NEW BLOG POST (01.-06.05.2025) 🇺🇸 Mit dem Van durch Kaliforniens Hinterland

Von Goldgräberromantik & Kleinstadtflair

Nach einer ruhigen Nacht etwas außerhalb des Yosemite Nationalparks, mit bester Aussicht auf das Don Pedro Reservoir und den aufgestauten Tuolumne River, ging es für uns weiter in Richtung Kaliforniens geschichtsträchtiges Hinterland – dorthin, wo einst die Goldsucher mit Schaufel und Hoffnung unterwegs waren.

Stellplatz mit Aussicht 👌🏻

Unser erster Stopp: das verschlafene, aber unglaublich charmante Jamestown. Der kleine Ort mit seinen liebevoll restaurierten Häusern aus dem 19. Jahrhundert versprühte pures Western-Feeling. Überall sah man Spuren der Goldrauschzeit – besonders schön anzusehen waren die viktorianischen Holzfassaden, die wie gemacht schienen für einen Hollywood-Dreh.

Nur wenige Meilen weiter: Columbia, heute ein lebendiges Museumsdorf. Hier erwacht der Wilde Westen noch einmal zum Leben. Kinder können sich als Nachwuchs-Goldgräber versuchen und das kleine Postamt ist originalgetreu hergerichtet – samt davor parkender Postkutsche. Auf dieser können Besucher eine Runde durch den beschaulichen Ort drehen und die Fassaden der Gebäude hätten neuerdings ohne Weiteres als Filmkulisse herhalten können aber wer weiß – vielleicht haben sie das sogar schon…

Den Abstecher nach Murphys hätten wir uns ebenfalls nicht besser ausmalen können. Dieser Ort entsprach zu 100 % unserer Vorstellung einer typischen amerikanischen Kleinstadt: individuelle Häuschen mit Holzfassade sowie umlaufenden Veranden, gepflegte Vorgärten, alles hübsch in Schuss. Besonders ins Auge fielen uns die zahlreichen kleinen Winerys, die zum Probieren einluden – hier wird Wein noch regional und mit viel Leidenschaft produziert.

Am Abend wurden wir dann sogar noch mit einem kleinen Konzert im Pavillon des örtlichen Parks überrascht – direkt am Bach gelegen, mit Blick ins Grüne und begleitet von charmanten Blasmusik-Klängen. Ein absoluter Wohlfühlmoment! Nur ein paar Schritte oberhalb lag die örtliche Bibliothek, in der es nicht nur schnelles, kostenfreies WLAN gab – perfekt für den nächsten Video-Upload – sondern obendrein auch einen ruhigen Parkplatz, der sich als idealer Übernachtungsplatz entpuppte.

Ein Hauch Heimat in der Ferne – Familienbesuch bei San Francisco

Am nächsten Morgen zog es uns ans Meer. Unser Ziel: der McNears Beach County Park im Marin County. Dort verbrachten wir einen herrlich entspannten Nachmittag direkt an der Bucht – endlich mal wieder den Blick über den Ozean schweifen lassen, einfach in der Sonne liegen, aufs Meer hinausblicken. Und als kleines Highlight: eine heiße Dusche! Und das sogar völlig kostenfrei – für uns Vanreisende fast schon Luxus.

Frisch geduscht machten wir uns auf den Weg zu einem ganz besonderen Treffen: In San Anselmo / San Rafael, etwa 30 Kilometer nördlich von San Francisco, lebt Reinhard, der Cousin meines Vaters, zusammen mit seiner Frau Kay. Seine Eltern waren um 1950 von Deutschland in die USA ausgewandert – den damals zweijährigen Reinhard bereits im Gepäck. Für mich war es das erste persönliche Aufeinandertreffen mit den beiden – und ich war natürlich super neugierig auf unsere gemeinsame Familiengeschichte.

Was uns sofort auffiel: Die beiden sind mit Mitte 70 fitter als wir! 😳 Schwimmen dreimal pro Woche, Tennis, Radfahren, Wandern – sie sind ständig unterwegs und dabei so aktiv und lebensfroh, dass man gar nicht anders kann, als sich davon anstecken zu lassen. Viel Zeit hatten sie für uns deswegen nicht – aber das war auch völlig in Ordnung.

Wir parkten unseren Van ganz unkompliziert in ihrer Einfahrt, standen ruhig und sicher direkt vor dem Haus und nutzten die Gelegenheit, um uns mal wieder in Ruhe zu sortieren, Daten zu sichern und ganz simpel: durchzuatmen.

Ganz besonders wichtig war uns außerdem: Endlich bekamen wir unsere neuen Kreditkarten! Nach dem Vorfall in Las Vegas hatten meine Eltern sie nach San Rafael schicken lassen – und so waren wir jetzt wieder zahlungsfähig, was sich auf Reisen einfach beruhigender anfühlt. 😮‍💨

Zweimal wurden wir sogar abends von den beiden bekocht – ein schönes, familiäres Gefühl, das auf so einer Langzeitreise nicht selbstverständlich ist. Und natürlich wurde viel erzählt, gefragt und gelacht. Ein überraschendes Heimatgefühl – mitten in Kalifornien. 💖

Kommende Woche geht es für uns von hier aus weiter nach San Francisco – schaut also unbedingt wieder in die Blog-Beiträge rein! 😉

