NEW BLOG POST 🇩🇪 (05. – 23.01.2025) UNSER WEG ZUM US-VISUM: Hindernisse, Hoffnungen und die alles entscheidende Antwort

Zurück auf der Rancho Viejo: Zeit für den großen Van-Frühjahrsputz!

Nach 18 wundervollen Tagen des House- und Dog-Sittings in Mexiko-Stadt kehrten wir zu unserem Van auf den Campingplatz Rancho Viejo in Teotihuacán zurück, wo wir ihn während unserer Abwesenheit sicher abgestellt hatten. Da in nur einer Woche unser lang ersehnter US-Visum-Run nach Deutschland anstand, verbrachten wir die folgenden Tage ebenfalls dort – und sie sollten alles andere als langweilig werden.

Es gab so einiges zu tun: Zwei Videos wollten geschnitten werden, und unser Van hatte nach über einem Jahr on the road eine gründliche Reinigung dringend nötig. Also schrubbten, wischten und putzten wir, bis er innen und außen blitzte. Doch damit nicht genug: Wir starteten auch eine große Ausmist-Aktion, die längst überfällig war. 📦

Simon verklebt noch einmal die Dachluken
Nur ein kleiner Teil unseres Kofferraum Inhalts…

Erstaunlich, wie sich auf nur sechs Quadratmetern Wohnfläche dennoch überflüssige Dinge ansammeln können! Am Ende hatten wir zwei große Kartons voll mit Sachen, die wir in den vergangenen 28 Monaten Panamericana-Roadtrip entweder nie oder nur selten benutzt hatten. Zu viel Kleidung, ungenutzte Plastikdosen, die Fahrradhelme – und ja, sogar meine Ukulele. Ursprünglich wollte ich dieses wunderschöne Instrument auf Reisen lernen, aber wie das oft so ist, blieb keine Zeit dafür. Also weg damit!

Insgesamt kamen fast 45 Kilogramm Ballast zusammen, die wir in zwei stabile Umzugskartons verstauten. Vollends mit Klebeband umwickelt, entsprachen sie sowohl den erlaubten Maßen als auch dem Gewicht für Aufgabegepäck. Ein befreiendes Gefühl, so viel Überflüssiges loszuwerden! 😀

Karton statt Koffer 😅

Abschied von Mexiko und ein herzliches Wiedersehen in Deutschland

Unser letzter Tag in Mexiko begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein – nach drei grauen und windigen Tagen eine willkommene Überraschung! Da wir alle Putz- und Packarbeiten bereits am Vortag erledigt hatten, und unser Flug erst am Abend ging, konnten wir den letzten Tag entspannt angehen. 😎

Letztes Mal Yoga mit Hund 🐕

Gegen 16:30 Uhr holte uns ein zuvor bestelltes Uber-Taxi am Campingplatz ab. Die Fahrt führte vorbei an den majestätischen Vulkanen Popocatépetl und Iztaccíhuatl, die sich diesmal sogar schneebedeckt präsentierten – ein beeindruckender Anblick, der uns den Abschied nicht leichter machte. 🏔️

Am internationalen Flughafen Benito Juárez verlief alles reibungslos. Den Check-in hatten wir schon online erledigt, sodass wir am Automaten nur noch unsere Bordkarten ausdrucken und die beiden Kartons aufgeben mussten. Besonders vielsagend fand ich unsere Airline-Referenz: Deseuo. Das klang verdächtig nach deseo (Spanisch für Wunsch) und passte perfekt zu unserem Reiseanlass: dem Wunsch, das ersehnte US-Visum zu erhalten. 🇺🇸

Malsch – wir kommen! ✈️

Nach einem überteuerten Abendessen bei der Burger-Kette Carls Jr. – hätten wir uns sparen können, wie sich später herausstellte – und einer zügigen Sicherheitskontrolle ging es gegen 21 Uhr an Bord des Aeromexico-Dreamliners Richtung Amsterdam. Überraschend wurde uns kurz nach Abflug noch ein warmes Nachtessen serviert, obwohl wir nur mit einem Frühstück gerechnet hatten. Der Flug verlief ruhig und angenehm, sodass wir nach knapp 10 Stunden sicher in Amsterdam landeten. 🛬

Dichter Nebel empfing uns dort, doch viel Zeit zum Bestaunen blieb nicht: Unser Anschlussflug nach Frankfurt stand kurz bevor, und wir mussten quer durch den riesigen Flughafen Schiphol hetzen. Nur dank einer kleinen Verspätung des Fliegers schafften wir es noch rechtzeitig an Bord. 😮‍💨

Fast hätten wir direkt wieder kehrt gemacht. 🤣
Das Wetter hätte echt besser sein können…
…wobei es über den Wolken echt schön war 🌅

In Frankfurt angekommen, erlebten wir einen Moment der Erleichterung: Unsere Kartons kamen unversehrt an! Und in der Ankunftshalle warteten bereits meine Eltern, die uns nach über 897 Tagen Abwesenheit voller Freude begrüßten. Ein herzlicher Empfang, der unsere Ängste und Sorgen über das Visum für einen Moment vergessen ließ.

