NEW BLOG POST (13.03.-04.04.2026) 🇺🇸 Nach 44 Monaten Vanlife stehen wir plötzlich ohne unser Zuhause da…

Unser letzter Tag auf der Panamericana

Nach 84.000 Kilometern auf der Panamericana, kreuz und quer durch Süd-, Zentral- und Nordamerika, standen wir plötzlich an dem Punkt, den wir uns so lange nicht vorstellen konnten:

Unser Ziel war erreicht.
Zumindest geografisch.

Doch emotional fühlte sich nichts nach Ende an.

Vielleicht, weil dieser Abschied nicht an einem einzigen Moment hing.

Vielleicht, weil wir ihn Stück für Stück erleben durften – oder mussten.


Ein Zuhause auf Zeit – Falls Church

Unsere letzten Tage vor der Rückverschiffung unseres Vans verbrachten wir in Falls Church, nahe Washington D.C. – und wir hätten uns wahrlich keinen besseren Ort wünschen können, um langsam runterzukommen.

Schon der Start in unseren ersten House-Sit war irgendwie besonders.

Mary Jo war bei unserer Ankunft gar nicht zuhause. Stattdessen schickte sie uns einfach per WhatsApp den Code für ihre Haustür. Wir standen also mit unseren Taschen vor einem fremden Haus, tippten die Zahlen ein – und waren plötzlich drin!

Ein Moment, der sich gleichzeitig ungewohnt und unglaublich vertrauensvoll anfühlte.

Drinnen wartete etwas, das sich für uns fast schon wie Luxus anfühlte: eine Waschmaschine, ein Geschirrspüler, ein richtiges Bad. Dinge, die für viele selbstverständlich sind – für uns aber nach drei Jahren Vanlife längst nicht mehr.

Während die erste Waschladung lief, räumten wir unseren Van aus. Stück für Stück. Alles, was uns die letzten Jahre begleitet hatte.

Spätestens da wurde der Abschied real…


Der letzte Morgen mit unserem Van

Am 24. März klingelte unser Wecker früh.
Zu früh für das, was dieser Tag bedeutete.

Unsere Fahrt nach Baltimore war geprägt von dichtem Verkehr und dieser merkwürdigen Mischung aus Anspannung und Leere. Wir funktionierten einfach. Fuhren. Dachten wenig nach.

Um 9:30 Uhr standen wir beim Spediteur.

Und dann ging alles plötzlich ganz schnell.

Die Papiere lagen bereit, wir unterschrieben, zahlten die Gebühr – und das war’s.

Doch der eigentliche Abschied kam erst danach:

Für die finale Fahrzeug-Abgabe mussten wir zu einem Escort-Service – ohne Begleitung kommt man nicht aufs Hafengelände. Und so saßen wir plötzlich in einem Warteraum eines simplen Container-Büros.

Die Zeit verging zäh.
Der Hafen machte zwei Stunden Mittagspause.
Mitarbeiter steckten irgendwo fest.

Wir tranken derweil Kaffee, liefen ein bisschen herum, versuchten uns abzulenken – aber in unseren Köpfen drehte sich alles nur um diesen einen Gedanken:

Was passiert gleich mit unserem Van? Und kommen wir vor der heutigen Schließung des Hafens überhaupt noch rein?!

Erst gegen 14 Uhr durften wir endlich einfahren.

Was dann passierte, war fast noch surrealer als das Warten.

Es gab keine Kontrolle.
Keine Fragen.
Keine Inspektion.

Wir gaben einfach den Schlüssel ab.

Das war’s! 😳

Kein einziger Blick ins Fahrzeug.
Kein Check der Gasflasche.
Keine Nachfrage zu dem, was wir noch drin hatten.

Und genau das fühlte sich total falsch an.

Wir hätten so gerne erklärt, was wo ist. Hätten gerne sichergestellt, dass alles korrekt vorbereitet ist. Stattdessen gingen wir einfach – mit einem Gefühl, das sich schwer beschreiben lässt.

Nicht erleichtert.
Nicht traurig.

Eher… unsicher.

