NEW BLOG POST (13.-20.06.2025) 🇺🇸 Spektakuläre Naturwunder im Bryce Canyon Nationalpark

Epische Trails, leuchtende Hoodoos und eine unerwartete Evakuierung

Nach den ruhigen Tagen im Escalante-Gebiet war unser nächster Halt bei einem der berühmtesten Highlights im Südwesten der USA: dem Bryce Canyon Nationalpark. Schon bei der Anfahrt wurden wir von den in der Sonne orangefarben glühenden Felsnadeln – den sogenannten Hoodoos – begrüßt, die wie eine Armee aus Stein den Himmel zu stützen scheinen. Kaum angekommen, stürzten wir uns auch schon in unser erstes großes Wanderabenteuer. 👇


Fairyland Loop Trail – der schönste Wanderweg durch die Hoodoos?

Unsere erste Wanderung führte uns über den Fairyland Loop Trail, einen rund 13 km langen Rundweg mit etwa 400 Höhenmetern. Der Trail startet noch außerhalb des Nationalpark-Gates am Fairyland Point und war an diesem Morgen wie leergefegt – wir begegneten kaum einem Menschen. Dafür aber grandiosen Panoramen! 😍

Der Trail verläuft mitten durch die Hoodoos

Der Weg schlängelt sich durch eine fast surreale Landschaft aus Hoodoos und zerklüfteten Felsformationen. Diese bunten Felssäulen entstehen durch eine Kombination aus Frostsprengung, Erosion und jahrtausendelanger Verwitterung – wobei die roten, orangen und weißen Farbtöne auf unterschiedliche Mineralien im Gestein zurückzuführen sind.

‼️Wichtig zu wissen:

Entlang des Weges findet man keinen Schatten, weshalb ein früher Start empfehlenswert ist.

Am Trailhead gibt es weder Toiletten noch Trinkwasserspender, dafür ist eine schattige Picknick-Area vorhanden und man findet ausreichend Parkmöglichkeiten vor.

Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit ist von Nöten, denn der Trail ist stellenweise schmal und geröllig.

♥️ Wir waren komplett geflasht von der Farbenpracht und der Weite des Blicks. Für uns definitiv einer der schönsten Trails in ganz Utah!


Klassiker mit unbeschreiblicher Aussicht: Bryce Point, Inspiration Point & Co.

Natürlich ließen auch wir es uns nicht nehmen, die bekanntesten sowie beliebtesten Aussichtspunkte mit unserem Van anzufahren:

Bryce Point

Inspiration Point

Sunset Point

Sunrise Point

Alle sind per Auto oder kostenfreiem Shuttlebus erreichbar. Wer Lust hat, kann sie auch zu Fuß über den Rim Trail miteinander verbinden. Die Ausblicke sind – ungelogen – magisch. Gerade zum Sonnenauf- oder -untergang leuchten die Hoodoos wie glühende Lava.

🚌 Bryce Canyon Shuttlebus:

Der gelbe Shuttlebus verkehrt völlig kostenlos und fährt im 10-15 Minuten Takt alle wichtigen Punkte im Park sowie die oben genannten View Points an.

🅿️ Parkplatzsituation:

Parkplätze waren während unseres Aufenthalts (unter der Woche) an allen Aussichtspunkten gut verfügbar, sodass wir selbst den Shuttlebus gar nicht nutzen mussten.


Navajo Loop & Peekaboo Trail – mitten hinein ins Hoodoo-Labyrinth

Unsere zweite Rundwanderung startete am Sunset Point Parkplatz:

Wenn man die beiden Wanderwege Navajo Loop und Peekaboo Loop miteinander kombiniert, ergibt sich daraus eine 8 km und 400 Höhenmeter umfassende Tour in Form einer liegenden 8.

Im ersten Teil, dem Navajo Loop, war einiges los – spätestens ab 10 Uhr tummeln sich hier die meisten Reisegruppen. Aber sobald man in den Peekaboo Loop einbiegt, kehrt Ruhe ein. Der Weg führt tief in den Canyon hinein, durch schattige Kiefernwälder und vorbei an imposanten Felstürmen.

Enge Serpentinen zu Beginn des Navajo Loop Trails

Uns persönlich hat der Fairyland Trail zwar auf Grund der freieren Sicht über die Hoodoos hinweg noch besser gefallen, aber diese Route war definitiv auch nicht schlecht.

🚻 Infrastruktur:

Toiletten und Picknicktische sind am Sunset Point Parkplatz vorhanden, ebenso Trinkwasserspender.

Auch diese Wanderung sollte man möglichst früh starten, um die Hitze zu meiden.

🎒 Unser Wander-Tipp für alle mit wenig Zeit:

Am Bryce Point starten, von dort aus den halben Peekaboo Trail runterlaufen, auf den Navajo Loop einbiegen und bis zum Sunset Point hinauflaufen. Von da aus dann gemütlich mit dem Shuttlebus zurück zum Startpunkt Bryce Point. Spart Zeit und Höhenmeter, bietet aber trotzdem traumhafte Hoodoo-Szenerien und gleichzeitig hat man beide View-Points genossen. 😉

Die Weglänge verkürzt sich dadurch auf ca. 5,7 km und man spart sich ca. 130 Höhenmeter.

👆Alle Wanderungen im Nationalpark als Übersicht

Camping-Tipps & nächtliche Highlights 🌌🔭

Wir standen mit unserem Wohnmobil auf einem ausgewiesenen, kostenfreien BLM-Stellplatz im Wald – nur etwa 5 km vom Parkeingang entfernt.

Dort ist Freistehen erlaubt, solange man sich an die markierten Campingplätze hält. Unter der Woche fanden wir dort problemlos einen Platz, am Wochenende kann es jedoch schnell voll werden.

