NEW BLOG POST 🇨🇴 (05. – 11.12.2023) Barranquilla – Santa Rosa de Lima

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Wie gefährlich ist Medellín heutzutage? Früher hatte die Stadt eine der höchsten Mordraten weltweit (4.000 Opfer pro Jahr) und auch wir erleben live einen Einbruch mit. Direkt gegenüber von unserem Stellplatz! 😮 Trotzdem wagen wir uns in die Comuna 13. Das Stadtviertel war, noch bis vor wenigen Jahren, auf Grund der hier tobenden Bandenkriege absolut tabu. Ob es nun sicherer ist und welche Highlights Guatapé für uns bereithält zeigen wir dir in diesem Video. 📺

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Einen Tag vor Nikolaus verließen wir, recht früh am Morgen, unseren schönen Stellplatz am Strand. Bisher hatten wir es noch nirgendwo anders so lange ausgehalten wie hier. Am Ende unseres Aufenthalts kamen wir auf stolze neun Nächte, die uns allerdings auch 100 € Gebühr kosteten. Da wir an diesen Tagen jedoch keine weiteren Ausgaben hatten, von bereits zuvor eingekauften Lebensmitteln einmal abgesehen, gönnten wir uns den „Luxus“ ausnahmsweise. Wir verabschiedeten uns vom Personal und machten uns auf den Rückweg nach Santa Marta. Die Großstadt ließen wir neuerdings links liegen um direkt weiter nach Barranquilla zu fahren. Dort hatten wir, wenige Tage vor der anstehenden Verschiffung nach Panama, noch einiges zu erledigen. In einem D1 Supermarkt am Wegesrand kauften wir diverse Vorräte wie z.B. Reis, Nudeln und Konserven ein. Verderbliche Lebensmittel dürfen sich, logischerweise, keine mehr im Van befinden wenn dieser in den Container geht aber haltbare Waren sind erlaubt. Und da wir von deutlich höheren Preisen in Zentralamerika ausgehen nutzten wir die Gelegenheit für einen vorerst letzten, günstigen Einkauf. Anschließend steuerten wir eine Werkstatt an in der wir, ebenfalls wegen billigerer Preise, noch einen Ölwechsel durchführen ließen. Von dort aus gings weiter in einen anderen Supermarkt, in dem wir alle im D1 nicht erhältlichen Produkte einkauften. Last but not least stand noch eine große Shoppingmall auf dem Programm in der sich ein Decathlon befand. Simons Campingstuhl hatte sich nämlich am Strand, nach vielen Jahren des Gebrauchs, verabschiedet. Da wir mit unserem Van nicht in die Tiefgarage hineinpassten, parkten wir kurzerhand neben der Anlieferrampe und baten den Streetfood Verkäufer ein wachsames Auge auf unseren Camper zu haben. Selbstredend kauften wir zuvor noch eine Arepa con Queso bei ihm. 😉 Da es bereits weit nach 15 Uhr war spurteten wir im Eiltempo durch den Laden, in dem wir wie geplant einen neuen Faltstuhl erstanden. Von der Mall aus hatten wir noch 30 Kilometer bis zu unserem anvisierten Stellplatz zu fahren. Wir erreichten diesen kurz bevor die Sonne im Meer versank und das Plätzchen machte einen sehr netten Eindruck: An einer halbmondförmigen, langgezogenen Bucht mit seichtem sowie ruhigem Wasser reihten sich in zweier Reihen endlos viele, mit Palmwedeln gedeckte Sitzplätze, aneinander. Tagsüber wurden diese von den dahinterliegenden Restaurants mit Stühlen sowie Hängematte bestückt. Die stabilen Holztische blieben rund um die Uhr stehen was uns natürlich sehr gelegen kam. Da es jedoch schon spät war und wir, nach all der Fahrerei und den zahlreichen Besorgungen, keine Lust mehr zum Kochen hatten ließen wir unsere Stühle eingepackt und machten es uns stattdessen auf der Veranda des dazugehörigen, kleinen Lokals gemütlich. Außerdem wollten wir durch den Verzehr unseren Dank für den kostenfreien, schönen Stellplatz erweisen. Allerdings waren wir von den sonst üblichen Preisen in Höhe von 18k bis 20k COP pro Gericht ausgegangen. Anita, die Inhaberin, offerierte uns auf einer Platte jedoch nur drei fangfrische Fische in unterschiedlichen Größen. Der Kleinste sprach uns nicht an und der mittlere, meiner Meinung nach Tilapia, hätte pro Portion bereits 35k COP gekostet. Der Größte sei für zwei Personen gedacht, meinte Anita, und würde uns mit Beilagen 80k COP kosten. Eigentlich wollten wir keine 20 € ausgeben aber nun konnten wir ja schlecht den Tisch wieder verlassen… Also entschieden wir uns für den großen Fisch und leierten Anita immerhin noch einen Krug selbstgemachter Limonade auf Kosten des Hauses aus den Rippen. Als sie uns die Teller servierte staunten wir nicht schlecht über die riesigen Portionen und uns blieb noch meine ganze Ration Reis sowie fast die Hälfte vom sehr feinen Fisch für den Folgetag. 👍

Einmal Ölwechsel bitte 🛢️
Jede Menge deutsches Bier im Supermarkt 🍻
Wir kauften aber nur Lebensmittelvorräte
Schöner Weihnachtsbaum in der Shopping Mall 🌲
Schnell noch nen neuen Stuhl für Simon besorgt
Rechtzeitige Ankunft am neuen Stellplatz
Teurer als erwartet aber seeehr lecker 😋

Bevor wir uns am nächsten Abend über den restlichen Fisch (zusammen mit Spaghetti, gewürfelten Zwiebeln sowie Tomaten und natürlich viel Knoblauch) hermachten unternahmen wir am Spätnachmittag noch gemeinsam mit Henry einen langen Strandspaziergang. Henry stammt eigentlich aus Cali, hat aber entschieden, dass er die ihm verbleibenden Jahre gerne am Meer verbringen möchte. Deshalb lebt er nun seit 20 Tagen in einer der Strandhütten von Anita und ihrem Bruder Wilson. Letzterer hatte in eben jene eine Hütte eine Zwischendecke eingebaut in der Henry nun wohnt und schläft. Gemeinsam brachen wir gegen 16 Uhr, als die Sonne nicht mehr ganz so unerbittlich vom Himmel brannte, auf und liefen in Richtung der Landzunge. An deren Spitze treffen die Wellen auf den schmalen Streifen Land, der die Bucht vom offenen Meer trennt. Blöderweise schwärmten exakt um diese Zeit, nämlich kurz vor Sonnenuntergang, Millionen Sandfliegen aus die uns alle aufs Übelste malträtierten. Weder Simon noch ich hatten je zuvor so viele Stiche am ganzen Körper davongetragen. 😧 Noch dazu ging uns langsam aber sicher das Tageslicht aus weswegen wir entschieden, ohne den Endpunkt erreicht zu haben, kehrt zu machen. Wegen mehrerer, überfluteter Stellen waren wir nämlich seit geraumer Zeit barfuß unterwegs und ich hatte keine Lust, ohne Schuhe in der Dunkelheit die vier Kilometer wieder zurücklaufen zu müssen. Auf einen Spreißel oder gar eine Scherbe im Fuß konnte ich gerne verzichten. Die vielen Stiche, die im ersten Moment wie Windpockenpusteln aussahen, reichten völlig aus. 😫

Die Wege sind zum Teil mit Meerwasser überflutet
Und auch wenn wir’s nicht bis zum Ende geschafft haben…
…war es trotzdem ein schöner Spaziergang

Donnerstag war noch einmal ein recht gemütlicher Tag. Simon bekam morgens von Wilson einige alte, kleine Garnelen als Köder geschenkt und wart den Rest des Tages nicht mehr gesehen bzw. stand mit Angel und Hut im seichten Wasser. 😅 Nach dem ihm anfänglich nur die Köder vom Haken gefressen wurden bekam er von Caio, unserem brasilianischen Vanlife Nachbarn alias @mundoadentro2022 eine elastische Schnur gereicht. Mit dieser konnte er die Fischköder am Haken festbinden und siehe da: In kürzester Zeit zappelte der erste, schöne Barsch an seinem Haken. 👍 Caio, dem wir schon einmal ganz kurz in Bariloche (Argentinien) begegnet waren tat es ihm gleich und leistete ihm mit seiner eigenen Angel Gesellschaft. Ich schrieb derweil im Schatten des mit Palmwedeln gedeckten Unterstands zwei neue Blog Beiträge und wurde dabei von den acht bis zehn Straßenhunden umringt, die sich im Sand kühlende Löcher gruben. Den ganzen Tag über wehte permanent ein starker Wind sodass wir diesmal auch kaum von Sandflies attackiert wurden. Die Minibiester können bei Böen nämlich nicht fliegen. 😀 Am Abend bot Caio netterweise seine Außenküche zum Frittieren der kleinen, selbst gefangenen Fischlein an. Anita, die Inhaberin des Restaurants, hätte uns diese ebenfalls in ihre Pfanne geworfen und uns dazu völlig kostenfrei Yucca serviert. Da an diesem Tag jedoch der Todestag ihrer Mutter war, und sie am Abend im Familienkreis das Grab besuchten, wäre ihr dies erst spät am Abend möglich gewesen. So nahmen wir dankbar Caios Einladung zum Essen an, der sogar noch restliche Bohnen sowie Reis und Kartoffeln im Kühlschrank hatte. Unsere Fischplatte schmeckte richtig lecker und wir zwei durften zum ersten Mal in unserem Leben Kugelfisch probieren. 🐡 Wie du siehst haben wir den giftigen Fisch überlebt und das feste Fleisch schmeckte unglaublich lecker. Kein Wunder schwören die Japaner darauf! Zuvor hatte Caio uns aber felsenfest versichern müssen, dass er die Kunst des richtigen Filetierens und Ausnehmens bereits seit 20 Jahren beherrsche.

Der Ausblick aus dem Fenster könnte so auch am Roten Meer in Ägypten sein 😅
Die Hunde graben sich kühlende Löcher 🐕
Simon versucht sein Angelglück im flachen Wasser
Und auf einmal lief es wie am Schnürchen
Kleiner Barsch
Da kamen doch ein paar zusammen 😛
Danke Caio 😀

Am nächsten Tag hatte ich meinen Wecker auf 06:00 Uhr morgens gestellt weil ich gerne den Sonnenaufgang sehen wollte. Jedoch weckten mich bereits vor Klingeln des Weckers meine bestialisch weckenden Stiche auf. 😧 Der Wechsel zwischen Tag und Nacht war deutlich unspektakulärer als erwartet. Da wir an diesem Tag jedoch auch noch bis nach Cartagena fahren wollten, um möglichst früh auf dem teuren Campingplatz Finca Jardin Des Délices einchecken zu können, war der zeitige Start in den Tag eigentlich ideal. Zumal noch dazu Feiertag in Kolumbien war und wir freundlich, aber bestimmt darum gebeten wurden den Platz zu räumen. Unwissentlich hatten wir uns nämlich nicht an einen Unterstand von Anita und Wilson gestellt sondern den des Nachbarlokals genutzt. 🙈 So verabschiedeten wir uns bereits kurz vor 08:00 Uhr von den zwei netten Kolumbianern und düsten weiter nach Santa Rosa de Lima. In dem kleinen Vorort von Cartagena befindet sich das riesengroße Gelände von Ingrid und Fabian. Die beiden Franzosen haben ihre Heimat bereits vor zehn Jahren verlassen und sich, nach zwei Jahren in Peru, vor ca. acht Jahren hier niedergelassen. Der Stellplatz ist mit 70k COP pro Nacht (= 15,50 €) zumindest für unsere Verhältnisse super teuer aber mangels Alternativen hatten wir kaum eine andere Wahl. Ansonsten wäre nur ein stickiger, schmutziger 24h Parkplatz in der Stadt geblieben und darauf hatten wir wahrlich keine Lust. Schließlich galt es, in den kommenden zwei Tagen bei immerhin 34°C und 80% Luftfeuchtigkeit das Auto für die Verschiffung vorzubereiten. 🥵

Auch die Hunde wollten den Sonnenaufgang sehen 😅
Abschied von Anita & Wilson
Auf dem Campingplatz der Franzosen angekommen
Lediglich noch ein weiterer Camper…
…stand auf dem RIESIGEN GELÄNDE 😳

