NEW BLOG POST 🇨🇱 (14. – 20.04.2023) Küste bei Vallenar – Bahía Inglesa

In den letzten Tagen blieb uns irgendwie keine Zeit für die Arbeit an den Laptops. Erst waren wir in der Großstadt „Santiago“ unterwegs und dann verbrachten wir, gemeinsam mit unseren neuen Bekannten, einige schöne Tage. So kam uns die einsame und abgeschiedene Küste bei „Vallenar“ sehr gelegen. Nicht nur, weil wir immer wieder sehr dankbar dafür sind, wenn wir mit unserem Van an derart herrlichen Plätzen in freier Natur stehen dürfen. Hier fanden wir auch die nötige Ruhe um die nächsten Videos zusammenzustellen und zu schneiden sowie den angefangenen Blog zu vervollständigen. An unserem ersten Abend freuten wir uns über den fangfrischen Seehecht, den wir zum Abschied von Raul geschenkt bekommen hatten. Erstaunlicherweise gelang dieser, dick in Alufolie eingewickelt, richtig gut im Omnia. Simon schaffte es sogar, beim Filetieren fast alle der zahlreichen Gräten zu entfernen so dass der saftige Fisch in Kombination mit dem cremigen Gemüserisotto gleich nochmal so gut schmeckte. 😋

Schöner Stellplatz am Pazifik
Maritime Tischdeko 🦀🐚🦪
Frühstück mit Meerblick
Sonnenuntergang 🌅
Seehecht mit Gemüserisotto 😋

Bei unserem letzten Einkauf im Supermarkt hatten wir extra ein paar überreife Bananen mitgenommen mit denen ich seit längerem mal wieder ein gesundes, saftiges Bananenbrot buk. 🍌🍞 Während ich nach dem Nachmittagskaffee den Blick aufs Meer genoss werkelte Simon weiter an unserem Hauptstadt Video. Ob ihr beim Schauen wohl die vielen kleinen, arbeitsintensiven Details bemerken werdet?! 🤔 Da wir unser Abendessen gerne im Freien während des Sonnenuntergangs zu uns nehmen wollten machte ich mich ausnahmsweise schon relativ früh ans Kochen. Die Sonne geht hier gegen 18:30 Uhr unter und keine halbe Stunde später ist es dann auch schon richtig dunkel. Die Kartoffeltortilla wurde rechtzeitig fertig und wir ließen uns diese mit Blick aufs Meer schmecken. 🌅 Eigentlich wollten wir mit dem gesammelten Holz gegen später noch ein kleines Lagerfeuer entzünden. Da es an diesem Tag jedoch auf Grund des Windes recht frisch war entschieden wir spontan, unseren Aufenthalt um einen weiteren Tag zu verlängern und verschoben das Feuer auf den kommenden Abend. 🔥

Saftiges Bananenbrot 🍌 aus dem Omnia
Immer wieder lecker 🤤
Küche mit Aussicht 👌🏻
Die Kartoffeltortilla gelang ebenfalls gut 👍🏻

So kam es, dass wir auch den Sonntag noch an dem schönen Stellplatz verbrachten. 😊 Wohl wissend, dass meine Mama derweil vermutlich tausend Tode starb, weil wir seit einigen Tagen mal wieder offline waren und uns nicht melden konnten. 🙈 Simon startete ein neues Videoprojekt und ich recherchierte derweil im Reiseführer die nächsten Etappenziele. Zusätzlich schaute ich in der „iOverlander“ App nach, ob sich auf unserer weiteren Route endlich ein geeigneter Campingplatz für die nach wie vor anstehenden Reparaturarbeiten befinden würde. Tatsächlich scheint es in dem Badeort „Bahia Inglesa“ einen Guten zu geben. Gut vorbereitet und up to date genossen wir den restlichen Tag am Meer in vollen Zügen. 😎 Nur für unsere „LA SIESTA“ Hängematte konnten wir partout keine Befestigungsmöglichkeit finden. 🤷‍♀️ Nach dem Abendessen entzündeten wir dann ein gemütliches Feuerchen und ließen beim Blick in die lodernden Flammen die letzten schönen Tage Revue passieren.

Schlechter Strand für Hängematten 🏖
Bisschen Musik hören 🎶
Simon – der Feuerteufel 😅
Lagerfeuer Romantik 🔥

Am Montagmorgen verabschiedeten wir uns dann von dem netten Plätzchen und machten uns auf den Weg ins ca. 200 km entfernt liegende Städtchen „Caldera“. Erstaunlicherweise war die schmale Küstenstraße bis zur Autobahn fast durchweg gut asphaltiert und wir hatten von dort aus noch einmal schöne Sicht aufs Meer zur einen und die staubtrockene Atacama-Wüste auf der anderen Seite. 🏜 An unserem Ziel angelangt fanden wir schnell Zugang zu einem öffentlichen WLAN, wo wir für die kommenden Tage wieder ein Datenpaket buchen und somit auch mal wieder die Lieben Zuhause anrufen konnten. Nach dem späten Frühstückssnack fuhren wir weiter in den nahegelegenen Badeort „Bahía Inglesa“. Eigentlich wollten wir dort einen der Campingplätze ansteuern um dort in Ruhe unsere Reparaturarbeiten auf dem Dach durchführen zu können. Als wir jedoch auf den langen, dank Nachsaison völlig verwaisten und noch dazu fantastisch angelegten Strand zurollten war schnell klar, dass dies nicht nötig sein würde. Wir parkten unseren Van am Straßenrand vor einer der überdachten Parkbänke die einer großen Bushaltestelle ähnelten. Dieses Konstrukt würde uns nicht nur Schatten, sondern sogar eine perfekte Ablagefläche knapp oberhalb unseres Daches bieten. 👍 An dem tollen Strandabschnitt gab es nicht nur unglaublich viele, super moderne Spielmöglichkeiten für Kinder, sondern auch Strandduschen mit Süßwasser, Trinkwasserspender, jede Menge Sitzgelegenheiten und noch dazu genug Möglichkeiten um endlich mal wieder die tolle Reise-Yoga-Matte von „Yoga Box“ auszurollen. 😀

Immer entlang der „Ruta del Desierto“ 🏜
Bezaubernder Badeort „Bahía Inglesa“
Kunst oder Kitsch?! 🤔
DER perfekte Platz für unsere Reparatur 👍🏻
Ein Spielplatz ganz für uns alleine 😅
Einfach der Hammer 🤩

So Begann der nächste Tag auch direkt mit einer wohltuenden Yoga-Einheit für mich. 🧘‍♀️ Anschließend hieß es Ärmel hochkrempeln und ab an die Arbeit. Während ich die bereits am Vorabend demontierte vordere Dachluke von Schmutz und Kleberesten befreite kratzte Simon diese vom Dach ab. Danach nahmen wir gemeinsam die Markise ab die wir glücklicherweise direkt auf den Dachbalken der überdachten Bank ablegen konnten. Erfreulicherweise sah deren Befestigung sehr gut aus so dass wir uns relativ sicher sind, dass hierdurch kein Wasser eindringen konnte. Ganz im Gegensatz zu den Kunststoffhalterungen der Solar-Paneele welche wir im Anschluss demontierten. 😮 Darunter hatten sich einige Schrauben gelöst und gänzlich verabschiedet. Noch dazu schien der, wohlgemerkt extra dafür konstruierte, Kunststoff unter der UV-Einstrahlung langsam aber sicher spröde zu werden. Mit ziemlicher Sicherheit hatte sich durch diese Befestigungspunkte das Wasser während der letzten Regenfälle seinen Weg in unseren Innenraum gebahnt. 😕

Simon demontiert die alten Solarpaneel Halterungen
Die Dachluke musste einmal komplett raus
um dann neu eingeklebt zu werden

Während wir am nächsten Morgen beim Frühstück saßen bog plötzlich Lukas mit seinem Unimog in die Straße ein und gesellte sich zu uns. 😀 Da unsere in Argentinien gekaufte Silikonspritze kurz darauf den Dienst quittierte kam uns die Gesellschaft sehr gelegen. So konnte ich am Nachmittag mit Lukas in die nahegelegene Stadt fahren und dort bei einer „Ferretería“ eine neue Pistole sowie weitere Nieten besorgen. 👍 Simon hatte sich nämlich noch am Vorabend Gedanken über eine alternative Befestigungsmöglichkeit der Solar-Paneele gemacht. Glücklicherweise hatten wir zahlreiche Kleinteile im Gepäck, darunter auch etliche Metallwinkel mit denen wir die Paneele fest und regensicher verankerten. Wir mussten dafür zwar weitere Löcher ins Dach bohren aber diese konnten wir, nach dem vernieten der Paneele, dick mit Kleber abdichten. Nach der vielen Arbeit freuten wir uns sehr über die Essenseinladung von Lukas und Nathalie zu Spaghetti Bolognese. So blieb uns an diesem Tag zumindest das Kochen erspart und der Abend klang sehr gemütlich im „Lukimog“ aus. 🍝🍷🤗

Vor lauter Arbeit vergessen welche zu machen 🤣

Am Donnerstagmorgen begab sich Simon zügig wieder an die Arbeit während ich noch einmal die Yoga-Matte ausrollte. Zuvor hatten wir uns bereits wieder von den Kölnern verabschiedet, wenn auch nur für kurze Zeit. Die Vier zogen, während wir unsere Arbeiten finalisierten, weiter gen Norden um schon mal ein schönes Plätzchen an der Küste für einen erneuten Angelausflug per Boot zu suchen. Gegen Nachmittag war unsere vordere Dachluke wieder fest montiert und eingeklebt, ebenso die neuen Halter für die Solar-Paneele. Den verbliebenen Kleber schmierten wir sicherheitshalber noch um die hintere Dachluke herum welche wir erst vor einigen Monaten neu eingeklebt hatten. Somit dürfte nun wirklich nirgends mehr Wasser von außen in unseren Van eindringen dürfen. Was war das doch für ein herrliches Gefühl, endlich die lange vor uns hergeschobene Reparatur abgehakt zu wissen! Endlich hatten wir wieder richtig viel Tageslicht im Van, konnten nachts den Rollo schließen und in unserer Duschwanne befand sich kein Baustellengerümpel mehr. 😃

Die Dachluke wurde neu eingeklebt
Und von innen wieder verschraubt sowie verkleidet
Auch die Solarpaneele bekamen neue Halterungen
Leiter wieder fest – dann kann’s ja weitergehen 😃

