NEW BLOG POST (01.-06.10.2025) 🇨🇦 Wohnmobil-Pannen auf Vancouver Island

Zwischen Regenchaos und Werkstatt-Hoffnung

Manchmal läuft’s einfach nicht rund…

Nach unzähligen Abdichtungsversuchen unseres Van-Daches saßen wir wieder einmal auf einem Parkplatz fest, eingekesselt von Dauerregen. Zwei Tage lang prasselte es in Port Alberni nahezu ununterbrochen aufs Dach während wir hofften, dass diesmal alles dicht bleibt. 🙏

Und tatsächlich: Zumindest die hintere Dachluke blieb trocken!

Ob das nun an der Entfernung des hinteren Zusatzscheinwerfers lag (dessen eine Schraube tatsächlich rostig war und offenbar Wasser trotz Silikon durchgelassen hatte) oder einfach nur am glücklichen Zufall bzw. der leicht schiefen Parkposition – wer weiß das schon!

Klar ist jedenfalls: vorne kam’s wieder rein. Ganze 670 Milliliter Regenwasser fanden während dieser zwei Regentage den Weg entlang des Rahmens der vorderen Dachluke in unseren Innenraum. Und das, obwohl wir erst kürzlich alles neu verklebt, die Solarpanels und sogar die Markise abmontiert und kontrolliert hatten. 😪

Zum Glück hatten wir genug Regen-Auffangbehälter 🙈

Der einzig verbleibende Verdächtige: der vordere Zusatzscheinwerfer auf dem Dach. Doch bei strömendem Regen blieb uns nur abzuwarten – und zu hoffen.


Motorprobleme on top

Als wäre das alles nicht schon genug, machte uns auch unser Motor nach wie vor Sorgen. Zwar war die Fehlermeldung Glow Plugs / Heater Circuit A nach dem Tausch des Glühkerzenmoduls verschwunden – aber richtig rund lief unser Renault trotzdem nicht.

Der starke Qualm bereitet uns Sorgen…

Beim Start qualmte er stark, der Motor klang unruhig und um die 2.500 Umdrehungen war ein kurzes, spürbares Stottern zu merken. Zum Glück hatten Anne und Christian alias @Van.We.Bike, die mit ihrem Fiat Ducato ebenfalls auf der Panamericana unterwegs sind, das mitbekommen. Ihr dringender Rat: „Lasst das lieber bald checken – bei uns fing’s genauso an, und am Ende waren’s die Injektoren.“

Ein teures Szenario, das wir natürlich vermeiden wollten. Doch da es in Kanada keine Renault-Werkstätten gibt, begann die Google-Suche nach Alternativen. Die erste Werkstatt winkte ab, verwies uns aber freundlich an eine andere in Nanaimo, spezialisiert auf europäische Fahrzeuge. Und tatsächlich: der Mechaniker dort hörte sich unser Problem an – und gab uns einen Termin für Dienstag.

Die Route stand damit fest: Statt weiter Richtung Norden ging’s also zurück nach Osten.


Zwischenstopp in Comox

Nach fünf Tagen Regen, Reparaturen und Verzweiflung verließen wir Port Alberni Richtung Ostküste – und landeten in Comox, einem charmanten Küstenort mit blumengeschmückten Straßen und maritimem Flair.

Unsere Highlights in Comox:

Spaziergang über den Pier – bei gutem Wetter herrlich entlang der Marina

Filberg Park: im Sommer mit Streichelzoo, schönem Teehaus und Sitzbänken mit Blick aufs Wasser

Bei Ebbe kann man vom Park aus direkt am Strand entlang zur Marina schlendern

Viele Cafés, Restaurants und kleine Läden zum Bummeln

Im benachbarten Courtenay findet man alle Einkaufsmöglichkeiten (Walmart, Superstore etc.)


Kleinstadt mit Geschichte: Cumberland

Nur wenige Kilometer landeinwärts liegt Cumberland – einst Kohlebergbauort, heute quirliger Mix aus Historie und Lebensfreude.

