NEW BLOG POST (08.-12.03.2026) 🇺🇸 Eleganz, Geschichte & Südstaatenflair

Roadtrip von Savannah nach Charleston

Nach zwei schönen Tagen in Savannah (siehe vorheriger Blog Post) führte uns unsere Reise weiter entlang der Atlantikküste nach Charleston – eine Stadt, die für viele als eine der schönsten der gesamten Südstaaten gilt.

Sie gehört zu den geschichtsträchtigsten Städten der gesamten USA – und kaum ein Ort vereint so viele prägende Epochen der amerikanischen Geschichte auf so engem Raum. 👇


Vom Handelshafen zur reichen Kolonialstadt

Gegründet wurde Charleston im Jahr 1670 und entwickelte sich schnell zu einem der wichtigsten Handelshäfen der britischen Kolonien in Nordamerika.

Durch seine Lage am Atlantik war die Stadt ideal für den Export von Waren wie:

– Reis

– Indigo (blauer Farbstoff)

– später auch Baumwolle

Diese Produkte machten Charleston im 18. Jahrhundert zu einer der reichsten Städte Nordamerikas.


Zentrum des Sklavenhandels

Mit diesem Reichtum ging jedoch auch eines der dunkelsten Kapitel der amerikanischen Geschichte einher.

Charleston war über viele Jahrzehnte hinweg ein zentrales Drehkreuz des transatlantischen Sklavenhandels.

👉 Schätzungen zufolge kamen rund 40 % aller versklavten Afrikaner, die nach Nordamerika gebracht wurden, über Charleston ins Land.

Viele von ihnen wurden anschließend auf die Plantagen im Süden verteilt – vor allem auf Reis- und Baumwollfelder.

Bis heute prägt dieses Erbe die Region, unter anderem durch die Gullah Geechee culture, eine einzigartige afroamerikanische Kultur mit eigenen Traditionen, Sprache und Küche.

Charleston im Unabhängigkeitskrieg

Auch im American Revolutionary War spielte Charleston eine wichtige Rolle.

Die Stadt war strategisch bedeutend für die Briten – und wurde mehrfach umkämpft.

1780 fiel Charleston schließlich an die britischen Truppen. Dies galt als eine der größten Niederlagen der amerikanischen Seite während des Krieges.

Erst später konnten die Amerikaner die Kontrolle zurückgewinnen.


Beginn des Amerikanischen Bürgerkriegs

Noch bekannter ist Charleston für ein Ereignis, das die USA nachhaltig veränderte:

👉 den Beginn des American Civil War.

Am 12. April 1861 eröffneten konföderierte Truppen das Feuer auf Fort Sumter, eine Festung im Hafen von Charleston.

Dieses Ereignis markiert offiziell den Start des Bürgerkriegs zwischen Nord- und Südstaaten.

Die Stadt selbst wurde im Verlauf des Krieges stark beschädigt.


Charleston heute

Heute hat Charleston rund 150.000 Einwohner und gilt als eine der schönsten und kulturell reichsten Städte im Süden der USA.

Was die Stadt heute so besonders macht:

– hervorragend erhaltene historische Architektur

– charmante Altstadt mit viel Geschichte

– Mischung aus Südstaaten-Tradition und modernem Lifestyle

Viele Gebäude stammen noch aus dem 18. und 19. Jahrhundert und geben Charleston dieses elegante, fast schon europäisch wirkende Flair.


Spannend zu wissen:

Trotz ihrer bewegten Vergangenheit hat sich die Stadt in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt und gilt heute als eines der beliebtesten Reiseziele im Südosten der USA – besonders wegen ihrer Geschichte, Kulinarik und Atmosphäre.


Unsere Fahrt von Savannah nach Charleston war mit rund 180 Kilometern angenehm kurz – perfekt für einen entspannten Reisetag. 🚐💨

Und auf dem Weg gab’s dann auch noch eine kleine Überraschung für Simon:

👉 Ein kurzer Stopp bei LIDL

Unser erster Lidl in den USA – und tatsächlich fühlte sich vieles sofort vertraut an:

– ähnliche Produkte wie in Deutschland

– vergleichbare Preise

– eine richtig gute Bäckereiabteilung

Nach langer Zeit gab es endlich mal wieder eine frische Brezel. 🥨

Ein winziger Moment Heimatgefühl – mitten in den USA.


Übernachtung bei Patriots Point

Unsere erste Nacht in Charleston verbrachten wir am Patriots Point Sportkomplex.

📍 32.794521, -79.904412

Direkt in der Nähe liegt das bekannte USS Yorktown Museum – ein ehemaliger Flugzeugträger, der heute als Museum dient.

Allein von außen schon ziemlich beeindruckend.


Charleston zu Fuß entdecken

Für die Zeit der Stadtbesichtigung parkten wir unseren Van neben diesem Parkplatz an der Straße:📍 32.789198, -79.927411

🅿️ Preise:

Parkplatz: 8 $/Stunde oder 28 $/Tag

Parkuhren: 3 $/Stunde

Perfekte Lage nahe dem Aquarium – und idealer Ausgangspunkt für unseren Rundgang.


7 Kilometer durch die Altstadt

Charleston lässt sich wirklich wunderbar zu Fuß erkunden.

Wir liefen etwa 7 Kilometer kreuz und quer durch den historischen Altstadtkern, vorbei an beeindruckender Architektur, geschichtsträchtigen Orten und richtig tollen Fotospots. 📸

Unser erster Stopp war der Waterfront Park.

Hier steht der berühmte Pineapple Fountain – eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.

Die Ananas gilt im Süden der USA übrigens als Symbol für Gastfreundschaft.

Vom Pier aus hat man außerdem einen tollen Blick auf den Hafen – perfekt für Fotos!

Charleston ist eine der historisch bedeutendsten Städte der USA – und das merkt man an jeder Ecke.

Ein Beispiel dafür ist das Old Exchange and Provost Dungeon aus dem Jahr 1771.

Hier wurden während des Unabhängigkeitskriegs britische Gefangene festgehalten.

Überall in der Stadt entdeckten wir Häuser mit kleinen Tafeln, die Geschichten über ihre früheren Bewohner erzählen – super spannend, wenn man sich so wie wir für Geschichte interessiert.

