NEW BLOG POST 🇲🇽 (08. – 17.12.2024) Grutas Tolantongo: Geheimtipp in Mexiko! Entspannung in heißen Quellen und abenteuerliche Naturerlebnisse

Tamales, ein Clown und ein leerer Hof

Unser ursprünglicher Plan war es, die Rancho El Viejo am Sonntag nach einer Woche Aufenthalt zu verlassen, um endlich die Grutas Tolantongo zu besuchen. Doch das Schicksal – oder vielmehr Omar – hatte andere Pläne. 😅 Als er uns von der bevorstehenden Show eines befreundeten Clowns erzählte, der extra aus Chihuahua angereist war, konnten wir nicht widerstehen. Zusätzlich hatte ich Julia, der Besitzerin der Ranch, meine Hilfe beim Vorbereiten der Speisen angeboten, die während der Veranstaltung verkauft werden sollten. Und so kam es, dass ich die Kunst der Tamales-Zubereitung erlernte.

Keine Raketenwissenschaft, aber definitiv zeitaufwendig! Die Basis bildet eine Masse aus Maisteig, die in große, eingeweichte Maisblätter gestrichen wird. Julia hatte mir eine süße Variante übergeben: eine Himbeer-Maismasse, garniert mit von ihr gekochtem Kürbis, der in einem sirupartigen Sud mit Zimt und Nelken geschmort worden war. Das Ganze wurde in das Maisblatt eingeschlagen und zu kleinen Päckchen geformt.🫔

Neben den süßen Tamales bereitete ich auch eine herzhafte Variante zu, bei der salzige Maismasse mit Hühnchenfleisch und einer würzigen grünen Tomatensalsa gefüllt wurde. Am Ende hatte ich fast 100 Tamales geformt – und das in nur zwei Stunden!

Als Dank luden uns Julia und Omar zu einem köstlichen Mittagessen ein. Während ich mich mit den Tamales beschäftigt hatte, hatte meine Namensvetterin in der Küche ein traditionelles Essen zubereitet: Hähnchenschenkel in einer reichhaltigen Mole-Soße, begleitet von Reis, Bohnen und frischen Tortillas. Es war ein Festmahl, das unsere Herzen (und Mägen) auf die bevorstehende Show einstimmte. 🍽️🍷

Nach dem Essen half Simon Omar dabei, den Hof mit Stühlen zu bestücken – für ein Publikum, das irgendwie auf sich warten ließ. Um 16 Uhr sollte es eigentlich losgehen, doch bis 16:30 Uhr hatten sich nur ein Junge aus der Nachbarschaft und vier ältere Bekannte eingefunden. Trotzdem ließ sich der Clown nicht entmutigen und führte sein Stück über die Liebe mit vollem Einsatz auf. Simon durfte sogar als Statist mitspielen, während ich das Spektakel mit Kamera und Handy festhielt.

Auch wenn die halbstündige Aufführung sehr amüsant war, tat uns der Clown leid, der vor einem so kleinen Publikum auftrat. Besonders bedauerten wir jedoch Julia und Omar, die auf einem Berg von Tamales und Tacos sitzen blieben. Doch sie nahmen es mit erstaunlicher Gelassenheit – scheinbar hatten sie solche Situationen schon häufiger erlebt. Omar erzählte uns später, dass er aus ähnlichen Gründen auch seine sonntägliche Zirkusschule nach fünf Jahren hatte aufgeben müssen. 😕

Sonntägliche Zirkusschule

Am Ende hatten wir dennoch einen lustigen und unvergesslichen Nachmittag und Tamales für den Abend sowie den nächsten Tag. Und wir nahmen einmal mehr die Lektion mit wie wertvoll es ist, solche Momente mit Menschen zu teilen, die trotz aller Widrigkeiten ihr Herzblut in das stecken, was sie lieben.

Ankunft im Paradies: Die Grutas de Tolantongo

Der nächste Tag begann früh: ⏰ Unser Wecker klingelte um 6:30 Uhr, denn wir wollten die Grutas de Tolantongo gegen Mittag erreichen und noch einen halben Tag in den Thermen genießen. Doch die Realität auf mexikanischen Straßen machte uns mal wieder einen Strich durch die Rechnung: Die 180 Kilometer lange Fahrt zog sich über fast vier Stunden – nicht nur wegen einer Baustelle in Pachuca, sondern vor allem wegen der unzähligen Bodenwellen, die unser Tempo erheblich drosselten. So rollten wir schließlich erst gegen 13:30 Uhr auf den Parkplatz der berühmten Grutas.

🌅 Da die Sonne hier bereits so früh untergeht beschlossen wir kurzerhand, erst um 18 Uhr einzufahren. So kamen wir um doppelte Gebühren herum und mussten nur für den Folgetag Eintritt zahlen – 200 MXN pro Person (ca. 10 €) sowie 30 MXN Parkgebühr. Dieser spontane Plan entpuppte sich als Glücksgriff, denn direkt oberhalb des Ticketschalters fanden wir eine freie Fläche die wie gemacht war, um dort zu parken und die Wartezeit zu verbringen.

Von hier oben hatten wir eine spektakuläre Aussicht: Zu beiden Seiten ragten steile Berghänge in die Höhe, und tief unten im Tal glitzerte der surreal blaue Fluss, der sich seinen Weg durch den Talkessel bahnt. Auch einige der azurblauen Pools, die sich wie in den Fels gedrückt an den Hang schmiegen, waren von hier oben zu sehen. Diese Kulisse hätte nicht einmal in einem Reiseprospekt besser aussehen können! 🤩

Blick auf Hotel, Pools und Fluss

Wir genossen die Aussicht, verspeisten die letzten leckeren Tamales und während ich die letzten Kapitel meines Buches auslas, verging die Zeit wie im Flug. Bald darauf war es auch schon 18 Uhr und wir konnten ins Gelände einfahren.

Einige der Thermalbecken bleiben bis 21:30 Uhr geöffnet, sodass wir den Abend noch mit einem ersten, wohltuenden Bad einläuten konnten. Die Becken, gefüllt mit 36 bis 38 Grad warmem Wasser, waren super entspannend – wenngleich wir hier nicht alleine waren. 😅 Neben uns genossen nämlich zahlreiche Hotelgäste die warmen Quellen.

Die Grutas de Tolantongo sind tatsächlich kein reines Naturparadies, wie wir eigentlich dachten, sondern ein gigantischer Hotelkomplex. Im oberen Bereich befinden sich die zahlreichen Pools, während der untere Teil das Flusstal, weitere Hotels sowie Restaurants und Geschäfte, die berühmte Grotte und den Wasserfall umfasst. Diese Teile des Geländes mussten jedoch bis zum nächsten Tag warten. Bis dahin versuchten wir, die Eindrücke dieses riesigen Areals zu verarbeiten…

Was uns besonders überraschte: Obwohl die Grutas de Tolantongo bei Mexikanern ein absoluter Hit zu sein scheinen, waren sie nicht einmal in meinem deutschen Reiseführer erwähnt. Kein Wunder, dass wir auf so eine riesige Tourismusmaschinerie nicht vorbereitet waren! Es fühlte sich an wie ein geheim gehaltenes Juwel, das vor allem von Einheimischen geschätzt wird.

Unser Abend endete in den warmen Becken, mit Blick auf die dunkler werdenden Berge und dem Gefühl, an einem ganz besonderen Ort angelangt zu sein – auch wenn dieser längst kein Geheimtipp mehr ist. 🙉

Ein magischer Tag in den Grutas de Tolantongo

Es war einer dieser Morgen, an denen einfach alles passte: Fröhliches Vogelgezwitscher, wärmende Sonnenstrahlen und eine Luft, die nach Abenteuer und Erholung zugleich roch. Die Vegetation hier auf „nur noch“ 1.600 Metern war ganz anders als in den Höhenlagen, die wir zuvor durchquert hatten – tropisch, um nicht zu sagen fast exotisch! Überall wuchsen Bananenstauden und die großen, leuchtend roten Blüten der Weihnachtsstern-Bäume waren ein absoluter Blickfang. 🌺

Mit einer dampfenden Tasse Kaffee in der Hand saßen wir in der Morgensonne und ließen den Blick über die schroffen Berghänge schweifen. Das war mal wieder einer dieser Momente, in denen man einfach kurz innehalten, tief durchatmen und dankbar sein musste. 🙏

Kaum hatten wir unseren Kaffee ausgetrunken schlüpften wir auch schon in unsere Badesachen, schnappten uns ein Handtuch und liefen hinunter zu den Infinity Pools. So früh am Morgen waren wir fast allein – kein Gemurmel, kein Gedränge, nur wir und die Natur. ♥️ Die Becken waren schon von außen ein Traum, aber als wir ins von der Sonne bereits gewärmte Wasser glitten, wurde es noch besser: Der Blick über den Beckenrand hinaus auf die umliegenden Berghänge, die von Säulenkakteen gespickt waren, war atemberaubend. 🏜️

Das Wasser war angenehm warm – so warm, dass wir gar nicht mehr raus wollten! Am Vorabend war es uns fast ein bisschen zu kühl gewesen, aber jetzt, in der Morgensonne, war es perfekt. Wir genossen jede Minute, bevor die ersten Reisebusse das Gelände erreichten.

Mit noch leicht schrumpeligen Fingern zogen wir uns in unseren Van zurück und gönnten uns ein ausgiebiges Frühstück. Gestärkt und glücklich machten wir uns anschließend auf den Weg – zum zweiten Teil des Geländes. 🚐💨

Der untere Bereich der Grutas war einfach nur – WOW. 🤩 Schon der erste Blick auf den warmen Thermalfluss ließ uns staunen. Dieses intensive Blau – es sah aus wie gemalt, fast schon unwirklich. Nicht zu fassen, dass wir das gerade wirklich mit eigenen Augen sahen!

