NEW BLOG POST 🇺🇸 (11. – 16.03.2025) Unser Start in den USA: White Sands National Park, atemberaubende Felslandschaften & die erste große Wanderung!

Erster Tag in den USA – eSIM, Meilen & Supermarkt-Schock 🇺🇸🚐

An unserem allerersten Morgen in den USA mühte ich mich redlich, eine eSIM-Karte auf meinem Handy zu installieren – und scheiterte prompt am Checkout. Jedes Mal wurde eine fehlende Versandadresse moniert, obwohl eine eSIM ja gerade den Vorteil hat, dass sie digital per E-Mail kommt. Erfreulicherweise funktionierte der Support-Chat von Mint Mobile ziemlich gut, und mein Englisch läuft nach wie vor flüssiger als mein Spanisch. Vermutlich lag es an der deutschen Kreditkarte oder PayPal-Adresse, aber dank kompetenter Hilfe war die Installation eine Stunde später abgeschlossen. Damit waren wir hoffentlich für die nächsten drei Monate mobil unterwegs. 📱

Nach einer heißen Dusche und einem schnellen Frühstück verließen wir den Loma Paloma RV Park wieder, um uns über sehr gute Straßen knapp 500 km bis nach El Paso zu bewegen. Wir staunten nicht schlecht über die vielen Neuwagen – meist gigantische Pick-ups, riesige Wohnwagentransporter mit angehängtem Jeep oder gleich vollintegrierte Luxus-Camper. Auch unser erster Tankstopp in den USA stellte uns vor Herausforderungen: Hier muss man selbst tanken und kann erst nach Vorkasse Diesel zapfen. Dafür lag der Literpreis in Texas knapp unter 1 €, auch wenn die Preise an den Tankstellen in Gallonen angegeben werden.

Von Kilometern zu Meilen & die Zeitzonen-Verwirrung

Neben der Umstellung aufs imperiale System (Meilen statt Kilometer) mussten wir höllisch aufpassen, nicht versehentlich zu schnell zu fahren. Die Landschaft blieb übrigens genauso karg und öde wie auf mexikanischer Seite – ein krasser Gegensatz zu anderen Ländergrenzen, wo sich die Umgebung oft schlagartig verändert. Unklar blieb hingegen lange die Uhrzeit: Unsere Uhren konnten sich trotz GPS nicht auf eine eindeutige Zeitzone festlegen, sodass wir nicht wussten, ob wir eine Stunde gewonnen oder verloren hatten. 😵‍💫

Der Highway 10 in Texas
Rastplatz mit Tipis

Der größte Supermarkt unseres Lebens 🛒

Nach sechs Stunden Fahrt erreichten wir am späten Nachmittag einen Walmart in El Paso – eine riesige Stadt direkt an der Grenze. Da wir nicht hungrig einkaufen wollten, kochte ich uns schnelle Pesto-Spaghetti, bevor wir dann in den größten Supermarkt gingen, den wir je betreten hatten. Die Produktauswahl war gigantisch – hier gab es wirklich ALLES, was man sich nur vorstellen konnte. Sogar Waffenmunition lag (immerhin abgesperrt) in Vitrinen. Leider waren auch viele Preise, wie erwartet, enorm hoch. Während Obst & Gemüse noch halbwegs erschwinglich waren, sah es bei Milchprodukten, Eiern und Käse ganz anders aus. Da waren wir froh, dass wir uns in Mexiko noch mit haltbaren Lebensmitteln eingedeckt hatten.

Bleibt zu hoffen, dass wir die höheren Ausgaben für Lebensmittel und Diesel zumindest teilweise durch die vielen kostenlosen Freistehplätze in den USA werden ausgleichen können. 🙏

White Sands Nationalpark – Unser erstes Highlight in den USA 🇺🇸🏜️

Nach einem ersten Einkaufs- und Akklimatisierungstag in El Paso führte uns unser Weg direkt zu einem der spektakulärsten Naturwunder der USA: dem White Sands Nationalpark. Nur 150 km weiter, mitten in der Wüste von New Mexico, erwartete uns eine Landschaft, die surrealer kaum sein könnte.

Fakten & Infos zum White Sands Nationalpark

📍 Lage: Im Süden von New Mexico, ca. 25 km von Alamogordo entfernt.