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

NEW BLOG POST 🇨🇱 (04. – 13.04.2023) Valparaíso – La Serena

Wir wollten, obwohl es sich dort sehr sicher anfühlte, unser Auto nicht alleine an der Uferpromenade in „Vina del Mar“ stehen lassen. Zumal wir von dort aus mit den Fahrrädern entlang der Schnellstraße nach „Valparaíso“ hineinfahren hätten müssen wo uns die Räder weiter nichts genutzt hätten, bei all den vielen Hügeln und Stufen. So entschieden wir uns letzten Endes für einen 24h bewachten Parkplatz im Zentrum von „Valparaíso“ und erkundeten die Stadt von dort aus zu Fuß. Tatsächlich fällt es mir schwer den besonderen Charme der Stadt zu beschreiben da es eine ziemlich wilde Mischung ist. Da gibt es einerseits schmucke alte Häuser mit prächtigen Barockfassaden welche zum Teil sehr gut erhalten, zum Teil relativ heruntergekommen sind. Dazwischen befinden sich bunte Häuschen mit rostigen Wellblechdächern die dicht an dicht an den Steilhängen der Stadt kleben. Jedem Deutschen Architekten und Statiker würde bei deren Anblick sicherlich das Herz stehen bleiben. 😂 Fast alle Mauern, Stufen und Hausfassaden sind in irgendeiner Form bemalt oder besprüht und auch hier klafft eine große Lücke zwischen wilder Schmiererei und teilweise sehr kunstvoller Malerei. Das Ganze ist durchzogen von einem engen, schmalen Gewirr aus steilen Gassen mit einer gefühlt endlosen Anzahl an Treppenstufen. Wer nicht laufen möchte kann alternativ eine der vielen Standseilbahnen wählen insofern sich diese in Betrieb und nicht gerade in Instandhaltung befindet. Von jedem Hügel aus hat man eine andere schöne Sicht auf die Stadt, die Häuser an den Hügeln oder den Containerhafen. Allerdings warnt nicht nur der Reiseführer und die „iOverlander“ App vor Gefahren. Auch zwei ältere Damen baten uns inständig, alle Wertsachen eng am Körper zu tragen und keinesfalls tiefer in die Gassen der Hügel vorzudringen. 😯 Tagsüber fühlten wir uns an und für sich relativ sicher aber nachts wollte ich keinesfalls alleine in einer der Gassen unterwegs sein. Als wir alle gesteckten Ziele bzw. Sehenswürdigkeiten abgeklappert hatten und uns zwischendurch mit leckeren Empanadas gestärkt hatten machten wir uns auf den Weg zurück zum Bus. Pro halbe Stunde wurden 600 Pesos Parkgebühr fällig aber dafür stand unser Van sehr sicher. 👍 Den Abend sowie die Nacht verbrachten wir erneut an der Promenade in „Vina del Mar“ wo wir noch einmal beobachten durften wie die glühende Sonne im Meer versank. 🌅

Prachtvolles Gebäude an der „Plaza de Armas“
Streetart vom Feinsten 👌🏻
Es gibt mitunter wahre Kunstwerke
Aber auch solche Graffitis befinden sich darunter
Selbst die Treppenstufen sind bemalt 👍🏻
Hier sieht man eine der vielen Standseilbahnen
Die Häuser kriechen förmlich den Hang hinauf 😳
Hübsche Kaffee- & Restaurant-Meile ☕️🍨🍹
Blick auf den Containerhafen & Viña del Mar
Wieder ein schöner Sonnenuntergang 🌅

Die vorbeidonnernden Autos weckten uns dort neuerdings bereits um 07:30 Uhr auf aber ansonsten hatten wir eine sehr angenehme und ruhige Nacht. Nach dem Frühstück verriegelten wir den Van und liefen in das nette Viertel „Castillo“, in dem sich tatsächlich einige alte Burgen sowie große und schicke Villen befinden. Von dort aus zogen wir weiter durch die Stadt die uns, wie auch schon „Valparaíso“, deutlich geschäftiger und wuseliger vorkam als die Hauptstadt „Santiago“. 😅 Wir kauften noch ein wenig Obst und Gemüse bei den Marktständen rundum die Markthalle, bevor wir zum Bus zurückkehrten um uns auf die Weiterfahrt zu begeben. Etwas außerhalb stoppten wir zum Einkauf an einem Supermarkt. Hinter dessen Parkplatz befand sich eine gigantisch hohe und weitläufige Sanddüne die unbedingt von uns erklommen werden wollte. Von oben hatte man eine schöne Sicht auf den Ozean und die Buchten der beiden zuvor von uns besuchten Städte. Wir fuhren noch einige Kilometer die Küstenstraße entlang bis zu einem netten Stellplatz an der „Cueva del Pirata“, zu Deutsch der „Piratenhöhle“. Dort peitschten die Wellen heftig gegen die Felsen und das Wasser drang tief in die steile, schmale Felsspalte ein. An diesem Tag war der Sonnenuntergang nicht ganz so spektakulär aber dafür konnten wir den ziemlich großen Vollmond beim Aufgehen über dem Meer und hinter den Bergen beobachten. 🌕

Viña del Mar
Die große Sanddüne
Der Pirat wacht über seine Höhle
Die „Cueva del Pirata“
Die Sonne geht unter…
Und der Vollmond auf 🌕

Am Morgen strahlte die Sonne bereits gleißend hell über den Ozean und wärmte uns und unseren Van schnell auf. ☀ Nach dem Frühstück lief ich den ca. 3 Kilometer langen Küstenweg entlang an dem es zahlreiche hübsche kleine Badebuchten gab. Auch ein toller Sandstrand befand sich darunter. Auf dem Rückweg besuchte ich noch den schön angelegten Park in dem es allerlei kunstvolle Holzschnitzereien gab. Findet ihr z.B. die Schlange auf dem Foto? 😉 Simon blieb derweil alleine beim Van, weil wir ihn nicht unbeobachtet so weit abseits stehen lassen wollten. Anschließend fuhren wir weiter an der Küste entlang bis in den exklusiven Badeort „Zapallar“. Jeder reiche Chilene besitzt hier eine Villa in bester Hanglage oberhalb der traumhaft schönen Bucht mit langem Sandstrand. An der kleinen Tankstelle konnten wir freundlicherweise auch unseren leeren Wassertank wieder auffüllen, nach dem wir ein bis zwei Tage ohne Wasser auskommen mussten. Witzigerweise begegneten uns auf dem Parkplatz am Strand Max und Merle (alias @anschnallenabfahrt) die gerade ohne ihren Van, dafür aber mit einem guten Freund aus Deutschland und dessen chilenischer Familie unterwegs waren. Als wir gerade im Begriff waren uns einen Stellplatz etwas weiter nördlich zu suchen fiel Simon auf, dass er am Morgen wohl unser Gimbel am Strand hatte liegen lassen. 🙈 In der Hoffnung, dass es vielleicht noch dort auf den Felsen liegen könnte, fuhren wir die 50 Kilometer noch einmal zurück. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kamen wir wieder an der Piratenhöhle an und Simon machte sich unter den letzten Sonnenstrahlen auf die Suche – leider erfolglos. Ich war derweil im Begriff zu kochen als plötzlich die Gasflamme erlosch. Aus unerklärlichen Gründen geht unsere Gasflasche immer kurz vor irgendwelchen Feiertagen leer. Zuletzt am 23. Dezember und nun am Gründonnerstag. 🙊 Somit blieb die Küche kalt und wir begnügten uns mit den letzten Scheiben Toastbrot. 🥪

Der schöne Küstenwanderweg
Die Bucht in „Zapallar“
Happy Birthday liebe Bine 🥳🥳🥳
Jeder reiche Chilene hat hier seine Sommerresidenz

Der nächste Tag begann ziemlich grau und irgendwie war unsere Stimmung ähnlich trüb. Erst das verlorene Gimbel und dann die leere Gasflasche vor den Osterfeiertagen… Nichts desto trotz hatten wir Hoffnung im Ort oder entlang der Küstenstraße eine Auffüllstation zu finden. Wir stoppten bei zwei Händlern, die am Karfreitag sogar geöffnet hatten, jedoch boten diese nur Flaschen zum Tausch und keine Auffüllmöglichkeit an. So fuhren wir weiter zum nächsten Supermarkt um Nachschub an Toastbrot zu kaufen bevor wir auf die Autobahn abbogen. Währenddessen klarte der Himmel auf und als wir an der ersten Raststätte Halt machten um unsere Wasserflaschen mit Trinkwasser aufzufüllen lachte die Sonne bereits wieder vom Himmel. Da es noch recht früh am Mittag war entschieden wir noch ein paar Kilometer Strecke zu machen. Die Landschaft wich relativ schnell kargem Ödland auf welchem nur noch ein paar Grasbüschel und ziemlich stachelige Säulenkakteen gediehen. Es ging permanent sanft auf und ab über die Hügel der Andenausläufer und das Meer war nur noch ab und an zu sehen. Auf der „Panamericana“ kommt man zwar sehr zügig voran aber dafür muss man auch immer wieder recht tief in die Taschen greifen. Bis wir am Abend die nächste Raststätte erreichten, an der wir dann auch im erstaunlich ruhigen Parkbereich übernachteten, hatten wir fast 370 km abgespult. 😮

Wunderschöne Hibiskus Blüte 🌺

Nach einer ausgiebigen, heißen Dusche am Morgen an der blitzblanken Autobahnraststätte fuhren wir in die nahegelegene Stadt „La Serena“. Dort steuerten wir im Industriegebiet zuerst einen großen Gasgroßhändler an wo wir auf Lukas und Nathalie aus Köln trafen (@lukimog). Die beiden reisen mit Baby und Kleinkind in ihrem Unimog durch Südamerika und waren ebenfalls auf der Suche nach einer frischen Gasfüllung. Nach dem uns dort leider nicht geholfen werden konnte fuhren wir weiter zum nächsten Händler. Jedoch schüttelte man auch dort nur den Kopf als man unsere deutsche Gasflasche und die Adapter sah. 😕 Just in dem Moment fuhr Lukas auf den Hof um an der dazugehörigen Autogastankstelle seinen Tank zu füllen. Als wir ihm erzählten, dass man uns auch hier nicht helfen konnte meinte er kurzerhand: „Was für ein Quatsch! Gib mal her, ich mach das…“. Er schnappte sich unsere Gasflasche, schraubte den Adapter auf und nach dem die leckende Dichtung getauscht war konnte er tatsächlich an der Gaszapfsäule unsere Flasche füllen. 🤩 Somit hatten wir nun wieder Wasser UND Gas an Bord. Wenn der PC-Händler in der Stadt nun auch noch ein neues Gimbel für uns bereithalten würde wäre der Tag perfekt. Allerdings hatte dieser am Karsamstag, wie die meisten anderen Läden in der Stadt, geschlossen. Wir schlenderten noch über die große „Plaza de Armas“ und besuchten den netten, weitläufigen japanischen Garten in dem es auch ein paar Bonsai Bäume zu sehen gab. Auf dem Parkplatz entdeckten wir dann noch zwei große „MAN“ Expeditionsmobile aus Belgien. Diese waren uns zuvor schon einmal in Ushuaia begegnet. Wir unterhielten uns noch kurz mit einem der beiden älteren Ehepaare. Sie empfahlen uns einen Stellplatz in den Weinbergen von „Vicuna“. Das Weingut bietet wohl nicht nur Wohnmobilstellplätze und Ferienwohnungen an, sondern auch nächtliche Sterntouren unter freiem Himmel im eigenen Observatorium. Da Familie „Lukimog“ ebenfalls dort übernachten würde schlossen wir uns ihnen kurzerhand an wenngleich die Übernachtung mit 7.000 Pesos pro Kopf nicht ganz günstig war. Dafür gab es nicht nur Duschen und Toiletten, sondern sogar einen Pool und Sitzgelegenheiten im Außenbereich mit Grillecke. Wir verbrachten gemeinsam mit den Vieren einen sehr gemütlichen Abend und freuten uns über die nette Unterhaltung bei einem Gläschen Wein. 🙂

