NEW BLOG POST (10.-19.11.2025) 🇺🇸 Von Redwoods, Vulkanen & Spanischen Vibes: Unsere Route vom Norden Kaliforniens nach Santa Barbara 🚐💨

Redwoods State Park – Ein Tunnel aus Riesen

Wir fuhren von Norden kommend über den 13 km langen Newton B. Drury Scenic Parkway in den Prairie Creek Redwoods State Park — eine der schönsten Straßen, die wir bisher gefahren sind. Links und rechts öffneten sich grüne Wiesen, auf denen Roosevelt-Hirsche genüsslich grasten, während wir mitten durch uralte Wälder voller gigantischer Redwood-Riesen rollten.

Hier sollte man unbedingt den Big Tree anschauen und dem kurzen Pfad zu den Even Bigger Trees folgen. Es lohnt sich definitiv — auch wenn man glaubt, schon jeden Baum gesehen zu haben. Diese Dimensionen machen einfach sprachlos.


Redwood National Park – Heimat der größten Bäume der Welt

Unser nächster Halt: Der Redwood National Park. Dieses Schutzgebiet bewahrt einen der letzten großen Küstenmammutbaum-Wälder (Sequoia sempervirens) in Kalifornien.

Die Bald Hills Road führt hinauf zum Lady Bird Johnson Grove Trail (ca. 60 Minuten). Der Name erinnert an die US-Präsidentengattin Lady Bird Johnson, die sich stark für den Naturschutz einsetzte und 1968 die Gründung dieses Nationalparks unterstützte. Der Rundweg ist einfach, friedlich und führt durch eine beeindruckende Redwood-Kathedrale.

Nadeln der Sequoia sempervirens

Weiter südöstlich im Park steht der Tall Trees Grove – hier wachsen einige der höchsten Mammutbäume überhaupt. Diese schlanken Riesen können über 100 Meter hoch und bis zu 2000 Jahre alt werden. Sie gehören zu den größten Lebewesen unseres Planeten.

Selbst der Klee ist riesig hier

Am südlichen Parkeingang in Orick informiert normalerweise das Kuchel Visitor Center über Landschaft, Wanderwege und Geologie. Aufgrund des Government Shutdowns war es bei unserem Besuch jedoch leider geschlossen.


Humboldt Redwoods State Park – Die Avenue of the Giants

Wer danach immer noch nicht genug von Redwoods hat, fährt weiter südlich in den kostenfreien Humboldt Redwoods State Park. In dem 210 km² großen Schutzgebiet wachsen unzählige Küstenmammutbäume, viele davon wahre Superstars. 🌳

Besonders eindrucksvoll ist die legendäre Avenue of the Giants: eine 53 km lange Panoramastraße, die parallel zur US 101 durch den Park führt. Sie beginnt wenige Kilometer hinter Garberville und führt durch einige der dichtesten Redwood-Wälder der Welt.

Es heißt, dass allein im Humboldt Park über 100 Bäume die 110-Meter-Marke knacken. Kaum zu glauben, wenn man danebensteht.


Richtungswechsel: Ab ins Landesinnere

Nach mehr als 1.000 Kilometern entlang der Küste beschlossen wir jedoch, Bäumen und Meer den Rücken zu kehren und ein neues Landschaftsbild zu suchen. Unser Ziel: der Lassen Volcanic National Park, östlich von Redding.

Hier sollte es mal wieder nach Schwefel riechen und aus der dünnen Erdkruste dampfen.


Lassen Volcanic National Park – Ein unruhiges Stück Erde

Kaum nähert man sich dem Park, liegt Schwefelgeruch in der Luft. Hier und da steigen Dampfsäulen zischend aus dem Boden auf. Der letzte große Ausbruch des Lassen Peak (3187 m) ereignete sich zwar 1915 — aber aktiv ist das vulkanische Gebiet bis heute.

Die kurvenreiche Lassen Park Road führt durch den Westteil des Parks und eröffnet grandiose Ausblicke auf Gipfel, Gletscherseen und geothermale Gebiete wie Bumpass Hell. Vom höchsten Punkt der Straße führt ein etwa 4 km langer Trail auf den Lassen Peak selbst.

Doch zu dieser Wanderung kamen wir leider nicht.


Der Frustmoment

Um zum Lassen Volcanic Nationalpark zu gelangen, fuhren wir knapp 300 kurvige Kilometer von Eureka nach Redding — nur um dann vor Ort über ein Straßenschild zu erfahren, dass der durch den Nationalpark führende Highway 89 bereits geschlossen war. 🚧

Das Bittere daran:

– weder die Nationalpark-App,

– noch die Website,

– noch der Wetterbericht meldeten zuvor Eis oder Schnee.

Normalerweise wird die Straße zwischen Dezember und März geschlossen. Doch diesmal war es offenbar früher. Und weil durch den Government Shutdown auch die Visitor Center am Nord- und Südeingang geschlossen waren, gab es keinerlei Informationen oder Updates.

Da sich die meisten vulkanischen Aktivitäten ohnehin im nun unzugänglichen Teil befanden, drehten wir direkt um und folgten der Interstate 5 weiter Richtung Süden.


Vier Fahrtage später: Wieder an der Küste

Während dieser vier Fahrtage bewarben wir uns u.a. auf einige House Sits in Los Angeles — und landeten schließlich wieder am Pazifik, diesmal über den Highway 101.

Leider regnete es, als wir durch San Luis Obispo und Santa Maria fuhren. Als der Regen endlich eine kurze Pause einlegte, nutzten wir den Moment, um uns in Santa Barbara ein klein wenig die Beine zu vertreten.


