NEW BLOG POST 🇧🇿 (25.04. – 02.05.2024) San Ignacio – Mayflower Bocawina NP

Grenzübertritt Belize – Land Numero 16 unserer Reise

Der Grenzübertritt verlief reibungslos und in Rekordzeit. Am Grenzübergang Melchor de Mencos war so gut wie nichts los und die Beamten empfingen uns freundlich und mit karibischer Lebensfreude. 💃🕺

Das kleine Land Belize grenzt im Norden an Mexiko sowie im Westen an Guatemala und ist das einzige Land in ganz Zentralamerika, in dem Englisch die offizielle Sprache ist. Das liegt daran, dass Belize ein ehemaliges britisches Kolonialgebiet ist und Englisch deshalb zur Amtssprache wurde. Wobei uns nicht entging, dass viele untereinander Spanisch sprachen.

Mit einer Einwohnerzahl von etwa 400k und einer Größe von rund 23k Quadratkilometern ist es eines der kleineren Länder Mittelamerikas.

Wir folgten dem gewohnten Grenzprozedere, welches du bei Interesse auf unserer Homepage unter Reisetipps & Länderinfos im Detail nachlesen kannst. Unsere ersten Kilometer in Belize waren ruppig und staubig, denn die Straßendecke bestand aus weißem Kalksandstein der sich überall auf unserem schwarzen Van ablagerte.

Wir stoppten nur wenige Kilometer später am Clarissa Falls Resort, wo die Cabañas derzeit alle leer standen. So hatten wir den idyllischen Platz, umgeben von üppig grüner Vegetation direkt am Mopan River, ganz für uns alleine. 😊

Da in letzter Zeit, unter anderem aufgrund von Simons längerer Krankheit in Guatemala, einiges liegengeblieben war nutzten wir die Ruhe zur Aufarbeitung. Ein neuer Reise-VLOG für unseren YouTube-Kanal wollte erstellt und die Blog-Einträge geschrieben werden. Auch auf Instagram hatten wir seit geraumer Zeit nichts mehr gepostet und Schwupps war auch schon wieder ein Tag vorbei…

Eigentlich hatten wir geplant hier nur zwei Tage zu verbringen. Da wir die Höhlen-Kajaktour jedoch erst für Dienstag reservieren konnten, blieben wir noch einen Tag länger an diesem ruhigen und idyllischen Ort und kühlten uns ab und an im klaren Flusswasser ab. 🤽‍♀️

Am Montagmittag brachen wir auf und fuhren zum Cheers Restaurant, dem bestklingenden Stellplatz in der Nähe der für den Folgetag gebuchten Kajaktour.

Unterwegs kauften wir im Supermarkt ein paar Lebensmittel für die nächsten Tage ein. In Belize sehen die Supermärkte tatsächlich anders aus als in allen anderen Ländern bisher: Es gibt nicht eine einzige Supermarktkette, sondern nur inhabergeführte Läden, die meist im Besitz von Chinesen sind. Diese scheinen jedoch alle sehr gut bestückt zu sein und selbst zahlreiche Importwaren waren hier zu finden. 🛒

Bei unserer Ankunft im Restaurant war jeder Tisch besetzt, was möglicherweise auch an dem Feiertag (Labor Day) lag. Dennoch empfingen uns die Bedienungen freundlich und fanden für uns noch ein freies Plätzchen. Da wir die Nacht kostenlos auf dem Parkplatz des Restaurants verbringen durften schickte es sich, hier eine Kleinigkeit zu essen.

Das Nationalgericht (ein Eintopf aus Reis, Bohnen und Hühnchen) war bereits ausverkauft weswegen wir uns für zwei Burger entschieden. Diese kamen auf selbst gemachten Buns daher und schmeckten ausgezeichnet. 😋

Den Rest des Tages verbrachten wir im Schatten der großen Feigenbäume und wir waren mehr als froh über die Wolken am Himmel, die zumindest die drückende Hitze etwas mildern konnten, wenngleich dies nichts an der hohen Luftfeuchtigkeit ändern sollte. 🌴☀️

Kajak-Abenteuer in den Höhlen Belizes

Die Nacht auf dem Parkplatz war angenehm ruhig obwohl ich mich am nächsten Morgen, wahrscheinlich aufgrund der Wärme in der Nacht, relativ matschig fühlte. Zum Glück waren wir früh wach und hatten zum vereinbarten Treffpunkt mit dem Anbieter der Kajaktour nur ein paar Kilometer zu fahren, sodass wir dort noch in aller Ruhe frühstücken und langsam in den Tag starten konnten. ☕☕

Pünktlich um 10:30 Uhr trudelte auf dem großen Besucherparkplatz der Nohoch Che’en Caves ein weißer US-Kleinbus ein, aus dem unser lokaler Guide sowie acht weitere Gäste sprangen, die mutmaßlich ebenfalls aus den Staaten stammten. Belize ist, dank seiner Lage in der Karibik, eine typische Kreuzfahrtschiff-Destination weshalb wir uns auch nicht weiter über die Touristenmassen wunderten, die im Laufe des Morgens mit Bussen in allen erdenklichen Größen hier angekarrt wurden. Irgendwie schienen sich die Besuchermassen jedoch ganz gut zu verteilen.

Massentourismus 🙈

Nachdem wir mit Helm, Stirnlampe, Schwimmweste und Paddel ausgerüstet wurden, hieß es ca. 30 gemächliche Minuten durch den Dschungel laufen. Dabei mussten wir auch zu Fuß dreimal den seichten Flusslauf durchqueren. Schließlich erreichten wir die Stelle, an der die Kajaks für uns bereitlagen. Auch River Tubing wurde angeboten und es schien, als würden sich die meisten auf den großen Schwimmreifen einfach nur flussabwärts treiben lassen. Wir hingegen bestiegen jeweils zweier Kajaks und folgten unserem Guide in die verschiedenen Höhlen hinein. 🚣‍♂️

Teilweise war es darin wirklich stockdunkel und mucksmäuschenstill, nur einige Fledermäuse zogen ihre Kreise an den Decken der Höhle. Manchmal fiel jedoch ein wenig Licht durch eine Öffnung in der Decke und selbst kleine Wasserfälle ergossen sich in eine der Höhlen. Nur der Fluss hätte etwas mehr Wasser haben dürfen denn ab und zu mussten wir echt aufpassen, nicht auf Grund zu laufen. Alles in allem dauerte die Tour, für die wir immerhin 60 USD pro Kopf bezahlt haben, rund zwei Stunden. Wir fanden das Kajakabenteuer echt klasse, aber 40-50 USD hätten es auch getan. 💸 Wobei dies noch der günstigste Touranbieter war, den wir ausfindig machen konnten. Alle anderen hätten 90 USD verlangt. 🤯 Mit Kreuzfahrern kann man das wohl machen…

Da man auf dem Parkplatz des Nationalparks nicht übernachten darf, fuhren wir nach Ende des Paddelerlebnisses gegen 14 Uhr weiter in die nahegelegene Hauptstadt. Diese ist nicht, wie man meinen dürfte, Belize City, sondern das mit gerade einmal 17k Einwohnern beschauliche Städtchen Belmopan. Nachdem Belize City in den 60er Jahren schwer von einem Hurrikan verwüstet wurde, und diese in regelmäßigen Abständen über den Karibikstaat hinwegziehen, hatte man kurzerhand Belmopan im Landesinneren zur Hauptstadt erklärt und den Regierungssitz dorthin verlegt.