Mein 41. Geburtstag – Ein Wiedersehen, das alles übertraf

Wenn ich mir etwas zu meinem Geburtstag hätte wünschen dürfen, wäre es genau das gewesen: Nach über zweieinhalb Jahren endlich wieder mit meinen Eltern, Schwiegereltern, den beiden Geschwistern und meiner Nichte an einem Tisch zu sitzen. Und genau das wurde am 15. Januar, meinem 41. Geburtstag, Wirklichkeit. 🌟

Geburtstagsessen 🥰

Ein riesiges Dankeschön geht an meine Eltern die nicht nur alles organisiert, sondern auch mein altes Zimmer so liebevoll für uns hergerichtet haben. Nach so langer Zeit fühlte sich das wie ein echtes „Willkommen zurück“ an. ♥️

Was mich zusätzlich zum Strahlen brachte waren die vielen Geburtstagsgrüße, die mich über WhatsApp, Instagram und Facebook erreichten. 😊Es war einfach schön zu sehen, wie viele Menschen an mich gedacht hatten – von Freunden aus der Heimat bis hin zu Reisenden, die wir irgendwo auf der Panamericana getroffen haben.

So schön der Tag war, das Einschlafen fiel uns in der zweiten Nacht ziemlich schwer. Kein Wunder, wenn man plötzlich 7 Stunden Zeitverschiebung verarbeiten muss! Die Umstellung hat uns ganz schön gefordert – sowohl körperlich als auch mental. Immerhin hatte Petrus ein wenig Mitleid mit uns: Zwar war es kühl und etwas nass, aber für Januar hätte es definitiv schlimmer kommen können. ⛅️

Am Ende war mein Geburtstag genau das, was ich gebraucht habe: ein Tag voller Liebe, Freude und dem Gefühl, endlich wieder angekommen zu sein – zumindest für eine Weile. 🥰

Ein Wiedersehen mit Freunden

Am Donnerstag führte uns unser Weg in Simons Elternhaus, unser ehemaliges Zuhause, bevor wir unsere große Reise angetreten hatten. Damals hatten wir unsere Wohnung aufgelöst und all unser verbleibendes Hab und Gut in Simons altem Kinderzimmer untergebracht. Nun, mit den beiden zusätzlichen Kartons aus Mexiko, platzte der Raum endgültig aus allen Nähten.

Doch während wir uns durch das Chaos kämpften, gab es auch etwas Schönes zu entdecken: Unsere vier Kornnattern, die nach wie vor in ihrem alten Terrarium untergebracht waren, schienen die Zeit hervorragend überstanden zu haben. Dank der fürsorglichen Pflege durch meinen Schwiegervater ging es den Tieren prächtig – ein kleiner Trost inmitten des Durcheinanders.

Unsere Schlangen sind schon 21 Jahre alt 👵

Zum Glück mussten wir uns nicht allzu lange Gedanken darüber machen, wo wir die kommenden sechs Wochen verbringen würden. In meinem Elternhaus gab es genug Platz für uns beide, sodass wir einen festen Rückzugsort hatten.

Der Abend hielt dann ein besonderes Highlight für uns bereit: ein Wiedersehen mit unseren engsten Freunden. Sie hatten Bratwurst und Brötchen organisiert, und wir verbrachten einen gemütlichen Abend zusammen. Es war einfach wunderschön, nach so langer Zeit die vertrauten Gesichter wiederzusehen. Noch schöner war die Erkenntnis, dass sich trotz unserer langen Abwesenheit nichts verändert hatte – weder die Freundschaft noch das Äußere unserer Freunde. Es fühlte sich an, als hätten wir uns erst gestern zuletzt gesehen. ♥️

Vorbereitung ist alles

Die Tage danach waren geprägt von Organisation und To-Do-Listen. Wir nutzten die Zeit um Termine wahrzunehmen, die schon lange überfällig waren – vom Friseurbesuch bis hin zu Routineuntersuchungen. Ein riesiges Dankeschön geht an meine Mama, die sich im Vorfeld so hervorragend um die Organisation gekümmert hatte! Dank ihrer Hilfe konnten wir direkt nach unserer Ankunft durchstarten und die wichtigsten Dinge erledigen. 👍🏻

Doch der wohl nervenaufreibendste Punkt auf unserer Liste war die Vorbereitung auf das Interview für unser US-Visum. Nach unserem missglückten Grenzübertritt im September wollten wir nichts dem Zufall überlassen und uns bestmöglich vorbereiten. Das bedeutete: Unterlagen sammeln, Szenarien durchspielen und sicherstellen, dass wir alle Eventualitäten abgedeckt hatten.