Die Betreiber hatten, mittels Steinen im Flussbett, immer wieder kleine Badebereiche geschaffen. Der Kontrast zwischen dem leuchtend blauen Wasser und den grünen Berghängen drumherum war ein echter Augenschmaus. Wir waren uns einig: Das war einer der schönsten Orte, die wir je gesehen hatten. 💕

Auf dem Campingareal, das direkt am Fluss lag, trafen wir auf eine kleine, internationale Vanlife-Community. Zwei Schweizer Vans, ein kanadisches Gespann und ein französisches Expeditionsmobil hatten sich hier häuslich eingerichtet. Wie schön, mal wieder ein paar Gleichgesinnte zu treffen aber für uns ging es direkt weiter: Wir wollten keine Zeit verlieren, denn für den nächsten Tag war ein heftiger Temperatursturz und Regen angekündigt.

Wir liefen am Fluss entlang und entdeckten immer mehr dieser kleinen, aufgeschütteten Badeareale. Irgendwann erreichten wir den Zugang zur Grotte – und was uns dort erwartete, verschlug uns buchstäblich die Sprache. 🫢

Schon von Weitem hörten wir das tosende Wasser, und als wir um die letzte Biegung kamen, standen wir einfach nur da und staunten. 😯 Ein mächtiger Wasserfall ergoss sich in unzähligen Kaskaden über die Felsen und bildete einen dichten Vorhang aus glitzerndem Wasser. Dahinter lag die Grotte – geheimnisvoll, fast mystisch.

Zugang zur Grotte

Um hineinzugelangen, mussten wir durch das kalte Wasser des Wasserfalls laufen. Der Kontrast war heftig: draußen eiskalt, drinnen angenehm warm. Die Grotte selbst war riesig, mit hohen Decken, von denen das warme Thermalwasser in einem mächtigen Strahl herabdonnerte.

Und als wir dachten, es könnte nicht besser werden, entdeckten wir den dunklen Tunnel oberhalb der Grotte. Hier war es fast komplett stockdunkel, nur das leise Plätschern des Wassers begleitete uns. Das warme Wasser, das durch Wände und Decke sickerte, erzeugte eine fast schon unwirkliche Atmosphäre – wie ein natürliches Dampfbad. Wir konnten gar nicht glauben, wie viel Schönheit an einem einzigen Ort vereint war. 😲

Völlig überwältigt von den Eindrücken liefen wir zurück zum Van. Wir parkten noch einmal auf den oberen Parkplatz und beschlossen, den Tag in den Infinity Pools ausklingen zu lassen. Schließlich erlaubte uns das Tagesticket einen Aufenthalt bis 20 Uhr, und den kostenfreien Stellplatz für die Nacht nur wenige Meter weiter hatten wir ja bereits am Vortag klargemacht. 😉

Ein eisiger Wetterumschwung und eine frische Nacht im Nationalpark El Chico

Tatsächlich sollte sich die Wetterprognose als wahr erweisen: Über Nacht hatte es einen extremen Temperatursturz von mehr als 15 Grad gegeben! Waren wir tags zuvor noch von blauem Himmel und warmem Sonnenschein begrüßt worden, so erwarteten uns am Mittwochmorgen graue, tiefhängende Wolken, die die Bergkuppen förmlich verschluckten. Auch das Außenthermometer wollte sich partout nicht über frische 6 Grad hinaus bewegen. Gut, dass wir diesen Wetterumschwung auf dem Schirm gehabt und uns am Vortag entsprechend beeilt hatten. Ein weiterer, gemütlicher Badetag war somit undenkbar. Ich wäre aus dem Frieren und Zähneklappern nicht mehr herausgekommen! 🥶

Deshalb schlängelten wir uns mit unserem Wohnmobil die engen Serpentinen wieder hinauf, hinein in die dichten Wolken. Bald konnte man keine 200 Meter weit mehr sehen, und das Fahren wurde dadurch nicht unbedingt angenehmer. Beim Füllen unserer Trinkwasserkanister war es immer noch unangenehm nasskalt, doch je weiter wir nach Pachuca kamen, und damit auch wieder einige Meter höher, umso freundlicher wurde es.

Die Stadt streiften wir jedoch nur am Rande, denn unser Ziel war der Nationalpark El Chico auf knapp 2.800 Metern Höhe. Dort fanden wir in einem schattigen Wäldchen mit ausgewiesenem Campingbereich und kleinen Cabañas einen netten Platz für die Nacht. Der Park hatte seinen ganz eigenen Charme: Ein kleiner Stausee lag nur wenige Schritte entfernt, und während wir ihn umrundeten, konnten wir uns nach der zähen Fahrt noch ein wenig die Beine vertreten.

Allerdings wurde es nach Sonnenuntergang so schnell unangenehm frisch, dass wir uns bald in unser mobiles Zuhause zurückzogen. Daheim ist es eben doch am schönsten, besonders wenn man sein „Zuhause“ immer dabei hat. 🥰

Rundwanderung und ein unerwarteter See

Der nächste Morgen war etwas anders als geplant, denn der schattige Wäldchen-Campingplatz bot wenig Sonne und eher düstere Atmosphäre. Deshalb entschieden wir, schnell weiterzufahren – nur knappe vier Kilometer entfernt erwartete uns bereits der nächste Campingplatz Llano El Churro, der uns bei der Ankunft mit einem gänzlich anderen Anblick begrüßte. Aber bevor wir uns weiter in das Vergnügen stürzten, gab es erstmal ein kleines Abenteuer für unseren Van: Die letzten 800 Meter des Schotterwegs waren, auf Grund des losen Untergrundes gemischt mit Bodenwellen und einem steilen Hang, eine echte Herausforderung. Aber Simon, der in den letzten 28 Monaten seine Fahrkünste perfektioniert hatte, meisterte das Gelände zum Glück mit Bravour. 😀 Und dann, endlich, öffnete sich eine sonnendurchflutete Lichtung mitten im Wald – das perfekte neue Zuhause für die Nacht. Was für ein Unterschied zu unserem vorherigen Platz, der alles andere als einladend war!

Nach der Zahlung der Einfahrts- und Campinggebühr war es an uns, unseren Stellplatz auszusuchen. Wir entschieden uns für einen der freien Wiesenplätze und genossen die frische, sonnige Luft. Während Simon sich an den Laptop setzte und an unserem nächsten YouTube Vlog weiterarbeitete entschied ich mich, den Wald ein wenig zu erkunden. Die Wanderung begann direkt vor unserer Haustür auf der grünen Wiese, die schnell in einen schattigen Wald überging – ein schöner Kontrast, der ausnahmsweise nicht nur von Kiefern, sondern auch von Tannen und anderen Baumarten geprägt war. 🌲🌳 Doch bereits nach wenigen Metern musste ich schon wieder kehrt machen, weil der Akku unseres Film-Handys direkt schlapp machte und ich die Powerbank im Van hatte liegen lassen. Hoffentlich lässt sich die Batterie in Deutschland bald ersetzen, sonst müssen wir uns wohl nach neuem Film- Equipment umsehen… 💸💸💸

Nach der kurzen Unterbrechung setzte ich meine Wanderung fort und stieß bald auf einen kleinen Wasserfall, der allerdings eher einem Rinnsal glich und nicht sonderlich spektakulär war. Doch ein paar Minuten später offenbarte sich eine schöne Überraschung: Ein wunderschöner See, umrahmt von Bäumen und Wolken, die sich sanft auf dem Wasser spiegelten.

Der Anblick erinnerte mich sofort an den Arareco See, den wir vor einigen Monaten nahe des Kupfer Canyon entdeckt hatten. Ich sah noch ein bisschen zu, wie der Wind leicht die Wasseroberfläche kräuselte, bevor ich den Rundweg final beendete und zurück zum Van kehrte, wo Simon erfreulicherweise schon weit gekommen war. Perfekt! So blieb noch genug Zeit, um die letzten Sonnenstrahlen zu genießen, bevor die hohen Bäume und Felsen noch früher als sonst das letzte Tageslicht verschluckten… 🌄

Abstecher nach Mineral del Monte: Pastes, Silberminen und Weihnachtszauber

Da wir noch keine Lust hatten, zurück auf den Campingplatz in Teotihuacan zu kehren, und sich das magische Dörfchen Mineral del Monte zufälligerweise ganz in der Nähe befand, unternahmen wir am Freitag kurzerhand noch einen Ausflug dorthin.

Der Ort ist vor allem für seine Silberminen bekannt, die um 1825 viele britische Arbeiter anzogen, die hier das große Geld witterten. Die Stadt war während der Kolonialzeit eine der wichtigsten Bergbauregionen Mexikos und noch heute gibt es im gesamten Bundesstaat Hidalgo ein extrem leckeres Überbleibsel der Briten (auch wenn man es kaum glauben mag): Pastes. Hierbei handelt es sich mehr oder weniger um Empanadas – also um herzhaft gefüllte Teigtaschen. Diese konnten die Minenarbeiter lange warm halten und auch mit schmutzigen Händen problemlos verzehren. Das war also des Rätsels Lösung! 😃 Die vielen Pastes Läden waren uns bereits vor Monaten aufgefallen, als wir zum ersten Mal die Region durchquerten, weil es Empanadas ansonsten in Mexiko nämlich nicht gibt.

Wir hatten zwar unsere liebe Not, am frühen Vormittag ein bereits geöffnetes Paste-Lokal zu finden, aber schließlich entdeckten wir bei Pastes Dificultad offene Türen. Simon orderte eine Paste Mole Rojo con Pollo und ich eine traditionelle Papas con Pollo und beide waren so lecker, dass wir gleich noch eine zweite Runde zum Mitnehmen bestellten.

Lecker! 😋
Im Englischen heißt es übrigens corn pasty

Anschließend besichtigten wir die stillgelegte Mine de Acosta, wo es allerlei originale Werkzeuge, Flur- und Förderwägen zu begutachten gab. Darüber hinaus konnten wir, zusammen mit einem Guide und einer Gruppe, immerhin 400 Meter in einen der Grubentunnel vordringen, die es zu aktiven Zeiten auf 17 verschiedenen Ebenen gab.

Bereits um 19. gab es Staubschutz Masken – die haben die armen Mineros in Potosî (Bolivien) heute nicht!

