NEW BLOG POST 🇲🇽 (06. – 10.03.2025) Endlich in den USA! Unser nervenaufreibender Grenzübertritt und die 1.800 km lange Fahrt durch Mexiko

Endlich wieder On the Road – mit Pannenstart

Erinnert ihr euch noch, wie der letzte Blogbeitrag geendet hat? Genau – mit der erfolgreichen Lieferung unserer aus Deutschland in die USA verschickten Stoßdämpfer. Hätten wir sie doch bloß im Flieger mit nach Mexiko nehmen können! Dazu später mehr…

Erste Tagesetappe: Von Teotihuacán nach Querétaro

Am Donnerstag, exakt eine Woche nach unserer Ankunft, fühlte ich mich zwar noch längst nicht wieder fit – aber die erste und mit rund 230 km auch kürzeste Tagesetappe bis Querétaro traute ich mir zu. Bevor wir uns herzlich von den beiden Campingplatz-Besitzern verabschiedeten, die uns und vor allem unserem Van in den vergangenen 80 Tagen ein wundervolles Zuhause geboten hatten, gönnten wir uns noch eine letzte heiße Dusche. 🚿

Mit einem kleinen Umweg über den Supermarkt, wo wir die in den letzten Tagen aufgebrauchten Vorräte auffüllten, ging’s dann endlich los. Wir nahmen zum zweiten Mal die knapp 1.800 Kilometer lange Strecke bis zur US-Grenze in Angriff. Diesmal kannten wir die bevorstehenden Etappen und Übernachtungsspots bereits gut – ein kleiner Vorteil.

Für die erste Nacht hatten wir uns einen ruhigen Stellplatz an einer Tankstelle mit angeschlossener Wäscherei mitten in Querétaro ausgesucht. Dort gab es obendrein kostenloses gutes WLAN – eine Seltenheit in Mexiko! Allerdings mussten wir vorher noch unser dringend benötigtes Wasser auffüllen, weshalb wir zuvor noch eine andere Tankstelle ansteuerten. ⛽️

Kaum waren wir auf dem Weg dorthin, fiel mir ein seltsames Geräusch auf. Es klang fast wie das Bimmeln einer Kuhglocke – und leider kam es von unserem Fahrzeug! Während wir noch rätselten, woher das Geräusch genau stammen könnte, wurde schnell klar: Es kam von der linken Hinterachse.

An der Tankstelle angekommen, inspizierten wir das Problem – und die Ursache war leider sofort sichtbar. Unser hinterer, linker Stoßdämpfer hatte sich komplett aus der oberen Verankerung gerissen! Die Metallhülse war ausgebrochen, wodurch diese nun bei jeder Fahrtbewegung gegen den Kolben schlug und dieses metallische Klingeln verursachte. 😰

Erste Etappe – erste Panne!
Hier sieht man die abgerissene Metallhülse
Immerhin konnten wir Wasser auffüllen 💦

Und hier kommt der Punkt von ganz oben ins Spiel: Hätten wir unsere neuen Marquart-Stoßdämpfer doch bloß im Flieger mit nach Mexiko nehmen dürfen! So aber war der Schaden vorerst nicht zu beheben, und da der Dämpfer zumindest äußerlich noch intakt schien, blieb uns nichts anderes übrig, als die Weiterfahrt mit scheppernder Verkleidung fortzusetzen. 🚐💨

2. Fahrtag – Kilometerfressen Richtung Norden

Immerhin war unsere erste Nacht „on the road“ erwartungsgemäß ruhig gewesen, und ich war am Vorabend – dank meiner immer noch hartnäckigen Erkältung – einfach nur froh gewesen, endlich im Bett zu liegen. Stoßdämpfer hin oder her. 😅

Unser zweiter Fahrtag hatte es in sich: 478 Kilometer standen auf dem Plan – eine deutlich längere Strecke als am Vortag. Schon vor unserer Abfahrt hatten wir uns dafür entschieden, die gesamte Route bis zur US-Grenze ausschließlich über die mexikanischen Autopistas (gebührenpflichtige Autobahnen) zurückzulegen. Diese kosten zwar mitunter eine ordentliche Stange Geld, sind aber die einzige Möglichkeit, um zügig und vor allem auf gutem Asphalt voranzukommen.

Die Alternative wären oft schlecht gewartete Landstraßen mit unzähligen Topes (Bodenwellen), langsamen Lkw-Kolonnen und unvorhersehbaren Straßenzuständen gewesen – und das war mit unserem beschädigten Stoßdämpfer einfach keine Option.

Dank der gut ausgebauten Strecke erreichten wir am späten Nachmittag wie geplant unser Tagesziel: eine Autobahnraststätte etwas außerhalb von Fresnillo.