Ein absolutes Highlight ist die berühmte Rainbow Row mit ihren pastellfarbenen, perfekt restaurierten Häusern aus dem 18. Jahrhundert. Definitiv eines der meistfotografierten Motive der Südstaaten.

Hier hätte ich locker eine Stunde nur mit Fotografieren verbringen können. 😅

Weiter ging es entlang der High Battery – einer wunderschönen Promenade direkt am Wasser.

Von hier aus hat man Blick auf viele historische Villen, den Hafen und in der Ferne das alte Fort Sumter.

Direkt daneben liegt der White Point Garden – ein Park voller riesiger Südstaateneichen.

Charleston steckt voller kleiner Highlights, zum Beispiel der Circular Congregational Church mit ihrem besonderen Turm aus Holz. Daneben befindet sich die Saint Philip’s Church sowie ein fotogener Friedhof – und auch die verwunschene Philadelphia Alley mit ihrem Kopfsteinpflaster und den alten Gas-Laternen sollte man nicht verpassen.


Am City Market📍 32.781178, -79.930372 spürt man das lebendige Charleston:

Hier gibt es:

– viele lokale Produkte

– hübsche Souvenirs

– nettes Kunsthandwerk

Und rundherum viele kleine Cafés und Restaurants. ☕️


Charleston vs. Savannah – unser Eindruck

Im Vergleich zu Savannah wirkt Charleston:

– eleganter und schicker

– etwas historischer

– weniger verspielt

Savannah dagegen ist:

– romantischer

– grüner durch die vielen Squares

– etwas ruhiger

Beide Städte sind auf ihre Art einzigartig – und definitiv Highlights im Süden der USA.

👉 Beste Reisezeit:

März bis Mai oder Oktober bis November


Weiterfahrt nach Georgetown

Am nächsten Tag ging es für uns weiter Richtung Norden, etwa 60 Meilen entlang des Highway 17 bis nach Georgetown.

Kurz vorm Ortseingang fanden wir einen idealen, ruhigen Stellplatz:

📍 33.356147, -79.295626

Ein riesiger, kostenfreier Parkplatz direkt am Wasser samt sauberer Toiletten und nachts beleuchtet. Einer der besten Spots seit Langem!


Historic Georgetown

Nach der ruhigen Nacht direkt am Wasser machten wir uns am nächsten Morgen daran die historische Kleinstadt zu erkunden – und waren sofort überrascht, wie viel Charme dieser kleine Ort versprüht.

Georgetown ist die drittälteste Stadt in South Carolina und wirkt ein bisschen wie ein verstecktes Juwel abseits der typischen Reiserouten. Die Geschichte reicht offiziell bis ins 18. Jahrhundert zurück, doch erste europäische Siedlungsversuche gab es vermutlich schon um 1529 durch spanische Entdecker.

Wir ließen uns einfach treiben – und genau das ist hier das Schönste.

Vorbei an über 50 historischen Häusern, die liebevoll restauriert wurden und kleine Tafeln mit ihrem Baujahr tragen, fühlt sich ein Spaziergang fast wie eine kleine Zeitreise an.

Besonders die Front Street und Prince Street haben uns begeistert: breite Straßen, gesäumt von uralten, riesigen Eichen.

Alles wirkte ruhig, entspannt und irgendwie ursprünglicher als in den größeren Städten zuvor.

Im Visitor Center (531 Front Street) kann man sich übrigens einen Stadtplan holen – perfekt, um die wichtigsten Gebäude und ihre Geschichten besser einordnen zu können.


Geschichte, die spürbar bleibt

Auch wenn Georgetown heute so friedlich wirkt, steckt hinter dem Ort eine tiefgreifende und nicht immer einfache Geschichte.

Im 18. und frühen 19. Jahrhundert war die Region ein Zentrum für Reis- und Indigo-Plantagen. Der wirtschaftliche Erfolg basierte – wie so oft im Süden – auf der Arbeit versklavter Menschen.

Um das Jahr 1800 bestand etwa 85 % der Bevölkerung aus Sklaven – eine Zahl, die einen kurz innehalten und schaudern lässt.

Bis heute ist die Region stark geprägt von Gullah Geechee Culture. Diese Kultur entstand aus den Traditionen westafrikanischer Sklaven und hat sich über Generationen hinweg erhalten – sichtbar in Sprache, Küche und Musik.

Auch einige bekannte Persönlichkeiten haben hier ihre Wurzeln, darunter Michelle Obama.


Kleine Museen, große Geschichten

Wer noch tiefer eintauchen möchte, findet in Georgetown gleich mehrere kleine Museen, die die Geschichte des Ortes greifbar machen.

Kostenfrei sind unter anderem:

– das Gullah Museum

– das South Carolina Maritime Museum

– das Georgetown County Museum

Wer noch mehr erfahren möchte, kann sich zusätzlich das historische Kaminski House oder das Rice Museum anschauen, die einen spannenden Einblick in das Leben der ehemaligen Plantagenbesitzer geben.


Parken & entspanntes Ankommen

Für unseren Stadt-Rundgang parkten wir hier:

📍 33.368193, -79.284347

Ein großer, kostenloser Parkplatz direkt im Zentrum.

Übernachten ist vermutlich möglich, sollte aber eher unauffällig erfolgen, da es sich um ein Wohngebiet handelt. Öffentliche Toiletten befinden sich ebenfalls in der Nähe.


Unser Frühstückstipp

Ein echtes Highlight war unser Frühstück im Thomas Café:📍 33.365691, -79.282649

Seit 1933 geöffnet und offensichtlich ein absoluter Lieblingsspot der Locals. Genau solche Orte lieben wir.

Hier bekommt man:

– klassisches Südstaaten-Frühstück

– große Portionen

– faire Preise

– und natürlich: endlosen Coffee Refill

Perfekt für einen entspannten Start in den Tag!


Fazit: Ostküste vs. Westen

Nach diesen Tagen wurde uns einmal mehr bewusst, wie unterschiedlich die USA sind.

Während uns im Westen vor allem die Natur, die Weite und die Nationalparks beeindruckt haben, sind es hier im Osten die Städte, die uns in ihren Bann ziehen.

