NEW BLOG POST 🇦🇷 (16. – 22.12.2022) NP Bosques Petrificados – Estancia Harberton

Nach einer super ruhigen Nacht im Nirgendwo, kurz vor der Einfahrt in den Nationalpark „Bosques Petrificados de Jaramillo“, machten wir uns nach dem Frühstück auf zum nahegelegenen Parkeingang. Uns blieben noch ca. 8 km Schotterpiste bis wir schließlich an dem Ranger-Haus mit angegliedertem Museum ankamen. Zu unserer Überraschung kostete es keinen Cent Eintritt und der nette Ranger nahm sich sehr viel Zeit, um uns den Versteinerungsprozess zu erklären. 👍 Ich versuche mal diesen zusammen zu fassen: Vor ca. 150 Millionen Jahren wuchsen hier die zur Familie der Pinien gehörenden „Araucaria mirabilis“ Bäume. Sie konnten bis zu 1.000 Jahre alt werden und dabei eine Höhe von mehr als 100 sowie einen Durchmesser von bis zu 3,5 Metern erreichen. 😮 Zu der Zeit herrschte ein feucht warmes, tropisches Klima und auch die Dinosaurier stapften noch umher. Als der Superkontinent „Gondwana“ dann langsam, aber sicher auseinander driftete änderte sich plötzlich das Klima. Die Andenkette begann sich zu einem Gebirge aufzutürmen und viele Vulkane erhoben sich über die Landschaft. Bis zu 300 km/h schnelle Winde, die plötzlich über die Ebenen fegten, brachten viele der Baumriesen zu Fall. Die auf der Erde liegenden Baumstämme wurden mit einer dicken Schickt Vulkanasche bedeckt und dadurch quasi konserviert. Im Laufe der Jahrmillionen lagerten sich darüber weitere Mineralien ab, vor allem Silizium. Regen ließ die Mineralien in die Erde sickern und diese lagerten sich an Stelle der vormals organischen Materialien (Holz) ab. So entstanden nicht nur die versteinerten Bäume, selbst Regentropfen und Wellenmuster konnten auf diese Art zu Stein werden. Nach dem das Meer, welches zwischenzeitlich hier gewesen war wieder verschwand konnten erneute Winde langsam aber sicher die versteinerten Überreste der Baumstämme freilegen. Super spannend, oder?! Nach all den hilfreichen Informationen machten wir uns dann auf den etwa 2 km langen Rundweg, welcher durch einen kleinen Teil des Nationalparks führt. Überall verstreut lagen versteinerte Stammteile, aber auch mitunter bis zu über 40 Meter lange ganze Baumstämme waren dort zu sehen. 🧐 Auch der heute nicht mehr aktive Vulkan, dem all das erst zu verdanken ist, war in der Ferne zu sehen. Wir schossen viele Fotos und kehrten danach wieder zum Ausgangspunkt, wo auch unser Van stand, zurück. Wir bedankten uns noch einmal bei dem Ranger für die guten Infos und hoppelten im Anschluss die rund 50 km bis zur asphaltierten Ruta N3 zurück. Dort angelangt ging die Reise weiter bis in das verschlafene Nest „Puerto San Julián“ da nach fast 3,5 Wochen mal wieder ein Waschtag fällig war. Wir gaben unsere zwei Wäschesäcke in einer hiesigen Wäscherei ab und machten uns anschließend auf einem Parkplatz an der Promenade breit. Direkt neben uns befand sich eine originalgetreue Nachbildung des Holzsegelschiffs, mit dem 1520 die Portugiesen hier erstmals an Land gingen. Gegenüber standen diverse Food-Trucks und auf der anderen Seite war ein großer Spielplatz weswegen bis weit nach Mitternacht ziemlich viel Trubel um uns herum herrschte. Für uns als Deutsche ist es immer wieder befremdlich, die kleinsten der Kleinen ganz selbstverständlich noch zu so später Stunde schaukeln, klettern und rutschen zu sehen. 😂

Vormals Baum – jetzt Stein
Sogar ganze versteinerte Baumstämme gab es
Nachbildung des portugiesischen Segelschiffs

Trotz dem spätabendlichen Trubel vor unserer „Haustür“ hatten wir eine relativ gute Nacht. Am Morgen konnte ich, seit langem mal wieder, einen schönen Spot für eine Runde Yoga ausfindig machen. Als sich der Wind am späten Vormittag legte nutzte ich die Aussichtsplattform vorne am Meer um dort meine Matte auszurollen. Einfach herrlich. 💛 Danach gab es erst einmal Frühstück bevor wir anschließend die Fahrräder vom Auto holten. Zum Glück waren diese von der Wäsche noch halbwegs sauber und so stand der Radtour auf einem Teil des „Camino Costero“ nichts im Wege. Gefühlt hatte der starke Wind vom Morgen zwar nachgelassen aber auf dem Fahrrad war dieser immer noch deutlich spürbar. Zumal die staubige Schotterpiste unser Vorankommen zusätzlich erschwerte. Was wir unserem armen Bussi da andauernd zumuten! 😨 Es dauerte eine Weile, bis wir aus dem Ort heraus waren und das Meer in Sicht kam. Aber als es dann endlich soweit war hatten wir, trotz Ebbe, sehr schöne Ausblicke. Das Wasser schimmerte in den schönste türkisfarben und wirkte ganz klar. Auch etliche Seevögel und sogar Pinguine konnten wir entdecken. Nur die mutmaßlichen Seelöwen entpuppten sich beim Näherkommen nur als große Steine. 😂 Wir radelten etwa 10 km weit bis zu einem kleinen Leuchtturm, von wo aus wir noch eine Weile den Blick auf die lange Meerzunge bzw. in Richtung hinaus auf den Ozean genossen. Zum Glück war Simon vernünftiger als ich und drängte darauf zum Bus zurückzufahren. Ich wollte ursprünglich noch ein paar Kilometer weiter die Küste entlang aber am Ende war ich dann doch froh mich gefügt zu haben. Wie bereits beschrieben waren die Konditionen nicht die Besten für eine entspannte Fahrradtour. Kurz vor unserem Parkplatz trafen wir neuerdings auf Stefanie, Nico, Annika und Mila alias die Franzosen aus „La Reunion“ deren Namen wir nun auch endlich kennen. 🙈 Wir tauschten eine Weile die gegenseitigen Erfahrungen der letzten Tage aus bevor sie sich zur Weiterfahrt entschieden. Wir hingegen aßen zuerst unser verbliebenes, immer noch saftiges restliches Bananen-Brot bevor wir gegen 17 Uhr unsere Wäsche abholen konnten. Sie duftete leider nicht ganz so gut wie damals in „Córdoba“ und mit 7 € war es noch dazu teurer aber zumindest war alles sauber und ordentlich zusammengelegt. 👍 Auf Grund der Uhrzeit entschieden wir uns dazu eine weitere Nacht in „Puerto San Julián“ zu verbringen. Allerdings fürchteten wir, insbesondere an einem Samstagabend, eine erneute Menschenansammlung vor den Food-Trucks und dem Spielplatz. Deswegen parkten wir um und stellten unseren Van einige hundert Meter entfernt vor dem großen Kulturzentrum ab. Das öffentliche WLAN war an beiden Stellplätzen ausgezeichnet weswegen wir abends sogar noch drei Folgen der letzten „The walking dead“ Staffel streamen konnten. 😃 Nebenbei durften wir die große Gruppe an Pfadfinderkindern beobachten die im und um das Kulturzentrum herumtobten. Gegen später kamen auch deren Eltern dazu und es wurde bis Mitternacht gegrillt und gemeinsam gegessen. Wir hatten zuvor unsere letzten beiden Portionen „Chili con Carne“ vertilgt und uns gegen jegliche Beilage entschieden. Stattdessen gaben wir der Verlockung nach und liefen noch einmal zu den Food-Trucks, um uns dort eine frische sowie heiße Portion knuspriger „Papas fritas“ zu holen. 🍟

Radtour entlang der Küste
Schöne Ausblicke inklusive

Am Sonntagmorgen, dem Tag des WM-Endspiels Argentinien gegen Frankreich, schliefen wir in aller Ruhe aus und nutzten noch einmal das gute WLAN um die zwei weiteren, bereits fertiggestellten YouTube Videos hochzuladen. So langsam aber sicher holen wir damit auf. 🙈 Ich schnappte mir erneut die Yoga-Matte für eine weitere Strandsession und freute mich danach über das bereits am Vorabend zubereitete, leckere Bircher-Müsli. 🥣 Leider konnten wir in dem Ort weder ein „public viewing“ noch eine Bar oder ähnliches ausfindig machen. Deswegen entschieden wir, das Fußballspiel an der großen „YPF“ Tankstelle etwas außerhalb an der Ruta N3 zu schauen. Dort konnten wir vor Anpfiff nicht nur unseren Diesel- sondern endlich auch unseren Wassertank auffüllen. Und auch die Camping-Toilette wollte mal wieder geleert werden. Als wir kurz vor 12 Uhr den nicht gerade kleinen Gastraum der Tankstelle betraten war dieser, erwartungsgemäß, schon ziemlich gut besucht. So machten wir es uns in der Kinderspielecke auf dem Boden bzw. auf einem der Kinderhocker, dafür aber direkt vor dem Fernsehgerät, bequem. Wobei wir uns die folgende Zitterpartie inkl. Verlängerung und Elfmeterschießen gerne erspart hätten. In der ersten Halbzeit hatte die argentinische Mannschaft so stark begonnen und dann gaben sie den Franzosen gleich zweimal die Chance zum Ausgleich! Aber am Ende haben sie dann ja doch noch gewonnen und der Freudentaumel war entsprechend groß. 🥳🥳🥳 Erstaunlicherweise sahen wir während des gesamten Spiels nicht eine einzige Person Bier trinken. Ob das nur der Tankstelle geschuldet war und somit der Tatsache, dass wohl die meisten später noch fahren mussten?! Man weiß es nicht… Für uns ging es danach direkt zurück auf die Landstraße und wir kamen noch knapp 300 Kilometer weit bis „Río Gallegos“ von wo aus es dann auch nicht mehr weit sein wird bis zur Fähre in Richtung „Ushuaia“.

Die Nacht verbrachten wir in einer Parkbucht an der schönen, ruhigen Promenade in der schicken Stadt „Río Gallegos“ wo es wieder allerlei teuer anmutende Villen gab. Ich glaube, in der Nacht fuhr nicht ein einziges Auto an unserem Van vorbei und auch am Montagmorgen wirkte alles sehr ruhig und gemächlich. Etliche joggten oder fuhren mit dem Mountainbike an der Küstenlinie entlang und auch ich machte dort noch einen Spaziergang, mit Blick auf den Fluss (wenn auch bei herrschender Ebbe) sowie die schicken Häuser. Zuvor hatte ich bereits einen Teil unserer frischen Lebensmittel verarbeitet. Leider darf man kein Obst oder Gemüse und auch keine Milch-, Wurst- oder Fleischprodukte sowie Eier nach Chile einführen. 🙁 Für uns ziemlich doof da Chile für uns aktuell nur ein Transitland sein wird auf dem Weg nach „Ushuaia“. Argentinien und Chile teilen sich den südlichsten Landzipfel und der obere Teil gehört zu Chile. Deswegen beschränkten wir unseren Einkauf im Supermarkt am Nachmittag auch auf haltbare Produkte wie z.B. Kaffee, Konserven, Cerealien, Nudeln etc. In dem großen „Carrefour“ gab es erfreulicherweise sogar eine „Western Union“ Niederlassung. Wir nutzten die Gelegenheit um noch einmal einige argentinische Pesos zu, für uns, immer besser werdendem Kurs abzuheben. 👍 Anschließend konnten wir an der großen Raststätte um die Ecke die blitz blank sauberen, neu anmutenden Duschen nutzen und uns dort frisch machen. Das ist echt ein super toller Service und wir freuen uns jedes Mal sehr, wenn wir die eigentlich den Truckern vorbehaltenen Einrichtungen meist sogar kostenfrei nutzen dürfen. Von dort aus fuhren wir noch einige Kilometer bis zur „Laguna Azul“ unweit der Grenze. Auf dem Weg dorthin kam auch der beeindruckende, langgezogene Vulkangürtel in Sicht welcher vermutlich Namensgeber von „Feuerland“ ist. So befand sich dann auch die schöne, grün schimmernde Lagune im Krater eines erloschenen Vulkanes. Damit hatten wir gar nicht gerechnet. 🥰 Abends gab es Nudelauflauf aus unserem „Omnia“ Backofen um den Rest an Schinken und Käse zu verwerten bevor wir an Ort und Stelle auf dem Besucherparkplatz zu Bett gingen.

Laguna Azul
Im Hintergrund der Vulkangürtel

Nach meinem morgendlichen Milchkaffee stellte ich mich erneut in die „Küche“, um u.a. die letzten verbliebenen Eier in einen Schoko-Birnen-Kuchen für die kommenden Nachmittage zu verwandeln. 😋 Danach frühstückten wir leckeres Bircher-Müsli und somit war auch das restliche Joghurt und Obst verwertet. Somit dürfte einem erfolgreichen Grenzübertritt nun nichts mehr im Wege stehen. 💪 Gegen Mittag machten wir uns auf zur Selbigen und passierten zuerst das argentinische Grenzgebäude. Es warteten bereits zahlreiche Menschen vor den Schaltern aber erstaunlicherweise ging es dennoch relativ fix voran. Als wir an der Reihe waren wurde unsere Ausreise systemseitig (ohne Stempel im Pass) erfasst und beim Zoll gaben wir unser TIP fürs Auto ab. Teil eins war somit geschafft, weiter ging es mit Teil zwei einige Kilometer weiter auf chilenischer Seite. Dort wiederholten wir das Spiel von neuem: Pässe vorzeigen, Stempel erhalten, Einfuhrdeklaration ausfüllen, TIP für den Van einfordern. Mit den von uns beiden ausgefüllten Einfuhrdeklarationen mussten wir dann an der Grenze vorfahren. Die Zöllnerin erkundigte sich nach verbotenen Gegenständen und ich bat sie in unseren Wohnraum hinein. Dort ließ ich sie einen Blick in den Kühlschrank werfen sowie in unsere Vorrats- und Kleiderschränke. Ich händigte ihr die angegebenen zwei Chili-Schoten sowie eine Zwiebel und die restliche Knoblauchknolle aus. Die Butter bzw. Margarine hat sie entweder nicht gestört oder sie hat sie absichtlich übersehen. Ich hatte in dem Moment der Kontrolle ehrlich gesagt gar nicht mehr an diese Dinge gedacht. Nur unser fast noch ganz volles Glas Honig habe ich absichtlich verschwiegen und zum Glück ist sie auch nicht darüber gestolpert. 🙈🙉🙊 Vom Kontrollposten aus fuhren wir direkt weiter bis zu der Fähre, welche uns über die Magellan-Straße bringen würde. Wir mussten keine 20 Minuten bis zum Eintreffen derer warten und auch die Überfahrt über die zum Glück ruhige See dauerte keinesfalls länger. Die 25 € dafür bezahlten wir in argentinischen Pesos bar direkt auf der Fähre wobei Kartenzahlung (sowohl in chilenischer als auch in argentinischer Währung) ebenfalls möglich gewesen wäre. Auf der anderen Seite angekommen führte uns unser Weg weiter durch die patagonische Pampa. Wobei es in Teilen Englands (mit Ausnahme der Guanacos) auch nicht anders aussieht: Hügelige Graslandschaften, viele Schafe und sehr vereinzelt mal ein Gehöft. Erst gegen später kamen zu unserer Linken die Ausläufer der Anden wieder in Sicht. 😍 Es waren in Summe lediglich 200 km die uns durch den chilenischen Teil Feuerlands führten. Dann gelangten wir auch schon wieder an der Grenze an und die gerade einmal ein paar Stunden zurückliegende Prozedur wiederholte sich noch einmal: Erst die Ausreise auf chilenischer Seite und dann die erneute Einreise auf argentinischer Seite. Da hier jedoch kaum etwas los war und die Beamten sich alle auskannten ging es noch einiges schneller als zuvor. 👍 Mittlerweile war es bereits 20 Uhr abends und so entschieden wir, die verbleibenden 80 km bis „Río Grande“ erst am folgenden Morgen zu fahren. Stattdessen übernachteten wir direkt gegenüber vom Grenzgebäude an der kleinen Tank- und Raststätte. Wobei uns bereits vor geraumer Zeit die langen Tage aufgefallen waren. In Ushuaia geht die Sonne derzeit bereits um 04:50 Uhr auf und erst um 22:10 Uhr wieder unter was sage und schreibe ganze 17,5 Stunden Tageslicht bedeutet. 😮 Ist es bei uns in Deutschland im Sommer auch sooo lange hell?! Ich weiß es ehrlich gesagt nicht genau… Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es bei uns um 22:30 Uhr nicht mehr so hell ist wie hier.