Da der Tag nach der Besichtigung immer noch jung war, zog es uns unweigerlich noch ins hübsche Ortszentrum, wo alles bereits im festlichen Weihnachtsschmuck glänzte. 🎄✨

Aufgrund einer abendlichen Veranstaltung war der einzige zentrale Parkplatz, auf dem Übernachten gestattet gewesen wäre, jedoch abgeriegelt, sodass wir uns letztendlich dazu gezwungen sahen, seit längerem mal wieder eine romantische Nacht an einer Tankstelle zu verbringen. ⛽️😴

Vorfreude auf Mexico City

Zurück auf der Rancho Viejo in Teotihuacan bei Julia und Omar vergingen die letzten drei Tage vor unserer Abreise nach Mexiko-Stadt wie im Flug. Vor dem Packen musste noch einiges erledigt werden: Wäsche waschen, die letzten Artikel für die Reise einkaufen, den neuen VLOG fertigstellen und hochladen – und natürlich wollten wir noch die Preise fürs Van-Abstellen in Erfahrung bringen. Schließlich ging es um die 14 Tage in Mexico City und die 6 Wochen, die wir von Mitte Januar bis Ende Februar in Deutschland verbringen werden.

Es war ein ganz schöner Wirbel, aber auch eine spannende Vorfreude auf das, was kommt. Nächste Woche kann ich dir dann von unserem hoffentlich schicken, zentral gelegenen Apartment in der Hauptstadt berichten und dir auch unseren flauschigen, vierbeinigen Mitbewohner vorstellen.

Bis dahin wünsche ich dir eine gute Zeit und vor allem einen tollen Rutsch ins neue Jahr 🥂🎆 – möge es voller Glück, Zufriedenheit und vor allem Gesundheit sein! 🐷🍀🎩 Vielleicht gehört ja zu deinen guten Vorsätzen, unserer Reise auch im neuen Jahr weiter zu folgen und uns regelmäßig zu unterstützen – darüber würden wir uns riesig freuen! Sei es durch fleißiges Lesen oder Video-Schauen, oder mit einer kleinen Spende, damit wir uns auch technisch stetig weiterentwickeln und verbessern können.

Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen in 2025 und bedanken uns herzlich fürs Mitreisen!🌟

Alles Liebe von euren SiJus – Simon & Julia ♥️

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NEW BLOG POST 🇲🇽 (01. – 07.12.2024) Eine Woche voller Herausforderungen in Teotihuacan

Von der Ruhe mitten hinein in die Lebendigkeit

Raus aus der stillen und unberührten Natur des Nationalparks Iztaccíhuatl-Popocatépetl und rein ins lebendige, wuselige und laute Teotihuacán! Da wir den Ort bereits vor einigen Monaten besucht hatten, genauso wie die beeindruckenden Pyramiden, die dieses magische Dörfchen auszeichnen, wussten wir bereits bestens Bescheid. Ohne Umwege checkten wir direkt auf dem zentral gelegenen RV Park ein.

Rückblick: Juli 2024

Von dort aus konnten wir alle Besorgungen ganz bequem zu Fuß erledigen und uns am Abend ein weiteres Mal die ausgezeichneten Tacos schmecken lassen – nur diesmal leider ohne die nette Gesellschaft von Max und Merle, mit denen wir beim letzten Mal eine großartige Zeit verbracht hatten.

Damals… 💕
…Heute 😛

Umzug auf die Rancho El Viejo

Da das Internet auf dem RV Park nicht funktionieren wollte, und der Platz uns für längere Aufenthalte ohnehin zu umtriebig erschien, zogen wir am nächsten Vormittag kurzerhand um. Unser rollendes Zuhause parkten wir auf der Rancho El Viejo, wo wir die nächsten Tage verbringen sollten.

Die Ranch war ein wahrer Traum! Das weitläufige Gelände entsprach tatsächlich der Fläche, die man sich bei einer Ranch vorstellt. Hier gab es nicht nur drei Schafe, die den Rasen zuverlässig kurz hielten, sondern auch die freundliche, alte Eselin Rita und drei liebe Hunde: Chiara, Amber und Werro. 🫏🐕

Welpen der Nachbars Hündin 🥰
Den Kleinsten hätten wir am liebsten mitgenommen

Wir wurden von Omar und seiner Mutter Julia so herzlich begrüßt, so dass wir uns auf Anhieb wie zu Hause fühlten. ♥️ Besonders die sauberen Sanitäranlagen mit kochend heißen Duschen waren eine Wohltat. Und in der großen, überdachten Außenküche konnten wir es uns mit unseren Laptops bequem machen – die perfekten Bedingungen, um für ein paar Tage in Ruhe zu verweilen, zu arbeiten und die entspannte Atmosphäre zu genießen. 👩🏼‍💻👨🏻‍💻

Geburtstagsfeier mit neuen Freunden

Am Mittwoch legten wir eine Pause von der Arbeit ein, denn wir hatten eine freudige und unerwartete Nachricht erhalten: Martin und Sabine, bekannt als Write.around.the.World, hatten uns über Instagram kontaktiert. Die beiden folgten schon seit einiger Zeit unserer Reise und wie es der Zufall wollte, waren sie ebenfalls gerade in Teotihuacán. Und als wäre das nicht Grund genug für ein Treffen, feierte Martin an diesem Tag auch noch seinen 65. Geburtstag! 🎁🎂🥳

Natürlich nahmen wir die Einladung zu Kaffee und Kuchen gerne an, um ihm den besonderen Tag fernab von Familie und Freunden etwas zu versüßen. Da die beiden auf dem RV-Park campten, mussten wir unseren Van dorthin bewegen was uns zeitgleich die Gelegenheit bot, vorher noch ein paar Einkäufe zu erledigen und unsere leeren Trinkwasservorräte aufzufüllen.

Als wir ankamen, warteten die beiden bereits am Gehweg auf uns. Obwohl wir uns vorher noch nie persönlich getroffen hatten fühlte es sich sofort an, als würden wir alte Freunde wiedersehen. 🥰 Die Chemie stimmte auf Anhieb, und wir folgten ihnen in eine kleine, urige Schokolaterie, die nur wenige Gehminuten entfernt lag.

Die Auswahl an Schokoladen – pur und mit den verschiedensten Aromen – war überwältigend. Ich entschied mich für eine heiße Schokolade mit Orange und Kardamom und hätte mich ehrlich gesagt in die Tasse hineinlegen können. 🤤 Auch die Kuchen waren köstlich, und wir plauderten stundenlang über unsere jeweiligen Reisen: Wir kamen aus dem Süden, sie aus dem Norden.

Heiße Schokolade mit Sabine & Martin

Die Zeit verging wie im Flug, und als die Dunkelheit hereingebrochen war beschlossen wir spontan, den Tag mit einem gemeinsamen Abendessen bei unserem geliebten kleinen Taco-Imbiss ausklingen zu lassen.

Was für ein schöner, gelungener Tag! Wieder einmal zeigte sich, wie schnell man mit anderen Reisenden auf einer Wellenlänge sein kann. 🙂

Weihnachtspläne in Mexiko City

Während unserer Tage auf der Rancho El Viejo verbrachte ich einige Stunden am Telefon, um mit Haustierbesitzern in Mexiko-Stadt zu sprechen, bei denen wir uns online für ein Housesitting beworben hatten. Die Apartments, um die es ging, waren allesamt schick und lagen in guten Vierteln der Metropole. Während die meisten Wohnungen von zwei Katzen bewohnt wurden hatte Briana – eine der Besitzerinnen – einen Hund. 🐕

Wie es der Zufall so wollte, erhielten wir schließlich auch von Briana die Zusage. 😍 Kurz darauf meldete sich auch Daniella, die Erste, mit der wir gesprochen hatten, und wollte uns ebenfalls ihr Vertrauen aussprechen. Doch leider kam ihre Nachricht etwas zu spät, denn wir hatten Briana bereits zugesagt – was Simon sehr entgegenkam, da er Hunde sowieso mehr favorisiert als Katzen.

Es war tatsächlich ein kleines Geduldsspiel: Erst die sechste Bewerbung und das dritte Telefonat brachten uns den Erfolg, aber jetzt ist klar, dass wir die Weihnachtsfeiertage, Silvester und Neujahr in Mexiko-Stadt verbringen werden. 🎉 Und zwar in einem hübschen Apartment, ganz für uns alleine, und mit der Gesellschaft eines hoffentlich süßen und braven Mischlingshundes.

Endlich sind unsere Pläne für die kommenden Wochen konkret, und wir freuen uns schon darauf, die Feiertage in der lebendigen Hauptstadt erleben zu dürfen. ♥️🥂

Shop-Chaos und kreative Lösungen…

Während unserer entspannten Tage auf der Rancho El Viejo erreichten uns die ersten Bestellungen für unsere Emaille-Tasse und den wunderschönen Südamerika-Panorama-Kalender. Voller Vorfreude und Motivation machte ich mich sofort ans Werk, um die Bestellungen direkt aufzugeben und somit sicherzustellen, dass die Artikel ihre Käufer so schnell wie möglich erreichen würden. 🎁

Preis: 26,90 € inkl. Versandkosten

Die Kalender waren in Rekordzeit bestellt und bereits einen Tag später erhielten die ersten Kunden die Versandbestätigung – alles lief wie am Schnürchen. Doch als ich mich an die Bestellung der Tassen machte, traf mich fast der Schlag: Der Onlineshop, bei dem wir die Tassen produzieren lassen wollten, verkündete in großen roten Lettern, dass Bestellungen nach dem 30. November erst im neuen Jahr bearbeitet würden. Ab dem 13. Januar!