NEW BLOG POST (28.-30.04.2025) 🇺🇸 Yosemite Nationalpark

Drei Tage, viele Wasserfälle und jede Menge Wow-Momente 🤩

Route & Wetter

Drei Tage vor unserer Ankunft hatte es im Yosemite noch geschneit – bei unserer Fahrt über die Wawona Road regnete es zwar noch leicht, doch pünktlich zu unserem Aufenthalt begrüßte uns der Nationalpark mit Sonne, blauem Himmel und perfekten 15 Grad: ideales Wanderwetter! Der Einstieg ins Yosemite Valley war schon ein echtes Highlight. Vom berühmten Tunnel View blickten wir auf El Capitan, den Half Dome und den mächtig donnernden Bridalveil Fall. Die Gischt dieses Wasserfalls war so heftig, dass wir nicht einmal ganz bis zum Viewpoint laufen konnten – also genossen wir den Anblick eben mit einem Müslilöffel in der Hand vom sicheren Abstand aus.

Links El Capitan, rechts Bridalveil Fall, Mitte Half Dome

Tag 1: Höhenmeter und jede Menge Wasserfälle

Weiter ging es zum Parkplatz an der Swinging Bridge – hier überquerten wir den Merced River und starteten unsere erste Wanderung: hinauf zum Columbia Rock Viewpoint.

Strecke: ca. 5,6 km (hin und zurück) Höhenmeter: ca. 365 m Zeit: ca. 2,5 Stunden

Der Weg führte über unzählige Serpentinen stetig bergauf – oben angekommen hatten wir einen Wahnsinns-Ausblick aufs Tal und auf den gegenüberliegenden Upper Yosemite Fall, der uns schon von Weitem beeindruckt hatte. Weiter oben lag der erste Aussichtspunkt direkt am Wasserfall – atemberaubend! Von hier ging es wieder bergab und zurück zum Van.

Upper Yosemite Fall
Yosemite Valley
Half Dome

Am Nachmittag spazierten wir noch über den Cooks Meadow Trail (ca. 1,6 km) mit Blick auf die Yosemite Chapel – ein historisches Holzkirchlein aus dem Jahr 1879 – und gelangten anschließend zum Lower Yosemite Fall Trail. Hier rauscht der Wasserfall in zwei mächtigen Kaskaden ins Tal – einfach nur spektakulär!

Lower Yosemite Fall
Upper and Lower Yosemite Fall

Am Abend steuerten wir unseren reservierten Stellplatz auf dem North Pines Campground an – direkt am Flussufer mit Blick auf die rauschenden Wasserfälle. Für 36 $ pro Nacht bekommt man Toiletten, Spülmöglichkeiten, bärensichere Mülleimer und Essensboxen – und die einmalige Lage mitten im Park. Achtung: Von Mai bis September sollte man unbedingt vorab reservieren – Plätze sind schnell vergriffen!

Tag 2: Ein Spiegelsee & Wasserfälle zum Anfassen

Früh am nächsten Morgen zogen wir direkt los – diesmal zum Mirror Lake.

Strecke: ca. 3,2 km Rundweg – kaum Höhenmeter

Auf dem ruhigen Wasser spiegelten sich die umliegenden Bäume und Felsen – ein absolut magischer Moment! 💫 Danach frühstückten wir mit Blick auf die Wasserfälle, checkten aus und stellten unseren Van auf dem großen Parkplatz beim Curry Village ab.

Von hier fuhren wir mit dem kostenfreien Shuttlebus (verkehrt regelmäßig wie am Grand Canyon) zum Startpunkt des berühmten Mist Trail, der gemeinsam mit dem John Muir Trail beginnt.

Unsere Wander-Route:

Vernal Fall Footbridge: 2,4 km hin und zurück, ca. 120 Höhenmeter weiter zum Vernal Fall: ca. 4 km hin und zurück, ca. 300 Höhenmeter Zeitaufwand insgesamt: ca. 2,5–3 Stunden

Zuerst ging es auf asphaltierten Wegen entlang des Flusses, später über nasse Natursteinstufen bis direkt zum rauschenden Wasserfall. Der Sprühnebel erzeugte einen fantastischen Regenbogen – und nur ein paar nasse Ärmel.

Eigentlich wollten wir weiter zum Nevada Fall, entschieden uns aber gegen den steileren Anstieg, da wir noch eine kostenfreie, heiße Dusche im Curry Village Pavilion nutzen wollten – eine wahre Wohltat nach der Wanderung!

Abschluss im Ahwahnee Hotel & Fazit

Zum Abschluss unseres Yosemite-Aufenthalts besuchten wir das historische Ahwahnee Hotel aus dem Jahr 1927. Schon die Fassade aus Holz und Stein ist eindrucksvoll – drinnen beeindruckten uns hohe Decken und viel Naturmaterial. Wer möchte, kann hier stilvoll essen (Buffet Dinner für 63 $ p.P.) oder einfach einen Drink an der Bar genießen. Wir beließen es beim Rundgang und traten am späten Nachmittag unsere Weiterreise an.

Unser Fazit:

Ein dritter Tag wäre definitiv sinnvoll gewesen – das Tal ist riesig und hat weit mehr zu bieten als die klassischen Highlights. Im Frühling sind manche Straßen – wie der Tioga Pass und die Glacier Point Road – noch gesperrt (Stand Ende April), was man bei der Planung bedenken sollte. Infos zu Routen und Öffnungszeiten findet man zuverlässig in der kostenlosen NPS App – ein echtes Must-have für USA-Reisende! Über die App konnten wir auch direkt den Campingplatz reservieren.