📏 Fläche: 581 km² – das größte Gipsdünenfeld der Welt.

🦎 Tierwelt: Kojoten, Oryxantilopen, Wüsteneulen und sogar weiß gefärbte Eidechsen, die sich perfekt an ihre Umgebung angepasst haben.

🌡 Temperaturen: Tagsüber bis zu 40 °C im Sommer, nachts kann es empfindlich kalt werden.

📜 Geschichte: Die Dünen entstanden vor etwa 10.000 Jahren aus Gipskristallen des ehemaligen Lake Otero.

Schon an der Einfahrt zum Park entschieden wir uns, den “America the Beautiful” Nationalpark-Pass für 80 $ zu kaufen. Dieser gilt ein ganzes Jahr lang für alle Nationalparks in den USA – ein echtes Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass der Eintritt für den White Sands Nationalpark allein schon 25 $ gekostet hätte.

Durch die weiße Wunderwelt der Dünen

Der 8 km lange Loop Drive führte uns mitten hinein in die schneeweiße Dünenlandschaft, die in der Sonne fast gleißend leuchtete. Unser erster Stopp war der Dune Life Nature Trail, ein kurzer Rundweg, der einen ersten Eindruck der außergewöhnlichen Umgebung bot. So weit das Auge reichte: nichts als weißer Sand – nur unterbrochen von ein paar Grasbüscheln, die sich hartnäckig in der kargen Landschaft hielten.

Doch je weiter wir auf der Ringstraße in den Park hinein fuhren, desto mehr verschwanden diese letzten Überreste von Vegetation. Beim Backcountry Camping Trail legten wir einen weiteren Stopp ein und wanderten ca. 3 km durch die endlosen, unberührten Dünen. Der weiße Sand und der tiefblaue Himmel bildeten eine geradezu unwirkliche Kulisse – ein Anblick, den wir so schnell nicht vergessen werden. Zum Abschluss ließ Simon noch seine Lenkmatte am Himmel kreisen – ein Bild, das perfekt in diese windige, offene Landschaft passte.

Obwohl der Sonnenuntergang in White Sands berühmt ist entschieden wir uns, am späten Nachmittag weiterzuziehen. Unser Stellplatz für die Nacht war schnell gefunden: ein kostenfreier Platz an einem See, den ich über iOverlander entdeckt hatte.

Unser erster Stellplatz – Willkommen in der US-Vanlife-Szene 🚐🌅

Dort angekommen, erwartete uns eine neue Erfahrung: Während wir es aus Mexiko und Südamerika gewohnt waren oft alleine zu stehen, reihten wir uns hier in eine Karawane aus riesigen Campingtrailern, Expeditionsmobilen und Vans ein. Daran müssen wir uns wohl erst noch gewöhnen!

Aber die Kulisse entschädigte für alles:

🌊 Zur linken Seite spiegelte sich der tiefblaue See im Licht der untergehenden Sonne.

🏜 Zur rechten Seite leuchteten die Berge in warmem Orange.

🌕 Über uns: Ein gigantischer, bereits aufgehender Vollmond.

Besser hätte unser erster richtiger Erkundungstag in den USA kaum laufen können! ☺️

Ruhetag am See – Arbeiten, Entspannen und eine stürmische Überraschung 🌊💨

Nach den vielen Fahrtagen der letzten Woche tat es unglaublich gut, endlich mal auszuschlafen. Der Stellplatz am See war einfach zu idyllisch, um direkt weiterzuziehen, also entschieden wir uns spontan für einen fahrfreien Tag. Perfekt, um endlich das neue YouTube-Video zu schneiden und an den nächsten Blog-Beiträgen zu arbeiten.

Ein perfekter Platz zum Arbeiten… oder? 💻☕

Mit Blick auf den ruhigen See und den Bergen im Hintergrund machte das Arbeiten gleich doppelt so viel Spaß. Die Temperaturen waren angenehm, das WLAN über unsere eSIM funktionierte einwandfrei und wir fühlten uns rundum wohl.

Was wir zu dem Zeitpunkt nicht ahnten:

Am späten Abend wurde aus der idyllischen Ruhe ein stürmisches Inferno! 🌪️💨

Kurz nach Sonnenuntergang begann es heftig zu winden – und es hörte einfach nicht mehr auf. Die Böen rüttelten unseren Van durch, als wären wir zurück in Patagonien. Jeder, der schon einmal im Camper durch die argentinische Pampa gefahren ist, weiß, wovon wir sprechen.