Was für ein Schock! 😲 Und vor allem: Welche Firma lässt sich bitte das Weihnachtsgeschäft entgehen? Ich saß wie gelähmt vor meinem Laptop und fragte mich, was wir nun tun sollten… Unsere ersten eigenen Artikel, liebevoll designt und als Weihnachtsgeschenke beworben, sollten erst Ende Januar bei den Käufern eintreffen? Das war schlichtweg keine Option. ❌

In meiner Verzweiflung machte ich mich auf die Suche nach alternativen Anbietern. Nach einigen Stunden Recherche fand ich tatsächlich eine gute Alternative. Allerdings hatte das Ganze einen Haken: Die Tassen waren dort deutlich teurer, und so mussten wir unseren Preis von 19,90 € anpassen. Für die bereits bestellten Tassen blieb uns nichts anderes übrig, als sie ohne Gewinn zu versenden…

Neuer Preis: 23,90 € inkl. Versand

Wieder eine Lektion fürs Leben gelernt: Weihnachtsgeschäft und Betriebsferien passen nicht zusammen. Aber immerhin konnten wir so verhindern, dass unsere Kunden enttäuscht unter dem Weihnachtsbaum sitzen – und das war es uns allemal wert! 🎄🌟

Ausblick: Heiße Quellen und Parkplatzsorgen

Das war’s auch schon mit diesem Blog-Eintrag! Die vergangene Woche verlief etwas ruhiger als sonst, aber wir sind nun bereit für neue Ziele. 🧭 Unser nächster Stopp? Die Grutas de Tolantongo! Diese beeindruckende Naturkulisse hatten wir bei unserem ersten Besuch im Juni aufgrund von schlechtem, kaltem und regnerischem Wetter auslassen müssen. Doch diesmal stehen die Chancen besser, doch noch in den Genuss dieses einzigartigen Highlights zu kommen. ✊🏻🍀

Die Grutas de Tolantongo sind ein Naturparadies inmitten der Berge des Bundesstaates Hidalgo. Die Hauptattraktion sind die atemberaubenden heißen Quellen, die terrassenförmig angeordnet und von einem kristallklaren Fluss gespeist werden, der durch eine riesige Tropfsteinhöhle entspringt. Das türkisfarbene Wasser, die dampfenden Pools und die spektakuläre Schlucht drumherum machen diesen Ort zu einem absoluten Traumziel für Naturliebhaber – und wir können es kaum erwarten, euch davon zu berichten! 🤩

Foto von http://www.transpaisturismo.com.mx
Foto von http://www.guadalajara.travel

Und neben dem Naturgenuss steht bei uns in den nächsten Tagen auch ein bisschen Organisation auf dem Plan: Wir müssen uns auf die Suche nach einem geeigneten Abstellplatz für unseren Van machen. Dieser wird nicht nur während der Zeit des House-Sittings in Mexico City sicher stehen müssen, sondern auch für die fünf bis sechs Wochen im neuen Jahr, die wir für unseren Visa-Run nach Deutschland einplanen. ✈️🧳

Also seid gespannt, was die nächsten Wochen so bringen und vergesst nicht, wieder reinzuschauen!

Bis dahin wünschen wir frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 🎄🎅🏻🌟

Da dieser Beitrag kurz vor Weihnachten erscheint möchten wir uns bei euch allen von Herzen bedanken! Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und auch wir gönnen uns nun eine kleine, kreative Weihnachtspause. Ein großes Dankeschön an alle, die uns auf unserer Reise begleiten – egal ob auf Instagram, YouTube, hier im Blog oder an allen Fronten! Eure Unterstützung, sei es durch Likes, Kommentare oder einfach durch das Mitfiebern, bedeutet uns unglaublich viel. ♥️

🎥 YouTube: www.youtube.com/@sijucampervan

📸 Instagram: www.instagram.com/siju_campervan

Für uns war 2024 ein Jahr voller spannender Momente, neuer Begegnungen und wertvoller Erfahrungen – und es wird noch einiges mehr kommen! In diesem Sinne wünschen wir euch allen ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und vor allem Gesundheit, Glück und viele Abenteuer im kommenden Jahr. Wir sind gespannt, was 2025 für uns bereithält und freuen uns darauf, unsere Erlebnisse weiterhin mit euch zu teilen! 🍀🥂🐷

Also, macht es euch gemütlich, lasst euch von der Festtagsstimmung anstecken und schaut auch im neuen Jahr wieder bei uns vorbei. 💫

NEW BLOG POST 🇲🇽 (26. – 30.11.2024) Popocatépetl entdecken: Vulkanwanderung, unvergessliche Aussichten und Vanlife-Momente

Tag 1: Dem Popocatépetl so nah wie nie

Am Dienstag verließen wir nach einer Woche das magische Dörfchen Tepoztlán und machten uns auf den Weg zu einem Naturhighlight, das uns im Juli aufgrund schlechten Wetters und Regens verwehrt geblieben war: der Popocatépetl, der mit 5.426 Metern zweithöchste Berg Mexikos und ein aktiver Vulkan, der seinem Namen „rauchender Berg“ alle Ehre macht. 🌋

Bevor wir zum Besucherzentrum des Iztaccíhuatl-Popocatépetl-Nationalparks aufbrachen, stockten wir im Walmart unsere Vorräte auf. Schließlich wussten wir nicht, wie lange wir in dieser beeindruckenden Naturkulisse verweilen würden. Von 1.600 Metern und sommerlichen 28 Grad ging es über eine gut asphaltierte, kurvenreiche Straße hinauf auf 3.700 Meter.

Blick auf den Iztaccíhuatl

Am Parkplatz des Visitor Centers angekommen, zeigte das Thermometer nur noch 14 Grad. Die kühle Bergluft machte uns sofort bewusst, dass wir uns in einer völlig anderen Klimazone befanden. Der Anblick des Popocatépetl war atemberaubend: Aus nächster Nähe wirkte der rauchende Vulkan noch imposanter, und der erloschene Schwestervulkan Iztaccíhuatl, dessen Name „schlafende Frau“ bedeutet, schien zum Greifen nah. In der Ferne zeichnete sich sogar die schneebedeckte Spitze des Pico de Orizaba ab – mit 5.636 Metern der höchste Berg Mexikos und ebenfalls ein erloschener Vulkan.

Mit freundlicher Genehmigung des wachhabenden Polizisten parkten wir unseren Van am äußersten Rand des Besucherparkplatzes. Von dort hatten wir durch unser Seitenfenster eine freie Sicht auf den rauchenden Popocatépetl und aus dem Beifahrerfenster auf die schlafende Schwester. Es fühlte sich an, als hätten wir uns zwischen diesen beiden Naturgiganten eingenistet – ein atemberaubendes Panorama, das uns sprachlos machte. 😮‍💨

Der Iztaccíhuatl-Popocatépetl-Nationalpark:

Der Nationalpark wurde bereits 1935 gegründet und zählt zu den ältesten Schutzgebieten Mexikos. Er umfasst eine Fläche von etwa 40.000 Hektar und beherbergt eine beeindruckende Artenvielfalt. Neben Pinien- und Eichenwäldern findet man hier auch alpine Vegetation. Die beiden Hauptattraktionen des Parks, der aktive Popocatépetl und der erloschene Iztaccíhuatl, sind eng mit der mexikanischen Mythologie verwoben. Der Legende nach handelt es sich bei den Vulkanen um zwei Liebende: den Krieger Popocatépetl und die Prinzessin Iztaccíhuatl, die im Tod vereint wurden.

Fun Fact: Der Popocatépetl ist einer der aktivsten Vulkane der Welt. Seit seiner letzten großen Eruption 1994 stößt er regelmäßig Rauch und Asche aus. Der Zutritt zu seinen Hängen ist aus Sicherheitsgründen streng verboten, während der Iztaccíhuatl bei Wanderern und Bergsteigern sehr beliebt ist.

Mit diesem perfekten Stellplatz und der einzigartigen Kulisse freuten wir uns darauf, die nächsten Tage in der Nähe dieser beeindruckenden Vulkane zu verbringen. 🤩

Tag 2: Vom Frost in die Sonne – Ein Wandertag im Nationalpark

Nach einer bitterkalten Nacht (das Innenraum-Thermometer zeigte morgens um 8 Uhr frische 5 Grad an, und unter dem Van hatten sich sogar Eiszapfen an der Wasserablaufstelle gebildet) starteten wir den Tag mit einem kleinen Ritual: Standheizung anwerfen! Ohne warme Hände und Füße wollten wir uns nämlich nicht an die Vorbereitung unserer Wanderrucksäcke machen.

Doch kaum war die Sonne aufgegangen, wärmte sie die Umgebung schnell auf und der Himmel präsentierte sich in einem strahlenden Azurblau – klarer und intensiver, als wir ihn je erlebt hatten. Die Aussicht auf Bewegung lockte uns, auch wenn ich noch mit den Nachwehen eines 30-minütigen HIIT-Workouts kämpfte, das ich zwei Tage zuvor aus der Laune heraus absolviert hatte. Mit steifen Oberschenkelrückseiten humpelte ich los, aber der Anblick der sanft im Wind wiegenden, goldfarbenen Gräser und der majestätischen Vulkane machte alle Beschwerden in Windeseile vergessen. 😍

In der Ferne der Pico de Orizaba

Unsere kleine Wanderung führte uns etwa sechs Kilometer durch dichte Kiefernwälder, die immer wieder kleine Lichtungen freigaben. Nach gut einer Stunde erreichten wir die grüne Lagune, die vom Apatlaco-Fluss gespeist wird. Dort erwartete uns ein friedlicher Anblick: Die still daliegende Lagune war von bewaldeten Hügeln umgeben, und in der Ferne rauschte ein kleiner Wasserfall, dessen Gischt im Sonnenlicht einen Regenbogen formte.

Wir suchten uns ein Plätzchen am Ufer, ließen den Blick über die Wasseroberfläche schweifen und genossen diesen Moment der Freiheit. Ab und zu hüpfte eine große Forelle aus dem Wasser – ein faszinierender Anblick, auch wenn Angeln hier streng verboten war. 🎣🚫

Nach einem leckeren Vesper, bestehend aus selbst gebackenem Maisbrot mit Käse und Paprika, machten wir uns über den gleichen Waldweg auf den Rückweg. Am Parkplatz angekommen, begrüßte uns der Popocatépetl mit einer dichten, grauen Aschewolke – als wollte er uns daran erinnern, dass wir uns in seinem Reich befanden.

