurden wir erneut zur Kasse gebeten: Für die Fahrzeugdesinfektion wurden 5$ verlangt. Außerdem mussten wir weitere 5$ KFZ-Steuer bezahlen. Bis dato hatten wir noch an keiner einzigen Grenze irgendetwas bezahlen müssen. 😮 Es folgte ein letzter Dokumentencheck beim finalen Passieren der Grenze, wo wir rechter Hand an einem Imbissstand bei einer Versicherungsdame gegen Zahlung weiterer 12$, die KFZ-Haftpflichtversicherung für die gewährten 30 Tage abschließen konnten. Weder die Quittung für die Ausreisesteuer aus Costa Rica, noch die Belege für Fahrzeugdesinfektion bzw. KFZ-Steuer in Nicaragua wurden irgendwo kontrolliert. Vielleicht hätte man sich diese Kosten auch sparen können, aber wer will sich schon mit einer strengen Diktatur anlegen?! Insgesamt haben wir für den Grenzübertritt drei Stunden benötigt, unser bisheriges all-time high. Von der Grenze aus fuhren wir gegen 13:30 Uhr direkt weiter ins 35km entfernt gelegene Rivas, wo wir uns in einem Maxi Palí mit frischen Lebensmittel eindeckten. Von dort aus war es nur noch ein Katzensprung nach San Jorge, von wo aus die Autofähren auf die Ometepe Insel ablegen. Am Fährableger angelangt fragte uns der Hafenarbeiter nach einer Reservierung, die wir natürlich nicht hatten, woraufhin er meinte dass sowohl alle heutigen als auch morgigen Fähren bereits ausgebucht wären. 😮 Nichts desto trotz Begleitete er mich zu den drei Ticketschaltern und, wer hätte das gedacht: Die Dame an Schalter Numero Zwei hatte tatsächlich noch einen Platz auf der 17:45 Fähre für uns frei! In Summe kostete die Überfahrt für uns beide, den Van und die Fahrräder 30€. Hatte ich schon erwähnt, dass wir zuvor noch für 113€ tanken waren und der Einkauf im Supermarkt auch 52€ gekostet hatte? Zum Glück sind Tage wie dieser die Ausnahme! 💸💸💸 Die 70minütige Überfahrt nach Moyogalpa war auf Grund der starken Winde ziemlich rau und ich war Gott froh, dass mir trotz des heftigen Wellengangs nicht übel wurde. In der Dunkelheit bahnten wir uns unseren Weg durch enge Gassen zum wenige hundert Meter vom Fähranleger gelegenen Camping Doña Nela. Dort angekommen stellte sich allerdings heraus, dass wir mit unserem Van nicht durch das schmale Eingangstor hindurchkommen würden. Derzeit kann der Platz nur von Fahrrad- und Motorradreisenden genutzt werden. Sie versicherte uns jedoch, dass wir ohne Sorge am Straßenrand gegenüber von ihrem Grundstück die Nacht verbringen könnten. Die gesamte Insel sei sehr sicher und es würden mit Sicherheit auch keine weiteren größeren Fahrzeuge hier durchkommen. 🙈 Mangels Alternativen und müde von dem anstrengenden Tag willigten wir in ihren Vorschlag ein.

Langer LKW Stau vor der Grenze
Mehr Stempel & Unterschriften hätten kaum mehr drauf gepasst 😂
Wir ergattern den letzten Platz auf der Fähre… ⛴️
…und legen bei Sonnenuntergang ab 🌅
Die Überfahrt war ganz schön wild 🌊
Bei unserer Ankunft ist es bereits dunkel

Am nächsten Morgen sagten wir Doña Nela und ihren zwei Töchtern, nach dem wir ihnen als Dank für ihre Gastfreundschaft 5€ überreicht hatten, bereits wieder Lebewohl. Allerdings kamen wir nur wenige Meter weit denn an der Einfahrt des Weges zu ihrem Grundstück, an dem sich am Vorabend noch eine Warnbarke befunden hatte, klaffte nun ein großes tiefes Loch im Erdboden. 😯 Ein Vorbeikommen war unmöglich und nachdem die beiden Arbeiter zuerst meinten, es würde ein ganzes Weilchen dauern bis der Bagger wiederkäme erschien er dann doch viel schneller als erwartet. Ruckzuck war der Betondeckel wieder auf dem Schacht, etwas Erde darüber geschaufelt und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen. 😃 Unser erster Halt auf der überschaubaren Insel mit den Doppelvulkanen war das Naturschutzgebiet Charco Verde. Nach dem wir pro Kopf 5$ bezahlt hatten durften wir das Gelände betreten auf dem sich insgesamt drei Naturpfade befinden. Wir umrundeten die Laguna Verde, von der aus man schöne Aussicht auf die beiden Vulkane hat, und konnten neben den blau-weißen Elstern mit ihrem hübschen Kopfschmuck die größte Brüllaffenbande unserer gesamten Reise ausmachen die aus gut und gerne zwanzig Tieren bestand. 🐒 Danach besuchten wir das Schmetterling Haus, wo neben dem für Mittelamerika typischen Morpho Azul auch ein paar weitere Arten umherflatterten. Last but not least gingen wir noch einen kurzen Rundweg bis zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man nicht nur die Lagune sowie den riesigen Nicaraguasee, sondern auch Teile des Festlands sehen konnte. Weiter gings in Richtung des grünen Vulkan Maderas, wo wir oberhalb des schönen Strandes Playa Santo Domingo beim Restaurant Comedor Julia freundlicherweise die Erlaubnis erhielten, kostenfrei auf einem von nur zwei Parkplätzen zu nächtigen. 🥰 Liebend gerne revanchierten wir uns dafür mit einem Mittagessen in ihrem Lokal, von dessen Terrasse aus man einen tollen Blick auf See und Strand hat. Wir bestellten zwei frische Fruchtsäfte und teilten uns ein leckeres Tellergericht, da wir am Abend unbedingt noch den von Simon gefangenen Fisch zubereiten wollten. Nach einem Bad im See hatten wir gerade wieder an einem der Tische Platz genommen und uns einen Kaffee bestellt als plötzlich unsere Bremer Freunde um die Ecke bogen. 😃 Neuerdings unabgesprochen da wir seit verlassen Costa Ricas offline waren und wir nicht einmal gewusst hatten, ob sie es vor uns noch auf eine Fähre geschafft hatten oder doch auf dem Festland geblieben waren. Also bestellten wir noch ein weiteres Getränk, während die beiden aßen, und ließen den Tag gemütlich zu viert ausklingen. ❤

Doña Nela liess uns vor Ihrer Haustür übernachten
Hier gabs kurz kein Weiterkommen mehr 🙈
Wir umrunden die grüne Lagune…
…und sehen eine riesige Brüllaffen Familie
Weiter ging’s ins Schmetterling Haus
Links im Bild der Morpho Azul 🦋
Hier sieht man ihn etwas besser
Schmetterlinge sind ein schweres Fotomotiv 🫢
Bei Julia fanden wir einen sicheren Stellplatz…
…sowie leckeres, günstiges Essen…
…und einen tollen Badestrand mit Blick auf den erloschenen Vulkan Maderas