Neben den Pässen und der Terminbestätigung packten wir daher eine ganze Reihe zusätzlicher Dokumente ein: aktuelle Meldebescheinigungen, Führungszeugnisse, einen Nachweis über unsere finanziellen Mittel und eine detaillierte Beschreibung unserer geplanten Reiseroute. Damit wollten wir beweisen, dass wir keineswegs vorhatten, in die USA einzuwandern, sondern lediglich mit unserem Van durchs Land reisen wollten. 🌎🚐💨

Trotz all der Vorbereitung blieb die Nervosität. Seit der Antragstellung Mitte September war das Visumsthema wie ein Schatten, der uns nicht losließ. Immer wieder stellten wir uns die gleiche Frage: Würden wir die Erlaubnis bekommen, unsere Reise fortzusetzen? So hieß es weiterhin hoffen, bangen und warten – und uns mit der Ungewissheit arrangieren.

Wird‘s was mit dem Visum oder war’s das?!

Nervenkitzel in Frankfurt

Unser Termin im US-Konsulat in Frankfurt war für Donnerstagmorgen, den 23. Januar 2025, auf 07:30 Uhr angesetzt. 📆 Da das Wetter Ende Januar unberechenbar sein kann und wir mit gut zwei Stunden Fahrzeit von Malsch nach Frankfurt rechnen mussten hatten wir uns frühzeitig entschieden, die Nacht davor in einem Hotel in der Nähe der Botschaft zu verbringen. Mit den wichtigsten Unterlagen, ein paar Wechselklamotten und einem mulmigen Gefühl im Gepäck machten wir uns am Mittwochmittag mit dem Kleinwagen von Simons Papa auf den Weg. Danke noch einmal, Norbert, für den Autoverleih – du bist ein Schatz!

Die Straßen waren zum Glück frei, und so rollten wir ohne Zwischenfälle nach knapp zwei Stunden Fahrt in Frankfurt ein. Nach einer kleinen Parkplatz-Odyssee fanden wir unser Hotel, parkten das Auto auf dem hoteleigenen Parkplatz (gegen eine Extragebühr, versteht sich) und checkten über einen Automaten ein. Der Self-Check-In lief überraschend problemlos, und unser Zimmer war zwar klein, aber gemütlich – genau richtig für eine Nacht. ✅

Doch statt uns direkt zu entspannen, schnürten wir noch einmal die Schuhe und erkundeten die Gegend. Das US-Konsulat in der Gießener Straße war nur ein paar Hundert Meter entfernt, also stiefelten wir trotz grauem Himmel und frostiger Temperaturen hinüber. Wir wollten sicherstellen, dass wir am nächsten Morgen nicht planlos vor den falschen Türen standen. Mission erfolgreich: Wir hatten die richtige Pforte ausgemacht.

Foto aus Google Maps

Auf dem Rückweg machten wir einen kurzen Abstecher in den benachbarten Toom Baumarkt – keine Ahnung, warum Baumärkte so beruhigend auf uns wirken, aber das war ein willkommener Stimmungsaufheller. Anschließend deckten wir uns noch im gegenüberliegenden Aldi mit Snacks und Getränken ein, bevor wir uns bei McDonald’s gleich nebenan setzten und uns mit einem Happy Meal ein bisschen Seelenfutter gönnten. 🍔🍟🥤

Zurück im mollig warmen Hotelzimmer stellten wir den Fernseher an, doch an Abschalten war nicht zu denken. Die Anspannung war spürbar, und jede Minute kroch unendlich langsam dahin. Was, wenn wir das Visum nicht bekommen würden? Was, wenn dies wirklich das Ende unseres Panamericana-Traums bedeutete? Diese Gedanken kreisten so intensiv in unseren Köpfen, dass es uns unmöglich war, vor Mitternacht einzuschlafen. Stattdessen starrten wir in den Bildschirm und warteten darauf, dass die Nacht endlich vorüberging…

Der große Tag im Konsulat

Die Nacht vor unserem Termin im US-Konsulat war, gelinde gesagt, eine Katastrophe. Unruhig wälzten wir uns im Bett hin und her, und um 6 Uhr war die Nacht mit dem Klingeln des Handyweckers endgültig vorbei. Eine heiße Dusche half zumindest ein wenig gegen die Müdigkeit und Nervosität. Als wir die Vorhänge zur Seite zogen, blickten wir allerdings auf noch dunkle Straßen und Regen. Ein schlechtes Omen? Schon beim Gedanken daran, ohne Schirm durch den Nieselregen zur Botschaft zu laufen, wurden wir noch angespannter. ☔️

