Erster Tag in den USA – eSIM, Meilen & Supermarkt-Schock 🇺🇸🚐
An unserem allerersten Morgen in den USA mühte ich mich redlich, eine eSIM-Karte auf meinem Handy zu installieren – und scheiterte prompt am Checkout. Jedes Mal wurde eine fehlende Versandadresse moniert, obwohl eine eSIM ja gerade den Vorteil hat, dass sie digital per E-Mail kommt. Erfreulicherweise funktionierte der Support-Chat von Mint Mobile ziemlich gut, und mein Englisch läuft nach wie vor flüssiger als mein Spanisch. Vermutlich lag es an der deutschen Kreditkarte oder PayPal-Adresse, aber dank kompetenter Hilfe war die Installation eine Stunde später abgeschlossen. Damit waren wir hoffentlich für die nächsten drei Monate mobil unterwegs. 📱
Nach einer heißen Dusche und einem schnellen Frühstück verließen wir den Loma Paloma RV Park wieder, um uns über sehr gute Straßen knapp 500 km bis nach El Paso zu bewegen. Wir staunten nicht schlecht über die vielen Neuwagen – meist gigantische Pick-ups, riesige Wohnwagentransporter mit angehängtem Jeep oder gleich vollintegrierte Luxus-Camper. Auch unser erster Tankstopp in den USA stellte uns vor Herausforderungen: Hier muss man selbst tanken und kann erst nach Vorkasse Diesel zapfen. Dafür lag der Literpreis in Texas knapp unter 1 €, auch wenn die Preise an den Tankstellen in Gallonen angegeben werden.

Von Kilometern zu Meilen & die Zeitzonen-Verwirrung
Neben der Umstellung aufs imperiale System (Meilen statt Kilometer) mussten wir höllisch aufpassen, nicht versehentlich zu schnell zu fahren. Die Landschaft blieb übrigens genauso karg und öde wie auf mexikanischer Seite – ein krasser Gegensatz zu anderen Ländergrenzen, wo sich die Umgebung oft schlagartig verändert. Unklar blieb hingegen lange die Uhrzeit: Unsere Uhren konnten sich trotz GPS nicht auf eine eindeutige Zeitzone festlegen, sodass wir nicht wussten, ob wir eine Stunde gewonnen oder verloren hatten. 😵💫


Der größte Supermarkt unseres Lebens 🛒
Nach sechs Stunden Fahrt erreichten wir am späten Nachmittag einen Walmart in El Paso – eine riesige Stadt direkt an der Grenze. Da wir nicht hungrig einkaufen wollten, kochte ich uns schnelle Pesto-Spaghetti, bevor wir dann in den größten Supermarkt gingen, den wir je betreten hatten. Die Produktauswahl war gigantisch – hier gab es wirklich ALLES, was man sich nur vorstellen konnte. Sogar Waffenmunition lag (immerhin abgesperrt) in Vitrinen. Leider waren auch viele Preise, wie erwartet, enorm hoch. Während Obst & Gemüse noch halbwegs erschwinglich waren, sah es bei Milchprodukten, Eiern und Käse ganz anders aus. Da waren wir froh, dass wir uns in Mexiko noch mit haltbaren Lebensmitteln eingedeckt hatten.
Bleibt zu hoffen, dass wir die höheren Ausgaben für Lebensmittel und Diesel zumindest teilweise durch die vielen kostenlosen Freistehplätze in den USA werden ausgleichen können. 🙏
White Sands Nationalpark – Unser erstes Highlight in den USA 🇺🇸🏜️
Nach einem ersten Einkaufs- und Akklimatisierungstag in El Paso führte uns unser Weg direkt zu einem der spektakulärsten Naturwunder der USA: dem White Sands Nationalpark. Nur 150 km weiter, mitten in der Wüste von New Mexico, erwartete uns eine Landschaft, die surrealer kaum sein könnte.
Fakten & Infos zum White Sands Nationalpark
📍 Lage: Im Süden von New Mexico, ca. 25 km von Alamogordo entfernt.
📏 Fläche: 581 km² – das größte Gipsdünenfeld der Welt.
🦎 Tierwelt: Kojoten, Oryxantilopen, Wüsteneulen und sogar weiß gefärbte Eidechsen, die sich perfekt an ihre Umgebung angepasst haben.
🌡 Temperaturen: Tagsüber bis zu 40 °C im Sommer, nachts kann es empfindlich kalt werden.
📜 Geschichte: Die Dünen entstanden vor etwa 10.000 Jahren aus Gipskristallen des ehemaligen Lake Otero.
Schon an der Einfahrt zum Park entschieden wir uns, den “America the Beautiful” Nationalpark-Pass für 80 $ zu kaufen. Dieser gilt ein ganzes Jahr lang für alle Nationalparks in den USA – ein echtes Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass der Eintritt für den White Sands Nationalpark allein schon 25 $ gekostet hätte.

