NEW BLOG POST 🇨🇷 (26.01. – 05.02.2024) La Fortuna – Arenal – NP Tenorio – Puerto Soley

Nach einer regenreichen, zweiten Nacht am Kratersee machten wir uns am nächsten Tag auf nach La Fortuna. Das kleine touristische Örtchen liegt malerisch am Fuße des Arenal Vulkans, der über und über mit grünen Bäumen bewachsen zu sein scheint. In einer der vielen Sodas, so heißen hier die traditionellen Lokale, ließen wir uns zum Frühstück nieder. Wir bestellten das typische Pico de Gallo, das in Form von Reis mit Bohnen, zweier Spiegeleier, zwei Stücken Kochbanane und statt des eigentlich erhofften Käses mit saurer Sahne daher kam. Obendrein gabs für jeden eine Tasse Kaffee sowie ein Glas Orangensaft. 👍 Wenige Kilometer außerhalb fanden wir an den Thermen Los Laureles für 2.000 Colon pro Person (= 3,50 €) einen guten Stellplatz vor. Auf einer großen, grünen Wiese direkt neben dem Eingang zu den vulkanischen Thermalbädern wurde extra für Camper ein Parkbereich eingerichtet, zu dem auch Duschen sowie Toiletten und ein überdachter Außenbereich gehören. Der Eintritt in die Anlage kostet pP weitere 5.000 Colon (= 9 €), ist aber nicht verpflichtend. Wir entschieden uns aber für den Badespaß da es leicht bewölkt und nicht zu warm war. Die Thermen sind wahnsinnig weitläufig und wunderschön angelegt, man fühlt sich wie in einem tropischen Garten. Neben einigen warmen Badebecken, in denen das Wasser bis zu 44°C warm ist, gibt es auch etliche kühle Becken. Selbst ein Schwimmer- sowie ein Nichtschwimmerbecken und eins mit zwei Rutschen war vorhanden. Um die vielen Badebereiche herum verteilen sich überdachte Sitzbereiche, die bei der lokalen Bevölkerung sehr gut anzukommen scheinen. Wir staunten nicht schlecht, was die Familien auf ihren Tagesausflug alles mitgenommen hatten: Vom elektrischen Reiskocher über den Gasgrill bis hin zur elektrischen Filterkaffeemaschine, und natürlich den obligatorischen Kühlboxen, wurde so einiges angeschleppt. 😮 Gegen 18:00 Uhr verließen wir die bis 20:00 Uhr geöffneten Thermen. Ursprünglich wollten wir nur schnell eine Kleinigkeit essen, um dann in der Dunkelheit unterm Sternenzelt noch ein letztes Mal in die warmen Becken zu liegen. Da aber zwischenzeitlich Gerd und Martina aus Calw alias @Zhou Schnell in ihrem olivgrünen IVECO mit Wohnkabine auf dem Campingplatz eingetroffen waren verquatschten wir uns. 😅 Die Beiden sind ebenfalls seit fast eineinhalb Jahren unterwegs, allerdings in umgekehrter Richtung nämlich von Halifax (Kanada) nach Ushuaia (Argentinien). Nach dem Plausch mit ihnen unterhielten wir uns, während wir unsere Pasta aßen, mit unseren neuen Nachbarn: Einem Pärchen aus England bzw. Norwegen, die für drei Wochen mit dem Mietcamper durch Costa Rica reisten. Das ist der große Vor-, manchmal vielleicht auch Nachteil, von Campingplätzen: Man findet immer jemanden zum Reden. 😀

Typisches Frühstück in Costa Rica
Pura Vida!
Blick auf den Vulkan El Arenal
Entspannen in der Therme
Das Gefährt von Gerd & Martina

Auch in dieser Nacht fiel neuerdings ordentlich Regen der am Morgen aber glücklicherweise nachließ, sodass wir mit unserem Eintrittsarmband vom Vortag noch einmal kurz die Therme nutzen konnten. 🙃 Frisch geduscht frühstückten wir noch gemütlich, bevor wir uns von Gerd und Martina verabschiedeten und 40km weiter zur großen Laguna de Arenal fuhren. Während der Autofahrt querte eine Bande Nasenbären die Fahrbahn und verursachte damit ein kleines Verkehrschaos: Plötzlich hielten alle Autos abrupt an und die Insassen sprangen aus ihren Fahrzeugen um die possierlichen Tiere abzulichten. Darunter auch wir. 🤣 Auf einer kleinen Halbinsel entdeckten wir einen tollen Stellplatz, von dem aus wir einen 180 Grad Panorama Blick auf den See sowie die umliegenden Berge hatten. 🤩 Nur das Wetter hätte etwas besser sein können denn der Himmel blieb den ganzen Tag über bedeckt, es nieselte immer mal wieder und auch der Wind war böig frisch. Machte aber nix, so konnten wir nämlich in aller Ruhe noch ein bisschen an den Laptops arbeiten.