Gegründet 1888, beherbergte es damals Arbeiter aus Japan, China und Südamerika. Heute säumen noch immer alte Holzhäuser und Läden aus der Jahrhundertwende die Hauptstraße.

Unsere Tipps:

Love’s Ice Cream – großartige Eisdiele🍦

Dark Side Chocolates – handgemachte Pralinen, heiße Schokolade & Kaffee 🍫☕️

Cumberland Museum & Archives – für Geschichtsinteressierte 📰

Zahlreiche Mountainbike-Trails im Cumberland Community Forest 🚵‍♂️

Ganz in der Nähe lockt der Comox Lake – für uns diesmal leider ohne Stopp, denn es zog uns weiter in den Strathcona Provincial Park.


Wandern im ältesten Naturpark von British Columbia

Der Strathcona Provincial Park ist das älteste Schutzgebiet der Provinz – ein wilder Mix aus Gletschern, Bergseen, Wasserfällen und alpinen Wiesen. Im Zentrum ragt der Mount Golden Hinde mit seinen 2.200 Metern auf – der höchste Berg Vancouver Islands.

Wir übernachteten auf rund 1.000 Metern Höhe am Parkplatz der Raven Lodge, um am nächsten Morgen direkt loszuwandern. Und das Wetter? Traumhaft! 🤩 Blauer Himmel, 15 Grad, goldene Herbstfarben – perfekter Wandertag.

Unsere Route:

➡️ 17 km Rundwanderung über den Paradise Meadows Loop bis zum Kwai Lake (5:15 Std. inkl. Foto- & Filmstopps)

Der Trail führt an sechs großen Bergseen vorbei, über Holzstege und durch subalpine Wiesen.

Besonders im Herbst – mit rot-goldenen Heidelbeersträuchern und klarer Luft – einfach spektakulär. 😍

💡 Tipp:

Gutes Schuhwerk und evtl. Wanderstöcke sind Pflicht – viele Wurzeln & rutschige Passagen nach Regen. Alternativ: kürzere Routen wie der Lake Helen MacKenzie Trail (8 km, 3 Std.).


Zurück ans Meer

Nach der Wanderung fuhren wir noch am selben Abend 95 km zurück nach Qualicum Beach – diesmal begleitet von einem unglaublichen Panorama: die Küste im Abendlicht, dazu der Pazifik und der Vollmond über einem rosa-blauen Abend-Himmel.

Toller Übernachtungsspot in Qualicum Beach

Am nächsten Morgen in Parksville hieß es zuerst Wäsche waschen und dann, wieder bei bestem Herbstwetter, ein Stück am breiten Strand entlang:

Suds & Duds Laundromat – sauber, modern, absolut empfehlenswert. 🧺

Community Park – mit Strand, Picknickplätzen, Duschen, Trinkwasser und Stellplätzen direkt am Meer. 🏖️

Am Nachmittag ging’s weiter nach Nanaimo. Auf dem Parkplatz vor der Werkstatt montierten wir noch schnell den vorderen Zusatzscheinwerfer ab – und tatsächlich: auch hier war eine Schraube angerostet! Ob dies jedoch die 700 ml Regenwasser erklären würde? Wir sind skeptisch, aber dennoch optimistisch.

Kann hier durch wirklich so viel Wasser eindringen?!
Der nächste Regen wird es zeigen…

Nun ist alles neu abgedichtet – und sollte es beim nächsten Regen endlich trocken bleiben, gibt’s hoffentlich bald Entwarnung. 🙏

Doch erst einmal steht der Werkstatttermin an … und vielleicht auch die nächste Herausforderung.

Ob wir Glück hatten oder auf Ersatzteile aus Deutschland warten müssen, erfahrt ihr im nächsten Blogbeitrag!