Wider Erwarten war die Nacht, im Gegensatz zum Tag, angenehm kühl weswegen wir relativ gut schliefen. Nach der morgendlichen Tasse Kaffee krempelten wir direkt die Ärmel hoch und machten uns an die Arbeit. Zuerst räumten wir das Fahrerhaus einmal komplett leer, um dieses anschließend mit Bürste und Schwamm grob vom Schmutz der letzten Monate zu befreien. Das Prozedere wiederholten wir im Innenraum, wo wir zeitgleich bestmöglich alles wegräumten was irgendwie in Schränken, Schubladen und Kisten verstaut werden konnte. Schließlich soll es die Polizei bei der Drogeninspektion im Hafengelände so einfach als Möglich haben. Andernfalls muss Simon dort vor Ort alles aus- und wieder einräumen. Zwischendurch luden wir noch zwei fertig gestellte YouTube Videos sowie den neuen Blog Beitrag hoch. Auch die Fotos der letzten Zeit wollten noch vom Handy auf die Festplatte gezogen werden. Dank des schnellen Satelliten-Internets (Starlink) konnte ich auch diese in Rekordgeschwindigkeit noch in die Cloud laden. Bereits gegen 17:00 Uhr nutzten wir die vorhandene Outdoorküche, um unsere Gemüsenudeln noch vor Einbruch der Dunkelheit und somit dem Ausschwärmen der Moskitos zuzubereiten. 🍝 Neben der hohen Luftfeuchtigkeit ist das echt das einzig große Manko der Tropen…

Küche & Sanitäranlagen
Das Wohnhaus mit Gemeinschaftsterrasse

Auch am Sonntag hatten wir noch genug zu tun. Nach dem wir die Betten abgezogen hatten übergab ich Ingrid, der Inhaberin, zwei Säcke voll Schmutz- und Bettwäsche. Für 22k COP pro Maschine (= 5 €) wäscht und trocknet sie die Wäsche ihrer Gäste. Während Ingrid sich um unsere schmutzigen Sachen kümmerte fuhren wir mit dem Van in eine nahegelegene Autowaschanlage. Für 30k COP (= 7 €) reinigten die Jungs unser Wohnmobil auch noch von außen und saugten den Fußraum sowie die Türfächer gründlich aus. Selbst die Kunststoffteile behandelten sie mit entsprechenden Pflegemitteln. Wieder an unserem Stellplatz angelangt räumten wir, schweißgebadet, das Fahrerhaus wieder ein bevor es ans Packen unserer beiden Rucksäcke ging. Diesmal wussten wir es besser und packten einen Rucksack ausschließlich mit Technikkram voll (Laptops, Ladegeräte, Adapter etc.), um es an der Röntgenkontrolle am Flughafen einfacher zu haben. Den zweiten Rucksack füllten wir mit Kleidung und Hygiene Artikeln für die kommenden Tage, die wir sowohl in Cartagena als auch in Panama Stadt in einem Hotel verbringen werden. Abends freuten wir uns neuerdings über die Außenküche des Campingplatzes, da unser blitzblank geputztes Zuhause somit sauber blieb. Und auch für die sehr gepflegten Sanitäranlagen, insbesondere die erfrischende Dusche nach all der Plackerei, waren wir sehr dankbar. 🙏

Während unsere Wäsche trocknet…
…lassen wir den Van waschen

Spontan blieben wir noch eine weitere Nacht auf dem Campingplatz nach dem uns Ana, unsere Verschiffungsagentin, bestätigt hatte dass wir am Montag nicht zwingend in ihr Büro in Cartagena kommen müssten. Stattdessen könnten wir am Dienstagmorgen direkt den Van auf dem Hafengelände abstellen und erst im Nachhinein, nach Verladung des Containers, zwecks Zahlung bei ihr erscheinen. So blieb uns das Freistehen in einer der heißesten Städte des Landes erspart und wir konnten noch einmal alle Annehmlichkeiten des hiesigen Platzes nutzen. 😀

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NEW BLOG POST 🇨🇴 (27.11. – 04.12.2023) Karibikküste bei Palomino

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Wir verbringen zwei schöne Tage auf der Hacienda Venecia, einer kolumbianischen Kaffeefarm, deren Kaffee schon mehrfach preisgekrönt wurde. Ob wir ihn ebenfalls lecker fanden und was wir in den Nebelwäldern rund um Jardín so alles erlebt haben erfahrt ihr in diesem VLOG.
Schau also unbedingt rein & lass gerne einen Kommentar sowie ein Like da! 👍

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Leider schafften wir es nicht unsere Fahrzeugbatterie wiederzubeleben. Als Simon diese nach zwei Tagen am Ladegerät wieder in den Van einbaute, um diesen zu starten, fiel die Spannung direkt wieder von 12,4 auf 10,7 Volt herunter. 😕 Immerhin reichte es noch aus, um Bussi aus seinem Schattenplätzchen unter dem großen Mangrovenbaum heraus zu manövrieren. Nach vier Tagen Standzeit (ohne Sonneneinstrahlung) war der Speicher unserer Solarbatterie nämlich auf unter 20% gefallen und es war höchste Zeit, diesen wieder ein wenig aufzufüllen. Während die Sonne ihren Dienst verrichtete liefen wir rechter Hand den Strand entlang, bis wir nach etwa zwei Kilometern die Flussmündung erreichten. Hier mischt sich das Salzwasser des Meeres mit dem Süßwasser vom Fluss was einen Angler dazu veranlasste, hier mit sehenswerter Technik sein Netz auszuwerfen. Auch viele Touristen und einige Einheimische waren mit Kanus oder großen Schwimmringen, bestehend aus alten Schläuchen von Autoreifen, zum Floaten auf dem Fluss unterwegs. Wieder auf unserem schönen Campingplatz angelangt mussten wir feststellen, dass die Sonne nicht nur ordentlich Power für unsere Innenraumbatterie lieferte sondern auch unseren Schultern ganz schön zugesetzt hatte. 😮

Uns tat der Schatten gut, nur den Solar Paneelen nicht
Spaziergang am Karibikstrand
Wie aus dem Bilderbuch 🤩
Früchte der Mangrovenbäume
Fischer wirft sein Netz
Shirt mit Ärmeln wäre vielleicht die bessere Wahl gewesen… 🙈😅

Nach einer Runde Yoga am Morgen machten wir uns am nächsten Tag mit den Fahrrädern auf um das kleine, nur etwa drei Kilometer entfernt gelegene Backpacker Örtchen Palomino zu erkunden. Die Fahrt gestaltete sich, danke Meeresniveau, super einfach und wir überquerten den Fluss diesmal über eine Brücke. Zu unserer Überraschung war der, im Reiseführer als schwer im Kommen angesagte Ort, nicht wirklich schön. Die Häuser wirkten etwas herunter gekommen und machten, mit ihren Gittern an den Fenstern und Türen, auch nicht gerade einen vertrauenserweckenden Eindruck. Immerhin gab es hier einen D1 Supermarkt, in dem wir ein paar kühle Getränke kaufen konnten. Und nach einigem Suchen fanden wir dann doch noch die Touri Meile. Diese beschränkte sich auf eine einzige Straße, welche von der asphaltierten Hauptstraße bis hinunter ans Meer führte. Zu unserem Erstaunen waren die Straßen innerhalb des gesamten Ortes jedoch weder asphaltiert noch gepflastert was bis dato in jedem Ort, in dem wir in Kolumbien waren, der Fall gewesen war. In Palomino waren die Wege alle aus bräunlichem Sand und die großen, mitunter tiefen Pfützen die wir mit den Rädern umschiffen mussten, zeugten noch von den vergangenen Regenfällen. Diese eine Straße bot so ziemlich alles, was das Backpackerherz begehrt: Chillige Hostels mit Pool und gemütlichen Sitzgelegenheiten, einige nett ausschauende Restaurants und Cafés, ein paar Souvenirläden sowie dazwischen die allseits vorhandenen Minimercados.

Mit den Rädern ging’s ab nach Palomino
Schöner Backpacker…
… und Hippie Vibe 🏳️‍🌈
Nette Cafés gab es auch
Und große Pfützen 💦

Mittwochs wollten dann auch mal wieder die Laptops aufgeklappt werden. Wie immer befasste sich zuerst Simon mit dem Zusammenschieben der einzelnen Videoclips für den neuen VLOG. Ich kümmerte mich derweil um den Upload sowie das Bebildern vom aktuellsten BLOG und auch ein paar Instagram Beiträge wollten wieder geschrieben und vorgeplant werden. 🙈 Nach getaner Arbeit kramten wir Feuerschale und Klappgrill von FENNEK aus einer der vielen IKEA-Kisten in unserem Kofferraum heraus. Als der Vollmond sich langsam blutrot aus dem Meer erhob waren wir gerade dabei, unsere Würstchen auf dem coolen kleinen Grill zu grillen. Da wir das kompakte Gadget zum ersten Mal nutzten freuten wir uns sehr darüber, dass das Grillgut so gut gelang. 😀 Nach dem Essen entzündete Simon dann noch ein kleines Lagerfeuer in unserer schicken Edelstahlschale. Holz lag ja glücklicherweise genug am Strand herum. Auch unsere Stellplatznachbarn, Mariano und Carolina aus der Nähe von Bogotá, gesellten sich noch dazu. Während die 28jährige Carolina nur Spanisch sprach, so dass nur ich mich mit ihr unterhalten konnte, war der deutlich ältere Mariano (geschätzt Anfang 60) des Englischen sehr gut mächtig. Wir hatten eine gute Zeit zusammen und saßen fast bis Mitternacht im Feuerschein am Strand. 🏝

In der Tasche super platzsparend verstaut & ruckzuck zusammengesteckt 👍🏻
Reicht für zwei Personen! 🍗
Auch die Feuerschale ist in Null Komma nichts zusammengesteckt 🔥
Simon sammelt Holz 🪵
Gleich kann’s losgehen!
Unser Grill sieht zum ersten Mal Grillgut 😅
Vollmond über der Karibik 🤩

Tags darauf kündigten sich, zu unserer großen Freude, ganz spontan unsere Bremer Freunde von @anschnallenabfahrt an die seit Medellín mit Livia und Juval von @roadfox unterwegs waren. Die beiden super netten Schweizer hatten wir ebenfalls schon zuvor in Quito, Ecuador, kennenlernen dürfen. Wie der Zufall es so wollte schrieb uns Max per WhatsApp an, ob wir den noch etwas aus der großen Mall in Santa Marta benötigen würden. Ich lehnte dankend ab aber als ich gerade im Begriff war, mich in die Fluten zu stürzen, schoss mir ein zündender Gedanke durchs Hirn: In dem Einkaufszentrum befand sich doch auch ein Baumarkt. Vielleicht wäre dort eine neue Batterie für unseren Van zu bekommen?! 🧐 Ich spurtete also noch einmal den Strand hinauf und bat Simon, sich diesbezüglich kurz mit Max zu connecten. Und als das Duo ein paar Stunden später auf den Hof, oder vielmehr den Strand, fuhr hatten sie tatsächlich eine neue Batterie für uns dabei. 😍 Wenngleich diese mit 600.000 COP, was in etwa 135 € entspricht, nicht ganz günstig war aber was will man machen. Wir waren mehr als froh über dieses Mitbringsel denn so wussten wir nun, dass wir den Campingplatz ohne Schwierigkeiten aus eigener Kraft wieder verlassen würden können. Zumal noch dazu uns selbst das Gerenne und Gesuche nach einer Neuen somit erspart blieb. Danke lieber Max. 🙏

Links der blaue „Knut“ von anschnallenabfahrt und rechts der orange Defender von roadfox (+ „Schlappi“)
Tausend Dank für den Batterie Lieferservice 🙏

Leider blieb uns nur ein voller, gemeinsamer Tag den es umso mehr zu genießen galt. Der arme Max musste sich leider für ein paar Stunden von uns verabschieden, um mit einem unserer Fahrräder zum Arbeiten in den nahegelegenen Ort zu fahren. Denn ausgerechnet an dem Tag war von morgens früh bis abends spät der Strom abgestellt worden. Somit ging auch kein Internet. 🙈 Scheinbar ist das hier einmal pro Woche der Fall. Laut Aussage der Arbeiter auf dem Campingplatz dient dies notwendigen Arbeiten am Stromnetz. Während Max sich ums geschäftliche kümmerte saßen wir am Strand und schwatzten. Das erste kalte Bier gab es aber erst nachdem Merle`s bessere Hälfte am Spätnachmittag wieder zu uns gestoßen war. Zusammen nahmen wir noch ein Bad im Meer, insofern die heftigen Wellen dies zuließen. Wirklich schwimmen kann man auf Grund derer nämlich leider nicht. Diese sind auch dafür verantwortlich, dass das Wasser nicht wie erhofft türkisblau sondern eher braun ist. Schlichtweg deshalb, weil die Wellen den ganzen Sand aufwirbeln und diesen mit sich tragen. 🌊 Anschließend machte sich Juval, der übrigens genauso gut und gerne kocht wie Max, an die Zubereitung unseres Abendessens. Schon am Morgen hatte er Hähnchenschenkel ausgebeint und für die Füllung der Kebabs mariniert. Auch den Teig für die Fladenbrote bereitete er nun am Abend selbst zu. Krautsalat sowie Gurken-Tomaten-Salat hatte er irgendwann zwischendurch vorbereitet. Somit blieb für mich rein gar nichts mehr zu tun, auch mal schön. 🙃 Die Pita Brote gelangen ihm exzellent sodass wir sie ohne Schwierigkeiten aufschneiden und mit all den leckeren Zutaten füllen konnten. Nach dem Essen gabs noch die ein oder andere Piña Colada und tatsächlich konnten wir Max endlich mal dazu überreden, seine Gitarre auszupacken und neben dem lodernden Lagerfeuer noch ein paar seiner eigenen Lieder zu spielen. 😍