Der japanische Garten in „La Serena“
Ein paar Bonsai Bäume gab es auch 🥰

Am Ostersonntag verweilten wir gemeinsam auf dem wunderschönen Gelände des Weinguts. Für den Abend hatten wir alle die Astro-Tour vor Ort gebucht weswegen ich direkt nach dem Frühstück schon einmal den Mürbeteig sowie die Gemüsefüllung für die Quiche am Abend zubereitete. Am Nachmittag schlenderten wir zu Fuß ins kleine Ortszentrum um uns auf der „Plaza de Armas“ umzusehen. Wir hatten uns gerade in die Schlange vor der hiesigen Eisdiele eingereiht als plötzlich Florian und Barbara mit ihren Kindern in ihrer ausrangierten „IVECO“ Feuerwehr vorfuhren. Was für ein Zufall! Die Familie (alias @Vier im4x4) kennen wir seit Ushuaia und sie schlossen sich kurzerhand uns an. Auch eine Reisebekanntschaft von Lukas gesellte sich dazu so dass der kleine Campingplatz am Abend fest in Deutscher Hand war. 😂 Sowohl Florian mit Familie als auch Raul und Chantal mit Töchterchen Noeli buchten sich spontan noch in die Astronomie Führung am Abend ein. Nach dem wir unsere sehr leckere Quiche aus dem Omnia Backofen genossen hatten ging es gegen 19:30 Uhr mit einer Audiotour los. Während dieser konnten wir u.a. den Geräuschen vom Jupiter und den Explosionen der Sonne lauschen. Nach einem kurzen 3D Film ging es dann ab nach draußen ins Amphitheater zwischen den Weinbergen, wo sich ein 40cm Teleskop befand. Durch dieses konnten wir diverse Sterne, Sternbilder sowie Galaxien beobachten wenngleich ich sagen muss, dass ich mir dies deutlich spektakulärer vorgestellt hatte. 🤨 Nichts desto trotz war es super interessant und dank der kleinen Gruppe blieb allen genug Zeit für das Observieren der viele tausend Lichtjahre entfernten Sterne. 🌟

Unser Stellplatz auf dem Weingut
Hier gab es nicht nur Weinreben…
Sondern auch Baumwolle…
Und schmackhafte Granatäpfel ☺️
Die Katze wäre ganz gerne bei uns geblieben 😅
Zumindest hat sie es sich gemütlich gemacht 😂
Vorbereitung der Gemüse Quiche 😋
Plötzlich waren es 4 deutsche Familien 😃
Beginn der Astro-Tour mit einem 3D Film 🎥
Danach ging’s ins Amphitheater…
Wo wir die Sterne & Galaxien beobachten konnten 🌟

Am nächsten Tag hieß es dann schon wieder Abschied nehmen. Während zwei der Familien mit Kindern entschieden den Tag noch am Pool des Campingplatzes zu verbringen fuhr Familie „Lukimog“ zurück nach „La Serena“. Simon und ich wollten ursprünglich noch weiter ins „Valle del Elqui“ vordringen. Eine Radtour hielten wir auf Grund der Hitze des Tages sowie der Höhenmeter jedoch für unangebracht. Die Besichtigung inklusive Verkostung der lokalen „Pisco“ Destillerien kam auch nicht wirklich in Frage da keiner von uns Hochprozentiges trinkt. Und nur für einen Kunsthandwerkermarkt 50 km hin- und wieder zurückzufahren kam uns irgendwie auch schwachsinnig vor. So entschieden dann auch wir kurzerhand zurück in die Stadt zu fahren wo wir direkt den PC-Laden ansteuerten. Glücklicherweise hatte der Laden an diesem Tag geöffnet und tatsächlich das gesuchte Gimbel vorrätig. 😊 Der Kauf riss zwar ein spürbares Loch in unsere Reisekasse aber immerhin erhielten wir in kürzester Zeit Ersatz für unser Altes. Mit Lukas und Nathalie hatten wir noch vor deren Abfahrt vereinbart, dass wir später zu ihnen stoßen würden sollten sie ein nettes Plätzchen an der Küste finden. Die beiden besitzen nämlich ein aufblasbares Motorboot und Lukas Einladung zu einem Angeltrip auf offenem Meer konnten wir natürlich nicht ausschlagen. 🤗 Wir kauften im Supermarkt noch etwas Gemüse für den Abend ein und trafen uns dann bereits auf der Autobahn wieder. Gemeinsam steuerten wir einen super schönen, abgelegenen Strandabschnitt etwa 50 km nördlich der Stadt an. Bereits während der Anfahrt konnten wir über die schmale, kurvige Straße die Aussicht aufs Meer genießen und bei Ankunft wurden wir von dem Stellplatz nicht enttäuscht. Lukas hatte vom letzten Angelausflug noch Fisch eingefroren welchen er für das gemeinsame Abendessen auftaute. Simon brachte derweil erstmals während unserer Reise den „Dutch Oven“ zum Einsatz. Wir steuerten die Beilage in Form eines Gemüsetopfes bestehend aus Zwiebeln, Karotten, Zucchini sowie Kartoffeln bei und nutzten als Feuerschutz die tolle „Hexagon“ Grillschale von „Fennek“. 🔥 In dieser hätten wir abends auch gerne noch ein Lagerfeuer entzündet aber bereits mit Untergang der Sonne stand fest, dass es hierfür zu kühl sein würde. Deswegen speisten wir zu sechst im größeren Innenraum des Unimogs und ließen uns den frischen Fisch bei einem Gläschen kühlen Weißweins schmecken. 😋

Wir folgen „Lukimog“ auf dem Weg an die Küste
Schöner Stellplatz mit Blick aufs Meer
Die coole Feuerschale von „FENNEK“
Der „Dutch Oven“ kommt endlich zum Einsatz
Noch die Kartoffeln drauf…
Und ab damit aufs Feuer 🔥
Die Kohlen leisten ganze Arbeit 👌🏻
Lecker war’s 😋

Da es an dem Fleckchen Erde gar so entspannt war und außerdem noch Lukas Boot zum Einsatz gebracht werden wollte verbrachten wir noch zwei weitere Tage an der steinigen Küste. An den Felsen nahe des Ufers gab es zahlreiche „Tausendfüßler-Seesterne“ sowie kleine Schnecken die ähnlich eines Zebras gestreift waren. Super interessant war auch die Jagdtechnik der Vögel welche über dem Meer kreisten. Sobald diese einen Fisch erblickten schossen sie blitzschnell nach unten und klappten währenddessen, ähnlich eines Regenschirms, ihre Flügel ein bevor sie senkrecht ins Meer eintauchten. Während ich den Vögeln zuschaute ließen Lukas und Simon das Motorboot zu Wasser und begaben sich auf Angeltour. Zwei Stunden später kehrten sie tatsächlich mit zwei großen Seehechten zurück. Derweil stießen Benni und Sara (@passionnomad) in ihrem „Toyota 4Runner“ mit Dach-Zelt zu uns welche witzigerweise als Schweizer ebenfalls der deutschen Sprache mächtig waren. Sie waren bereits seit acht Monaten mit ihrem in „Santiago de Chile“ erworbenen Fahrzeug in Südamerika unterwegs und standen nun kurz vor der erneuten Veräußerung des Selbigen. Zuvor hatten die beiden eine spannende Fahrradreise unternommen von der Schweiz über den Balkan und die Türkei bis in den Iran. 😮 So kam es, dass wir uns nach Einbruch der Dunkelheit mit sechs Erwachsenen, einem Kleinkind sowie einem Baby in Lukas Unimog zusammenfanden. Es gab fangfrischen, im Ofen gegarten Fisch zu dem wir die Beilagen in Form von Salat und Kartoffelgratin beisteuerten. Und als alle eigentlich schon längst satt waren tischte Lukas dann noch das frisch zubereitete, sehr leckere Sushi auf. 🍣 Während wir aßen trudelten überraschenderweise auch noch Raul und Chantal mit Töchterchen Noeli ein. 😀

„Tausendfüßler“ Seestern
„Zebra“ Schnecken
Boot aufgeblasen & Angeln vorbereitet
Dann kann’s ja los gehen 😉
Euer Ernst?! 😧
Nee, nur die Köder! 😅 Hier der Fang 👍🏻
Abendstimmung ☺️

So kam es, dass wir den Donnerstag in großer Runde gemeinsam verbrachten. Während die zwei Mädchen miteinander spielten fuhren die Männer erneut mit dem Boot zum Angeln raus. Diesmal kehrten sie jedoch ohne Fang zurück wobei nach zwei Tagen Fisch hintereinander keiner wirklich traurig darüber war. 😅 Ich lief derweil mit unserer Mülltüte die Küste entlang bis in den gegenüberliegenden, kleinen Ort. Dieser schien nicht nur ziemlich heruntergekommen, sondern auch fast ausgestorben zu sein und eine Mülltonne war weit und breit nicht zu entdecken. 😯 Ich war schon fast im Begriff unseren Müll wieder mit zurück zu nehmen als ich plötzlich doch noch einen Mann hinter seinem Gartenzaun ausmachen konnte. Dieser nahm mir freundlicherweise die Tüte ab da der einzige Müllcontainer verrostet und nicht dicht zu sein schien. Kein Wunder lag überall am Strand Unrat herum… 😕 Er erklärte mir dann auch, dass hier außer einer Hand voll Fischer keiner Leben würde und sich lediglich im Sommer ein paar Erholungssuchende hierher verirren würden. Am Nachmittag nahm Lukas dann noch mich und die zwei Mädchen mit auf eine Spritztour hinüber zur Vogelinsel. Wir bretterten über den ruhigen Ozean in Windeseile bis zu dem großen, von Vogelkot überzogenen Felsen auf dem Pelikane und Kormorane, aber auch ein paar Magellan-Pinguine lebten. 🐧 Auf dem Rückweg fuhren wir noch an den bunten Fischerbötchen vorbei bevor wir wieder bei den Vans anlandeten. Da wir mit acht Erwachsenen und zwei Kleinkindern definitiv nicht mehr im Unimog zusammensitzen konnten verlegten wir das Abendessen nach draußen. Wir reihten drei Campingtische aneinander und bildeten so eine lange Tafel vor der schönen Meereskulisse. Simon entzündete derweil ein Feuer auf dem wir später Würstchen und Schweinebauch grillten. 🔥 Jeder steuerte eine Beilage bei so dass wir im Dunkeln ein wahres Festmahl auf unserer langen Tafel stehen hatten. 😋 Nach dem Essen versammelten wir uns mit den Campingstühlen ums wärmende Lagerfeuer, wo wir noch das ein oder andere Gläschen Wein leerten während wir uns über unsere Reiseerlebnisse austauschten. 🍷 In der Nacht wurden wir dann kurz von Muscheltauchern aus dem Schlaf gerissen, die etwa eine Stunde lang im Schein ihrer Taschenlampen unter Wasser nach den Leckerbissen suchten.