Uns stand der Sinn jedoch nicht nach Sightseeing. Vielmehr hatten wir Kohldampf und da dienstags und donnerstags jeweils Markttag ist hofften wir, dort ein günstiges Mittagessen schnappen zu können. Allerdings hatten die meisten Essenstände bei unserer Ankunft am späten Mittag bereits geschlossen oder waren schon ausverkauft, sodass außer Fried Chicken mit labberigen Pommes kaum noch Auswahl bestand. Wobei das Hühnchen gar nicht übel schmeckte und wir bisher, um die in ganz Lateinamerika super beliebte Fastfood-Delikatesse, auch herumgekommen waren. Die Obst- und Gemüsestände mit ihren üppigen Auslagen hatten aber alle noch geöffnet und wir konnten uns zumindest noch mit reichlich Vitaminen eindecken. Nur den Brokkoli für umgerechnet 4,50€ ließen wir dann doch lieber links liegen.

Über den malerischen Hummingbird Highway (zu Deutsch: Kolibri Autobahn) fuhren wir anschließend noch rund 40 km weiter bis zu unserem nächsten Stellplatz. Das Schöne an Belize ist seine kompakte Größe: Das Land ist in etwa so groß wie Mecklenburg-Vorpommern, sodass die Wege kurz und Ziele schnell erreicht sind. 🚐💨

Beim Blue Hole Nationalpark angelangt, freuten wir uns über den humanen Preis der hier fürs Campen verlangt wurde: Für 5 BZD (2,50 €) pro Person durften wir hier die Nacht auf dem Parkplatz verbringen, inklusive Zugang zu sauberen Duschen und Toiletten. Allerdings warnte uns der Ranger direkt vor giftigen Schlangen. Erst vor wenigen Tagen hätten sie hier eine kleine, aber extrem giftige Schlange gefunden weshalb wir im Dunkeln nur mit Taschenlampe zur Toilette laufen sollten. 🔦🐍🤨

Eine freudige Überraschung mitten im Dschungel

Wir knüpften direkt an den erlebnisreichen Vortag an und machten uns gegen 09:00 Uhr zu Fuß auf den etwa zwei Kilometer langen Wanderweg durch den Dschungel. Für Bird Watching war es wohl schon zu spät aber im Morgengrauen hatten wir auf jeden Fall viele verschiedene Vogelstimmen hören können. Auch Brüllaffen waren in der Ferne mal wieder zu vernehmen.

Siehst du die gut getarnte Echse?! 🧐

Der Weg war gut angelegt und führte nur leicht bergan sodass wir 40 Minuten später bereits an unserem Ziel, dem Blue Hole, angelangten. Dort trafen wir nur auf zwei andere Reisende, die bereits ein Bad in dem erfrischenden Cenote genossen hatten. Dabei handelt es sich um natürliche Süßwasserquellen, die in der Regel aus eingestürzten Kalksteinhöhlen resultieren.

Auch wir legten unsere nassgeschwitzten Kleider ab und kühlten uns in dem erfrischenden sowie glasklaren Wasser, in dem zahlreiche Fische schwammen, ab. Die Atmosphäre an dem blauen Wasserloch war wunderschön, umgeben vom üppigen Grün des Waldes und dessen Geräuschen. 🍃🌴🐞

Als eine größere Reisegruppe eintraf, machten wir uns auf gleichem Wege zurück zum Van wo wir erst einmal ein paar Stücke von dem leckeren Kokosbrot zum Frühstück kosteten. Dieses hatten wir, am Tag zuvor, ebenfalls auf dem Wochenmarkt in Belmopan erworben.

Gestärkt und ausgeruht drehten wir eine zweite Runde, die diesmal nur einen 10-minütigen Fußmarsch beinhaltete und uns zur St. Hermans Cave führte. Diese Kalksteinhöhle ist bekannt für ihre faszinierenden Formationen und ihr natürliches, unberührtes Ambiente.

Dummerweise hatten wir unsere Stirnlampen im Auto vergessen und aufgrund der Hitze war keinem von uns danach, noch einmal umzukehren. Zum Glück hat heutzutage jedes Handy eine integrierte Taschenlampe. 🙏 Diese reichten zwar nicht aus um die gesamte Höhle zu erleuchten, aber zumindest konnten wir mit ihnen den Weg gut erkennen der 180 Meter tief in die Dunkelheit führte. Dann war für uns auch schon Schluss, ab hier würde es nur noch mit einem Guide tiefer hineingehen. Da es sich jedoch um keine Tropfsteinhöhle, sondern eine normale Höhle handelte, hatten wir damit auch genug gesehen. Zumal wir ja erst gestern in Höhlen Kajaken waren und auch unser letztes Höhlenabenteuer, samt Abseilen, liegt noch nicht allzu lange zurück.

Wir hatten die Stirnlampen leider vergessen 🙈
Egal – wird auch so gehen! 😅

Für die 8 BZD (4 €) Eintritt bekommt man in diesem Nationalpark in jedem Fall so einiges geboten. Und auch hier hätte man für 50 USD pro Person auf einem Schwimmring durch die unterirdischen Wassersysteme der Höhlen floaten können. Für uns ging es jedoch nicht ins Wasser, sondern zurück auf den Asphalt und weitere 70 Kilometer den Hummingbird Highway entlang in Richtung Karibikküste. 🏝☀

Kurz vorher bogen wir jedoch in einen weiteren Nationalpark ab: Den Mayflower Bocawina. Auch hier darf man gegen einen Unkostenbeitrag in Höhe von 10 BZD (5 €) pro Kopf campen. Für das Betreten des Nationalparks, mit seinen zahlreichen Wasserfallwanderwegen, wird noch einmal der gleiche Betrag fällig.

Bei unserer Ankunft am Nachmittag schienen wir weit und breit die einzigen Gäste auf dem Gelände zu sein weshalb wir unseren Van ganz frech neben dem überdachten, beschatteten Sitzbereich parkten. Dort wurde ich allerdings gleich von ein paar fiesen Sandflies attackiert was mich dazu veranlasste, erst einmal unter die Dusche zu flüchten.

Diese stellte sich jedoch als Ärgernis heraus denn wenn ich etwas wirklich nicht leiden kann dann ist das ein Rinnsal aus dem Duschkopf, mit dem man weder Shampoo noch Seife geschweige denn Haare abspülen kann, die irgendwo am Körper kleben oder sich um die Finger gewickelt haben. 🙄

Abends, nach Einbruch der Dunkelheit, ließ es sich dank Räucherspiralen und Insektenspray wieder ganz gut im Freien sitzen. Wobei wir eigentlich nicht meckern wollen, sind wir doch sehr dankbar dafür, dass wir im Moment mit Moskitos kaum Probleme haben und meist ohne Moskitospray auskommen – dank der aktuell vorherrschenden Trockenzeit. In der Regenzeit sieht das sicherlich vollkommen anders aus aber die Ängste, die andere Reisende in uns geschürt hatten, waren zumindest bisher – Gott sei Dank – unbegründet.

Regenwaldwanderung & Badespaß in einem

Am nächsten Morgen schnürten wir neuerdings die Wanderstiefel und machten uns auf den 2 km langen Fußmarsch zum Antelope Waterfall. Es ging mal wieder durch dicht bewachsenen, grünen Regenwald und die letzte Etappe war nicht nur steil, sondern auch recht steinig und voller Baumwurzeln. Ohne die bereitgestellten Seile, an denen man sich entlang hangeln konnte, hätten wir uns vermutlich schwer getan aber so erreichten wir problemlos unser Ziel.

Die grüne Hölle – Die Pflanzen wachsen
von unten nach oben & umgekehrt 🌿🌱

Vom Grund der Kaskade aus führte ein schmaler Weg noch ein paar hundert Meter weiter nach oben bis zu einer natürlichen Aussichtsplattform, von wo aus wir eine tolle Sicht über den Dschungel bis hinunter an die Karibikküste hatten. Das Highlight lag aber noch ein paar Meter weiter entfernt: Der natürliche Bade-Pool, in den sich das erfrischende Wasser ergoss welches den Wasserfall hinabstürzte. 💧👙🩳

Klare Sicht bis ans Meer 🌊

Wir erkundigten uns bei einem Guide, ob die Wege zum Ramon Waterfall oder zu den beiden Bocawina Falls lohnen würden aber er meinte, dass dieser Spot hier aufgrund der Trockenzeit der Beste sei – sowohl zum Baden als auch der Aussicht wegen. Erfrischt trabten wir zurück zum Van und beschlossen derweil, nicht zuletzt aufgrund der Schwüle und der Aussagen des Guides, die anderen Wege links liegen zu lassen.

