NEW BLOG POST 🇺🇸 (02. – 07.04.2025) Grand Canyon – Atemberaubende Tiefen, farbenprächtige Weite und ein Gefühl von Ewigkeit

Vom Frühling in den Winter: Schneegestöber in Flagstaff statt Grand Canyon

Nach einem sonnigen, trügerisch schönen Start in den Tag holte uns dann im Laufe des Tages in Flagstaff, Arizona doch noch der Winter ein. ❄️

Während morgens noch die Sonne über den schneebedeckten Berggipfeln glitzerte, verwandelte sich das Wetter am Nachmittag in eine weiße Überraschung: Schneefall – Ende März! An eine Weiterfahrt zum Grand Canyon war damit keinesfalls zu denken… 😣

Morgens…
…abends
…nachts
Nächster Morgen

Also legten wir kurzerhand einen weiteren Arbeitstag auf dem Parkplatz der öffentlichen Bibliothek ein. Glücklicherweise reichte das stabile und schnelle WLAN bis direkt in unseren Van hinein – perfekt, um in aller Ruhe an neuen Inhalten zu tüfteln und den digitalen Schreibtisch abzuarbeiten. 👩🏼‍💻👨🏻‍💻

Umweg ins Staunen – Warum uns der Petrified Forest trotz Winterchaos den Atem raubte

Da am Abend neuerdings starkes Schneegestöber eingesetzt hatte, sahen wir uns am Donnerstag endgültig dazu gezwungen, unsere ursprünglichen Reise- und Routenpläne einmal mehr zu verwerfen. In Flagstaff würde uns weiterer Schnee sowie eisiger Wind erwarten, weshalb wir beschlossen, vor den winterlichen Wetterbedingungen Reißaus zu nehmen. Dies bedeutete allerdings eine rund 200 Kilometer lange Fahrt in die „falsche“ Richtung – nämlich nach Osten, zurück in Richtung New Mexico, aus der wir vor gut zwei Wochen nach unserem Grenzübertritt eingereist waren. 🚐💨

Dafür erwartete uns in Winslow, einem kleinen Dorf auf dem Weg zum Petrified Forest National Park, im hiesigen Hallenbad eine sehr willkommene Belohnung: eine heiße Dusche für gerade einmal 2 $ pro Person – was will man mehr?

Heiße Dusche im Hallenbad 👍🏻

Von dort aus war es dann auch nicht mehr weit bis zum Eingang des Nationalparks – möglicherweise einem der faszinierendsten von ganz Amerika. Der Park ist nicht nur beeindruckend weitläufig, sondern auch unglaublich vielseitig. Und auch der Wettergott hatte ein Einsehen: Pünktlich zu unserer Ankunft tauschte er Schneegraupel gegen Sonnenschein ein. Nur der Wind blieb eisig. 🥶

Dennoch konnten wir uns gut umschauen – zuerst im informativen Visitor Center und dann zu Fuß auf verschiedenen Trails. Dort kamen wir den Jahrmillionen alten, versteinerten Baumriesen zum Greifen nah. Und obwohl wir selbige schon einmal im Süden Argentiniens bestaunen durften, versetzten uns die zu Stein erstarrten Baumstämme und Scheiben erneut in ungläubiges Staunen. 😯 Unglaublich, was die Natur zu Stande bringt! Ich meine – schaut euch auf den Fotos doch einmal die gut erhaltene Struktur der ehemals hölzernen Baumrinde an oder in welch gleichmäßige Scheiben die Bäume unter der Last der Erde zerteilt worden sind! Eine Motorsäge hätte das nicht besser hinbekommen.

Der Park erstreckt sich über gut 30 Kilometer vom südlichen bis zum nördlichen Eingang, und auf dem Weg dorthin begegnet man nicht nur Fossilien, sondern auch ganz unterschiedlichen Landschaftsformen. Die Blue Mesa, mit ihren bunt gestreiften Sandsteinschichten, gaben Aufschluss über geologische Epochen hinweg. Dazu kamen noch die Überreste von Siedlungen der PuebloIndianer, die hier um das Jahr 1250 in einem bis zu 100 Räume umfassenden Wohnkomplex lebten – inklusive zentraler Plaza. Unglaublich, wenn man bedenkt, wie organisiert diese Gemeinschaft bereits damals war. 😮

Bunte Berge – Blue Mesa
Alte Pueblo Ruinen
Petroglyphen – seht ihr den Frosch fressenden Ibis? 🧐

Mindestens genauso spektakulär war die Aussicht auf die Painted Desert – eine endlos scheinende Weite aus rostroten Hügeln, die sich wie gemalt bis zum Horizont erstreckt. Und wer noch nicht genug Geschichte erlebt hatte, bekam mit dem Route 66 Meilenstein noch einen Hauch Nostalgie obendrauf: Von 1926 bis 1958 führte die legendäre Traumstraße exakt durch diesen Abschnitt des Parks.

