NEW BLOG POST (26.-31.07.2025) 🇨🇦 Grenzübertritt nach Kanada

Glacier Nationalpark & Waterton Lakes – Naturwunder, Bären und ein mürrischer Grenzbeamter

Unser letzter geplanter Stopp in den USA führte uns in den beeindruckenden Glacier Nationalpark in Montana – gleichzeitig auch der Übergangspunkt in unser 19. Reiseland: Kanada. 🍁


Glacier Nationalpark: Naturkino vom feinsten

Unsere erste Nacht verbrachten wir in der Nähe von Browning, direkt an einem Pull-Out zwischen Landstraße und Bahnlinie. 😅 Nicht unbedingt charmant, aber dafür unweit vom Parkeingang gelegen.

Am nächsten Morgen ging’s gegen 7:30 Uhr durch den Two Medicine-Eingang in den östlichen Teil des Nationalparks. Der Vorteil: Für diesen Bereich braucht man kein Permit – im Gegensatz zu den hochfrequentierten Westzugängen oder der North Fork Road, die im Sommer zwischen 7 und 15 Uhr nur mit zeitlich begrenztem Zugang erlaubt sind.

Unsere Stopps im Glacier Nationalpark:

Running Eagle Falls – Kurzer, barrierefreier Spaziergang mit Lehrpfad. Highlight: Das Wasser schießt direkt aus der Felswand.

Two Medicine Lake – Angeln, Paddeln, Boot mieten oder einfach nur zum Paradise Point spazieren.

Im Nationalpark benötigt man keine Angel-Lizenz 👍🏻

Going-to-the-Sun Road – Die 80 km lange Panoramastraße bietet Gletscherblicke, Wasserfälle, Bäche und Seen im Überfluss. Wir hatten Glück und fanden an jedem Viewpoint einen Parkplatz.

Blick aufs ewige Eis
Was für eine Aussicht 😍

Unser Tipp – Wir fanden die Route von Ost nach West auf der Going-to-the-Sun Road deutlich schöner: Die Panoramablicke auf die Rocky Mountains sowie die Nähe zu Wasserfällen und Aussichtspunkten waren schlicht atemberaubend.

Avalanche Area – Trotz früher Uhrzeit (6:30 Uhr) war der Parkplatz fast voll. Der Trail of the Cedars war für uns allerdings enttäuschend und bot nicht viel sehenswertes.

Praktische Tipps:

🎫 Permitpflicht prüfen – besonders für die Many Glacier Road (nicht über die NPS-App ersichtlich).

🚿 Duschen gibt’s z. B. am Rising Sun Campground (4 USD für 8 Minuten).

💦 Wasser auffüllen & dumpen kostenlos bei St. Mary Campground.

🔥 Gas füllen möglich mit US-Adapter am KOA Campground in Saint Mary (20 USD für 3 Gallonen).

⛺️ Campen entlang Highway 89 offiziell verboten – aber zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit erlaubt (Vanlife-Logik 😉).


Grenzübertritt nach Kanada – Chief Mountain Border

Eigentlich wollten wir vor dem Grenzübertritt nach Kanada noch die berühmte Wanderung zum Grinnell Gletscher machen – doch leider erfuhren wir zu spät, dass man sich für den Hiker Shuttle auf der Many Glacier Road separat registrieren muss. 😕

Deshalb ging es am nächsten Morgen direkt weiter zur nur wenige Kilometer entfernten Chief Mountain Grenzstation, die sich innerhalb des Glacier Nationalparks befindet und nur im Sommer geöffnet ist.

🇺🇸 Chief Mountain Border 🇨🇦

Schnell, schmerzlos, freundlich? Fast…

Ein kanadischer Grenzbeamter begrüßte uns mit schlechter Laune, nahm unsere Pässe entgegen und stellte ein paar knappe Fragen. Besonders interessierte ihn unser Stand-Up-Paddle-Board – dafür mussten wir ein Formular ausfüllen, welches der Kollege im Grenzhaus dann kommentarlos entgegennahm. Kein Stempel in den Pässen, kein TIP fürs Fahrzeug. „You’re good to go“, sagte er – und ließ uns ziemlich verdutzt von dannen ziehen. 😯

Hinweis: Eine elektronische Reisegenehmigung (eTA) braucht man bei Einreise per Landweg übrigens nicht – wir hatten sie trotzdem beantragt, aus Vorsicht. Und da sich Vorschriften schnell ändern können sollte man die aktuell gültigen stets auf der Website der Landesregierung prüfen. ➡️ Canada Immigration


Waterton Lakes Nationalpark – Kanada empfängt uns mit Bären & Gratis-Eintritt

Direkt nach der Grenze erwartete uns eine weitere Überraschung: Bis zum 2. September sind alle kanadischen Nationalparks kostenlos zugänglich! Keine Permits, keine Tickets – einfach reinfahren und genießen. 🥳🥳

Maultierhirsche und Präriehunde entdeckten wir auf Anhieb im Ortszentrum.

Von dort aus fuhren wir weiter zum Cameron Lake. Hier führt ein kurzer Spaziergang bis zum Ende des Lake Shore Trails (1,7 km One Way).

Und als wir den Park am Nachmittag gerade wieder verlassen wollten gab es die erste Grizzlybären-Sichtung! Einmal sahen wir den kleinen Bären ganz nah, einmal in perfekter Foto- und Videoentfernung. 🐻

Und ein unscheinbarer Pull-Out am Highway 6 überraschte anschließend mit Panoramablick über Prärie, Seen und Berge – was will man mehr?

