NEW BLOG POST 🇲🇽 (12. – 15.07.2024) Mexico City

Ein aufregendes Wochenende im Herzen von Mexico City

Pünktlich zum Wochenende stürzten wir uns in das Getümmel der mexikanischen Hauptstadt. Unseren Van ließen wir sicher und für 150 Pesos pro Tag (ca. 8 €) auf dem Trailerpark in Teotihuacán zurück. Von unserem strategisch günstig gelegenen Stellplatz aus hatten wir nur 500 Meter bis zur Bushaltestelle zu gehen. Kaum dort angekommen fuhr auch schon der Bus nach Mexiko City (kurz CDMX für Ciudad de Mexico) ab. Die Fahrt dauerte etwa 45 Minuten, kostete gerade einmal 2,50 € pro Person und brachte uns zu einer gut gelegenen Haltestelle: Direkt gegenüber einer Metrostation, die uns dann bis zum Zócalo, der riesigen Plaza mit einer Seitenlänge von 250 Metern, brachte. Eine der Größten ihrer Art weltweit. 😮

Mexico City – wir kommen! 🚍

Die Gebäude ringsum, vom Nationalpalast (dem Regierungssitz des Präsidenten) bis hin zum alten Rathaus und der mächtigen Kathedrale, waren allesamt sehr beeindruckend. Nebenan befindet sich auch der Templo Mayor: Ein ehemaliger aztekischer Tempel, der einst das religiöse Zentrum von Tenochtitlán, der Hauptstadt des Aztekenreiches, bildete. Die Ruinen und das dazugehörige Museum bieten, völlig kostenfrei, faszinierende Einblicke in die präkolumbianische Geschichte von Mexiko-Stadt.

Die Kathedrale ist unglaublich schön – und groß!
Das alte Rathaus ist ebenfalls ein Prachtstück

Auch das Gran Hotel mit seiner imposanten Glaskuppel im Jugendstil sahen wir uns genauer an. Die Lobby war sehr beeindruckend und erinnerte mich an die goldenen Jahre des frühen 20. Jahrhunderts, zu Zeiten der Titanic, mit kunstvollen Glasdecken, schmiedeeisernen Aufzügen und funkelnden Kronleuchtern.

Gran Hotel Mexico City

Ansonsten schlenderten wir einfach durch die prachtvollen und extrem sauberen Straßen der Altstadt. Und dass, obwohl wir kurioserweise weit und breit keine Abfalleimer entdeckten. Auch der Palast der Bellas Artes und die üppig grüne Plaza Alameda mit ihren vielen, vielen Springbrunnen waren wirklich super schön. 🌳💦

Palacio de Bellas Artes
Teatro de la Ciudad & die beeindruckende Hauptpost
Plaza Alameda
Tolle Türen gab es auch mal wieder 🤣

Gegen Nachmittag, als Beine und Kopf langsam müde wurden, machten wir uns nach einem Kaffee samt knusprig-süßer Churros auf den Weg zu unserer Unterkunft. Diese lag etwa 7 km außerhalb des Zentrums, war mit dem Metro-Bus aber ebenfalls problemlos zu erreichen. Hier hatten wir ein schönes, blitzsauberes Apartment in einem schicken Hochhaus reserviert. Für gerade einmal 30 € am Tag fanden wir dort ein geräumiges Schlaf- sowie Badezimmer, eine top ausgestattete Küche und ein schickes Wohnzimmer vor.

Im vierten Stock…
…lag unser schickes Apartment
Die Inhaber haben in jedem Fall Humor & Geschmack

Dass wir uns die Wohn- und Essräume an Tag eins mit einem anderen Paar teilen mussten, das im zweiten Schlafzimmer einquartiert war, störte uns dabei wenig – zumal von ihnen so gut wie nichts zu sehen oder zu hören war. 😀

Ein entspannter Samstag in Mexiko Citys grünen Vierteln

Tag zwei in der Großstadt ließen wir ruhig angehen. Wir hatten beide super gut geschlafen in unserem Apartment und nachdem wir uns in der Küche Kaffee und Müsli zubereitet hatten, ging es zu Fuß zur nur wenige hundert Meter entfernt gelegenen U-Bahn-Station. 🚶‍♂️☕️

Für Frauen & Kleinkinder gibt es sowohl separate Warte- als auch Fahrgastbereiche 👍🏻

Wir schlenderten gemütlich durch die schönen Ausgehviertel Roma Sur, Roma Norte sowie Condesa, wo es allerlei nette Restaurants und hübsche Cafés gab. Uns erstaunte sehr, wie ruhig und vor allem grün es dort doch war. Es gab wahnsinnig viele Bäume und schattige Alleen voller Parkbänke, nur für Fußgänger. 🌳🐕

Viele Bewohner waren mit ihren Hunden unterwegs, und trotz der Großstadt gab es keinerlei Tretminen. Die Gehwege waren überall blitzblank sauber. Als sich gegen Mittag langsam aber sicher der Hunger bei uns regte, fanden wir per Zufall eine kleine Markthalle. Dort teilten wir uns eine Torta (so heißen in Mexiko Sandwiches) sowie eine Huarache (ein ovaler Fladen aus Maismehl mit diversen Belägen) und dazu gab’s einen frischen Melonensaft.

Sightseeing macht hungrig 🤣
Bei La Catrina gibts die besten Churros der Stadt 🤤

Danach machten wir uns, satt und zufrieden, wieder auf den Weg zurück zum Apartment wo wir einen entspannten Nachmittag verbrachten. Wir ruhten uns aus und nutzten die heiße Dusche, die allerdings extrem schwer zu justieren war: Es gab nur kochend heiß oder eiskalt.

Am Abend machten wir es uns mit Chips und Cola im Bett gemütlich und nutzten das Netflix Angebot für einen Kinoabend: Wir schauten Axel.F, die Neuauflage von Beverly Hills Cop mit Eddie Murphy. 🍿🎬

Ein Sonntag in Mexikos Hauptstadt: Von Kunsthandwerk bis zur spektakulären Lichtshow

Am Sonntag fuhren wir von unserer Unterkunft aus mit der Metro gerade mal zwei Stationen weiter bis ins hippe Viertel Coyoacán. Vor vielen Jahren noch eine eigenständige Stadt, von der aus der spanische Eroberer Hernán Cortés seinen Feldzug angetreten hatte. Mittlerweile hat sich die Metropole jedoch auch dieses Viertel gänzlich einverleibt und es war recht viel los an diesem Sonntag. Trotzdem war die Atmosphäre sehr entspannt.

Unterwegs im Viertel Coyoacán

Es gab einen großen Kunsthandwerkermarkt mit hübschen Bildern und Gemälden. In der Markthalle nebenan aßen wir sehr lecker und zudem preiswert zu Mittag: Eine Tlayuda (die mexikanische Pizza) und Quesadillas aus schwarzem Maismehl. Wie immer gab’s auch tolles Obst und Gemüse sowie jede Menge exotischer Gewürze zu kaufen. 🍓🥝🍍

Mexikanische Pizza & saftige Quesadillas 😋
Das Frida Kahlo Museum war uns leider zu teuer

Wir erkundeten das Viertel noch ein wenig zu Fuß bevor wir gegen Nachmittag mit der Metro zurück ins Apartment fuhren, um uns ein wenig auszuruhen. Kaum dort angekommen fing es heftig an zu regnen und dieser hielt auch bis abends an. 🌧️

Trotzdem wagten wir uns in der Dunkelheit noch einmal aus dem Haus und fuhren mit Bus und Metro bis zum Zócalo.

Auch bei Nacht wunderschön 🤩

Dort fand die kommenden Tage nämlich jeden Abend eine tolle Video-Projektion statt: In der Mitte der gigantischen Plaza hatte man die Kukulcán-Pyramide aus Chichén Itzá nachgebaut. Auf dieser wurde, mittels bewegter bunter Bilder und Ton, die Geschichte Mexikos (von den Mayas bis zu den spanischen Eroberern) projiziert.

So ähnlich hatten wir das ja auch schon einmal in Valladolid auf der Yucatán-Halbinsel gesehen, nur mit viel weniger Menschen. Hier geht’s zum dazugehörigen VLOG: 👇

Abschied von Mexiko City – auf zu neuen Abenteuern!

Am Montagmorgen checkten wir, frisch geduscht, aus unserem Apartment aus. Die Schlüssel hinterließen wir in der durch einen Code gesicherten Sicherheitsbox neben der Eingangstür, genau wie bei unserer Ankunft. Ich informierte die Managerin noch via WhatsApp über unseren Check-Out, bevor wir uns zum letzten Mal mit dem Metro-Bus in die Innenstadt begaben. 🚌

Für uns war Mexico City eine sehr gelungene Mischung aus alt & neu – wir fanden die Stadt super! 😀

Dort hatte ich ein hübsches Frühstücksrestaurant ausfindig gemacht, wo wir uns Café sowie Omelette mit Ratatouille und Rührei mit Speck schmecken ließen. 😋 Wir drehten noch eine letzte kleine Runde durchs historische Zentrum und genossen die letzten Eindrücke dieser Stadt, die uns überraschend gut gefallen hatte.