Mit der Fähre über die Maggelan-Straße ⛴

Der Blick aus dem Fenster am folgenden Morgen war leider ernüchternd. Hatte uns der Archipel bei unserer Ankunft am Vortag noch mit angenehmen Sonne-Wolken-Mix empfangen so war das Wetter nun wie die Landschaft: Very British. Es war grau, neblig trüb und nieselfeucht. Dafür freuten wir uns über den Dieselpreis an der Tankstelle welcher zu unserem Erstaunen günstiger war als an jedem anderen Ort bisher auf dem Festland. Damit hatten wir wahrlich nicht gerechnet! 😃 Wir fuhren bis in die nächst größere Stadt „Rio Grande“ wo wir an einer Tankstelle unsere Nachrichten checkten und uns im Supermarkt mit frischen Lebensmitteln versorgten. Von dort aus ging es weiter bis an den größten See Feuerlands, dem „Lago Fagnano“. Dieser ist ziemlich schmal so dass man stets von einer Uferseite zu anderen hinüberschauen kann aber dafür ziemlich lang. Am frühen Nachmittag lichtete sich der Nebel und der Himmel wurde etwas heller. Der leichte Sprühregen hatte sich bereits am Morgen wieder verzogen. So konnten wir, nach unserer späten Mittagspause mit Kaffee und Kuchen, noch ganz entspannt am steinigen Seeufer entlangspazieren und dabei die herrliche Aussicht auf die umliegenden Berge genießen. Das Wasser war so klar als dass man jedes einzelne Steinchen erkennen konnte. Gegenüber unseres Parkplatzes befand sich allerdings ein Tümpel mit stehendem Gewässer und so schwirrten tausende von Moskitos um unseren Van herum als wir wieder dort angelangten. 😟 Dort zu übernachten kam somit keinesfalls in Frage weswegen wir ein Stück weiter am See entlang fuhren. Wenige Kilometer weiter fanden wir, direkt unterhalb der Landstraße, einen großen Schotterparkplatz. Hier mündete ein Flusslauf in den See und so hatte es an dieser Stelle auch keinerlei Plagegeister. 👍 Als wir ausstiegen wartete dort bereits ein kleiner, neugieriger Fuchs auf uns. Er zeigte keinerlei Scheu und wir konnten uns ihm ziemlich weit nähern. Wir liefen noch einmal hinunter zum See um uns dort umzuschauen und entschieden im Anschluss, dass wir die Nacht an diesem hübschen Plätzchen verbringen würden.

Am Lago Fagnano
Kristallklares Wasser 💦
Blick von oben auf den See
Ob das wohl ein Polarfuchs ist?!

Erwartungsgemäß hatten wir dort eine sehr ruhige und entspannte Nacht. Da der Himmel am nächsten Morgen bereits deutlich klarer war als am Tag zuvor war das Panorama noch schöner. Nun konnten wir alle umliegenden Berge sehen und erkennen, dass darauf zum Teil sogar noch Schnee lag. 🏔 Auch die Landschaft hatte sich gestern auf dem letzten Stück unserer Fahrt wieder drastisch verändert. Die weiten Grasebenen wichen urplötzlich dichten Ulmen-Wäldern und dazwischen befand sich viel Totholz. Zum Teil standen die abgestorbenen, kahlen Bäume noch und waren mit Flechten bewachsen. Zum Teil lagen die toten Baumstämme und Äste aber auch verstreut auf dem Waldboden, den Lichtungen oder in den Flüssen bzw. kleinen Bächen. Na wenn sich da mal nicht der Biber freut! 😛 Und auf den Wiesen wuchsen heimische Pflanzen wie Löwenzahn, Klee und Butterblumen. Entlang dieser malerischen Landschaft ging es für uns weiter bis ganz in den Süden. Wobei wir nicht direkt nach „Ushuaia“ abbogen, sondern zuerst den Weg zur abgelegenen „Estancia Harberton“ wählten. Bei dieser Farm handelt es sich um die älteste in diesem Teil des Landes. Sie wurde bereits im Jahr 1886 gegründet und liegt inmitten einer Bilderbuchlandschaft direkt am „Beagle Kanal“. Das Farmland erstreckt sich über ein Fläche von 200 Quadratkilometern und hier gibt es insgesamt drei ausgewiesene Campgrounds (ohne jegliche Annehmlichkeiten oder Vorrichtungen) die kostenfrei genutzt werden dürfen. Wir fragten sicherheitshalber im hübsch hergerichteten Kaffee- und Restaurant der Estancia nach ob wir uns anmelden oder registrieren müssten. Aber die nette Bedienung gab uns grünes Licht und so konnten wir uns unseren Stellplatz für die Nacht frei auswählen. 👍 Auf einen geführten Rundgang über die Farm inklusive Besichtigung des Museums verzichteten wir allerdings da uns 25 € hierfür als übertrieben viel erschien. Stattdessen fuhren wir noch ein paar Kilometer weiter von der Farm weg und schauten uns die zwei folgenden Campingplätze an. Der entlegenste lag direkt am „Beagle“ Kanal sowie an einem Fluss. Da es hier allerdings auch stehende Gewässer gab fürchteten wir die Moskitos am Abend und entschieden uns deswegen für den Vorderen. Von diesem aus konnte man ebenfalls in der Ferne auf den Kanal blicken und ein weiterer Fluss durchzog die Wiesen auf welchen Kühe und Pferde grasten. Was für ein idyllisches Fleckchen für den Rest des Tages und die folgende Nacht. 🥰

Beagle Kanal
Im Hintergrund die Estancia Harberton
Hier sieht man gut das Totholz

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

P.S.: Wenn euch unser Blog gut gefällt (was ich sehr hoffe) dann freuen wir uns über jedwede noch so kleine oder große Spende in unsere Kaffee- oder Dieselkasse als kleines Dankeschön und Anerkennung unserer Arbeit. ☕⛽🚐 

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Kontaktiert uns auch gerne direkt per Mail an mailto:siju_campervan@web.de falls ihr Kritik, Anregungen oder Fragen zu unserer Reise oder uns ganz allgemein haben solltet.

NEW BLOG POST 🇦🇷 (09. – 15.12.2022) Punta Ninfa – Caleta Olivia

Den Morgen verbrachten wir noch an dem schönen Strand und genossen die Aussicht auf das direkt vor uns liegende Schiffswrack, welches bei Ebbe nach und nach mehr zum Vorschein kam. Wir arbeiteten noch eine Weile an den Laptops bevor wir uns auf den Weg bis zum Kap „Punta Ninfas“ machten. Es ging erneut ausschließlich über eine Schotterpiste weswegen wir für die ca. 70 km lange Strecke rund zwei Stunden benötigten. 🙈 Auf dem Hinweg begegneten wir erneut der französischen Familie aus „La Reunion“, welche uns vor einer Sandwehe warnte die kurz vorm Ziel wohl die Straße für normale Fahrzeuge (ohne Allrad) unpassierbar machen würde. Sie hatten deshalb ihr Auto davor abgestellt und sind die letzten Kilometer bis zum Aussichtspunkt zu Fuß gegangen. Wir bedankten uns für die Info und setzten unsere Fahrt erst einmal weiter fort. Von weitem sahen wir uns ein weiteres Auto entgegenkommen und bald erkannten wir, dass es sich hierbei um die beiden Schweizer Felix und Tina (www.worldtour.news) in ihrem 4×4 „Toyota Land Cruiser“ mit Wohnkabine handelte. Die beiden hatten wir erst kurz zuvor auf dem Parkplatz in „Puerto Pirámides“ kennengelernt. Sie überquerten, bereits auf dem Rückweg befindlich, die Sandwehe direkt vor unseren Augen und ermutigten uns die Durchfahrt zu wagen. So starteten wir den Versuch und anfangs sah auch alles gut aus. Kurz vor Ende der Sandwehe blieben wir dann aber leider doch im Sand stecken. 😰 Tina und Felix waren jedoch stehen geblieben um uns bei eventuellen Schwierigkeiten aus der Klemme helfen zu können. Felix meinte, wir sollten es zuerst mit vermindertem Luftdruck versuchen und so ließen wir bei beiden Vorderreifen die Luft bis auf 1 Bar entweichen. Wir setzten ein Stück zurück, um uns mit der Front nicht noch weiter in den Sand einzugraben und siehe da: Plötzlich fuhren wir ohne Schwierigkeiten durch den Sandhaufen. 😃 Die Schweizer waren sich zuvor wohl uneins gewesen ob sie am Kap übernachten oder doch weiterfahren sollten und so kam ihnen unser Missgeschick wohl gar nicht so ungelegen. So entschieden sich die zwei nämlich doch dazu, die Nacht mit uns am Kap zu verbringen um uns auf dem Rückweg, falls nötig, noch einmal helfen zu können. Wir fuhren nun im Zweierkonvoi die letzten Kilometer weiter bis zur Landspitze und der Anblick, der uns dort erwartete, war wirklich atemberaubend. Wir standen, nur zu viert, am Kap und hatten eine herrliche Rundumsicht über den Ozean bis hinüber zur „Peninsula Valdes“. Unten am Strand lagen unzählige, große Seelöwen in der Sonne und dank eines an der Klippe angebrachten Seils konnten wir bis zu ihnen hinabklettern. Leider hatte zwischenzeitlich die Flut eingesetzt und auch die Sonne war gerade im Begriff hinter den Klippen zu verschwinden. Dennoch konnten wir noch etliche Tiere am Strand erwischen und durften ihnen sogar ziemlich nahekommen. 😍 Wir waren so sehr auf das Fotografieren konzentriert als dass wir die heranrollende Welle nicht bemerkten und plötzlich nasse Schuhe hatten. 😂 Nach dem wir genug schöne Bilder im Kasten hatten kraxelten wir wieder nach oben und setzten uns noch eine Weile mit Tina und Felix an ihren Campingtisch. Es war eine super schöne Atmosphäre und wir alle genossen sichtlich dieses exklusive Erlebnis.

Im Hintergrund sieht man das Wrack
Mit Felix, Tina & Hund Filou am Kap Punta Ninfas
Wir durften den Seelöwen ganz nahe kommen 🦭
So sieht Badespaß aus 💦
Was für eine Hammer Aussicht
(links am Horizont sieht man die Peninsula Valdes)

Gegen sechs Uhr morgens frischte dann der Wind auf und weckte uns erstmals auf. Wir hatten bis dato eine sehr ruhige, angenehme Nacht und vom Strand unter uns konnte man immer wieder die Seelöwen brüllen hören. Ausnahmsweise hatten wir uns aber auch den Wecker gestellt weil wir keinesfalls wollten, dass Tina und Felix morgens auf uns warten mussten. Schließlich waren beide nicht zuletzt unseretwegen zum Kap zurückgekehrt. Zumal sie über Weihnachten eine zweiwöchige Antarktis-Tour gebucht haben weswegen ihnen die Zeit etwas im Nacken sitzt. Wir genossen während des Morgenkaffees noch einmal die fantastische Aussicht und ich wäre sehr gerne noch einen Tag länger an diesem schönen Fleckchen Erde geblieben. Allerdings wollten wir kein Risiko eingehen weswegen wir gegen 9 Uhr gemeinsam den Rückweg antraten. Die beiden fuhren vor uns mühelos über die Sandwehe hinweg und auch wir überquerten sie diesmal problemlos, dank des niedrigen Luftdrucks. 👍 Wir verabschiedeten uns aus dem Fenster heraus herzlich und ließen die beiden von dannen ziehen. Wir mussten an Ort und Stelle mit unserem Kompressor erst wieder den Luftdruck in unseren Vorderreifen auf dreieinhalb Bar erhöhen was an und für sich aber ziemlich fix ging. Danach setzten auch wir unsere Reise fort. Es ging wieder gute 70 km über eine Schotterpiste, wenn auch diesmal in andere Richtung bis nach „Trelew“. Entlang des Weges lagen einige weit verstreut liegende Merino-Schaffarmen in der patagonischen Steppe und in einer kleinen Lagune konnte ich beim Vorbeifahren Flamingos entdecken. 💕 Zwei Stunden später kamen wir in der Stadt an wo wir an einer Tankstelle erst einmal frühstückten und das dortige Internet nutzten. Ich verschickte die Weihnachtsmails an unsere Partner, Simon versuchte das neue YouTube Video hochzuladen und innerhalb von zwei Tagen sammelt sich doch auch eine beträchtliche Menge an Whats App Nachrichten an. 🙈😅 Da das Internet zu schwach für den Video-Upload war fuhren wir am frühen Nachmittag weiter zu einem „Chango Más“ Supermarkt, um unsere Lebensmittel- und Trinkwasservorräte wieder aufzufüllen. An der Kasse staunten wir dann etwas über den Betrag der höher als gedacht war. Diese ganzen „kaufe drei bezahle zwei“ usw. Angebote sind am Ende irgendwie doch immer teurer als gedacht. 😕 Nach dem die Einkäufe im Van verstaut waren verzehrten wir auf dem Parkplatz noch ein Stück Schoko-Brioche unserer Lieblingsmarke „Don Satur“. Sowohl die süßen als auch die salzigen Kekse dieser Marke können wir wärmstens empfehlen. 😋 Anschließend ging es weiter zu einer anderen, nahegelegenen „YPF“ Tankstelle. Das dortige Internet war deutlich besser und so konnten wir am Abend noch einige offene to dos erledigen. 👍 Abends gab es leckere, panierte Hähnchenschnitzel mit Kartoffelbrei und Karotten-Lauch-Gemüse bevor wir an Ort und Stelle müde ins Bett fielen.

Unsere neue Lieblings-Marke 😅
Ausnahmsweise deutsche Küche 😋
So kann wohl auch eine Reise
durch Patagonien aussehen 😯

Den Vormittag verbrachten wir noch an der Tankstelle, um noch einmal das gute Internet für den Upload eines weiteren Videos sowie für Anrufe zu Hause bei den Lieben zu nutzen. Außerdem hatten wir schon lange keine „Medialunas“ mehr gegessen. 😂 Eigentlich wollten wir hier auch noch duschen nur leider teilte man uns mit, dass es aktuell kein Wasser für die Duschen gäbe und man uns nicht genau sagen könnte, wann der Tanklaster mit dem Wasser käme. So füllten wir nur noch unseren Dieseltank und machten uns auf den Weg weiter in Richtung Süden. Wenige Kilometer später kam erneut eine Tankstelle und hier konnten wir schlussendlich doch noch für wenige Cent pro Kopf duschen und somit unser Wasser sparen. 👍 Blitzblank sauber setzten wir am frühen Nachmittag unsere Fahrt entlang der Ruta 3 fort. Nach ca. 200 km bogen wir ab auf die, zum Glück immer noch asphaltierte, Ruta 30. Lediglich die letzten paar Kilometer ging es wieder über eine Schotterpiste bis zur Küste. Dort fanden wir einen tollen Stellplatz, direkt oberhalb eines Kiesstrandes mit freier Sicht über das Meer. Hier begegnete uns auch erneut die französische Familie aus „La Reunion“ welche bereits heute die Pinguin-Kolonie ganz in der Nähe besucht hatte. Sie parkten einige Hundertmeter weiter entfernt und so bot sich uns noch die Gelegenheit, ihren ebenfalls selbst ausgebauten Renault Master 3 von innen zu begutachten. Sie reisen tatsächlich zu viert in dem exakt baugleichen Pendant zu unserem Fahrzeug. 😯 Wir könnten uns wahrlich nicht vorstellen, mit zwei 9 und 14 Jahre alten Mädchen in unserem Van nicht nur zu fahren, sondern auch zu schlafen und zu leben. Aber irgendwie scheinen sie es ja seit mehreren Jahren ganz gut hinzubekommen. Die Einladung zum Grillen schlugen wir aus da wir vom Vortag noch genug Reste hatten. Zumal auch nur sie dank deutscher Wurzeln Deutsch spricht, ihr Mann und die beiden Kinder jedoch nicht. Wir verabschiedeten uns von den beiden, liefen über den Damm am Meer entlang zurück zu unserem Bus und freuten uns über das schnelle Abendessen. Heute gab es noch einmal Schnitzel mit Kartoffelpüree und Gemüse. 😋

Wieder ein schöner, einsamer Stellplatz 😎
Einfach herrlich

Am frühen Morgen weckte uns der kräftige, patagonische Wind der unseren Van ordentlich wanken ließ. Wir genossen die herrliche Aussicht aufs Meer sowie die Küste bei „Puerto Piojo“. Gegen Mittag brachen wir auf bis zum Mirador „Pingüinera“ an der Spitze der hiesigen Landzunge. Am Ranger-Haus mussten wir lediglich unsere Daten hinterlassen aber nicht einen Cent Eintritt bezahlen. 😀 Nicht zuletzt deshalb hatten wir „Punta Tomba“ wenige hundert Kilometer zuvor links liegen lassen. Dabei hätte es sich zwar um die größte Magellan-Pinguinkolonie Südamerikas gehandelt aber wir konnten nirgends die aktuell gültigen Eintrittspreise herausfinden weswegen wir uns für diesen kostenfreien Spot entschieden. Rund drei Kilometer später erreichten wir den Parkplatz und konnten bereits von dort aus die riesige Pinguinkolonie erblicken. Hier an Land tummelten sich mehrere hundert Tiere an ihren Brutstätten. Zum Teil konnten wir sogar schon Jungtiere in verschiedenen Größenstadien erblicken. 🥰 Ein Elternteil bleibt immer bei den, in der Regel zwei, Jungtieren während das andere bis zu 600 km weit schwimmt um Fisch zu jagen. Ihre Tauchgänge dauern dabei im Schnitt ca. 3 Minuten und sie erreichen währenddessen eine Tiefe von bis zu 30 Metern. Noch viel beachtlicher finde ich aber, dass die drolligen Kerlchen nach der Brutsaison (also von April bis September) bis zu 6.000 Kilometer weit bis an die Küsten Brasiliens schwimmen. 😮 In diesen Monaten gehen sie auch kein einziges Mal an Land, außer sie erkranken. Was für eine Leistung von diesen kleinen, putzigen Tierchen! Auch der Weg von ihren Brutstätten bis hinab zum Meer ist mitunter ganz schön lang. So konnten wir sie aber gut hin und her watscheln sehen. Wie sie in dem Pinguin-Gewusel allerdings wieder ihre Bruthöhle bzw. ihren Partner finden ist mir bis dato noch ein Rätsel. 🤔 Von der Pinguin-Kolonie aus zweigte ein etwa 3 Kilometer langer Wanderweg (one way) bis zur „Cabo Dos Bahias“ ab. Da der Ranger meinte, wir könnten dort eventuell Robben sehen, entschieden wir bis zum äußersten Zipfel des Kaps zu laufen. Auf dem Weg begegneten uns immer wieder Guanaco-Herden und auch die großen Nandu-Laufvögel waren zu sehen. Nur Robben konnten wir leider keine entdecken als wir schlussendlich an dem Mirador angelangten. Aber auch ohne Robben war die Aussicht aufs Meer, die kleinen Inseln sowie die schönen Buchten sehenswert. Wir liefen den gleichen Weg zurück zum Parkplatz von wo aus wir erneut den nur gut 15 km entfernt liegenden Stellplatz vom Vortag ansteuerten. Dort verbrachten wir auch den Rest des Tages, traumhafte Ausblicke aufs Meer direkt aus dem Van inklusive. ❤