Mehr über unsere Zeit im Yosemite in unserem VLOG!

PS: Da uns auf dieser Reise die Zeit davonläuft, werde ich künftig weniger Fotos direkt im Blog zeigen. Dafür gibt es mehr Storys und Beiträge auf Instagram – diese landen auch im Story-Archiv und sind jederzeit abrufbar. Also gerne abonnieren und regelmäßig vorbeischauen! ♥️

NEW BLOG POST (17.-25.04.2025) 🇺🇸 Death Valley, Sequoia & Highway No. 1

Route & Highlights

Death Valley Nationalpark

Unsere Fahrt ins Tal des Todes begann mit einem gründlichen Wettercheck – zurecht: Temperaturen von über 49 °C sind hier keine Ausnahme, bei Regen verwandeln sich viele Pisten in unbefahrbaren Matsch und gefährliche Sturzfluten lassen mitunter mehr Menschen ertrinken als an Hitze sterben. In den Sommermonaten verbieten einige Miet-Camperfirmen sogar die Durchfahrt durch den Nationalpark. Kein Wunder: Die langen Berg- und Talfahrten bei laufender Klimaanlage bringen selbst moderne Fahrzeuge an ihre Grenzen.

Unser Tipp: immer ausreichend Trinkwasser und Benzin dabeihaben, Wanderungen spätestens um 10 Uhr beenden – und die Klima im Zweifel lieber mal ausschalten.

Unsere erste Station war Dante’s View. Die enge Straße führte uns in Serpentinen auf rund 1.400 Meter Höhe. Oben wehte ein eisiger Wind, denn wir hatten selbst im Tal nur recht milde 21 Grad vorgefunden – aber die Sicht auf die weißen Salzseen und die bunt schimmernden Berge war absolut überwältigend.

Der Stopp am Zabriskie Point bot zwar eine schöne Aussicht, der angeschlossene Trail war für uns aber eher unspektakulär. Ganz anders der Golden Canyon Trail: Die rund 6,5 km lange Rundwanderung führte durch beeindruckend farbenfrohe Landschaften – ein echtes Highlight!

Ebenfalls sehr zu empfehlen: der Artists Drive, eine Auto-Rundstrecke durch eine fast surreal bunte Bergwelt. Man fährt hier teils über 100 m unter dem Meeresspiegel, vorbei an Felsformationen in Orange, Rosa, Grün und Lila – ein echtes Farbenspiel.

Spätestens am Visitor Center bei Furnace Creek lohnt es sich, Wasser aufzufüllen, zu tanken oder Abwasser loszuwerden.

Auf dem Weg zu den Mesquite Flat Sand Dunes wurden wir dann kurz nervös: Eine heftige Windböe hatte unseren America the Beautiful Nationalpark Pass vom Rückspiegel gerissen – 20 Kilometer später fiel uns das Malheur aber erst auf. Wir fuhren zurück, suchten eine ganze Weile den Parkplatz ab – und fanden ihn tatsächlich zwischen ein paar Büschen wieder. Glück gehabt! Vielleicht also doch besser im Geldbeutel aufbewahren…

Zum Tagesausklang wartete noch ein kleines Naturkino: Die Sanddünen im Abendlicht waren wunderschön – und der Sternenhimmel danach? Atemberaubend. Keine Lichtverschmutzung weit und breit, nur wir und das Universum.

Nach einer anstrengenden Fahrt über knapp 800 Höhenmeter ging es weiter Richtung Panamint Springs, immer mit Blick auf die Temperaturanzeige – denn die Motoren überhitzen hier wie gesagt schneller, als einem lieb ist. 🔥

Zwischenstopp & Weiterfahrt

Über Bakersfield und Porterville, mit zwei Übernachtungen auf Walmart-Parkplätzen, fuhren wir weiter in den Sequoia Nationalpark. Die Strecke führte vorbei an weiten Orangen- und Obstplantagen, zwischen Weinreben und goldgelben Kornfeldern hindurch – Kalifornien wie aus dem Bilderbuch.

Sequoia Nationalpark

Wir nahmen den Weg über das Foothills Visitor Center und schlängelten uns auf kurviger Straße hinauf in die Berge. Während der Fahrt eröffnete sich uns immer wieder eine tolle Sicht auf das Tal und den wild dahinrauschenden Kaweah River.

Ein kurzer, aber schweißtreibender Aufstieg führte uns über 350 Treppenstufen hinauf auf den Moro Rock – von oben hat man einen spektakulären Blick über das gesamte Tal, die Serpentinen und den Flussverlauf.

Zu Fuß ging es weiter zum wohl berühmtesten Baum der Welt: dem General Sherman Tree. Mit 84 Metern Höhe, einem Durchmesser von 11 Metern und einem geschätzten Alter von 2.200 Jahren ist er der größte bekannte Einzelbaum der Erde.

Noch beeindruckender fanden wir allerdings den etwa 4 km langen, ebenen Congress Trail, der durch einen Wald aus uralten Mammutbäumen führte – ruhig, friedlich und mächtig. Der Duft, das Licht, die Stille: einfach magisch.