Sonntagsmorgens durchquerten wir den Isthmus und wechselten auf die andere Seite. An der schmalsten Stelle der Insel befindet sich die schöne Playa Mango, die ihren Namen von den vielen Mangobäumen hat die hier bestens zu gedeihen scheinen. Neuerdings tauschten wir Kost gegen Logis, in dem wir beim Restaurante Mirador del Concepción y Kayak Tours für 4 € pro Person ein leckeres, reichhaltiges Frühstück zu uns nahmen. Im Gegenzug erlaubte uns der Inhaber Gabriel die kostenfreie Übernachtung gegenüber des Restaurants. Dieses befand sich in einer Sackgasse, lag direkt am See und bot wunderschöne Aussicht auf den aktiven Vulkan Concepción. Laut Aussage der hier sesshaften Familie liegt der letzte Ausbruch etwa acht Jahre zurück. Wir machten es uns unter anderem in den bereitstehenden Hängematten bequem und badeten in dem angenehm warmen See. Dieser lud am späten Mittag, als die Temperaturen ihren Höchstpunkt erreicht hatten, geradezu zum Schwimmen ein und ich bin selten irgendwo mit derart schöner Aussicht geschwommen. Wenige Stunden nach unserer Ankunft stießen unsere Freunde von @anschnallenabfahrt dazu und gemeinsam genossen wir den traumhaften Sonnenuntergang über dem Nicaragua See. 🌅

Grandioser Schlafplatz beim nächsten Restaurant
Hier war nicht nur das Essen gut & günstig…
…sondern auch die Aussicht fantastisch 🤩
Die Hausschweine der Familie haben ein schönes Leben
💛💛💛

Ometepe ist mit etwa 270 km² übrigens die weltweit größte vulkanische Insel in einem Süßwassersee. Schätzungsweise leben hier ca. 30k Menschen. Der Inselname stammt aus dem Nahuatl und ist zusammengesetzt aus den Begriffen ome (zwei) und tepetl (Berg) was sich auf die zwei Vulkane bezieht. Die beiden Vulkane Concepción (1.610m, letzter Ausbruch 2016) und Maderas (1.394m, Datum des letzten Ausbruchs unbekannt) prägen die Insel und geben ihr die Form einer Acht. Der größere Vulkan Concepción ist einer der aktivsten Vulkane in Nicaragua. Durch seine relativ regelmäßigen Eruptionen trägt er maßgeblich dazu bei, dass der Boden auf der Insel sehr nährstoffreich ist und sich hervorragend für die Landwirtschaft eignet. Vor allem werden hier Kochbananen und Sesam, aber auch Tabak, angebaut. Der Vulkan Maderas ist erloschen und bis zum Krater mit dichtem Wald bewachsen, welcher sich an der Spitze zu Nebelwald entwickelt hat. 

Am nächsten Tag wurde ich gegen 04:00 Uhr zum ersten Mal vom Krähen des Hahnes wach und alsbald begannen auch die vielen wilden Sittiche mit ihrem lauten Geschnatter. Da fiel das Aufstehen um 06:00 Uhr, als ausnahmsweise der Wecker klingelte, doch gar nicht mehr so schwer. 😅 Eine Stunde später waren wir nämlich mit Dahiana, einer Urlauberin aus Frankreich, verabredet die sich hier für 10$ ein Einerkajak gemietet hatte. Da sie die Tour jedoch nicht alleine unternehmen wollte hatte sie uns am Vortag gefragt, ob sie sich uns anschließen könne was wir selbstverständlich bejahten. Allerdings entschieden wir uns spontan gegen das 20$ teure Doppelkajak und für unser SUP von @paddelbrett. Bis dato hatten wir es zwar noch nie gemeinsam benutzt aber immerhin ist es ja dafür ausgelegt und wofür schleppen wir das Teil sonst mit! Im Sitzen ging das Paddeln zu zweit leicht und als wir in die Flussmündung einbogen stand Simon hinter mir sogar auf. Ich legte derweil mein Paddel zur Seite und kümmerte mich stattdessen ums Filmen und Fotografieren. 📸 Neben ziemlich vielen Vögeln, darunter auch stattliche Graureiher, konnten wir außerdem einen gut in den Mangroven getarnten kleinen Kaiman sowie eine Wasserschildkröte sehen. Etwa zwei Stunden später gelangten wir wieder am Ausgangspunkt an, wo Max und Merle sich gerade im Restaurant ihr Frühstück bestellt hatten was wir ihnen gleichtaten. Später durfte ich dann noch die nette Bekanntschaft mit Rosita machen, dem plappernden grünen Papageien der Familie. 😀 Neben dem Vogel besitzen sie noch drei oder vier Hunde, eine Katze, etliche Schweine und Hühner sowie ein paar Rinder. In Nicaragua lebt man heute noch wie in Europa vor hundert Jahren und so ist es ganz normal, dass sich die meisten Familien Nutztiere halten und größtenteils selbstversorgen. Auch fließend Wasser ist kein Standard weshalb wir uns nicht weiter wunderten, dass neben der Toilettenschüssel volle Wassereimer und eine Schöpfkelle standen. Die Dusche, die lediglich aus einem Rohr an der Wand bestand, war wohl intakt aber die Toilettenspülung nicht. Auch der Herd wird hier keinesfalls elektrisch und nicht einmal mit Gas, sondern noch mit Holz betrieben. Unser leckeres Frühstück wurde also auf offener Flamme zubereitet. Und ehe wir uns versahen war auch dieser Tag, nach einer weiteren Runde mit dem SUP bzw. einer Schwimmeinheit, schon wieder vorbei. 😴 

Der sprechende Papagei Rosita
Sie wollte gar nicht mehr von mir runter 😅
Max & Merle waren auch mit von der Partie 🥰
Rinder kamen auch ab & an zum trinken vorbei
Noch mal paddeln…
…und dann den Sonnenuntergang genießen 🌅

Während Max und Merle sich am nächsten Morgen von uns verabschiedeten, um die 12:00 Uhr Fähre zurück aufs Festland zu erwischen, bestellten wir bei unserer Gastfamilie noch einmal Frühstück. Diesmal entschieden wir uns für Pancakes mit frischem Obst und auch dieses Gericht schmeckte vorzüglich und war mehr als üppig. Wir nutzten noch einmal unser SUP und schwammen im See, bevor auch wir uns am Folgetag von dem idyllischen Platz verabschiedeten. Via WhatsApp hatte ich uns diesmal sicherheitshalber einen Platz auf der Fähre reserviert welche pünktlich um 10:00 Uhr in Moyogalpa ablegte. Wieder auf der anderen Seite angelangt machten wir uns direkt auf den Weg in die schöne Kolonialstadt Granada, die in etwa eine Autostunde vom Fähranleger entfernt lag. Dort angekommen parkten wir unseren Van auf dem neuen, 24h bewachten Parkplatz des Centro Comercial. Hier gibt es u.a. ein Kleinfeld zum Fußballspielen, blitzblanke Toiletten und einen Food Court. Außerdem gestattete uns der Sicherheitsmann, nach dem wir die Parkgebühr in Höhe von 150 Cordoba (3,50€) beglichen hatten, auch prompt die Übernachtung. Das Stadtzentrum war fußläufig schnell erreicht und da wir Hunger hatten, und noch dazu Valentinstag war, ließen wir es uns bei Kathy’s Waffle House erstmal gut gehen. 😋 Danach hatten wir wieder genug Energie für die Stadtbesichtigung. Das Highlight ist sicherlich die schöne, gelb-rote Kathedrale aber auch das alte Kloster ist hübsch anzusehen. Genauso wie die vielen Pferdekutschen, mit denen man als Tourist eine einstündige Stadtrundfahrt unternehmen kann. Wir liefen noch bis zum Ufer des 160km langen Nicaraguasees, bevor wir wieder kehrt machten und uns auf den Nachhauseweg begaben. 