Auf zur Pinguin-Kolonie! 🐧
Hier sieht man sie gut an ihren Bruthöhlen
Einige Jungtiere waren schon geschlüpft 🐣
Einfach putzige Tierchen 💛
Guanacos gab‘s auch wieder in Hülle & Fülle
Kleine Wanderung zum Kap

Nach einem Strandspaziergang am späten Vormittag, als der kräftige Wind endlich etwas nachgelassen hatte, machten wir uns auf die Weiterfahrt. Wir entschieden uns gegen die schönere, aber nicht asphaltierte Küstenstraße Ruta P1 und nahmen stattdessen die gleiche Stichstraße wieder zurück bis zur Ruta N3. Auf der Landstraße angelangt führte uns unser Weg noch bis in die Großstadt „Comodoro Rivadavia“. Diese ist auf Grund der Raffinerie- und Industrieanlagen nicht wirklich schön, bietet dafür aber alle erdenklichen Annehmlichkeiten. Bei einem Tankstellenstopp konnten wir das erfreuliche Zwischenergebnis des Halbfinalspiels Argentinien gegen Kroatien von 2:0 mitverfolgen. Und als das Spiel mit einem 3:0 Sieg für Argentinien endete gab es verständlicherweise kein Halten mehr. 😄 Die Argentinier freuten sich lautstark mit Tröten und Trommeln auf den Straßen bzw. fuhren hupend und Fahnen schwingend im Autokorso durch die Straßen. Wir machten derweil erneut einen sehr schönen Stellplatz, direkt an der Küstenstraße im offensichtlich etwas reicheren Stadtteil „Rada Tilly“, ausfindig. Entlang des geschätzt ca. 3 km langen, super breiten Sandstrandes in einer Bucht befanden sich zahlreiche Parkbuchten. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen in der Nähe eines sehr hippen Restaurantgebäudes welches uns sogar noch offenes WLAN bot. 👍 Trotz direkter Straßenlage verbrachten wir dort eine sehr ruhige und angenehme Nacht.

Wieder ein toller Stellplatz direkt an der Küste
Wenngleich auch diesmal in der Stadt 🏡

Wie eigentlich fast jeden Tag seit Anbeginn unserer Reise schliefen wir in Ruhe aus. Welch Luxus sich keinen Wecker stellen zu müssen! Da wir einige überreife Bananen im Kühlschrank hatten und ich deren Geruch überhaupt nicht leiden kann nutzte ich den Morgen, um für uns ein leckeres sowie gesundes Bananen-Brot 🍌 zu backen. Nach dem Frühstück liefen wir bei Sonnenschein und erträglicher Brise den wunderschönen, und bei Ebbe noch breiteren, Sandstrand entlang bis zu dessen einem Ende am Fuße eines Berges. Zurück flanierten wir auf dem Gehweg oberhalb von wo aus wir gut die schicken, zum Teil sehr modernen, Luxus-Häuser bestaunen und bewundern konnten. Es befanden sich mehrere architektonische Glanzstücke dazwischen, noch dazu in 1a Lage mit direktem Blick aufs Meer. 👍 Wieder am Van angekommen schnappten wir uns den Laptop um in dem nahegelegenen stylischen Restaurant etwas zu trinken. Währenddessen konnten wir die zwei zwischenzeitlich fertiggestellten YouTube Videos hochladen und noch ein paar Dinge im Internet recherchieren. Leider konnten wir nirgends die Preise für die Ausflüge bei „Puerto Deseado“ ausfindig machen. Der Ort wird als „Galapagos Argentiniens“ angepriesen, weil hier auf den Spuren des Entdeckers Charles Darwins gewandert werden kann. Es gibt diverse Bootsausflüge sowohl auf dem Fluss als auch zu einer Insel auf welcher es eine einmalige Fauna geben soll. Angeblich kann man hier die kleinsten Delfine der Welt, Kormorane und eine weitere Art an Pinguinen beobachten können. Wir schätzen den Preis pro Kopf für einen Halbtagesausflug jedoch auf mindestens 150 €. Noch dazu müssten wir dafür etliche Kilometer hin- und wieder zurückfahren weswegen wir es wahrscheinlich sein werden lassen. Nach getaner Arbeit fuhren wir zu einer Tankstelle in der Nähe um unseren halbvollen Dieseltank wieder aufzufüllen. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir eine der wirklich seltenen Autoselbstwaschanlagen. So kehrten wir nach dem Tankstopp, bei welchem wir auf Grund des hiesigen Wassermangels erstmals kein Wasser für unseren Tank bekamen, dorthin zurück. Nach rund 15k gefahrenen Kilometern in fast 5 Monaten hatte unser Bussi die Wäsche mehr als verdient aber noch viel dringender nötig. 😅 Auch die Fahrräder wurden dabei endlich wieder sauber und sind, zumindest kurzfristig bis zur nächsten Pistenfahrt, aktuell wieder Einsatzbereit. Von dort aus ging es weiter zum Supermarkt und zum Metzger um für die nächsten paar Tage einzukaufen. Obwohl es bereits später Nachmittag war entschieden wir uns dazu, noch ein paar Kilometer Strecke weiter gen Süden zu machen. Wir kamen an diesem Tag noch ca. 85 Kilometer weit und fanden kurz nach dem Ort „Caleta Olivia“ einen geeigneten Stellplatz. Dieser lag außer Sicht- und Hörweite direkt unterhalb der Ruta N3 an einem Kiesstrand. Dort tummelte sich sogar eine beträchtliche Anzahl an mächtigen Seelöwen. Die Tiere tragen ihren Namen übrigens zurecht. Die Männchen haben nämlich tatsächlich eine löwenähnliche Mähne. 😮

Sehr leckeres & gesundes Bananen-Brot 🍌
Ein Haus schicker als das andere 😯
Mitunter auch ganz schön kurios 😅
Nach 15.000 km die erste Wäsche 🧽
Und wieder sind wir ganz alleine am Meer 🥰
Wegen der Mähne heißt es wohl „SeeLÖWE“

Nach dem Frühstück am Morgen schauten wir noch einmal bei den Seelöwen vorbei. Wir durften uns den Tieren erneut bis auf wenige Meter nähern und konnten noch ein paar schöne Schnappschüsse machen. Allerdings sahen wir dort auch ein großes, stattliches Weibchen um dessen Kehle sich eine Schnur oder ein Kabel gewickelt hatte. Das arme Tier sah sehr gequält aus und wird ganz bestimmt, über kurz oder lang, daran verenden. 😥 Wir verabschiedeten uns von der Seelöwen-Kolonie und fuhren weiter die Ruta N3 entlang bis zur nächsten Tankstelle. Während der Fahrt konnte der bereits für den Abend zubereitete Hefeteig in Ruhe gehen. Auch an dieser Tankstelle bekamen wir auf Grund des Wassermangels in der Region leider kein Wasser für unseren Tank. Dafür konnten wir dort aber kostenlos duschen was uns im Umkehrschluss ja auch etliche Liter Wasser aus unserem Tank sparte. 👍 Hier sprach uns auch ein argentinisches Pärchen an welches gerade Pause machte um abzuwarten, bis die Polizeikontrolle auf der Landstraße ein Ende fand. Sie hatten zwar alle Papiere dabei aber scheinbar war ihre Versicherung schon seit längerem abgelaufen. 😂 Nach dem wir alle Nachrichten auf unseren Handys gecheckt hatten ging es noch einige Kilometer weiter in Richtung des Nationalparks „Bosques Petrificados“. Die letzten 50 km holperten wir wieder im gefühlten Schneckentempo über eine Schotterpiste. Hier war die Landschaft plötzlich wieder ganz anders. Die patagonische Steppe mit ihren Grasbüscheln wich rot gefärbten Sandhügeln sowie Bergen, deren Kuppe topfeben war. Als hätte man ihre Spitze mit dem Rasiermesser abgeschnitten. Mit Aussicht auf diese Tafelberge übernachteten wir dann auch, etwas unterhalb der Straße hinter einem Hügel. Leider ist das Campen im Nationalpark nicht gestattet und der einzige Campingplatz hatte noch geschlossen. 🤷‍♀️ Ich bereitete noch einen großen Topf „Chili con Carne“ 🌶 für die kommenden Tage zu und als Beilage gab es aus dem Hefeteig hergestelltes frisches Pfannenbrot. Nach dem leckeren Essen machte ich noch einen kleinen Verdauungsspaziergang durch die sandige Einöde wo ich bereits ein paar kleine versteinerte Holzstücke finden konnte.

Was für ein Faulenzer Leben 😂
Und es gab ziemlich viele davon
Neuer Stellplatz: Irgendwo im Nirgendwo 🫢
Blick auf die „Tafelberge“
Aber auch wieder eine spektakuläre Aussicht 👍🏻
Kochen wäre für die nächsten 2-3 Tage erledigt ☑️

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

P.S.: Wenn euch unser Blog gut gefällt (was ich sehr hoffe) dann freuen wir uns über jedwede noch so kleine oder große Spende in unsere Kaffee- oder Dieselkasse als kleines Dankeschön und Anerkennung unserer Arbeit. ☕⛽🚐 

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Kontaktiert uns auch gerne direkt per Mail an mailto:siju_campervan@web.de falls ihr Kritik, Anregungen oder Fragen zu unserer Reise oder uns ganz allgemein haben solltet.

NEW BLOG POST 🇦🇷 (01. – 08.12.2022) Sierra de la Ventana – Península Valdes

Am nächsten Morgen ging es weiter in das hübsche, kleine Örtchen „Sierra de la Ventana“. Dieses liegt malerisch in einem Tal durch welches ein Fluss mit vielen Badestellen fließt. Die Berge in der Umgebung eignen sich außerdem gut zum Wandern oder Mountainbiken. Dort angekommen fanden wir per Zufall sofort einen perfekten Stellplatz mit viel Schatten, Tischen, Bänken und Grillstellen sowie direktem Zugang zu einer Bademöglichkeit im erfrischenden Fluss. Wir schauten uns in dem kleinen Örtchen um in welchem es einige nette Cafés und Restaurants sowie schöne Kunsthandwerkslädchen gab. Vom „Mirador“ aus auf dem einzig größeren Hügel hatten wir eine schöne Rundumsicht auf die umliegenden Berge und Felder. „Sierra de la Ventana“ wird im Sommer wohl auch gerne von den Einwohnern der Hauptstadt für die Sommerfrische genutzt. Entsprechend viele kleine und hübsche Ferienhäuschen bietet der Ort, die meisten verfügen sogar über einen Garten mit Pool. 😎 Da die kleinen Supermärkte nachmittags noch geschlossen hatten kauften wir uns in einer Eisdiele für umgerechnet 2,50 € einen Viertelliter Eis (welchen wir natürlich geteilt haben) bestehend aus drei verschiedenen Sorten nach Wahl. 👍 Wir schauten uns noch zwei andere mögliche Stellplätze in der Umgebung an aber da uns keiner so gut gefiel wie der, den wir am Morgen entdeckt hatten, kehrten wir postwendend dorthin zurück. Simon nutzte am Nachmittag noch die Zeit um das alte und vermutlich nach drei Jahren leider bereits brüchig gewordene Silikon an unserer Heckdachluke zu entfernen. Hoffentlich werden wir alles in Kürze reparieren können! 😨 Ansonsten haben wir beim nächsten Gewitter oder größeren Regen ein ernsthaftes Problem. Ich schrieb derweil seit längerem mal wieder an meinem Blog da ich während der Zeit, die wir in „Buenos Aires“ bzw. „Saladillo“ verbracht hatten, überhaupt nicht dazu gekommen war. 🙈 Abends aßen wir die restliche, aufgewärmte Bolognese vom Vortag bevor wir es uns im Bettchen gemütlich machten. Diesmal war es sogar so frisch abends als dass ich mit langer Hose schlafen musste. Und keine zwei Tage zuvor konnten wir auf Grund der Hitze nachts kaum schlafen – schon ein bisschen verrückt…

Blick vom „Mirador“
Simon entfernt das alte Silikon

Entsprechend gut haben wir in dieser Nacht gemurmelt. Morgens machten wir uns zu Fuß auf in den Ortskern um den örtlichen Handwerksladen aufzusuchen. Das von uns gesuchte Silikon der Firma „Würth“ war dort erwartungsgemäß nicht zu finden und die anderen dort angebotenen sagten uns nicht wirklich zu. Zumal es auch gar nicht einfach war, über solche Dinge in einer fremden Sprache zu sprechen. Ich hätte die benötigten Begriffe auch nicht auf Englisch gewusst aber dank ausführlichen Beschreibungen meinerseits und dem Einsatz von Händen und Füßen ging es dann doch irgendwie. 😅 Auf dem Rückweg nahmen wir uns bei einer Bäckerei noch ein Croissant sowie ein Stück Karotten-Kuchen für den Kaffee am Nachmittag mit. Zurück am Van frühstückten wir erst einmal unser Müsli mit Obst bevor Simon sich tatsächlich noch kurz ins kühle Flusswasser wagte. Gegenüber hatte es sich eine argentinische Familie mit zwei Kindern im Zelt gemütlich gemacht und die beiden hätten uns sogar abends zum gemeinsamen Grillen eingeladen. 🥰 In Deutschland absolut unvorstellbar! Wir mussten die freundliche Einladung jedoch ablehnen da wir unbedingt noch weiter in die unweit gelegene Großstadt „Bahia Blanca“ fahren wollten. Wir m achten uns gegen Mittag auf den Weg dorthin und die Landschaft entlang der Route ähnelte ein wenig der Toskana. Es gab viele Kornfelder, einige Zypressen und zum ersten Mal sahen wir viele Windräder zur Stromerzeugung. In „Bahia Blanca“ angekommen klapperten wir einige Handwerkergeschäfte ab (ähnlich unserem „Emil Kunz“ zu Hause) bis wir beim dritten fündig wurden. Man bediente uns sehr freundlich und geduldig und letztlich bekamen wir alles, was wir brauchten: Vier Kartuschen Silikon, die dafür benötigte Spritze, Schmiergel-Papier und eine Dose mattschwarzen Lack. Als nächstes stoppten wir im Supermarkt, da wir unsere Lebensmittelvorräte nach den Tagen bei Claudia und Orlando bzw. in der Großstadt dringend wieder auffüllen mussten. Irrwitziger Weise war an diesen auch an Baumarkt (ähnlich unserem „Bauhaus“) angegliedert. 🙈Aber dort hätte man uns sicher nicht so gut beraten können und wir kauften dort noch eine Rolle Klebeband sowie eine Flasche Reinigungsbenzin. 👍 Die Kaffeepause fand auf dem Supermarktparkplatz statt da wir entschieden hatten heute noch aus der Stadt heraus in Richtung Küste zu fahren. Entlang des Weges sah es fast ein wenig so aus wie in Dänemark. Es gab viele sanfte, mit Gras bewachsene Hügel und auch hier stand immer mal wieder das ein oder andere Windrad. Unerwarteter Weise mussten wir neuerdings einen „Fruit and Meat Checkpoint“ passieren. Und das wo wir doch gerade erst eingekauft hatten! 😰 So blieb mir nichts anderes übrig als zu einer Notlüge zu greifen und glücklicherweise ließ man uns ohne weitere Inspektion von dannen ziehen. Nach etwa 200 km Fahrt erreichten wir eine große „Shell“ Tankstelle an welcher wir dann auch die Nacht verbrachten. Außerdem hofften wir, dort am kommenden Tag eventuell ein geeignetes Schattenplätzchen zu finden um unsere Dachluke an Ort und Stelle reparieren zu können.