Die Painted Desert

Fazit: Der „Umweg“ hatte sich mehr als gelohnt. ✅

Leben am Abgrund – Wie die Sinagua im Walnut Canyon Felswände zu Wohnungen machten

Auf dem Rückweg nach Flagstaff statteten wir am nächsten Vormittag noch dem Walnut Canyon National Monument einen Besuch ab. Dieses liegt quasi direkt vor den Toren der Stadt, und dank unseres America the Beautiful-Passes hatten wir auch hier freien Eintritt.

Auch dieser Abstecher war in jedem Fall einen Besuch wert – denn hier, in dieser zerklüfteten, teils bewaldeten Schlucht, lebten einst die Sinagua: Ein prähistorisches Volk, das lange vor den heute bekannten Stämmen wie den Hopi oder Zuni in dieser Region siedelte. Der Name „Sinagua“ stammt übrigens aus dem Spanischen und bedeutet „ohne Wasser“ – was wohl schon andeutet, wie herausfordernd das Leben hier gewesen sein muss.

Unter natürlichen Felsüberhängen und in geschützten Nischen der Canyonwände errichteten sie ihre sogenannten Cliff Dwellings – kleine, gemauerte Behausungen aus Stein und Lehm, die bis heute gut erhalten sind. Die Felsvorsprünge boten ihnen dabei bereits idealen Schutz vor Wind, Regen und Sonne, sodass es nur noch weniger Handgriffe bedurfte, um daraus bewohnbare Unterkünfte zu machen.

Die Überreste dieser Behausungen waren auf beiden Seiten des Canyons mit bloßem Auge gut zu erkennen. Und wenn man auf dem schmalen Rundweg entlang der Felskante unterwegs war, konnte man nicht nur tief in die Geschichte, sondern auch tief in die Schlucht blicken – mit Respekt, denn allein der Gedanke, hier täglich Nahrung, Wasser oder Feuerholz herauf- und herunterzuschleppen, ließ einen ganz automatisch langsamer laufen. Was für ein körperlich anspruchsvolles Leben das gewesen sein muss! 😳

Die Sinagua lebten hier etwa vom 12. bis ins 13. Jahrhundert hinein, ehe sie die Region aus bislang ungeklärten Gründen verließen – vermutlich wegen klimatischer Veränderungen oder Ressourcenknappheit. Ihre Nachfahren sind vermutlich in den heutigen Hopi– und Zuni-Völkern aufgegangen, deren Siedlungen teils nicht weit von hier entfernt liegen.

Ein absolut spannender Ort – sowohl wegen seiner natürlichen Schönheit als auch wegen der Einblicke, die er in das Alltagsleben vor hunderten von Jahren gewährt. 🌟

Paket abholen, Sonne tanken und endlich ab Richtung Grand Canyon

Mangels Alternativen verbrachten wir noch einmal eine weitere, ruhige Nacht auf dem Supermarktparkplatz in Flagstaff. Praktischerweise konnten wir dort am nächsten Morgen direkt unser Amazon-Päckchen mit den bestellten Solarkabeln abholen. In den USA ist das – dank der zahlreichen Amazon-Locker an Tankstellen, Supermärkten oder in Paketshops – wirklich total unkompliziert und super praktisch.

Und weil die Wettervorhersage für die kommenden Tage endlich puren Sonnenschein versprach, stand dem nächsten großen Etappenziel nichts mehr im Weg: Nach einer Woche Wartezeit machten wir uns ENDLICH auf den Weg zum Grand Canyon! 🤗

Kurz vor der Einfahrt in den Nationalpark fanden wir im angrenzenden Kaibab National Forest einen traumhaften, kostenlosen Stellplatz – mitten in herrlichster Natur! Umgeben von Kiefernwäldern, mit weitem Blick und absoluter Ruhe. Sogar eine Feuerstelle wäre vorhanden gewesen, doch für ein gemütliches Lagerfeuer war es hier oben auf über 2.000 Metern Höhe dann leider doch noch ein bisschen zu frisch.