👉 Bis dahin: Schaut gerne schon mal auf YouTube oder Instagram vorbei – dort gibt’s vielleicht schon Neuigkeiten. 😉

NEW BLOG POST (18.-30.09.2025) 🇨🇦 Mit der Fähre nach Vancouver Island

Strände, Riesenbäume & Surferparadies

Bevor es für uns nach Vancouver Island ging, gönnten wir uns noch einen Tag Entspannung im Ladner Leisure Centre in Delta. Für nur 8,50 C$ (ca. 5,70 €) bekommt man hier ein Tagesticket und kann von 6 bis 22 Uhr so oft rein und raus, wie man möchte – Sauna, Whirlpool, Schwimmbad und heiße Duschen inklusive. ☺️ Perfekt, um sich mal wieder richtig frisch zu fühlen. Nur der Hot Pool hätte für unseren Geschmack gerne ein bis zwei Grad kühler sein dürfen.

Von dort fuhren wir weiter nach Tsawwassen, wo wir auf dem Walmart-Parkplatz übernachteten.

Praktisch: In der direkten Umgebung gibt es zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, um sich noch einmal gut einzudecken, bevor man mit der Fähre übersetzt.

Wer Lust auf einen Schaufensterbummel hat, findet gleich nebenan die Tsawwassen Mills, ein riesiges Shoppingzentrum mit vielen Sport- und Bekleidungsgeschäften sowie einem großen Foodcourt. Mein absolutes Highlight dort war jedoch die Outdoor World von Bass Pro Shops. 👇

Outdoor World – Bass Pro Shops
Verrücktester & schönster Laden, in dem ich je war

Mit BC Ferries nach Vancouver Island

Am Dienstag setzten wir dann mit der riesigen Autofähre von Tsawwassen nach Swartz Bay (bei Victoria) über. Wir hatten Glück: Sonnenschein, blauer Himmel und spiegelglattes Wasser – perfektes Wetter für die Überfahrt!

Warten aufs Boarding ⛴️

Besonders schön: Die Route führt zwischen kleinen Inseln hindurch, fast fjordähnlich, sodass es nie langweilig wird. Und als wäre das nicht genug, tauchte vor unserem Schiff sogar noch kurz ein Buckelwal auf. Ein echtes Highlight – gleich zum Start unserer Vancouver-Island-Tour. 🐋

ℹ️ Infos für Reisende:

Dauer der Überfahrt: ca. 1 Std. 35 Min.

Abfahrten: stündlich, jeweils zur vollen Stunde von 7 bis 21 Uhr

Preis: regulär 125 C$ (ca. 77 €), Spartarife ab 94 C$ (ca. 58 €), meist für frühe/späte Fahrten

Tickets & Reservierungen: ➡️ https://www.bcferries.com

Wer flexibel ist, kann auch ohne Reservierung direkt zum Hafen fahren und sich einfach in die Schlange der wartenden Fahrzeuge einreihen.


Erste Eindrücke von Vancouver Island

Nach der Ankunft übernachteten wir ganz in der Nähe des Fährhafens in einem kleinen Park am Wasser.

Unser erstes Ziel war der Rathtrevor Beach Provincial Park, östlich von Parksville. Bei Ebbe zieht sich das Wasser unglaublich weit zurück und es entstehen riesige Sandflächen – perfekt für Kinder zum Buddeln, Muscheln suchen und Krebse fangen. Wir spazierten entspannt den Strand entlang, während die Sonne noch einmal alles gab.

Ganz in der Nähe fanden wir in Qualicum Beach einen traumhaften Stellplatz direkt an der Uferpromenade – mit Meerblick, Trinkwasserspender, Strandduschen und öffentlichen Toiletten um die Ecke. 👌🏻


Zwischen Ziegen & Riesenbäumen

Am nächsten Tag stoppten wir in Coombs, bekannt für den Markt mit den berühmten Ziegen auf dem Grasdach. 🐐🌿

Farmers Market in Coombs
Die lebenden Wahrzeichen des Marktes

Vom Farmers Market an sich waren wir allerdings enttäuscht: Statt regionaler Produkte gab es viel Importware und überteuerte Souvenirs. Ein kurzer Bummel, das war’s für uns.

