NEW BLOG POST (01.-06.12.2025) 🇺🇸 Abschied von den USA – letzte Küstenstopps zwischen Surf City und San Diego

Unsere vorerst letzte Etappe in den USA führte uns noch einmal entlang der kalifornischen Küste – ohne großes Programm und ohne To-do-Liste. Nach neun Monaten in den USA und Kanada merkten wir deutlich: Wir waren angekommen im Abschiedsmodus. 👋


Huntington Beach – Surf City USA

Unser erster Stopp war Huntington Beach. Ein sehr schicker, gepflegter und gleichzeitig unglaublich entspannter Ort. Viel unternommen haben wir hier ehrlich gesagt nicht – wir kamen erst am Nachmittag an und ließen den Ort einfach auf uns wirken.

Wir spazierten am endlos wirkenden Strand entlang, schauten den Volleyballern beim Spielen zu und beobachteten die Angler auf dem Huntington Beach Pier – dem Wahrzeichen der Stadt. Genau hier lassen sich auch die Surfer am besten beobachten – kein Wunder, denn Huntington Beach gilt als Geburtsort des Neoprenanzugs. Wellenreiten ist hier Sport Nummer eins denn nicht umsonst trägt die Stadt stolz den Titel „Surf City USA“.

Entlang der Main Street, die direkt vom Pier ins Zentrum führt, reihen sich Läden, Cafés und Restaurants aneinander. Hier befindet sich auch der Surfing Walk of Fame, mit Gedenkplatten für legendäre Surfer. Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, findet in der Olive Avenue das International Surfing Museum.

👉 Gut zu wissen:

Huntington Beach hat weit mehr zu bieten als Strand und Surfen. Im Huntington Central Park kann man reiten oder wandern, entlang der Küste erstreckt sich das Bolsa Chica Ecological Reserve, ein geschütztes Feuchtgebiet mit Wanderwegen. Außerdem gibt es einen durchgehenden Radweg direkt am Meer.

Huntington zählt zu den inspirierendsten Orten im Großraum Los Angeles – ein Highlight jeder Kalifornienreise, nicht zuletzt wegen seiner gelungenen Mischung aus Geschichte, Kultur und entspanntem Küstenleben. 🌴🏄‍♂️


Laguna Beach – schick, ruhig, vorweihnachtlich

Weiter ging es nach Laguna Beach. Auch hier blieb es bei einem kurzen Stopp. Der Ort wirkte sehr nobel: viele schicke Autos, stilvolle Häuser und überall Palmen, die festlich weihnachtlich beleuchtet waren. Eine ganz eigene, ruhige Atmosphäre – perfekt für eine Übernachtung, aber ohne großes Sightseeing.


Für’s nächste Mal vorgemerkt: San Clemente & Encinitas

Eigentlich wollten wir auch San Clemente und Encinitas besuchen. Beide Orte sollen wunderschön sein und stehen definitiv auf unserer Empfehlungsliste.

Doch in Encinitas fand gerade eine Nikolausveranstaltung statt weshalb die Hölle los und alles komplett zugeparkt war. Wir entschieden uns schweren Herzens, weiterzufahren. Manchmal gewinnt einfach die Vernunft. 🚐💨


Frisch machen vor dem Grenzübertritt

Bevor es ernst wurde mit dem Grenzübertritt nach Mexiko, gönnten wir uns noch einen letzten Luxus: Duschen.

Das Alga Norte Aquatic Center ist ein wirklich großartiges, modernes Outdoor-Schwimmbad:

– sehr gepflegt

– viele Bahnen

– angenehm warmes Wasser

– saubere Duschen

– tolle Außenanlagen

🎟️ Eintritt: 5 USD pro Person

🕗 Öffnungszeiten: 8:00–16:00 Uhr

Perfekt, um sich vor Mexiko noch einmal richtig frisch zu machen.


Ein letzter Burger & ein perfekter Abschied

Natürlich durfte auch er nicht fehlen: unser letzter Burger in den USA – stilecht bei Wendy’s.

Und dann fanden wir ihn: unseren letzten Stellplatz auf US-amerikanischem Boden.

📍 Torrey Pines Gliderport

🧭 Koordinaten: 32.893901, -117.251334

Ein absolut grandioser Ort mit Blick aufs Meer und auf San Diego, Paraglider in der Luft und ein spektakulärer Sonnenuntergang, der uns noch einmal alles fühlen ließ: Dankbarkeit, Wehmut, Vorfreude.


Neun Monate Nordamerika – und jetzt zurück nach Mexiko 🌵

Nach neun Monaten in den USA und Kanada, nach rund 3.000 Kilometern in nur fünf Wochen entlang der US-Westküste (halb so viel wie in drei Monaten Kanada!) heißt es für uns jetzt:

Zurück nach Mexiko – auf die Baja California. 🥳

Wie der Grenzübertritt lief, was uns dort erwartete und warum wir uns riesig auf Mexiko gefreut haben – davon erzählen wir euch im nächsten Beitrag.

NEW BLOG POST (01.-09.11.2025) 🇺🇸 Von Kanada in die USA – Aufbruch ins große Abenteuer entlang der Pazifikküste 🚐💨

Der letzte große Abschnitt unserer Panamericana-Reise begann mit einem echten Herzklopf-Moment: dem Grenzübertritt von Kanada in die USA. Nach drei Monaten voller kanadischer Wildnis, Fjorde und stiller Wälder fühlte sich dieser Schritt an wie ein neues Kapitel – vertraut und doch aufregend fremd. 🇨🇦↔️🇺🇸


Grenzübertritt per Fähre – mit Walen als Wegbegleiter

Unsere Route führte uns mit der Black Ball Ferry von Victoria auf Vancouver Island nach Port Angeles in Washington State. Der Onlinekauf der Tickets scheiterte – vermutlich an der deutschen Kreditkarte (siehe vorheriger Blog Beitrag). Doch am Terminal in Victoria war der Ticketkauf drei Stunden vor Abfahrt völlig problemlos möglich.

Standort Terminal 📍48.421942, -123.373353

Kosten: 106 US$ für unseren 6 Meter langen Van inklusive Fahrer und Beifahrer.

Dauer der Überfahrt: ca. 90 Minuten.

Zu unserer großen Erleichterung waren die US-Grenzbeamten im Fährhafen ausgesprochen freundlich und entspannt. Vielleicht, weil sie nur zweimal täglich Passagiere abfertigen müssen?!

Nach dem obligatorischen, kurzen Check außen am Fahrzeug begaben wir uns zu Fuß zum Customs-Schalter. Als wir gebeten wurden, draußen Platz zu nehmen, klopfte uns kurz das Herz bis zum Hals – am Ende war es jedoch nur die Ausstellung des I-94-Formulars, die etwas länger dauerte. 😮‍💨

Die Beamten übernahmen das ausfüllen des Formulars für uns, lediglich die Gebühr war überraschend gestiegen: von 6 US$ auf 30 US$ pro Person. Dafür wurden uns – ohne Nachfrage – mit unserem B2 Visum direkt weitere 6 Monate in den USA gewährt. Ein echter Glücksfall, der uns hoffentlich auch die anstehende Wiedereinreise von Mexiko aus erleichtern dürfte.