Definitiv ein mehr als gelungener Empfang in unserem neuen Reiseland. ♥️


Kanada im ersten Eindruck: Das fällt sofort auf

🇨🇦 Kanada ist anders – subtil, aber spürbar:

Geschwindigkeiten und Distanzen sind wieder in Kilometern, Mengenangaben in Litern bzw. Kilo.

Alles ist zweisprachig beschildert – Englisch & Französisch.

Man sieht viel mehr ältere Autos auf den Straßen – deutlich weniger Neuwagen als in den USA.

Die First Nations sind präsenter im Straßenbild – besonders in Alberta.

Im direkten Vergleich zu den USA herrscht hier weniger Perfektion: Parks und Grünflächen dürfen auch mal ein bisschen „echt“ aussehen – kein steriles Amerika-Feeling mehr.

Mennoniten & Hutterer trifft man ebenfalls häufiger – klar erkennbar an traditioneller Kleidung und Pferdewagen.


🇨🇦 Tag 2: Canyon, Wasserfall & Großeinkauf

Am nächsten Morgen machten wir uns erneut auf den Weg in den Waterton Nationalpark:

Red Rock Canyon – Im eiskalten Wasser plantschten unerschrockene Kinder, während die Erwachsenen über die roten Canyon Wände staunten.

Blakiston Falls – kurzer Spaziergang mit tollem Ausblick.

Crandell Lake Trail – fiel wegen aufziehender Gewitterwolken und To-dos flach. 👇

Versorgungs-Check in Pincher Creek:

Erfreulicherweise war unsere Hanseatic Kreditkarte, wie vom Service Center vorhergesagt, nach einer Bargeldabhebung in Höhe von über 50 € nach Wochen endlich wieder einsatzfähig. 😀

Daraufhin folgte ein Großeinkauf bei Walmart und NoFrills, um nach dem Grenzübertritt unsere zuvor aufgebrauchten frischen bzw. verderblichen Lebensmittel wieder aufzufüllen.

Fazit ➡️ Preise total okay, Umrechnung (1 € = 1,60 CAD) gewöhnungsbedürftig. 1 Liter Diesel kostet aktuell ca. 0,93 € was ebenfalls mehr als okay ist. 👌🏻

Und im Community Center von Pincher Creek gab es nicht nur einen schönen Wasserspielplatz, sondern auch richtig schnelles WLAN, öffentliche Toiletten, kostenfreie warme Duschen & obendrein sogar kostenloses Drucken in der Bibliothek (bis 10 Seiten). WOW! 🤩


🇨🇦 Kanada – ein paar Fakten zum Staunen:

Fläche: 9,98 Millionen km² (2. größtes Land der Erde)

Bevölkerung: ca. 39 Millionen Menschen

‼️ In Deutschland leben 83,5 Millionen Menschen auf nur 357.592 km² – nur mal so als Vergleich…

Klima: Vom ewigen Eis in Nunavut bis zum milden Pazifikklima in Vancouver – Kanada hat alles.

Industrie: Rohstoffe, Holz, IT & Autoindustrie.

Landwirtschaft: Hauptsächlich Getreide, Milch, Fleisch – besonders in Alberta & Saskatchewan.

Ureinwohner: First Nations, Inuit & Métis machen ca. 5 % der Bevölkerung aus.


Fazit: Kanada – wir sind angekommen!

Der Grenzübergang war so unkompliziert wie nie, die Natur ist grandios, die Stimmung gelöst – und der erste Bärenmoment unvergesslich. ♥️

Die Mischung aus Wildnis, Gelassenheit und Offenheit begeistert uns schon jetzt. Ob unser plötzlich mal wieder stark leckender Wassertank daran etwas ändern wird – das erfahrt ihr im nächsten Beitrag kommenden Sonntag!

Bis dahin – bleibt neugierig & bis bald aus Kanada!

Eure SiJus – Simon & Julia. 👋

Hier geht’s zum dazugehörigen VLOG

NEW BLOG POST (11.-25.07.2025) 🇺🇸 Zwischen Hitze, Highland Games & Heimwerkerprojekten in Helena, Montana

Route & Ankunft

Von West Yellowstone aus fuhren wir rund 300 Kilometer weiter nach Helena, der Hauptstadt von Montana. Auf dem Weg verloren wir fast 1.000 Höhenmeter – und mit ihnen auch die angenehme Temperatur: Statt erfrischender 26 °C erwartete uns eine Hitzewelle mit 34 °C und einem trockenen Wind, der eher an einen Föhn erinnerte als an eine sanfte Sommerbrise. 🥵


Unser Stellplatz & erste Pläne

Trotz der Hitze fanden wir schnell einen idealen Stellplatz bei den Siebel Fields, einer großen Sportanlage am Stadtrand. Supermärkte, Tankstellen, Fast-Food-Läden, Cafés und – ganz wichtig – ein Home Depot Baumarkt waren fußläufig erreichbar. Genau richtig, denn ein paar wichtige To-dos standen an:

🛢️ Ölwechsel

✂️ Friseurbesuch

🧰 Und vor allem: die längst überfällige Reparatur unserer undichten Dachluken

Da wir spätestens ab dem Grenzübertritt nach Kanada mit mehr Regen rechnen, wollten wir das Dach unbedingt noch abdichten. Bei Home Depot deckten wir uns mit Spachteln, Pinseln und Teer-Entferner ein – aber die passende Dichtmasse war nicht auf Lager. Daher bestellten wir diese online bei Amazon und erfuhren: Lieferzeit sieben Tage. 😳 Somit blieb mehr als genug Zeit für Stadt, Land – und eine Portion Dudelsack.


