NEW BLOG POST 🇨🇴 (24. – 31.10.2023) Salento – Jardín

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Wir reisen durch die Ausläufer des Amazonasbeckens, wo wir unter anderem eine indigene Gemeinde besuchen. Dort erhalten wir einen tiefen Einblick in ihr Leben sowie ihre Traditionen. Auch der Besuch auf einer Kakao Farm ist nicht nur richtig spannend, sondern vor allem lecker. Schau also unbedingt rein & lass gerne einen Kommentar sowie ein Like da! 👍

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Insgesamt verbrachten wir fünf Nächte á 25k COP (5,50 €) bei Fernando und Joana auf der „Finca el Peniel“. Wir fühlten uns bei den beiden ganz wie zuhause und konnten uns völlig frei auf ihrem großen, schönen Grundstück bewegen. So nutzten wir ihre überdachte Terrasse nicht nur zum Arbeiten, sondern auch für eine Runde Yoga am Morgen. Von dort aus fuhren wir auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach „Salento“. Der kleine Ort ist auf Grund seiner Lage, in Mitten des kolumbianischen Kaffeedreiecks, sehr beliebt. Hier kann man gemütlich durch die Gassen schlendern, überall leckeren Kaffee verkosten, sich in den vielen schönen Kunsthandwerkläden verlieren und ein buntes Haus nach dem Anderen bestaunen. Von der zentralen Plaza aus fahren Jeeps, die so bunt sind wie die umliegenden Häuser, zu den nahen Kaffeefarmen. Wir sparten uns die Kaffeetour jedoch für einen anderen Ort auf, der uns von Reisenden empfohlen wurde. Stattdessen buchten wir uns zwei Sitzplätze in einem roten „Willy“ (so der umgangssprachliche Name der alten Jeeps), der uns zum etwas außerhalb gelegenen „Valle del Cocora“ brachte. In dem grünen Tal gedeihen unzählige Wachspalmen, mit einer Höhe von bis zu 60 Metern die höchste Palmenart der Welt. War uns das Wetter am Vormittag mit einem heiteren Sonne-Wolken Mix noch wohlgesonnen gewesen, so fielen bereits während unserer Jeep Fahrt die ersten Regentropfen. Zwar hatten wir am Morgen online noch den Wetterbericht gecheckt, der für diesen Tag schwere Regenfälle vorhergesagt hatte, jedoch ignorierten wir diese Info auf Grund des passablen Wetters am Vormittag. Zumal wir ansonsten, extra deswegen, mit unserem eigenen Van noch einmal hätten herkommen müssen… Am Parkplatz angelangt hörte der Regen auf weswegen wir, voller Zuversicht, die Tickets für den Palmenwald lösten. Mit 20k COP pro Person war der Preis, unserer Meinung nach, relativ gesalzen (4,50 €). Dafür waren Wege und Gelände schön angelegt. Die vier Stunden lange Rundwanderung kam, des Wetter wegen, von vornherein nicht in Betracht so dass wir die kleine Runde wählten. Die Palmen hingen zwar in den Wolkenfetzen, aber der Anblick war dafür richtig mystisch und vielleicht sogar schöner als bei strahlendem Sonnenschein. Gut die Hälfte des Weges hatten wir hinter uns gebracht als der Himmel urplötzlich alle Schleusen öffnete. Schnell zogen wir unsere Regenponchos über und spannten die Knirpse auf aber trotz der doppelten Schutzmaßnahmen wurden wir nass. So flüchteten auch wir uns unter das Dach eines kleinen Häuschen am Wegesrand, wo sich schon eine Gruppe Schutzsuchender eingefunden hatte. Als der Regen etwas nachgelassen hatte liefen wir zurück zum Parkplatz, von wo aus uns ein gelber „Willy“ wieder zur Plaza brachte. Neuerdings in strömendem Regen gelangten wir dort an weshalb wir uns direkt auf die Suche nach einem Restaurant für ein wärmendes, spätes Mittagsmahl machten. Frisch gestärkt, aber immer noch im Regen, liefen wir danach zum Busterminal. Glücklicherweise mussten wir nicht lange auf einen Bus warten, der uns zurück zu unsrem Van brachte.

Die Finca El Peniel
Unser Stellplatz
Arbeit & Spaß mit Maggie

Bunte alte Jeeps in Salento
Die Häuser sind genauso farbenfroh
Hübsches Wandbild
Im Valle del Cocora
Bis zu 60 Meter hohe Wachspalmen 🌴
Leider endete die Tour im Regen ☔️
Unser Fahrer hatte gute Sicht 🙈
Aber er brachte uns sicher zur Plaza zurück

Am Freitagmorgen verabschiedeten wir uns, schweren Herzens, von unserem sehr liebgewonnen Hund „Maggi“ sowie unseren unheimlich netten Gastgebern. „Maggi“ wäre ganz bestimmt, ohne mit der Wimper zu zucken, mit uns mitgefahren. Zumindest hatte sie sich schon ein Plätzchen bei uns ausgesucht. 😅 Wir fuhren weiter nach „Filandia“. Der Ort war nicht minder schön als das touristischere „Salento“, zumal wir hier sogar unsere Einkäufe in einem „D1“ Supermarkt erledigen konnten. Auch eine „Ferreteria“ war vorhanden in der wir eine große Rolle Alu Butyl kauften. Mit diesem Band wollen wir unsere Dachluken von außen zusätzlich noch einmal abdichten. In der Regenzeit erscheint uns das irgendwie sicherer. 🙈 Nach dem Rundgang durch das hübsche Örtchen kehrten wir in einem Lokal ein, in dem wir neuerdings für 16k COP (= 3,50 €) jeweils ein schmackhaftes Mittagsmenü serviert bekamen. Die Nacht verbrachten wir etwas außerhalb beim großen Sportgelände, in bester Gesellschaft einer französischen Familie.

Glaube sie wäre mit uns mit gefahren 😍
Unsere netten Gastgeber
Auch in Filandia ging es bunt zu
Tolle Wandbilder gab es auch wieder
Cremige Fischsuppe
Yummy 😋
Einfach nur schön
Stellplatz am Sportgelände

Der Stellplatz war erstaunlich ruhig so dass wir den halben Tag noch dort verbrachten, um zwei neue YouTube Videos zu vertonen und fertig zu schneiden. Am Nachmittag machten wir uns dann auf den Weg zu Max und Merle, die sich etwa eine halbe Fahrtstunde weiter nördlich auf einer Autobahnraststätte befanden. Da uns vorerst nur der Abend für ein gemütliches Beisammensein blieb, kauften wir auf dem Weg dorthin noch alle Zutaten für eine Sandwich Party ein. Der Rastplatz lag etwas erhöht auf einer Kuppe und bot eine herrliche Rundumsicht auf die umliegenden Kaffeeplantagen. Auch wir verbrachten dort die Nacht denn von dort aus war es am nächsten Morgen nicht mehr weit bis zur Hacienda Venecia, wo wir uns für die Kaffee Tour um 09:45 Uhr angemeldet hatten.

Sandwich Party 🥪
Übernachtung auf der Autobahnraststätte
Schöne Aussicht inbegriffen

Die letzten fünf Kilometer bis zur Kaffeefarm waren etwas holprig aber wir schafften es sowohl gut als auch rechtzeitig auf das 220 Hektar große Gelände. Kaum hatten wir uns bei der Rezeption angemeldet hielten wir auch schon den ersten Kaffee in der Hand. Dieser ist mehrfach preisgekrönt und wurde unseren Erwartungen auf Anhieb gerecht. Vollmundig, cremig und intensiv aber trotzdem weder zu stark noch zu bitter. 👍 Wir stärkten uns noch mit einem Stück von unserem Marmorkuchen bevor wir uns der Gruppe anschlossen. Unser Guide Mateo sprach sehr gut Englisch und unsere Truppe bestand aus vier Amerikanern, zwei Holländern sowie einer Französin. Die Tour begann mit einer Verkostung der drei hier produzierten Güteklassen. Uns schmeckte der Kaffee Superior, mit einem Koffeingehalt von 2,7%, am besten. Anschließend begaben wir uns auf die Kaffeeplantage und in den folgenden zwei Stunden erfuhren wir wahnsinnig viel über den Kaffeeanbau sowie die Produktion:

  • Die ersten Kaffeepflanzen kamen 1808 per Schiff von den Französischen Antillen und über Land via Venezuela nach Kolumbien
  • Die fruchtbaren Böden und das milde Hochlandklima in Äquatornähe sorgten dafür, dass der Kaffeeanbau in Kolumbien zur Erfolgsgeschichte wurde
  • Weltweit ist Kolumbien der größte Erzeuger von Arabica-Bohnen. Arabica gilt als die edelste Bohne und fast alle Spitzenkaffees bestehen aus reinem Arabica. Die feinsten Bohnen stammen dabei aus dem Hochland um die Großstadt Medellín herum
  • Mit 13 Mio. Sack (780.000 Tonnen) im Kaffeejahr 16/17 war Kolumbien drittgrößter Kaffeeexporteur der Welt, nach Brasilien und Vietnam
  • Besonders ist, dass der Kaffee hier zwei Mal jährlich geerntet werden kann. Die erste Ernteperiode dauert von März bis Juni und die zweite von September bis Dezember
  • Dennoch müssen die rund 350 Kaffeepflücker der Hacienda alle 21 Tage über die Plantagen gehen, um zwischenzeitlich rot gewordene Kaffeekirschen zu pflücken
  • Der überwiegend in Brasilien und Vietnam angebaute Robusta Kaffee gedeiht von Meeresniveau bis hinauf auf 900 Meter
  • Der in Kolumbien wachsende Hochlandkaffee (Arabica) wächst auf Höhen zwischen 1.000 und 3.000 Metern
  • Die Robusta Pflanzen benötigen relativ viel Abstand zwischen einander weswegen eine maschinelle Ernte möglich ist
  • Arabica hingegen kann viel dichter gepflanzt werden (doppelt so viele Pflanzen auf derselben Fläche wie Robusta) was jedoch eine rein manuelle Ernte mit sich bringt
  • Die erste Ernte kann bereits anderthalb Jahre nach Pflanzung erfolgen, über einen Zeitraum von 20 bis 25 Jahren hinweg
  • Konnten früher rund 50 Kilo Kaffee pro Pflanze geerntet werden, so sind es heute auf Grund des Klimawandels nur noch knapp 30 Kilogramm. Also fast die Hälfte weniger (bedingt durch ein Ungleichgewicht von Sonne und Regen)
  • Es gibt zwei verschiedene Schädlinge, die den Pflanzen zusetzen können. Der Eine frisst die Blätter, was zu mangelnder Fotosynthese führt. Der Andere nistet sich in den Kirschen selbst ein und zerstört so auf direktem Weg die darin enthaltenen Bohnen
  • Diese kann man entweder chemisch bekämpfen, was natürlich der schlechtere Weg ist, oder so wie hier durch gute Pflege, in dem man kranke Pflanzen rechtzeitig eliminiert
  • Ein Kaffeepflücker muss mindestens 50 Kilogramm Kaffee pro Tag ernten, um Kost und Logis auf der Hacienda zu erhalten wobei ein Pflücker im Schnitt 150kg pro Tag erntet
  • Je nach Qualität kommen die Kaffeekirschen, nach der Ernte, zur Fermentation kürzer oder länger in Wassertanks. Schlechte oder schadhafte Kirschen schwimmen dabei an der Oberfläche und können so relativ einfach aussortiert werden.
  • Vom Wasserbad aus fließen die Kirschen durch einen Kanal, der Fremdkörper wie zum Beispiel Steine aussortiert
  • Weiter geht es in eine Maschine, die zuerst Kirsche und Bohne voneinander trennt. Dieselbe Maschine entfernt im Anschluss die weiße, weiche Haut welche die Bohne umgibt. Diese Haut wird, wegen des darin enthaltenen Koffeins, an Energy Drink Hersteller weiterveräußert
  • Die geschälten Bohnen fließen neuerdings in große Wasserbecken, um evtl. Rückstände der Schalen zu entfernen
  • Von dort aus werden die Bohnen direkt auf die Trockenvorrichtung gepumpt und anschließend von zwei verschiedenen Rüttelmaschinen nach Größe sortiert
  • Nach dem die Bohnen bei 60 Grad getrocknet wurden, werden diese in Säcke á 70kg abgefüllt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Schale noch um die Bohnen herum weswegen sie bis zu sechs Monate lang gelagert werden können. Dies verschafft den Kaffeebauern Zeit, um die an der Börse gehandelten Arabica Bohnen zum jeweils besten Kurs zu veräußern
  • Die Schale wird erst kurz vorm Export von Kooperativen entfernt. Die Schalenreste verbleiben auf der Hacienda und werden für die hiesige Röstung der Superior Qualität verwendet, um den Kaffeegeschmack nicht zu verfälschen. Für die zwei schlechteren Qualitäten werden Macadamia Nussschalen benutzt
  • Die grünen Bohnen werden in Säcken á 45kg exportiert und dann vor Ort in den jeweiligen Importländern, z.B. Deutschland oder Italien, geröstet und verpackt
  • Je nach Größe der Bohne (groß oder klein) dauert der Röstprozess unterschiedlich lange. Würde man die Bohnen vorab nicht sortieren so würden die Kleineren beim Rösten verbrennen
  • Pro Jahr werden auf der Hacienda Venecia 170.000 Kilogramm Kaffee produziert. 70k Kilo der schlechteren Kategorie drei und jeweils 50k Kilo der Kategorie zwei und eins
  • Offene Kaffeepackungen sollte man tunlichst nicht im Kühlschrank aufbewahren, da die Feuchtigkeit dem Geschmack schadet. Besser sind luftdichte Dosen
  • Beim Kauf von Kaffee sollte man auf die Bezeichnung „de origen“ achten was bedeutet, dass der Kaffee aus einer Hand stammt. Sprich sowohl Anbau als auch Röstung und Verpackung fanden an ein und demselben Ort statt