Die Ruhe, der sternenklare Himmel (der Park ist Dark Sky zertifiziert) und die kühlen Nächte machten diesen Spot zu einem echten Highlight für uns. 🌟

Wer lieber auf Nummer sicher gehen möchte, kann auch auf einem der beiden Campgrounds im Park übernachten – frühzeitig reservieren empfohlen – oder auf einen privaten RV-Park mit Hook-Up außerhalb des Parks ausweichen.

🚿 Heiße, saubere Dusche für 3 $ (8 Minuten) gibt’s beim General Store am North Campground. Tokens kann man direkt im Shop kaufen. Dort gibt’s auch eine Waschmaschine.


Waldbrand-Risiko

Drei Tage vor unserer Ankunft hatte ein Blitzeinschlag im Dixie National Forest einen Waldbrand ausgelöst. An unserem zweiten Tag im Nationalpark war die dicke Rauchwolke bereits deutlich sichtbar, die Luft roch nach Asche und wir wurden etwas nervös – immerhin standen wir mit unserem Campervan mitten im Wald! 😮

Unser Stellplatz: Dicke Rauchfahne am Himmel😳
Gleiches Bild am Wanderparkplatz Sunset Point

Am dritten Tag kam tatsächlich der Sheriff vorbei und evakuierte alle Freistehenden Camper einschließlich uns, da der starke und böige Wind das Feuer Richtung Bryce Canyon trieb.

Das historische Rubys Inn Hotel, das seit seinem Bestehen 1916 bereits mehrfach den Flammen zum Opfer gefallen ist, bleibt diesmal hoffentlich verschont. 🙏

ℹ️ Aktuelle Infos zu Waldbränden findet man hier:

👉 www.fireweatheravalanche.org


Wildlife, Wetter & Wissenswertes

Der Bryce Canyon Nationalpark liegt auf rund 2.400 Metern Höhe. Das sorgt für angenehm frische Temperaturen, selbst im Sommer! 🤗

Die Nächte können entsprechend kühl werden, im Winter fällt regelmäßig Schnee was dem Park ein ganz anderes, stilles Bild verleiht.

Gegründet wurde er 1923 als National Monument, 1928 wurde er bereits zum Nationalpark erklärt.

Mit etwas Glück entdeckt man hier:

Präriehunde

Maultierhirsche

Elche (in höheren Lagen)

Streifenhörnchen

Eichhörnchen

Und sogar Pumas

Versorgung:

Lebensmittel, von Escalante aus kommend, am besten im General Store in Tropic einkaufen (günstiger als im General Store in Bryce City).

Guten Kaffee und schnelles Wifi findet man im Bryce Canyon Inn Coffee Shop, ebenfalls in Tropic. ☕️🛜

Ruby’s Inn General Store in Bryce City

Alles zum Nachschauen auf YouTube 🎥

Wenn ihr unsere Wanderungen, die spektakulären Hoodoos und auch die dramatische Evakuierung mit eigenen Augen sehen wollt – schaut euch unbedingt unseren aktuellen YouTube Vlog an:

Und bleibt dran, denn schon nächste Woche wartet das nächste große Highlight auf uns – der atemberaubende Yellowstone Nationalpark! Davor legen wir aber noch einen kurzen Stopp in Salt Lake City ein. 🚐💨

NEW BLOG POST (04.-12.06.2025) 🇺🇸 Von Moab bis Escalante: Wandern, Gewitter und ein ungebetener Gast im Van

Unsere Route:


Moab – Morning Glory Bridge – Castle Valley – Fisher Towers – Capitol Reef NP – Fruita – Escalante – Zebra & Tunnel Slot Canyon


Abschied von Moab & Wanderung zur Morning Glory Bridge

Nach fast einer Woche in der spektakulären Gegend rund um Moab hieß es Abschied nehmen vom Arches und Canyonlands Nationalpark. Doch der Scenic Byway 128, der sich entlang des mächtigen Colorado Rivers durch das enge Tal des Castle Valley schlängelt, bot uns direkt ein neues Highlight: Schon rund 3 km außerhalb von Moab machten wir Halt für eine erneute Wanderung – zur Morning Glory Natural Bridge.

Immer wieder mussten wir den Bach überqueren

👉 Wanderung zur Morning Glory Bridge

Länge: ca. 5,5 km hin und zurück

Dauer: ca. 1,5–2 Stunden

Schwierigkeit: Leicht

Startpunkt: Grandstaff Trailhead

Der Trail führte uns entlang eines kleinen Baches, den wir mehrmals zu Fuß überqueren mussten – was den Weg zu einem kleinen Abenteuer machte. Die Morning Glory Bridge zählt mit einer Spannweite von rund 75 m übrigens zu den längsten natürlichen Steinbrücken der Welt! Doch kaum erreichten wir den Viewpoint, verdunkelte sich der Himmel über uns bedrohlich . Erste Donnerschläge in der Ferne, dann die ersten Tropfen – schnell zurück zum Auto! Unter einem Felsvorsprung suchten wir kurz Unterschlupf, doch der Regen holte uns trotzdem ein. Glücklicherweise blieb es bei einem kurzen Guss – kurz darauf schien schon wieder die Sonne. Und unser idyllischer Stellplatz direkt am Colorado River rundete diesen aufregenden Tag perfekt ab.

Wir suchen unter einem Felsvorsprung Schutz ⛈️

Fisher Towers – Monument Valley Vibes ohne Menschenmassen

Am nächsten Morgen schnürten wir erneut die Wanderschuhe – diesmal ging es für uns zu den beeindruckenden Fisher Towers außerhalb von Moab. Diese riesigen Sandsteinformationen erinnern stark ans Monument Valley, sind aber deutlich weniger besucht.

👉 Wanderung zu den Fisher Towers

Länge: ca. 7 km hin und zurück

Dauer: ca. 2–3 Stunden

Schwierigkeit: Mittel

Startpunkt: Fisher Towers Trailhead

Die tiefrote Felslandschaft war einfach spektakulär. In der Ferne schimmerte das grüne Band des Colorado Rivers, und wir genossen die Ruhe und Weite. Kaum ein Mensch war unterwegs, dafür gab’s umso mehr Natur pur.