Drollig
Schöner Stellplatz am See
Tierischer Besuch inklusive
Nur das Wetter hätte besser sein können…
Aber wir haben es ja auch drin gemütlich 😉

Nach drei stürmischen und verregneten Tagen am See verließen wir das an und für sich sehr idyllische Plätzchen am Dienstagmorgen. Jedoch konnten wir Arenal nicht verlassen ohne zuvor noch in der German Bakery vorbeigeschaut zu haben, die seit 1997 von Tom und seiner Frau geführt wird. Die beiden stammen wohl aus dem Allgäu und bieten in ihrem Laden, sowie dem dazugehörigen Restaurant mit schöner überdachter Terrasse, sehr viele leckere Sachen an: Roggen- und Vollkornbrote, Brezeln, Schneckennudeln, Käsekuchen, Apfelstrudel… Wir hätten am liebsten ALLES gekauft. 😅 Da das aber schlecht ging beschränkten wir uns auf Weißwurst, die tatsächlich wie in Bayern schmeckte, mit frischer Brezen, Butter und süßem Senf zum Frühstück. Aber zwei Stücke Käsekuchen mussten dann doch noch mitgenommen werden. 😉 Und dank des super schnellen WLANs konnten wir nebenbei auch noch richtig viel erledigen. Weiter gings nach Monteverde auf nicht ganz so guten, da von Schlaglöchern übersäten, kurvigen und engen Sträßchen. Wir parkten unseren Van auf dem Campingplatz von Santamaria’s Night Walk. Die Nachtwanderung, auf der man hoffentlich ganz viele Tiere wird sehen können, kostet pro Person stolze 34 €. Wir schrieben uns für den folgenden Abend ein und durften dafür eine kostenfrei Nacht auf dem Gelände verbringen. Andernfalls wären dafür noch einmal 10$ pro Kopf fällig geworden. 🙈 Scheinbar waren wir die einzigen Camper und so freuten wir uns, dass wir sowohl die heiße! Dusche wie auch den überdachten Bereich inkl. Sitzgelegenheiten, Spülbecken sowie Holzofen für uns alleine hatten. 😊

Ciao Arenal See 👋🏻
Lecker 😋
Costa Rica ist sooo grün!
Stellplatz bei Santa Elena / Monteverde
Kuchen war auch fein 😋

Am Mittwochabend um 20:00 Uhr gings dann, in einer kleinen Gruppe von acht Personen plus englischsprechendem Guide, ab in den Wald. Zuvor wurde jeder noch mit einer Taschenlampe ausgestattet. Als Erstes bekamen wir einen kleinen, grün-gelben Singvogel zu Gesicht der gut getarnt zwischen den Blättern seine Nachtruhe hielt. Kurz darauf erspähte unser Guide eine schlanke, giftgrüne Viper die ebenfalls hoch oben in einem Baum turnte. Wir überquerten eine Ameisenstraße, deren Arbeiter statt Blättern kleine Blüten transportierten, und stapften weiter durch den stockdunklen Wald. Leider hatte der feine Sprühnebel zwischenzeitlich zugenommen und ich war froh um meine Regenjacke samt Kapuze. 🌧 Im weiteren Verlauf sahen wir noch drei andere, schlafende Vögel. Darunter eine wunderschöne Tukan-Art mit roter Schnabelspitze. Auch ein großes Opossum konnten wir gerade noch so in den Ästen sehen, bevor es im dichten Laub der Baumkrone verschwand. Ehe wir uns versahen waren die zwei Stunden vergangen und wir gelangten wieder am Ausgangspunkt der Exkursion, und somit auch unserem Van, an. Vor sieben Jahren hatte ich in den hiesigen Wäldern schon einmal eine Nachtwanderung unternommen und damals konnte ich etliche exotische Tiere mehr sehen, wie z.B. den grünen Frosch mit den roten Augen, einen Skorpion, ein Faultier und eine große Vogelspinne. Schade, dass es diesmal nicht ganz so spektakulär war aber die freie Natur ist nun Mal kein Zoo und vielleicht hatten sich einige Tiere auch nur gut vor dem Regen versteckt. 🤷‍♀️

2024/1 Grüne Viper
2024/2 Tucan
2024/3 Schlafender Vogel
2017/1 Skorpion 🦂
2017/2 Vogelspinne 🕷️
2017/3 Frosch 🐸
2017/4 Schlange 🐍