Goodbye Kanada…🇨🇦👋
USA – wir kommen! 🥳

Und während der anschließenden Überfahrt konnten wir zwischen den Wellen sogar eindeutig die Blows von drei Buckelwalen erkennen.Was für ein magischer Moment! Zumal obendrein auch die Sonne nach einigen grauen Regentagen, just als wir an Bord der Fähre gingen, wieder durchbrach. ☀️


Willkommen in den USA – erste Nächte auf der Olympic Peninsula

Kaum in Port Angeles angekommen, war es durch die Zeitverschiebung (eine Stunde zurück) bereits dunkel. Beim Elwha River Casino fanden wir jedoch unweit des Fähranlegers einen sicheren, kostenlosen Stellplatz. Nach einer kurzen Registrierung bei den Sicherheitsleuten darf man hier bis zu drei Nächte stehen – vermutlich in der Hoffnung, dass man ein paar Münzen in die blinkenden Slotmaschinen wirft. 😉

Am nächsten Morgen begann unsere Erkundungstour der Olympic Peninsula im Bundesstaat Washington. Hier, am nordwestlichsten Punkt der USA – Cape Flattery – trifft die raue Kraft des Pazifiks auf die ungezähmte Natur des Nordwestens. 🌊

Am Rialto Beach donnern wilde Wellen gegen den Treibholzstrand, während der Ho Rain Forest mit moosbewachsenen Baumriesen und mystischem Licht wie aus einer anderen Welt wirkt. 🌳✨

Rialto Beach
Ho Rain Forest

Leider war das Visitor Center im Ho Rain Forest, genauso wie das Einfahrtshäuschen in den Olympic Nationalpark, aufgrund des Government Shutdowns geschlossen – ein greifbares Beispiel dafür, wie politische Blockaden selbst Touristen erreichen. Ranger arbeiten dann unbezahlt oder gar nicht, und viele Besucherzentren oder Serviceeinrichtungen bleiben geschlossen.

Nicht besetzte Einfahrt in den Nationalpark

Der Quinault Rain Forest zählt, zusammen mit dem Ho Rain Forest, zu einem der letzten gemäßigten Regenwälder der Erde – und zu den niederschlagsreichsten Regionen der USA. Nur Hawaii verzeichnet noch mehr Regen.

Und während der Weiterfahrt erspähten wir in den weiten Wetlands eine große Herde Mule Deer und gleich mehrere Weißkopfseeadler, die in der Gruppe jagten – ein seltenes Schauspiel!


Entlang der wilden Pazifikküste Oregons

Über die beeindruckende Astoria-Megler-Bridge (7 km lang!) überquerten wir den Columbia River und erreichten den Bundesstaat Oregon. Hier besuchten wir als erstes den Fort Stevens State Park, wo das Schiffswrack der Peter Iredale bei Ebbe sichtbar wird – das Schiff wurde am 25. Oktober 1906 an Land getrieben und liegt seitdem im Sand.

Auf dem Highway 101 ging’s immer weiter entlang der Pazifikküste. In Cannon Beach spazierten wir kurz darauf über den Strand und bewunderten den Haystack Rock. Auf diesem markanten Felsen nisten von April bis Juli die farbenfrohen Tufted Puffins (Papageitaucher). Den Rest des Jahres halten sie sich leider durchweg auf hoher See auf. Wenn ihr also Vogelbeobachtung mögt: April–Juli ist eure Zeit.

Papageien Taucher sahen wir leider nicht…

Ein Stück weiter südlich führte uns ein kurzer Holzbohlenweg zum Big Cedar Tree, einer bis zu 1.200 Jahre alten Western Red Cedar. Mit fast 15 Metern Umfang und 47 Metern Höhe zählt sie zu den größten ihrer Art in Nordamerika – ein wahrer Methusalem, der selbst Tsunamis und Jahrhunderte überstanden hat.


Käse, Leuchttürme und tosende Wellen

In Tillamook dreht sich alles um Käse: In der bekannten Tillamook Cheese Factory kann man kostenlos probieren und einen Blick in die Produktion werfen. 🧀

Wir entschieden uns für den gemütlicheren Stopp beim Blue Heron, wo es nicht nur feinen Briekäse, sondern auch Alpakas im kleinen Streichelzoo gab.

In Newport besuchten wir die Yaquina Head Outstanding Natural Area — eine Landzunge, die fast 1,6 km in den Ozean ragt. Gezeitenbecken sind hier spektakulär, das Interpretive Center ist sehr liebevoll gemacht, und das Yaquina Head Lighthouse (der große Leuchtturm Oregons) bietet tolle Aussichten.

Achtung: die Natural Area verlangt 7 US$ Eintritt pro Erwachsenen; mit dem America the Beautiful-Pass ist’s kostenfrei.

Hier erlebten wir auch live die King Tides mit. Dabei handelt es sich um extrem hohe Gezeiten die immer dann entstehen, wenn Sonne, Mond und Erde besonders günstig zueinander stehen. Das Ergebnis ist eine außergewöhnlich hohe Brandung, stärkerer Wellengang in Küstenzonen und spektakuläre Brandungsbilder. Für Fotografen und Küsteninteressierte ein echtes Highlight. 🌟


Highway 101 – die Traumstraße des Nordens

Die Weitfahrt entlang des Highway 101 war ein einziges Staunen:

Die Cape Perpetua Scenic Area bietet spektakuläre Ausblicke, moosverhangene Wälder und tosende Meeresgeysire.

Vom Cape Perpetua Overlook (244 m) hat man den höchsten und schönsten Küstenblick.

Am Cook’s Chasm spuckt das Meer selbstbewusst durch Felslöcher – perfekt für einen Stopp und eine Übernachtung am Straßenrand, denn Verbotsschilder sucht man hier vergebens.

Und die Oregon Dunes überraschten uns völlig mit über 80 km langen Sandbergen, die bis zu 150 Meter hoch sind – die größten Dünen der USA! Wanderer, Offroadfans und Vogelbeobachter kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten.

In der Salmon Harbour Marina fanden wir super Duschen (1 US$/Minute) und einen schönen RV-Park direkt am Wasser. Standort ➡️ 43.681719, -124.180782 📍

Robben und Fischerboote bildeten eine perfekte Abendstimmung. Dazu eine kostenlose Day-Use-Area mit Grills und Picknickplätzen – was will man mehr! 😀


Samuel H. Boardman State Scenic Corridor — Küstenpostkarten ohne Ende

Der Samuel H. Boardman State Scenic Corridor ist ein 19 Kilometer langes Küstenparadies: Fichten, Felsbögen, Gezeitentümpel – und jede Menge Instagram-würdige Stops. 📸 Entlang des Highways gibt es außerdem über ein Dutzend Parkplätze und Picknickspots — teilweise mit Parkzeiten von bis zu 12 Stunden, sodass man dort durchaus über Nacht mit Meerblick „aufwachen“ kann.

Der Natural Bridge Viewpoint (Mile 346, Hwy 101) ist einer unserer Favoriten: Felsbögen, Meeresrauschen und dramatische Fotomotive.