Das grüne Band des Colorado River

Maus im Van & Fahrt in den Capitol Reef Nationalpark

Am späten Nachmittag machten wir uns auf den Weg Richtung Capitol Reef Nationalpark. Die Landschaft wurde zunehmend mondähnlich: weit, trocken, karg. Unser Schlafplatz an einem braunen, sedimentreichen Bach war heiß und wenig einladend – vor allem, als wir feststellen mussten: Wir haben eine Maus im Van! 😳

Tortillapackung angeknabbert, Spaghetti angebissen – alles deutete auf einen pelzigen Untermieter hin. Also hieß es: Schränke ausräumen, Vorräte sichern, Mausefalle basteln. 🪤🐭


Capitol Reef Nationalpark – Steinbrücken, Canyons & Mormonenkuchen

Am nächsten Morgen ging’s in den Capitol Reef Nationalpark. Erste Etappe: die Hickman Bridge.

👉 Hickman Bridge Trail

Länge: ca. 2,9 km hin und zurück

Dauer: ca. 1–1,5 Stunden

Schwierigkeit: Leicht

Anschließend wagten wir trotz Hitze direkt den nächsten Trail:

👉 Cohab Canyon Trail

Länge: ca. 5,1 km (one way)

Dauer: ca. 2–3 Stunden

Schwierigkeit: Mittel

Tipp: Früh am Morgen starten da kein Schatten!

Die Ausblicke auf bunt marmorierte Felsen und die „Schweizer-Käse-Felswände“ waren spektakulär. Doch gegen Mittag war die Hitze zu viel für uns – und wir suchten Abkühlung im schattigen Picknickbereich am Fremont River und gönnten uns dort eine lokale Spezialität: frisch gebackene Mixed Berry Pie, hergestellt aus Früchten der historischen Mormonen-Obstgärten in Fruita.

Zum Abschied erfrischten wir uns im kühlen Fremont River – gar nicht so einfach bei der starken Strömung – bevor wir weiter in höhere, deutlich kühlere Lagen fuhren. 🚐💨


Abkühlung im Dixie National Forest

Im rund 1.000 m höher gelegenen Dixie National Forest fanden wir nicht nur grüne Nadel- und Birkenwälder, sondern auch eine dringend benötigte Abkühlung: Die Temperatur fiel um sagenhafte 20 °C. Für uns der perfekte Ort zum Ausruhen – zwei Tage Pause, zwei Nächte Erholung pur. 😮‍💨


Escalante – Off the Beaten Path

Gut erholt fuhren wir weiter auf dem Scenic Byway 12, einer der schönsten Straßen des gesamten Südwestens. Unser Ziel: das riesige Grand Staircase-Escalante National Monument, das sich auf über 7.500 km² Fläche erstreckt! 😮

👉 Upper Calf Creek Falls Trail

Länge: ca. 3,5 km hin und zurück

Dauer: ca. 1,5 Stunden

Schwierigkeit: Mittel bis schwer (steil!)

Trotz fehlender Beschilderung fanden wir den Startpunkt – mit etwas Umweg – und wurden mit natürlichen Felsbecken belohnt, die uns bei der Hitze wohltuend die Füße kühlten.

Im modernen Visitor Center von Escalante füllten wir nicht nur unsere Trinkwasservorräte auf, sondern ließen uns auch vom Ranger zur aktuellen Lage im Zebra Slot Canyon beraten. Er gab uns grünes Licht für den nächsten Tag – kein Regen in Sicht! Somit blieb uns noch Zeit, Vorräte im örtlichen (etwas teuren) Grocery Store aufzufüllen.

Modernes Visitor Center in Escalante

Abenteuer Slot Canyon – mit nassen Füßen

Am nächsten Morgen ruckelten wir über die staubige Hole in the Rock Road von Escalante aus zum Startpunkt des Zebra Slot Canyon. Auch hier: Keine Ausschilderung, kein Handyempfang – wer diesen Weg geht, sollte offline Karten oder GPS nutzen!

👉 Zebra & Tunnel Slot Canyon Hike

Länge: ca. 11 km Rundweg (Zebra + Tunnel Canyon)

Dauer: ca. 3–4 Stunden

Schwierigkeit: Mittel bis schwer

Tipp: Wasserschuhe mitnehmen!

Die Ernüchterung kam schnell: Der Zebra Slot Canyon stand komplett unter Wasser. Um ihn ganz zu durchqueren, hätten wir schwimmen müssen – was uns dann doch zu riskant und vor allem zu kalt war. 🥶 Stattdessen entschieden wir uns für den zusätzlichen Umweg zum Tunnel Slot Canyon. Auch dort wateten wir durch eiskaltes Wasser, konnten den Canyon aber gut meistern und über einen trockenen Wash zum Van zurückkehren.

Der Eingang zum Zebra Slot – komplett unter Wasser
Wir waten durch den Tunnel Slot Canyon
Leopard Eidechse

Und genau das ist das Besondere an solch abgelegenen Orten: Man weiß nie, was einen erwartet! Mal sind es Gewitter, mal Wasser im Canyon oder eine Maus im Van – aber genau das ist das wahre Vanlife-Abenteuer! 😅


Unser Abenteuer auf YouTube

All diese Eindrücke – inklusive Maus im Van, nasser Wanderschuhe und versteckter Natur-Highlights – findet ihr auch in unserem YouTube-Video: 👇


Ausblick: Bryce Canyon & Yellowstone warten!

Schon nächste Woche steht eines der ganz großen Highlights im Südwesten der USA auf dem Programm: Der Bryce Canyon Nationalpark! Und danach geht’s für uns zügig über Salt Lake City Richtung Yellowstone Nationalpark – bleibt also dran und schaut nächsten Sonntag unbedingt wieder hier vorbei!