Charleston und Georgetown haben uns besonders durch ihre Mischung aus:

– Geschichte

– Architektur

– und Atmosphäre

überzeugt.

Gerade Georgetown hat uns mit seiner Ruhe, Authentizität und Historie überrascht – ein Ort, den viele wahrscheinlich einfach umfahren würden, der aber definitiv einen Stopp verdient hat.

Und genau diese Mischung macht einen Roadtrip durch die Südstaaten letztendlich so besonders. 🚐✨

NEW BLOG POST (02.-07.03.2026) 🇺🇸 Amerikas schönste Südstaatenstadt – Savannah

Unsere Highlights zwischen historischen Squares, Eichenalleen und River Street

Von New Orleans nach Mobile und Tallahassee

Nach einem letzten kleinen Organisationstag in New Orleans (siehe vorheriger Blog Beitrag) starteten wir am 2. März durch Richtung Osten.

Die Route führte uns rund 250 Kilometer durch Alabama bis nach Mobile.

Übernachtet haben wir – wie schon öfter auf unserer Reise – auf dem Parkplatz eines Bass Pro Shops.📍 30.659425, -87.90435

Die riesigen Outdoor Worlds sind in den USA legendär:

eine Mischung aus Outdoor-Supermarkt, Jagd- und Angelshop, Erlebniswelt und Museum. Viele Filialen sehen eher aus wie Freizeitparks – mit Aquarien, ausgestellten Booten oder sogar kleinen Wasserfällen.

Und für Overlander wie uns besonders praktisch:

Viele Filialen erlauben Wohnmobilen eine Nacht auf dem Parkplatz zu stehen.


Am nächsten Tag ging es weiter:

385 Kilometer von Mobile nach Tallahassee, der Hauptstadt von Florida. Auch hier übernachteten wir erneut bei einem Bass Pro Shop.

📍 30.461771, -84.214256

Ein unkomplizierter Zwischenstopp, bevor wir am nächsten Tag tiefer in den Südosten der USA eintauchen würden.


Durch Florida nach St. Marys

Am Mittwoch standen rund 370 Kilometer auf dem Plan – von Tallahassee bis nach St. Marys an der Grenze zwischen Florida und Georgia.

Unterwegs durchquerten wir die berühmten Florida Keys – ein riesiges Sumpf- und Feuchtgebietssystem, das Lebensraum für zahlreiche Tierarten bietet.

Hier leben unter anderem zahlreiche Alligatoren, aber auch Manatees (Seekühe) sind hier zuhause.

Die Seekühe gehören zu den sanftesten Meeressäugern der Welt. Sie ernähren sich ausschließlich von Wasserpflanzen und bewegen sich meist gemächlich durch warme Küstengewässer oder Flussmündungen. In Florida gelten sie als geschützte Tierart und werden liebevoll auch Gentle Giants genannt.


Treffen mit einem alten Bekannten

Auf dem Weg legten wir einen spontanen Zwischenstopp in Jacksonville, Florida ein.

Im Sand Dollar Restaurant trafen wir einen alten Freund von Simon, der seit über 20 Jahren in den USA lebt. Direkt am Wasser gelegen, war das der perfekte Ort für ein entspanntes, wenn auch nur kurzes, Wiedersehen.


Traumstellplatz in St. Marys

Rund 70 Kilometer später erreichten wir unseren Übernachtungsplatz.📍 30.721023, -81.553015

Ein traumhafter und kostenfreier Stellplatz direkt am St. Marys River.

Vor uns erstreckte sich die weite Marschlandschaft, in der Segelboote sanft im Wind schaukelten.

Und nur wenige Schritte entfernt befand sich sogar ein Visitor Center mit Toiletten und Trinkwasser.📍 30.72031, -81.54974

Der Ort wirkte fast wie aus einer anderen Zeit:

– alte Südstaateneichen mit Spanish Moos

– bunte Holzvillen

– breite Veranden

– Schaukelstühle vor den Häusern

Eine unglaubliche Ruhe lag über diesem kleinen Küstenort.


Tor zu Cumberland Island

St. Marys ist außerdem das Tor zum Cumberland Island National Seashore.

Die vorgelagerte Insel gehört zu den ursprünglichsten Naturgebieten der US-Ostküste.

Besucher kommen vor allem wegen:

– kilometerlangen wilden Stränden

– wilden Pferden

– dichten maritimen Wäldern

– historischen Plantagenruinen

Von St. Marys aus starten zweimal täglich Fähren zur Insel. Kosten ➡️ ca. 40US$ pro Person.


Ein Ruhetag im Paradies

Der Ort gefiel uns so gut, dass wir spontan einen weiteren Tag blieben.

Es war ein klassischer Orga-Tag:

YouTube Videos schneiden

– Route planen

– nächste Reiseetappen vorbereiten

Und natürlich durfte auch ein kleines Vanlife-Projekt nicht fehlen:

Ich buk einen saftigen Mandarinenkuchen im Omnia-Backofen.

Mit Blick über das ruhige Marschland war das vermutlich einer der entspanntesten Arbeitstage unserer Reise.


Weiterfahrt nach Savannah

Am nächsten Tag waren es nur noch 170 Kilometer bis nach Savannah im Bundesstaat Georgia.

Savannah gilt als eine der schönsten Städte der gesamten Südstaaten.

Ein paar spannende Fakten:

– rund 150.000 Einwohner

– gegründet 1733

– berühmt für seine 22 historischen Squares

– viele Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert

Das einzigartige Stadtlayout stammt vom Stadtplaner James Oglethorpe und gilt bis heute als eines der elegantesten Stadtdesigns Nordamerikas.

Ein weiterer wichtiger Teil der Stadt ist das Savannah College of Art and Design – kurz SCAD.

Die renommierte Kunst- und Designuniversität hat zahlreiche historische Gebäude restauriert und prägt das kreative Flair der Stadt.

Überall sieht man Studenten, Galerien und kleine Designshops.


Savannah entdecken

Am nächsten Tag wollten wir Savannah dann endlich zu Fuß erkunden.

Unser Van blieb am Chatham Square stehen.

📍 32.071553, -81.096879

Gut zu wissen:

Am Wochenende kann man hier kostenlos parken.

Unter der Woche (Mo–Fr, 8–17 Uhr) ist Parken kostenpflichtig.


