NEW BLOG POST 🇧🇴 (22. – 29.06.2023) La Paz

Nach dem die Sonnenstrahlen unseren Van etwas aufgewärmt hatten verließen wir am Donnerstagmorgen den schönen „Sajama“ Nationalpark und begaben uns auf den Weg nach „La Paz“. Wir staunten bei der Anfahrt auf die Stadt nicht schlecht als wir die mit Schnee bedeckten, hohen Gipfel sahen welche die Metropole umgeben. Darunter u.a. der mit 6.439 Metern hohe Berg „Illimani“, der mit seinen vier Gipfeln einen beeindruckenden Anblick darbietet. 🏔 Und kaum erreichten wir die ersten Ausläufer der Stadt begann auch schon das große Verkehrschaos… 😰 Hauptsächlich Minibusse und Taxen, aber auch Privat-PKWs und LKWs quetschten sich kreuz und quer über die Straßen der Stadt. An Verkehrsregeln hält sich hier wirklich niemand und fast wäre uns einer der zahlreichen Kleinbusse in die Seite gerauscht. Zum Glück fand sich Simon in diesem heillosen Durcheinander sehr gut zurecht und schaffte es, mit dem chaotischen Verkehr mitzufließen. Ich hätte wahrscheinlich heulend das Auto mitten auf der Straße abgestellt und wäre davon gelaufen. 😅 Tatsächlich benötigten wir rund zweieinhalb Stunden im Stadtverkehr und das obwohl; oder gerade weil; wir entschieden hatten auf der großen Hauptroute zu bleiben und die engen, mitunter sehr steilen Seitenstraßen zu meiden. Schlussendlich gelangten wir wohlbehalten und noch im Tageslicht an unserem auserwählten Stellplatz an. Dieser Befand sich in der „Zona Sur“, dem tiefst gelegensten und bestsituierten Stadtteil von „La Paz“. Hier fanden wir einen Parkplatz vor der besser nicht hätte sein können: Auf einem Grünstreifen, gegenüber der Wohnhäuser, befand sich eine exakt auf unseren Van zugeschnittene Parklücke. Dahinter plätscherte ein kleiner, wenn auch müffelnder, Bach und das Häuschen des lokalen Security-Manns befand sich keine 50 Meter von uns entfernt. Jackpot! 🥳🥳🥳

Anfahrt auf La Paz – von hohen Bergen umgeben
Der Verkehr ist wirklich Crazy 🤪
Perfekter Stellplatz 👍🏻

Gut bewacht und abseits jeglichen Straßenlärms schliefen wir, auf „nur“ noch 3.500 Metern, seit Tagen endlich mal wieder richtig gut. Nach dem morgendlichen Wachmacher ☕ parkten wir unseren Van direkt vor der Nase des Wachmanns und entlohnten ihn für seine Dienste mit einem kleinen Trinkgeld. Von unserem Stellplatz aus waren es etwa zwei Kilometer zu Fuß bis zur ersten Station der grünen Linie. „La Paz“ verfügt seit dem Jahr 2014 nämlich über ein grandioses Seilbahnsystem der österreichischen Firma „Doppelmayr“. Zwischenzeitlich gibt es 10 Linien mit 36 Stationen auf einer Länge von 30 km. 😀 Wir kauften uns am Automaten eine wiederaufladbare Karte und machten zuerst eine Stadtrundfahrt der etwas anderen Art. Es ist wirklich richtig, richtig cool mit den Gondeln über die Villen und Wohnviertel zu schweben. Die Stadt hat eine irrsinnige Topografie da sie sich in einem 400 Meter tiefen Canyon befindet. An dessen Hängen krallen sich mitunter tausende von Häusern fest denn es geht vom tiefsten Punkt auf 3.200 Metern hinauf bis auf 4.100 Meter üNN. Wobei gilt: Je höher die Lage desto ärmer die Bewohner. 😮 „La Paz“ ist somit auch der höchstgelegene Regierungssitz der Welt wobei „Sucre“ die Hauptstadt des Landes bildet. Und, was wir zuvor auch nicht wussten: Eigentlich handelt es sich bei der zwei Millionen Metropole um zwei miteinander verschmolzene Städte – das kleinere „La Paz“ und das deutlich größere, hochgelegene „El Alto“. Nach dem wir die Aussicht vom höchsten Punkt „El Altos“ genossen hatten fuhren wir mit einer weiteren Seilbahnlinie wieder hinab bis ins Zentrum. Dort sahen wir uns die Basilika „San Francisco“ an, die zweit älteste Kirche im Land, deren Fassade sowohl üppig mit christlichen als auch mit indigenen Symbolen verziert ist. 😅 Von dort aus liefen wir weiter zum „Hexenmarkt“ auf dem es nicht nur allerlei bunte Souvenirs zu erwerben gibt sondern auch die ein oder andere Kuriosität wie z.B. Lama Föten und diverse andere Opfergaben für die „Pachamama“ – die „Muttererde“. Bei den Föten handelt es sich aber wohl um natürliche Fehlgeburten und diese werden beispielsweise beim Bau eines Hauses als Talisman geopfert, indem sie unter dem Fundament vergraben werden. Wir schlenderten die schöne, bunte und mit Regenschirmen sowie fliegenden Hexen geschmückte Gasse auf und ab und ich kam nicht umhin mir noch einen tollen, gelben Poncho mit buntem Schalkragen zu kaufen. 🥰 Auf dem Rückweg zur Gondel schnappten wir uns noch ein kleines Mittagessen auf die Hand und trotz zahlreicher Seilbahnfahrten hatten wir am Ende des Tages stolze 18 Kilometer zu Fuß zurückgelegt.

Blick auf „unser“ Viertel
Mit der Seilbahn über die Stadt 🌆
Blick auf den „Illimani“
In Bolivien sind die Häuser meist unverputzt – ist wohl eine Art Statussymbol, dass man sich Backstein leisten kann
Katholische & indigene Verzierungen…
an der Basilika „San Francisco“
Unterwegs auf dem bunten Hexenmarkt
Die Ober-Hexe 🧙
Hier gibt’s allerlei für den Aberglauben
Diverse Opfergaben für die „Pachamama“
😅😅😅

Um die Stadt noch ein bisschen besser kennenzulernen schlossen wir uns am Samstag einer geführten Walkingtour an. Diese beginnen jeweils um 11:00 und um 14:00 Uhr an der „Plaza Sucre“ und kosten pro Person lediglich 20 BS (= 2,50 €) plus freiwilligem Trinkgeld am Ende. Die Guides von „Red Cap“ sind unschwer an ihrer roten Schildmütze sowie dem farblich dazu passenden Shirt zu erkennen. Am Ende kamen rund 20 Menschen aus aller Herrenländer zusammen die, uns eingeschlossen, dem sehr gut englischsprechenden „Cristian“ folgten. 😅 Zuerst erläuterte er einiges über das große Gefängnis welches sich direkt neben der Plaza, mitten im Zentrum, befindet und insgesamt 4.000 Insassen beherbergt. Von dort aus liefen wir über den sehr schönen Obst- und Gemüsemarkt bevor wir neuerdings in die Straße des „Hexenmarkt“ einbogen. Auch hier erklärte uns „Cris“ viel zur indigenen Kultur, den Sitten und Bräuchen sowie der traditionellen Kleidung. So kann man z.B. am Sitz der Melone der „Cholitas“ (der Aymará-Frauen) ihren Familienstand erkennen, ähnlich wie an der Schleife des Dirndls. Weiter ging es noch einmal zur Basilika und anschließend zur „Plaza de Armas“. Dort befindet sich nicht nur der Präsidentenpalast sowie der Nationalkongress, sondern auch die Kathedrale. Warum die Ziffern auf der großen Uhr am Regierungsgebäude andersherum angeordnet sind und noch so einige interessante Fakten mehr erfahrt ihr dann in unserem dazugehörigen YouTube Video. 😉 Danach kehrten wir im Restaurant „Sol y Luna“ auf einen abschließenden und inkludierten „Pisco Boliviano“ ein. Unser Guide schilderte noch einiges zur politischen Situation des Landes und jeder hatte Gelegenheit eventuell noch offene Fragen zu stellen. Drei Stunden nach Tour Beginn ging dann jeder wieder seiner Wege und wir fuhren mit der Seilbahn zurück in „unser“ Viertel. Hungrig nach den zwölf zu Fuß zurückgelegten Kilometern suchten wir noch einen Food-Court auf wo sich jeder von uns ein Gericht aussuchte welches wir, wie immer, teilten. 😋

Unser Guide „Cristian“
Die Flagge Boliviens beinhaltet tatsächlich ein Lama 🦙
An der „Plaza de Armas“
Der Präsidentenpalast
Hier laufen die Uhren anders herum…
Die Kathedrale

Sonntags ließen wir es gemütlich angehen weswegen wir uns bereits am Vorabend gegen den mehrere Quadratkilometer umfassenden Markt entschieden hatten welcher jeweils donnerstags und sonntags in „El Alto“ stattfindet. Stattdessen schliefen wir aus um fit für das Event des Tages zu sein: „Cholita“-Wrestling! 🤼‍♀️ Über die Website von Red Cap hatte ich noch am Vortag Tickets für den Abend erworben. Für umgerechnet 12,50 € p.P. enthielten diese den Hin- und Rücktransport zum Veranstaltungsort, den Eintritt sowie je ein Getränk und einen kleinen Snack. 👍 Da wir frühestens gegen 15:00 Uhr an der „Plaza Espana“ abgeholt wurden begaben wir uns erst gegen Mittag auf den Weg in die Stadt. Das Frühstück hatten wir zugunsten eines Mittagsmenüs ausfallen lassen und tatsächlich fanden wir ganz in der Nähe der Plaza ein nettes Lokal. Für 5 € gab es dort eine leckere, cremige Hühnersuppe, tolle Salate vom Büffet sowie ein Stück Fleisch mit Reis und Pommes als Beilage und dazu einen fruchtigen Maracuja-Saft. 🍲🥃 Gegen später holte uns dann ein großer Bus am vereinbarten Treffpunkt ab und brachte uns, nach dem weitere Fahrgäste an diversen Stationen zugestiegen waren, zur Arena in „El Alto“. Dank unserer Tickets hatten wir VIP-Plätze in der ersten Reihe mit bester Sicht auf den Ring. Die zwei Stunden vergingen wie im Flug und die Kämpfe der „Cholitas“ waren, nicht zuletzt dank ihrer traditionellen Kleidung, wirklich sehr unterhaltsam. Kurz nach 19:00 Uhr bestiegen wir wieder den Bus welcher uns zu unserem Ausgangspunkt zurückbrachte. Von dort aus fuhren wir mit der Seilbahn zurück in die „Zona Sur“ und genossen dabei die Aussicht über das mittlerweile im Dunkeln leuchtende Häusermeer. 🌃

Los geht’s zum Wrestling 🤼‍♀️
VIP Plätze inklusive 😀
Die Kämpferinnen in traditioneller Kleidung
Das Publikum wurde auch mit eingebunden
Eine wirklich unterhaltsame Show
Mein schöner neuer Poncho 🥰
Ein kurzweiliger Abend geht zu Ende

Die neue Woche begann für uns neuerdings aktiv. Nach dem wir uns im Van mit leckerem Avocado-Toast gestärkt hatten schnürten wir die Wanderstiefel und packten unsere Stöcke in die Rucksäcke. Unser Zuhause parkten wir, wie jeden Tag, gegen ein paar Bolivianos direkt vor der Nase des Wachhabenden. Zwei Querstraßen weiter schnappten wir uns dann ein Taxi welches uns den Berg hinauf ins „Valle de las Ánimas“ kutschierte. Ich hatte im Internet von einem Wanderweg gelesen welcher glücklicherweise auch auf MAPS.ME verzeichnet war und so liefen wir auf eigene Faust los. Zu anfangs ging es steil den Berg hinauf über einen schmalen, mitunter recht zugewucherten Trampelpfad durch einen Canyon. Je weiter nach oben wir kamen umso besser wurde die rückwärtige Sicht auf die Großstadt sowie die umliegenden Berge. Am Kamm angelangt hatten wir herrliche Sicht auf die spitzen Türme welche Orgelpfeifen ähnelten und sich durch das gesamte Tal zogen. 🤩 Wir folgten dem Weg, welcher mittlerweile etwas breiter geworden war, wieder hinunter und gelangten rund vier Kilometer später wieder oberhalb der Straße an, an der wir die Tour begonnen hatten. Diese liefen wir ein Stück bergab bis uns einer der zahlreichen Minibusse begegnete welche als sehr günstiges, öffentliches Verkehrsmittel fungieren. Für schlappe 2,50 BS pro Kopf brachte uns der Fahrer in null Komma nichts wieder in die Nähe unseres Stellplatzes. Für die Fahrt mit dem Taxi hingegen hatten wir 45 BS (= 6 €) bezahlt. 🙈 An der Supermarktbude schnappten wir uns noch einen Hamburger auf die Hand und gönnten uns auf dem Rückweg zum Van noch ein Eis am Stiel. Frische Luft und vor allem Höhenluft macht schließlich hungrig. 😂 Übrigens brachten wir auch dem jeweils wachhabenden Security jeden Abend als Dankeschön, zusätzlich zum Trinkgeld, einen frischen Burger mit. Nach den zurückliegenden, mitunter langen und auch anstrengenden Tagen in der Stadt tat es gut mal nur den halben Tag unterwegs gewesen zu sein zumal so noch ein wenig Zeit für die Arbeit an den Laptops bleib. Schließlich schreibt sich der Blog nicht von alleine und auch die Videos brauchen etliche Stunden bis ihr sie endlich anschauen könnt. 😉