Sonnenaufgang am Canyon – Unser magischer Start am East Rim

War es die Aufregung oder die kühle Nacht, die mich schlechter schlafen ließ als sonst? Bereits um kurz vor 5 Uhr in der Früh machte ich die Augen auf – und bis zum Weckerklingeln um 7 Uhr fand ich keinen Schlaf mehr. In der offiziellen App des National Park Service hieß es, man solle nach Möglichkeit vor 9 Uhr morgens am Visitor Center sein, um Menschenmassen und lange Warteschlangen zu vermeiden. Gesagt, getan!

Unsere Erkundungstour startete am deutlich weniger frequentierten East Rim – und was soll ich sagen? Das frühe Aufstehen hatte sich definitiv gelohnt! Beim Desert View Visitor Center war der Parkplatz noch so gut wie leer, und die Aussicht auf den wohl berühmtesten – wenn auch mit rund 450 Kilometern Länge, bis zu 29 Kilometern Breite und über 1.800 Metern Tiefe nicht den größten – Canyon der Welt war schlichtweg atemberaubend.

Bereits hier konnten wir einen ersten Blick auf den Little Colorado River erhaschen, der zusammen mit dem Colorado River über sechs Millionen Jahre hinweg dieses gigantische Naturwunder in den Fels gefräst hat. Ab etwa 11 Uhr wurde es deutlich voller, aber dank des winterlichen Wetters der vergangenen Tage waren wohl nur wenige der sonst rund 5 Millionen Besucher jährlich unterwegs. 👌🏻

Wir fuhren mit unserem Van die verschiedenen Aussichtspunkte entlang des South Rim ab, liefen mehrere Abschnitte des Rim Trails zu Fuß und legten unzählige Foto- und Filmpausen ein. Dabei lief uns sogar ein Elch direkt vor die Linse – ganz offensichtlich an Menschen gewöhnt und vollkommen unbeeindruckt von unserer Anwesenheit. 🥰

Unser erster Tag am Grand Canyon endete am Mather View Point sowie im großen Visitor Center, das uns allerdings mit eher spärlichen Informationen enttäuschte. Mit den Köpfen voll einmaliger Eindrücke machten wir uns am späten Nachmittag erneut auf Stellplatzsuche – und wurden fündig: In einem öffentlich zugänglichen Waldstück, unweit des Parks, wo das Campen erlaubt ist. Kein Wunder also, dass wir dort auf einige Gleichgesinnte trafen. 😆

Imposante Weite, bewegende Stille – Abschied vom Grand Canyon

Am zweiten Tag widmeten wir uns dem westlichen Teil des Grand Canyons – jenem Abschnitt, der von den meisten Besucher*innen angesteuert wird. Kein Wunder, denn hier befinden sich einige der bekanntesten Aussichtspunkte und Wanderwege des gesamten Parks. Der berühmte Bright Angel Trail etwa führt gut 1.300 Höhenmeter hinab bis zum Colorado River – allerdings ist diese Tour nichts für schwache Nerven oder schlechte Ausrüstung, besonders bei sommerlicher Hitze oder – wie bei uns – eisigen Restschneefeldern. Ähnlich spektakulär und fordernd ist der South Kaibab Trail, der mit seinen freigelegten Graten und steilen Abhängen zwar traumhafte Blicke bietet, aber keinerlei Schatten oder Wasserstellen aufweist. Eine gute Planung und körperliche Fitness sind auf diesen Trails also absolute Pflicht!

Da viele dieser Pfade witterungsbedingt noch gesperrt waren, blieben wir wie am Vortag auf den Wegen entlang des Canyonrandes. Und auch hier gab es mehr als genug zu sehen: Über die Hermit Road reihen sich insgesamt neun verschiedene Viewpoints aneinander, einer schöner als der andere. 😍 Doch wer ab dem 1. März unterwegs ist, darf diese Strecke nicht mehr mit dem eigenen Fahrzeug befahren. Stattdessen verkehren kostenlose Shuttlebusse im 15-Minuten-Takt – sogar eine Stunde vor Sonnenaufgang und eine Stunde nach Sonnenuntergang. Alternativ kann man auch aufs (Leih-)Fahrrad umsteigen – was wir geplant hatten, doch Simons platter Reifen machte uns erneut einen Strich durch die Rechnung. Also hieß es früh raus aus den Federn und rein in den Bus.