Elektronische Geräte und persönliche Gegenstände ließen wir im Hotelzimmer, da man ins Konsulat außer den notwendigen Dokumenten nichts mitnehmen darf. Zum Glück nieselte es nur leicht, und die Temperaturen waren etwas milder als am Vortag. Der kurze Fußweg war also machbar. Vor dem Konsulat angekommen, reihten wir uns in die Schlange der Wartenden ein, die sich unter einem großen, mit Heizstrahlern ausgestatteten Vordach drängten. Trotz der Wärme war die Stimmung angespannt – scheinbar gab es einen technischen Defekt an der Eingangstür, weshalb sich die Schlange kaum vorwärts bewegte.

Nach einer halben Stunde war es endlich so weit: Wir durften zu einem der beiden Außenfenster, wo wir unsere Pässe und die Terminbestätigung vorzeigen mussten. Im Gegenzug erhielten unsere Pässe einen Aufkleber mit Namen und Barcode sowie eine Wartenummer. Damit ging es in die nächste Schlange, bis wir endlich das Gebäude betreten durften.

Im Inneren passierten wir zunächst die Sicherheitsschleuse, was dank leerer Taschen schnell erledigt war. Dann ging es über den Innenhof in ein weiteres Gebäude, wo wir erneut unsere Pässe vorzeigen und ein Passfoto abgeben mussten. Doch hier gab es einen Haken: Mein mitgebrachtes Foto wurde abgelehnt, da es identisch mit dem Bild in meinem Reisepass war und damit älter als sechs Monate. Das hatte ich natürlich nicht gewusst! Zum Glück gab es im Raum zwei Fotofix-Automaten. 📸

Allerdings wollte der Automat meinen 10-Euro-Schein nicht akzeptieren, und aus offensichtlichen Gründen hatten wir weder EC- noch Kreditkarte dabei. Doch gerade als die Panik hochkam, bot uns ein netter Herr seine EC-Karte an und rettete uns aus der Bredouille. Nach einem schnellen Schnappschuss und dem Abgeben des neuen Passfotos konnten wir weiterziehen.

Am nächsten Schalter gaben wir unsere Fingerabdrücke digital ab, bevor es an den letzten und alles entscheidenden Schritt ging: das persönliche Interview. 📝

Ich hatte mir ein Einzelbüro mit dunklen Holzmöbeln und einem strengen Beamten in Anzug vorgestellt, aber die Realität sah anders aus. Entlang einer langen Wand befanden sich mehrere Fenster, hinter denen Beamte wie an einem Fließband die Antragsteller abfertigten. Ehe wir uns versahen, standen wir vor einer blonden Dame, die uns freundlich, aber recht leise durch die Scheibe ansprach.

Zunächst stellte sie die üblichen Fragen nach dem Reisegrund und der geplanten Aufenthaltsdauer. Doch dann stutzte sie: „Waren Sie schon einmal an einer US-Grenze?“ Die Nervosität stieg. Wir erklärten ihr kurz und knapp unseren Fehler mit dem ESTA-Antrag, überreichten die Border Refusal-Dokumente aus Mexiko sowie den Ausdruck der fehlerhaften Information aus der App des Auswärtigen Amtes. Sie tippte einige Minuten lang konzentriert auf ihrem Computer herum, bis sie schließlich mit den Worten „Approved. You will receive your passport within the next 7 days.“ aufblickte.

Das war’s! Es war geschafft. Die Erleichterung traf uns wie ein Schlag, aber wir waren zu perplex, um es direkt zu realisieren. Kein Drama, keine weiteren Fragen, einfach nur „Approved“. Wir bedankten uns artig, verließen das Gebäude und standen im Regen wie betäubt. 😵‍💫

Noch vor wenigen Momenten waren wir fast sicher gewesen, dass dies das Ende unserer Panamericana-Reise bedeuten würde. Der Grenzvorfall hatte uns tief verunsichert, und insbesondere ich hatte mich auf das Schlimmste eingestellt, um im Falle einer Absage nicht allzu enttäuscht zu sein. Doch nun war klar: Unsere Reise kann weitergehen! 🤩

Ob wir die Pässe samt Visa tatsächlich wie versprochen eine Woche später per Kurier zurückerhalten haben, und wie es danach weiterging, erfahrt ihr im nächsten Beitrag. Bis dahin bleibt gespannt und drückt uns die Daumen, dass wir auch die letzten Hürden ohne Probleme meistern werden! ✊🏻🍀