Außer dem Lagerfeuer hab ich leider keine Fotos (Schließlich muss auch mal nur genießen 😌)

Am nächsten Morgen war dann mal wieder großes Abschiednehmen angesagt bevor jeder wieder alleine seiner Wege ging. Wir verließen die Küste als letztes und fuhren über die Sandpiste zurück bis auf die Autobahn. Von dort aus waren es etwa 150 km bis zur nächst größeren Stadt wo wir uns im „Tottus“ Supermarkt mit frischen Lebensmitteln eindeckten. Nicht ganz unerwartet trafen wir dort auch noch einmal kurz auf Raul und Chantal. 😆 Während sie jedoch weiter über die „Ruta 5“ fuhren bogen wir auf die Küstenstraße ab an der sich zahlreiche, einsame und wunderschöne Stellplätze aneinanderreihen. Wir suchten uns ein hübsches Fleckchen auf steinigem Untergrund, schauten der Nachmittagssonne langsam beim Untergehen zu und verbrachten eine ruhige Nacht beim Klang der Wellen. 🌊

Wieder ein schönes Plätzchen am Meer 🌊
Felsige Küste und dahinter nur Wüste 🏜
Gute Nacht 🌙 😴 🛌

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

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NEW BLOG POST 🇨🇱 (27.03. – 03.04.2023) Santiago de Chile

Auf unserem Weg in die 7 Millionen Metropole „Santiago de Chile“ legten wir zwei Arbeitstage an einer „Copec“ Raststätte ein. Diese lag etwa 120 km vor der Hauptstadt, in der immerhin ein Drittel der Gesamtbevölkerung Chiles (ca. 19 Mio. Menschen) lebt. Wie bis dato auch beim Duschen an den Autobahnraststätten hatte am Vortag niemand unseren Bon für den integrierten Waschsalon kontrolliert. So ergriff ich am Folgetag die Gelegenheit beim Schopf und wusch damit, quasi gratis, eine weitere Ladung Wäsche. 😉 Während Simon an den nächsten YouTube Videos bastelte nutzte ich die Zeit um noch einmal einen saftigen Pflaumenkuchen im Omnia zu backen. Auch die nächsten Blog Einträge wollten geschrieben werden und vor allem hieß es, in Ruhe noch einmal unseren empfehlenswerten Reiseführer zu durchforsten. Ich übertrage in der Regel immer vorab alle Sehenswürdigkeiten, Cafés und Restaurants von Interesse in unsere MAPS.ME App womit wir stets sehr gut zurechtkommen. Und bevor wir die kommenden Tage inmitten der Großstadt stehen werden war natürlich auch noch einmal eine ausgiebige Dusche angesagt. Diese war allerdings deutlich erfrischender als uns lieb war… 🚿🧼🧽

Tankstellenromantik 2.0
Pflaumenkuchen aus dem Omnia 😛
So sehen dann meine Pins in MAPS.ME aus 📌

Am Mittwoch stürzten wir uns dann endlich in das Abenteuer Großstadt. Der Weg hinein war erstaunlich einfach da wir die meiste Zeit über auf der dreispurigen Umgehungsstraße fahren konnten. Wir steuerten direkt die Seilbahn zum „Cerro San Cristobal“ an und fanden dort auf Anhieb einen perfekten Stellplatz. Sicherlich dank der Tatsache, dass wir in der Nebensaison und noch dazu unter der Woche unterwegs waren. Wir parkten unseren Van am Straßenrand direkt vor dem großen, von 09:00 bis 21:00 Uhr bewachten Parkplatz der Seilbahn. Keine 500 m davon entfernt befand sich außerdem ein kleines Polizeirevier sowie erstaunlich saubere und rund um die Uhr geöffnete öffentliche Toiletten. 👍 Wir wussten nicht nur aus der iOverlander App sondern auch von anderen Reisenden, mit denen wir uns zuvor persönlich unterhalten hatten, dass man hier sehr ruhig und extrem sicher stehen kann. Nach dem wir die Lage gecheckt hatten fuhren wir für gerade einmal 4 € pro Kopf mit der kaum frequentierten Seilbahn von der Tal- über die Mittel- bis zur Bergstation. Bereits aus dem Fenster heraus hatten wir eine tolle Sicht auf die Metropole. Oben angelangt liefen wir bis zum Gipfel auf dem sich die namensgebende Statue des heiligen „San Cristobal“ befindet. Über der Stadt hing eine richtige Dunstglocke weswegen man die Anden nur schemenhaft erkennen konnte. Tatsächlich liegt Santiago in einer Art Tal und ist rundum von den mächtigen Bergen eingekesselt. Mittlerweile reichen die Häuser auch rundum bis zu den Füßen der Berge. 😮 Auch der Blick auf den 300 Meter hohen, verglasten Turm des „Gran Torre Santiago“ war sensationell. Hierbei handelt es sich nicht nur um das höchste Gebäude in ganz Südamerika. An dieses grenzt außerdem das größte Shoppingcenter des Kontinents an aber davon berichte ich euch in einem Folgebeitrag dann noch ausführlicher. 😉 Wir schlenderten zu Fuß bis zur Mittelstation hinunter wo wir dann in eine Seilbahn nach unten einstiegen. Wieder am Bus angelangt liefen wir zu Fuß bis in das große, moderne Büroviertel rund um das Einkaufszentrum welches fußläufig keine 10 Minuten von unserem Stellplatz entfernt lag. Da wir in den umliegenden Quadraten jedoch kein ansprechendes Restaurant finden konnten begaben wir uns schlussendlich in den Food Court im fünften Stock des EKZ. Die Anzahl an Restaurants war enorm, beschränkte sich aber fast ausschließlich auf Fast Food Ketten. 🙈 Noch dazu waren die Meisten davon gerade im Begriff zu schließen weswegen wir uns am Ende notgedrungen für ein Burgermenü bei „Wendys“ entschieden. Unser erster Burger bei dieser gehypten amerikanischen Kette war auch nicht besser als die der Konkurrenz und die 20 €, die wir dafür hinblättern mussten, waren das Geld definitiv nicht wert. 😕 Aber zumindest wurden wir davon satt. 

Unser Stellplatz an der Seilbahn 😀
Mit der ging’s auf den Cerro San Cristobal
Blick auf die Stadt sowie die Anden
Ganz schön dunstig 😯
Blick aufs moderne Banken- & Büroviertel
Wer findet den Tower?! 🤭
Endlich wieder Palmen! 🌴
Streetart 🎨

Nach einer super ruhigen Nacht schnappten wir uns am frühen Vormittag unsere Fahrräder um damit ins etwa sechs Kilometer entfernt liegende Zentrum zu fahren. Santiago verfügt über ein ausgezeichnetes Radwegenetz und so kamen wir nicht nur schnell, sondern auch sehr sicher und problemlos voran. Zuerst sahen wir uns in dem hübschen und gediegenen Café- und Trendviertel „Bellas Artes“ um. Von dort aus ging es weiter zum nahegelegenen „Cerro Santa Lucía“. Wir ketteten unsere Räder an dem Eingangstor fest und liefen zu Fuß die Stufen bis zum „Castillo Hidalgo“ hinauf von wo aus wir eine gute Rundumsicht auf die Stadt hatten. Als nächstes radelten wir zum „Mercado Central“, dem großen Fischmarkt. Dort kann man nicht nur fangfrischen Fisch sowie diverse Meeresfrüchte erwerben, sondern auch sehr gut und vor allem preiswert zu Mittag essen. Für schlappe 16 € aßen wir je einen sehr lecker würzigen, gebackenen halben Seehecht inklusive Salatbeilage sowie Reis bzw. Kartoffeln. Gratis dazu gab es nicht nur Weißbrot sowie zwei verschiedene Dips, sondern auch ein Glas „Pisco Sour“ und ein kleines Schälchen „Ceviche“. 😋 Bei „Emporio Zunino“ nahmen wir uns für abends noch zwei frische Empanadas mit bevor wir gut gestärkt erneut in die Pedale traten. Weiter gings in die Altstadt zur großen „Plaza de Armas“, an der sich unter anderem auch die Kathedrale sowie das historische Postamt befindet. Während der Kolonialzeit befand sich in der Mitte der Plaza wohl ein Galgen. Heute steht an dessen Stelle ein großer Springbrunnen zu Ehren des Befreiers „Simón Bolívar“. Von dort aus war es nur noch ein Katzensprung zu dem mächtigen, weißen Präsidentenpalast, dem dahinterliegenden Kunstzentrum welches sich in der alten Münzprägeanstalt befindet sowie der „Plaza de la Ciudadanía“ auf der die größte Flagge wehte dich ich bis dato in meinem Leben gesehen habe. 😮 Anschließend schauten wir uns noch in „klein Europa“ um. Zwischen den Kopfsteinpflastergassen „París“ und „Londres“ befindet sich ein hübsches kleines Viertel, welches durch alte Herrschaftshäuser aus den 1920er Jahren im europäischen Stil geprägt ist. Vor der Hausnummer „Londres 38“ erinnert ein Mahnmal sowie Stolpersteine auf dem Boden an das dort während der Pinochet-Diktatur untergebrachte Folterzentrum. Hier beendeten wir dann auch unseren ersten Sightseeing Tag und radelten mit einem Rucksack voll neuer Eindrücke zurück zum Van. Bisher schaffen wir es alles in allem tatsächlich sehr gut uns mit den idealen Reisezeiten zu bewegen so dass wir uns über angenehm warmes, aber nicht zu heißes Wetter tagsüber so wie frische Nächte freuen durften. 👍

„Castillo Hidalgo“ auf dem „Cerro Santa Lucia“
Blick vom Hügel auf die Stadt 🏙
Die Kunstakademie
Mittagsmahl auf dem Fischmarkt 😛
Mein erster Pisco Sour 🥂- schmeckt lecker!
Fisch zu kaufen gab‘s hier natürlich auch
Weiter ging’s zur Kathedrale
Auf der Plaza de Armas
Noch eine Kathedrale?! 🤔
Der Präsidentenpalast
Was für eine gigantische Flagge! 🇨🇱
Unterwegs im Altstadtviertel
Zwischen London und Paris 😅

Freitags nutzten wir erneut die Räder um zum zweiten Mal in die Innenstadt zu fahren. Wir durchquerten das Einwandererviertel „Patronato“ in dem es zahlreiche asiatische, aber auch arabische Shops sowie Restaurants gibt. Im gleichen Viertel liegt auch der unheimlich große Markt „La Vega“. Die Markthalle erstreckt sich über ein ganzes Quadrat und bietet eine riesige Fülle an frischem Obst und Gemüse. Aber auch Fleisch, Wurst und Käse sowie Haushaltswaren sind dort erhältlich. Da wir unsere Fahrräder nirgends unbeobachtet anketten wollten blieb Simon bei ihnen während ich tatsächlich drei Mal eine Runde durch die vielen Gänge drehte: Einmal zum Filmen, dann zum Einkaufen und ein letztes Mal zum Fotografieren. 😂 Nicht nur auf dem Markt, sondern generell in Chile fiel mir bereits mehrfach auf, dass wir mit unserem Aussehen wohl extrem als „Gringos“ aus der Masse herausstechen. Nicht nur, weil der Begriff tatsächlich schon das eine oder andere Mal im Vorbeilaufen gefallen ist sondern hauptsächlich, weil die Blicke an einem haften bleiben. Meist folgt darauf die Frage ob ich aus Brasilien sei was ich jetzt einfach mal aus Kompliment werte, da Brasilianerinnen ja gemeinhin als schön gelten. 😄 Und nach dem ich mir endlich diverse argentinische Floskeln angeeignet habe scheint diese in Chile plötzlich keiner mehr zu verstehen oder verstehen zu wollen. Dem Marktgewusel überdrüssig machten wir uns noch einmal auf den Weg ins hippe Viertel „Bellas Artes“. Dort fanden wir relativ schnell ein nettes Lokal mit einem preiswerten und tatsächlich sehr leckeren Mittagsmenü. Für gerade einmal 6 € teilten wir uns die große Portion bestehend aus Baguette mit Tomaten-Salsa, in der Pfanne geschwenkte, würzig marinierte Hähnchenstreifen mit Gemüse, dazu Pommes und Reis plus Getränk. 👍 Als süßen Abschluss gab es dann noch drei cremige Kugeln Eis bei „Emporio La Rosa“. Auf Grund der Mittagshitze unternahmen wir noch einen kurzen Abstecher in das moderne Kunstmuseum „Gabriela Mistral“. Das Gebäude erinnert von außen an eine rostige Käsereibe und bietet zwei kostenfreie, wechselnde Ausstellungen. In einer davon wurde die Verletzung der Menschenrechte in Chile angeprangert, insbesondere bei Protesten und Demonstrationen und passenderweise sahen wir auf dem Rückweg zum Van einige schwer gepanzerte, schon etwas mitgenommene Polizeifahrzeuge in der Stadt. Wobei wir nach den zwei Tagen sagen können, dass wir uns in Santiago zu keiner Zeit unsicher gefühlt haben und vor allem mutet die Metropole überhaupt nicht als solche an. In der Innenstadt und auf den Straßen, von der mehrspurigen Stadtautobahn einmal abgesehen, war an und für sich auch nicht mehr los als in unserem kleinen Karlsruhe. 😀