Tipp: Viele Visitor Center und Campingplätze im Park hatten im April noch geschlossen, teilweise lag noch Schnee, und wir hatten Mühe, im National Forest eine offene Zufahrt zum Übernachten zu finden.

Death Valley & Sequoia in unserem YouTube VLOG 👆

Highway No. 1 – mit Hindernissen 🚧

Unser nächstes Ziel war eigentlich klar: Von Sequoia wollten wir über Visalia und Hanford, mit kurzem Aldi-Stopp, nach Cambria – und von dort auf den legendären Highway No. 1, um die kalifornische Küste entlang nach Monterey zu fahren. Doch der Plan ging nicht auf…

Was wir nämlich nicht wussten: Der Highway ist bei Big Sur gesperrt! Ein massiver Erdrutsch im Winter 2023/24 hat die Straße an einer Schlüsselstelle unterbrochen. Maps.Me hatte uns das offline Nati nicht verraten – Google Maps hingegen hätte es gewusst.

Wir konnten gerade einmal 90 km auf der kurvigen Küstenstraße zurücklegen. Schön war es trotzdem: tolle Ausblicke auf den Pazifik, Pelikane in Formation, See-Elefanten am Strand und sogar ein paar Seesterne zwischen den Felsen.

Und doch: Als klar war, dass wir umkehren mussten, fiel die Stimmung in den Keller. Den geplanten Übernachtungsspot bei Monterey konnten wir streichen, genauso wie unseren Spaziergang durch Carmel-by-the-Sea. Die Alternativroute hätte einen weiteren Umweg von über 300 km bedeutet – für uns keine Option. Also fuhren wir leicht frustriert zurück Richtung Fresno – und dann weiter zum Yosemite Nationalpark.

Info zur Sperrung:

Die Big-Sur-Sperrung betrifft die Strecke bei Paul’s Slide, wo ein Erdrutsch die Straße schwer beschädigt hat. Eine Wiedereröffnung ist laut dem kalifornischen Verkehrsministerium nicht vor Ende Sommer 2025 zu erwarten.


PS: Da die Auswahl, Bearbeitung und das Einfügen von Fotos extrem viel Zeit kostet, werde ich künftig im Blog weniger Bilder zeigen. Dafür findet ihr auf Instagram mehr Beiträge, Reels und vor allem Storys – die auch nachträglich im Storyarchiv abrufbar sind. Also: folgt uns gerne dort und schaut regelmäßig rein! 🌟

NEW BLOG POST (08.-16.04.2025) 🇺🇸 Über die Route 66 nach Las Vegas

Nostalgie, Naturwunder und Neonlicht

Route 66 – zwischen Kult und Kommerz

Unser Abschnitt der legendären Route 66 führte uns von Williams über Seligman bis nach Kingman. Schon beim Frühstück im kultigen Goldies Route 66 Diner in Williams fühlten wir uns in die 50er-Jahre zurückversetzt. Dicke Milkshakes, Pancakes mit Sirup und ein Hauch Americana in jeder Ecke. Wer mag, kann von hier aus übrigens auch mit einer historischen Eisenbahn zum Grand Canyon fahren – für uns ging’s aber mit dem Van weiter auf der Mother Road

In Seligman, dem vielleicht fotogensten Ort dieses Abschnitts, warteten coole Motive an jeder Ecke: alte Cadillacs, knallbunte Tankstellen, verlassene Motels – alles liebevoll aufpoliert und inszeniert. Nur der Ort Oatman mit seinen berühmten Eseln und Western Saloons fiel leider unserer Routenplanung zum Opfer – ein Umweg, den wir aus Zeitgründen nicht in Kauf nahmen. ❌

Insgesamt blieb ein gemischter Eindruck: Viele schöne Retro-Momente, aber auch viel Nostalgie, die von der Realität der allgegenwärtigen Interstate überlagert wird. Der Mythos lebt – aber eben nur in Fragmenten. 

Hoover Dam & Lake Mead – Zwischen Staunen und Staub

Der Hoover Dam lag auf dem Weg und war für uns ein kurzer, aber lohnender Stopp. Mit der zweitgrößten Brücke der USA im Rücken steht man hier nicht nur an der Grenze zwischen Arizona und Nevada, sondern auch an einem der wichtigsten Wasserspeicher des Landes. Die Dimensionen des Staudamms sind beeindruckend – gleichzeitig waren wir schockiert, wie niedrig der Wasserspiegel des Lake Mead mittlerweile gesunken ist. Ein Thema, das uns auch nach der Abreise noch weiter beschäftigte…

Statt direkt nach Las Vegas weiterzufahren, entschieden wir uns für einen Umweg entlang der Northshore Road – eine Entscheidung, die wir keine Sekunde bereut haben. Bei Redstone Dune View Point legten wir ein Picknick mit Aussicht ein, die fast zu schön war, um echt zu sein.