Auch am nächsten Tag spielte das Wetter weiter verrückt und uns blieb der feine Sprühregen, begleitet von sehr böigen Winden, bei gleichzeitigem Sonnenschein und blauem Himmel erhalten. 😮 Unser Guide hatte am Vorabend erklärt dass dies an der Kontinentalscheide läge, inmitten derer sich Monteverde befindet, wo die Wetterfronten vom Atlantik sowie vom Pazifik aufeinanderprallen. Trotzdem liefen wir gegen Mittag vom Campingplatz aus zu Fuß die rund eineinhalb Kilometer lange Strecke bis in den kleinen, touristischen Ort Santa Elena hinein. Auch hier war ich vor sieben Jahren schon einmal gewesen und mir waren noch sehr gut die ultraleckeren Tacos in Erinnerung. 🌮 Zwar hatte Taco zwischenzeitlich den Standort gewechselt und aus dem kleinen Straßenimbiss von damals ist mittlerweile ein waschechtes hübsches Lokal geworden, aber die Tacos schmeckten noch genauso gut wie damals. 😋 Wieder zurück am Van sprangen wir beide noch einmal unter die heiße Dusche denn wer weiß, wann es die Nächste geben wird! Danach ging es zurück in Richtung Panam. Eigentlich hätten wir liebend gerne an einem tollen Aussichtspunkt übernachtet, von dem aus man sowohl die sattgrünen Berge als auch das Meer sah. Nur leider war die Auffahrt derart schlecht und vom Regen ausgewaschen, als dass wir es mit unserem schweren 4×2 Gefährt gar nicht erst wagten… Während wir weiter den Berg hinunterkurvten trafen wir per Zufall auf Max und Merle, die in ihrem blauen Knut vor den Toren eines verschlossenen Campingplatzes standen und auf die Rückkehr des Besitzers warteten. 🙈 Wenn man so etwas planen würde, würde es niemals klappen. Sooo klein ist Costa Rica nun schließlich auch nicht! 😂 Da die Sonne jedoch schon tief am Himmel stand, und wir zur Weiterfahrt gezwungen waren, hielten wir nur einen kurzen Schwatz mit den Beiden. Ein weiterer möglicher Stellplatz lag direkt neben dem Highway, hinter einem Subway. Dieser sagte uns aber nicht zu weswegen wir in die Dunkelheit hinein bis kurz vor den Parque Nacional Tenorio fuhren. Der Nationalpark war so oder so unser nächstes Ziel und dort fanden wir, glücklicherweise, auch einen richtig tollen Schlafplatz: Neben der Landstraße lag eine große Grünfläche, samt kleinem Fußball- und Spielplatz, auf der wir einen ebenen Parkplatz nebst überdachten Sitzgelegenheiten fanden.

So gut wie damals 🤩
Stellplatz im Park in Bijagua

Nach einer angenehm frischen Nacht machte ich mich am nächsten Morgen auf zum erst besten Restaurant mit WLAN, um dort online die Tickets für den Nationalpark zu erwerben. Unser Datenvolumen war nämlich leider schon wieder aufgebraucht und auch dieses galt es im Internet zu erneuern. 🤦‍♀️ Und da der Stellplatz gar so schön, und der Eingang zum Park von dort aus nicht mehr weit entfernt war, blieben wir den gesamten Tag über noch dort. Simon schob Datenmaterial für gleich zwei neue Videos zusammen während ich es mir in der Hängematte im Schatten zweier Bäume bequem machte. 😊

Als hätten wir eine böse Vorahnung gehabt schliefen wir in der Nacht von Freitag auf Samstag beide schlecht ein und waren auch nachts immer mal wieder kurz wach. So auch gegen 04:00 Uhr als wir draußen deutliche Geräusche wahrnehmen konnten. Ich war mir jedoch relativ sicher, dass diese nicht von unserem Auto stammten. Wobei wir des nachts auch kein anderes Fahrzeug mehr hatten kommen hören das neben uns hätte stehen können weshalb Simon einige Sekunden später dann doch aufstand. Als er aus der Frontscheibe lugte dachte er zuerst, die Gärtner mit ihrem Rasentrimmer würden bereits wieder anrücken. Da er sich jedoch nicht sicher war riskierte er, nach dem er unseren Sichtschutz entfernt hatte, noch einen Blick aus den Heckfenstern und der schlimmste Albtraum aller Vanlifer hatte uns heimgesucht: Er konnte nur noch zwei Gestalten über das Fußballfeld wegrennen sehen die sich offensichtlich an unseren Heckkisten zu schaffen gemacht hatten. Schnell stand fest: Der vermeintliche Rasentrimmer war wohl unser Campingtisch gewesen, der in einer schwarzen Tüte eingepackt war und sich nun nicht mehr in unserem Besitz befand. Außerdem hatten sich die Diebe unsere Hängematte sowie den Hängesessel von @lasiesta unter den Nagel gerissen. Auch unsere Säge und ein Fahrradschloss (was will man mit einem Schloss ohne Schlüssel?!) fehlten. Lediglich Opa Franz Spaten, das Sturm-Set für die Markise und die schweren Wasserkanister waren noch vorhanden. 😱 Der Schreck saß tief und wir taten bis 06:00 Uhr in der Früh kein Auge mehr zu. Hatten die Diebe eventuell am Vorabend beobachtet, wie ich die Hängematte in die Kiste zurücklegte? Oder war es purer Zufall und vielleicht sogar nur ein dummer Jungen Streich? Wie dem auch sei, erleben möchte man so etwas wahrlich nicht! Und das Ganze passierte trotz zahlreicher positiver Einträge in iOverlander und obwohl der Park in der Dunkelheit gut mit Lampen ausgeleuchtet war. 😲😞 Aber es nutzte nichts, wir hatten ja die Tickets für den Nationalpark Volcán Tenorio bereits gekauft weshalb wir uns zeitig auf den Weg machen mussten. Eine Anzeige hätte so oder so nichts gebracht, die Polizisten hätten uns vermutlich ausgelacht. Die Fahrt zum Park verlief jedoch kaum besser. Entweder hatten wir die gute Straße übersehen oder waren schlicht falsch abgebogen. Wie dem auch sei: Auf der ersten Route kamen wir an einer steilen Passage nicht mehr weiter sodass wir kehrt machen mussten. Dasselbe wiederholte sich kurz darauf erneut auf einer anderen Route und ich habe Blut und Wasser geschwitzt da ich große Sorge hatte, wir würden uns zu allem Elend jetzt auch noch fest fahren. 🙈 Glücklicherweise konnten wir unseren Van aber in mehreren Zügen wenden und, die bei der Auffahrt noch extrem steil wirkenden Hügel, erwiesen sich in umgekehrter Richtung zum Glück als weniger steil. Das ging gerade noch einmal gut und wir schafften es aus eigener Kraft zurück auf eine Asphaltstraße… 🥴 So kam es, dass wir unser Ziel mit eineinhalb Stunden Verspätung erreichten aber man ließ uns trotz der Tatsache, dass wir Tickets für den ersten Slot um 08:00 Uhr erworben hatten, ohne Probleme passieren. Und dann folgte, entlang dem Wanderweg, endlich etwas Balsam für unsere Seele und die geschundenen Nerven. Wir liefen durch einen super tollen Regenwald, in dem selbst die Grillen extra sanft zu zirpen schienen, bis wir an den spektakulären Wasserfall sowie den glasklaren, dank Sulfur himmelblauen Río Celeste und dessen natürlichen Pool gelangten. Leider war baden hier nicht erlaubt aber trotz allem fanden wir die 12$ Eintritt pro Kopf gut investiert. Zumal wir am Nachmittag, etwas weiter unterhalb des kostenpflichtigen Besucherparkplatzes unter einer Brücke, einen freien Zugang zum Fluss finden konnten. Das Wasser war zwar recht frisch, aber wenn man erst einmal drin war eigentlich recht erfrischend, und ich wusch mir sogar noch meine leider schon wieder strähnigen Haare im Fluss. 😅

