NEW BLOG POST 🇲🇽 (05. – 11.07.2024) Puebla – Teotihuacán

Simons 42. Geburtstag und ein entspannter Reisetag

Simons 42. Geburtstag verbrachten wir noch ganz entspannt auf dem Campground Oaxaca View, damit er dort das gute WLAN zum Telefonieren und zum Abrufen aller Glückwunsch-Nachrichten nutzen konnte. 🎂 Wir spielten mehrmals sein neues Lieblingskartenspiel Magic und verbrachten einen gemütlichen Tag. Am Samstag verabschiedeten wir uns dann, nach einer Woche Standzeit, von den netten Inhabern. Der Verkehr in die Stadt hinein war leider sehr zähflüssig, weshalb inklusive Lebensmitteleinkauf alles seine Zeit dauerte und wir erst nach 15:00 Uhr aus Oaxaca rauskamen. 🚐💨

Trotz allem schafften wir es noch rechtzeitig, vor Einbruch der Dunkelheit, nach Tehuacán. Dort gab es ein riesengroßes Einkaufszentrum, wo wir einen guten Stellplatz vor einem mit Kameras und Security bewachten Hotel fanden. Wir schlenderten noch durch die große Mall und gönnten uns ausnahmsweise im Burger King etwas zu essen 🍟🍔, weil wir beide müde von der Fahrt waren. Erstaunlicherweise war die Nacht auf dem riesigen Parkplatz sehr ruhig und wir schliefen sogar bis 9:00 Uhr. Möglicherweise dank der Tatsache dass Sonntag war und deswegen vermutlich weniger Verkehr und weniger früher Einkaufstrubel herrschte.

Manchmal sehen unsere Schlafplätze so aus 😅

Puebla: Keramik, Kulinarik und unerwartete Menschenmassen

Am frühen Nachmittag erreichten wir die UNESCO-Weltkulturerbe Stadt Puebla, die am 16. April 1531 von den Spaniern gegründet wurde. Puebla ist bekannt für die Talavera-Keramik: Eine traditionelle Form von handbemalter und glasierter Keramik, die im 16. Jahrhundert von spanischen Handwerkern eingeführt wurde. Deshalb sind hier sehr viele Hausfassaden und Kirchenkuppeln mit diesen bunten Keramikkacheln im spanischen Stil verziert.

Puebla gilt außerdem als die kulinarische Hauptstadt Mexikos. Hier wurde u.a. das berühmte Gericht Mole Poblano erfunden: Eine komplexe Sauce aus Schokolade, Chili und Gewürzen. 🌶️🍫 Ein weiteres typisches Gericht sind Chiles en Nogada: Gefüllte Paprikaschoten in einer Walnusssauce.

Bei der Touristenpolizei fanden wir einen sicheren, gut bewachten und ruhigen Stellplatz. Sie hatten zwar keinen Platz mehr in ihrem Innenhof frei, aber dafür durften wir direkt vor dem großen Gebäude auf der Straße parken und erhielten sogar die Erlaubnis, Toiletten und Duschen zu nutzen 🚿🚽.

Auch dieser Stellplatz war eher unromantisch, dafür aber bombensicher & zentral gelegen 👍🏻

Zu Fuß machten wir uns auf ins historische Zentrum, das sich nur wenige hundert Meter von unserem Stellplatz entfernt befand und in dem an diesem Tag ein toller Flohmarkt stattfand. Dank der Lage auf etwa 2.200 Metern üNN herrschten ideale Sightseeing-Temperaturen und wir waren sehr vom angenehmen Klima angetan. Weniger angetan waren wir allerdings von den Menschenmassen, die sich an diesem Sonntag durch die Innenstadt und die Fußgängerzonen quetschten. Wir fühlten uns von dem Trubel ziemlich erschlagen, weswegen wir unseren Rundgang früher als geplant beendeten und zurück zum Van flüchteten.  