Wie backt man schwarzes Brot?! Keine Ahnung…
Die Casa Azulejos ist rundum mit Kacheln verziert
Ein tolles Gebäude neben dem anderen 👌🏻
Grandiose Bäckerei im Zentrum: Pasteleria Ideal

Anschließend machten wir uns, neuerdings mit dem Metro-Bus, auf den Weg zur Estación del Norte: Dem großen Busbahnhof. In den zurückliegenden vier Tagen hatten wir in Summe stolze 40 Kilometer zu Fuß zurückgelegt – da war die Busfahrt eine wahre Wohltat! 😅

Wir hätten auch die bequeme Hop-On / Hop-Off Tour wählen können aber wir wollten lieber laufen

Kaum hatten wir 45 Pesos pro Kopf gegen ein Ticket eingetauscht, fuhr der Bus zurück nach Teotihuacán auch schon los. Wieder am Trailerpark angelangt, verstauten wir unsere Sachen aus den Rucksäcken in den Schränken und wechselten anschließend den Stellplatz: Wir zogen weiter auf einen Campingplatz, der nur drei Kilometer von der größten Pyramidenanlage von ganz Mexiko entfernt lag. Mehr dazu dann aber erst im kommenden Blog! 😉


Falls du ebenfalls mit einem eigenen Fahrzeug unterwegs sein solltest dann zeigen wir dir hier unseren Weg nach und durch Mexiko City 👇

Unseren Van parkten wir, gegen eine reine Stellplatzgebühr in Höhe von 150MXN/Tag (8 €) auf dem Trailer Park in Teotihuacán. Von dort aus waren es zu Fuß gerade einmal 450m bis zur Bushaltestelle, von wo aus ab 04:30 Uhr morgens alle 15 Minuten Busse nach Mexiko City fahren. Diese bringen einen für 45MXN (2,50 €) innerhalb von 40 Minuten bis zur Haltestelle Deportivo 18 de Marzo.

Von dort aus gelangt man mit der grünen Metro-Bus Linie 3 bis ins Zentrum. Die Stationen Hidalgo oder Balderas liegen beide recht zentral. Die blaue Metrolinie 2 bringt einen von Hidalgo aus zum Zócalo – der zentralen Plaza mitten in der Altstadt. Die wiederaufladbare Karte, die einen für Fahrten mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln berechtigt, kann man an sämtlichen Stationen gegen eine einmalige Gebühr in Höhe von 21MXN am Automaten erwerben. Diese kann dort auch mit beliebigen Beträgen aufgeladen werden, sowohl in Bar als auch mit Karte. Eine einzelne U-Bahn Fahrt kostet gerade einmal 5MXN und für den Metro-Bus zahlt man 6MXN. Wieviel man für ein City-Bike bezahlen muss wissen wir leider nicht aber der Betrag wird ähnlich niedrig sein. Tipp: Lade dir die App CDMX auf dein Handy! In dieser findest du einen ziemlich praktischen und sehr übersichtlichen Routenplan aller Verkehrsmittel.

So sieht das aufladbare Ticket aus

Unser Apartment befand sich zwei Haltestellen vom Viertel Coyoacán und nur wenige hundert Meter von der Bus- und Metrostation División del Norte entfernt. Wir hatten dieses über Booking.com gebucht und zahlten für drei Nächte umgerechnet etwa 90€. Falls du Interesse an dieser Unterkunft haben solltest, dann schreibe mir einfach über das Kontaktformular auf dieser Homepage und ich lasse dir gerne die Handynummer der Verwalterin zukommen. Dann sparst du dir Steuer- und Kommissionsgebühren. 😉 Wir waren mit dem Apartment überaus zufrieden: Es befand sich in einer guten Gegend, war extrem sauber, sehr ruhig, das Bett bequem und die Küche gut ausgestattet.

Zurück nach Teotihuacán kommt man nur über den großen Busbahnhof Terminal Central de Autobuses del Norte. Das Busticket kann vor Ort erworben werden und die Busse fahren alle 15 Minuten ab; der letzte fährt angeblich kurz nach 21 Uhr. Von der Innenstadt aus erreichten wir den Busbahnhof ebenfalls mit der grünen Metro-Bus Linie 3, in dem wir an der Haltestelle Coltongo ausstiegen und von dort aus die letzten Meter zu Fuß zurücklegten.  

Vielleicht erleichtern dir diese Infos ja deine eigene Reise nach Ciudad de Mexico. Und bei Fragen: Gerne melden! 😀📧 

NEW BLOG POST 🇲🇽 (05. – 11.07.2024) Puebla – Teotihuacán

Simons 42. Geburtstag und ein entspannter Reisetag

Simons 42. Geburtstag verbrachten wir noch ganz entspannt auf dem Campground Oaxaca View, damit er dort das gute WLAN zum Telefonieren und zum Abrufen aller Glückwunsch-Nachrichten nutzen konnte. 🎂 Wir spielten mehrmals sein neues Lieblingskartenspiel Magic und verbrachten einen gemütlichen Tag. Am Samstag verabschiedeten wir uns dann, nach einer Woche Standzeit, von den netten Inhabern. Der Verkehr in die Stadt hinein war leider sehr zähflüssig, weshalb inklusive Lebensmitteleinkauf alles seine Zeit dauerte und wir erst nach 15:00 Uhr aus Oaxaca rauskamen. 🚐💨

Trotz allem schafften wir es noch rechtzeitig, vor Einbruch der Dunkelheit, nach Tehuacán. Dort gab es ein riesengroßes Einkaufszentrum, wo wir einen guten Stellplatz vor einem mit Kameras und Security bewachten Hotel fanden. Wir schlenderten noch durch die große Mall und gönnten uns ausnahmsweise im Burger King etwas zu essen 🍟🍔, weil wir beide müde von der Fahrt waren. Erstaunlicherweise war die Nacht auf dem riesigen Parkplatz sehr ruhig und wir schliefen sogar bis 9:00 Uhr. Möglicherweise dank der Tatsache dass Sonntag war und deswegen vermutlich weniger Verkehr und weniger früher Einkaufstrubel herrschte.

Manchmal sehen unsere Schlafplätze so aus 😅

Puebla: Keramik, Kulinarik und unerwartete Menschenmassen

Am frühen Nachmittag erreichten wir die UNESCO-Weltkulturerbe Stadt Puebla, die am 16. April 1531 von den Spaniern gegründet wurde. Puebla ist bekannt für die Talavera-Keramik: Eine traditionelle Form von handbemalter und glasierter Keramik, die im 16. Jahrhundert von spanischen Handwerkern eingeführt wurde. Deshalb sind hier sehr viele Hausfassaden und Kirchenkuppeln mit diesen bunten Keramikkacheln im spanischen Stil verziert.

Puebla gilt außerdem als die kulinarische Hauptstadt Mexikos. Hier wurde u.a. das berühmte Gericht Mole Poblano erfunden: Eine komplexe Sauce aus Schokolade, Chili und Gewürzen. 🌶️🍫 Ein weiteres typisches Gericht sind Chiles en Nogada: Gefüllte Paprikaschoten in einer Walnusssauce.

Bei der Touristenpolizei fanden wir einen sicheren, gut bewachten und ruhigen Stellplatz. Sie hatten zwar keinen Platz mehr in ihrem Innenhof frei, aber dafür durften wir direkt vor dem großen Gebäude auf der Straße parken und erhielten sogar die Erlaubnis, Toiletten und Duschen zu nutzen 🚿🚽.

Auch dieser Stellplatz war eher unromantisch, dafür aber bombensicher & zentral gelegen 👍🏻

Zu Fuß machten wir uns auf ins historische Zentrum, das sich nur wenige hundert Meter von unserem Stellplatz entfernt befand und in dem an diesem Tag ein toller Flohmarkt stattfand. Dank der Lage auf etwa 2.200 Metern üNN herrschten ideale Sightseeing-Temperaturen und wir waren sehr vom angenehmen Klima angetan. Weniger angetan waren wir allerdings von den Menschenmassen, die sich an diesem Sonntag durch die Innenstadt und die Fußgängerzonen quetschten. Wir fühlten uns von dem Trubel ziemlich erschlagen, weswegen wir unseren Rundgang früher als geplant beendeten und zurück zum Van flüchteten.  

