NEW BLOG POST (21.-25.06.2025) 🇺🇸 Rauchschwaden & Salzseen – unser Weg in den Norden 🚐💨

Der Abschied vom Bryce Canyon fiel uns schwer – nicht, weil wir schon bereit waren weiterzuziehen, sondern weil uns ein Waldbrand sprichwörtlich „vom Platz fegte“. Nach einem nächtlichen Temperatursturz wachten wir am nächsten Morgen in dichten Rauch gehüllt auf. Unser idyllischer, freier Stellplatz mitten im Wald hatte sich über Nacht in eine bedrückende Rauchglocke verwandelt. Der Waldbrand, der durch einen Blitzeinschlag im Dixie National Forest ausgelöst worden war, rückte immer näher – zu nah. Also hieß es: zusammenpacken und weiterziehen.

Unser Übernachtungsspot – in dichten Rauch gehüllt 😳
Auch auf der Fahrt wurde es kaum besser…
Mehr zum Brand & Bryce Canyon im Video 👆

Panguitch: Bibliothek, Baseballplatz & Begegnungen

Unser nächstes Ziel war das kleine Städtchen Panguitch, wo wir zunächst Zuflucht in der örtlichen Bibliothek fanden – samt WLAN und Strom. Perfekt, um unser neuestes YouTube-Video hochzuladen! Ein paar Straßen weiter parkten wir am örtlichen Baseballplatz, wo es saubere, öffentliche Toiletten und vor allem Ruhe gab. Genau das, was wir nach all dem Rauch suchten. Wobei… Auch hier schien es nicht weit entfernt ebenfalls zu brennen! 🔥

Der Brand scheint uns zu verfolgen…
Netter Stellplatz am Baseball Field ⚾️

Dort trafen wir zufällig auf Jochen und Jasmin, die mit ihrem liebevoll gepflegten VW T3 Synchro unterwegs sind. Zwei Gleichgesinnte auf großer Panamericana Tour – solche Begegnungen fühlen sich jedes Mal an wie ein kleines Stück Zuhause. Diesmal umso mehr, denn die beiden kommen aus Landau in der Pfalz und leben somit gar nicht weit entfernt von uns. 😀

Dank eines Tipps unserer treuen Follower Sabine & Stefan schauten wir noch im Café Wanderlust vorbei – eine echte Empfehlung! Mit Zimtschnecke, Energy Balls und richtig gutem Kaffee im Bauch setzten wir am nächsten Tag unsere Reise fort – rund 400 Kilometer nordwärts nach Salt Lake City.


Salt Lake City: Charmante Hauptstadt mit Herz

Salt Lake City – Hauptstadt Utahs, Zentrum der Mormonen und überraschend entspannt für eine Metropole. Obwohl es sich um die größte Stadt des Bundesstaates handelt, zählt sie gerade einmal etwa 200.000 Einwohner. Dennoch ist sie kulturelles, wirtschaftliches und religiöses Zentrum Utahs.

Wir trafen uns hier mit Katie, der Frau von Ben – dem Sohn von Reinhard, dem Cousin meines Vaters (ja, Familienverhältnisse on the road bleiben kompliziert 😅). Sie hatte netterweise ein Paket für uns entgegengenommen – und so gab’s ein kurzes Wiedersehen mit einem entfernten Teil meiner Familie.

Und was macht man in einer Stadt mit Läden?! Richtig, endlich mal wieder bei Walmart richtig einkaufen! 🤗 Nach vier Wochen wilder Natur waren unsere Vorräte nämlich mehr als ausgedünnt. Und weil der Tag lang und anstrengend war, ließen wir uns zum Abschluss beim In-N-Out Burger ein schnelles Menü schmecken. Für die Nacht steuerten wir den Parkplatz von Cracker Barrel an, wo Camper offiziell willkommen sind. Ruhig, unkompliziert – und mal was anderes als Wald oder Wüste. 🅿️

Großeinkauf nach Wochen ohne richtigen Supermarkt

Antelope Island: Salz, Bison & Millionen Fliegen

Der nächste Tag brachte einen unerwarteten, aber nicht ungelegnen Stimmungswechsel: nur noch 19 Grad Tageshöchsttemperatur, und das bei strahlend blauem Himmel – ein Temperatursturz von über 15 Grad! 😯 Unser Ziel: der Antelope Island State Park, etwa eine Stunde nordwestlich von Salt Lake City, mitten im Great Salt Lake.