Highland Games statt Rodeo

Als wir an einem der heißen Nachmittage in die Stadt fuhren ahnten wir nicht, dass uns hier wider erwarten keine Western-Romantik, sondern pure schottische Lebensfreude erwarten würde. Statt Cowboys begegneten wir Männern im Kilt, Dudelsackspielern und Heuballenwerfern. 🇬🇧

Helena ist nämlich stark von schottischen und irischen Einwanderern geprägt – viele kamen während des Goldrauschs Ende des 19. Jahrhunderts hierher. Bis heute wird dieses Erbe zelebriert: mit traditionellen Highland Games. Für uns ein absolut skurriles und zugleich charmantes Reisehighlight – sowie eine schöne Erinnerung daran, dass Reisen oft das Unerwartete bereithält.


Rückzug in den Wald

Da die Dichtmasse weiter auf sich warten ließ und es in der Stadt schlicht zu heiß wurde, flüchteten wir für einige Tage in den kühlen Helena National Forest.

Unser Stellplatz im Wald war ruhig, grün und schattig – aber nicht ganz ohne Gänsehaut: Direkt neben unserem Van stand ein durchlöcherter Baum, übersät mit Einschusslöchern. Am Boden: Patronenhülsen. Offenbar ein beliebter Schießplatz – Willkommen im Wilden Westen! 😬

Der arme Baum! 🤬

Und während ich noch scherzte, dass es hier wohl keine Bären gebe, klärte uns ein Einheimischer schnell auf: Doch, sehr wohl – Schwarzbären und Grizzlies. Seither gehen wir auch bei 30 °C nicht mehr ohne Bärenspray aus dem Van…


Downtown Helena – fast wie in Großbritannien

Als wir wieder in die Stadt zurückkehrten entdeckten wir Helenas charmante Altstadt – und waren überrascht, wie europäisch sie wirkte. Alte Backsteinbauten, viktorianische Fassaden, das ehrwürdige Carroll College und eine gotische Kathedrale mitten im Zentrum. Dazu eine entspannte Fußgängerzone, kleine Läden und Cafés. Hätten wir die US-Flaggen nicht gesehen – wir hätten schwören können, in England oder Schottland gelandet zu sein! 😅

Ein besonders magischer Moment: Als wir über den Campus schlenderten, entdeckten wir dort eine Rehmutter mit zwei Kitzen – mitten in der Stadt! So nah und vertraut – als würde die Natur hier ganz selbstverständlich dazugehören…


Endlich: Dichtmasse & Heimwerker-Action

Nach einer Woche kam endlich die heiß ersehnte Lieferung mit der Panda Coat Dichtmasse. Der erste Eindruck: vielversprechend! Kein Grundieren notwendig, haftet auch auf feuchten Stellen, UV-beständig, elastisch und sogar umweltfreundlich.

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➡️ https://amzn.to/4f2Q6Zw (Affiliate Link)

Simon trug zwei Schichten auf unsere Dachluken auf – und da noch Material übrig war, bekam auch die Duschwanne ein zweites Upgrade. Nach Monaten voller kleiner und großer Lecks konnten wir endlich sagen: Jetzt ist (hoffentlich) alles wieder dicht! 😀


Ölwechsel – im zweiten Anlauf

Weil wir gehört hatten, dass Werkstattbesuche in Kanada teurer sind, wollten wir den Ölwechsel noch in den USA erledigen. Doch unser erster Versuch bei Point S scheiterte: Unser europäisches Fahrgestell konnte in deren System nicht erfasst werden. Nur zwei Blocks weiter hatten wir mehr Glück – ein kleiner Ölwechselbetrieb nahm uns sofort dran, trug alles manuell ein und legte los. Für 119 Euro bekamen wir neuen Lebenssaft für unseren Van. Dazu wechselte Simon anschließend noch Luft- und Dieselfilter – den passenden Öl-Filter hatten wir zuvor schon an die Jungs in der Werkstatt übergeben.


Frisch geschnitten – und ein bisschen Alltag

Auch ich gönnte mir eine kleine Frischzellenkur: Für 26 Dollar bekam ich spontan einen Termin beim Friseur und ging mit einem neuen Haarschnitt und noch besserer Laune wieder raus.

Die restliche Zeit verbrachten wir gerne in der klimatisierten Stadtbibliothek – mit WLAN, Steckdosen und sogar Leih-Laptops. Manchmal sind es genau diese kleinen Alltagsluxus-Momente, die das Reiseleben rund machen. ☺️


Fazit & Ausblick

Zwölf Tage Helena – das war mehr als nur eine Reparaturpause. Zwischen Dudelsäcken, Bärenwarnungen und Ölwechseln haben wir die Stadt, den Wald und ein bisschen auch das Leben dazwischen kennengelernt. Jetzt ist alles repariert, versiegelt und bereit für das nächste Kapitel: der Glacier National Park wartet! 🏞️

Wenn alles klappt, lesen wir uns nächste Woche wieder – dann hoffentlich schon aus Kanada! 🇨🇦

NEW BLOG POST (03.-10.07.2025) 🇺🇸 Yellowstone Nationalpark – Geysire, wilde Tiere & ein ganz besonderer Geburtstag

Independence Day in Jackson Hole

Nach einigen erlebnisreichen Tagen im Grand Teton Nationalpark kehrten wir für einen kurzen Zwischenstopp zurück nach Jackson Hole, wo wir nicht nur Simons Geburtstag feierten, sondern auch das amerikanische Nationalgefühl hautnah miterleben durften.