Unser schattiger Stellplatz…
…direkt am Fluss 😎
Erfolgreicher Einkauf im Baumarkt

Mangels Schatten war uns die Reparatur an der „Shell“ Tankstelle leider doch nicht möglich aber wir konnten dort immerhin unseren mittlerweile fast leeren Wassertank auffüllen. 👍 Seit der letzten Füllung in „Mendoza“ waren doch schon wieder 15 Tage vergangen. Kam uns diesmal gar nicht so lange vor! Wir entschieden, einige Kilometer weiter bis zur nächsten Tankstelle entlang unseres Weges zu fahren. Dort hätten wir auch ein geeignetes Schattenplätzchen gehabt nur leider zog sich urplötzlich der Himmel zu und es vielen sogar einige Tropfen Regen. Das war natürlich super kontraproduktiv für das Projekt Dachluken-Reparatur. 🙈 So frühstückten wir dort nur in unserem Van um dann weiter in Richtung Küste zu tingeln, immer auf der Suche nach einem passenden Ort für die nötige Instandsetzung unseres Dachfensters. In der Stadt „Viedma“ angekommen klapperten wir drei bis vier Tankstellen ab bis wir letztlich eine fanden, die einen passablen Platz zu bieten schien. Zumindest gab es hier Schatten und die Parkplätze lagen auch etwas abseits der Zapfsäulen. Gottseidank schien in der Zwischenzeit auch wieder die Sonne von einem strahlend blauen Himmel so dass sich Simon gegen Mittag doch noch ans Werk machen konnte. Innen hatte er das Silikon bereits am Vortag mit einem Teppichmesser entfernt. Jetzt galt es das Ganze auch noch außen auf dem Dach abzukratzen wo es deutlich stärker haftete. Nach einer Weile war alles entfernt und bereit zum schmirgeln, entfetten und nachlackieren der nun offenen Kanten. Gleiches Spiel wiederholte sich an der zuvor bereits ausgebauten Dachluke. Als der Lack getrocknet war konnte Simon dann das sehr dickflüssige Silikon auf den Rand der Luke sowie außen auf dem Dach auftragen. Anschließend setzten wir das Fenster wieder ein und jetzt hoffen wir innständig, dass der hier gekaufte Kleber seinen Zweck erfüllen wird, schnell trocknet und wir die nächsten Jahre keine weiteren Scherereien damit haben werden. 🙏 Ich konnte leider nicht viel helfen und so nutzte ich die Zeit für die schon wieder fällige Maniküre (*nerv*) und den Upload meines just fertig gewordenen Blog-Beitrags. Nebenbei freundete ich mich mit der zuckersüßen, weil ultraverschmusten, Hündin der Tankstelle an. Diese trug an dem Tag sogar ein Trikot der argentinischen Nationalmannschaft, welche am Nachmittag (16 Uhr Ortszeit) ihr Achtelfinalspiel gegen Australien bestritt. Erneut waren die Straßen während der Spielzeit, wie schon zuvor in „Buenos Aires“, wie leergefegt. Und wir konnten die Tore anhand der Jubelschreie, welche aus den Häusern und von der Tankstelle um uns herum drangen, eindeutig ausmachen. 😅 Wir haben uns sehr über den Endstand von 2:1 für Argentinien gefreut da die gesamte Nation total fußballverrückt ist. Am Abend gabs noch ein schnelles Pasta-Gericht á la Barbara: Penne mit Avocado und Cocktail-Tomaten. 😋 Wie bereits so oft verbrachten wir die Nacht erneut an der Tankstelle in der Hoffnung, dass das Silikon bis zum kommenden Tag durchtrocknen wird und wir weiterfahren werden können.

Projekt Dachlukenreparatur läuft
Stärkung muss auch sein 😋
Meine neue Freundin
So was von verschmust 💗

Den Sonntagvormittag verbrachten wir ebenfalls noch an der Tankstelle. Dort nutzten wir das gute Internet, um endlich seit langem mal wieder ein YouTube Video fertigzustellen und hochzuladen. Durch Simons längere Krankheit und die Tage in „Buenos Aires“ bzw. „Saladillo“ hängen wir damit derzeit leider ordentlich hinterher. 😣 Währenddessen konnte auch das Silikon der Dachluke noch etwas weiter antrocknen. Wir füllten noch unseren Diesel-Tank und machten uns gegen 14 Uhr über die Ruta N1 auf den Weg nach „El Cóndor“. Über Instagram hatten wir von anderen Deutschen, die vor kurzem dort waren, den Tipp erhalten uns dort unbedingt die Sittiche- und Seelöwenkolonie anzuschauen. In den Felsenwänden an der Küste nisten von Oktober bis Januar viele Hunderte Sittiche. 🐦 Es soll sich hierbei tatsächlich um die weltweit größte Kolonie handeln. Die Vögel verbreiten mit ihrem Geschrei eine mordsmäßige Geräuschkulisse und wir konnten sie sowohl bei der Nahrungssuche in den umliegenden Feldern, als auch beim Ein- und Ausfliegen in ihre Bruthöhlen, beobachten. Über einen Trampelpfad gelangten wir als erstes zu einem Leuchtturm, von wo aus wir eine herrliche Sicht über den breiten Strand, den Ozean sowie das Örtchen hatten. Endlich wieder am Meer, was für ein tolles Gefühl! 😎 Der Pfad führte weiter zu einem Heldendenkmal für die im Kampf um die Falklandinseln Gefallenen inklusive ausrangiertem Düsenjet. Man sieht immer wieder Schilder an den Straßen oder auch Aufkleber auf Autos sowie LKWs, auf denen die zu England gehörende Inselgruppe als Teil Argentiniens reklamiert wird. An einem Loch im sandigen Boden entdeckten wir mehrere der kleinen Eulen, welche wir auch schon zuvor in Brasilien gesehen hatten. Scheinbar handelte es sich hierbei um deren Nest denn als wir näherkamen, flogen die beiden Eltern mit lauten Warnschreien davon und die Jungen versteckten sich gut in dem Erdloch. Vermutlich konnten die Kleinen noch nicht fliegen. Über den Strand, von welchem aus wir eine gute Sicht auf die vielen Sittiche in der steilen Felswand hatten, ging es dann wieder zurück zum Parkplatz. Wieder am Auto angekommen aßen wir noch eine Kleinigkeit mit Blick aufs Meer bevor wir ein paar Kilometer weiter nach „La Lobería“ fuhren. Dort kamen wir gerade noch rechtzeitig am View-Point auf die Seelöwen-Kolonie an. Der alte Wanderweg wurde nämlich gesperrt und es gibt nur noch einen einzigen Zugang, an dem sich auch ein Museum sowie ein Park-Ranger befinden. Und dieser war just im Moment unseres Ankommens schon fast im Begriff den Zugang zu schließen. Freundlicherweise lies er uns aber noch passieren. So konnten wir noch einen schönen Blick auf die vielen Hundert Seelöwen und Seeelefanten erhaschen welche am Strand und auf den Felsen unter uns in der Sonne lagen. Wir hatten eigentlich gehofft dort übernachten zu können aber da der Parkplatz abends geschlossen wird war dies leider nicht möglich. Dementsprechend fuhren wir noch einige Kilometer weiter die ab „La Lobería“ nicht mehr asphaltierte RN1 entlang. Die Straße führte nun als Schotterpiste weiter, war aber dennoch sehr gut befahrbar und bot vor allem unglaublich schöne Sicht auf die Küste. Deshalb trägt die Straße auch den Namen „Camino de la Costa“. 😍 Nach ein paar Kilometern fanden wir eine geeignet erscheinende Parkbucht am Straßenrand. Da hier kaum Verkehr herrschte hatten wir keinerlei Bedenken hier die Nacht zu verbringen. So konnten wir seit langem mal wieder den absoluten Luxus genießen, ganz allein direkt am Meer zu stehen und mit Meeresrauschen einzuschlafen. 🥰

Leuchtturm in „El Cóndor“
Endlich wieder am Meer 🌊
In den Löchern im Fels nisten die Sittiche
Findet ihr die beiden Sittiche?! 😉
Hunderte von Seelöwen 🦭

Nach einer sehr ruhigen Nacht, trotz stärkeren Winden vom Meer her, genossen wir während unseres Morgenkaffees noch einmal die wunderschöne Aussicht aufs Meer hinaus. Und als ob das nicht schon herrlich genug gewesen wäre entdeckte ich zu meiner großen Freude kurz darauf auch noch zwei Delfine, direkt vor unserer Nase! 😃 Die Tümmler verweilten viele Minuten in dem seichten Wasser ganz in der Nähe unseres Vans und so konnten wir sie eine ganze Zeit lang beim Schwimmen beobachten. Besser kann ein Tag doch gar nicht starten, oder?! Schweren Herzens rissen wir uns dann aber doch irgendwann los um weiter in Richtung der „Península Valdes“ zu fahren. Wir folgten der Schotterpiste noch viele Kilometer, immer entlang der Küste. ❤ Nach einer Weile kam uns sogar ein „Sandschieber“ (ähnlich eines Schneeschiebers) auf der einsamen Straße entgegen welcher die lange „Sandwurst“ in der Mitte der Straße wieder glättete. 👍 Entlang unseres Weges konnten wir einige kleinere Landschildkröten, ein Guanaco sowie seit langem auch mal wieder Emus sehen. Irgendwann stießen wir dann nach den Sanddünen wieder auf die asphaltierte Ruta N3 die uns an diesem Tage auch noch bis zu unserem Ziel, der Halbinsel Valdes, führte. Während der Fahrt stoppten wir noch an einer Tankstelle in der Hoffnung dort eventuell duschen zu können. Allerdings war die Dusche hier den LKW-Fahrern vorbehalten und an der Tankstelle gegenüber war der Wasserdruck zum Duschen zu schwach. 🤷‍♀️ Also füllten wir an Ort und Stelle noch einmal unseren Wassertank auf da uns einige Kilometer zuvor aufgefallen war, dass unser Ablassventil sich vermutlich durch das Geruckel auf der Schotterpiste von alleine geöffnet hatte. 😮 Da wir nicht wussten, wieviel Wasser dadurch unserem Tank entwichen war füllten wir ihn lieber noch einmal auf um abends dann unsere Dusche im Van nutzen zu können. Direkt hinter der Tankstelle lag praktischerweise auch noch ein großer Supermarkt wo wir für die kommenden Tage noch ein paar Kleinigkeiten einkauften. Diesen hatten auch die netten argentinischen Reisenden aus „Buenos Aires“ genutzt, welche seit mehreren Tagen an der Tankstelle festsaßen und dort auf die Lieferung des neuen Getriebes für ihren ebenfalls selbst ausgebauten Camper warteten. Da wollen wir uns mit unserer Dachluke doch mal gar nicht weiter beschweren… 🙈 Unsere an den Klappboxen am Heckträger montierte Rückfahrkamera hatte, vermutlich durch die Buckelpiste, ebenfalls leichten Schaden genommen und war aus der Kunststoffhalterung herausgebrochen. Kann bei der billigen China-Ware schon mal passieren aber dieses kleine Malheur konnten wir umgehend mit Panzertape und Kabelbindern beheben. 👍 Am frühen Abend steuerten wir dann unseren heutigen Stellplatz für die Nacht am Anfang der „Península Valdes“ an. Wir übernachteten, erneut einsam und alleine, an einem der vielen „Miradore“. An dem von uns ausgewählten befand sich sogar ein größeres, von zwei Rangern besetztes Haus mit Lookout und mehreren Tafeln zu den hier vorbeiziehenden Walen. Auf unsere Nachfrage hin teilte uns die hilfsbereite Rangerin allerdings mit, dass diese hauptsächlich von Juli bis September in Küstennähe vorbeiziehen. Dann kann man die Tiere wohl tatsächlich vom Strand aus beobachten. Zur jetzigen Zeit sei dies aber nur noch weiter draußen auf dem Meer, also mit Booten, möglich. Sie sagte uns jedoch, dass man am anderen Ende der Insel momentan wohl ganz gut „Orkas“ sehen kann. Hoffentlich haben wir Glück, dass wäre ja echt der Hammer! 🐳

Stellplatz am Strand 🏖
Mal wieder ein schöner Sonnenuntergang 🌅
Und morgens Delfine vorm Fenster 🐬
Der „Sandschieber“ ebnete uns die Straße

Am Folgemorgen verließen wir den schönen Stellplatz und bezahlten an der Einfahrt auf die Halbinsel die Nationalparkgebühr in Höhe von 2.600 Pesos (= ca. 9 €) pro Person. Nach rund 20 km gelangten wir dann an das Besucherzentrum, welches vielerlei Information zu Flora und Fauna bot. Außerdem erhielten wir dort eine Straßenkarte sowie die wichtige Information zu den Gezeiten. Die beste Chance Orcas zu sehen besteht während der Flut, welche früh am Morgen und spät am Abend einsetzt und die Uhrzeiten verschieben sich pro Tag jeweils um eine Stunde. Von dort aus ging die Fahrt weiter bis in die kleine Inselhauptstadt „Puerto Pirámides“. An der Tankstelle füllten wir noch einmal unseren Dieseltank auf und gegenüber konnten wir eine nette, kleine Bäckerei ausmachen. Wir kauften uns dort zwei Empanadas und ich war gerade im Begriff im Van noch ein Rührei dazu zuzubereiten. Plötzlich fuhr ein uns wohl bekannter, grauer Sprinter an uns vorbei und stoppte direkt neben uns. Es mag kaum zu glauben sein aber wir trafen soeben zum fünften Mal auf die beiden Franzosen mit ihren beiden kleinen Kindern. Wohl gemerkt nach einer zurückgelegten Strecke von gut 13k Kilometern! Da trifft man selbst zu Hause im Supermarkt seltener auf Bekannte die im gleichen Ort leben. 😅 Wir frühstückten in Ruhe und machten uns danach zu Fuß entlang vom Strand auf zu ihrem Stellplatz um uns noch ein wenig mit ihnen zu unterhalten. Dort lernten wir dann auch Udo kennen, der alleine mit seinem großen „Steyr“ Expeditions-Mobil unterwegs ist. Leider hat er seit Anbeginn seiner Reise massive Probleme mit seinem Fahrzeug. Im Ankunftshafen in Montevideo hatte man wohl versucht sein Motorrad von der elektrischen Heckrampe zu stehlen. Dies gelang den vermeintlichen Dieben zwar zum Glück nicht aber sie beschädigten bei dem Versuch massiv die Elektronik und so verbrachte er die ersten Wochen in der Werkstatt. 😔 Und seit einigen Tagen spinnt entweder seine Lichtmaschine oder seine Batterie weswegen er fürchtet, über kurz oder lang zu wenig Strom für die Fahrzeuglichter zu generieren. Der arme Tropf tat uns ganz schön leid aber außer ein paar aufmunternden Worten hatten wir in diesem Moment leider nicht viel zu bieten. Da das Wetter an diesem Tag ideal war, Sonnenschein und im Gegensatz zum Vortag angenehme Temperaturen, wollten wir unbedingt noch bis „Punta Cantor“ am Ende der Insel fahren. Es ging rund 70 km über eine unbefestigte, sehr holprige Schotterpiste auf welcher wir nicht schneller als 50 km/h fahren konnten. Nach rund 1,5 Stunden gelangten wir dann am „Mirador Pingüinera“ an und dort wartete tatsächlich eine ganze Schaar der drolligen Tierchen auf uns. 🐧 Diese befanden sich nicht nur außer Reichweite unten am Strand, sondern auch oben auf der Steilklippe so dass wir sie Auge in Auge bewundern konnten. Ich war natürlich sofort hin und weg. 💕 Als ich mich sattgesehen hatte bereitete ich zum Nachmittagskaffee noch ein paar leckere Heidelbeer-Pancakes zu 🥞☕ und als wir diese genüsslich vertilgt hatten fuhren wir noch die rund 6 km bis zum Aussichtspunkt „Punta Cantor“. Dort gibt es ein Restaurant sowie ein Besucherzentrum und eine Plattform mit Sicht aufs Meer. Da der Höhepunkt der Flut erst in rund zwei Stunden einsetzen sollte entschieden wir, bis dahin noch den Wanderpfad an der Küste entlang zu laufen. Von diesem aus konnten wir auf die unten am Strand in der Sonne chillenden Robben und Seelöwen blicken. Wir genossen eine Weile die Aussicht und liefen dann zurück zur Aussichtsplattform. Da wir keine Wale entdecken konnten erkundigte ich mich beim Ranger, ob er uns denn in etwa sagen könnte wann die beste Zeit hierfür wäre. Er schaute mich ganz entgeistert an und fragte, ob wir denn nicht die eben vorbeigezogenen neun Orcas gesehen hätten. NEIN – hatten wir nicht da wir zu dieser Zeit wohl noch auf dem Wanderweg waren! 😨 Er meinte, wir sollten schnell versuchen zu dem zwei Kilometer weiter, wieder in Richtung der Pinguine, gelegenen Aussichtspunkt zu fahren und eventuell würden wir sie von dort aus noch sehen können. Also spurteten wir zum Parkplatz und fuhren so schnell es eben auf der Schotterstraße ging dorthin. Bereits vom Auto aus konnte ich Bewegung im Wasser erkennen und dort angelangt hatten wir tatsächlich das riesengroße Glück und konnten die neun Orcas direkt vor uns ausmachen. 😁 Das Männchen war eindeutig an der gigantisch großen Rückenfloss zu erkennen. Die anderen Tiere waren entweder Weibchen oder noch nicht ganz ausgewachsen. Sie schwammen lange Zeit in der Bucht hin und her und wir konnten sie sogar bei ihren Jagdversuchen, bei welchen sie sich weit aus dem Wasser hinauswagen und auf den Strand werfen, beobachten. Wie geil war das denn bitte!!! ❤ Kurz darauf traf der Ranger am Parkplatz ein und erklärte, dass es sich hierbei wohl um eine Orca „Schule“ handelte. Das heißt die erwachsenen, erfahrenen Tieren brachten den Jungtieren die Jagdtechnik bei weswegen sie sich auch an steileren Uferabschnitten aus dem Wasser herauswarfen an denen sich gar keine Beute befand. Als die Killerwale weiterschwammen verfolgten wir sie noch einmal weiter mit dem Auto bis zum ersten Aussichtspunkt bei den Pinguinen. Auch von dort aus konnten wir ihrem Treiben noch eine ganze Weile zusehen. Wir hatten gehofft, eventuell auf diesem Parkplatz übernachten zu können obwohl es eigentlich streng untersagt ist innerhalb des Nationalparks zu campen. Da uns der Ranger leider hierhin gefolgt war und er uns kurz drauf gegen 20 Uhr mitteilte, dass der Park nun schließen würde waren wir dazu gezwungen die ganze weite, holprige Strecke bis nach „Puerto Pirámides“ zurückfahren. 😣 So kamen wir in die einsetzende Dunkelheit hinein und die tiefstehende Abendsonne erschwerte das Fahren auf der Piste zusätzlich. Zumal wir auf der Hinfahrt sehr viele wildlebende Tiere wie Emus, Guanacos, Schafe und sogar zwei Gürteltiere gesehen hatten. Wir meisterten aber alles mit Bravour und gelangten gegen 22 Uhr wieder in der Inselhauptstadt an wo wir den großen Parkplatz ansteuerten auf welchem wir bereits mittags die anderen Overlander getroffen hatten. Zum Kochen war es zwischenzeitlich eindeutig zu spät und so gab es für jeden nur noch zwei Sandwichtoasts und die restliche Gnocchi-Pfanne vom Vortag kalt als Salat bevor wir hundemüde, aber überglücklich ins Bett fielen. 🥰🥰🥰