Der Great Salt Lake ist der größte Salzsee Nordamerikas und weltweit der zweitgrößte seiner Art – nach dem Kaspischen Meer. Sein Salzgehalt beträgt bis zu 25 %, was ihn sogar salziger als das Tote Meer macht – untergehen kann man darin also wortwörtlich nicht.

Da es sich bei Antelope Island um einen State Park handelt, ist der Eintritt mit dem America the Beautiful Pass nicht abgedeckt – 15 $ pro Auto sind aber auch absolut zu verschmerzen. Über den langen Damm, der wie eine Brücke über den See führt, fuhren wir hinaus aufs Wasser – und staunten nicht schlecht: Spiegelglattes Wasser, ziehende Wolken, Berge im Hintergrund. Und mittendrin: eine freilaufende Bisonherde! Die Tiere wurden um 1893 auf der Insel angesiedelt, heute leben dort rund 500 Exemplare. Eines davon lief direkt vor unserem Van über die Straße – Gänsehautmoment! 🌟

Wandern wollten wir diesmal bewusst nicht. Stattdessen machten wir kleine Spaziergänge entlang des Ufers und der Viewpoints. Allerdings erwartete uns dort eine seltsame Überraschung: Millionen winziger Fliegen, die in dichten Schwärmen knapp über dem feuchten Boden schwirrten. Sie stechen nicht – aber sie machen einem das Innehalten am See nicht gerade leicht. Dafür war der Besuch der Garr Ranch, einer alten Farm aus dem Jahr 1848, ein echtes Highlight – alte Scheunen, originale Werkzeuge und eine Menge Geschichte unter freiem Himmel.

Wichtig zu wissen: Die Ranch schließt bereits um 16 Uhr, während der Park von 6 bis 20 Uhr (1.3.–31.10.) geöffnet hat.

Mehr zu Antelope Island im VLOG 👆

Logan, Bear Lake & weiter Richtung Wyoming

Die Nacht verbrachten wir auf dem Parkplatz eines Walmart in Logan – ohne Zwischenfälle, ohne Nachbarn, ohne Drama. Am nächsten Morgen gönnten wir uns im örtlichen Recreation Center für gerade einmal 4 $ pro Person eine heiße Dusche – inklusive Whirlpool und Sauna in der Umkleide. Ein absoluter Geheimtipp!

Frisch geduscht setzten wir unsere Fahrt gen Norden fort – aber nicht über die eintönige Interstate, sondern entlang des wunderschönen Highway 89. Der Abschnitt entlang des Logan River erinnerte uns stark an unsere Heimat – an Fahrten durchs Albtal bei Ettlingen. So grün, so vertraut. 🥰

Am Bear Lake, einem riesigen Süßwassersee an der Grenze zu Idaho, legten wir eine kleine Kaffeepause ein – auf dem Parkplatz einer Dorfkirche, da der Zugang zum Seeufer leider durch Privatgrundstücke versperrt war. 😬


Willkommen in Wyoming!

Nach insgesamt über 400 gefahrenen Kilometern verließen wir Utah, schnitten Idaho und erreichten schließlich den Bundesstaat, auf den wir uns besonders gefreut hatten: Wyoming. Und genau so hatten wir ihn uns vorgestellt: grüne Wiesen, sanfte Hügel, Heuballen, Kühe, Ruhe.