Es war ein herrlicher Tag und wir genossen es, in der Natur zu sein und die verschiedenen Facetten des Regenwaldes zu erleben. Die Stille, unterbrochen nur von den Geräuschen der Tiere und des Wassers, wirkte ungemein entspannend. Wir waren einmal mehr dankbar für die Möglichkeit, solche Orte besuchen und deren Schönheit erleben zu dürfen.

Nächste Woche erwartet dich Karibik pur und wir nehmen dich mit zu einem fantastischen Schnorchel-Tripp im zweitgrößten Korallenriff unserer Erde. Also bleib am Ball und schau auch nächste Woche wieder hier vorbei. 🤿🍥🐟

NEW BLOG POST 🇬🇹 (17. – 24.04.2024) Antigua – Yaxhá

Höchste Zeit weiterzuziehen! Aufbruch aus Antigua: Zwischen Stadtleben und Naturwundern

Am Mittwoch hieß es Abschied nehmen von der bezaubernden Kolonialstadt Antigua. Nach fünf weiteren Tagen in der charmanten Stadt mit dem angenehmen Klima packten wir unsere Sachen und machten uns bereit für die nächste Etappe unserer Reise.

Bevor wir starteten musste aber zuerst noch der Hunger gestillt werden. In der Hoffnung auf knusprige Brezeln, die wir einige Tage zuvor in einer Bäckerei entdeckt hatten, machte ich mich auf den Weg. Leider waren sie so früh am Morgen noch nicht verfügbar aber die beiden Empanadas, die ich stattdessen kaufte, waren auch nicht von schlechten Eltern.

Währenddessen machte Simon unseren Bus startklar: Er füllte 120-Liter-Frischwasser in unseren Tank und leerte das Port-a-Potti. Mit vollen Bäuchen und frisch betanktem Van brachen wir schließlich auf und verließen den kostenfreien Stellplatz der Touristenpolizei.

Die Fahrt durch die Megametropole Guatemala City verlief überraschend reibungslos, ohne Stau oder stockenden Verkehr. Der Vorteil der Stadt war klar: Hier gab es alles, was das Herz begehrte, von Outdoor-Ausrüstern wie Decathlon bis hin zu Lebensmitteln. Ein kurzer Stopp bei Walmart ermöglichte uns einige Besorgungen, auch wenn die Preise uns das ein oder andere Mal schlucken ließen so dass wir, wie eigentlich immer, unseren Einkaufszettel nur zur Hälfte abarbeiteten.

Unsere Route für die kommenden Tage hatten wir bereits am Vorabend geplant: Abseits der Touristenpfade wollten wir zu einigen abgelegenen Höhlen in den Bergen und dann weiter nach Flores und Tikal. Ein Tankstellenstopp bot uns eine kurze Verschnaufpause, jedoch wurden wir bei der Öffnung der Türen von einem unangenehm heißen Wind bei 44 Grad Außentemperatur begrüßt. Schnell weiter war die Devise!

Die Straßenverhältnisse waren optimal, und wir erreichten problemlos die Posada Montana del Quetzal, wo wir für einen unschlagbaren Preis (3€ pP) mitten im dichten Nebelwald übernachten konnten. Auf 1.500 Metern Höhe waren die Temperaturen angenehm frisch, was uns nach den heißen Stunden auf der Straße sehr entgegenkam.

Ein abwechslungsreicher Fahrtag durch Kaffeeplantagen und tropische Landschaften

Die Nacht im kühlen Nebelwald war wahrlich erholsam, begleitet von den beruhigenden Geräuschen des Urwalds. Selbst am Morgen, als wir uns zu einem kleinen Wasserfall-Walk aufmachten, war eine wärmende Jacke noch vonnöten.

Leider ließ sich der majestätische Quetzal, Guatemalas Nationalvogel welcher sogar der Landeswährung ihren Namen verleiht und jeden Geldschein ziert, nicht blicken. Obwohl er angeblich hier in den umliegenden Bergen und Wäldern beheimatet ist…

Dennoch war der Spaziergang durch den grünen Nebelwald, mit seinen exotischen Pflanzen, eine willkommene Abwechslung.

Gegen Mittag brachen wir auf und durchquerten die abwechslungsreiche Landschaft entlang der CA-14 bis nach Chisec. Von den kühlen Nebelwäldern führte uns der Weg weiter durch die Kaffeezone, vorbei an zahlreichen Plantagen. Die Kiefern- und Ahornwälder bei Cobán erinnerten stark an das Hochland Nicaraguas und die Geschichte der deutschen Auswanderer. Diese hatten auch hier, vor ihrer Deportierung durch die Vereinigten Staaten von Amerika während des zweiten Weltkriegs, einst riesige Kaffee Haciendas besessen.

Nach einiger Fahrzeit wurde die Landschaft und das Klima tropischer, begleitet von Kokospalmen und Bananenstauden. Wir passierten Flüsse, in denen Frauen Wäsche wuschen. Außerdem begegneten uns Männer mit schweren, frisch geschlagenen Brennholzpaketen auf dem Rücken sowie traditionell gekleidete Maya-Frauen, die große Schalen voll mit dicken, gelben Maiskörnern oder frisch gebackenen Tortillas auf ihren Köpfen balancierten. Auch an ein paar einfachen, mit Wellblech bedeckten Holzhütten kamen wir vorbei vor denen Frauen mit dem Webstuhl saßen und offensichtlich gerade eine Decke webten.

Die kurvenreiche Bergstraße forderte zwar etwas Geduld, aber nach drei Stunden erreichten wir am Nachmittag das Hotel Bombil Pek. Mit etwas Verhandlungsgeschick konnte ich den Preis für die Übernachtung auf dem Hotelparkplatz etwas reduzieren sowie den Zugang zu einem Badezimmer samt warmer Dusche heraushandeln. Und mit Hilfe des Rezeptionisten konnten wir sogleich auch noch die Höhlentour für den nächsten Tag arrangieren.

Höhlenabenteuer extrem: Wir seilen uns 85 Meter in die Tiefe ab

Am Freitagmorgen begann unser Tag mit einem aufregenden Abenteuer, das uns tief in die mystischen Höhlen von Guatemala führte. Pünktlich um 08:00 Uhr holten uns unsere beiden Guides am Hotel ab, und per Tuk-Tuk ging es zum Startpunkt unserer Höhlenexpedition, zwei Kilometer entfernt.

Nach einem kurzen Fußmarsch durchs Gelände erreichten wir den Eingang zur ersten Höhle, Jul Iq, was in der Sprache der Maya „Loch mit Wind“ bedeutet. 🕳️ Dort erwarteten uns faszinierende Stalagmiten und Stalaktiten, die mit ihren bizarren Formen beeindruckten. Einige der Tropfsteine waren sogar hohl und erzeugten beim Klopfen unterschiedliche Töne. Aber Vorsicht war geboten, denn der Lehmboden war rutschig und forderte unsere ganze Aufmerksamkeit um nicht auszurutschen, selbst mit guten Wanderschuhen. 🥾

Nachdem wir die erste Höhle erkundet hatten, machten wir uns auf den Weg zur zweiten: B’Ombil Pek – „bemalter Stein“. Hier stand ein ganz besonderes Abenteuer an: Wir würden uns 85 Meter ins Nichts abseilen, um den Höhlenboden zu erreichen. Ein Nervenkitzel, der unsere Herzen höherschlagen ließ. Simon ging zuerst und ich konzentrierte mich während des Abseilens darauf, nach oben zu schauen anstatt in die Tiefe zu blicken. Trotz, oder gerade wegen, des Adrenalinkicks machte es großen Spaß. 😃 Sicher und heile unten angekommen erwartete uns eine weitläufige Halle mit einer beeindruckenden Steinstatue, die einem mystischen Drachen ähnelte. 🐉