Fazit dieser Etappe

Zwischen Grenznervosität, Walbeobachtungen, alten Riesen, King Tides und Käsekostproben haben wir in diesen Tagen alles erlebt: die politische Realität (Shutdown), die überwältigende Natur des Nordwestens und die Gastfreundschaft an den Küsten. Wir sind ehrfürchtig, ein bisschen geschafft — und unfassbar dankbar, dass wir das alles so sehen durften. ♥️

NEW BLOG POST (04.-12.06.2025) 🇺🇸 Von Moab bis Escalante: Wandern, Gewitter und ein ungebetener Gast im Van

Unsere Route:


Moab – Morning Glory Bridge – Castle Valley – Fisher Towers – Capitol Reef NP – Fruita – Escalante – Zebra & Tunnel Slot Canyon


Abschied von Moab & Wanderung zur Morning Glory Bridge

Nach fast einer Woche in der spektakulären Gegend rund um Moab hieß es Abschied nehmen vom Arches und Canyonlands Nationalpark. Doch der Scenic Byway 128, der sich entlang des mächtigen Colorado Rivers durch das enge Tal des Castle Valley schlängelt, bot uns direkt ein neues Highlight: Schon rund 3 km außerhalb von Moab machten wir Halt für eine erneute Wanderung – zur Morning Glory Natural Bridge.

Immer wieder mussten wir den Bach überqueren

👉 Wanderung zur Morning Glory Bridge

Länge: ca. 5,5 km hin und zurück

Dauer: ca. 1,5–2 Stunden

Schwierigkeit: Leicht

Startpunkt: Grandstaff Trailhead

Der Trail führte uns entlang eines kleinen Baches, den wir mehrmals zu Fuß überqueren mussten – was den Weg zu einem kleinen Abenteuer machte. Die Morning Glory Bridge zählt mit einer Spannweite von rund 75 m übrigens zu den längsten natürlichen Steinbrücken der Welt! Doch kaum erreichten wir den Viewpoint, verdunkelte sich der Himmel über uns bedrohlich . Erste Donnerschläge in der Ferne, dann die ersten Tropfen – schnell zurück zum Auto! Unter einem Felsvorsprung suchten wir kurz Unterschlupf, doch der Regen holte uns trotzdem ein. Glücklicherweise blieb es bei einem kurzen Guss – kurz darauf schien schon wieder die Sonne. Und unser idyllischer Stellplatz direkt am Colorado River rundete diesen aufregenden Tag perfekt ab.

Wir suchen unter einem Felsvorsprung Schutz ⛈️

Fisher Towers – Monument Valley Vibes ohne Menschenmassen

Am nächsten Morgen schnürten wir erneut die Wanderschuhe – diesmal ging es für uns zu den beeindruckenden Fisher Towers außerhalb von Moab. Diese riesigen Sandsteinformationen erinnern stark ans Monument Valley, sind aber deutlich weniger besucht.

👉 Wanderung zu den Fisher Towers

Länge: ca. 7 km hin und zurück

Dauer: ca. 2–3 Stunden

Schwierigkeit: Mittel

Startpunkt: Fisher Towers Trailhead

Die tiefrote Felslandschaft war einfach spektakulär. In der Ferne schimmerte das grüne Band des Colorado Rivers, und wir genossen die Ruhe und Weite. Kaum ein Mensch war unterwegs, dafür gab’s umso mehr Natur pur.

Das grüne Band des Colorado River

Maus im Van & Fahrt in den Capitol Reef Nationalpark

Am späten Nachmittag machten wir uns auf den Weg Richtung Capitol Reef Nationalpark. Die Landschaft wurde zunehmend mondähnlich: weit, trocken, karg. Unser Schlafplatz an einem braunen, sedimentreichen Bach war heiß und wenig einladend – vor allem, als wir feststellen mussten: Wir haben eine Maus im Van! 😳

Tortillapackung angeknabbert, Spaghetti angebissen – alles deutete auf einen pelzigen Untermieter hin. Also hieß es: Schränke ausräumen, Vorräte sichern, Mausefalle basteln. 🪤🐭


Capitol Reef Nationalpark – Steinbrücken, Canyons & Mormonenkuchen

Am nächsten Morgen ging’s in den Capitol Reef Nationalpark. Erste Etappe: die Hickman Bridge.

👉 Hickman Bridge Trail

Länge: ca. 2,9 km hin und zurück

Dauer: ca. 1–1,5 Stunden

Schwierigkeit: Leicht

Anschließend wagten wir trotz Hitze direkt den nächsten Trail:

👉 Cohab Canyon Trail

Länge: ca. 5,1 km (one way)

Dauer: ca. 2–3 Stunden

Schwierigkeit: Mittel

Tipp: Früh am Morgen starten da kein Schatten!

Die Ausblicke auf bunt marmorierte Felsen und die „Schweizer-Käse-Felswände“ waren spektakulär. Doch gegen Mittag war die Hitze zu viel für uns – und wir suchten Abkühlung im schattigen Picknickbereich am Fremont River und gönnten uns dort eine lokale Spezialität: frisch gebackene Mixed Berry Pie, hergestellt aus Früchten der historischen Mormonen-Obstgärten in Fruita.

Zum Abschied erfrischten wir uns im kühlen Fremont River – gar nicht so einfach bei der starken Strömung – bevor wir weiter in höhere, deutlich kühlere Lagen fuhren. 🚐💨


Abkühlung im Dixie National Forest

Im rund 1.000 m höher gelegenen Dixie National Forest fanden wir nicht nur grüne Nadel- und Birkenwälder, sondern auch eine dringend benötigte Abkühlung: Die Temperatur fiel um sagenhafte 20 °C. Für uns der perfekte Ort zum Ausruhen – zwei Tage Pause, zwei Nächte Erholung pur. 😮‍💨


Escalante – Off the Beaten Path

Gut erholt fuhren wir weiter auf dem Scenic Byway 12, einer der schönsten Straßen des gesamten Südwestens. Unser Ziel: das riesige Grand Staircase-Escalante National Monument, das sich auf über 7.500 km² Fläche erstreckt! 😮

👉 Upper Calf Creek Falls Trail

Länge: ca. 3,5 km hin und zurück

Dauer: ca. 1,5 Stunden

Schwierigkeit: Mittel bis schwer (steil!)

Trotz fehlender Beschilderung fanden wir den Startpunkt – mit etwas Umweg – und wurden mit natürlichen Felsbecken belohnt, die uns bei der Hitze wohltuend die Füße kühlten.

Im modernen Visitor Center von Escalante füllten wir nicht nur unsere Trinkwasservorräte auf, sondern ließen uns auch vom Ranger zur aktuellen Lage im Zebra Slot Canyon beraten. Er gab uns grünes Licht für den nächsten Tag – kein Regen in Sicht! Somit blieb uns noch Zeit, Vorräte im örtlichen (etwas teuren) Grocery Store aufzufüllen.

