NEW BLOG POST (13.-20.06.2025) 🇺🇸 Spektakuläre Naturwunder im Bryce Canyon Nationalpark

Epische Trails, leuchtende Hoodoos und eine unerwartete Evakuierung

Nach den ruhigen Tagen im Escalante-Gebiet war unser nächster Halt bei einem der berühmtesten Highlights im Südwesten der USA: dem Bryce Canyon Nationalpark. Schon bei der Anfahrt wurden wir von den in der Sonne orangefarben glühenden Felsnadeln – den sogenannten Hoodoos – begrüßt, die wie eine Armee aus Stein den Himmel zu stützen scheinen. Kaum angekommen, stürzten wir uns auch schon in unser erstes großes Wanderabenteuer. 👇


Fairyland Loop Trail – der schönste Wanderweg durch die Hoodoos?

Unsere erste Wanderung führte uns über den Fairyland Loop Trail, einen rund 13 km langen Rundweg mit etwa 400 Höhenmetern. Der Trail startet noch außerhalb des Nationalpark-Gates am Fairyland Point und war an diesem Morgen wie leergefegt – wir begegneten kaum einem Menschen. Dafür aber grandiosen Panoramen! 😍

Der Trail verläuft mitten durch die Hoodoos

Der Weg schlängelt sich durch eine fast surreale Landschaft aus Hoodoos und zerklüfteten Felsformationen. Diese bunten Felssäulen entstehen durch eine Kombination aus Frostsprengung, Erosion und jahrtausendelanger Verwitterung – wobei die roten, orangen und weißen Farbtöne auf unterschiedliche Mineralien im Gestein zurückzuführen sind.

‼️Wichtig zu wissen:

Entlang des Weges findet man keinen Schatten, weshalb ein früher Start empfehlenswert ist.

Am Trailhead gibt es weder Toiletten noch Trinkwasserspender, dafür ist eine schattige Picknick-Area vorhanden und man findet ausreichend Parkmöglichkeiten vor.

Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit ist von Nöten, denn der Trail ist stellenweise schmal und geröllig.

♥️ Wir waren komplett geflasht von der Farbenpracht und der Weite des Blicks. Für uns definitiv einer der schönsten Trails in ganz Utah!


Klassiker mit unbeschreiblicher Aussicht: Bryce Point, Inspiration Point & Co.

Natürlich ließen auch wir es uns nicht nehmen, die bekanntesten sowie beliebtesten Aussichtspunkte mit unserem Van anzufahren:

Bryce Point

Inspiration Point

Sunset Point

Sunrise Point

Alle sind per Auto oder kostenfreiem Shuttlebus erreichbar. Wer Lust hat, kann sie auch zu Fuß über den Rim Trail miteinander verbinden. Die Ausblicke sind – ungelogen – magisch. Gerade zum Sonnenauf- oder -untergang leuchten die Hoodoos wie glühende Lava.

🚌 Bryce Canyon Shuttlebus:

Der gelbe Shuttlebus verkehrt völlig kostenlos und fährt im 10-15 Minuten Takt alle wichtigen Punkte im Park sowie die oben genannten View Points an.

🅿️ Parkplatzsituation:

Parkplätze waren während unseres Aufenthalts (unter der Woche) an allen Aussichtspunkten gut verfügbar, sodass wir selbst den Shuttlebus gar nicht nutzen mussten.


Navajo Loop & Peekaboo Trail – mitten hinein ins Hoodoo-Labyrinth

Unsere zweite Rundwanderung startete am Sunset Point Parkplatz:

Wenn man die beiden Wanderwege Navajo Loop und Peekaboo Loop miteinander kombiniert, ergibt sich daraus eine 8 km und 400 Höhenmeter umfassende Tour in Form einer liegenden 8.

Im ersten Teil, dem Navajo Loop, war einiges los – spätestens ab 10 Uhr tummeln sich hier die meisten Reisegruppen. Aber sobald man in den Peekaboo Loop einbiegt, kehrt Ruhe ein. Der Weg führt tief in den Canyon hinein, durch schattige Kiefernwälder und vorbei an imposanten Felstürmen.

Enge Serpentinen zu Beginn des Navajo Loop Trails

Uns persönlich hat der Fairyland Trail zwar auf Grund der freieren Sicht über die Hoodoos hinweg noch besser gefallen, aber diese Route war definitiv auch nicht schlecht.

🚻 Infrastruktur:

Toiletten und Picknicktische sind am Sunset Point Parkplatz vorhanden, ebenso Trinkwasserspender.