Gemeinsames Frühstücken
Juval hatte für alle French Toast & Apfelmus zubereitet
Auch das Abendessen ging auf Juvals Kappe 👍🏻
Lecker war’s! 😋
Max spielt Gitarre, am Strand, bei Vollmond…
…am Lagerfeuer 🔥

Unsere vier Freunde kosteten auch den nächsten Vormittag noch so gut es ging aus aber am späten Mittag führte dann doch kein Weg mehr am Abschied vorbei. Schließlich lagen noch gute vier Stunden Fahrt bis Cartagena vor ihnen wo sie bereits in zweieinhalb Tagen ihre Fahrzeuge am Hafen werden abliefern müssen. Während Max und Merle, glücklicherweise, weiterhin mit uns gen Alaska reisen werden erwartet Livia und Juval in Kürze die harte Realität. Sie werden zwar noch einen einwöchigen Zwischenstopp in der Dominikanischen Republik einlegen, um die Erlebnisse der vergangenen 14 Monate sacken zu lassen, aber dann geht es am 18. Dezember final zurück in den Thurgau. Und bereits nach Drei König heißt es für die Zwei wieder Ärmel hochkrempeln und ran an die Arbeit. Daran mag ich jetzt noch nicht einen einzigen Gedanken verschwenden… 🙈🙉🙊 Wir beide genossen nun die plötzliche Ruhe die um uns herum eingekehrt war denn auch die Kolumbianer waren am Vortag abgereist. Somit waren wir nur noch zu dritt: Ein Franzose im Zelt und eine weitere Familie aus Frankreich mit ihrer dreijährigen Tochter Vanelope und ihren zwei großen Hunden. Der Familie (@lesnormsmax) und ihrem riesigen Unimog waren wir zuvor schon in Jardín sowie ganz kurz in Medellín begegnet.

Ein letztes, gemeinsames erfrischendes Bad…
…dann heißt es schon wieder Abschied nehmen 👋🏻
Bleiben nur noch wir 😀
Sowie unsere französischen Nachbarn 🇫🇷
Die Ruhe hat auch was ☺️

Sonntags arbeiteten wir beide noch einmal fleißig an den Laptops, bevor wir uns am späten Mittag erneut mit den Rädern auf den Weg nach Palomino machten. Da das anvisierte Lokal mit günstigem Mittagstisch am Sonntag wohl geschlossen hatte, kehrten wir stattdessen bei einem Shawarma Restaurant ein. Während Simon ein großer Fan von dieser Art der arabischen Küche ist bin ich meist eher weniger davon angetan aber diesmal war selbst ich schwer begeistert. Wir hatten uns für eine Platte für zwei Personen entschieden die aus folgenden Leckereien bestand: Fladenbrot, Hühnchen- und Rindfleisch, fünf knusprige Falafel, zwei vegetarische Köfte und drei verschiedene Dips (Kichererbsen-, Auberginen- und Linsen). So hatten wir, weit nach 15 Uhr, endlich was im Magen da wir das Frühstück zu Gunsten des Mittagsmahls hatten ausfallen lassen. 😅 Wir kauften noch ein paar Kleinigkeiten im D1 ein, unter anderem Leckerlis für meinen neuen Lieblingshund Schlappi, sowie ein wenig frisches Obst und Gemüse beim Händler gegenüber und dann gings auch schon wieder zurück in unser kleines Paradies. 🌴🥥🏖

Für Abstecher in der Nähe einfach praktisch 🚴🏻‍♂️
Einfahrt zum Camping Bernabé
Schon echt schön hier 😍

Unseren letzten Tag an diesem schönen Fleckchen Erde wollten wir so gut es geht einfach nur genießen und diese herrliche Kulisse tief in uns einsaugen. Ich startete den Tag neuerdings aktiv mit einer Einheit Sport und Yoga was mir unglaublich gut tat. Hoffentlich kann ich diese Routine auch weiterhin bestmöglich beibehalten. Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir es uns in der Hängematte bzw. im Hängesessel bequem und frönten dem Nichtstun. Wobei wir dann doch noch gegen später den Van so gut als möglich abfahrbereit machen mussten, weil wir am Folgetag frühzeitig nach Barranquilla aufbrechen wollten. Wir packten also schon mal alles, was nicht mehr benötigt wurde, zusammen. Die Fahrräder wieder auf den Heckträger, Hängematte und Sessel sowie Spaten und Klapptisch in die Heckkisten und so weiter… Danach stürzten wir uns ein letztes Mal zur Abkühlung ins Meer wobei wir uns beide einig sind, dass die Temperaturen insgesamt deutlich besser zu ertragen waren als gedacht. Ich hatte, zugegebener Masen, ein wenig Schiss vor der Karibikküste nach dem uns viele von unerträglicher Hitze und in Folge dessen schlafloser Nächte berichtet hatten. Möglicherweise gilt das auch für die Regenzeit, aber da diese im Dezember bereits wieder am abklingen ist (wir hatten während unseres gesamten Aufenthalts nicht einen Tag Regen), hatten wir vielleicht mehr Glück. Die 31°C am Tag waren, im Schatten der Bäume und mit leichter Brise vom Meer, definitiv sehr gut zu ertragen und auch die Nächte im Van schliefen wir dank Deckenventilator eigentlich recht gut. Lediglich auf die gemeinen Sandflies, die sich vor allem am Morgen und am Nachmittag auf uns stürzten, hätten wir verzichten können. 😧

Toller Handtuchhalter 🌴
Letzte Kokosnuss am Strand, frisch vom Baum 🥥
Noch ein kleiner, letzter Strandspaziergang 🏝️
Auch die beiden wollten noch einmal genutzt werden 😊

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NEW BLOG POST 🇨🇴 (18. – 26.11.2023) Bucaramanga – Palomino

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Unser Start in Kolumbien ist alles andere als einfach… Zuerst stellt sich heraus, dass das extra von Deutschland nach Ecuador eingeflogene Ersatzteil nicht das Richtige war. 🙈 Das Problembegleitet uns somit weiterhin und dann versagen auch noch unsere Bremsen! Ob wir es bis in eine Werkstatt schaffen und ob uns dort geholfen werden kann erfährst du in diesem VLOG.
Schau also unbedingt rein & lass gerne einen Kommentar sowie ein Like da! 👍

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Nach dem wir am Vortag noch die Eindrücke unseres Paragliedflugs hatten sacken lassen war es am Samstag dann auch schon wieder Zeit, den wunderschönen Stellplatz oberhalb des Canyons zu verlassen. Gegen 11:00 Uhr machten wir uns auf den 65 Kilometer langen Rückweg nach Bucaramanga, für den wir laut Navi etwa eine Stunde hätten benötigen sollen. Da es in der Nacht aber relativ stark und langanhaltend geregnet hatte gab es einige Steinschläge, die längere Staus mit sich brachten. An einem Abschnitt war die Straße sogar teilweise mit Schlamm überzogen worden weswegen wir mindestens eine halbe Stunde auf die Weiterfahrt warten mussten. So kam es, dass wir den Stellplatz bei einem Hostel erst am späten Nachmittag erreichten. Dieser befand sich nur knapp eineinhalb Kilometer über dem Paragliedspot, an dem wir vor einigen Tagen übernachtet hatten. Beim Hostel Casa de Campo Ruitoque gab es neben einem Pool auch heiße Duschen sowie eine Waschmaschine. Allerdings hatten diese Annehmlichkeiten auch einen stolzen Preis von 50k COP (= 11 €) pro Nacht weshalb wir gerne früher angekommen wären. 😕

Es ging nur stockend voran
Auf Grund mehrerer Erdrutsche….
…. und diesem Schlammbad

Am nächsten Morgen schaltete ich direkt eine Maschine Wäsche an, damit diese später in der Sonne noch genug Zeit zum Trocknen hatte. Anschließend machte ich mich im ganz passablen WLAN an einige Uploads und vor der Dusche schaffte ich es sogar noch die Yoga Matte auszurollen. 💪 Nachmittags kochten wir uns noch einen Kaffee und füllten unseren Wassertank auf, bevor wir gegen 16:00 Uhr das Hostel verließen um nicht für eine weitere Nacht zahlen zu müssen. Diese verbrachten wir alternativ neben einem Stadtpark, an dem wir widererwarten eine super ruhige und entspannte Nacht hatten. 😴

Unser Stellplatz am schönen Hostel
Wäsche trocknet in Rekordzeit 🌤️
Die schicken Wohnhäuser der Familie
Leider war das Tor zum Pool verschlossen 🔐

Die neue Woche begann für uns mit einem fünfstündigen Fahrtag von Bucaramanga bis nach La Playa de Belén. Das Dörfchen befindet sich auf einer Höhe von ca. 1.500 Metern üNN in den Bergen und ist für seine sandigen, kuriosen Felsformationen rundum bekannt. Da uns in nächster Zeit noch genug Hitze erwarten wird nahmen wir den Abstecher von 80 Kilometern gerne in Kauf. Zumal die, wenn auch kurvigen, letzten Kilometer mal wieder durch eine herrlich grüne Berglandschaft führten. La Playa de Belén überraschte uns mit einem einmaligen Ortsbild. Das Dorf besteht aus nur drei Längs- sowie sechs Querstraßen und alle Häuser sehen exakt gleich aus: Weiße Fassade, Rot gestrichene Sockel und rote Ziegeldächer. Hierher verirren sich so gut wie keine ausländischen Touristen da der Ort zu weit abseits liegt. Lediglich ein paar erholungssuchende Kolumbianer finden in der Ferienzeit, von Dezember bis Februar, den Weg dorthin. Beim Sportplatz am Ortsende fanden wir, direkt gegenüber vom Restaurant El Portal, einen geeigneten Stellplatz vor. Hier fuhr so gut wie kein Auto entlang, die Fläche war relativ eben und gegenüber befand sich außerdem ein Spielplatz inklusive vieler Fitnessgeräte. Nach der langen Fahrt vertraten wir uns noch ein wenig die Beine wobei die Ortsbegehung, auf Grund der kompakten Größe, relativ schnell erledigt war. 😅

Entspannte, aber teure Autobahnfahrt
Rauf in die grünen Berge
Stellplatz in Playa de Belén