Wir versuchten, mit Ohrstöpseln zumindest ein wenig Schlaf zu finden, aber erfolglos – die Windböen waren einfach zu laut, und unser Van wackelte wie ein Schiff auf hoher See. Hätten wir das vorher gewusst, wären wir vielleicht doch noch weitergezogen…

Von New Mexico nach Arizona – Duschen für 1$, eine weitere Zeitverschiebung & der perfekte Stellplatz 🚿🌵🌅

Nach der stürmischen Nacht stand für uns fest: Wir ziehen weiter! Über die Kleinstadt Las Cruces, wo wir für gerade einmal 1 Dollar eine heiße Dusche mit unglaublichem Wasserdruck in einem öffentlichen Hallenbad genossen, machten wir uns auf nach Willcox.

Ein neuer Bundesstaat & eine weitere Zeitverschiebung

Auf dem Weg dorthin überquerten wir bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Tage eine Bundesgrenze – diesmal ging es von New Mexico nach Arizona. Das brachte uns eine weitere Zeitverschiebung von einer Stunde zu unseren Gunsten. So erreichten wir unser Ziel früher als gedacht – immer wieder eine coole Überraschung, wenn man plötzlich “gratis” Zeit gewinnt!

Ein Stellplatz wie aus dem Bilderbuch 🌊🦢

Unser neuer Übernachtungsplatz befand sich diesmal an einem wunderschönen, sauberen See, auf dem zahlreiche Enten schwammen und große, graue Kraniche im seichten Wasser nach Futter suchten. Anders als in der Nacht zuvor waren hier keine riesigen Trailer, sondern fast ausschließlich Vans in unserer Größe – die perfekte Atmosphäre.

Wir fanden einen traumhaften Platz mit genügend Abstand zu den anderen Campern und einer atemberaubenden Aussicht auf den See, die sanften Bergketten und die goldgelb schimmernden Prärie-Grasbüschel.

Und dann war er da – dieser eine Moment.

Der Moment, in dem uns bewusst wurde:

✨ YES! Die letzten Monate voller Strapazen, Unsicherheiten und emotionaler Achterbahnfahrten haben sich gelohnt. ✨

Genau hierfür sind wir unterwegs:

Für das unglaubliche Freiheitsgefühl, für die Natur, die uns endlich wieder mit ihrer Vielfalt beeindruckt, für diese Momente, die einem das Herz höherschlagen lassen. ♥️

Unerwartetes Aprilwetter, gemütliche Stunden & ein magischer Blick auf die Berge 🌦️❄️🏞️

Der nächste Morgen überraschte uns mit echtem Aprilwetter: Kalte Winde, Graupelschauer und ein launischer Sonne-Wolken-Mix machten uns einen Strich durch die geplante Tageswanderung. ❌

Da es draußen ungemütlich war, schalteten wir kurzerhand die Heizung ein und machten es uns im Van bequem. Immerhin hatte sich an der traumhaften Aussicht nichts geändert!

Regen und Graupel im März in Arizona

• Simon vertiefte sich ins nächste YouTube-Video,

• während ich mir endlich die Zeit nahm, einen genaueren Blick in unseren „Reise-Know-How USA Westen“ Reiseführer zu werfen.

Schnee in der Wüste? Ein Panorama wie aus dem Bilderbuch ❄️⛰️🌅

Am Nachmittag stabilisierte sich das Wetter, sodass wir uns doch noch zu einem Spaziergang um den See aufmachten. Dabei entdeckten wir, dass es in den Höhenlagen über Nacht wohl geschneit hatte – die Berggipfel waren mit einer feinen Puderzuckerschicht überzogen und die Szenerie war unbeschreiblich schön. ✨

Schnee auf den Bergkuppen

Felsen, Freiheit & die erste große Wanderung – Unser erstes National Monument in den USA! 🏞️

Der nächste Morgen begrüßte uns mit strahlend blauem Himmel, Sonnenschein und deutlich angenehmeren Temperaturen. Hatte sich das Warten also gelohnt! ☀️

Während sich der traumhafte See in völliger Windstille in einen gigantischen Spiegel verwandelte und die umliegenden Berge darin reflektierte, genossen wir gemütlich unseren Morgenkaffee. Dann wurde es Zeit, uns auf direktem Weg zu unserem ersten National Monument zu begeben!