Unterwegs in den Markthallen
Obst und Gemüse im Überfluss 🍌🍇🍎
Aber auch Nüsse und Trockenfrüchte gab es
Hülsenfrüchte, Mehl und Gewürze
Braucht wer Eier?! 😳
Konserven und Öle finden sich hier ebenfalls
Ob’s die Katze auch zu kaufen gibt?! 😜
Kein Wunder regte sich danach bei uns der Hunger
Post it Kunstwerke im Museum „Gabriela Mistral“ 👍🏻
Der krönende Abschluss des Tages 🍧

Den Folgetag verbrachten wir fast ausschließlich in Südamerikas größtem Shoppingcenter, dem „Costanera Center“. Zu Fuß waren es von unserem tollen Stellplatz aus keine 10 min. bis zu dem irrsinnig großen Einkaufstempel. Auf fünf Etagen gibt es quasi alles was das Herz begehrt wobei man sagen muss, dass die Aufteilung tatsächlich sehr übersichtlich ist. Eine Etage für Damenbekleidung, eine weitere für Herren. Darauf folgt eine Etage mit allen erdenklichen Sport- und Outdoormarken und die Nächste bietet alles für den Haushalt. Sogar ein Baumarkt sowie ein großer Autohändler und natürlich ein gigantisch großer Supermarkt sind dort vertreten. 😮 Als sich der Hunger regte besuchten wir noch einmal die große Food-Meile im Obergeschoss. Wir teilten uns eine mexikanische Kombo sowie eine kleine Pizza (für welche ich Ewigkeiten anstehen musste) und gönnten uns danach noch je einen Becher frozen yoghurt mit diversen Toppings. 😋 Für mich gab es im Decathlon außerdem noch eine neue Leggings. Und da unser kleiner, in Brasilien gefundener Fußball in Paraguay abhandenkam kauften wir uns außerdem noch einen neuen Mini-Basketball. Ursprünglich hatten wir vor, pünktlich zum Sonnenuntergang mit dem Aufzug in den 61. Stock des „Gran Torre Santiago“ zu fahren welcher vom EKZ aus zugänglich ist. Bis wir jedoch den Supermarkt verließen um das Joghurt noch schnell in den Kühlschrank im Van zu bringen standen die Uhrzeiger bereits auf halb sieben. 🙈 Kurzum entschieden wir also, unseren Aufenthalt in Santiago noch um einen weiteren Tag zu verlängern und verschoben den Tower auf den nächsten Abend. Dank unseres Internetpaketes und dem richtig schnellen 5G Netz konnten wir später im Van noch den neuen „Avatar“ anschauen. Falls ihr den Film noch nicht gesehen haben solltet können wir hiermit eine klare Empfehlung dafür aussprechen. 😉

Der „Gran Torre Santiago“ ist Teil des EKZ
Mit 300 m das höchste Gebäude des Kontinents
Im „Costanera Center“ kann man shoppen was das Zeug hält (oder bis die Kreditkarte glüht…)

Am Sonntag verließen wir am späten Mittag unser Zuhause um uns in der näheren Umgebung nach einem netten Restaurant umzuschauen. Im schicken Büro- und Bankenviertel hatten tatsächlich, trotz Wochenende, diverse Lokale offen und wir ließen uns schlussendlich auf der Terrasse eines neu eröffneten peruanischen Restaurants nieder. Simons Wahl fiel auf Fischfilet mit Pommes und ich entschied mich für eine sehr leckere und riesengroße Portion Meeresfrüchterisotto. 🥘 Nach dem Essen vertraten wir uns noch ein wenig die Beine in dem wir durch die umliegenden Quadrate sowie einen kleinen, von modernen Skulpturen gespickten Park schlenderten. Von dort aus war es nur noch ein Katzensprung ins Einkaufszentrum, wo wir uns notgedrungen noch einmal in ein paar Läden herumdrückten bis der Abend nahte. Gegen 18:30 Uhr holten wir uns dann die Tickets für die Aussichtsplattform „Sky Costanera“, welche am Wochenende leider 5 € mehr und somit 16 € p.P. kosteten. 🙈 Innerhalb weniger Sekunden katapultierte uns der große Aufzug, welcher pro Sekunde 7 Höhenmeter überwindet, in das 61. Stockwerk des rundum verglasten Towers. Oben angekommen erwartete uns ein atemberaubender Anblick welcher uns kurz die Sprache verschlug. Zu unseren Füßen lag die von den Anden eingekesselte Megametropole Santiago de Chile. Wir machten unzählige Foto- und Videoaufnahmen und beobachteten dabei, wie die Sonne langsam unter und die Lichter der Stadt angingen. 🤩 Außerdem konnte ich einer Reiseführerin lauschen die einige sehr interessante Fakten über den „Gran Torre Santiago“ zum Besten gab:

  • Mit 300 Metern ist der Turm das höchste Gebäude Südamerikas
  • Er befindet sich im neuen Banken- und Büroviertel welches um 1990 entstand
  • Das zweithöchste, danebengelegene Gebäude wirkt mit 205 Metern Höhe winzig
  • Der Turm hat 62 Etagen und bietet fast 130.000 qm² Bürofläche 
  • Entworfen wurde das Gebäude vom Architekten der Petronas Towers in Kuala Lumpur
  • Die Bauzeit erstreckte sich über acht Jahre, von 2006 bis 2014
  • Eigentümer ist ein Deutscher welchem auch die „Cencosud“ Märkte in Chile gehören
  • Die Aussichtsplattform „Sky Costanera“ befindet sich in der 61. und 62. Etage
  • Bei Erdbeben, die in der Region völlig normal sind, spürt man diese mit jeder Etage weniger. Allerdings muss das Gebäude bei einer Erschütterung trotzdem evakuiert werden uns zwar über das Treppenhaus. Bei den jährlichen Übungen brauchte der schnellste Feuerwehrmann wohl 15 Minuten. Der schnellste, in Panik geratene Besucher schaffte es hingegen wohl sogar in 8 Minuten
  • Das Dach ist nach oben hin offen so dass sowohl Regen als auch Schnee direkt auf den Fußboden fällt. Da dieser zur Mitte hin abschüssige ist fließt das Wasser in Drainagen und wird ins fünfte Untergeschoss geleitet wo es für die Klimaanlagen aufbereitet wird
  • Der höchste, schneebedeckte Gipfel der umliegenden nahen Anden ist über 5.000 Meter hoch
Unser leckeres Mittagessen 😋
Ab in den Aufzug und hoch auf den Tower!
Was für ein Panorama! 😮
Diesmal sah man die Anden deutlicher
Hier sieht man gut die Autobahn „Costanera Norte“
Langsam geht die Sonne unter …
Der absolute Wahnsinn…
Das letzte Sonnenlicht geht…
Und die Lichter gehen an 💡
Blick auf die gegenüberliegenden Hochhäuser
Million Dollar View 💵
Adiós Santiago de Chile – schön war’s! 😊

Mit Beginn der neuen Woche sagten wir „adiós Santiago“ und verabschiedeten uns von dem sagenhaft ruhigen, sicheren und doch zentralen Stellplatz an der Seilbahn. Wir fuhren über die Stadtautobahn bis zu einer nahegelegenen „Copec“ Tankstelle um dort den Schmutz der letzten Tage unter der heißen Dusche abzuwaschen. 😅 Nach einem kleinen Mittagssnack ging es dann noch knapp 100 Kilometer weiter bis nach „Valparaíso“. Die Stadt an der Pazifikküste ist vor allem für ihre Straßenkunst sowie die vielen steilen Treppen und Standseilbahnen berühmt. Allerdings scheint sie aber auch nicht ganz ungefährlich zu sein. Zumindest wird vor häufigen Taschendiebstählen sowie Einbrüchen in Camper gewarnt. 🙈 Wir hatten vorab online einen bewachten Parkplatz innerhalb der Stadt ausgekundschaftet welcher uns als Übernachtungsplatz jedoch so rein gar nicht gefiel. So fuhren wir postwendend aus der wirklich sehr „abgeranzt“ wirkenden Stadt heraus und ins unweit gelegene, hübschere „Vina del Mar“ hinein. Dort parkten wir unseren Van an der relativ ruhig wirkenden Uferpromenade von wo aus wir einen traumhaften Blick auf einen wirklich unbeschreiblich schönen Sonnenuntergang hatten. Zumindest für die Nacht erschien uns das Plätzchen sicher. Ob und wie wir am nächsten Tag „Valparaíso“ erkundet haben erfahrt ihr dann im nächsten Beitrag. 😉

Kein Filter – ich schwöre es!

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NEW BLOG POST 🇨🇱 (18.03. – 26.03.2023) NP Conguillio – NP Radal Siete Tazas

Irgendwie schaffen wir es mittlerweile, zu unserem eigenen Erstaunen, selbst an nicht gerade geräuscharmen Orten wie beispielsweise einer Autobahnraststätte bis halb zehn zu schlafen. 😅 Erschrocken über uns selbst beeilten wir uns nach dem Kaffee und vor dem Frühstück direkt aufzubrechen. Schließlich hatten wir für diesen Tag Tickets für den Nationalpark „Conguillio“ erworben und laut der Homepage ist die Einfahrt in Selbigen nur bis 14 Uhr gestattet. Dank der durchweg asphaltierten Straße kamen wir pünktlich um ein Uhr mittags dort an. Nach dem wir endlich unser Müsli zu uns genommen hatten machten wir uns auf den gerade einmal 800 Meter langen Rundweg zur Kaskade „Truful Truful“ und dem gleichnamigen Canyon. Beeindruckend waren die vielschichtigen und verschiedenfarbigen Gesteinsschichten an dessen Steilhang. Anschließend passierten wir, nach dem wir dem Ranger die Tickets vorgezeigt hatten, die Einfahrtsschranke und fuhren weiter in den Park hinein. Es ging durch riesige Lavafelder welche vom nahen Vulkan „Llaima“ stammen. Dieser brach, soweit ich weiß, zuletzt im Jahr 2008 aus. Wir stoppten an der gar nicht mal so schönen „Laguna Verde“ und mussten kurz vorher, nach einem ungewohnt lauten Geräusch während der Fahrt leider feststellen, dass unser erst kürzlich reparierter Stoßdämpfer schon wieder das Zeitliche gesegnet hatte. Scheinbar hatte der extra für uns konstruierte Bolzen der hohen Last wohl doch nicht dauerhaft standgehalten. 😰 Immerhin hatte uns der nette Mechaniker „Diego“ damals bereits die original Renault Teilenummer mit auf den Weg gegeben. Damit werden wir wohl als nächstes, sobald wir in „Temucu“ angekommen sind, eine Werkstatt aufsuchen müssen. 🙄 Zum Trost fanden wir auf dem Weg zur Lagune aber zahlreiche, reife Brombeeren von denen wir eine ganze Schüssel voll pflückten. Am späten Nachmittag umrundeten wir noch die „Laguna Arcoiris“ was zu Deutsch „Regenbogenlagune“ bedeutet. Tatsächlich schimmerte das unglaublich klare Wasser je nach Lichteinbruch in den verschiedensten Farben des Regenbogens. 🌈 Am Parkplatz der Lagune verbrachten wir dann auch eine einsame und ruhige Nacht.