Die Wanderung hatten wir uns aber sowieso für den nächsten Tag aufgehoben. Wir waren gerade im Begriff den Van zu verlassen, als uns ein älteres kolumbianisches Geschwisterpaar ansprach. Ob wir denn nicht Lust hätten, uns eines der hier typischen Häuser von innen anzusehen? Aber klar doch! 😀 Also liefen wir, statt aus dem Ort hinaus, erstmal in diesen hinein. Wilson und seine Schwester Nubia kommen eigentlich aus der Nähe von Bogotá, verbringen aber schon seit 30 Jahren ihre Ferien in La Playa de Belén. Und da sie mittlerweile pensioniert sind leben sie aktuell von November bis Februar hier in den kühleren Bergen. Um die Weihnachtszeit herum findet sich dann die ganze Familie in ihrem großen Haus ein. Mit Kindern und Enkeln sind es schon mal gut und gerne 30 Personen, erzählen uns die beiden. Gut, dass das Anwesen nebst schönem Innenhof 10 Schlafzimmer bietet. 😮 Wilsons Frau drückt uns eine Tasse Kaffee in die Hand und kaum haben wir ausgetrunken, zeigen uns die Geschwister auch noch stolz ihren großen Garten. Dort wächst allerlei Essbares, von Mais über Guanábana bis hin zu Bananen und uns völlig unbekannten Früchten. Auf meine Frage hin, ob sie zum Einkaufen denn dann immer bis in die Stadt fahren müssten, schauten sie mich nur stirnrunzelnd an. Hier wächst doch alles, meinten sie, und einen Fleischer sowie ein paar Mini Mercados gäbe es ja schließlich auch. Wir waren, von der Offenheit und Gastfreundschaft der Menschen, aufs Neue überwältigt und verabschiedeten uns herzlich. Mit einer guten Stunde Verspätung konnten wir uns dann auf den eigentlichen Weg begeben. Nach einem kurzen Abstecher auf den hoch am Hang gelegenen Friedhof, von dem sich eine schöne Aussicht auf das Dorf sowie die grotesken Felsformationen bot, liefen wir zum Parkeingang. Die Área Natural Única Los Estoraques war nur wenige hundert Meter von unserem Stellplatz entfernt und wir waren froh, dass auf dem Weg dorthin ein paar Wolken aufzogen die der Sonne ihre geballte Kraft nahmen. Wir bezahlten pro Person 8.000 COP (ca. 2 €) Eintritt und kauften bei dem netten Señor noch eine erfrischend kühle Horchata. Gemeinsam mit unserem braunen, vierbeinigen Freund der uns vom Friedhof aus gefolgt war, machten wir uns anschließend auf den kleinen Rundweg. Die sandigen Felsen hatten große Ähnlichkeit mit dem Orgelpfeifengebirge oberhalb von La Paz in Bolivien. Und auch diese Kulisse diente den Machern des Disney Films Encanto wohl ans Inspirationsquelle. Gegen 14:00 Uhr kamen wir wieder am Van an. Eigentlich wollten wir im Restaurant gegenüber nur etwas Kühles trinken um gleichzeitig an ihr WLAN-Passwort ranzukommen in der Hoffnung, dass dessen Empfang bis zu unserem Stellplatz reichen würde. Als Simon auf der Speisekarte jedoch ein Filet Mignon mit Speck und Käse überbacken für gerade einmal fünf Euro inklusive Beilagen und Suppe entdeckte war schnell klar, dass wir hier auch etwas essen würden. Ich entschied mich für Forelle und wir wurden beide nicht enttäuscht wobei das Steak tatsächlich die bessere Wahl war: Butterzart und auf der Zunge schmelzend. 😋

Der Patio des Geschwisterpaares
Eines von vielen Schlafzimmern
Auch der Garten kann sich sehen lassen
Am Friedhof gabeln wir einen vierbeinigen Begleiter auf 🐕
Schöner Blick auf den Ort
Weiter geht’s in den Naturpark
Aber erstmal eine kühle Horchata
Skurrile Felsformationen
Ähnlich wie bei La Paz in Bolivien
Unser neuer Hund ist auch am Start
Diese Höhle diente als Movie Inspiration 🎥
Schon unser zweiter „Schauplatz“
Schaut euch den Film an, Kolumbien pur!
Wirklich sehr gut getroffen 👍🏻

Da uns Wilson am Tag zuvor von einem nur ein Kilometer außerhalb gelegenen Weg erzählt hatte, der zu noch schöneren Felsformationen führen sollte, machten wir uns am nächsten Vormittag auf die Suche danach. Jedoch konnten wir keinen Weg finden und auch der Pfad zum Mirador oberhalb des Ortes war mit Toren und Vorhängeschlössern versperrt. 😕 Wir entschieden uns, wenigstens noch einen Kaffee zu trinken und da der Ort wirklich sehr untouristisch ist hatten wir auch nicht viele Wahlmöglichkeiten. Im einzigen Café mit Terrasse trafen wir auf zwei weitere Reisende, Kristina aus Celle in Deutschland mit ihrem Mann Leonardo aus Honduras. Die beiden sind mit ihrem bis unters Dach vollgepackten Kleinwagen, einem Kia Picanto, und Zelt seit etwa drei Monaten unterwegs. Ihr Roadtrip soll sie von Honduras durch ganz Südamerika führen und da die beiden bereits Rentner sind haben sie dafür auch alle Zeit der Welt. Wir unterhielten uns lange Zeit, der Einfachheit halber (zwecks deutscher Sprache) mehr mit Kristina, und bemerkten dabei gar nicht wie die Zeit verging. Erst gegen 14 Uhr kehrten wir zum Van zurück wo ich seit Ewigkeiten mal wieder unsere Außendusche aus der Heckkiste kramte. Nur um kurzdarauf feststellen zu müssen, dass die Pumpe wohl Feuchtigkeit gezogen und zwischenzeitlich völlig verrostet war. Haarewaschen vorm Van viel somit aus. 😧 Schade um die Außendusche, diese hätten wir in der nächsten Zeit bestimmt öfter nutzen können. Nach einigem hin und her rang ich mich dann doch noch dazu durch die kalte, aber extrem schön gemachte Außendusche auf dem Campingplatz Tranquilandia zu nutzen. Diese bestand nämlich aus einer Natursteinwand, die über und über mit diversen Grünpflanzen sowie Orchideen geschmückt war. 🤩

Auf der einzigen Terrasse trinken wir nen Kaffee
Der Ort ist wirklich bildschön 😍
Und ALLE Häuser sehen exakt gleich aus
Ein Hercules Käfer – der größte Käfer der Welt 😯
Auch hier weihnachtet es schon 🎄

Nach dem wir einen weiteren Tag sowie eine weitere Nacht an dem ruhigen und nachts angenehm frischen Stellplatz in La Playa de Belén verbracht hatten, begaben wir uns am Donnerstag auf eine weitere Etappe gen Karibikküste. Zuvor gönnten wir uns im Restaurant gegenüber aber noch einmal ein leckeres Mittagessen. Da kurz nach 12:00 Uhr jedoch eine ganze Busladung an Touristen im Rentenalter eintraf konnten wir erst eineinhalb Stunden später als ursprünglich geplant essen. So konnten wir zwar gut gestärkt, aber deutlich später als ursprünglich geplant, in den Fahrtag starten. Zumindest hatten wir uns das Frühstück gespart und auch das Abendessen würde, auf Grund des reichhaltigen Filet Mignon, sicherlich dürftig ausfallen. Am Ara Supermarkt in Ocaña hatten wir ebenfalls Pech. Dort wollten wir einige Lebensmittel kaufen, die im D1 nicht zu bekommen sind wie beispielsweise diverse Konserven und vor allem Tomatenmark. Als wir dann zur Eingangstür traten machte uns der Security schnell klar, weshalb der Parkplatz quasi verwaist war: Der Markt war aktuell ohne Strom. 😯 Somit gingen weder die Oberlichter noch die Kühlschränke oder gar die Kassen und wir mussten mit leeren Tüten wieder von dannen ziehen. Die kurvigen 80 Kilometer die Berge hinab bis zurück zur Autobahn zogen sich, auf Grund der vielen LKW, mal wieder ordentlich in die Länge. Wir dachten, dass wir zumindest die verbleibenden 120 Kilometer auf der fast immer kerzengeradeausführenden Schnellstraße schnell herunterspulen würden und somit, noch locker vor Anbruch der Dunkelheit, in Curcumaní ankommen würden. Aber auch das verhielt sich an diesem Tag nicht wie vermutet. Keine 30 Kilometer vor unserem Ziel hatte sich ein schwerer Unfall mit einem LKW-Auflieger ereignet. Dieser führte zu einer Vollsperrung, sodass wir gute zweieinhalb Stunden verloren. Zusammen mit vielen anderen, abgestellten Fahrzeugen harrten wir in der Dunkelheit vor der Unfallstelle aus. Gegen 19:30 Uhr ging es dann, glücklicherweise auf unserer Fahrspur, einspurig und im Schneckentempo an den havarierten Fahrzeugen vorbei. Auf der anderen Seite hatte sich bereits ein über 10 Kilometer langer Stau gebildet der bis in den Ort reichte, in dem sich unser Stellplatz für die Nacht befand. Ariel vom Hotel Sol y Mar empfing uns auch gegen 21 Uhr noch mit offenen Armen und wies uns einen Stellplatz hinter dem großen, roten Stahltor sowie den Mauern seines Hotelparkplatzes zu. Auch das kleine Badezimmer mit Toilette bzw. Dusche richtete er extra noch für uns her. ❤

Leckeres Filet Mignon 😋
Nix war’s mit Einkauf 🤷🏼‍♀️
Endlich geht’s langsam wieder voran
Innenhof vom Hotel Sol y Mar
Die Menschen hier haben noch nie Schnee gesehen, aber der Schneemann als Deko muss schon sein 🤣
Wir übernachten auf dem Hotelparkplatz 🅿️

Trotz der schwül-warmen Nacht schliefen wir überraschend gut, wobei ich mich nach dem Aufwachen wieder ziemlich matschig fühlte. Auch leichter Kopfschmerz machte sich, sicherlich der Wärme und Dehydrierung der Nacht geschuldet, bemerkbar. Während Simon ein paar vom großen Mangobaum heruntergefallene, reife Früchte einsammelte kochte ich Kaffee für uns. Anschließend liefen wir noch zum gegenüberliegenden D1 bevor wir bei Ariel, dem sehr freundlichen Hotelinhaber, unsere Schuld in Höhe von 20k COP (= 4,50 €) beglichen. Bis in die Großstadt Santa Marta hatten wir noch etwa 260 Kilometer zu absolvieren. Und wenn das Navi drei Stunden sagt kann man von vorneherein von vier ausgehen. 😅 Diesmal kamen wir aber sehr gut voran und unsere Fahrt wurde eigentlich nur von den Mautstellen unterbrochen. Die Gebühr summierte sich auf stattliche 8,50 € aber dafür kommt man auch gut vorwärts. In Santa Marta, der ältesten von Europäern gegründeten Stadt auf dem südamerikanischen Kontinent, steuerten wir eine große Shoppingmall an. Unser Ziel war der darin befindliche Claro Store, da unsere eigentlich bis zum 15.12. freigeschaltete SIM-Karte seit dem 21.11.23 nicht mehr funktionierte. Die gar nicht mal so freundliche Angestellte vermittelte mir, dass der Vertrag seit eben jenem Datum gekündigt sei. 😮 Daraufhin setzte ich mich mit der Kollegin in Ipiales, bei der wir damals den Vertrag abgeschlossen hatten und deren Visitenkarte ich glücklicherweise noch hatte, in Verbindung. Sie meinte, es gäbe ein Problem mit unserer SIM-Karte und dieses könne lediglich vor Ort bei ihr im Shop geregelt werden. Haha… Ja klar, und deswegen fahren wir jetzt exakt noch einmal durchs ganze Land zurück an die gegenüberliegende Grenze. 😤 So blieb uns nichts anderes übrig, als für die nächsten 30 Tage noch einmal 18 GB Guthaben aufzuladen was uns neuerdings neun Euro kostete. Hätten wir uns üblicherweise einfach die restliche Zeit mit WLAN durchgeschlagen so war es uns diesmal, auf Grund der anstehenden Verschiffung und dem Kontakt mit unserer Agentin, ohne permanente Erreichbarkeit einfach zu riskant. Somit haben wir den Dezember also doppelt bezahlt. 😕 Um die Nerven wieder zu beruhigen kauften wir uns, weit nach 15 Uhr, im Supermarkt ein sehr spätes Mittagessen in Form eines belegten Baguettes. Anschließend gab es für jeden von uns noch zwei leckere Kugeln Eis und danach war der Blutzuckerspiegel wieder hergestellt. 😅 Vom Parkplatz der Mall aus fuhren wir an der Küste entlang in Richtung Tayrona Nationalpark. Ganz in der Nähe davon hatte ich einen sehr günstigen Campingplatz ausfindig gemacht. Auf der Fahrt dorthin öffnete der Himmel jedoch alle Schleusen und so wurde es, noch früher als sonst, ziemlich schnell ziemlich dunkel. 🌙 Am angepeilten Ort angekommen standen wir leider vor verschlossenem Tor. Mit dem Handy hatten wir keinen Empfang weswegen ich die Besetzerin auch telefonisch nicht kontaktieren konnte. Den Zugang zu einem freien Stellplatz ein paar Kilometer weiter konnten wir ebenfalls nicht finden, zumindest nicht in der Dunkelheit. Also blieb uns nichts weiteres übrig, als noch ein Stück weiter bis zum eigentlich erst für später angedachten Camping Bernabé zu fahren. Schlicht weg deshalb, weil man hier die einmalige Lage direkt am Strand und dem karibischen Meer bezahlt. Die 50k COP (= 11 €) für diese eine Nacht hätten wir uns gerne noch gespart aber dafür waren wir jetzt im Paradies. 🌴🥥🏝🍹

Leider sehen wir nur einen toten Leguan
Affenbrücken führen über die Autobahn hinweg 🐒

Da unsere Autobatterie seit zwei Tagen beim Start große Schwierigkeiten bereitet machten wir uns am nächsten Tag zuallererst auf die Suche nach einer funktionierenden 220V Steckdose. Die Netzspannung in Kolumbien beträgt 110V aber damit kann unser Ladegerät leider nicht arbeiten. Nach dem Simon alle vorhandenen Steckdosen auf dem Campingplatz getestet und mit dem Messgerät geprüft hatte fanden wir schlussendlich doch noch eine, die die nötige Spannung lieferte. Ob der recovery mode des Batterieladegeräts tatsächlich funktionieren wird bleibt vorerst offen. Falls nicht macht es sicherlich Sinn, dass wir uns noch vor der Verschiffung nach Panama um eine Neue kümmern. 😟 Während Simon sich daran machte, Hängematte und Hängesessel von La Siesta zwischen den Kokosnusspalmen und Mangrovenbäumen anzubringen absolvierte ich eine einstündige, mitunter schweißtreibende Sporteinheit. 🥵 Wobei wir beide, sowohl von der Temperatur in der Nacht als auch am Tag, bis dato noch angenehm überrascht sind. Mit 31°C am Tag sowie 23°C in der Nacht ist es wohl warm aber, zumindest ohne Sonne und mit leichter Brise vom Meer, doch ganz gut erträglich.