Wer genau hinsieht erkennt den Colorado River

Nach rund 40 Minuten erreichten wir die Endhaltestelle: Hermit’s Rest. Von dort wanderten wir gemütlich von einem Aussichtspunkt zum nächsten, zurück in Richtung Visitor Center. Wer nicht den ganzen Weg laufen möchte, kann die Strecke in Teilabschnitten erkunden und flexibel an jeder Haltestelle wieder in den Bus steigen. 🚌💨

Das Wetter? Ein Traum! Blauer Himmel, wärmende Sonne, keine Wolke in Sicht – perfekt für unser Vorhaben. Und dennoch: Auch wenn der Westteil mit seinen logistischen Vorteilen punktet, konnten wir nicht ganz nachvollziehen, weshalb dieser von so vielen dem East Rim vorgezogen wird. Wir fanden die Aussicht dort fast noch dramatischer, die Trails einsamer und das gesamte Erlebnis ursprünglicher – nicht zuletzt, weil man sich dort frei mit dem eigenen Fahrzeug bewegen kann. 🤩

Am Nachmittag zogen dann doch noch ein paar Schleierwolken auf. Unsere Hoffnung auf einen perfekten Sonnenuntergang über dem Canyon erfüllte sich somit nicht ganz. ⛅️ Aber wir beschwerten uns keinesfalls – zwei Tage voller Staunen, Ehrfurcht und bewegender Naturmomente lagen hinter uns. Zwei Tage, die wir ganz sicher nie vergessen werden. ♥️♥️♥️

Grand Canyon & Route 66 im Video! 👆

So sehr wir uns auch bemüht haben – die unfassbare Weite, die dramatische Tiefe und die Farbintensität dieses Naturwunders lassen sich auf Fotos einfach nur schwer einfangen. Einen etwas besseren Eindruck bekommt ihr vielleicht in unserem dazugehörigen YouTube-Video – schaut also unbedingt mal rein! Und nicht vergessen: Auch nächste Woche geht’s hier weiter – dann nehmen wir euch mit über die legendäre Route 66 Richtung Las Vegas. Es bleibt spannend! 🌎🚐💨

NEW BLOG POST 🇺🇸 (11. – 16.03.2025) Unser Start in den USA: White Sands National Park, atemberaubende Felslandschaften & die erste große Wanderung!

Erster Tag in den USA – eSIM, Meilen & Supermarkt-Schock 🇺🇸🚐

An unserem allerersten Morgen in den USA mühte ich mich redlich, eine eSIM-Karte auf meinem Handy zu installieren – und scheiterte prompt am Checkout. Jedes Mal wurde eine fehlende Versandadresse moniert, obwohl eine eSIM ja gerade den Vorteil hat, dass sie digital per E-Mail kommt. Erfreulicherweise funktionierte der Support-Chat von Mint Mobile ziemlich gut, und mein Englisch läuft nach wie vor flüssiger als mein Spanisch. Vermutlich lag es an der deutschen Kreditkarte oder PayPal-Adresse, aber dank kompetenter Hilfe war die Installation eine Stunde später abgeschlossen. Damit waren wir hoffentlich für die nächsten drei Monate mobil unterwegs. 📱

Nach einer heißen Dusche und einem schnellen Frühstück verließen wir den Loma Paloma RV Park wieder, um uns über sehr gute Straßen knapp 500 km bis nach El Paso zu bewegen. Wir staunten nicht schlecht über die vielen Neuwagen – meist gigantische Pick-ups, riesige Wohnwagentransporter mit angehängtem Jeep oder gleich vollintegrierte Luxus-Camper. Auch unser erster Tankstopp in den USA stellte uns vor Herausforderungen: Hier muss man selbst tanken und kann erst nach Vorkasse Diesel zapfen. Dafür lag der Literpreis in Texas knapp unter 1 €, auch wenn die Preise an den Tankstellen in Gallonen angegeben werden.