In der Wüstenhitze war der kurze Stopp an den Rogers Springs ein echtes Highlight: eine natürliche, warme Quelle mitten im Nirgendwo, ideal zur Abkühlung. Unser Stellplatz direkt am See, mit Feuerstelle und atemberaubendem Blick auf den Lake Mead, war dann die Krönung des Tages – freistehen ist hier bis zu 14 Tage am Stück erlaubt. 🤩

Valley of Fire – Farben, Formen, Faszination

Unser nächstes Ziel, das Valley of Fire, war der eigentliche Grund für den Umweg – und ja, es war jeden Kilometer wert! Die roten, leuchtenden Felsen und die spektakulären Formationen, allen voran die Fire Wave, waren ein Fest für die Sinne. Auch wenn das Licht zur Mittagszeit nicht ganz so fotogen war wie erhofft – die Farbpalette erinnerte an einen ausgekippten Wasserfarbkasten. Für Natur- und Fotofans ein absolutes Muss. 📸

Gut zu wissen: Der Eintritt kostet 15 USD pro Fahrzeug, America the Beautiful-Pässe gelten hier nicht, da es sich um einen State Park handelt. Die kurzen Trails sind ideal für einen Halbtagesausflug, und wer früh oder spät kommt, wird mit schönem Licht und weniger Touristen belohnt.

Las Vegas – Künstliche Welten & echte Erlebnisse

Ja, Las Vegas ist laut, grell, künstlich – aber auch unglaublich faszinierend! Und wer hätte gedacht, dass wir mitten auf dem Strip, direkt beim Circus Circus, tatsächlich einen kostenfreien Stellplatz ergattern würden? Der Haken: Nur kleinere Fahrzeuge werden toleriert und man sollte möglichst „unsichtbar“ am Rand bleiben. Also keine klassische Einladung zum Dauerparken oder gar offensichtlichen campen – aber für zwei Nächte war’s perfekt. 👌🏻 

Wir waren nicht die einzigen 🤭

Tag 1: 23 Kilometer zu Fuß entlang des Las Vegas Boulevard, aber jede Meile davon wert. Vom Venetian mit seinen Gondeln und Deckenmalereien über das Paris mit Mini-Eiffelturm bis hin zum New York New York mit Freiheitsstatue und Achterbahn – hier wird nichts dem Zufall überlassen. 🗽🎢

Tag 2: Mit dem 24h-Busticket für 8$ pro Person (erhältlich an den Ticketautomaten jeder Haltestelle) fuhren wir abends zur Freemont Street, wo sich Downtown von seiner schrillen, wilden Seite zeigt. Street Performer, Neon-Reklamen, Musik – Vegas-Overload! Das berühmte Las Vegas Sign war dann fast schon meditativ im Vergleich.

Was uns wirklich überraschte: Trotz aller Reize und Reizüberflutung fühlten wir uns durchweg sicher, die Stadt war sauber, die Klimaanlagen nicht zu extrem und sogar die Menschenmassen wirkten gut verteilt. Essen ist allerdings teuer – 2 Pizzastücke für 21 Dollar sprechen Bände. 😳

Essens-Tipps in Las Vegas: Fast Food, günstig & gut sättigend

Essen in Las Vegas ist teuer – zumindest, wenn man spontan und planlos zuschlägt. Aber es gibt ein paar echte Geheimtipps, mit denen man sich auch mit kleinem Budget lecker satt essen kann:

Ellis Island Brewery (ab 16 Uhr):

Nur wenige Minuten vom Strip entfernt, bekommt man hier täglich ab 16 Uhr deftige Portionen zu wirklich fairen Preisen. Ein halbes Hähnchen mit Beilagen und Baby Back Ribs kosten etwa 20 Dollar – für Vegas-Verhältnisse ein Schnäppchen!

In-N-Out Burger: 🍔 🍟🥤

Der Kult-Burgerladen ist nicht nur preislich fair, sondern bietet auch größere und deutlich schmackhaftere Burger als das goldene M. Ideal für einen schnellen Happen zwischendurch.

Panda Express: 🥡🥢

Wer es asiatisch mag, findet hier günstiges und vergleichsweise gesundes China-Food. Für rund 10 Dollar pro Gericht gibt’s ordentlich was auf den Teller – vor allem zum Mitnehmen super praktisch.

Big Top Eats (im Circus Circus, 24h geöffnet):

Das hauseigene Fast-Food-Restaurant im Circus Circus Casino ist rund um die Uhr geöffnet. Wir wurden z. B. von einem Ceasar-Wrap mit Pommes für 11 Dollar locker satt – nicht haute cuisine, aber solide!

Snacks & Getränke bei Walgreens:

Entlang des Strips stolpert man alle paar hundert Meter über eine Walgreens-Filiale. Ideal, um Getränke, Eis oder Snacks zu halbwegs vernünftigen Preisen zu besorgen – gerade bei hohen Temperaturen Gold wert.

Unser Fazit

Die kurze Etappe auf der Route 66, der landschaftlich reizvolle Abstecher über den Lake Mead, das farbgewaltige Valley of Fire und schließlich das schrille Las Vegas – all das hat uns noch einmal gezeigt, wie vielfältig und überraschend die USA sind. Selbst in der Wüste gibt es noch kleine Oasen, Momente der Ruhe – und dann wieder das volle Leben in Neon. 🌟

Die Weite, Tiefe und Farbgewalt des Grand Canyon war schon schwer einzufangen – aber das gilt für diese Tage mindestens ganz genauso. Wahrscheinlich werden Fotos dieser Etappe dem Erlebten ebenfalls nicht gerecht. Vielleicht spürt ihr in unserem YouTube Video ein bisschen mehr davon – schaut gerne mal rein!