Jones Street – eine der schönsten Straßen der USA

Viele sagen, die Jones Street sei eine der schönsten Straßen Amerikas – und nach unserem Spaziergang können wir das absolut nachvollziehen.

Hier reiht sich ein Fotomotiv ans nächste:

– elegante Backsteinhäuser aus dem 19. Jahrhundert

– Kopfsteinpflaster

– überhängende Eichen mit Spanish Moss

– flackernde Gaslaternen an den Eingängen

Es fühlt sich fast ein bisschen an wie eine Filmkulisse.


Die 22 historischen Squares

Savannah ist berühmt für seine kleinen grünen Plätze.

Auf unserem Spaziergang kamen wir unter anderem vorbei an:

Madison Square

Chippewa Square

Wright Square

Der Chippewa Square ist besonders bekannt.

Hier wurde die berühmte Bank-Szene aus dem Film Forrest Gump gedreht.

Der legendäre Satz daraus lautet:

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie, was man bekommt.“


Savannah City Hall & River Street

Weiter ging es zur Savannah City Hall mit ihrer markanten goldenen Kuppel.

Nicht weit entfernt liegt das River Street Visitor Information Center📍 32.08148, -81.091149

Hier bekommt man:

– Stadtpläne

– Restaurant-Guides

– Infomaterial

– kostenloses Trinkwasser

– saubere Toiletten

Direkt dahinter beginnt die historische River Street.

Die alten Baumwolllagerhäuser erinnern daran, dass Savannah im 19. Jahrhundert ein bedeutender Baumwollhafen war.

Heute findet man dort:

– Restaurants

– Bars

– kleine Shops

– oft Live-Musik

Und immer wieder spektakuläre Ausblicke auf den Savannah River, auf dem sogar historische Dampfschiffe unterwegs sind.

Ein perfekter Ort für:

– Sonnenuntergänge

– Abendessen

– einen entspannten Sundowner


Lunch bei Zunzi’s

Zum Mittagessen landeten wir bei Zunzi’s.📍 32.074919, -81.092009

Unser Tipp: 👉 The Conquistador Sandwich mit Hühnchen.

Extrem lecker – und genau das Richtige nach mehreren Kilometern zu Fuß.


Cathedral of Saint John the Baptist

Ein weiteres Highlight der Stadt ist die Cathedral of Saint John the Baptist.

Sie gehört zu den beeindruckendsten Kirchen im Süden der USA.

Besonders auffällig:

– riesige bunte Glasfenster

– französisch-gotische Architektur

– reich verzierte Innenräume

Der Eintritt ist kostenlos.


Forsyth Park – das grüne Herz Savannahs

Zum Abschluss unseres Rundgangs spazierten wir zum Forsyth Park.

Das berühmteste Fotomotiv der Stadt steht hier:

der weiße Forsyth-Brunnen.

Umgeben ist er von uralten Eichen, deren Äste voller Spanish Moss hängen.

Die Atmosphäre an diesem Samstag war wunderbar entspannt:

– Familien picknickten

– Musiker spielten

– Menschen lagen in Hängematten

Und überall sah man Jugendliche in eleganten Outfits.

Der Grund dafür war der berühmte High School Prom.

Der Prom ist einer der wichtigsten Abende im amerikanischen High-School-Leben.

Schülerinnen tragen elegante Abendkleider, Schüler erscheinen im Anzug oder Smoking. Vor dem Ball treffen sich viele Gruppen in Parks oder an schönen Orten der Stadt, um Fotos zu machen.

Genau das spielte sich gerade im Forsyth Park ab – ein wunderschöner Anblick mit all den festlich gekleideten Jugendlichen zwischen den blühenden Azaleen.


Fazit: Savannah – überraschend europäisch

Savannah hat uns wirklich überrascht.

Die Stadt wirkt:

– ruhig

– charmant

– sehr entspannt

Das historische Zentrum lässt sich problemlos zu Fuß erkunden – wir liefen an diesem Tag etwa 8 Kilometer.

Ein halber Tag reicht, wenn man sich auf die Altstadt konzentriert.

Wer tiefer eintauchen möchte, kann:

– eine geführte Walking Tour machen

– oder mit den Old Town Trolleys fahren, die viele Sehenswürdigkeiten ansteuern und gleichzeitig spannende Hintergrundinfos liefern.

Praktisch:

Am Startpunkt der Trolley-Touren kann man sogar kostenfrei parken.


Was uns besonders gefallen hat:

– Pferdekutschen auf den Straßen

– die alten Eichenalleen

– blühende Azaleen

– gemütliche Cafés und Restaurants

– viele historische Kirchen

– Backsteinarchitektur

– das spanische Moos in den Bäumen

Savannah fühlt sich fast ein bisschen europäisch an – und weniger nach klassischem Südstaaten-Klischee.

🌟 Für uns gehört die Stadt definitiv zu den schönsten Orten unserer gesamten USA-Reise.

NEW BLOG POST (09.-22.02.2026) 🇺🇸 4.500 Kilometer Roadtrip quer durch die USA

Von Mexiko bis nach Baltimore – ein perfekter Grenzübertritt, Texas BBQ und Wüstenwinde

Nach genau zwei Monaten auf der Baja hieß es: zurück in die USA. Vor uns liegen rund 4.500 Kilometer – einmal quer durchs Land, von der mexikanischen Grenze bis nach Baltimore.

Aber fangen wir vorne an.


Einfacher Grenzübertritt bei Mexicali East

Der Grenzübertritt bei Mexicali East verlief überraschend unkompliziert. Kein Blick in den Innenraum unseres Vans, kein prüfender Blick in den Kühlschrank – nichts. Der Beamte stellte lediglich ein paar knappe Fragen und wünschte uns anschließend eine gute Fahrt, fertig!

Was wir allerdings verpassten: die mexikanische Migración. Somit haben wir keinen Ausreisestempel im Pass und konnten auch unser FMM (Touristenkarte) nicht abgeben…

Back in the USA

Auf der anderen Seite wartete dann Calexico auf uns – ein herrliches Wortspiel aus California und Mexiko – und zu unserer großen Freude auch ein Aldi. Frisches Obst, Gemüse, Brot, Joghurt. Nach Wochen auf der Baja fühlte sich das fast schon luxuriös an – und in Windeseile war der Einkaufszettel vollständig abgearbeitet. Wer selbst schon einmal in Mexiko, Zentral- oder Südamerika unterwegs war weiß, was ich damit meine.