Den Rest des Tages verbrachten wir auf dem paradiesischen Gelände der Farm. Hier kann man eine unheimliche Vielzahl an verschiedenen Vogelarten beobachten. Aber auch einige Echsen sowie grüne Leguane sind hier heimisch. Auf dem riesigen Grundstück befinden sich mehrere Quartiere. Die Luxusunterkünfte sind im schicken Haupthaus untergebracht, welches auch für Events gemietet werden kann. In dem an den Pool angrenzenden Haus sind die normalen Hotelzimmer sowie das Restaurant zu finden. Da wir einen komplett regenfreien Tag erwischt hatten, an dem ab und an sogar die Sonne schien, konnten auch wir den schönen Pool nutzen. Und dann gibt es noch ein Hostel mit Gemeinschaftszimmern sowie einer Gemeinschaftsküche im Garten. Dort wären auch die Stellplätze für Overlander gewesen. Da die Zufahrt zum Hostel aber unheimlich steil sowie uneben war entschieden wir, auf dem ebenen Stellplatz vor der Rezeption zu nächtigen. Auch dort gab es Toiletten, Sitzmöglichkeiten und eine Jura Kaffeemaschine, die von den Gästen den ganzen Tag über nach Belieben kostenfrei benutzt werden durfte. 😀

Stellplatz bei der Hacienda Venecia
Kaffeemaschine zur freien Verwendung ☕️
Auch die Kolibris mochten die Orchideen
Neben Kaffee Touren kann man hier auch allerlei andere Touren buchen
Wir bleiben bei der Kaffee Tour und folgen Mateo
Er erklärt mitten in der Plantage
Ein Keimling & die daraus entstehende Pflanze 🌱
Kaffeeblüte
Kaffeekirschen
Reife Kaffeekirschen
Gringo, der lustige Hund der Farm
Irgendwie sind die Proportionen seltsam 😅
Hübsche Gebäude auf dem gesamten Gelände
Versuchsweise wird auch Kakao angebaut
Die weiße Haut um die Kakaobohne herum ist essbar
Stadien der drei Güteklassen (1-3 von unten nach oben)
Fermentiert Bohnen der höchsten Güteklasse (die Kirsche verbindet sich komplett mit den Bohnen)
Die blauen Schläuche sortieren Fremdkörper aus
Diese Maschine entfernt Kirsche & Schale
Das Wasserbad entfernt eventuelle Rückstände
Auf dieser Vorrichtung trocknen die Bohnen
Die Rüttler sortieren die Bohnen nach Größe
Verpackt werden sie in 70 Kilo Säcke
Dann durften wir selbst rösten
Verschiedene Röstgrade
Das schicke Haupthaus
Unser Pool war aber auch nicht schlecht
Viele Echsen gab es auch 🦎
Größte Agave der Welt
Außenküche für Over

Am nächsten Morgen nutzten wir noch einmal ausgiebig das kostenfreie Kaffeeangebot. Wir erkundigten uns auch nach dessen Preis aber mit umgerechnet rund 8 € war uns das 250 Gramm Päckchen Kaffee dann doch zu teuer. 🙈 Nach einer warmen Dusche machten wir uns auf die Weiterfahrt nach „Jardín“. Auch dieser Ort liegt malerisch in der von grünen Bergen umgebenen Zona Cafetera. Allerdings standen wir auf dem Weg dorthin gute zwei Stunden lang im Stau, da es auf der Autobahn alle paar Kilometer lange Baustellenabschnitte gab, welche die Straße jeweils nur in eine Richtung passierbar machten. Bei Außentemperaturen um die 30 Grad war das nicht gerade ein Spaß, zumal wir die Klimaanlage nicht in Betrieb nahmen. Diese hätte uns, bei Wartezeiten von je ca. 30 Minuten vor den Baustellen, bei abgestelltem Motor sowieso nichts genutzt. Für die 200 Kilometer lange Strecke benötigten wir somit mal wieder zwischen vier und fünf Stunden. Und dafür wurden, in Summe, auch noch stolze 17 € Autobahngebühr fällig. 😮 Wir waren ganz schön fertig, als wir endlich unser Ziel erreichten. Dort warteten bereits Max und Merle auf uns, die einen Stellplatz in einer ruhigen Sackgasse ausfindig gemacht hatten. Auch zwei französische Overlander standen in derselben Reihe, so dass wir uns in allerbester Gesellschaft befanden. Bei unserer Ankunft war Max gerade dabei, einen großen Topf Nudeln mit Tomatensauce zu kochen und wir wurden direkt zu Tisch gebeten. Somit mussten wir uns an diesem Tag nicht mehr ums Thema Essen kümmern, sondern konnten uns von der Fahrt erholen. 😍

Endlich in Jardín angekommen
Der Ortsname passt 👍🏻

Für den Halloweentag war die Wettervorhersage relativ vielversprechend weswegen wir gleich an Tag eins den Ort erkundeten. Die Häuser waren, typisch kolumbianisch, wieder sehr farbenfroh und mit prächtigen Holzbalkonen sowie bunten Blumen geschmückt. An der großen Plaza hatten alle umliegenden Restaurants sowie Cafés ihre Außenbereiche bestuhlt und am Vormittag hatten sich dort viele ältere Herrschaften, überwiegend Männer, auf ein Tässchen Kaffee und einen Plausch eingefunden. Wir schauten, während wir auf Max und Merle warteten, dem bunten Treiben um uns herum zu. Zu viert fuhren wir anschließend, mal wieder mit einem cable car, über die Schlucht hinüber zur anderen Seite, von wo aus wir einen guten Blick hinunter auf den Ort hatten. Während wir die Aussicht genossen tranken wir ein Tässchen Kaffee und machten uns danach, auf Empfehlung eines Touristen hin der uns zufällig begegnete, zu Fuß auf den etwa 40minütigen Rückweg. Unser Spaziergang führte vorbei an zahlreichen Kaffee- und Bananenplantagen, aber auch etliche hübsche Blumen sowie Mandarinenbäume befanden sich dazwischen. Wir hatten noch nicht einmal die Hälfte des Weges hinter uns gebracht als es zu regnen begann. Zum Glück hatten wir alle Regenschirme dabei! ☔ Trotzdem genossen wir die Landschaft um uns herum und auch an zwei schönen Wasserfällen sowie einem kuriosen Schrottmuseum kamen wir vorbei. Wieder in „Jardín“ angelangt wurde es relativ schnell wieder trocken, so dass wir am Nachmittag noch wie geplant beim „Jardín de Rocas“ vorbeischauen konnten. In dem kleinen Naturreservat am Ortsrand leben einige Exemplare der Andenfelsenhähne. Ihr natürliches Habitat erstreckt sich entlang der gesamten Andenkette, von Bolivien bis hinauf nach Venezuela, und er ist außerdem der Nationalvogel Perus. Die ca. 35 cm großen Männchen sind auffällig scharlachrot gefärbt, lediglich Schwanz und Flügel sind schwarz. Der bogenförmige Federkamm reicht vom Hinterkopf bis über den Schnabel, selbst das kleine Auge ist vor lauter Federn kaum zu sehen was die Vögel besonders interessant macht. Auch ihr Ruf ist sehr laut. Vielleicht leben sie wegen eben jener Auffälligkeiten gerne in dichten, feuchten Wäldern in Nähe von Flüssen und Wasserfällen. Nach der Vogelschau setzten wir uns noch ein Weilchen mit einem Kaltgetränk auf die Plaza, die vor kostümierten Kindern und Erwachsenen überzuquellen schien. Wir wussten gar nicht, wohin wir schauen sollten! 😲 Für uns war das, zumindest in dieser Form, das erste Halloween welches wir miterleben durften. Die Kinder zogen mit ihren Eimerchen und Beutelchen um die Häuser, ganz in typischer „Süßes – sonst gibt’s Saures“ Manier. Als um 17:00 Uhr das „Café Europa“ oberhalb der Plaza seine Pforten öffnete schnappten wir uns, hungrig wie wir alle waren, sofort einen der Tische im Freien. So konnten wir, während wir unsere vorzüglichen Pizzen verspeisten, immer noch dem fröhlichen Treiben zuschauen. 🎃👻🕷

Es bleibt weiterhin bunt
So schöne Holzarbeiten
Morgendliches Treiben an der Plaza
Fahrt mit dem Knast Cable Car 😜
Blick auf Jardín
Schrott oder Kunst?!
Die Vögel sahen wir später auch in echt
Der Andenfelsenhahn
Helikon
Sehr gute Pizza 👍🏻
Jardín bei Nacht

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NEW BLOG POST 🇨🇴 (17. – 23.10.2023) Ipiales – Armenia

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Wir verabschieden uns vom karibischen Traumstrand und machen uns auf den Weg nach Ecuador. Da wir zuvor noch so rein gar keine Vorstellung von dem kleinen Land hatten betraten wir dieses völlig vorbehaltslos. Ob wir positiv oder negativ überrascht wurden erfährst du in unserem neuen Video.
Schau also unbedingt rein & lass gerne einen Kommentar sowie ein Like da! 👍

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Nach vier entspannten Tagen auf der Finca Sommerwind verabschiedeten wir uns am Dienstagmorgen von Hans sowie unseren netten Nachbarn: Christin und Thomas. Die Zwei haben auch eine tolle Homepage: www.vollzeitreisen.de. Da die Beiden ebenfalls irgendwann im Dezember ihr Fahrzeug nach Panama verschiffen wollen stehen die Chancen gut, dass wir uns in Kolumbien noch einmal begegnen werden. 😀 Wir verließen den tollen Campingplatz, um uns auf den Weg ins nahegelegene Zentrum von „Ibarra“ zu machen. Kaum waren wir zwei Kilometer gefahren, poppte auf unserem Radiodisplay ein uns nur allzu gut bekannter Fehlercode auf: P0101. War es wohl doch nicht der Luftmassenmesser gewesen… 🙈 Simon war darüber einen Moment lang verärgert, aber als wir auf dem großen Parkplatz der lokalen Markthalle angelangt waren hatte er sich schon wieder beruhigt. Guten Gewissens ließen wir unseren Van auf dem bewachten Platz stehen und schlenderten in das kleine Zentrum. Die zwei Plazas waren von hübschen Gebäuden sowie schönen Brunnen und Palmen gesäumt, alles in allem aber unspektakulär. Vor der Weiterfahrt liefen wir noch über das riesengroße Marktgelände, auf dem es wirklich ALLES zu kaufen gab. Von Bekleidung über Kosmetik bis hin zu Technik und natürlich Lebensmitteln. Auf Grund des anstehenden Grenzübertritts vermieden wir den Kauf von Frischware. Zumal die Supermärkte in Kolumbien günstiger sein sollen als die in Ecuador. Bei einem der Fischhändler kauften wir für schlappe 1,50 € aber 400 Gramm fangfrische Garnelen, welche wir noch am selben Abend mit Spaghetti und Knoblauch zubereiteten. Vor dem Abendessen drehten wir jedoch noch eine Runde über den Friedhof der Grenzstadt „Tulcán“. Hier sind nicht die Gräber oder Mausoleen der Star, sondern die liebevoll zurechtgestutzten Hecken welche uns an Symbole der Azteken (oder Maya?) erinnerten. Und da wir uns auf dem bewachten Parkplatz neben dem Friedhof sicher fühlten, verbrachten wir dort kurzerhand für 2,50 € auch die Nacht. 😴

Viele nette Leute kennengelernt 😀
Zum Beispiel Christin & Thomas
Aber auch Kaffee & Kuchen waren wirklich lecker 😋
Eine der Plazas in Ibarra
Grenzstadt Tulcán
Kurioser & besonderer Friedhof
Den Gärtnern wird sicher nie langweilig 😂

Noch am Vorabend hatte Simon in diversen Renault Gruppen in Facebook unser Problem geschildert und tatsächlich vermuteten gleich mehrere, dass das Problem in der Luftzufuhr liegen könnte. Wir untersuchten daraufhin noch einmal eingehend den zum Turbolader hinführenden Luftschlauch und konnten diesmal, bei ganz genauer Inspektion, wirklich ein Loch darin entdecken! Vielleicht stammt der Marderbiss sogar noch aus Deutschland, wer weiß. In jedem Fall wissen wir nun, wo das Problem liegt und dass wir einen neuen Schlauch benötigen werden. Möglicherweise werden wir den Alten, je nachdem wie lange die Ersatzteilbeschaffung dauern wird, sogar flicken können. Mit dieser guten Nachricht in der Tasche fuhren wir zur gerade einmal acht Kilometer entfernt gelegenen Grenze. Nachdem wir uns ordnungsgemäß aus Ecuador abgemeldet hatten besorgten wir uns wenige Meter weiter, auf der kolumbianischen Seite, neue Stempel in den Pässen. Beim Zoll dauerte es, wie immer, etwas länger. Wobei wir sofort drankamen und ich sogar eigenhändig am PC unsere gesamten Fahrzeugdaten eintragen durfte. 😅 Als alle Formalitäten erledigt waren fuhren wir schnurstracks zum „Exito Supermercado“ in „Ipiales“. Dort konnten wir uns nicht nur mit frischen Lebensmitteln, sondern an den Bankautomaten auch mit kolumbianischen Pesos eindecken. In Null Komma nichts waren wir mal wieder Millionäre, was bei einem Wechselkurs von 1 € = 4.500 COP kein großes Kunststück ist. 😉 Praktischerweise saß, vor dem Imbissbereich im hinteren Teil des Supermarkts, auch eine Versicherungsangestellte. Für umgerechnet 30 € stellte sie uns die benötigte „SOAT“ für die kommenden zwei Monate aus. Fehlte also nur noch eine neue SIM-Karte! Bevor wir uns diesem Projekt widmeten fuhren wir noch zum „Santuario de las Lajas“. Die imposante Kathedrale wurde im gotischen Stil erbaut wobei das eigentliche Highlight deren Lage ist: Sie befindet sich, ähnlich einem Aquädukt, direkt oberhalb eines tiefen Flussbetts. 😮 Von „Las Lajas“ aus folgten wir der zweispurigen Panamericana, deren Asphalt auf uns einen noch recht jungfräulichen Eindruck machte. Dennoch kamen wir, wegen der zahlreichen Berge, nur langsam voran. Zumal sich hier auch unser Leistungsverlust deutlich bemerkbar machte: Wären wir üblicherweise locker mit 80 km/h die Steigung hinaufgefahren, krochen wir nun mit 50 km/h hinter den Lastwagen her. 😕 Dennoch erreichten wir am frühen Abend die Großstadt „Pasto“, in der wir zwecks SIM-Karten Beschaffung direkt die große Einkaufsmall ansteuerten. Der anwesende Mitarbeiter kannte sich, zu unserem Bedauern, jedoch nicht mit Kurzzeitverträgen aus. Er verwies uns diesbezüglich an seine Kollegin, die allerdings erst am nächsten Tag wieder arbeiten würde. So zogen wir unverrichteter Dinge von dannen um uns, etwas außerhalb der Stadt im „Parque ambiental chimayoy“, einen sicheren und ruhigen Platz für die Nacht zu suchen. Der wachhabende Security gestattete uns dies auch postwendend. Gegen eine kleine Gebühr in Höhe von 3,50 € konnten wir mitten im Grünen stehen, Blick auf einen Vulkan und geschlossene Tore in der Nacht inklusive. 👍