Modernes Visitor Center in Escalante

Abenteuer Slot Canyon – mit nassen Füßen

Am nächsten Morgen ruckelten wir über die staubige Hole in the Rock Road von Escalante aus zum Startpunkt des Zebra Slot Canyon. Auch hier: Keine Ausschilderung, kein Handyempfang – wer diesen Weg geht, sollte offline Karten oder GPS nutzen!

👉 Zebra & Tunnel Slot Canyon Hike

Länge: ca. 11 km Rundweg (Zebra + Tunnel Canyon)

Dauer: ca. 3–4 Stunden

Schwierigkeit: Mittel bis schwer

Tipp: Wasserschuhe mitnehmen!

Die Ernüchterung kam schnell: Der Zebra Slot Canyon stand komplett unter Wasser. Um ihn ganz zu durchqueren, hätten wir schwimmen müssen – was uns dann doch zu riskant und vor allem zu kalt war. 🥶 Stattdessen entschieden wir uns für den zusätzlichen Umweg zum Tunnel Slot Canyon. Auch dort wateten wir durch eiskaltes Wasser, konnten den Canyon aber gut meistern und über einen trockenen Wash zum Van zurückkehren.

Der Eingang zum Zebra Slot – komplett unter Wasser
Wir waten durch den Tunnel Slot Canyon
Leopard Eidechse

Und genau das ist das Besondere an solch abgelegenen Orten: Man weiß nie, was einen erwartet! Mal sind es Gewitter, mal Wasser im Canyon oder eine Maus im Van – aber genau das ist das wahre Vanlife-Abenteuer! 😅


Unser Abenteuer auf YouTube

All diese Eindrücke – inklusive Maus im Van, nasser Wanderschuhe und versteckter Natur-Highlights – findet ihr auch in unserem YouTube-Video: 👇


Ausblick: Bryce Canyon & Yellowstone warten!

Schon nächste Woche steht eines der ganz großen Highlights im Südwesten der USA auf dem Programm: Der Bryce Canyon Nationalpark! Und danach geht’s für uns zügig über Salt Lake City Richtung Yellowstone Nationalpark – bleibt also dran und schaut nächsten Sonntag unbedingt wieder hier vorbei!

Bryce Canyon

P.S. Folgt uns auch gerne auf Instagram für stets neue Eindrücke aus unserem Reisealltag! 👉 SiJu_Campervan auf Instagram

NEW BLOG POST 🇺🇸 (26.03. – 01.04.2025) Unser Roadtrip durch Arizona: Phoenix, Sedona & Sunset Crater

Neuer Look für den Van & tierische Begegnungen im Saguaro Nationalpark

Nach acht wunderbaren Tagen hieß es Abschied nehmen von unseren Freunden Yvonne und Brett. Wir hatten eine großartige Zeit mit ihnen – mit vielen spannenden Gesprächen und köstlichem Essen. Wer weiß, wo wir uns das nächste Mal wiedersehen werden? Erst Bolivien, dann Peru, jetzt die USA… vielleicht ja irgendwann in Afrika?

Mit brandneuen Reifen, frischen Stoßdämpfern und einer endlich wieder heilen Duschwanne machten wir uns gegen Mittag auf den Weg zum westlichen Teil des Saguaro Nationalparks. 🌵 Wir entschieden uns für die malerische Route über den Gates Pass und wurden schon unterwegs von unzähligen riesigen Saguaros begrüßt. Diese beeindruckenden Säulenkakteen können bis zu 15 Meter hoch und über 200 Jahre alt werden. Ihre charakteristischen Arme bilden sie allerdings erst ab einem Alter von rund 50 bis 75 Jahren – eine echte Geduldsprobe der Natur!

Kurz vor dem Parkeingang – der für uns dank unseres America the Beautiful-Nationalparkpasses völlig kostenlos war – lief uns unser erster Kojote über den Weg. Wir parkten unseren Van am Visitor Center, das uns allerdings wenig nützliche Informationen über die Flora und Fauna des Parks bot. Dafür war der Souvenirshop umso größer – aber da wir weder Kaktus-Salz noch Saguaro-Magnete brauchten, machten wir uns schnell wieder auf den Weg.

Wir fuhren den Bajada Loop Drive entlang, eine knapp 10 Kilometer lange, unbefestigte Panoramastraße, die durch die spektakuläre Kakteenlandschaft führt. Witzigerweise gab es hier weit und breit keine Ticketkontrolle – offenbar vertraut man hier darauf, dass sich jeder selbstständig ein Ticket besorgt.

Da die Wüstensonne an diesem Mittwochnachmittag Ende März unerbittlich vom Himmel brannte, entschieden wir uns für eine kleine Siesta auf einem schattigen Picknickplatz mit traumhafter Aussicht auf die roten, von Kakteen gesäumten Hügel. Hier, am hinteren Ende des Parks, waren wir fast ganz alleine – nur ein paar Eidechsen leisteten uns Gesellschaft.

Petroglyphen & tierische Begegnungen

Am späteren Nachmittag – bei immer noch 31 Grad – machten wir uns auf eine kleine Wanderung entlang des Wren Trails zum Signal Hill. Dort konnten wir jahrhundertealte Petroglyphen bestaunen, die von den Hohokam-Indianern in den Fels geritzt wurden. Die abstrakten Muster und Tierdarstellungen sind rund 800 Jahre alt und gehören zu den bedeutendsten archäologischen Hinterlassenschaften dieser Region.

Neben den historischen Felszeichnungen entdeckten wir noch einen Roadrunner (ja, die gibt es wirklich!), zwei kleinere Echsen, eine dünne weiße Schlange und ein winziges Streifenhörnchen, das blitzschnell zwischen den Kakteen umherhuschte.

So sieht der Roadrunner aus
Streifenhörnchen

Da das Übernachten im Nationalpark selbst nicht erlaubt ist und die umliegenden Campingplätze alle kostenpflichtig waren, fuhren wir für die Nacht zurück nach Tucson. Unser Schlafplatz: Ein ruhiger Baumarktparkplatz in Autobahnnähe – nicht gerade idyllisch, aber zweckmäßig.

Allerdings sorgte die nächste Kurve für eine unliebsame Überraschung: Unsere Porta Potti flog einmal quer durch den Van! Zum Glück war sie leer, aber unser cleverer Plan, die Campingtoilette ohne ihre bisherige Holzverschalung zu nutzen, erwies sich als kompletter Reinfall. Blöd nur, dass wir die alte Holzkiste bereits bei Brett und Yvonne in handliche Feuerholzstücke zersägt hatten… 🙈

Von Aldi-Glück & Goodwill-Schnäppchen – Unser Weg nach Sedona

Bevor wir uns am nächsten Morgen auf den Weg machten, gab es noch ein kleines, aber wichtiges Problem zu lösen: unser Porta Potti. Nach seinem unfreiwilligen Flug durch den Van am Vortag musste eine sichere Lösung her. Die simpelste Idee? Zwei Expander und ein paar Karabinerhaken – und schon war die Toilette bombenfest in der Dusche verzurrt. Improvisation auf höchstem Niveau! 🤣

Unsere Toilette ist ab sofort angeschnallt 😉

Nun konnte es aber wirklich losgehen – und zwar nach Phoenix, der größten Stadt Arizonas mit rund 1,6 Millionen Einwohnern. Allerdings interessierte uns die Metropole selbst eher weniger. Nach neun Monaten in Mexiko hatten wir erst einmal genug von Städten. Unser eigentliches Ziel? ALDI! Ja, genau – DER deutsche Aldi in den USA!😀 🛒

Aldi-Feeling in Amerika

Wir hatten zwar keine allzu großen Hoffnungen auf deutsche Preise, waren aber gespannt, ob sich das Einkaufserlebnis mit dem aus der Heimat vergleichen ließ. Und was soll ich sagen? Es war ein voller Erfolg! Die Filiale war erstaunlich vertraut aufgebaut, und wir entdeckten tatsächlich einige bekannte Eigenmarken – unter anderem bei Schokolade.