Einfahrt in den NP „Conguillio“
Wasserfall „Truful Truful“
Hier sieht man gut die vielen Gesteinsschichten
Lavafelder ohne Ende
Die Regenbogen Lagune 🌈
Fette Beute 😛

Wir wurden glücklicherweise nicht vom Ranger verscheucht und wechselten am nächsten Morgen den Parkplatz, in dem wir rund 3 km weiter bis zum Wanderparkplatz des „Sendero Sierra Nevada“ fuhren. Dort packten wir nach dem sehr leckeren Frühstück (es gab Joghurt mit den frisch gepflückten Brombeeren) unsere Rucksäcke und schnürten die Wanderstiefel. Der schmale Weg war gut ausgeschildert und führte sanft ansteigend über wenige Wurzeln an zwei Aussichtspunkten vorbei hinauf bis zum finalen „Mirador“. Diesen erreichten wir knapp 500 Höhenmeter und zweieinhalb Stunden später. Anfangs ging es durch dichten Wald, welcher hauptsächlich aus feinblättrigem Bambus sowie Rhododendren ähnlichen Gewächsen bestand. Je weiter wir kamen umso lichter wurde der Wald und immer mehr der mächtigen „Araukarien“ tauchten auf. Nicht nur die Baumkronen, auch die schuppenartige dicke Rinde der Bäume versetzt einen direkt in eine „Jurassic Park“ Kulisse. Die Sonne lachte von einem strahlend blauen Himmel so dass wir beste Sicht auf den „Lago Conguillio“ und den seit vielen tausend Jahren schlummernden, rot leuchtenden Vulkan „Sierra Nevada“ hatten. Wir konnten uns kaum sattsehen und hielten alle paar Meter an um Fotos zu schießen. 😅 Etwas weiter entfernt konnten wir dann sogar noch einen weiteren Vulkankegel ausmachen dessen Kuppe sogar mit Schnee bedeckt war. Nach ausgiebiger Rast und genüsslichem Vesper am Ende des Weges begaben wir uns auf gleichem Wege die 6,5 km wieder zurück zum Auto. Wir fuhren noch ein kurzes Stück bis zu einem großen Parkplatz direkt am See, dessen Wasserstand allerdings jahreszeitbedingt relativ niedrig war. Dort verbrachten wir eine super ruhige, wenngleich auch klirrend kalte Nacht. So kamen wir in den Genuss des bis dato klarsten und sternenreichsten Himmels auf unserer Reise aber auch nur sieben Grad im Van am nächsten Morgen. 🥶

Blick auf den „Lago Conguillio“
Am Ende des Weges angelangt
Hier sieht man gut die „Araucarien“ Bäume
Simon mit seinem Fundstück (eine nagelneue Mütze)
Der Vulkan „Sierra Nevada“
Schön war’s

Als die Sonne am späten Vormittag höher am Himmel stand und die Temperaturen somit angenehmer wurden rollte ich seit geraumer Zeit mal wieder die Yogamatte aus. Nicht nur, weil es mir einfach gut tut sondern auch, weil ich in den letzten Tagen immer mal wieder über Rückenschmerzen zu klagen hatte. Nur Laufen ist auf Dauer halt wohl doch nix… 🙈 Zum Frühstück gab es von dem halben Laib Butterkäse (stolze 500 g schwer), welchen wir an einem Straßenstand für gerade einmal 4,50 € erworben hatten. 👍 Danach verabschiedeten wir uns langsam aber sicher von dem schönen Nationalpark. Zuvor liefen wir noch eine kleine Runde entlang des „Sendero Araucaria“ welcher uns erneut durch dichten Wald der Urzeitbäume sowie vorbei an einem kleinen, moosbewachsenen Wasserfall führte. Kurz vor der Ausfahrt umrundeten wir noch die „Laguna Captrén“ in deren Wasser sich er Vulkan „Sierra Nevada“ spiegelte. Außerdem konnten wir hier drei richtig große Spechte bei ihrer Arbeit beobachten. Der mitunter steile und noch feuchte Erdweg durch den Park verlangte unserem Van mal wieder so einiges ab. 😟 Wir mussten einmal sogar kurz zurücksetzen und Schwung holen um die Steigung zu meistern. Aber dank dem besten Busfahrer der Welt erreichten wir problemlos den nördlichen Parkausgang und schotterten noch ca. 30 km weiter (wohlgemerkt mit defektem linken Stoßdämpfer) bis wir endlich wieder auf einer asphaltierten Straße angelangten. Von da aus war es quasi nur noch ein Katzensprung bis zur auserkorenen Übernachtungsstätte: Einer weiteren „Copec“ Autobahnraststätte, diesmal jedoch in südlicher Richtung. Während der Fahrt kamen wir an zahlreichen, abgeernteten Kornfeldern vorbei von denen einige gerade brandgerodet wurden. Und dass trotz hoher Waldbrandgefahr sowie Eukalyptusbäumen entlang der Straße. Scheinbar kümmern die jüngsten, verheerenden wochenlangen Brände in Chile die Bauern wohl wenig. 😰

Im „Araucarien“ Wald 🌳
Spiegelsee mit Vulkan 🪞
Immer dieser Mützenabdruck! 🙈😅
Rückweg in die Zivilisation
(mit defektem Stoßdämpfer 🙈)

Diesmal war die Nähe zur Autobahn nicht zu leugnen und auch die an unserem parkenden Van vorbeirollenden LKWs sorgten für eine deutlich hörbare, permanente Geräuschkulisse. Trotz allem schliefen wir mehr oder weniger gut und freuten uns am Morgen neuerdings über eine ausgiebige, heiße Dusche an der Raststätte. Nach dem wir dort den neuesten Blogbeitrag sowie ein weiteres Video hochgeladen hatten machten wir uns auf in Richtung „Temuco“. In der „iOverlander“ App hatten wir von einem Händler in der Stadt gelesen, welcher anderen Reisenden auf Anhieb die passende Stoßdämpferaufnahme geboten hatte. Dementsprechend war dieser Laden, ein großer Schrauben- und Werkzeughändler, unsere erste Wahl. Einer der Angestellten nahm sich sofort Zeit für uns und lief sogar mit uns zum parkenden Van zurück um vor Ort Maß nehmen zu können. Zurück im Laden begab er sich sofort auf die Suche nach dem passenden Bolzen und kam mit den beiden jeweils längsten, vom Durchmesser her Passenden wieder zu uns. Wir waren uns nicht sicher, ob überhaupt einer davon passen würde woraufhin er ganz selbstverständlich meinte: „Gar kein Problem! Ihr nehmt jetzt einfach die beiden Bolzen inklusive der passenden Muttern sowie Unterlegscheiben mit und probiert ob eine davon passt.“ WOW… 🥰🥰🥰 Wieder einmal waren wir sehr berührt, sprachlos und tief beeindruckt von der großen Hilfsbereitschaft, aber vor allem dem grenzenlosen Vertrauen in die Mitmenschen. So machte sich Simon direkt ans Werk und ich kann euch freudestrahlend berichten, dass der längere Bolzen tatsächlich gepasst hat. Wir liefen zurück zum Laden, gaben den kleineren Bolzen mit Dank zurück und nahmen noch einen weiteren Großen als Ersatz mit. Alles in allem kostete uns der freundliche Service (inkl. Teile versteht sich) gerade einmal 7,50 €. 🤩 Beschwingt fuhren wir weiter zum nächsten „Lider“ Supermarkt (welcher tatsächlich zu WALMART gehört) um dort die Einkäufe für die kommenden Tage zu erledigen. Der danach angesteuerte Übernachtungsplatz innerhalb eines weitläufigen Parks erwies sich allerdings als untauglich, da die Einfahrt bereits um 17:00 Uhr schließt und wir deutlich später dran waren. Da die Zufahrtsstraße jedoch extrem ruhig aussah und sich noch dazu ein sehr modernes, von Securities bewachtes Museum dort befand beschlossen wir kurzerhand mal wieder am Straßenrand zu nächtigen.

Bester Laden überhaupt in Temuco! 👍🏻
„Temuco“ von oben
Stellplatz am modernen Museum

Am nächsten Vormittag liefen wir zu Fuß zum großen Marktgelände in „Temuco“. Die „Feria Pinta“ erstreckt sich über mehrere Blocks und bietet unglaubliche Mengen an knackfrischem und noch dazu sehr günstigem Obst sowie Gemüse. Auch eine Abteilung mit Fisch, Meeresfrüchten sowie Fleisch war vorhanden und am äußeren Rand verkauften Einheimische noch ein wenig alten Trödel. Wir schlenderten bestimmt eineinhalb Stunden durch die vielen Stände und deckten uns nebenbei mit frischen Lebensmitteln ein. Durch die Kastanienallee liefen wir wieder zurück und hier merkte man deutlich, dass der Herbst in großen Schritten nahte. Auf dem Boden lagen viele runde, glänzende Kastanien zwischen einigen Laubhafen und auch der Morgennebel hielt sich relativ lange bevor sich die Sonne durchsetzen konnte. Danach wurde es dann aber richtig warm und wieder am Van angelangt zogen wir uns erst einmal luftigere Kleidung an. Gegen Nachmittag stießen dann, auf unsere Empfehlung hin, erneut Timo und Alina zu uns. Die beiden hatten kurz nach uns den Nationalpark „Conguillio“ besucht und waren nun auf der Suche nach einem guten Stellplatz in der Stadt. Abends bekamen wir sogar noch weiteren Zuwachs von Max und Merle. Die beiden sind gute Bekannte von Timo und Alina da sie irrwitziger Weise im gleichen Flugzeug nach Montevideo saßen. Noch dazu reisen sie alias @anschnallenabfahrt ebenfalls in einem VW Crafter und auch wir hatten die zwei schon einmal flüchtig an Weihnachten in Ushuaia getroffen. Somit standen am späten Abend als einzige Fahrzeuge drei Vans mit deutschem Kennzeichen in der ruhigen Sackgasse. 😅 Max und Merle kommen aus Bremen und wir alle teilen das gleiche Ziel Alaska. Aktuell haben die beiden jedoch massive Probleme mit ihren Bremsen und auch der Turbolader bereitet scheinbar Sorgen. Irgendwie sitzen wir doch alle im gleichen Boot. 🙈 Als die kühle Nacht hereinbrach zogen wir uns zu sechst in die geräumige U-Sitzecke der Bremer zurück. Wir hatten einen sehr kurzweiligen, geselligen Abend und tauschten bei kaltem Dosenbier die ein oder andere Anekdote aus.