Endlich haben wir das Problem lokalisiert
Die offene Grenze zwischen Ecuador & Kolumbien
Lief alles zügig & unkompliziert 👍🏻
Das Santuario de las Lajas
Spektakuläre Lage
Draufsicht von der Straße
Ruhiger Stellplatz in einer Parkanlage
Im Hintergrund ein erloschener Vulkan

Früh am nächsten Morgen, nach einer angenehm kühlen Nacht, machten wir uns noch einmal auf den Weg zur „unico“ Mall in „Pasto“. Diesmal war Fernanda, die hilfsbereite Angestellte im „Claro“ Shop, anwesend und wusste sofort mit meinem Anliegen umzugehen. Dank unseren Freunden Timo und Alina bzw. Max und Merle, die bereits zuvor in exakt jenem Laden für die nächsten Wochen einen Vertrag erworben hatten. 😉 Die SIM-Karte kostete gerade einmal 3.000 Pesos und für insgesamt 55 Gigabyte pro Monat verlangte man 40.000 Pesos. Macht in Summe, für einen Zeitraum von zwei Monaten, 83.000 Pesos was umgerechnet 18,50 € entspricht. Da kann man nicht meckern und auch meinen anschließenden Einkauf im „Metro cencosud“ würde ich als vollen Erfolg verbuchen. Die chilenische Kette war uns bisher immer eher negativ durch ihre hohen Preise aufgefallen. Aber diesmal gab es sehr viele, günstige Angebote worüber ich gleichermaßen erstaunt sowie erfreut war. Simon hatte derweil auf dem Supermarktparkplatz unseren kaputten Turboschlauch ausgebaut und war dabei, diesen mit zwei leeren Konservendosen sowie Alubutylband zu flicken. 😅 Die Idee war ihm wohl im Schlaf gekommen und ich bin gespannt, wie lange die Konstruktion halten wird. Auf den ersten 50 Kilometern hielt sie tadellos und bergauf hatten wir plötzlich wieder richtig Dampf unter der Haube. Danach bemerkten wir ein leichtes Pfeifgeräusch und die Kontrolle an einer Tankstelle ergab, dass der Schlauch wohl zu große Hitze für die Butylmasse entwickelte woraufhin diese zu schmelzen begann. 🙈 Deswegen klebten wir, vorsichtshalber, noch eine zusätzliche Lage Panzertape drumherum. Aber ansonsten waren wir mit dem Fahrverhalten, dank der Erbsen- und Mais Dose in unserem Turboschlauch, rundum zufrieden. 😀 Während der Fahrt veränderte sich auch die Landschaft mal wieder und plötzlich wurde es mit 34 Grad Außentemperatur nicht nur merklich wärmer, sondern es tauchten auch vollbeladene Mangobäume sowie Bananenstauden auf. In der ländlichen Umgebung gab es nur wenige Ortschaften. Wenn wir aber eine durchquerten dann pulsierte dort das Leben und auf den Straßen war richtig viel los. Wir waren überrascht über die vielen Afro-Amerikaner, die in Kolumbien offensichtlich ein neues Zuhause gefunden hatten. Zugleich lungerten aber auch viele sehr arme Menschen, unserer Vermutung nach aus Venezuela stammend, an den Straßenrändern herum. Deren Blicke, Bettelei und mitunter auch Pöbelei schürte nicht gerade unser Vertrauen. Im Gegenteil, ich fühlte mich an unsere ersten Tage in Brasilien erinnert in denen ich mich bezüglich dem Thema Sicherheit ebenfalls eher unwohl gefühlt hatte. Zumal auch die Häuser, vor allem im direkten Vergleich zu Ecuador, wieder deutlich ärmlicher anmuteten. Der Putz an den Fassaden wich neuerdings blankem Backstein und statt mit Ziegeln waren die Häuser wieder mit Wellblech gedeckt. Was wir auch vermissten, waren die vielen, streunenden Hunde die uns bis dato eigentlich in jedem Land zuhauf begegnet waren. Für die 200 Kilometer lange Tagesetappe bis nach „Popayán“ benötigten wir, auf Grund der vielen Kurven und zahlreichen LKWs, rund vier Stunden. Müde von der Fahrerei hielten wir gegen 17:00 Uhr bei einem Restaurant an, welches direkt an der Panamericana lag. Ich erkundigte mich beim Inhaber, ob wir hier sicher übernachten könnten was er sofort bejahte. Der Parkplatz hinterm Haus sei von der Straße her nicht einsehbar, wäre während der Nacht hell erleuchtet und außerdem gäbe es von 21:00 bis 06:00 Uhr einen Nachtwächter. Also stellten wir, wie befohlen, unseren Van hinter dem großen Restaurant ab. Und da wir weder Lust auf Kochen noch Spülen hatten, aßen wir in dem Lokal für umgerechnet 4 € pro Kopf zu Abend. Das Menü, bestehend aus Suppe, Hauptgang nach Wahl sowie hausgemachter Limonade, schmeckte ausgezeichnet und so erwiesen wir zeitgleich auch noch unseren Dank für den Stellplatz. 😋

Falls ihr in Pasto eine SIM-Karte brauchen solltet 😉
Simon flickte derweil unseren Schlauch
Hinein kamen zwei Konservendosen
Und drumherum Alubutyl Band
Das fertige Kunstwerk 👌🏻
Einmal einbauen bitte
Suppe & Fisch waren exzellent

Allerdings schliefen wir dort, sowohl wegen der Wärme als auch wegen des Lärms der vorbeifahrenden LKW in der Nacht, nicht so wirklich gut. Entsprechend matschig fühlte ich mich am nächsten Morgen, weswegen ich vor der Weiterfahrt noch eine kleine Yoga-Einheit einschob. Die vor einigen Monaten von einem großen Erdrutsch getroffene Stelle konnten wir ohne Wartezeit passieren so dass wir bereits am Vormittag „Popayán“ erreichten. Via Google hatte ich dort einen Turbospezialisten ausfindig gemacht weswegen wir uns zuerst auf die Suche nach eben jener Werkstatt machten. Da diese zwischenzeitlich wohl umgezogen war, und mein Standort in MAPS.ME nicht aktuell zu sein schien, fanden wir diese erst im zweiten Anlauf. Der Verkehr war, vor allem wegen der vielen Motorräder die sich kreuz und quer zwischen den Autos hindurchquetschten, relativ chaotisch. Und auch hier saßen wieder viele seltsame Menschen an den Straßenrändern die unser Unbehagen schürten. An der Werkstatt angelangt sagte man uns, dass man unseren Schlauch mittels neuem, dazwischengesetztem Schlauchstück reparieren könnte. Da unser Flickwerk jedoch recht gut zu halten schien und wir auf der Suche nach einem gänzlich Neuen waren lehnten wir dankend ab. Eigentlich hätten wir uns danach gerne noch die Altstadt angeschaut welche, neben Cartagena, als zweit Schönste in ganz Kolumbien gilt. Da wir aber neuerdings im Verkehrschaos landeten, und wir auf Grund von Straßenarbeiten das Zentrum nicht auf Anhieb erreichen konnten, entschieden wir uns kurzerhand zur direkten Weiterfahrt. Nichts wie raus hier… Unser nächstes Ziel lautete „Cali“. In der drei Millionen Metropole gab es mehrere Renault Händler und darüber hinaus auch eine Fachwerkstatt. Diese wollten wir eigentlich wegen dem gesuchten, neuen Turboschlauch konsultieren aber wie so oft kam dann alles ganz anders: Noch auf der Fahrt dorthin bemerkten wir ein schleifendes Geräusch, dass von unserem rechten Hinterrad zu rühren schien. Schnellstmöglich stoppten wir an einer Tankstelle wo wir erschrocken feststellen mussten, dass unser Bremsbelag wohl gänzlich hinüber war und der Metallbelag bereits dabei war, sich in unsere Bremsscheibe hineinzufressen. 😲 Bis zur Großstadt waren es noch knapp 100 Kilometer, kein guter Plan… Glücklicherweise entdeckte Simon aus dem Augenwinkel heraus, ein paar Kilometer weiter neben einer anderen Tankstelle, eine kleine Werkstatt. Ich erklärte dem Mechaniker unser Problem und zeigte ihm die neuen Bremsbeläge, die wir in unserem Ersatzteillager mitführten. Er machte sich sofort ans Werk, demontierte Hinterrad sowie Bremsbacke und dann begann eine nicht enden wollende Tortour. Er mühte sich zwar redlich ab jedoch schaffte er es nicht den Bremskolben zurückzustellen, weswegen er auch nicht im Stande war die neuen Beläge einzusetzen. Nach einer Dreiviertelstunde wurde es uns dann zu bunt. Wir baten ihn alles wieder zu montieren und machten uns, nun gänzlich ohne Bremse auf der rechten Hinterseite, auf die lange Weiterfahrt nach Cali. Die Werkstätten in einer Kleinstadt auf dem Weg dorthin machten ebenfalls keinen guten Eindruck und so blieb uns nichts anderes übrig, als mit sehr geringer Bremsleistung durch den Feierabendverkehr einer Großstadt zu fahren. 🙈 Als wir, kurz vor 19:00 Uhr, bei „Experto Renault“ ankamen standen wir erwartungsgemäß vor bereits verschlossenen Toren. Das nächste Projekt hieß also Stellplatzsuche und auch dieses zerrte an den eh schon gereizten Nerven. Die angesteuerte Plaza lag mitten im Ausgehviertel und war, an einem Freitagabend, völlig zugeparkt. Zumal wir hier, bei all dem Lärm aus den umliegenden Bars und Restaurants, sowieso keine Ruhe gefunden hätten. Die Recherche in iOverlander förderte einen unweit gelegenen, 24 Stunden bewachten Parkplatz zu Tage. Zu unserer Erleichterung gestattete uns die nette junge Dame im Kassenhäuschen tatsächlich die Übernachtung. Der Platz war zwar weder schön noch wirklich ruhig, aber zumindest standen wir dort sicher und die 15.000 Pesos für 12 Stunden (3,50 €) konnten wir verschmerzen. Und da wir zwar müde und abgeschafft, aber auch hungrig waren, schmiss ich noch schnell die bereits vor zwei Tagen gekauften Schnitzel in die Pfanne. 🥴

Neue Bremsbeläge hatten wir dabei
Nur selbst montieren konnten wir diese nicht
Der Mechaniker mühte sich redlich 👨🏻‍🔧
Allerdings erfolglos 😩
Und der Renault Experte hatte leider schon zu
Nicht schön aber dafür sicher