Ein letztes Frühstück…
…und ein Bananen Milchschake mit bester Sicht auf den wolkenfreien Vulkan Concepción
Dann ging’s zurück aufs Festland …
…und ab nach Granada
Das alte Kloster
Kutschen gibt’s hier mehr als genug 😮
Wir müssen erstmal was essen 🤤
Happy Valentins Day 💛
Die alte Kathedrale hat auch Charme
In Granada sind alle Häuser bunt – I like it 👍🏻
Der hier hatte den schöneren Stellplatz
Unserer war dafür bewacht & günstig
Nur halt nicht so schön 🤷🏼‍♀️

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NEW BLOG POST 🇨🇷 (26.01. – 05.02.2024) La Fortuna – Arenal – NP Tenorio – Puerto Soley

Nach einer regenreichen, zweiten Nacht am Kratersee machten wir uns am nächsten Tag auf nach La Fortuna. Das kleine touristische Örtchen liegt malerisch am Fuße des Arenal Vulkans, der über und über mit grünen Bäumen bewachsen zu sein scheint. In einer der vielen Sodas, so heißen hier die traditionellen Lokale, ließen wir uns zum Frühstück nieder. Wir bestellten das typische Pico de Gallo, das in Form von Reis mit Bohnen, zweier Spiegeleier, zwei Stücken Kochbanane und statt des eigentlich erhofften Käses mit saurer Sahne daher kam. Obendrein gabs für jeden eine Tasse Kaffee sowie ein Glas Orangensaft. 👍 Wenige Kilometer außerhalb fanden wir an den Thermen Los Laureles für 2.000 Colon pro Person (= 3,50 €) einen guten Stellplatz vor. Auf einer großen, grünen Wiese direkt neben dem Eingang zu den vulkanischen Thermalbädern wurde extra für Camper ein Parkbereich eingerichtet, zu dem auch Duschen sowie Toiletten und ein überdachter Außenbereich gehören. Der Eintritt in die Anlage kostet pP weitere 5.000 Colon (= 9 €), ist aber nicht verpflichtend. Wir entschieden uns aber für den Badespaß da es leicht bewölkt und nicht zu warm war. Die Thermen sind wahnsinnig weitläufig und wunderschön angelegt, man fühlt sich wie in einem tropischen Garten. Neben einigen warmen Badebecken, in denen das Wasser bis zu 44°C warm ist, gibt es auch etliche kühle Becken. Selbst ein Schwimmer- sowie ein Nichtschwimmerbecken und eins mit zwei Rutschen war vorhanden. Um die vielen Badebereiche herum verteilen sich überdachte Sitzbereiche, die bei der lokalen Bevölkerung sehr gut anzukommen scheinen. Wir staunten nicht schlecht, was die Familien auf ihren Tagesausflug alles mitgenommen hatten: Vom elektrischen Reiskocher über den Gasgrill bis hin zur elektrischen Filterkaffeemaschine, und natürlich den obligatorischen Kühlboxen, wurde so einiges angeschleppt. 😮 Gegen 18:00 Uhr verließen wir die bis 20:00 Uhr geöffneten Thermen. Ursprünglich wollten wir nur schnell eine Kleinigkeit essen, um dann in der Dunkelheit unterm Sternenzelt noch ein letztes Mal in die warmen Becken zu liegen. Da aber zwischenzeitlich Gerd und Martina aus Calw alias @Zhou Schnell in ihrem olivgrünen IVECO mit Wohnkabine auf dem Campingplatz eingetroffen waren verquatschten wir uns. 😅 Die Beiden sind ebenfalls seit fast eineinhalb Jahren unterwegs, allerdings in umgekehrter Richtung nämlich von Halifax (Kanada) nach Ushuaia (Argentinien). Nach dem Plausch mit ihnen unterhielten wir uns, während wir unsere Pasta aßen, mit unseren neuen Nachbarn: Einem Pärchen aus England bzw. Norwegen, die für drei Wochen mit dem Mietcamper durch Costa Rica reisten. Das ist der große Vor-, manchmal vielleicht auch Nachteil, von Campingplätzen: Man findet immer jemanden zum Reden. 😀

Typisches Frühstück in Costa Rica
Pura Vida!
Blick auf den Vulkan El Arenal
Entspannen in der Therme
Das Gefährt von Gerd & Martina

Auch in dieser Nacht fiel neuerdings ordentlich Regen der am Morgen aber glücklicherweise nachließ, sodass wir mit unserem Eintrittsarmband vom Vortag noch einmal kurz die Therme nutzen konnten. 🙃 Frisch geduscht frühstückten wir noch gemütlich, bevor wir uns von Gerd und Martina verabschiedeten und 40km weiter zur großen Laguna de Arenal fuhren. Während der Autofahrt querte eine Bande Nasenbären die Fahrbahn und verursachte damit ein kleines Verkehrschaos: Plötzlich hielten alle Autos abrupt an und die Insassen sprangen aus ihren Fahrzeugen um die possierlichen Tiere abzulichten. Darunter auch wir. 🤣 Auf einer kleinen Halbinsel entdeckten wir einen tollen Stellplatz, von dem aus wir einen 180 Grad Panorama Blick auf den See sowie die umliegenden Berge hatten. 🤩 Nur das Wetter hätte etwas besser sein können denn der Himmel blieb den ganzen Tag über bedeckt, es nieselte immer mal wieder und auch der Wind war böig frisch. Machte aber nix, so konnten wir nämlich in aller Ruhe noch ein bisschen an den Laptops arbeiten.