Richtig coole Sachen gab’s auf dem Flohmarkt
Alte Walkmans & Kassetten zum Beispiel
Die Rambla erinnerte unweigerlich an Barcelona
Aber uns war es definitiv viel zu voll 🙈

Kultur, Geschichte und grandiose Ausblicke in Puebla

Der Montag war definitiv der bessere Sightseeing-Tag: Es waren viel weniger Menschen unterwegs und wir liefen bei strahlendem Sonnenschein zuerst zum Olympiastadion sowie zum Fuerte de Loreto. Hier fand am 5. Mai 1862 die berühmte Schlacht von Puebla statt, in der eine schlecht ausgerüstete mexikanische Armee die französischen Truppen besiegte. ⚔

Warum Franzosen, fragt ihr? Weil Napoleon III. entschieden hatte Mexiko zu erobern, um das französische Imperium zu erweitern und Einfluss in der Region zu gewinnen. Doch die Mexikaner ließen sich nicht unterkriegen und feierten einen unerwarteten Sieg, der heute als Cinco de Mayo gefeiert wird. 🎉🎉

Von dort aus hatten wir eine tolle Sicht auf die Stadt mit ihren 60 Kirchen und konnten sogar in der Ferne den schneebedeckten Gipfel des rauchenden Popocatépetel sehen. Zu Fuß ging’s zurück in die historische Altstadt, wo wir uns die restlichen Sehenswürdigkeiten anschauten die wir am Tag zuvor nicht mehr geschafft hatten.

Im Hintergrund der schneebedeckte Popocatepetel

Der McDonald’s an der Plaza hatte eine super tolle Dachterrasse mit Blick auf die riesige Kathedrale mit ihren vielen Glocken, die im 16. Jahrhundert gebaut wurde und eine der höchsten Kirchen Mexikos ist. ⛪ Wir kauften uns ein Sundae Eis, genossen beim Schlecken die schöne Aussicht und abends durfte ich in der Damen-Umkleidekabine der Polizei sogar die heiße Dusche nutzen. Hier trifft der Satz Die Polizei, dein Freund und Helfer noch wirklich zu.

Die Dimensionen der Kathedrale sind gigantisch
Viele schöne Jugendstil Gebäude sind hier zu finden

Cholula: Pyramiden und Gewitterstimmung

Tags darauf unternahmen wir einen weiteren Ausflug: Wir ließen den Van erneut stehen und nutzten stattdessen die öffentlichen Verkehrsmittel. Zuerst mussten wir ein gutes Stück durch die Stadt laufen, um zum Busbahnhof zu gelangen. Praktischerweise lag direkt nebenan der Mercado de los Sabores, wo wir uns ein super leckeres und sehr sättigendes Frühstück gönnten: Unsere erste Cemita. Eine Cemita ist ein großes, geröstetes Brötchen, das locker für zwei reicht. In der Regel wird es mit einem hauchdünnen, panierten Schnitzel sowie Avocado und Oaxaca-Käse belegt – dazu gab’s einen frischen Maracujasaft 🍞🥑🧀🍹.

Lecker! Cemita… 🤤

Gut gestärkt ging’s dann mit dem Bus für schlappe 10 MXN pro Kopf (50 Cent) nach Cholula. Cholula ist ein Pueblo Mágico und beherbergt eine ganz besondere Kirche, die hoch oben auf einem grünen Hügel über der Stadt thront. Die eigentliche Besonderheit ist jedoch das, was unter dem grünen Hügel verborgen liegt: Eine Pyramide, die vom Volumen her größer ist als die Cheopspyramide in Ägypten. 😳

Eine ganz besondere Kirche thront über diesem magischen Dorf 💫
Die Kuppel ist mit bunten Keramikkacheln verziert
Auch von innen ein Meisterwerk

Per Zufall entdeckte man 1931, bei Straßenbauarbeiten, Teile dieser 65m hohen Pyramide und ein Bruchteil davon wurde zwischenzeitlich für Besucher freigelegt. Ein kleines Museum gehört ebenfalls dazu wo wir uns in aller Ruhe Fundstücke der Ausgrabungen ansahen, während sich über unseren Köpfen bedrohlich schwarze Gewitterwolken zusammenbrauten. ⛈

Auf dem unteren Bild sieht man, was sich unter dem Erdwall und somit der Kirche befindet
Diese Fotos machten wir im Amparo Museum in Puebla
Gewitterstimmung über der Plaza in San Andrés ⛈️

Als wir am Morgen aufgebrochen waren schien noch die Sonne und, naiv wie wir waren, gingen wir trotz Regenzeit ohne Schirme los. Auf dem Rückweg zum Stadtbus fing es dann tatsächlich an zu gewittern und bei unserer Ankunft in Puebla, 20-30 Minuten später, regnete es immer noch heftig. Also kehrten wir noch einmal in der Markthalle für eine weitere Cemita ein, um uns von den Erlebnissen des Tages zu erholen. 😛

Ein grauer Tag in Puebla und unerwartete Planänderungen

Der Mittwoch überraschte uns, nach einigen ganz passablen Tagen, mit unerwartetem Dauergrau, Regen und kühlen Temperaturen. 🌧️ Ein Blick auf die Wettervorhersage ließ leider auch für die kommenden Tage nicht auf Besserung hoffen, weshalb wir mal wieder sämtliche Pläne über den Haufen werfen mussten:

Eigentlich wollten wir in den Nationalpark Ixta-Popo mit dem aktiven Popocatépetel und dem schlafenden Iztaccíhuatl Vulkan fahren. Aber bei den tiefhängenden Wolken hätten wir die schneebedeckten Fünftausender höchstwahrscheinlich nicht einmal ansatzweise gesehen und auf 3.000 Metern Höhe wahrscheinlich auch ordentlich gefroren. ❄️ Also entschlossen wir uns spontan, die Megametropole Mexiko City vorzuziehen.

Gerne hätten wir uns den rauchenden Vulkan noch aus der Nähe angesehen aber das Wetter wollte nicht 😕

Bei Booking.com machte ich mich auf die Suche nach einer günstigen und guten Unterkunft. Zum Glück fand ich relativ schnell ein geeignetes Apartment, das von Freitag bis Montag für drei Nächte frei war. 🥳 Und da der Platz bei der Touristenpolizei in Puebla gar so ideal und ruhig war entschieden wir kurzfristig, noch einen weiteren Tag dort zu verbringen um fleißig an den Laptops zu arbeiten.

Natürlich haben wir den Tag nicht nur mit Arbeit verbracht: Ich nutzte die Gelegenheit, um in einem trockenen Moment ein wenig durch die Stadt zu schlendern und einige der lokalen Märkte zu erkunden. Die bunten Stände und das vielfältige Angebot an regionalen Köstlichkeiten versüßten uns den grauen Arbeitstag. ☕🥐

Wir ließen uns, trotz des tristen Wetters, nicht unterkriegen und machten das Beste aus der Situation. Unsere Follower auf Instagram und YouTube freuten sich derweil über die Live-Updates und die kleinen Einblicke in unseren Vanlife-Alltag.

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Auf dem Weg zur größten Pyramide Mexikos

Donnerstagmorgens machten wir uns über die Autobahn auf den Weg nach Teotihuacán: Der Stadt, in der die größte Pyramide Mexikos steht. Die Fahrt ging relativ schnell und problemlos, war aber mit 13 € Mautgebühr auf 120 km auch ganz schön teuer. 🚗💸

In Teotihuacán angekommen checkten wir auf einem Trailerpark ein der ziemlich zentral im Zentrum, direkt hinter der schmucken Kathedrale, lag. Hier waren viele Trailer und Wohnmobile abgestellt, deren Besitzer derzeit wieder in Europa oder Kanada weilten, sodass wir die einzigen physischen Gäste vor Ort waren.

Am späten Nachmittag kontaktierte uns dann überraschend unser Freund Max von @anschnallenabfahrt, der ein Problem mit seinem Ladebooster hatte. Wie sich herausstellte, befanden er und seine Frau sich nur ein paar Kilometer von uns entfernt auf einem anderen Campingplatz. So verabredeten wir uns am Abend kurzfristig, nachdem unsere Rucksäcke für die Großstadt gepackt waren, noch zu einem leckeren, spontanen Taco-Abendessen. 🌮

Immer wieder schön zu viert 😀

Schade, dass das Wiedersehen so kurz ausfiel aber aus unerfindlichen Gründen hatte ich diese unerwartete Zusammenkunft tatsächlich am frühen Morgen schon vorhergesehen. 😇

Wie es uns in der 22-Millionen-Metropole Mexiko City gefallen hat erfahrt ihr dann kommende Woche. Bleibt dran und verpasst nicht die nächsten, aufregenden Geschichten unserer Reise!

