NEW BLOG POST (08.01.-08.02.2026) 🇲🇽 Grauwale, Geburtstag & Baja-Abschied

Unser Roadtrip von Loreto bis Mexicali

Manchmal sind es die leisen Wochen, die sich am tiefsten einprägen. Und manchmal sind es genau die Tage zwischen Zahnarztterminen, Sandpiste und Abschied, die eine Reise noch einmal in ein ganz besonderes Licht tauchen. ✨


Adiós Loreto

Bevor wir Loreto endgültig den Rücken kehrten, gönnte ich mir noch einen Friseurbesuch im Nopolo Beauty Salon – 300 MXN (ca. 15 €) für Waschen, Schneiden, Föhnen und eine richtig nette Unterhaltung inklusive. So fühlt sich Mexiko an: unkompliziert, herzlich und fair.

Happy nach dem Friseur Besuch 🙃

Nach einer Woche hieß es dann Abschied nehmen von Loreto – mehr dazu im vorherigen Beitrag – und wir machten uns wieder auf Richtung Norden.


Blöder Fehler…

Auf dem Weg nach Mulegé wollten wir noch einen einsamen Strand ansteuern. Der Ranch-Besitzer erlaubte uns freundlicherweise die Durchfahrt über sein Privatgelände aber der Weg war ruppig, nicht auf der Karte eingezeichnet und forderte unsere volle Konzentration.

Als wir schließlich endlich das Meer erreichten – kilometerlang, menschenleer, traumhaft – passierte er: der klassische Anfängerfehler. Wir fuhren zu weit in den weichen Sand hinein, schlugen beim Zurücksetzen ein, anstatt einfach geradeaus rückwärts zu rollen – und zack, die Vorderräder gruben sich immer tiefer ein.

Zu allem Übel klemmte auch noch das Schloss, mit dem wir unsere Sandbleche befestigt hatten. Großartig…

Mit Schaufel, Luft aus den Reifen und unseren Fußmatten als improvisierte Traktionshilfe schafften wir es am Ende aus eigener Kraft. Puls wieder unten, Ego leicht angekratzt – aber belohnt mit einem herrlichen Stellplatz direkt am Meer.

60 Kilometer später pumpten wir die Reifen in einer Llantería gegenüber der Pemex in Mulegé wieder auf. Die Strecke dorthin führte vorbei an türkisfarbenen Buchten, an denen man meist gegen Gebühr campen kann – etwa an der Playa Santispac, Playa El Burro, El Coyote oder El Requesón. Baja California wie aus dem Bilderbuch.


Geburtstag unter Bananenstauden

Die Tage rund um meinen 42. Geburtstag verbrachten wir auf dem wunderschönen Campingplatz Huerta Don Chano in Mulegé.

Unser Stellplatz zwischen Bananenstauden bot viel Privatsphäre und regelmäßig kamen fliegende Händler vorbei – mit Tamales, fangfrischem Fisch, Garnelen oder hausgemachten Bratwürsten.

Bei Letzteren wurden wir schwach. Ein kanadisches Rentnerpaar verkaufte sie – und da auf unserem Platz bereits ein Kohlegrill stand, war das Schicksal wohl besiegelt.

Mulegé selbst verzaubert mit weißem Sand, glasklarem Wasser und steilen Bergen. Wir schlenderten durch bunte Gassen, vorbei an den von Jesuiten angelegten Dattelpalmenhainen am Flussufer und hinauf zur Missionskirche Santa Rosalía de Mulegé aus dem Jahr 1705.

An meinem Geburtstag frühstückten wir üppig in der California Birrieria. Eine Portion zum Teilen war goldrichtig – sonst hätten wir es niemals geschafft. 😅 Nachmittags gab es Eis, abends die letzten beiden Grillwürste. Besser hätte dieser Tag kaum sein können.

Nach vier Nächten zogen wir weiter an den Strand beim Leuchtturm von Mulegé. In der Nähe fanden wir die beste Ceviche unserer gesamten Reise und unfassbar gute Camarón-Tacos bei Birotes Everybody.

Parallel warteten wir sehnsüchtig auf Neuigkeiten vom Zahnarzt…


Krone, Seebarsch & Regen in San Ignacio

Am 20.01.26 ging es zurück nach Santa Rosalía – Simons neue Zahnkrone einsetzen. Alles lief gut und am Abend fing Simon zur Feier des Tages einen riesigen Seebarsch. Festes, weißes, unglaublich zartes Fleisch – es reichte für vier Abendessen.

