Kurven, Berge, Kakteen und Zitronenfalter
Hoffnungsvoll setzten wir unsere Fahrt gen Oaxaca Stadt am nächsten Morgen fort und tatsächlich meisterten wir, bzw. vielmehr unser Van, die 200 kurvenreichen Kilometer mit Bravour. Die Landschaft wurde zunehmend trockener, gespickt mit blauen Agaven und hohen Säulenkakteen zwischen den Laubbäumen. Leider konnte ich die herrliche Aussicht, auf Grund meiner Magen-Darm-Beschwerden die mich seit nunmehr eineinhalb Wochen quälten, nicht richtig genießen. Immer wenn ich dachte jetzt wird‘s endlich besser, war es am Tag drauf wieder schlechter. 😕 Und die vielen Kurven trugen sicherlich auch nicht zu meinem allgemeinen Wohlbefinden bei…



Entlang der Strecke passierten wir drei Polizei-Checkpoints, wohl wegen der Migranten und des Drogenschmuggels. Einmal wurde sogar, wenn auch nur flüchtig, unser Wohnraum inspiziert. Die Beamten waren jedoch stets nett und für einen kurzen Plausch zu haben. 👍
Fast die ganze Fahrt über schien die Sonne und unzählige Zitronenfalter flatterten durch die Luft. Erst auf den letzten Metern vor unserem Ziel, dem Parkplatz des Hierve El Agua, holte uns dann doch noch ein Gewitter mit heftigem Platzregen ein. 🌧️⚡

Ein versteinerter Wasserfall und Schätze einer längst vergangenen Kultur
Früh morgens um 6 Uhr waren wir schon unterwegs, perfekt getimt zum Sonnenaufgang und weit vor dem Eintreffen der ersten Reisebusse. Das Gewitter vom Vortag hatte sich verzogen und die ersten Sonnenstrahlen brachen durch die Wolken, die sich in den mineralhaltigen Naturpools spiegelten. Was für eine Aussicht auf die dicht bewaldeten Berge der Sierra Madre del Sur! 🤩





Entlang des 4 km langen Rundwegs begleitete uns ein treuer Hund bis zum vermeintlich versteinerten Wasserfall, der durch das mineralhaltige Wasser welches den steilen Hang hinabfließt und sich hier ablagert, diesen eindrucksvollen Anblick bietet. Nach unserer Rückkehr zum Van trafen wir auf den ersten Reisebus – mal wieder alles richtig gemacht. 😄

Nach einem leckeren Frühstück brachen wir auf nach Mitla, einem weiteren Pueblo Mágico ganz in der Nähe des Wasserfalls.
Dank unseres frühen Starts in den Tag erreichten wir die archäologische Stätte von Mitla bereits gegen 10 Uhr. Dort erfuhren wir mehr über ihre Entstehung und die faszinierende Kultur der Zapoteken, die von 750 bis 1521 n.Ch. hier lebten. Der Ort diente als religiöses sowie kulturelles Zentrum und war vor allem als Ort der Totenverehrung bekannt. Besonders beeindruckten uns die roten Kuppeln der von den Spaniern über den Überresten der einstigen Stätte errichteten Kirche, sowie die präzisen Mosaikverzierungen an den Steinwänden.






Ursprünglich hatten wir geplant, den restlichen Tag sowie die Nacht auf dem Parkplatz vor den Ruinen zu verbringen, aber die Hitze trieb uns dann doch noch weiter. Ein paar Kilometer Richtung Oaxaca fanden wir den Campingplatz Oaxaca View, der seinen Namen wahrlich verdient. Hoch über den Dächern der Stadt gelegen, bietet er einen atemberaubenden Blick auf das UNESCO-Weltkulturerbe. Stefan und Sabine, die deutschen Besitzer, hießen uns gemeinsam mit ihren fünf Hunden und Katzen herzlich willkommen und machten den Tag somit perfekt. 💑🐕🐈


Buntes Treiben auf dem Sonntagsmarkt in Tlacolula
Nachdem wir einen Tag lang die Annehmlichkeiten des Campingplatzes genossen hatten, machten wir uns am Sonntagmorgen mit dem öffentlichen Bus auf nach Tlacolula. Dort findet jeden Sonntag ein riesiger Markt statt, der ein wahres Fest für die Sinne ist. 🌽🧺
Es gab reichlich Obst und Gemüse in allen erdenklichen Farben, lebendiges Geflügel in Käfigen und natürlich viel Handwerkskram – von geflochtenen Körben über gewebte Teppiche und Textilien bis hin zu allerlei Krimskrams und Flohmarktartikeln.