Wanderung durch die enge, zugewachsene Schlucht
Blick zurück auf „La Paz“
Es ging hoch hinauf
Am Kamm angelangt
Erstmal Kuchen 😅
Der schneebedeckte „Illimani“ &
das „Valle de las Ánimas“ mit seinen Orgelpfeifen
Unser schöner „Morgntau“ Rucksack 🎒
Let‘s go back
Was für eine Aussicht
Schönes, passendes Wandgemälde

Am Dienstag gönnten wir uns ein fantastisches Mittagessen im Restaurant „Popular“ welches sich hinter der Basilika „San Francisco“ in einem netten Innenhof befindet. Für lächerliche 79 BS (= 10 €) pro Kopf erhielten wir ein Drei-Gänge Menü wie im Sterne Restaurant. 😍 Selbst ein kleiner Krug Saft war im Preis inbegriffen und wir hatten Glück, dass wir auf Anhieb einen Tisch erhielten. Denn obwohl wir bereits 30 Minuten vor Öffnung dort waren hatte sich bereits eine Warteschlange vor dem Eingangsbereich gebildet. 😮 Satt und glücklich steuerten wir danach ein Versicherungsbüro in der Nähe an um uns dort nach einer Autoversicherung für Peru zu erkundigen. Mit 50 US$ pro Monat erschien uns diese jedoch deutlich zu teuer und so zogen wir unverrichteter Dinge wieder von dannen. Bevor wir der Innenstadt endgültig Lebewohl sagten statten wir dem ethnografischen und folkloristischen Museum „musef“ noch einen Besuch ab. Dort werden beispielsweise alte Gefäße und Schmuckstücke, aber auch bolivianische Trachten sowie prächtige, bunte Faschingsmasken und Federschmuck ausgestellt. Auf dem Rückweg zum Van versuchten wir noch bei zwei Schuhgeschäften neue Turnschuhe für Simon zu erwerben aber der Kauf gestaltete sich schwieriger als gedacht. 😅 Mit Schuhgröße 42/43 liegt Simon wohl über dem bolivianischen Durchschnitt und wir waren nicht gewillt, jeweils eine halbe Stunde im Laden zu warten bis die entsprechende Größe aufgetrieben werden konnte. Rücklage wäre nur gegen Anzahlung möglich gewesen und so verschoben wir den Einkauf kurzerhand auf das nächste Land Peru. 🤷‍♀️

Wartebereich vorm Restaurant „popular“
Wir haben einen Tisch ergattert 😃
Brokkoli Cremesuppe mit Variationen vom Brokkoli
Käse-Taler mit Creme und Gemüse Garnitur
Geräucherter Amazonasfisch mit Reisecreme, schwarzen Quinoa Empanadas & Rote Beete Garnitur
Mit Erdnuss gefüllte Hähnchenbrust in Erdnusssauce und Kartoffelvariationen
Tartelette mit Malzeis und Malzsauce
Limonen Triologie 😋
Blick in die offene Küche
Verschiedene Trachten im ethnographischen Museum
Es gab auch diverse Gefäße aus der Inka Zeit
Sowie Schmuckstücke…
… und coole alte schwarz-weiß Aufnahmen
Auch bunten Federschmuck gab es
Aber am tollsten waren die Karnevals Masken
So sieht (oder sah) dass dann an Fasching aus

Der nächste Tag empfing uns neuerdings, wie seit so vielen Tagen, mit stahlblauem Himmel und Sonnenschein. Vermutlich ist das milde, angenehme Klima mit einem Jahresmittel von 18°C am Tag und 4°C in der Nacht bei im Schnitt 7 Stunden Sonnenschein auch der Grund, warum sich Menschen in diesem ansonsten unwirtlichen Talkessel niederließen. 😎 Nach sieben Tagen verließen wir am frühen Vormittag unseren schönen, freien Stellplatz um auf dem nahegelegenen Campingplatz „Las Lomas“ (50 BS pro Tag/Person) einzuchecken. Die Anfahrt über die engen, steilen Kopfsteinpflasterstraßen erforderte ein wenig Konzentration, war aber alles in allem gut machbar. Der Platz wurde uns im Vorfeld mehrfach wärmstens empfohlen und zwar zurecht. Der Inhaber „Marcos“ ist super nett und kennt sich noch dazu sehr gut im KFZ-Bereich aus, sollte man Probleme mit dem Van haben. Wir legten einen Organisationstag ein und waren super fleißig. Simon putzte mit dem vorhandenen „Kärcher“ Dampfdruckstrahler unsere Fahrräder während ich zwei Maschinen Wäsche wusch und unseren Van im Inneren gründlich reinigte. Außerdem konnten wir unser Brauch- und Trinkwasser auffüllen und sogar unsere Gasflasche wieder komplett füllen lassen. 👍 Und auch über das 5G Internet freuten wir uns sehr da wir damit noch einige Uploads tätigen konnten. Die zum Campingplatz gehörende Küche nutzten wir am Abend, um seit langem mal wieder Pizza selbst zu machen und in dem bis zu 500 Grad heißen Gasofen gelang diese mindestens genauso gut wie beim besten Italiener. 🍕🍷

Camping „Las Lomas“
Hier trocknet unsere Wäsche
Selbst auf dem Campground wird gearbeitet 💪🏻

Weniger schön war hingegen meine Nacht da ich mir, vermutlich bei der Rückfahrt von unserer Wanderung im Minibus bei offenen Fenstern, einen steifen Nacken zugezogen hatte. Dieser hatte sich bereits vor ein bis zwei Tagen bemerkbar gemacht aber vermutlich durch die Arbeiten am Tag zuvor schmerzte es nun wirklich höllisch und ich konnte meinen Kopf kaum mehr drehen. Entsprechend schlecht schlief ich da ich nur auf dem Rücken liegen konnte und die stechenden Schmerzen nicht unbedingt schlafförderlich waren. 😥 An die eigentlich geplante Radtour auf der Yungas-Todesstraße war somit nicht zu denken und so legten wir noch einen weiteren Tag Pause auf dem schönen Campingplatz ein und ich genoss zumindest eine ausgiebige, heiße Dusche. 🚿🧼🧽 Zumal wir hier sehr nette Gesellschaft aus Kolumbien, den Niederlanden sowie aus Deutschland und den Staaten hatten mit denen wir uns gut unterhielten.

Overlander Treffpunkt (DE, NL, CH, US, KO) 😍
6 oder 7 Bekannte waren schon vor uns da 🙂

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

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NEW BLOG POST 🇧🇴 (16. – 21.06.2023) Cochabamba – Nationalpark Sajama

Nach unserer Rückkehr aus dem Nationalpark „Torotoro“ hatten wir, zwecks Lebensmitteleinkäufen, einem Date mit der heißen Dusche im Hostel sowie zweier Video-Uploads, noch eine weitere Nacht in „Cochabamba“ verbracht. Am Samstagmittag begaben wir uns dann von dort aus auf die Weiterreise. Unser nächstes Ziel war der Nationalpark „Sajama“ welcher auf einer Höhe von 4.200 Metern üNN liegt. Entsprechend kurvig war unser erster Fahrtag, da es in Summe bis zu unserem Schlafplatz für die Nacht 1.300 Höhenmeter zu überwinden galt. 😮 Zumeist war die Strecke nur einspurig und es galt neuerdings zahlreiche Lastkraftwagen zu überholen welche nur langsam den Berg hinaufkrochen. Nicht immer war weit im Voraus einsehbar, ob einem Verkehr entgegenkommen würde und so war die Fahrt mitunter doch sehr abenteuerlich und anstrengend. Auch das Tanken gestaltete sich erstmals etwas beschwerlicher. Wir fanden partout keine Tankstelle, die uns den Diesel direkt in den Tank füllen wollte. So blieb uns also nichts anderes übrig als unseren 20 Liter Kanister mehrmals befüllen zu lassen. Das geht aber auch nur dann, wenn man eine Kopie eines Bolivianischen Ausweises vorweisen kann. Zum Glück hatten wir bereits Eine und beschafften uns von einem freundlichen Ladenbesitzer neben der Tankstelle noch eine Weitere. So konnten wir zumindest pro Tankstelle zweimal den Kanister füllen lassen. Dafür bekamen wir den Sprit aber zum Preis der Einheimischen was in etwa 0,50 €/Liter entspricht so dass es die Mühen allemal wert war. 👍 Gegen 17 Uhr kamen wir an der Plaza des Örtchens „Caracollo“ an um hier nach fast 200 Kilometern Fahrt zu nächtigen. Die Höhe spürten wir nicht nur an den deutlich frischeren Temperaturen, sondern bei mir machte sich auch direkt leichter Kopfschmerz bemerkbar weswegen ich uns erstmals einen Tee aus Kokablättern zubereitete. Dieser soll angeblich gut gegen Symptome der Höhenkrankheit helfen. Ich bin gespannt… 😉

Auf dem Weg nach „Sajama“ ging es ziemlich kurvig zu
Ein Überholmanöver jagte das Nächste 🙈
Und es ging mal wieder hoch hinauf 😮‍💨
Stellplatz in „Caracollo“

Wir schliefen gut und wachten am nächsten Morgen ohne jegliche Symptome auf. Koka-Tee hin oder her. 😂 Da wir, auf Grund der bevorstehenden kalten Nächte mit deutlichen Minustemperaturen, kein Risiko eingehen wollten ließen wir noch an Ort und Stelle unser Wasser ab. Wir entleerten den Tank sowie den Boiler und sämtliche Zuleitungen damit unser Wassersystem keinen Schaden nehmen kann. Die nächsten Tage mussten wir behelfsmäßig mit Wasserkanister kochen und spülen. 🤷‍♀️ Bis wir gefrühstückt hatten und an einer Tankstelle noch einmal zwei Kanister voll Diesel erworben hatten war der halbe Tag schon um. 🙈 Glücklicherweise konnten wir die verbleibenden 195 Kilometer bis in den Nationalpark schnell abspulen da die Straße in sehr gutem Zustand war. Und dank der wahnsinnig schönen Landschaft verging die Zeit wie im Flug. Bereits auf dem Weg nach „Sajama“ durften wir den Blick auf die 6.000 Meter hohen Berge genießen. 💕 Der Berg „Sajama“, seines Zeichens auch Namensgeber des Nationalparks, ist mit einer unglaublichen Höhe von 6.542 Metern der höchste Berg Boliviens und einer der höchsten Vulkane weltweit. 😯 Dieser ist jedoch bereits seit mindestens 25.000 Jahren erloschen. Am Nachmittag gelangten wir dann in dem kleinen Dorf an und parkten unseren Van, auf Empfehlung von Lydia und Ju, vor dem „Hotel Sajama“. Dort durften wir freundlicherweise kostenlos die Toilette nutzen sowie gegen einen kleinen Obolus auch die Dusche. Da wir uns hierfür selbstverständlich erkenntlich zeigen wollten aßen wir im dazugehörigen Hotel zu Abend. Das kleine, aber feine drei Gänge Menü kostete schlappe 4 € pro Person. 👍 Allerdings war der Gastraum unbeheizt und so aßen wir dick eingepackt mit Mütze, Handschuhen und Jacke zu Abend. Schon verrückt: Vor nicht einmal zwei Wochen haben wir abends noch geschwitzt und nur mit Leintuch sowie mit Ventilator geschlafen und jetzt müssen wir abends wieder die Standheizung einschalten. 🤣

Tolle Ausblicke auf die Schneeberge 🏔
Einfahrt in den Nationalpark
Im Hintergrund der Vulkan „Sajama“ &
im Vordergrund Lamas 🦙🦙🦙
Unser verdientes Abendessen nach der langen Fahrt