Zurück in San Ignacio wollten wir eigentlich nur kurz stoppen – duschen, telefonieren, Videos hochladen. Doch Regen verwandelte den Paraiso Misional Campground in eine Matschpiste, und so wurden aus einer Nacht drei.

Glück im Unglück: Wir konnten unseren Van unter dem Solar-Dach unterstellen und trafen Claudia und Uwe aus Kerpen, mit denen wir einige sehr nette Gespräche führten.


Grauwale in der Laguna Ojo de Liebre

Wegen des Regens hatten wir Sorge, die 25 Kilometer lange Offroad-Piste durch die Salzfelder zur Laguna Ojo de Liebre nahe Guerrero Negro nicht zu schaffen. Doch nach einem kurzen Waschbrettstück bestand der Rest aus extrem verdichtetem Sand – völlig problemlos zu fahren!

Am Checkpoint registrierten wir Kennzeichen und Namen, bezahlten 100 MXN (ca. 5 €) pro Nacht Campinggebühr und standen plötzlich mitten in einem der beeindruckendsten Walgebiete der Welt.

Hier kommen jedes Jahr die Grauwale in die geschützten Lagunen der Baja, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Die beste Zeit für Whale Watching ist ab Anfang/Mitte Februar – früh morgens oder gegen Abend.

65 US-Dollar kostet die Tour pro Person und die kleinen Boote starten, sobald mindestens vier Gäste zusammenkommen.

Grauwale bewegen sich meist in kleinen Gruppen und schwimmen gemächlich – selten schneller als acht Kilometer pro Stunde. Beim Auftauchen stoßen sie rund 1.000 Liter Luft in einer gewaltigen Fontäne aus. Der sogenannte „Blow“ ist nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar – und manchmal sogar riechbar. 😅

Männchen fressen nämlich weiter und ihr Atem riecht entsprechend fischig. Weibchen hingegen fasten während der Stillzeit – ihr Atem bleibt geruchlos.

Wir warteten fünf Tage auf perfektes Wetter: Sonne und kaum Wind. Und es lohnte sich zu 💯 Prozent!

Überall um uns herum waren Wale. Einige tauchten direkt unter unserem kleinen Boot hindurch. Walmütter mit wenige Tage alten Kälbern schwammen bis auf wenige Meter heran. Und zwei Tiere sprangen sogar komplett aus dem Wasser heraus.

Und ja – ich durfte und konnte einen berühren. 💛

1,5 Stunden verbrachten wir bei ihnen. Hin- und Rückfahrt eingerechnet waren es zwei Stunden purer Gänsehaut.

Nachts hörten wir Kojoten heulen. Tagsüber beobachteten wir Seeadler. Baja-Magie in Reinform. ✨


Zurück Richtung Norden – ein Abschied in Etappen

In Guerrero Negro füllten wir nach fast einer Woche unsere Vorräte auf und überquerten anschließend wieder die Grenze von Baja Sur nach Baja Norte – inklusive Zeitumstellung. Eine Stunde gewonnen, eine Stunde Tageslicht verloren.

Wir aßen im äußerst urigen Restaurant Chapala und übernachteten dort auf dem Parkplatz. Das Essen war so gut, dass wir am nächsten Morgen direkt noch einmal dort frühstückten. 😂

Weiter ging es über die MEX 5 entlang der Ostküste bis La Poma – ein weiter, leerer Sandstrand wie aus dem Bilderbuch: Muscheln sammeln, Beine vertreten, tief durchatmen.

San Felipe hingegen hätten wir uns getrost sparen können: Doppelt so teure Campingplätze, seelenlose Partystimmung. Unser einziges Highlight dort: die günstigsten und leckersten Tacos al Pastor aller Zeiten.


Rancho Mil – ein würdiger Baja-Abschluss

Unser letzter Halt vor der US-Grenze war der Campingplatz Rancho Mil am Río Hardy, am Rande eines UNESCO-Biosphärenreservats.

Hunderte Vogelarten leben hier – Reiher, Enten und vor allem majestätische weiße Pelikane.

Der Besitzer, Don Thousand, dessen Großvater 1911 von Deutschland auswanderte (aus Tausend wurde Thousand), lebt seit 25 Jahren hier. Sympathisch, entspannt und sehr herzlich.