Was für ein unvergesslicher Tag voller Kontraste – vom eisigen Morgen bis zum wärmenden Sonnenschein, von anstrengenden Schritten bis zur völligen Ruhe am Wasser. 😊

Tag 3: Von der Stille des Vulkans und guten Neuigkeiten

Da wir hier oben jedoch keinerlei Internetempfang hatten und es im Visitor Center weder Mülleimer noch Toiletten, geschweige denn WLAN gab, beschlossen wir am Donnerstag, nach dem morgendlichen schwarzen Wachmacher, einige Kilometer den Berg hinabzufahren, bis mein Handy ein schwaches, aber stabiles LTE-Signal anzeigte. Wir warteten gespannt auf eine Antwort zu unseren zwei House Sitting Bewerbungen – und tatsächlich hatte sich eine der beiden Mädels bereits gemeldet. Sie fand unser Profil sehr passend und sagte, dass es viele Ähnlichkeiten zwischen uns gebe. Sie würde uns am Wochenende gerne anrufen um zu sehen, ob sich das erste Bauchgefühl bestätigen würde. Was für eine großartige Nachricht am frühen Morgen! 😃

Wir hofften sehr, dass beim Telefonat Sympathie auf beiden Seiten entstehen würde, damit wir im Dezember nicht nur das schicke Heim von Claire, sondern auch ihre zwei niedlichen Katzen hüten dürften. So viel zu den guten Neuigkeiten. Doch bevor es weiterging, wollten wir noch die Kommentare zu unserem jüngsten YouTube-Video beantworten und die E-Mails checken, bevor wir wieder den Berg hinauf zum Parkplatz fuhren.

Für die zweite geplante, längere Wanderung war es inzwischen schon zu spät, also setzte sich Simon an den Laptop, um den nächsten Vlog zu schneiden, während ich endlich meinen lang ersehnten Marmorkuchen backen konnte. Es war windig und richtig böig – ideal, um einen ruhigen Tag im Van zu verbringen und auf besseres Wanderwetter am nächsten Tag zu hoffen. ☕️🍰

Am Abend jedoch reichte es noch für einen kurzen Spaziergang. Simon blieb im Van, und ich lief den 2 Kilometer langen Naturlehrpfad El Caracol ab. Dieser spiralförmige Naturlehrpfad, der wie ein Schneckenhaus von außen nach innen führte, überraschte mich immer wieder mit neuen, sensationellen Ausblicken:

Obwohl ich den rauchenden Vulkan eigentlich im Rücken vermutete tauchte er plötzlich, wie aus dem Nichts, vor mir auf. Es war ein atemberaubender Anblick! Besonders bemerkenswert war die Stille, die hier herrschte: Außer dem sanften Rauschen des Windes und dem Knacken der Kiefernnadeln unter meinen Schuhen war rein gar nichts zu hören. Diese Stille zog sich durch die ganze Nacht. Ich wachte mitten in der Nacht auf und lauschte nach außen: Wie sehr wir uns in den vergangenen 12 Monaten in Zentralamerika und Mexiko doch an Umgebungsgeräusche gewöhnt hatten! In der Regel fährt immer irgendwo ein Auto, knattert ein Truck, bellen Hunde oder dröhnt Musik – aber hier, am Popocatépetl, herrschte eine absolute, wohltuende Stille. 😴

Tag 4: Wandern im Schatten des Vulkan Popocatépetl

Am Freitag schnürten wir dann noch einmal die Wanderstiefel und machten uns bereit für einen etwa 10km langen Rundweg. Dieser führte zuerst sanft, aber stetig bergauf. Den erloschenen, in der Sonne rot glühenden Iztaccíhuatl stets vor Augen und den Aschewolken produzierenden Popo im Rücken. Nach etwa der Hälfte des Weges änderte sich die Richtung und ab jetzt hatten wir den rauchenden Berg immer im Blick. 🤩 Der Himmel war neuerdings Stahlblau und ohne eine einzige Wolke am Himmel, mit Ausnahme der vom Vulkan produzierten Rauchfahne. Auch die Schneekuppe des Pico de Orizaba war in der Ferne, hinter den grünen Kiefern und den goldfarbenen, dichten Grasbüscheln, deutlich zu erkennen. Dank des sonnigen Wetters konnte ich selbst auf fast 4.000 Metern Höhe problemlos im T-Shirt wandern. Nur sobald man Pause machte musste man, auf Grund des leichten aber permanenten Windes, sofort ein Jäckchen überziehen. Schöner und spektakulärer kann wandern kaum sein. Und am Abend, zurück im Van, stellte ich dann nach 28 Monaten leben im Van fest, dass der Brausekopf unserer Dusche bis zum gegenüberliegenden Spülbecken reicht. 😅Somit kann ich, trotz kaputter Duschwanne, im Van meine Haare waschen. Vorausgesetzt, Simon bedient auf mein Kommando hin die Armatur in der Dusche. Man lernt einfach nie aus und kommt immer wieder auf neue Ideen…. 😄

Schön war’s! 🤩

Nächste Woche geht unsere Reise durch Mexiko weiter. 🇲🇽🚐💨 Bis dahin wünschen wir euch eine gute Zeit und sagen Danke fürs Reinschauen. ♥️

NEW BLOG POST 🇲🇽 (19. – 25.11.2024) Tepoztlán: Vanlife, Traditionen und ein Hauch von Abenteuer

Ein Juwel in den Bergen – Ankunft in Tepoztlán

Unser Weg führte uns nach Tepoztlán – einem charmanten Dorf, das mit seinen engen Kopfsteinpflastergassen und der atemberaubenden Kulisse in einem schmalen Talkessel auf 1.700 Metern Höhe gelegen ist. Die steilen, schroffen Berghänge, die den Ort umschließen, ließen uns schon bei der Ankunft staunen. 😯

Doch die Suche nach einem geeigneten Parkplatz gestaltete sich zunächst knifflig. Rund um die Plaza war fast überall Parkverbot, und der von einem Motorradpolizisten empfohlene, kostenfreie Parkplatz am Friedhof drei Blocks weiter wirkte wenig einladend. Zum Glück führte uns der Zufall zur Posada Guayacan, wo sich der Parkplatz schnell als Volltreffer herausstellte.

Der freundliche Besitzer Marino ließ sich auf ein bisschen Feilschen ein und bot uns den schattigen, sicheren Stellplatz samt makelloser Toilette für unschlagbare 6€ pro Tag an. Schon nach kurzer Zeit merkten wir, dass wir hier einen wahren Glücksgriff gelandet hatten, denn von hier aus erschloss sich alles, was wir brauchten, in kürzester Entfernung. 🌟

Unsere erste Erkundungstour durch die Umgebung förderte eine Überraschung nach der anderen zutage:

Direkt gegenüber gab es ein Restaurant, wo wir nicht nur günstig und hervorragend speisen konnten, sondern auch ultraschnelles WLAN für den Upload unseres neuesten Videos und Blogs fanden. Als ob das nicht genug wäre, erhielten wir kurz darauf sogar das WLAN-Passwort des schickeren Restaurants direkt an unserem Parkplatz. 🛜

Nur wenige Schritte entfernt fanden wir eine Wäscherei, die unsere 5 kg Schmutzwäsche noch am selben Nachmittag entgegennahm, sowie einen kleinen Supermarkt und einen Obst- und Gemüseladen – perfekte Versorgungslage! 🧺🥝🍓

Heiß duschen? Kein Problem! Ein kleines Hotel in der Nähe der Plaza bot uns eine blitzsaubere und heiße Dusche in einem ihrer Zimmer an. Nach so vielen kalten Duschen unterwegs war das ein wahrer Luxusmoment. 🚿🧖🏻‍♀️

Und auch der neue Food-Markt auf einer Anhöhe lud uns nicht nur mit gutem, preiswertem Essen, sondern auch mit einem grandiosen Ausblick bis hinunter ins Flachland ein. Bei klarer Sicht schien es fast so, als könnten wir bis ins 300 Kilometer entfernte Acapulco am Pazifik schauen. 👀 🏝️

Mit all diesen Annehmlichkeiten und der entspannten Atmosphäre entpuppte sich Tepoztlán schnell als der perfekte Ort für ein paar Tage Ruhe und Entspannung.

Frühstück mit Crunch und Aufstieg zum Cerro Tepozteco

Tepoztlán offenbarte sich nicht nur als charmantes Dorf, sondern auch als Magnet für Auswanderer aus aller Welt. Dies wurde durch die zahlreichen Hippie-Märkte, Bio-Stände und ein schier unendliches Angebot an Massagen mehr als deutlich. Doch diese Mischung verlieh dem Ort seinen ganz besonderen Charme.

Die umliegenden Berge und der direkt angrenzende Nationalpark El Tepozteco luden förmlich dazu ein, erkundet zu werden. Am Freitagmorgen beschlossen wir, die 300 Höhenmeter zum Gipfel des Cerro Tepozteco zu bewältigen, wo eine kleine aztekische Pyramide thronte. Vermutlich diente sie einst als strategischer Wachposten mit einer idealen Sicht über die Täler – und genau diese Aussicht lockte uns ebenfalls. 🏞️

Doch zunächst stärkten wir uns auf dem Food-Markt, wo uns eines der vielen Essensstände ein außergewöhnliches Frühstück servierte: Chapulines – frittierte Grillen! Diese mexikanische Delikatesse hatten wir schon oft gesehen, uns aber bisher nicht überwinden können. Doch an diesem Morgen siegte die Neugier. Serviert auf einer Quesadilla mit Käse und saurer Sahne waren die knusprigen Tierchen durchaus genießbar – wenn auch keine Geschmacksoffenbarung…

Mit der proteinreichen Stärkung im Magen machten wir uns auf den Weg. Der Pfad führte über steinige Stufen kontinuierlich bergauf. Die Schatten spendenden Bäume entlang des Weges machten den Aufstieg trotz der Höhenmeter angenehm, und nach etwa einer Stunde hatten wir den Gipfel erreicht. ✌🏻

Leider verwehrten uns die vielen Bäume die erhoffte Weitsicht. Auch die 5€ Gebühr pro Person für den Zugang zur winzigen Pyramide erschien uns angesichts der geringen Größe wenig verlockend. So beschlossen wir, den gleichen Weg wieder hinabzusteigen.