Am Montagmorgen warfen wir nach dem Aufwachen direkt unsere Heizung an und verließen das mollig warme Bett erst rund eine Stunde später, als unser Innenraum auf immerhin 14°C aufgeheizt war. 😊 Draußen tat die Sonne bereits ihren Dienst und ohne Wind war es tagsüber relativ angenehm, obgleich wir in der Nacht -10°C zu verzeichnen hatten. Gegen Mittag verließen wir unser kuscheliges Zuhause und machten uns zu Fuß auf eine kleine Wanderung zum „Monte Cielo“. Der Weg verläuft ab dem Ort kerzengeradeaus hinauf bis zu einem „Mirador“ welcher sich auf 4.550 Metern üNN befindet. Auf Grund der dünnen Luft waren die 300 Höhenmeter, die es bis zum Aussichtspunkt zu überwinden galt, anstrengender als sonst und wir benötigten für die gerade einmal zweieinhalb Kilometer lange Strecke eine Stunde. 😅 Wir hatten neuerdings super schöne Aussichten auf die umliegenden, mitunter schneebedeckten Gipfel sowie hinab ins Tal wo die Lama-Herden weideten. Auch eine kleine Rauchfahne von dem auf chilenischer Seite gelegenen Vulkan konnten wir sehen. Nach dem Abstieg machten wir es uns mit einer Tasse Tee im Van gemütlich, arbeiteten noch eine Weile an den Laptops und verspeisten abends leckeres Kartoffel-Gratin aus dem Omnia. 😋

Seht ihr den Hasen?
Los geht’s auf den „Monte Cielo“
Blick zurück aufs Dorf & noch mehr Vulkane
Ganz schön steil 😮‍💨
Die älteste Baumart der Welt die noch dazu in der höchsten Höhe gedeiht
Am Mirador angelangt
Wir haben es geschafft 😀
Auf gleichem Weg, kerzengerade aus, wieder zurück

In der Nacht von Montag auf Dienstag schlief ich super schlecht was wahrscheinlich mal wieder an der Höhe lag. So war es auch nicht weiter schlimm, dass bereits um 05:00 Uhr der Wecker klingelte um die Heizung anzuschalten da ich sowieso schon wach war. 😅 Eine Stunde später standen wir dann auf um Kaffee zu kochen, die Rucksäcke zu packen und uns warm anzuziehen. Als wir uns auf den Weg machten schien bereits die Sonne von einem wolkenlosen, azurblauen Himmel aber dennoch lagen die Temperaturen noch leicht unter dem Gefrierpunkt. Beim Laufen wurde uns aber schnell warm und etwa acht Kilometer später gelangten wir an unserem Ziel, einem Geysir-Feld, an. Dort parkte ein „Defender“ mit Wohnkabine und deutschem Kennzeichen. Wie sich schnell herausstellte gehört dieser Sabine und Michael aus Forchheim in Franken. Die beiden haben eine sehr ähnliche Route wie wir und dennoch hatten sich unsere Wege bis dato noch nie gekreuzt. Nach einem kurzen Plausch mit den beiden liefen wir dann zu den kochend heißen, dampfenden sowie sprudelnden Quellen mit bis zu 130 Grad warmem Wasser. 😮 Wasserspeiende Geysire oder blubbernde Schlammlöcher gab es hier jedoch nicht. Wir frühstückten zwischen den brodelnden Geysiren und freuten uns einmal mehr darüber, dass hier rein gar nichts abgesperrt ist und wir uns selbst unsere Wege suchen konnten. Zurück liefen wir querfeldein, entlang des warmen Bächleins auf feinem, schwarzen Lava-Sand und durch die Lama sowie Alpaka Herden. 🦙🦙 Im Dorf angelangt plagte uns nach der 16 Kilometer langen Wanderung und der vielen frischen Luft der Hunger weswegen wir uns im Hotel ein sättigendes Mittagsmenü gönnten. Am Nachmittag fuhren wir dann, gemeinsam mit Sabine und Mike, zu natürlichen Hot Pools. Der von uns auserwählte gehörte einer älteren Dame namens „Dona Ines“ und für schlappe 15 BS (= 2 €) pro Person durften wir ihren 34°C warmen, natürlichen Pool nutzen sowie auf ihrem weitläufigen Gelände nächtigen. Wir verbrachten rund zwei Stunden im angenehm warmen Wasser und sahen dabei zu, wie die schmale Mondsichel aufging und sich über uns ein fantastischer Sternenhimmel breit machte. 🌙🌟💫

Die hübsche, alte Steinkirche an der Plaza
Quer durch die Alpaka & Lama Herden 🥰
Na wer steht denn da?!
Weiter geht’s zu den Geysiren
Dort trafen wir auf Mike & Sabine 😀
Überall dampfte das kochend heißen Wasser
Bis zu 130 Grad heiß 🥵
Und die 8 km wieder zurück
Diesmal querfeldein durch die Lamas 🥰
Stellplatz auf dem Gelände von „Doña Ines“
Wohltuend warmes Wasser 😌

Da sowohl die einsame Landschaft als auch das warme Becken gar so herrlich waren verbrachten wir noch einen weiteren Tag an diesem schönen Stellplatz. Wir genossen das schöne Wetter, die Einsamkeit und ein weiteres, ausgiebiges Bad im Hot Pool wo ich mir sogar die Haare waschen konnte. Außerdem blieb uns so genug Zeit, um die Weiterreise nach „La Paz“ sowie die Radtour auf der „Yunga Todesstraße“ zu planen. Freut euch also schon jetzt auf den kommenden Blog-Eintrag. 😛

Sabine & Mike fuhren weiter…
Wir hingegen genossen noch einmal ausgiebig das Thermalbecken 😇
Schöner Sonnenuntergang inklusive 🌅
Der „Sajama“ leuchtet in der untergehenden Sonne ☀️

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

NEW BLOG POST 🇧🇴 (06. – 15.06.2023) Von Santa Cruz über Cochabamba in den NP Torotoro

Nach dem wir auch den Dienstag noch in „Santa Cruz“ verbracht hatten begaben wir uns am Mittwoch auf die Weiterfahrt. Frisch geduscht und mit einem weinenden Auge verabschiedeten wir uns von unseren liebgewonnen Weggefährten Jessica und Yannick, bevor wir unweit am „Hipermaxi“ schon wieder anhielten. Mit frischen Vorräten ging es weiter zu einer Bäckerei in der „Avenida Alemana“, welche seit kurzem von Werner aus Deutschland sowie seiner Schweizer Partnerin Fabienne geführt wird. Werner stammt aus Ludwigshafen und hatte unsere Autos, kurz nach unserer Ankunft in der Stadt, per Zufall vor der Werkstatt stehen gesehen. Natürlich waren ihm unsere Kennzeichen („KA“ bzw. „RA“) sofort aufgefallen und er hatte uns herzlich in seine Bäckerei eingeladen. 😀 Nach dem wir dort zwei süße Stückchen genossen und Käsekuchen für den kommenden Tag eingepackt hatten schafften wir es am Nachmittag dann heraus aus „Santa Cruz“. 😅 Nach dem uns die erste anvisierte Tankstelle nur Sprit zum Ausländerpreis (á 9 BS/Liter) verkaufen wollte hatten wir bei der Zweiten direkt Erfolg. Für 6 BS/Liter konnten wir unseren Dieseltank dort auffüllen so dass wir für die nächsten Tage gut gerüstet waren. Mit Einbruch der frühen Dunkelheit kamen wir im kleinen, tropischen Örtchen „Buena Vista“ an. Wir parkten unseren Van an der, im Verhältnis zum Ort, gigantisch großen Plaza direkt gegenüber vom Polizeirevier und drehten zu Fuß noch eine kleine Runde drumherum. Die Gegend hier erinnerte uns stark an das südliche Brasilien denn sowohl die Vegetation als auch die schwül-warmen Temperaturen fühlten sich ähnlich wie damals in „Bonito“ an. Damit einher gingen leider auch die lästigen Moskitos die mir einmal mehr unzählige, bestialisch juckende Stiche zufügten. 😣

Die Deutsch-Schweizer Bäckerei
Der Käsekuchen war wirklich seeehr lecker 😋
Glockenturm in „Buena Vista“
Schlafplatz an der Plaza

Erstaunlicherweise schliefen wir, trotz der Wärme, relativ gut und wurden am nächsten Morgen erst durch den Gottesdienst geweckt. Dieser fand an Fronleichnam nämlich open-air auf der Plaza statt. Nach dem wir unseren Kaffee getrunken und den Van startklar gemacht hatten fuhren wir zur wenige hundert Meter entfernt gelegenen „Quesería Suiza“. Die Käserei wird tatsächlich von einem Schweizer betrieben, der sich vor etlichen Jahren in dem hübschen Örtchen niedergelassen hat. Wir probierten einige Käsesorten und kauften letzten Endes ein Stück Emmentaler sowie Gruyer. Somit steht den selbstgemachten Käsespätzlen jetzt nichts mehr im Weg. 😛 Das dazugehörige Restaurant inklusive schönem Biergarten füllte sich trotz der frühen Stunde ziemlich schnell und auch wir schnappten uns einen der noch freien Tische im Außenbereich. Simon bestellte sich einen Käse-Wurst-Salat und ich ein Raclette-Brot. 😋 Nach diesem etwas außergewöhnlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg in Richtung „Cochabamba“. Etwa drei Stunden später stoppten wir neuerdings für eine Pause in einem sehr nett gelegenen Lokal mit großem Außenbereich. Dieses ist vor allem für seine frisch gemixten Fruchtsäfte und Smoothies bekannt. Wir bestellten einen Liter erfrischenden Ananas-Papaya Smoothie und dazu eine große Portion Fisch mit Yucca und Mais als Beilage. Die Essensportion war jedoch derart groß als dass wir nur die Hälfte schafften. 😮 Somit erübrigte sich die Essensfrage für den Folgetag auch direkt und wir packten die üppigen Reste ein. Kurz darauf erreichten wir gegen 17 Uhr unser Tagesziel. An der Plaza der Ortschaft „Villa Tunari“ fanden wir neuerdings einen geeigneten Stellplatz. Hier trafen wir sogar auf eine der wenigen Overlander in Bolivien, ein älteres Paar aus Holland welches bereits zum dritten Mal einen Teil des Südamerikanischen Kontinents bereist. Und praktischerweise befand sich direkt gegenüber der Plaza sogar eine öffentliche Dusche für die ich nach dem schwül-heißen Tag sehr dankbar war. 🚿

Restaurant der „Quesería Suiza“
Die gut bestückte Käsetheke 🧀
Simons Wurstsalat bestand eher aus Käse 😅
Mein Raclette-Brot war spitze 👌🏻
Weiterfahrt durch die tropische Landschaft
Verdiente Pause ☺️
Fisch mit Yucca
Die Portion war so groß,
da wanderte die Hälfte in unsere Tupperschüssel
Weiter ging’s durch die Tropen…
… bis nach „Villa Tunari“

Am nächsten Morgen füllten wir noch unser Trinkwasser auf und kauften eine frische Kokosnuss. Kann ja schließlich eine Weile dauern, bis wir wieder in den Genuss dieses tropischen und sehr erfrischenden Getränks kommen werden. 😋 Anschließend machten wir uns auf den Weg nach „Cochabamba“. Die Straße war des Öfteren in schlechtem Zustand und es ging über zahlreiche Kurven in luftige Höhen, stets durch üppig grünen und dichten Nebelwald. Wir starteten unsere Reise knapp über Meeresniveau und befanden uns mitunter auf fast 4.000 Metern üNN, bis wir schließlich den Talkessel auf 2.500 Metern üNN erreichten in welchem sich die Stadt „Cochabamba“ befindet. Da es auf der Strecke auch sehr viel Schwerlastverkehr gab kamen wir nur langsam voran und benötigten, für die gerade einmal 160 Kilometer lange Etappe, rund vier Stunden. 🙈 Kurz vor unserem Ziel änderte sich die Landschaft dann schlagartig. Das dichte Grün wich plötzlich kargen Berghängen und machte Platz für Kornfelder. In der viertgrößten Stadt Boliviens angelangt parkten wir unser Zuhause erneut an einer Plaza in einem sehr ruhigen Viertel, etwa vier Kilometer außerhalb des Zentrums. Wir spazierten zu dem unweit gelegenen, großen Park „Abraham Lincoln“ um uns ein wenig in der Umgebung zu orientieren. Kurz darauf wurde es dann auch schon dunkel und wir freuten uns über den restlichen Fisch vom Vortag sowie über die deutlich kühleren Temperaturen am Abend. 😊 Ähnlich wie in „Sucre“ lagen die Temperaturen hier tagsüber bei angenehmen 28°C und minimalen 4°C in der Nacht so dass wir deutlich besser schliefen als die Tage zuvor in dem tropischen Klima West-Boliviens.