Bryce Canyon

P.S. Folgt uns auch gerne auf Instagram für stets neue Eindrücke aus unserem Reisealltag! 👉 SiJu_Campervan auf Instagram

NEW BLOG POST (29.05.-03.06.2025) 🇺🇸 Canyonlands & Arches Nationalpark

Mit dem Wohnmobil rund um Moab: Zwischen Naturwundern, Gluthitze und Kulturstaunen

🗺 Route & Überblick

Unsere Reise führte uns von Süden kommend über den kühlen, fast alpinen Manti-La Sal National Forest hinunter in die Wüstenhitze von Moab. Dazwischen lagen atemberaubende Ausblicke, spannende Kulturstätten wie der Newspaper Rock, eindrucksvolle Felsformationen im Canyonlands und Arches National Park – und das alles auf staubigen Pisten, schattigen Waldstraßen und sengend heißen Scenic Drives entlang des Colorado Rivers.


🌲 Stellplatz-Highlight im Wald

Unser erstes Camp lag rund 1.000 Meter über dem Niveau von Moab: Kostenlos, ruhig und direkt an einem kleinen See – ein echter Geheimtipp an heißen Tagen! Am Abend kamen die Rehe zum Trinken, Enten zogen ihre Küken übers Wasser, und in der Dämmerung hüpften Fische über die spiegelglatte Oberfläche. Es war wildromantisch, kühl sowie wohlduftend nach Pinien – eigentlich wollten wir hier gar nicht mehr weg. 🥰

Freier Stellplatz am Monticello Lake

📰 Newspaper Rock & Needles Overlook

Auf dem Weg in Richtung Moab machten wir Halt am Newspaper Rock, wo über 2.000 Jahre alte Petroglyphen Geschichten in Stein erzählen.

Danach folgte ein echter Geheimtipp, wenngleich mit Abzweig-Warnung: Der Weg zum Needles Overlook ist nämlich ein ganzes Stück (ca. 35 km pro Richtung) vom Highway entfernt – aber: Es lohnt sich! 🤩 Kaum ein Mensch weit und breit, spektakulärer Weitblick über das südliche Canyonlands-Gebiet, Picknickplätze mit Aussicht – ein traumhafter Ort zum Innehalten. 💖

Newspaper Rock
Needles Overlook
Gibt es einen schöneren Picknick-Platz?! 😍

⛺️ Campen rund um Moab

Moab selbst bietet keine kostenfreien, legalen Übernachtungsmöglichkeiten in der Stadt – kein Stealth Camping, kein Side-Street-Schlafen. Dafür gibt’s nördlich und südlich BLM Campgrounds (teils gratis, teils 15–20 USD/Nacht) oder luxuriöse RV Parks mit Full Hook-Up. Wir standen zuerst auf einem Dispersed Campground 20km außerhalb in der Wüste: kostenlos, heiß, aber mit Weitblick – bis zu 14 Tage ist freistehen hier erlaubt. Allerdings ohne Schatten, daher heißt es: Früh aufstehen oder spät aktiv werden! 😉

Tipp: Günstig einkaufen ist schwierig – Village Market und City Market in Moab sind klein und teuer. Besser vorher in Page, Grand Junction oder Richfield bei Walmart einkaufen!


🏞 Canyonlands National Park – Island in the Sky District

Mit unserem America the Beautiful Pass konnten wir die Warteschlange umgehen und direkt rein. An Wochenenden und Feiertagen können hier laut Schild jedoch bis zu 1 Stunde Wartezeit anfallen!

Mesa Arch Trail (ca. 1,2 km Rundweg): Kleiner Hike, großer Wow-Effekt! Durch den Felsbogen hindurch sieht man nämlich dramatisch hinab in den Canyon. 🤩

Grand View Point: Am Ende der 54 km langen Parkstraße liefen wir den Grand View Point Trail (ca. 1,3 km one-way) entlang, welcher mit spektakulären Rundumblicken sowie perfekter Aussicht auf das weite Labyrinth der Canyonlands aufwartet.

Shafer Trail Viewpoint: Von hier aus hat man einen tiefen Blick auf eine abenteuerliche Dirtroad mit engen Serpentinen. Wir schauten aber nur zu – zumal der Trail 4×4 Fahrzeugen empfohlen wird und man sich hierfür wohl im Visitor Center vorab eine Genehmigung (Permit) besorgen muss.

Am Nachmittag retteten uns an diesem heißen Tag Klimaanlage & kalte Cola im McDonald’s von Moab – ausnahmsweise 1:0 für die Zivilisation! 😅


🌄 Corona Arch & Petroglyphen

Am frühen Abend, immer noch bei sengender Hitze, fuhren wir über die malerische Potash Road entlang des Colorado Rivers. Den Trailhead zum Corona Arch (ca. 5 km hin & zurück) starteten wir gegen 18 Uhr – gut so, denn der Weg über die Felsen bietet kaum Schatten. Der Arch selbst leuchtete im Sonnenuntergangslicht tiefrot. Und auf dem Rückweg nach Moab stoppten wir noch bei einer Felswand mit uralten Felszeichnungen – Utah ist einfach ein einziges Open-Air-Museum! 🤗

Scenic Drive – Potash Road
Colorado River
Corona Arch

🌤 Arches National Park – Naturwunder hautnah

Die Einfahrt ist zwischen 6–7 Uhr morgens und nach 16 Uhr auch ohne Permit möglich. Danach braucht man, in der Zeit vom vom 1. April bis 6. Juli sowie vom 28. August bis 31. Oktober, für die Einfahrt zwischen 7 und 16 Uhr ein Zeitticket. Dieses kann man über die NPS App buchen. Da das Buchungsportal jedoch bereits am 1. Januar öffnet, sind insbesondere die Slots am Morgen aber meist schon ausgebucht…

Delicate Arch Trail: 5 km hin & zurück, ca. 150 Höhenmeter zum wohl bekanntesten Arch der USA! Er ist rund 16 Meter hoch, komplett freistehend und überwältigend schön. Außerdem ziert sein Konterfei die Autoplaketten Utahs. 😉

Windows Section: Leicht begehbar bietet dieser Weg spektakuläre, natürliche “Fenster” im roten Fels.