NEW BLOG POST 🇲🇽 (27.06. – 04.07.2024) Hierve el Agua – Oaxaca

Kurven, Berge, Kakteen und Zitronenfalter

Hoffnungsvoll setzten wir unsere Fahrt gen Oaxaca Stadt am nächsten Morgen fort und tatsächlich meisterten wir, bzw. vielmehr unser Van, die 200 kurvenreichen Kilometer mit Bravour. Die Landschaft wurde zunehmend trockener, gespickt mit blauen Agaven und hohen Säulenkakteen zwischen den Laubbäumen. Leider konnte ich die herrliche Aussicht, auf Grund meiner Magen-Darm-Beschwerden die mich seit nunmehr eineinhalb Wochen quälten, nicht richtig genießen. Immer wenn ich dachte jetzt wird‘s endlich besser, war es am Tag drauf wieder schlechter. 😕 Und die vielen Kurven trugen sicherlich auch nicht zu meinem allgemeinen Wohlbefinden bei…

Aus diesen Agaven wird Mezcal gewonnen

Entlang der Strecke passierten wir drei Polizei-Checkpoints, wohl wegen der Migranten und des Drogenschmuggels. Einmal wurde sogar, wenn auch nur flüchtig, unser Wohnraum inspiziert. Die Beamten waren jedoch stets nett und für einen kurzen Plausch zu haben. 👍

Fast die ganze Fahrt über schien die Sonne und unzählige Zitronenfalter flatterten durch die Luft. Erst auf den letzten Metern vor unserem Ziel, dem Parkplatz des Hierve El Agua, holte uns dann doch noch ein Gewitter mit heftigem Platzregen ein. 🌧️⚡

Ein versteinerter Wasserfall und Schätze einer längst vergangenen Kultur

Früh morgens um 6 Uhr waren wir schon unterwegs, perfekt getimt zum Sonnenaufgang und weit vor dem Eintreffen der ersten Reisebusse. Das Gewitter vom Vortag hatte sich verzogen und die ersten Sonnenstrahlen brachen durch die Wolken, die sich in den mineralhaltigen Naturpools spiegelten. Was für eine Aussicht auf die dicht bewaldeten Berge der Sierra Madre del Sur! 🤩

Das mineralhaltige Wasser blubbert, obwohl es kalt ist

Entlang des 4 km langen Rundwegs begleitete uns ein treuer Hund bis zum vermeintlich versteinerten Wasserfall, der durch das mineralhaltige Wasser welches den steilen Hang hinabfließt und sich hier ablagert, diesen eindrucksvollen Anblick bietet. Nach unserer Rückkehr zum Van trafen wir auf den ersten Reisebus – mal wieder alles richtig gemacht. 😄

Nach einem leckeren Frühstück brachen wir auf nach Mitla, einem weiteren Pueblo Mágico ganz in der Nähe des Wasserfalls.

Dank unseres frühen Starts in den Tag erreichten wir die archäologische Stätte von Mitla bereits gegen 10 Uhr. Dort erfuhren wir mehr über ihre Entstehung und die faszinierende Kultur der Zapoteken, die von 750 bis 1521 n.Ch. hier lebten. Der Ort diente als religiöses sowie kulturelles Zentrum und war vor allem als Ort der Totenverehrung bekannt. Besonders beeindruckten uns die roten Kuppeln der von den Spaniern über den Überresten der einstigen Stätte errichteten Kirche, sowie die präzisen Mosaikverzierungen an den Steinwänden.

Ursprünglich hatten wir geplant, den restlichen Tag sowie die Nacht auf dem Parkplatz vor den Ruinen zu verbringen, aber die Hitze trieb uns dann doch noch weiter. Ein paar Kilometer Richtung Oaxaca fanden wir den Campingplatz Oaxaca View, der seinen Namen wahrlich verdient. Hoch über den Dächern der Stadt gelegen, bietet er einen atemberaubenden Blick auf das UNESCO-Weltkulturerbe. Stefan und Sabine, die deutschen Besitzer, hießen uns gemeinsam mit ihren fünf Hunden und Katzen herzlich willkommen und machten den Tag somit perfekt. 💑🐕🐈

Toller Campingplatz mit Blick auf Oaxaca…
… im Garten von Stefan & Sabine

Buntes Treiben auf dem Sonntagsmarkt in Tlacolula

Nachdem wir einen Tag lang die Annehmlichkeiten des Campingplatzes genossen hatten, machten wir uns am Sonntagmorgen mit dem öffentlichen Bus auf nach Tlacolula. Dort findet jeden Sonntag ein riesiger Markt statt, der ein wahres Fest für die Sinne ist. 🌽🧺

Es gab reichlich Obst und Gemüse in allen erdenklichen Farben, lebendiges Geflügel in Käfigen und natürlich viel Handwerkskram – von geflochtenen Körben über gewebte Teppiche und Textilien bis hin zu allerlei Krimskrams und Flohmarktartikeln.

Alles für den Gaucho gab‘s auch
Geröstete Heuschrecken sind hier eine Delikatesse 😳

Hier trafen wir so gut wie keine ausländischen Touristen an, sondern hauptsächlich die ländliche Bevölkerung aus den umliegenden Bergdörfern, die sich hier in traditioneller Kluft mit Lebensmitteln für die kommende Woche eindeckte. 🍓🍌🍉

Wir hatten riesigen Spaß über den Markt zu schlendern, die exotischen Gerüche und bunten Eindrücke in uns aufzusaugen und das rege Treiben zu beobachten. Die Busfahrt war mit 0,75 € pro Kopf und Fahrt auch unschlagbar günstig. Da konnten wir unseren Van getrost auf dem sicheren Campingplatz stehen lassen. 🚐🌳

Falls ihr mal in der Nähe seid, kann ich euch einen Besuch dieses Marktes auf jeden Fall wärmstens empfehlen. Es ist eine tolle Gelegenheit, das authentische Leben der Region zu entdecken und vielleicht das ein oder andere handgemachte Souvenir zu ergattern.

Der dickste Baum der Welt und handgewebte Schätze in Teotitlán del Valle

Nach einem weiteren Regen- und somit Arbeitstag im Van sah der Dienstag endlich vielversprechender aus 🌤️. Also machten wir uns auf, die Umgebung rund um unseren wunderschönen Stellplatz oberhalb von Oaxaca zu erkunden. Unser erstes Ziel war El Tule, etwa 4 km Fußmarsch entfernt. Dort erwartete uns der angeblich dickste Baum der Welt, und was soll ich sagen, die Dimensionen dieses Giganten waren beeindruckend: 42 m Umfang, 14 m Durchmesser und ein geschätztes Alter von über 2.000 Jahren! 🌳 Das kleine Örtchen war hübsch herausgeputzt, mit einer malerischen Plaza und netten kleinen Restaurants.

In Oaxaca wird der Tag der Toten
besonders bunt gefeiert 🪦💀🇲🇽

Wir verweilten jedoch nicht lange, sondern nahmen den öffentlichen Bus weiter nach Teotitlán del Valle. Von der Hauptstraße aus liefen wir nochmals 4 km in das urige Örtchen hinein, das versteckt in den wolkenverhangenen grünen Bergen liegt. Teotitlán del Valle ist berühmt für seine feinen Webwaren, besonders die edlen Teppiche aus Wolle, die hier noch per Hand an großen Webstühlen gefertigt werden. Es war faszinierend zu sehen, wie aus naturgefärbten Wollgarnen so kunstvolle und bunte Muster entstanden. 🧶🎨

Koloniale Schönheit und mexikanische Küche vom Feinsten: Ein Tag in Oaxaca Stadt

Auch am Freitagmorgen lachte die Sonne vom Himmel und wir schickten uns an, nach einer Woche endlich die 250.000 Einwohnerstadt Oaxaca zu erkunden. Kurz bevor wir den Campingplatz verlassen wollten wurde nach vier Tagen unser neuer Campingtisch geliefert, den wir über Amazon hierher bestellt hatten. Fast ein halbes Jahr ist seit dem Diebstahl unseres alten in Costa Rica vergangen, und ohne den Online-Shop hätten wir vermutlich noch ganz schön lange auf einen passenden Ersatz warten müssen… 📦📫📯

Unsere Gastgeber, Sabine und Stefan, hatten ebenfalls ein paar Dinge in der Stadt zu erledigen und nahmen uns freundlicherweise in ihrem PKW mit ins Zentrum. Das ersparte uns den Fußweg und die Busfahrt – in der Stadt gab es schließlich noch genug zu laufen. Der historische Stadtkern hat uns wirklich richtig gut gefallen. Es herrschte eine super ruhige und entspannte Atmosphäre. Außerdem gab es viele hübsche kleine Kirchen, nette schattige Plätze und eine schöne Haupt Plaza mit vielen Cafés und Restaurants drumherum. ☕🌳

Wir entdeckten auch zwei nette Markthallen, wo Simon das Nationalgericht des Staates Oaxaca probieren konnte: Mole mit Hühnchen, Reis und Tortillas. Mole bezeichnet die würzige Sauce, und die Mole Negro besteht unter anderem aus Kakao – daher die dunkle Farbe. Ich verzichtete, meinem Magen zuliebe, lieber darauf und gönnte mir stattdessen ein süßes Teilchen vom Bäcker. 🥐

Bei Boulenc nahmen wir obendrein ein richtig knuspriges Vollkornbrot für das Abendbrot mit. Nach einem langen Tag voll schöner, neuer Eindrücke traten wir den Rückweg an – aufgrund müder Beine mit dem Taxi. 🚖😅

Jetzt haben wir eigentlich alles in der Umgebung gesehen und sind bereit weiterzuziehen. Doch bevor es weitergeht, denkt daran, uns auf Instagram und YouTube zu folgen, um keine unserer Abenteuer zu verpassen. Und wenn ihr unsere Reise von Argentinien nach Alaska gerne unterstützen möchtet freuen wir uns über jede noch so kleine Spende via PayPal.