Plötzlich wich das Grün kargem Braun 😳

Entsprechend fit machten wir uns, für unsere Verhältnisse bereits früh am Morgen, zu Fuß auf zur Stadterkundung. Wir liefen vorbei am alten Kloster „Santa Teresa“ und fanden per Zufall im wunderschönen Innenhof eines Hotels ein nettes Café. Dort war ein sehr appetitlich aussehendes Brunch-Buffet aufgebaut und wir entschieden uns spontan dazu an einem der Tische Platz zu nehmen. Das reichhaltige Frühstück beinhaltete für gerade einmal 40 BS (= 5 €) sogar sämtliche Getränke, einschließlich diverser frischer Säfte sowie aller Heißgetränke. 👍 Von dort aus war es dann nur noch ein Katzensprung zur zentralen Plaza mit der schönen Kathedrale. Als nächstes steuerten wir einen der größten Märkte Südamerikas an auf dem es wirklich ALLES käuflich zu erwerben gibt. Von Lebensmitteln über Bekleidung und Schuhwerk, Spielwaren und Elektronikartikeln – hier bleiben keine Wünsche offen. Vorausgesetzt, man findet sich in dem Gewirr an Gassen und Straßen, durch welche mitunter auch Autos und Busse fahren, zurecht. 😅 Nach dem wir uns sattgesehen hatten liefen wir wieder zurück in Richtung Zentrum und fanden auf dem Weg per Zufall einen Laden, welcher Simons defekter Bauchtasche einen neuen Zipper verpassen konnte. Die Neuanschaffung war somit hinfällig. 🙃 Und da wir noch genug Energie hatten liefen wir weiter quer durch die Stadt bis zur Seilbahn. Diese brachte uns für gerade einmal 2 € in kürzester Zeit hinauf zum „Cristo de la Concordia“. Die Christusstatue ähnelt ihrem Vorbild in „Rio de Janeiro“ und ist dieser sogar um gute 40 cm überlegen. Wir bestaunten die, inklusive Podest, 40 Meter hohe Statue mit einer Armspannweite von über 30 Metern und freuten uns darüber, dass im Gegensatz zu dem Pendant in Brasilien hier kaum etwas los war. Dementsprechend unspektakulär fühlte sich der Besuch aber auch wiederum an. Wieder an der Talstation angelangt machten wir uns auf den Rückweg zum Van und am Ende des Tages hatten wir tatsächlich 18 Kilometer zu Fuß zurück gelegt. 😯

Das „Café Pausa“ können wir sehr empfehlen
Frühstück & Kaffee waren exzellent 👍🏻
Die Kathedrale bei Tag… ☀️
Und am Abend 🌙
Ananas aus der Schubkarre 🍍
Mit der Seilbahn rauf zum Cristo 🚡
Ganz schön groß 😯
Blick auf „Cochabamba“

Müde vom Vortag schliefen wir am Sonntag erst einmal aus und ließen den Tag ruhig angehen. Wir nahmen seit langem mal wieder die Fahrräder und fanden ganz in der Nähe unseres Stellplatzes ein hübsches, bei Einheimischen beliebtes Lokal. Dort aßen wir im Garten eine leckere Lasagne und ein feines, asiatisches Gericht zu Mittag welches endlich mal richtig viel Gemüse beinhaltete. 👍👍👍 Zuvor hatten wir bereits unsere Duschsachen in die Rucksäcke gepackt und so steuerten wir nach dem Essen das Hotel in der Innenstadt an, bei welchem wir am Tag zuvor gefrühstückt hatten. Für 15 BS durften wir dort nämlich die richtig heißen Duschen nutzen. Und auf dem Rückweg zum Auto gönnten wir uns in einem gemütlichen Café noch einen doppelten Espresso mit zwei Kugeln Vanille Eis. Dank der günstigen Preise fühlt sich Bolivien seit Anbeginn unserer Reise so richtig nach Urlaub an. 😎 Die soeben zugeführten Kalorien verbrannten wir dann, zumindest teilweise, bei einer Runde Basketball auf dem Court an „unserer Plaza“ bevor wir uns noch ein Weilchen an die Laptops setzten.

Yummy 😛
Schöne Pflanzen im Restaurant 🪴

Am Montagmittag begaben wir uns, nach dem Frühstück, auf die etwa 130 km lange Fahrt in den Nationalpark „Torotoro“. Dieser befindet sich, relativ abgelegen, etwa in der Mitte zwischen „Sucre“ und „Cochabamba“. Damit künftig mehr Touristen dieses Juwel besuchen können gibt es seit kurzem eine mittlerweile fast durchgehend asphaltieret Straße dorthin. Lediglich die letzten sechs Kilometer befinden sich derzeit noch im Bau. Da es auf der gesamten Strecke jedoch endlos viele Kurven zu durchfahren gilt benötigt man für diese relativ kurze Etappe dennoch gut drei Stunden. Als die Straße noch nicht existierte war es wohl das Doppelte. 🙈 Mir wurde von all den Kehren seit langem mal wieder schlecht, scheint bei mir irgendwie Tagesform bedingt zu sein. 🤷‍♀️ Von daher konnte ich die wunderschöne Landschaft durch die wir fuhren leider gar nicht wirklich genießen. Es ging über endlos viele, bunte Berge was an den verschiedenen Sedimentschichten in dieser Gegend liegt. Am späten Nachmittag kamen wir dann im gleichnamigen Dorf „Torotoro“ an in welchem sich Fuchs und Hase gute Nacht zu sagen scheinen. 😂 Der Stellplatz an der Plaza war uns zu uneben und so landeten wir auf dem Parkplatz der Sporthalle direkt unterhalb des Parkbüros. In selbigem engagierten wir für den Folgetag einen Guide für eine Ganztageswanderung. Leider darf man innerhalb des Nationalparks wirklich gar nichts auf eigene Faust unternehmen. 😣 Pro Kopf bezahlten wir 13 € Nationalparkgebühr (Gültigkeit vier Tage) und zusätzlich 18 € für den Guide inklusive Transport zum Startpunkt der Wanderung. Macht in Summe knapp 31 € p.P.

Unser Stellplatz in „Torotoro“

Dank der frischen Luft und kühlen Temperaturen schliefen wir extrem gut und ich war bereits kurz vor dem Klingeln des Weckers um 06:45 Uhr wach. Nach der Morgentoilette richtete ich uns Vesper für die Ganztagestour und wir verstauten alles in unseren Rucksäcken. Pünktlich um 08:00 Uhr wurden wir dann von unserem Guide „José“ am Van abgeholt und von einem Fahrer zum Start des Wanderweges kutschiert. Bereits nach wenigen Schritten erreichten wir das erste Highlight für welches der NP „Torotoro“ u.a. berühmt ist: Jahrmillionen alte Dinosaurierspuren. 😮 Wir konnten sehr deutlich die Abdrücke der fleischfressenden Dinos erkennen. Mitunter sah man nicht nur ihre Fußabdrücke, sondern sogar Schleifspuren ihres Schwanzes. Auch versteinerte Wellen waren deutlich zu erkennen da zu Zeiten der Urzeittiere fast ganz Bolivien von Meer bedeckt war. Kurz darauf erreichten wir ein Feld mit kuriosen, kleinen Steinformationen die einem Champignonfeld ähneln. Diese wurden ebenfalls durch Wassererosion geformt. Leider ging es unserem Guide überhaupt nicht gut da er sich am Vorabend wohl den Magen verdorben hatte. Ich dachte bis dato, dass dies den ausländischen Bolivienreisenden vorbehalten sei! Er blieb einige Male hinter uns zurück, weil er sich übergeben musste und der arme Tropf tat uns wirklich redlich leid. 😥 Trotzdem führte er uns tapfer weiter bis zur „Cascada Vergel“. Auf dem Weg dorthin mussten wir einige Male das Flussbett queren, über große sowie kleinere Steine balancieren und an zwei Passagen mussten wir uns sogar abseilen. An der grünen Wasserkaskade angelangt konnten wir uns ein Weilchen ausruhen und eine Kleinigkeit essen. Bis hierhin waren wir bereits fünf Stunden unterwegs gewesen. Nach der Rast mussten wir die Sole des bis zu 350 Meter tiefen Canyons wieder verlassen und über 1.000 Steinstufen nach oben klettern. 🥵 Es ging vorbei an einem tollen Aussichtspunkt hinein in den Canyon über dem zahlreiche Andenkondore kreisten. Weiter ging es zu einem natürlichen Amphitheater bis wir schlussendlich an den gigantisch großen Fußspuren von Langhalsdinosauriern angelangten. Nach insgesamt 11 Kilometern wurden wir dort von unserem Fahrer wieder abgeholt und zurück ins Dorf zu unsrem Van gebracht. Fazit: Der Tagesausflug war wunderschön und es war super kurios wortwörtlich auf den Spuren der Dinosaurier zu wandeln. 😍

Wir sehen zum ersten Mal Dinosaurier Spuren 🦖
MEGA beeindruckend 😮
Das „Champignon“ Feld
Dem folgte ein Feld mit schraffierten Steinen (vermutlich durch sauren Regen entstanden)
Dann ging’s hinab in den Canyon
Und zum Wasserfall „El Vergel“ 💦
Über fast 1.000 Stufen ging’s wieder rauf
Am Aussichtspunkt angelangt
Blick in den Canyon
Wie viele Kondore könnt ihr sehen? 🤔
Das natürliche Amphitheater
Simon in den Fußstapfen eines Langhals 🦕
Süßer Wegbegleiter 🐶
Spuren eines Ankylosaurus
Schön war’s 😊

Am nächsten Morgen erkundigte ich mich, bei bestem Wetter, nach dem Preis für einen Besuch beim „Cementerio de Tortugas“ – dem Friedhof der Schildkröten. Am Büro angelangt traf ich erfreulicherweise auf „José“, dem es zwischenzeitlich wieder gut ging, und der sich bereit erklärte neuerdings den halben Tag mit uns zu verbringen. Wir bezahlten 120 BS (= 16 €) für unseren zweiten Ausflug im Nationalpark „Torotoro“ welcher vormittags gegen 11:00 Uhr begann. Da wir uns die Kosten für den Transport sparen wollten liefen wir zu Fuß mit unserem Guide die ca. 3,5 Kilometer lange Strecke bis zur Ausgrabungsstätte. Dort erwartete uns ein kleines Museum mit diversen Schautafeln zur Evolutionstheorie und dem damit einhergehenden Leben und Sterben der Dinosaurier. 🦕 Außerdem waren dort auch zwei der versteinerten Schildkrötenpanzer ausgestellt welche wenige Meter weiter auf dem weitläufigen Gelände gefunden wurden. Wir schauten uns noch einen gut gemachten Kurzfilm über den Nationalpark an bevor wir dann den Außenbereich betreten durften. In dem hügeligen Areal schlummern unter der Erde sicherlich noch tausende von Fossilien aber die bolivianische Regierung ist wohl leider nicht dazu bereit, Geld in die Ausgrabungen zu investieren. 😕 Auch der Zaun, der das Gelände vor weiteren Diebstählen schützen soll, befindet sich derzeit immer noch im Bau. Wahrscheinlich gibt es gar nicht mehr viel zu retten bis dieser einmal fertig sein wird… Unser an und für sich sehr versierter und extrem gut informierter Guide scherte sich ebenfalls wenig um den Schutz der Fossilen denn wir wichen ständig von den angelegten Wegen ab und liefen Querfeld ein. 🙈 Leider handelt es sich bei den vermeintlichen Überresten von Schildkröten und Ur-Krokodilen nur noch im Repliken. Die Originale befinden sich entweder in Museen oder wurden entwendet. 😨 Nichts desto trotz hatten wir großen Spaß daran über das Gelände zu schlendern und dabei „Josés“ Erklärungen zu lauschen. Gegen Nachmittag kamen wir dann wieder an unserem Van an und drehten noch einmal eine Runde durch das kleine Dorf. Viel los war hier wirklich nicht aber an der schönen Dino-Plaza wollten wir dann doch noch ein paar Aufnahmen machen. 😊

Der Friedhof der Schildkröten 🐢
Hier sieht man einen versteinerten Panzer
Auch Ur-Krokodile wurden hier gefunden 🐊
Baby Kroko
Ein ganzes Feld voller Schildkröten
José erklärt uns die fossilen Überreste