Auch diese Wanderung sollte man möglichst früh starten, um die Hitze zu meiden.

🎒 Unser Wander-Tipp für alle mit wenig Zeit:

Am Bryce Point starten, von dort aus den halben Peekaboo Trail runterlaufen, auf den Navajo Loop einbiegen und bis zum Sunset Point hinauflaufen. Von da aus dann gemütlich mit dem Shuttlebus zurück zum Startpunkt Bryce Point. Spart Zeit und Höhenmeter, bietet aber trotzdem traumhafte Hoodoo-Szenerien und gleichzeitig hat man beide View-Points genossen. 😉

Die Weglänge verkürzt sich dadurch auf ca. 5,7 km und man spart sich ca. 130 Höhenmeter.

👆Alle Wanderungen im Nationalpark als Übersicht

Camping-Tipps & nächtliche Highlights 🌌🔭

Wir standen mit unserem Wohnmobil auf einem ausgewiesenen, kostenfreien BLM-Stellplatz im Wald – nur etwa 5 km vom Parkeingang entfernt.

Dort ist Freistehen erlaubt, solange man sich an die markierten Campingplätze hält. Unter der Woche fanden wir dort problemlos einen Platz, am Wochenende kann es jedoch schnell voll werden.

Die Ruhe, der sternenklare Himmel (der Park ist Dark Sky zertifiziert) und die kühlen Nächte machten diesen Spot zu einem echten Highlight für uns. 🌟

Wer lieber auf Nummer sicher gehen möchte, kann auch auf einem der beiden Campgrounds im Park übernachten – frühzeitig reservieren empfohlen – oder auf einen privaten RV-Park mit Hook-Up außerhalb des Parks ausweichen.

🚿 Heiße, saubere Dusche für 3 $ (8 Minuten) gibt’s beim General Store am North Campground. Tokens kann man direkt im Shop kaufen. Dort gibt’s auch eine Waschmaschine.


Waldbrand-Risiko

Drei Tage vor unserer Ankunft hatte ein Blitzeinschlag im Dixie National Forest einen Waldbrand ausgelöst. An unserem zweiten Tag im Nationalpark war die dicke Rauchwolke bereits deutlich sichtbar, die Luft roch nach Asche und wir wurden etwas nervös – immerhin standen wir mit unserem Campervan mitten im Wald! 😮

Unser Stellplatz: Dicke Rauchfahne am Himmel😳
Gleiches Bild am Wanderparkplatz Sunset Point

Am dritten Tag kam tatsächlich der Sheriff vorbei und evakuierte alle Freistehenden Camper einschließlich uns, da der starke und böige Wind das Feuer Richtung Bryce Canyon trieb.

Das historische Rubys Inn Hotel, das seit seinem Bestehen 1916 bereits mehrfach den Flammen zum Opfer gefallen ist, bleibt diesmal hoffentlich verschont. 🙏

ℹ️ Aktuelle Infos zu Waldbränden findet man hier:

👉 www.fireweatheravalanche.org


Wildlife, Wetter & Wissenswertes

Der Bryce Canyon Nationalpark liegt auf rund 2.400 Metern Höhe. Das sorgt für angenehm frische Temperaturen, selbst im Sommer! 🤗

Die Nächte können entsprechend kühl werden, im Winter fällt regelmäßig Schnee was dem Park ein ganz anderes, stilles Bild verleiht.

Gegründet wurde er 1923 als National Monument, 1928 wurde er bereits zum Nationalpark erklärt.

Mit etwas Glück entdeckt man hier:

Präriehunde

Maultierhirsche

Elche (in höheren Lagen)

Streifenhörnchen

Eichhörnchen

Und sogar Pumas

Versorgung:

Lebensmittel, von Escalante aus kommend, am besten im General Store in Tropic einkaufen (günstiger als im General Store in Bryce City).