Ein alternativer Rückweg, der durch den Nationalpark ins Zentrum geführt hätte, war aufgrund der akuten Waldbrandgefahr derzeit gesperrt. Dennoch genossen wir die Wanderung – eine willkommene Abwechslung, da Bewegung in Mexiko durch die oft fehlenden natürlichen Gegebenheiten eher Mangelware ist…

Ein Holztisch und ein gebrochenes Herz

Nachdem wir zwischenzeitlich gelernt haben, wie wertvoll solche perfekten Stellplätze wie der in Tepoztlán sein können beschlossen wir, eine Woche in dem charmanten Dorf zu verweilen. Die Ruhe, die Annehmlichkeiten und die Zeit erlaubten uns, das Leben hier in vollen Zügen zu genießen – und sogar ein wenig zurückzugeben.

Simon entdeckte in dieser Zeit eine unerwartete Aufgabe: Er half Marino, dem Besitzer des Parkplatzes, beim Bau eines robusten Holztisches. Marino selbst befand sich in einer schwierigen Lebensphase. Nach 40 Jahren Ehe hatte ihn seine Frau verlassen – und ließ offenbar keine Gelegenheit aus, ihm das Leben schwer zu machen. Sogar aus dem gemeinsamen Haus, das direkt über dem Parkplatz liegt, wurde er quasi verbannt. 💔

Sein Rückzugsort war eine kleine, notdürftig zusammengezimmerte Cabaña auf dem Parkplatzgelände. Dort schien er sich zumindest ein kleines Stückchen Geborgenheit schaffen zu wollen – und genau dafür sollte der neue Tisch sein.

Simon, der sichtlich Freude daran hatte, endlich mal wieder seine handwerklichen Fähigkeiten einzusetzen, unterstützte Marino tatkräftig. Mit Säge, Lasur und vor allem einem Akkuschrauber, der für Marino unerreichbar gewesen wäre, nahm der Tisch nach und nach Form an. Für Marino, der das Projekt allein kaum hätte bewältigen können, war diese Hilfe ein Segen.

Am Ende stand nicht nur ein stabiler Holztisch, sondern auch ein neues Band zwischen uns und Marino, der sich mit einer herzlichen Geste bedankte: Er spendierte uns eine kostenlose Nacht auf dem Parkplatz. 🅿️

Die Erfahrung erinnerte uns einmal mehr daran, dass es nicht nur die spektakulären Sehenswürdigkeiten oder Landschaften sind, die eine Reise besonders machen. Oft sind es die Menschen, denen man begegnet, die Geschichten, die sie teilen, und die kleinen Gesten, die aus Fremden Verbündete machen.

Hippie-Vibes und Livemusik

Am Wochenende zeigte uns Tepoztlán noch einmal seine charmante, vielseitige Seite. Jeden Freitag verwandelt sich der hintere Bereich des Parkareals in einen kleinen, aber feinen Öko-Markt. Hier treffen sich die Auswanderer-Hippies des Ortes, und der Markt ist genauso bunt und individuell wie seine Besucher. 🌈

Zwischen den Ständen mit veganen Burgern, Bio-Käse und verschiedenen Öko-Honigen schlenderten wir gemütlich hindurch. Alles war liebevoll präsentiert und wir spürten, dass hier Menschen mit Leidenschaft hinter ihren Produkten stehen.

Der Nachmittag wurde dann noch musikalisch untermalt: Zwischen den Marktständen gab es ein wenig Live-Musik, die die entspannte Atmosphäre noch unterstrich. Doch das musikalische Highlight wartete am Samstagabend auf uns: Im Restaurant mit Dachterrasse, direkt neben unserem Parkplatz, trat eine Sängerin auf, die mit ihrer Stimme und ihrem Stil perfekt in eine Pariser Brasserie gepasst hätte. Interessanterweise sang sie jedoch auf Portugiesisch – eine unerwartete, aber schöne Mischung. Wir saßen entspannt in unserem Van und genossen das kostenlose Konzert direkt nebenan. 🥰

Lebhaftes Treiben und ein farbenfrohes Spektakel

Auch der Sonntag in Tepoztlán hatte einiges zu bieten, denn an den Wochenenden scheint sich der Ort noch einmal selbst zu übertreffen. Rund um die große, rechteckige Plaza tauchten unzählige Stände auf die nicht nur die Einheimischen, sondern auch viele Besucher anzogen. Zwischen hübschem Schmuck, traditionell bestickter Bekleidung, verschiedenem Kunsthandwerk und den unvermeidlichen esoterischen Räucherstäbchen war für jeden etwas dabei.

Besonders angetan hatten es uns die Essensstände mit frischem Fisch. Wir gönnten uns köstliche Fischfilets im Backteig und eine Empanada, die mit Garnelen-Ceviche gefüllt war. Beide Gerichte waren geschmacklich ein Volltreffer und machten uns wieder einmal klar, warum die mexikanische Küche weltweit so hochgeschätzt wird. 🌮🇲🇽

Am Nachmittag zog es uns, wie die meisten Menschen, zurück zur Plaza. Gegen 16:30 Uhr begann dort ein Spektakel, das uns nachhaltig beeindruckte. Vier verschiedene Chinelos-Gruppen marschierten nacheinander ein, begleitet von Blaskapellen und einem Meer aus fröhlicher Musik. Die Chinelos, eine traditionelle Figur aus Mexiko, tragen farbenfrohe Trachten, unverkennbare Masken mit auffällig spitzen Bärten und große, prächtig bestickte Hüte. Ursprünglich sollen die Chinelos in der Kolonialzeit entstanden sein und eine humorvolle Parodie auf die Spanier darstellen. Heute sind sie ein fester Bestandteil vieler Feierlichkeiten in der Region.

Das Spektakel war absolut mitreißend. Die Tänzer wirbelten und sprangen über die Plaza, während die Kapellen mit ihren lebhaften Rhythmen die Menge in Bewegung hielten. Die ausgelassene Stimmung erinnerte mich an den Karneval – ein weiterer Anlass, der in Mexiko wohl ähnlich farbenfroh und überschwänglich gefeiert wird.

Wer weiß: vielleicht erleben wir auf unserer Reise ja tatsächlich noch einen mexikanischen Karneval! Nach dem Spektakel, das wir hier gesehen haben, wäre das sicherlich ein Highlight, das wir uns nicht entgehen lassen würden. 🎭

Entspannte Tage und neue Pläne

Die vergangenen Tage in Tepoztlán haben uns erneut gezeigt wie wohltuend es sein kann, das Reisetempo ein wenig zu drosseln. Neben der Arbeit, die uns natürlich nie ausgeht, blieb Zeit für neue kreative Ideen – wie das Entwerfen und Gestalten unserer ersten eigenen Produkte. Diese eignen sich nicht nur perfekt als Weihnachtsgeschenke, sondern bringen auch eine Portion Abenteuer und Individualität in dein Zuhause oder dein nächstes Outdoor-Erlebnis. (Alle Infos findest du ganz oben auf dieser Seite!)

Aber es gab auch Momente der Ruhe: Ein gutes Buch in der Hand – an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Barbara, die uns ihre ausgelesenen Schätze überlassen hatte – und die Gelegenheit, neue Optionen für unsere Reise auszuloten. So liebäugeln wir aktuell mit der Idee, über die Weihnachtszeit ein Haus in Mexiko-Stadt zu sitten. Zwei Bewerbungen sind bereits raus – ob es klappt oder nicht, bleibt abzuwarten… 🍀

Außerdem träumen wir weiterhin davon, den aktiven Vulkan Popocatépetl zu besuchen. Beim ersten Anlauf vor einigen Monaten machte uns das schlechte Wetter einen Strich durch die Rechnung. Ob wir diesmal mehr Glück haben werden?

Das erfahrt ihr in unserem nächsten Blog! Bis dahin lohnt sich ein Blick in unser Video vom Día de Muertos – eine der faszinierendsten Traditionen, die wir bisher erleben durften. 🌺🪦

Wir wünschen euch eine entspannte und gemütliche Vorweihnachtszeit! 🌟🎅🏻🎄

NEW BLOG POST 🇲🇽 (08. – 18.11.2024) Mexiko Roadtrip! Vulkanwanderungen & Archäologische Entdeckungen

Abschied von Pátzcuaro – Zeit für neue Abenteuer!

Nach exakt 14 Tagen in Pátzcuaro wurde es höchste Zeit, die Zelte abzubrechen – oder in unserem Fall, die Handbremse zu lösen. Denn wie heißt es so schön? „Wer rastet, der rostet.“ Und tatsächlich: Je länger wir an einem Ort verweilen, desto schwieriger fällt es uns, wieder in den Entdeckermodus zu schalten. Doch mit dem Ziel, uns endlich wieder vom Reisefieber packen zu lassen, starteten wir motiviert Richtung Morelia

Unser erster Stopp führte uns nach Tzintzuntzan, einem weiteren magischen Dorf am Seeufer. Hier wollten wir uns ein wenig die Beine vertreten und landeten auf einem charmanten Atrium mit über 100 Jahre alten Olivenbäumen. Die waren wohl das Highlight für viele Mexikaner, denn wir sahen zahlreiche Einheimische, die ehrfürchtig unter den mächtigen Kronen flanierten. 

Vielleicht liegt es daran, dass wir aus Europa stammen und Olivenbäume für uns keine Exotik ausstrahlen, aber wir waren nicht ganz so beeindruckt, wie die Kanadierin, die uns diesen Ort empfohlen hatte. Trotzdem genossen wir den kurzen Spaziergang und die friedliche Atmosphäre. 