Auch hier hatten wir bereits zweimal übernachtet

3. Etappe – Durch die Wüste nach Los Remedios

Mit dem ersten Tageslicht starteten wir unsere nächste Etappe gen Norden – fast 500 Kilometer lagen vor uns. Die Fahrt war wenig abwechslungsreich, denn die Straße führte meist schnurgerade durch karge, trockene Steppenlandschaft. 🏜️

Wie schon am Vortag blies ein starker, böiger Wind, der nicht nur jede Menge Staub mit sich brachte, sondern auch eine Kaltfront. In der sonst knochentrockenen Wüste herrschten ungewohnt frische Temperaturen. Als wir gegen 16 Uhr unser Ziel erreichten, zeigte das Thermometer gerade einmal 24 Grad an – normalerweise sind es hier um diese Uhrzeit gut und gerne 10 Grad mehr! Uns sollte es recht sein, zumal die Sonne trotzdem vom stahlblauen Himmel schien. ☀️

Unser Tagesziel war die Hacienda Los Remedios, die nur über eine 10 Kilometer lange, ruppige Schotterpiste erreichbar ist. Doch die holprige Anfahrt lohnt sich jedes Mal – und so waren wir nun bereits zum dritten Mal hier.

Die Überreste der Hacienda Los Remodios
Nur die Anfahrt ist jedesmal echt ruppig

Inmitten der völligen Abgeschiedenheit und Ruhe der Wüste erwarten einen hier nicht nur warme Open-Air-Thermalbecken, sondern auch eine spektakuläre Thermalhöhle, in der heißes Wasser direkt aus einem Loch in der Decke sprudelt. Doch dieses Badevergnügen wollten wir uns für den nächsten Morgen aufsparen.

Nach der langen Fahrt knurrte der Magen, also bereitete ich uns erst einmal einen heißen Kaffee und ein fruchtiges Joghurt mit frischen, saftigen Orangen und knusprigem Granola zu. Doch kaum war das Wasser für den Kaffee heiß, wurde Simon – der draußen gerade unsere Campingstühle und den Falttisch aufstellte – auch schon von unseren mexikanischen Nachbarn mit Essen überhäuft:

🥤 Eine eiskalte Literflasche Sprite

🍤 Zwei knusprige Tostadas mit einer köstlichen Salsa aus frischen Gurken, Tomaten und Garnelen

🌮 Reichlich softe Tortilla-Fladen

🥩 Ein dünnes, gut durchgebratenes Stück Rindfleisch

🫑 Gegrillte grüne Paprika

Da hätte ich mir meinen Kaffee und das Joghurt ja glatt sparen können! 😅 Die unglaubliche Gastfreundschaft der Mexikaner begeistert uns immer wieder – und wir mussten uns regelrecht mit Händen und Füßen wehren, um nicht später auch noch die Reste einer anderen anwesenden Familie gereicht zu bekommen.

4. Fahrtag – Letzter Stopp vor der US-Grenze!

Die Nacht in der Wüste war mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ziemlich frisch, doch genau das bescherte uns einen tiefen, erholsamen Schlaf. Absolute Stille um uns herum – nur die ersten Sonnenstrahlen, die uns am Morgen beim Kaffeetrinken wärmten.

Das Außenbecken war wegen der kühlen Nächte frisch

Noch besser startete der Tag mit einem ausgiebigen Bad in der heißen Thermalhöhle, wo das dampfende Wasser direkt aus der Decke sprudelt. Herrlich! Nach einem entspannten Frühstück hätten wir am liebsten noch einen weiteren Tag in dieser kleinen Oase verbracht – aber es half nichts: Die 330 Kilometer bis Chihuahua Stadt mussten in Angriff genommen werden. 🚐💨

Also schlichen wir die 10 staubigen und holprigen Kilometer zurück zur Autobahn und rollten von dort aus weiter in den Norden. Die Fahrt verlief unspektakulär, doch es war ein komisches Gefühl zu wissen, dass dies unser letzter Stopp in Mexiko sein würde – zumindest hoffentlich!

Gegen Nachmittag erreichten wir die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates Chihuahua – mit über 900.000 Einwohnern die größte Stadt im Norden Mexikos. Unser Schlafplatz war uns bereits bestens bekannt: Der weitläufige Walmart-Parkplatz, auf dem wir schon zweimal zuvor genächtigt hatten.

Bevor wir uns für die Nacht einrichteten, erledigten wir noch die letzten To-Dos:

🧺 Wäsche waschen – Die praktische Self-Service Laundry im Walmart kam wie gerufen für eine letzte Maschine voll Schmutzwäsche.

🛒 Vorräte aufstocken – Trockenprodukte wie Nudeln und Cerealien sind in den USA deutlich teurer, also deckten wir uns hier noch einmal ein.

📄 KFZ-Haftpflicht für die USA – Über Seguro Gringo schlossen wir die notwendige Versicherung für den Grenzübertritt ab.

Somit war alles vorbereitet. Jetzt musste nur noch die Einreise in die USA reibungslos funktionieren – aber nach unserer Erfahrung im September blieb eine gewisse Nervosität… 🫣

5. Fahrtag & Grenzübertritt in die USA 🇺🇸

Die kühle Nacht ließ uns trotz aller Nervosität gut schlafen, doch die Anspannung war spürbar: Heute stand der Grenzübertritt in die USA an! Bevor es losging, verputzten wir auf dem Walmart-Parkplatz noch sämtliche frischen Lebensmittel, die wir nicht mitnehmen durften – darunter Eier, Tomaten, Paprika und Käse.