Denn bei einer RoRo-Verschiffung gibt man nicht nur sein Fahrzeug ab. Man gibt auch ein Stück Kontrolle ab.

Bereits eine halbe Stunde später stand Simon wieder draußen bei mir, vor den Toren des riesigen Hafenareals.

Ohne Van.

Und plötzlich wurde uns bewusst, was das eigentlich bedeutet.

Unser Zuhause war weg. Einfach so.

Die Rückfahrt nach Falls Church war fast schon surreal. Zug, Metro, Bus – und wir mittendrin, mit unseren Rucksäcken, als wären wir wieder ganz am Anfang unserer Reise. Damals, im August 2022 in Montevideo…


Zwischen Hoffnung und Zweifel

Die nächsten Tage fühlten sich sehr seltsam an.

Wir hatten plötzlich Zeit.
Ruhe.
Ein richtiges Zuhause.

Und trotzdem war da diese unterschwellige Unruhe.

Wird unser Van wirklich verladen?
Ist alles in Ordnung?
Haben wir irgendetwas übersehen?

Dann – völlig unerwartet – eine Nachricht auf Instagram.

Ein Hafenmitarbeiter hatte unseren Van erkannt und schickte uns Fotos durch.

Da stand er am Kai, vor dem riesigen Schiff.

Ein Moment der Erleichterung.

Und gleichzeitig fiel uns etwas auf:
Es gab weder eine Versiegelung der Türen noch Schutzbezüge auf den vorderen Sitzen.

Also doch wieder dieses sorgenvolle Gefühl:

Hoffen. Vertrauen. Loslassen.


Heilen, runterkommen, ankommen

Unser zweiter House-Sit in Falls Church kam genau zur richtigen Zeit.

Ein ruhiges Haus, ein süßer Mini-Goldendoodle namens Carter und eine unglaublich verschmuste Katze, Hazel, die sich nachts einfach zu uns ins Bett legte.

Wir gingen spazieren, kochten, planten unsere nächsten Schritte – und merkten, wie gut uns diese Zeit tat.

Nach so vielen Jahren unterwegs war das das erste Mal seit langem, dass wir wirklich eine Weile innehielten.


Kirschblüte und Abschiedsstimmung

Mehrmals fuhren wir mit der Metro nach Washington D.C. rein.

Wir liefen die National Mall entlang, vorbei am Lincoln Memorial und dem Washington Monument.

Und hatten mal wieder unglaubliches Glück.

Die Kirschbäume rund um das Tidal Basin standen in voller Blüte.

Diese zarten, rosa Blüten – ein Geschenk Japans an die USA – wirkten fast symbolisch für diesen Moment.

Vergänglich.
Schön.
Und irgendwie genau richtig.


Die erlösende Nachricht

Dann, ein paar Tage später, kam endlich die heiß ersehnte E-Mail von SeaBridge:

Unser Schiff hatte abgelegt!

Ein Satz, der plötzlich alles leichter machte.

Endlich konnten wir durchatmen.
Endlich fühlte sich alles… richtig an.


Menschen, die bleiben

Ein ganz besonderes Highlight war unser Treffen mit Rüdiger und Christiane.

Nach so vielen Nachrichten, so viel virtuellem Austausch, saßen wir nun doch noch ganz spontan gemeinsam am Tisch.

Wir kochten, redeten, lachten – und vergaßen mal wieder komplett, ein Foto zu machen.

Und genau das sagt doch eigentlich alles. 💕


Unsere finale Etappe – ohne Van

Am nächsten Tag ging es dann für uns auch schon weiter:

Mit dem Amtrak Zug von Washington DC nach Philadelphia, danach mit dem Bus weiter nach New Jersey.

Sechs Stunden, unzählige Stopps – und ein neues Gefühl.

Wir waren wieder Reisende. Aber ganz anders als die Monate und Jahre zuvor.


Fazit: Ein Abschied in Etappen

Dieser Abschied war kein einzelner Moment.

Er war ein Prozess.

Ein langsames Loslassen.

Die letzten Fahrten.
Die House-Sits.
Die ruhigen Tage.
Der Moment im Hafen.