Und nicht vergessen: Nächste Woche geht’s weiter auf unserer Website, denn dann rollen wir durch das heißeste Tal der Erde weiter – in Richtung Sequioa und Kings Canyon Nationalpark zu einer weiteren Superlative: Den höchsten Bäumen der Welt. 🌎 🌳


PS: Aus Zeitgründen werde ich künftig etwas weniger Fotos hier im Blog einbauen – dafür gibt’s aber umso mehr auf Instagram! Vor allem in den Storys nehmen wir euch regelmäßig live mit und speichern alles im Storyarchiv ab, damit ihr nichts verpasst. Also: gerne unseren Kanal abonnieren und regelmäßig reinschauen! ➡️ https://www.instagram.com/siju_campervan

NEW BLOG POST 🇺🇸 (02. – 07.04.2025) Grand Canyon – Atemberaubende Tiefen, farbenprächtige Weite und ein Gefühl von Ewigkeit

Vom Frühling in den Winter: Schneegestöber in Flagstaff statt Grand Canyon

Nach einem sonnigen, trügerisch schönen Start in den Tag holte uns dann im Laufe des Tages in Flagstaff, Arizona doch noch der Winter ein. ❄️

Während morgens noch die Sonne über den schneebedeckten Berggipfeln glitzerte, verwandelte sich das Wetter am Nachmittag in eine weiße Überraschung: Schneefall – Ende März! An eine Weiterfahrt zum Grand Canyon war damit keinesfalls zu denken… 😣

Morgens…
…abends
…nachts
Nächster Morgen

Also legten wir kurzerhand einen weiteren Arbeitstag auf dem Parkplatz der öffentlichen Bibliothek ein. Glücklicherweise reichte das stabile und schnelle WLAN bis direkt in unseren Van hinein – perfekt, um in aller Ruhe an neuen Inhalten zu tüfteln und den digitalen Schreibtisch abzuarbeiten. 👩🏼‍💻👨🏻‍💻

Umweg ins Staunen – Warum uns der Petrified Forest trotz Winterchaos den Atem raubte

Da am Abend neuerdings starkes Schneegestöber eingesetzt hatte, sahen wir uns am Donnerstag endgültig dazu gezwungen, unsere ursprünglichen Reise- und Routenpläne einmal mehr zu verwerfen. In Flagstaff würde uns weiterer Schnee sowie eisiger Wind erwarten, weshalb wir beschlossen, vor den winterlichen Wetterbedingungen Reißaus zu nehmen. Dies bedeutete allerdings eine rund 200 Kilometer lange Fahrt in die „falsche“ Richtung – nämlich nach Osten, zurück in Richtung New Mexico, aus der wir vor gut zwei Wochen nach unserem Grenzübertritt eingereist waren. 🚐💨

Dafür erwartete uns in Winslow, einem kleinen Dorf auf dem Weg zum Petrified Forest National Park, im hiesigen Hallenbad eine sehr willkommene Belohnung: eine heiße Dusche für gerade einmal 2 $ pro Person – was will man mehr?

Heiße Dusche im Hallenbad 👍🏻

Von dort aus war es dann auch nicht mehr weit bis zum Eingang des Nationalparks – möglicherweise einem der faszinierendsten von ganz Amerika. Der Park ist nicht nur beeindruckend weitläufig, sondern auch unglaublich vielseitig. Und auch der Wettergott hatte ein Einsehen: Pünktlich zu unserer Ankunft tauschte er Schneegraupel gegen Sonnenschein ein. Nur der Wind blieb eisig. 🥶

Dennoch konnten wir uns gut umschauen – zuerst im informativen Visitor Center und dann zu Fuß auf verschiedenen Trails. Dort kamen wir den Jahrmillionen alten, versteinerten Baumriesen zum Greifen nah. Und obwohl wir selbige schon einmal im Süden Argentiniens bestaunen durften, versetzten uns die zu Stein erstarrten Baumstämme und Scheiben erneut in ungläubiges Staunen. 😯 Unglaublich, was die Natur zu Stande bringt! Ich meine – schaut euch auf den Fotos doch einmal die gut erhaltene Struktur der ehemals hölzernen Baumrinde an oder in welch gleichmäßige Scheiben die Bäume unter der Last der Erde zerteilt worden sind! Eine Motorsäge hätte das nicht besser hinbekommen.

Der Park erstreckt sich über gut 30 Kilometer vom südlichen bis zum nördlichen Eingang, und auf dem Weg dorthin begegnet man nicht nur Fossilien, sondern auch ganz unterschiedlichen Landschaftsformen. Die Blue Mesa, mit ihren bunt gestreiften Sandsteinschichten, gaben Aufschluss über geologische Epochen hinweg. Dazu kamen noch die Überreste von Siedlungen der PuebloIndianer, die hier um das Jahr 1250 in einem bis zu 100 Räume umfassenden Wohnkomplex lebten – inklusive zentraler Plaza. Unglaublich, wenn man bedenkt, wie organisiert diese Gemeinschaft bereits damals war. 😮

Bunte Berge – Blue Mesa
Alte Pueblo Ruinen
Petroglyphen – seht ihr den Frosch fressenden Ibis? 🧐

Mindestens genauso spektakulär war die Aussicht auf die Painted Desert – eine endlos scheinende Weite aus rostroten Hügeln, die sich wie gemalt bis zum Horizont erstreckt. Und wer noch nicht genug Geschichte erlebt hatte, bekam mit dem Route 66 Meilenstein noch einen Hauch Nostalgie obendrauf: Von 1926 bis 1958 führte die legendäre Traumstraße exakt durch diesen Abschnitt des Parks.