Die Preise? Im Vergleich zum bislang günstigsten US-Lebensmittelhändler Walmart waren viele Produkte tatsächlich billiger! Dementsprechend gut gefüllt war unser Einkaufswagen am Ende auch. Leider gibt es in den USA nur in wenigen Bundesstaaten Aldi-Filialen, vor allem in Kalifornien, Florida und Teilen der Ostküste. Es könnte also eine ganze Weile dauern, bis wir wieder auf einen treffen… 😕

Second-Hand-Schätze bei Goodwill

Direkt neben dem Aldi fanden wir einen Goodwill-Store – eine der größten Second-Hand-Ketten in den USA. Das Konzept ist simpel: Spendenbasierte Waren, meist Kleidung, Möbel und Haushaltsgegenstände, werden hier zu günstigen Preisen verkauft. Der Erlös fließt in gemeinnützige Programme zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen oder sozialen Schwierigkeiten.

Das Beste: Jeden Donnerstag gibt es farblich markierte Artikel für nur 1-2 Dollar – pro Stück! Simon ergatterte eine brandneue Basecap, ich gönnte mir vier Kurzarmshirts – und zahlte für alles zusammen gerade einmal 9 Dollar. 🤗

Auf in die Berge!

Gut gelaunt verließen wir Phoenix über die wuselige Autobahn und fuhren in die Berge. Die Landschaft wurde mit jedem Kilometer spektakulärer: Kaktusgesäumte Hügel, immergrüne Pinienwälder und ein stetiger Anstieg bis auf 1.200 Meter Höhe.

Los Angeles wäre auch nicht weit weg gewesen

Nach etwa 350 Kilometern erreichten wir unser Tagesziel in der Nähe von Sedona. Im National Forest fanden wir einen ruhigen Stellplatz mit herrlichem Blick auf die bewaldeten Berge – und trotz zahlreicher anderer Camper genügend Platz für uns. ☺️

Sedona’s Rote Felsen & Wanderer im Stau – Unser Aufstieg zum Cathedral Rock

Der Tag startete mit einer kleinen Premiere: Ich testete zum ersten Mal unsere frisch reparierte Dusche – mit Erfolg! 😃🚿 Selbst die Warmwasseranschlüsse, die seit fast zwei Jahren ungenutzt waren, hielten dicht. Keine Lecks, keine Tropfen – so kann’s weitergehen!

Frisch geduscht und bereit für neue Abenteuer machten wir uns auf den Weg zu den spektakulären Red Rocks von Sedona. Die leuchtend roten Felsformationen zählen zu den berühmtesten Landschaften Arizonas – und das zeigte sich auch an diesem Samstagmorgen deutlich.

Parkplatzsuche in Sedona – Ein Geduldsspiel

Bereits um 10 Uhr morgens waren die Wanderparkplätze randvoll. 😳 Selbst der große Parkplatz mit kostenlosen Shuttle-Bussen zu den umliegenden Trails war belegt. Aber wir ließen uns nicht entmutigen, drehten noch eine Extrarunde – und hatten Glück! Nach etwas Warten wurde ein Platz in einer der kleineren Parkbuchten frei.

Schnell schnürten wir die Wanderschuhe, packten unser Filmequipment in den Rucksack und machten uns zu Fuß auf den Weg zum Cathedral Rock Trail – eine der berühmtesten Wanderungen der Region.

Seht ihr das Wildschwein? 🐗 🔍

Der Aufstieg zum Cathedral Rock – Kurzer Trail, große Wirkung

Mit nur knapp über einem Kilometer Länge klingt der Cathedral Rock Trail erstmal harmlos. Doch der Schein trügt! Der Weg führt teils steil bergauf, über glatte Felsen hinweg, die einem ohne ordentliches Profil unter den Schuhen schnell zum Verhängnis werden könnten. Zum Glück hatten wir Turnschuhe gegen Wanderschuhe eingetauscht!

Während des Aufstiegs boten sich immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die umliegenden roten Berge – genau so, wie man sich die Landschaft des Wilden Westens vorstellt! Allerdings gab es an den engsten Stellen regelmäßig Staus, weil sich die Wanderer gegenseitig Platz machen mussten. Aber hey, so blieb mehr Zeit, die atemberaubende Szenerie auf sich wirken zu lassen. 😅

Blechlawine durch Sedona

Auch nach der Wanderung war Geduld gefragt: Die Weiterfahrt durch Sedona glich einem Stop-and-Go durch eine riesige Blechlawine. Die Stadt ist nicht nur für ihre Felsen, sondern auch für ihre unzähligen Kreisverkehre bekannt – und an einem gut besuchten Wochenende wie diesem quälte sich der Verkehr nur langsam durch das Zentrum.

Doch trotz des dichten Verkehrs war eines klar: Sedona ist ein absolut magischer Ort! Und das war erst der Anfang unseres Abenteuers hier… 🚐🏜️

Flagstaff & die Schattenseiten des American Dream

Unser Sonntag begann mit der Weiterfahrt nach Flagstaff, einer kleinen Stadt, die direkt an der legendären Route 66 liegt. Einst ein wichtiger Zwischenstopp für Reisende und Abenteurer, hat die Stadt an Bedeutung verloren, seit die Interstate-Autobahnen den alten Highway weitgehend ersetzt haben. Heute geht es hier deutlich ruhiger zu – doch gerade das macht den Charme von Flagstaff aus.

Flagstaff – Zwischen Geschichte & Natur

Flagstaff liegt auf 2.100 Metern Höhe und ist damit eine der höchstgelegenen Städte Arizonas. Umgeben von dichten Kiefernwäldern und schneebedeckten Gipfeln, bietet die Region zahlreiche Outdoor-Möglichkeiten – von Skifahren im Winter bis hin zu spektakulären Wanderungen im Sommer. Außerdem ist Flagstaff ein beliebter Ausgangspunkt für den Grand Canyon, der nur etwa 120 Kilometer entfernt liegt.