Chiricahua National Monument – Ein Labyrinth aus Felstürmen 🏜️

Das Chiricahua NM überraschte uns mit freiem Eintritt – der Service war dennoch erstklassig, inklusive sauberer Toiletten, Trinkwasserspender und top ausgeschilderter Wanderwege.

🚐 Unser Startpunkt: Der Echo Canyon Trail

🥾 Unsere Route: 14 km Rundwanderung durch die bizarren Felstürme, die über Jahrtausende durch Erosion geformt wurden.

🌡️ Überraschung: Auf 2.000 Metern Höhe fanden wir sogar noch einige Schneereste – doch gegen Mittag liefen wir bereits im T-Shirt durch die Felsformationen.

Und was für Formationen das waren! 🏜️ Soweit das Auge reichte, sahen wir nichts außer riesige Felsnadeln. Einige erinnerten mit etwas Fantasie sogar an tierische oder menschliche Skulpturen. Ein Anblick, der uns einmal mehr zeigte, warum die USA für Naturfreunde einfach ein Paradies der Superlative sind!

Erkennt ihr das Gesicht???
Quietsche Ente
Kissing Rocks

Erschöpft, aber überglücklich, dass wir dieses Naturwunder mit eigenen Augen sehen durften, kehrten wir am späten Nachmittag zu unserem Van zurück.


Und das war sie auch schon – unsere erste Woche in den USA! 🇺🇸🎉

Jetzt geht es für uns weiter nach Tucson, wo bei unseren Freunden Yvonne und Brett unsere neuen Stoßdämpfer auf uns warten. Im Idealfall sind bis dahin auch unsere neuen Falken AT-Reifen eingetroffen, sodass unser Van endlich wieder fit für die unzähligen Meilen durch die USA sein wird.

Wohin es uns danach verschlägt? Das steht noch in den Sternen – es bleibt also spannend! 🚀

Danke fürs Lesen & bis nächste Woche! 😊

NEW BLOG POST 🇲🇽 (06. – 10.03.2025) Endlich in den USA! Unser nervenaufreibender Grenzübertritt und die 1.800 km lange Fahrt durch Mexiko

Endlich wieder On the Road – mit Pannenstart

Erinnert ihr euch noch, wie der letzte Blogbeitrag geendet hat? Genau – mit der erfolgreichen Lieferung unserer aus Deutschland in die USA verschickten Stoßdämpfer. Hätten wir sie doch bloß im Flieger mit nach Mexiko nehmen können! Dazu später mehr…

Erste Tagesetappe: Von Teotihuacán nach Querétaro

Am Donnerstag, exakt eine Woche nach unserer Ankunft, fühlte ich mich zwar noch längst nicht wieder fit – aber die erste und mit rund 230 km auch kürzeste Tagesetappe bis Querétaro traute ich mir zu. Bevor wir uns herzlich von den beiden Campingplatz-Besitzern verabschiedeten, die uns und vor allem unserem Van in den vergangenen 80 Tagen ein wundervolles Zuhause geboten hatten, gönnten wir uns noch eine letzte heiße Dusche. 🚿

Mit einem kleinen Umweg über den Supermarkt, wo wir die in den letzten Tagen aufgebrauchten Vorräte auffüllten, ging’s dann endlich los. Wir nahmen zum zweiten Mal die knapp 1.800 Kilometer lange Strecke bis zur US-Grenze in Angriff. Diesmal kannten wir die bevorstehenden Etappen und Übernachtungsspots bereits gut – ein kleiner Vorteil.

Für die erste Nacht hatten wir uns einen ruhigen Stellplatz an einer Tankstelle mit angeschlossener Wäscherei mitten in Querétaro ausgesucht. Dort gab es obendrein kostenloses gutes WLAN – eine Seltenheit in Mexiko! Allerdings mussten wir vorher noch unser dringend benötigtes Wasser auffüllen, weshalb wir zuvor noch eine andere Tankstelle ansteuerten. ⛽️

Kaum waren wir auf dem Weg dorthin, fiel mir ein seltsames Geräusch auf. Es klang fast wie das Bimmeln einer Kuhglocke – und leider kam es von unserem Fahrzeug! Während wir noch rätselten, woher das Geräusch genau stammen könnte, wurde schnell klar: Es kam von der linken Hinterachse.