Durch die weiße Wunderwelt der Dünen
Der 8 km lange Loop Drive führte uns mitten hinein in die schneeweiße Dünenlandschaft, die in der Sonne fast gleißend leuchtete. Unser erster Stopp war der Dune Life Nature Trail, ein kurzer Rundweg, der einen ersten Eindruck der außergewöhnlichen Umgebung bot. So weit das Auge reichte: nichts als weißer Sand – nur unterbrochen von ein paar Grasbüscheln, die sich hartnäckig in der kargen Landschaft hielten.



Doch je weiter wir auf der Ringstraße in den Park hinein fuhren, desto mehr verschwanden diese letzten Überreste von Vegetation. Beim Backcountry Camping Trail legten wir einen weiteren Stopp ein und wanderten ca. 3 km durch die endlosen, unberührten Dünen. Der weiße Sand und der tiefblaue Himmel bildeten eine geradezu unwirkliche Kulisse – ein Anblick, den wir so schnell nicht vergessen werden. Zum Abschluss ließ Simon noch seine Lenkmatte am Himmel kreisen – ein Bild, das perfekt in diese windige, offene Landschaft passte.


Obwohl der Sonnenuntergang in White Sands berühmt ist entschieden wir uns, am späten Nachmittag weiterzuziehen. Unser Stellplatz für die Nacht war schnell gefunden: ein kostenfreier Platz an einem See, den ich über iOverlander entdeckt hatte.
Unser erster Stellplatz – Willkommen in der US-Vanlife-Szene 🚐🌅
Dort angekommen, erwartete uns eine neue Erfahrung: Während wir es aus Mexiko und Südamerika gewohnt waren oft alleine zu stehen, reihten wir uns hier in eine Karawane aus riesigen Campingtrailern, Expeditionsmobilen und Vans ein. Daran müssen wir uns wohl erst noch gewöhnen!


Aber die Kulisse entschädigte für alles:
🌊 Zur linken Seite spiegelte sich der tiefblaue See im Licht der untergehenden Sonne.
🏜 Zur rechten Seite leuchteten die Berge in warmem Orange.
🌕 Über uns: Ein gigantischer, bereits aufgehender Vollmond.



Besser hätte unser erster richtiger Erkundungstag in den USA kaum laufen können! ☺️
Ruhetag am See – Arbeiten, Entspannen und eine stürmische Überraschung 🌊💨
Nach den vielen Fahrtagen der letzten Woche tat es unglaublich gut, endlich mal auszuschlafen. Der Stellplatz am See war einfach zu idyllisch, um direkt weiterzuziehen, also entschieden wir uns spontan für einen fahrfreien Tag. Perfekt, um endlich das neue YouTube-Video zu schneiden und an den nächsten Blog-Beiträgen zu arbeiten.
Ein perfekter Platz zum Arbeiten… oder? 💻☕
Mit Blick auf den ruhigen See und den Bergen im Hintergrund machte das Arbeiten gleich doppelt so viel Spaß. Die Temperaturen waren angenehm, das WLAN über unsere eSIM funktionierte einwandfrei und wir fühlten uns rundum wohl.


Was wir zu dem Zeitpunkt nicht ahnten:
Am späten Abend wurde aus der idyllischen Ruhe ein stürmisches Inferno! 🌪️💨
Kurz nach Sonnenuntergang begann es heftig zu winden – und es hörte einfach nicht mehr auf. Die Böen rüttelten unseren Van durch, als wären wir zurück in Patagonien. Jeder, der schon einmal im Camper durch die argentinische Pampa gefahren ist, weiß, wovon wir sprechen.
Wir versuchten, mit Ohrstöpseln zumindest ein wenig Schlaf zu finden, aber erfolglos – die Windböen waren einfach zu laut, und unser Van wackelte wie ein Schiff auf hoher See. Hätten wir das vorher gewusst, wären wir vielleicht doch noch weitergezogen…
Von New Mexico nach Arizona – Duschen für 1$, eine weitere Zeitverschiebung & der perfekte Stellplatz 🚿🌵🌅
Nach der stürmischen Nacht stand für uns fest: Wir ziehen weiter! Über die Kleinstadt Las Cruces, wo wir für gerade einmal 1 Dollar eine heiße Dusche mit unglaublichem Wasserdruck in einem öffentlichen Hallenbad genossen, machten wir uns auf nach Willcox.
Ein neuer Bundesstaat & eine weitere Zeitverschiebung ⏳
Auf dem Weg dorthin überquerten wir bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Tage eine Bundesgrenze – diesmal ging es von New Mexico nach Arizona. Das brachte uns eine weitere Zeitverschiebung von einer Stunde zu unseren Gunsten. So erreichten wir unser Ziel früher als gedacht – immer wieder eine coole Überraschung, wenn man plötzlich “gratis” Zeit gewinnt!
Ein Stellplatz wie aus dem Bilderbuch 🌊🦢
Unser neuer Übernachtungsplatz befand sich diesmal an einem wunderschönen, sauberen See, auf dem zahlreiche Enten schwammen und große, graue Kraniche im seichten Wasser nach Futter suchten. Anders als in der Nacht zuvor waren hier keine riesigen Trailer, sondern fast ausschließlich Vans in unserer Größe – die perfekte Atmosphäre.