Nervenkitzel voraus! 😀
Über diese Plattform geht’s 85m in die Tiefe…
Echt jetzt?! 😳
Logo! 😁

Das Highlight dieser Höhle war eine prähistorische Höhlenmalerei, die zwei Affen und einen Jaguar zeigte. Um dort hinzugelangen mussten wir uns jedoch, unter Einsatz unseres vollen Körpergeschicks, durch zwei sehr enge und noch dazu schmutzige Felslöcher quetschen. Die Entlohnung war der faszinierende Einblick in die Geschichte dieses Ortes, der vor Jahren von französischen Forschern für ihre dreitägige Expeditionen in der Dunkelheit genutzt wurde. 🔦

Vorne rechts erkennt man zwei Affen und einen Jaguar

Nachdem wir diesen winzig kleinen Teil der Höhlen erkundet hatten ging es, nicht mehr per Seil sondern mit einer steilen Leiter, zurück ans Tageslicht. Für diese aufregende halbtägige Tour, inklusive privater Guides und Ausrüstung, zahlten wir pro Person nur 22 € – ein fairer Preis für ein unvergessliches Abenteuer.

Zurück am Van bereiteten wir uns ein schnelles Mittagessen zu, bevor wir uns eine dringend notwendige Dusche gönnen wollten. Doch wie so oft in Ländern der Dritten Welt gab es einen Stromausfall im Hotel. Nach einigen Diskussionen wurde schließlich der Generator gestartet und wir konnten endlich duschen. 🚿🧼🧽

Da das Hotelpersonal nicht gerade freundlich, und die Kosten für einen einfachen Stellplatz zu hoch waren, entschieden wir uns nachmittags zur Weiterfahrt. 50 Kilometer später fanden wir eine Tankstelle mit Shop und Restaurant, wo wir freundlicherweise übernachten durften. Zum Glück gab es dort keine Stechmücken, sodass wir auch nachts den Van gut belüften konnten und etwas Abkühlung fanden. 🔥

Guatemala Roadtrip: Wir suchen Schutz bei einer Polizeistation

Von der Tankstelle aus lag eine weitere Etappe von 150 Kilometern vor uns. Die RD AV-09 führte uns durch zahlreiche kleine Dörfer, wo wir alle paar Meter wegen der Speed Bumps bremsen mussten. 🙄

Der Anblick der einfachen Behausungen in diesen Dörfern ließ mich nachdenklich werden. Und wenn ihr euch je gefragt habt, wo eure Kleider landen die ihr in die Altkleidersammlung gebt, dann kenne ich jetzt zumindest eine Antwort darauf: Guatemala. Bereits auf dem Markt in Antigua hatte ich den Eindruck, dass die hier angebotene Kleidung Second-Hand-Ware ist und aus Europa stammt, was deutlich an den Prints und Schnitten zu erkennen war. Als wir entlang unseres Weges dann zahlreiche kleine Läden sahen die damit warben, dass neue gemischte Kleiderpakete eingetroffen seien, war ich mir dessen ziemlich sicher. 👕👖👗

Nachdem wir mittels Fähre einen kleinen Fluss überquert hatten, über den es augenscheinlich keine Brücke gab, machten wir am Straßenrand bei einem Lokal Halt da uns seit Langem mal wieder nach Pupusas (hier Tayuyos genannt) gelüstete. Nachdem wir diese genossen hatten bat ich die Frau, mir noch 12 nackte Tortillas einzupacken. Aber scheinbar verstand sie mich falsch und ich bemerkte erst Stunden später, dass sie uns stattdessen die dreifache Menge – also 36 Stück – eingepackt hatte! Das tat mir furchtbar leid, denn bezahlt hatte ich natürlich nur für die von mir georderten 12. 😓

In Santa Elena angekommen fanden wir direkt vor einer Polizeistation einen leeren, großen Parkplatz vor. Die Beamten versicherten uns, dass wir hier nicht nur guten Gewissens parken, sondern auch eine sichere Nacht verbringen könnten.

In der glühenden Mittagshitze machten wir uns auf den Weg zur nahen Mall in der Hoffnung, dass diese klimatisiert sei. 🥶 Leider Fehlanzeige, aber immerhin fanden wir dort eine gute Bäckerei für einen Mittagssnack sowie eine Niederlassung der schicken Supermarktkette La Torre vor.

Zurück am Parkplatz waren wir froh und dankbar, dass sich hinter diesem ein kleines öffentliches Freibad befand. Mit Blick auf den Lago Petén Itzá. Den Eintritt von 1€ pro Kopf zahlten wir liebend gern, denn so konnten wir uns spontan doch noch ein wenig Abkühlung verschaffen. 🩳👙💧

Glücklicherweise wehte, bei Schließung des Bades um 17:00 Uhr, ein böiger Wind sodass wir unseren aufgeheizten Van vor Einbruch der Dunkelheit noch ein wenig durchlüften konnten.

Allerdings hatten wir nicht damit gerechnet, dass an diesem Samstagabend im just nebenan gelegenen Stadion eine Großveranstaltung stattfinden würde. Dank Ohrstöpseln gelang es uns jedoch, trotz der lautstarken Musik und des dröhnenden Basses schnell einzuschlafen. 😴

Halbtagesausflug auf die Insel Flores

Sonntagsmorgens liefen wir, in den frühen und noch frischeren Morgenstunden, über den schmalen Damm hinüber auf die Insel Flores, welcher das Eiland mit dem Festland verbindet. Der Wasserspiegel des Sees scheint immer wieder stark zu schwanken weshalb ein Teil der äußeren Ringstraße überflutet und somit nicht begehbar war. 😦

Die bunt getünchten Häuser verbreiteten ein fröhliches, karibisches Flair. Zu diesem trug sicherlich auch bei, dass man sein Auge weit übers Wasser schweifen lassen konnte. Zu meiner Verwunderung herrschte dort eine sehr ruhige und entspannte Atmosphäre, obwohl der Ort ein wahrer Touristenmagnet auf dem Weg von oder nach Tikal und Belize ist.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz gönnten wir uns in der Mall unser erstes und einziges, typisches Frühstück in Guatemala, das dem in den zuvor von uns bereisten Ländern Zentralamerikas wie erwartet sehr stark ähnelte: Tortillas, Ei, Kochbananen und Bohnenmus.

Am Vormittag düsten wir dann weiter zu einem Stellplatz, den uns Max und Merle empfohlen hatten. Mitten im Naturpark Ixpanpajul fanden wir einen friedvollen, weitläufigen Platz auf einer grünen Wiese vor, auf der wir unser Wohnmobil in der Nähe des großen sowie sauberen Sanitärkomplexes parken durften. Auch WLAN war auf dem gesamten Gelände vorhanden. 👍 Nur die Hitze waren wir auf dem kurzen Stück Fahrt leider nicht losgeworden… 😅 Dafür kam immer mal wieder ein Esel, ein Schaf oder eine Gans bei uns vorbei, da sich die Tiere auf dem großen Grundstück völlig frei bewegen dürfen. Und in der Dämmerung gaben die Brüllaffen ein exklusives Gute-Nacht-Konzert. 🐒🐒🐒

Wir folgen einem Geheimtipp und erkunden eine tief im Dschungel gelegene Mayastätte

Nach einem weiteren Tag Rast in dem urigen Natur- und Tierpark folgten wir am Dienstag einem besonderen Geheimtipp von Franziska, die wir zuvor in Antigua getroffen hatten. Sie hatte uns, als günstigere und kaum besuchte Alternative zu Tikal, die Mayastätte Yaxhá ganz in der Nähe des berühmten und sehr überlaufenen Pendants empfohlen.