An der Tankstelle angekommen, inspizierten wir das Problem – und die Ursache war leider sofort sichtbar. Unser hinterer, linker Stoßdämpfer hatte sich komplett aus der oberen Verankerung gerissen! Die Metallhülse war ausgebrochen, wodurch diese nun bei jeder Fahrtbewegung gegen den Kolben schlug und dieses metallische Klingeln verursachte. 😰

Erste Etappe – erste Panne!
Hier sieht man die abgerissene Metallhülse
Immerhin konnten wir Wasser auffüllen 💦

Und hier kommt der Punkt von ganz oben ins Spiel: Hätten wir unsere neuen Marquart-Stoßdämpfer doch bloß im Flieger mit nach Mexiko nehmen dürfen! So aber war der Schaden vorerst nicht zu beheben, und da der Dämpfer zumindest äußerlich noch intakt schien, blieb uns nichts anderes übrig, als die Weiterfahrt mit scheppernder Verkleidung fortzusetzen. 🚐💨

2. Fahrtag – Kilometerfressen Richtung Norden

Immerhin war unsere erste Nacht „on the road“ erwartungsgemäß ruhig gewesen, und ich war am Vorabend – dank meiner immer noch hartnäckigen Erkältung – einfach nur froh gewesen, endlich im Bett zu liegen. Stoßdämpfer hin oder her. 😅

Unser zweiter Fahrtag hatte es in sich: 478 Kilometer standen auf dem Plan – eine deutlich längere Strecke als am Vortag. Schon vor unserer Abfahrt hatten wir uns dafür entschieden, die gesamte Route bis zur US-Grenze ausschließlich über die mexikanischen Autopistas (gebührenpflichtige Autobahnen) zurückzulegen. Diese kosten zwar mitunter eine ordentliche Stange Geld, sind aber die einzige Möglichkeit, um zügig und vor allem auf gutem Asphalt voranzukommen.

Die Alternative wären oft schlecht gewartete Landstraßen mit unzähligen Topes (Bodenwellen), langsamen Lkw-Kolonnen und unvorhersehbaren Straßenzuständen gewesen – und das war mit unserem beschädigten Stoßdämpfer einfach keine Option.

Dank der gut ausgebauten Strecke erreichten wir am späten Nachmittag wie geplant unser Tagesziel: eine Autobahnraststätte etwas außerhalb von Fresnillo.

Auch hier hatten wir bereits zweimal übernachtet

3. Etappe – Durch die Wüste nach Los Remedios

Mit dem ersten Tageslicht starteten wir unsere nächste Etappe gen Norden – fast 500 Kilometer lagen vor uns. Die Fahrt war wenig abwechslungsreich, denn die Straße führte meist schnurgerade durch karge, trockene Steppenlandschaft. 🏜️

Wie schon am Vortag blies ein starker, böiger Wind, der nicht nur jede Menge Staub mit sich brachte, sondern auch eine Kaltfront. In der sonst knochentrockenen Wüste herrschten ungewohnt frische Temperaturen. Als wir gegen 16 Uhr unser Ziel erreichten, zeigte das Thermometer gerade einmal 24 Grad an – normalerweise sind es hier um diese Uhrzeit gut und gerne 10 Grad mehr! Uns sollte es recht sein, zumal die Sonne trotzdem vom stahlblauen Himmel schien. ☀️

Unser Tagesziel war die Hacienda Los Remedios, die nur über eine 10 Kilometer lange, ruppige Schotterpiste erreichbar ist. Doch die holprige Anfahrt lohnt sich jedes Mal – und so waren wir nun bereits zum dritten Mal hier.

Die Überreste der Hacienda Los Remodios
Nur die Anfahrt ist jedesmal echt ruppig

Inmitten der völligen Abgeschiedenheit und Ruhe der Wüste erwarten einen hier nicht nur warme Open-Air-Thermalbecken, sondern auch eine spektakuläre Thermalhöhle, in der heißes Wasser direkt aus einem Loch in der Decke sprudelt. Doch dieses Badevergnügen wollten wir uns für den nächsten Morgen aufsparen.