Unser Stellplatz mit überdachtem Sitzbereich lag direkt am Wasser. Die Duschen waren kalt, zum ersten Mal auf der Baja, aber das WLAN funktionierte. Und Simon fing prompt wieder einen Barsch.

Das ruhige Flusswasser, das weiche Licht, das Feuchtgebiet und die schroffen Wüstenberge dahinter bildeten eine würdige Kulisse für die letzten zwei Tage von genau zwei Monaten auf der Baja California.


Unser ganz persönliches Baja-Fazit

Das Klima im Dezember, Januar und Februar war für uns perfekt. Wir konnten langsamer reisen, mehrere Tage an einem Ort bleiben, durchatmen.

Nur selten waren Strände überlaufen und wir fühlten uns jederzeit sowie überall sehr sicher.

Mexiko ist uns in diesen Monaten – insgesamt rund sechs davon auf dem Festland – unglaublich ans Herz gewachsen. Die Gastfreundschaft, die Hilfsbereitschaft, die Kultur, die Natur und das Essen sind einzigartig.

Der Abschied fällt schwer…

Warum wir dennoch zurück in die USA fahren, erzähle ich euch dann im nächsten Beitrag. Drückt uns bis dahin die Daumen für einen reibungslosen Grenzübertritt! 🇺🇸

NEW BLOG POST (07.12.2025 – 07.01.2026) 🇲🇽 Zurück in Mexiko: Unser emotionaler Baja California Start 🚐💨

Mit dem Wohnmobil von Tecate bis Loreto

Der Grenzübertritt markiert oft mehr als nur einen Länderwechsel. Für uns bedeutete Tecate den Übergang von Ordnung zu Leben, von Struktur zu Chaos – im besten Sinne. Nach acht Monaten in den USA und Kanada fühlte sich Mexiko vom ersten Moment an wieder vertraut an. Ein bisschen unordentlicher, ein bisschen lauter, ein bisschen schmutziger. Aber vor allem: echter.


Entspannter Grenzübertritt bei Tecate

Ganz bewusst entschieden wir uns gegen die große Grenze in Tijuana und für den kleinen Übergang bei Tecate – eine Entscheidung, die sich sofort bezahlt machte. Als wir ankamen, war schlichtweg nichts los. Kein Stau, kein Stress, keine Hektik. Die Grenzbeamten waren freundlich, entspannt und gut gelaunt. Eine Heckkiste mussten wir öffnen, die zweite interessierte schon niemanden mehr. Ein kurzer Blick in den Innenraum – das war’s.

Ohne dass wir danach gefragt hätten, genehmigte man uns direkt sechs Monate Aufenthalt. Dazu gab es noch ein paar hilfreiche Tipps: ein längeres Stück ohne Tankstellen, besser vorher noch einmal volltanken. Kein erhobener Zeigefinger, sondern ehrliche Hilfsbereitschaft. Willkommen zurück in Mexiko. 💚🤍❤️

Erste Nacht zwischen Weinreben

Unsere erste Nacht verbrachten wir auf dem Weingut L.A. Cetto, mitten im Valle de Guadalupe. Umgeben von Weinbergen, ruhig, idyllisch und völlig unkompliziert. Das Stehen ist kostenfrei, eine Flasche Wein zu kaufen gern gesehen – aber kein Muss. Für uns der perfekte Einstieg: langsam ankommen, durchatmen, genießen.

Ensenada & Delfine zur Begrüßung

In Ensenada füllten wir unsere Vorräte auf und steuerten anschließend einen Stadtstrand-Campingplatz an. Kaum angekommen, wurden wir direkt belohnt: Delfine zogen ihre Bahnen im Wasser. Ein dieser kleinen Momente, die man nicht planen kann – die aber für immer hängen bleiben.

Entschleunigung bei Cielito Lindo

Weiter südlich fanden wir mit dem Cielito Lindo einen Ort, der genau das bot, wonach wir gesucht hatten: Weite, Ruhe und Zeit. Ein wunderschöner Strand, weite Dünen, spektakuläre Sonnenuntergänge. Ideal zum Spazierengehen, zum Abschalten, zum Ankommen. Fünf Tage blieben wir hier – ganz bewusst. Die Baja wollten wir langsam angehen, die letzten intensiven Wochen hinter uns lassen und der Reise Raum geben.