Der Schreck war groß 😱
Zum Glück wurde nur diese Lasche aufgezwickt
Nix von Wert kam weg aber trotzdem ärgerlich 😡
Fast hätten wir uns auch noch festgefahren 🙈
Zu steil & zu geröllig für unseren schweren 4×2
Aber der Nationalpark entschädigte 🏞️
Das Flusswasser ist himmelblau
Und auch die Wege durch den Regenwald sind toll
Endlich mal ein fotogenes Gürteltier 😃
Schön war’s 👍🏻

Die Nacht verbrachten wir auf dem bewachten Parkplatz vor dem Eingang des Nationalparks, unter einem tollen Sternenhimmel, und durch die offenen Dachluken konnten wir die ganze Zeit über die sanften Geräusche des Urwalds direkt hinter uns wahrnehmen. Am nächsten Morgen war der Schrecken vom Vortag auch schon wieder fast verdaut und wir machten uns über die asphaltierte, aber leider sehr löchrige, Ruta 4 auf an die Pazifikküste. Wir fuhren an vielen Rinderweiden vorbei und hatten immer wieder schöne Sicht auf die umliegenden Vulkanberge. Einen Ameisenbären konnte ich leider nicht entdecken, obwohl mich die ein oder andere Wiese an Ameisenbärengebiete in Brasilien erinnerte. Dafür konnte ich aber einen Tuyuyu ausmachen, den größten Storchenvogel der Welt, der hoch oben in einem Baum in seinem Nest saß und gerade dabei war seine Jungtiere zu füttern. 😍 Der anvisierte Stellplatz hielt was er versprach und wir konnten am Strand, quasi auf dem Sand, und direkt vor einer 24h besetzten kleinen Polizeiwache parken. Der freundliche wachhabende Polizist versicherte mir, dass sie stets zu unseren Diensten wären und wir hier bedenkenlos stehen bzw. übernachten könnten. Wobei wir uns natürlich schon fragten, warum in aller Welt sich an einem abgelegenen Strand im Nirgendwo eine Polizeistation befindet?! 🧐 Wahrscheinlich liegt es an der nur einen Steinwurf entfernten Grenze zu Nicaragua denn der Strand befindet sich mitten in einer Bucht. Linkerhand erstreckt sich die weitläufige Küste Costa Ricas und rechterhand konnten wir bereits das neue Land, dass uns in wenigen Tagen erwarten wird, mit bloßem Auge sehen.

Stellplatz vor der Polizeiwache am Strand 🏝️
Die Hunde bewachen den Van ebenfalls 🐕
Aussicht kann man auch lassen 😀

Der nächste Tag begann direkt mit einem Highlight denn während ich am Strand gerade meine Sporteinheit absolvierte richtete ich im richtigen Moment meinen Blick hinaus aufs Meer und was konnte ich sehen?! Einen Wal! 🐳 Ich war mal wieder völlig aus dem Häuschen ob dieses faszinierenden Anblicks. Wie mächtig die Meeressäuger einfach sind. Der Buckelwal war wirklich weit draußen und trotzdem konnte ich seine Seitenflosse gut erkennen. Und die großen Platscher die er machte, wenn er aus dem Wasser sprang, waren so oder so nicht zu übersehen. 🤩 Nach diesem grandiosen Erlebnis schmeckte die frische, süße Ananas zum Frühstück gleich nochmal so gut die man hier übrigens für schlappe 0,50 € pro Stück erhält. Wir entschieden, uns hier noch ein oder zwei Tage zu entspannen bevor wir weiter auf einen grenznahen Campingplatz fahren würden. Von dort aus melde ich mich dann nächste Woche wieder. Drück uns gern schon mal die Daumen und wünsch uns Glück für den schwierigsten Grenzübertritt der gesamten Reise…