Eigentlich wollten wir den Nationalpark am nächsten Morgen verlassen nur hatte uns leider niemand verraten, dass in dem kleinen Nest von Mittwochabend bis Freitagnachmittag ein Fußballturnier stattfinden würde. 😮 Noch am Vorabend hatten wir dem lautstarken Einlaufen der Mannschaften, begleitet von ihren jeweiligen Musikkappelen, in die Sporthalle vor der wir parkten zugeschaut. Wir dachten jedoch, dass es sich hierbei um ein einmaliges abendliches Spektakel handeln würde und staunten daher nicht schlecht, als unser Van morgens völlig eingeparkt war. 🙈 Blöderweise hatten wir ausnahmsweise einmal der Länge nach geparkt damit wir halbwegs eben auf dem schrägen Untergrund schlafen konnten und nun hatten wir den Salat. 😂 So kam es, dass wir gezwungenermaßen einen weiteren Tag in „Torotoro“ verbrachten. Tatsächlich hatten wir jedoch mehr als genug zu tun so dass auch dieser Tag im Fluge verging: Simon nutzte die Gelegenheit um ein weiteres Video fertigzustellen. Ich hatte seit langem mal wieder Zeit zum Backen eines Bananenkuchens und auch der Bus wollte mal wieder gründlich durchgefegt werden. In der warmen Nachmittagssonne schmökerte ich dann noch ein Weilchen im Reiseführer um die nächsten Ziele zu recherchieren. Im nächsten Beitrag kann ich euch dann hoffentlich vom Nationalpark „Sajama“ berichten – insofern wir unseren Stellplatz bis dahin verlassen konnten. 😆

Hier gab es kein Wegkommen für uns 😅
Die Dino-Plaza 🦖🦕
Wirklich gut gemacht 👍🏻

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NEW BLOG POST 🇧🇴 (27.05. – 05.06.2023) Samaipata – Santa Cruz

Am Samstag verabschiedeten wir uns nach einer sehr schönen Woche von „Sucre“. Zuvor gab es noch eine heiße Dusche in einer der zahlreichen Unterkünfte der Stadt und nach dem wir an der Plaza gemütlich gefrühstückt hatten machten wir den Van abfahrbereit. 🚐 Uns stand neuerdings eine muntere Berg- und Talfahrt mit einer endlosen Anzahl an Kurven bevor. Wir folgten weiter der gut asphaltierten „Ruta 5“ durch Canyons entlang eines ausgetrockneten, sehr breiten Flussbetts. Immer wieder mussten wir Tieren ausweichen die am Straßenrand weideten. Von Rindviechern über Ziegen, Schweine, Esel und Schafe war eigentlich fast jedes Nutztier vertreten. 😅 Die Berge wurden nach und nach immer grüner und seit langem zeigten sich am Himmel auch mal wieder Wolken, mitunter sogar dunkle. 🌩 Auch die Temperaturen stiegen merklich an und kratzten an der 30°C Marke. Da wir erst gegen Mittag aufgebrochen waren und für die knapp 200 km lange Strecke etwas mehr als vier Stunden benötigt hatten legten wir in dem kleinen Dorf „Pena Colorada“ einen Übernachtungsstopp ein. Denn je näher wir dem Äquator kommen umso früher bricht leider die Dunkelheit über uns herein. 😕 Wir parkten unseren Van an der unspektakulären Plaza und als es gegen 18 Uhr dunkel wurde konnten wir in der Ferne bereits Blitze am Himmel zucken sehen.

Fahrt durch abwechslungsreiche Landschaften
Es wurde immer Grüner und Tropischer

Unsere Dachluken überstanden den ersten Regenguss seit der Reparatur erwartungsgemäß mit Bravour. 👍 Und da es nach dem Regen etwas abgekühlt hatte schliefen wir in dem kleinen, verschlafenen Nest umso besser. Am frühen Nachmittag gelangten wir dann in dem malerisch gelegenen Dorf „Samaipata“ an welches von tropischen, üppig grünen Hügeln umgeben ist. Dort trafen wir auch wieder auf Jessica und Yannick welche uns einen Stellplatz hinter ihrem Van in einer ruhigen Seitenstraße reserviert hatten. 😊 Simon und ich schlenderten noch über den Sonntagsmarkt, welcher sich zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits im Abbau befand, sowie durch die Markthalle und durch die Gässchen des Dorfes. In einem gemütlichen Hippie-Café nahmen wir auf dem Sofa Platz um uns dort eine heiße Schokolade sowie einen Brownie schmecken zu lassen bevor der Tag gemütlich ausklang.

Die neue Markthalle von Samaipata

Am Montagvormittag brachten wir als erstes die beiden Schweizer zu einer nahegelegenen „Gomería“. Sie hatten sich wohl während ihrer Fahrt nach „Samaipata“ einen Plattfuß eingehandelt und als sie ihr Ersatzrad montieren wollten mussten sie leider feststellen, dass sich dieses in kaum besserem Zustand befand. 🙈 Da Reifenflicken in Südamerika aber eine sehr gängige Praxis ist war ihr Rad keine fünf Minuten später bereits wieder einsatzbereit und wir konnten die zwei zurück zu ihrem Van bringen. Mittlerweile verspürten wir alle ordentlich Hunger und so begaben wir uns direkt auf den Weg in ein lokales Restaurant. Dort konnten wir für 2 € p.P. ein gutes Mittagsmenü ausfindig machen. 😋 Wieder am Stellplatz angelangt machten wir Bekanntschaft mit Martin und Valentina sowie mit Markus, einem weiteren Schweizer. Martin und Valentina, ein junges Pärchen aus Österreich, reisen seit Februar mit ihrem in Chile gekauften „Chevrolet“ durch Südamerika. Und Markus lebt bereits seit 40 Jahren in Bolivien und ist nebenbei als Schweizer Konsul tätig. 😮 Am Nachmittag stand uns Vieren dann der Sinn nach etwas Bewegung und wir liefen gemeinsam den steilen Hügel hinauf. Es ging vorbei an einem schön gelegenen Weingut bis zu einem „Mirador“. Allerdings hingen die Wolken zwischenzeitlich so tief als dass wir kaum mehr etwas sehen konnten. 😅 Wir folgten einem Trampelpfad auf der anderen Seite den Berg wieder hinab und kamen just mit Einbruch der Dunkelheit wieder im Dorf an. Und bevor wir zu den Vans zurückkehrten gönnten wir uns in einer netten Cocktailbar an der Plaza noch ein paar Drinks. 🍹

Weingut am Steilhang 🍇
Blick vom Mirador auf Samaipata in den Wolken ☁️

Der nächste Tag begrüßte uns mit viel Sonnenschein und sehr angenehmen Temperaturen. Nach dem Frühstück liefen wir mit Jessica und Yannick einige Kilometer durch die wunderschöne, tropische Landschaft vorbei an schicken Villen bis zu einer etwas außerhalb gelegenen Tierauffangstation. Im „Refugio de Fauna Silvestre Jacha Inti“ trafen wir auf diverse exotische Tiere. Darunter zahlreiche Papageien, u.a. auch blaue und rote Aras, aber auch Äffchen und sogar ein Tapir hatten dort ein neues Zuhause gefunden. Eines der Gehege durfte man betreten und wir hatten große Freude daran, die großen Nagetiere sowie das Borstenschwein und Rehkitz mit dem gekauften Futter zu versorgen. 😃 Nach der Wanderung knurrten uns dann neuerdings die Mägen. Da wir für ein Mittagessen im Restaurant jedoch bereits zu spät dran waren aßen wir alternativ an einem der Essenstände an der Plaza ein leckeres Stück Spanferkel inklusive Beilagen. Am Nachmittag folgten wir der Einladung von Markus in seine schicke Villa oben am Hang direkt oberhalb des Weinguts. Sein vor einem Jahr fertiggestellter Alterswohnsitz liegt traumhaft schön und vom Balkon aus hat man eine herrliche Aussicht, hinweg über das Tal auf die üppig grünen Hügel. Auch Martin und Valentina waren mit von der Partie und wir verbrachten nette und lustige Stunden auf dem Balkon von Markus bei Kaffee, Rübli-Kuchen und Weißwein. 🍾 In den 40 Jahren, in denen Markus bereits in Bolivien lebt, hat er viel erlebt und einiges auf die Beine gestellt. Nach seinem Studium zum technischen Bauzeichner in der Schweiz verließ er, nach einem Urlaub in Bolivien, kurzerhand seine Heimat um in „La Paz“ seinem Hobby (kochen) nachzugehen. Er übernahm bereits kurz darauf das Restaurant von einem Bekannten und eröffnete einige Jahre später ein weiteres Schweizer Lokal in „Santa Cruz“. Auch eine Diskothek sowie eine Fensterfirma darf er mittlerweile sein Eigentum nennen. 👍👍👍 Am späten Abend besuchten wir sechs Reisenden noch einmal die Bar „La Boheme“ um dort noch einen Absacker sowie ein leckeres Sandwich zu uns zu nehmen. 🥪🍸

Tapir
Blauer Ara
Jessica beim Füttern des Rehkitzes
Wunderschöne Wildkatze 🐈
Was für eine Aussicht 😯

Am Mittwochmittag machten wir uns alle gemeinsam auf zur nahegelegenen Ruinenstätte „El Fuerte“. Die Prä-Inkastätte liegt hoch oben auf einem Plateau von wo aus wir eine herrliche Rundumsicht ins Grüne hatten. Dort befindet sich mitunter der größte, bearbeitete Stein der Welt welcher vermutlich von den Ureinwohnern als rituelle Stätte genutzt wurde. Später wurde dieser um Wohnhäuser erweitert und anschließend nicht nur von den Inka, sondern nach der Eroberung durch die Spanier auch von Selbigen als Verteidigungsstätte genutzt. Die 50 BS (= 7 €) lohnen sich in jedem Fall denn der Ort war wirklich sehr idyllisch und schön angelegt. Wir aßen dort noch zu Mittag bevor wir uns nur noch zu viert auf den Weg zu den „Cascadas“ machten. Da es bereits spät am Nachmittag war, als wir an dem Rundweg zu den Wasserfällen angelangten, und diese bereits im Schatten lagen entschieden wir uns dann kurzerhand doch gegen die kleine Wanderung. Mangels adäquater Stellplätze in der Nähe suchten wir einen unweit gelegenen, kleinen Campingplatz auf. Dieser lag direkt unterhalb der „Ruta 7“ inmitten eines Gartens am Fluss. Vermutlich attackierten uns deshalb auch sofort die biestigen „Sandflies“. Die bestialisch juckenden Stiche habe ich wahrlich nicht vermisst… 😕 Wir nutzten die kalten Duschen bevor wir uns abmühten mit dem feuchten Holz ein Feuer für den „Dutch Oven“ zu entzünden. Just in dem Moment erhielt ich einen Anruf von Martin und Valentina, die nach den Ruinen noch einen Abstecher zum Tierreservat gemacht hatten, und nun auf dem Weg zu uns ebenfalls mit einem Platten liegengeblieben waren. 🙈 Während Jessica und Yannick ihnen zu Hilfe eilten stellten wir den mit Gemüse gefüllten Topf aufs Feuer. Als alle wieder wohlbehalten versammelt waren ließen wir uns das Abendessen schmecken und rösteten anschließend über dem Lagerfeuer noch ein paar Marshmallows. 🔥

Die Ruinen von „El Fuerte“
Auf dem Campingplatz
Simon & Yannick machen Feuerholz 🪵

Etwas überraschend verabschiedeten sich die beiden Österreicher am nächsten Vormittag von uns und begaben sich auf ihre Weiterfahrt. Ursprünglich hatten wir angedacht, ein Teilstück des „Codo de los Andes“ Weges gemeinsam zu laufen und sie hatten sogar angeboten uns alle in ihrem Allradfahrzeug zum Startpunkt zu bringen. 🤷‍♀️ Da wir leider kein Taxi ausfindig machen konnten, welches uns dorthin chauffieren könnte, versuchten wir es spontan mit unseren eigenen Fahrzeugen. Auf dem Weg dorthin verloren wir kurioserweise Jessica und Yannick, die ursprünglich vor uns fuhren, und konnten sie auch am angepeilten Treffpunkt nicht auffinden. So hoppelten wir weiter über den Erdweg den steilen Hang hinauf bis zum Startpunkt des Wanderweges aber auch dort war weit und breit nichts von ihnen zu sehen. 😯 Da die beiden keinen Handyempfang hatten blieb uns nichts anderes übrig als zu warten und zu hoffen. Tatsächlich bogen sie eine halbe bis dreiviertel Stunde später zu Fuß um die Kurve. Sie waren noch auf der Hauptstraße mit ihrem Auto liegen geblieben, welches plötzlich während der Fahrt einfach ausgegangen war, und wir hatten sie am Straßenrand wohl nicht wahrgenommen da wir gerade im Begriff waren abzubiegen. 🙈 Wiedervereint konnten wir uns dann doch noch zu Fuß auf den Weg über die grünen Hügel hin zum Aussichtspunkt „Bella Vista“ begeben und die Aussichten waren wirklich spektakulär. So ähnlich stelle ich mir auch den Weg zum „Machu Pichu“ vor. Da wir ja leider kein Taxi finden konnten blieb uns der insgesamt 11 km lange Wanderweg jedoch verwehrt. So machten wir am Aussichtspunkt kehrt und liefen zurück zu unserem Van. Dort gab es erst einmal Vesper, bevor wir Jessica und Yannick ein Stück des Weges mit hinunter zu ihrem Auto nahmen. Wir fuhren gemeinsam weiter über die „Ruta 7“ in Richtung „Santa Cruz“. Plötzlich bemerkten wir, dass sich die beiden nicht mehr hinter uns befanden weswegen wir kehrt machten. Zwei Kilometer später trafen wir die beiden am Straßenrand an. Ihr Auto war neuerdings liegen geblieben und während der Fahrt einfach ausgegangen. 😮 Im Schneckentempo schafften wir es dann doch noch gemeinsam, bei niedriger Drehzahl, bis zum angepeilten Stellplatz für die Nacht – der Plaza des winzigen Örtchens „Bermejo“.