Schätze hier bleiben wir ein Weilchen 🤩
Wir richten uns erstmal häuslich ein 😀
Sonnenuntergang 🌅
Und Vollmondaufgang 🌕
Lässt sich aushalten hier, trotz Tropenhitze 🥵
Mehr solcher Bilder folgen nächste Woche 🥰

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NEW BLOG POST 🇨🇴 (09. – 17.11.2023) Guatapé – Cañon de Chicamocha

Hier geht es zu unserem neuesten YouTube Video: 👇

Tatsächlich erreichen wir, nach 15.000 gefahrenen Kilometern, den Äquator. WAHNSINN! Wer kann schon von sich behaupten, mit seinem eigenen Auto vom Ende der Welt (Ushuaia) bis zur Mitte der Welt (Quito) gefahren zu sein! Von dort aus unternehmen wir einen Abstecher ins tropische Mindo, wo jede Menge Action auf uns wartet. Ganz nach unserem Geschmack. 🙃
Schau also unbedingt rein & lass gerne einen Kommentar sowie ein Like da! 👍

Und nachfolgend zum neuesten Blog Eintrag: 👇

Nach vier Tagen in der Großstadt hatten wir dann auch schon wieder genug davon und machten uns auf den Weg in die ländliche, grüne Umgebung von Medellín. Etwa 90 Kilometer sowie eineinhalb Fahrstunden trennten uns von unserem Ziel Guatapé. Der Ort liegt idyllisch an einem 15 Kilometer langen Stausee, der in den 60er Jahren zur Stromgewinnung angelegt wurde. Ihm fiel der Ort El Peñol zum Opfer, dessen Überreste nun irgendwo in den Tiefen des künstlichen Sees schlummern. Die Einwohner wurden umgesiedelt und es entstand ein neues, gleichnamiges Dorf welches nun ebenfalls nahe am Wasser liegt. Die Gegend dient aber auch als Naherholungsgebiet für die Städter welche, insbesondere an den Wochenenden, gerne hierher kommen um diversen Wassersportarten nachzugehen. Viele kommen zum Rudern, Schwimmen, Jetski- oder Bootfahren ins Umland von Guatapé. Die Gemeinde ist aber auch für den Fels von Guatapé bekannt sowie für das bunte, historische Zentrum in dem viele Hausfassaden im unteren Bereich ganze Geschichten erzählen. 🤩 Die Bilder und Reliefs im Sockelbereich stellen oftmals auch die Zunft dar, die sich in dem jeweiligen Haus befindet. Auch das Klima ist, mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 20°C, dank der Lage auf etwa 1.900 Metern üNN sehr angenehm. Am Ortsrand fanden wir, in einer kaum befahrenen Seitenstraße, einen guten Stellplatz vor. Von dem aus konnten wir, zumindest bei geöffneter Schiebetür, sogar auf den See hinausblicken. Wie so oft, wenn wir an einem uns unbekannten Ort angelangen, erkundeten wir erst einmal zu Fuß die Umgebung. Schlichtweg alles, was wir in dem Örtchen sahen, gefiel uns richtig gut zumal eine entspannte Atmosphäre in der Luft lag. Auch die Tuk-Tuks waren unheimlich bunt und mit lokalen Landschaftsbildern bemalt. 😍

Wie immer schön bunt
Selbst die TukTuk 🤩
Highlight sind aber die Sockel der Häuser
Die erzählen ganze Geschichten
Guatapé gefällt uns gut 😊

Der nächste Tag war ein reiner Faulenzertag. Unweit unseres Vans befand sich ein freies, betoniertes und gekacheltes Quadrat mit freiem Blick auf den Stausee. Der ideale Ort für eine Runde Fitness und Yoga am Morgen! Und nur wenige Meter oberhalb unseres Stellplatzes lag ein hübsches Hostel, in dem ich für schlappe 3.000 COP die blitzblank saubere sowie richtig warme Dusche nutzen konnte. 👍

Auch unser Stellplatz ist nett
Blick auf den See inklusive

Unsere Abreise fiel ausgerechnet auf einen Samstag und obwohl ich bereits um 06:30 Uhr auf die Toilette musste, entschied ich anschließend noch einmal ins Bett zu krabbeln was sich im Nachhinein als Fehler erwies. 🙈 Nach dem wir unsere morgendliche Tasse Kaffee genossen hatten verließen wir Guatapé wieder. Aber natürlich wollten auch wir uns nicht das Highlight der Region, den 220 Meter hohen Granitfelsen El Peñol, entgehen lassen. Somit war Frühsport angesagt, denn um auf die Aussichtsplattform ganz oben zu gelangen muss man erst einmal etwas mehr als 650 Stufen bezwingen. Wobei sich der Aufstieg, auf Grund der Schlange an Menschen, die sich sprichwörtlich im Schneckentempo nach oben bewegte, dann als deutlich weniger anstrengend als befürchtet erwies. Hätten wir vielleicht doch bereits um 08:00 Uhr anstatt um 10:00 Uhr da sein sollen… Aber sei es drum: Irgendwann erreichten auch wir das Ende der schmalen Treppe, die sich in eine der äußeren Felsspalten schmiegt. Der Fels besteht aus schätzungsweise 10 Millionen Tonnen Gestein und wurde in den 1940er Jahren zum Nationalmonument Kolumbiens erklärt. Bereits von den Stufen aus hatten wir immer wieder eine schöne Sicht auf die vielen kleinen Inselchen, von denen einige sogar bewohnt zu sein scheinen. Hier ließe es sich ganz bestimmt gut für länger aushalten. 🤩 Auf dem Gipfel erklommen wir dann direkt den Aussichtsturm, der uns einen sensationellen 360 Grad Panoramablick bot. Wir stärkten uns noch mit einer typisch kolumbianischen Süßigkeit, der Oblea. Zwischen zwei großen Oblaten wird Dulce de Leche mit Brombeermarmelade und Käse gemischt. Klingt vielleicht verrückt, schmeckt aber tatsächlich ganz gut. 😋 Wenngleich auch pappsüß weswegen wir froh waren uns eine geteilt zu haben. Der Abstieg gestaltete sich dann leider so zäh wie der Aufstieg. Keine Ahnung, warum Menschen nicht dazu in der Lage sind flüssig eine Treppe hinunter zu laufen?! So konnten wir uns neuerdings in Geduld üben, bevor wir unser Parkticket beglichen und weiter zu einer nahegelegenen Texaco Tankstelle fuhren. Da das Fliegen mit der Drohne, auf Grund des Helikopterverkehrs, leider verboten war machten wir dort vom Boden aus noch ein paar gute Aufnahmen von dem Granitbrocken. Hier frühstückten wir auch noch ein schnelles Müsli da wir noch einige Fahrkilometer vor uns hatten. Zuerst mussten wir eine gute Stunde den gleichen Weg zurückfahren, den wir auch gekommen waren, um wieder die Autobahn zu erreichen. Über die Ruta 60 ging es weiter in Richtung Puerto Boyacá und meine Recherche auf iOverlander hatte auf diesem Streckenabschnitt noch zwei eventuell lohnenswerte Stopps zu Tage gefördert. Zum einen war da der Ort Doradal, dessen Zweitname auch Santorini lautet, da es hier ein ganzes Viertel im griechischen Stil geben soll. Sprich weißgetünchte Häuser mit blauen Dächern. Da uns der angepriesene Stellplatz jedoch überhaupt nicht zusagte und wir selbst den Van nicht alleine dort stehen lassen wollten, um Santorini zu erkunden, ließen wir klein Griechenland links liegen. Was solls, der echte Ort ist bestimmt sowieso viel schöner. Erkunden wir einfach den irgendwann. 😉 Gleich um die Ecke befindet sich das ehemalige Herrschaftshaus von Pablo Escobar, die Hacienda Nápoles. Für schlappe 63 Millionen USD kaufte Escobar im Jahre 1979 die 3.000 Hektar große Ranch, welche damals über 100 Personen Schlafmöglichkeiten bot. Auch ein eigener Flugplatz sowie ein Heli-Port, eine Stierkampfarena, sechs Pools und ein ganzer Zoo durften natürlich nicht fehlen. 😮 Hier fanden wohl aber nicht nur zahlreiche, ausufernde Partys mit diversen Stripperinnen statt sondern auch einige Hinrichtungen. Wäre das Anwesen noch originalgetreu gewesen so hätte ich eine Besichtigung super spannend gefunden. Nach Pablos Tod wurde die Hacienda jedoch in einen gigantischen Freizeitpark umgewandelt, einschließlich Dinosaurierthemenpark und Safari-Zoo. Wobei die meisten Tiere, die sich der Drogenbaron damals zum reinen Vergnügen einfliegen ließ, (vom Tiger über Giraffen bis hin zu Elefanten, Zebras und Nilpferden) nach seiner Ermordung verlegt oder gestohlen wurden. Einige starben wohl auch einen qualvollen Hungertod. 🙁 Vier von Escobar eingeschmuggelte Flusspferde wurden jedoch im tropischen Regenwald ausgesetzt und vermehren sich seitdem wohl stark. Angeblich ist die Population zwischenzeitlich auf über 100 Tiere angewachsen welche nicht nur für die lokale Bevölkerung, sondern vor allem für die einheimischen Tierarten eine Bedrohung darstellt. Uns ist während unserer Fahrt auf jeden Fall keines begegnet, soviel steht fest. 😅 Da wir keine der zwei Attraktionen besuchten blieb uns nichts anderes übrig, als weiter nach einem geeigneten Stellplatz für die Nacht Ausschau zu halten. Wir bogen von der Ruta 60 auf die 45 ab und machten kurz darauf bei einem Retorno kehrt, um uns ein Hotel etwas abseits der Autobahn anzuschauen. Tatsächlich war der Straßenlärm dort kaum mehr wahrnehmbar und für 8k COP (ca. 2 €) durften wir dort, in Gesellschaft des diensthabenden Ambulanzwagens, übernachten. Nur die schwül-warmen Temperaturen dort sagten uns so rein gar nicht zu. Dennoch kochte ich am Gasherd einen leckeren Reisauflauf, den wir anschließend im Freien verspeisten da es dort bei lauem Lüftchen deutlich erträglicher war als im aufgeheizten Bus. So machte es uns auch nichts aus, dass die uns in einem freien Zimmer angebotene Dusche maximal lauwarmes Wasser zu Tage förderte. Ein kleiner Vorgeschmack auf die Karibikküste, die uns in Kürze mit unangenehmen Tagestemperaturen von 30°C sowie Nachttemperaturen von 25°C erwarten wird. 🌴🥥

Erster Blick auf den Granitfelsen
Schon ganz schön was los hier
Erstmal Treppen steigen
Aber die Aussicht ist es wert
Blick auf Parkplatz & Zufahrtsstraße
Ein Meer aus Inseln
Unsere Oblea wird zubereitet
Cooles Wandrelief
Sicht von der Tankstelle aus
Schon ein mächtiger Felsbrocken 😳
Unser heißer Stellplatz vorm Hotel

