NEW BLOG POST (09.-22.02.2026) 🇺🇸 4.500 Kilometer Roadtrip quer durch die USA

Von Mexiko bis nach Baltimore – ein perfekter Grenzübertritt, Texas BBQ und Wüstenwinde

Nach genau zwei Monaten auf der Baja hieß es: zurück in die USA. Vor uns liegen rund 4.500 Kilometer – einmal quer durchs Land, von der mexikanischen Grenze bis nach Baltimore.

Aber fangen wir vorne an.


Einfacher Grenzübertritt bei Mexicali East

Der Grenzübertritt bei Mexicali East verlief überraschend unkompliziert. Kein Blick in den Innenraum unseres Vans, kein prüfender Blick in den Kühlschrank – nichts. Der Beamte stellte lediglich ein paar knappe Fragen und wünschte uns anschließend eine gute Fahrt, fertig!

Was wir allerdings verpassten: die mexikanische Migración. Somit haben wir keinen Ausreisestempel im Pass und konnten auch unser FMM (Touristenkarte) nicht abgeben…

Back in the USA

Auf der anderen Seite wartete dann Calexico auf uns – ein herrliches Wortspiel aus California und Mexiko – und zu unserer großen Freude auch ein Aldi. Frisches Obst, Gemüse, Brot, Joghurt. Nach Wochen auf der Baja fühlte sich das fast schon luxuriös an – und in Windeseile war der Einkaufszettel vollständig abgearbeitet. Wer selbst schon einmal in Mexiko, Zentral- oder Südamerika unterwegs war weiß, was ich damit meine.


Zwergenautos & echte Leidenschaft in Arizona

Die erste Nacht verbrachten wir inmitten der Wüste nahe Yuma, Arizona. Traumhafter Sonnenuntergang über den kahlen Bergen inklusive.

Am nächsten Tag besuchten wir das Ernie Adams Dwarf Car Museum📍 32.895997, -112.138435. Für 5 US-Dollar Eintritt pro Person bekommt man hier nicht nur liebevoll dekorierte Miniatur-Rennwagen zu sehen, sondern trifft im besten Fall auch den Erbauer selbst – Ernie Adams – oder seine Söhne.

Die sogenannten Dwarf Cars – zu Deutsch Zwergenautos – sind maßstabsgetreue, fahrbare Mini-Versionen klassischer 30er- und 40er-Jahre-Rennwagen. Alles in Handarbeit gebaut. Motor, Lenksystem, Karosserie – nichts wirkt wie Spielzeug. Ein echtes Herzensprojekt und absolut sehenswert.


Tucson – Freunde, Dachluken & die Gem Show

Weiter ging es nach Tucson zu unseren Freunden Yvonne und Brett, die wir letztes Jahr im März schon einmal besucht hatten. Zufall oder Fügung: Am Tag unserer Ankunft hatte Brett Geburtstag – und unser Überraschungsbesuch war offensichtlich ein grandioses Geschenk. 🎁

Yvonne überraschte uns wiederum mit frisch gebackenen Rusks – südafrikanischen Kaffeekeksen, irgendwo zwischen Cantuccini und hartem Granola Bar. Perfekt als Reiseproviant.

Am nächsten Tag ließen wir bei Camping World unsere Dachluken prüfen. Der Verkäufer war angenehm ehrlich: Wenn es an den Dachluken läge, würde das Wasser immer an derselben Stelle eindringen. Tut es aber nicht. Also bleibt unser Verdacht bestehen – irgendwo auf dem Dach muss ein anderes Leck sein… 😣

Unsere Lösung wird wohl sein, das komplette Dach bei Gelegenheit mit Panda Coat zu versiegeln. Einmal richtig und hoffentlich endgültig.

Gemeinsam mit Yvonne radelten wir außerdem zur weltbekannten Tucson Gem Show: eine der größten Edelstein-, Mineralien- und Fossilienmessen der Welt. Händler aus aller Welt präsentieren hier Schmuck, Rohsteine und seltene Sammlerstücke. Selbst wer nichts kaufen möchte, kommt aus dem Staunen – schon allein ob der puren Masse – kaum heraus.

Die Abende verbrachten wir im Wechsel am Herd, und zum Abschied gab es ein leckeres, klassisches amerikanisches Frühstück mit Spiegelei, Bacon und Würstchen – und abends ein BBQ mit Lagerfeuer.

Als i-Tüpfelchen erhielt ich noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk: eine selbstgenähte Küchenschürze samt passenden Topflappen und Geschirrtuch. Handgemacht von Yvonne, nur für mich und wunderschön.


4.500 Kilometer Richtung Osten

Exakt eine Woche nach unserer Ankunft hieß es leider auch schon wieder Abschied von den beiden nehmen, denn vor uns liegt eine gewaltige Strecke – einmal quer durch die USA – von West nach Ost.

Um Wintereinbrüche möglichst zu vermeiden, entschieden wir uns für die klassische South-of-the-Rockies-Route:

Mexicali → Yuma → Tucson → Las Cruces → El Paso → San Antonio → Houston → New Orleans → Atlanta → Virginia → Baltimore

Die nördliche Route (über Colorado, Kansas, Ohio) ist zwar etwas kürzer, aber im Februar auf Grund von Eis und Schnee – und daraus resultierender Straßensperren – schlicht nicht empfehlenswert.

Damit ihr die Distanzen besser einordnen könnt:

Texas allein ist fast so groß wie Frankreich. West nach Ost misst der Staat rund 1.500 Kilometer. Und New Mexico ist flächenmäßig so groß wie Polen.