Zwergenautos & echte Leidenschaft in Arizona

Die erste Nacht verbrachten wir inmitten der Wüste nahe Yuma, Arizona. Traumhafter Sonnenuntergang über den kahlen Bergen inklusive.

Am nächsten Tag besuchten wir das Ernie Adams Dwarf Car Museum📍 32.895997, -112.138435. Für 5 US-Dollar Eintritt pro Person bekommt man hier nicht nur liebevoll dekorierte Miniatur-Rennwagen zu sehen, sondern trifft im besten Fall auch den Erbauer selbst – Ernie Adams – oder seine Söhne.

Die sogenannten Dwarf Cars – zu Deutsch Zwergenautos – sind maßstabsgetreue, fahrbare Mini-Versionen klassischer 30er- und 40er-Jahre-Rennwagen. Alles in Handarbeit gebaut. Motor, Lenksystem, Karosserie – nichts wirkt wie Spielzeug. Ein echtes Herzensprojekt und absolut sehenswert.


Tucson – Freunde, Dachluken & die Gem Show

Weiter ging es nach Tucson zu unseren Freunden Yvonne und Brett, die wir letztes Jahr im März schon einmal besucht hatten. Zufall oder Fügung: Am Tag unserer Ankunft hatte Brett Geburtstag – und unser Überraschungsbesuch war offensichtlich ein grandioses Geschenk. 🎁

Yvonne überraschte uns wiederum mit frisch gebackenen Rusks – südafrikanischen Kaffeekeksen, irgendwo zwischen Cantuccini und hartem Granola Bar. Perfekt als Reiseproviant.

Am nächsten Tag ließen wir bei Camping World unsere Dachluken prüfen. Der Verkäufer war angenehm ehrlich: Wenn es an den Dachluken läge, würde das Wasser immer an derselben Stelle eindringen. Tut es aber nicht. Also bleibt unser Verdacht bestehen – irgendwo auf dem Dach muss ein anderes Leck sein… 😣

Unsere Lösung wird wohl sein, das komplette Dach bei Gelegenheit mit Panda Coat zu versiegeln. Einmal richtig und hoffentlich endgültig.

Gemeinsam mit Yvonne radelten wir außerdem zur weltbekannten Tucson Gem Show: eine der größten Edelstein-, Mineralien- und Fossilienmessen der Welt. Händler aus aller Welt präsentieren hier Schmuck, Rohsteine und seltene Sammlerstücke. Selbst wer nichts kaufen möchte, kommt aus dem Staunen – schon allein ob der puren Masse – kaum heraus.

Die Abende verbrachten wir im Wechsel am Herd, und zum Abschied gab es ein leckeres, klassisches amerikanisches Frühstück mit Spiegelei, Bacon und Würstchen – und abends ein BBQ mit Lagerfeuer.

Als i-Tüpfelchen erhielt ich noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk: eine selbstgenähte Küchenschürze samt passenden Topflappen und Geschirrtuch. Handgemacht von Yvonne, nur für mich und wunderschön.


4.500 Kilometer Richtung Osten

Exakt eine Woche nach unserer Ankunft hieß es leider auch schon wieder Abschied von den beiden nehmen, denn vor uns liegt eine gewaltige Strecke – einmal quer durch die USA – von West nach Ost.

Um Wintereinbrüche möglichst zu vermeiden, entschieden wir uns für die klassische South-of-the-Rockies-Route:

Mexicali → Yuma → Tucson → Las Cruces → El Paso → San Antonio → Houston → New Orleans → Atlanta → Virginia → Baltimore

Die nördliche Route (über Colorado, Kansas, Ohio) ist zwar etwas kürzer, aber im Februar auf Grund von Eis und Schnee – und daraus resultierender Straßensperren – schlicht nicht empfehlenswert.

Damit ihr die Distanzen besser einordnen könnt:

Texas allein ist fast so groß wie Frankreich. West nach Ost misst der Staat rund 1.500 Kilometer. Und New Mexico ist flächenmäßig so groß wie Polen.

Die USA sind schlichtweg riesig – und vor uns liegen mindestens 16 lange Fahrtage. 🚐💨


Tag 1 – Wüstenwind & Klapperschlangen

An unserem ersten Fahrtag absolvierten wir gleich 480 Kilometer von Tucson bis Anthony – der Grenzstadt zwischen New Mexico und Texas.

Der Einfachheit halber übernachteten wir in Nähe der Interstate 10 am New Mexiko Welcome Center und wir waren einmal mehr erstaunt, wie gut wir trotz der unüberhörbaren Autobahngeräusche dort schliefen.

Warnschilder vor Rattlesnakes neben den Park- und Rastbänken erinnerten uns daran, wo wir uns befanden und dass wir tunlichst auf unsere Umgebung achten sollten, während starke Winde mit bis zu 50 km/h Staub und Grasbüschel über die Landschaft trieben.

Den Umweg zum Big Bend National Park (+300 km) sowie zu den Carlsbad Caverns ließen wir aus Zeit- und Wettergründen aus. Vor uns lagen immerhin noch rund 4.000 Kilometer Fahrt.


Tag 2 – Texas beginnt groß

Die Großstadt El Paso mit ihrer verrückten Verkehrsführung über mehrere, via Brückenpfeiler übereinander liegende Spuren und Straßen, umgingen wir am nächsten Morgen weitläufig über den Loop 375.

Bis zum Abend schafften wir recht entspannt 390 Kilometer bis zur Pecos County Rest Area East Bound. Diese war unglaublich modern und ähnelte eher einem Nationalpark Visitor Center als einem schnöden Rastplatz an der Autobahn.

Leider lagen die Parkplätze recht nah an der I-10, weshalb unser Schlaf diesmal nur mittelmäßig gut ausfiel.


Tag 3 – Erster Etappensieg & Texas BBQ

Mittwochs fuhren wir weitere 380 Kilometer bis Junction.