Nach der langen Fahrt knurrte der Magen, also bereitete ich uns erst einmal einen heißen Kaffee und ein fruchtiges Joghurt mit frischen, saftigen Orangen und knusprigem Granola zu. Doch kaum war das Wasser für den Kaffee heiß, wurde Simon – der draußen gerade unsere Campingstühle und den Falttisch aufstellte – auch schon von unseren mexikanischen Nachbarn mit Essen überhäuft:

🥤 Eine eiskalte Literflasche Sprite

🍤 Zwei knusprige Tostadas mit einer köstlichen Salsa aus frischen Gurken, Tomaten und Garnelen

🌮 Reichlich softe Tortilla-Fladen

🥩 Ein dünnes, gut durchgebratenes Stück Rindfleisch

🫑 Gegrillte grüne Paprika

Da hätte ich mir meinen Kaffee und das Joghurt ja glatt sparen können! 😅 Die unglaubliche Gastfreundschaft der Mexikaner begeistert uns immer wieder – und wir mussten uns regelrecht mit Händen und Füßen wehren, um nicht später auch noch die Reste einer anderen anwesenden Familie gereicht zu bekommen.

4. Fahrtag – Letzter Stopp vor der US-Grenze!

Die Nacht in der Wüste war mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ziemlich frisch, doch genau das bescherte uns einen tiefen, erholsamen Schlaf. Absolute Stille um uns herum – nur die ersten Sonnenstrahlen, die uns am Morgen beim Kaffeetrinken wärmten.

Das Außenbecken war wegen der kühlen Nächte frisch

Noch besser startete der Tag mit einem ausgiebigen Bad in der heißen Thermalhöhle, wo das dampfende Wasser direkt aus der Decke sprudelt. Herrlich! Nach einem entspannten Frühstück hätten wir am liebsten noch einen weiteren Tag in dieser kleinen Oase verbracht – aber es half nichts: Die 330 Kilometer bis Chihuahua Stadt mussten in Angriff genommen werden. 🚐💨

Also schlichen wir die 10 staubigen und holprigen Kilometer zurück zur Autobahn und rollten von dort aus weiter in den Norden. Die Fahrt verlief unspektakulär, doch es war ein komisches Gefühl zu wissen, dass dies unser letzter Stopp in Mexiko sein würde – zumindest hoffentlich!

Gegen Nachmittag erreichten wir die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates Chihuahua – mit über 900.000 Einwohnern die größte Stadt im Norden Mexikos. Unser Schlafplatz war uns bereits bestens bekannt: Der weitläufige Walmart-Parkplatz, auf dem wir schon zweimal zuvor genächtigt hatten.

Bevor wir uns für die Nacht einrichteten, erledigten wir noch die letzten To-Dos:

🧺 Wäsche waschen – Die praktische Self-Service Laundry im Walmart kam wie gerufen für eine letzte Maschine voll Schmutzwäsche.

🛒 Vorräte aufstocken – Trockenprodukte wie Nudeln und Cerealien sind in den USA deutlich teurer, also deckten wir uns hier noch einmal ein.

📄 KFZ-Haftpflicht für die USA – Über Seguro Gringo schlossen wir die notwendige Versicherung für den Grenzübertritt ab.

Somit war alles vorbereitet. Jetzt musste nur noch die Einreise in die USA reibungslos funktionieren – aber nach unserer Erfahrung im September blieb eine gewisse Nervosität… 🫣

5. Fahrtag & Grenzübertritt in die USA 🇺🇸

Die kühle Nacht ließ uns trotz aller Nervosität gut schlafen, doch die Anspannung war spürbar: Heute stand der Grenzübertritt in die USA an! Bevor es losging, verputzten wir auf dem Walmart-Parkplatz noch sämtliche frischen Lebensmittel, die wir nicht mitnehmen durften – darunter Eier, Tomaten, Paprika und Käse.

Mit gemischten Gefühlen starteten wir unsere letzte Tagesetappe auf mexikanischem Boden. Versteht uns nicht falsch: Mexiko ist ein grandioses Land, das wir in den letzten neun Monaten nicht nur bereist, sondern auch lieben gelernt haben. Aber jetzt war es an der Zeit, weiterzuziehen.