Unser erster Stellplatz auf „Valdes“
Hoffentlich werden wir Wale sehen können
Was für drollige Kerlchen 🐧
Ich konnte mich gar nicht satt sehen 😅
Am Strand lagen die Seelöwen in der Sonne ☀️

Da wir am Vortag unwahrscheinliches Glück hatten und innerhalb eines Tages alle nennenswerten Tiere sehen konnten entschieden wir, nicht erneut die lange Schotterpiste bis zum Inselende zu fahren. Hauptsächlich um unseren Van die Strapazen durch das Gerüttel und Geschüttel zu ersparen. Auch die 50 € pro Person für die eineinhalbstündige Bootsfahrt, bei welcher eventuell die Chance bestehen könnte weiter draußen auf dem Ozean doch noch südliche Glattwale zu sehen, investierten wir nicht. Zum einen weiß man nicht ob man wirklich welche zu Gesicht bekommt, zum anderen war meine letzte Wale-Watch Erfahrung auf einem Schiff in Neuseeland weniger schön. 🤮 Außerdem war das gestrige Erlebnis mit den Orca-Walen für uns einfach nicht mehr zu toppen. So verbrachten wir den Tag auf dem großen Parkplatz zwischen den beiden Stränden in „Puerto Pirámides“ und versuchten, den verständlicherweise deprimierten Udo mental wieder etwas aufzubauen. Simon schaute mit ihm gemeinsam unter das gekippte Führerhaus in den Motorraum aber auch mit vier Augen konnten sie keine Fehlerursache ausmachen. Ich spazierte derweil während herrschender Ebbe ganz einsam am langen Sandstrand entlang und schaute den Wellen zu welche ganz sanft an Land schwappten. Zurück am Van kochte ich für uns drei Kaffee und wir teilten die vier verbliebenen Pancakes vom Vortag auf und aßen noch einen Rosinen-Scone dazu. Eine größere Freude hätte ich Udo zu dem Zeitpunkt wohl nicht bereiten können. 😄 Wir saßen auf einer Parkbank am Meer, genossen die Kaffeepause und unterhielten uns angeregt als das Schweizer Paar Tina und Felix mit ihrem Hund zu uns stießen. Die beiden erzählten uns, dass sie seit kurzem ihre durch Corona unterbrochene Amerika Reise fortsetzen. Sie kamen damals immerhin von Kanada bis nach Ecuador, als dort die Pandemie auch über sie hereinbrach und sie dazu zwang vorerst in ihre Heimat zurückzukehren. Es war wirklich schön und tat gut, sich mit verschiedenen Leuten mal wieder auf Deutsch zu unterhalten. 🥰 Auch abends, als Simon gerade am neuen Video bastelte und ich gerade im Begriff war das Abendessen vorzubereiten, kamen alle noch einmal an unserem Van vorbei. Wie schon viele andere zuvor bestaunten sie unseren schönen Ausbau und ich unterhielt mich noch eine ganze Zeit lang mit Tina über ihre Reiseerfahrungen. Kurz darauf kehrten unsere Lieblingsfranzosen von ihrem Tagesausflug zurück und leider blieben den vieren die Wale verwehrt. So kam es, dass wir an diesem Tag mal wieder erst gegen 22 Uhr unser Abendessen zu uns nahmen. 😅 Es gab leckeres Champignon-Risotto und nach dem späten Mahl ging es auf direktem Wege ins bequeme Bettchen.

Die Inselhauptstadt
Hier starten die Wale-Watch Boote 🐳
Udos defektes Reisemobil
Einsamer Strandspaziergang

Wir verbrachten dort eine ruhige Nacht und als wir gerade frühstückten schlenderte Udo niedergeschlagen an unserem Van vorbei. Er hatte gerade seine E-Mails gecheckt da er am Tag zuvor die Herstellerfirma seines LKWs in Österreich kontaktiert hatte in der Hoffnung, dass sie eventuell einen Tipp für ihn hätten. Allerdings erhielt er nur die Antwort, dass an diesem Tag Feiertag in Österreich wäre (Maria Empfängnis) woraufhin wir kurz darauf feststellten, dass der Tag auch in Argentinien als Feiertag gilt. Wir liefen noch einmal in den Ortskern zur Tankstelle um das dortige Internet zu nutzen und kauften beim Bäcker noch eine Packung Toastbrot sowie etwas Süßes für den Nachmittag. Zurück am Van gaben wir Udo noch ein paar gute Ratschläge mit, was wir an seiner Stelle tun würden. Mehr Unterstützung konnten wir dem armen Tropf leider nicht mehr bieten. Parallel sprach uns noch ein anderes Pärchen an welches wir bei unserer Ankunft in „Montevideo“ im Büro unseres Agenten „Kessler“ getroffen hatten. Die beiden leben in dem französischsprachigen Inselparadies „La Reunion“ und reisen mit ihren beiden Teenie-Mädchen bereits seit längerem durch die Welt. Auch sie hatten an zwei verschiedenen Tagen keinen Erfolg und konnten, im Gegensatz zu uns Glückpilzen, keine Orcas sehen. Danach verabschiedeten wir uns noch herzlich von den anderen Franzosen bevor wir auf einen nahegelegenen Aussichtspunkt an einem Kap zusteuerten. Leider war die Zufahrt dorthin durch ein Gatter versperrt weswegen wir entschieden, der „Península Valdes“ an dieser Stelle Lebewohl zu sagen. Stattdessen fuhren wir die rund 100km bis nach nach „Puerto Madryn“. Die Stadt gilt als Tor zur Halbinsel, ist aber auf Grund der umliegenden Industrieanlagen sowie Raffinerien nicht wirklich schön. Auf dem angesteuerten Parkplatz konnten wir leider nicht parken da gerade diverse Food-Trucks sowie eine Bühne dort aufgebaut wurden. Wir stellten unseren Van am Straßenrand daneben ab und ich erkundigte mich bei zwei freundlichen Polizistinnen was hier im Gange war. Sie erklärten, dass häufiger an langen Wochenenden derartige Feste stattfinden würden und sowohl an diesem Donnerstag als auch am Samstagabend gegen 22 Uhr ein DJ auflegen würde. Wir schauten uns in der Gegend um und liefen die nicht wirklich sehenswerte Hauptstraße hinunter und an der langen Strandpromenade wieder zurück. Dabei schauten wir uns noch ein am Strand gelegenes Fisch- und Meeresfrüchte Restaurant an welches im Reiseführer gelobt wurde. Dementsprechend waren allerdings die Preise und so ließen wir es uns erst einmal offen, am Abend eventuell wieder dorthin zurückzukehren. In einem Supermarkt in der Nähe kauften wir uns ein paar kühle Getränke mit welchen wir uns an der schattigen Promenade für eine Weile niederließen. Derweil tat sich auch langsam etwas an den Essensständen und wir witterten unsere Chance, eventuell dort etwas Gutes und Günstiges schnappen zu können. Da noch nicht viel Betrieb war liefen wir noch den ziemlich langen Steg entlang hinaus aufs Meer. An diesem können wohl sogar große Kreuzfahrtschiffe anlanden. 😮 Vom Steg aus konnte man gut die Umrisse der Halbinsel erkennen. Diese ragt bestimmt 100 km ins offene Meer hinaus was dazu führt, dass man dort die einmalige Möglichkeit hat von der Küste aus Wale beobachten zu können. Gegen 20 Uhr hatten dann auch die meisten Food-Trucks geöffnet und wir kauften uns als erstes eine Tüte ganz frisch zubereiteter Calamari-Ringe. Wir haben selten derart zarte, hauchdünn panierte und lecker gewürzte Calamari gegessen. 👍 Danach teilten wir uns noch einen großen „Shawarma“ Wrap welcher ebenfalls frisch zubereitet wurde und sehr gut schmeckte. Hierbei handelt es sich um eine Art Döner aber das Fleisch ist nicht gepresst, sondern eher fein gewürfelt. Es wird zwar auch von einem Drehspieß heruntergeschnitten, kommt danach aber noch einmal zusammen mit dem Wrap auf den Grill. Anschließend wird alles noch mit Gemüse und Sauce nach Wahl belegt bevor der Wrap zusammengerollt wird. So blieb unsere Küche an diesem Tag kalt (und sauber 😉) und im verbleibenden Tageslicht machten wir uns auf die Suche nach einem Stellplatz für die Nacht. Ich wusste von zwei bis drei Stellen in der nahen Umgebung und der letzte Platz, direkt am langen Kiesstrand „Playa Paraná“ mit Blick auf ein Schiffswrack, wurde es dann auch. 🥰

Der lange Steg in „Puerto Madryn“
Beste Calamari ever 🤤
Wieder ein schönes Plätzchen am Strand
Inklusive Aussicht auf das Fischkutter-Wrack

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NEW BLOG POST 🇦🇷 (24. – 30.11.2022) Buenos Aires – Saladillo

Am Donnerstag war es erneut unglaublich heiß (über 37°C 🥵) weswegen wir am Nachmittag kurz vor „Buenos Aires“ einen Stopp im klimatisierten McDonalds einlegten. 😅 Wir gönnten uns ein Eis und ich konnte das dortige Internet nutzen um meinen Blog hochzuladen. Gegen 17 Uhr machten wir uns dann auf den Weg in Richtung Innenstadt. Es war zwar relativ viel los auf der mehrspurigen Autobahn um diese Uhrzeit aber auf der Gegenfahrbahn, welche aus der Metropole herausführte, war noch deutlich mehr los. So kamen wir kurz vor 19 Uhr am Terminal der „Buquebus“ Fähre an, welche zwischen „Montevideo“ in Uruguay und „Buenos Aires“ in Argentinien verkehrt. Das Terminal liegt sehr zentral und wir wussten von anderen Overlandern, dass man auf dem großen bewachten Parkplatz dort sicher stehen kann. Als wir dort am Abend ankamen fanden wir allerdings nicht den erhofften Parkplatz, sondern stattdessen eine Großbaustelle vor. 😮 Ich erkundigte mich am Fährterminal nach anderen Parkgelegenheiten aber diese wären alle überdacht gewesen und unser Van war dafür leider zu hoch. Ich bekam von dem Parkwächter jedoch den Tipp, dass sich ganz in der Nähe im neuen Hafenviertel „Puerto Madero“ ein rund um die Uhr bewachter, weitläufiger Parkplatz befinden würde. Also steuerten wir den besagten Parkplatz, an welcher zum Casino gehörte und in der Tat extrem groß sowie 24 Stunden bewacht war. Der Parkeinweiser hätte uns auch direkt auf einen freien Parkplatz geschickt aber ich erkundigte mich natürlich bei ihm ob es möglich wäre, hier für ein oder zwei Tage zu stehen. Dies wurde, wie schon fast erwartet, leider verneint da der Parkplatz exklusiv für die Gäste des Casinos reserviert war. Schade! Dabei hätten wir auf dem riesigen Gelände tatsächlich niemanden gestört und der Wachservice wäre ebenfalls perfekt gewesen. Wir bekamen dort aber immerhin einen weiteren Tipp: Wir sollten nebenan bei einer anderen Fährgesellschaft nachfragen ob wir eventuell auf deren Parkplatz stehen könnten. Also fuhren wir einmal ums Quadrat zum Terminal von „Colonia Express“. Die Fähre verbindet „Colonia del Sacramento“ in Uruguay mit der Hauptstadt Argentiniens. Den Zugang zu deren Parkplatz fanden wir erst bei der zweiten Runde und tatsächlich war dieser ein Loch. 😰 Wir hätten dort zwar für 1.000 Pesos (= ca. 3 €) pro Tag auf einem bewachten Parkplatz stehen können. Allerdings befand sich dieser direkt unter der Autobahnbrücke, umgeben von einer weiteren Ringstraße sowie anderen Parkplätzen. Selbst wenn wir den Platz nur zum Schlafen genutzt hätten, wir hätten dort auf Grund des lärmenden und stinkenden Verkehrs kein Auge zugetan. Mittlerweile lagen unsere Nerven dann doch etwas blank, nicht zuletzt auf Grund des anstrengenden Verkehrs in der Großstadt. Als letzte Möglichkeit blieb uns jetzt quasi nur noch die Hoffnung, im neuen Hafenviertel „Puerto Madero“ einen geeigneten Parkplatz zu finden. Hiervon hatten uns ebenfalls mehrere andere Reisende berichtet die dort mehrere Tage sicher standen. Letztlich fanden wir dort tatsächlich einen relativ ruhigen Stellplatz, sogar im Schatten von Bäumen. In den Straßen standen sowohl andere Camper als auch LKW-Fahrer mit ihren Lastwagen zum Übernachten. Die Gegend machte auf uns einen sehr sicheren Eindruck und wir sahen auch mehrere Polizeistreifen patrouillieren. Uff…. Welch nervenaufreibende Stellplatzsuche! Zwischenzeitlich dämmerte es bereits und so machten wir uns zu Fuß auf um das Viertel zu erkunden. Nebenbei schauten wir uns die vielen Restaurants und Cafés an, welche auf beiden Seiten des Kanals vom „Río de la Plata“ lagen. Dieser fließt durch das neue, moderne Hafenviertel und fast alles hier erinnerte uns an die neue „HafenCity“ in Hamburg. Die Aussicht auf die erleuchteten Hochhäuser sowie die Promenade und das Museums-Segelschiff war unglaublich schön. Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns letztlich für ein mexikanisches Restaurant. Zwischenzeitlich war es schon kurz nach 22 Uhr und so passten wir uns direkt an die argentinische Zeit fürs Abendmahl an. 🤣 Simon bestellte sich leckere Burritos de Carne und ich nahm einen Salat mit Avocado, Mango und Hühnchen welcher ebenfalls sehr fein war. Nur war ich zwischenzeitlich so müde und hatte seit einigen Stunden auch ordentliche Kopfschmerzen weswegen ich das Essen gar nicht so richtig genießen konnte. Umso glücklicher war ich, als wir gegen 24 Uhr endlich im Bett lagen. 🛌

Spätes Abendessen beim Mexikaner 🌮🌶🍹
Das moderne Hafenviertel „Puerto Madero“ bei Nacht
Museums-Segelschiff

Wir verbrachten erstaunlicherweise eine extrem ruhige Nacht und wurden, inmitten der Großstadt, sogar von Vogelgezwitscher geweckt. Nachdem wir unseren Morgenkaffee getrunken hatten schnappten wir unsere Fahrräder, um unsere eigene „Buenos Aires by bike“ Sightseeing-Tour zu starten. 😉 Wir fuhren über die Brücke in die nahegelegene Altstadt und stoppten als erstes in der schönen, alten Markthalle. Dort gab es nicht nur Lebensmittel-stände, sondern auch viele Retro-Läden und tolle Restaurants sowie Cafés. Bei einem davon kauften wir uns ein leckeres Frühstück bestehend aus einer Zimtschnecke, einem Mandel-Croissant sowie einem Schoko-Brioche und dazu zwei heiße Espressi. 🥐☕ Frisch gestärkt ging es mit den Rädern weiter in das bunte Künstler- und Arbeiterviertel „La Boca“. Dort befindet sich auch das blau-gelbe Fußballstadium von den „Boca Juniors“ wo unter anderem die Karriere von Diego Maradona begann. Entsprechend viele Geschäfte mit allerlei Fan-Artikeln befinden sich rundum. Weiter ging es in die historische Altstadt welche mich, auf Grund der vielen alten Gebäude aus der Kolonialzeit, unweigerlich an Madrid erinnerte. 😍 Wir schauten uns zuerst den rosafarbenen Präsidentenpalast inklusive dem davor „geparkten“ Heli an. Von einem der Balkone hielt damals wohl auch „Evita Peron“ ihre bewegende Rede an die Nation. Weiter ging es zur direkt dahinter liegenden „Plaza Mayor“ mit der dortigen Kathedrale sowie dem Rathaus. Auch das Kulturzentrum befindet sich in einem prachtvollen, historischen Gebäude. Als unsere Mägen erneut knurrten fuhren wir zu einem im Reiseführer beschriebenen Lokal, welches laut diesem auch gerne von Einheimischen besucht wird. Wir bestellten uns dort ein paar köstliche Empanadas mit verschiedenen Füllungen und unterhielten uns nett mit dem Kellner. Danach schlenderten wir die Fußgängerzone „Florida“ entlang durch welche wir auf Grund der zahlreichen Fußgänger unsere Räder schieben mussten. Der Boulevard ist wahnsinnig lang und zwischendrin befinden sich immer wieder viele alte, prachtvolle Gebäude sowie historische Einkaufsgalerien mit üppigem Stuck und Deckengemälden. Auf dem Rückweg zum Van schauten wir uns das Hafenviertel „Puerto Madero“, welches wir bereits am Vorabend bei Nacht gesehen hatten, noch im Tageslicht an und wir fanden es nicht minderschön als in der Dunkelheit. 🤩 Die Radtour durch die Großstadt war super easy. Es gibt ein sehr großes Netz an Radwegen sowie breite Gehwege für den Notfall. Und selbst auf der Straße war das Fahren auf Grund des Einbahnstraßen-Systems problemlos möglich (wie fast überall in Argentinien richtet sich der Verkehr auch hier nach den Straßen-Quadraten). Erst gegen 20 Uhr gelangten wir wieder bei unserem fahrbaren Zuhause an. Dort trafen wir allerdings auf einen herumlungernden jüngeren Mann. Optisch machte er zwar keinen seltsamen Eindruck aber er stellte mir ein paar Fragen zu unserer Reise und ob wir morgen denn auch noch da wären etc. Dies hinterließ bei uns beiden ein mulmiges Gefühl obwohl wir uns an und für sich an Ort und Stelle total sicher fühlten. 😰 Da wir nach dem langen Tag ziemlich k.o. waren und fürs Abendessen nicht erneut so viel Geld ausgeben wollten kauften wir uns an einer Imbiss-Bude an der Hafenpromenade je eine Art Döner im Fladenbrot welcher zum Glück auch gut schmeckte bevor wir erschöpft in die Federn fielen.