Unsere Route: Von Utah über Idaho nach Wyoming

Kurz vor Jackson fanden wir einen traumhaften Stellplatz direkt am Snake River – inklusive Picknickbank mit Blick aufs Wasser. Wir beobachteten Raftingboote, aßen zu Abend und genossen diesen ganz besonderen Moment: das Gefühl, zumindest für einen Moment lang angekommen zu sein. 💫


Ausblick: Grand Teton & Yellowstone warten

Der Bryce Canyon liegt hinter uns. Utah auch. Was jetzt kommt, lässt unsere Abenteuerherzen höherschlagen: Grand Teton National Park – und danach Yellowstone! 😃 Zwei ikonische Orte im amerikanischen Westen, zwei absolute Must-sees unserer Reise. Ihr wollt wissen, ob sie wirklich so spektakulär sind, wie man sagt? Dann schaut unbedingt in unser nächstes YouTube-Video, das wir wie immer mit viel Liebe und Fernweh für euch gedreht haben – und folgt uns gern auf Instagram, um kein Highlight zu verpassen:

🎥 https://www.youtube.com/@sijucampervan

📸 https://www.instagram.com/siju_campervan

NEW BLOG POST (11.-20.05.2025) 🇺🇸 Vom Lake Tahoe zum Zion Nationalpark 

Unsere Route

Nach vier erlebnisreichen Tagen in San Francisco zog es uns wieder in die Natur – diesmal hoch hinauf in die Berge: Der wunderschöne Lake Tahoe auf knapp 2.000 Metern Höhe war unser nächstes Ziel. Von dort ging es weiter durch das abgelegene Great Basin entlang der loneliest road in America, dem Highway 50, und schließlich bis zum berühmten Zion Nationalpark im Bundesstaat Utah. 🇺🇸🚐💨


Highlights & Erlebnisse

Lake Tahoe – türkis, klar & eiskalt schön

Der größte Alpensee Nordamerikas ist ein Naturjuwel par excellence: über 500 km² groß, bis zu 500 Meter tief und umrahmt von schneebedeckten Bergen. Die Staatsgrenze zwischen Kalifornien und Nevada verläuft direkt durch den See – was ein Blick auf die Karte schnell verrät. In Truckee, einem kleinen Bergstädtchen mit Western-Charme, machten wir Halt, bevor wir weiter zum Ostufer fuhren.

Blick auf den Donner Lake – kurz vor Lake Tahoe

Dort trafen wir uns bei Sonnenschein und Seepanorama spontan mit Ann-Carolin und Joachim, die wir zufällig wiedertrafen – zuletzt hatten wir sie vor Wochen kurz bei Flagstaff gesehen.


Lake Tahoe Tipp: Am Memorial Point parken und dann den East Shore Trail entlanglaufen oder radeln. So spart man sich die $10 Parkgebühr am Sand Harbour. Die Farben des Wassers? Fast schon surreal schön: Türkis, Blau, glasklar – Sehnatur in Perfektion! 🌟

Highway 50 – Der einsamste Highway Amerikas

Die folgende Etappe führte uns über 900 km von Carson City durch fast menschenleeres Land nach Utah. Der sagenumwobene Pony Express – eine historische Reitpostverbindung aus dem 19. Jahrhundert – verlief einst genau hier entlang. Die Route führte uns über Fallon, Austin, Ely und den Highway 93 nach Hurricane, kurz vor dem Zion Nationalpark. Unterwegs fielen uns die unendliche Weite, lange Geradeausfahrten und die fast schon surreal wirkende Leere besonders auf – Europa wirkt dagegen wie eine große Siedlung! 🙈


Zion Nationalpark – Zu viele Menschen, zu wenig Magie

Die Hoffnung auf einen entspannten Wandertag inmitten beeindruckender Natur zerschlug sich bereits früh am nächsten Morgen. Da uns andere Reisende am Vorabend vorgewarnt hatten, dass die Parkplätze im Zion Nationalpark bereits um sieben Uhr voll sein würden, klingelte unser Wecker schon um sechs Uhr in der Früh. Noch im Halbschlaf sprangen wir in unsere Klamotten und machten uns auf die rund 25 Kilometer lange Fahrt zum Visitor Center. Die Schranken am Eingang waren um diese Uhrzeit noch unbesetzt – kein Problem für uns, denn dank unseres America the Beautiful-Passes durften wir ohnehin kostenlos hinein.