Bleibt dran und bis nächste Woche! 😊👋

NEW BLOG POST 🇲🇽 (17. – 26.06.2024) San Cristóbal de las casas – Sima de las cotorras

Ein Hoffnungsschimmer am dunklen Monsunhimmel  

Am Montag ging’s mit meiner Gesundheit zum Glück schon wieder Stück für Stück bergauf – mit dem Wetter allerdings rapide bergab denn es schüttete den ganzen Tag wie aus Eimern. ⛈ Wir konnten keinen einzigen Fuß vor die Tür setzen und somit auch nicht unseren Laptop zum PC-Doktor bringen. Anscheinend bekamen wir selbst in den Bergen die Ausläufer des ersten Tropensturms des Jahres über der Karibik mit voller Wucht zu spüren. 😮

Am Dienstagvormittag fielen nur noch ein paar wenige Regentropfen und so wagten wir, mit Poncho und Regenschirm bewaffnet, den Weg zu den PC-Geschäften. Der erste angesteuerte Laden war leider nicht mehr existent und der Zweite im ersten Anlauf nicht auffindbar. Beim dritten Geschäft trafen wir dann endlich jemanden an. Nachdem ich die Sachlage geschildert hatte, zuckte der Mann jedoch nur mit den Schultern. Er vermutete einen Fehler der Tastatur, da der Ein- und Ausschaltknopf in diese integriert ist. Er selbst wollte sich jedoch nicht daran wagen und verwies uns stattdessen an einen HP-Service-Händler, den es hier in San Cristóbal jedoch nicht gäbe, sondern erst in der nächst größeren Stadt Tuxtla. Was für ein herber Dämpfer. 😥 Betröppelt und mit zum Wetter passenden Mienen zogen wir von dannen, aber per Zufall entdeckte ich aus dem Augenwinkel heraus dann doch noch an der Straßenecke den zuvor gesuchten Laden. Wahrscheinlich hatte dieser eine halbe Stunde zuvor noch nicht geöffnet gehabt weshalb wir ihn vermutlich übersehen hatten. Nun standen seine Türen weit offen beziehungsweise hing auch ein großes Plakat außen an der Wand.

Zu unserer großen Freude entdeckten wir in seiner Auslage viele HP-Laptops. Das war schon einmal positiv. 😀 Er nahm sich dem Gerät sofort an und erklärte sich bereit, eine kostenfreie Fehlerdiagnose durchzuführen. Diese sollte etwa vier bis fünf Stunden dauern und er würde sich im Anschluss per WhatsApp mit den Ergebnissen wieder bei uns melden. Das war doch schon mal ein Hoffnungsschimmer!

Zurück am Van wollte ich eigentlich im Hostel nebenan duschen gehen. Allerdings stand ich dort vor verschlossener Tür und auch mein zweiter Versuch einige Stunden später brachte kein anderes Ergebnis hervor. So blieb mir nichts anderes übrig, als ein anderes Hostel in der Nähe aufzusuchen, das in der iOverlander-App ebenfalls mit einem Duschsymbol aufgeführt war. Allerdings schien dieses schon seit längerem nicht mehr geöffnet zu sein. Somit blieb mir nichts anderes übrig als, mal wieder, die eigentlich geplante Dusche auf den kommenden Tag zu verschieben. 🤷‍♀️

Derweil hatte sich aber der kompetente junge Mann aus dem PC-Laden gemeldet: Er erklärte uns, dass das Motherboard Feuchtigkeit gezogen hätte und Korrosionsspuren aufweisen würde. Durch ein Ultraschallbad und das neue Aufbringen von Thermopaste sei der Fehler jedoch zu beheben und das Gerät sollte anschließend wieder tadellos funktionieren. Der Kostenvoranschlag von umgerechnet 43 € klang auch akzeptabel und er sicherte uns zu, dass keinesfalls Daten verloren gehen würden. Außerdem würde uns der Betrag nur dann in Rechnung gestellt werden, wenn die Reparatur auch tatsächlich zum Erfolg führen würde. Entsprechend gerne und hoffnungsvoll stimmten wir dem Vorhaben zu. 💻⚙🛠

Sonnenschein und strahlende Neuigkeiten

Der nächste Tag begann direkt mit einem verheißungsvollen Lichtblick: Zum ersten Mal seit unserer Ankunft in San Cristóbal, und somit nach mehr als einer Woche, war ein Stückchen blauer Himmel und Sonnenschein zu erkennen. Nach dem ersten Schluck Kaffee tigerte ich zum Hostel zwei Häuser weiter und siehe da: Auch dieses hatte plötzlich wieder geöffnet. Wenn das keine guten Vorzeichen waren! Frisch geduscht erreichte mich dann auch kurz darauf die frohe Kunde via WhatsApp, dass unser Laptop tatsächlich wieder funktionierte und abholbereit wäre. Fantastisch! 🙃

Nach dem Frühstück machten wir uns also sofort auf den Weg und kamen dabei ganz schön ins Schwitzen. Wenn die Sonne denn hier dann mal scheint, dann hat sie wirklich Power. Der freundliche Mitarbeiter von CompuFix zeigte uns noch diverse Fotos, die die Wasserschäden belegten und vermutete, dass dies tatsächlich durch die mitunter hohe Luftfeuchtigkeit bedingt sein könnte. Vor allem in Kombination mit den hohen Temperaturen der Prozessoren, die dann zu Kondenswasser führen können. Ganz schön mies! So etwas sollte man von einem so teuren Gerät eigentlich nicht erwarten…

Happy 🙃

Als wir, auf dem Rückweg zu unserem Parkplatz, die freudige Nachricht von der geglückten Reparatur an einen uns bekannten, ehemaligen PC-Händler weitergaben freute sich dieser sehr mit uns. Seiner Meinung nach wäre dies in Deutschland ein Totalschaden gewesen. Was für ein Glück, dass wir derzeit in Mexiko sind! Somit können wir euch nächste Woche wieder mit brandneuem Videomaterial versorgen. 🥳🥳🥳

P.S. Solltest du in San Cris einen guten IT-Spezialisten benötigen dann können wir dir CompuFix guten Gewissens empfehlen.

Unterwegs in San Cristóbal: Kirchen, Farben und ein Markt wie aus Bolivien

Endlich! Nach einem regenreichen Arbeitstag im Van, und vielen Tagen grauem Himmel, hatte sich das Wetter zum Wochenende hin endlich gebessert. 🌤️ Das war unsere Chance, das zauberhafte Dorf San Cristobal doch noch zu erkunden bevor wir weiterreisten.

San Cristóbal de las Casas begrüßte uns mit einem Farbenrausch aus wunderschönen bunten Fassaden und einer beeindruckenden Vielzahl an Kirchen. Die lebhafte Plaza im Zentrum war umgeben von historischen Gebäuden, die Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten zu erzählen schienen.

Ein Highlight war definitiv der Markt, der uns fast ein bisschen an La Paz in Bolivien erinnerte. Kuck gern mal in das Video vom Hexenmarkt rein! ⬇️

Hier gab es nicht nur frisches Obst und Gemüse, sondern auch eine Fülle an schamanischen Kräutern, Gehölzen und Gewürzen zu kaufen, die die Luft mit ihren Düften erfüllten. 🦙✨

Statt uns in die kulinarischen Versuchungen der Marktstände zu stürzen entschieden wir uns für eine andere köstliche Versuchung: Zwei Kilo frische Mangos, die wir für einen Spottpreis ergatterten. Diese leckeren Früchte verwandelte ich am nächsten Tag in fruchtige Mango-Bananen-Smoothie-Bowls sowie einen saftigen Rührkuchen.

Vielleicht hätte ich das, oder das Mittagsmenü in einem Restaurant in dem wir vor Tagen schon einmal zu Gast waren, besser sein gelassen. So oder so litt ich am Sonntagmorgen, exakt eine Woche nach Beginn meiner Durchfallerkrankung, neuerdings an Beschwerden. Ich entschied mich für den Gang zur Apotheke, denn mit dieser Toilettenfrequenz war an die anstehende Weiterfahrt für mich nicht zu denken. 😥 Die Apothekerin gab mir ein Breitband-Antibiotikum mit und verwies mich eindringlich an einen Arzt, sollten sich die Symptome nicht innerhalb von zwei Tagen deutlich bessern. Halleluja! Ich war zwecks der Einnahme des Medikaments hin- und hergerissen da ich nicht mit Sicherheit wusste, ob wirklich Bakterien oder vielleicht doch eher Viren an der Erkrankung schuldseien – aber hatte ich eine andere Wahl?! Also schluckte ich, nach dem Frühstück das diesmal sicherheitshalber aus trockenem Baguette bestand, die erste Pille bevor ich mir im Hostel nebenan nochmal eine wohltuende, heiße Dusche gönnte. 🚿