Wir paddeln noch ein wenig…
…und beobachten die vielen Vögel hier 🐦

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NEW BLOG POST 🇨🇷 (18. – 25.01.2024) Grenzübertritt – Laguna Río Cuarto

Am Donnerstagmittag verließen wir, nach vier schönen Tagen, die Villa Paula und machten uns von dort aus auf zur lediglich 35 Kilometer entfernt gelegenen Grenze Paso Canoa. Auf dem Weg dorthin stoppten wir noch einmal bei einem Xtra Supermercado, um die mittlerweile schon wieder aufgebrauchten Lebensmittelvorräte aufzustocken. Auf panamaischer Seite waren die Formalitäten schnell erledigt: Pässe ausstempeln, Ausreiseformular ausfüllen, TIP abgeben, den Inspekteur einmal kurz von außen ins Fahrzeug linsen lassen und das wars auch schon. Keine 300 Meter weiter befanden sich rechter Hand die Grenzgebäude von Costa Rica. Kaum hatten wir unseren Van davor geparkt, hatten wir auch schon die Einreisestempel in den Pässen. Wir bekamen sogar, ohne zu fragen, von vorneherein 180 Tage genehmigt. 😀 Als nächstes mussten wir die obligatorische Versicherung gegen Personenschäden (= SOAT) besorgen. Da die Mitarbeiterin aber gerade in der Mittagspause weilte besorgten wir uns derweil eine neue SIM-Karte von liberty (= tigo). Für den Chip, inklusive 2GB Datenvolumen sowie unbegrenztes Surfen in sozialen Netzen, bezahlten wir für 14 Tage umgerechnet ca. 11 €. Kurz darauf kehrte auch die Dame vom Versicherungsbüro aus ihrer Pause zurück und verkaufte uns für schlappe 55$ die notwendige Autoversicherung. Immerhin ist diese 90 Tage lang gültig… Mit dem Papier in der Hand gings weiter zum Zoll. Nach dem wir das Einreiseformular ausgefüllt hatten konnten wir digital, mittels scannen eines QR-Codes, unser neues TIP abrufen. Der nette Herr hinter dem Schalter bat uns, mit unserem Auto zur Inspektion vorzufahren und erschien etwa 10 Minuten später an besagter Stelle. Wir öffneten die Schiebetür zum Innenraum und sein Blick hinein dauerte nur einen Bruchteil einer Sekunde. Dann drehte er sich auch schon wieder zu uns um und meinte wir könnten weiterfahren. Das lief ja mal wieder ganz geschmeidig! Wir hatten von anderen Reisenden schon solches und solches gehört aber wir hatten wohl mal wieder Dusel. 😊 Katti vom Campingplatz hatte uns vor unserer Abreise gesteckt, dass wir nach der Kontrolle problemlos unseren Bus abstellen und zu Fuß bis zur Grenze zurücklaufen könnten. Dort befänden sich, auf der Seite Panamas, diverse große Duty-Free Malls in denen man u.a. auch frische Lebensmittel kaufen könne. Den Trick 17 wandten wir gerne vor unserer finalen Einreise nach Costa Rica an. So konnten wir problemlos auch noch frisches Obst, Gemüse und Milchprodukte einkaufen. Ganz ohne schlechtes Schmuggelgewissen. 😉 Ach ja, und einen Bankomaten einer BCR (= Banco Costa Rica) entdeckten wir entlang des Weges auch noch. Dort konnten wir uns, sogar ohne jegliche Gebühr, mit der neuen Landeswährung Colon eindecken (1 € = 600 CRC). Mega gut! Einziges Manko: Mit dem Übertritt der Grenze verloren wir leider wieder eine Stunde kostbares Tageslicht. Statt um 19 Uhr wird es jetzt bereits wieder um 18 Uhr zappenduster. 😕 Also beeilten wir uns, noch vor Einbruch der Dunkelheit, an unserem angedachten Übernachtungsspot anzukommen: Einem in den Bergen gelegenen Restaurant namens Cascata del Bosco. Die Straße schlängelte sich in engen Windungen den Berg hinauf, bis auf 1.200 Meter üNN weswegen die Temperaturanzeige schlagartig von 33 auf nur noch 25 Grad fiel. Und das auf einer Strecke von gerade einmal 30 Kilometern. 👍 Dort angelangt wurden wir mit dem typischen Pura Vida! empfangen und man erlaubte uns ganz selbstverständlich, unseren Van auf den Parkplätzen des dazugehörigen Hotels zu parken die sich hinter dem Restaurant und somit abseits der Straße befanden. Wir waren umgeben von einem schönen, gepflegten Garten und hatten eine tolle Sicht auf die sattgrünen Berge und Täler neben- bzw. unter uns. Wir bedankten uns, in dem wir jeweils einen leckeren Frucht-Smoothie orderten und kamen dabei auch noch in den Genuss des schnellen WLANS. Besser hätte es doch gar nicht laufen können. 🙃