Anfangs war auf dem Parkplatz noch wenig los. Wir richteten uns in aller Ruhe, frühstückten ein schnelles Müsli mit Kaffee und packten unsere Brotzeit für den Tag. Doch währenddessen füllte sich der Platz merklich und es war klar: Hier wird es voll. 😳

Der Parkplatz füllte sich in Rekordgeschwindigkeit…

Und dann das: Direkt neben uns parkte ein belgischer Camper – und wer stieg aus? Die Familie von Waffles World Tour, die wir vor fast einem Jahr zuletzt in Mérida (Mexiko) am Strand getroffen hatten! 😀 Ein völlig unerwartetes, aber wunderschönes Wiedersehen, auch wenn die Zeit nur für ein kurzes Gespräch reichte. Wir hatten heute schließlich eine vermeintliche Ganztagestour vor uns.

Kurzes Wiedersehen mit Waffles World Tour

Vom Visitor Center nahmen wir den kostenlosen Shuttlebus bis zur Haltestelle The Grotto. Von hier aus starteten wir unsere Wanderung auf dem West Rim Trail hinauf zum Scout Lookout – rund 300 Höhenmeter, verteilt auf ca. 3 Kilometer. Der Weg war bestens ausgebaut, teilweise sogar asphaltiert, aber leider trotz der frühen Stunde schon gnadenlos überlaufen. Ständig überholte man andere oder musste zur Seite treten. Entspanntes Wandern sieht anders aus!

Nach ziemlich genau einer Stunde erreichten wir den Aussichtspunkt. Von hier startet der berüchtigte Angels Landing Trail, der nur mit vorheriger Permit betreten werden darf. Die schmale Felsspitze, links und rechts geht es hunderte Meter in die Tiefe, ist nur über ein Kettensystem zugänglich – definitiv nichts für schwache Nerven. Eine Genehmigung hatten wir sowieso nicht, und ehrlich gesagt: Beim Anblick der Menschenmassen war ich nicht einmal traurig darüber.

Scout Lookout – für meinen Geschmack viel zu voll 😣
Alle wollen den schmalen Grat hinauf:
Anstehen beim Angels Landing Trail

Stattdessen folgten wir noch ein Stück weiter dem West Rim Trail, der sich insgesamt über etwa 30 Kilometer bis tief in den Canyon hineinzieht (oder sogar zum anderen Ende führt – genaue Strecke bitte nachschlagen). Und siehe da: Kaum ließen wir den Hotspot Angels Landing hinter uns, kehrte plötzlich Ruhe ein. Vögel zwitscherten, der Wind rauschte leise durch die Bäume, und wir hatten die beeindruckende Kulisse fast für uns allein. ✨

Auf einem kleinen Felsvorsprung machten wir Pause – zweites Frühstück mit Aussicht auf die in der Sonne glühenden roten Wände. Genau das hatten wir uns vom Zion erhofft. Nicht Spektakel, sondern Stille.

Zurück am Ausgangspunkt stellten wir fest: Wir hatten noch genug Kraft und Zeit übrig, dass wir spontan auch noch den Abstecher zu den Emerald Pools wagten. Leider war auch das ein Reinfall – wortwörtlich. Von den „Wasserfällen“ tröpfelte ein müdes Rinnsal in ein paar schlammige Pfützen. Den mittleren und oberen Pool ließen wir daher direkt links liegen.

Wir beschlossen, auf der anderen Flussseite Richtung Zion Lodge zurückzulaufen – bis wir plötzlich vor einer gesperrten Brücke standen. Also nochmal zwei Meilen Umweg bis zur nächsten Shuttle-Haltestelle. Immerhin: Der Weg schlängelte sich am Virgin River entlang, und zur Belohnung fanden wir sogar eine natürliche Brücke – ein umgestürzter Baumstamm führte über das Wasser. Abenteuerlich und ganz nach unserem Geschmack! 😛

Fazit? Der Zion Nationalpark war für uns landschaftlich definitiv schön – keine Frage. Aber die Masse an Menschen und der Hype, der ihn umgibt, haben es schwer gemacht, wirklich einzutauchen. Vielleicht hatten wir einfach zu viel erwartet. Vielleicht war es nicht der richtige Tag. Oder vielleicht sind wir mittlerweile einfach ein bisschen verwöhnt, was Naturerlebnisse angeht…

Was uns aber nachhaltig begeisterte: die Fahrt auf der Scenic Route 9 von Springdale nach Kanab – durch spektakuläre rote Felslandschaften. 🤩

Achtung: Der Tunnel entlang dieser Route ist für große Fahrzeuge kostenpflichtig oder gar nicht passierbar. Unser Van passte problemlos durch – aber mit Expeditionsmobil oder Wohnanhänger wird’s eng!