Von Kilometern zu Meilen & die Zeitzonen-Verwirrung

Neben der Umstellung aufs imperiale System (Meilen statt Kilometer) mussten wir höllisch aufpassen, nicht versehentlich zu schnell zu fahren. Die Landschaft blieb übrigens genauso karg und öde wie auf mexikanischer Seite – ein krasser Gegensatz zu anderen Ländergrenzen, wo sich die Umgebung oft schlagartig verändert. Unklar blieb hingegen lange die Uhrzeit: Unsere Uhren konnten sich trotz GPS nicht auf eine eindeutige Zeitzone festlegen, sodass wir nicht wussten, ob wir eine Stunde gewonnen oder verloren hatten. 😵‍💫

Der Highway 10 in Texas
Rastplatz mit Tipis

Der größte Supermarkt unseres Lebens 🛒

Nach sechs Stunden Fahrt erreichten wir am späten Nachmittag einen Walmart in El Paso – eine riesige Stadt direkt an der Grenze. Da wir nicht hungrig einkaufen wollten, kochte ich uns schnelle Pesto-Spaghetti, bevor wir dann in den größten Supermarkt gingen, den wir je betreten hatten. Die Produktauswahl war gigantisch – hier gab es wirklich ALLES, was man sich nur vorstellen konnte. Sogar Waffenmunition lag (immerhin abgesperrt) in Vitrinen. Leider waren auch viele Preise, wie erwartet, enorm hoch. Während Obst & Gemüse noch halbwegs erschwinglich waren, sah es bei Milchprodukten, Eiern und Käse ganz anders aus. Da waren wir froh, dass wir uns in Mexiko noch mit haltbaren Lebensmitteln eingedeckt hatten.

Bleibt zu hoffen, dass wir die höheren Ausgaben für Lebensmittel und Diesel zumindest teilweise durch die vielen kostenlosen Freistehplätze in den USA werden ausgleichen können. 🙏

White Sands Nationalpark – Unser erstes Highlight in den USA 🇺🇸🏜️

Nach einem ersten Einkaufs- und Akklimatisierungstag in El Paso führte uns unser Weg direkt zu einem der spektakulärsten Naturwunder der USA: dem White Sands Nationalpark. Nur 150 km weiter, mitten in der Wüste von New Mexico, erwartete uns eine Landschaft, die surrealer kaum sein könnte.

Fakten & Infos zum White Sands Nationalpark

📍 Lage: Im Süden von New Mexico, ca. 25 km von Alamogordo entfernt.

📏 Fläche: 581 km² – das größte Gipsdünenfeld der Welt.

🦎 Tierwelt: Kojoten, Oryxantilopen, Wüsteneulen und sogar weiß gefärbte Eidechsen, die sich perfekt an ihre Umgebung angepasst haben.

🌡 Temperaturen: Tagsüber bis zu 40 °C im Sommer, nachts kann es empfindlich kalt werden.

📜 Geschichte: Die Dünen entstanden vor etwa 10.000 Jahren aus Gipskristallen des ehemaligen Lake Otero.

Schon an der Einfahrt zum Park entschieden wir uns, den “America the Beautiful” Nationalpark-Pass für 80 $ zu kaufen. Dieser gilt ein ganzes Jahr lang für alle Nationalparks in den USA – ein echtes Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass der Eintritt für den White Sands Nationalpark allein schon 25 $ gekostet hätte.

Durch die weiße Wunderwelt der Dünen

Der 8 km lange Loop Drive führte uns mitten hinein in die schneeweiße Dünenlandschaft, die in der Sonne fast gleißend leuchtete. Unser erster Stopp war der Dune Life Nature Trail, ein kurzer Rundweg, der einen ersten Eindruck der außergewöhnlichen Umgebung bot. So weit das Auge reichte: nichts als weißer Sand – nur unterbrochen von ein paar Grasbüscheln, die sich hartnäckig in der kargen Landschaft hielten.

Doch je weiter wir auf der Ringstraße in den Park hinein fuhren, desto mehr verschwanden diese letzten Überreste von Vegetation. Beim Backcountry Camping Trail legten wir einen weiteren Stopp ein und wanderten ca. 3 km durch die endlosen, unberührten Dünen. Der weiße Sand und der tiefblaue Himmel bildeten eine geradezu unwirkliche Kulisse – ein Anblick, den wir so schnell nicht vergessen werden. Zum Abschluss ließ Simon noch seine Lenkmatte am Himmel kreisen – ein Bild, das perfekt in diese windige, offene Landschaft passte.