Geburtstagspizza 🎉

Am 4. Juli, dem Independence Day, wurde das kleine Städtchen zur großen Bühne: Parade, Live-Musik und ein gigantisches Feuerwerk in Teton Village machten diesen amerikanischen Feiertag zu einem ganz besonderen Erlebnis – bunt, laut, ein bisschen kitschig, aber irgendwie auch charmant.

Unser Übernachtungsplatz im Teton Nationalpark war ideal gelegen, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen. Am nächsten Morgen hielten wir früh am berühmten Oxbow Bend Viewpoint, wo sich die Teton-Gipfel malerisch in der Flussbiegung spiegelten – begleitet von einem kleinen Rudel putziger Präriehunde 🐿️.


Rundwanderung am Heron & Swan Lake

Vom Colter Bay Visitor Center aus (mit Grocery, Trinkwasser, Laundry & Duschen) unternahmen wir die letztlich schönste Wanderung im Teton Nationalpark (mehr dazu im vorherigen Beitrag).

Hermitage Point Trail zum Heron Pond (6 km Rundweg) 🧭

Dort schwammen Enten, Gänse, Reiher und sogar weiße Pelikane über seerosenbedecktes Wasser – ein kleines Paradies!

Der Rückweg über den Swan Lake Trail führte uns erneut an einem glitzernden See entlang. Fast die gesamte Strecke lag angenehm im Schatten und bot unvergessliche Naturmomente. 🏞️


Freistehen deluxe am Grassy Lake

Am Nachmittag sicherten wir uns einen freien Stellplatz am Grassy Lake Campground, nur rund 6 km vom Südeingang in den Yellowstone entfernt – mit Toiletten, Sitzgelegenheiten und einem wahnsinnig schönen Ausblick auf den Fluss und die schneebedeckten Teton-Gipfel. Einer unserer absoluten Lieblingsplätze! 😍

Und dann kam der Jackpot: Unsere Nachbarn verrieten uns, dass sich nur 1 Meile entfernt eine natürliche heiße Quelle befindet – mitten in der Wildnis, zwischen Blumenwiesen, Wäldern und Flussrauschen. 🤩


Yellowstone Nationalpark – Willkommen im Land der Geysire und Bären

Einfahrt in den ältesten Nationalpark der Welt

Früh am nächsten Morgen passierten wir bereits gegen 6:30 Uhr den noch unbesetzten Südeingang des Yellowstone Nationalparks – dem ältesten Nationalpark der Welt, gegründet 1872. Er ist nicht nur riesig, sondern auch voller Superlativen:

🛣️ Distanz Nord–Süd: 144 km | Ost–West: 132 km

🌋 Über 500 aktive Geysire, mehr als irgendwo sonst auf der Welt

🦌 Heimat von Bisons, Elchen, Bären, Wölfen, Maultierhirschen und Adlern

🌲 Weitläufige Wildnis mit Tälern, Schluchten, Seen, Wasserfällen und endlosen Wäldern

🚐 Über 4 Millionen Besucher pro Jahr – dennoch verläuft es sich gut, vor allem abseits der typischen Viewpoints


Geysire, dampfende Hot-Pools & erste Tierbegegnungen

Unser erster Stopp war das West Thumb Geyser Basin mit Ausblick auf den Yellowstone Lake. Als erste auf dem Parkplatz genossen wir das Farbspiel und die Ruhe in vollen Zügen.

Danach ging es weiter zum wohl bekanntesten Geysir des Parks: Old Faithful im Upper Geyser Basin. Der Geysir bricht alle 60–90 Minuten aus, wir warteten nur 30 – und wurden mit einer beeindruckenden Eruption belohnt. Ein Bohlenweg führte uns anschließend durch blubbernde Quellen und türkisfarbene Pools. Was für ein faszinierendes Erlebnis! 😲

Gut zu wissen: Beim Old Faithful findet man ein Visitor Center, Grocery Shop und Tankstelle.


Fahrradtour zum Lone Star Geysir & erste Wildsichtungen

Vom Kepler Cascades Parkplatz aus fuhren wir mit Fahrrad und E-Scooter zum Lone Star Geyser – 4 km One-Way auf einem ordentlichen Asphalt-Weg entlang des Firehole Rivers. Leider verpassten wir die Eruption (die nur alle 3-4 Stunden stattfindet) um knappe 30 Minuten, aber die ruhige Strecke, Picknickplätze und Bade-Möglichkeiten entlang des Flusses machten alles wett.

Wermutstropfen: Meine Fahrradgabel brach – damit ist nun auch mein Rad endgültig Schrott.

Am späten Nachmittag sahen wir auf dem Weg zum Westeingang noch Bisons und Maultierhirsche. Und die Nacht verbrachten wir in einem ruhigen Waldstellplatz nahe West Yellowstone, nur rund 5 km vom Park-Eingang entfernt.