Persönliches PS

So schön der Zion auch landschaftlich war – die Reizüberflutung durch Menschenmassen nimmt gerade in bekannten US-Nationalparks eine neue Dimension an. Ein wenig Wehmut macht sich breit, wenn man daran denkt, wie diese Orte wohl ohne all die Touristenströme wirken würden. Aber wir bleiben optimistisch und freuen uns auf das, was nun vor uns liegt…


Ausblick

Für uns geht’s weiter Richtung Page – mit dem weltberühmten Horseshoe Bend des Colorado River und dem sagenhaften Antelope Canyon. Hoffentlich nicht ganz so überlaufen, denn: In den USA steht am 26. Mai der Memorial Day an – ein nationaler Feiertag, bei dem viele ein verlängertes Wochenende nutzen, um zu verreisen. Drückt uns die Daumen, dass wir noch einen ruhigen Moment erwischen. Mehr dazu im nächsten Blogbeitrag!

NEW BLOG POST 🇺🇸 (11. – 16.03.2025) Unser Start in den USA: White Sands National Park, atemberaubende Felslandschaften & die erste große Wanderung!

Erster Tag in den USA – eSIM, Meilen & Supermarkt-Schock 🇺🇸🚐

An unserem allerersten Morgen in den USA mühte ich mich redlich, eine eSIM-Karte auf meinem Handy zu installieren – und scheiterte prompt am Checkout. Jedes Mal wurde eine fehlende Versandadresse moniert, obwohl eine eSIM ja gerade den Vorteil hat, dass sie digital per E-Mail kommt. Erfreulicherweise funktionierte der Support-Chat von Mint Mobile ziemlich gut, und mein Englisch läuft nach wie vor flüssiger als mein Spanisch. Vermutlich lag es an der deutschen Kreditkarte oder PayPal-Adresse, aber dank kompetenter Hilfe war die Installation eine Stunde später abgeschlossen. Damit waren wir hoffentlich für die nächsten drei Monate mobil unterwegs. 📱

Nach einer heißen Dusche und einem schnellen Frühstück verließen wir den Loma Paloma RV Park wieder, um uns über sehr gute Straßen knapp 500 km bis nach El Paso zu bewegen. Wir staunten nicht schlecht über die vielen Neuwagen – meist gigantische Pick-ups, riesige Wohnwagentransporter mit angehängtem Jeep oder gleich vollintegrierte Luxus-Camper. Auch unser erster Tankstopp in den USA stellte uns vor Herausforderungen: Hier muss man selbst tanken und kann erst nach Vorkasse Diesel zapfen. Dafür lag der Literpreis in Texas knapp unter 1 €, auch wenn die Preise an den Tankstellen in Gallonen angegeben werden.

Von Kilometern zu Meilen & die Zeitzonen-Verwirrung

Neben der Umstellung aufs imperiale System (Meilen statt Kilometer) mussten wir höllisch aufpassen, nicht versehentlich zu schnell zu fahren. Die Landschaft blieb übrigens genauso karg und öde wie auf mexikanischer Seite – ein krasser Gegensatz zu anderen Ländergrenzen, wo sich die Umgebung oft schlagartig verändert. Unklar blieb hingegen lange die Uhrzeit: Unsere Uhren konnten sich trotz GPS nicht auf eine eindeutige Zeitzone festlegen, sodass wir nicht wussten, ob wir eine Stunde gewonnen oder verloren hatten. 😵‍💫