Die unbefestigte, 7km lange Zufahrtsstraße war für uns dank Trockenheit kein Problem. Am Nationalparkzentrum angelangt, lösten wir für 80 Quetzales pro Kopf (umgerechnet ca. 10€) die Eintrittskarten. Im Preis inkludiert war das Campen auf dem dazugehörigen, direkt am See gelegenen Campingplatz mitten im Urwald. Erfrischende Außenduschen und blitzblanke Toiletten mit Spülung inbegriffen. 🚿🧻 Sogar eine Feuerstätte und überdachte Palapas für Reisende mit Zelt oder Hängematte waren vorhanden. Nur leider durfte man, auf Grund von Krokodilen, nicht im See baden. 🐊⛔🏊‍♀️

Ganz anders Tikal: Hier hätte das Ticket alleine schon 150 Quetzales (ca. 18€) gekostet plus weitere 50 Quetzals (ca. 6€) pro Person für den Campingplatz.

Wir hatten den idyllischen Stellplatz ganz für uns alleine und genossen dort einen friedvollen Nachmittag, umgeben von zwitschernden Vögeln und brüllenden Affen, sowie einen tollen Sonnenuntergang über dem See. Auch der Vollmondaufgang, untermalt von den Geräuschen des Dschungels, konnte sich wahrlich sehen lassen. 🦇🌕🐒

Der nächste Tag begann früh: Wir hatten uns den Wecker auf 6 Uhr gestellt, damit wir direkt um 7 Uhr bei noch kühlen Temperaturen die archäologische Stätte betreten konnten.

Yaxhá ist eine beeindruckende Mayastätte im Norden Guatemalas, die sich versteckt inmitten des tropischen Regenwaldes befindet. Sie war einst, mit bis zu 35.000 Einwohnern die über 16 Jahrhunderte auf einer Fläche von etwa 30 Quadratkilometern lebten, eine bedeutende Stadt des klassischen Maya-Zeitraums.

Zu unserem Erstaunen sollte Franziska recht behalten: Während unseres über dreistündigen Aufenthalts in der riesigen Anlage begegnete uns nicht ein anderer Tourist. Die Pyramiden und Akropolis waren zum Teil sehr gut restauriert und die meisten davon durfte man sogar betreten, sodass wir phänomenale Aussichten aus 30 Metern Höhe über den Urwald und die Maya-Ruinen hinweg genießen konnten.

Und da der Stellplatz kostenfrei und gar so idyllisch war entschieden wir spontan, noch eine weitere Nacht hier zu verbringen und den geplanten Grenzübertritt nach Belize um einen Tag zu verschieben.

Was uns in diesem karibisch geprägten Land, in dem als einziges in ganz Lateinamerika Englisch gesprochen wird, erwartet erfährst du kommende Woche. 🌴😎🍹

Und da wir unsere Reise von Feuerland nach Alaska rein über unsere Ersparnisse finanzieren wäre es uns eine große Hilfe, wenn du unseren YouTube Kanal abonnieren und jeden Mittwoch unseren neuen Reise-VLOG anschauen würdest. Das tut nicht weh, kostet nichts und hilft uns extrem! Die Links zu unseren Social Media Kanälen findest du hier:

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NEW BLOG POST 🇬🇹 (07. – 16.04.2024) San Marcos La Laguna – Antigua

Eine herausfordernde Woche in Guatemala

Da standen wir also, am malerischen Atitlan See, und harrten aus. Simon brauchte Zeit um sich zu erholen und so beschlossen wir schweren Herzens, unseren geplanten Hike auf den Vulkan Acatenango final abzusagen. Die Entscheidung fiel uns zwar überhaupt nicht leicht aber die Gesundheit geht nun einmal vor.

Schweren Herzens ließen wir unser Vorhaben also ruhen und entschieden uns stattdessen für eine gemütliche Zeit auf dem Campingplatz. Um die Stimmung etwas aufzuhellen beschloss ich, nach langer Zeit mal wieder ein Bananenbrot für uns zu backen. 🍞🍌

Das Rezept dazu findest du bei Interesse übrigens auch hier auf unserer Homepage :

https://sijucampervan.com/kochen-backen/: NEW BLOG POST 🇬🇹 (07. – 16.04.2024) San Marcos La Laguna – Antigua

Während ich in der Küche werkelte, gesellten sich überraschend zwei junge Radreisende aus Maulbronn zu uns. Lotte und Lukas kamen somit ganz aus der Nähe unserer Heimat und sie erzählten begeistert von ihrem eigenen Acatenango Abenteuer, was einmal mehr die Zweifel an unserer Entscheidung nährte. 😫

Am Sonntag ging es Simon etwas besser und er konnte sich dem technischen Rätsel um unseren Ladebooster widmen, der seit geraumer Zeit streikte. Es stellte sich schnell heraus, dass geschmolzene Sicherungshalter den Defekt verursachten. Ein kleiner Fehler mit großen Auswirkungen, aber zum Glück war er schnell behoben! 🛠

Ich verspürte derweil eine seltsame Trägheit, die mich langsam aber sicher zu übermannen schien. Würde mich nun die viel bescholtene Reisemüdigkeit ereilen oder lag es doch eher an Simons Krankheit, und der damit einhergehenden Inaktivität? Ich hatte ein wenig Sorge, dass wir hier langsam aber sicher Wurzeln schlagen würden…

Die kleine Auszeit im Café Circles, wo ich mich am Montagmittag mit unseren Freunden von @anschnallenabfahrt auf einen leckeren Iced Latte traf, kam somit wie gerufen. Simon blieb derweil auf dem Campingplatz zurück da er sich erneut schwach fühlte. Mir hingegen tat der kleine Spaziergang gut und es war schön, wenn auch nur kurz die wohlvertrauten Gesichter von Max und Merle gesehen zu haben. ❤

Dienstags bereiteten wir uns langsam auf die Abfahrt vor, indem wir den Van aufräumten und unsere Sachen grob packten. Es war höchste Zeit weiterzuziehen, neue Dinge zu erleben und uns neuen (oder vielleicht auch alt bekannten) Herausforderungen zu stellen. Und vielleicht würde ein Stellplatzwechsel Simons Genesung ja sogar weiter vorantreiben. 🤨

Eine unerwartete Wendung

Aber es war wie verhext und der Ort schien uns nicht loslassen zu wollen: Eigentlich wollten wir mittwochs zurück nach Antigua fahren aber Pierre hatte seine Arbeiter gebeten, die steile sowie unebene Auffahrt hinauf zum Tor neu zu pflastern. Über die noch losen Steine gab es für uns kein Entkommen, zumal die andere Spur noch gänzlich unbearbeitet war und einem hügeligen Erdwall glich.

Mittlerweile hatten wir uns hier aber so gut eingelebt und fühlten uns auf dem Platz derart heimisch, als dass es uns auf ein oder zwei Tage mehr nun auch nicht mehr ankam. 😅

Der private Bootsableger

Somit nutzte ich die Zeit um herauszufinden, was Pierre vor vielen, vielen Jahren an dieses paradiesische Fleckchen Erde verschlagen hatte. Er erzählte mir, dass er als Textildesigner nach Guatemala gekommen sei und in der Stadt Quetzaltenango, unweit vom See, geeignete Produktionsstätten vorgefunden hatte die seine Entwürfe zum Leben erweckten. Da ich selbst viele Jahre im Bereich Einkauf Damenoberbekleidung und Kindertextil tätig war, fand ich seine Erzählungen super interessant. Heutzutage lohnt sich die Textilproduktion hier finanziell wohl nicht mehr, aber der umtriebige Franzose hat sein Tätigkeitsfeld stetig weiterentwickelt: Heute verarbeitet er recyceltes PET zu Einkaufs- und Umhängetaschen sowie Körben, die sich insbesondere in Japan sowie England sehr erfolgreich zu verkaufen scheinen.