Grüne Hügel soweit das Auge reicht

Nach einer ruhigen Nacht begaben wir uns am Morgen auf die Weiterfahrt in der Hoffnung, dass der Ford der beiden Schweizer seinen Dienst nicht neuerdings quittieren würde. Die ersten 20 Kilometer über ging es meist bergab und es sah zuerst ganz gut aus. Als der Motor dann jedoch heiß gelaufen war begannen die Probleme erneut. Als wir an einer Mautstelle zum Bezahlen anhalten mussten gab es dann plötzlich kein Weiterkommen mehr. Mit vereinten Kräften schoben wir ihr Fahrzeug von der Straße an den Seitenrand. Yannick versuchte immer wieder, den Motor zu starten aber sobald er das Gaspedal betätigte ging der Wagen sofort wieder aus. Da Simon den Dieselpartikelfilter in Verdacht hatte montierten die zwei Jungs gemeinsam den Abgasstrang ab. Jedoch auch ohne Auspuffanlage wollte der Motor einfach nicht an bleiben. 😥 Simon klopfte jede Menge Rus aus dem DPF heraus bevor sie die Abgasanlage wieder am Auto befestigten. Auch der Tausch des, erst kürzlich erneuerten, Dieselfilters brachte leider keinerlei Verbesserung. So blieb nichts anderes mehr übrig als die beiden ans Abschleppseil zu hängen. Glücklicherweise gelang es Yannick, trotz der zahlreichen Bremsmanöver unsererseits auf Grund der vielen Bodenwellen, sehr gut das Seil auf Spannung zu halten. 👍 Nach 25 Kilometern machten wir dann gegen 15 Uhr in einem Vorort von „Santa Cruz“ bei einer Hähnchen-Rösterei Halt. Frisch gestärkt zogen wir die beiden weitere 25 Kilometer bis an die Außenbezirke der Großstadt. Dort befand sich ein größeres, von Deutsch-Bolivianern, geführtes Ausflugslokal namens „Landhaus“ inklusive Campingplatz. Bei unserer Ankunft befand sich der Besitzer nicht vor Ort aber nach dem Jessica ihn angerufen hatte konnten wir immerhin auf dessen Gelände fahren. Kurz darauf traf er dann auch persönlich dort ein und zauberte wenige Minuten später einen Mechaniker auf den Hof. 😀 Da dieser vor Ort nicht viel machen konnte schleppten wir den Ford weitere vier Kilometer bis zu seiner „Euro Taller“ Werkstatt. Dort schloss er das Fehlerdiagnosegerät an welches tatsächlich vier Fehler zu Tage förderte. Der Mechaniker koppelte den Luftfilter ab und wieder an, löschte anschließend den Fehlerspeicher und tatsächlich schien das Problem danach gelöst zu sein. 😯 Bei der Probefahrt bemerkten die beiden allerdings, dass die hintere Bremse nun blockiert schien. Mittlerweile war es bereits 20 Uhr am Abend und der freundliche, sehr engagierte Mechaniker gestattete uns beiden tatsächlich mit den Fahrzeugen in seiner Werkstatt zu übernachten. 🤣

Erfolglose Auspuff-Demontage
Kurioser Übernachtungsplatz 😂

In der Werkstatt war es relativ stickig und warm. Noch dazu war der Lärm der vielbefahrenen Straße durch das dünne Wellblechtor deutlich hörbar so dass wir eher schlecht als recht schliefen. Dafür erschien der Mechaniker wie versprochen bereits um 7 Uhr morgens und machte sich umgehend an die Arbeit. Ein neues Radlager konnte er für den Ford zwar nicht besorgen da es, zumindest für dieses Modell, in Südamerika wohl kaum Ersatzteile zu geben scheint. Jedoch konnten die hinteren Bremsen neu belegt und das Radlager wieder eingebaut werden so dass wir gemeinsam am frühen Nachmittag, nach einer erfolgreichen Probefahrt seitens Yannick, die Werkstatt verlassen konnten. 😀 Von dort aus fuhren wir noch einmal zurück zum „Landhaus“, um uns bei dem super freundlichen Inhaber persönlich für seinen großartigen Einsatz zu bedanken. Außerdem durften wir, gegen einen kleinen Unkostenbeitrag, die hiesigen Duschen nutzen. Wir tranken auf dem schön angelegten Gelände noch einen Kaffee und machten uns anschließend auf den Weg zum Restaurant „Chalet La Suisse“ von Markus (dem Schweizer Konsul, den wir in „Samaipata“ kennengelernt hatten). Dieses liegt in einem noblen Viertel von „Santa Cruz“ und wir nahmen sein Angebot, gegenüber seines Lokals auf dem Parkplatz der Disco „Swissco“ zu parken sowie zu übernachten, dankend an. Das Tanzlokal mit dazugehöriger Sushi-Bar befindet sich ebenfalls in seinem Besitz und freundlicherweise durften wir sogar die Toiletten und Duschen für seine Angestellten nutzen. 😊 Noch dazu wurden die Gebäude 24h von einem Security bewacht – besser hätten wir es also gar nicht treffen können. Nach dem wir die Vans abgestellt hatten schlenderten wir noch zu Fuß zur unweit gelegenen, großen und schicken „Ventura Mall“. Hier gab es zahlreiche europäische Marken, u.a. auch einen „Skechers“ Schuhladen wo ich ein Paar neue Turnschuhe zum reduzierten Preis erstand. 🙃 Mittlerweile war der Abend weit fortgeschritten und so verwarfen wir kurzfristig unseren ursprünglichen Plan, seit langem mal wieder selbst zu kochen, und landeten stattdessen im Obergeschoss des Shoppingcenters wo sich der Food-Court befand. 😅 Der „Shawarma“ Wrap schmeckte ausgezeichnet aber die absolute Krönung war die Oreo-Eiscreme auf einem saftigen Stück Schokoladen-Brownie, vor allem weil uns das wirklich mächtige Dessert nicht einmal 2 € gekostet hatte. 😋

Wir warten vor der Werkstatt
auf das Ende der Reparatur 👨🏻‍🔧
Das Restaurant „Chalet La Suisse“
Unser Stellplatz gegenüber bei der „Swissco“
Brownie mit Oreo-Eiscreme 😋

Auf Grund der lärmenden Diskothek über uns sowie der extremen Wärme im Van schliefen wir neuerdings nur ein paar Stunden. Da wir uns ja aber glücklicherweise keinen Wecker stellen müssen und den Tag ruhig angehen lassen können ist dies alles nicht mal halb so wild. So rafften wir Vier uns auch erst gegen Mittag nach einem späten Frühstück auf. Gemeinsam charterten wir ein Taxi und erwischten einen extrem übergewichtigen, aber mindestens genauso lustigen Fahrer. Ursprünglich wollten wir nur zum Botanischen Garten gebracht werden aber er hatte irgendwie Spaß an der Unterhaltung mit uns und so spendierte er uns noch eine kleine Gratis-Stadtrundfahrt bis in den Vorort „Cotoca“. Dort machte er kehrt und setzte uns kurz darauf an unserem anvisierten Ziel ab. Leider stellte sich der Botanische Garten als wenig schön heraus. Es war eher ein natürlicher Wald mit ziemlich vielen Stechmücken, einem kleinen Kaktusgarten sowie einem See in der Mitte. Auch die angeblich hier lebenden Affen und Faultiere hielten sich gut versteckt so dass wir nur einige Schildkröten sowie diverse Vögel erspähen konnten. 😅 Zum Glück fiel weder der Eintritt mit 10 BS (= 1,30 €) noch die Taxifahrt durch die halbe Stadt mit 30 BS (= 4 €) ins Gewicht so dass wir uns nicht weiter darüber ärgerten. Wir winkten neuerdings ein Taxi heran und ließen uns diesmal im Stadtzentrum an der Plaza absetzen. Diese war am Sonntagnachmittag ziemlich belebt und nach dem wir uns die schönen, angrenzenden kolonialen Gebäude sowie die mächtige Kathedrale angesehen hatten stürzten auch wir uns in das muntere Treiben. Wir kauften bei einem der fliegenden Kaffeehändler ein pappsüßes Heißgetränk und ließen uns dazu die während der Taxifahrt, ebenfalls von Straßenhändlern an der Ampel, erworbenen Kekse schmecken. Da das Zentrum nicht viel mehr zu bieten hatte machten wir uns anschließend zu Fuß auf den etwa 45minütigen Rückweg zu den Vans. Frisch geduscht und ausgeruht ließen wir uns am Abend dann noch ein sehr, sehr leckeres Menü in Markus Restaurant „La Suisse“ schmecken. Da an diesem Abend nicht viele Gäste anwesend waren leistete uns der Chefkoch höchst persönlich Gesellschaft und wir hatten neuerdings große Freude daran, den Schwenks aus seinem Leben zu lauschen. 😍

Die Kathedrale an der Plaza in „Santa Cruz“
Ein netter Abend unter Freunden
mit extrem leckerem Essen 🫶
Vorspeisen Variation 🤤
Châteaubriand mit Sauce Bernaise
Züricher Geschnetzeltes mit Rösti
Zweierlei Schokoladen Mousse
Schokoladen-Rum Küchlein

Die neue Woche begann mit Baustellenlärm von den gegenüberliegenden Towern, welche 29 Stockwerke und später einmal sage und schreibe 400 Wohnungen enthalten werden, sowie einem Arbeitstag. Simon werkelte fast den ganzen Tag über an unserem YouTube Video zur Lagunen Route. Ich schrieb derweil Blog und nutzte die Gelegenheit, in einem unweit unseres Stellplatzes gelegenen Waschsalons für umgerechnet etwa 6 € unsere Bettwäsche zu waschen sowie zu trocknen. Auch die Weiterreise in Richtung „Cochabamba“ und Nationalpark „Torotoro“ wollte recherchiert werden. Da wir bereits am Vorabend in den Genuss eines sehr leckeren sowie üppigen Menüs gekommen waren feierten wir unseren zweiten Hochzeitstag nicht weiter. Stattdessen gingen wir am Abend, gemeinsam mit Jessica und Yannick, noch einmal auf einen „Shawarma“ Wrap sowie ein Brownie-Schokoladen-Eis in die große Mall. 😋

Simon arbeitet fleißig am neuen Video
In der schicken „Ventura Mall“
Wandgemälde in einer Bar 🤩
In „Santa Cruz“ fühlte es sich sehr europäisch an und überall befinden sich Hochhäuser im Bau 🏗