Die 250 km bis nach Ojinaga führten uns erneut durch karge Steppenlandschaften, und auch die Grenzstadt selbst machte mit ihrer Abgeschiedenheit und leicht schäbigen Optik nicht gerade Lust auf längeres Verweilen…

🛂 Mexikanischer Grenzposten

Die Ausreise aus Mexiko verlief blitzschnell:

Salida-Stempel im Pass

✅ Kein Gang zur Aduana nötig, da unser Van als Camper theoretisch zehn Jahre in Mexiko bleiben dürfte

Mexiko raus ging super schnell & einfach ✅

Dann war es soweit: Wir rollten über die Internationale Brücke rüber nach Presidio, Texas – und betraten damit US-amerikanischen Boden. Jetzt wurde es spannend!

🛂 US-Einreise: Ein völlig entspanntes Prozedere

Gleich der erste US-Grenzbeamte begrüßte uns freundlich und warf nur einen flüchtigen Blick ins Heck. Dann gratulierte er uns zum US-Visum und schickte uns weiter.

In der Fahrzeugkontrollspur landeten wir bei einem etwas älteren, grauhaarigen Officer, der sich Zeit nahm, unsere Pässe genau zu studieren. Nach ein paar Minuten stellte er uns die erwartete Frage:

🧐 „Waren Sie schon einmal in den USA?“ – Nein.

🧐 „Waren Sie schon einmal an einer US-Grenze?“ – Ja…

Kurze und ehrliche Erklärung unsererseits. Daraufhin drückte er einen orangefarbenen Notizzettel einem Kollegen in die Hand und schickte uns zeitgleich weiter zur eigentlichen Fahrzeugkontrolle.

Ein überraschenderweise des Deutschen halbwegs mächtiger Beamter – ein massiver, blonder Hüne – nahm uns in Empfang, was die Situation sofort auflockerte. 😮‍💨 Während unser Van inspiriert wurde, folgten wir ihm ins Office, wo er unsere Pässe hinter einer Tür weiterreichte.

Als er herauskam, zeigte er uns grinsend einen Daumen hoch – alles in Ordnung!

Der nächste Officer hinter der Scheibe war ebenfalls freundlich, stempelte unsere Pässe und machte sich sogar die Mühe, unser I-94-Formular (notwendig für längere Aufenthalte) eigenhändig am Computer auszufüllen.

💰 Kosten dafür: 6 $ pro Person (bar bezahlt)

Kaum hatten wir die Quittung in der Hand, kam auch schon das Go für unseren Van: Keine Spürhunde, keine Heckkisten-Kontrolle, kein Blick in den Kofferraum – nichts!

Mit einem freundlichen „Welcome to the USA!“ verabschiedete man uns, und wir rollten tatsächlich über die Grenze – diesmal ganz offiziell! 🥳🥳🥳

Um den Moment gebührend zu feiern, steuerten wir direkt den nahegelegenen Loma Paloma RV Park mitten in der texanischen Wüste an. Für nur 13 $ pro Nacht gab es:

✔️ Stellplatz mit Wasser- & Abwasseranschluss

✔️ Blitzsaubere Sanitäranlagen mit heißen Duschen

✔️ Einen großen Waschsalon

Zum perfekten Abschluss dieses besonderen Tages gab es unter dem atemberaubenden Wüstenhimmel dann noch ein Glas Sekt und fixe Pesto-Spaghetti. 🥂🍝


1.800 Kilometer quer durch Mexiko lagen hiermit hinter uns – Tausende Kilometer durch die USA & Kanada liegen vor uns! 🚐🇺🇸🇨🇦

Unser Visa Run hat uns über vier Monate Reisezeit und satte 3.000 € gekostet – aber letztendlich hat sich alles gelohnt! 🎉

Wir freuen uns riesig auf spektakuläre Nationalparks, atemberaubende Landschaften und spannende Städte in den USA – und natürlich darauf, dass ihr uns weiterhin begleitet!

Wenn ihr unser Abenteuer unterstützen möchtet oder uns ein kleines Dankeschön für unsere wöchentlichen Blogbeiträge & YouTube-Videos dalassen wollt, freuen wir uns riesig über eure Spende oder Mitgliedschaft! ♥️👇

Die ersten Eindrücke aus den USA gibt’s kommende Woche – hier im Blog, auf YouTube & Instagram! 😉


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