Santa Barbara – Kalifornische Eleganz mit spanischen Wurzeln

Santa Barbara entstand im späten 18. Jahrhundert als spanischer Militärposten (Presidio). Deshalb findet man hier überall die Spuren der Kolonialzeit: weiße Mauern, maurische Verzierungen und Terrakotta-Ziegel – ein eigener, wunderschöner Stil.

Warum tragen so viele Orte im Süden Kaliforniens spanische Namen? 🏰

Von 1769 bis 1821 gehörte Kalifornien zu Neu-Spanien und wurde später Teil von Mexiko. In dieser Zeit gründeten spanische Missionare und Soldaten viele Orte entlang der Küste — von San Diego bis Sonoma.

Daher kommen Ortsnamen wie Los Angeles, Santa Barbara, Ventura, San Francisco oder Santa Cruz. Als die USA das Gebiet 1848 im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg übernahmen, blieben die spanischen Namen erhalten — und prägen den gesamten Südwesten bis heute.


Mission Santa Barbara – Die „Queen of the Missions“

Wir stoppten zuerst an der berühmten Mission Santa Barbara, die auf einem kleinen Hügel rund 2 km vom Stadtzentrum entfernt steht.

– Gegründet 1786 von Franziskanern

– Die heute sichtbare Kirche wurde 1820 vollendet

– Gilt als eine der schönsten und am besten erhaltenen Missionen

– Sie wird bis heute von Franziskanern betrieben

– Wegen ihrer Architektur nennt man sie oft die „Queen of the Missions

Da die Self-Guided Tour 17 USD pro Person gekostet hätte, bestaunten wir das ehrwürdige Gelände jedoch nur von außen – was aber schon beeindruckend genug war.


Das Santa Barbara Courthouse – Schönheit bis ins kleinste Detail

Später schlenderten wir durch die palmengesäumte Fußgängerzone und kamen am Courthouse Clock Tower vorbei. Das Gerichtsgebäude wurde 1929 im spanisch-maurischen Revival-Stil erbaut und ist an Detailreichtum kaum zu überbieten:

– handbemalte Decken

– schmiedeeiserne Kronleuchter

– Fliesen aus Tunesien und Spanien

– ein stiller Wandgemälderaum mit Szenen aus der spanischen Kolonialgeschichte

Von seinem 26 m hohen Glockenturm El Mirador genießt man normalerweise eine traumhafte Aussicht über Stadt, Meer und Berge.

Wir entschieden uns allerdings gegen den Besuch, da zahlreiche Hochzeitsgesellschaften das Gebäude für Fotos nutzten — und wir uns in unseren Regenklamotten nicht ganz „wedding appropriate“ fühlten. 😅


Wie es weitergeht

Ob wir einen House Sit in Los Angeles bekommen haben – und warum wir tatsächlich dringend eine Pause vom Vanlife brauchen – erfahrt ihr im nächsten Blogbeitrag. Schaut bis dahin gerne mal auf unserem Instagram oder YouTube Kanal vorbei.

NEW BLOG POST (01.-09.11.2025) 🇺🇸 Von Kanada in die USA – Aufbruch ins große Abenteuer entlang der Pazifikküste 🚐💨

Der letzte große Abschnitt unserer Panamericana-Reise begann mit einem echten Herzklopf-Moment: dem Grenzübertritt von Kanada in die USA. Nach drei Monaten voller kanadischer Wildnis, Fjorde und stiller Wälder fühlte sich dieser Schritt an wie ein neues Kapitel – vertraut und doch aufregend fremd. 🇨🇦↔️🇺🇸


Grenzübertritt per Fähre – mit Walen als Wegbegleiter

Unsere Route führte uns mit der Black Ball Ferry von Victoria auf Vancouver Island nach Port Angeles in Washington State. Der Onlinekauf der Tickets scheiterte – vermutlich an der deutschen Kreditkarte (siehe vorheriger Blog Beitrag). Doch am Terminal in Victoria war der Ticketkauf drei Stunden vor Abfahrt völlig problemlos möglich.

Standort Terminal 📍48.421942, -123.373353

Kosten: 106 US$ für unseren 6 Meter langen Van inklusive Fahrer und Beifahrer.

Dauer der Überfahrt: ca. 90 Minuten.

Zu unserer großen Erleichterung waren die US-Grenzbeamten im Fährhafen ausgesprochen freundlich und entspannt. Vielleicht, weil sie nur zweimal täglich Passagiere abfertigen müssen?!

Nach dem obligatorischen, kurzen Check außen am Fahrzeug begaben wir uns zu Fuß zum Customs-Schalter. Als wir gebeten wurden, draußen Platz zu nehmen, klopfte uns kurz das Herz bis zum Hals – am Ende war es jedoch nur die Ausstellung des I-94-Formulars, die etwas länger dauerte. 😮‍💨

Die Beamten übernahmen das ausfüllen des Formulars für uns, lediglich die Gebühr war überraschend gestiegen: von 6 US$ auf 30 US$ pro Person. Dafür wurden uns – ohne Nachfrage – mit unserem B2 Visum direkt weitere 6 Monate in den USA gewährt. Ein echter Glücksfall, der uns hoffentlich auch die anstehende Wiedereinreise von Mexiko aus erleichtern dürfte.