Somit haben wir, nach gerade einmal drei Tagen, bereits 1.250 Kilometer – ein Viertel der Strecke – hinter uns gebracht.

Zur Feier des Tages gönnten wir uns am Abend ein typisches Texas Barbecue bei Lum’s BBQ:

📍 30.497294, -99.778581.

Das Fleisch war zart und reichlich, die Beilagen allerdings nur auf mittelmäßigem Kantinen-Niveau und das Ambiente war für unseren Geschmack ebenfalls ausbaufähig. Und noch ein Tipp, falls ihr ebenfalls dort einkehren möchtet: Nehmt nicht die spicy spaghetti! 🔥


Neuer Sprit-Rekord

Dank Rückenwind und schnurgerader Interstate 10 East stellten wir am nächsten Tag einen neuen Rekord auf:

1.291 Kilometer mit einer einzigen Tankfüllung. ⛽️

Das entspricht 7,65 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

Und in Boerne, Texas tankten wir für 3,099 US$ pro Gallone – umgerechnet 0,688 € pro Liter Diesel – unseren Van wieder voll. Ein weiterer Rekord, denn so günstig hatten wir bis dato noch nie getankt.


San Antonio – überraschend charmant

185 Kilometer später erreichten wir San Antonio.

Mit rund 1,5 Millionen Einwohnern ist sie, nach Houston, die zweitgrößte Stadt in Texas und die siebtgrößte der USA.

Unser Park- und Schlafplatz lag in einer ruhigen Sackgasse mit direktem Zugang zum River Walk:

Stellplatz-Koordinaten📍 29.436339, -98.483701

12 Kilometer zu Fuß entlang des River Walk

Der San Antonio River Walk ist ein mehrere Kilometer langes Wegenetz entlang des Flusses – gesäumt von Restaurants, Cafés, Brücken und schattigen Plätzen. Eine Oase mitten in der Stadt.

Zu Fuß erkundeten wir:

The Alamo – ehemalige spanische Mission und Schauplatz der berühmten Schlacht von 1836 im texanischen Unabhängigkeitskrieg. Heute ein Symbol für Widerstand und texanischen Stolz.

La Villita – historisches Künstlerviertel mit kleinen Boutiquen und Galerien.

Tower of the Americas – 230 Meter hoch, gebaut zur Weltausstellung 1968 und auch heute noch höchstes Gebäude von San Antonio.

King William Historic District – prachtvolle Villen aus dem 19. Jahrhundert.

San Fernando Cathedral & Main Plaza – eine der ältesten Kathedralen der USA.

El Mercado – vor allem Souvenirs, überraschend wenig mexikanisches Essen.

Unsere Tour könnt ihr anhand folgendem Link ganz bequem nachgehen:

Dazu einfach Karte in Google Maps öffnen und auf Fußgänger umstellen.

Unser Fazit: San Antonio ist eine tolle Stadt und fühlt sich, für solch eine große Metropole, erstaunlich ruhig und gemütlich an. Man sollte für eine entspannte Sightseeingtour unbedingt einen halben bis ganzen Tag einplanen. Auch der Verkehr war angenehm entspannt und wir erreichten alles ohne Umwege.


Und dann: 3 Stunden Stau

Am späten Nachmittag gerieten wir dann, beim verlassen von San Antonio, auf der I-10 in eine Baustelle. Drei Spuren plus parallel verlaufende Landstraße wurden auf nur eine einzige Spur zusammengeführt. Das Ergebnis?! Fast 3 Stunden Stop-and-Go.

So hatten wir uns das Ende dieses schönen Tages nicht vorgestellt…


Ob wir Houston am nächsten Tag problemloser erreichten und was uns dort – sowie am Golf von Mexiko – erwartete, erzähle ich euch im nächsten Beitrag.

Bis dahin schaut gerne auf YouTube und Instagram vorbei!

📸 Instagram ➡️ https://www.instagram.com/siju_campervan

🎥 YouTube ➡️ https://www.youtube.com/@sijucampervan

NEW BLOG POST (01.-06.12.2025) 🇺🇸 Abschied von den USA – letzte Küstenstopps zwischen Surf City und San Diego

Unsere vorerst letzte Etappe in den USA führte uns noch einmal entlang der kalifornischen Küste – ohne großes Programm und ohne To-do-Liste. Nach neun Monaten in den USA und Kanada merkten wir deutlich: Wir waren angekommen im Abschiedsmodus. 👋


Huntington Beach – Surf City USA

Unser erster Stopp war Huntington Beach. Ein sehr schicker, gepflegter und gleichzeitig unglaublich entspannter Ort. Viel unternommen haben wir hier ehrlich gesagt nicht – wir kamen erst am Nachmittag an und ließen den Ort einfach auf uns wirken.

Wir spazierten am endlos wirkenden Strand entlang, schauten den Volleyballern beim Spielen zu und beobachteten die Angler auf dem Huntington Beach Pier – dem Wahrzeichen der Stadt. Genau hier lassen sich auch die Surfer am besten beobachten – kein Wunder, denn Huntington Beach gilt als Geburtsort des Neoprenanzugs. Wellenreiten ist hier Sport Nummer eins denn nicht umsonst trägt die Stadt stolz den Titel „Surf City USA“.

Entlang der Main Street, die direkt vom Pier ins Zentrum führt, reihen sich Läden, Cafés und Restaurants aneinander. Hier befindet sich auch der Surfing Walk of Fame, mit Gedenkplatten für legendäre Surfer. Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, findet in der Olive Avenue das International Surfing Museum.

👉 Gut zu wissen:

Huntington Beach hat weit mehr zu bieten als Strand und Surfen. Im Huntington Central Park kann man reiten oder wandern, entlang der Küste erstreckt sich das Bolsa Chica Ecological Reserve, ein geschütztes Feuchtgebiet mit Wanderwegen. Außerdem gibt es einen durchgehenden Radweg direkt am Meer.

Huntington zählt zu den inspirierendsten Orten im Großraum Los Angeles – ein Highlight jeder Kalifornienreise, nicht zuletzt wegen seiner gelungenen Mischung aus Geschichte, Kultur und entspanntem Küstenleben. 🌴🏄‍♂️


Laguna Beach – schick, ruhig, vorweihnachtlich

Weiter ging es nach Laguna Beach. Auch hier blieb es bei einem kurzen Stopp. Der Ort wirkte sehr nobel: viele schicke Autos, stilvolle Häuser und überall Palmen, die festlich weihnachtlich beleuchtet waren. Eine ganz eigene, ruhige Atmosphäre – perfekt für eine Übernachtung, aber ohne großes Sightseeing.