Auch die archäologische Stätte, die hoch oben über dem See thront und einen atemberaubenden Rundumblick versprach, hätten wir noch besichtigen können. Doch ehrlich gesagt: Nach all den Ruinen, die wir bereits in Mexiko bestaunen durften, ließen wir diesen Abstecher aus. Manchmal muss man auch Prioritäten setzen – und in unserem Fall war das der nächste Kaffee. ☕ 

Ein paar Kilometer weiter fanden wir eine Tankstelle, die sich perfekt für eine kleine Kaffeepause eignete. Wir hatten uns gerade hingesetzt, da brauste Julio auf seinem Motorrad in voller Lederkluft heran. Schon von weitem war klar, dass er nicht mehr ganz nüchtern war. Doch mit typisch mexikanischer Herzlichkeit bestand er darauf, uns auf ein Getränk einzuladen. 

Während er sich eine Literflasche Bier gönnte, hielten wir es mit einer kleinen Cola Zero deutlich dezenter. Die Unterhaltung der nächsten halben Stunde war… sagen wir, recht repetitiv. Mindestens zehnmal fragte er uns, wie alt wir seien, woher wir kämen und wohin wir reisen würden. Wir waren höflich, tranken brav unsere Getränke aus und verabschiedeten uns schließlich mit einer Notlüge, dass Freunde in Morelia auf uns warteten. Andernfalls hätten wir wohl die Nacht an der Tankstelle verbringen müssen. 😅

Doch trotz allem: Diese Begegnung zeigt einmal mehr die unglaubliche Gastfreundschaft der Mexikaner und ihr großes Interesse an ausländischen Touristen. So schräg das Gespräch auch war – es war ein kleines Stück mexikanische Herzlichkeit. 💚🤍❤️

Unser Ziel war schließlich Morelia, eine beeindruckende Stadt mit rund 850.000 Einwohnern, die sich selbstbewusst als „Seele Mexikos“ bezeichnet. Hier fanden wir etwas außerhalb des Stadtzentrums einen echten Glückstreffer: den riesigen Parkplatz am Messezentrum, der sich als exzellenter Stellplatz entpuppte. 

Besonders begeistert waren wir von den speziell ausgewiesenen Camper-Stellplätzen, die teilweise sogar Stromanschlüsse boten. Direkt daneben: gepflegte öffentliche Toiletten. 🚻 So etwas hatten wir tatsächlich seit Ushuaia in Feuerland nicht mehr erlebt! 

Und es war nicht nur die Infrastruktur, die uns positiv überraschte: Der Parkplatz war ein Sammelplatz für Wohnmobile aus aller Welt. Neben Fahrzeugen aus den USA, Kolumbien und Belgien waren auch einige mexikanische Camper vertreten. Und natürlich dank uns auch ein deutsches Wohnmobil. 🇩🇪 

Mit dem Fahrrad ins koloniale Herz von Morelia

Am nächsten Morgen schnappten wir uns unsere Fahrräder und machten uns auf den Weg ins Zentrum von Morelia. Der Weg dorthin führte uns entlang des beeindruckenden Aquädukts, das mit seinen 253 Bögen eine imposante Kulisse bot. Dieses historische Bauwerk versorgte die Stadt bereits im 18. Jahrhundert mit Wasser – ein wahres architektonisches Meisterwerk und ein perfekter Einstieg in die Kolonialgeschichte der Stadt. 

Je näher wir dem Zentrum kamen, desto mehr zog uns die Altstadt in ihren Bann. Die Fassaden der Gebäude, allesamt aus rotem Sandstein, verliehen der Stadt eine warme und gleichzeitig majestätische Ausstrahlung. Besonders die mächtige Kathedrale mit ihren blau-weißen Fliesenkuppeln stach heraus. Die Fassade war mit verschnörkelten Details verziert, und die Glockentürme hatten sogar Balkone – eine Mischung aus kolonialer Pracht und barockem Prunk. 

Der zentrale Platz, die Plaza, war umringt von eleganten Arkadengängen, die förmlich nach einer Tasse Kaffee und ein wenig Leute-Watching riefen. Morelia zeigte sich wirklich als Paradebeispiel für spanische, koloniale Baukunst. Es fühlte sich ein wenig so an, als wären wir in eine andere Zeit zurückversetzt worden – eine Zeit voller Prunk und Prestige. 

Wir parkten unsere Fahrräder sicher an einer Laterne vor den Schuhputzern, die geschäftig die Schuhe der Passanten polierten, und tauchten zu Fuß in die charmanten Gassen der Innenstadt ein. Ohne Plan liefen wir kreuz und quer durch die Straßen, ließen uns treiben und saugten die Atmosphäre auf. 

Die Sonne zeigte sich an diesem Tag von ihrer gnadenlosen Seite und brannte unbarmherzig vom Himmel. Schon nach kurzer Zeit suchten wir automatisch die Schattenseiten der Gehwege auf und machten regelmäßig Pausen, um uns ein wenig abzukühlen. 🥵

Als der Nachmittag weiter voranschritt waren wir heilfroh, wieder zurück an unserem schattigen Stellplatz im großen Park zu sein. Dort genossen wir die Kühle und ließen die Eindrücke des Tages sacken – während wir insgeheim schon Pläne für den nächsten Tag schmiedeten. 😂

Entspannung auf 2.800 Metern: Thermalparadies Laguna Larga

Da der Stellplatz in der Stadt gar so ideal und obendrein kostenfrei war entschieden wir, noch einen weiteren Tag zu bleiben. Wir erledigten Lebensmitteleinkäufe in der Mall gegenüber, bevor wir schließlich weiter in die Berge aufbrachen. Unsere Fahrt führte uns auf stolze 2.800 Meter Höhe – mitten hinein in dichte Kiefernwälder, die so dufteten, wie nur Nadelwälder in dieser Höhe duften können. 🌲

Dort, im scheinbaren Nirgendwo, stießen wir auf ein wahres Juwel: das Thermalbad an der Laguna Larga. Zu Simons Leidwesen war der See leider fischfrei, aber dafür bot die Anlage eine Menge anderer Vorzüge. Neben einem idyllischen Campingplatz gab es Hotelzimmer, Ferienwohnungen und drei unterschiedlich temperierte Thermalbecken – direkt am Seeufer! Wir parkten unseren Van mit Blick aufs Wasser, ein Traum von einem Stellplatz! 🤩🚐 

Bevor wir uns den Thermalbecken widmeten, erkundeten wir das Gelände. Ein Spaziergang entlang des Ufers offenbarte uns einen unglaublich gepflegten und weitläufigen Bereich. Selbst Zelt-Camper kamen hier voll auf ihre Kosten: lauschige Plätze im Wald, ausgestattet mit Grillstellen, überdachten Sitzgelegenheiten und sogar Stromanschlüssen. Die Betreiber hatten wirklich an alles gedacht! 👍🏻

Nach einem kleinen Mittagessen schlenderten wir über eine Brücke, die uns in den oberen Bereich der Anlage führte. Und siehe da: noch mehr warme Badebecken! Die Auswahl war groß, aber wir entschieden uns für den wärmsten Pool. 🧖🏻‍♀️🧖🏼‍♂️

Während wir im warmen Wasser entspannten, beobachteten wir das bunte Treiben um uns herum. Ein krasser Gegensatz zu Deutschland wurde dabei wieder einmal deutlich: Wo man in der Heimat mit einem belegten Brot und ein paar Schwimmbad-Pommes auskommt, wird in Lateinamerika groß aufgekocht. Familien rückten mit Töpfen, Grillrosten und der kompletten Verwandtschaft an, einschließlich Oma und Opa. Die Szene war wie immer herrlich chaotisch, laut und lebendig – einfach typisch Lateinamerika! 🌎 

Nach etwa einer Stunde reichte es mir mit dem warmen Wasser. Meine Finger waren inzwischen so schrumpelig wie Rosinen! Ich gönnte mir eine heiße Dusche, bevor wir entspannt und rundum erholt zum Van zurückspazierten. Dort ließen wir die Nachmittagssonne auf uns wirken und freuten uns über die überraschend guten Aufrufzahlen unseres neuesten YouTube-Vlogs. 🎥☀️ 

Am frühen Abend, gerade als ich mit der Zubereitung des Abendessens beschäftigt war, klopfte es plötzlich an unserer Tür. Eine Horde Kinder stand davor, die vor Aufregung fast platzte. Sie fragten ganz ehrfürchtig, ob wir tatsächlich YouTuber seien. Als ich lachend bestätigte, war die Freude groß – und es folgte natürlich ein spontanes Fotoshooting. Mittlerweile haben wir uns an solche Situationen gewöhnt, aber es ist jedes Mal aufs Neue herzerwärmend. 🥰

Abschied vom Thermalbad und ein Stellplatz im Flachland

Nach einem weiteren erholsamen Tag an der Laguna Larga, gefüllt mit wohltuend warmem Wasser und entspannter Stimmung, hieß es am Freitag wieder „Weiterziehen“. Besonders freuten wir uns darüber, dass wir für den zweiten Tag am Thermalbad nicht nochmal zur Kasse gebeten wurden – ein kleiner, aber feiner Bonus. 😉

Unser Ziel für den Tag war klar: die Region um die Stadt Toluca. Wobei uns nicht die Stadt selbst lockte – dazu sind wir nach den vielen kolonialen Schmuckstücken schon etwas verwöhnt – sondern vielmehr der dahinter liegende Berg Nevado de Toluca. Mit stolzen 4.500 Metern Höhe gehört er zu den höchsten Bergen Mexikos und versprach eine spektakuläre Kulisse. ⛰️

Da es jedoch bereits später Nachmittag war, als wir Toluca erreichten, entschieden wir uns gegen eine Übernachtung in den Höhenlagen. Uns war bewusst, dass eine Nacht auf rund 4.000 Metern höchstwahrscheinlich weniger romantisch und dafür mehr kopfschmerzlastig ausgefallen wäre. Stattdessen suchten wir uns einen Stellplatz im „Flachland“ – wobei 2.600 Meter hier als flach durchgingen. Wir landeten schließlich auf einem Soriana-Parkplatz, der wie so oft in Mexiko eine solide Option bot: halbwegs ruhig, sicher und mit dem kleinen Luxus eines gut sortierten Supermarkts direkt nebenan. 😇

Höhentour auf den Nevado de Toluca – Staub, Lagunen und ein Wiedersehen

Am nächsten Morgen machten wir uns auf die letzten 30 Kilometer hinauf zum unteren Besucherparkplatz des Nevado de Toluca, gelegen auf stolzen 3.700 Metern. Schon die kurvige Fahrt durch die Berglandschaft ließ erahnen, dass uns ein beeindruckender Tag bevorstand. Nach einem gemütlichen Frühstück im Van – wie immer begleitet von der besten Aussicht – packten wir unseren Wanderrucksack, bezahlten die Einfahrtgebühr von 50 Pesos pro Person und bereiteten uns auf den letzten Abschnitt vor. 