WLAN im Van – Unser Büro in der Bibliothek

Bevor wir in die Stadt fuhren, konnten wir an einer Tankstelle kostenlos unser Frischwasser auffüllen. Danach parkten wir unseren Van direkt vor der öffentlichen Bibliothek, denn wir hatten von anderen Reisenden gehört, dass man dort oft schnelles und kostenloses WLAN findet. Und tatsächlich: Das Signal reichte bis in unser Wohnmobil hinein, sodass wir bequem von „zuhause“ aus arbeiten und unser neuestes YouTube-Video hochladen konnten. 👌🏻

Beim Blick in die Bibliothek fiel uns jedoch ein trauriges Phänomen auf: Die Sitzplätze waren voll besetzt, besonders die PC-Stationen und Handy-Ladestationen waren heiß begehrt. Viele der Menschen, die hier Zuflucht suchten, waren offensichtlich obdachlos – ein Bild, das uns bereits in Tucson und Phoenix begegnet war. 😔

Obdachlosigkeit in den USA – Bittere Realität

Die Anzahl an Menschen, die auf der Straße leben müssen, ist erschreckend hoch. Besonders bedrückend war es zu sehen, dass darunter auch körperlich beeinträchtigte Menschen in Rollstühlen waren – ohne Obdach, ohne Hilfe. Andere lebten in ihren Autos, mit einem kleinen Zelt davor, irgendwo auf freien Campingplätzen im Wald.

So sehr die USA auf den ersten Blick glänzen – mit schicken Städten, großen Trucks und blitzblanken Malls – diese Schattenseite kann man nicht übersehen. In Lateinamerika haben wir viel Armut gesehen, aber dort hatte eigentlich jeder ein Dach über dem Kopf und durch enge Familienbande oder Selbstversorgung musste kaum jemand hungern. Hier in den USA dagegen trifft Armut oft die, die ohnehin schon am Abgrund stehen. 😢

Ein kurzer Stadtbummel & unser nächster Stellplatz

Nachdem wir unsere To-dos erledigt hatten, schlenderten wir noch ein wenig durch das Zentrum von Flagstaff. Viel zu sehen gab es allerdings nicht, und da es obendrein recht kühl und windig war, zog es uns bald zurück in den Van.

Für die Nacht parkten wir auf dem großen Parkplatz von REI, einem Outdoor-Ausstatter, der in den USA so etwas wie das Pendant zu Globetrotter ist. Ein guter Spot für eine ruhige Nacht – und ein perfekter Ausgangspunkt für unsere nächsten Erkundungen! 🚐🏔️

Feuer & Stein – Die Lavafelder des Sunset Crater & die Ruinen von Wupatki

Nach einem kühlen Morgen in Flagstaff stand ein weiteres Highlight auf dem Programm: das nur 30 Kilometer entfernte Sunset Crater Volcano National Monument. Dank unseres America the Beautiful Passes konnten wir die Schranke einfach passieren, ohne zusätzliche Gebühren zu zahlen – ein klarer Vorteil, wenn man mehrere Nationalparks und -monumente besuchen möchte.

Sunset Crater – Ein Vulkan, der die Landschaft für immer veränderte

Bevor wir uns auf Erkundungstour begaben, hielten wir am Visitor Center und sahen uns einen informativen 20-minütigen Film über die Geschichte des Parks an. Der Sunset Crater ist ein Vulkankegel, der vor etwa 1.000 Jahren durch eine massive Eruption entstand. Der Ausbruch war so gewaltig, dass er die gesamte Umgebung veränderte: Dicke Lavaströme, riesige Aschefelder und erstarrte Gesteinsformationen prägen bis heute das Landschaftsbild.

🌋 Fakten zum Sunset Crater Volcano:

• Höhe: 2.448 Meter über dem Meeresspiegel

• Letzter Ausbruch: um das Jahr 1085

• Asche & Lava bedeckten über 2.000 km² Land

• Die Eruption war so stark, dass sie die Lebensweise der indigenen Bevölkerung dramatisch veränderte

Wir fuhren den Scenic Loop Drive entlang, eine beeindruckende Straße, die uns durch die erstarrten Lavafelder führte. Gigantische schwarze Gesteinsbrocken, zerklüftete Formationen und weite Ascheflächen – eine surreale Kulisse, die auf Fotos kaum die Wucht vermittelt, die sie in echt hat. 😲 Auf kurzen Wanderwegen spazierten wir durch die erkalteten Lavakanäle und standen vor einem erstarrten Fluss aus flüssigem Gestein. Es fühlte sich an, als wären wir auf einem anderen Planeten gelandet! 🌒

Wupatki National Monument – Die Ruinen der Pueblo-Kultur

Am anderen Ende der Rundstraße erreichten wir das nächste historische Highlight: das Wupatki National Monument. Hier befindet sich eine der bedeutendsten Pueblo-Ruinen Nordamerikas, die aus der Zeit um 1100 n. Chr. stammen.

Im Besucherzentrum erfuhren wir mehr über die Hopi, Zuni und Navajo, die damals in dieser trockenen, aber fruchtbaren Region lebten. Im Gegensatz zu den großen Städte der Maya und Azteken waren die Pueblo-Siedlungen keine urbanen Zentren mit Straßen und Tempeln, sondern kompakte Wohnkomplexe, in denen Familiengruppen zusammenlebten.

🏛 Wissenswertes zu Wupatki:

• Die größte erhaltene Ruine hat über 100 Räume

• Einst lebten hier mehr als 2.000 Menschen

• Die Pueblo-Bewohner waren talentierte Bauern, die in der trockenen Wüstenlandschaft mit ausgeklügelten Anbautechniken überlebten

• Der Vulkanausbruch des Sunset Crater führte dazu, dass die Böden fruchtbarer wurden – was den Siedlern eine Zeitlang zugutekam

Beim Erkunden der Ruinen konnten wir uns gut vorstellen, wie die Menschen hier lebten: Lehmziegelhäuser, schmale Durchgänge und ein großer Versammlungsplatz zeigten, dass diese Gemeinschaften eng zusammenarbeiteten. Ein beeindruckendes Zeugnis einer längst vergangenen Kultur.

Leben in Stein oder Zelt? Warum einige indigene Völker sesshaft waren und andere nicht ⛺️🐎

Tatsächlich gab es unter den indigenen Völkern Nordamerikas sowohl sesshafte als auch nomadische Gruppen. Die Pueblo-Indianer, zu denen die Hopi und Zuni gehörten (wie im Wupatki National Monument), waren Bauern und lebten in festen Siedlungen aus Stein oder Adobe-Ziegeln. Sie bauten Mais, Bohnen und Kürbis an, was eine sesshafte Lebensweise ermöglichte. Diese Dörfer gab es schon lange vor der Ankunft der Europäer, einige sind bis heute bewohnt. 🌽🫘

Die Nomaden, die man aus Filmen mit ihren Tipis kennt, gehörten meist zu den Plains-Indianern wie den Sioux, Cheyenne oder Comanche. Diese Völker folgten den riesigen Bisonherden und waren auf ständige Mobilität angewiesen. Das Tipi war ideal für ein Leben auf der Jagd: leicht, schnell auf- und abzubauen und transportabel. 🏹🦬

Der große Unterschied lag also in der Umwelt: Fruchtbare Böden und Wasserquellen ermöglichten festen Wohnsitz und Ackerbau, während auf den weiten Graslandschaften der Prärie nur das Nomadendasein mit Jagd wirklich funktionierte.