Frühstück in der schönen Markthalle
Ein Teilchen appetitlicher als das Andere
Stadion der „Boca Juniors“
Hier wurde „Diego Maradona“ berühmt
Das gesamte Viertel „La Boca“ ist herrlich bunt
Der Präsidentenpalast
Der private Heli parkt quasi vor der Tür
Das Rathaus an der „Plaza Mayor“
Das Kulturzentrum
Der Nationalkongress
Mittags-Pause 😄
Prachtvolle Einkaufsgalerie
Auch bei Tageslicht kann sich das Hafenviertel
sehen lassen 👍🏻

Wir hatten neuerdings eine sehr ruhige Nacht an unserem Stellplatz. Auf Grund der beunruhigenden Begegnung mit dem seltsamen Typ am Vorabend entschieden wir aber dennoch, unser Auto umzuparken. Wir fuhren lediglich zwei Querstraßen weiter, standen jetzt aber direkt vor einer Kamera sowie einem Wachhaus, welches rund um die Uhr von einem Wachposten besetzt war. Beides gehörte zu den direkt dahinterliegenden, nagelneuen Hochhäusern in welchen sich offensichtlich schicke Wohnungen inklusive Balkon mit herrlicher Aussicht befanden. 👍 So standen wir jetzt sogar in 1A Lage, direkt am Kanal mit eigener Parkbank direkt vor der Tür. Von dort aus ging es dann erneut mit den Fahrrädern in die Stadt. Da sich unsere Bargeldvorräte langsam aber sicher dem Ende näherten suchten wir zuerst eine „Western Union“ Filiale auf. Leider war es Simon diesmal nicht möglich mit seinem Account eine Transaktion durchzuführen weswegen ich mich ebenfalls in der App anmelden musste. Das dortige WLAN war allerdings mehr schlecht als recht und wir mussten auf Grund dessen zu einem nahegelegenen Café mit besserem Internet wechseln. Dort gelang mir dann aber zum Glück die Registrierung und auch die Überweisung. Zurück in der „Western Union“ Filiale reihten wir uns in die lange Schlange an Wartenden ein und erhielten dann nach dem vorangegangenen, nervigen Hin und Her doch noch unser Geld. Den Mittagssnack hatten wir uns jetzt also wahrlich verdient. 😂 Direkt um die Ecke sollte sich ein guter Sandwich-Laden befinden und so begaben wir uns direkt auf die Suche danach. Als wir an der genannten Adresse ankamen fanden wir das Lokal jedoch verschlossen vor. Etwas enttäuscht fuhren wir weiter auf der Suche nach etwas anderem als wir dann plötzlich einige hundert Meter weiter doch noch die zuvor gesuchte Lokalität vorfanden. Scheinbar war der Laden alias „Latino Sandwich“ kürzlich umgezogen. Die dortige Auslage war wirklich überwältigend: Sowohl die verschiedenen Sandwiches als auch die hausgemachten Kuchen und Salate – alles sah sehr appetitlich aus. Wir entschieden uns letztlich für ein Thai-Sandwich bestehend aus getoasteten Brotscheiben, zwischen denen sich ein paniertes Schnitzel mit Rucola, Mango und pikanter Salsa befand. 😋 Von dort aus fuhren wir mit den Rädern in das Viertel „Recoleta“ wo sich mitunter auch der berühmte Friedhof mit all den Mausoleen diverser Berühmtheiten befindet. Statt auf dem Friedhof landeten wir jedoch zuerst versehentlich im dortigen Kulturzentrum. Und wir hatten uns schon gewundert, warum dort Hipp-Hopp getanzt wurde und sich Graffitis an den Wänden befanden. 🙈 Nach dem Rundgang durchs Museum fanden wir dann aber doch noch den Zugang zum Friedhof. Dieser war allerdings nicht wie erwartet kostenfrei, sondern es wurde pro Kopf eine Eintrittsgebühr in Höhe von rund 1.600 Pesos (= ca. 5 € verlangt). Diese konnte man auch nur mit Kreditkarte begleichen und mit dem zugrunde liegenden Wechselkurs wären es sogar fast 10 € pro Person gewesen. Das war es uns dann irgendwie doch nicht wert weswegen wir den Friedhof ungesehen links liegen ließen. Weiter ging es in die großen Parkanlagen welche sich ganz in der Nähe befanden. Wir besuchten als erstes den großen japanischen Garten welcher im typischen Stil gestaltet war. Dort gab es einen großen Teich mit Koi-Karpfen, einige wenige schöne Bonsai-Bäume sowie die klassischen, in Rot gehaltenen Brücken. Fast nebenan befand sich der hübsch angelegte Rosengarten. In einen weiteren Park gegenüber pilgerten währenddessen hunderte von argentinischen Fußballfans, um dort dem „public viewing“ beizuwohnen und lautstark ihre Heimmannschaft anzufeuern. Während des Fußballspiels Argentinien gegen Mexiko (2:0) waren die Straßen der Hauptstadt wir leergefegt und wir konnten problemlos über sämtliche rote Ampeln fahren. 😅 Zwischenzeitlich regte sich bei uns erneut der Hunger und leider schloss das ausgewählte Lokal just in dem Moment als wir dort ankamen. So machten wir uns erneut auf zum „Latino Sandwich“, wo wir uns einen leckeren gemischten Salat mit Brot und einer Portion frischer Pommes als Beilage teilten. Und nach all dem anstrengenden Sightseeing gabs als Dessert noch ein großes Stück von dem hausgemachten Bananen-Ananas-Kuchen. 😛 Von dort aus ging es dann zurück zum Auto und dank der Fahrräder waren die etwas wärmeren Temperaturen an diesem Tag doch noch gut erträglich. Zumal wir ohne diese in der kurzen Zeit niemals so viel von der Stadt hätten sehen können. Außer mit dem Hop-On/Hop-Off Touri-Bus, welcher 20 US$ pro Kopf gekostet hätte und letztlich die gleichen Station ansteuerte wie die, die wir bereits gesehen hatten. Abends waren wir dann noch einmal bei dem guten mexikanischen Restaurant „Lupita“ zu Gast. Wir teilten uns zum Abschluss des schönen Tages einen Vorspeise-Teller sowie zwei „Quesadillas“ inklusive Beilagen und für mich gabs on top noch einen fruchtigen Cocktail. 😛🍹🥙

Unser neuer Stellplatz in 1A Lage
Zentraler hätten wir in keinem Hotel nächtigen können
Statt auf dem Friedhof landeten wir im Kulturzentrum
Im japanischen Garten ⛩🎏
Eine Oase inmitten der Stadt
Die argentinischen Fans pilgerten zum public viewing
Der Rosenpark 🌹 war ebenfalls schön
Habt ihr sowas schon mal gesehen?! 😅

Die Nacht im Van war leider ziemlich heiß, da wir den ganzen Tag über unterwegs waren und sich die Hitze dementsprechend gestaut hatte. Und mitten in der Stadt kann man ja leider schlecht mit offener Tür schlafen. 🙈 Trotz allem war die Nacht relativ erholsam und wir schnappten uns am Sonntagmorgen noch einmal die Räder. Wir fuhren erneut nach „La Boca“, um für einen sehr guten Freund der demnächst seinen 40sten Geburtstag feiern darf ein Maradona-Trikot zu kaufen. Auf dem gleichen Weg ging es dann postwendend wieder zurück zum Van wo wir erst einmal eine Kleinigkeit auf „unserer“ Parkbank frühstückten. 😆 Anschließend radelten wir noch an die wenige hundert Meter von unserem Stellplatz (und somit auch von der Innenstadt) entfernt liegende „Costanera“. Das Naherholungsgebiet befindet sich, wie der Name schon sagt, direkt an der Küste vom „Río de la Plata“ welcher hier in den Atlantik fliest. Was für ein schönes Gefühl mal wieder am Meer zu sein! Hier gab es auch zwei große Lagunen, viele Vögel, tolle Picknickplätze im Schatten vieler Bäume und alles ist durchzogen von einem Netz breiter Wege auf welchen man herrlich spazieren oder Fahrrad fahren kann. Ohne Selbige hätten wir uns dieses weitläufige Gebiet übrigens sicherlich niemals angeschaut. Und all das keine zwei Kilometer vom Zentrum entfernt! Nicht zuletzt deshalb hat uns „Buenos Aires“ wirklich schwer beeindruckt und rundum gut gefallen. Wir brachten die Räder zurück zum Van um von dort aus zu Fuß in die höchstens 15 Minuten entfernte Altstadt zu laufen. Dort findet jeden Sonntag im Viertel „San Telmo“ ein großer Kunsthandwerkermarkt statt. Dieser zieht sich über zwei oder sogar drei Straßenblocks hinweg und es gibt allerlei wirklich schöner Dinge zu sehen und natürlich auch zu kaufen. 😉 Von Lederwaren über Keramik bis hin zu Schmuck und Geschenkartikeln. Nach dem wir uns sattgesehen hatten gingen wir noch einmal in die schöne Markthalle ganz in der Nähe. Dort war diesmal 100x mehr los als an dem Freitagmorgen bei unserem ersten Besuch. Wir beobachten das Gewusel, teilten uns zwei Empanadas und kamen nicht umhin, uns bei der wunderschönen Bäckerei noch einmal etwas Süßes zum Kaffee zu holen. 🙊 Der Tisch vorm Fernseher bleib uns leider (oder zum Glück?!) verwehrt weswegen wir das Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien nicht verfolgen konnten. Bei der Bäckerei kauften wir noch ein kleines Baguette und beim Obst- bzw. Gemüsehändler noch eine Paprika sowie zwei Tomaten für unser Vesper am Abend. Von unserer Fahrt vor einigen Tagen über die Dörfer hatten wir nämlich noch Käse und Salami und langsam hatten wir dann doch Sorge, dass uns die Delikatessen schlecht werden könnten. So gab es an diesem Abend eine leckere Brotzeit auf der Parkbank am Kanal mit Blick auf die gegenüberliegende Hafenseite. 🤭 Da wir an diesem Tag bereits gegen 18 Uhr zurück waren konnten wir auch relativ lange durchlüften und hatten dementsprechend eine deutlich bessere Nacht als zuvor.

Lagune an der „Costanera“ am Stadtrand
Endlich wieder am Meer 🌊
Zum Glück haben wir die Räder dabei
Welch grüne Oase mit Blick auf die Skyline 🏙
Kunsthandwerker-Markt 👩‍🎨 im Viertel „San Telmo“

Am Montag schliefen wir in Ruhe aus und da Simon gar nicht aus den Federn wollte, machte ich mich derweil zu Fuß auf zum nahegelegenen Supermarkt. Dort gab es zum einen ganz ordentliches WLAN und zum anderen kaufte ich noch eine Flasche Wein als Geschenk. Nach dem wir „Buenos Aires“ nach einem Frühstück bei einer hiesigen Fastfood-Kette (Kaffee mit zwei Croissants für nicht einmal 3 €) nach dreieinhalb sehr schönen Tagen verließen ging es nämlich weiter nach „Saladillo“. Die Stadt liegt rund 200 km außerhalb und lag so oder so auf unserem weiteren Weg in Richtung Küste und zur „Peninsula Valdes“. In „Saladillo“ leben Orlando und Claudia, zwei super nette Argentinier Ende 50 bzw. Anfang 60 welche wir kurz zuvor abends an einer Raststätte kennengelernt hatten. Wir unterhielten uns damals sehr lange mit den beiden und sie luden uns direkt zu sich nach Hause zum „asado“ (= Barbecue) ein sollten wir in ihre Nähe kommen. An dieser Stelle schließt sich nun auch der Kreise mit der Flasche Wein. 😂 Nach etwa drei Stunden gemütlicher Fahrt über die Autobahn und die Landstraße kamen wir dann am späten Nachmittag bei den beiden an. Sie besitzen ein wunderschönes, weitläufiges Grundstück etwas außerhalb auf welchem sich ihr Bungalow-Häuschen sowie ein weiteres, etwas kleineres Haus befindet in welchem eine ihrer Töchter mit ihren zwei Söhnen lebt. Wir durften unseren Van im Schatten der Bäume direkt vorm Pool parken und diesen ganz selbstverständlich auch mitbenutzen. Die beiden waren im zarten Alter von 27 bereits Eltern von fünf Kindern (drei Mädchen und zwei Jungs) und haben mittlerweile auch schon einige Enkelkinder. Am Abend gab es dann das versprochene Fleisch vom Grillmeister Orlando (Salchicha und Rippchen) und Claudia bereitete noch einen gemischten Salat zu. Für unseren Geschmack war das Fleisch jedoch viel zu fad da nicht gewürzt und zu fettig obendrein was wir uns aber nicht anmerken ließen. Wir saßen bis Mitternacht am Tisch (wobei wir auch erst gegen halb elf anfingen zu essen) und unterhielten uns erneut sehr nett. Einziges Problem: Die beiden sprechen nur Spanisch weswegen Simon wirklich kein Wort verstehen geschweige denn sich mit unterhalten konnte. Das bedeutete für mich wiederum doppelte Anstrengung, weil es auch für mich mitunter immer noch schwierig ist flüssig Spanisch zu sprechen. So musste ich nicht nur zuhören und sprechen, sondern auch noch übersetzen was aber erstaunlicherweise alles in allem recht gut gelang. Hundemüde fielen wir nach den anstrengenden und langen Tagen nach dem gemeinsamen Essen ins Bett weswegen wir wahrscheinlich am nächsten Tag auch bis halb elf schliefen. 🙈🙉🙊 Es war zwar erneut ziemlich warm im Bus auf Grund der hohen Temperaturen während des Tages aber diesmal konnten wir alle Fenster und auch die Tür einen Spalt weit offenlassen.