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

NEW BLOG POST 🇧🇴 (17. – 26.05.2023) Potosí – Sucre

Am Mittwochvormittag ging es über die glücklicherweise spiegelglatte, da gut asphaltierte, „Ruta 5“ weiter bis nach „Potosí“. Die 120 km lange Fahrt gestaltete sich sehr kurzweilig da wir, ähnlich wie zuvor in Argentinien, das Gefühl hatten als würde sich die Landschaft ständig verändern. Es ging über grasbewachsene Bergketten, vorbei an tiefen Canyons und ausgetrockneten Flussläufen bis plötzlich Säulenkakteen und niedrige Bäume auftauchten. Gegen 15 Uhr erreichten wir dann die Bergbaustadt „Potosí“ und wir staunten nicht schlecht über die mitunter extrem steilen und vor allem engen Gassen. Ich hatte schon Sorge, dass wir irgendwo stecken bleiben würden aber glücklicherweise kamen wir dann doch noch ohne Panne an einem der zentrumsnahen Bezahlparkplätze an. 🙈 Wir quetschten uns durch das gleichfalls recht schmale, aber zumindest hohe Einfahrtstor und fanden im hinteren Bereich einen guten Stellplatz für unseren Van. Für 45 BS (= 6 €) konnten wir dort 24h parken und sogar im Bus übernachten. 👍 Von dort aus waren es zu Fuß nur wenige Minuten bis zur gerade einmal zwei Quadrate entfernt liegenden Plaza, welche zu unserer Überraschung tatsächlich sehr hübsch war. Die umliegenden Gebäude stammten alle noch aus der Kolonialzeit weswegen die Fassaden mitunter sehr üppig verziert waren. Auch die Kathedrale sowie die Plaza selbst mit ihren maurischen Bögen und den Springbrunnen überzeugte. Wir schlenderten durch die engen Gässchen und buchten bei „Koala Tours“ für 130 BS pro Kopf (= 17 €) für den kommenden Morgen eine geführte Tour durch die Minen des „Cerro Rico“. Laut eigenen Angaben des Tour-Anbieters wird ein Teil der Einnahmen bei der jährlichen Weihnachtslotterie an die Bergleute gespendet. Und da man in Bolivien einfach so unglaublich günstig und noch dazu gut essen kann, blieb unsere Küche am Abend erneut kalt. 😂 In einem der zahlreichen Lokale aßen wir je eine große Portion „Aji de Fideos“. Hierbei handelte es sich um eine große Schüssel voll ziemlich pikanter Nudeln mit einem dünnen Stück Rindfleisch on top. @Norbert Kröner: Bolivien wäre essenstechnisch DEIN Land – hier ist alles nah an der Grenze zu scharf. 😛

Schöne Plaza im Kolonial-Stil
Innenhof der Alten Münze 🪙
Die Straßen in der Altstadt sind furchtbar eng 😳
Der alte Glockenturm
Die Kathedrale von „Potosí“ bei Nacht
Wandgemälde in „Potosí“

Der kommende Tag begann für uns recht früh da wir uns für die Minentour am Morgen angemeldet hatten welche um 08:45 Uhr vor der Agentur ihren Anfang nahm. Von dort aus ging es mit einem Mini-Van zu einer Baracke, in der alle neun Teilnehmer inklusive der drei Guides ihre Ausrüstung in Form von Gummistiefeln, Hose und Jacke sowie Helm mit Kopflampe erhielten. Weiter ging es den Berg hinauf bis zum „Mercado de Mineros“ wo wir in einem kleinen Lädchen Geschenke für die Minenarbeiter (Wasser und Säfte) sowie eine Stange Dynamit inklusive Zünder etc. für Demozwecke erwarben. Dies ist übrigens der einzige Markt weltweit, auf dem man legal Dynamit und 96%igen Alkohol erwerben kann. Letzterer wird mitunter für Rituale verwendet aber wohl auch von den Arbeitern als Schnaps getrunken. 🤨 Kurz darauf gelangten wir dann am Eingang zum ältesten, noch aktiven Minenschachts an. Die Mine „Candelaria“ ist seit dem Jahr 1901 in Betrieb und im frühen 17. Jahrhundert war „Potosí“, dank dem vor Silber nur so strotzenden Berges „Cerro Rico“, eine der reichsten und größten Städte der Welt. Wir folgten unserem Guide, der übrigens sehr gut Englisch sprach, in den dunklen sowie stickigen Schacht hinein. Teilweise konnten wir nur gebückt vorangehen da die Stollen zum Teil extrem niedrig sind. Ohne Helm hätte ich mir auf jeden Fall die ein oder andere üble Beule zugezogen. 🙈 Da wir eine aktive Mine besichtigten mussten wir immer wieder den heranrollenden Loren ausweichen in dem wir uns an die Wände quetschten. Vollbeladen mit Gestein sind diese bis zu einer Tonne schwer. 😮 Trotzdem werden diese rein mit Muskelkraft von je zwei Männern auf den alten, klapperigen Schienen bewegt. Je tiefer wir in den Schacht vordrangen umso wärmer und stickiger wurde es. Ein älterer Herr aus unserer Gruppe musste, zwecks Sauerstoffmangels, bereits an dieser Stelle kehrt machen während die verbliebene Gruppe gespannt auf die Explosion unserer gekauften Dynamitstange wartete. Simon durfte die Sprengung vorbereiten und tatsächlich wurden wir kurz darauf, nach dem wir ausreichend Sicherheitsabstand gewonnen hatten, Zeugen der Explosion sowie der darauffolgenden Druckwelle. 😯 Ich war froh, den stickigen Schacht anschließend wieder verlassen zu dürfen aber was uns dann erwartete war noch deutlich abenteuerlicher! Wir mussten uns, zum Teil auf allen Vieren bzw. auf dem Bauch vorwärts robbend, durch einen super schmalen Verbindungsschacht 70 Meter in die Tiefe quetschen. Für die vier Holländer war das wohl zu viel so dass wir ab hier nur noch zu viert unserem Guide folgten. Am Ende des Tunnels gelangten wir an einem neuen Schacht an welcher uns bis zum „Tio“ führte. Hierbei handelt es sich um den Schutzpatron der Bergleute welcher in Gestalt des Teufels daherkommt. Wobei sich das Wort „Tio“ (= Onkel) eigentlich von „Dios“ (= Gott) ableitet. Scheinbar konnte die Indigene Bevölkerung aber kein „D“ aussprechen weswegen daraus ein „T“ wurde. 🤷‍♀️ Es befinden sich wohl zahlreiche dieser Statuen im Berg und jeden Freitag wird dort ein mehrere Stunden andauerndes Ritual abgehalten. Der „Tio“ bekommt unter anderem Kokablätter, Bier, Zigaretten und Alkohol als Opfergabe welche gleichzeitig mit der Bitte um Schutz sowie Unversehrtheit verbunden ist.  Und den können die, meist noch sehr jungen Männer, auch wahrlich gut gebrauchen wie folgende Fakten zeigen… 😨😨😨

  • Im Durchschnitt verunglückt alle 5 Tage ein Arbeiter tödlich
  • Haupttodesursache ist eine Kohlenmonoxidvergiftung
  • Frauen dürfen aus Aberglaube nicht in den Minen arbeiten, helfen aber im Freien beim Sortieren der Steine
  • Seit 15 Jahren ist Kinderarbeit gesetzlich verboten aber wirklich kontrolliert wird dies nicht weswegen mitunter auch heute noch Jungen ab 13 Jahren im Bergbau beginnen
  • Nach wir vor wird hauptsächlich Silber gefördert aber auch Zinn, Kupfer und Blei
  • Kaum ein Arbeiter verfügt über eine Schutzmaske oder gar Sicherheitskleidung
  • Die Lebenserwartung ist mit 40-50 Jahren relativ gering. Viele sterben nach max. 20-25 Jahren Arbeit in der Mine an den Folgen der harten Arbeit, meist an einer Staublunge oder an Krebs, weil sie mit Zigaretten ihre Lungen reinigen 
  • Aktuell arbeiten immer noch täglich 5.000 – 7.000 „Mineros“ in den Stollen
  • In einer schlechten Woche beträgt der Lohn evtl. nur 50 BS (= 7 €)
  • Während ihrer Arbeit stopfen sich die „Mineros“ ihre Backen voll mit Kokablättern um dadurch jegliches Hungergefühl zu unterdrücken. Auf Grund der schlechten Luft und giftigen Dämpfe können sie unter Tage nämlich keine Nahrung zu sich nehmen weswegen es für sie nur 2 Mahlzeiten pro Tag gibt

Wir waren auf jeden Fall heilfroh, als wir drei Stunden später gegen 13 Uhr endlich wieder Tageslicht erblickten. Man kann sich wirklich NICHT vorstellen, dass es im Jahr 2023 noch Menschen gibt die unter solch unwirtlichen Arbeitsbedingungen täglich ihr Leben riskieren um ihre Familien ernähren zu können. 😥 Hoffentlich können wir euch dies im dazugehörigen Video noch etwas eindrücklicher vermitteln. Ich bekam den Geruch der Mine übrigens den ganzen Tag über nicht mehr aus meiner Nase heraus und die Tour hat uns wirklich zutiefst beeindruckt…

Auf dem „Mercado de Mineros“ –
unser Guide kauft eine Stange Dynamit 🧨
Wir wurden gut ausgerüstet und sind ready to go 😅
Es geht hinein in die Mine „Candelaria“
Immer wieder müssen wir den Loren ausweichen – auf dem schmalen Stück zwischen Schiene und Wand 🛤
Wir haben Gelegenheit
einen „Minero“ mit Fragen zu löchern 🙋🏼‍♀️
Die Arbeiter scheinen mitunter sehr jung und tragen weder Mundschutz noch Sicherheitsschuhe o.ä.
Bis zu einer Tonne wiegt eine volle Lore welche von den Arbeitern geschoben wird 😯
„Tio“ – Der Schutzpatron der „Mineros“
mit all seinen Opfergaben
Wir freuten uns über das Licht am Ende des Tunnels
Lediglich vier haben es bis ans Ende geschafft 🫢

Wir verließen „Potosí“ noch am selben Nachmittag und machten uns auf den Weg in die etwa 150 km entfernt liegende Hauptstadt „Sucre“. Auf dem Weg dorthin ging es neuerdings über die „Ruta 5“ sowie zahlreiche Bergketten und am Ende unsere Weges befanden wir uns nicht mehr auf 4.000, sondern nur noch auf knapp 2.800 Meter üNN. 😮 Wir gelangten, gerade noch rechtzeitig mit Anbruch der Dunkelheit, in der 300k Einwohner umfassenden Kapitale an. Dort parkten wir unseren Van an einer schmucken, begrünten Plaza vor einer kleinen Kirche und fanden dort ein hübsches, zentrales sowie ruhiges Plätzchen für die kommenden Tag vor. Außerdem lernten wir dort ein nettes, junges Schweizer Pärchen kennen. Deren Ford war uns schon in „Uyuni“ aufgefallen da er mit Kennzeichen „RA“ (= Rastatt) unterwegs ist. Wie sich an diesem Abend jedoch herausstellte hatte der Besitzer zwischenzeitlich schon mehrfach gewechselt und nun reisen Jessica und Yannick alias viajandoaventuras seit geraumer Zeit damit durch Südamerika. 🙃

Schöner, zentraler Stellplatz in „Sucre“
„Unsere“ Plaza mit zahlreichen Sitzgelegenheiten 😇
Die kleine Kirche hatte ihren eigenen Wachhund 😅

Während ich in unserer ersten Nacht in „Sucre“¸ der konstitutionellen Hauptstadt Boliviens, tief und fest schlummerte wurde Simon mal wieder von heftigen Kopfschmerzen geplagt die auch den Morgen über noch anhielten. 😕 Vielleicht wurden diese durch den Klimawechsel oder die 1.500 Höhenmeter weniger versucht. Ursprünglich wollten wir direkt morgens ein paar Werkstätten abklappern aber da Simon schwächelte verwarfen wir diesen Plan. Stattdessen schauten wir uns gegen Mittag, als es ihm schlagartig besser ging, in der wirklich sehr hübschen Altstadt um. Den „UNESCO-Weltkulturerbe“ Titel trägt die Hauptstadt mit ihren weiß gekalkten Gebäuden sowie den vielen Kirchen unserer Meinung nach vollkommen zurecht. In einem Kaffee mit schönem Innenhof gönnten wir uns am Nachmittag eine süße Pause bei Cheesecake und Rübli-Torte. Abends gingen wir dann, zum ersten Mal auf dieser Reise, ins Kino. Den Film (Fast & Furious X) können wir zwar nicht empfehlen aber zumindest die Burger die wir dort zuvor aßen waren sehr lecker. 🍔🍟🥛 Da eine überzogene Aktion-Szene die andere jagte und sich die Dialoge in Grenzen hielten war es für Simon immerhin nicht so schlimm, dass er kein Wort verstand da der Film nur auf Spanisch gezeigt wurde. Trotzdem war es schön mal wieder im Kino gewesen zu sein. 😊

Kirchen gibt es in „Sucre“ mehr als genug 🙈
Die Kathedrale
Regierungsgebäude mit prächtiger Fassade
Genug Sightseeing – erstmal Kaffee & Kuchen 😋
Bevor es ins Kino ging gab‘s noch Burger 🍔 🍟 🥤
Trotz Staraufgebot nicht wirklich sehenswert 🤨