Valle de los Cirios – Riesen der Wüste

Dann ging es ins Valle de los Cirios, eine der faszinierendsten Wüstenlandschaften der Baja California. Hier wachsen einige der größten Kakteen der Welt, darunter die bis zu 20 Meter hohen Cardón-Kakteen, die nur auf der Baja vorkommen. Das Gebiet steht unter Naturschutz und wirkt fast außerirdisch: karge Ebenen, bizarre Pflanzenformen und eine unglaubliche Stille. 🌵

Hier trafen wir Chris alias chriscrossglobalswiss aus der Schweiz, unterwegs im Land Rover Defender mit seinem querschnittsgelähmten Dackel Hunter, der mit Rollstuhl putzmunter die Wüste erkundete. Ein wirklich herzerwärmender Anblick. Wir verbrachten einen ganzen Tag zusammen, tauschten Geschichten aus und genossen abends einen Sternenhimmel, wie wir ihn zuletzt in Chile oder Bolivien gesehen hatten. Klar, kalt, überwältigend. Leider war dies aber auch der Ort, an dem wir uns Maus Nummer drei einfingen…

San Ignacio – Oase mit Schattenseiten

Von der Wüste fuhren wir weiter nach San Ignacio, einer grünen Oase mitten auf der Baja. Die Dattelpalmen gehen auf die Jesuiten zurück, die hier im 18. Jahrhundert eine Mission gründeten und ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem anlegten. Der Ort liegt eingebettet zwischen Palmenhainen und Vulkanbergen und wirkt wie ein kleines Wunder in der kargen Einöde.

Wir checkten auf einem wunderschönen Campingplatz unter Palmen ein – mit Blick auf einen von Kakteen übersäten Bergrücken.

Doch die Idylle bekam schnell einen Riss: Simon verlor eine Plombe und bekam nachts starke Zahnschmerzen. San Ignacio selbst ist winzig – ohne Zahnarzt. Also organisierte ich kurzerhand einen Notfalltermin in Santa Rosalía, rund 80 Kilometer entfernt.

Zahnarztbesuch in Santa Rosalía

Um neun Uhr morgens rief ich bei einer Zahnärztin an – um zwölf Uhr konnten wir kommen. Sie schob uns notfallmäßig dazwischen. Die Behandlung war professionell, ruhig und vor allem: schmerzfrei. Der entzündete Nerv wurde behandelt, das Loch mit einem Provisorium geschlossen. Schnell war jedoch klar: Eine Krone wird nötig sein – gefertigt allerdings nur in Tijuana. Vier Wochen Zahnarzt-Odyssee, die unsere Reisepläne komplett verändern sollte.

Besonders spannend war zu sehen, wie dort gearbeitet wurde: keine Assistentin, kein Computer, Termine handschriftlich in einem dicken Notizbuch. Die Zahnärztin wechselte selbst die Bohrer, saugte den Speichel ab und blieb sogar beim Röntgen im Raum. Eine völlig andere Welt – und trotzdem fühlten wir uns sehr gut aufgehoben.

Am Abend parkten wir an der Marina von Santa Rosalía und trafen dort auf Thibaut: einen jungen Franzosen, der uns ein großes Stück selbst gefangene Seezunge schenkte. Simon ging es nach dem Zahnarzt erstaunlich gut – sogar gut genug, um selbst noch angeln zu gehen und ebenfalls einen Fisch zu fangen.

Simon Hamsterbacke aber wohlauf & schmerzfrei

Weihnachten unter Vanlifern

Die große Frage war nun: weiter nach Süden oder zurück nach San Ignacio und von dort aus später erneut nach Santa Rosalía? Wir entschieden uns fürs Umdrehen. Und wie es der Zufall wollte, trafen wir auf dem Campingplatz Ralph Lehbek, den wir Monate zuvor schon in Kanada getroffen hatten.

Zu Weihnachten wuchs die Runde weiter an und zwar um:

Tom & Caro alias the_roaming_bob aus Österreich

Ralph alias lebekralph aus Darmstadt

Tanja & Stephan alias _frexplorer_ aus Freiburg

Karin & Claus alias vanlife65plus_ aus der Pfalz

Und natürlich unsere Wenigkeit – Simon & Julia aka siju_campervan aus Malsch bei Karlsruhe 😉

Gemeinsam gingen wir an Heiligabend essen – einfach, entspannt, genau richtig. Kochen für so viele wäre spontan kaum machbar gewesen. Eine dieser Begegnungen, die Vanlife so besonders macht. 🚐✨

Nach insgesamt acht Tagen wechselten wir den Platz und zogen für zwei Nächte direkt an die Lagune San Ignacio. Mit Kajaks paddelten wir durch die Lagune, beobachteten unzählige Vögel und genossen die Ruhe.