Erster Stellplatz in Costa Rica
Hübsche Bungalows gabs hier

Die Nacht auf dem Hotelparkplatz war angenehm ruhig und frisch sodass wir am Morgen nur noch 21 Grad im Van hatten. Da die Sonne hier bereits kurz vor 06:00 Uhr aufgeht waren wir entsprechend früh wach und es blieb Zeit für eine ausgiebige Runde Yoga. 🧘‍♀️ Zum Frühstück gabs, seit Ewigkeiten mal wieder, leckeres Stövchen Müsli bevor wir zu Fuß zum nur 500 Meter entfernt gelegenen Wilson Botanical Garden liefen. Die Dame am Eingang fragte mich nach unserer Herkunft und nach dem meine Antwort lautete: Aus Deutschland, aber wenn wir mit Residencia Costa Rica weniger bezahlen dann haben wir natürlich einen festen Wohnsitz woraufhin wir tatsächlich nur 3,50 € pro Person statt 10 € hinblättern mussten. 👍 Der Botanische Garten ist international für seine Sammlung von über 2.000 endemischer Arten aus Costa Rica bekannt und wird von einem weitläufigen Wegenetz durchzogen. Auch viele Schmetterlings- und Vogelarten soll man hier sehen können. 🦋 Mit der Wanderkarte bewaffnet liefen wir auf eigene Faust die Wege ab die durch üppig dichten Nebelwald führten. Nach zwei Stunden waren wir durch und da es langsam ziemlich warm wurde begaben wir uns zurück zum Van. Dort hatte ich in der Früh bereits zwei große Eichhörnchen und einen Tukan spotten können. 🤩 Da wir eine weitere Nacht hierbleiben wollten aßen wir als Dank knusprig panierte, frische Fischfilets zu Mittag und tranken noch einmal einen erfrischenden Maracuyasmoothie dazu. Während wir nachmittags im Freien noch an 1-2 Videos arbeiteten trafen wir ein Paar aus Freiburg, dass aktuell mit einem Mietwagen durch Costa Rica gondelt und sich für zwei Tage in einem der schönen Bungalows des Hotels eingemietet hatte. Es war richtig schön, sich mal wieder mit jemandem unterhalten zu können der den gleichen Dialekt spricht wie wir. 😅

Palmblüte
Costa Rica ist sooo grün

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Rückweg an die Küste. Entlang diesem befand sich der Parque las Esferas in dem acht riesengroße, kugelrunde Steine liegen. Wieso, weshalb und warum Menschen diese vor Urzeiten angeblich erschaffen haben sollen weiß, wie so oft, keiner genau. Viel toller als die Steinkugeln fanden wir ohnehin die acht großen, roten Aras die direkt über unserem Kopf im Baum herumtollten. Und während wir durch den Park schlenderten entdeckte Simon sogar noch einen Tukan. 💛 Ursprünglich hatten wir geplant, den restlichen Nachmittag an einer Tankstelle zu verbringen und dort auch zu nächtigen. Da es an der Raststätte jedoch keinerlei Schatten gab, und wir noch relativ früh dran waren, entschieden wir uns zur direkten Weiterfahrt nach Uvita auf den Camping Casa Viva. Und wen entdeckten wir zu unserer großen Freude dort: Den blauen VW Crafter von Max und Merle! 🤩 Die beiden haben gerade für zweieinhalb Wochen Besuch aus der Heimat weshalb sie aktuell deutlich zügiger unterwegs sind als wir. Sowohl ihr Van, als auch das davor aufgebaute Zelt für ihre Freundin, schien bei unserer Ankunft verwaist zu sein weshalb wir uns direkt aufmachten den sage und schreibe acht Kilometer langen Sandstrand zu erkunden. 🏝 Dieser war eine Wucht und erinnerte mich stark an einen ähnlichen Strand in Neuseeland: Breiter, feiner Sandstrand vor sanften Wellen die ganz flach zum Land hin auslaufen. Dahinter eine grüne Wand, gespickt mit Kokosnusspalmen, und anschließend die bewaldeten Berge. 😍 Einziges Manko: Am Strand gab es keinerlei Schatten weshalb wir noch einmal kehrt machten, unsere Sachen im Van ließen, und nur mit der Badebekleidung am Leib die hundert Meter zum Pazifik zurückliefen. Das Wasser entsprach in etwa unserer Körpertemperatur und wir planschten eine Weile in den Wellen herum. 🌊 Frisch geduscht machten wir uns zum Sonnenuntergang, mit einem kühlen Corona Bier in der Hand, noch einmal auf zum Strand und was soll man sagen: Die Sonnenuntergänge am Pazifik sind einfach jedes Mal aufs Neue grandios. 🌅

Rote Aras
Ein schöner Tukan
Wiedersehen mit Freunden 😀
Was für ein Strand! 😯
♥️♥️♥️