Der Highway 10 in Texas
Rastplatz mit Tipis

Der größte Supermarkt unseres Lebens 🛒

Nach sechs Stunden Fahrt erreichten wir am späten Nachmittag einen Walmart in El Paso – eine riesige Stadt direkt an der Grenze. Da wir nicht hungrig einkaufen wollten, kochte ich uns schnelle Pesto-Spaghetti, bevor wir dann in den größten Supermarkt gingen, den wir je betreten hatten. Die Produktauswahl war gigantisch – hier gab es wirklich ALLES, was man sich nur vorstellen konnte. Sogar Waffenmunition lag (immerhin abgesperrt) in Vitrinen. Leider waren auch viele Preise, wie erwartet, enorm hoch. Während Obst & Gemüse noch halbwegs erschwinglich waren, sah es bei Milchprodukten, Eiern und Käse ganz anders aus. Da waren wir froh, dass wir uns in Mexiko noch mit haltbaren Lebensmitteln eingedeckt hatten.

Bleibt zu hoffen, dass wir die höheren Ausgaben für Lebensmittel und Diesel zumindest teilweise durch die vielen kostenlosen Freistehplätze in den USA werden ausgleichen können. 🙏

White Sands Nationalpark – Unser erstes Highlight in den USA 🇺🇸🏜️

Nach einem ersten Einkaufs- und Akklimatisierungstag in El Paso führte uns unser Weg direkt zu einem der spektakulärsten Naturwunder der USA: dem White Sands Nationalpark. Nur 150 km weiter, mitten in der Wüste von New Mexico, erwartete uns eine Landschaft, die surrealer kaum sein könnte.

Fakten & Infos zum White Sands Nationalpark

📍 Lage: Im Süden von New Mexico, ca. 25 km von Alamogordo entfernt.

📏 Fläche: 581 km² – das größte Gipsdünenfeld der Welt.

🦎 Tierwelt: Kojoten, Oryxantilopen, Wüsteneulen und sogar weiß gefärbte Eidechsen, die sich perfekt an ihre Umgebung angepasst haben.

🌡 Temperaturen: Tagsüber bis zu 40 °C im Sommer, nachts kann es empfindlich kalt werden.

📜 Geschichte: Die Dünen entstanden vor etwa 10.000 Jahren aus Gipskristallen des ehemaligen Lake Otero.

Schon an der Einfahrt zum Park entschieden wir uns, den “America the Beautiful” Nationalpark-Pass für 80 $ zu kaufen. Dieser gilt ein ganzes Jahr lang für alle Nationalparks in den USA – ein echtes Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass der Eintritt für den White Sands Nationalpark allein schon 25 $ gekostet hätte.

Durch die weiße Wunderwelt der Dünen

Der 8 km lange Loop Drive führte uns mitten hinein in die schneeweiße Dünenlandschaft, die in der Sonne fast gleißend leuchtete. Unser erster Stopp war der Dune Life Nature Trail, ein kurzer Rundweg, der einen ersten Eindruck der außergewöhnlichen Umgebung bot. So weit das Auge reichte: nichts als weißer Sand – nur unterbrochen von ein paar Grasbüscheln, die sich hartnäckig in der kargen Landschaft hielten.

Doch je weiter wir auf der Ringstraße in den Park hinein fuhren, desto mehr verschwanden diese letzten Überreste von Vegetation. Beim Backcountry Camping Trail legten wir einen weiteren Stopp ein und wanderten ca. 3 km durch die endlosen, unberührten Dünen. Der weiße Sand und der tiefblaue Himmel bildeten eine geradezu unwirkliche Kulisse – ein Anblick, den wir so schnell nicht vergessen werden. Zum Abschluss ließ Simon noch seine Lenkmatte am Himmel kreisen – ein Bild, das perfekt in diese windige, offene Landschaft passte.

Obwohl der Sonnenuntergang in White Sands berühmt ist entschieden wir uns, am späten Nachmittag weiterzuziehen. Unser Stellplatz für die Nacht war schnell gefunden: ein kostenfreier Platz an einem See, den ich über iOverlander entdeckt hatte.