Am nächsten Morgen warteten wir ungeduldig auf die Antwort der Renault Werkstatt. Ich hatte ihnen noch am Abend zuvor eine WhatsApp Nachricht geschickt und nach Möglichkeit um einen Termin gebeten. Gegen 09:30 Uhr kam dann die heiß ersehnte Antwort: Sie selbst hätten leider keine Zeit aber wir sollten Miguel Ángel, einen ehemaligen Mitarbeiter von ihnen, kontaktieren. Gesagt, getan. 📞 Miguel antwortete prompt und keine Stunde später standen wir mit unserem Auto in seiner Werkstatt. Er gab uns relativ schnell zu verstehen, noch bevor er das Hinterrad abgenommen hatte, dass die Bremsscheibe seiner Meinung nach zu sehr mitgenommen sei. Wir hatten jedoch nur neue Bremsbeläge dabei da neue Scheiben viel zu schwer gewesen wären. Deswegen rief er bei einem Renault Konzessionär an um sich nach dem nötigen Ersatzteil zu erkundigen. Dieser teilte ihm jedoch mit, dass nur im Lager in Medellin welche vorhanden wären. Miguel riet uns dringend davon ab mit der lädierten Scheibe bis dorthin zu fahren. Stattdessen tätigte er zwei weitere Telefonate und es gelang ihm tatsächlich, noch am selben Samstagvormittag, zwei neue Bremsscheiben für uns zu organisieren. 🤗 Keine halbe Stunde später wurden diese von einem Motoradkurier gebracht. Wäre Simon jedoch nicht die ganze Zeit über neben Miguel gestanden, um ihm bei seiner Arbeit auf die Finger zu schauen, so wäre wohl so einiges schief gegangen. Auch die Ordnung in der Werkstatt ließ zu wünschen übrig und für meinen Geschmack war er viel zu oft auf der Suche nach dem richtigen Werkzeug. Aber sei es drum: 180 € ärmer, aber um zwei neue Bremsscheiben reicher, verließen wir nach erfolgreicher Testfahrt Cali am späten Mittag ohne weiteren Zwischenstopp. Nach dem Theater der letzten Tage war uns nicht nach Großstadt zumute. Wir machten uns auf den Weg nach „Buga“, um dort die Nacht am Ende eines Parks zu verbringen. Dort trafen wir auf den 75jährigen Ecuadorianer Carlos und seinen Gefährten Wilson. Letzterer wurde von ihm nach dem Volleyball aus dem Film „Cast Away“ mit Tom Hanks benannt. Bei Wilson handelte es sich um eine doch recht creepy anmutende Puppe, die er zur Abschreckung auf dem Beifahrersitz platziert hatte. Als Alleinreisender vielleicht gar keine schlechte Idee. 🤣 Wir setzten uns mit den Campingstühlen zwischen die zwei Autos und unterhielten uns etliche Stunden mit ihm. Da er über 25 Jahre hinweg in den Staaten gelebt sowie gearbeitet hatte sprach er sehr gut Englisch, was der Konversation natürlich zugutekam. Später stießen noch zwei neugierige, nette Einheimische dazu. Die beiden waren im Besitz einer Farm und neben Milch produzieren sie u.a. auch griechischen Joghurt. Wir fragten ob wir diesen irgendwo käuflich erwerben könnten und sie brachten jedem von uns, noch am selben Abend und wieder mit ihrem Motorroller, eine große Schale voll vorbei. 😍 Zwei Euro pro Joghurt waren zwar nicht wenig aber dafür schmeckte er, zusammen mit den eingekochten Früchten darunter, sehr lecker.

Neuer Tag, neue Werkstatt
Miguel machte einen wirklich guten Job. 👍🏻
Einmal alles neu 😀
Dankeschön Miguel 🙏
Wilson versteckte sich leider hinter der Folie

Der schöne, weitläufige Park schien bei den Einheimischen sehr beliebt zu sein so dass wir am Sonntagmorgen von Autos umringt waren. Keine gute Ausgangsbasis für einen ruhigen Arbeitstag, zumal unsere letzte Dusche nun auch schon wieder einige Tage zurücklag. Und nach den Dramen der vergangenen Tage stand mir der Sinn weiß Gott nicht danach, unsere Van eigene Dusche auszuprobieren die wir zuletzt glaube ich in Argentinien im Einsatz hatten. Wasser im Kofferraum konnten wir wahrlich nicht auch noch gebrauchen. 🙈 Also legten wir einen erneuten, wenngleich diesmal nur halben, Fahrtag ein. Bis zur anvisierten Kaffeeregion oberhalb von „Armenia“ fehlten uns noch 130 Kilometer. Wir fuhren vorbei an zahlreichen, grünen Zuckerrohrfeldern, bis wir bei Fernando und Joana auf ihrer „Finca el Peniel“ ankamen. Die Beiden besitzen ein sehr großes Grundstück mit viel Gartenfläche und offerieren Overlandern, neben einem Stellplatz, auch eine warme Dusche sowie eine Tasse Kaffee zur Begrüßung. Einziger Nachteil: Die Zufahrt zu ihrem Grundstück ist ziemlich abschüssig und bietet lediglich einem Van einen geraden Stellplatz an deren Ende an. Dieser war jedoch schon vom weißen Fiat Ducato von Jannis und Sissi aus Berlin belegt weswegen wir noch einmal rangieren mussten. Dabei fuhren wir uns, auf dem vom Regen rutschigen Untergrund, fast fest da es mit der schweren Hinterachse eine hohe Rasenkante zu überwinden galt. Nach einigem hin und her sowie schieben meinerseits gelang es Simon dann aber doch noch den Van zu wenden. Bei der Aktion wurde ich allerdings ziemlich mit vom Reifen hochspritzender Erde eingesaut, so dass ich zum zweiten Mal an diesem Tag die Dusche aufsuchen musste. Diese hatte mir zuvor schon große Sorgen bereitet denn momentan gehen mir wirklich fast büschelweise die Haare aus. Ich habe zwar viele, aber wenn das so weiter geht vielleicht bald keine mehr. 😰 Ich vermute, dass das am häufigen Gebrauch von Trockenshampoo liegt welches die Kopfhaut stressen und die Haarwurzeln verkleben kann. Ab sofort werde ich Trockenshampoo also tunlichst vermeiden, dann sind meine Haare halt ab und an fettig. 🤷‍♀️

Die Zufahrt bei Fernando & Joana

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NEW BLOG POST 🇪🇨 (07. – 15.10.2023) Mindo – Laguna Cuicocha – Ibarra

Hier geht es zu unserem neuesten YouTube Video: 👇

In der Cordillera Blanca, umgeben von 6.000 Meter hohen Bergen, müssen wir tatsächlich unser geliebtes Zuhause verlassen! 😰 Wieso, weshalb & warum erfahrt ihr in unserem neuen Video. Schaut also unbedingt rein & lasst uns gerne einen Kommentar sowie ein Like da! 👍

Und nachfolgend zum neuesten Blog Eintrag: 👇

Obwohl die von uns gewählte Sackgasse in Mindo für eine ruhige Nacht sorgte, schliefen wir auf Grund der urplötzlich wieder wärmeren Temperaturen auf nur noch 1.250 Metern üNN nicht so wirklich gut. Da wir aber auch einiges unternehmen wollten schadete es nicht früh dran zu sein und so machten wir uns direkt nach dem Kaffee auf den Weg zur Seilbahn „Tarabita“. Leider schickte uns MAPS.ME eine falsche Straße entlang und wir schafften es nur knapp, ohne uns festzufahren, gerade noch rechtzeitig zu wenden. 😣 Kurz darauf erreichten wir die richtige Straße und keine fünf Kilometer später kamen wir am Wanderparkplatz an. Wir erholten uns kurz von dem Schrecken bevor wir erst einmal etwas frühstückten. Da ich zwischenzeitlich schon wieder von ein paar fiesen Sandflies attackiert worden war entschloss ich mich diesmal für eine leichte, lange Hose zumal der Himmel neuerdings bedeckt war. Wobei es bei einer Lufttemperatur von immerhin 24°C sowie einer Luftfeuchtigkeit von stolzen 81% dennoch unangenehm schwül war. Wie bereits zuvor in „Baños“ ging es wieder mit einem, diesmal Gelben, cable car über die Schlucht hinüber auf die andere Seite. Dort befanden sich drei verschiedene Wanderwege mitten im Regenwald die alle zu einem oder mehreren Wasserfällen führen. Wir wählten die „Ruta 3“ welche uns zu insgesamt sechs verschiedenen Kaskaden bringen sollte. Da der Weg kein Rundweg war liefen wir diesen direkt bis zum Ende durch um das Feld quasi von hinten aufzurollen. 😜 Die Wasserfälle waren nicht sonderlich hoch, boten dafür aber immer mal wieder Gelegenheit für ein Bad. Entweder direkt unter den Sturzbächen oder aber in den darunterliegenden Pools. Da uns dies zuvor nicht klar war und wir zudem nicht wussten, dass die Wassertemperatur ganz angenehm war, hatten wir leider keine Badesachen dabei weswegen wir auf die Abkühlung verzichten mussten. Diese kam uns dann auf dem Rückweg in Form eines Eisverkäufers unverhoffter Weise doch noch zu gute. 😅 Das 5$ teure Seilbahnticket beinhaltete Hin- und Rückfahrt und wir freuten uns auf dem Weg zurück noch einmal über das kurze Gefühl von schweben. Von hier aus ging es mit dem Auto nicht weiter so dass wir den gleichen Weg zurück in den Ort nehmen mussten. Entlang diesem gab es zwei verschiedene Zip Line Anbieter und weil ich das ja sooo gerne mag begleitete mich Simon über sieben verschiedene Lines hinweg. 😃 Der Spaß kostete pro Kopf 15$, war es aber auch wert. Uns begleiteten gleich zwei Guides, einer vorweg und eine hinterher, und auch das Equipment war vom Feinsten. Wir hätten alternativ auch 10 statt 7 Lines wählen können. Jedoch hätte uns das jeweils 5$ mehr gekostet und schlussendlich waren wir mit den rund 40 Minuten fliegen sehr zufrieden. Kurz vor 16 Uhr kamen wir wieder in „unserer“ Sackgasse an und kaum hatten wir ein paar Happen gegessen fielen auch schon die ersten dicken Regentropfen. 🌧

Im Stahlkorb über die Schlucht 😀
Los geht’s!
Da ist wohl jemand hungrig 🐌
Ecuador – das Land der Wasserfälle 💦
Leider hatten wir keine Badesachen dabei 👙
Aber das Eis kühlte auch – von innen 😅
Rückfahrt! Oder Rückflug?! 🫢
Zip Line fahren macht soooo viel Spaß 😁

Da wird dringend mal wieder eine Dusche nötig hatten verbrachten wir den Sonntag auf dem Gelände des schicken Hotel & Resort „Kumbha Mela“. Für die 10$, die wir für den Stellplatz auf dem Hotelparkplatz bezahlten, bekamen wir nicht gerade viel geboten. Immerhin konnten wir die Toiletten und Duschen am Pool benutzen wobei letztere viel kälter als das unbeheizte, wirklich schöne Schwimmbecken waren. 🥶 Deswegen verschoben wir die Gedanken an die Körperpflege erst einmal und füllten stattdessen mit einem vorhandenen Schlauch unseren völlig leeren 120 Liter Wassertank auf. Anschließend widmeten wir uns der Fertigstellung eines neuen Videos und da es diesmal so einiges zum nachvertonen gab kostete es, vor allem mich, einiges mehr an Schweiß und Nerven weswegen ich mir für 5$ extra einige Runden im Pool gönnte. ☺ Auch das WLAN war ganz ordentlich so dass ich am Abend noch den nächsten Blog bebildern und zusammen mit Simon den neuen Mission Impossible Film streamen konnte.

Stellplatz auf dem Hotelparkplatz
Schöne Cabañas gab es dort
Auch der Pool war nicht schlecht
Sogar eine hauseigene Lagune gab es! 😯

Relativ früh am nächsten Morgen verlies eine größere Reisegruppe das Hotel und ich witterte die Chance, doch noch zu einer warmen Dusche zu kommen. Ich erkundigte mich an der Hotelrezeption ob es eventuell möglich wäre, in einem der noch nicht gereinigten Zimmer das Bad zu nutzen da die Außendusche so extrem kalt sei, insbesondere zum Haare waschen. Der junge Mann, dem ich die Frage stellte, hatte seinem Gesichtsausdruck nach sofort vollstes Verständnis für mein Anliegen und hätte es mir sicherlich postwendend erlaubt. Schade nur, dass er offensichtlich nichts zu melden hatte und mir kurz darauf, mit sichtlich bedauernder Miene, mitteilte dass die Hotelpolitik dies nicht gestatten würde. Leicht verärgert machte ich mich auf den Rückweg zum Van denn wie gesagt, für einen Parkplatz und eine Toilette hätten wir keine 10$ ausgeben müssen! Noch auf halbem Wege kam ein anderer Hotelangestellter zu mir geeilt und bot mir an, die warme Dusche in seinem Zimmer zu nutzen. Einen Moment lang war ich wirklich sprachlos. Wie nett die Menschen in Ecuador doch sind! 🥰 Nach dem er mir versichert hatte, dass er deswegen keinerlei Schwierigkeiten bekommen würde, nahm ich sein Angebot dankend an und seine Dusche war sogar richtiggehend heiß. Auch Simon durfte sich in seinem Bad noch frisch machen bevor wir uns an den Upload des fertiggestellten Videos machten. Gegen Mittag verließen wir „Mindo“ und auf unserem Weg nach „Otavalo“ fuhren wir noch einmal am Äquatordenkmal vorbei. Da unsere frischen Vorräte mittlerweile stark abgenommen hatten füllten wir diese am Stadtrand von Quito in einem Supermarkt auf und kauften beim Bäcker gegenüber noch einen kleinen Snack für den Nachmittag. Am frühen Abend erreichten wir dann den schönen „Lago San Pablo“ am Fuße eines grünen Vulkans, nur wenige Kilometer außerhalb des Zentrums von „Otavalo“. Dort trafen wir auf Thomas und Isabella (?), ein Paar aus Zürich dass seit dem Jahr 2016 mit ihrem MAN auf Reisen ist. 😮 Ich schätze die zwei auf Anfang 60 und ich glaube, sie waren mit ihrem LKW mit Wohnkabine bereits auf jedem Kontinent. Sie haben es sogar geschafft ihr Fahrzeug von Indien aus nach Neuseeland und Australien zu verschiffen was wir bis dato, auf Grund der super strengen Hygiene- und Einfuhrregeln in den beiden Ländern, für fast unmöglich gehalten hatten. Nach dem kurzen Plausch mit den beiden liefen wir noch ein Stück am Ufer entlang und schauten eine Weile den vielen Reihern zu bevor es auch schon wieder Zeit fürs Abendessen wurde. 👩‍🍳    