Santa Rosalía, Eiffel & zweite Zahnarztrunde

Am 29.12.25 fuhren wir erneut nach Santa Rosalía zum Zahnarzt. Der Nerv war ruhig, alles sah gut aus. Das Provisorium wurde erneuert, am nächsten Tag der Abdruck für die Krone genommen. Dieses Mal schauten wir uns auch die Iglesia Santa Bárbara an – ein wirklich außergewöhnliches Bauwerk. Die Kirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Gustave Eiffel entworfen und ursprünglich für eine Weltausstellung gefertigt. Später wurde sie zerlegt, per Schiff nach Mexiko gebracht und hier wieder aufgebaut – ein kurioses Stück europäischer Industriegeschichte mitten auf der Baja.

Jahreswechsel an der Bahía Concepción

Von Santa Rosalía aus ging es weiter zur Bahía Concepción, genauer gesagt zur wunderschönen Playa El Requesón.

Und wieder trafen wir – fast unwirklich – genau die gleiche Truppe wie an Weihnachten: 🤩

Tom & Caro, Karin & Claus, Stephan & Tanja, Ralph sowie obendrein Philipp & Regula aus der Schweiz (ebenfalls im Renault Master unterwegs, aber als 4×4 mit Zwillingsreifen).

Silvester wurde gemeinsam gegrillt. Jeder brachte etwas mit: Fisch, Fleisch, Garnelen, Salate. Dazu ruhiges Wasser, perfekte Bedingungen fürs Stand-Up-Paddling und drei sehr entspannte Tage.

Und dann: Drohnencrash Nummer zwei. Während ich auf dem SUP unterwegs war, flog Simon mit der Drohne hinter mir her. Beim Rückwärtsflug übersah er einen Felsen – kein Sensor, ein kurzer Moment, ein dumpfes Geräusch. Ich paddelte ans Ufer, zog das Board an Land und kletterte barfuß über Felsen und Dornengestrüpp. Tatsächlich fand ich die Drohne unbeschädigt im Gebüsch. Glück im Unglück!

Loreto – U-Turn auf der Baja California

Nach dem wir alle verabschiedet hatten trafen wir zufällig noch ein belgisches Rentnerpaar wieder, das wir zuletzt 2023 in La Serena, Chile gesehen hatten – unterwegs mit einem riesigen MAN Expeditionsmobil. Welch schöne Überraschung! Die Welt ist manchmal doch erschreckend klein.

Dann ging es auch für uns weiter nach Loreto, unserem vorläufigen Wendepunkt. Ein hübscher, sehr touristischer Ort mit subtropischer Vegetation: Palmen, lange Strände, karge Berge – fast ein bisschen wie Thailand. Direkt vor der Stadt lag bei unserer Ankunft ein großes Kreuzfahrtschiff voller US-amerikanischer Rentner, die für Leben in den Straßen sorgten.

Der von uns angesteuerte Campingplatz war wegen eines Events geschlossen, also parkten wir spontan am Malecón, direkt an der Uferpromenade – mit Meerblick. Nachts etwas Trubel, aber insgesamt ruhig und sicher. Loreto wirkt entspannt, aufgeräumt und stark geprägt vom Tourismus.

Und auch geschichtlich ist Loreto besonders: 1697 landete hier der Jesuitenpater Juan María de Salvatierra und gründete die erste Mission der Baja California. Von hier aus begann die Kolonialisierung der Halbinsel. Heute liegt mit dem Parque Nacional Bahía de Loreto einer der wenigen Nationalparks Mexikos direkt vor der Haustür – ein Grund, warum sich hier viele US-Amerikaner dauerhaft niedergelassen haben.

Wir erkundeten die Stadt zu Fuß, aßen hervorragende Tacos – und mussten uns eingestehen: Wahrscheinlich werden wir nicht weiter nach Süden fahren. Mitte Januar steht der nächste Zahnarzttermin an. La Paz und Todos Santos müssen warten. Mit einem weinenden Auge – aber auch mit ganz viel Dankbarkeit. Denn am Ende ging ja mal wieder alles gut. 🍀

Wie unsere Baja-California-Reise weitergeht erfahrt ihr im nächsten Beitrag – in Teil 2.

Bis dahin schaut gerne auf unserem YouTube-Kanal vorbei – dort seht ihr all das nämlich in bewegten Bildern.