Goodbye Kanada…🇨🇦👋
USA – wir kommen! 🥳

Und während der anschließenden Überfahrt konnten wir zwischen den Wellen sogar eindeutig die Blows von drei Buckelwalen erkennen.Was für ein magischer Moment! Zumal obendrein auch die Sonne nach einigen grauen Regentagen, just als wir an Bord der Fähre gingen, wieder durchbrach. ☀️


Willkommen in den USA – erste Nächte auf der Olympic Peninsula

Kaum in Port Angeles angekommen, war es durch die Zeitverschiebung (eine Stunde zurück) bereits dunkel. Beim Elwha River Casino fanden wir jedoch unweit des Fähranlegers einen sicheren, kostenlosen Stellplatz. Nach einer kurzen Registrierung bei den Sicherheitsleuten darf man hier bis zu drei Nächte stehen – vermutlich in der Hoffnung, dass man ein paar Münzen in die blinkenden Slotmaschinen wirft. 😉

Am nächsten Morgen begann unsere Erkundungstour der Olympic Peninsula im Bundesstaat Washington. Hier, am nordwestlichsten Punkt der USA – Cape Flattery – trifft die raue Kraft des Pazifiks auf die ungezähmte Natur des Nordwestens. 🌊

Am Rialto Beach donnern wilde Wellen gegen den Treibholzstrand, während der Ho Rain Forest mit moosbewachsenen Baumriesen und mystischem Licht wie aus einer anderen Welt wirkt. 🌳✨

Rialto Beach
Ho Rain Forest

Leider war das Visitor Center im Ho Rain Forest, genauso wie das Einfahrtshäuschen in den Olympic Nationalpark, aufgrund des Government Shutdowns geschlossen – ein greifbares Beispiel dafür, wie politische Blockaden selbst Touristen erreichen. Ranger arbeiten dann unbezahlt oder gar nicht, und viele Besucherzentren oder Serviceeinrichtungen bleiben geschlossen.

Nicht besetzte Einfahrt in den Nationalpark

Der Quinault Rain Forest zählt, zusammen mit dem Ho Rain Forest, zu einem der letzten gemäßigten Regenwälder der Erde – und zu den niederschlagsreichsten Regionen der USA. Nur Hawaii verzeichnet noch mehr Regen.

Und während der Weiterfahrt erspähten wir in den weiten Wetlands eine große Herde Mule Deer und gleich mehrere Weißkopfseeadler, die in der Gruppe jagten – ein seltenes Schauspiel!


Entlang der wilden Pazifikküste Oregons

Über die beeindruckende Astoria-Megler-Bridge (7 km lang!) überquerten wir den Columbia River und erreichten den Bundesstaat Oregon. Hier besuchten wir als erstes den Fort Stevens State Park, wo das Schiffswrack der Peter Iredale bei Ebbe sichtbar wird – das Schiff wurde am 25. Oktober 1906 an Land getrieben und liegt seitdem im Sand.

Auf dem Highway 101 ging’s immer weiter entlang der Pazifikküste. In Cannon Beach spazierten wir kurz darauf über den Strand und bewunderten den Haystack Rock. Auf diesem markanten Felsen nisten von April bis Juli die farbenfrohen Tufted Puffins (Papageitaucher). Den Rest des Jahres halten sie sich leider durchweg auf hoher See auf. Wenn ihr also Vogelbeobachtung mögt: April–Juli ist eure Zeit.

Papageien Taucher sahen wir leider nicht…

Ein Stück weiter südlich führte uns ein kurzer Holzbohlenweg zum Big Cedar Tree, einer bis zu 1.200 Jahre alten Western Red Cedar. Mit fast 15 Metern Umfang und 47 Metern Höhe zählt sie zu den größten ihrer Art in Nordamerika – ein wahrer Methusalem, der selbst Tsunamis und Jahrhunderte überstanden hat.


Käse, Leuchttürme und tosende Wellen

In Tillamook dreht sich alles um Käse: In der bekannten Tillamook Cheese Factory kann man kostenlos probieren und einen Blick in die Produktion werfen. 🧀

Wir entschieden uns für den gemütlicheren Stopp beim Blue Heron, wo es nicht nur feinen Briekäse, sondern auch Alpakas im kleinen Streichelzoo gab.

In Newport besuchten wir die Yaquina Head Outstanding Natural Area — eine Landzunge, die fast 1,6 km in den Ozean ragt. Gezeitenbecken sind hier spektakulär, das Interpretive Center ist sehr liebevoll gemacht, und das Yaquina Head Lighthouse (der große Leuchtturm Oregons) bietet tolle Aussichten.

Achtung: die Natural Area verlangt 7 US$ Eintritt pro Erwachsenen; mit dem America the Beautiful-Pass ist’s kostenfrei.

Hier erlebten wir auch live die King Tides mit. Dabei handelt es sich um extrem hohe Gezeiten die immer dann entstehen, wenn Sonne, Mond und Erde besonders günstig zueinander stehen. Das Ergebnis ist eine außergewöhnlich hohe Brandung, stärkerer Wellengang in Küstenzonen und spektakuläre Brandungsbilder. Für Fotografen und Küsteninteressierte ein echtes Highlight. 🌟


Highway 101 – die Traumstraße des Nordens

Die Weitfahrt entlang des Highway 101 war ein einziges Staunen:

Die Cape Perpetua Scenic Area bietet spektakuläre Ausblicke, moosverhangene Wälder und tosende Meeresgeysire.

Vom Cape Perpetua Overlook (244 m) hat man den höchsten und schönsten Küstenblick.