Die Magie der Grand Prismatic Spring & Wanderung zu den Fairy Falls

Am nächsten Morgen fuhren wir erneut vor 7 Uhr in den Nationalpark hinein und steuerten direkt das Midway Geyser Basin an. Ziel: die weltberühmte, einem Regenbogen gleichende Grand Prismatic Spring. Doch ein dichter Dampfvorhang versperrte uns den Blick. Die heiße Quelle (ca. 70 °C) traf nämlich auf noch kühle Morgenluft von nur 5 °C – und erzeugte daher Nebel statt Regenbogen.

Plan B: Fairy Falls Trail

Die 4,3 km one-way Strecke führt zu einem 60 m hohen Wasserfall:

Der Weg ist breit und eben. Außerdem führt er die meiste Zeit durch schattigen Wald, weshalb er selbst in der Mittagshitze sehr angenehm zu gehen ist.

Wer mag, kann noch 1,3 km weiter zum Spray & Imperial Geyser laufen. Wir drehten hier aber um, denn unser nächstes Ziel hieß: Norris Geyser Basin. Und auf dem Rückweg sahen wir sie vom Viewpoint aus dann doch noch in voller Pracht, ganz ohne Dampglocke: Die Grand Prismatic Spring


Norris Geyser Basin – das heißeste Geysirfeld des Parks

Das Norris Geyser Basin ist das älteste und heißeste hydrothermale Gebiet im Yellowstone. Auf drei unterschiedlichen Rundwegen sahen wir:

🌡️ Heiße Quellen mit fast 100 °C

Die giftigen Gase zerstören die umliegenden Bäume

🌋 Den Steamboat Geyser – mit bis zu 90 m der höchste aktive Geysir der Welt (Die Ausbrüche sind jedoch extrem unregelmäßig und schwanken von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Monaten)

🟡 Schwefelhaltige Becken und blubbernde Schlammtöpfe

Eine fremdartige Welt, die uns ein bisschen an unsere Neuseeland Reise erinnerte – aber noch viel ursprünglicher und weitläufiger.


Grand Canyon of the Yellowstone – unsere Lieblingswanderung!

Am Clear Lake Trailhead starteten wir eine der schönsten Wanderungen, die wir je unternommen haben:

🌼 Auf den ersten Kilometern gab es Wiesen voll bunter Wildblumen, türkisfarbene Seen, Fumarolen & Seerosen

Clear Lake
Bärenspur?! 😳
Seerosen am Ribbon Lake

🦟 Da der Wanderweg größtenteils durch dichten Wald führt herrschte hochgradiger Mückenalarm – Mückenspray ist daher neben Bärenspray ein absolutes ein Muss! ➡️ Findet ihr übrigens HIER in unserem Amazon Shop (bezahlte Affiliate Links).

🏜️ Zurück ging es entlang des South Rim, mit spektakulären Ausblicken auf den rauschenden Yellowstone River sowie auf die Lower & Upper Falls

Yellowstone River
Lower Yellowstone Fall
Upper Yellowstone Fall

Der Lower Yellowstone Fall ist mit 94 m Höhe der größte Wasserfall im Park – und stürzt tosend in den Canyon. Wir waren sprachlos! 😮

Und dann machte uns Yellowstone noch ein ganz besonderes Abschiedsgeschenk: Kurz bevor wir den Park verließen entdeckten wir am Straßenrand unseren allerersten Schwarzbären. Was für ein krönender Abschluss! ♥️


Praktische Tipps für Yellowstone

Canyon Campground:

– Dumpingstation & Frischwasserstation

– Duschen: 5 $ (sauber, warm & ohne Zeitlimit)

– Laundry: Waschmaschine 3 $ | Trockner 2,25 $

Früh starten!

Die schönsten Erlebnisse hatten wir meist zwischen 6 und 8 Uhr morgens – mit weniger Menschen, Tieren und besseren Lichtverhältnissen.

Bären- & Mückenspray nicht vergessen

Gilt besonders auf abgelegenen Trails – am besten nie alleine wandern und immer Geräusche machen! Ein Glöckchen am Rucksack kann nicht schaden.


Unser Fazit

Yellowstone hat uns schlichtweg umgehauen! 🤯

Die Farben, die Tierwelt, die endlosen Wälder, dampfende Bäche und brodelnden Krater. Es ist kein Ort, den man „mal eben“ besucht. Er will entdeckt, erwandert und verstanden werden – und belohnt einen dafür mit unvergesslichen Momenten.

🎥 PS: Alle Highlights in bewegten Bildern findet ihr in unserem YouTube-Video zum Yellowstone ➡️

NEW BLOG POST (25.06.-02.07.2025) 🇺🇸 Grand Teton National Park

Von Westernromantik, Bärenwarnungen und traumhaften Bergseen

Nach den ersten Tagen in Wyoming ging es für uns direkt nach Jackson Hole, dem südlichen Tor zum Grand Teton und Yellowstone National Park. Der kleine Ort versprüht charmante Western-Atmosphäre – auch wenn der wilde Westen hier eher nachgestellt als gelebt ist. Holzbeplankte Veranden, Cowboy-Hüte und ein abendliches Rodeo an drei Tagen die Woche machen das Ganze aber trotzdem sehenswert – und für Touristen auf jeden Fall ein Highlight. 🌟