Frisches Obst & Gemüse in Hülle & Fülle
Aber auch viele Gewürze
Sowie Butterkäse
Und auch Fisch sowie riesige Muscheln 😯
Es wird unverkennbar Herbst 🍂
Die Vanlifer 😂

Als wir morgens aus den Federn stiegen befanden sich Max und Merle bereits auf dem Weg in die Werkstatt. Wir drücken den beiden ganz fest die Daumen, dass ihnen geholfen werden kann und sie ihre Weiterreise nach Santiago bald sorgenfrei antreten können. Mit den beiden Mainzern Timo und Alina liefen wir nach dem Frühstück noch einmal zum Markt, da die zwei diesen trotz unserer Wegbeschreibung am Vortag irgendwie verfehlt hatten. Gemeinsam bummelten wir noch einmal durch die Markthallen und wir kauften bei einem Fischhändler noch ein schönes, frisches Lachsfilet fürs Abendessen. 😋 Am frühen Nachmittag hieß es dann erneut Abschied nehmen wenngleich auch wahrscheinlich nur für kurze Zeit. Wir fuhren über die gut ausgebaute, zweispurige Autobahn Ruta 5 ca. 200 Kilometer gen Norden bis wir neuerdings an einer „Copec“ Raststätte angelangten. Da es in dem nächstgelegenen Ort abseits der Autobahn wohl schon Einbrüche in Camper gegeben hatte entschieden wir uns erneut für Tankstellenromantik. Da es relativ warm war ließen wir während des Kochens alle Türen auf und luden damit leider Unmengen an kleinen, schwarzen Fliegen zu uns in den Van ein. Und ihnen folgten mit Einbruch der Dämmerung, ehe wir uns versehen und die Türen schließen konnten, auch noch etliche Moskitos. 🙄 Ja, auch das alles ist Vanlife…

Wir erkunden erneut die Markthallen
Schönes Wandgemälde mit indigenen „Mapuche“
Und wieder heißt es Abschied nehmen
Tankstellenromantik 😅

Der Freitag war ein reiner Fahrtag. Wir fuhren ca. 280 km von unserem Übernachtungsplatz an der Autobahn bis in den Nationalpark „Radal Siete Tazas“. Die Schnellstraße ist zwar nicht günstig, dafür kommt man aber gut und schnell voran. Und im Gegensatz zu Deutschland auch völlig staufrei und ohne eine einzige Baustelle. 👍 Es ging durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet, entlang von Korn- und Maisfeldern, einigen Obstbaumplantagen und gegen später tauchten auch die ersten Weinreben sowie in der Ferne die Andenausläufer auf. In der nächstgrößeren Stadt „Curicó“ wäre an diesem Wochenende sogar eines der größten Weinfeste Chiles gewesen. Da wir jedoch vorher in den Nationalpark abbogen werden wir dies wohl verpassen. 🤷‍♀️ Als Schlafplatz wählten wir den weitläufigen Parkplatz am „Velo de la Novia“. Hier stürzen mehrere schmale Wasserfälle spektakulär in die Tiefe und wir sind schon gespannt, welche Naturwunder der Nationalpark noch für uns bereithalten wird. 🤩

Unterwegs auf der „Panamericana“
Pause an der Autobahn, Fahrtage sind anstrengend
Am Tagesziel angelangt
Leider war das Licht durchweg schlecht für Fotos

Nach einer super ruhigen Nacht unter einem fantastischen Sternenzelt fuhren wir am Morgen weiter in den kleinen Nationalpark hinein. Zuerst stoppten wir bei dem kurzen Rundwanderweg, welcher Aussicht auf die „Siete Tazas“ (die sieben Basaltbecken) bot. Die Becken wurden im Laufe der Jahrmillionen durch den Flusslauf tief ausgewaschen und nun fließt das Wasser langsam in Stufen von einem Becken ins andere, bis es am Ende 50 m tief über einen Wasserfall in die Tiefe stürzt. 😮 Leider war der Canyon extrem tief weswegen nirgends die Möglichkeit bestand zum Baden hinab zu gelangen. Danach fuhren wir einige wenige Kilometer weiter bis zum Beginn diverser Wanderwege. Als ich dem Ranger hier erneut unsere Tickets unter die Nase hielt teilte er uns jedoch mit, dass unsere Tickets nur für die sieben Basaltbecken gelten würden. Für jeden weiteren Abschnitt im Park, und somit auch jeden Wanderweg, hätten wir noch einmal extra Tickets kaufen müssen. 😯 Freundlicherweise gestatte er uns dennoch den Zutritt zu einem etwa ein Kilometer langen Rundweg. Da wir aber eigentlich sowohl diesen als auch einen anderen, etwa sieben Kilometer langen Weg gehen wollten entschieden wir kurzerhand uns „verbotenerweise“ auf den Längeren zu mogeln da dieser am gleichen Ort begann. 🤫 So liefen wir, wenngleich auch ohne Rucksack und somit ohne Essen und Trinken, den „Sendero Chiquillianes“ entlang. Glücklicherweise führte der Weg die meiste Zeit über durch schattigen Laubwald da es ansonsten ziemlich heiß gewesen wäre. Von den Blättern fiel immer wieder Herbstlaub sobald ein Windstoß durch die Bäume fuhr während wir die ersten zweieinhalb Kilometer stetig, aber sanft bergauf liefen. Oben angekommen erwartete uns dann eine schöne Aussicht ins weitläufige Tal „Valle del Indio“ sowie auf einen Vulkankegel in der Ferne. Alles in allem war es aber kein spektakulärer Wanderweg und erneute 8 € pro Kopf hätten wir dafür definitiv nicht bezahlen wollen. Rund zweieinhalb Stunden später gelangten wir wieder am Van an wo es erst einmal etwas zu essen und vor allem zu trinken gab. Den restlichen Tag sowie eine weitere Nacht verbrachten wir dann neuerdings auf dem großen Parkplatz beim „Velo de la Novia“. Dort gönnten wir uns noch einen super fruchtigen und sehr erfrischenden Himbeershake aus tiefgefrorenen Früchten der Region. 🥤

Ziemlich wenig Wasser nach dem heißen Sommer 😳
Hier sieht man schön die einzelnen „Tassen“
Weiter ging’s durch herbstlichen Laubwald 🍂
Hinauf mit Blick ins „Valle del Indio“
Hinten links sieht man den Vulkankrater

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns nach dem Frühstück von dem Nationalpark und fuhren die gleiche Strecke, die wir gekommen waren, zurück zur Autobahn. Diese verließen wir kurz darauf wieder um nach „Curicó“ hineinzufahren, wo an diesem Sonntag immer noch das große Weinfest stattfand. Als wir jedoch die Menschenmassen rund um die Plaza erblickten machten wir direkt wieder kehrt. 😂 In diesem Pulk hätten wir vermutlich nicht viel gesehen. So ging es zurück auf die Autobahn auf welcher wir etwa weitere 60 Kilometer in Richtung „Santiago“ fuhren. Wir sahen sehr häufig Lastfahrzeuge, die mit Baumstämmen beladen waren und auch an einigen großen Holzfabriken kamen wir vorbei. Das erinnerte mich an ein Gespräch, welches wir vor einiger Zeit im Süden Chiles mit einem Schweizer geführt hatten. Dieser lebt seit vielen Jahren in Brasilien, betreibt aber seiner Aussage nach seit langem ein wohl extrem lukratives Geschäft in Chile in dem er Harthölzer nach Europa exportiert. Wiederaufforstung sei hier nicht notwendig meinte er. Ob Chile in 10 oder 20 Jahren wohl auch noch so grün sein wird wie jetzt?! Ich wage es fast zu bezweifeln… 🙁 Kurz darauf erreichten wir unser angesteuertes Tagesziel in Form einer großen „Copec“ Raststätte. Im hinteren Bereich fanden wir einen relativ ruhigen Stellplatz und neben Duschen gab es dort sogar einen kleinen Waschsalon. Für schlappe 3,50 € konnten wir je eine große Ladung Wäsche waschen und trocknen. 🧺👍👍

Tankstellenromantik 2.0 ⛽️

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NEW BLOG POST 🇦🇷 🇨🇱 (11.03. – 17.03.2023) NP Lanín – Freire

Argentinien verabschiedete uns mit einer Kulisse die schöner nicht hätte sein können. Unsere letzten Kilometer hin zur chilenischen Grenze führten uns entlang von in der Sonne goldgelb leuchtender Grasbüschel, durch die sich ein plätschernder Fluss schlängelte. Am Himmel kreisten einige Kondore und auch die kleinen, lauthals schreienden grünen Papageien waren seit Ewigkeiten mal wieder zu sehen (und definitiv nicht zu überhören 😅). Die Felsen aus Lavagestein zeugten vom mächtigen Vulkan „Lanín“ auf welchen wir geradewegs zusteuerten und die zahllosen „Araukarien“ Bäume (ähnlich den Drachenbäumen) taten ihr übriges zu der kitschigen Dinosaurier-Kulisse. Am Lago Tromen legten wir einen längeren Zwischenstopp ein und vertraten uns auf dem Rundweg zum See die Beine. Der Wind wehte mitunter ziemlich böig und peitschte den schwarzen Lava-Sand am Ufer entlang. Vermutlich hatte dieser auch die Steine am Strand so ordentlich von groß nach klein sortiert. Auf dem Rückweg ging es durch windstillere Büsche sowie lichte „Araukarien“ Wälder mit freier Sicht auf den schneebedeckten Vulkan, an dessen Spitze sich ab und an ein paar dünne Wolkenfetzen verfingen. Nach der acht Kilometer langen Runde stärkten wir uns noch mit Kaffee und Schokoladen-Kuchen bevor wir die letzten zwei Kilometer bis zur Grenze holperten. Sowohl auf der argentinischen als auch auf der chilenischen Seite verlief das Grenzprozedere, wie bisher immer auf unserer Reise, reibungslos. Auch die Lebensmittelkontrolle bei der Einreise nach Chile fiel denkbar knapp aus und diesmal schmuggelten wir sogar einige frische Lebensmittel über die Grenze. 🤫 Wir fuhren noch gute eineinhalb Stunden weiter in Richtung Pucón, bogen jedoch kurz davor an den „Lago Caburgua“ ab. Dort fanden wir auf einem Parkplatz in Nähe des Wassers einen passablen Stellplatz für die Nacht und wurden nach Einbruch der Dunkelheit noch mit einem fantastischen Sternenhimmel belohnt. Mit bloßem Auge konnten wir problemlos die Milchstraße erkennen. Übrigens wird es, zumindest gefühlt, mit jedem Kilometer den wir weiter nördlich fahren früher dunkel. Mittlerweile ist es gegen 20:30 Uhr schon fast stock Finster. 😮

Unsere letzten Kilometer in Argentinien
Einfahrt in den Nationalpark Lanín
Araucarien Bäume & dahinter der Vulkan Lanín
Die Wolken kreiseln um die Spitze
Am windigen Lago Tromen
Kaffee und Kuchen nach der Wanderung
Und ab zur Grenze („Aduana“)

Im Gegensatz zum kargen und trockenen Argentinien wurde es auf der anderen Seite der Berge, nämlich in Chile, sofort wieder merklich grüner. Grün bedeutet allerdings auch mehr Regen und so startete unser erster Tag nach dem Grenzübertritt direkt mit Nieselregen. Die Wolken erreichten mitunter sogar den Strand aber gegen Nachmittag wurde der Himmel langsam heller. Ursprünglich hatten wir geplant von diesem Stellplatz aus den nahegelegenen Nationalpark „Huerquehue“ anzusteuern. Dort wollten wir auf dem „Sendero San Sebastian“ zum gleichnamigen Gipfel wandern von welchem aus man sage und schreibe neun Vulkane und fast noch einmal so viele Lagunen sehen soll. Unsere erneuten Recherchen ergaben allerdings, dass man dafür während des Ganztagesmarschs auch rund 1.200 Höhenmeter bewältigen muss. 😨 Das trauten wir unserer Kondition dann irgendwie doch nicht so ganz zu… Wahrscheinlich hätten wir es geschafft, wären aber völlig entkräftet wieder unten angelangt. Zumal man sich, wie leider so oft in chilenischen Nationalparks, vorab hätte online registrieren müssen. Spontan geht hier leider gar nichts und da wir unterwegs stets offline sind stellt dies für uns ein gar nicht so kleines Problem dar. 😕 Noch dazu war das Wetter an diesem Tag fürs Wandern so rein gar nicht geeignet und montags wäre der NP geschlossen gewesen. So entschieden wir am frühen Nachmittag kurzerhand nach „Pucón“ weiterzufahren. Die Kleinstadt liegt am „Lago Villarrica“ und bezeichnet sich selbst als „Action-Mekka“. Allerdings fanden wir dort nirgends einen geeigneten Stellplatz und so beließen wir es bei einem schnellen Einkauf im „Lider“ Supermarkt. Nach dem Obst und Gemüse verstaut waren fuhren wir weiter nach „Villarrica“. Die 50k Einwohnerstadt liegt quasi direkt gegenüber von „Pucón“ am selben See mit Blick auf den derzeit tatsächlich aktiven Vulkan „Villarrica“. Schon bei der Einfahrt entlang der belebten, langen Promenade gefiel es uns hier deutlich besser. Wir fanden auf Anhieb einen guten Stellplatz am See von wo aus wir uns noch ein wenig umschauten. Kurz darauf erlebten wir noch eine freudige Überraschung, als Timo und Alina alias „Sprintour“ an unser Fenster klopften. 😀 Wir dachten die beiden wären uns voraus, weil sie an anderer Stelle die Grenze überquert hatten. So trafen wir uns unerwartet und schneller als gedacht wieder. 😍 Sie machten uns außerdem darauf aufmerksam, dass man im Dunkeln den Krater des Vulkans glühen sehen konnte und tatsächlich! Was für ein beeindruckendes Spektakel… Wir konnten in der Nacht problemlos die Lava am Krater brodeln sehen. Zu Fuße des Vulkans uns gegenüber lag der spiegelglatte See und die Lichter der Stadt. 🤩