Drollig
Schöner Stellplatz am See
Tierischer Besuch inklusive
Nur das Wetter hätte besser sein können…
Aber wir haben es ja auch drin gemütlich 😉

Nach drei stürmischen und verregneten Tagen am See verließen wir das an und für sich sehr idyllische Plätzchen am Dienstagmorgen. Jedoch konnten wir Arenal nicht verlassen ohne zuvor noch in der German Bakery vorbeigeschaut zu haben, die seit 1997 von Tom und seiner Frau geführt wird. Die beiden stammen wohl aus dem Allgäu und bieten in ihrem Laden, sowie dem dazugehörigen Restaurant mit schöner überdachter Terrasse, sehr viele leckere Sachen an: Roggen- und Vollkornbrote, Brezeln, Schneckennudeln, Käsekuchen, Apfelstrudel… Wir hätten am liebsten ALLES gekauft. 😅 Da das aber schlecht ging beschränkten wir uns auf Weißwurst, die tatsächlich wie in Bayern schmeckte, mit frischer Brezen, Butter und süßem Senf zum Frühstück. Aber zwei Stücke Käsekuchen mussten dann doch noch mitgenommen werden. 😉 Und dank des super schnellen WLANs konnten wir nebenbei auch noch richtig viel erledigen. Weiter gings nach Monteverde auf nicht ganz so guten, da von Schlaglöchern übersäten, kurvigen und engen Sträßchen. Wir parkten unseren Van auf dem Campingplatz von Santamaria’s Night Walk. Die Nachtwanderung, auf der man hoffentlich ganz viele Tiere wird sehen können, kostet pro Person stolze 34 €. Wir schrieben uns für den folgenden Abend ein und durften dafür eine kostenfrei Nacht auf dem Gelände verbringen. Andernfalls wären dafür noch einmal 10$ pro Kopf fällig geworden. 🙈 Scheinbar waren wir die einzigen Camper und so freuten wir uns, dass wir sowohl die heiße! Dusche wie auch den überdachten Bereich inkl. Sitzgelegenheiten, Spülbecken sowie Holzofen für uns alleine hatten. 😊

Ciao Arenal See 👋🏻
Lecker 😋
Costa Rica ist sooo grün!
Stellplatz bei Santa Elena / Monteverde
Kuchen war auch fein 😋

Am Mittwochabend um 20:00 Uhr gings dann, in einer kleinen Gruppe von acht Personen plus englischsprechendem Guide, ab in den Wald. Zuvor wurde jeder noch mit einer Taschenlampe ausgestattet. Als Erstes bekamen wir einen kleinen, grün-gelben Singvogel zu Gesicht der gut getarnt zwischen den Blättern seine Nachtruhe hielt. Kurz darauf erspähte unser Guide eine schlanke, giftgrüne Viper die ebenfalls hoch oben in einem Baum turnte. Wir überquerten eine Ameisenstraße, deren Arbeiter statt Blättern kleine Blüten transportierten, und stapften weiter durch den stockdunklen Wald. Leider hatte der feine Sprühnebel zwischenzeitlich zugenommen und ich war froh um meine Regenjacke samt Kapuze. 🌧 Im weiteren Verlauf sahen wir noch drei andere, schlafende Vögel. Darunter eine wunderschöne Tukan-Art mit roter Schnabelspitze. Auch ein großes Opossum konnten wir gerade noch so in den Ästen sehen, bevor es im dichten Laub der Baumkrone verschwand. Ehe wir uns versahen waren die zwei Stunden vergangen und wir gelangten wieder am Ausgangspunkt der Exkursion, und somit auch unserem Van, an. Vor sieben Jahren hatte ich in den hiesigen Wäldern schon einmal eine Nachtwanderung unternommen und damals konnte ich etliche exotische Tiere mehr sehen, wie z.B. den grünen Frosch mit den roten Augen, einen Skorpion, ein Faultier und eine große Vogelspinne. Schade, dass es diesmal nicht ganz so spektakulär war aber die freie Natur ist nun Mal kein Zoo und vielleicht hatten sich einige Tiere auch nur gut vor dem Regen versteckt. 🤷‍♀️

2024/1 Grüne Viper
2024/2 Tucan
2024/3 Schlafender Vogel
2017/1 Skorpion 🦂
2017/2 Vogelspinne 🕷️
2017/3 Frosch 🐸
2017/4 Schlange 🐍

Auch am nächsten Tag spielte das Wetter weiter verrückt und uns blieb der feine Sprühregen, begleitet von sehr böigen Winden, bei gleichzeitigem Sonnenschein und blauem Himmel erhalten. 😮 Unser Guide hatte am Vorabend erklärt dass dies an der Kontinentalscheide läge, inmitten derer sich Monteverde befindet, wo die Wetterfronten vom Atlantik sowie vom Pazifik aufeinanderprallen. Trotzdem liefen wir gegen Mittag vom Campingplatz aus zu Fuß die rund eineinhalb Kilometer lange Strecke bis in den kleinen, touristischen Ort Santa Elena hinein. Auch hier war ich vor sieben Jahren schon einmal gewesen und mir waren noch sehr gut die ultraleckeren Tacos in Erinnerung. 🌮 Zwar hatte Taco zwischenzeitlich den Standort gewechselt und aus dem kleinen Straßenimbiss von damals ist mittlerweile ein waschechtes hübsches Lokal geworden, aber die Tacos schmeckten noch genauso gut wie damals. 😋 Wieder zurück am Van sprangen wir beide noch einmal unter die heiße Dusche denn wer weiß, wann es die Nächste geben wird! Danach ging es zurück in Richtung Panam. Eigentlich hätten wir liebend gerne an einem tollen Aussichtspunkt übernachtet, von dem aus man sowohl die sattgrünen Berge als auch das Meer sah. Nur leider war die Auffahrt derart schlecht und vom Regen ausgewaschen, als dass wir es mit unserem schweren 4×2 Gefährt gar nicht erst wagten… Während wir weiter den Berg hinunterkurvten trafen wir per Zufall auf Max und Merle, die in ihrem blauen Knut vor den Toren eines verschlossenen Campingplatzes standen und auf die Rückkehr des Besitzers warteten. 🙈 Wenn man so etwas planen würde, würde es niemals klappen. Sooo klein ist Costa Rica nun schließlich auch nicht! 😂 Da die Sonne jedoch schon tief am Himmel stand, und wir zur Weiterfahrt gezwungen waren, hielten wir nur einen kurzen Schwatz mit den Beiden. Ein weiterer möglicher Stellplatz lag direkt neben dem Highway, hinter einem Subway. Dieser sagte uns aber nicht zu weswegen wir in die Dunkelheit hinein bis kurz vor den Parque Nacional Tenorio fuhren. Der Nationalpark war so oder so unser nächstes Ziel und dort fanden wir, glücklicherweise, auch einen richtig tollen Schlafplatz: Neben der Landstraße lag eine große Grünfläche, samt kleinem Fußball- und Spielplatz, auf der wir einen ebenen Parkplatz nebst überdachten Sitzgelegenheiten fanden.