Double Arch: Doppelt schön! Dank zwei sich überschneidender Steinbögen.

Balanced Rock: Ein riesiger Stein, der wie von Zauberhand auf einem dünnen Sockel balanciert.

⛈️ Da der Wind gegen Nachmittag bedrohlich zunahm und Gewitter drohten, verschoben wir den berühmten Devil’s Garden Trail auf den nächsten Tag.


🏜️ Devil’s Garden Trail – Wanderweg der Extraklasse zu den schönsten Arches

Unser Motto lautete: Früh los, bevor erneut die Hitze zuschlagen würde! Wir starteten den Trail bis zum Landscape Arch (hin & zurück ca. 2,6 km, Höhenunterschied minimal) daher bereits kurz vor 8 Uhr. Der Arch ist fast 90 Meter lang – der längste natürliche Steinbogen der USA. Er wirkt dünn, fast zerbrechlich – ein Wunder, dass er noch steht! 😧

Wer mag kann den Wanderweg so wie wir auf bis zu 12,6 km erweitern, inklusive Double O Arch, Navajo Arch und Co. Aber: nur empfehlenswert bei gemäßigten Temperaturen und mit ausreichend Trinkwasser im Gepäck. Außerdem sollte man schwindelfrei sein und über gute Trittsicherheit bzw. Wanderschuhe verfügen.


📚 Utah & die Mormonen

Utah ist nicht nur Naturwunder – sondern auch kulturell speziell. Die Region ist geprägt von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen). Und das zeigt sich überall:

Sonntags haben zahlreiche Geschäfte geschlossen, besonders Familienbetriebe, und man sieht viele Familien mit vier, fünf oder mehr Kindern – ein starkes Gemeinschaftsgefühl ist Teil der Glaubensphilosophie. Außerdem wird kein Alkohol in normalen Supermärkten verkauft, sondern nur in speziellen Läden mit strikten Regeln. Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Ordnung sind in diesem Landesteil tief verankert. So wundert es nicht, dass auch wir mehrfach herzlich begrüßt und unterstützt wurden. 🌟


🍽️ Essenstipps & Alltagshilfe

Moab ist extrem touristisch und entsprechend teuer. Neben den üblichen Fast-Food Ketten finden sich nette Cafés und Restaurants. Kostenlos und obendrein günstig duschen kann man an verschiedenen Orten – z. B. im Moab Recreation and Aquatic Center oder teils auf RV-Parks gegen Gebühr. Alle Duschmöglichkeiten findet ihr ➡️ hier. Broschüren mit allerlei nützlichen Infos liegen u. a. im Visitor Center oder bei McDonald’s aus.


💬 Unser persönliches PS

Moab war für uns der perfekte Mix aus staubiger Abenteuerlust, ehrfürchtiger Naturbetrachtung und einem Hauch Zivilisation. Die Hitze, das Licht, die roten Felsen – es fühlt sich an, als wäre man auf einem anderen Planeten! Und doch fanden wir mitten im Nirgendwo ganz viel Stille, Freiheit und viele kleine Wunder sowie spektakuläre Nachthimmel. 🌌

NEW BLOG POST (21.-28.05.2025) 🇺🇸 Von Arizona nach Colorado: Canyons, Felsen und versteckte Wunder ✨

Nach dem enttäuschenden Besuch im Zion-Nationalpark zog es uns zügig weiter – raus aus Utah, rein nach Arizona. Unser Ziel: das Städtchen Page. Ein Ort, der wie ein Magnet auf Roadtrip-Fans wirkt. Kein Wunder – die Umgebung bietet eine geballte Ladung Naturwunder. 🏜️


HorseShoe Bend – Naturwunder mit Schattenseiten

Unser erstes Ziel: der berühmte HorseShoe Bend, eine hufeisenförmige Schleife des Colorado Rivers, etwa 6 Kilometer südlich von Page. Hier hat sich der mächtige Fluss im Laufe von Millionen Jahren tief in den Sandstein gegraben – rund 300 Meter tief und mit einem Radius von etwa 450 Metern. Der Aussichtspunkt liegt hoch über dem Fluss und bietet eine spektakuläre, fast surreale Perspektive.

Für 10 $ Parkgebühr tauschten wir Hitze gegen Panorama: Vom gut gefüllten Parkplatz führte ein etwa 1,5 Kilometer langer, ebener Wanderweg zum Aussichtspunkt. Die Sonne brannte gnadenlos vom Himmel – und stand zur späten Nachmittagszeit direkt über dem Motiv. Das Resultat: Gegenlicht beim Fotografieren und Schatten in den Canyonwänden. 😧 Wir warteten geduldig auf den Sonnenuntergang, aber das Licht wurde eher schlechter.

Tipp für euch: Die besten Lichtverhältnisse gibt’s vormittags, idealerweise zwischen 9:00 und 11:00 Uhr – da steht die Sonne noch günstig und der Canyon liegt gleichmäßig im Licht.

Trotz allem: Der Anblick war atemberaubend. Und wir bereuten keine Sekunde – selbst nicht angesichts der Menschenmassen, die sich wie wir zum berühmten Aussichtspunkt schleppten.


Lone Rock Beach – Paddelzeit am Lake Powell

Am nächsten Tag gönnten wir uns einen Kontrast zur staubigen Canyonlandschaft: Lone Rock Beach, ein weitläufiger, freier Strandabschnitt am Lake Powell, etwa 20 Minuten westlich von Page. Der riesige Stausee ist mit rund 300 km Länge und über 3.000 km Uferlinie der zweitgrößte seiner Art in den USA – knapp hinter dem Lake Mead, den wir einige Wochen zuvor schon besucht hatten.