Chile empfing uns mit Regen 🌧
Promenade in Villarrica
Überraschendes Wiedersehen mit Sprintour 😃
Im Hintergrund der leuchtende Krater

Nach einer ruhigen Nacht (ich hatte wohl als Einzige das Auto mit der lauten Musik überhört) drehten wir am Morgen eine Runde entlang der Promenade, vorbei an dem künstlich aufgeschütteten schwarzen Sandstrand, und der Hauptstraße. Dort fanden wir in der deutschen Bäckerei „Rostock“ sogar Brezeln und richtig tolle Körnerbrötchen. Wieder zurück am Van nutzte Simon das freundliche Wetter für einen Flug mit der Drohne über den See während ich in Selbigem noch meine Haare wusch. 😅 Gegen Nachmittag verzogen sich dann auch die letzten Wolken über dem Vulkan und wir folgten Timo und Alina in ihrem VW Crafter den Berg hinauf bis zum Ski-Lift unterhalb des rauchenden Kegels. Die Schotterpiste verlangte beiden Autos mal wieder so einiges ab aber wir gelangten unbeschadet an dem Parkplatz an. Und die fast 1.000 Höhenmeter hinauf hatten sich wirklich gelohnt. Von dort aus hatten wir einen fantastischen Blick hinunter auf den See, die vielschichtigen Bergketten sowie die Stadt. Auch der Vulkan „Villarrica“ zeigte sich in voller Pracht so dass wir etliche gute Aufnahmen machen konnten. Während wir den schönen Sonnenuntergang bewunderten schlürften wir noch genüsslich den leckeren Smoothie, den Alina in ihrem just erworbenen Mixer für uns zubereitet hatte. 🍌🥭🍓 Als es dann langsam zu dämmern begann wurden wir Zeugen eines ganz besonderen Naturschauspiels: Wie aus dem Nichts, scheinbar aus dem rauchenden Krater, krochen dicke Wolken langsam den Vulkan hinab bis dieser fast völlig von einer weißen Glocke bedeckt war. Auf Grund dessen konnten wir leider auch nur kurz, als die Spitze noch halbwegs frei lag, ein Glimmen erkennen. Nach einem schnellen Abendessen begaben wir uns dann noch einmal hinaus in die Kälte denn der klare Sternenhimmel war es allemal wert. Wir konnten abermals die Milchstraße, unzählige Sterne sowie uns unbekannte Sternbilder sehen. ⭐ Ich stand in der Nacht zweimal auf um einen Blick aus dem Fenster zu werfen in der Hoffnung, der Vulkan würde sich doch noch einmal zeigen aber leider blieb er eisern in den Wolken. 🤷‍♀️

Nach 7 Monaten Reise die erste Brezel 🥨
Das Wetter besserte sich…
… und wir machten uns auf zum Vulkan 🌋
Danke Alina für den leckeren Smoothie 😛
Anfangs war die Spitze noch wolkenfrei…
… und dann begann das Spektakel 😯
Der Sonnenuntergang war gleichfalls atemberaubend
Übernachtung unterm Sternenzelt 💫

Auch den Dienstag verbrachten wir gemeinsam an dem schönen Stellplatz unterhalb des Vulkans. Als sich gegen Nachmittag die letzten Wolken verzogen und die Temperaturen merklich stiegen machten wir uns zu viert auf zu einer kleinen Wanderung auf dem Vulkan. Wir liefen entlang des breiten Weges bis zur Bergstation, an welcher sich ein weiterer Sessellift befand. Vermutlich sind die Lifte jedoch nur während der Ski-Saison in Betrieb. Von dort aus hatten wir eine tolle Sicht hinunter ins Tal, auf den See sowie die Berge und einen weiteren, mächtigen Vulkan in der Ferne. Obwohl es an diesem Tag recht diesig war hatten wir eine ganz gute Fernsicht. Wir folgten einem weiteren Wanderpfad bis hin zu einer großen Lava-Höhle, die sich in mitten des erkalteten Lavastroms gebildet hatte. Nach dem Timo und Simon dort noch ein paar Luftaufnahmen gemacht hatten begaben wir uns auf den Rückweg. Und wie bereits am Tag zuvor wurde es, mit langsam untergehender Sonne, stetig merklich kühler. Wir kochten jeweils separat in unseren Vans etwas zu Abend um uns anschließend noch einmal mit den Campingstühlen vor den Autos ein wenig zusammenzusetzen. 🥰

Wir nähern uns dem Vulkan „Villarrica“ immer weiter
Im Winter ein großes Skigebiet
Blick auf den See sowie einen weiteren Vulkan
Der Krater rauchte erneut 😳

In der Nacht begann es dann zu regnen und der nächste Morgen begann so schlecht, wie ein Morgen nur beginnen kann. 🙈 Simon weckte mich gegen 08:00 Uhr mit den Worten: „Julia, mach schnell das Licht an! Mir läuft Wasser ins Gesicht!“ Tatsächlich hatte sich, durch den konstanten Regen der letzten Stunden, mal wieder Wasser den Weg in den Innenraum unseres Vans gebahnt. Dieses suchte sich zwar langsam, dafür aber stetig seinen Weg bis es exakt über Simons Kopfende im Bett in einem Schwall zum Vorschein trat. 😰 Wir waren dementsprechend in heller Aufruhr, sprangen schnell in unsere Klamotten und versuchten den Wasserfluss irgendwie zu stoppen. Da uns die undichte Stelle jedoch leider völlig unbekannt ist blieben unsere Versuche vollkommen erfolglos. Auch das Abmontieren von zwei Wandpanelen brachte lediglich die Stelle zum Vorschein durch die das Wasser austrat. So wussten wir keinen anderen Ausweg als uns überstürzt von Timo und Alina zu verabschieden und die Fahrt hinunter nach „Villarrica“ anzutreten damit das Wasser auf dem Autodach derweil abfließen konnte. Als wir wieder an dem Stellplatz am See angelangten hörte es glücklicherweise auf zu regnen und wir bemühten uns, den Van in anderer Schräglage als zuvor zu parken. Sollte es erneut regnen würde das Wasser hoffentlich direkt abfließen. Auf den Schock am Morgen gab es nun erst einmal einen heißen Kaffee so wie ein kleines Frühstück bevor wir in die Stadt liefen um im WLAN den Wetterbericht zu checken. Kaum waren wir dort angelangt setzte neuerdings Regen ein weswegen wir sicherheitshalber zum Van zurückkehrten. Glücklicherweise blieb alles trocken und die Schauer verzogen sich. Gegen später stießen Timo und Alina wieder zu uns die nämlich noch unseren Reiseführer bei sich hatten. Während die beiden bei den Autos blieben machten wir uns erneut zu Fuß auf ins Zentrum. Wir steuerten einen großen Baumarkt an in dem wir sogar die uns bekannte Klebe- und Dichtmasse von „sikka“, wenn auch zu einem horrenden Preis, erhielten. Somit konnten wir dem Tag doch noch etwas Positives abgewinnen. 👍 Nun müssen wir uns schleunigst in wärmere Gefilde begeben und dort einen geeigneten Ort für die größeren Reparaturarbeiten suchen. 😕 Nach dem wir im danebengelegenen Supermarkt noch ein wenig frisches Obst und Gemüse gekauft hatten kehrten wir zum Van zurück um zu kochen und uns abends noch ein wenig mit unseren zwei Reisegefährten auszutauschen. Es ist immer wieder gut und beruhigend zu wissen, dass nicht nur wir Probleme bzw. Baustellen haben. So gut wie alle, die im Van unterwegs sind, haben kleinere oder gar noch größere Schwierigkeiten als wir. 😅

Hier trat das Wasser diesmal aus 💦
Abends gab’s heißes Bohnen-Curry 😋

Glücklicherweise zog kein nennenswerter, weiterer Regen mehr auf so dass wir eine unbeschwerte und ruhige Nacht verbringen konnten. Am Morgen verabschiedeten wir uns von Timo und Alina und fuhren bis zu einer großen „Copec“ Raststätte. Diese befand sich direkt an der Ruta 5, welche fast durch ganz Chile führt und auch als „Panamericana“ bekannt ist. Somit fuhren wir erstmals, wenn auch nur kurz, auf einem richtigen Stück Highway der berühmten Traumstraße. 😍 Für die etwas mehr als 5 km lange Strecke, die wir darauf fuhren, wurden uns allerdings auch direkt 4,50 € Autobahngebühr abgeknöpft. 😮 Die angesteuerte Raststätte ähnelte sehr unseren in Deutschland und bot alle Annehmlichkeiten wie beispielsweise ordentliches WLAN sowie Duschen. Letztere sparten wir uns jedoch für den nächsten Morgen auf da wir entschieden dort zu übernachten. 😉 Auch unsere in „Villarrica“ erworbene „claro“ SIM-Karte konnten wir hier aktivieren und damit vier fertiggestellte YouTube Videos hochladen. So können wir bei Bedarf nun tageweise Internet buchen und dieses auch unterwegs nutzen. Außerdem entschieden wir uns nach erneuter Online-Recherche sowie Wettercheck final dazu, als nächstes in den Nationalpark „Conguillio“ zu fahren. 🚐 Und seit langem, ich glaube fast seit Brasilien, gingen wir uns an diesem Tag gegenseitig ordentlich auf den Wecker. Vielleicht lagen unsere Nerven einfach noch blank vom Vortag und die Anspannung entlud sich Stück für Stück. 🤷‍♀️

Seit langem mal wieder über Nacht an einer Raststätte

Die ganze Nacht über fiel Regen aber unser Innenraum blieb Gott sei Dank trocken. Simon hatte zuvor einen niederschlagsfreien Moment abgepasst und die möglicherweise leckenden Stellen an den Verschraubungen der Solarpaneele mit Bitumenband abgeklebt. Die Maßnahme war wohl erfolgreich aber trotzdem hatten wir bei jedem Tropfen, der aufs Dach prasselte, ein sehr mulmiges Gefühl. 🙈 Direkt nach dem Aufstehen gönnte ich mir für nicht einmal einen Euro eine ausgiebige, heiße Dusche an der Raststätte. Die Sanitäranlagen waren blitzblank und die Duschräume super großzügig bemessen, sogar inklusive separatem Waschbecken und Toilette. 👍 Da den ganzen Tag über permanent leichter Nieselregen vom Himmel kam entschieden wir auch den Freitag dort zu verbringen. Wir nutzten das WLAN um jeweils unsere Steuererklärungen auszufüllen und abzugeben sowie um mit den Lieben zuhause zu telefonieren. 🥰 Und dank der just erworbenen „claro“ Karte und dem darauf verbliebenen Datenvolumen konnten wir abends im Van sogar noch zwei Folgen einer Serie streamen. 📺

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