Die Devise für den Folgetag war also klar: Nichts wie weg hier und ab in die Berge! 🥵 Ging es am Tag zuvor immer schnurgeradeaus durch flaches Farmland, auf dem sich selbst die Weiderinder dicht an dicht im wenigen Schatten der Bäume drängten, veränderte sich die Vegetation nach etlichen Kurven wieder deutlich, zu Gunsten von Bananenstauden und Kaffeesträuchern. Für die 300 Kilometer lange Strecke bis nach Bucaramanga benötigten wir gute vier Stunden sodass wir unser angesteuertes Ziel, den Paragliederplatz oberhalb der 500k Einwohnerstadt, erst am Nachmittag erreichten. Die Stellplatzgebühr war mit 30k COP (ca. 7 €) nicht gerade billig aber die Aussicht, über den Sprungtisch hinweg hinunter auf die Wolkenkratzer, entschädigte in jedem Fall dafür. Und da es kurz darauf zu regnen begann waren wir bald ganz alleine und konnten die Sicht in aller Ruhe genießen. 😀

Stellplatz in Bucaramanga
Was für eine Aussicht 🤩
Auch am Morgen aus dem Fenster gut
Start- & Landung direkt vor unserer Tür 🪂

Auch am nächsten Morgen waren wir vorerst noch für uns, bis sich während meiner halbstündigen Sporteinheit langsam die ersten Paraglieder einfanden. Von unserem Van aus konnten wir ihnen dann kurz darauf beim starten und landen zusehen. Was für ein cooler Stellplatz! 🤩 Auch mit Thomas aus Schwäbisch-Gmünd hielten wir noch ein Schwätzchen der ganz verblüfft darüber war, hier ein Auto mit heimischem Kennzeichen zu entdecken. 😂 Er lebt seit seinem Studium im Jahr 2008 größtenteils in Kolumbien und hat sich, mittlerweile mit seiner Frau und der einjährigen Tochter, in Bogotá niedergelassen während er weiterhin remote für eine deutsche Firma arbeitet. So kam es, dass die eigentlich für den Morgen geplante Laptoparbeit neuerdings verschoben werden musste. Ansonsten hätten wir noch einmal 30k COP für eine Übernachtung bezahlen müssen und dass war uns die geniale Aussicht dann doch nicht wert. Auch den Tandemflug, der hier lediglich 120k COP (= 27 €) für 15 bis 20 Minuten gekostet hätte, schoben wir auf. Eventuell investieren wir lieber ein paar Pesos mehr für einen Gleitschirmflug über einen tiefen Canyon anstatt, so wie hier, über eine Großstadt mit 10 Universitäten zu schweben. Gegen Mittag machten wir uns dann auf den Weg ins Actionmekka San Gil, wo allerlei Abenteuertouren angeboten werden. Von Rafting über Canyoning bis hin zu Tubing findet hier wohl jeder Adrenalinjunkie etwas Passendes. Wir hingegen staunten schon bei der Hinfahrt nicht schlecht über den Chicamocha Canyon, dessen steile, rote Felswände über und über mit niedrigen Bäumen und Kakteen bewachsen waren. Aber auch der blick hinunter in die tiefe Schlucht sowie auf den Chicamocha River war atemberaubend. 😮 Wir ließen sowohl den Canyon als auch San Gil vorerst links liegen um direkt weiter nach Barichara zu fahren, da wir von dort aus denselben Weg zurücknehmen werden müssen. Auch hier fanden wir sogleich einen grandiosen Stellplatz am Ortsrand mit spektakulärer Sicht auf ein tiefes Tal, welches sich direkt vor unserer Tür ausbreitete, und die gegenüberliegenden sattgrünen Berge. 😍 Wir vertraten uns nach der gut zweistündigen Fahrt noch ein wenig die Beine und der Ort erinnerte uns unwillkürlich an die kleinen Dörfer im Herzen von Minas Gerais in Brasilien. Auch hier waren die Straßen mit großen Steinen gepflastert, die mitunter ähnlich steil waren wie die in Ouro Preto oder Mariana. Aber auch die eingeschossigen, weißen Häuser mit ihren bunten Holzfensterläden sowie ihren roten Dachschindeln ähnelten diesen sehr. Wir fühlten uns sofort wohl und trafen, selbst an der großen Plaza mit ihrer schönen Backsteinkirche, nur auf wenige ausländische Touristen. Angeblich war der Ort auch Inspiration für die Kulisse des Disneyfilms Encanto.

Wieder ein grandioser Stellplatz
Auch dieser Ausblick kann sich sehen lassen
WOW 😯
Die Straßenzüge erinnern uns an Brasilien
Ähnlich Ouro Preto oder Mariana

Den sonnigen und recht warmen Dienstag verbrachten wir, bei ausgefahrener Markise, fast gänzlich im bzw. am Van. Ich arbeitete die vergangenen Tage Blog auf und Simon puzzelte derweil die einzelnen Filmschnipsel fürs nächste Video zusammen.

Frühstück im Schatten der Markise
Bei der Aussicht

Gut, dass wir mit der sechseinhalb Kilometer langen Wanderung auf dem „Camino Real“ gewartet hatten! Mittwochs waren die Temperaturen, auf Grund des bewölkten Himmels, nämlich deutlich angenehmer. Wir verließen unser Zuhause direkt nach dem Morgenkaffee und begaben uns von dort aus auf den Weg von Barichara nach Guane. Dieser wurde im 19. Jahrhundert von einem Deutschen angelegt und noch heute laufen täglich viele Einheimische, aber auch Touristen aus aller Herren Länder, über die großen Steine die den Weg ausmachen. Wir genossen den Blick ins Grüne, lauschten den verschiedenen Rufen der Vögel und freuten uns über die unterschiedlichen Kakteenarten am Wegesrand. Als wir gegen 10:30 Uhr das kleine Örtchen Guane erreichten spürten wir langsam, aber sicher die Mittagshitze aufsteigen. Da wir keine Lust hatten, in der Wärme den ganzen Weg wieder zurückzulaufen (noch dazu diesmal bergauf statt bergab), fuhren wir nach einer Tasse dünnem Kaffee mit dem Linienbus nach Barichara zurück. Als wir wieder am Van angelangten standen die Zeiger fast auf 12:00 Uhr Mittag. Und da wir ohne Frühstück losgegangen waren holten wir dies nun erst einmal nach. Anschließend setzte ich mich ans neue Video, um die Szenen ggf. neu anzuordnen, zu cutten und zu vertonen. Nach getaner Arbeit stand uns der Sinn nach einer Belohnung und so gab es für Simon einen schön hergerichteten, bunten Milchshake und für mich einen sehr guten Eiscafé in der lokalen Eisdiele. 😋

Unterwegs auf dem Camino Real
Überall Kakteen 🌵
Und Ziegen 🐐
Zieleinlauf in Guane
Auch ein schönes Dörfchen
Simons Milchshake
Und mein Eiscafé 😛

Am nächsten Tag schien bereits wieder früh am Morgen die Sonne und es sah nach einem schönen, warmen Donnerstag aus. Wir hingegen waren jedoch unschlüssig, was wir tun sollten: Noch einen Tag an dem schönen Stellplatz bleiben und eventuell am Mittag das öffentliche Freibad besuchen? Oder zurück nach San Gil fahren, wo es einen schönen Campingplatz mit Naturpool inklusive Wasserfall geben sollte? Oder direkt zum Paragliedspot fahren weil es dort am Wochenende möglicherweise voll werden könnte? 😵 Ich vertagte all diese Fragen auf später und widmete mich stattdessen einer Runde Sport. Die, eigentlich für die Öffentlichkeit bestimmten, Sportgeräte auf einem Freizeitgelände waren leider nicht zugänglich da das Tor mit einem dicken Vorhängeschloss versperrt war. Zum Glück hatte ich, in weiser Voraussicht, auch meine Fitnessmatte eingepackt. Diese rollte ich im Schatten des Daches von einem Mirador aus, dessen Kiosk so früh am Morgen noch geschlossen hatte. Bei herrlichster Aussicht ins Tal und auf die Berge absolvierte ich eine knackige, 30minütige HIT-Einheit, die meine Laune direkt hob. 😀 Wieder am Van angelangt hatten sich die Fragen aber natürlich nicht in Luft aufgelöst und wir überlegten, während wir unser Joghurt-Obst-Müsli frühstückten, hin und her was wir denn nun mit diesem Tag anfangen sollten. Manchmal fallen die Entscheidungen leicht, manchmal aber auch nicht. Und an dem Tag hatte ich von all den Planungen irgendwie echt die Nase voll. Schließlich müssen wir, oder vielmehr vor allem ich, tagtäglich irgendetwas planen:

  • Wo fahren wir als nächstes hin?
  • Was gibt es dort zu sehen?
  • Welche Route ist die Beste?
  • Welche Stellplatzmöglichkeiten gibt es?
  • Was kosten diese und ist es uns das wert?
  • Wo befindet sich der nächste Supermarkt?
  • Gibt es irgendwelche Warnungen für die Region?
  • Wann und wo kommt die nächste Duschgelegenheit?

Nicht zu vergessen, dass ich das Sprachrohr bin und sämtliche Kommunikation auf Spanisch an mir hängen bleibt. Bitte nicht falsch verstehen: Ich möchte mich nicht beklagen aber manchmal ist all das schon echt anstrengend und ab und zu auch nervig. 🙄 Schlussendlich entschieden wir uns zur Weiterfahrt. Wir kauften, noch in Barichara, ein paar Lebensmittel ein bevor wir die Rückfahrt nach San Gil antraten. Dort statteten wir dem weitläufigen „Parque El Gallineral“ noch einen Besuch ab. Markenzeichen der weitläufigen Grünanlage sind die hohen Ficus Bäume, die über und über mit „Old Men Beard“ behangen sind. Der Schatten tat uns gut und wir liefen kreuz und quer über die verzweigten Spazierwege. Für einen kleinen Aufpreis von 6.000 COP pro Person hätten wir auch den schön angelegten Pool benutzen dürfen. An dem fehlte uns jedoch wiederrum die Sonne weswegen wir uns das Geld sparten. Nach dem wir uns ein wenig die Beine vertreten hatten fuhren wir dann letztendlich doch noch zum Canyon. Zuerst steuerten wir den falschen Parkplatz, nämlich den des Nationalparks, an. Die Parkwächter schickten uns wieder fünf Kilometer die Straße zurück bis zum Restaurant „Chiflas“. Oberhalb von Selbigem starten, ausschließlich vormittags, die Tandemflüge über den Chicamocha Canyon. Wir erhielten die Genehmigung auf dem Parkplatz des Lokals zu übernachten. Da die Straße jedoch direkt davor vorbeilief und die LKWs einen nicht zu verachtenden Lärm verbreiteten, gingen wir nach einem kurzen Snack zu Fuß den steilen Weg zum Flugplatz hinauf. Dieser war wie erwartet bereits geschlossen wobei ein freundlicher Einheimischer, der auf seinem Motorrad vorbei kam, sogar Rücksprache mit dem Besitzer gehalten und uns anschließend aufgeschlossen hätte. Wir beließen es bei einem Telefonat mit der Angestellten der dazugehörigen Agentur, um für den nächsten Morgen unsere Flüge niet- und nagelfest zu machen. Zumal sich, direkt neben den geschlossenen Toren, ein flaches Plateau mit herrlicher Aussicht über den Canyon befand. Der ideale Platz für uns und unseren Van, zumal hier oben auch ein sehr angenehmes Lüftchen wehte.