Endlich kam unser Stand-Up-Paddleboard wieder zum Einsatz – das erste Mal seit Langem! ♥️

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Das türkisblaue Wasser, der feine Sandstrand und die beeindruckende Kulisse des Lone Rock, der wie ein Monolith aus dem Wasser ragt, machten den Tag zu einem echten Highlight. Kein Wunder, dass sich hier schon viele Camper fürs Memorial-Day-Wochenende (26. Mai) häuslich eingerichtet hatten.

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Wohnmobil-Ansammlung am Lake Powell

Da wir bereits Tickets für den nächsten Nachmittag im Lower Antelope Canyon gebucht hatten, entschieden wir uns gegen die 14 $ Campinggebühr und übernachteten stattdessen – ganz pragmatisch – auf dem ruhigen Parkplatz oberhalb vom Walmart bei Burger King. Weniger Romantik, dafür gratis und ruhig. 😉


Lower Antelope Canyon – Schönheit mit Beigeschmack…

Den berühmten Upper Antelope Canyon ließen wir direkt links liegen – 150 $ Eintritt pro Person waren uns schlicht zu viel. 😧 Stattdessen buchten wir für 75 $ p.P. online bei Ken’s Tours Tickets für den Lower Antelope Canyon, der sich direkt gegenüber befindet (zweiter Anbieter: Dixie Ellis’ Tours).

Schon bei der Ankunft: das übliche Bild – volle Parkplätze, Reisebusse, lange Warteschlangen. Nach Anmeldung und Sicherheitsbelehrung (keine Taschen, keine Wertgegenstände, nur Handy, Kamera und Wasser erlaubt) wurden wir unserer Tourgruppe zugeteilt – 15 Personen plus Guide.

Der Einstieg in den engen Slot Canyon erfolgt über Metallleitern, ist aber auch für Ungeübte machbar. Unten angekommen: Wow. 🤩 Die geschwungenen Felswände aus rot-orangefarbenem Navajo-Sandstein wirkten wie aus einer anderen Welt. Wer kennt nicht das ikonische Foto vom Windows-Hintergrundbild? Genau hier wurde es aufgenommen.

Und warum nur mit Guide? Ganz einfach: Die Antelope Canyons liegen auf Navajo-Gebiet, weshalb das betreten nur in geführten Touren erlaubt ist. Zudem verwandeln sich die engen Schluchten bei Regen innerhalb von Minuten in tödliche Wasserfallen – das Sicherheitsrisiko ist enorm.

Unser Guide trieb uns jedoch ziemlich zügig durch den Canyon. Zeit zum Innehalten? Fehlanzeige. Fotografieren? Unter Zeitdruck. Wir konnten dennoch ein paar schöne Aufnahmen ergattern – aber es blieb ein schaler Nachgeschmack… Mit 1.480 Besuchern lag der Tag hart an der maximal erlaubten Tagesgrenze von 1.700. Vielleicht hatten wir einfach einen schlechten Zeitpunkt erwischt… 🤷🏼‍♀️

Mehr Fotos ➡️ Auf unserem Instagram Kanal!

Navajo National Monument – Oase der Ruhe mit Blick in die Vergangenheit

Nach all dem Trubel sehnten wir uns nach Ruhe. Fündig wurden wir im Navajo National Monument, wo wir einen kostenlosen und top gepflegten Stellplatz fanden: der Sunset View Campground – zwar ohne Dumpstation und Duschen, dafür aber mit sauberen Toiletten und Picknicktischen zwischen Kiefern- und Wacholder-Bäumen. Jackpot! 🎰

Hier begegneten wir erstmals in den USA gleich drei deutschen Overlandern – ein echter Zufall! Gemeinsam wanderten wir zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Cliff Dwellings der Hopi – beeindruckende, in Felswände gebaute Wohnhäuser aus dem 13. Jahrhundert. Besonders die Ruinen von Keet Seel, mit über 150 Räumen, gelten als die zweitgrößten ihrer Art im gesamten Südwesten (nach dem Cliff Palace in Mesa Verde).

Unter dem Felsbogen befinden sich die Behausungen

🌵 Wissenswertes:

– Erbaut zwischen 1250 und 1286

– Der Name bedeutet so viel wie Ort der zerbrochenen Töpferware

– Funde wie Ara-Federn und Muscheln zeigen Handelsbeziehungen bis nach Mexiko

– Zugang zu Keet Seel ist nur mit einer mehrstündigen, geführten Wanderung möglich


Monument Valley – das Hollywood-Klischee live

Weiter ging’s Richtung Monument Valley, der Inbegriff des Wilden Westens. 🏜️ Die roten Felsformationen kennt man aus unzähligen Western – und von der Marlboro-Werbung. Das Valley liegt ebenfalls auf Navajo-Gebiet, der Eintritt kostet 8 $ pro Person, ist aber nicht im America the Beautiful Pass enthalten.