Die USA sind schlichtweg riesig – und vor uns liegen mindestens 16 lange Fahrtage. 🚐💨


Tag 1 – Wüstenwind & Klapperschlangen

An unserem ersten Fahrtag absolvierten wir gleich 480 Kilometer von Tucson bis Anthony – der Grenzstadt zwischen New Mexico und Texas.

Der Einfachheit halber übernachteten wir in Nähe der Interstate 10 am New Mexiko Welcome Center und wir waren einmal mehr erstaunt, wie gut wir trotz der unüberhörbaren Autobahngeräusche dort schliefen.

Warnschilder vor Rattlesnakes neben den Park- und Rastbänken erinnerten uns daran, wo wir uns befanden und dass wir tunlichst auf unsere Umgebung achten sollten, während starke Winde mit bis zu 50 km/h Staub und Grasbüschel über die Landschaft trieben.

Den Umweg zum Big Bend National Park (+300 km) sowie zu den Carlsbad Caverns ließen wir aus Zeit- und Wettergründen aus. Vor uns lagen immerhin noch rund 4.000 Kilometer Fahrt.


Tag 2 – Texas beginnt groß

Die Großstadt El Paso mit ihrer verrückten Verkehrsführung über mehrere, via Brückenpfeiler übereinander liegende Spuren und Straßen, umgingen wir am nächsten Morgen weitläufig über den Loop 375.

Bis zum Abend schafften wir recht entspannt 390 Kilometer bis zur Pecos County Rest Area East Bound. Diese war unglaublich modern und ähnelte eher einem Nationalpark Visitor Center als einem schnöden Rastplatz an der Autobahn.

Leider lagen die Parkplätze recht nah an der I-10, weshalb unser Schlaf diesmal nur mittelmäßig gut ausfiel.


Tag 3 – Erster Etappensieg & Texas BBQ

Mittwochs fuhren wir weitere 380 Kilometer bis Junction.

Somit haben wir, nach gerade einmal drei Tagen, bereits 1.250 Kilometer – ein Viertel der Strecke – hinter uns gebracht.

Zur Feier des Tages gönnten wir uns am Abend ein typisches Texas Barbecue bei Lum’s BBQ:

📍 30.497294, -99.778581.

Das Fleisch war zart und reichlich, die Beilagen allerdings nur auf mittelmäßigem Kantinen-Niveau und das Ambiente war für unseren Geschmack ebenfalls ausbaufähig. Und noch ein Tipp, falls ihr ebenfalls dort einkehren möchtet: Nehmt nicht die spicy spaghetti! 🔥


Neuer Sprit-Rekord

Dank Rückenwind und schnurgerader Interstate 10 East stellten wir am nächsten Tag einen neuen Rekord auf:

1.291 Kilometer mit einer einzigen Tankfüllung. ⛽️

Das entspricht 7,65 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

Und in Boerne, Texas tankten wir für 3,099 US$ pro Gallone – umgerechnet 0,688 € pro Liter Diesel – unseren Van wieder voll. Ein weiterer Rekord, denn so günstig hatten wir bis dato noch nie getankt.


San Antonio – überraschend charmant

185 Kilometer später erreichten wir San Antonio.

Mit rund 1,5 Millionen Einwohnern ist sie, nach Houston, die zweitgrößte Stadt in Texas und die siebtgrößte der USA.

Unser Park- und Schlafplatz lag in einer ruhigen Sackgasse mit direktem Zugang zum River Walk:

Stellplatz-Koordinaten📍 29.436339, -98.483701

12 Kilometer zu Fuß entlang des River Walk

Der San Antonio River Walk ist ein mehrere Kilometer langes Wegenetz entlang des Flusses – gesäumt von Restaurants, Cafés, Brücken und schattigen Plätzen. Eine Oase mitten in der Stadt.

Zu Fuß erkundeten wir:

The Alamo – ehemalige spanische Mission und Schauplatz der berühmten Schlacht von 1836 im texanischen Unabhängigkeitskrieg. Heute ein Symbol für Widerstand und texanischen Stolz.

La Villita – historisches Künstlerviertel mit kleinen Boutiquen und Galerien.

Tower of the Americas – 230 Meter hoch, gebaut zur Weltausstellung 1968 und auch heute noch höchstes Gebäude von San Antonio.

King William Historic District – prachtvolle Villen aus dem 19. Jahrhundert.

San Fernando Cathedral & Main Plaza – eine der ältesten Kathedralen der USA.

El Mercado – vor allem Souvenirs, überraschend wenig mexikanisches Essen.

Unsere Tour könnt ihr anhand folgendem Link ganz bequem nachgehen:

Dazu einfach Karte in Google Maps öffnen und auf Fußgänger umstellen.

Unser Fazit: San Antonio ist eine tolle Stadt und fühlt sich, für solch eine große Metropole, erstaunlich ruhig und gemütlich an. Man sollte für eine entspannte Sightseeingtour unbedingt einen halben bis ganzen Tag einplanen. Auch der Verkehr war angenehm entspannt und wir erreichten alles ohne Umwege.


Und dann: 3 Stunden Stau

Am späten Nachmittag gerieten wir dann, beim verlassen von San Antonio, auf der I-10 in eine Baustelle. Drei Spuren plus parallel verlaufende Landstraße wurden auf nur eine einzige Spur zusammengeführt. Das Ergebnis?! Fast 3 Stunden Stop-and-Go.

So hatten wir uns das Ende dieses schönen Tages nicht vorgestellt…


Ob wir Houston am nächsten Tag problemloser erreichten und was uns dort – sowie am Golf von Mexiko – erwartete, erzähle ich euch im nächsten Beitrag.

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