Bei Orlando & Claudia im Garten
„Asado“ extra für uns 🍗🥩🥓

Da wir fast den ganzen Dienstagvormittag verschlafen hatten war relativ schnell klar, dass wir das Angebot, uns hier einen weiteren Tag auszuruhen, annehmen werden. Bis zu unserem nächsten Ziel „Sierra de la Venta“ hätten wir nämlich rund 400 km fahren müssen. So verbrachten wir den erneut sehr, sehr heißen Tag mit der gesamten Familie (zu Spitzenzeiten waren wir in Summe 16 Personen) am Pool. Daher war es auch nicht weiter verwunderlich, dass der große, von Claudia frisch gebackene, Bananenkuchen mit Nüssen in Rekordzeit vertilgt wurde. 😂 Es war toll, sich mit allen über Gott und die Welt zu unterhalten. Zum Beispiel über die Unterschiede beim Einkommen und dies wiederum in Relation zu den Lebenshaltungskosten oder den Kosten für ein Grundstück inklusive Haus. Aber auch, wie man mit im Durchschnitt 70 bis 80% Inflation im Jahr umgeht. 😯 Orlando ist gemeinsam mit einem seiner Söhne Inhaber einer Firma, welche große Wanduhren fertigt und über Messen oder mittlerweile auch per Internet innerhalb Argentiniens vertreibt. Am Abend durften wir uns auch noch die Werkstatt sowie einige der wunderschönen, großen Uhren anschauen. Die Kleinsten haben einen Durchmesser von 40 cm und die Größten messen stolze 90 cm. Das Ziffernblatt kann dabei ganz individuell nach Kundenwunsch gestaltet werden. Wir bedauerten es wirklich sehr, dass der Versand nach Deutschland auf Grund der hohen Versandkosten nicht möglich ist. Sonst hätten wir uns wirklich gerne eine Uhr fertigen lassen. Zusätzlich hat Orlando noch einen Nebenjob bei der Stadt. Im Wochenwechsel und in 8 Stundenschichten kümmerst er sich dabei um die Pumpe der städtischen Kläranlage, welche mangels Wartung in den letzten 50 Jahren per Hand betätigt werden muss. Das Geld für die Wartung hatten sich über Jahrzehnte wohl andere in die Taschen gestopft… Dank seines Arbeitseifers hat er es wirklich weit gebracht und darf zurecht stolz auf sein Eigentum sein. Die meisten seiner Kinder hingegen haben jedoch nur Aushilfs- oder Halbtagsjobs und deswegen auch meist noch einen Zweit- oder gar Dritt-Job. Dafür hatten aber auch fast alle sowohl am Montag- als auch am Dienstagnachmittag Zeit um am elterlichen Pool zu relaxen. 😅 Abends fuhren wir dann mit den Fahrrädern ins nahe Zentrum, um uns mit einem selbstgekochten Abendessen bei den beiden für ihre Gastfreundschaft zu revanchieren. Wir entschieden uns für frische Tagliatelle und kochten dazu eine leckere Sauce Bolognese. 🍝🍷 Als wir das Essen bei ihnen servierten und ich dazu noch einen gemischten Salat anbot waren sie mehr als verwundert darüber, dass wir zu Pasta Salat essen. Scheinbar ist das hier ganz und gar nicht üblich weswegen wir es bei den Nudeln beließen. Dafür aßen die beiden wiederum, in Ermangelung an Brot, Salzcracker und Zwieback dazu was wir wiederum sehr seltsam fanden. 🤨 Nach dem schönen, geselligen Tag verabschiedeten wir uns von den beiden und zogen uns zum Schlafen in unseren Van zurück.

Chillen am Pool 😎

Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch war leider ziemlich mies. Wir hatten nach dem super heißen Tag Temperaturen wie in der Sauna in unserem Bus und noch dazu brachten uns etliche Moskitos um den Schlaf. Kurz nach Mitternacht begann es dann auch noch zu regnen weswegen wir die Fenster schließen mussten und keine Frischluft mehr nach Innen drang. Nach einigen Stunden schliefen wir dann aber doch irgendwann ein. Der Morgen begann allerdings ähnlich schlecht denn als wir unsere hintere Dachluke zum Lüften öffnen wollten kam uns ein nicht zu verachtender Schwall Wasser entgegen. 😧 Uns war beim letzten Regen schon aufgefallen, dass das Rollo leicht feucht war aber schlussfolgerten damals, dass wohl das Fenster nicht ganz zu war. Nun war aber klar, dass das wohl nicht die Ursache war sondern sich weit größeres und schlimmeres dahinter verbergen musste. Simon demontierte umgehend Blende und Rahmen der Dachluke, konnte auf den ersten Blick aber weder von innen noch von außen die Ursache ausmachen. Ich wartete derweil auf das Erwachen von Claudia um vor unserer Weiterfahrt noch ihre Dusche nutzen zu können. Die beiden hätten uns spontan sogar noch zum Mittagessen auf ein Schnitzel mit Salat eingeladen. Da wir aber gerade erst unser Müsli mit Obst vertilgt hatten mussten wir das nette Angebot schweren Herzens ausschlagen. Stattdessen verabschiedeten wir uns frisch geduscht sehr herzlich von Claudia und Orlando und ihre Tochter schoss noch ein paar schöne Fotos als Erinnerung. Claudia, die sehr kreativ ist und nebenbei auch viel Kunsthandwerk selbst fertigt, schenkte mir außerdem noch ein hübsches kleines Gesteck aus Trockenblumen zum Abschied. ❤ Als wir gegen 14 Uhr dann endlich loskamen meldete unser Bordcomputer zu allem Übel auch noch „Bitte Öl nachfüllen“. Was für ein Tag! Wir stoppten noch im Ort und füllten einen halben Liter Motoröl nach und glücklicherweise Verschwand die Anzeige daraufhin auch wieder. Wir fuhren an diesem Tag noch knapp 300 Kilometer immer entlang von einem ausgedehnten Sumpfgebiet. Hier konnten wir zahlreiche Vögel, aber auch viele Kühe und schöne Sonnenblumen, beobachten. Kurz vor der für die Nacht angesteuerten „YPF“ Tankstelle kamen wir dann seit längerem mal wieder in eine Polizeikontrolle. Üblicherweise durften wir bisher immer direkt weiterfahren, nur einmal musste Simon pusten. Diesmal aber wollten sie unsere Papiere sehen und hielten uns direkt stolz ihr Handy mit unserem geöffneten Instagram-Profil unter die Nase. Wahrscheinlich wollten sie deshalb auch noch einen kurzen Blick in den Innenraum werfen. 😉 Man wünschte uns eine gute Fahrt sowie eine schöne Reise und kurz darauf kamen wir auch an der angepeilten Tankstelle an wo wir eine angenehm kühle sowie ruhige Nacht verbrachten.

Danke für das wunderschöne Erinnerungsstück 💗

NEW BLOG POST 🇦🇷 (16.11. – 24.11.2022) Mendoza – Córdoba

Den Montag und auch den Dienstag verbrachten wir restlos auf dem Parkplatz der großen „YPF“ Tankstelle etwas außerhalb von „Mendoza“. Simon litt immer noch unter Durchfall, wenn auch nicht mehr ganz so häufig wie in den Tagen zuvor, und war verständlicherweise einfach nur schlapp und müde. So hatte er noch einmal Zeit zum Ausruhen und ich vertrieb mir Selbige mit Yoga, Musik hören mit herrlicher Aussicht auf die leicht verschneite „Cordillera“ sowie dem Lernen neuer Spanisch-Vokabeln. 😆

Tolle Sicht auf die Cordillera 😀

Am Mittwochmorgen füllten wir an Ort und Stelle unseren Wasser- und Dieseltank auf und kauften in einer Apotheke noch etwas gegen Simons leider immer noch unruhigen Darm. Anschließend begaben wir uns auf den Weg in Richtung der chilenischen Grenze wobei wir diese aktuell noch nicht überqueren wollten. Da Simon immer noch nicht 100% fit war entschieden wir das Feld quasi von hinten aufzurollen. So ließen wir die nahen Ziele entlang des Weges erst einmal außen vor. Diese werden wir stattdessen auf unserem Rückweg nach „Mendoza“ ansteuern. Unser erster Halt war dann an der „Puente del Inca“. Hierbei handelt es sich um eine natürliche Brücke aus massivem Stein. Diese lag zu Zeiten der Inca auf deren Handelsroute von Cusco in Peru bis nach Mendoza in Argentinien. Unterhalb der Brücke befand sich wohl einer ihrer Handelsposten und zu damaligen Zeiten war das Wasser des Flusses außerdem eine thermische Quelle. Leider darf man die Brücke wegen diverser Gefahren wie z.B. Steinschlag heutzutage nicht mehr zu Fuß überqueren. Aber auch aus der Ferne war es ein sehr beeindruckender Anblick. Wir schauten uns noch in den vielen, kleinen Souvenirläden um bevor wir uns in einem netten Lokal sechs leckere, kleine „Empanadas de Carne“ gönnten. 😋 Der nächste Stopp befand sich dann bereits 3 km weiter und nur noch rund 20 km von der chilenischen Grenze entfernt am „Mirador Aconcagua“. Der „Aconcagua“ ist der höchste Berg außerhalb Asiens (wie z.B. dem Mount Everest) und mit einer Höhe von fast 7.000 Metern (um genau zu sein exakt 6.961 Meter) ragte seine weiß verschneite Spitze zwischen den anderen Bergen hervor. Wobei ich mir einen 7 km hohen Berg ehrlich gesagt irgendwie noch gewaltiger vorgestellt hätte… Wobei das natürlich auch daran lag, dass wir selbst uns auch schon auf rund 3.000 Metern Höhe befanden. 😅 Den Nationalpark konnten wir an diesem Tage nicht mehr betreten, weil dieser nur von 8 bis 16 Uhr geöffnet hat. Als wir dort eintrafen war es bereits kurz nach 4 Uhr am Nachmittag wobei wir uns die rund zweistündige Wanderung zum Aussichtspunkt und zur Lagune sowieso erst für den Folgetag vorgenommen hatten. So begnügten wir uns mit dem kurzen Rundweg zum Ausblick am Parkplatz bevor wir für die Nacht wieder zurück zur „Puente del Inca“ fuhren, weil wir am Eingang zum Nationalpark nicht hätten übernachten dürfen. Dort parkten wir unseren Van und als wir gerade dabei waren unser Abendessen zu kochen sprach uns ganz unerwartet jemand auf Deutsch durch unser offenes Seitenfenster an. Der Deutsche hatte an unserem Kennzeichen unschwer unsere Herkunft erkannt und erkundigte sich neugierig, was wir denn hier so machen. Auf unsere Gegenfrage hin erfuhren wir dann, dass er in den kommenden rund 16 Tagen den Auf- und Abstieg auf den „Aconcagua“ wagen würde. 😮 Er wartete gerade auf den Bus, welcher ihn zu seiner Unterkunft für die Nacht bringen würde um dann am kommenden Morgen den Aufstieg zum Basiscamp auf ca. 4.000 Metern Höhe zu absolvieren. Hier muss er sich dann einige Tage akklimatisieren, bevor es dann die verbleibenden Etappen bis zum Gipfel in Angriff zu nehmen gilt. Echt Wahnsinn! Noch dazu, weil er ganz alleine wandert aber so wie er uns erzählte war er schon auf etlichen anderen hohen Bergen wie z.B. dem „Kilimandscharo“. Der Weg nach oben ist wohl auch gar nicht so schwer, zumindest muss man nicht klettern. Das größte Problem sind wohl eher die starken Winde und Temperaturen bis zu -20 C. 🥶

Puente del Inca
Yummy 😋
Mirador Aconcagua

Wir schliefen, trotz der Nähe zur Straße, relativ ruhig, weil der Schwerlastverkehr von und nach Chile gegen Abend fast zum Erliegen kam. So konnten wir uns früh morgens gut ausgeruht direkt auf den Weg zum „Aconcagua“ machen. Am Abend zuvor sagte man uns dort, dass wir am Kiosk die Eintrittskarten (1.300 Pesos p.P. = ca. 4 €) kaufen und bar bezahlen könnten. Wider Erwarten war dem dann aber doch nicht so. Als Argentinier muss man die Tickets online erwerben und bezahlen. Da uns dies als „Gringos“ aber nicht möglich war durften wir uns freundlicherweise am dortigen PC registrieren, erhielten im Gegenzug die Eintrittskarten welche wir später zurück in der Stadt bei einem „pago facil“ respektive „Western Union“ mittels scannen des abgedruckten Barcodes bar bezahlen sollten. Uff! Nach diesem Hin und Her konnten wir dann zumindest die restlichen paar Meter bis auf den Parkplatz innerhalb des Nationalparks fahren. Wir parkten unseren Van und starteten von dort aus direkt die ca. 6 km lange Rundwanderung. Diese führte durch eine herrliche Berglandschaft entlang eines Baches, immer mit Blick auf den verschneiten Gipfel des „Aconcagua“ vorbei an zwei kleinen Lagunen. Der Wanderweg endete an einer Brücke von wo aus wir dann, mit heftigstem Gegenwind, den Weg in umgekehrter Richtung zurück antraten. Wieder am Van angekommen entschieden wir, das Frühstück zugunsten der leckeren Empanadas vom Vortag ausfallen zu lassen zumal es bereits kurz nach 12 Uhr am Mittag war. So fuhren wir wieder zur „Puente del Inca“ zurück und kauften uns noch einmal vier Empanadas der Carne. Zum Nachtisch gab es noch von unserem gekauften Bananenbrot bevor wir zurück in Richtung „Mendoza“ fuhren. Auf dem Weg schauten wir uns noch in dem kleinen, unspektakulären „Uspallata“ um. Hier wollten wir am Nachmittag eigentlich noch eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt machen auf welcher es auch alte Inca Felsreliefs zu sehen gegeben hätte. Allerdings waren wir, mal wieder, exakt 20 Minuten zu spät dran und fanden uns vor bereits verschlossenem Gatter wieder. 🙈 Da die Tour mit 500 Metern hin und wieder zurück relativ kurz gewesen wäre entschieden wir, nicht extra deshalb in „Uspallata“ zu übernachten sondern direkt weiterzufahren. Auf unserem Hinweg hatten wir nämlich einige nette Stellen am „Río Mendoza“ gesehen. Wir hielten an einem Zugang zum aufgestauten Fluss und das Wasser des Stausees wirkte fast surreal türkis. Hier hätte man sich auch Stand-Up Paddels und Kajaks leihen können. Wir begnügten uns aber, mittlerweile war es bereits 18 Uhr, mit einem kleinen Spaziergang über die Sanddüne um die herrliche Aussicht zu genießen. Die Nacht verbrachten wir dann einige Meter weiter an einem „Mirador“, ebenfalls mit schöner Sicht auf den See. 😍

Parkplatz im Nationalpark Aconcagua
Der Berg mit dem verschneiten Gipfel ist der Aconcagua
Toller Wanderweg 👍🏻
Blick auf die Lagune
Schlafplatz am See ☺️

Den schönen Ausblick auf den Stausee genossen wir dann auch noch während unseres Frühstücks am folgenden Morgen. Anschließend machten wir uns auf in das nahegelegene „Cacheuta“ um den Tag in der dortigen Therme zu verbringen. Der Eintrittspreis belief sich auf 1.700 Pesos pro Kopf (knapp 6 €) und ist, wie wir finden, mehr als fair. In Deutschland hätten wir wahrscheinlich 25 € pro Person bezahlt. 😯 Die Therme hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet und bietet unzählige kleinere und größere Thermalbecken. Leider scheint sie aber auch eines DER Highlights in der Umgebung zu sein und es war entsprechend voll. Teilweise kamen ganze Busladungen voller Menschen an. 😰 Die unterschiedlich temperierten Becken befinden sich in hübscher Hanglage in Terrassen mit Blick auf die umliegenden Berge. Es gibt eine kleine Grünfläche und ausreichend Tische mit Bänken im Schatten. Teilweise liegen diese sogar am vorbeifliesenden „Río Mendoza“ und auch Barbecue wäre problemlos möglich gewesen. Viele Familien hatten sich tatsächliche Fleisch und Salate mitgebracht und nutzten die vielen Grillstellen. Wir hingegen verließen am frühen Nachmittag das Bad für einen Mittagssnack in einem der umliegenden Restaurants. Das dort auf dem Grill liegende Fleisch sah ebenfalls sehr appetitlich aus aber für ein solch üppiges Mahl war es uns leider noch zu früh. Preislich wären die Angebote nämlich alle top gewesen. 👍 Wir blieben bis zum Schluss in der Therme und trafen, witzigerweise, in einem der Becken tatsächlich noch auf eine größere Gruppe von Studenten aus Karlsruhe. Die Welt ist doch echt ein Dorf. 😅 Die Nacht verbrachten wir dann noch einmal an der schönen „YPF“ Tankstelle an welcher wir bereits die Tage zuvor standen.