So gut wie damals 🤩
Stellplatz im Park in Bijagua

Nach einer angenehm frischen Nacht machte ich mich am nächsten Morgen auf zum erst besten Restaurant mit WLAN, um dort online die Tickets für den Nationalpark zu erwerben. Unser Datenvolumen war nämlich leider schon wieder aufgebraucht und auch dieses galt es im Internet zu erneuern. 🤦‍♀️ Und da der Stellplatz gar so schön, und der Eingang zum Park von dort aus nicht mehr weit entfernt war, blieben wir den gesamten Tag über noch dort. Simon schob Datenmaterial für gleich zwei neue Videos zusammen während ich es mir in der Hängematte im Schatten zweier Bäume bequem machte. 😊

Als hätten wir eine böse Vorahnung gehabt schliefen wir in der Nacht von Freitag auf Samstag beide schlecht ein und waren auch nachts immer mal wieder kurz wach. So auch gegen 04:00 Uhr als wir draußen deutliche Geräusche wahrnehmen konnten. Ich war mir jedoch relativ sicher, dass diese nicht von unserem Auto stammten. Wobei wir des nachts auch kein anderes Fahrzeug mehr hatten kommen hören das neben uns hätte stehen können weshalb Simon einige Sekunden später dann doch aufstand. Als er aus der Frontscheibe lugte dachte er zuerst, die Gärtner mit ihrem Rasentrimmer würden bereits wieder anrücken. Da er sich jedoch nicht sicher war riskierte er, nach dem er unseren Sichtschutz entfernt hatte, noch einen Blick aus den Heckfenstern und der schlimmste Albtraum aller Vanlifer hatte uns heimgesucht: Er konnte nur noch zwei Gestalten über das Fußballfeld wegrennen sehen die sich offensichtlich an unseren Heckkisten zu schaffen gemacht hatten. Schnell stand fest: Der vermeintliche Rasentrimmer war wohl unser Campingtisch gewesen, der in einer schwarzen Tüte eingepackt war und sich nun nicht mehr in unserem Besitz befand. Außerdem hatten sich die Diebe unsere Hängematte sowie den Hängesessel von @lasiesta unter den Nagel gerissen. Auch unsere Säge und ein Fahrradschloss (was will man mit einem Schloss ohne Schlüssel?!) fehlten. Lediglich Opa Franz Spaten, das Sturm-Set für die Markise und die schweren Wasserkanister waren noch vorhanden. 😱 Der Schreck saß tief und wir taten bis 06:00 Uhr in der Früh kein Auge mehr zu. Hatten die Diebe eventuell am Vorabend beobachtet, wie ich die Hängematte in die Kiste zurücklegte? Oder war es purer Zufall und vielleicht sogar nur ein dummer Jungen Streich? Wie dem auch sei, erleben möchte man so etwas wahrlich nicht! Und das Ganze passierte trotz zahlreicher positiver Einträge in iOverlander und obwohl der Park in der Dunkelheit gut mit Lampen ausgeleuchtet war. 😲😞 Aber es nutzte nichts, wir hatten ja die Tickets für den Nationalpark Volcán Tenorio bereits gekauft weshalb wir uns zeitig auf den Weg machen mussten. Eine Anzeige hätte so oder so nichts gebracht, die Polizisten hätten uns vermutlich ausgelacht. Die Fahrt zum Park verlief jedoch kaum besser. Entweder hatten wir die gute Straße übersehen oder waren schlicht falsch abgebogen. Wie dem auch sei: Auf der ersten Route kamen wir an einer steilen Passage nicht mehr weiter sodass wir kehrt machen mussten. Dasselbe wiederholte sich kurz darauf erneut auf einer anderen Route und ich habe Blut und Wasser geschwitzt da ich große Sorge hatte, wir würden uns zu allem Elend jetzt auch noch fest fahren. 🙈 Glücklicherweise konnten wir unseren Van aber in mehreren Zügen wenden und, die bei der Auffahrt noch extrem steil wirkenden Hügel, erwiesen sich in umgekehrter Richtung zum Glück als weniger steil. Das ging gerade noch einmal gut und wir schafften es aus eigener Kraft zurück auf eine Asphaltstraße… 🥴 So kam es, dass wir unser Ziel mit eineinhalb Stunden Verspätung erreichten aber man ließ uns trotz der Tatsache, dass wir Tickets für den ersten Slot um 08:00 Uhr erworben hatten, ohne Probleme passieren. Und dann folgte, entlang dem Wanderweg, endlich etwas Balsam für unsere Seele und die geschundenen Nerven. Wir liefen durch einen super tollen Regenwald, in dem selbst die Grillen extra sanft zu zirpen schienen, bis wir an den spektakulären Wasserfall sowie den glasklaren, dank Sulfur himmelblauen Río Celeste und dessen natürlichen Pool gelangten. Leider war baden hier nicht erlaubt aber trotz allem fanden wir die 12$ Eintritt pro Kopf gut investiert. Zumal wir am Nachmittag, etwas weiter unterhalb des kostenpflichtigen Besucherparkplatzes unter einer Brücke, einen freien Zugang zum Fluss finden konnten. Das Wasser war zwar recht frisch, aber wenn man erst einmal drin war eigentlich recht erfrischend, und ich wusch mir sogar noch meine leider schon wieder strähnigen Haare im Fluss. 😅

Der Schreck war groß 😱
Zum Glück wurde nur diese Lasche aufgezwickt
Nix von Wert kam weg aber trotzdem ärgerlich 😡
Fast hätten wir uns auch noch festgefahren 🙈
Zu steil & zu geröllig für unseren schweren 4×2
Aber der Nationalpark entschädigte 🏞️
Das Flusswasser ist himmelblau
Und auch die Wege durch den Regenwald sind toll
Endlich mal ein fotogenes Gürteltier 😃
Schön war’s 👍🏻

Die Nacht verbrachten wir auf dem bewachten Parkplatz vor dem Eingang des Nationalparks, unter einem tollen Sternenhimmel, und durch die offenen Dachluken konnten wir die ganze Zeit über die sanften Geräusche des Urwalds direkt hinter uns wahrnehmen. Am nächsten Morgen war der Schrecken vom Vortag auch schon wieder fast verdaut und wir machten uns über die asphaltierte, aber leider sehr löchrige, Ruta 4 auf an die Pazifikküste. Wir fuhren an vielen Rinderweiden vorbei und hatten immer wieder schöne Sicht auf die umliegenden Vulkanberge. Einen Ameisenbären konnte ich leider nicht entdecken, obwohl mich die ein oder andere Wiese an Ameisenbärengebiete in Brasilien erinnerte. Dafür konnte ich aber einen Tuyuyu ausmachen, den größten Storchenvogel der Welt, der hoch oben in einem Baum in seinem Nest saß und gerade dabei war seine Jungtiere zu füttern. 😍 Der anvisierte Stellplatz hielt was er versprach und wir konnten am Strand, quasi auf dem Sand, und direkt vor einer 24h besetzten kleinen Polizeiwache parken. Der freundliche wachhabende Polizist versicherte mir, dass sie stets zu unseren Diensten wären und wir hier bedenkenlos stehen bzw. übernachten könnten. Wobei wir uns natürlich schon fragten, warum in aller Welt sich an einem abgelegenen Strand im Nirgendwo eine Polizeistation befindet?! 🧐 Wahrscheinlich liegt es an der nur einen Steinwurf entfernten Grenze zu Nicaragua denn der Strand befindet sich mitten in einer Bucht. Linkerhand erstreckt sich die weitläufige Küste Costa Ricas und rechterhand konnten wir bereits das neue Land, dass uns in wenigen Tagen erwarten wird, mit bloßem Auge sehen.