Während wir uns unterhielten flog mehrmals ein privater Helikopter über unsere Köpfe und den Atitlan See hinweg. Ich fragte Pierre daraufhin, was es damit auf sich hätte und er erwiderte schulterzuckend, dass dies seine Nachbarin sei die sich vermutlich per Heli zum Mittagessen oder Shopping nach Guatemala City fliegen ließ. Die Kluft zwischen arm und reich sei in Guatemala immens, führte er weiter aus. Die Großgrundbesitzer seien nicht nur Eigentümer riesiger Ländereien, sondern wohl auch von gewaltigen Geldsummen wie man sich das in Europa kaum vorstellen könne. 😮   

Finally back on the road again!

Am Freitagwar es dann, nach sage und schreibe 16 Tagen am Pasajcap, soweit: Der rechte Teil der Auffahrt war fertig gepflastert und die Erde auf der linken Seite insoweit geglättet, als dass wir den Fahrtantritt wagen konnten.

Simon hatte massive Bedenken, ob wir mit unserem dreieinhalb Tonnen schweren Fahrzeug mit noch dazu abgefahrenen Reifen, die steile sowie unebene Passage meistern würden. Ich war jedoch von Anfang an zuversichtlich und mein gutes Gefühl sollte bestätigt werden: Mit viel Geschick und fahrerischem Können meisterte Simon das kniffelige Stück auf Anhieb.

Allerdings legte uns Diego, die gute Seele des Platzes, dann fast doch noch ungewollt lahm denn er öffnete das Ausfahrtstor nur halb und es gelang uns gerade so, am Hang noch einmal anzufahren ohne erneut das ganze Stück zurückrollen zu müssen. 🙈

Die steile, kurvige Passstraße hinauf auf die Panamericana war im Vergleich zu diesen ersten Metern das reinste Kinderspiel.😅 Es fühlte sich gut und richtig an, nach der ungewollten aber zugleich wohltuenden Pause wieder im Fahrzeugfond zu sitzen und unterwegs zu sein. 🚐💨

Entlang des Weges fanden wir einen Maxi Despensa mit großem Parkplatz, so dass wir unsere nach über zwei Wochen zur Neige gehenden Lebensmittelvorräte praktischerweise noch vor der Ankunft in Antigua wieder auffüllen konnten.

Dort angelangt quartierten wir uns neuerdings bei dem zentralgelegenen sowie kostenfreien Stellplatz der Touristenpolizei ein. Hier trafen wir auf drei weitere Paare aus Deutschland, die uns Neuankömmlinge sofort freudig in Empfang nahmen und in angeregte Gespräche über die jeweiligen Reiserouten verwickelten. 🧭🗺

Sicherer Stellplatz bei der Polizei

Als sich das Grüppchen gegen Abend zerschlug machten wir uns zu zweit auf zu El Turco Loco. Unsere Freunde von @anschnallenabfahrt hatten uns von dem neu eröffneten Döner-Imbiss in der Altstadt erzählt, der noch dazu im Besitz des aus Deutschland stammenden Türken Serkan war. Dieser fing uns bereits auf der Straße vor seinem Laden ab, als er unsere Unterhaltung auf Deutsch bemerkte. Er spendierte uns einen heißen Chai-Latte auf Kosten des Hauses, während wir die kleine Speisekarte studierten. Wir entschieden uns für zwei Yufka Döner, die geschmacklich ganz ok waren. Simons Augen waren jedoch größer als sein Appetit weshalb wir uns auch locker Einen hätten teilen können. So blieb noch eine ganze Portion fürs Spätstück am nächsten Tag übrig. 😂🥙

Ein genussvoller Tag in Antigua mit neuen Freunden

Nach dem wir unsere Reste am nächsten Vormittag genüsslich vertilgt hatten schlenderten wir über den nahegelegenen Markt, um uns dort noch mit Obst und Gemüse einzudecken welches wir absichtlich am Tag zuvor nicht im Supermarkt gekauft hatten. Tatsächlich waren die Preise hier etwas niedriger aber wir staunten einmal mehr über die unglaublichen Massen, die hier in dem Gewirr aus Händlern und Gassen veräußert wurden. Ich bin mir leider ziemlich sicher, dass mindestens die Hälfte davon verdirbt und am Ende auf dem Abfall landet. 🤨😥

Am Nachmittag erwartete mich dann ein ganz besonderes Highlight: Zum zweiten Mal auf unserer Reise, die wohlgemerkt bereits am 01.08.22 begonnen hatte, gönnte ich mir den Luxus eines Friseurbesuchs. Online hatte ich in dem schicken Salon Zafiro einen Termin für 14:30 Uhr vereinbart und, kaum angekommen, durfte ich auch schon auf dem Frisierstuhl platznehmen. Die 30€ waren gut investiert denn ich war mit dem Endergebnis rundum zufrieden. Nur dass meine blonden Spitzen nun gänzlich verschwunden waren störte mich etwas. An meine gleichtönige Naturhaarfarbe muss ich mich wohl noch etwas gewöhnen…

Vorher… ✂️
Nachher 🥳

Wieder am Van angelangt erwarteten mich dort schon Sandra und Markus aus Göppingen. Eines der drei deutschen Paare hier auf dem Platz, die mit ihrem Fiat Ducato in nur acht Monaten von Uruguay über Patagonien bis nach Veracruz in Mexiko reisen, wo ihr Sabbatical in wenigen Wochen enden wird. Die Beiden gestatteten uns ganz spontan, in ihrem schicken Camper eine Room Tour zu drehen. Wir finden es stets aufs Neue spannend und interessant zu sehen, wie sich die Fahrzeuginnenräume zum Teil doch deutlich voneinander unterscheiden. Das fertige Video werdet ihr in Kürze auf unserem YouTube-Kanal finden. Schaut die Tage also immer mal wieder dort vorbei und lasst uns in den Kommentaren wissen, wie euch ihr Wohnmobil mit Profi-Innenausbau gefällt.

Bis dahin könnt ihr euch gerne unsere eigene Room Tour zu Gemüte führen. 😛#RenaultMasterWohnmobilumbau

Und da wir Vier uns gar so gut verstanden, ließen wir den Tag gemütlich bei leckerer und ultraknuspriger sowie hauchdünner Steinofenpizza bei Hectors Bistro ausklingen. 😋🍕🍷

Cheers to live 🥂

Kurios war jedoch, dass wir am Abend allesamt Pullover und lange Hosen tragen mussten und wir selbst auf dem kurzen Rückweg zum Stellplatz ins Frösteln kamen.  

Wir erfahren neuerdings einen Dämpfer und erleben ein Naturspektakel…

Wir hatten die Hoffnung, vielleicht doch noch den Acatenango besteigen zu können, noch nicht vollends aufgegeben. Zugern würden wir einfach des nachts die glühende Lava vom gegenüberliegenden El Fuego sehen, der die glühenden Gesteinsbrocken in regelmäßigen Abständen hoch in die Luft schleudert. Zumal auch der Sonnenaufgang, mit Blick auf den aktiven Vulkan, atemberaubend schön sein soll.

So schickte ich am Morgen also zum wiederholten Male eine WhatsApp Nachricht an Soy Tours, um mich nach der nächstmöglichen freien Tour zu erkundigen. Die Antwort versetzte uns jedoch einen herben Dämpfer: Frühestens am Donnerstag sei wieder etwas frei. Da die Wetterprognose ab Mittwoch jedoch wieder deutlich schlechtere Sicht und noch dazu böige Winde verhieß, schlugen wir uns das Vorhaben ein für alle Mal aus dem Kopf. 😕

Als kleines Trostpflaster ließen wir uns die Brombeer-Bananen-Bowl schmecken, die im Handumdrehen in unserem neuen Mixer zum Frühstück zubereitet wurde.

Und dann wurden wir am Nachmittag doch noch hautnah Zeugen eines Naturwunders: Für einen kurzen Moment erbebte deutlich wahrnehmbar die Erde unter uns! Die Bewegung war nicht nur spür-, sondern auch mit bloßem Auge sichtbar und wir kamen nicht umhin uns ganz verdutzt anzustarren. 😵 Wenn auch nur für wenige Sekunden, so war es doch ein sehr eindrückliches erstes Mal für uns. Vielleicht wollte uns der Vulkan ein kleines Zeichen der Wiedergutmachung senden?!