Obwohl der Sonnenuntergang in White Sands berühmt ist entschieden wir uns, am späten Nachmittag weiterzuziehen. Unser Stellplatz für die Nacht war schnell gefunden: ein kostenfreier Platz an einem See, den ich über iOverlander entdeckt hatte.

Unser erster Stellplatz – Willkommen in der US-Vanlife-Szene 🚐🌅

Dort angekommen, erwartete uns eine neue Erfahrung: Während wir es aus Mexiko und Südamerika gewohnt waren oft alleine zu stehen, reihten wir uns hier in eine Karawane aus riesigen Campingtrailern, Expeditionsmobilen und Vans ein. Daran müssen wir uns wohl erst noch gewöhnen!

Aber die Kulisse entschädigte für alles:

🌊 Zur linken Seite spiegelte sich der tiefblaue See im Licht der untergehenden Sonne.

🏜 Zur rechten Seite leuchteten die Berge in warmem Orange.

🌕 Über uns: Ein gigantischer, bereits aufgehender Vollmond.

Besser hätte unser erster richtiger Erkundungstag in den USA kaum laufen können! ☺️

Ruhetag am See – Arbeiten, Entspannen und eine stürmische Überraschung 🌊💨

Nach den vielen Fahrtagen der letzten Woche tat es unglaublich gut, endlich mal auszuschlafen. Der Stellplatz am See war einfach zu idyllisch, um direkt weiterzuziehen, also entschieden wir uns spontan für einen fahrfreien Tag. Perfekt, um endlich das neue YouTube-Video zu schneiden und an den nächsten Blog-Beiträgen zu arbeiten.

Ein perfekter Platz zum Arbeiten… oder? 💻☕

Mit Blick auf den ruhigen See und den Bergen im Hintergrund machte das Arbeiten gleich doppelt so viel Spaß. Die Temperaturen waren angenehm, das WLAN über unsere eSIM funktionierte einwandfrei und wir fühlten uns rundum wohl.

Was wir zu dem Zeitpunkt nicht ahnten:

Am späten Abend wurde aus der idyllischen Ruhe ein stürmisches Inferno! 🌪️💨

Kurz nach Sonnenuntergang begann es heftig zu winden – und es hörte einfach nicht mehr auf. Die Böen rüttelten unseren Van durch, als wären wir zurück in Patagonien. Jeder, der schon einmal im Camper durch die argentinische Pampa gefahren ist, weiß, wovon wir sprechen.

Wir versuchten, mit Ohrstöpseln zumindest ein wenig Schlaf zu finden, aber erfolglos – die Windböen waren einfach zu laut, und unser Van wackelte wie ein Schiff auf hoher See. Hätten wir das vorher gewusst, wären wir vielleicht doch noch weitergezogen…

Von New Mexico nach Arizona – Duschen für 1$, eine weitere Zeitverschiebung & der perfekte Stellplatz 🚿🌵🌅

Nach der stürmischen Nacht stand für uns fest: Wir ziehen weiter! Über die Kleinstadt Las Cruces, wo wir für gerade einmal 1 Dollar eine heiße Dusche mit unglaublichem Wasserdruck in einem öffentlichen Hallenbad genossen, machten wir uns auf nach Willcox.

Ein neuer Bundesstaat & eine weitere Zeitverschiebung

Auf dem Weg dorthin überquerten wir bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Tage eine Bundesgrenze – diesmal ging es von New Mexico nach Arizona. Das brachte uns eine weitere Zeitverschiebung von einer Stunde zu unseren Gunsten. So erreichten wir unser Ziel früher als gedacht – immer wieder eine coole Überraschung, wenn man plötzlich “gratis” Zeit gewinnt!

Ein Stellplatz wie aus dem Bilderbuch 🌊🦢

Unser neuer Übernachtungsplatz befand sich diesmal an einem wunderschönen, sauberen See, auf dem zahlreiche Enten schwammen und große, graue Kraniche im seichten Wasser nach Futter suchten. Anders als in der Nacht zuvor waren hier keine riesigen Trailer, sondern fast ausschließlich Vans in unserer Größe – die perfekte Atmosphäre.

Wir fanden einen traumhaften Platz mit genügend Abstand zu den anderen Campern und einer atemberaubenden Aussicht auf den See, die sanften Bergketten und die goldgelb schimmernden Prärie-Grasbüschel.