Blick auf den Stausee 🥰

Am Samstagvormittag wollten wir gerne eine Weinverkostung inklusive Mittagessen in einer der unzähligen „Bodegas“ in der Nähe machen. Da Simon jedoch keinen Alkohol trinkt und wir außerdem nur schwer im Voraus den exakten Tag hätten bestimmen können verzichteten wir auf eine Vorabreservierung via Internet. Stattdessen steuerten wir das erste, gut bewertete Weingut ganz in der Nähe an welches leider geschlossen hatte. 🤷‍♀️ So fuhren wir weiter zu einem anderen, welches sowieso auf unserem Weg in Richtung Stadtzentrum lag. Dort angekommen musste man uns aber leider eine Absage erteilen da sie für den heutigen Tag bereits vollkommen ausgebucht waren. So gab es also leider keinen Wein aus der Region für mich und wir fuhren stattdessen weiter zum riesengroßen „Parque General San Martín“. Da wir mit einem Mittagessen während der Weinverkostung gerechnet hatten beschränkte sich unser mageres Frühstück Stunden zuvor auf je ein kleines „Medialuna“ (= Croissant). Entsprechend hungrig waren wir in der Zwischenzeit (es war weit nach 13 Uhr) und so schauten wir uns zuerst auf der Restaurant-Meile ganz in der Nähe des Parkes um. Wir konnten ein gut besuchtes Lokal ausmachen und aßen dort gemütlich zu Mittag. Als wir gegen 15:30 Uhr dort aufbrachen war es, zumindest in der Sonne, unerträglich heiß. 🥵 Zum Glück ist „Mendoza“ so üppig mit Bäumen begrünt! Wir holten unsere Picknickdecke und ein paar kalte Getränke aus dem Auto und ruhten uns noch ein Weilchen im Schatten der Bäume im Park aus. Als es gegen 18 Uhr etwas kühler wurde liefen wir noch an dem schön angelegten, großen See entlang welcher vom Regatta-Club für Trainingszwecke genutzt wird. Leider gehörte zu diesem auch das Schwimmbad und so blieb uns die heiß ersehnte Abkühlung verwehrt. 😕 Nach einigem hin- und her rangieren bekamen wir unseren Van dann auch aus der engen, bzw. vielmehr zugeparkten, Parklücke heraus und konnten noch ein gutes Stück weit aus der Stadt herausfahren. Wir sind uns zwar auf Grund der wahnsinnig vielen Kilometer (weit über 1.000) immer noch nicht 100% sicher was unser nächstes Ziel „Buenos Aires“ angeht welches exakt auf der anderen Seite des Landes liegt. Aber da „Córdoba“ ebenfalls sehr sehenswert sein soll und diese Stadt quasi direkt in der Mitte der Strecke liegt nehmen wir die lange Fahrt wohl in Kauf. Zumal wir uns am Ende auch nicht sagen wollen „hätten wir uns Buenos Aires damals bloß angeschaut“. Und die „Península Valdes“, von wo aus wir hoffentlich Wale und Pinguine sehen werden können, liegt leider ebenfalls auf der Ostseite des Landes unterhalb der Hauptstadt. Hoffentlich lohnt sich der Spaß, we will see…. So übernachteten wir erneut an einer Raststätte entlang der kerzengeraden Ruta N7 wo wir noch ein sehr, sehr nettes älteres argentinisches Paar trafen welches mit ihrem Pick-Up inklusive Wohnkabine auf der Reise war. Wir unterhielten uns tatsächlich noch einige Stunden über unsere Reiseroute, die Schwierigkeiten in ihrem Land sowie über Privates und am Ende luden sie uns sogar zu sich nach Hause zum „asado“ (= Barbecue) ein. Sie wohnen etwas außerhalb von „Buenos Aires“ und sollten wir tatsächlich in der Nähe sein werden wir auf jeden Fall sehr gerne darauf zurückkommen. 😍

Mittagessen 🥙
Der Park in „Mendoza“

An dieser Stelle noch ein kurzes Fazit zu „Mendoza“: Die Stadt an sich ist schon wirklich wunderschön. Es gibt tolle Fußgängerzonen, viele nette Restaurants und Cafés, unglaublich viel Grün und schöne Parks. Man kann hier wirklich allen Sportarten (Tennis, Fußball, Fahrrad fahren, Rudern, Schwimmen, Inlineskaten etc.) nachgehen. Und die Lage der Stadt ist ebenfalls unschlagbar: Ganz in der Nähe befinden sich die Thermen und der Stausee, in welchem man ebenfalls die verschiedensten Wassersportarten betreiben kann. Wenn man im Winter Lust auf Ski fahren hat dann ist man innerhalb einer Stunde am Skilift und im Sommer kann man in den umliegenden Bergen herrlich wandern. Tja und die vielen Weinberge bzw. der daraus resultierende Rebensaft sind auch nicht zu vernachlässigen. 😜 Kurzum: Ich fand es hier ähnlich perfekt wie bei uns in der Gegend rund um München oder Garmisch, nur dass hier im Gegensatz dazu auch noch Palmen wachsen. 😅

Da wir am Samstag, nach der langen Unterhaltung mit den netten Argentiniern, erst nach Mitternacht im Bett waren und es kurz danach noch ordentlich zu stürmen begann schliefen wir am Sonntag ziemlich lange. 😂 Nach dem wir unseren Kaffee getrunken und uns von den beiden verabschiedet hatten fuhren wir noch ein Stück bis zur Frühstückspause. Von dort aus machten wir uns auf den Weg in Richtung „Córdoba“, auf Empfehlung der beiden jedoch mit einem Schlenk über die schönere Strecke entlang Ruta N14. Diese führte durch malerische, kleine Dörfer immer mit Blick auf die wolkenverhangenen Berge. 🤩 Durch die starken Winde in der Nacht hatte es um fast 20 Grad abgekühlt aber nach dem heißen Tag in „Mendoza“ war dies auch sehr willkommen. Wir genossen die schöne Aussicht während der Fahrt bis wir am späten Nachmittag in unserem Tagesziel „Villa de las Rosas“ ankamen. Das kleine Dorf trägt seinen Namen wirklich zurecht: Nicht nur im zentralen Park, sondern auch in den Vorgärten der hübschen, kleinen Häuser wuchsen überall herrlich blühende Rosen. 🌹 Für uns Europäer mag das noch relativ normal sein aber an und für sich sind Rosen hier in Südamerika, wahrscheinlich auf Grund des trocken heißen Klimas, eine Rarität. Wir schlenderten gemütlich durch die kleinen Gässchen und fanden einen netten Stellplatz am Ortsrand, direkt am Bach in der Nähe eines weiteren kleinen Erholungsparks mit Grillstellen. In einem kleinen Lädchen mit diversen regionalen Produkten sowie unverpackten Nüssen und Hülsenfrüchten konnten wir außerdem noch ein Glas Honig zu einem erschwinglichen Preis erstehen. Danke noch einmal an dieser Stelle an Heike & Frank! Der Versand eures sicherlich noch besseren Honigs war ja leider nicht möglich aber dank eurer Spende kommen wir nun über Umwege doch noch in den Genuss von Imker-Honig. 😛

Nach einer angenehm kühlen und ruhigen Nacht lachte am Montagmorgen bereits wieder die Sonne vom Himmel. Es war merklich wärmer als am Vortag aber immer noch sehr angenehm. Von „Villa de las Rosas“ aus führte uns unser Weg noch einige Kilometer weiter bis nach „Nono“ wo wir direkt das Museum „Rocsen“ ansteuerten. Unterwegs hielten wir noch an einem der vielen Stände mit lokalen Produkten und kauften zum Schnäppchenpreis zwei kleine Salamis, selbstgemachten Hartkäse mit Oregano sowie hausgemachtes Granola-Müsli. Am Museum angekommen kosteten wir zuerst unser neues Müsli, bevor wir dann für 1.600 Pesos (= ca. 5,50 €) pro Kopf die Tickets fürs „Museum der Kuriositäten“ erwarben. Und was soll ich sagen: Der Name ist hier echt Programm! 😂 Hier gibt es wirklich nichts, was es nicht gibt! Wie lange es wohl gedauert haben mag all diesen Krimskrams, wohlgemerkt aus aller Welt, zusammen zu tragen?! Von Briefmarken über allerlei ausgestopftes Getier vom Insekt bis hin zur Kuh, von Totenschädeln über Schrumpfköpfe bis hin zu Fossilien und Mineralien, von uralten Zahnarztstühlen, Handwerks- und Haushaltsgeräten, verschiedenste Fuhrwerke, Foto- und Videogeräte sowie Kleidung und Schmuck und noch unendlich vielmehr war einfach ALLES zu sehen. Wir wussten mitunter gar nicht, wo wir hinschauen sollten! Gut, dass die Laufrichtung anhand von Pfeilen auf dem Boden vorgegeben war. Ansonsten hätten wir wahrscheinlich die Hälfte verpasst und vermutlich kann man 10x durch das Museum laufen und entdeckt dabei immer wieder Neues. 😮 Irgendwann fanden wir dann aber doch wieder zum Ausgang zurück und fuhren bis ins kleine Zentrum von „Nono“. Das Örtchen liegt am „Río de las Sausas“ und verfügt über viele tolle Badestellen umgeben von großen Steinen innerhalb des flachen Flusslaufes sowie über mehrere Strände am Flussufer. Wir schauten uns ein Weilchen in dem sehr ruhigen Ortskern um und gönnten uns noch eine Kaffeepause inklusive Snack in einem der Cafés. Dort entschieden wir, uns den Strand nicht mehr anzuschauen, sondern stattdessen noch einige Kilometer weiterzufahren. In der Umgebung gibt es nämlich noch 2-3 weitere Orte die kurios bzw. sehenswert sein sollen. Unser Weg führte uns einmal mehr durch eine bildschöne Landschaft: Es ging mitunter steil den Berg hinauf und oben auf dem Plateau angelangt hatte man eine wahnsinnig weite Sicht über die tiefer liegenden Ebenen. Die Berghänge waren über und über mit großen und kleinen Steinen bedeckt, es floss immer mal wieder Wasser die Hänge hinab welches sich zum Teil in kleinen Becken sammelte bevor vor uns plötzlich wieder eine ganz ebene Landschaft mit vielen Feldern auftauchte. Es ist wirklich unglaublich, wie vielseitig die Landschaft in Argentinien ist und wie schnell sich diese mitunter ändert. Wir stoppten letzten Endes in „Alta Garcia“ welche als Kolonialstadt beworben wird. Außer der Kirche und dem freistehenden Turm konnten wir allerdings nicht wirklich etwas Koloniales entdecken. Außerdem hat hier wohl „Che Guevara““ mal eine Zeit lang gelebt weshalb es hier auch ein ihm gewidmetes Museum gibt welches wir uns aber nicht angeschaut haben. Wir begnügten uns stattdessen mit einem Rundgang über den Marktplatz, wo wir uns die Kunsthandwerksstände anschauten, und gingen noch ein Stück durch den Park. Der See war durch die vielen Algen eher weniger schön was aber die Tretbootfahrer nicht davon abhielt trotzdem über Selbigen zu schippern. Und auch die umliegenden Grünflächen waren gut von Matetee trinkenden Argentiniern besucht. 😅

Allerlei Kurioses gabs im Museum „Rocsen“
Kirche in „Alta Garcia“

Die Nacht verbrachten wir an einem weiteren, etwas weiter abseits gelegenen Park in „Alta Garcia“ von wo aus wir uns am nächsten Morgen nach „Villa Carlos Paz“ aufmachten. Die Stadt wird als „Mischung aus Disneyland & Las Vegas“ beworben und entsprechend hoch waren unsere Erwartungen. Außer einem Hotel, dass dem „Kreml“ in Russland ähnlichsieht und einer überdimensional großen Kuckucksuhr fanden wir allerdings nicht wirklich etwas Kurioses. 🤷‍♀️ Wir drehten eine Runde zu Fuß durch die Neu- sowie die Altstadt welche beide nicht weiter sehenswert waren. Es gab die überall allgegenwärtigen Schuhgeschäfte, Bekleidungsläden, Kioske etc. Etwas enttäuscht gingen wir zurück zum Van und fuhren weiter zum nahegelegenen Stausee „Dique San Roque“. Einen direkten Zugang zum Strand konnten wir mit unserem Bus zwar nicht finden. Dafür aber einen sehr schönen, kostenfreien und ruhigen Parkplatz etwas oberhalb des Sees mit schöner Sicht auf Staumauer und Autobrücke. Wir packten unsere Campingstühle aus und entschieden, hier den Rest des Tages und auch die Nacht zu verbringen. Simon freute sich über die Gelegenheit mal wieder (wenn auch wie so oft erfolglos) seine Angel baden zu können und ich nutzte die Zeit zum Vokabeln lernen. 😛

Kuckucksuhr in „Villa Carlos Paz“
Stausee „San Roque“

Am Mittwochmorgen weckte uns, ausnahmsweise, um 7 Uhr der Wecker. An diesem Tag stand „Córdoba“ auf unserer Agenda und da die Wettervorhersage Temperaturen von 37°C im Schatten ankündigte wollten wir früh dran sein. Wir tranken lediglich einen Schluck Kaffee, noch einmal mit Blick auf den See, bevor wir in rund 30 Minuten bis in die Stadt hineinfuhren. Dort steuerten wir zuerst eine Wäscherei an, weil unsere Schmutzwäschekiste nach gut 2-3 Wochen wieder ordentlich gefüllt war. Diese machte einen guten Eindruck und auch der Preis schien uns akzeptabel so dass wir keine weiteren Preisvergleiche anstellten, sondern unsere Wäsche an Ort und Stelle abgaben. Die Parkplatzsuche im Zentrum gestaltete sich anfangs etwas schwierig, da unser Van für die bewachten und in der Regel überdachten Parkplätze oder gar Tiefgaragen schlichtweg zu hoch ist. Nach einer Weile fanden wir aber unweit des Zentrums einen guten Parkplatz am Straßenrand, welcher bis 16 Uhr sogar von einem netten älteren Herrn bewacht wurde. 👍 Ich gab ihm als Dank für seine Dienste 1.000 Pesos während Simon seit langem mal wieder die Räder vom Auto holte. An diesem super heißen Tag waren wir erneut froh darüber, sie dabei zu haben. Zum einen kühlte uns so während der Fahrt wenigstens der Wind, zum anderen konnten wir uns innerhalb weniger Stunden die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt anschauen. Wir starteten im „Mercado Norte“. In der Markthalle gab es hauptsächlich Fleisch, aber auch Fisch, Käse, Obst und Gemüse sowie Backwaren wurden angeboten. Bei einem der Stände kauften wir uns Croissants als kleines Frühstück auf die Hand und konnten nebenbei auf dem Fernsehgerät des Cafés noch den Elfmeter des WM-Spiels Deutschland gegen Japan sehen. Zum Glück haben wir das Spiel nicht weiterverfolgt…. Für uns ging es stattdessen mit den Bikes durch die Innen- bzw. Altstadt. In „Córdoba“ gibt es tatsächlich noch sehr viele gut erhaltene historische Gebäude aus der Kolonialzeit sowie prächtige Kirchen bzw. Kathedralen. Am frühen Nachmittag machten wir uns dann auf die Suche nach einem Lokal fürs Mittagessen. In der Innenstadt wurden wir nicht wirklich fündig und so ging es noch einmal zurück zur Markthalle für je zwei knusprige Stücke Pizza und einen Espresso. 🍕☕ Für weiteres Sightseeing war es zwischenzeitlich leider viel, viel, viel zu heiß aber alles was wir sehen wollten hatten wir glücklicherweise bereits gesehen. So machten wir uns auf den Rückweg zum Auto, wo wir die Räder wieder sicher verstauten bevor wir zurück zur Wäscherei fuhren. Der freundliche „Nelson“ hatte unsere Wäsche wie versprochen um kurz vor 17 Uhr fertig und der Preis lag sogar noch deutlich unter dem ursprünglich angenommenen. So bezahlten wir für frisch duftende, zusammengelegte UND sortierte Wäsche lediglich 1.350 Pesos (= 4,50 €). 🥳 Da ich in „Córdoba“ keinen Schlafplatz für uns ausmachen konnte fuhren wir direkt raus aus der Stadt auf die Autobahn in Richtung „Rosario“. Auf einem Schild entlang des Highways konnten wir eine „YPF“ Tankstelle mit Duschen ausmachen. Da wir völlig verschwitzt waren zögerten wir keine Sekunde, sondern nahmen direkt die Ausfahrt zur Raststätte. Die Duschen waren blitzblank sauber und für Damen sogar kostenlos. Simon musste auch nur wenige Cents für die achtminütige Dusche bezahlen und so waren wir in null Komma nichts erfrischt und sauber. 👍 Weiter ging unsere abendliche Fahrt auf der topfebenen und kerzengeraden Ruta N9 entlang von endlosen Kornfeldern, bis wir nach ca. in Summe 250 km an einer weiteren „YPF“ Tankstelle angelangten. Diese lag super futuristisch in der Mitte der Autobahn, bot viele freie Stellplätze und das Restaurant machte ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Da es mittlerweile bereits nach 21 Uhr war und unser nicht wirklich üppiger Mittagssnack schon viele Stunden zurücklag, genehmigten wir uns dort noch ein paar Happen bevor es ab ins Bett ging. 🛌

Kathedrale von „Córdoba“
Plaza Independencia
„Paseo Buen Pastor“ & Kirche
Die Markthalle konnte sich auch sehen lassen 👍🏻

Von dort aus machten wir uns am folgenden Morgen auf in das nur noch rund 150 km entfernt liegende „Rosario“, welches so oder so auf unserer Route nach „Buenos Aires“ lag. Wir steuerten einen Parkplatz am Ufer des mittlerweile altbekannten „Río Paraná“ an. Dieser hatte schon einige Male während unserer Reise unseren Weg gekreuzt (wohlgemerkt in den verschiedensten Ländern) und er war auch hier erneut super mega breit. 😮 Wir frühstückten mit Blick auf den Fluss und die vorbeifahrenden Schiffe gemütlich unseren Sandwich-Toast. Tatsächlich hätte man auch super schön sowie ziemlich lange immer entlang der Küstenstraße am Fluss entlangradeln können. Leider war es dafür aber gegen 12 Uhr mittags schon wieder deutlich zu heiß. 🥵 Deswegen entschieden wir uns gegen weiteres, ernsthaftes Sightseeing sondern fuhren stattdessen lediglich mit dem klimatisierten Van an der Küste entlang. Das Zentrum wirkte ziemlich modern, bot zeitgleich aber auch ein paar ältere, gut ins Stadtbild passende Monumente. Scheinbar wurde die Stadt in der Vergangenheit einmal als mögliche Hauptstadt gehandelt weswegen sie vermutlich zurecht als zweites Buenos Aires betitelt wird. Dorthin führte uns dann auch unser verbleibender Weg an diesem Tage und somit endet an dieser Stelle auch mein Blog-Eintrag. Ich melde mich dann wieder mit Neuigkeiten aus der Hauptstadt. 😉

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.