Zufällige Begegnung mit einem Gleichgesinnten

In Jackson Hole ereignete sich auch ein zufälliges, aber umso schöneres Treffen mit Claus, der uns schon lange auf Social Media folgt und nun selbst mit seinem schicken VW-Bus in Rekordzeit von Montevideo nach Halifax fährt – und das in gerade einmal acht bis zehn Monaten! 🤯 Es war super schön, ihn endlich persönlich zu treffen und sich bei Kaffee und Kuchen auszutauschen. Danke nochmals für die Einladung, lieber Claus! ♥️

Stellplatz-Tipp für Jackson Hole

Unterhalb der Skilifte, direkt vor dem Mike Yokel Park, fanden wir einen herrlich ruhigen und schattigen Stellplatz direkt an einem kleinen Bachlauf – inklusive öffentlicher Toilette und Sitzmöglichkeiten. Auch die örtliche Bibliothek war ein absoluter Traum: Modern, ruhig, klimatisiert und mit schnellem Internet. Ein idealer Ort zum Arbeiten, E-Mails beantworten und YouTube-Videos hochladen. 👌🏻

P.S. Wusstest du übrigens, dass Jackson Hole zu den wohlhabendsten Regionen der USA zählt? Hier wohnen viele Millionäre – was sich leider auch in den teils ziemlich gesalzenen Supermarktpreisen widerspiegelt. Die Stadt hat sogar einen eigenen Flughafen, von dem aus man es dann nicht mehr weit in die beiden Nationalparks hat. 😯


Grand Teton National Park – Wanderparadies mit Bilderbuchkulisse

Nur rund 30 km nördlich von Jackson Hole beginnt der Grand Teton National Park mit seinen schroffen, teils noch schneebedeckten Zwölf-Gipfeln – ein Anblick wie aus dem Bilderbuch.

Unser erster Stopp: der Phelps Lake Overlook. Nach einer kurzen, 1,8 km langen Wanderung wurden wir mit einer tollen Aussicht auf den gleichnamigen See belohnt. Wer möchte, kann von dort aus auch weiter in den Death Canyon wandern – ein anspruchsvoller Trail mit einigen Höhenmetern, den wir diesmal ausgelassen haben.

Aussicht vom Phelps Lake Overlook

Mormon Row & TA Moulton Barn

Danach fuhren wir zur historischen Mormon Row mit der ikonischen T.A. Moulton Barn – einer der meistfotografierten Orte im Park. Im Vordergrund: putzige Präriehunde, die neugierig Männchen machten. Im Hintergrund: die dramatischen Gipfel der Tetons. Traumkulisse pur! 🤩

Beliebtes Fotomotiv: Die T.A. Moulton Barn
Sind sie nicht putzig, die Präriehunde?!

Camper-Alltag & Freisteh-Kultur: Leider nicht immer ganz harmonisch…

Die Stellplatzsuche gestaltete sich in der Hochsaison leider ziemlich schwierig: Die offiziellen Campgrounds im Nationalpark waren alle voll, und auch auf den kostenlosen BLM-Flächen herrschte bereits reger Andrang.

Wir fanden einen geräumigen Platz neben einem anderen Van – dachten wir zumindest! Als dessen Besitzerinnen zurückkamen, waren sie alles andere als erfreut. Ohne uns anzuhören oder geschweige denn zuerst zu begrüßen warfen sie uns direkt vor, einfach „ihren“ Platz zu besetzen. Sogar ein Ranger wurde von den Beiden dazu gerufen! 😯 Der konnte und wollte uns zwar nicht vertreiben aber legte uns freundlich nahe, spätestens am nächsten Morgen eine andere Stelle zu suchen. Willkommen im Land der unbegrenzten Freiheit

Neuer Stellplatz mit Seeblick

Dank des Rangers fanden wir später am Abend, der Stimmung wegen beschlossen wir nämlich doch direkt von dannen zu ziehen, noch eine traumhafte Alternative am Gros Ventre River, genauer gesagt am Lower Slide Lake – samt Blick auf den See, Ruhe pur und deutlich entspannterer Atmosphäre.

Unser Stellplatz am Lower Slide Lake
Blick von Kelly Hot Springs auf die Teton Range

Wandern im Bärenland: Taggart Lake & Jenny Lake Trails

Natürlich wollten wir auch wandern – aber bitte nur mit Bärenspray im Rucksack! Denn der Grand Teton ist auch Heimat von Schwarzbären und Grizzlys, weshalb man beim Wandern nicht allein, immer laut und stets aufmerksam unterwegs sein sollte.

Auf die direkte Begegnung mit einem Grizzley oder Schwarzbären verzichtet man im Idealfall besser…

Taggart Lake Loop Trail

Ein relativ einfacher, 6 km langer Rundweg führte uns durch schattigen Wald bis zu einem idyllischen Bergsee, in den wir unsere Füße zur Abkühlung eintauchen konnten. Der Parkplatz war gut gefüllt, der Weg selbst jedoch mal wieder angenehm leer.

Jenny Lake Loop Trail

Noch schöner, aber auch anstrengender war der Jenny Lake Loop Trail – etwa 10 km lang und teils über schmale, steinige Pfade zu gehen. Wir wanderten bis zu den Hidden Falls und dem Inspiration Point, wo wir mit spektakulären Ausblicken auf den See und die umliegenden Wälder belohnt wurden.