Das Gefährt ist einiges größer als unseres
Grandioser Schlafplatz am See ♥️

Die „Laguna Cuicocha“ ist ein weiterer, schöner Kratersee und wie schon bei der zuvor von uns besuchten „Laguna Quilotoa“ führt auch hier ein rund 13 Kilometer langer Wanderweg um die Caldera herum. Seit seinem letzten gewaltigen Ausbruch vor etwa 3.000 Jahren, der die umliegende Gegend 20cm tief unter Asche begrub, ruht der Vulkan. In seinem Krater beherbergt er nicht nur den blauen, alkalischen See mit einem Durchmesser von rund drei Kilometern, sondern auch zwei kleine Inseln. Eine der Inseln soll einem Meerschwein ähneln woraus sich auch ein Teil des Namens (=cui) ableitet. Wir hatten uns fest vorgenommen auch diese Lagune zu Fuß zu umrunden, aber irgendwie stand uns nach dem Aufstehen der Sinn so rein gar nicht nach wandern. Vielleicht lag es an dem idyllischen Stellplatz und der Tatsache, dass an dem Morgen die Sonne schien? Diese lies den See inklusive Umgebung noch schöner erscheinen weswegen wir die geplante Tour kurzerhand auf den nächsten Tag verschoben. 😉

Wir bleiben noch einen Tag 😉

Am nächsten Tag war von dem Sonnenschein leider nichts mehr zu sehen. Stattdessen war der Himmel Grau in Grau und ich war mir nicht ganz sicher, ob die Wanderung bei dem Licht wirklich schön werden würde. Trotz allem machten wir den Van abfahrbereit um uns auf den Weg zur Lagune zu machen. Auf Grund von Straßenarbeiten mussten wir mal wieder vom Asphalt auf Schotter ausweichen, aber glücklicherweise betraf dies nur ein kleines Teilstück der insgesamt 22 Kilometer langen Strecke. An der Einfahrt zum Nationalpark registrierten wir uns, bevor wir auf dem Parkplatz frühstückten und die Rucksäcke packten. Kaum hatten wir die ersten Schritte zurückgelegt riss plötzlich der Himmel auf und ganz unerwartet kam die Sonne zum Vorschein. 😎 Hatten wir mit unserem Faulenzertag also doch alles richtig gemacht! Das Wasser schimmerte Azurblau und die beiden Inseln inmitten vom Krater waren irgendwie auch ganz besonders. Diesmal hielten wir uns auch an die empfohlene Laufrichtung und gingen gegen den Uhrzeigersinn auf dem Grat entlang. Insbesondere am Anfang ging es relativ steil hinauf, aber alles in allem war der Weg deutlich leichter zu gehen als der um die „Laguna Quilotoa“. Nicht nur der Anstieg war in Summe sanfter, sondern es lag auch weniger Geröll so dass man kaum ins Rutschen kam. An einem Mirador, der zeitgleich als Rastplatz für die wenigen Wanderer dient, trafen wir auf Diana und David aus Tirol. Die beiden Snow-Kite Lehrer aus Österreich verbringen insgesamt zwei Monate in Ecuador. Einen Monat lang werden sie ein work away in einem Hostel machen, welches ihnen Kost und Logis bieten wird. Auch keine schlechte Art zu reisen, zumal man so direkt in Kontakt mit Land und Leuten kommt. 😀 Ihren Erzählungen nach haben sie damit schon viele gute Erfahrungen gesammelt und auf diese Weise ist es ihnen möglich, viele Monate im Jahr im Ausland zu verbringen. Lediglich in den Wintermonaten kehren sie zum Geld verdienen in ihre Heimat zurück. Wir unterhielten uns richtig gut mit ihnen und gingen die restliche Hälfte des Weges gemeinsam. Am Parkplatz angelangt spendierten wir noch einen Kaffee und nahmen sie, da die Zwei mit einem Taxi zum Kratersee gekommen waren, noch ein Stück des Weges mit hinunter zur nächsten Ortschaft. Nach dem wir sie abgesetzt hatten fuhren wir zurück nach Otavalo. Die Stadt ist von drei erloschenen Vulkanen umgeben und der Großteil der Bevölkerung gehört den indigenen „Kichwa“ an, was uns bei der Durchfahrt sofort auffiel. Nicht alle, aber doch einige der Männer erinnerten uns mit ihren langen, geflochtenen Zöpfen und ihrer Statur an das ideale Abbild eines Indianers. Uns gefiel das richtig gut aber der Ort ist hauptsächlich für seinen farbenfrohen, täglich stattfindenden Kunsthandwerker Markt an der „Plaza de los Ponchos“ (wie passend) bekannt. Da wir uns diesen am kommenden Tag anschauen wollten entschieden wir, nicht am See sondern direkt unweit des Marktes an einer weiteren Plaza zu nächtigen. Außerdem kamen wir nach der hinter uns liegenden Anstrengung so noch in den Genuss eines Abendessens in einem guten sowie günstigen, mexikanischen Lokal. 😋

Laguna inklusive Inseln & Orchidee
Wir hatten mega Glück mit dem Wetter 🌤️
Noch ein erloschener Vulkan
Schätze von dieser Insel stammt der Name

Widererwarten hatten wir eine unheimlich ruhige Nacht und wachten erst nach 08:00 Uhr auf. Und dass, obwohl wir mitten in der Stadt geschlafen hatten! 😅 Scheinbar setzte der Verkehr hier erst später ein und in der Nacht war es um uns herum totenstill gewesen. Nach einem Schluck Kaffee liefen wir die Straße hinab bis zum Markt welcher dafür sorgt, dass Otavalo DIE Touristenattraktion schlechthin im Norden Ecuadors ist. Wir fanden die hier dargebotenen Waren, die vom bunten Poncho über farbenfrohe Bilder sowie Schmuck reichten, schön aber weit weniger besonders als beispielsweise in Pisac/Peru. Deswegen beendeten wir unseren Rundgang auch relativ schnell und machten uns auf die Suche nach einem Frühstückscafé mit WLAN. Unser Datenvolumen war nämlich so gut wie erschöpft, aber da wir in wenigen Tagen die Grenze nach Kolumbien überqueren wollten kam eine erneute Aufladung nicht in Frage. Zumal wir die verbleibende Zeit bis dahin sowieso auf einem Campingplatz in Ibarra (inkl. WLAN) verbringen wollten. Nach dem Frühstück fuhren wir dann noch einmal zurück an den ruhigen Stellplatz am See, um den Rest des Tages noch ein wenig zu arbeiten. 💻

Schlafplatz vorm Rathaus 😄
Ein wirklich schönes Gebäude
Genauso wie die Plaza
Nur der Markt war nicht sooo spektakulär…

Donnerstagsmorgens setzten wir unsere Reise fort und machten uns auf den Weg zur Finca Sommerwind. Während der Fahrt hielten wir noch an einer schicken Einkaufsmall an, um die für die anstehende Verschiffung nach Kolumbien benötigten USD abzuheben. Auf diese Weise werden wir uns nämlich die 5% Kreditkartengebühr sparen können. 😊 Kurz darauf kamen wir auf dem, etwas außerhalb von Ibarra an einem See gelegenen, Campingplatz an. Dieser wurde vor 18 Jahren von dem aus Norddeutschland stammenden Hans gegründet. Wie es der Zufall so wollte war er erst vor kurzem auf Heimaturlaub, weswegen er uns freundlicherweise das von uns benötigte Ersatzteil aus Deutschland mitbringen konnte. 😀 Nach dem wir uns registriert hatten übergab er uns den Luftmassenmesser welchen Simon sofort installierte. Dem ersten Anschein nach scheint der Fehler auch verschwunden zu sein aber genau wissen werden wir das erst, nachdem wir ein paar Kilometer gefahren sind. Da dies der erste richtig schöne Campground auf unserer Reise war blieben wir ein paar Tage, um die Einrichtungen zu nutzen. Ich wusch u.a. zwei Ladungen Wäsche während Simon gleich zweimal den Grill nutzte. Auch der Restaurantbereich war toll gemacht und entsprach optisch einem deutschen Biergarten. Daran orientierte sich auch die Speisekarte: Von Currywurst mit Pommes über Leberkäs mit Bratkartoffeln bis hin zu Reibekuchen mit Apfelmus gab es hier allerlei deftige Hausmannskost. Aber auch eine tolle Kuchentheke mit Bienenstich und Streuselkuchen war vorhanden. Nicht zu vergessen: Der große, gut mit diversen deutschen Biersorten, bestückte Kühlschrank. 😋🍻

Der schöne Biergarten der Finca Sommerwind
Sogar 5.0 gab es hier 😂
Bienenstich & Apfelstreusel 😛
Selbst der Kaffee war einfach nur gut 👍🏻
Meeting Point für Overlander
Richtig tolle Tiny Häuser gab es auch 🥰
Simon hatte Freude an der Grillecke
So kam der Dutch Oven mal wieder zum Einsatz

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NEW BLOG POST 🇪🇨 (28.09. – 06.10.2023) Laguna Quilotoa – Vulkan Cotopaxi – Quito – Mitad del Mundo

Hier geht es zu unserem neuesten YouTube Video: 👇

Nach einer Stippvisite in Lima, der Hauptstadt Perus, checken wir als Exklusivgäste im schicken Club Germania ein. Von dort aus geht es in einer haarsträubenden Fahrt hinauf in die Cordillera Blanca. Nahe Huaraz erwartet uns dann die unbeschreiblich schöne Gletscherlagune. Für uns war die Wanderung dorthin eine der Schönsten auf der gesamten, bisherigen Reise. 🥾🧭🗺 Viel Spaß beim Schauen & lasst uns unbedingt ein Abo sowie ein Like da!

Und nachfolgend zum neuesten Blog Eintrag: 👇

Früh am Morgen machten wir uns von „Latacunga“ aus auf den Weg zur „Laguna Quilotoa“. Da sich der Kratersee auf einer Höhe von 3.914 Metern befindet hatten wir entschieden, die Nacht lieber in der tiefer gelegenen Stadt zu verbringen. Der Fahrtweg betrug rund eineinhalb Stunden und wurde urplötzlich von einem furchtbar lauten Geräusch unterbrochen welches von unserem Auto zu kommen schien. 😲 Wir stoppten sofort und schnell war die Ursache gefunden: Das Ankerblech hinter der Bremsscheibe war schon seit geraumer Zeit lose und verursachte während der Fahrt ein blechernes Scheppern. Nun hatte sich dieses komplett gelöst und war dabei sich in unsere Felge hineinzufressen. Glücklicherweise herrschte auf der Straße kaum Verkehr so dass Simon am Straßenrand das Hinterrad abmontieren und das lose Schutzblech entfernen konnte. Gegen 09:30 Uhr erreichten wir dann den Parkplatz unterhalb der Caldera und während wir dort frühstückten kamen zwei neugierige Straßenhunde zu uns herüber. Der Größere schien gefallen an uns zu finden denn er wich während der nächsten Stunden nicht mehr von unserer Seite und begleitete uns den gesamten Rundweg entlang des Kratersees. 😍 Dessen Durchmesser beträgt ca. drei Kilometer und durch die im Wasser enthaltenen Mineralien schimmert dieses in den verschiedensten Grüntönen. Während der gesamten Wanderung auf dem Grat hatten wir eine schöne Sicht hinab auf die Lagune und den Krater. Jedoch ging es mitunter auch ganz schön auf und ab so dass wir am Ende stolze 13 Kilometer sowie 700 Höhenmeter hinter uns ließen. Für die Fotos wäre etwas mehr Sonne förderlich gewesen aber am Ende waren wir für die Wolken ganz dankbar denn wir kamen auch so schon genug ins Schwitzen. Auf der letzten Etappe verfehlten wir wohl den richtigen Weg denn auf einmal befanden wir uns nicht mehr oben auf dem Grat sondern unterhalb so dass wir einige zusätzliche steile Abschnitte wieder hinauf meistern mussten. Unser braver, vierbeiniger Freund absolvierte die Strecke da deutlich leichtfüßiger als wir. 😂 Nebenbei fing er sogar noch einen kleinen Hasen den er in Windeseile verspeiste. Das war wirklich kein schöner Anblick aber die wilden Hunde kämpfen hier tagtäglich ums Überleben und müssen zusehen, wie sie an Nahrung gelangen um nicht zu verhungern. 😥 Die letzten Kilometer über liefen wir in den tiefhängenden Wolken und kaum am Van angelangt fielen schon die ersten Tropfen. Wir fuhren zurück zu unserem rund 1.200 Meter tiefer gelegenen Stellplatz in „Latacunga“ und aßen bei einem gegenüber gelegenen Lokal noch eine Kleinigkeit zu Abend bevor wir erschöpft ins Bett fielen. 😴

Kurzer Schreckmoment 😨
Zum Glück alles halb so wild 😮‍💨
Blick auf den Kratersee
Unser neuer, vierbeiniger Freund
Ganz schön schön hier
Es ging ordentlich Auf und Ab auf dem Grat
Da dürfen Pausen nicht zu kurz kommen
🥰🥰🥰
Selbst im größten Nirgendwo gibt’s immer einen Minimercado 😂
Zurück ging’s dann in den Wolken ☁️

Simon schlief auf Grund der vorbeifahrenden Autos schlechter als ich so dass wir uns auch am nächsten Tag zeitig auf den Weg machten. Wir fuhren in den nahegelegenen Nationalpark Cotopaxi hinein nur leider blieb der wunderschöne, gleichnamige Vulkan in den tiefhängenden Wolken verborgen. Die Runde um die „Laguna de Limpiopungo“ herum war schnell gedreht aber nach der anstrengenden Wanderung vom Vortag war uns das auch gar nicht unrecht. 😉 Da die Straße hinauf zum Vulkan nicht geteert war und wir vermutlich sowieso nichts gesehen hätten verließen wir den kleinen Park über die Ringstraße wieder. Kurz nach der Ausfahrt fanden wir einen ruhigen, kostenfreien Stellplatz im Grünen denn innerhalb des Nationalparks hätten wir nur kostenpflichtig nächtigen dürfen. Von hier aus hatten wir freie Sicht auf den zweithöchsten Berg Ecuadors der sich jedoch nach wie vor schüchtern in den Wolken versteckte. Erst nach Einbruch der Dunkelheit konnten wir einen guten Blick auf den gleichmäßigen, rauchenden Kegel erhaschen. Zum Glück ist der Nachtmodus auf Simons Smartphone exzellent so dass wir doch noch ein paar gute Aufnahmen machen konnten. 📸