Unser erster Stellplatz – Willkommen in der US-Vanlife-Szene 🚐🌅

Dort angekommen, erwartete uns eine neue Erfahrung: Während wir es aus Mexiko und Südamerika gewohnt waren oft alleine zu stehen, reihten wir uns hier in eine Karawane aus riesigen Campingtrailern, Expeditionsmobilen und Vans ein. Daran müssen wir uns wohl erst noch gewöhnen!

Aber die Kulisse entschädigte für alles:

🌊 Zur linken Seite spiegelte sich der tiefblaue See im Licht der untergehenden Sonne.

🏜 Zur rechten Seite leuchteten die Berge in warmem Orange.

🌕 Über uns: Ein gigantischer, bereits aufgehender Vollmond.

Besser hätte unser erster richtiger Erkundungstag in den USA kaum laufen können! ☺️

Ruhetag am See – Arbeiten, Entspannen und eine stürmische Überraschung 🌊💨

Nach den vielen Fahrtagen der letzten Woche tat es unglaublich gut, endlich mal auszuschlafen. Der Stellplatz am See war einfach zu idyllisch, um direkt weiterzuziehen, also entschieden wir uns spontan für einen fahrfreien Tag. Perfekt, um endlich das neue YouTube-Video zu schneiden und an den nächsten Blog-Beiträgen zu arbeiten.

Ein perfekter Platz zum Arbeiten… oder? 💻☕

Mit Blick auf den ruhigen See und den Bergen im Hintergrund machte das Arbeiten gleich doppelt so viel Spaß. Die Temperaturen waren angenehm, das WLAN über unsere eSIM funktionierte einwandfrei und wir fühlten uns rundum wohl.

Was wir zu dem Zeitpunkt nicht ahnten:

Am späten Abend wurde aus der idyllischen Ruhe ein stürmisches Inferno! 🌪️💨

Kurz nach Sonnenuntergang begann es heftig zu winden – und es hörte einfach nicht mehr auf. Die Böen rüttelten unseren Van durch, als wären wir zurück in Patagonien. Jeder, der schon einmal im Camper durch die argentinische Pampa gefahren ist, weiß, wovon wir sprechen.

Wir versuchten, mit Ohrstöpseln zumindest ein wenig Schlaf zu finden, aber erfolglos – die Windböen waren einfach zu laut, und unser Van wackelte wie ein Schiff auf hoher See. Hätten wir das vorher gewusst, wären wir vielleicht doch noch weitergezogen…

Von New Mexico nach Arizona – Duschen für 1$, eine weitere Zeitverschiebung & der perfekte Stellplatz 🚿🌵🌅

Nach der stürmischen Nacht stand für uns fest: Wir ziehen weiter! Über die Kleinstadt Las Cruces, wo wir für gerade einmal 1 Dollar eine heiße Dusche mit unglaublichem Wasserdruck in einem öffentlichen Hallenbad genossen, machten wir uns auf nach Willcox.

Ein neuer Bundesstaat & eine weitere Zeitverschiebung

Auf dem Weg dorthin überquerten wir bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Tage eine Bundesgrenze – diesmal ging es von New Mexico nach Arizona. Das brachte uns eine weitere Zeitverschiebung von einer Stunde zu unseren Gunsten. So erreichten wir unser Ziel früher als gedacht – immer wieder eine coole Überraschung, wenn man plötzlich “gratis” Zeit gewinnt!

Ein Stellplatz wie aus dem Bilderbuch 🌊🦢

Unser neuer Übernachtungsplatz befand sich diesmal an einem wunderschönen, sauberen See, auf dem zahlreiche Enten schwammen und große, graue Kraniche im seichten Wasser nach Futter suchten. Anders als in der Nacht zuvor waren hier keine riesigen Trailer, sondern fast ausschließlich Vans in unserer Größe – die perfekte Atmosphäre.

Wir fanden einen traumhaften Platz mit genügend Abstand zu den anderen Campern und einer atemberaubenden Aussicht auf den See, die sanften Bergketten und die goldgelb schimmernden Prärie-Grasbüschel.

Und dann war er da – dieser eine Moment.