Wenn du wissen möchtest, ob wir das Hochland Guatemalas jemals wieder verlassen haben, oder ob wir doch hier sesshaft geworden sind, dann schau unbedingt nächste Woche wieder hier vorbei. Bis dahin kannst du uns ja auf unserem Instagram Kanal hinterherspionieren. 😉🔎

NEW BLOG POST 🇬🇹 (28.03. – 06.04.2024) Lago de Atitlán

Flucht ins Paradies: Unser erster Tag am Atitlan See

Am erlebnisreichen Donnerstag entflohen wir dem Osterrummel in Antigua und machten uns auf den Weg zum wunderschönen Lago de Atitlán. 🚐💨

Die Fahrt über die Panamericana (CA-1) und die extrem steile RD-SOL 4 fühlte sich an wie eine Rückkehr zu unseren Abenteuern in den Anden. Wir schlängelten uns hoch hinauf in die Wolken, vorbei an üppigen Gemüsegärten entlang des Weges. Dank Simons fahrerischem Können, der die steile Abfahrt mit Hilfe der Motorbremse und langsamer Fahrt im ersten Gang bravourös meisterte, erreichten wir sicher den See ohne unsere Bremsen zu überhitzen.

Der Atitlán See empfing uns direkt mit seiner atemberaubenden Schönheit. Umgeben von den Vulkanen Tolimán, Atitlán und San Pedro erstreckt sich der See über ca. 18 km und liegt etwa 1.560 Meter über dem Meeresspiegel. Die Ufer sind gesäumt von vielen kleinen Ansiedlungen, die mehrheitlich von indigenen Maya bewohnt werden die stolz ihre traditionelle, bunte Tracht tragen.

Am späten Mittag erreichten wir schließlich den paradiesischen Campingplatz Pasajcap. Dieses Juwel wird von Pierre, einem freundlichen Franzosen, seit fast 30 Jahren geführt. Die Lage direkt am See und der üppige, gepflegte Garten vermittelten eher den Eindruck eines exklusiven Holiday Resorts als eines einfachen Campingplatzes. Obwohl wir die einzigen Camper waren, waren alle Ferienhäuser belegt. Doch das tat unserer Freude keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil! Wir genossen die heiße und top gepflegte Dusche, das fantastische WLAN und die herrliche Aussicht auf die umliegenden Vulkane und den See. Und die Temperaturen von angenehmen 26 Grad am Tag und 15 Grad in der Nacht rundeten unser Paradieserlebnis perfekt ab. ☀️🏕️

Schöner kann ein Stellplatz kaum sein ☺️
Der Garten gleicht einer Hotelanlage

Zwischen Esoterik und Sauerteigbrot: Ein Tag in der Hippie Kommune San Marcos La Laguna

Nachdem wir am Vortag die Schönheit des Lago Atitlan genossen hatten beschlossen wir, zu Fuß in die nahegelegene Hippie-Kommune San Marcos La Laguna zu schlendern. Der Ort besteht hauptsächlich aus zwei schmalen Fußgängerstraßen welche von Restaurants, Cafés, Hotelunterkünften sowie Esoterikläden, Yoga-Retreats und Massage-Anbietern gesäumt sind. Ein wahrer Schmelztiegel für alle auf der Suche nach Spiritualität und Entspannung. 🧘‍♂️✨

Auch in San Marcos gab es zu Ostern
einen Blumenteppich 🌼🌸🌺
Die Touri-Meile 🙈

Für mich persönlich versprühte der Ort etwas zu viel Möchtegern-Hippie-Feeling aber dennoch war er interessant zu erkunden. Ein deutliches Indiz für den touristischen Charakter des Ortes war die schicke Bäckerei Circles, in der neben köstlich knusprigem Sauerteigbrot auch allerlei überteuerte, aber verlockend aussehende Croissants-Variationen angeboten wurden. 🥖🥐

Teuer – aber gut 👍🏻

Nach unserem Rundgang beschlossen wir, zurück zur wahren Oase des Friedens zu kehren: Unserem schönen Campingplatz am See. 🏕️ Dort konnten wir am Nachmittag die Ruhe und Schönheit der Natur genießen, fernab von Trubel und Touristenhochburgen.

Ein abwechslungsreicher Tag voller Bewegung und Laptop-Arbeit am Ufer des Sees

Am Karsamstag war uns nach Bewegung zumute. Also schnürten wir seit langem mal wieder unsere Wanderstiefel und machten uns auf den sechs Kilometer langen Weg, immer entlang des Seeufers, bis nach Jaibalito. 🎒🥾🧭

Entlang des Pfades boten sich immer wieder atemberaubende Panoramablicke auf den in der Sonne glitzernden See und die drei Vulkane.

Als wir schließlich unser Ziel erreichten winkten wir uns eines der Taxi Boote heran, das uns für 25 Quetzales pro Person (3€) zurück zum Bootsanleger unseres Stellplatzes brachte. Die Überfahrt war abenteuerlich und mitunter etwas nass – vor allem für Simon, der seine Mütze leider an die Wellen verlor. 😕

Zurück an Land hieß es dann für mich: Laptop-Arbeit. Denn es galt, sage und schreibe neun Blog Beiträge nachzuschreiben. Eine Herausforderung, die mich aber zugleich mit Vorfreude erfüllte. Denn ich wusste, dass unsere Erlebnisse und Abenteuer es wert waren, geteilt zu werden.

Sonnenaufgang über dem Lago de Atitlán: Ein magischer Ostermorgen

Der Ostersonntag begrüßte uns mit einem frühen Weckruf um 5 Uhr als wir uns entschieden, den Sonnenaufgang über dem Atitlán See zu erleben. Es war noch so früh, dass kein Dunst den See bedeckte, und wir konnten in der Ferne regelmäßige Rauchwolken über dem aktiven El Fuego Vulkan aufsteigen sehen. Die Kulisse war atemberaubend, und der See strahlte eine ganz besondere Stille und Kraft aus. 😇

Mondschein über dem Atitlán See
Der rauchende El Fuego 🌋
Was für eine Kulisse 🥰
Der Tag bricht an 🌅

Nachdem wir Kaffee getrunken und unsere Ostergrüße verschickt hatten, machten wir uns mit dem Wassertaxi auf den Weg nach San Pedro La Laguna. Der Ort wimmelte nur so vor Hotels, Backpackerunterkünften, Restaurants und Cafés, aber er konnte uns nicht mit seinem Charme überzeugen. Wir gönnten uns dennoch ein leckeres Frühstück in einer Sportsbar und sicherten uns bei einem schicken, französischen Bäcker eine Apfeltasche für den Nachmittag.