Der Sumidero Canyon: Ein beeindruckendes Wunder der Natur

Nach exakt 14 Tagen in San Cristóbal de las Casas machten wir uns auf zur nächsten Etappe. Montags verließen wir die charmante Stadt und sicherten uns noch schnell 40l Trinkwasser an einer Purifikation. Bei Rama Gas ging das Auffüllen unserer deutschen Gasflasche, dank dem amerikanischen Adapter, in Rekordzeit. Ein Glückstreffer! Mittlerweile fahren wir in dieser Hinsicht lieber auf Sicherheit und lassen die Flasche, rechtzeitig bevor uns das Gas ausgeht, wieder auffüllen. Aber so schnell und unkompliziert wie diesmal ging es selten. 👍

Die 60km lange Fahrt nach Tuxtla Gutierrez, der Landeshauptstadt von Chiapas, ging die meiste Zeit über bergab. Parallel dazu schossen die Temperaturen rasch hinauf – auf über 30°C in einer zunehmend schwül-feuchten Atmosphäre. Auch die Vegetation änderte sich schlagartig, vom urbanen Grün zu dichtem Dschungel. 🍃

In der Großstadt angelangt füllten wir zuerst unsere Lebensmittelvorräte auf, die nach 15 Tagen Standzeit ziemlich erschöpft waren. Vom WALMART Parkplatz aus steuerten wir direkt den Eingang zum Nationalpark Cañón del Sumidero an mit dem Plan, dort zu übernachten und den Canyon in aller Ruhe am nächsten Tag zu erkunden. Zu unserer Überraschung hat der Park dienstags jedoch geschlossen weshalb wir spontan entschieden, die Selbstfahrertour noch am selben Nachmittag zu machen. Eine Entscheidung, die sich als goldrichtig erwies!

Der Sumidero Canyon beeindruckte uns mit spektakulären Ausblicken in die 1.000 m tiefen Schluchten und dem klaren Sonnenschein, der die Szenerie in ein magisches Licht tauchte. Von oben konnten wir Geier majestätisch über die Schlucht kreisen sehen, während unten auf dem Wasser Boote die Touristen durch den engen Canyon schipperten – allerdings zu einem stolzen Preis. Uns genügte der atemberaubende Blick von oben und wir verzichteten auf den Anblick vom Wasser aus. 🦅

Besonders nett war, dass der Parkwächter uns nach unserem Besuch erlaubte, direkt am Eingang auf dem Parkplatz zu übernachten. Ein ruhiger und sicherer Schlafplatz, da sich direkt dahinter eine Polizeistation befand – perfekt für eine ungestörte Nacht. 😴

Ein Himmel voller Papageien

Die Nacht war ruhig, genau wie erwartet. Am nächsten Morgen fuhren wir etwa 60 Kilometer aus der Stadt hinaus aufs Land, zum beeindruckenden Sima de las Cotorras. Diese faszinierende Doline, 160 Meter tief und 140 Meter breit, liegt mitten im Nirgendwo und ist Heimat unzähliger grüner Amazonenpapageien, die gerade brüteten. 🦜

Die Szenerie war spektakulär: Ein gewaltiger Karstkrater, umgeben von dichtem Grün, aus dem die durchdringenden Rufe der Papageien hallten. Sima de las Cotorras bedeutet übersetzt Schlucht der Papageien, und dieser Name passt perfekt. Die grünen Sittiche mit gelben Schnäbeln nisten an den Felswänden, und fliegen pünktlich zum Sonnenaufgang in großen Schwärmen zu ihren Futterplätzen aus.

Wusstet ihr, dass Papageien in der Brutzeit besonders aktiv sind? Sie pflegen ihre Nester und ziehen ihre Küken groß, während sie ständig in den Himmel aufsteigen um Futter für die Jungen zu beschaffen. Ein wahres Schauspiel der Natur! 🌅

Das Übernachten auf dem Gelände war ein echter Vorteil. Für 15 € plus 5 € Eintritt konnten wir die sauberen Toiletten und Duschen nutzen – und vor allem bei Sonnenaufgang am nächsten Tag hautnah dabei sein, wenn die Papageien ihren Flug antraten.

Einem ganz ähnlichen Naturphänomen, nämlich einer Doline voll roter Aras, durften wir zu Beginn unserer Panamericana Reise auch schon in Brasilien beiwohnen:

Schau dir unbedingt das dazugehörige Video an! War wirklich ein tolles Erlebnis. 👆

Papageien und Pannen: Ein nervenaufreibender Tag entlang der Ruta 190

Tag 697 unserer Reise war ein denkwürdiger Tag. Ganz nach dem Motto: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben! Hätten wir bereits am Morgen gewusst, was uns erwarten wird, wären wir sicherlich nicht so leichtfüßig in den Tag gestartet. Selbiger begann in aller Herrgottsfrühe, nämlich mit dem Wecker Klingeln um 05:10 Uhr. Schließlich wollten wir die Sittiche beim Ausschwärmen zu ihren Futterplätzen beobachten! Die Uhrzeit erwies sich als genau richtig und wir konnten etliche Schwärme aus dem tiefen Sinkloch, in spiralförmigen Flugmanövern, ausfliegen sehen. Das lautstarke Geschnatter war natürlich nicht zu überhören. 🔊🐦😂

An den steilen Wänden nisten die Sittiche 🦜

Nachdem wir mit einer frisch aufgebrühten Tasse Kaffee unsere Lebensgeister weiter geweckt hatten, packten wir unsere Siebensachen zusammen und machten uns auf den Weg zur Pazifikküste. Zuerst galt es, die 14 km Erdweg zurück auf die Hauptstraße zu überwinden, was uns trotz einiger tiefer Pfützen problemlos gelang. Kurz darauf stoppten wir an einer Pemex Tankstelle zum Tanken, wo Simon routinemäßig unsere hinteren Stoßdämpfer kontrollierte. Dabei stellte er fest, dass sich bei einem mal wieder die Mutter gelöst hatte.  Mittlerweile ist er darin sehr routiniert und hatte es in Nullkommanichts wieder festgezogen, sodass wir unsere Fahrt fortsetzen konnten.

Stoßdämpfer Kontrolle

Doch wir kamen nicht weit, denn kurz darauf bemerkten wir ein seltsames, pfeifendes Geräusch. Schnell waren wir uns sicher, dass es von unserem gerade erst reparierten Turboschlauch stammte. Wir stoppten bei einer außer Betrieb befindlichen Tankstelle, und Simon nahm im Schatten die Unterbodenverkleidung ab. Entsetzt stellte er fest, dass der nagelneue Turboschlauch schon defekt war – nach nicht einmal 400 Kilometern! 😤

Die Verbindung zwischen Schlauch und Metall-Steckverbindung hatte sich gelöst und wir versuchten, die undichte Stelle notdürftig mit Panzertape und Kabelbinder zu flicken. Kaum hatten wir den Unterbodenschutz wieder angebracht und die ersten Kilometer hinter uns gelegt, vernahmen wir das Geräusch erneut. 😨 Wir schleppten uns noch ein paar Kilometer weiter bis in einen winzigen Ort hinein, wo auf der rechten Seite ein Autoreifenhändler samt Reparaturwerkstatt war. Simon kam die glorreiche Idee, sich dort nach einer Schelle zu erkundigen. Der nette Herr kramte in seiner heruntergekommenen Werkstatt und fand dabei tatsächlich eine passende Schelle! Simon montierte den Unterbodenschutz erneut ab, baute den Schlauch aus und befestigte die Schelle. Er war sich sicher, dass die Konstruktion bis Alaska halten würde, und entsprechend selbstsicher stiegen wir wieder ins Auto ein.

Wir versuchen es alternativ mit einer Schelle

Aber keine 100 Meter weiter flog uns der Turboschlauch wieder um die Ohren. Also wendeten wir und fuhren zurück zum Reifenhändler, montierten den Unterbodenschutz erneut ab und zogen die Schelle diesmal etwas fester. Wir bedankten uns zum zweiten Mal bei dem Besitzer und fuhren hoffnungsvoll weiter in Richtung Pazifikküste. Diesmal kamen wir einige Kilometer weit aber nach kurzer Zeit mussten wir feststellen, dass der Ladedruck nachgelassen hatte und wieder ein Geräusch zu hören war. 😥 Wir hielten zum vierten Mal, diesmal bei einer älteren Dame auf der Wiese, und die Prozedur begann von neuem. Simon konnte den mittlerweile warm gewordenen Turboschlauch diesmal noch deutlich fester und weiter über den Stutzen ziehen. Blieb nur zu hoffen, dass die Konstruktion diesmal hielt! 🙏

Zum Glück kamen wir diesmal gute 100 km weit, ohne weitere Zwischenfälle. Allerdings schrieben wir den Strand auf Grund des Pulverfasses, in dem wir saßen, lieber ab. Die Dünen hätten einen Umweg von 100 km bedeutet: Ein Risiko, dass wir nicht in Kauf nehmen wollten. Auch der Abstecher zu einem schönen, noch viel weiter entlegeneren Bergdorf fiel ins Wasser. So führte uns der Weg noch ein paar Kilometer in die Berge, wo wir an der Plaza eines netten kleinen Örtchens übernachteten, direkt unterhalb der Polizei- und Militärstation und somit gut bewacht.