Im Parque del Gallineral
Die Bäume haben alle Bärte
Auf der Liebesbrücke ♥️
Den Pool ließen wir sausen
Am Cañon de Chicamocha
Ein toller Stellplatz jagt den Nächsten 😍
Blick auf den Cañon und ins Tal

Die Wetterbedingungen für unseren Tandemflug schienen ideal zu sein. Bereits am Morgen schien die Sonne, am Himmel waren nur ein paar lockere Wolkenfetzen zu sehen und es wehte ein laues Lüftchen. Kurz nach 10:30 Uhr bogen dann zwei Kleinbusse um die Ecke und fuhren auf das Paragliedgelände. Wir verriegelten den Van und gingen die wenigen Schritte zu Fuß. Neben den vier Paragliedern hatten sich, außer uns, elf weitere Personen sowie zwei Assistenten hier versammelt. Man begrüßte uns freundlich mit einem Kaffee, bevor es ans Ausfüllen der Formulare ging. Dem folgte eine kurze Einweisung, in der wir alle Instruktionen an die Hand bekamen. Viel zu tun gab es eigentlich nicht, außer beim Start ein kurzes Stück mitzulaufen und beim Landen auf Kommando hin die Beine anzuheben. Das sollten wir hinbekommen! Die Startreihenfolge war gewichtsabhängig da sich die Thermik, mit voranschreitender Stunde, verändert und die Aufwinde dann wohl immer stärker werden. Somit war ich gleich bei der ersten Runde mit von der Partie. Alles ging relativ schnell von statten: Jeder wurde einem Flieger zugewiesen und dann wurde man in Windeseile auch schon angegurtet. Ich hatte das Vergnügen mit dem Inhaber von „Parapente Chicamocha“ höchstpersönlich zu fliegen. Sergio belehrte mich noch einmal kurz, beim Anlaufen nicht zu springen und nach dem Start meine Arme durch die Gurte zu tun und dann gings auch schon los. Der große Schirm erhob sich auf einen Ruck von Sergio hin in die Lüfte und gefühlt kam ich gar nicht wirklich zum Laufen, schon schwebten meine Füße in der Luft. Irre! Nach zwei engen Kurven, damit ich noch einmal in Simons Kamera winken konnte, ging es dann raus über den Canyon. Nur leider hatte ich alsbald mit aufkommender Übelkeit zu kämpfen weswegen ich mich mehr aufs Atmen und Horizont fixieren konzentrieren musste. 😥 Somit konnte ich das herrliche Gefühl des frei fliegen sowie die schöne Landschaft nicht wirklich genießen. Und dass trotz der sanften Brise und dem ruhigen Flug. So ein Mist aber auch! 🙁 Wir stiegen auf gute 2.000 Meter hinauf und mein gut englischsprechender Begleiter reichte mir vorsichtshalber schon einmal eine Tüte… Ich schätze, dass ich ca. 20 Minuten nach dem Start wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Kaum wurde mir der Helm abgenommen und die Gurte entfernt, musste ich auch schon loslaufen und meinen kärglichen Mageninhalt in die Tüte befördern. 🤮 Zum Glück hatte ich, dank leiser Vorahnung, am Morgen nur ein paar Löffel Joghurt zu mir genommen. Während ich noch mit der Übelkeit kämpfte wurde Simon schon an Sergio angegurtet. Ich konnte mich gerade noch rechtzeitig wieder berappeln um seinen Abflug filmen zu können. Im Gegensatz zu mir konnte er es, erfreulicherweise, voll und ganz genießen und ich freue mich schon jetzt darauf die Filmaufnahmen zu sehen. 😀 Bei ihm waren die Aufwinde auch richtig gut, so dass sie stolze 600 Meter über dem Startpunkt fliegen konnten. Üblich sind eigentlich nur 250 bis 300 Meter. Wir schauten noch den anderen Teilnehmern zu und als alle durch waren, beglichen wir unsere Schulden in Höhe von 200k COP pro Person (= ca. 45 €). Während die gesamte Truppe nun den Rückweg im Bus nach San Gil antreten musste hatten wir nur wenige Meter zum Van zu gehen. Mittlerweile war es später Mittag und so kam es, dass wir unser eigentliches Frühstück erst gegen 14 Uhr zu uns nahmen. 🍳🥑☕

In den Säcken sind die Gleitschirme verstaut
Startvorbereitungen
Simon hebt ab 🪂
Leider konnte ich nur ein Foto machen 🤢
Bei dem krummen Horizont kein Wunder 🤮
Trotzdem eine tolle Erfahrung 😀

Nächste Woche erfährst du dann, wie unsere Weiterreise an die Karibikküste verlaufen ist und wie wir mit der dortigen Hitze und Luftfeuchtigkeit zurechtkommen…

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NEW BLOG POST 🇨🇴 (01. – 08.11.2023) Jardín – Medellín

Hier geht es zu unserem neuesten YouTube Video: 👇

Auf dem Weg zur Laguna Quilotoa haben wir eine schwere Panne. Ob wir den Kratersee dennoch erreichen, wir einen Blick auf den rauchenden Vulkan Cotopaxi erhaschen können und wie uns die Hauptstadt Quito gefällt erfährst du in diesem VLOG. Liken, abonnieren & kommentieren bitte nicht vergessen. 🙏

Und nachfolgend zum neuesten Blog Eintrag: 👇

Die Wetterprognose für Donnerstag war, mit einer gemeldeten Niederschlagsmenge von 25mm, denkbar schlecht weswegen wir von vorneherein einen Arbeitstag einplanten. So verbrachten wir einige Stunden, bei leckerem Cappuccino, in einem Café mit gutem WLAN. Zwar blieb der erwartete Regen fast völlig aus aber so hattet ihr wenigstens wieder frischen Lesestoff. 😉

Hübsches Café in Jardín
Kolumbianischer Kaffee ist exzellent

Als ich am Freitagmorgen meine Augen öffnete traute ich diesen kaum: War das tatsächlich Sonne, die zwischen ein paar lockeren Wolkenfetzen durch unsere Dachluke blitzte? Ideale Voraussetzungen für die heute angedachte Wanderung zur „Cueva del Esplendor“! Der Weg zum Startpunkt der Wanderung war mit unseren Fahrzeugen jedoch definitiv nicht machbar. Wir teilten uns mit Max und Merle für 60k COP (= 13 €) einen Jeep, der uns die steile sowie sehr ruppige, 10 Kilometer lange Piste hinauf eskortierte. Die Aussicht auf die grünen Berge, die „Jardín“ umgeben, war sensationell. Auf ihnen gedeiht neben Kaffee und Bananen auch roter Paprika. Nach dem wir uns bei unserem Fahrer bedankt hatten ging es zu Fuß weiter. Wir liefen etwa vier weitere Kilometer, bis wir bei einem Restaurant angelangten. Da sich die Höhle mit Wasserfall auf privatem Gelände befindet, kamen wir leider nicht umher dort pro Kopf jeweils 20 COP (= 4,50 €) Eintritt zu bezahlen. 🙁 Immerhin war im Preis eine Tasse Kaffee inbegriffen. Als wir diese ausgetrunken hatten mussten wir uns einer anderen Gruppe anschließen denn ohne lokalen Guide darf man nicht zur Höhle hinabsteigen. 😖 Wir ließen die anderen Personen vorgehen und kletterten, mit etwas Abstand, über die mitunter ganz schön rutschigen Steine und Wurzeln hinterher. Etwa 10 Minuten später, nachdem wir den Fluss überquert hatten, erreichten dann auch wir den Eingang zur Höhle. Durch ein Loch in der Felsdecke donnert, mit ohrenbetäubendem Lärm, der Wasserfall in ein Wasserbecken. Zwar hatten wir diesmal unsere Badesachen mitgenommen aber die kühle sowie feuchte Umgebung lockte uns nicht ins Wasser hinein. Stattdessen schossen wir etliche Fotos und durch den Schutz der Höhle sowie das tosende Wasser hatten wir gar nicht bemerkt, dass es derweil auch im Freien nass geworden war. 😮 Also streiften wir für den Rückweg schnell Regenhose und Regenponcho über. Wieder am Restaurant angelangt hatte der Regen bereits etwas nachgelassen und einige Minuten später war es auch schon wieder komplett trocken. Somit gelangten wir trockenen Fußes wieder am Startpunkt der Wanderung an, wo uns neuerdings der Fahrer vom Morgen abholte. Da uns zwischenzeitlich alle der Hunger plagte erkundigten wir uns bei ihm nach einem guten Mittagslokal und, freundlicherweise, fuhr er uns sogar direkt vor dessen Eingangstür. Für 19k COP (= 4 €) gab es Suppe und Hauptgang nach Wahl. Simon entschied sich für eine Tortilla Suppe mit reichlich Gemüse sowie Hähnchenbrust mit üppigen Beilagen. Ich wählte eine sehr schmackhafte rote Bohnen Suppe und auch die Lachsforelle war extrem lecker. 😋

Mit dem Jeep zum Start der Wanderung
Gut gegen Regen gerüstet ☔️
Na wer krabbelt denn da?! 🪲
Unter der Folie wächst roter Paprika
Startpunkt erreicht, Hund darf nicht fehlen 😅
Erstmal Käffchen
Dann ab zur Wasserfall Höhle
Da kam ganz schön was runter 😯
WOW 🤩
Der Rückweg war auch echt malerisch
Riesige Öhrchen haben die Kühe hier 🐮
Leckere Lachsforelle

Am nächsten Vormittag machten sich die „anschnallis“, mit stark leckendem Kühlwasserschlauch, auf den Weg nach „Medellin“. Dort war ihnen ein Mechaniker empfohlen worden der hoffentlich ihren bereits geflickten Schlauch reparieren wird können. ✊ Wir hingegen legten noch einen Organisationstag in „Jardín“ ein. In der Nähe unseres Stellplatzes befand sich eine Wäscherei, die für umgerechnet 5 € in Rekordzeit unsere vier Kilo Wäsche nicht nur wusch, sondern auch trocknete. Anschließend standen auch bei uns mal wieder Reparaturarbeiten am Van auf dem Programm. 🙈 Trotz erst kürzlich komplett frisch verklebter Dachluken hatten wir bei Regen Feuchtigkeit an unseren Rollos bemerkt. Da wir kein Risiko eingehen wollten krabbelte Simon aufs Dach und verklebte zusätzlich, entlang der Fensterkanten, Alubutylband. Hoffentlich haben wir jetzt endlich ein für alle Mal Ruhe vor diesem leidigen Thema! Danach war duschen angesagt und in dem hübschen, kleinen Hostel „Las Flores“ wurde uns für 5.000 COP pro Person (= 1 €) tatsächlich Zugang zu einer warmen Dusche gewährt. 🚿 Auf dem Rückweg zum Van kehrten wir noch schnell im Supermarkt ein, um ein paar Kleinigkeiten zu besorgen, und damit hatten wir unsere To Do Liste dann auch schon abgearbeitet. 💪

Wäsche von der Wäscherei abgeholt
Nur noch fix zusammenrollen
Dachluken halten jetzt hoffentlich auch dicht

Irgendwie war uns noch nicht nach Weiterfahrt zumal dies, auf Grund der Großbaustelle an der Zufahrt zur Sackgasse in der wir standen, wenn überhaupt auch nur schwer möglich gewesen wäre. So genossen wir noch einmal die Ruhe und Gelassenheit „Jardíns“, welche uns beim Fertigstellen eines neuen Videos ebenfalls zu Gute kam.

Wir blieben noch einen Tag in der Sackgasse stehen
War wirklich nett hier 🌸

Am Sonntag sagten wir dem schönen Örtchen dann, nach fast einer Woche, Lebewohl. Da am Vorabend unsere Gasflasche leer gegangen war, nahmen wir einen kleinen Umweg in Kauf und fuhren zurück bis nach „La Pintada“. Laut der iOverlander App hätte sich dort ein Händler befinden sollen der europäische Gasflaschen auffüllen kann. Wir konnten an dem besagten Standort aber bei bestem Willen, außer ein paar Restaurants am Straßenrand, nichts dergleichen ausfindig machen. So fuhren wir mit leerer Gasflasche weiter in Richtung „Medellín“. Die Ruta 25 zog sich in endlosen Windungen bis auf über 2.000 Meter die Berge hinauf, weswegen wir für die insgesamt nur 200 Kilometer lange Strecke fast fünf Stunden benötigten. 😮 Es macht schlichtweg keinen Sinn, auf solch einspurigen kurvigen Pässen die unzähligen LKWs zu überholen. Da die Landschaft aber atemberaubend schön war genossen wir während der Fahrt einfach die Sicht auf die grünen Berge und Täler. Am späten Nachmittag kamen wir dann in der zweitgrößten Stadt Kolumbiens, nach der Hauptstadt Bogotá, an. Hier leben rund 2,6 Millionen Menschen in einem Talkessel, welcher der Stadt ein sehr angenehmes Klima beschert. Die Temperaturen klettern, im Jahresmittel, selten über 30 Grad und fallen genauso selten unter milde 16 Grad. Wir parkten unseren Van neuerdings in einer Sackgasse, direkt vor den Toren eines „D1“ Supermarktes am „Parque lineal Ciudad del Río“. Sogleich machten wir uns zu Fuß auf Erkundungstour durch das Viertel. Es war weder sonderlich modern noch sonderlich heruntergekommen. Neben zahlreichen Hochhäusern befanden sich auch einige Restaurants bzw. Bars in der näheren Umgebung. Da wir an diesem Sonntag unseren Jahrestag feierten hatten wir zwei Restaurants mit jeweils guten Bewertungen ins Auge gefasst. Bei dem Einen hätten wir jedoch zwei Stunden auf einen freien Tisch warten müssen was uns deutlich zu lang war, zumal wir unser Zuhause in der Großstadt nicht in der Dunkelheit alleine lassen wollten. Das Andere war gerade im Begriff zu schließen und so kam es, dass wir uns schlussendlich „nur“ ein Tex-Mex Menü bei einem Imbiss genehmigten. Wir konnten die Füllung der Burritos, bestehend aus lauter frischen Zutaten, jedoch selbst bestimmen und auch Suppe bzw. Nachos waren voll in Ordnung. 👍

Zum Glück haben wir noch den Campingkocher 🙏
Zähe Fahrt nach Medellín
Nicht wie geplant aber trotzdem gut 😛