Für’s nächste Mal vorgemerkt: San Clemente & Encinitas

Eigentlich wollten wir auch San Clemente und Encinitas besuchen. Beide Orte sollen wunderschön sein und stehen definitiv auf unserer Empfehlungsliste.

Doch in Encinitas fand gerade eine Nikolausveranstaltung statt weshalb die Hölle los und alles komplett zugeparkt war. Wir entschieden uns schweren Herzens, weiterzufahren. Manchmal gewinnt einfach die Vernunft. 🚐💨


Frisch machen vor dem Grenzübertritt

Bevor es ernst wurde mit dem Grenzübertritt nach Mexiko, gönnten wir uns noch einen letzten Luxus: Duschen.

Das Alga Norte Aquatic Center ist ein wirklich großartiges, modernes Outdoor-Schwimmbad:

– sehr gepflegt

– viele Bahnen

– angenehm warmes Wasser

– saubere Duschen

– tolle Außenanlagen

🎟️ Eintritt: 5 USD pro Person

🕗 Öffnungszeiten: 8:00–16:00 Uhr

Perfekt, um sich vor Mexiko noch einmal richtig frisch zu machen.


Ein letzter Burger & ein perfekter Abschied

Natürlich durfte auch er nicht fehlen: unser letzter Burger in den USA – stilecht bei Wendy’s.

Und dann fanden wir ihn: unseren letzten Stellplatz auf US-amerikanischem Boden.

📍 Torrey Pines Gliderport

🧭 Koordinaten: 32.893901, -117.251334

Ein absolut grandioser Ort mit Blick aufs Meer und auf San Diego, Paraglider in der Luft und ein spektakulärer Sonnenuntergang, der uns noch einmal alles fühlen ließ: Dankbarkeit, Wehmut, Vorfreude.


Neun Monate Nordamerika – und jetzt zurück nach Mexiko 🌵

Nach neun Monaten in den USA und Kanada, nach rund 3.000 Kilometern in nur fünf Wochen entlang der US-Westküste (halb so viel wie in drei Monaten Kanada!) heißt es für uns jetzt:

Zurück nach Mexiko – auf die Baja California. 🥳

Wie der Grenzübertritt lief, was uns dort erwartete und warum wir uns riesig auf Mexiko gefreut haben – davon erzählen wir euch im nächsten Beitrag.

NEW BLOG POST (01.-09.11.2025) 🇺🇸 Von Kanada in die USA – Aufbruch ins große Abenteuer entlang der Pazifikküste 🚐💨

Der letzte große Abschnitt unserer Panamericana-Reise begann mit einem echten Herzklopf-Moment: dem Grenzübertritt von Kanada in die USA. Nach drei Monaten voller kanadischer Wildnis, Fjorde und stiller Wälder fühlte sich dieser Schritt an wie ein neues Kapitel – vertraut und doch aufregend fremd. 🇨🇦↔️🇺🇸


Grenzübertritt per Fähre – mit Walen als Wegbegleiter

Unsere Route führte uns mit der Black Ball Ferry von Victoria auf Vancouver Island nach Port Angeles in Washington State. Der Onlinekauf der Tickets scheiterte – vermutlich an der deutschen Kreditkarte (siehe vorheriger Blog Beitrag). Doch am Terminal in Victoria war der Ticketkauf drei Stunden vor Abfahrt völlig problemlos möglich.

Standort Terminal 📍48.421942, -123.373353

Kosten: 106 US$ für unseren 6 Meter langen Van inklusive Fahrer und Beifahrer.

Dauer der Überfahrt: ca. 90 Minuten.

Zu unserer großen Erleichterung waren die US-Grenzbeamten im Fährhafen ausgesprochen freundlich und entspannt. Vielleicht, weil sie nur zweimal täglich Passagiere abfertigen müssen?!

Nach dem obligatorischen, kurzen Check außen am Fahrzeug begaben wir uns zu Fuß zum Customs-Schalter. Als wir gebeten wurden, draußen Platz zu nehmen, klopfte uns kurz das Herz bis zum Hals – am Ende war es jedoch nur die Ausstellung des I-94-Formulars, die etwas länger dauerte. 😮‍💨

Die Beamten übernahmen das ausfüllen des Formulars für uns, lediglich die Gebühr war überraschend gestiegen: von 6 US$ auf 30 US$ pro Person. Dafür wurden uns – ohne Nachfrage – mit unserem B2 Visum direkt weitere 6 Monate in den USA gewährt. Ein echter Glücksfall, der uns hoffentlich auch die anstehende Wiedereinreise von Mexiko aus erleichtern dürfte.

Goodbye Kanada…🇨🇦👋
USA – wir kommen! 🥳

Und während der anschließenden Überfahrt konnten wir zwischen den Wellen sogar eindeutig die Blows von drei Buckelwalen erkennen.Was für ein magischer Moment! Zumal obendrein auch die Sonne nach einigen grauen Regentagen, just als wir an Bord der Fähre gingen, wieder durchbrach. ☀️


Willkommen in den USA – erste Nächte auf der Olympic Peninsula

Kaum in Port Angeles angekommen, war es durch die Zeitverschiebung (eine Stunde zurück) bereits dunkel. Beim Elwha River Casino fanden wir jedoch unweit des Fähranlegers einen sicheren, kostenlosen Stellplatz. Nach einer kurzen Registrierung bei den Sicherheitsleuten darf man hier bis zu drei Nächte stehen – vermutlich in der Hoffnung, dass man ein paar Münzen in die blinkenden Slotmaschinen wirft. 😉

Am nächsten Morgen begann unsere Erkundungstour der Olympic Peninsula im Bundesstaat Washington. Hier, am nordwestlichsten Punkt der USA – Cape Flattery – trifft die raue Kraft des Pazifiks auf die ungezähmte Natur des Nordwestens. 🌊

Am Rialto Beach donnern wilde Wellen gegen den Treibholzstrand, während der Ho Rain Forest mit moosbewachsenen Baumriesen und mystischem Licht wie aus einer anderen Welt wirkt. 🌳✨

Rialto Beach
Ho Rain Forest

Leider war das Visitor Center im Ho Rain Forest, genauso wie das Einfahrtshäuschen in den Olympic Nationalpark, aufgrund des Government Shutdowns geschlossen – ein greifbares Beispiel dafür, wie politische Blockaden selbst Touristen erreichen. Ranger arbeiten dann unbezahlt oder gar nicht, und viele Besucherzentren oder Serviceeinrichtungen bleiben geschlossen.