Und vielleicht war genau das das größte Geschenk. ✨

Denn nach 44 Monaten verabschiedet man sich nicht an einem einzigen Tag.

Man wächst langsam aus diesem Leben heraus.


Was bleibt

Unglaubliche Dankbarkeit.
Unzählige Erinnerungen.
Und dieses eine Gefühl:

Wir haben es wirklich gemacht.

Von Feuerland bis nach Nordamerika.
Einmal durch die Amerikas. 🌎🚐💨

Und auch wenn unser Van jetzt irgendwo auf dem Atlantik ist…

Ein Teil von uns wird wohl immer unterwegs bleiben.

NEW BLOG POST (11.-25.07.2025) 🇺🇸 Zwischen Hitze, Highland Games & Heimwerkerprojekten in Helena, Montana

Route & Ankunft

Von West Yellowstone aus fuhren wir rund 300 Kilometer weiter nach Helena, der Hauptstadt von Montana. Auf dem Weg verloren wir fast 1.000 Höhenmeter – und mit ihnen auch die angenehme Temperatur: Statt erfrischender 26 °C erwartete uns eine Hitzewelle mit 34 °C und einem trockenen Wind, der eher an einen Föhn erinnerte als an eine sanfte Sommerbrise. 🥵


Unser Stellplatz & erste Pläne

Trotz der Hitze fanden wir schnell einen idealen Stellplatz bei den Siebel Fields, einer großen Sportanlage am Stadtrand. Supermärkte, Tankstellen, Fast-Food-Läden, Cafés und – ganz wichtig – ein Home Depot Baumarkt waren fußläufig erreichbar. Genau richtig, denn ein paar wichtige To-dos standen an:

🛢️ Ölwechsel

✂️ Friseurbesuch

🧰 Und vor allem: die längst überfällige Reparatur unserer undichten Dachluken

Da wir spätestens ab dem Grenzübertritt nach Kanada mit mehr Regen rechnen, wollten wir das Dach unbedingt noch abdichten. Bei Home Depot deckten wir uns mit Spachteln, Pinseln und Teer-Entferner ein – aber die passende Dichtmasse war nicht auf Lager. Daher bestellten wir diese online bei Amazon und erfuhren: Lieferzeit sieben Tage. 😳 Somit blieb mehr als genug Zeit für Stadt, Land – und eine Portion Dudelsack.


Highland Games statt Rodeo

Als wir an einem der heißen Nachmittage in die Stadt fuhren ahnten wir nicht, dass uns hier wider erwarten keine Western-Romantik, sondern pure schottische Lebensfreude erwarten würde. Statt Cowboys begegneten wir Männern im Kilt, Dudelsackspielern und Heuballenwerfern. 🇬🇧

Helena ist nämlich stark von schottischen und irischen Einwanderern geprägt – viele kamen während des Goldrauschs Ende des 19. Jahrhunderts hierher. Bis heute wird dieses Erbe zelebriert: mit traditionellen Highland Games. Für uns ein absolut skurriles und zugleich charmantes Reisehighlight – sowie eine schöne Erinnerung daran, dass Reisen oft das Unerwartete bereithält.


Rückzug in den Wald

Da die Dichtmasse weiter auf sich warten ließ und es in der Stadt schlicht zu heiß wurde, flüchteten wir für einige Tage in den kühlen Helena National Forest.

Unser Stellplatz im Wald war ruhig, grün und schattig – aber nicht ganz ohne Gänsehaut: Direkt neben unserem Van stand ein durchlöcherter Baum, übersät mit Einschusslöchern. Am Boden: Patronenhülsen. Offenbar ein beliebter Schießplatz – Willkommen im Wilden Westen! 😬

Der arme Baum! 🤬

Und während ich noch scherzte, dass es hier wohl keine Bären gebe, klärte uns ein Einheimischer schnell auf: Doch, sehr wohl – Schwarzbären und Grizzlies. Seither gehen wir auch bei 30 °C nicht mehr ohne Bärenspray aus dem Van…