Unter der Woche hätten wir mit unserem Van bis auf 4.200 Meter hinauffahren dürfen. Doch da wir am Wochenende unterwegs waren und der Andrang entsprechend groß war, mussten wir auf ein Shuttle zurückgreifen. Für weitere 50 Pesos pro Person nahmen wir auf der staubigen Ladefläche eines Pick-ups Platz. Während uns der Fahrtwind und vor allem der aufgewirbelte Staub ordentlich einnebelten, wurden wir zwischendurch bereits mit traumhaften Ausblicken belohnt: tief unter uns lagen winzige Dörfer und endlose Bergketten. 

Am Gipfel angekommen wartete die nächste Überraschung: Der Zugang zu den Wanderwegen, die zu den beiden Kraterlagunen führen, war neuerdings kostenpflichtig. Auch wenn wir etwas widerwillig zahlten, ließen wir uns die Erkundung dieser besonderen Natur natürlich nicht entgehen. Schließlich wollten wir unbedingt die Laguna de la Luna und die Laguna del Sol sehen. 👀

Die Wanderung zur ersten Lagune war gut besucht – erstaunlich, wie viele Mexikaner sich trotz der dünnen Luft und des anspruchsvollen Geländes auf den Weg machten. Die raue, unberührte Landschaft erinnerte mich an Patagonien, nur die Guanakos fehlten. Die klare Bergluft, die spiegelnden Lagunen und die dramatische Kulisse ließen uns die dünne Luft schnell vergessen. Der Rundweg um die beiden Kraterseen war atemberaubend schön und führte uns immer wieder zu Aussichtspunkten, die Lust auf einen längeren Aufenthalt machten. 

Nach der 6km langen Wanderung ging es wieder per Shuttle zurück zu unserem Van. Dort stärkten wir uns mit einer heißen Tasse Kaffee und – weil es einfach passte – süßen Donuts. ☕️🍩 Anschließend machten wir uns auf den Rückweg Richtung Stadt. Und wer kam uns da entgegen? Christian und Anne von @Van.We.Bike! Bereits zum zweiten Mal hatten sich unsere Wege auf der Straße gekreuzt, doch auch diesmal verpassten wir uns. Ein lustiges und gleichzeitig frustrierendes Déjà-vu. 🙈

Die Sonne ging schnell unter, und so entschieden wir uns für eine weitere Nacht auf dem Parkplatz des Soriana-Supermarkts. Doch während die erste Nacht hier angenehm ruhig gewesen war, entpuppte sich die zweite als deutlich weniger entspannt. Von einer Diskothek auf der gegenüberliegenden Straßenseite dröhnte bis spät in die Nacht laute und, sagen wir mal, eigenwillige Musik. So verbrachten wir die Nacht eher im Takt des Basses als in der ersehnten Stille. 🔊😬

Von Teotenango in die Berge – Viel Geschichte und holprige Straßen

Nach der lauten Nacht in Toluca stand uns am Morgen nur noch eine kurze Fahrt zur archäologischen Stätte Teotenango bevor. Überraschenderweise hatte ich zuvor nie von dieser beeindruckenden Pyramidenanlage gehört – dabei zählt sie zu den größten in ganz Mexiko! 

Die Stätte wurde von den Matlatzinca gegründet, einem indigenen Volk, das die Region bereits im 8. Jahrhundert besiedelte. Strategisch auf einem erloschenen Vulkan errichtet, diente die Stadt als wichtiges kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Mit der Ankunft der Azteken im 15. Jahrhundert geriet Teotenango unter deren Kontrolle, bevor sie schließlich nach der spanischen Eroberung um 1550 aufgegeben wurde. Heute ist die Stätte ein Fenster in die Vergangenheit und beeindruckt mit ihrer Größe und ihrer gut erhaltenen Architektur. 

Highlights der Anlage: 

Pyramiden: Besonders die Pyramide der Sonne und die Pyramide der Jaguare beeindrucken durch ihre Höhe und die feinen Steinmetzarbeiten. 

Ballspielplatz: Wie viele mesoamerikanische Städte verfügt auch Teotenango über ein Juego de Pelota, wo das traditionelle Ballspiel der Indigenen gespielt wurde. 

Aquädukt und Bewässerungssysteme: Ein geniales Beispiel antiker Ingenieurskunst. 

Panoramablick: Von der Anlage aus hat man eine grandiose Aussicht auf die umliegenden Täler und Berge. 

Da sonntags der Eintritt frei ist, konnten wir sowohl das kleine Museum als auch die weitläufige Stätte kostenlos erkunden. Zwei Stunden lang liefen wir kreuz und quer über das Gelände, bewunderten die Ruinen und sammelten nebenbei – unabsichtlich – jede Menge Kletten ein. 😳 Diese widerspenstigen kleinen Biester setzten sich hartnäckig in unsere Socken und Schuhe und verlangten uns am Ende fast genauso viel Geduld ab wie die holprige Fahrt, die uns später noch bevorstand…

Von Teotenango aus ging es weiter in die Berge, genauer gesagt in den Nationalpark Cumbres del Ajusco. Hätten wir jedoch vorher gewusst, wie schlecht die Straßen dorthin sind, hätten wir die 50 Kilometer lange Strecke womöglich gar nicht in Angriff genommen. Was uns erwartete, war eine wahre Schlaglochpiste, die sich über zwei Stunden hinzog. 🚐💨

Unterwegs geriet ein Motorradfahrer neben uns in Schwierigkeiten, vermutlich weil er eines der tiefen Löcher übersehen hatte. Zum Glück ging alles glimpflich aus, und auch wir erreichten schließlich unser Ziel – zwar durchgerüttelt, aber unversehrt. 

Im Cumbres del Ajusco Nationalpark fühlten wir uns prompt an die Schwarzwaldhochstraße erinnert. 😍 Wir parkten unser Wohnmobil auf einem großen Parkplatz vor einem der gemütlichen Ausflugsrestaurants. Die kleineren Lokale auf der anderen Straßenseite schieden für uns aus – zu wenig Parkplätze und zu nah an der Straße. Gegen eine kleine Gebühr durften wir jedoch auf dem Parkplatz des größten Lokals übernachten. 

So schön trocknet hier das Heu

Nach der anstrengenden Fahrt gönnten wir uns im Restaurant eine wohlverdiente Pause und einen kleinen Mittagssnack, bevor wir nach dem Trubel einfach die Ruhe des Waldes genossen und den Tag entspannt ausklingen ließen. 

Ein Wanderabenteuer mit Aussicht – Pico El Águila

Nach einer kalten Nacht erwartete uns am Morgen ein Himmel wie aus dem Bilderbuch: strahlend blau und wolkenlos. Perfekt für eine Wanderung! Nach einem ausgiebigen Frühstück schnürten wir die Stiefel und machten uns voller Elan auf den Weg zum Pico El Águila. 🎒🧭

Am Eingang zum Wanderweg wurden wir jedoch prompt überrascht: Der ältere Herr, der die Eintrittsgebühr kassierte, informierte uns, dass es sich um eine Wanderung von etwa fünf Stunden handelte. 😮 Wir hatten mit einem Rundweg von 6-7 Kilometern gerechnet und entsprechend nur Wasser, aber kein Vesper, dabei. 🙉 Dennoch bezahlten wir die kleine Gebühr und entschieden uns, es einfach zu versuchen. 

Unsere Karte hatte uns das erzählt! 😅 Wobei wir vermutlich einfach die Höhenmeter ignoriert hatten

Der Weg führte über steinige Pfade durch dichte Kiefern- und Tannenwälder. Der Unterwuchs reichte stellenweise bis zu unseren Schultern und die würzige Waldluft machte den stetigen Aufstieg angenehmer. Immer wieder lugte der Gipfel des Pico El Águila zwischen den Bäumen hervor und erinnerte uns daran, dass es noch ein gutes Stück bergauf ging. 😮‍💨

Der Feiertag und das ideale Wanderwetter lockten zahlreiche Menschen auf den Pfad, und so begegneten uns immer wieder gut gelaunte Wandergruppen. Nach etwa 1,5 Stunden und 330 erklommenen Höhenmetern erreichten wir schließlich den ersten Aussichtspunkt. 🤗

Und was für ein Ausblick uns hier erwartete! Zur einen Seite erstreckte sich das endlose Häusermeer der 10-Millionen-Metropole Mexiko-Stadt, während zur anderen Seite grüne Wälder bis zum Horizont reichten. Wir gönnten uns eine Pause, genossen die spektakuläre Aussicht und nutzten die Gelegenheit, unsere Drohne steigen zu lassen. Die Luftaufnahmen waren einfach atemberaubend. 

Hinter mir Mexiko Stadt…
…unter einer gewaltigen Smog Glocke

Da wir gerade erst etwa ein Viertel des gesamten Weges geschafft hatten beschlossen wir, es dabei zu belassen. Mit knurrendem Magen kehrten wir um und machten uns an den Abstieg. Zurück auf dem Parkplatz suchten wir uns einen gemütlichen Platz auf der Sonnenterrasse des Ausflugslokals, wo wir uns eine heiße Schokolade bestellten. Ein perfekter Abschluss für eine wunderschöne Wanderung. 😊

Und falls ihr noch auf der Suche nach einem perfekten Weihnachtsgeschenk sein solltet: Siehe ganz oben auf dieser Seite! 🎄🎅🏻⭐️

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