Mit gemischten Gefühlen starteten wir unsere letzte Tagesetappe auf mexikanischem Boden. Versteht uns nicht falsch: Mexiko ist ein grandioses Land, das wir in den letzten neun Monaten nicht nur bereist, sondern auch lieben gelernt haben. Aber jetzt war es an der Zeit, weiterzuziehen.

Die 250 km bis nach Ojinaga führten uns erneut durch karge Steppenlandschaften, und auch die Grenzstadt selbst machte mit ihrer Abgeschiedenheit und leicht schäbigen Optik nicht gerade Lust auf längeres Verweilen…

🛂 Mexikanischer Grenzposten

Die Ausreise aus Mexiko verlief blitzschnell:

Salida-Stempel im Pass

✅ Kein Gang zur Aduana nötig, da unser Van als Camper theoretisch zehn Jahre in Mexiko bleiben dürfte

Mexiko raus ging super schnell & einfach ✅

Dann war es soweit: Wir rollten über die Internationale Brücke rüber nach Presidio, Texas – und betraten damit US-amerikanischen Boden. Jetzt wurde es spannend!

🛂 US-Einreise: Ein völlig entspanntes Prozedere

Gleich der erste US-Grenzbeamte begrüßte uns freundlich und warf nur einen flüchtigen Blick ins Heck. Dann gratulierte er uns zum US-Visum und schickte uns weiter.

In der Fahrzeugkontrollspur landeten wir bei einem etwas älteren, grauhaarigen Officer, der sich Zeit nahm, unsere Pässe genau zu studieren. Nach ein paar Minuten stellte er uns die erwartete Frage:

🧐 „Waren Sie schon einmal in den USA?“ – Nein.

🧐 „Waren Sie schon einmal an einer US-Grenze?“ – Ja…

Kurze und ehrliche Erklärung unsererseits. Daraufhin drückte er einen orangefarbenen Notizzettel einem Kollegen in die Hand und schickte uns zeitgleich weiter zur eigentlichen Fahrzeugkontrolle.

Ein überraschenderweise des Deutschen halbwegs mächtiger Beamter – ein massiver, blonder Hüne – nahm uns in Empfang, was die Situation sofort auflockerte. 😮‍💨 Während unser Van inspiriert wurde, folgten wir ihm ins Office, wo er unsere Pässe hinter einer Tür weiterreichte.

Als er herauskam, zeigte er uns grinsend einen Daumen hoch – alles in Ordnung!

Der nächste Officer hinter der Scheibe war ebenfalls freundlich, stempelte unsere Pässe und machte sich sogar die Mühe, unser I-94-Formular (notwendig für längere Aufenthalte) eigenhändig am Computer auszufüllen.

💰 Kosten dafür: 6 $ pro Person (bar bezahlt)

Kaum hatten wir die Quittung in der Hand, kam auch schon das Go für unseren Van: Keine Spürhunde, keine Heckkisten-Kontrolle, kein Blick in den Kofferraum – nichts!

Mit einem freundlichen „Welcome to the USA!“ verabschiedete man uns, und wir rollten tatsächlich über die Grenze – diesmal ganz offiziell! 🥳🥳🥳

Um den Moment gebührend zu feiern, steuerten wir direkt den nahegelegenen Loma Paloma RV Park mitten in der texanischen Wüste an. Für nur 13 $ pro Nacht gab es:

✔️ Stellplatz mit Wasser- & Abwasseranschluss

✔️ Blitzsaubere Sanitäranlagen mit heißen Duschen

✔️ Einen großen Waschsalon

Zum perfekten Abschluss dieses besonderen Tages gab es unter dem atemberaubenden Wüstenhimmel dann noch ein Glas Sekt und fixe Pesto-Spaghetti. 🥂🍝


1.800 Kilometer quer durch Mexiko lagen hiermit hinter uns – Tausende Kilometer durch die USA & Kanada liegen vor uns! 🚐🇺🇸🇨🇦

Unser Visa Run hat uns über vier Monate Reisezeit und satte 3.000 € gekostet – aber letztendlich hat sich alles gelohnt! 🎉

Wir freuen uns riesig auf spektakuläre Nationalparks, atemberaubende Landschaften und spannende Städte in den USA – und natürlich darauf, dass ihr uns weiterhin begleitet!

Wenn ihr unser Abenteuer unterstützen möchtet oder uns ein kleines Dankeschön für unsere wöchentlichen Blogbeiträge & YouTube-Videos dalassen wollt, freuen wir uns riesig über eure Spende oder Mitgliedschaft! ♥️👇

Die ersten Eindrücke aus den USA gibt’s kommende Woche – hier im Blog, auf YouTube & Instagram! 😉


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