Nach einem Tag voller spannender Einblicke in die geologische und kulturelle Geschichte Arizonas fuhren wir schließlich zu einem einsamen Stellplatz ganz in der Nähe – unser Kopf voller Bilder von Lavafeldern, uralten Ruinen und der unbändigen Kraft der Natur. 🚐🔥🏜

Nächste Woche geht es für uns weiter über die legendäre Route 66 zum Grand Canyon – also schaut unbedingt wieder vorbei, empfiehlt unseren Blog gerne weiter und besucht uns bis dahin auch auf Instagram oder YouTube! 👋🏻

NEW BLOG POST 🇺🇸 (17. – 25.03.2025) Vanlife in den USA: Pannen, Reparaturen & unsere finale Route! 🚐💨

Ankunft in Tucson: Wiedersehen, Ersatzteile & Schrauber-Community

Unser Van hat sich auf den letzten 2.500 km durch Mexiko und die USA wirklich tapfer geschlagen – und das trotz unserer völlig demolierten hinteren Stoßdämpfer. 😵‍💫 Doch jetzt waren wir endlich in Tucson, Arizona angekommen, wo bei unseren südafrikanischen Freunden Yvonne und Brett die langersehnten neuen Dämpfer auf uns warteten. Die verstärkten Marquart Stoßdämpfer hatten wir bereits in Deutschland bestellt und per DHL in die USA verschickt, da wir sie wegen der unter Druck stehenden Behälter nicht im Flugzeug mitnehmen durften – sie gelten als Gefahrgut. 💣💥

Doch bevor wir uns a die Reparaturen machten, gab es erst einmal ein herzliches Wiedersehen mit den beiden. Wir hatten Yvonne und Brett alias Round About West mit ihrem Land Rover Defender in Peru kennengelernt, und sie hatten uns netterweise ihre Adresse für unsere Ersatzteillieferung angeboten. Und als wäre das nicht schon großartig genug, lernten wir hier auch noch Tanja und Stuart alias Hippy Squared kennen – ebenfalls aus Südafrika und ebenfalls mit einem Land Rover Defender unterwegs. Auch sie nutzten das Zuhause von Yvonne und Brett, um bestellte Ersatzteile zu empfangen und an ihrem Fahrzeug zu schrauben.

Overlander Meeting Point in Tucson 😅

Die nächsten Tage sollten also ganz im Zeichen von Van-Schrauben, Ersatzteil-Upgrade und dem Austausch mit anderen Reisenden stehen. 🚐🛠️

Reparaturen, Van-Optimierung & Lasagne für die Crew

Der Dienstag stand ganz im Zeichen von Schrauben, Reparieren und Optimieren – höchste Zeit, unseren Van wieder in Topform zu bringen!

Während sich Simon direkt an die Reparatur unserer lädierten Duschwanne machte, kümmerte ich mich parallel um eine Ladung Schmutzwäsche und arbeitete an unserem neuen YouTube-Video über den Grenzübertritt in die USA. 👇

Die Duschwanne hatte über die letzten Monate ordentlich gelitten, doch mit Bauschaum zur Stabilisierung und GFK-Spachtelmasse für die Löcher bekam sie endlich wieder eine solide Basis. Danach ging es an das Hauptprojekt des Tages: den Wechsel der hinteren Stoßdämpfer. Dank der Erfahrung der letzten Monate und zahlreicher improvisierter Reparaturen ging der Austausch mittlerweile fast routiniert von der Hand. Die neuen Marquart Stoßdämpfer waren endlich dran – und unser Van dürfte damit wieder deutlich ruhiger auf den Straßen liegen. 🤩

Alt (vorne) vs. Neu (blau)
Die Alten waren mehr als durch! 🙈🙊🙉

Zur Belohnung für den fleißigen Schrauber-Tag stand abends dann ein gemeinsames Essen auf dem Plan: Nach dem am Vortag Yvonne für alle gekocht hatte, übernahmen wir diesmal die Küche und zauberten eine große Auflaufform Lasagne mit frischem Salat für unsere sechsköpfige Vanlife-Crew. Als Brett am Abend von der Arbeit zurückkehrte, ließen wir uns das Essen gemeinsam schmecken – natürlich mit einem guten Glas Rotwein und jede Menge Geschichten aus unserem Reisealltag. Ein rundum gelungener Tag, an dem wir nicht nur einiges geschafft, sondern auch viel gelacht haben. 🚐✨🍷

Reifen-Chaos & eine never-ending To-do-Liste

Eigentlich hätten an jenem Mittwoch Vormittag unsere neuen Falken AT Wildpeak Reifen montiert werden sollen – doch wie so oft auf Reisen kam alles anders. 😣 Die Lieferung war noch nicht eingetroffen, und möglicherweise würden wir nun bis zum kommenden Dienstag (also fast eine ganze Woche!) darauf warten müssen… 😟 Keine allzu erfreuliche Nachricht, denn wir waren heiß darauf, endlich weiterzuziehen – schließlich wartete ein ganzes Land darauf, von uns erkundet zu werden, und bis Alaska lag noch ein verdammt weiter Weg vor uns. 🗺️🧭

Immerhin gab es auch so noch genug zu tun:

🔧 Mein Fahrrad hatte sich mal wieder einen Plattfuß eingefangen – der Klassiker!

🛁 Die frisch laminierte Duschwanne musste noch weiß lackiert werden.

🪵 Unsere Echtholz-Arbeitsplatten brauchten dringend eine neue Ölkur.

🚽 Eine Anti-Rutsch-Matte für unsere Toilette musste her, um die Duschwanne künftig besser zu schützen.

🦟 Und das Loch im Moskitonetz? Das wollte natürlich auch noch geflickt werden.

Kurz gesagt: Stillstand gibt es im Vanlife nicht! Während wir auf die Reifen warteten, machten wir uns also an die unendliche To-do-Liste – und hofften inständig, dass sich die Lieferung vielleicht doch noch früher als angekündigt blicken lassen würde. 🤞🚐

Tucson erkunden: Fahrradtour, Murals & ein perfektes Barbecue

Da unsere neuen Reifen weiterhin auf sich warten ließen, machten wir es uns im gemütlichen Cactus Cottage von Brett & Yvonne bequem. Tagsüber halfen wir beim Schichten des frisch gelieferten Feuerholzes, das für zukünftige Grill- und Lagerfeuerabende bestimmt war. Und da Simon den Van ohnehin für ein paar kleinere Arbeiten nutzen wollte, nutzte ich die Gelegenheit für eine Sightseeing-Fahrradtour durch Tucson – gemeinsam mit Yvonne.

Das hübsche Häuschen der beiden 💕

Tucson – die unterschätzte Wüstenstadt

Mit rund 500.000 Einwohnern ist Tucson nach Phoenix die zweitgrößte Stadt in Arizona, doch trotz ihrer Größe geht es hier erstaunlich entspannt zu. Vielleicht liegt es an der Universität von Arizona, die viele junge Leute anzieht? Oder an den vielen gepflegten Parkanlagen, Kakteen-Gärten und Vorgärten voller Orangenbäume? Was auch immer es ist – Tucson versprüht definitiv Charme!