Leider hängt der mächtige Cotopaxi in den Wolken
Auch vom Stellplatz aus sehen wir ihn nur teilweise
Erst im Schutz der Dunkelheit ließ er sich blicken

Auch am nächsten Morgen wollte der Vulkan partout nicht aus seinem Wolkenversteck herauskommen weswegen wir uns nach dem Frühstück zur Weiterfahrt in die Hauptstadt „Quito“ entschieden. Nach 28 Kilometern Schotterpiste erreichten wir die asphaltierte Zubringerstraße und eins muss man sagen: Sowohl die Straßen als auch der Verkehr in Ecuador sind ein Traum. Meistens waren wir bisher auf gut ausgebauten, geteerten Straßen unterwegs und auch die Autofahrer hier sind im Vergleich zu Bolivien oder Peru sehr zivilisiert. Hier hält man sich wieder an Verkehrsregeln und es gibt kein permanentes Hupen. Auf dem Weg zum Campingplatz „Armony“ kamen wir zufälligerweise noch an einer Auto Waschanlage vorbei wo wir für gerade einmal 5 USD unser Fahrzeug sowie die Fahrräder von Staub und Schmutz der letzten Monate befreien lassen konnten. Kurz darauf erreichten wir das in Flughafennähe gelegene Grundstück von Fernando und Evelyn, auf welchem Max und Merle ein Ersatzteil für uns deponiert hatten welches freundlicherweise ihr Besuch aus Deutschland extra mitgebracht hatte. 😀

Die Wäsche war mehr als nötig 🙈
Mal schauen wie lange es hält 😅

Die neue Rolle für unsere Schiebetür konnten wir am Tag darauf mit Hilfe von Fernando auch direkt montieren. Plötzlich lief die schwere Tür wieder ganz leicht und wir müssen sie auch nicht mehr so fest zuknallen. Auch der kaputte Bolzen in einem Scharnier unserer Heckkisten wollte noch durch eine neue Schraube ersetzt werden und da wir den Bohrer nun schon einmal parat hatten versahen wir den Boden der beiden Kisten auch noch mit vier Löchern. So kann sich Regen- oder Waschwasser künftig nicht mehr darin stauen sondern läuft direkt ab. Auch unsere zwei kleinen Vorratskisten für Konserven etc. tauschten wir noch durch eine Größere, geräumigere aus unserem Kofferraum aus so dass der Arbeitstag als durchweg erfolgreich gewertet werden konnte. 👍 Am Nachmittag stießen dann Livia und Juval aus der Schweiz in ihrem quietschorangenen Land Rover Defender zu uns. Bisher kannten wir die beiden nur als @roadfox aus Instagram da wir uns bis dato stets nur im Vorbeifahren begegnet waren. Umso mehr freuten wir uns darüber, die zwei wirklich netten und lustigen Schweizer nun auch persönlich kennenlernen zu dürfen. Und gegen Abend erreichte dann auch das Team von @anschnallenabfahrt wieder den Startpunkt ihrer Ecuador Rundreise so dass wir den Abend noch in gemütlicher Runde ausklingen ließen. 😊

Auf dem Campingplatz war Arbeit angesagt
Erst einmal die Rollen der Schiebetür tauschen
Dann den kaputten Bolzen ersetzen
Und auf der anderen Seite sicherheitshalber auch gleich noch das Ankerblech entfernen
Der Land Rover Defender von Livia & Juval

Da wir uns auf dem kleinen Campingplatz wohlfühlten blieben wir noch einen weiteren Tag um das Beisammensein mit unseren Freunden voll auszukosten. Nach einem gemeinsamen Frühstück hatten wir den Platz wieder für uns alleine, da die anderen noch ein paar Dinge in der Stadt zu erledigen hatten. So blieb uns Zeit für Telefonate, eine ausgiebige Dusche sowie eine Runde Yoga am Nachmittag, bevor wir uns am Abend alle wieder zu einer Pizza Session zusammenfanden. 😋 Livia hatte für alle Teig zubereitet und buk diesen in kleinen Fladen aus während wir anderen auf dem Tisch anhäuften, was Vorrats- und Kühlschränke so zu bieten hatten. Belegt wurde dann nach Lust und Laune direkt am Tisch. 🍕🍷

Immer wieder schön 🤩

Am Dienstag genossen wir noch einmal ein gemütliches Frühstück in der großen Runde bevor wir zwei uns auf den Weg in die Innenstadt von Quito machten. Da wir den Campingplatz erst gegen Mittag verlassen hatten und der bewachte Parkplatz neben der Kathedrale nur bis 17 Uhr geöffnet hatte blieben uns gerade einmal knappe vier Stunden für die Stadtbesichtigung. Mit Film- und Fotohandy bewaffnet begab ich mich, auf Grund der 4$ Eintritt, alleine in die riesengroße „Basílica del Voto Nacional“. Von außen erinnerte mich das lange Kirchenschiff mit seinen zwei hohen Glockentürmen sowie den gotischen Verzierungen ein wenig an „Notre Dame“. Ein schmuckes Highlight im Inneren sind die vielen bunten Glasfenster. Aber auch die Aussicht vom hinteren Turm hinab auf die Stadt sowie in den Innenhof der Basilika ist nicht schlecht zumal man auch auf einen der Glockentürme hinaufsteigen kann. 👍 Wieder unten bei Simon angelangt machten wir uns zu Fuß auf ins nahegelegene Zentrum welches, wie so Viele der bereits von uns besuchten, zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde. Auf Grund des bedeckten Himmels fanden wir die Plaza Grande, trotz der angrenzenden Kirche, dem Rathaus und dem Regierungspalast aber gar nicht sooo schön. Als sich leichter Hunger regte kehrten wir in einem typischen Lokal ein wo wir eine „Empanada de Verde“ (der Teig besteht aus grüner Banane und wird mit Käse gefüllt) sowie einen „Quimbolito“ (ein im Bananenblatt gebackener, süßlicher Mais Klos) bestellten. Als wir das Restaurant wieder verließen setzte leichter Nieselregen ein der uns die Lust auf einen weiteren Bummel durch die Gassen schnell vergehen ließ. Wir suchten in einem Café Schutz vor dem Regen und warteten bei einer Tasse heißer Schokolade bzw. einem sehr guten Cappuccino bis dieser etwas nachließ. Halbwegs trocken gelangten wir kurz darauf am Van an wo wir die Parkgebühr in Höhe von 1$/Stunde beglichen. Etwa sechs Kilometer entfernt befindet sich die grüne Lunge von Quito, der „Parque La Carolina“. Auf einem großen, 24 Stunden bewachten Parkplatz darf man dort auch übernachten. An diesen grenzt direkt der weitläufige Park an in dem sich nicht nur der botanische Garten, sondern auch eine Tartanbahn und diverse Sportflächen befinden. Wir liefen noch ein Weile durch die schöne Grünanlage bevor wir die umliegenden, von schicken Hochhäusern und Restaurants gesäumten Straßen abliefen. Schlussendlich landeten wir, ratet mal auf wessen Wunsch hin, mal wieder bei einem „Shawarma“ Laden. 😅 Der mit Hühnchen vom Spieß sowie Falafel und Gemüse gefüllte Wrap wurde mit knusprigen Pommes serviert so dass wir mit unserer Wahl zufrieden waren und mit vollen Mägen zurück zum Van liefen.

Schier unmöglich aufs Bild zu bekommen
Die bunten Kirchenfenster sind nur ein Highlight
Das Kirchenschiff ist ebenfalls beeindruckend
Aber auch die Aussicht vom Dach ist super 👍🏻
Seht ihr die Treppen links & rechts vom Turm?!
Da oben war ich!
In der Altstadt gibt’s noch einige Kirchen mehr
Und bunte Häuser
Regen lässt sich definitiv schlimmer aussitzen 😉
Auf dem Rückweg zum Van ist es schon wieder trocken
Man kann schlechter stehen als vor so einem Park

Trotz der nahen Avenida war die Nacht erstaunlich ruhig und erst gegen sieben Uhr morgens nahmen wir den Verkehr wahr. Da wir die Hauptstadt Ecuadors, die nur 20 Kilometer südlich des Äquators in einem 2.850 Meter hohen Becken der Anden liegt, noch nicht gänzlich erkundet hatten fuhren wir nach einer Tasse Kaffee noch einmal auf den bewachten Parkplatz neben der Kathedrale. Nach La Paz in Bolivien ist Quito die zweithöchste Hauptstadt der Welt aber im Vergleich zum chaotischen La Paz ging es in der 2,7 Millionen Metropole Quito doch sehr gemächlich zu. Wir liefen noch einmal über die Plaza, die im Licht der Sonne nun einiges hübscher aussah, ins Viertel „La Ronda“. Dort gab es nicht nur bunte Kolonialhäuser sondern auch poppige Streetart. Nur ein nettes Frühstückslokal konnten wir irgendwie nicht ausfindig machen so dass wir, mit knurrenden Mägen, kurz nach 12:00 Uhr in einem sehr gut von Einheimischen besuchten Lokal Platz nahmen. Für gerade einmal 2,50$ wurde uns hier ein Menü bestehend aus pikanter Suppe mit Garnelen sowie Gemüse, Reis mit Calamari in feiner Sauce und dazu noch ein Getränk serviert. 👍 Mit deutlich besserer Laune als zuvor gingen wir von dort aus noch einmal zurück in die Markthalle, wo wir uns mit viel frischem Obst eindeckten. Da am Folgetag die Abholung unserer neuen Drohne bei der Familie von Jessica anstand, die im Norden der Großstadt lebt, fuhren wir nach Ende unserer Sightseeingtour aus dem Stadtzentrum hinaus. Bei einem „Gran Aki“ kauften wir noch die restlichen, fehlenden Lebensmittel ein und tatsächlich erschienen uns die Preise dort etwas günstiger als die Male zuvor im „Supermaxi“. In der Nähe von Jessicas Onkel konnten wir leider keinen geeigneten Stellplatz für die Nacht ausmachen weswegen uns nichts anderes übrig blieb, als weitere 15 Kilometer bis zum Touristenhotspot „Mitad del Mundo“ zu fahren. Dort konnten wir ohne Schwierigkeiten auf einen hell erleuchteten, bewachten und noch dazu kostenfreien Parkplatz fahren und der freundliche Sicherheitsmann bestätigte uns, dass eine Übernachtung hier guten Gewissens möglich sei. 😊

Wir parken noch einmal an der Kathedrale
Bei besserem Wetter ist auch die Plaza schöner
Aber letztlich auch nur eine Stadt von vielen 🙈
Wobei das hier schon cool war 😜

Am Morgen wurden wir gegen 07:30 Uhr vom hinter unserem Auto stattfindenden Zumba Kurs geweckt. 😅 Nach dem Frühstück fuhren wir dann noch einmal in Richtung Quito und glücklicherweise ließen uns die Parkwächter, ausnahmsweise, auf dem Parkplatz der städtischen Einrichtung parken welcher sich direkt gegenüber dem Wohnhaus von Jessicas Oma und Onkel befand. Die beiden empfingen uns sehr freundlich und servierten uns prompt Kaffee und Cracker. Wir beglichen unsere Restschulden, welche u.a. für Zollgebühren in der Schweiz für unsere neue Drohne angefallen waren, sowie den Betrag für unser neues Mikro das sie extra für uns bestellt hatten. ♥ Außerdem überreichten wir als Dank die beiden 400g Tafeln Schokolade über welche sich Noemi und Roberto sehr freuten. Wir, oder vielmehr ich, unterhielten uns rund eineinhalb Stunden mit den beiden bevor wir ihr schön eingerichtetes Zuhause wieder verließen. Da Simon am Abend zuvor aufgefallen war, dass sich mal wieder eine Aufnahme eines hinteren Stoßdämpfers verabschiedet hatte, machten wir uns direkt im Anschluss an den Familienbesuch noch auf die Suche nach einer neuen Schraube. Diesmal war es übrigens der rechte Stoßdämpfer welcher bis dato noch keine Probleme bereitet hatte und stolze 33k Kilometer durchgehalten hatte. Im Baumarkt wurden wir erwartungsgemäß nicht fündig aber man verwies uns nur wenige Meter weiter die Straße hinauf und tatsächlich befand sich dort ein wahres Schraubenparadies! 😀 Wir kauften Schraube, U-Scheiben und Muttern gleich wieder doppelt und tauschten das defekte Teil noch an Ort und Stelle auf dem Supermarktparkplatz aus bevor wir zurück zum Stellplatz unweit des Äquators fuhren.