Downtown Helena – fast wie in Großbritannien

Als wir wieder in die Stadt zurückkehrten entdeckten wir Helenas charmante Altstadt – und waren überrascht, wie europäisch sie wirkte. Alte Backsteinbauten, viktorianische Fassaden, das ehrwürdige Carroll College und eine gotische Kathedrale mitten im Zentrum. Dazu eine entspannte Fußgängerzone, kleine Läden und Cafés. Hätten wir die US-Flaggen nicht gesehen – wir hätten schwören können, in England oder Schottland gelandet zu sein! 😅

Ein besonders magischer Moment: Als wir über den Campus schlenderten, entdeckten wir dort eine Rehmutter mit zwei Kitzen – mitten in der Stadt! So nah und vertraut – als würde die Natur hier ganz selbstverständlich dazugehören…


Endlich: Dichtmasse & Heimwerker-Action

Nach einer Woche kam endlich die heiß ersehnte Lieferung mit der Panda Coat Dichtmasse. Der erste Eindruck: vielversprechend! Kein Grundieren notwendig, haftet auch auf feuchten Stellen, UV-beständig, elastisch und sogar umweltfreundlich.

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Simon trug zwei Schichten auf unsere Dachluken auf – und da noch Material übrig war, bekam auch die Duschwanne ein zweites Upgrade. Nach Monaten voller kleiner und großer Lecks konnten wir endlich sagen: Jetzt ist (hoffentlich) alles wieder dicht! 😀


Ölwechsel – im zweiten Anlauf

Weil wir gehört hatten, dass Werkstattbesuche in Kanada teurer sind, wollten wir den Ölwechsel noch in den USA erledigen. Doch unser erster Versuch bei Point S scheiterte: Unser europäisches Fahrgestell konnte in deren System nicht erfasst werden. Nur zwei Blocks weiter hatten wir mehr Glück – ein kleiner Ölwechselbetrieb nahm uns sofort dran, trug alles manuell ein und legte los. Für 119 Euro bekamen wir neuen Lebenssaft für unseren Van. Dazu wechselte Simon anschließend noch Luft- und Dieselfilter – den passenden Öl-Filter hatten wir zuvor schon an die Jungs in der Werkstatt übergeben.


Frisch geschnitten – und ein bisschen Alltag

Auch ich gönnte mir eine kleine Frischzellenkur: Für 26 Dollar bekam ich spontan einen Termin beim Friseur und ging mit einem neuen Haarschnitt und noch besserer Laune wieder raus.

Die restliche Zeit verbrachten wir gerne in der klimatisierten Stadtbibliothek – mit WLAN, Steckdosen und sogar Leih-Laptops. Manchmal sind es genau diese kleinen Alltagsluxus-Momente, die das Reiseleben rund machen. ☺️


Fazit & Ausblick

Zwölf Tage Helena – das war mehr als nur eine Reparaturpause. Zwischen Dudelsäcken, Bärenwarnungen und Ölwechseln haben wir die Stadt, den Wald und ein bisschen auch das Leben dazwischen kennengelernt. Jetzt ist alles repariert, versiegelt und bereit für das nächste Kapitel: der Glacier National Park wartet! 🏞️

Wenn alles klappt, lesen wir uns nächste Woche wieder – dann hoffentlich schon aus Kanada! 🇨🇦

NEW BLOG POST (21.-25.06.2025) 🇺🇸 Rauchschwaden & Salzseen – unser Weg in den Norden 🚐💨

Der Abschied vom Bryce Canyon fiel uns schwer – nicht, weil wir schon bereit waren weiterzuziehen, sondern weil uns ein Waldbrand sprichwörtlich „vom Platz fegte“. Nach einem nächtlichen Temperatursturz wachten wir am nächsten Morgen in dichten Rauch gehüllt auf. Unser idyllischer, freier Stellplatz mitten im Wald hatte sich über Nacht in eine bedrückende Rauchglocke verwandelt. Der Waldbrand, der durch einen Blitzeinschlag im Dixie National Forest ausgelöst worden war, rückte immer näher – zu nah. Also hieß es: zusammenpacken und weiterziehen.