Während Max und Merle, gemeinsam mit ihrem Besuch, früh am Morgen zu einer Wal Tour aufbrachen packten wir die freundlicherweise von Kadda mitgebrachten Sachen aus: Da war zum einen ein neuer Turboschlauch sowie ein neuer Arm inklusive Rolle für unsere Schiebetür plus neue Bremsbeläge für die Hinterachse. Außerdem für Simon eine neue Angelrolle und für mich das ein oder andere aus dem dm drogeriemarkt. Mit den Preisen vom dm kann hier kein Supermarkt und keine Apotheke konkurrieren. 🙈 Von daher nochmal ein dickes Dankeschön an Kadda. Und während wir unseren morgendlichen Kaffee tranken unterhielten wir uns noch mit Lucas und Gustav alias @espiramericana. Den beiden Studenten aus Speyer gebührt auf jeden Fall höchster Respekt denn sie sind bereits seit neun Monaten auf ihrem Weg von Alaska nach Ushuaia, und zwar mit dem Fahrrad! 😮 Die Zwei berichteten uns, dass sie im Durchschnitt 70 Kilometer am Tag mit ihren schwer bepackten Drahteseln schaffen würden. Sowohl bei Nieselregen und 0 Grad in Alaska als auch hier bei 35 Grad im Schatten und einer Luftfeuchtigkeit von 70%. WAHNSINN! Mal ganz davon abgesehen dass sie, Tag ein Tag aus, erst einmal wieder ihr Lager errichten und die Zelte auf- bzw. abschlagen müssen. 🤯

Unsere Bestellung wurde geliefert 😅

Das Wiedersehen mit unseren Freunden war kurz und, auf Grund ihres derzeitigen Besuchs, auch weniger herzlich als sonst. Die Drei machten sich bei Sonnenaufgang, während wir noch schliefen, auf die Weiterreise zum Nationalpark Manuel Antonio. Wir hingegen verbrachten einen weiteren, entspannten Tag auf dem schattigen Campingplatz und unterhielten uns nett mit unseren neuen, holländischen Nachbarn. Costa Rica ist eindeutig Land der Mietcamper, fast schon wie Australien oder Neuseeland wo auch wir jeweils schon mit einem gemieteten Wohnmobil unterwegs waren. Hier scheint der kleine, wendige 4×4 Suzuki Jimmy mit Dach-Zelt und Markise das Mittel der Wahl zu sein, siehe www.costarider-campervan.com

Wieder ein toller Sonnenuntergang 🌅

Am nächsten Tag klingelte auch unser Wecker bereits um 05:30 Uhr denn wir wollten den breiten Sandstrand entlang bis zur Walflosse laufen. Dabei handelt es sich um eine Insel, die nur bei Ebbe zum Vorschein kommt und deren Form exakt der Schwanzflosse eines Walfischs ähnelt. Ich schätze, dass eben jene Erhebung auch für den Namen des umliegenden Parque Marino Ballena verantwortlich ist. Innerhalb dieses Nationalparks befindet sich auch unser Strand weshalb man für diesen eigentlich 6$ bezahlen muss. Vom Campingplatz kommend kann man sich aber über einen Schleichweg auf Selbigen begeben und umgeht somit das Kassenhäuschen. 😉 Wir gehörten mit zu den ersten Personen, die so früh am Morgen am Strand unterwegs waren. Kaum hatten wir die ersten hundert Meter hinter uns gebracht stieg hinter unserem Rücken die Sonne über dem Bergkamm empor. Etwa drei Kilometer später erreichten wir, pünktlichem zum Tidentiefststand, den Eingang zur Flosse. Sowohl zu unserer linken, als auch zu unserer rechten Seite schwappten die Wellen des Pazifiks den Sand hinauf und der Blick über die Schulter auf die palmenbewachsene Küste war atemberaubend schön. 🤩 Zurück liefen wir parallel zum Strand im Schatten der Bäume, da die Sonne bereits kurz nach 07:00 Uhr ihre volle Kraft entfaltet hatte. Auf dem Rückweg fanden wir dann auch die Brüllaffenbande, die wir bereits von unserem Stellplatz aus in der Ferne gehört hatten. Während wir Kaffee tranken lauschten wir den eindringlichen Rufen eines Tukans und dann wars Zeit für ein letztes Bad im Meer. Frisch geduscht brachen dann auch wir gegen Mittag unsere Zelte ab und machten uns auf in Richtung El Arenal. Entlang unserer 160km langen Etappe reihte sich fast nahtlos Palmölfarm an Palmölfarm. Wieviel Regenwald dafür wohl gerodet werden musste? 🙈 Außerdem fiel uns im direkten Vergleich zu Panama auf, dass es hier wieder deutlich weniger Fast-Food-Ketten und keine großen Malls mehr gab. Gleichfalls vermissten wir die noch aus Südamerika gewohnten, allgegenwärtigen Straßenhunde. An einer Autobahnbrücke, unter der sich gut und gerne 10 große Salzwasserkrokodile sonnten, legten wir einen kurzen Fotostopp ein. Auch ein paar wunderschöne, rote Aras bekamen wir wieder zu Gesicht. Was Flora und Fauna angeht ist Costa Rica wirklich eine Wucht. ❤