Guten Kaffee und schnelles Wifi findet man im Bryce Canyon Inn Coffee Shop, ebenfalls in Tropic. ☕️🛜

Ruby’s Inn General Store in Bryce City

Alles zum Nachschauen auf YouTube 🎥

Wenn ihr unsere Wanderungen, die spektakulären Hoodoos und auch die dramatische Evakuierung mit eigenen Augen sehen wollt – schaut euch unbedingt unseren aktuellen YouTube Vlog an:

Und bleibt dran, denn schon nächste Woche wartet das nächste große Highlight auf uns – der atemberaubende Yellowstone Nationalpark! Davor legen wir aber noch einen kurzen Stopp in Salt Lake City ein. 🚐💨

NEW BLOG POST (11.-20.05.2025) 🇺🇸 Vom Lake Tahoe zum Zion Nationalpark 

Unsere Route

Nach vier erlebnisreichen Tagen in San Francisco zog es uns wieder in die Natur – diesmal hoch hinauf in die Berge: Der wunderschöne Lake Tahoe auf knapp 2.000 Metern Höhe war unser nächstes Ziel. Von dort ging es weiter durch das abgelegene Great Basin entlang der loneliest road in America, dem Highway 50, und schließlich bis zum berühmten Zion Nationalpark im Bundesstaat Utah. 🇺🇸🚐💨


Highlights & Erlebnisse

Lake Tahoe – türkis, klar & eiskalt schön

Der größte Alpensee Nordamerikas ist ein Naturjuwel par excellence: über 500 km² groß, bis zu 500 Meter tief und umrahmt von schneebedeckten Bergen. Die Staatsgrenze zwischen Kalifornien und Nevada verläuft direkt durch den See – was ein Blick auf die Karte schnell verrät. In Truckee, einem kleinen Bergstädtchen mit Western-Charme, machten wir Halt, bevor wir weiter zum Ostufer fuhren.

Blick auf den Donner Lake – kurz vor Lake Tahoe

Dort trafen wir uns bei Sonnenschein und Seepanorama spontan mit Ann-Carolin und Joachim, die wir zufällig wiedertrafen – zuletzt hatten wir sie vor Wochen kurz bei Flagstaff gesehen.


Lake Tahoe Tipp: Am Memorial Point parken und dann den East Shore Trail entlanglaufen oder radeln. So spart man sich die $10 Parkgebühr am Sand Harbour. Die Farben des Wassers? Fast schon surreal schön: Türkis, Blau, glasklar – Sehnatur in Perfektion! 🌟

Highway 50 – Der einsamste Highway Amerikas

Die folgende Etappe führte uns über 900 km von Carson City durch fast menschenleeres Land nach Utah. Der sagenumwobene Pony Express – eine historische Reitpostverbindung aus dem 19. Jahrhundert – verlief einst genau hier entlang. Die Route führte uns über Fallon, Austin, Ely und den Highway 93 nach Hurricane, kurz vor dem Zion Nationalpark. Unterwegs fielen uns die unendliche Weite, lange Geradeausfahrten und die fast schon surreal wirkende Leere besonders auf – Europa wirkt dagegen wie eine große Siedlung! 🙈


Zion Nationalpark – Zu viele Menschen, zu wenig Magie

Die Hoffnung auf einen entspannten Wandertag inmitten beeindruckender Natur zerschlug sich bereits früh am nächsten Morgen. Da uns andere Reisende am Vorabend vorgewarnt hatten, dass die Parkplätze im Zion Nationalpark bereits um sieben Uhr voll sein würden, klingelte unser Wecker schon um sechs Uhr in der Früh. Noch im Halbschlaf sprangen wir in unsere Klamotten und machten uns auf die rund 25 Kilometer lange Fahrt zum Visitor Center. Die Schranken am Eingang waren um diese Uhrzeit noch unbesetzt – kein Problem für uns, denn dank unseres America the Beautiful-Passes durften wir ohnehin kostenlos hinein.

Anfangs war auf dem Parkplatz noch wenig los. Wir richteten uns in aller Ruhe, frühstückten ein schnelles Müsli mit Kaffee und packten unsere Brotzeit für den Tag. Doch währenddessen füllte sich der Platz merklich und es war klar: Hier wird es voll. 😳

Der Parkplatz füllte sich in Rekordgeschwindigkeit…

Und dann das: Direkt neben uns parkte ein belgischer Camper – und wer stieg aus? Die Familie von Waffles World Tour, die wir vor fast einem Jahr zuletzt in Mérida (Mexiko) am Strand getroffen hatten! 😀 Ein völlig unerwartetes, aber wunderschönes Wiedersehen, auch wenn die Zeit nur für ein kurzes Gespräch reichte. Wir hatten heute schließlich eine vermeintliche Ganztagestour vor uns.

Kurzes Wiedersehen mit Waffles World Tour

Vom Visitor Center nahmen wir den kostenlosen Shuttlebus bis zur Haltestelle The Grotto. Von hier aus starteten wir unsere Wanderung auf dem West Rim Trail hinauf zum Scout Lookout – rund 300 Höhenmeter, verteilt auf ca. 3 Kilometer. Der Weg war bestens ausgebaut, teilweise sogar asphaltiert, aber leider trotz der frühen Stunde schon gnadenlos überlaufen. Ständig überholte man andere oder musste zur Seite treten. Entspanntes Wandern sieht anders aus!