Stellplatz vor der Polizeiwache am Strand 🏝️
Die Hunde bewachen den Van ebenfalls 🐕
Aussicht kann man auch lassen 😀

Der nächste Tag begann direkt mit einem Highlight denn während ich am Strand gerade meine Sporteinheit absolvierte richtete ich im richtigen Moment meinen Blick hinaus aufs Meer und was konnte ich sehen?! Einen Wal! 🐳 Ich war mal wieder völlig aus dem Häuschen ob dieses faszinierenden Anblicks. Wie mächtig die Meeressäuger einfach sind. Der Buckelwal war wirklich weit draußen und trotzdem konnte ich seine Seitenflosse gut erkennen. Und die großen Platscher die er machte, wenn er aus dem Wasser sprang, waren so oder so nicht zu übersehen. 🤩 Nach diesem grandiosen Erlebnis schmeckte die frische, süße Ananas zum Frühstück gleich nochmal so gut die man hier übrigens für schlappe 0,50 € pro Stück erhält. Wir entschieden, uns hier noch ein oder zwei Tage zu entspannen bevor wir weiter auf einen grenznahen Campingplatz fahren würden. Von dort aus melde ich mich dann nächste Woche wieder. Drück uns gern schon mal die Daumen und wünsch uns Glück für den schwierigsten Grenzübertritt der gesamten Reise…

Wir paddeln noch ein wenig…
…und beobachten die vielen Vögel hier 🐦

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NEW BLOG POST 🇨🇷 (18. – 25.01.2024) Grenzübertritt – Laguna Río Cuarto

Am Donnerstagmittag verließen wir, nach vier schönen Tagen, die Villa Paula und machten uns von dort aus auf zur lediglich 35 Kilometer entfernt gelegenen Grenze Paso Canoa. Auf dem Weg dorthin stoppten wir noch einmal bei einem Xtra Supermercado, um die mittlerweile schon wieder aufgebrauchten Lebensmittelvorräte aufzustocken. Auf panamaischer Seite waren die Formalitäten schnell erledigt: Pässe ausstempeln, Ausreiseformular ausfüllen, TIP abgeben, den Inspekteur einmal kurz von außen ins Fahrzeug linsen lassen und das wars auch schon. Keine 300 Meter weiter befanden sich rechter Hand die Grenzgebäude von Costa Rica. Kaum hatten wir unseren Van davor geparkt, hatten wir auch schon die Einreisestempel in den Pässen. Wir bekamen sogar, ohne zu fragen, von vorneherein 180 Tage genehmigt. 😀 Als nächstes mussten wir die obligatorische Versicherung gegen Personenschäden (= SOAT) besorgen. Da die Mitarbeiterin aber gerade in der Mittagspause weilte besorgten wir uns derweil eine neue SIM-Karte von liberty (= tigo). Für den Chip, inklusive 2GB Datenvolumen sowie unbegrenztes Surfen in sozialen Netzen, bezahlten wir für 14 Tage umgerechnet ca. 11 €. Kurz darauf kehrte auch die Dame vom Versicherungsbüro aus ihrer Pause zurück und verkaufte uns für schlappe 55$ die notwendige Autoversicherung. Immerhin ist diese 90 Tage lang gültig… Mit dem Papier in der Hand gings weiter zum Zoll. Nach dem wir das Einreiseformular ausgefüllt hatten konnten wir digital, mittels scannen eines QR-Codes, unser neues TIP abrufen. Der nette Herr hinter dem Schalter bat uns, mit unserem Auto zur Inspektion vorzufahren und erschien etwa 10 Minuten später an besagter Stelle. Wir öffneten die Schiebetür zum Innenraum und sein Blick hinein dauerte nur einen Bruchteil einer Sekunde. Dann drehte er sich auch schon wieder zu uns um und meinte wir könnten weiterfahren. Das lief ja mal wieder ganz geschmeidig! Wir hatten von anderen Reisenden schon solches und solches gehört aber wir hatten wohl mal wieder Dusel. 😊 Katti vom Campingplatz hatte uns vor unserer Abreise gesteckt, dass wir nach der Kontrolle problemlos unseren Bus abstellen und zu Fuß bis zur Grenze zurücklaufen könnten. Dort befänden sich, auf der Seite Panamas, diverse große Duty-Free Malls in denen man u.a. auch frische Lebensmittel kaufen könne. Den Trick 17 wandten wir gerne vor unserer finalen Einreise nach Costa Rica an. So konnten wir problemlos auch noch frisches Obst, Gemüse und Milchprodukte einkaufen. Ganz ohne schlechtes Schmuggelgewissen. 😉 Ach ja, und einen Bankomaten einer BCR (= Banco Costa Rica) entdeckten wir entlang des Weges auch noch. Dort konnten wir uns, sogar ohne jegliche Gebühr, mit der neuen Landeswährung Colon eindecken (1 € = 600 CRC). Mega gut! Einziges Manko: Mit dem Übertritt der Grenze verloren wir leider wieder eine Stunde kostbares Tageslicht. Statt um 19 Uhr wird es jetzt bereits wieder um 18 Uhr zappenduster. 😕 Also beeilten wir uns, noch vor Einbruch der Dunkelheit, an unserem angedachten Übernachtungsspot anzukommen: Einem in den Bergen gelegenen Restaurant namens Cascata del Bosco. Die Straße schlängelte sich in engen Windungen den Berg hinauf, bis auf 1.200 Meter üNN weswegen die Temperaturanzeige schlagartig von 33 auf nur noch 25 Grad fiel. Und das auf einer Strecke von gerade einmal 30 Kilometern. 👍 Dort angelangt wurden wir mit dem typischen Pura Vida! empfangen und man erlaubte uns ganz selbstverständlich, unseren Van auf den Parkplätzen des dazugehörigen Hotels zu parken die sich hinter dem Restaurant und somit abseits der Straße befanden. Wir waren umgeben von einem schönen, gepflegten Garten und hatten eine tolle Sicht auf die sattgrünen Berge und Täler neben- bzw. unter uns. Wir bedankten uns, in dem wir jeweils einen leckeren Frucht-Smoothie orderten und kamen dabei auch noch in den Genuss des schnellen WLANS. Besser hätte es doch gar nicht laufen können. 🙃