Nach einer ruhigen sowie temperaturmäßig angenehmen Nacht holten wir am Montagmorgen seit Ewigkeiten mal wieder die Fahrräder vom Auto, um mit diesen ins nicht weit entfernt gelegene Stadtzentrum zu radeln. An der Tankstelle gegenüber füllten wir die Reifen noch mit frischer Luft und siehe da: Fast wie auf Schienen glitten wir über das gut ausgebaute Radwegenetz hinweg. 😅 Lediglich ein Regenschauer bremste uns aus und wir suchten unter dem Vordach eines Kiosk Schutz vor den großen Regentropfen. Ein paar Minuten später war der Spuk auch schon wieder vorbei und wir konnten unsere Fahrt zum „Jardín Botánico“ fortsetzen. Dieser lag etwa sieben Kilometer von unserem Stellplatz entfernt und bildete zugleich unser am weitesten entfernt liegendes Ziel. Der Eintritt in die grüne Oase, in der mehr als 4.500 Pflanzen- sowie über 1.000 Wildtierarten zu finden sein sollen, war völlig kostenfrei. Wir schlenderten durch das dichte Grün der Anlage und konnten immerhin ein Eichhörnchen sowie ein paar Vögel, darunter auch bunte Aras, sehen. 🦜 Nach unserem Spaziergang fuhren wir mit den Rädern zurück in Richtung Zentrum, dem wir leider nicht wirklich etwas abgewinnen konnten. Es wirkte etwas heruntergekommen und dort gab es unheimlich viele arme Menschen. Mir fielen alleine zwei Männer auf, die nur einen Schuh trugen. Ein weiterer Mann trug eine kurze sowie eine lange Hose übereinander, wobei er die lange Hose permanent mit den Händen festhalten musste damit sie nicht herunterfiel. Und auch menschliche Exkremente auf den Gehwegen konnte ich ausmachen. 🙈 Lediglich der „Parque Botero“, welcher mit vielen Bronzestatuen des Künstlers gespickt war, war ganz nett anzusehen. Skulpturen von ihm, beispielsweise das Pferd, sind übrigens auch in Deutschland (Berlin und Bamberg) zu finden. Der „Parque de las luces“ ist wahrscheinlich nur im Dunkeln schön, sobald die Lichtsäulen leuchten, und zur „Plaza Mayor“ fanden wir keinen Zugang. Da uns mittlerweile aber auch der Magen knurrte machten wir uns auf den Rückweg in Richtung Van. Unweit befand sich eine Niederlassung der gefeierten „Crêpes & Waffles“ Filialen wo wir noch ein leckeres, sehr spätes Mittagsmahl zu uns nehmen konnten.

Im botanischen Garten 🪴
Eichhörnchen 🐿️
Cooles Orchideorama
Der Parque Botero war auch ganz nett
Vor allem die witzigen, dicken Bronzestatuen
Das Pferd stand als Leihgabe auch mal in Berlin
Oder es steht da immer noch & es gibt zwei davon…
Genug für heute! Krönender Abschluss 😋

Da uns der Sinn sowohl nach einer heißen Dusche, als auch nach gutem WLAN stand wechselten wir am nächsten Morgen den Standort. Gerade einmal zwei Kilometer weiter südlich befand sich das „Hostal Lady Mom“. Auf der Straße vor dem Hostel standen bereits drei weitere Camper und wir quetschten uns in eine enge Parklücke zwischen zwei der Vans. Die Unterkunft verfügte nicht nur über ein Restaurant und Café, sondern auch über eine sehr hübsche Terrasse mit vielen beschatteten Sitzmöglichkeiten. Dort konnten wir gut mit den Laptops arbeiten und auch der Kaffee schmeckte vorzüglich. ☕ Nur die Hygiene der drei Badezimmer lies sehr zu wünschen übrig aber sei es drum, wir wurden sauber und das war ja schließlich die Hauptsache. Von diesem Stellplatz aus war es zu Fuß auch nicht mehr so weit ins schicke Ausgehviertel „El Poblado“, in dem auch die gut situierten Medellíner leben. Aber selbst dort roch es überall nach Marihuana und einer der vielen Süßigkeiten-Straßenhändler bot uns unterschwellig nicht nur Selbiges, sondern auch Kokain an. 🙈 Äh, nein danke… Uns war vielmehr nach einer süßen Sünde zumute denn ich hatte von der Eisdiele „Arte Dolce“ gelesen, deren Sorte „Limette, Orange, Pistazie, Mandel und Olivenöl“ im Jahr 2017 die „Gelato World Tour“ gewonnen hatte. Derart gutes Eis konnten wir uns natürlich keinesfalls entgehen lassen. 🤩 Wenngleich wir uns für andere Sorten (Halbbitterschokolade und Salzkaramell bzw. Nutella und Tiramisu) entschieden schmeckte jede davon großartig. Wir bummelten noch durch die Resto- und Bar-Meile, auf der an Wochenenden ganz bestimmt die Hölle los ist, bevor wir uns wieder zurück zu unserer Unterkunft trollten. Da unsere Gasflasche nach wie vor leer war, setzten wir uns am Abend mit unserem Sandwichtoaster auf die Terrasse und aßen dort frische, lauwarme Toast zu unserem Salat. 🥪🥗 Und da wir uns in der Heimatstadt vom bekanntesten Drogenbaron überhaupt, Pablo Escobar, befanden sahen wir uns anschließend noch zwei Dokus auf YouTube an.

Stellplatz vorm Hostal Lady Mom
Der Restaurantbereich war sehr schön gemacht
Im Ausgehviertel El Poblado
Wahrscheinlich wäre jede Sorte gut gewesen
Für den Rocher Liebhaber gab es eben jene Waffel

In den 80er Jahren hatte er ganz Kolumbien, inklusive der Polizei sowie diverse Politiker, fest in der Hand weswegen sich sein Terrorregime viele Jahre lang halten konnte. Und in der Bevölkerung war er gar nicht so unbeliebt, lies er mit seinen Kokain-Millionen doch etliche Sportplätze und sogar ein ganzes Stadtviertel bauen um Menschen, die bis dahin auf einer Müllhalde lebten, dorthin umsiedeln zu können. Schließlich wurden die Einnahmen des Medellín-Kartells Ende der 1980er Jahre auf 25 bis 35 Millionen US-Dollar geschätzt, wovon ein Großteil wieder in Kolumbien investiert wurde was zu einem bedeutsamen Aufschwung führte. 1993 wurde Pablo, nach einer langen Hetzjagd, von der Polizei erschossen aber mit seinem Tod endeten die Probleme noch lange nicht. Zwischen 1990 und 1999 wurden, alleine in Medellín, 45.000 Menschen in Folge des Drogenkrieges ermordet. Die Stadt blieb somit über viele Jahre hinweg der Ort mit der höchsten Mordrate weltweit. Erst als im Jahr 2003 paramilitärische Milizen endgültig vertrieben werden konnten sank die Zahl drastisch. In den letzten Jahren pendelten sich die Tötungsdelikte wohl bei 600 pro Jahr ein. Im Vergleich dazu beträgt die jährliche Anzahl an Mordopfern, wohl gemerkt auf ganz Deutschland und nicht nur auf eine Stadt bezogen, etwa 350. 😮

Der Drogenbaron Pablo Escobar

Diese Infos hielten uns jedoch nicht davon ab, am Folgetag eines der bis 2018 gefährlichsten Stadtviertel Medellíns zu besuchen.

Ich hatte uns für die mittägliche Free Walking Tour durch die „Comuna 13“ angemeldet. Um den Treffpunkt der Tour einfacher erreichen zu können wechselten wir neuerdings den Stellplatz. Auf dem Weg ans nördliche Ende der Großstadt konnten wir bei einem Gashändler sogar unsere Flasche füllen lassen. Wenngleich dafür, wie immer, etwas Improvisation nötig war. Sicherheitshalber kauften wir den dort verwendeten Adapter, mit welchem das Befüllen unserer Deutschen Flasche mit deren Schlauch möglich war. Vielleicht nutzt er uns beim nächsten Mal. Oder beim Übernächsten. 🤷‍♀️ Wenige hundert Meter entfernt lag unser neuer Stellplatz, in einem recht guten Viertel mit bewachten Hochhauswohnblocks. Schnell aßen wir noch unser Müsli, bevor wir uns auch schon zu Fuß auf den fünf Kilometer langen Weg zum Treffpunkt machen mussten. Wir folgten immer den Gleisen der Metrobahn und erreichten so, pünktlich und ohne Schwierigkeiten, unser Ziel. Dort wartete schon eine beachtliche Gruppe an Touristen darauf ihren jeweiligen Guide zugewiesen zu bekommen. 🙈 Wir landeten bei „Christian“ der in der „Comuna 13“, einem von insgesamt 16 Vierteln in Medellín, aufgewachsen ist und auch heute noch mit seiner Frau dort lebt. Unsere Gruppe war mit 20 Personen relativ groß und wir alle mussten uns zuerst in einen stickigen öffentlichen Bus quetschen, der uns den Berg hinauf an die Randausläufer des ehemals berüchtigten Viertels brachte. Wie immer gilt auch in Medellín: Je weiter oben am Hang sich ein Haus befindet, umso billiger ist es da es weit von der Innenstadt und mitunter öffentlicher Verkehrsanbindung entfernt liegt. Noch Anfang der 2000er war das Viertel in sich gespalten und es gab viele unsichtbare Grenzen und Mauern, deren Übertreten schnell mit dem Tod bezahlt werden konnte. Die „Comuna 13“ war damals noch fest in der Hand von rivalisierenden Gangs und unser Guide hatte die sehr gewaltsamen sowie brutalen Auseinandersetzungen zwischen Guerillas und Paramilitärs als Teenager miterleben müssen. Vielmehr Infos bekamen wir dann gar nicht mit. Schuld daran war unter anderem der zweimal einsetzende heftige Regen der seine Worte, trotz Mikrofon, schnell verschluckte. Und dann waren dort einfach so unglaublich viele Touristen unterwegs als dass wir Mühe hatten, unserer Gruppe hinterher zu eilen. Schade eigentlich, denn heutzutage ist das Barrio ein wahrer Touristenhotspot mit tollen, bunten Wandgraffitis sowie zahlreicher moderner Galerien. An einigen Ecken boten Jungs ihre Hip-Hopp Künste dar. Nur blieb uns kaum Zeit, um die coolen Vibes sowie die Sehenswürdigkeiten um uns herum ausreichend zu bestaunen. 🙁 Mit der insgesamt 384 Meter langen Rolltreppe, die in sechs Abschnitte unterteilt ist und dabei eine Höhe von 28 Stockwerken überwindet, drangen wir weiter ins Viertel vor. Die mechanische Treppe trug maßgeblich zur Verbesserung der Lebensqualität bei denn sie verkürzt einen halbstündigen, über hunderte Stufen führenden Weg nun auf nur noch sechs Minuten. Das die Nutzung völlig kostenfrei ist versteht sich dabei von selbst. Nach zweieinhalb Stunden endete unsere Tour dann auf der Dachterrasse unseres Tourguides, die seit ein paar Monaten auch als Bar fungiert. Da es in der Zwischenzeit erneut zu regnen begonnen hatte entschieden wir uns gegen eine weitere Runde auf eigene Faust durch das hippe Szeneviertel. Stattdessen liefen wir direkt zum Bus, welcher uns ein paar Minuten später wieder am Ausgangspunkt der Sightseeingtour absetzte. Erneut gingen wir die fünf Kilometer zurück zum Van zu Fuß und ließen uns auf dem Weg dorthin noch üppig gefüllte, saftige „Arepas“ (Maistortillas) schmecken. 🌮 Somit konnten wir um 19:00 Uhr, wieder am Stellplatz angelangt, direkt ins Bett fallen. 😅

Mit dem Bus zur Comuna 13
Hip-Hopp Aufführung
Noch Anfang der 2000er rollten hier Köpfe statt Bälle
Heute ist es (teilweise) ein cooles Szeneviertel
Mit tollen, bunten Läden & Galerien
Ganz schön was los hier! 😳
Mein Favorit 🤩
Leider fing es mal wieder an zu schütten ⛈️
Zumindest die Rolltreppen sind überdacht
Fantastische Graffitis überall
Nur sehr schwierig, ein Foto ohne
Menschen davor zu schießen 😅
Medellín kriecht die Hänge hinauf…
Blick auf die Comuna 13
Statt Treppe geht auch Rutsche 🤣
Streetart vom Feinsten 👌🏻
Aussicht von der Dachterrasse unseres Guides
Wieder am Stellplatz angelangt 💛

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