Der Moment, in dem uns bewusst wurde:

✨ YES! Die letzten Monate voller Strapazen, Unsicherheiten und emotionaler Achterbahnfahrten haben sich gelohnt. ✨

Genau hierfür sind wir unterwegs:

Für das unglaubliche Freiheitsgefühl, für die Natur, die uns endlich wieder mit ihrer Vielfalt beeindruckt, für diese Momente, die einem das Herz höherschlagen lassen. ♥️

Unerwartetes Aprilwetter, gemütliche Stunden & ein magischer Blick auf die Berge 🌦️❄️🏞️

Der nächste Morgen überraschte uns mit echtem Aprilwetter: Kalte Winde, Graupelschauer und ein launischer Sonne-Wolken-Mix machten uns einen Strich durch die geplante Tageswanderung. ❌

Da es draußen ungemütlich war, schalteten wir kurzerhand die Heizung ein und machten es uns im Van bequem. Immerhin hatte sich an der traumhaften Aussicht nichts geändert!

Regen und Graupel im März in Arizona

• Simon vertiefte sich ins nächste YouTube-Video,

• während ich mir endlich die Zeit nahm, einen genaueren Blick in unseren „Reise-Know-How USA Westen“ Reiseführer zu werfen.

Schnee in der Wüste? Ein Panorama wie aus dem Bilderbuch ❄️⛰️🌅

Am Nachmittag stabilisierte sich das Wetter, sodass wir uns doch noch zu einem Spaziergang um den See aufmachten. Dabei entdeckten wir, dass es in den Höhenlagen über Nacht wohl geschneit hatte – die Berggipfel waren mit einer feinen Puderzuckerschicht überzogen und die Szenerie war unbeschreiblich schön. ✨

Schnee auf den Bergkuppen

Felsen, Freiheit & die erste große Wanderung – Unser erstes National Monument in den USA! 🏞️

Der nächste Morgen begrüßte uns mit strahlend blauem Himmel, Sonnenschein und deutlich angenehmeren Temperaturen. Hatte sich das Warten also gelohnt! ☀️

Während sich der traumhafte See in völliger Windstille in einen gigantischen Spiegel verwandelte und die umliegenden Berge darin reflektierte, genossen wir gemütlich unseren Morgenkaffee. Dann wurde es Zeit, uns auf direktem Weg zu unserem ersten National Monument zu begeben!

Chiricahua National Monument – Ein Labyrinth aus Felstürmen 🏜️

Das Chiricahua NM überraschte uns mit freiem Eintritt – der Service war dennoch erstklassig, inklusive sauberer Toiletten, Trinkwasserspender und top ausgeschilderter Wanderwege.

🚐 Unser Startpunkt: Der Echo Canyon Trail

🥾 Unsere Route: 14 km Rundwanderung durch die bizarren Felstürme, die über Jahrtausende durch Erosion geformt wurden.

🌡️ Überraschung: Auf 2.000 Metern Höhe fanden wir sogar noch einige Schneereste – doch gegen Mittag liefen wir bereits im T-Shirt durch die Felsformationen.

Und was für Formationen das waren! 🏜️ Soweit das Auge reichte, sahen wir nichts außer riesige Felsnadeln. Einige erinnerten mit etwas Fantasie sogar an tierische oder menschliche Skulpturen. Ein Anblick, der uns einmal mehr zeigte, warum die USA für Naturfreunde einfach ein Paradies der Superlative sind!

Erkennt ihr das Gesicht???
Quietsche Ente
Kissing Rocks

Erschöpft, aber überglücklich, dass wir dieses Naturwunder mit eigenen Augen sehen durften, kehrten wir am späten Nachmittag zu unserem Van zurück.


Und das war sie auch schon – unsere erste Woche in den USA! 🇺🇸🎉

Jetzt geht es für uns weiter nach Tucson, wo bei unseren Freunden Yvonne und Brett unsere neuen Stoßdämpfer auf uns warten. Im Idealfall sind bis dahin auch unsere neuen Falken AT-Reifen eingetroffen, sodass unser Van endlich wieder fit für die unzähligen Meilen durch die USA sein wird.

Wohin es uns danach verschlägt? Das steht noch in den Sternen – es bleibt also spannend! 🚀

Danke fürs Lesen & bis nächste Woche! 😊