Richtig coole Sachen gab’s auf dem Flohmarkt
Alte Walkmans & Kassetten zum Beispiel
Die Rambla erinnerte unweigerlich an Barcelona
Aber uns war es definitiv viel zu voll 🙈

Kultur, Geschichte und grandiose Ausblicke in Puebla

Der Montag war definitiv der bessere Sightseeing-Tag: Es waren viel weniger Menschen unterwegs und wir liefen bei strahlendem Sonnenschein zuerst zum Olympiastadion sowie zum Fuerte de Loreto. Hier fand am 5. Mai 1862 die berühmte Schlacht von Puebla statt, in der eine schlecht ausgerüstete mexikanische Armee die französischen Truppen besiegte. ⚔

Warum Franzosen, fragt ihr? Weil Napoleon III. entschieden hatte Mexiko zu erobern, um das französische Imperium zu erweitern und Einfluss in der Region zu gewinnen. Doch die Mexikaner ließen sich nicht unterkriegen und feierten einen unerwarteten Sieg, der heute als Cinco de Mayo gefeiert wird. 🎉🎉

Von dort aus hatten wir eine tolle Sicht auf die Stadt mit ihren 60 Kirchen und konnten sogar in der Ferne den schneebedeckten Gipfel des rauchenden Popocatépetel sehen. Zu Fuß ging’s zurück in die historische Altstadt, wo wir uns die restlichen Sehenswürdigkeiten anschauten die wir am Tag zuvor nicht mehr geschafft hatten.

Im Hintergrund der schneebedeckte Popocatepetel

Der McDonald’s an der Plaza hatte eine super tolle Dachterrasse mit Blick auf die riesige Kathedrale mit ihren vielen Glocken, die im 16. Jahrhundert gebaut wurde und eine der höchsten Kirchen Mexikos ist. ⛪ Wir kauften uns ein Sundae Eis, genossen beim Schlecken die schöne Aussicht und abends durfte ich in der Damen-Umkleidekabine der Polizei sogar die heiße Dusche nutzen. Hier trifft der Satz Die Polizei, dein Freund und Helfer noch wirklich zu.

Die Dimensionen der Kathedrale sind gigantisch
Viele schöne Jugendstil Gebäude sind hier zu finden

Cholula: Pyramiden und Gewitterstimmung

Tags darauf unternahmen wir einen weiteren Ausflug: Wir ließen den Van erneut stehen und nutzten stattdessen die öffentlichen Verkehrsmittel. Zuerst mussten wir ein gutes Stück durch die Stadt laufen, um zum Busbahnhof zu gelangen. Praktischerweise lag direkt nebenan der Mercado de los Sabores, wo wir uns ein super leckeres und sehr sättigendes Frühstück gönnten: Unsere erste Cemita. Eine Cemita ist ein großes, geröstetes Brötchen, das locker für zwei reicht. In der Regel wird es mit einem hauchdünnen, panierten Schnitzel sowie Avocado und Oaxaca-Käse belegt – dazu gab’s einen frischen Maracujasaft 🍞🥑🧀🍹.

Lecker! Cemita… 🤤

Gut gestärkt ging’s dann mit dem Bus für schlappe 10 MXN pro Kopf (50 Cent) nach Cholula. Cholula ist ein Pueblo Mágico und beherbergt eine ganz besondere Kirche, die hoch oben auf einem grünen Hügel über der Stadt thront. Die eigentliche Besonderheit ist jedoch das, was unter dem grünen Hügel verborgen liegt: Eine Pyramide, die vom Volumen her größer ist als die Cheopspyramide in Ägypten. 😳

Eine ganz besondere Kirche thront über diesem magischen Dorf 💫
Die Kuppel ist mit bunten Keramikkacheln verziert
Auch von innen ein Meisterwerk

Per Zufall entdeckte man 1931, bei Straßenbauarbeiten, Teile dieser 65m hohen Pyramide und ein Bruchteil davon wurde zwischenzeitlich für Besucher freigelegt. Ein kleines Museum gehört ebenfalls dazu wo wir uns in aller Ruhe Fundstücke der Ausgrabungen ansahen, während sich über unseren Köpfen bedrohlich schwarze Gewitterwolken zusammenbrauten. ⛈

Auf dem unteren Bild sieht man, was sich unter dem Erdwall und somit der Kirche befindet
Diese Fotos machten wir im Amparo Museum in Puebla
Gewitterstimmung über der Plaza in San Andrés ⛈️