Erster Stellplatz in Costa Rica
Hübsche Bungalows gabs hier

Die Nacht auf dem Hotelparkplatz war angenehm ruhig und frisch sodass wir am Morgen nur noch 21 Grad im Van hatten. Da die Sonne hier bereits kurz vor 06:00 Uhr aufgeht waren wir entsprechend früh wach und es blieb Zeit für eine ausgiebige Runde Yoga. 🧘‍♀️ Zum Frühstück gabs, seit Ewigkeiten mal wieder, leckeres Stövchen Müsli bevor wir zu Fuß zum nur 500 Meter entfernt gelegenen Wilson Botanical Garden liefen. Die Dame am Eingang fragte mich nach unserer Herkunft und nach dem meine Antwort lautete: Aus Deutschland, aber wenn wir mit Residencia Costa Rica weniger bezahlen dann haben wir natürlich einen festen Wohnsitz woraufhin wir tatsächlich nur 3,50 € pro Person statt 10 € hinblättern mussten. 👍 Der Botanische Garten ist international für seine Sammlung von über 2.000 endemischer Arten aus Costa Rica bekannt und wird von einem weitläufigen Wegenetz durchzogen. Auch viele Schmetterlings- und Vogelarten soll man hier sehen können. 🦋 Mit der Wanderkarte bewaffnet liefen wir auf eigene Faust die Wege ab die durch üppig dichten Nebelwald führten. Nach zwei Stunden waren wir durch und da es langsam ziemlich warm wurde begaben wir uns zurück zum Van. Dort hatte ich in der Früh bereits zwei große Eichhörnchen und einen Tukan spotten können. 🤩 Da wir eine weitere Nacht hierbleiben wollten aßen wir als Dank knusprig panierte, frische Fischfilets zu Mittag und tranken noch einmal einen erfrischenden Maracuyasmoothie dazu. Während wir nachmittags im Freien noch an 1-2 Videos arbeiteten trafen wir ein Paar aus Freiburg, dass aktuell mit einem Mietwagen durch Costa Rica gondelt und sich für zwei Tage in einem der schönen Bungalows des Hotels eingemietet hatte. Es war richtig schön, sich mal wieder mit jemandem unterhalten zu können der den gleichen Dialekt spricht wie wir. 😅

Palmblüte
Costa Rica ist sooo grün

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Rückweg an die Küste. Entlang diesem befand sich der Parque las Esferas in dem acht riesengroße, kugelrunde Steine liegen. Wieso, weshalb und warum Menschen diese vor Urzeiten angeblich erschaffen haben sollen weiß, wie so oft, keiner genau. Viel toller als die Steinkugeln fanden wir ohnehin die acht großen, roten Aras die direkt über unserem Kopf im Baum herumtollten. Und während wir durch den Park schlenderten entdeckte Simon sogar noch einen Tukan. 💛 Ursprünglich hatten wir geplant, den restlichen Nachmittag an einer Tankstelle zu verbringen und dort auch zu nächtigen. Da es an der Raststätte jedoch keinerlei Schatten gab, und wir noch relativ früh dran waren, entschieden wir uns zur direkten Weiterfahrt nach Uvita auf den Camping Casa Viva. Und wen entdeckten wir zu unserer großen Freude dort: Den blauen VW Crafter von Max und Merle! 🤩 Die beiden haben gerade für zweieinhalb Wochen Besuch aus der Heimat weshalb sie aktuell deutlich zügiger unterwegs sind als wir. Sowohl ihr Van, als auch das davor aufgebaute Zelt für ihre Freundin, schien bei unserer Ankunft verwaist zu sein weshalb wir uns direkt aufmachten den sage und schreibe acht Kilometer langen Sandstrand zu erkunden. 🏝 Dieser war eine Wucht und erinnerte mich stark an einen ähnlichen Strand in Neuseeland: Breiter, feiner Sandstrand vor sanften Wellen die ganz flach zum Land hin auslaufen. Dahinter eine grüne Wand, gespickt mit Kokosnusspalmen, und anschließend die bewaldeten Berge. 😍 Einziges Manko: Am Strand gab es keinerlei Schatten weshalb wir noch einmal kehrt machten, unsere Sachen im Van ließen, und nur mit der Badebekleidung am Leib die hundert Meter zum Pazifik zurückliefen. Das Wasser entsprach in etwa unserer Körpertemperatur und wir planschten eine Weile in den Wellen herum. 🌊 Frisch geduscht machten wir uns zum Sonnenuntergang, mit einem kühlen Corona Bier in der Hand, noch einmal auf zum Strand und was soll man sagen: Die Sonnenuntergänge am Pazifik sind einfach jedes Mal aufs Neue grandios. 🌅

Rote Aras
Ein schöner Tukan
Wiedersehen mit Freunden 😀
Was für ein Strand! 😯
♥️♥️♥️

Während Max und Merle, gemeinsam mit ihrem Besuch, früh am Morgen zu einer Wal Tour aufbrachen packten wir die freundlicherweise von Kadda mitgebrachten Sachen aus: Da war zum einen ein neuer Turboschlauch sowie ein neuer Arm inklusive Rolle für unsere Schiebetür plus neue Bremsbeläge für die Hinterachse. Außerdem für Simon eine neue Angelrolle und für mich das ein oder andere aus dem dm drogeriemarkt. Mit den Preisen vom dm kann hier kein Supermarkt und keine Apotheke konkurrieren. 🙈 Von daher nochmal ein dickes Dankeschön an Kadda. Und während wir unseren morgendlichen Kaffee tranken unterhielten wir uns noch mit Lucas und Gustav alias @espiramericana. Den beiden Studenten aus Speyer gebührt auf jeden Fall höchster Respekt denn sie sind bereits seit neun Monaten auf ihrem Weg von Alaska nach Ushuaia, und zwar mit dem Fahrrad! 😮 Die Zwei berichteten uns, dass sie im Durchschnitt 70 Kilometer am Tag mit ihren schwer bepackten Drahteseln schaffen würden. Sowohl bei Nieselregen und 0 Grad in Alaska als auch hier bei 35 Grad im Schatten und einer Luftfeuchtigkeit von 70%. WAHNSINN! Mal ganz davon abgesehen dass sie, Tag ein Tag aus, erst einmal wieder ihr Lager errichten und die Zelte auf- bzw. abschlagen müssen. 🤯

Unsere Bestellung wurde geliefert 😅

Das Wiedersehen mit unseren Freunden war kurz und, auf Grund ihres derzeitigen Besuchs, auch weniger herzlich als sonst. Die Drei machten sich bei Sonnenaufgang, während wir noch schliefen, auf die Weiterreise zum Nationalpark Manuel Antonio. Wir hingegen verbrachten einen weiteren, entspannten Tag auf dem schattigen Campingplatz und unterhielten uns nett mit unseren neuen, holländischen Nachbarn. Costa Rica ist eindeutig Land der Mietcamper, fast schon wie Australien oder Neuseeland wo auch wir jeweils schon mit einem gemieteten Wohnmobil unterwegs waren. Hier scheint der kleine, wendige 4×4 Suzuki Jimmy mit Dach-Zelt und Markise das Mittel der Wahl zu sein, siehe www.costarider-campervan.com

