NEW BLOG POST (26.-31.07.2025) 🇨🇦 Grenzübertritt nach Kanada
Glacier Nationalpark & Waterton Lakes – Naturwunder, Bären und ein mürrischer Grenzbeamter

Unser letzter geplanter Stopp in den USA führte uns in den beeindruckenden Glacier Nationalpark in Montana – gleichzeitig auch der Übergangspunkt in unser 19. Reiseland: Kanada. 🍁
Glacier Nationalpark: Naturkino vom feinsten

Unsere erste Nacht verbrachten wir in der Nähe von Browning, direkt an einem Pull-Out zwischen Landstraße und Bahnlinie. 😅 Nicht unbedingt charmant, aber dafür unweit vom Parkeingang gelegen.
Am nächsten Morgen ging’s gegen 7:30 Uhr durch den Two Medicine-Eingang in den östlichen Teil des Nationalparks. Der Vorteil: Für diesen Bereich braucht man kein Permit – im Gegensatz zu den hochfrequentierten Westzugängen oder der North Fork Road, die im Sommer zwischen 7 und 15 Uhr nur mit zeitlich begrenztem Zugang erlaubt sind.
Unsere Stopps im Glacier Nationalpark:
Running Eagle Falls – Kurzer, barrierefreier Spaziergang mit Lehrpfad. Highlight: Das Wasser schießt direkt aus der Felswand.

Two Medicine Lake – Angeln, Paddeln, Boot mieten oder einfach nur zum Paradise Point spazieren.

Going-to-the-Sun Road – Die 80 km lange Panoramastraße bietet Gletscherblicke, Wasserfälle, Bäche und Seen im Überfluss. Wir hatten Glück und fanden an jedem Viewpoint einen Parkplatz.



Unser Tipp – Wir fanden die Route von Ost nach West auf der Going-to-the-Sun Road deutlich schöner: Die Panoramablicke auf die Rocky Mountains sowie die Nähe zu Wasserfällen und Aussichtspunkten waren schlicht atemberaubend.
Avalanche Area – Trotz früher Uhrzeit (6:30 Uhr) war der Parkplatz fast voll. Der Trail of the Cedars war für uns allerdings enttäuschend und bot nicht viel sehenswertes.
Praktische Tipps:
🎫 Permitpflicht prüfen – besonders für die Many Glacier Road (nicht über die NPS-App ersichtlich).
🚿 Duschen gibt’s z. B. am Rising Sun Campground (4 USD für 8 Minuten).
💦 Wasser auffüllen & dumpen kostenlos bei St. Mary Campground.
🔥 Gas füllen möglich mit US-Adapter am KOA Campground in Saint Mary (20 USD für 3 Gallonen).
⛺️ Campen entlang Highway 89 offiziell verboten – aber zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit erlaubt (Vanlife-Logik 😉).

Grenzübertritt nach Kanada – Chief Mountain Border
Eigentlich wollten wir vor dem Grenzübertritt nach Kanada noch die berühmte Wanderung zum Grinnell Gletscher machen – doch leider erfuhren wir zu spät, dass man sich für den Hiker Shuttle auf der Many Glacier Road separat registrieren muss. 😕

Deshalb ging es am nächsten Morgen direkt weiter zur nur wenige Kilometer entfernten Chief Mountain Grenzstation, die sich innerhalb des Glacier Nationalparks befindet und nur im Sommer geöffnet ist.

Schnell, schmerzlos, freundlich? Fast…
Ein kanadischer Grenzbeamter begrüßte uns mit schlechter Laune, nahm unsere Pässe entgegen und stellte ein paar knappe Fragen. Besonders interessierte ihn unser Stand-Up-Paddle-Board – dafür mussten wir ein Formular ausfüllen, welches der Kollege im Grenzhaus dann kommentarlos entgegennahm. Kein Stempel in den Pässen, kein TIP fürs Fahrzeug. „You’re good to go“, sagte er – und ließ uns ziemlich verdutzt von dannen ziehen. 😯
Hinweis: Eine elektronische Reisegenehmigung (eTA) braucht man bei Einreise per Landweg übrigens nicht – wir hatten sie trotzdem beantragt, aus Vorsicht. Und da sich Vorschriften schnell ändern können sollte man die aktuell gültigen stets auf der Website der Landesregierung prüfen. ➡️ Canada Immigration
Waterton Lakes Nationalpark – Kanada empfängt uns mit Bären & Gratis-Eintritt

Direkt nach der Grenze erwartete uns eine weitere Überraschung: Bis zum 2. September sind alle kanadischen Nationalparks kostenlos zugänglich! Keine Permits, keine Tickets – einfach reinfahren und genießen. 🥳🥳

Maultierhirsche und Präriehunde entdeckten wir auf Anhieb im Ortszentrum.