Trotz der Strapazen hatten wir Glück im Unglück, denn das Wetter war uns den ganzen Tag über hold gewesen. Es war nicht zu heiß und meist bewölkt, sodass Simon die Reparaturen nicht in aller größter Hitze durchführen musste. Und uns geht es immer noch besser als den zahlreichen Migranten, die wir entlang der Ruta 190 gesehen hatten. Oft kommen sie aus Kolumbien, Honduras oder Ecuador und tragen meist nur ihre Kleider am Leib und eine Flasche Wasser in der Hand. 😲 Da geht’s uns doch wirklich gut! Turboschlauch hin oder her und auch die Landschaft, durch die wir an diesem Tag fuhren, war atemberaubend schön. 🌵

Man beachte die Säulenkakteen 🤩

Ob unser provisorisch reparierter Turboschlauch die nächsten Herausforderungen überstand, oder ob wir erneut mit unerwarteten Pannen kämpfen mussten, erfahrt ihr im kommenden Beitrag. Also schaut unbedingt nächste Woche wieder vorbei um zu erfahren, wie unsere abenteuerliche Reise weiterging! 🚐💨🛠

Der Staat Chiapas war in jedem Fall toll 👍🏻

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NEW BLOG POST 🇲🇽 (08. – 16.06.2024) Playa Montes – San Cristóbal

Roadtrip durch den Dschungel: Von Playa Montes nach Palenque

Am Samstag verabschiedeten wir uns, nach vier Nächten, von dem traumhaft schönen Campingplatz Playa Montes – leider ohne weitere Schildkrötensichtungen. Unser nächstes Ziel führte uns nicht nur final weg von der Karibikküste, sondern auch in einen neuen Bundesstaat: Wir machten uns auf die 260 km lange Fahrt, die rund vier Stunden dauerte, und wechselten von Campeche nach Chiapas – dem angeblich ärmsten Staat Mexikos.

In iOverlander wurde vor Fake-Polizei-Kontrollen auf den Straßen gewarnt. Tatsächlich entdeckten wir auf der Gegenspur etwas Ähnliches: Weiße, nicht gekennzeichnete Trucks vor denen dubiose, vermummte Gestalten in Möchtegern-Polizei-Shirts standen. 😦 Diese Typen fordern gerne Geld und wir hofften sehr, dass wir um die Zahlung von Bestechungsgeldern herumkommen würden. Vorsorglich hatten wir lieber mal nur ein paar kleinere Banknoten in den Gelbeutel gesteckt – sicher ist sicher!

Die malerisch im Dschungel gelegene UNESCO Weltkulturerbe Stätte Palenque ließen wir aus, da wir diese mystischen und gut restaurierten Mayaruinen bereits vor ein paar Jahren besucht hatten. Stattdessen fuhren wir direkt zum Hostal Bambutan, welches sich am Ortsausgang der gleichnamigen Stadt befindet.

Die kleinen Bambushütten, die als Hotelbungalows fungierten, erinnerten mich stark an ein Hotel in Thailand in dem wir vor Jahren zu Gast waren. Dieses lag ebenfalls mitten im grünen Urwald, umgeben von dessen Geräuschen. Tatsächlich konnten wir bald das Gebrüll von Affen, das Zirpen von Grillen und das Zwitschern diverser Vogelarten wahrnehmen. Ebenso liefen uns grüne Leguane und Geckos über den Weg. 🦎

Wir fühlten uns hier sofort wohl und auch die 150 MXN (7,50 €) fanden wir für diesen Platz mehr als fair. Unseren Van durften wir sogar unter einem Dach parken das nicht nur Schatten, sondern auch Schutz vor möglichem Regen in der Nacht bot. Auch die Duschen und Toiletten waren blitzblank sauber, das WLAN funktionierte hervorragend und wir hatten einen großen Aufenthaltsbereich unter einer Palapa ganz für uns alleine. On top gab es den ganzen Tag über kostenfreien Kaffee – was will man mehr? 😃

Die Wasserfälle von Roberto Barrios und Misol Ha: Ein besonderer Badespaß in Palenque

Nach unserem langen Fahrtag machten wir uns am Sonntag auf, einige Wasserfälle rund um Palenque zu erkunden. Die berühmten Agua Azul hatten wir bereits damals besucht, daher entschieden wir uns diesmal für die weniger bekannten, aber ebenso faszinierenden Roberto Barrios Kaskaden.

Dieser Ort war ein wahres Paradies: 🌴 Das Wasser schimmerte in einem atemberaubenden Türkis, und die vielen Kaskaden und Pools luden zum Baden ein. Besonders angenehm war es, sich unter den kleinen Wasserfällen den Rücken massieren zu lassen. Erstaunlicherweise waren wir die einzigen, ausländischen Touristen unter zahlreichen einheimischen Familien, die hier ihren Sonntag genossen. Der Eintritt kostete uns umgerechnet nur zwei Euro, allerdings mussten wir auch einen kleinen Wegzoll für die Straße zahlen, die durch die Gemeinde führte.

Badevergnügen in natürlichen Pools
Sorry, Frontkamera war wohl leicht schmutzig 😅

Nach diesem erfrischenden Erlebnis fuhren wir weiter zum Misol-Ha Wasserfall. Aufgrund der Trockenzeit führte dieser jedoch relativ wenig Wasser und war daher nicht so spektakulär wie erwartet. Dennoch bot sich uns eine ganz besondere Gelegenheit: Wir konnten hinter den Vorhang aus Wasser laufen und in dem Pool, in den sich der Wasserfall ergoss, schwimmen. Aber Vorsicht war geboten: Unter den Wasserfall zu schwimmen war zurecht verboten, da immer wieder Steinbrocken und Geröll heruntergespült wurde. ⚠

Hinter dem Wasserfall
Auf Grund der Trockenzeit eher ein Rinnsal

Eigentlich hätten wir, im Anschluss an unser Badevergnügen, die Nacht gerne noch einmal beim Hostal Bambutan verbracht. Doch zu unserer großen Überraschung standen wir vor verschlossenen Einfahrtstoren. 😮 Schnell mussten wir einen neuen Camping- oder Stellplatz finden, was sich als gar nicht so einfach herausstellte. Palenque ist weder die sicherste noch die schönste Stadt, aber schlussendlich fanden wir einen guten Stellplatz bei einem anderen Hostel. Dort hätten wir sogar die Küche nutzen dürfen, hatten WLAN und eine gute Dusche – ein kleiner Luxus nach einem aufregenden Tag. ☺️

Kaffeedesaster und Straßenblockaden

Der Start in den Montag war denkbar schlecht: Trotz der enormen Hitze hatten wir zwar ganz gut geschlafen, aber wir wollten früh los weshalb bereits um sechs Uhr der Wecker klingelte. Während ich meine Zähne putzte kochte ich, wie immer, parallel das Kaffeewasser auf. Doch als ich Simon sein Handy reichen wollte, blieb ich leider an der vollen Kaffeekanne hängen und kippte diese um. Eine Riesen-Sauerei… Zum Glück verbrühte ich mich nicht auch noch! Also hieß es erst mal den Boden schrubben und dann duschen. Somit kamen wir statt um sieben erst gegen acht Uhr weg. 🤷‍♀️

Simon hat nix Besseres zu tun als für den Blog zu 📸

Wir wollten deshalb so zeitig los, weil die Strecke von Palenque nach San Cristóbal de las Casas nicht ohne ist. Immer wieder wurde von Roadblocks und Bestechungsversuchen berichtet weshalb man uns geraten hatte, möglichst früh loszufahren – quasi bevor die Kleinkriminellen spät aus ihren Federn kriechen. 😅 Die Alternative wäre ein 200km langer Umweg über die, wenngleich vermutlich sicherere, kostenpflichtige Autobahn gewesen.

Unsere Fahrt über die Bergpässe verlief größtenteils ohne Zwischenfälle. Die traumhaft schöne Urwaldlandschaft machte die zahlreichen Bodenwellen erträglich. Doch in der Stadt Oxchuc, 50 km vor unserem Ziel, stießen wir dann doch noch auf eine Straßensperre. 🚧 Die Einwohner möchten so auf vermeintliches Unrecht aufmerksam machen, da der Gouverneur der 25 Gemeinden Hilfsmittel angeblich nicht an die Ortschaften zuteile. So standen wir von 13:00 bis 16:00 Uhr vor der Barrikade, die an taktisch kluger und nicht zu umfahrender Stelle eingerichtet war.

Straßenblockade in Oxchuc
Mit Nagelbrettern und Steinen wurden alles abgesperrt
Immerhin wohl für einen guten Zweck. Zumindest wurden am Ende Flugblätter mit dem Hinweis auf die Missstände verteilt. Ob‘s was bringt?! 🤔

Pünktlich um 16:00 Uhr wurden Nagelbrett und Steine beiseite geräumt und gegen einen humanen Wegezoll von umgerechnet 2,50 € durften wir weiterfahren. Eineinhalb Stunden später kamen wir, nach neun anstatt der geplanten sechs Stunden Fahrt für gerade einmal 200 km, in San Cristóbal de las Casas an. Wir fanden einen sehr zentral gelegenen und sogar überdachten, sicheren Parkplatz samt Toilette – und das zu einem sagenhaft günstigen Preis!