Wieder ein toller Sonnenuntergang 🌅

Am nächsten Tag klingelte auch unser Wecker bereits um 05:30 Uhr denn wir wollten den breiten Sandstrand entlang bis zur Walflosse laufen. Dabei handelt es sich um eine Insel, die nur bei Ebbe zum Vorschein kommt und deren Form exakt der Schwanzflosse eines Walfischs ähnelt. Ich schätze, dass eben jene Erhebung auch für den Namen des umliegenden Parque Marino Ballena verantwortlich ist. Innerhalb dieses Nationalparks befindet sich auch unser Strand weshalb man für diesen eigentlich 6$ bezahlen muss. Vom Campingplatz kommend kann man sich aber über einen Schleichweg auf Selbigen begeben und umgeht somit das Kassenhäuschen. 😉 Wir gehörten mit zu den ersten Personen, die so früh am Morgen am Strand unterwegs waren. Kaum hatten wir die ersten hundert Meter hinter uns gebracht stieg hinter unserem Rücken die Sonne über dem Bergkamm empor. Etwa drei Kilometer später erreichten wir, pünktlichem zum Tidentiefststand, den Eingang zur Flosse. Sowohl zu unserer linken, als auch zu unserer rechten Seite schwappten die Wellen des Pazifiks den Sand hinauf und der Blick über die Schulter auf die palmenbewachsene Küste war atemberaubend schön. 🤩 Zurück liefen wir parallel zum Strand im Schatten der Bäume, da die Sonne bereits kurz nach 07:00 Uhr ihre volle Kraft entfaltet hatte. Auf dem Rückweg fanden wir dann auch die Brüllaffenbande, die wir bereits von unserem Stellplatz aus in der Ferne gehört hatten. Während wir Kaffee tranken lauschten wir den eindringlichen Rufen eines Tukans und dann wars Zeit für ein letztes Bad im Meer. Frisch geduscht brachen dann auch wir gegen Mittag unsere Zelte ab und machten uns auf in Richtung El Arenal. Entlang unserer 160km langen Etappe reihte sich fast nahtlos Palmölfarm an Palmölfarm. Wieviel Regenwald dafür wohl gerodet werden musste? 🙈 Außerdem fiel uns im direkten Vergleich zu Panama auf, dass es hier wieder deutlich weniger Fast-Food-Ketten und keine großen Malls mehr gab. Gleichfalls vermissten wir die noch aus Südamerika gewohnten, allgegenwärtigen Straßenhunde. An einer Autobahnbrücke, unter der sich gut und gerne 10 große Salzwasserkrokodile sonnten, legten wir einen kurzen Fotostopp ein. Auch ein paar wunderschöne, rote Aras bekamen wir wieder zu Gesicht. Was Flora und Fauna angeht ist Costa Rica wirklich eine Wucht. ❤

Früh morgens ist die Stimmung am Strand auch toll
Bei Ebbe ist er wahnsinnig breit 😮
Blick von der „Walflosse“ aufs Festland
Hier sieht man gut warum die Insel so heißt
Viele Walbeobachtungsboote starten hier 🐳
Wir entdecken wieder Brüllaffen 🐒🐒🐒
Und unter dieser Brücke etliche Salzwasserkrokodile
Ganz schön fette Viehcher 🐊
Wie unterscheiden sich Alligator & Krokodil? 🤔

Nur eins ist Costa Rica wahrlich nicht: günstig. Weder für Einheimische und schon gleich mal gar nicht für ausländische Touristen, die hier im Durchschnitt 16$ Eintritt pro Person für Nationalparks oder ähnliche Touristenattraktionen wie beispielsweise Wasserfälle bezahlen müssen. Auch eine Übernachtung auf einem Campingplatz schlägt, pro Kopf, mit stolzen 10$ zu Buche. Das macht die Reiseplanung nicht unbedingt einfacher. 🤯 Ich bin mir sehr sicher, dass jeder Park einen Besuch wert und absolut sehenswert wäre aber bei den Preisen ist es schlichtweg unmöglich eine Vielzahl davon zu besuchen… 😕 Da wir es auf einen Rutsch nicht bis nach El Arenal geschafft hätten übernachteten wir, zum ersten Mal im neuen Land, an einer Raststätte. Auch diese sind, gemessen an Panama, deutlich weniger modern und bieten zudem leider keine klimatisierten Aufenthalts- bzw. Restaurantbereiche. Aber die Nacht war ruhig und so lange es saubere Sanitäranlagen mit Toilettenpapier gibt wollen wir uns nicht beschweren. 😉 Von der Tankstelle aus lagen weitere 170km, entlang von Agavenplantagen die vermutlich zur Herstellung von Tequila oder Mezcal dienen, bis zur Laguna Río Cuarto vor uns. Auf der Autobahn nach San José wurde etwa alle 15 Kilometer ca. 1 € Maut verlangt aber soweit ich weiß ist dies der einzige, kostenpflichtige Straßenabschnitt überhaupt. An einer Straßenausbuchtung direkt oberhalb der Lagune fanden wir einen schönen, freien Stellplatz vor von dem aus wir eine tolle Sicht auf den spiegelglatten See hatten. Dieser befindet sich mitten in einem erloschenen Vulkankrater, umgeben von dichtem Nebelwald, und ist mit 67 Metern zudem der tiefste See Costa Ricas.

Schöner Stellplatz…
…mit Seeblick 😃

Am nächsten Morgen fuhren wir hinab zur Lagune für deren Tagesnutzung umgerechnet 3,50 € verlangt werden. Wir parkten unseren Van, nach dem wir die Schranke passiert hatten, am Rand der Zufahrtsstraße und packten zum ersten Mal seit dem Titicacasee in Bolivien unser SUP aus. Dank der elektrischen Luftpumpe waren die nötigen 15Psi relativ schnell erreicht und wir begaben uns, mit dem Brett und unseren Campingstühlen unter dem Arm, ans Ufer. Vor Ort hätte man sich ebenfalls sowohl ein SUP als auch ein Kajak ausleihen können. Wir mieteten uns für 3,50 € jedoch nur eine Schwimmweste, ohne die wir den See nicht hätten befahren dürfen. 🤷‍♀️ Simon begab sich zuerst aufs Wasser und nahm, nachdem er die Angler entdeckt hatte, noch seine Angel mit aufs Brett. Während dessen schwamm ich vier Bahnen durch das super weiche Wasser des Kratersees, dessen Durchmesser immerhin 581 Meter beträgt. Danach war dann auch ich an der Reihe und die Paddeltour war sooo schön: Neben dem seichten Wasserplätschern, verursacht durch das Paddel, hörte ich nur das diffuse Zirpen in der dichten grünen Wand welche den gesamten See einrahmt. Die Bäume wachsen überall Meter hoch dicht an dicht und als wäre das nicht schon genug, wuchern von ihren Kronen noch einmal dichte grüne Ranken bis runter auf den Boden. Ich glaube, hier gibt es selbst mit der schärfsten Machete kein Durchkommen. Während ich am Rand entlang paddelte hielt ich fleißig Ausschau nach Tieren und es dauerte nicht lange, bis ich mal wieder eine Affenbande direkt über meinem Kopf ausgemacht hatte. 😍 Auf einem anderen Baum saßen 18 kleine, weiße Reiher und als ich mich noch einmal zu ihnen hin umdrehte flog gerade ein großer Tukan über eben jenen Baum hinweg. Und als wäre das nicht schon toll genug gewesen kehrten wenig später acht rote Aras, vermutlich von ihrem täglichen Jagdausflug, zurück nach Hause. So darf unsere Reise durch Costa Rica gerne weitergehen. 🤩

Der Kratersee in Gänze
Mit dem Paddelbrett ging’s einmal rundum

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