Von dort aus fuhren wir weiter zum Cameron Lake. Hier führt ein kurzer Spaziergang bis zum Ende des Lake Shore Trails (1,7 km One Way).

Und als wir den Park am Nachmittag gerade wieder verlassen wollten gab es die erste Grizzlybären-Sichtung! Einmal sahen wir den kleinen Bären ganz nah, einmal in perfekter Foto- und Videoentfernung. 🐻


Und ein unscheinbarer Pull-Out am Highway 6 überraschte anschließend mit Panoramablick über Prärie, Seen und Berge – was will man mehr?

Definitiv ein mehr als gelungener Empfang in unserem neuen Reiseland. ♥️
Kanada im ersten Eindruck: Das fällt sofort auf
🇨🇦 Kanada ist anders – subtil, aber spürbar:
Geschwindigkeiten und Distanzen sind wieder in Kilometern, Mengenangaben in Litern bzw. Kilo.
Alles ist zweisprachig beschildert – Englisch & Französisch.
Man sieht viel mehr ältere Autos auf den Straßen – deutlich weniger Neuwagen als in den USA.
Die First Nations sind präsenter im Straßenbild – besonders in Alberta.
Im direkten Vergleich zu den USA herrscht hier weniger Perfektion: Parks und Grünflächen dürfen auch mal ein bisschen „echt“ aussehen – kein steriles Amerika-Feeling mehr.
Mennoniten & Hutterer trifft man ebenfalls häufiger – klar erkennbar an traditioneller Kleidung und Pferdewagen.
🇨🇦 Tag 2: Canyon, Wasserfall & Großeinkauf
Am nächsten Morgen machten wir uns erneut auf den Weg in den Waterton Nationalpark:
Red Rock Canyon – Im eiskalten Wasser plantschten unerschrockene Kinder, während die Erwachsenen über die roten Canyon Wände staunten.

Blakiston Falls – kurzer Spaziergang mit tollem Ausblick.

Crandell Lake Trail – fiel wegen aufziehender Gewitterwolken und To-dos flach. 👇
Versorgungs-Check in Pincher Creek:
Erfreulicherweise war unsere Hanseatic Kreditkarte, wie vom Service Center vorhergesagt, nach einer Bargeldabhebung in Höhe von über 50 € nach Wochen endlich wieder einsatzfähig. 😀

Daraufhin folgte ein Großeinkauf bei Walmart und NoFrills, um nach dem Grenzübertritt unsere zuvor aufgebrauchten frischen bzw. verderblichen Lebensmittel wieder aufzufüllen.
Fazit ➡️ Preise total okay, Umrechnung (1 € = 1,60 CAD) gewöhnungsbedürftig. 1 Liter Diesel kostet aktuell ca. 0,93 € was ebenfalls mehr als okay ist. 👌🏻
Und im Community Center von Pincher Creek gab es nicht nur einen schönen Wasserspielplatz, sondern auch richtig schnelles WLAN, öffentliche Toiletten, kostenfreie warme Duschen & obendrein sogar kostenloses Drucken in der Bibliothek (bis 10 Seiten). WOW! 🤩
🇨🇦 Kanada – ein paar Fakten zum Staunen:

Fläche: 9,98 Millionen km² (2. größtes Land der Erde)
Bevölkerung: ca. 39 Millionen Menschen
‼️ In Deutschland leben 83,5 Millionen Menschen auf nur 357.592 km² – nur mal so als Vergleich…
Klima: Vom ewigen Eis in Nunavut bis zum milden Pazifikklima in Vancouver – Kanada hat alles.
Industrie: Rohstoffe, Holz, IT & Autoindustrie.
Landwirtschaft: Hauptsächlich Getreide, Milch, Fleisch – besonders in Alberta & Saskatchewan.
Ureinwohner: First Nations, Inuit & Métis machen ca. 5 % der Bevölkerung aus.
Fazit: Kanada – wir sind angekommen!

Der Grenzübergang war so unkompliziert wie nie, die Natur ist grandios, die Stimmung gelöst – und der erste Bärenmoment unvergesslich. ♥️
Die Mischung aus Wildnis, Gelassenheit und Offenheit begeistert uns schon jetzt. Ob unser plötzlich mal wieder stark leckender Wassertank daran etwas ändern wird – das erfahrt ihr im nächsten Beitrag kommenden Sonntag!
Bis dahin – bleibt neugierig & bis bald aus Kanada!
Eure SiJus – Simon & Julia. 👋