Hidden Falls

Absolutes Highlight: ein männlicher Elch, den wir auf dem Rückweg an den Moose Ponds (der Name ist Programm – Elch auf englisch heißt nämlich nicht Elk sondern Moose) beobachten konnten – unser erster Elch überhaupt! 😃

Simon beim Elch filmen
Größenvergleich Mensch – Elch

Nützliche Tipps für den Grand Teton NP

🛶 SUP & Kajak: Nutzung nur mit Permit (25 USD) und nach vorheriger Bootsinspektion in Moose erlaubt

🚰 Trinkwasser: Wasserspender sind nicht überall vorhanden, z. B. nicht am Jenny Lake Visitor Center

🚿 Duschen: 7 Minuten heiße Dusche für 5 USD bei der Signal Mountain Lodge

🧺 Waschsalon & Dumpstation: Ebenfalls bei der Signal Mountain Lodge

🐻 Wildlife: Mit viel Glück trifft man hier auf Wölfe, Füchse, Elche, Hirsche, Rehe, Präriehunde, Biber, Weißkopfseeadler und Bären

🌅 Tageslänge: Im Sommer geht die Sonne bereits um 5:30 Uhr auf und erst gegen 21:45 Uhr unter


Unsere Rückkehr nach Jackson Hole – Independence Day & Simon’s Geburtstag

Da der 4. Juli, also der amerikanische Unabhängigkeitstag, kurz bevorstand entschieden wir uns spontan gegen die direkte Weiterfahrt in den Yellowstone Nationalpark und stattdessen für eine Rückkehr nach Jackson Hole.

Was wir dort am Independence Day erlebt haben (ob es Paraden, Feuerwerk und Hot Dogs gab) erfahrt ihr dann im nächsten Blogbeitrag. 🌭

Und ganz nebenbei können wir so auch noch Simons Geburtstag (einen Tag später) in gebührender Atmosphäre feiern – bevor es dann endlich weitergeht in den ältesten, berühmtesten und wohl spektakulärsten Nationalpark der USA: Yellowstone!

NEW BLOG POST (21.-25.06.2025) 🇺🇸 Rauchschwaden & Salzseen – unser Weg in den Norden 🚐💨

Der Abschied vom Bryce Canyon fiel uns schwer – nicht, weil wir schon bereit waren weiterzuziehen, sondern weil uns ein Waldbrand sprichwörtlich „vom Platz fegte“. Nach einem nächtlichen Temperatursturz wachten wir am nächsten Morgen in dichten Rauch gehüllt auf. Unser idyllischer, freier Stellplatz mitten im Wald hatte sich über Nacht in eine bedrückende Rauchglocke verwandelt. Der Waldbrand, der durch einen Blitzeinschlag im Dixie National Forest ausgelöst worden war, rückte immer näher – zu nah. Also hieß es: zusammenpacken und weiterziehen.

Unser Übernachtungsspot – in dichten Rauch gehüllt 😳
Auch auf der Fahrt wurde es kaum besser…
Mehr zum Brand & Bryce Canyon im Video 👆

Panguitch: Bibliothek, Baseballplatz & Begegnungen

Unser nächstes Ziel war das kleine Städtchen Panguitch, wo wir zunächst Zuflucht in der örtlichen Bibliothek fanden – samt WLAN und Strom. Perfekt, um unser neuestes YouTube-Video hochzuladen! Ein paar Straßen weiter parkten wir am örtlichen Baseballplatz, wo es saubere, öffentliche Toiletten und vor allem Ruhe gab. Genau das, was wir nach all dem Rauch suchten. Wobei… Auch hier schien es nicht weit entfernt ebenfalls zu brennen! 🔥

Der Brand scheint uns zu verfolgen…
Netter Stellplatz am Baseball Field ⚾️

Dort trafen wir zufällig auf Jochen und Jasmin, die mit ihrem liebevoll gepflegten VW T3 Synchro unterwegs sind. Zwei Gleichgesinnte auf großer Panamericana Tour – solche Begegnungen fühlen sich jedes Mal an wie ein kleines Stück Zuhause. Diesmal umso mehr, denn die beiden kommen aus Landau in der Pfalz und leben somit gar nicht weit entfernt von uns. 😀

Dank eines Tipps unserer treuen Follower Sabine & Stefan schauten wir noch im Café Wanderlust vorbei – eine echte Empfehlung! Mit Zimtschnecke, Energy Balls und richtig gutem Kaffee im Bauch setzten wir am nächsten Tag unsere Reise fort – rund 400 Kilometer nordwärts nach Salt Lake City.


Salt Lake City: Charmante Hauptstadt mit Herz

Salt Lake City – Hauptstadt Utahs, Zentrum der Mormonen und überraschend entspannt für eine Metropole. Obwohl es sich um die größte Stadt des Bundesstaates handelt, zählt sie gerade einmal etwa 200.000 Einwohner. Dennoch ist sie kulturelles, wirtschaftliches und religiöses Zentrum Utahs.

Wir trafen uns hier mit Katie, der Frau von Ben – dem Sohn von Reinhard, dem Cousin meines Vaters (ja, Familienverhältnisse on the road bleiben kompliziert 😅). Sie hatte netterweise ein Paket für uns entgegengenommen – und so gab’s ein kurzes Wiedersehen mit einem entfernten Teil meiner Familie.