Zu Fuß marschierten wir weiter in den Nachbarort San Juan La Laguna. Das kleine Dorf war geprägt von bunt bemalten Häusern, geschmückten Gassen und voller Oster-Touristen. Dennoch gefiel uns die Atmosphäre hier deutlich besser, auch wegen der Kunstgalerien und der hier gefertigten Textilien die überall angeboten wurden. Dieser Ort erinnerte mich aber auch unweigerlich an unsere jüngsten Erlebnisse in Ataco, El Salvador, zurück: Genau wie in Ataco war ich auch hier vor sieben Jahren, während meiner fünfwöchigen Rundreise durch Zentralamerika, schon einmal gewesen. Damals herrschte hier jedoch noch eine beschauliche Ruhe und ich kann mich nicht an die zahllosen Souvenirstände erinnern, die vermutlich lauter China-Ware verhökern und sie als made in Guatemala tarnen. Wie so oft ist der Tourismus Fluch und Segen, gleichermaßen… 🙈🙊🙉

Gegen Mittag heuerten wir erneut ein Wassertaxi an, das uns für umgerechnet 3€ pro Kopf in Windeseile (über den zum Glück ruhigen See) zurück zu unserem paradiesischen Stellplatz Pasajcap brachte, wo wir den Ostersonntag gemütlich ausklingen ließen. 😊☕🥐

✔️✔️✔️

Ein Tag der Ruhe und unerwartete Planänderungen am See

Der Ostermontag entfaltete sich auf unserem idyllischen Gelände am See zu einem Tag der Entspannung und unerwarteter Ereignisse. Nachdem ich eine lange Telefonkonferenz mit meinen Eltern geführt hatte stellten wir einmal mehr fest, dass wir uns trotz unserer über 20-monatigen Abwesenheit mit unseren Liebsten daheim immer noch eng verbunden fühlen. ❤

Während wir die friedliche Atmosphäre genossen beobachteten wir fasziniert die Vielzahl an Vögeln; darunter Tauben, Raben, Kolibris, Spatzen und kleine, gelb-schwarze Singvögel. Ihr fröhliches Gezwitscher begleitete uns während wir den verspielten Eichhörnchen zusahen. 🐿

Doch schon auf dem Weg zur Dusche machte sich am Abend Simons Unwohlsein bemerkbar. Über Nacht verstärkten sich seine Beschwerden und am Dienstagmorgen erwachte er mit Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. 🤒

Ich reagierte sofort und griff schnell zum Handy, um Soy Tours zu kontaktieren. Ich fragte höflich an ob es möglich wäre, unsere für Freitag geplante Tour auf den Acatenango eventuell auf Montag zu verschieben…

Glücklicherweise erhielten wir prompt die Bestätigung. 🙏 Angesichts der bevorstehenden Mammuttour auf den fast 4.000 Meter hohen Vulkan war diese Entscheidung sicherlich goldrichtig. Den anstrengenden Aufstieg, der 5-8 Stunden auf losem Untergrund steil bergauf führt, schaffen wir wenn überhaupt nur topfit. 💪

Während Simon sich auskurieren musste nutzte ich diesen unerwarteten Ruhetag für eine erholsame Runde Morgenyoga auf dem Steg, entspanntes Radiohören in der Hängematte am Nachmittag und eine energiegeladene HIT-Einheit am Abend.

Zwiespältige Tage in Guatemala: Krankheit, Herausforderungen und kulturelle Unterschiede

Der Mittwoch brach an und leider brachte er keine Besserung für Simon. Auch ich spürte am Morgen eine ungewöhnliche Schlappheit und fühlte mich leicht benebelt. Hoffentlich würde ich nicht auch noch krank werden! 😷

Ich kuschelte mich mit meiner Kaffeetasse unter unserer Markise ein und vertiefte mich in den Lonely Planet, um die nächsten Etappenziele in Guatemala zu erforschen.

Als der Mittag heranrückte beschloss ich mich aufzuraffen und zu Fuß ins nahegelegene Örtchen San Marcos La Laguna zu gehen.

Wie schon bei unserem ersten Besuch beschäftigte mich die Frage, was wohl die lokalen Angestellten in den hiesigen Läden (bei einem durchschnittlichen Gehalt von 450€/Monat) von den Hipstern halten, die hier ihre Superfoods wie Kimchi, Ghee oder Tahin für 8-10€ pro 400ml Gläschen einkauften?! 🙈🙊🙉

Mich hingegen kostete es schon ein wenig Überwindung, bei der französischen Bäckerei Circles ein Schokoladen-Croissant für umgerechnet 3€ zu kaufen. Da wir nur von unseren Ersparnissen leben und reisen muss jede Ausgabe wohl überlegt sein, besonders wenn sie nicht zwingend notwendig ist. Doch ich wollte meinem kranken Schatz und auch mir eine kleine Freude bereiten. 😊

Du willst mehr über unser Reise-Budget erfahren? Dann schau in unser Video rein! 👆

Außerdem fiel mir erneut auf, dass die meisten Menschen hier indigenen Ursprungs sind. Dies zeigt sich nicht nur an ihren bunten Trachten, die sie mit Stolz tragen, sondern auch an den verschiedenen Maya-Sprachen die hier gesprochen werden. Wenn sich die Menschen auf der Straße unterhielten, oder die Arbeiter auf unserem Stellplatz, verstand man kein Wort. Selbst als Lateinamerikaner fühlt man sich hier vermutlich fremd. Als Europäer allemal…

Typische Tracht am Atitlán See

Während Simon den Tag größtenteils im Bett verbrachte, genoss ich die Aussicht von meinem Campingstuhl auf den Vulkan und den See. Und ich hoffte dabei inständig, nicht auch noch von der Krankheit heimgesucht zu werden. 🙏

Ein Skorpion, Yoga und ein unerwartetes Gewitter: Unser Abenteuer in San Marcos La Laguna

Dank unseres fantastischen Campingplatzes, der einen exzellenten Service bot, konnten wir uns dennoch entspannen. Unter anderem nutzten wir den Wäsche- und Wasserservice: Für 5 Quetzales pro Pfund konnten wir unsere Schmutzwäsche waschen lassen und für 25 GTQ (3€) erhielten wir 5 Gallonen Trinkwasser – nur einige der hier angebotenen Dienstleistungen. 🤩

Simon fühlte sich minimal besser und als der Donnerstagabend anbrach entschied er sich, mangels Badewanne, zumindest für eine ausgiebige heiße Dusche. Doch wer hätte gedacht, dass dieser vermeintliche Genuss in einem Desaster enden würde? 😰 Ein winziger Skorpion hatte sich im Duschvorhang versteckt und stach Simon tatsächlich in den Bauch, ehe er diesen bemerken konnte. Glücklicherweise war das Tier maximal 2 Zentimeter groß und schien harmlos zu sein – zumindest zeigten sich keinerlei Symptome. 🙏

Der Übeltäter 🦂
Einstichstelle

Nach diesem Schock freuten wir uns einmal mehr über das gute WLAN auf dem Platz, denn dieses reichte sogar zum entspannenden Streamen von Serien am Abend. 📺

Am Freitagmorgen klarte der Himmel endlich auf und die Sonne brach durch den Dunst. Ich nutzte die Gelegenheit für eine Runde Yoga mit Blick auf den See sowie die umliegenden Vulkane. 🧘‍♀️😎

Simon fühlte sich wieder ein Stück weit besser weshalb wir uns nach dem Frühstück zu Fuß auf den Weg nach San Marcos La Laguna machten. Die eineinhalb Kilometer waren für Simon sehr anstrengend und zwangen uns immer wieder zu Pausen. In der tollen, wenn auch nicht ganz günstigen, Bäckerei holten wir uns leckere Laugenbrötchen und Simon kaufte für sein anstehendes Bastelprojekt ein winziges, aber völlig überteuertes 50ml-Honiggläschen für 3€.

Kaum waren wir zurück am Van zog, urplötzlich aus dem Nichts heraus, ein Unwetter auf. Wir schafften es gerade noch rechtzeitig, die offenen Dachluken zu schließen und die Markise vor dem Sturm zu sichern indem wir sie schnell reinkurbelten. ⛈⚡🌧

Nach dem Gewitter klarte der Himmel auf und wir durften bei Sonnenuntergang endlich mal wieder gute Sicht auf die Vulkane und die umliegenden Dörfer genießen.

Uns beschäftigte im Hinterkopf jedoch permanent die Frage nach dem Vulkan-Hike, der nun von Freitag auf Montag verschoben worden war. Insbesondere, nach dem der unspektakuläre Spaziergang für Simon bereits zum reinen Kraftakt geworden war… 😥 Ob wir ihn doch noch antreten konnten oder endgültig absagen mussten, erfährst du nächste Woche hier im Blog.

Bis dahin freuen wir uns über deinen Besuch auf unserem YouTube-Kanal oder bei Instagram. Mach’s gut und bleib vor allen Dingen gesund! 👋

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