Unser Übernachtungsspot – in dichten Rauch gehüllt 😳
Auch auf der Fahrt wurde es kaum besser…
Mehr zum Brand & Bryce Canyon im Video 👆

Panguitch: Bibliothek, Baseballplatz & Begegnungen

Unser nächstes Ziel war das kleine Städtchen Panguitch, wo wir zunächst Zuflucht in der örtlichen Bibliothek fanden – samt WLAN und Strom. Perfekt, um unser neuestes YouTube-Video hochzuladen! Ein paar Straßen weiter parkten wir am örtlichen Baseballplatz, wo es saubere, öffentliche Toiletten und vor allem Ruhe gab. Genau das, was wir nach all dem Rauch suchten. Wobei… Auch hier schien es nicht weit entfernt ebenfalls zu brennen! 🔥

Der Brand scheint uns zu verfolgen…
Netter Stellplatz am Baseball Field ⚾️

Dort trafen wir zufällig auf Jochen und Jasmin, die mit ihrem liebevoll gepflegten VW T3 Synchro unterwegs sind. Zwei Gleichgesinnte auf großer Panamericana Tour – solche Begegnungen fühlen sich jedes Mal an wie ein kleines Stück Zuhause. Diesmal umso mehr, denn die beiden kommen aus Landau in der Pfalz und leben somit gar nicht weit entfernt von uns. 😀

Dank eines Tipps unserer treuen Follower Sabine & Stefan schauten wir noch im Café Wanderlust vorbei – eine echte Empfehlung! Mit Zimtschnecke, Energy Balls und richtig gutem Kaffee im Bauch setzten wir am nächsten Tag unsere Reise fort – rund 400 Kilometer nordwärts nach Salt Lake City.


Salt Lake City: Charmante Hauptstadt mit Herz

Salt Lake City – Hauptstadt Utahs, Zentrum der Mormonen und überraschend entspannt für eine Metropole. Obwohl es sich um die größte Stadt des Bundesstaates handelt, zählt sie gerade einmal etwa 200.000 Einwohner. Dennoch ist sie kulturelles, wirtschaftliches und religiöses Zentrum Utahs.

Wir trafen uns hier mit Katie, der Frau von Ben – dem Sohn von Reinhard, dem Cousin meines Vaters (ja, Familienverhältnisse on the road bleiben kompliziert 😅). Sie hatte netterweise ein Paket für uns entgegengenommen – und so gab’s ein kurzes Wiedersehen mit einem entfernten Teil meiner Familie.

Und was macht man in einer Stadt mit Läden?! Richtig, endlich mal wieder bei Walmart richtig einkaufen! 🤗 Nach vier Wochen wilder Natur waren unsere Vorräte nämlich mehr als ausgedünnt. Und weil der Tag lang und anstrengend war, ließen wir uns zum Abschluss beim In-N-Out Burger ein schnelles Menü schmecken. Für die Nacht steuerten wir den Parkplatz von Cracker Barrel an, wo Camper offiziell willkommen sind. Ruhig, unkompliziert – und mal was anderes als Wald oder Wüste. 🅿️

Großeinkauf nach Wochen ohne richtigen Supermarkt

Antelope Island: Salz, Bison & Millionen Fliegen

Der nächste Tag brachte einen unerwarteten, aber nicht ungelegnen Stimmungswechsel: nur noch 19 Grad Tageshöchsttemperatur, und das bei strahlend blauem Himmel – ein Temperatursturz von über 15 Grad! 😯 Unser Ziel: der Antelope Island State Park, etwa eine Stunde nordwestlich von Salt Lake City, mitten im Great Salt Lake.

Der Great Salt Lake ist der größte Salzsee Nordamerikas und weltweit der zweitgrößte seiner Art – nach dem Kaspischen Meer. Sein Salzgehalt beträgt bis zu 25 %, was ihn sogar salziger als das Tote Meer macht – untergehen kann man darin also wortwörtlich nicht.