Die Painted Desert

Fazit: Der „Umweg“ hatte sich mehr als gelohnt. ✅

Leben am Abgrund – Wie die Sinagua im Walnut Canyon Felswände zu Wohnungen machten

Auf dem Rückweg nach Flagstaff statteten wir am nächsten Vormittag noch dem Walnut Canyon National Monument einen Besuch ab. Dieses liegt quasi direkt vor den Toren der Stadt, und dank unseres America the Beautiful-Passes hatten wir auch hier freien Eintritt.

Auch dieser Abstecher war in jedem Fall einen Besuch wert – denn hier, in dieser zerklüfteten, teils bewaldeten Schlucht, lebten einst die Sinagua: Ein prähistorisches Volk, das lange vor den heute bekannten Stämmen wie den Hopi oder Zuni in dieser Region siedelte. Der Name „Sinagua“ stammt übrigens aus dem Spanischen und bedeutet „ohne Wasser“ – was wohl schon andeutet, wie herausfordernd das Leben hier gewesen sein muss.

Unter natürlichen Felsüberhängen und in geschützten Nischen der Canyonwände errichteten sie ihre sogenannten Cliff Dwellings – kleine, gemauerte Behausungen aus Stein und Lehm, die bis heute gut erhalten sind. Die Felsvorsprünge boten ihnen dabei bereits idealen Schutz vor Wind, Regen und Sonne, sodass es nur noch weniger Handgriffe bedurfte, um daraus bewohnbare Unterkünfte zu machen.

Die Überreste dieser Behausungen waren auf beiden Seiten des Canyons mit bloßem Auge gut zu erkennen. Und wenn man auf dem schmalen Rundweg entlang der Felskante unterwegs war, konnte man nicht nur tief in die Geschichte, sondern auch tief in die Schlucht blicken – mit Respekt, denn allein der Gedanke, hier täglich Nahrung, Wasser oder Feuerholz herauf- und herunterzuschleppen, ließ einen ganz automatisch langsamer laufen. Was für ein körperlich anspruchsvolles Leben das gewesen sein muss! 😳

Die Sinagua lebten hier etwa vom 12. bis ins 13. Jahrhundert hinein, ehe sie die Region aus bislang ungeklärten Gründen verließen – vermutlich wegen klimatischer Veränderungen oder Ressourcenknappheit. Ihre Nachfahren sind vermutlich in den heutigen Hopi– und Zuni-Völkern aufgegangen, deren Siedlungen teils nicht weit von hier entfernt liegen.

Ein absolut spannender Ort – sowohl wegen seiner natürlichen Schönheit als auch wegen der Einblicke, die er in das Alltagsleben vor hunderten von Jahren gewährt. 🌟

Paket abholen, Sonne tanken und endlich ab Richtung Grand Canyon

Mangels Alternativen verbrachten wir noch einmal eine weitere, ruhige Nacht auf dem Supermarktparkplatz in Flagstaff. Praktischerweise konnten wir dort am nächsten Morgen direkt unser Amazon-Päckchen mit den bestellten Solarkabeln abholen. In den USA ist das – dank der zahlreichen Amazon-Locker an Tankstellen, Supermärkten oder in Paketshops – wirklich total unkompliziert und super praktisch.

Und weil die Wettervorhersage für die kommenden Tage endlich puren Sonnenschein versprach, stand dem nächsten großen Etappenziel nichts mehr im Weg: Nach einer Woche Wartezeit machten wir uns ENDLICH auf den Weg zum Grand Canyon! 🤗

Kurz vor der Einfahrt in den Nationalpark fanden wir im angrenzenden Kaibab National Forest einen traumhaften, kostenlosen Stellplatz – mitten in herrlichster Natur! Umgeben von Kiefernwäldern, mit weitem Blick und absoluter Ruhe. Sogar eine Feuerstelle wäre vorhanden gewesen, doch für ein gemütliches Lagerfeuer war es hier oben auf über 2.000 Metern Höhe dann leider doch noch ein bisschen zu frisch.

Sonnenaufgang am Canyon – Unser magischer Start am East Rim

War es die Aufregung oder die kühle Nacht, die mich schlechter schlafen ließ als sonst? Bereits um kurz vor 5 Uhr in der Früh machte ich die Augen auf – und bis zum Weckerklingeln um 7 Uhr fand ich keinen Schlaf mehr. In der offiziellen App des National Park Service hieß es, man solle nach Möglichkeit vor 9 Uhr morgens am Visitor Center sein, um Menschenmassen und lange Warteschlangen zu vermeiden. Gesagt, getan!

Unsere Erkundungstour startete am deutlich weniger frequentierten East Rim – und was soll ich sagen? Das frühe Aufstehen hatte sich definitiv gelohnt! Beim Desert View Visitor Center war der Parkplatz noch so gut wie leer, und die Aussicht auf den wohl berühmtesten – wenn auch mit rund 450 Kilometern Länge, bis zu 29 Kilometern Breite und über 1.800 Metern Tiefe nicht den größten – Canyon der Welt war schlichtweg atemberaubend.