Am Cook’s Chasm spuckt das Meer selbstbewusst durch Felslöcher – perfekt für einen Stopp und eine Übernachtung am Straßenrand, denn Verbotsschilder sucht man hier vergebens.

Und die Oregon Dunes überraschten uns völlig mit über 80 km langen Sandbergen, die bis zu 150 Meter hoch sind – die größten Dünen der USA! Wanderer, Offroadfans und Vogelbeobachter kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten.

In der Salmon Harbour Marina fanden wir super Duschen (1 US$/Minute) und einen schönen RV-Park direkt am Wasser. Standort ➡️ 43.681719, -124.180782 📍

Robben und Fischerboote bildeten eine perfekte Abendstimmung. Dazu eine kostenlose Day-Use-Area mit Grills und Picknickplätzen – was will man mehr! 😀


Samuel H. Boardman State Scenic Corridor — Küstenpostkarten ohne Ende

Der Samuel H. Boardman State Scenic Corridor ist ein 19 Kilometer langes Küstenparadies: Fichten, Felsbögen, Gezeitentümpel – und jede Menge Instagram-würdige Stops. 📸 Entlang des Highways gibt es außerdem über ein Dutzend Parkplätze und Picknickspots — teilweise mit Parkzeiten von bis zu 12 Stunden, sodass man dort durchaus über Nacht mit Meerblick „aufwachen“ kann.

Der Natural Bridge Viewpoint (Mile 346, Hwy 101) ist einer unserer Favoriten: Felsbögen, Meeresrauschen und dramatische Fotomotive.


Fazit dieser Etappe

Zwischen Grenznervosität, Walbeobachtungen, alten Riesen, King Tides und Käsekostproben haben wir in diesen Tagen alles erlebt: die politische Realität (Shutdown), die überwältigende Natur des Nordwestens und die Gastfreundschaft an den Küsten. Wir sind ehrfürchtig, ein bisschen geschafft — und unfassbar dankbar, dass wir das alles so sehen durften. ♥️

NEW BLOG POST (25.-31.10.2025) 🇨🇦 Goodbye Kanada! Unser letzter Stopp auf Vancouver Island: Victoria

Victoria erleben – Sehenswürdigkeiten, Insider Tipps & unsere Highlights

Unser letzter Stopp auf Vancouver Island sollte Victoria sein – mit rund 92.000 Einwohnern zwar überschaubar, aber dennoch Hauptstadt und Regierungssitz von British Columbia. Oft wird sie als die britischste Stadt Kanadas bezeichnet – und das merkt man spätestens, wenn man zwischen viktorianischen Gebäuden, gepflegten Parks und roten Doppeldeckerbussen unterwegs ist.


Fort Rodd Hill & Fisgard Lighthouse

Unser erster Halt führte uns an die Fort Rodd Hill National Historic Site – eine ehemalige Küstenverteidigungsanlage, die einst die Einfahrt zum Esquimalt Harbour schützen sollte. Zwischen alten Kasematten, Geschützstellungen und Wehrmauern fühlt man sich ein bisschen in die Vergangenheit versetzt. Besonders spannend: Die Anlage stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und war bis in die 1950er-Jahre aktiv. Heute ist sie kostenlos zugänglich und wunderbar erhalten.

Gleich nebenan thront das Fisgard Lighthouse, der älteste permanente Leuchtturm an der kanadischen Pazifikküste. Er wurde 1859 erbaut und ist nicht nur geschichtsträchtig, sondern auch unglaublich fotogen – gerade bei klarer Sicht mit Blick auf die Olympic Mountains im Hintergrund.


Regen, Arbeit & endlich Sonne

Nach einigen sehr regenreichen Tagen, die wir vor allem mit Arbeit verbrachten (wir wollten vor dem Grenzübertritt in die USA möglichst alle offenen To-Dos erledigen), zeigte sich pünktlich zur Stadterkundung endlich wieder die Sonne. Zwar nur noch knapp zehn Grad, aber dafür perfektes Wetter, um Victoria zu entdecken. 🌤️

Unser Van durfte freundlicherweise auf dem Firmengelände von Total Composites in Esquimalt stehen – nur etwa 2,5 km von Downtown entfernt.

Der extrem hilfsbereite deutsche Firmeninhaber Andreas ist vor rund 20 Jahren nach Kanada ausgewandert und ist heute der einzige nordamerikanische Vertriebspartner für Alb Filter und Tiger Expert.

Wer also hochwertiges Wohnmobilzubehör oder Wasserfilter nach europäischem Standard sucht, ist hier genau richtig:

📍 Total Composites Technologies Ltd., Expedition Upfitter, 859 Devonshire Rd #4, Victoria, BC V9A 4T5, Kanada

Er nahm sich sogar Zeit, um mit uns gemeinsam unser immer noch leicht undichtes Dach zu begutachten – leider ohne Erfolg. Dieses Rätsel bleibt also vorerst ungelöst. 🙉🙈


Zu Fuß durch Victoria

Von dort liefen wir immer am Wasser entlang über die Johnson Street Bridge direkt hinein in Victorias kompaktes Stadtzentrum. Alles liegt nah beieinander – perfekt zum Erkunden zu Fuß oder mit dem Rad. Wer von weiter außerhalb kommt, kann übrigens für nur 6 C$ ein Bus-Tagesticket kaufen. 🚌

Taxi? Haben wir kaum gesehen. Dafür aber die süßesten kleinen Wassertaxen, die aussehen wie schwimmende Boxautos. Eine Fahrt kostet allerdings stolze 15 C$ pro Person – also legten wir lieber selbst los und kamen am Ende des Tages auf stolze 13 Kilometer.