Und was macht man in einer Stadt mit Läden?! Richtig, endlich mal wieder bei Walmart richtig einkaufen! 🤗 Nach vier Wochen wilder Natur waren unsere Vorräte nämlich mehr als ausgedünnt. Und weil der Tag lang und anstrengend war, ließen wir uns zum Abschluss beim In-N-Out Burger ein schnelles Menü schmecken. Für die Nacht steuerten wir den Parkplatz von Cracker Barrel an, wo Camper offiziell willkommen sind. Ruhig, unkompliziert – und mal was anderes als Wald oder Wüste. 🅿️

Großeinkauf nach Wochen ohne richtigen Supermarkt

Antelope Island: Salz, Bison & Millionen Fliegen

Der nächste Tag brachte einen unerwarteten, aber nicht ungelegnen Stimmungswechsel: nur noch 19 Grad Tageshöchsttemperatur, und das bei strahlend blauem Himmel – ein Temperatursturz von über 15 Grad! 😯 Unser Ziel: der Antelope Island State Park, etwa eine Stunde nordwestlich von Salt Lake City, mitten im Great Salt Lake.

Der Great Salt Lake ist der größte Salzsee Nordamerikas und weltweit der zweitgrößte seiner Art – nach dem Kaspischen Meer. Sein Salzgehalt beträgt bis zu 25 %, was ihn sogar salziger als das Tote Meer macht – untergehen kann man darin also wortwörtlich nicht.

Da es sich bei Antelope Island um einen State Park handelt, ist der Eintritt mit dem America the Beautiful Pass nicht abgedeckt – 15 $ pro Auto sind aber auch absolut zu verschmerzen. Über den langen Damm, der wie eine Brücke über den See führt, fuhren wir hinaus aufs Wasser – und staunten nicht schlecht: Spiegelglattes Wasser, ziehende Wolken, Berge im Hintergrund. Und mittendrin: eine freilaufende Bisonherde! Die Tiere wurden um 1893 auf der Insel angesiedelt, heute leben dort rund 500 Exemplare. Eines davon lief direkt vor unserem Van über die Straße – Gänsehautmoment! 🌟

Wandern wollten wir diesmal bewusst nicht. Stattdessen machten wir kleine Spaziergänge entlang des Ufers und der Viewpoints. Allerdings erwartete uns dort eine seltsame Überraschung: Millionen winziger Fliegen, die in dichten Schwärmen knapp über dem feuchten Boden schwirrten. Sie stechen nicht – aber sie machen einem das Innehalten am See nicht gerade leicht. Dafür war der Besuch der Garr Ranch, einer alten Farm aus dem Jahr 1848, ein echtes Highlight – alte Scheunen, originale Werkzeuge und eine Menge Geschichte unter freiem Himmel.

Wichtig zu wissen: Die Ranch schließt bereits um 16 Uhr, während der Park von 6 bis 20 Uhr (1.3.–31.10.) geöffnet hat.

Mehr zu Antelope Island im VLOG 👆

Logan, Bear Lake & weiter Richtung Wyoming

Die Nacht verbrachten wir auf dem Parkplatz eines Walmart in Logan – ohne Zwischenfälle, ohne Nachbarn, ohne Drama. Am nächsten Morgen gönnten wir uns im örtlichen Recreation Center für gerade einmal 4 $ pro Person eine heiße Dusche – inklusive Whirlpool und Sauna in der Umkleide. Ein absoluter Geheimtipp!

Frisch geduscht setzten wir unsere Fahrt gen Norden fort – aber nicht über die eintönige Interstate, sondern entlang des wunderschönen Highway 89. Der Abschnitt entlang des Logan River erinnerte uns stark an unsere Heimat – an Fahrten durchs Albtal bei Ettlingen. So grün, so vertraut. 🥰

Am Bear Lake, einem riesigen Süßwassersee an der Grenze zu Idaho, legten wir eine kleine Kaffeepause ein – auf dem Parkplatz einer Dorfkirche, da der Zugang zum Seeufer leider durch Privatgrundstücke versperrt war. 😬


Willkommen in Wyoming!

Nach insgesamt über 400 gefahrenen Kilometern verließen wir Utah, schnitten Idaho und erreichten schließlich den Bundesstaat, auf den wir uns besonders gefreut hatten: Wyoming. Und genau so hatten wir ihn uns vorgestellt: grüne Wiesen, sanfte Hügel, Heuballen, Kühe, Ruhe.

Unsere Route: Von Utah über Idaho nach Wyoming

Kurz vor Jackson fanden wir einen traumhaften Stellplatz direkt am Snake River – inklusive Picknickbank mit Blick aufs Wasser. Wir beobachteten Raftingboote, aßen zu Abend und genossen diesen ganz besonderen Moment: das Gefühl, zumindest für einen Moment lang angekommen zu sein. 💫


Ausblick: Grand Teton & Yellowstone warten

Der Bryce Canyon liegt hinter uns. Utah auch. Was jetzt kommt, lässt unsere Abenteuerherzen höherschlagen: Grand Teton National Park – und danach Yellowstone! 😃 Zwei ikonische Orte im amerikanischen Westen, zwei absolute Must-sees unserer Reise. Ihr wollt wissen, ob sie wirklich so spektakulär sind, wie man sagt? Dann schaut unbedingt in unser nächstes YouTube-Video, das wir wie immer mit viel Liebe und Fernweh für euch gedreht haben – und folgt uns gern auf Instagram, um kein Highlight zu verpassen:

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