Was für ein Fahrtag!
Von 190 Höhenmetern…
… ging’s rauf auf fast 2.300 Meter üNN

Das Beste hier sind aber die Temperaturen: Mit Tagestemperaturen von angenehmen 21°C, bedingt durch die Lage auf über 2.000 m Höhe, war dies eine willkommene Abkühlung nach der Hitze der letzten Wochen. Abends kochten wir noch Simons letzten, selbst gefangenen Fisch, bevor wir müde und erschöpft in die Federn fielen.

Solche Temperaturen hatten wir lange nicht! 😀

San Cristóbal de las Casas: Magie, Moskitonetze und Monsunregen

Die nächsten Tage verbrachten wir in San Cristóbal, einem der berühmten Pueblos Mágicos. Diese magischen Dörfer sind besondere Orte in Mexiko, die aufgrund ihrer natürlichen Schönheit, kulturellerer Reichtümer oder historischer Bedeutung diesen Titel tragen.

Erster Eindruck von San Cristóbal

Nach einem kleinen Erkundungsrundgang durch das historische Stadtzentrum brachte ich unsere Bettwäsche zu einer nahegelegenen Wäscherei. Am nächsten Tag, nachdem die Bettwäsche sauber und wohlriechend zurück war, brachte ich auch unsere restliche Schmutzwäsche dorthin. Mit gerade einmal 60 Cent pro Kilo war die Wäscherei auch denkbar günstig. 👍🧺

Am Donnerstag begannen wir dann unser Projekt Moskitonetz. Es funktionierte zwar nicht ganz so, wie wir es uns vorgestellt hatten aber wir waren auf gutem Weg und konnten es am nächsten Tag fertigstellen. Learning by doing! Das Making-of haben wir für euch festgehalten. Falls auch du einen Renault Master fährst, und vor der Herausforderung Fliegenschutz stehst, dann findest du auf unserem YouTube-Kanal in Kürze das Tutorial dazu. 🛠

Wir freuten uns nicht nur über das erfolgreich installierte Moskitonetz in der Schiebetür, sondern vor allem über den ideal gelegenen Stellplatz: Nur eine Straße weiter gibt es eine tolle Bäckerei und einen Laden, in dem es günstigen Käse und hausgemachten Joghurt gibt. Direkt nebenan ist ein Hostel und Coworking-Space. Ich erkundigte mich dort nach den Preisen für einen Arbeitstag, da ich endlich mal meine Steuererklärung angehen wollte. 🙉 Leider dauerte die Antwort eine Weile, weil die Preise erst über drei Ecken telefonisch in Erfahrung gebracht werden mussten. Ich konnte die Wartezeit jedoch zu meinem Vorteil nutzen, denn ich entdeckte derweil das WLAN-Passwort an der Wand. Und da das Hostel direkt an unseren Parkplatz angrenzt reichte das starke Signal hervorragend bis zu uns herüber. So konnte ich die Steuererklärung sogar im Van fertig machen. Jetzt haben wir die kommenden Tage also auch hier am Auto Internet – was will man mehr?

🧀 Das erste Mal seit Reiseantritt günstiger Käse 🤗
900ml Joghurt für 2 € & die Hälfte für gerade mal 1 €

Gerne weniger hätten wir von dem anhaltenden und starken Monsunregen. Zwischenzeitlich hat die Regenzeit voll eingesetzt und es schüttete immer wieder ziemlich heftig 🌧️. Und bei Tagestemperaturen von +/- 20°C fühlte es sich, zumindest im Vergleich zur Hitze aus der wir kamen, mintunter relativ frisch an. Daran müssen wir uns erst wieder gewöhnen! 🧣🍜

Erstmal ne heiße Suppe 🥣😅

Ein fleißiger Freitag in San Cristóbal

Am Freitag waren wir mega fleißig. Nach dem Aufstehen vertonte ich direkt unser neues YouTube-Video. Danach ging ich nebenan im Hostel Posada Santa duschen. Für 2,50 € gab es eine warme und saubere Dusche, sogar mit frischem Handtuch! 🚿🧼

Der Rest des Tages war dem Van gewidmet: Zuerst reparierten wir das klemmende Rollo an der hinteren Dachluke. Dann demontierten wir die vordere Dachluke, um das Lüftergitter und den Lüfter zu reinigen. Dabei stellte sich heraus dass der Lüfter, vermutlich durch die UV-Einstrahlung, spröde geworden war. 🤯 Simon reparierte die Risse im Lüfterrad mit einer Backpulver-Sekundenkleber-Mischung. Außerdem brachten wir das Moskitonetz nochmal neu an. Jetzt sieht es ganz ordentlich aus – hoffentlich hält es!

Hoffentlich hält die Backpulver-Sekundenklebermische
Wie neu 👍🏻👍🏻👍🏻

Nach diesen Arbeiten gelang es mir dann, im dritten Anlauf, unsere fünf Kilo Wäsche bei der Wäscherei abzuholen die dann endlich geöffnet hatte. Öffnungszeiten sind hier nur ein gaaanz grober Richtwert. 😂

Nur noch zusammenlegen & einräumen 👏🏻

Nach dem arbeitsintensiven Tag gönnten wir uns ein spätes, sehr leckeres Nachmittagsmenü: Mit Getränk, Suppe und Vorspeise samt Dips kostete es gerade einmal sechs Euro, ein echtes Schnäppchen!

Da hat wohl jemand Kohldampf! 🤣

Reparaturen und Pflaumenkuchen in San Cristobal

Auch der Folgetag war ein anstrengender Tag: Simon brauchte fast den kompletten Tag, um den defekten Turboschlauch zu wechseln. Ohne Auffahrrampe war es auf dem flachen Boden eine echte Herausforderung, da der Unterbodenschutz dafür demontiert werden musste. Aber mit viel Geduld und Feingefühl ist ihm letztendlich auch das gelungen. Jetzt sind vorerst alle Reparaturarbeiten erledigt, außer der Schiebetür. Aber die schwere Tür können wir sowieso nur mit Hilfe mehrerer Leute aushängen, auch hierfür wird sich noch der ideale Ort finden. 🙏

Ich habe währenddessen die frischen Pflaumen, die hier gerade Saison haben, genutzt um einen köstlichen Pflaumenkuchen zu backen und Pflaumenmus für unser Joghurt-Müsli-Frühstück zuzubereiten. Beide Rezepte findest du übrigens auch hier auf unserer Homepage:

https://sijucampervan.com/kochen-backen/: NEW BLOG POST 🇲🇽 (08. – 16.06.2024) Playa Montes – San Cristóbal

Zwischendurch habe ich noch ein paar Dinge im Innenraum gereinigt, sodass jetzt wirklich alles wieder up to date ist. So sauber und ordentlich war es schon lange nicht mehr! ✨

Abends wollte Simon noch ein Weilchen am Laptop arbeiten aber leider wollte das Gerät nicht mehr starten! 😰 Trotz Dr. Google und Versuchen sämtlicher Tastenkombinationen blieb der Bildschirm dunkel und der Rechner stumm – Pustekuchen! Und sonntags haben natürlich alle Reparaturläden in der Umgebung geschlossen…

Montezumas Rache: Die Pechsträhne geht weiter

Bereits am Vorabend machte sich bei mir deutliches Unwohlsein bemerkbar und ich musste ständig auf die Toilette was sich im Laufe der nächsten Stunden zu ziemlich starkem Durchfall entwickeln sollte. 🚽🧻🚾 Ich hatte Magenkrämpfe und musste andauernd aufs Klo flitzen, weshalb Simon natürlich auch kaum ein Auge zu tat. Zu allem Übel ist das kleine Häuschen, in dem das liebenswerte Parkwächterpaar mit ihrem kleinen Sohn lebt, nur an vier von sieben Wochentagen an die städtische Wasserversorgung angeschlossen. Für ihren spartanischen Wohnraum nutzen sie, während der restlichen Tage, den Wassertank auf ihrem Dach aber die separate Parkplatztoilette ist leider nicht eingebunden. So musste ich, zu allem Elend und mit schwachem Kreislauf, auch noch per Eimer Wasser schöpfen und damit spülen. 😥 Am späten Sonntagabend verspürte ich eine minimale Besserung und so entschied ich, vor dem Schlafengehen noch zwei Tabletten gegen Durchfall zu nehmen die mir mein Schatz zuvor in der Apotheke besorgt hatte. 💊 Nachdem ich ihm eine Notiz auf Spanisch mitgegeben hatte, weil er sich andernfalls nicht hätte verständigen können. 🙈 Wie lange wir noch im nassen San Cristóbal verweilen mussten, wann es mir wieder besser ging und ob unser Laptop noch zu retten war erfahrt ihr dann kommende Woche. Bis dahin, bleibt gesund!


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