Chinatown & Altstadt

Unser erster Stopp war Chinatown, das älteste seiner Art in ganz Kanada – und eines der größten in Nordamerika. Um 1880 lebten hier rund 16.000 Chinesen, die in den Goldminen und beim Eisenbahnbau arbeiteten. Zwischen Pandora Avenue und Fisgard Street taucht man heute in ein Labyrinth aus kleinen Gassen ein, darunter die legendäre Fan Tan Alley, die schmalste Straße Kanadas.

Wandgemälde in Victorias Chinatown

Das berühmte Dragon Gate war bei unserem Besuch leider eingerüstet, aber allein das Bummeln durch die Fußgängerzonen und kleinen Läden lohnt sich.

Eine gemütliche Kaffeepause kann man z. B. bei Bean Around the World einlegen.

Oder wer Hunger auf Fish & Chips hat, dem empfehlen wir das Red Fish Blue Fish direkt am Hafen – nachhaltig, lecker und mit Aussicht.


Sehenswürdigkeiten & Highlights

Frisch gestärkt spazierten wir weiter zum legendären Empress Hotel, einem der bekanntesten Bauwerke der Stadt. Es wurde 1908 eröffnet, beherbergt über 400 Zimmer und ist ein Paradebeispiel für den luxuriösen Edwardianischen Stil. Besonders bekannt ist das Hotel für seine opulente Afternoon Tea Time – 109 C$ pro Person, aber wohl ein echtes Erlebnis:

Nur wenige Schritte weiter erhebt sich das eindrucksvolle Parlamentsgebäude von British Columbia. Es wurde 1898 eröffnet, beeindruckt mit seiner markanten Kuppel und der nächtlichen Beleuchtung durch über 3.000 Glühbirnen. Wer möchte, kann tagsüber kostenlose Führungen machen – ein echtes Must-See für alle Geschichtsfans.

Gegenüber liegt das Royal BC Museum, das als eines der besten Museen Kanadas gilt. Leider kamen wir zu spät und sahen nur noch den farbenfrohen Rolls Royce von John Lennon im Eingangsbereich – mit dem die Beatles 1965 zum Buckingham Palace fuhren, um exklusiv für die Queen zu spielen. 🎸


Camper-Treffen & schöne Zufälle

Am Abend kam es dann zu einem richtig großen Overlander-Treffen. Eigentlich wollten wir uns nur mit Maja und Sebastian treffen, die aktuell Work & Travel auf Vancouver Island machen.

Doch wie es der Zufall wollte, hatten Frank und Anette alias Baerli on Tour sowie Karl und Barbara alias Leo auf Reisen unseren Van schon am Tag zuvor auf einem Parkplatz entdeckt – und uns Sticker hinterlassen.

Und so saßen wir plötzlich zu acht in einem gemütlichen Pub in Victoria. Was für ein schöner, verrückter Zufall! ♥️


Frühstück & letzte Stadterkundung

Am nächsten Morgen frühstückten wir noch gemeinsam mit Maja und Sebastian in einem kleinen Café in Downtown, bevor sich unsere Wege leider schon wieder trennten. Simon und ich nutzten den restlichen Tag, um noch offene Spots in der Stadt abzulaufen:

Beacon Hill Park: Im Herbst ruhig, mit ein paar Pfauen und netter Aussicht über die Juan de Fuca Strait hinweg bis zur US-Küste.

Fisherman’s Wharf: Leider „Closed for Season“, aber die bunten Hausboote lohnen sich für einen kurzen Abstecher.

Fry’s Red Wheat Bakery: Ein Muss für alle, die Laugengebäck vermissen! Hier gibt’s Brezeln, Sauerteigbrote und süße Teilchen.


Letzte Vorbereitung auf die USA-Einreise

Nach unserem schönen Aufenthalt in Victoria stand nun nur noch eines an: die Vorbereitung für den Grenzübertritt in die USA.

Klingt einfach – war’s aber nicht. 🙄 Die I-94-Formulare, die man online ausfüllen muss, konnten wir auf der offiziellen Website nicht beantragen. Sowohl bei Simon als auch bei mir erschien die Fehlermeldung, dass zu unseren Passnummern kein Visum hinterlegt sei – obwohl das natürlich nicht stimmte.

Auch der Versuch, die Black Ball Ferry nach Port Angeles zu buchen, scheiterte:

Unsere deutsche Kreditkarte wurde schlicht nicht akzeptiert – eine ärgerliche Parallele zu den gesperrten Karten in Las Vegas.

Immerhin war Halloween – und wir fanden abends eine Straße mit aufwendig geschmückten Vorgärten, verkleideten Kindern und ausgelassener Stimmung. Ein gelungener Abschluss unserer dreimonatigen Kanada-Etappe. 🎃👻


Und dann – kam der Grenzübertritt…

Am nächsten Morgen fuhren wir also ohne I-94-Formular und ohne Fährbuchung direkt zur Grenze – mit einer ordentlichen Portion Nervosität im Gepäck.

Ob das gut gegangen ist oder wir am Ende gezwungen sind, unseren Van zurück nach Deutschland zu verschiffen? Das erfahrt ihr im nächsten Blogbeitrag!