Nicht besetzte Einfahrt in den Nationalpark

Der Quinault Rain Forest zählt, zusammen mit dem Ho Rain Forest, zu einem der letzten gemäßigten Regenwälder der Erde – und zu den niederschlagsreichsten Regionen der USA. Nur Hawaii verzeichnet noch mehr Regen.

Und während der Weiterfahrt erspähten wir in den weiten Wetlands eine große Herde Mule Deer und gleich mehrere Weißkopfseeadler, die in der Gruppe jagten – ein seltenes Schauspiel!


Entlang der wilden Pazifikküste Oregons

Über die beeindruckende Astoria-Megler-Bridge (7 km lang!) überquerten wir den Columbia River und erreichten den Bundesstaat Oregon. Hier besuchten wir als erstes den Fort Stevens State Park, wo das Schiffswrack der Peter Iredale bei Ebbe sichtbar wird – das Schiff wurde am 25. Oktober 1906 an Land getrieben und liegt seitdem im Sand.

Auf dem Highway 101 ging’s immer weiter entlang der Pazifikküste. In Cannon Beach spazierten wir kurz darauf über den Strand und bewunderten den Haystack Rock. Auf diesem markanten Felsen nisten von April bis Juli die farbenfrohen Tufted Puffins (Papageitaucher). Den Rest des Jahres halten sie sich leider durchweg auf hoher See auf. Wenn ihr also Vogelbeobachtung mögt: April–Juli ist eure Zeit.

Papageien Taucher sahen wir leider nicht…

Ein Stück weiter südlich führte uns ein kurzer Holzbohlenweg zum Big Cedar Tree, einer bis zu 1.200 Jahre alten Western Red Cedar. Mit fast 15 Metern Umfang und 47 Metern Höhe zählt sie zu den größten ihrer Art in Nordamerika – ein wahrer Methusalem, der selbst Tsunamis und Jahrhunderte überstanden hat.


Käse, Leuchttürme und tosende Wellen

In Tillamook dreht sich alles um Käse: In der bekannten Tillamook Cheese Factory kann man kostenlos probieren und einen Blick in die Produktion werfen. 🧀

Wir entschieden uns für den gemütlicheren Stopp beim Blue Heron, wo es nicht nur feinen Briekäse, sondern auch Alpakas im kleinen Streichelzoo gab.

In Newport besuchten wir die Yaquina Head Outstanding Natural Area — eine Landzunge, die fast 1,6 km in den Ozean ragt. Gezeitenbecken sind hier spektakulär, das Interpretive Center ist sehr liebevoll gemacht, und das Yaquina Head Lighthouse (der große Leuchtturm Oregons) bietet tolle Aussichten.

Achtung: die Natural Area verlangt 7 US$ Eintritt pro Erwachsenen; mit dem America the Beautiful-Pass ist’s kostenfrei.

Hier erlebten wir auch live die King Tides mit. Dabei handelt es sich um extrem hohe Gezeiten die immer dann entstehen, wenn Sonne, Mond und Erde besonders günstig zueinander stehen. Das Ergebnis ist eine außergewöhnlich hohe Brandung, stärkerer Wellengang in Küstenzonen und spektakuläre Brandungsbilder. Für Fotografen und Küsteninteressierte ein echtes Highlight. 🌟


Highway 101 – die Traumstraße des Nordens

Die Weitfahrt entlang des Highway 101 war ein einziges Staunen:

Die Cape Perpetua Scenic Area bietet spektakuläre Ausblicke, moosverhangene Wälder und tosende Meeresgeysire.

Vom Cape Perpetua Overlook (244 m) hat man den höchsten und schönsten Küstenblick.

Am Cook’s Chasm spuckt das Meer selbstbewusst durch Felslöcher – perfekt für einen Stopp und eine Übernachtung am Straßenrand, denn Verbotsschilder sucht man hier vergebens.

Und die Oregon Dunes überraschten uns völlig mit über 80 km langen Sandbergen, die bis zu 150 Meter hoch sind – die größten Dünen der USA! Wanderer, Offroadfans und Vogelbeobachter kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten.

In der Salmon Harbour Marina fanden wir super Duschen (1 US$/Minute) und einen schönen RV-Park direkt am Wasser. Standort ➡️ 43.681719, -124.180782 📍

Robben und Fischerboote bildeten eine perfekte Abendstimmung. Dazu eine kostenlose Day-Use-Area mit Grills und Picknickplätzen – was will man mehr! 😀


Samuel H. Boardman State Scenic Corridor — Küstenpostkarten ohne Ende

Der Samuel H. Boardman State Scenic Corridor ist ein 19 Kilometer langes Küstenparadies: Fichten, Felsbögen, Gezeitentümpel – und jede Menge Instagram-würdige Stops. 📸 Entlang des Highways gibt es außerdem über ein Dutzend Parkplätze und Picknickspots — teilweise mit Parkzeiten von bis zu 12 Stunden, sodass man dort durchaus über Nacht mit Meerblick „aufwachen“ kann.

Der Natural Bridge Viewpoint (Mile 346, Hwy 101) ist einer unserer Favoriten: Felsbögen, Meeresrauschen und dramatische Fotomotive.


Fazit dieser Etappe

Zwischen Grenznervosität, Walbeobachtungen, alten Riesen, King Tides und Käsekostproben haben wir in diesen Tagen alles erlebt: die politische Realität (Shutdown), die überwältigende Natur des Nordwestens und die Gastfreundschaft an den Küsten. Wir sind ehrfürchtig, ein bisschen geschafft — und unfassbar dankbar, dass wir das alles so sehen durften. ♥️