Das war das netteste im Markt

Schöner war der Abstecher zur Cameron Lake Picnic Area, wo wir mitten in der Natur unser selbst gebackenes Bananenbrot genossen.

Langsam färben sich die Blätter 🍂
Finde den Fehler 😅🙈

Das eigentliche Highlight des Tages folgte in der Cathedral Grove im MacMillan Provincial Park: jahrhundertealte Douglas-Fichten, manche über 3 Meter dick. Der Blick in die schwindelerregend hohen Baumkronen macht dem Namen „Kathedrale“ alle Ehre.


Wild Pacific Trail & Tofino

Übernachtet haben wir in einem kleinen Stichweg bei Ucluelet. Frei stehen zwischen Ucluelet und Tofino ist allerdings schwierig bis unmöglich weshalb wir davon eher abraten und stattdessen auf Campingplätze ausweichen würden.

Am nächsten Morgen nutzten wir eine regenfreie Phase für ein kleines Teilstück des 75 km langen Fernwanderwegs Wild Pacific Trail, den 2,5 km langen Lighthouse Loop. Ein wunderschöner Küstenpfad, wild, urig und mit immer wieder tollen Aussichtspunkten.

Impressionen vom Wild Pacific Trail

In Ucluelet selbst können wir das The Break Café & Bistro empfehlen – leckere Sandwiches, Frühstück und süße Stückchen.

Bekannt ist Ucluelet auch für Whale Watching, ein kleines Aquarium für Regentage und Touren entlang der Küste.

Für uns ging es jedoch direkt weiter ins legendäre Tofino. Einst ein ruhiges Fischerdorf, heute das wohl bekannteste Touristenziel der Insel. Mitten im Pacific Rim National Park Reserve gelegen, bietet es Strände, Wälder und jede Menge Outdoor-Abenteuer. Selbst bei grauem Himmel und Nieselregen war der Long Beach beeindruckend – ein 11 km langer Sandstrand, an dem sich unzählige Surfer in die Wellen stürzten.

Tofino
Der insbesondere bei Surfern beliebte Long Beach

ℹ️ Praktische Infos:

– Parkplätze & Sanitäranlagen am Long Beach vorhanden

– Nationalparkgebühr am Visitor Center oder an Parkautomaten am Long Beach entrichten


Regen, Reparaturen & viel Frust

Leider spielte das Wetter nicht weiter mit. Mehrere Tage Dauerregen machten es uns unmöglich, frei zu stehen oder die Strände richtig zu genießen.

Stattdessen fuhren wir zurück nach Port Alberni, wo wir auf den Parkplätzen der Shoppingzentren standen. Vorteil: Gerade Fläche, zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten und ein Canadian Tire Baumarkt direkt gegenüber.

Denn – zu allem Übel – hatten wir erneut einen heftigen Wassereinbruch im Van. 😭 Diesmal an der vorderen Dachluke. Also hieß es zum wiederholten Male: Alles abbauen, diesmal auch Solarpaneele und Markise runter, Dichtungen checken, alles mit Silikon nachziehen. Eine lose Schraube an einem Zusatzscheinwerfer könnte die Ursache gewesen sein. Ob’s geholfen hat? Das wird uns der nächste Regen zeigen. 😰🌧️


Fazit

Vancouver Island hat uns trotz Regen sofort in seinen Bann gezogen – mit Stränden, Wäldern und einer wilden Küste. Die Kombination aus Natur und Outdoor-Erlebnissen ist einzigartig. Und wir sind gespannt, was uns hier noch erwartet und ob unser Van nun endlich dicht ist. 🙏

Niemals die Hoffnung aufgeben 😇

➡️ Schaut auch nächste Woche wieder rein – dann berichten wir von weiteren Highlights auf Vancouver Island! Und den nächsten Baustellen an unserem Van… 🛠️🧰

Bis dahin: Folgt uns gerne auf Instagram und YouTube für noch mehr Eindrücke und Videos von unserer Reise.