👉 Schaut bis dahin gern auf unserem YouTube– und Instagram-Kanal vorbei – vielleicht gibt’s dort schon ein Update. 😉

NEW BLOG POST (15.-24.10.2025) 🇨🇦 Zwischen Seeottern, Regenwald und Regenschuhen

Unser letzter Roadtrip über Vancouver Island

Manchmal meint es das Wetter einfach nicht gut mit einem – und genau das war der Fall, als wir uns entschieden, den rauen, aber wunderschönen Norden Vancouver Islands (👉 siehe letzter Beitrag) zügig hinter uns zu lassen. Eine volle Woche Dauerregen war angekündigt. Doch bevor wir die Insel Richtung Süden verließen, lockte uns noch ein letzter Abstecher nach Port Alice, dem „Tor zur wilden Westküste“.


Port Alice – Seeotter, Seesterne & stille Fjorde

Von Port Hardy aus schlängelt sich die kurvige Straße durch dichte Wälder und vorbei an glitzernden Seen bis ins verschlafene Port Alice. Allein die Lage am tief eingeschnittenen Fjord ist die knapp 30 Kilometer lange Anfahrt wert. Bei Sonnenschein spiegeln sich die bewaldeten Inselchen im glatten Wasser, Kajaks gleiten lautlos dahin – und entlang des Sea Walk Trailheads (1,5 km) lässt sich wunderbar flanieren.

Der Fjord in Port Alice

Bei Ebbe konnten wir am Ende des Trails bunte orange- und lilafarbene Seesterne entdecken – und tatsächlich auch drei Seeotter, die hier in der Bucht zuhause sind. Nicht umsonst nennt sich Port Alice stolz die „Sea Otter Capital of Canada“.

Unzählige orangene Seesterne – wie im Aquarium
Lila Seestern
Die Hauptstadt der Seeotter 🦦

Auf dem Rückweg legten wir noch einen kurzen Halt am Marble River ein, wo ein 4 km langer Trail direkt am Fluss entlangführt. Besonders im Herbst soll man hier gute Chancen haben, Lachse beim Laichen – und mit etwas Glück auch Schwarzbären – zu beobachten. Allerdings schließt das Gate am Labor Day (Anfang September), weshalb wir diesmal ohne tierische Begegnungen weiter nach Campbell River fuhren…


Qualicum Beach – Seeotter beim Morgenkaffee

Nach zwei weiteren Tagen an der wunderschönen Spit Road-Bucht machten wir uns auf den Weg nach Qualicum Beach – einem unserer Lieblingsorte auf Vancouver Island. Und schon beim ersten Blick aus dem Van-Fenster wurden wir belohnt: Drei Seeotter tollten direkt vor dem Strand durchs Wasser. Während wir den ersten Kaffee des Tages tranken, konnten wir sie minutenlang beim Spielen und Tauchen beobachten – besser kann ein Morgen kaum beginnen! ♥️

Im Ort gönnten wir uns im Recreation Centre nochmal Whirlpool, Sauna und Dampfbad – kleine Wellness-Auszeit inklusive Schwimmbahnlänge für mich. In Parksville wuschen wir anschließend bei Suds & Duds unsere Wäsche (super gepflegt & viele neue Maschinen!) und stärkten uns mit einem leckeren Burger bei A&W – unser Roadtrip-Klassiker. 🍔🍟


Chemainus – Spaziergang durch ein Open Air Museum

Unser nächster Stopp war Chemainus, wo wir auf extra ausgewiesenen RV-Parkplätzen in der Victoria & Croft Street übernachteten. Der Ort überraschte uns am nächsten Morgen mit einer charmanten Besonderheit:

Gelbe Fußspuren auf den Gehwegen führen auf einem Rundgang vorbei an unzähligen Murals, die die Geschichte der Stadt erzählen – von japanischen Siedlern über Holzfäller bis zu kanadischen Soldaten. Ein Spaziergang durch ein Freilichtmuseum! Zwischen bunten Fassaden, gepflegten Vorgärten und leuchtend roten Ahornbäumen kam richtig Herbststimmung auf. 🍁

🍰 Tipp: Die Chemainus Bakery in der Oak Street sah köstlich aus – wir widerstanden schweren Herzens.


Totempfähle & Regenwald

In Duncan, nur 20 km entfernt, folgten wir diesmal ebenfalls gelben Spuren – allerdings nicht zu Wandgemälden, sondern zu Totempfählen. Bis zu 80 dieser Kunstwerke sind im Stadtzentrum verteilt.

Von dort bogen wir auf den Cowichan Valley Highway ab – eine landschaftlich großartige Strecke durch goldgelb gefärbten Herbstwald entlang des Cowichan Lakes.

Und in Lake Cowichan konnten wir an der Co-Op Tankstelle auf Anhieb problemlos unsere deutsche Gasflasche auffüllen – ein echter Glücksfall!

📍Koordinaten: 48.828571, −124.048529

Fairy Lake – Nebel & ein Otter im Abendlicht

Entlang der kurvigen Pacific Marine Road fanden wir leider nur geschlossene Recreation Sites (Lizard & Fairy Lake haben ab Ende Oktober zu), weshalb wir uns einfach auf ein kleines Pullout neben der kaum befahrenen Straße stellten – Blick auf den See inklusive.

Dort zeigte uns erneut ein Otter seine Jagdkünste, während Nebelschwaden über das Wasser zogen – ein mystischer Abschied aus dem Herzen Vancouver Islands. 🌟


Botanical Beach, Mystic Beach & ein verlorener Schuh

Am nächsten Morgen erreichten wir Port Renfrew und den Botanical Beach, wo ein 2,5 km langer Rundweg durch Regenwald zu bizarren Steinformationen am Meer führt. Auch der Mystic Beach (2 km one-way) und China Beach (1 km one-way) gehören zum Juan de Fuca Provincial Park und bieten alles, was man am Pazifik liebt: Regenwald, Farn, Moos und Meeresrauschen.