Bereits hier konnten wir einen ersten Blick auf den Little Colorado River erhaschen, der zusammen mit dem Colorado River über sechs Millionen Jahre hinweg dieses gigantische Naturwunder in den Fels gefräst hat. Ab etwa 11 Uhr wurde es deutlich voller, aber dank des winterlichen Wetters der vergangenen Tage waren wohl nur wenige der sonst rund 5 Millionen Besucher jährlich unterwegs. 👌🏻

Wir fuhren mit unserem Van die verschiedenen Aussichtspunkte entlang des South Rim ab, liefen mehrere Abschnitte des Rim Trails zu Fuß und legten unzählige Foto- und Filmpausen ein. Dabei lief uns sogar ein Elch direkt vor die Linse – ganz offensichtlich an Menschen gewöhnt und vollkommen unbeeindruckt von unserer Anwesenheit. 🥰

Unser erster Tag am Grand Canyon endete am Mather View Point sowie im großen Visitor Center, das uns allerdings mit eher spärlichen Informationen enttäuschte. Mit den Köpfen voll einmaliger Eindrücke machten wir uns am späten Nachmittag erneut auf Stellplatzsuche – und wurden fündig: In einem öffentlich zugänglichen Waldstück, unweit des Parks, wo das Campen erlaubt ist. Kein Wunder also, dass wir dort auf einige Gleichgesinnte trafen. 😆

Imposante Weite, bewegende Stille – Abschied vom Grand Canyon

Am zweiten Tag widmeten wir uns dem westlichen Teil des Grand Canyons – jenem Abschnitt, der von den meisten Besucher*innen angesteuert wird. Kein Wunder, denn hier befinden sich einige der bekanntesten Aussichtspunkte und Wanderwege des gesamten Parks. Der berühmte Bright Angel Trail etwa führt gut 1.300 Höhenmeter hinab bis zum Colorado River – allerdings ist diese Tour nichts für schwache Nerven oder schlechte Ausrüstung, besonders bei sommerlicher Hitze oder – wie bei uns – eisigen Restschneefeldern. Ähnlich spektakulär und fordernd ist der South Kaibab Trail, der mit seinen freigelegten Graten und steilen Abhängen zwar traumhafte Blicke bietet, aber keinerlei Schatten oder Wasserstellen aufweist. Eine gute Planung und körperliche Fitness sind auf diesen Trails also absolute Pflicht!

Da viele dieser Pfade witterungsbedingt noch gesperrt waren, blieben wir wie am Vortag auf den Wegen entlang des Canyonrandes. Und auch hier gab es mehr als genug zu sehen: Über die Hermit Road reihen sich insgesamt neun verschiedene Viewpoints aneinander, einer schöner als der andere. 😍 Doch wer ab dem 1. März unterwegs ist, darf diese Strecke nicht mehr mit dem eigenen Fahrzeug befahren. Stattdessen verkehren kostenlose Shuttlebusse im 15-Minuten-Takt – sogar eine Stunde vor Sonnenaufgang und eine Stunde nach Sonnenuntergang. Alternativ kann man auch aufs (Leih-)Fahrrad umsteigen – was wir geplant hatten, doch Simons platter Reifen machte uns erneut einen Strich durch die Rechnung. Also hieß es früh raus aus den Federn und rein in den Bus.

Wer genau hinsieht erkennt den Colorado River

Nach rund 40 Minuten erreichten wir die Endhaltestelle: Hermit’s Rest. Von dort wanderten wir gemütlich von einem Aussichtspunkt zum nächsten, zurück in Richtung Visitor Center. Wer nicht den ganzen Weg laufen möchte, kann die Strecke in Teilabschnitten erkunden und flexibel an jeder Haltestelle wieder in den Bus steigen. 🚌💨

Das Wetter? Ein Traum! Blauer Himmel, wärmende Sonne, keine Wolke in Sicht – perfekt für unser Vorhaben. Und dennoch: Auch wenn der Westteil mit seinen logistischen Vorteilen punktet, konnten wir nicht ganz nachvollziehen, weshalb dieser von so vielen dem East Rim vorgezogen wird. Wir fanden die Aussicht dort fast noch dramatischer, die Trails einsamer und das gesamte Erlebnis ursprünglicher – nicht zuletzt, weil man sich dort frei mit dem eigenen Fahrzeug bewegen kann. 🤩

Am Nachmittag zogen dann doch noch ein paar Schleierwolken auf. Unsere Hoffnung auf einen perfekten Sonnenuntergang über dem Canyon erfüllte sich somit nicht ganz. ⛅️ Aber wir beschwerten uns keinesfalls – zwei Tage voller Staunen, Ehrfurcht und bewegender Naturmomente lagen hinter uns. Zwei Tage, die wir ganz sicher nie vergessen werden. ♥️♥️♥️

Grand Canyon & Route 66 im Video! 👆

So sehr wir uns auch bemüht haben – die unfassbare Weite, die dramatische Tiefe und die Farbintensität dieses Naturwunders lassen sich auf Fotos einfach nur schwer einfangen. Einen etwas besseren Eindruck bekommt ihr vielleicht in unserem dazugehörigen YouTube-Video – schaut also unbedingt mal rein! Und nicht vergessen: Auch nächste Woche geht’s hier weiter – dann nehmen wir euch mit über die legendäre Route 66 Richtung Las Vegas. Es bleibt spannend! 🌎🚐💨