Nach ziemlich genau einer Stunde erreichten wir den Aussichtspunkt. Von hier startet der berüchtigte Angels Landing Trail, der nur mit vorheriger Permit betreten werden darf. Die schmale Felsspitze, links und rechts geht es hunderte Meter in die Tiefe, ist nur über ein Kettensystem zugänglich – definitiv nichts für schwache Nerven. Eine Genehmigung hatten wir sowieso nicht, und ehrlich gesagt: Beim Anblick der Menschenmassen war ich nicht einmal traurig darüber.

Scout Lookout – für meinen Geschmack viel zu voll 😣
Alle wollen den schmalen Grat hinauf:
Anstehen beim Angels Landing Trail

Stattdessen folgten wir noch ein Stück weiter dem West Rim Trail, der sich insgesamt über etwa 30 Kilometer bis tief in den Canyon hineinzieht (oder sogar zum anderen Ende führt – genaue Strecke bitte nachschlagen). Und siehe da: Kaum ließen wir den Hotspot Angels Landing hinter uns, kehrte plötzlich Ruhe ein. Vögel zwitscherten, der Wind rauschte leise durch die Bäume, und wir hatten die beeindruckende Kulisse fast für uns allein. ✨

Auf einem kleinen Felsvorsprung machten wir Pause – zweites Frühstück mit Aussicht auf die in der Sonne glühenden roten Wände. Genau das hatten wir uns vom Zion erhofft. Nicht Spektakel, sondern Stille.

Zurück am Ausgangspunkt stellten wir fest: Wir hatten noch genug Kraft und Zeit übrig, dass wir spontan auch noch den Abstecher zu den Emerald Pools wagten. Leider war auch das ein Reinfall – wortwörtlich. Von den „Wasserfällen“ tröpfelte ein müdes Rinnsal in ein paar schlammige Pfützen. Den mittleren und oberen Pool ließen wir daher direkt links liegen.

Wir beschlossen, auf der anderen Flussseite Richtung Zion Lodge zurückzulaufen – bis wir plötzlich vor einer gesperrten Brücke standen. Also nochmal zwei Meilen Umweg bis zur nächsten Shuttle-Haltestelle. Immerhin: Der Weg schlängelte sich am Virgin River entlang, und zur Belohnung fanden wir sogar eine natürliche Brücke – ein umgestürzter Baumstamm führte über das Wasser. Abenteuerlich und ganz nach unserem Geschmack! 😛

Fazit? Der Zion Nationalpark war für uns landschaftlich definitiv schön – keine Frage. Aber die Masse an Menschen und der Hype, der ihn umgibt, haben es schwer gemacht, wirklich einzutauchen. Vielleicht hatten wir einfach zu viel erwartet. Vielleicht war es nicht der richtige Tag. Oder vielleicht sind wir mittlerweile einfach ein bisschen verwöhnt, was Naturerlebnisse angeht…

Was uns aber nachhaltig begeisterte: die Fahrt auf der Scenic Route 9 von Springdale nach Kanab – durch spektakuläre rote Felslandschaften. 🤩

Achtung: Der Tunnel entlang dieser Route ist für große Fahrzeuge kostenpflichtig oder gar nicht passierbar. Unser Van passte problemlos durch – aber mit Expeditionsmobil oder Wohnanhänger wird’s eng!


Persönliches PS

So schön der Zion auch landschaftlich war – die Reizüberflutung durch Menschenmassen nimmt gerade in bekannten US-Nationalparks eine neue Dimension an. Ein wenig Wehmut macht sich breit, wenn man daran denkt, wie diese Orte wohl ohne all die Touristenströme wirken würden. Aber wir bleiben optimistisch und freuen uns auf das, was nun vor uns liegt…


Ausblick

Für uns geht’s weiter Richtung Page – mit dem weltberühmten Horseshoe Bend des Colorado River und dem sagenhaften Antelope Canyon. Hoffentlich nicht ganz so überlaufen, denn: In den USA steht am 26. Mai der Memorial Day an – ein nationaler Feiertag, bei dem viele ein verlängertes Wochenende nutzen, um zu verreisen. Drückt uns die Daumen, dass wir noch einen ruhigen Moment erwischen. Mehr dazu im nächsten Blogbeitrag!