Früh morgens ist die Stimmung am Strand auch toll
Bei Ebbe ist er wahnsinnig breit 😮
Blick von der „Walflosse“ aufs Festland
Hier sieht man gut warum die Insel so heißt
Viele Walbeobachtungsboote starten hier 🐳
Wir entdecken wieder Brüllaffen 🐒🐒🐒
Und unter dieser Brücke etliche Salzwasserkrokodile
Ganz schön fette Viehcher 🐊
Wie unterscheiden sich Alligator & Krokodil? 🤔

Nur eins ist Costa Rica wahrlich nicht: günstig. Weder für Einheimische und schon gleich mal gar nicht für ausländische Touristen, die hier im Durchschnitt 16$ Eintritt pro Person für Nationalparks oder ähnliche Touristenattraktionen wie beispielsweise Wasserfälle bezahlen müssen. Auch eine Übernachtung auf einem Campingplatz schlägt, pro Kopf, mit stolzen 10$ zu Buche. Das macht die Reiseplanung nicht unbedingt einfacher. 🤯 Ich bin mir sehr sicher, dass jeder Park einen Besuch wert und absolut sehenswert wäre aber bei den Preisen ist es schlichtweg unmöglich eine Vielzahl davon zu besuchen… 😕 Da wir es auf einen Rutsch nicht bis nach El Arenal geschafft hätten übernachteten wir, zum ersten Mal im neuen Land, an einer Raststätte. Auch diese sind, gemessen an Panama, deutlich weniger modern und bieten zudem leider keine klimatisierten Aufenthalts- bzw. Restaurantbereiche. Aber die Nacht war ruhig und so lange es saubere Sanitäranlagen mit Toilettenpapier gibt wollen wir uns nicht beschweren. 😉 Von der Tankstelle aus lagen weitere 170km, entlang von Agavenplantagen die vermutlich zur Herstellung von Tequila oder Mezcal dienen, bis zur Laguna Río Cuarto vor uns. Auf der Autobahn nach San José wurde etwa alle 15 Kilometer ca. 1 € Maut verlangt aber soweit ich weiß ist dies der einzige, kostenpflichtige Straßenabschnitt überhaupt. An einer Straßenausbuchtung direkt oberhalb der Lagune fanden wir einen schönen, freien Stellplatz vor von dem aus wir eine tolle Sicht auf den spiegelglatten See hatten. Dieser befindet sich mitten in einem erloschenen Vulkankrater, umgeben von dichtem Nebelwald, und ist mit 67 Metern zudem der tiefste See Costa Ricas.

Schöner Stellplatz…
…mit Seeblick 😃

Am nächsten Morgen fuhren wir hinab zur Lagune für deren Tagesnutzung umgerechnet 3,50 € verlangt werden. Wir parkten unseren Van, nach dem wir die Schranke passiert hatten, am Rand der Zufahrtsstraße und packten zum ersten Mal seit dem Titicacasee in Bolivien unser SUP aus. Dank der elektrischen Luftpumpe waren die nötigen 15Psi relativ schnell erreicht und wir begaben uns, mit dem Brett und unseren Campingstühlen unter dem Arm, ans Ufer. Vor Ort hätte man sich ebenfalls sowohl ein SUP als auch ein Kajak ausleihen können. Wir mieteten uns für 3,50 € jedoch nur eine Schwimmweste, ohne die wir den See nicht hätten befahren dürfen. 🤷‍♀️ Simon begab sich zuerst aufs Wasser und nahm, nachdem er die Angler entdeckt hatte, noch seine Angel mit aufs Brett. Während dessen schwamm ich vier Bahnen durch das super weiche Wasser des Kratersees, dessen Durchmesser immerhin 581 Meter beträgt. Danach war dann auch ich an der Reihe und die Paddeltour war sooo schön: Neben dem seichten Wasserplätschern, verursacht durch das Paddel, hörte ich nur das diffuse Zirpen in der dichten grünen Wand welche den gesamten See einrahmt. Die Bäume wachsen überall Meter hoch dicht an dicht und als wäre das nicht schon genug, wuchern von ihren Kronen noch einmal dichte grüne Ranken bis runter auf den Boden. Ich glaube, hier gibt es selbst mit der schärfsten Machete kein Durchkommen. Während ich am Rand entlang paddelte hielt ich fleißig Ausschau nach Tieren und es dauerte nicht lange, bis ich mal wieder eine Affenbande direkt über meinem Kopf ausgemacht hatte. 😍 Auf einem anderen Baum saßen 18 kleine, weiße Reiher und als ich mich noch einmal zu ihnen hin umdrehte flog gerade ein großer Tukan über eben jenen Baum hinweg. Und als wäre das nicht schon toll genug gewesen kehrten wenig später acht rote Aras, vermutlich von ihrem täglichen Jagdausflug, zurück nach Hause. So darf unsere Reise durch Costa Rica gerne weitergehen. 🤩

Der Kratersee in Gänze
Mit dem Paddelbrett ging’s einmal rundum

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