Wir fanden einen traumhaften Platz mit genügend Abstand zu den anderen Campern und einer atemberaubenden Aussicht auf den See, die sanften Bergketten und die goldgelb schimmernden Prärie-Grasbüschel.
Und dann war er da – dieser eine Moment.
Der Moment, in dem uns bewusst wurde:
✨ YES! Die letzten Monate voller Strapazen, Unsicherheiten und emotionaler Achterbahnfahrten haben sich gelohnt. ✨
Genau hierfür sind wir unterwegs:
Für das unglaubliche Freiheitsgefühl, für die Natur, die uns endlich wieder mit ihrer Vielfalt beeindruckt, für diese Momente, die einem das Herz höherschlagen lassen. ♥️
Unerwartetes Aprilwetter, gemütliche Stunden & ein magischer Blick auf die Berge 🌦️❄️🏞️
Der nächste Morgen überraschte uns mit echtem Aprilwetter: Kalte Winde, Graupelschauer und ein launischer Sonne-Wolken-Mix machten uns einen Strich durch die geplante Tageswanderung. ❌
Da es draußen ungemütlich war, schalteten wir kurzerhand die Heizung ein und machten es uns im Van bequem. Immerhin hatte sich an der traumhaften Aussicht nichts geändert!


• Simon vertiefte sich ins nächste YouTube-Video,
• während ich mir endlich die Zeit nahm, einen genaueren Blick in unseren „Reise-Know-How USA Westen“ Reiseführer zu werfen.
Schnee in der Wüste? Ein Panorama wie aus dem Bilderbuch ❄️⛰️🌅
Am Nachmittag stabilisierte sich das Wetter, sodass wir uns doch noch zu einem Spaziergang um den See aufmachten. Dabei entdeckten wir, dass es in den Höhenlagen über Nacht wohl geschneit hatte – die Berggipfel waren mit einer feinen Puderzuckerschicht überzogen und die Szenerie war unbeschreiblich schön. ✨

Felsen, Freiheit & die erste große Wanderung – Unser erstes National Monument in den USA! 🏞️
Der nächste Morgen begrüßte uns mit strahlend blauem Himmel, Sonnenschein und deutlich angenehmeren Temperaturen. Hatte sich das Warten also gelohnt! ☀️
Während sich der traumhafte See in völliger Windstille in einen gigantischen Spiegel verwandelte und die umliegenden Berge darin reflektierte, genossen wir gemütlich unseren Morgenkaffee. Dann wurde es Zeit, uns auf direktem Weg zu unserem ersten National Monument zu begeben!

Chiricahua National Monument – Ein Labyrinth aus Felstürmen 🏜️
Das Chiricahua NM überraschte uns mit freiem Eintritt – der Service war dennoch erstklassig, inklusive sauberer Toiletten, Trinkwasserspender und top ausgeschilderter Wanderwege.
🚐 Unser Startpunkt: Der Echo Canyon Trail
🥾 Unsere Route: 14 km Rundwanderung durch die bizarren Felstürme, die über Jahrtausende durch Erosion geformt wurden.
🌡️ Überraschung: Auf 2.000 Metern Höhe fanden wir sogar noch einige Schneereste – doch gegen Mittag liefen wir bereits im T-Shirt durch die Felsformationen.
Und was für Formationen das waren! 🏜️ Soweit das Auge reichte, sahen wir nichts außer riesige Felsnadeln. Einige erinnerten mit etwas Fantasie sogar an tierische oder menschliche Skulpturen. Ein Anblick, der uns einmal mehr zeigte, warum die USA für Naturfreunde einfach ein Paradies der Superlative sind!










Erschöpft, aber überglücklich, dass wir dieses Naturwunder mit eigenen Augen sehen durften, kehrten wir am späten Nachmittag zu unserem Van zurück.
Und das war sie auch schon – unsere erste Woche in den USA! 🇺🇸🎉
Jetzt geht es für uns weiter nach Tucson, wo bei unseren Freunden Yvonne und Brett unsere neuen Stoßdämpfer auf uns warten. Im Idealfall sind bis dahin auch unsere neuen Falken AT-Reifen eingetroffen, sodass unser Van endlich wieder fit für die unzähligen Meilen durch die USA sein wird.
Wohin es uns danach verschlägt? Das steht noch in den Sternen – es bleibt also spannend! 🚀
Danke fürs Lesen & bis nächste Woche! 😊
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