Pilze im Regenwald
Botanical Beach
Mystic Beach
Noch mehr schöne Pilze

Die Wege sind von Wurzeln durchzogen und oft rutschig – gutes Schuhwerk ist Pflicht!

Und apropos Schuhe: Am nächsten Tag, bei strömendem Regen, verloren wir auf der Fahrt vom China Beach zum French Beach tatsächlich meinen Turnschuh. Wir bemerkten es erst vor Ort – und fuhren die Strecke wieder zurück. Und tatsächlich: Da lag er! Ein einsamer, schwarzer Sneaker mitten auf der Straße. Wenigstens sauber gewaschen. 😅


French Beach & Pizza-Glück

Der French Beach begrüßte uns mit aufgewühltem Meer, rollenden Wellen und spielenden Seeottern. Bei schönem Wetter muss der Campingplatz hier traumhaft sein – mit Dumpstation und Frischwasser direkt gegenüber.

Auch Tagesgäste kommen auf ihre Kosten: Picknicktische, Toiletten und Spielplatz inklusive.

Picknick Area am French Beach

🍕 Geheimtipp: Die Stoked Wood Fired Pizza zwischen Port Renfrew und Victoria! Handgemacht, im Steinofen gebacken – und einfach himmlisch.


Goodbye Kanada – und was kommt jetzt?

Nach drei intensiven, erlebnisreichen Monaten auf Vancouver Island und im Westen Kanadas nähern wir uns nun Victoria, der Hauptstadt British Columbias – unserem letzten Stopp in Kanada.

Ob uns die Einreise in die USA gelingt oder wir wieder an unserer persönlichen Angstgrenze scheitern? 😰

Das erfahrt ihr (hoffentlich!) im nächsten Beitrag. Bis dahin: Schaut gern bei YouTube & Instagram für aktuelle News und Einblicke vorbei!

NEW BLOG POST (07.-14.10.2025) 🇨🇦 Zwischen Werkstatt-Frust und Wildnisglück – Unser Weg zum nördlichsten Zipfel Vancouver Islands 🚐💨

Tag der Wahrheit: Werkstattbesuch in Nanaimo

Nach Tagen voller Regen und dem rätselhaften Leck in unserem Dach war es endlich so weit: Unser Werkstatttermin bei European Specialty Automotive Services in Nanaimo stand an. Der Name klang vielversprechend – und tatsächlich, ihr Diagnosegerät konnte (zum Glück!) mit unserem europäischen Van kommunizieren. Ein kleines technisches Wunder denn das klappt nicht immer, wenn man mit einem Renault Master durch Kanada reist.

Die Ernüchterung folgte jedoch prompt: Keine Fehlercodes, keine klare Ursache für den starken Qualm beim Starten oder das Stottern bei 2.500 Umdrehungen. Immerhin konnten wir spontan noch die Reifen achsweise rotieren und unsere Bremsbeläge checken lassen – 9 mm rundum, also alles bestens. Trotzdem verließen wir die Werkstatt um 110 € erleichtert – leider nicht im emotionalen, sondern im finanziellen Sinn. 😅

👉 Tipp für Reisende:

Wer mit einem europäischen Fahrzeug auf Vancouver Island unterwegs ist, dem können wir die Werkstatt European Specialty Automotive Services in Nanaimo absolut empfehlen. Freundlich, kompetent, fair – und mit echtem Interesse an Reisenden und ihren rollenden „Exoten“.

Nun hieß es für uns aber endlich: Motor an und ab in den wilden Norden! 🚐💨


Campbell River – Stadt der Lachse

Unser erster Stopp: Campbell River, auch bekannt als „Salmon Capital of the World“.

Am belebten Discovery Pier wehten Möwen über die Fischerboote, während Lachse dicht unter der Wasseroberfläche vorbeizogen. Mit etwas Glück sieht man hier sogar Delfine, Buckelwale oder Orcas vorbeischwimmen – wir hatten diesmal nur das leise Gluckern der Angelleinen als Begleitung.

Der Discovery Pier in Campbell River

Ein echtes Highlight für Naturfans ist die Quinsam River Salmon Hatchery. Der Eintritt ist kostenlos (8 – 15:30 Uhr geöffnet) und im Herbst ein Paradies für Beobachter: Im flachen Wasser tummeln sich unzählige Chinook-, Pink- und Coho-Lachse, die auf ihrer letzten Reise sind.


Das faszinierende Leben und Sterben der Lachse

Wir haben uns gefragt: Sterben Lachse wirklich nach dem Laichen?

Ja – zumindest die pazifischen Arten Kanadas. Ihre letzte Reise ist ein episches, einmaliges Finale:

Nach tausenden Kilometern gegen die Strömung, über Wasserfälle und vorbei an Bären, haben sie ihre ganze Energie aufgebraucht. Sie hören auf zu fressen, ihre Organe bauen sich ab – und nach dem Ablaichen sterben sie.

Doch ihr Tod ist kein Ende, sondern der Beginn neuen Lebens.

Die verwesenden Körper düngen Flüsse, Wälder und Böden – messbar bis in die Bäume hinein. Ohne die Lachse gäbe es an Kanadas Westküste keine so artenreiche Natur. 🐻🦅

👉 Wusstet ihr schon?