Da wir nicht sicher waren, ob unser Van den 17-Meilen-Scenic-Loop meistern würde (Schotterpiste, nur für 4WD oder SUVs empfohlen – siehe Foto), fragten wir am Welcome Center nach. Und entschieden uns schließlich dagegen – nicht nur wegen der Gefahr eventuell mit unserem Van stecken zu bleiben, sondern auch wegen des Andrangs. Geführte Jeep-Tour? Nein danke – wir hatten nach dem Zion Nationalpark und Antelope Canyon genug von Massentourismus… 😕

Auto-Schlange an der Einfahrt zum Monument Valley

Von der Straße aus sahen wir trotzdem die drei berühmtesten Felsformationen:

– West Mitten Butte

– East Mitten Butte

– Merrick Butte

Und natürlich hielten wir auch am legendären Forrest Gump Point – dort, wo Forrest im Film plötzlich stehen bleibt. Über die Selfie-wütigen Touristen, die sich mitten auf die befahrene Straße legten, um DAS Foto zu schießen, konnten wir jedoch nur den Kopf schütteln. Echt wild! 😬


Valley of the Gods: Monument Valley in wild & frei

Stattdessen fanden wir knapp 45 km weiter die perfekte Alternative: das Valley of the Gods – gleiche Kulisse, null Eintritt, kaum Touristen. Auf BLM-Land gelegen, führt ein etwa 27 Kilometer langer Rundweg über eine gut fahrbare Schotterstraße durch das Tal. Und: Man darf hier frei campen! Mitten zwischen rot glühenden Felsformationen, umgeben von absoluter Stille – traumhaft. 🥰

Unser Schlafplatz 🤩

Four Corners & Mesa Verde – Kurze Grenze, große Geschichte

Am Dienstag ging’s weiter nach Colorado. Auf dem Weg lag das bekannte Four Corners Monument, wo sich Utah, Arizona, Colorado und New Mexico treffen. Der Eintritt von 8 $ p.P. schreckte uns allerdings ab – also weiter zum nächsten Ziel: Dem Mesa Verde Nationalpark.

War uns keine 16$ wert: Das Four Corners Monument

Wir erreichten den Park erst am Nachmittag – und unterschätzten seine Ausdehnung gewaltig: Vom Besucherzentrum führt eine rund 40 Kilometer lange Straße tief hinein in die Hochlagen des Plateaus, auf bis zu 2.600 Meter Höhe. 😳

Da wir im Park nicht kostenlos übernachten konnten (es gibt nur einen kostenpflichtigen Campground), drehten wir am selben Tag wieder um und suchten uns einen schönen Platz an der Rest Area kurz vor dem Parkeingang.

Tipp: Plant für Mesa Verde mindestens einen ganzen Tag ein – oder besser zwei.

Am nächsten Morgen bestaunten wir dann in Ruhe die berühmten Cliff Dwellings – teils aus der Ferne, teils vom Auto aus. Den Petroglyph Point Trail (ca. 4 km Rundweg) können wir sehr empfehlen – unterwegs entdeckt man Jahrhunderte alte Felszeichnungen.

💡 Wissenswert:

– Mesa Verde war ab ca. 600 n. Chr. Heimat der Ancestral Puebloans

– Über 600 erhaltene Cliff Dwellings

– UNESCO-Welterbe seit 1978

– Nur mit Ranger-Tour ist ein Besuch aus nächster Nähe möglich


📌 Unser Fazit

Die letzten Tage waren intensiv – landschaftlich, emotional und logistisch. Von Hitze und Touristenmassen bis zu völliger Einsamkeit und unerwarteter Gastfreundschaft war alles dabei. Und genau diese Mischung macht unsere Reise so besonders. ❤️

NEW BLOG POST (11.-20.05.2025) 🇺🇸 Vom Lake Tahoe zum Zion Nationalpark 

Unsere Route

Nach vier erlebnisreichen Tagen in San Francisco zog es uns wieder in die Natur – diesmal hoch hinauf in die Berge: Der wunderschöne Lake Tahoe auf knapp 2.000 Metern Höhe war unser nächstes Ziel. Von dort ging es weiter durch das abgelegene Great Basin entlang der loneliest road in America, dem Highway 50, und schließlich bis zum berühmten Zion Nationalpark im Bundesstaat Utah. 🇺🇸🚐💨


Highlights & Erlebnisse

Lake Tahoe – türkis, klar & eiskalt schön

Der größte Alpensee Nordamerikas ist ein Naturjuwel par excellence: über 500 km² groß, bis zu 500 Meter tief und umrahmt von schneebedeckten Bergen. Die Staatsgrenze zwischen Kalifornien und Nevada verläuft direkt durch den See – was ein Blick auf die Karte schnell verrät. In Truckee, einem kleinen Bergstädtchen mit Western-Charme, machten wir Halt, bevor wir weiter zum Ostufer fuhren.

Blick auf den Donner Lake – kurz vor Lake Tahoe

Dort trafen wir uns bei Sonnenschein und Seepanorama spontan mit Ann-Carolin und Joachim, die wir zufällig wiedertrafen – zuletzt hatten wir sie vor Wochen kurz bei Flagstaff gesehen.


Lake Tahoe Tipp: Am Memorial Point parken und dann den East Shore Trail entlanglaufen oder radeln. So spart man sich die $10 Parkgebühr am Sand Harbour. Die Farben des Wassers? Fast schon surreal schön: Türkis, Blau, glasklar – Sehnatur in Perfektion! 🌟

Highway 50 – Der einsamste Highway Amerikas

Die folgende Etappe führte uns über 900 km von Carson City durch fast menschenleeres Land nach Utah. Der sagenumwobene Pony Express – eine historische Reitpostverbindung aus dem 19. Jahrhundert – verlief einst genau hier entlang. Die Route führte uns über Fallon, Austin, Ely und den Highway 93 nach Hurricane, kurz vor dem Zion Nationalpark. Unterwegs fielen uns die unendliche Weite, lange Geradeausfahrten und die fast schon surreal wirkende Leere besonders auf – Europa wirkt dagegen wie eine große Siedlung! 🙈


Zion Nationalpark – Zu viele Menschen, zu wenig Magie

Die Hoffnung auf einen entspannten Wandertag inmitten beeindruckender Natur zerschlug sich bereits früh am nächsten Morgen. Da uns andere Reisende am Vorabend vorgewarnt hatten, dass die Parkplätze im Zion Nationalpark bereits um sieben Uhr voll sein würden, klingelte unser Wecker schon um sechs Uhr in der Früh. Noch im Halbschlaf sprangen wir in unsere Klamotten und machten uns auf die rund 25 Kilometer lange Fahrt zum Visitor Center. Die Schranken am Eingang waren um diese Uhrzeit noch unbesetzt – kein Problem für uns, denn dank unseres America the Beautiful-Passes durften wir ohnehin kostenlos hinein.