Besuch bei Jessicas Familie ♥️
Zurück auf dem Stellplatz unweit vom Äquator
War nett hier 😁

P.S.: Falls ihr nicht wissen solltet, was es mit unseren Schweizer Reisegefährten Jessica und Yannick auf sich hat dann schaut einfach in das nachfolgend verlinkte YouTube Video rein: 😉

Nach dem wir zwei Nächte knapp unterhalb des Äquators verbracht hatten wurde es am Freitagvormittag dann höchste Zeit das Denkmal selbst zu besuchen. Unseren Van ließen wir auf dem Parkplatz zurück da wir lediglich die Straße überqueren mussten um zum Ticket Schalter zu gelangen. Man knöpfte uns stolze 5$ Eintritt pro Kopf ab aber dafür bekamen wir auch einiges geboten. Das Gelände selbst ist sehr schön angelegt mit diversen Restaurants, netten Souvenirshops und ein paar Museen. Auch die zum Äquatordenkmal hinführende Meile ist gut gemacht wobei neueste GPS-Messungen wohl ergeben haben, dass sich der gehypte Breitengrad 0‘0‘0‘‘ in Wahrheit wohl 250 Meter weiter befinden soll. 🙈 Egal! Wir taten auf der gelben Trennlinie einfach so als ob wir mit einem Bein auf der Süd- und mit dem Anderen auf der Nordhalbkugel stehen würden. 😉 Im Inneren des Denkmals führt eine Treppe über mehrere Etagen hinauf zur Aussichtsplattform direkt unter der massiven Weltkugel und auf jeder Ebene befindet sich ein kleines, nett gemachtes sowie informatives Miniaturmuseum. Wir hatten natürlich schon zuvor im Museum in Cuenca bzw. während unseres Besuchs in Lisan Wasi viel über die verschiedenen Ethnien sowie Regionen Ecuadors erfahren. Wenn einem dieses Wissen aber fehlt, was vermutlich bei den meisten Besuchern hier der Fall sein dürfte, dann sind die 5$ Eintrittsgeld sicherlich gerechtfertigt. Nachdem wir uns sattgesehen hatten machten wir uns auf die Weiterfahrt nach „Mindo“. Der Touristenmagnet befindet sich etwa eineinhalb Fahrstunden vom Norden Quitos entfernt und punktet u.a. mit diversen Wasserfällen inmitten vom Regenwald. Aber auch für Vogelliebhaber soll Mindo ein Paradies sein, genauso wie für Schmetterling Fans. Auf halber Strecke hielten wir bei einem in der iOverladner App genannten Café an. Angeblich könne man dort gut während einer Tasse heißen Kaffees Kolibris beobachten und tatsächlich! 😍 Kaum hatten wir die Terrasse betreten sahen wir die kleinen Luftakrobaten auch schon um die Futterplätze herumschwirren. Aber auch in den unterhalbgelegenen Bäumen waren die kleinen Vögelchen fleißig am Nektar tanken. Wir schauten den Kolibris eine ganze Weile lang zu während wir unseren Snack sowie ein Heißgetränk genossen. Von dort aus fuhren wir in etwa noch einmal genauso lange wie zuvor bis wir im tropischen Mindo ankamen. Wir schlenderten noch durch das überschaubare Ortszentrum bevor wir unseren Van für die Nacht in einer ruhigen Sackgasse ganz in der Nähe abstellten.

Mitad del Mundo – Die Mitte der Welt
Sowohl im Freien als auch Drinnen gabs Museen
Schöne Wandgemälde waren auch wieder am Start
Selbst die Bäume wurden verziert 😯
Das Gelände kann sich wirklich sehen lassen 👍🏻
Vögel aus alten Autoreifen hatten wir auch noch nicht
Aber das eigentliche Highlight ist dieses hier
Ein Bein auf der Süd- und eins auf der Nordhalbkugel
Jetzt sind wir schon vom Ende zur Mitte der Welt gereist 🚐💨
Nächste Woche gibt’s dann mehr aus Mindo

Möchtet ihr unsere Reise unterstützen?! Dann nutzt gerne einen der beiden Links für eine Spende in unsere Diesel- oder Kaffeekasse: ⛽🚐☕

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NEW BLOG POST 🇪🇨 (21. – 27.09.2023) Machas – Baños

Hier geht es zu unserem neuesten YouTube Video: 👇

Nach den vielen Tagen und Wochen in den Höhen der Anden freuen wir uns sehr auf die Nazca Wüste.
Dort erwarten uns nicht nur die berühmten Scharrbilder der Nazca sondern auch tausend Jahre alte, beeindruckende Aquädukte sowie ein gruseliger Friedhof auf dem die ältesten Mumien der Welt zuhause sind. Und dann sind da noch die mächtigen Sanddünen der Oase Huacachina. 🐫🌴
Viel Spaß & lasst uns unbedingt ein Abo sowie ein Like da!

Und nachfolgend zum neuesten Blog Eintrag: 👇

Trotz Warnleuchte erreichten wir am Donnerstag ohne Schwierigkeiten das schwül-warme, von tropischem Regenwald umgebene Örtchen „Macas“. Das Ausklopfen des an und für sich noch passablen Luftfilters hatte leider keine Besserung gebracht so dass die Vermutung nahe lag, dass tatsächlich der Luftmassenmesser selbst defekt ist. Unser deutscher Mechaniker des Vertrauens ermutigte uns jedoch zur Weiterfahrt und meinte, wir kämen mit dem technischen Problem ohne Schwierigkeiten etliche hundert Kilometer. Am Ortsende fanden wir auf dem Parkplatz unterhalb des Stadtparkes einen netten Stellplatz. Den restlichen Tag nutzten wir zum Arbeiten, da es in der Kleinstadt ein Café mit hervorragendem Internet geben sollte in welchem wir am Folgetag die fertigen Werke hochladen wollten. Das Zirpen der Insekten wurde gegen Abend immer lauter und nur von Andrea Bocelli unterbrochen. Ich weiß nicht, wie viele Male wir an diesem Abend die Akustikversion von „Time To Say Goodbye“ hörten. 😅 Vermutlich konnte man das Lied, passend zum Takt eines Wasserspiels nebenan, auf Knopfdruck oder gegen Bares aktivieren woran die Bevölkerung scheinbar großen Spaß hatte.

Irgendwas ist immer 😅

Am nächsten Morgen steuerten wir direkt das „Café NAAM“ an und tatsächlich waren wir bereits beim Betreten des Lokals sehr vom Ambiente angetan. Auch das WLAN war, wie erhofft, richtig schnell so dass wir uns für je 4$ ein leckeres Frühstück bestellten. Dieses beinhaltete neben einer Tasse Cappuccino und einem Glas Saft je eine Scheibe Avocado- sowie eine Scheibe Erdnussbutter Toast plus eine große Portion Rührei mit Spinat, Schinken und Champignons. 👍 Als den beiden Laptops der Saft ausging zogen wir uns für eine kleine Mittagspause in den Van zurück. Unsere europäischen Stecker hatten leider nicht in die Dosen des Cafés gepasst und einen passenden Adapter hatten wir nicht dabei. Da das Café über Mittag jedoch sowieso für zwei Stunden seine Pforten schloss kam uns die Pause gar nicht so ungelegen. 😉 Pünktlich zur Wiederöffnung um 16:30 Uhr kehrten wir zurück und schafften es bis zum Abend tatsächlich, alle Uploads inklusive Beschreibungen etc. fertigzustellen. Zur Belohnung und als Dank an die Cafébetreiber gönnten wir uns dort noch ein Abendessen. Auch die Wraps standen dem Frühstück in nichts nach so dass der Tag rundum gelungen war.

Erst Kaffee im Van und dann ab an die Arbeit 👩‍💻
Welch leckeres Frühstück
Abendessen war auch gut 😛

In den tropischen Gefilden, in welchen wir uns befanden, regnete es tatsächlich immer wieder mal kurz. Der Regen bringt hier jedoch keine Abkühlung sondern führt nur noch zu mehr Schwüle welche wiederum zu weiteren Regenschauern führt. So wie es sich für einen ordentlichen Regenwald nun einmal gehört! 😅 Die Yogaeinheit fiel aufgrund dessen aus aber da mich seit dem Vorabend sowieso Unterleibsschmerzen plagten war das möglicherweise auch besser so. Bevor wir uns auf die Weiterreise begaben frühstückten wir noch im Van und führten einige Telefonate. Seit langem auch mal wieder mit allen engen Freunden auf einmal was richtig schön war. 😍 80 Kilometer später erreichten wir am frühen Abend das „Balneario Indilliama“. Das Naturbad liegt direkt am „Río Puyo“ welcher hier zum Baden zu einem kleinen Becken aufgestaut wird. Zu diesem gehört neben einem großen Restaurant (mit sehr lauter Musik) auch ein Sanitärbereich mit Toiletten und kalten Duschen. Ähnlich wie in dem Bad in „Bonito“ in Brasilien gab es hier ebenfalls die großen Strohsonnenschirme inklusive Tisch und Stühlen. Wir parkten unseren Van direkt neben einem dieser Schirme und kamen schnell mit den zwei ecuadorianischen Familien am Nachbartisch ins Gespräch nachdem sie uns netterweise eine Dose kaltes Bier sowie Banane und Fleisch vom Grill offerierten. Welch nette Geste! Wir fühlten uns unweigerlich an die vielen, schönen Begegnungen in Argentinien zurückerinnert und zum ersten Mal konnte ich eine richtig lange sowie sehr flüssige Unterhaltung auf Spanisch führen. 😃 Zum einen, weil das Spanisch in Lateinamerika besser wird je weiter nördlich man kommt aber auch, weil nach über einem Jahr Reise meine Kenntnisse ganz passabel sind. Als unsere Bekanntschaft sich verabschiedet hatte nutzten wir noch die letzte Glut auf dem von ihnen verwendeten Grill, um darauf unser restliches Ofengemüse zu wärmen sowie zwei unserer Chorizos zu grillen. 🔥

Balneario Indillama
Stellplatz mit Sitzgelegenheit & Grill 🍖
Dschungel Feeling

Sonntagvormittags war auf dem Gelände kaum etwas los so dass wir in aller Seelenruhe im Freien mit Blick aufs Wasser und den dahinterliegenden Urwald frühstücken konnten. Selbst das WLAN-Passwort des Restaurants wurde uns, wie alles andere, kostenfrei zur Verfügung gestellt so dass wir sogar noch ein paar Nachrichten auf den Smartphones abrufen konnten. Gegen Mittag begaben wir uns dann zu Fuß, zusammen mit einer fünfköpfigen Familie aus Chile welche ebenfalls in einem Wohnmobil unterwegs war, zur nahegelegenen indigenen Gemeinde „Lisan Wasi“. Nach dem wir die lange Hängebrücke überquert und ca. einen Kilometer durch den Regenwald gelaufen waren erreichten wir das kleine, abgeschiedene Paradies. In der seit acht Jahren existierenden Kommune leben sechs Familien, die sich dem nachhaltigen Tourismus verschrieben haben. Hier kann man einige Tage in schönen Bambushütten mitten in der Natur verbringen oder, so wie wir, auf eine Stippvisite vorbei schauen. Der junge „Ariel“ empfing uns mit einer Schale Kräutertee und nach dem er uns einiges über den Ort erzählt hatte wurden unsere Gesichter Stammestypisch bemalt. 😅 Anschließend führte er uns über das hübsche Gelände, erläuterte uns zahlreiche Heilpflanzen, zeigte uns die Kunst des Pfeilgiftschießens welches auch wir ausprobieren durften. Es ist gar nicht so schwer wie man vielleicht denkt und mit ein wenig Übung hat man den Dreh sicher schnell raus. Auch eine kleine Tarzan Schaukel durften wir nutzen bevor er und „Sophia“ uns noch ein traditionelles Lied vorsangen. Unübertroffenes Highlight war jedoch das kleine Affen Mädchen „Lisa“. Das kleine Äffchen klammerte sich bereitwillig an einen und krallte sich mit Vorlieben an den Haaren fest. 🥰 Wobei ich es tatsächlich fragwürdig finde ein Tier als Magnet für Touristen zu verwenden aber funktionieren tut es ohne Zweifel. Wer kann schon einem solch süßen Tierbaby widerstehen! Auch zwei zahme, blau gelbe „Macau“ leben auf dem Gelände und posieren ganz selbstverständlich für Fotos mit einem… Die Einwohner bauen nebenbei auch Nutzpflanzen an, darunter Kakao aus welchem sie sehr feine, völlig naturbelassene Schokolade herstellen. Nachdem wir diese verkostet und als gut befunden hatten kauften wir für 2$ eine Tafel und auch die 5$ pro Kopf für die etwa eineinhalbstündige Tour fanden wir sehr fair. 👍 Wieder am „Balneario“ angelangt gönnten wir uns im Restaurant ein erfrischendes Eis denn seit geraumer Zeit ließ sich auch die Sonne blicken welche die Temperatur gefühlt um ein Vielfaches in die Höhe schnellen ließ. Entsprechend viele, lokale Ausflügler hatten sich an diesem Sonntag mittlerweile für ein erfrischendes Bad eingefunden aber auch der Regen ließ nicht lange auf sich warten. Diesmal regnete es nicht nur länger sondern auch heftiger was tatsächlich ein wenig Abkühlung mit sich brachte. Während Simon nach dem Schauer einen Sprung ins Wasser wagte wusch ich meine Haare unter der Dusche. Das Wasser war zwar wie schon gesagt kalt aber bei den Außentemperaturen war dies nicht weiter tragisch. Und am Spätnachmittag schenkte man uns erneut diverse Leckereien vom Grill welche wir uns später am Abend neuerdings auf der restlichen Glut wärmen konnten. 🙃

Erstmal Frühstück 🥣
Dann ging’s über den Fluss…
…mitten durch den Regenwald
Give me a kiss 💋
Zur Gemeinde Lisan Wasi
Dort wurden wir mit Tee begrüßt 🍵
Und anschließend bemalt 😅
Ariel erklärte uns die verschiedenen Heilpflanzen
Und zeigte uns das Pfeilgiftschießen
Ganz schön lang so ein Blasrohr 😳
Die kleine, süße Lisa 🥰
Ein Ständchen wurde auch noch gesungen
Danke Ariel – schön war’s!