Und dann war er da – dieser eine Moment.

Der Moment, in dem uns bewusst wurde:

✨ YES! Die letzten Monate voller Strapazen, Unsicherheiten und emotionaler Achterbahnfahrten haben sich gelohnt. ✨

Genau hierfür sind wir unterwegs:

Für das unglaubliche Freiheitsgefühl, für die Natur, die uns endlich wieder mit ihrer Vielfalt beeindruckt, für diese Momente, die einem das Herz höherschlagen lassen. ♥️

Unerwartetes Aprilwetter, gemütliche Stunden & ein magischer Blick auf die Berge 🌦️❄️🏞️

Der nächste Morgen überraschte uns mit echtem Aprilwetter: Kalte Winde, Graupelschauer und ein launischer Sonne-Wolken-Mix machten uns einen Strich durch die geplante Tageswanderung. ❌

Da es draußen ungemütlich war, schalteten wir kurzerhand die Heizung ein und machten es uns im Van bequem. Immerhin hatte sich an der traumhaften Aussicht nichts geändert!

Regen und Graupel im März in Arizona

• Simon vertiefte sich ins nächste YouTube-Video,

• während ich mir endlich die Zeit nahm, einen genaueren Blick in unseren „Reise-Know-How USA Westen“ Reiseführer zu werfen.

Schnee in der Wüste? Ein Panorama wie aus dem Bilderbuch ❄️⛰️🌅

Am Nachmittag stabilisierte sich das Wetter, sodass wir uns doch noch zu einem Spaziergang um den See aufmachten. Dabei entdeckten wir, dass es in den Höhenlagen über Nacht wohl geschneit hatte – die Berggipfel waren mit einer feinen Puderzuckerschicht überzogen und die Szenerie war unbeschreiblich schön. ✨

Schnee auf den Bergkuppen

Felsen, Freiheit & die erste große Wanderung – Unser erstes National Monument in den USA! 🏞️

Der nächste Morgen begrüßte uns mit strahlend blauem Himmel, Sonnenschein und deutlich angenehmeren Temperaturen. Hatte sich das Warten also gelohnt! ☀️

Während sich der traumhafte See in völliger Windstille in einen gigantischen Spiegel verwandelte und die umliegenden Berge darin reflektierte, genossen wir gemütlich unseren Morgenkaffee. Dann wurde es Zeit, uns auf direktem Weg zu unserem ersten National Monument zu begeben!

Chiricahua National Monument – Ein Labyrinth aus Felstürmen 🏜️

Das Chiricahua NM überraschte uns mit freiem Eintritt – der Service war dennoch erstklassig, inklusive sauberer Toiletten, Trinkwasserspender und top ausgeschilderter Wanderwege.

🚐 Unser Startpunkt: Der Echo Canyon Trail

🥾 Unsere Route: 14 km Rundwanderung durch die bizarren Felstürme, die über Jahrtausende durch Erosion geformt wurden.

🌡️ Überraschung: Auf 2.000 Metern Höhe fanden wir sogar noch einige Schneereste – doch gegen Mittag liefen wir bereits im T-Shirt durch die Felsformationen.

Und was für Formationen das waren! 🏜️ Soweit das Auge reichte, sahen wir nichts außer riesige Felsnadeln. Einige erinnerten mit etwas Fantasie sogar an tierische oder menschliche Skulpturen. Ein Anblick, der uns einmal mehr zeigte, warum die USA für Naturfreunde einfach ein Paradies der Superlative sind!

Erkennt ihr das Gesicht???
Quietsche Ente
Kissing Rocks

Erschöpft, aber überglücklich, dass wir dieses Naturwunder mit eigenen Augen sehen durften, kehrten wir am späten Nachmittag zu unserem Van zurück.


Und das war sie auch schon – unsere erste Woche in den USA! 🇺🇸🎉

Jetzt geht es für uns weiter nach Tucson, wo bei unseren Freunden Yvonne und Brett unsere neuen Stoßdämpfer auf uns warten. Im Idealfall sind bis dahin auch unsere neuen Falken AT-Reifen eingetroffen, sodass unser Van endlich wieder fit für die unzähligen Meilen durch die USA sein wird.

Wohin es uns danach verschlägt? Das steht noch in den Sternen – es bleibt also spannend! 🚀

Danke fürs Lesen & bis nächste Woche! 😊