Wissenschaftler fanden in Baumringen messbare Nährstoffe aus Lachsleibern.

Deshalb: Ohne Lachse – kein Regenwald!


Wasserfälle, Wale & Regenwald

Der Elk Falls Provincial Park bietet einen einfachen 3–4 km langen Rundweg entlang des Campbell River. Die Hängebrücke und Aussichtspunkte sind nett, aber kein Muss.

Viel schöner fanden wir unseren Stellplatz auf einer Landzunge an der Spit Road – direkt am Meer, mit Buckelwal-Soundkulisse inklusive! 🐳

Dieser befand sich zwar leider auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht, aber seinen Blow konnten wir deutlich hören – und sehen! ♥️

Stellplatz-Koordinaten: 50.04789, -125.254959

Wer es entspannt mag, kann im Strathcona Recreation Center (Eintritt 6,75 C$) schwimmen, saunieren und heiß duschen – für uns ein echter Luxus nach kalten Regentagen.


Telegraph Cove – ein uriges Dorf auf Stelzen

Weiter ging’s gen Norden, vorbei am Ripple Rock Viewpoint, wo 1958 mit der größten nicht-nuklearen Explosion der Geschichte ein gefährlicher Unterwasserfelsen gesprengt wurde.

Kurz darauf erreichten wir Telegraph Cove, ein historisches Stelzendorf aus dem Jahr 1912 – ursprünglich eine Telegrafenstation, später Lachssalzerei und Sägemühle.

Heute wirkt der Ort wie ein lebendiges Museumsdorf: liebevoll restaurierte Holzhäuser, Schautafeln über die ersten Bewohner und ein atemberaubender Blick über die Johnstone Strait. Im Sommer wimmelt es hier vor Touristen – im Oktober jedoch hatten wir das „Ende der Welt“ ganz für uns.

Telegraph Cove

👉 Tipp:

In der Hochsaison ist Telegraph Cove einer der besten Orte in Kanada, um Orcas in freier Wildbahn zu sehen. Besonders im Sommer kommen sie zur Robson’s Bight, um sich am Strand den Bauch zu reiben.


Alert Bay – Kultur, Totempfähle & Regenwald

Von Port McNeill setzten wir mit der Fähre (45 min, 23 C$ für zwei Personen) auf die kleine Insel Cormorant Island über, Heimat der Namgis First Nation. Schon von Bord aus erspähten wir in der Ferne zwei Orcas und erneut den Blow eines Buckelwals – perfekter Einstieg in dieses kulturelle Kleinod. 🤩

Alert Bay wirkt wie ein Freilichtmuseum: farbenfrohe Holzhäuser, Totempfähle in Vorgärten und die uralten Namgis Burial Grounds mit verwitterten Pfählen, die still in den Himmel ragen.

Im U’mista Cultural Centre (Oktober–Mai eingeschränkte Öffnungszeiten) werden Masken und rituelle Potlatch-Objekte ausgestellt, die einst von der Regierung konfisziert, nun aber von Museen weltweit zurückgegeben wurden.

Der Big Tree Trail führt durch dichten Regenwald, und am Northshore Beach kam bei Ebbe echtes Robinson Crusoe-Feeling auf.

Treibholz: Die Wurzel eines Giant Trees 😳

Und vom Big House blickt der weltweit höchste Totempfahl (56 m) über die Insel – Symbol des stolzen Erbes der Namgis People.

👉 Tipp für Kulturinteressierte:

Nehmt euch mindestens 3–4 Stunden für Alert Bay Zeit. Es gibt kaum Restaurants und nur einen General Store, daher am besten Proviant mitbringen!


Am Ende der Welt – Cape Scott & San Josef Bay

Nach einer weiteren Nacht in Port McNeill starteten wir Richtung Cape Scott, dem nördlichsten Zipfel Vancouver Islands. 70 km Schotterstraße lagen vor uns, teils gesäumt von tiefen Schlaglöchern und dichten Regenwäldern.

Das macht Mut… 🙉

Je näher wir dem Ziel kamen, desto wilder wurde die Landschaft – und als wir schließlich die San Josef Bay erreichten, verschlug es uns die Sprache:

Ein breiter, goldener Sandstrand, umrahmt von schwarzen, moosbewachsenen Felsen, auf denen Bäume wachsen – mitten im Meer! Diese Szenerie war so surreal, dass wir uns vorkamen wie in einer Mischung aus Jurassic Park und Robinson Crusoe.

San Josef Bay

👉 Wichtigster Tipp:

Unbedingt Tidenzeiten online checken, bevor ihr loswandert! Der Strand ist nur bei Ebbe komplett zugänglich – und vor Ort gibt es kein Handynetz.

Nach einem letzten Drohnenflug über die einsame Bucht traten wir die lange, holprige Rückfahrt an – müde, beeindruckt und dankbar, diesen magischen Ort erlebt zu haben.

Von Farnen überwucherte Giant Tree Wurzel

Fazit

Von Werkstattfrust in Nanaimo über Lachse in Campbell River bis zur stillen Magie der San Josef Bay – Vancouver Islands Norden hat uns viel abverlangt und gleichzeitig alles geschenkt. 💛

Ein Stück Kanada, das man nicht einfach nur bereist – man erlebt es mit jeder Pfütze, jedem Atemzug und jedem Sonnenstrahl, der durch den Regenwald fällt. 🌲✨

🎥 Tipp:

Die ganze Schönheit der San Josef Bay seht ihr im dazugehörigen VLOG – jetzt auf unserem YouTube-Kanal! 👇