Besonders überrascht war ich von den vielen Fahrradwegen und sogenannten Bike Boulevards – vielleicht extra für die vielen Studierenden? Dazu gibt es zahlreiche kostenlose Angebote für die Bevölkerung, darunter:

✅ Gratis Bus- & Straßenbahnfahrten

✅ Freier Zugang zu Bibliotheken

✅ Beheiztes Freibad – ganzjährig geöffnet & durch ein Sonnensegel geschützt

Farbenfrohe Wände und Uni-Flair 🌈

Entlang der Gehwege in der Innenstadt gibt es türkisfarbene Linien, die einen zu den Hauptsehenswürdigkeiten leiten. Wer sich noch besser orientieren möchte, kann sich eine kostenlose Broschüre mit Karten und Erklärungen zu den Stationen besorgen – super praktisch!

Tucson ist zudem bekannt für seine gigantischen, farbenfrohen Murals (Wandmalereien), die über die ganze Stadt verteilt sind. Ein weiteres Highlight: Das weitläufige Campus-Areal der Arizona University, das frei zugänglich ist und sich hervorragend zu Fuß oder per Rad erkunden lässt.

University of Arizona

🔥 Perfekter Tagesabschluss: BBQ & Lagerfeuer

Nach der ausgiebigen Fahrradtour wartete am Abend ein richtig gutes Barbecue auf uns. Und endlich gab es mal wieder vernünftige Bratwürste! Dazu ein kühles Glas Weißwein, ein knisterndes Lagerfeuer und das gerade frisch gestapelte Holz – besser hätte der Tag wohl kaum enden können. ♥️

Ein echtes American Diner & eine spektakuläre Flugshow

Am Sonntag erlebten wir gleich zwei typisch amerikanische Highlights: Unser erstes echtes American Diner Frühstück und eine atemberaubende Air-Force Flugshow direkt über unseren Köpfen!

Diner-Frühstück – Bigger is better!

Gemeinsam mit Yvonne & Brett besuchten wir ein klassisches amerikanisches Diner – und schon beim ersten Blick auf die Speisekarte war klar: Hier sind die Portionen nichts für kleine Esser! 😄

Bretts Omelette kam mit einer riesigen Portion Bratkartoffeln.

✅ Simons mexikanisches Breakfast bestand aus Spiegeleiern, Bohnenmus, rotem Reis & Tortillas.

✅ Mein Dutch Apple Pie mit einer Kugel Vanilleeis hätte in Deutschland locker als separater Eisbecher durchgehen können!

Dazu gab es Kaffee-Nachschub ohne Ende, flinke Bedienungen und eine volle Hütte – kein Wunder, dass hier am Sonntagvormittag ordentlich Trubel herrschte. Und wir verstehen jetzt auch, warum die Amerikaner das Diner-Frühstück so lieben: Lecker, sättigend und einfach Kult! 😛

✈️ Flugshow der Davis-Monthan Air Force Base

Am Nachmittag machten wir es uns dann mit Campingstühlen im Vorgarten gemütlich, denn genau über uns fand an diesem Wochenende eine spektakuläre Flugshow statt. Die in Tucson ansässige Davis-Monthan Air Force Base ist eine der wichtigsten Militärstützpunkte der USA und beherbergt unter anderem die berühmte A-10 Thunderbolt II (auch „Warzenschwein“ genannt) sowie verschiedene Kampfflugzeuge und Transportmaschinen.

Ein wahres Gänsehaut-Erlebnis, als die Jets im Tiefflug mit wahnsinniger Geschwindigkeit über uns hinwegdüsten! Besonders beeindruckend waren die Formationsflüge und waghalsigen Flugmanöver, die präzise wie ein Uhrwerk ausgeführt wurden. Die Base ist nicht nur ein aktiver Militärstützpunkt, sondern auch Heimat des weltgrößten Flugzeugfriedhofs – dem berühmten Boneyard, wo Tausende ausgemusterte Militärflugzeuge unter der heißen Wüstensonne Arizonas lagern. 🏜️

Wer sich für Luftfahrtgeschichte interessiert, sollte unbedingt das Pima Air & Space Museum besuchen. Mit über 400 Flugzeugen zählt es zu den größten Luftfahrtmuseen der Welt. Hier kann man legendäre Maschinen wie die SR-71 Blackbird, eine Boeing B-52 Stratofortress oder auch verschiedene historische Kampfjets aus nächster Nähe bestaunen.

Mit den donnernden Triebwerken über unseren Köpfen, einem gelungenen Frühstück im Bauch und vielen neuen Eindrücken neigte sich unser Wochenende in Tucson dem Ende zu. Jetzt hofften wir nur noch, dass unsere neuen Reifen bald eintreffen würden – damit unser Roadtrip ENDLICH so richtig losgehen kann! 🚐💨

Neue Reifen & ein neues Fahrgefühl

Nach einem weiteren Wartetag kam am Dienstagmittag endlich die erlösende Nachricht: Unsere neuen Reifen sind angekommen! 🥳 Noch am selben Abend sicherten wir uns einen Termin bei Discount Tires für den kommenden Morgen um 10:30 Uhr – was für eine Erleichterung!

Die letzten vier Wochen seit unserer Rückkehr aus Deutschland waren irgendwie wie im Zeitraffer verstrichen, aber ohne dass wirklich viel passierte: Erst lagen wir beide eine Woche flach mit Grippe, dann mussten wir über eine Woche auf die Reifen warten. Und das, obwohl uns die Erkundung der USA doch so sehr unter den Nägeln brannte! 😫

Frische Gummis für 60.000 Kilometer Abenteuer

Am Mittwochvormittag war es dann endlich soweit: Unsere brandneuen Falken Wildpeak A/T3W Reifen wurden aufgezogen – und plötzlich fühlte sich unser Van wie neu an! Nach über 60k gefahrenen Kilometern – ohne eine einzige Panne – waren unsere alten Reifen mittlerweile so abgefahren, dass uns auf schlechten Straßen, bei Schlaglöchern oder Schotterpisten regelmäßig ein mulmiges Gefühl überkam. Jetzt haben wir endlich wieder ordentlich Profil und somit auch ein gutes Gefühl unter den Rädern – perfekt für tausende Meilen durch die USA! 🛣️

Unsere alten Reifen waren ziemlich abgefahren…
…jetzt haben wir wieder ordentlich Profil 🥳

Die perfekte Route – dem Wetter hinterher

Dank Brett konnten wir nun auch die ideale Reiseroute für die kommenden Monate festlegen – angepasst an die Jahreszeiten und das Wetter. Denn eines ist sicher: Die USA sind riesig, und die richtige Planung macht den entscheidenden Unterschied zwischen einer entspannten Tour und einer frostigen Überraschung in den Bergen. ❄️

Jetzt kann unser Roadtrip durch Amerika endlich so richtig losgehen! 🎉🎉🎉 Ob wir es kommende Woche direkt zum Grand Canyon geschafft haben, erfahrt ihr im nächsten Blog. Bis dahin – bleibt gespannt und reist virtuell mit uns mit! 🚐🇺🇸✨