Am Samstagmorgen nahmen wir das Projekt Werkstatt dann direkt in Angriff. Wir hatten entschieden, einfach auf gut Glück die Ersatzteilstraße auf- und abzufahren und dort bei diversen Händlern nachzufragen. Tatsächlich war bereits unser dritter Anlauf von Erfolg gekrönt und man konnte uns dort zwei neue Stoßdämpfer bestellen. Wenngleich diese mit 200 € pro Stück etwas teurer waren als erwartet, so freuten wir uns doch unsäglich über die Tatsache hier überhaupt welche erhalten zu können. Zumal diese bereits am Dienstag eintreffen sollten und man sie noch dazu direkt vor Ort würde einbauen können. 🙃 Nach diesem Ausflug ans andere Ende der Stadt parkten wir unseren Van wieder an der hübschen Plaza. Von dort aus ging es zu Fuß, mit lautstark knurrenden Mägen da wir nicht gefrühstückt hatten, ins „Kultur Berlin“. Dort gönnten wir uns für je 3,50 € ein tolles Mittagsmenü bestehend aus einem reichhaltigen Salatbüffet sowie einem großen Teller voll leckerer Kürbissuppe, gefolgt von einem Hähnchenschnitzel mit Reis. Das Dessert in Form eines Stückchens Zitronenkuchens sowie ein Glas Limo war im Preis ebenfalls enthalten. 😋 Für meinen nüchternen Magen war das wohl zu viel auf einmal denn danach war mir erst einmal schlecht. 🤢 Trotzdem tätigten wir auf dem Rückweg zum Auto noch unsere Einkäufe im „SAS“ Supermarkt welcher, praktischerweise, genau in der Mitte zwischen dem Zentrum und unserem Stellplatz lag. Und nach dem wir uns ein Weilchen im Park ausgeruht hatten wollten dann auch die Laptops mal wieder aufgeklappt werden um die vergangenen Tage aufzuarbeiten. 🙂

An der Plaza in „Sucre“
Wir fühlten uns in der Stadt pudelwohl
Schicker alter „Camaro“ 🏁

Der Sonntag gestaltete sich recht ähnlich. Nach dem morgendlichen Kaffee besorgte ich uns als Mittagssnack ein paar Empanadas in der angeblich besten Bäckerei der Stadt. Anschließend zogen wir erneut per pedes los und stellten dabei mit Freude fest, dass die Straßen im Zentrum sonntags für den Autoverkehr gesperrt werden. 👍 So konnten wir, ohne die auf Grund des schlechten Sprits übel stinkenden Abgase, direkt auf den Straßen schlendern. Wir machten ein paar Aufnahmen von der Altstadt und liefen danach den Hügel hinauf bis zum „Mirador“ im hübschen Viertel „Santa Ana“. Das Café mit der besten Aussicht hatte zwar geschlossen aber auch ohne Kaffeepause war es ein schöner Ausflug. Anschließend ging es wieder hinab bis zur weitläufigen Plaza „Simón Bolívar“ wo wir unsere Empanadas verspeisten und dabei dem Treiben um uns herum zusahen. Auf dem Rückweg zum Van gab es dann doch noch einen leckeren Cappuccino im empfehlenswerten Café „Espresso Coffee Bike“ bevor wir den Nachmittag und Abend neuerdings in „unserem“ hübschen Park bzw. im Van ausklingen ließen. 🙃

Spaziergang ins Viertel „Santa Ana“
Tolle Aussicht auf die Hauptstadt 😎
Noch eine schöne Plaza 🥰
Die ich weiß nicht wievielte Kirche

Das Klima in „Sucre“ ist extrem angenehm da es im Jahresverlauf kaum Schwankungen gibt. Wir fühlten uns bei Tagestemperaturen von ca. 25°C sowie Nachttemperaturen um die 7°C auf jeden Fall sehr wohl. 😊 Die neue Woche begann erneut mit strahlendem Sonnenschein und auch die Vegetation hier erinnerte uns sehr an den Mittelmeerraum. Neben Palmen gedeihen hier u.a. auch Hibiskus, Bougainvillea und Oleander. 🌼🌺🌴 Gegen Mittag wechselten wir den Stellplatz und checkten auf dem einzigen Campingplatz weit und breit ein. Dieser wird von Alberto und seiner Frau Felicidad, einem Ehepaar im Rentenalter, geführt und liegt relativ zentral und dennoch ruhig etwa 800 Meter vom Stadtzentrum entfernt. Für uns war dies die einzige Möglichkeit, unseren leeren Wassertank aufzufüllen sowie die volle Campingtoilette zu leeren. Möglicherweise werden wir in Bolivien, ähnlich wie im Norden Chiles, nur noch auf Campingplätzen einen Wasseranschluss finden können. Bis dato hatte dies eigentlich immer wunderbar bei den Tankstellen geklappt… Aber für 13 € kann man auch mal einen Tag auf den Campingplatz, zumal es hier on top auch noch ordentliches WLAN sowie saubere Duschen und Toiletten gab. 👍 Und die Kontakte die sich hierbei ergeben, in diesem Fall zu einem Paar aus Holland sowie zu zwei französischen Campern, sind ja auch ganz nett. 🙂 Als alles erledigt war statteten wir dem „Mercado Campesino“ noch einen Besuch ab. Auf diesem riesengroßen Markt gibt es einfach alles: Von Schuhen über Taschen bis hin Toilettenpapier oder Sekundenkleber. In dem engen Gewirr aus Gassen und Ständen muss man aufpassen, dass man nicht die Orientierung verliert aber wir fanden am Abend dann doch wieder zurück zu unserem Van.

Ein Tag auf dem Campingplatz
Manche Reisemobile sind haushoch und passen damit weder auf einen Campingplatz noch in enge Städte 🙈

Wir schliefen sehr gut auf dem ruhigen Campingplatz, der eigentlich eher einem Gartengrundstück ähnelte, und genossen morgens noch die Annehmlichkeiten der Duschen. Gegen 10 Uhr kontaktierte ich per WhatsApp den Mechaniker welcher mir prompt mitteilte, dass unsere Stoßdämpfer eingetroffen seien und wir gegen 14 Uhr zwecks Montage vorbeikommen könnten. Bis zur Abfahrt unterhielten wir uns noch angeregt mit einer Mutter aus Karlsruhe, welche alleine mit ihren zwei kleinen Töchtern in einem alten „DAF“ LKW mit Wohnkabine und Oldtimer-Kennzeichen unterwegs ist. Sie hatte ihr Vehikel am Vorabend, mangels Platz auf dem Campingplatz, direkt davor auf der Straße geparkt und uns war das „KA“ Kennzeichen natürlich sofort aufgefallen. 😃 Wir ziehen auf jeden Fall unseren Hut vor ihrer Entscheidung, nach der Trennung von ihrem Mann dennoch ihren Traum zu Leben und in die große weite Welt zu ziehen. Da gehört schon eine ordentliche Portion Mut, Reiselust sowie Verantwortungsbewusstsein dazu. 😮 Für uns ging es nach dem netten Plausch weiter zur Werkstatt und zwei Stunden später hatte unser Bussi nagelneue Stoßdämpfer, die zumindest rein optisch den verstärkten „Marquart“ Dämpfern in nichts nachstehen und keinesfalls etwas mit den Originalen, deutlich schmäleren zu tun haben. 👍 Von der Werkstatt aus ging es wieder zurück zu „unserer“ Plaza, wo wir die beiden Schweizer viajandoaventuras wiedertrafen die gerade ihre zweite Reparatur in „Sucre“ hinter sich gebracht hatten. 🙈 Später drehten wir noch eine weitere Runde durch die Stadt in der am Abend, sowohl auf den Straßen als auch auf den Bürgersteigen, richtig viel los war. Und da ich mit Einbruch der Dunkelheit (mal wieder) fix und alle war kehrten wir auf dem Rückweg zum Bus noch in einem Restaurant auf ein Schnitzel ein. Gefühlt machen wir zwar nicht viel aber dennoch sind wir den ganzen Tag über permanent aktiv und auf den Beinen was derzeit irgendwie dazu führt, dass ich abends schon um acht Uhr ins Bett fallen könnte. 🤣

Mal wieder in der Werkstatt 😣
Der alte, defekte Stoßdämpfer kam raus…
… und ein Neuer rein 🛠
Hier wird noch alles per Hand gemacht
Wir können die Werkstatt wärmstens empfehlen 👍🏻

Bereits bei unserer Ankunft in der Hauptstadt Boliviens hatten wir entschieden, dass wir mindestens bis zum 25. Mai (dem Nationalfeiertag) in „Sucre“ bleiben werden. Der Unabhängigkeitstag wird lautstark mit einer langen Musikparade gefeiert und zwar nicht nur am Feiertag selbst. Schon an den Tagen zuvor ziehen vormittags die Musikgruppen der verschiedensten Schulen durch die Straßen der Stadt. 🎺🥁🪕 Nach dem wir am Morgen unsere Schmutzwäsche in einer Wäscherei abgegeben hatten schauten wir ein Weilchen der Parade zu. Anschließend zog es uns unweigerlich zum Schokoladen-Festival, welches parallel zu den Feierlichkeiten stattfand. Von Eis über Kuchen und Gebäck sowie natürlich Schokolade wurden dort allerlei Süßwaren angeboten. 😋 Den Nachmittag und Abend verbrachten wir dann mit Jessica und Yannick auf der Plaza. Wir tranken gemeinsam Kaffee und aßen dazu die leckeren Backwaren aus dem Supermarkt, bevor wir abends noch mit einem kalten Bier auf die neue nette Bekanntschaft anstießen. 🍻

Köstlichkeiten auf dem Schoko-Festival
Blick über die Dächer von „Sucre“

Nach einer Runde Yoga am Morgen zogen wir nach dem Frühstück los in die Innenstadt, um der großen Parade beizuwohnen. Die Tage zuvor waren jeweils die Kinder- und Jugendgruppen mit ihren Instrumenten durch die Straßen gezogen. Am Unabhängigkeitstag selbst, dem 25. Mai, zogen dann die Erwachsenen mit ihren Trachten- und Musikgruppen durch die Hauptstraßen „Sucres“. Wir schauten dem Spektakel ein Weilchen zu bevor wir uns den Menschenmassen wieder entzogen und stattdessen auf einen erfrischenden Eiscafé in einen der vielen hübschen „Patios“ einkehrten. 😋 Abends hatten wir uns mit Jessica und Yannick auf einen Burger im „FORESTER“ verabredet und tatsächlich sah das, was uns serviert wurde, ebenso schmackhaft aus wie auf den Plakaten außen an der Hausfassade. 🍔🍟

Bolivianische Frauen in ihrer Tracht
Militärparade und Militärkapelle 🥁🎺🎵
Erfrischender Eiscafé…
…in einem der vielen schönen Innenhöfe
Abendessen mit Jessica & Yannick

Am Freitag standen dann mal wieder ein paar organisatorische Dinge auf dem Programm. Zuerst besuchten wir am Vormittag den großen Markt, um uns dort mit frischem Obst und Gemüse für die anstehende Weiterfahrt einzudecken. Dort gönnten wir uns auch noch einen frisch gepressten Fruchtsaft bzw. ein Bananen-Milchschake. 🥤 Auf dem Rückweg besorgten wir noch frisches Bargeld und holten in der Wäscherei unsere gewaschene Kleidung ab. Für etwa acht Kilo Wäsche haben wir 16 € bezahlt. Geht billiger, aber auch deutlich teurer. Gegen Mittag kehrten wir dann, nach getanen Besorgungen, in einem Lokal ein wo wir uns zum Abschluss noch einmal ein Mittagsmenü für 2 € p.P. gönnten. 😀 Es gab jeweils einen großen Teller voll Reissuppe mit reichlich Gemüse und als Hauptgang hatten wir eigentlich Hühnchen mit Reis und Gemüse gewählt. Allerdings ging dann wohl just in dem Moment das Hühnchen aus so dass wir nur noch eine Portion von dem ursprünglich Bestellten erhielten. 😮 Zum Glück war das verbleibende Gericht in Form von Spaghetti Bolognese aber eine akzeptable Alternative. Frisch gestärkt verstauten wir unsere Wäsche und arbeiteten noch eine Weile an den Laptops. Nach einer Woche in „Sucre“ geht es für uns jetzt weiter nach „Samaipata“ sowie in den tropischen Nationalpark „Amboró“. Was wir dort alles erleben werden erfahrt ihr dann im nächsten Beitrag. 😉😘😘

Ich liebe Märkte 🍓🥝🍍
Letztes Mittagsmahl in „Sucre“

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