Anfangs war auf dem Parkplatz noch wenig los. Wir richteten uns in aller Ruhe, frühstückten ein schnelles Müsli mit Kaffee und packten unsere Brotzeit für den Tag. Doch währenddessen füllte sich der Platz merklich und es war klar: Hier wird es voll. 😳

Der Parkplatz füllte sich in Rekordgeschwindigkeit…

Und dann das: Direkt neben uns parkte ein belgischer Camper – und wer stieg aus? Die Familie von Waffles World Tour, die wir vor fast einem Jahr zuletzt in Mérida (Mexiko) am Strand getroffen hatten! 😀 Ein völlig unerwartetes, aber wunderschönes Wiedersehen, auch wenn die Zeit nur für ein kurzes Gespräch reichte. Wir hatten heute schließlich eine vermeintliche Ganztagestour vor uns.

Kurzes Wiedersehen mit Waffles World Tour

Vom Visitor Center nahmen wir den kostenlosen Shuttlebus bis zur Haltestelle The Grotto. Von hier aus starteten wir unsere Wanderung auf dem West Rim Trail hinauf zum Scout Lookout – rund 300 Höhenmeter, verteilt auf ca. 3 Kilometer. Der Weg war bestens ausgebaut, teilweise sogar asphaltiert, aber leider trotz der frühen Stunde schon gnadenlos überlaufen. Ständig überholte man andere oder musste zur Seite treten. Entspanntes Wandern sieht anders aus!

Nach ziemlich genau einer Stunde erreichten wir den Aussichtspunkt. Von hier startet der berüchtigte Angels Landing Trail, der nur mit vorheriger Permit betreten werden darf. Die schmale Felsspitze, links und rechts geht es hunderte Meter in die Tiefe, ist nur über ein Kettensystem zugänglich – definitiv nichts für schwache Nerven. Eine Genehmigung hatten wir sowieso nicht, und ehrlich gesagt: Beim Anblick der Menschenmassen war ich nicht einmal traurig darüber.

Scout Lookout – für meinen Geschmack viel zu voll 😣
Alle wollen den schmalen Grat hinauf:
Anstehen beim Angels Landing Trail

Stattdessen folgten wir noch ein Stück weiter dem West Rim Trail, der sich insgesamt über etwa 30 Kilometer bis tief in den Canyon hineinzieht (oder sogar zum anderen Ende führt – genaue Strecke bitte nachschlagen). Und siehe da: Kaum ließen wir den Hotspot Angels Landing hinter uns, kehrte plötzlich Ruhe ein. Vögel zwitscherten, der Wind rauschte leise durch die Bäume, und wir hatten die beeindruckende Kulisse fast für uns allein. ✨

Auf einem kleinen Felsvorsprung machten wir Pause – zweites Frühstück mit Aussicht auf die in der Sonne glühenden roten Wände. Genau das hatten wir uns vom Zion erhofft. Nicht Spektakel, sondern Stille.

Zurück am Ausgangspunkt stellten wir fest: Wir hatten noch genug Kraft und Zeit übrig, dass wir spontan auch noch den Abstecher zu den Emerald Pools wagten. Leider war auch das ein Reinfall – wortwörtlich. Von den „Wasserfällen“ tröpfelte ein müdes Rinnsal in ein paar schlammige Pfützen. Den mittleren und oberen Pool ließen wir daher direkt links liegen.

Wir beschlossen, auf der anderen Flussseite Richtung Zion Lodge zurückzulaufen – bis wir plötzlich vor einer gesperrten Brücke standen. Also nochmal zwei Meilen Umweg bis zur nächsten Shuttle-Haltestelle. Immerhin: Der Weg schlängelte sich am Virgin River entlang, und zur Belohnung fanden wir sogar eine natürliche Brücke – ein umgestürzter Baumstamm führte über das Wasser. Abenteuerlich und ganz nach unserem Geschmack! 😛

Fazit? Der Zion Nationalpark war für uns landschaftlich definitiv schön – keine Frage. Aber die Masse an Menschen und der Hype, der ihn umgibt, haben es schwer gemacht, wirklich einzutauchen. Vielleicht hatten wir einfach zu viel erwartet. Vielleicht war es nicht der richtige Tag. Oder vielleicht sind wir mittlerweile einfach ein bisschen verwöhnt, was Naturerlebnisse angeht…

Was uns aber nachhaltig begeisterte: die Fahrt auf der Scenic Route 9 von Springdale nach Kanab – durch spektakuläre rote Felslandschaften. 🤩

Achtung: Der Tunnel entlang dieser Route ist für große Fahrzeuge kostenpflichtig oder gar nicht passierbar. Unser Van passte problemlos durch – aber mit Expeditionsmobil oder Wohnanhänger wird’s eng!


Persönliches PS

So schön der Zion auch landschaftlich war – die Reizüberflutung durch Menschenmassen nimmt gerade in bekannten US-Nationalparks eine neue Dimension an. Ein wenig Wehmut macht sich breit, wenn man daran denkt, wie diese Orte wohl ohne all die Touristenströme wirken würden. Aber wir bleiben optimistisch und freuen uns auf das, was nun vor uns liegt…


Ausblick

Für uns geht’s weiter Richtung Page – mit dem weltberühmten Horseshoe Bend des Colorado River und dem sagenhaften Antelope Canyon. Hoffentlich nicht ganz so überlaufen, denn: In den USA steht am 26. Mai der Memorial Day an – ein nationaler Feiertag, bei dem viele ein verlängertes Wochenende nutzen, um zu verreisen. Drückt uns die Daumen, dass wir noch einen ruhigen Moment erwischen. Mehr dazu im nächsten Blogbeitrag!