Da es sich bei Antelope Island um einen State Park handelt, ist der Eintritt mit dem America the Beautiful Pass nicht abgedeckt – 15 $ pro Auto sind aber auch absolut zu verschmerzen. Über den langen Damm, der wie eine Brücke über den See führt, fuhren wir hinaus aufs Wasser – und staunten nicht schlecht: Spiegelglattes Wasser, ziehende Wolken, Berge im Hintergrund. Und mittendrin: eine freilaufende Bisonherde! Die Tiere wurden um 1893 auf der Insel angesiedelt, heute leben dort rund 500 Exemplare. Eines davon lief direkt vor unserem Van über die Straße – Gänsehautmoment! 🌟

Wandern wollten wir diesmal bewusst nicht. Stattdessen machten wir kleine Spaziergänge entlang des Ufers und der Viewpoints. Allerdings erwartete uns dort eine seltsame Überraschung: Millionen winziger Fliegen, die in dichten Schwärmen knapp über dem feuchten Boden schwirrten. Sie stechen nicht – aber sie machen einem das Innehalten am See nicht gerade leicht. Dafür war der Besuch der Garr Ranch, einer alten Farm aus dem Jahr 1848, ein echtes Highlight – alte Scheunen, originale Werkzeuge und eine Menge Geschichte unter freiem Himmel.

Wichtig zu wissen: Die Ranch schließt bereits um 16 Uhr, während der Park von 6 bis 20 Uhr (1.3.–31.10.) geöffnet hat.

Mehr zu Antelope Island im VLOG 👆

Logan, Bear Lake & weiter Richtung Wyoming

Die Nacht verbrachten wir auf dem Parkplatz eines Walmart in Logan – ohne Zwischenfälle, ohne Nachbarn, ohne Drama. Am nächsten Morgen gönnten wir uns im örtlichen Recreation Center für gerade einmal 4 $ pro Person eine heiße Dusche – inklusive Whirlpool und Sauna in der Umkleide. Ein absoluter Geheimtipp!

Frisch geduscht setzten wir unsere Fahrt gen Norden fort – aber nicht über die eintönige Interstate, sondern entlang des wunderschönen Highway 89. Der Abschnitt entlang des Logan River erinnerte uns stark an unsere Heimat – an Fahrten durchs Albtal bei Ettlingen. So grün, so vertraut. 🥰

Am Bear Lake, einem riesigen Süßwassersee an der Grenze zu Idaho, legten wir eine kleine Kaffeepause ein – auf dem Parkplatz einer Dorfkirche, da der Zugang zum Seeufer leider durch Privatgrundstücke versperrt war. 😬


Willkommen in Wyoming!

Nach insgesamt über 400 gefahrenen Kilometern verließen wir Utah, schnitten Idaho und erreichten schließlich den Bundesstaat, auf den wir uns besonders gefreut hatten: Wyoming. Und genau so hatten wir ihn uns vorgestellt: grüne Wiesen, sanfte Hügel, Heuballen, Kühe, Ruhe.

Unsere Route: Von Utah über Idaho nach Wyoming

Kurz vor Jackson fanden wir einen traumhaften Stellplatz direkt am Snake River – inklusive Picknickbank mit Blick aufs Wasser. Wir beobachteten Raftingboote, aßen zu Abend und genossen diesen ganz besonderen Moment: das Gefühl, zumindest für einen Moment lang angekommen zu sein. 💫


Ausblick: Grand Teton & Yellowstone warten

Der Bryce Canyon liegt hinter uns. Utah auch. Was jetzt kommt, lässt unsere Abenteuerherzen höherschlagen: Grand Teton National Park – und danach Yellowstone! 😃 Zwei ikonische Orte im amerikanischen Westen, zwei absolute Must-sees unserer Reise. Ihr wollt wissen, ob sie wirklich so spektakulär sind, wie man sagt? Dann schaut unbedingt in unser nächstes YouTube-Video, das wir wie immer mit viel Liebe und Fernweh für euch gedreht haben – und folgt uns gern auf Instagram, um kein Highlight zu verpassen:

🎥 https://www.youtube.com/@sijucampervan

📸 https://www.instagram.com/siju_campervan