Die neue Woche begann mit einem sehr heftigen sowie lange andauernden Regenschauer weswegen wir den Stellplatz am Fluss deutlich später als geplant verließen, nämlich als der Regen gegen Mittag aufhörte. Von dort aus fuhren wir noch ein paar Kilometer weiter die schmale Asphaltstraße entlang bis wir an einer kleinen, privaten Kakao Farm angelangten. Sofort wurden wir freundlich von den Inhabern empfangen welche sich sogleich daran machten, uns den gesamten Kakao Prozess zu erklären. Von der Frucht bis hin zum fertigen Kakao Produkt. Auf ihrem etwa 2ha großen Gelände gedeihen rund 2.000 Kakaobäume und jede Frucht enthält ca. 30 bis 40 Kakaobohnen. Die Bohnen werden sechs bis acht Tage lang in der Sonne getrocknet und dann beginnt der Röstprozess auf offenem Feuer welcher uns live demonstriert wurde. Unter ständigem Wenden werden die Kakaobohnen ca. 20 Minuten lang geröstet. Anschließend wird per Hand die Schale entfernt wobei wir ebenfalls helfen durften. Danach werden die noch lauwarmen Bohnen gemahlen und auch hier durfte sich Simon am Fleischwolf betätigen. Heraus kommt, dank des enthaltenen Kakao Öls, eine cremige und lecker duftende Kakaopaste. Diese wird mit einem Löffel verfestigt und zu einem großen, flachen Rechteck gepresst. Am Ende wird das Ganze kurz auf den Tisch geschlagen damit sich das Kakao-Öl gut verteilt was leicht an der daraufhin glänzenden Oberfläche zu erkennen war. Bereits nach zwei bis drei Minuten im Gefrierfach ist die naturbelassene Kakao Masse fest und gebrauchsfertig. Nachdem wir dieser sehr interessanten Demonstration beiwohnen durften ging es an die Verkostung. Aus den verbliebenen Schalen der Bohnen wird ein Tee hergestellt welcher mit einem Schuss Limettensaft verfeinert wird. Wahrscheinlich schmeckte er deshalb eher nach Zitrus als nach Schokolade aber sehr lecker war er definitiv! Dazu gab es eine knusprige Yucca Tortilla mit Käsefüllung und selbstverständlich ein Kännchen heiße Schokolade. Pro Tasse werden übrigens etwa 5 Kakaobohnen benötigt (in Form der gepressten Masse). Bei deren Zubereitung ist es unabdingbar, die Kakaomasse zuerst in heißem Wasser zu schmelzen damit sich das darin enthaltene Fett lösen kann. Erst dann darf man Milch zugeben. Würde man versuchen den Kakao direkt in Milch aufzulösen, so wie ich letztes Mal mit dem auf dem Salkantay Trek gekauften Kakao, dann würde sich beides nicht richtig miteinander vermischen. Nun weiß ich Bescheid und kann es beim nächsten Mal richtig machen. 😉 Für all das verlangte die Familie gerade einmal 2 USD pro Kopf weshalb wir gerne ein bisschen Trinkgeld dazu gaben. Wir fuhren die Straße wieder zurück, erneut vorbei am „Balneario“ in Richtung „Baños“. Die Straße dorthin wird auch die „Wasserfall Route“ genannt weil sich hier, mal wieder, ein Wasserfall an den Anderen reiht. Gegen 16:30 Uhr kamen wir an der „Cascada Encanto del Rocío de Machay“ an. Da es schon recht spät war erkundigten wir uns, ob wir auf dem dazugehörigen Parkplatz übernachten dürften. Die Frau hatte nichts einzuwenden und gegen einen kleinen Obolus von 1,50 USD p.P., welcher der Gemeinde zugutekommt, machten wir uns noch auf den Weg zum Wasserfall. Wegen des vorangegangenen Regens war der Weg bergab recht schlüpfrig und wie geahnt setzte es mich einmal kurz auf den Allerwertesten. Glücklicherweise konnte ich unversehrt weiter bis zur Kaskade gehen. Diese hatte ordentlich Wasser zu bieten und die Gischt des 80 Meter hohen Wasserfalls sprühte bis zu uns und der Aussichtsplattform herüber. Wir gingen noch einige Meter weiter durch den Regenwald bis zu einer Hängebrücke von wo aus wir auch noch den unteren, 20 Meter hohen Fall sehen konnten. 🙃

Auf der Kakao Farm
Noch nicht erntereife Kakao Frucht
Schöne Papageien gab es dort auch 🦜
Die Bohnen werden auf offenem Feuer geröstet
Anschließend von der Schale befreit
Dann gemahlen
Pure Kakao Masse
Kurz schütteln, abkühlen – fertig ✅
Dann ging’s an die Verkostung
Schokolade macht glücklich ☘️
Schöner Stellplatz beim Wasserfall

Wir schliefen richtig gut auf dem Wanderparkplatz und hatten das Gefühl, dass die Temperaturen etwas angenehmer da weniger schwül als zuvor im Amazonasbecken waren. Am nächsten Tag lachte sogar seit längerem mal wieder die Sonne von einem azurblauen Himmel. 😎 Nach dem Frühstück verließen wir den angenehmen Stellplatz um nur wenige Kilometer weiter, am Eingang zu einem der berühmtesten Wasserfälle rund um Baños, bereits wieder anzuhalten. Der Weg hinunter zum „Pailón del Diablo“ war bestens angelegt und so erreichten wir kurz darauf das Tickethäuschen. Nach dem wir pro Person 2 USD entrichtet hatten bogen wir um die Ecke von wo aus das Donnern des 80 Meter hohen Wasserfalls bereits deutlich hörbar war. Simon Adlerauge entdeckte auf dem Weg dorthin sogar noch eine hervorragend als Ast getarnte Stabschrecke. 😃 Wir näherten uns den Wassermassen und die Gischt erzeugte einen schönen Regenbogen. Auf allen Vieren krabbelten wir durch eine schmale Öffnung in der Felswand und plötzlich standen wir direkt vor dem gewaltigen Vorhang aus Wasser. 😮 Nach kurzer Überlegung entschloss ich mich, als Erste hinter diesem durchzugehen. Wohl wissend, dass ich dabei sicherlich nass werden würde. Da wir jedoch auf der anderen Seite Leute sehen konnten schlussfolgerten wir, dass sich der Weg fortsetzen und wir an einem anderen Ausgang herauskommen würden. Dies erwies sich allerdings als Trugschluss! Kaum hatte ich mich hinter dem Wasserfall durchgezwängt stand ich vor einer Wand aus Fels – es gab kein Weiterkommen! Blitzschnell machte ich kehrt und schaffte es, nur leicht nass wieder zu Simon zurückzukehren. 😅 Somit liefen wir denselben Weg, den wir gekommen waren, wieder zurück zum Auto. Der nächste Stopp war nur ein Katzensprung entfernt, natürlich wieder an einem Wasserfall! Das Highlight war nicht die Kaskade selbst sondern der Weg dorthin. Diesmal ging es mit einem „cable car“ in Form eines großen Korbes aus rotem Stahl hinüber auf die andere Seite zur „Cascada Manto de la Novia“. Am Stahlseil hängend überquerten wir die Schlucht und flogen über den unten im Canyon fließenden Fluss hinweg auf den Wasserfall zu. Wie cool war das denn bitte! Fast ein bisschen wie Zip Line. 🙃 Auf der anderen Seite angelangt gab es nicht wirklich viel zu sehen so dass wir nach einem kurzen Abstecher an den Fluss auf gleichem Wege zum Parkplatz zurückschwebten. Kurz vorm Ortseingang nach Baños bogen wir links ab und fuhren fast 800 Höhenmeter hinauf zur „Casa del Arbol“. Dort gab es erst einmal einen kleinen Mittagssnack um uns gut für die weiteren Abenteuer des Tages zu rüsten. Für den grandiosen Park verlangte man nur einen Dollar Eintritt und dafür bekam man so einiges geboten! Vor unseren Augen breitete sich ein wunderschön angelegter Garten mit herrlichen Blumen aus. Die Aussicht auf die grünen Berge sowie hinunter ins Tal setzten dem Ganzen die Krone auf. Und als wäre das nicht schon schön genug gab es noch einige coole Schaukeln, mit denen wir weit über die Bergkanten hinaus schwingen konnten. Auch das namensgebende Baumhaus war ein Schmuckstück und an den beiden Seilrutschen hatten wir vor Verlassen der Anlage noch unseren Spaß. 🤩 Auf der Rückfahrt hinab ins Tal breitete sich dann noch ein richtig schöner Regenbogen vor uns aus. Viel besser kann ein Tag wohl kaum sein. 💛 Am Ziel angelangt fanden wir, unweit vom Zentrum, einen geeigneten Stellplatz vor einem der vielen Thermalbäder in Baños. Vermutlich verhalfen diese dem Ort auch zu seinem Namen. 😉

Erster Stopp: El Pailón del Diablo
Durch die enge Schlucht floss ordentlich Wasser 💦
Gut getarnte Stabschrecke
Welch mächtiger Wasserfall 💧
Der Weg durch die Felswand endete in einer Sackgasse
Weiter ging’s per cable car 😀
Über die Schlucht auf die andere Seite
Seht ihr den Regenbogen?
Blick auf die umliegenden, grünen Hügel
Welch hübscher Garten 😍
Die „Casa del Arbol“
HUI 😁
Die Seilrutsche war auch nicht schlecht
Zum Abschluss noch mal ein Regenbogen 🌈

Der Mittwoch war ähnlich schön wie der Tag zuvor. 👍 Nach dem wir am Vortag, nach einem Telefonat meinerseits mit einer Renault Werkstatt in Quito, erfahren hatten dass es das benötigte Ersatzteil weder in Ecuador noch in Kolumbien geben würde hatten wir uns an die diversen Overlander WhatsApp Gruppen gewandt. Tatsächlich meldete sich an diesem Morgen „Hans“, der deutsche Besitzer eines recht bekannten Campingplatzes in Ecuador. Wie es der Zufall so wollte befand er sich gerade in seiner Heimat Bergisch-Gladbach und würde in einer Woche wieder zurück nach Ecuador fliegen. Er erklärte sich sofort dazu bereit uns den Luftmassenmesser mitzubringen. Besser geht es wohl kaum. 😍 Sofort bestellten wir in einem Autoteile Shop den benötigten Sensor an seine deutsche Adresse. In schätzungsweise zwei Wochen werden wir diesen dann in der „Finca Sommerwind“, auf unserem Weg nach Kolumbien, einsammeln können. Aber das war noch nicht alles… Hatte uns gestern doch die sehr ernüchternde Antwort auf meine Verschiffungsanfrage bei der „Overlander Embassy“ erreicht die einen irrwitzigen Preis von 4.913 $ für die Verschiffung plus weitere 800 $ für die Einfuhr in Panama verlangten. Wohlgemerkt für einen Seeweg von nur einem Tag!!! 😰 Dies bezog sich außerdem auf eine RoRo (roll-on / roll-off) Verschiffung die ich gar nicht angefragt hatte. Scheinbar hatte sie mir die Containerverschiffung auf Grund unserer Maße nicht angeboten. Jedoch wissen wir ja bereits aus Erfahrung, dass wir mit sehr niedrigem Luftdruck in unseren Reifen in den 40‘ high cube Container hineinpassen. Auf erneute Nachfrage meinerseits nach dem Containerpreis erhielt ich dann einen Kontakt zu einer Agentin namens „Ana“ die uns den Tag mit ihrem Angebot weiter versüßen sollte: 1.500 $ in Kolumbien sowie weitere 550 $ in Panama klangen definitiv anders und entsprachen eher unseren Vorstellungen bzw. unserem Budget. Mit all den guten Nachrichten im Gepäck machten wir uns zu Fuß auf den Weg zu einer der zahlreichen Thermen. Die ersten beiden hatten wochentags leider geschlossen aber bei Numero drei hatten wir dann Glück. 😅 Die Anlage war schon etwas älter, lag dafür aber malerisch direkt unter einem – wie könnte es anders sein – Wasserfall! Die beiden Becken mit 42°C waren unerträglich heiß aber in dem Größeren mit 38°C hielten wir es eine gute halbe Stunde lang aus. Das Frischwasserbecken wiederum war eisig kalt so dass wir uns nach dem Bad direkt unter die Dusche begaben. Nach dem wir unsere Badesachen wieder am Van abgeladen hatten deckten wir uns in der Markthalle noch mit frischem Obst und Gemüse ein. Und zur Feier des Tages kehrten wir anschließend in einem Lokal für Einheimische ein wo wir eines der besten Mittagessen unserer bisherigen Reise serviert bekamen. 😋 Schmackhaft und noch dazu günstig, was will man mehr! Nur leider habe ich vor lauter Freude an diesem Tag kein einziges Foto geschossen weswegen ich euch meinen leckeren Fisch gar nicht zeigen kann. 🙈 Am Mittag fuhren wir dann noch ein paar Kilometer weiter bis nach „Latacunga“ wo wir unsere Shoppingtour vom Mittag in einem Supermarkt fortsetzten. Vom Parkplatz aus hatten wir eine großartige Sicht auf den schneebedeckten, rauchenden Vulkan „Cotopaxi“. Dieser ist mit 5.897 Metern Höhe einer der höchsten, aktiven Vulkane der Erde und sein Kegel entspricht wohl dem absoluten Idealbild. In der Sprache der Indio bedeutet „Cotopaxi“ übrigens Hals des Mondes. Scheinbar sieht es bei Vollmond so aus, als säße dieser direkt auf dem Krater und wie es der Zufall so will haben wir morgen Vollmond! 🙃 Vielleicht bleibt uns die Glückssträhne ja noch ein wenig erhalten. Ob uns dieser Anblick vergönnt sein wird und wie u.a. unsere Wanderung um den Kratersee „Laguna Quilotoa“ war erfahrt ihr dann nächste Woche.

SORRY 😅

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