Als wir am Morgen aufgebrochen waren schien noch die Sonne und, naiv wie wir waren, gingen wir trotz Regenzeit ohne Schirme los. Auf dem Rückweg zum Stadtbus fing es dann tatsächlich an zu gewittern und bei unserer Ankunft in Puebla, 20-30 Minuten später, regnete es immer noch heftig. Also kehrten wir noch einmal in der Markthalle für eine weitere Cemita ein, um uns von den Erlebnissen des Tages zu erholen. 😛

Ein grauer Tag in Puebla und unerwartete Planänderungen

Der Mittwoch überraschte uns, nach einigen ganz passablen Tagen, mit unerwartetem Dauergrau, Regen und kühlen Temperaturen. 🌧️ Ein Blick auf die Wettervorhersage ließ leider auch für die kommenden Tage nicht auf Besserung hoffen, weshalb wir mal wieder sämtliche Pläne über den Haufen werfen mussten:

Eigentlich wollten wir in den Nationalpark Ixta-Popo mit dem aktiven Popocatépetel und dem schlafenden Iztaccíhuatl Vulkan fahren. Aber bei den tiefhängenden Wolken hätten wir die schneebedeckten Fünftausender höchstwahrscheinlich nicht einmal ansatzweise gesehen und auf 3.000 Metern Höhe wahrscheinlich auch ordentlich gefroren. ❄️ Also entschlossen wir uns spontan, die Megametropole Mexiko City vorzuziehen.

Gerne hätten wir uns den rauchenden Vulkan noch aus der Nähe angesehen aber das Wetter wollte nicht 😕

Bei Booking.com machte ich mich auf die Suche nach einer günstigen und guten Unterkunft. Zum Glück fand ich relativ schnell ein geeignetes Apartment, das von Freitag bis Montag für drei Nächte frei war. 🥳 Und da der Platz bei der Touristenpolizei in Puebla gar so ideal und ruhig war entschieden wir kurzfristig, noch einen weiteren Tag dort zu verbringen um fleißig an den Laptops zu arbeiten.

Natürlich haben wir den Tag nicht nur mit Arbeit verbracht: Ich nutzte die Gelegenheit, um in einem trockenen Moment ein wenig durch die Stadt zu schlendern und einige der lokalen Märkte zu erkunden. Die bunten Stände und das vielfältige Angebot an regionalen Köstlichkeiten versüßten uns den grauen Arbeitstag. ☕🥐

Wir ließen uns, trotz des tristen Wetters, nicht unterkriegen und machten das Beste aus der Situation. Unsere Follower auf Instagram und YouTube freuten sich derweil über die Live-Updates und die kleinen Einblicke in unseren Vanlife-Alltag.

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Auf dem Weg zur größten Pyramide Mexikos

Donnerstagmorgens machten wir uns über die Autobahn auf den Weg nach Teotihuacán: Der Stadt, in der die größte Pyramide Mexikos steht. Die Fahrt ging relativ schnell und problemlos, war aber mit 13 € Mautgebühr auf 120 km auch ganz schön teuer. 🚗💸

In Teotihuacán angekommen checkten wir auf einem Trailerpark ein der ziemlich zentral im Zentrum, direkt hinter der schmucken Kathedrale, lag. Hier waren viele Trailer und Wohnmobile abgestellt, deren Besitzer derzeit wieder in Europa oder Kanada weilten, sodass wir die einzigen physischen Gäste vor Ort waren.

Am späten Nachmittag kontaktierte uns dann überraschend unser Freund Max von @anschnallenabfahrt, der ein Problem mit seinem Ladebooster hatte. Wie sich herausstellte, befanden er und seine Frau sich nur ein paar Kilometer von uns entfernt auf einem anderen Campingplatz. So verabredeten wir uns am Abend kurzfristig, nachdem unsere Rucksäcke für die Großstadt gepackt waren, noch zu einem leckeren, spontanen Taco-Abendessen. 🌮

Immer wieder schön zu viert 😀

Schade, dass das Wiedersehen so kurz ausfiel aber aus unerfindlichen Gründen hatte ich diese unerwartete Zusammenkunft tatsächlich am frühen Morgen schon vorhergesehen. 😇

Wie es uns in der 22-Millionen-Metropole Mexiko City gefallen hat erfahrt ihr dann kommende Woche. Bleibt dran und verpasst nicht die nächsten, aufregenden Geschichten unserer Reise!


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