Hier trafen wir so gut wie keine ausländischen Touristen an, sondern hauptsächlich die ländliche Bevölkerung aus den umliegenden Bergdörfern, die sich hier in traditioneller Kluft mit Lebensmitteln für die kommende Woche eindeckte. 🍓🍌🍉
Wir hatten riesigen Spaß über den Markt zu schlendern, die exotischen Gerüche und bunten Eindrücke in uns aufzusaugen und das rege Treiben zu beobachten. Die Busfahrt war mit 0,75 € pro Kopf und Fahrt auch unschlagbar günstig. Da konnten wir unseren Van getrost auf dem sicheren Campingplatz stehen lassen. 🚐🌳
Falls ihr mal in der Nähe seid, kann ich euch einen Besuch dieses Marktes auf jeden Fall wärmstens empfehlen. Es ist eine tolle Gelegenheit, das authentische Leben der Region zu entdecken und vielleicht das ein oder andere handgemachte Souvenir zu ergattern.
Der dickste Baum der Welt und handgewebte Schätze in Teotitlán del Valle
Nach einem weiteren Regen- und somit Arbeitstag im Van sah der Dienstag endlich vielversprechender aus 🌤️. Also machten wir uns auf, die Umgebung rund um unseren wunderschönen Stellplatz oberhalb von Oaxaca zu erkunden. Unser erstes Ziel war El Tule, etwa 4 km Fußmarsch entfernt. Dort erwartete uns der angeblich dickste Baum der Welt, und was soll ich sagen, die Dimensionen dieses Giganten waren beeindruckend: 42 m Umfang, 14 m Durchmesser und ein geschätztes Alter von über 2.000 Jahren! 🌳 Das kleine Örtchen war hübsch herausgeputzt, mit einer malerischen Plaza und netten kleinen Restaurants.





besonders bunt gefeiert 🪦💀🇲🇽
Wir verweilten jedoch nicht lange, sondern nahmen den öffentlichen Bus weiter nach Teotitlán del Valle. Von der Hauptstraße aus liefen wir nochmals 4 km in das urige Örtchen hinein, das versteckt in den wolkenverhangenen grünen Bergen liegt. Teotitlán del Valle ist berühmt für seine feinen Webwaren, besonders die edlen Teppiche aus Wolle, die hier noch per Hand an großen Webstühlen gefertigt werden. Es war faszinierend zu sehen, wie aus naturgefärbten Wollgarnen so kunstvolle und bunte Muster entstanden. 🧶🎨


Koloniale Schönheit und mexikanische Küche vom Feinsten: Ein Tag in Oaxaca Stadt
Auch am Freitagmorgen lachte die Sonne vom Himmel und wir schickten uns an, nach einer Woche endlich die 250.000 Einwohnerstadt Oaxaca zu erkunden. Kurz bevor wir den Campingplatz verlassen wollten wurde nach vier Tagen unser neuer Campingtisch geliefert, den wir über Amazon hierher bestellt hatten. Fast ein halbes Jahr ist seit dem Diebstahl unseres alten in Costa Rica vergangen, und ohne den Online-Shop hätten wir vermutlich noch ganz schön lange auf einen passenden Ersatz warten müssen… 📦📫📯

Unsere Gastgeber, Sabine und Stefan, hatten ebenfalls ein paar Dinge in der Stadt zu erledigen und nahmen uns freundlicherweise in ihrem PKW mit ins Zentrum. Das ersparte uns den Fußweg und die Busfahrt – in der Stadt gab es schließlich noch genug zu laufen. Der historische Stadtkern hat uns wirklich richtig gut gefallen. Es herrschte eine super ruhige und entspannte Atmosphäre. Außerdem gab es viele hübsche kleine Kirchen, nette schattige Plätze und eine schöne Haupt Plaza mit vielen Cafés und Restaurants drumherum. ☕🌳







Wir entdeckten auch zwei nette Markthallen, wo Simon das Nationalgericht des Staates Oaxaca probieren konnte: Mole mit Hühnchen, Reis und Tortillas. Mole bezeichnet die würzige Sauce, und die Mole Negro besteht unter anderem aus Kakao – daher die dunkle Farbe. Ich verzichtete, meinem Magen zuliebe, lieber darauf und gönnte mir stattdessen ein süßes Teilchen vom Bäcker. 🥐

Bei Boulenc nahmen wir obendrein ein richtig knuspriges Vollkornbrot für das Abendbrot mit. Nach einem langen Tag voll schöner, neuer Eindrücke traten wir den Rückweg an – aufgrund müder Beine mit dem Taxi. 🚖😅
Jetzt haben wir eigentlich alles in der Umgebung gesehen und sind bereit weiterzuziehen. Doch bevor es weitergeht, denkt daran, uns auf Instagram und YouTube zu folgen, um keine unserer Abenteuer zu verpassen. Und wenn ihr unsere Reise von Argentinien nach Alaska gerne unterstützen möchtet freuen wir uns über jede noch so kleine Spende via PayPal.
Bleibt dran und bis nächste Woche! 😊👋
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