NEW BLOG POST 🇺🇾 (01. – 10.08.2022) Montevideo – NP Santa Teresa
Endlich geht es los! 😊 Nach dem wir uns in den vergangenen Tagen gebührend von Familie und Freunden verabschiedet hatten, starteten wir am Montag den 01.08.2022 in unser großes Abendteuer Südamerika bzw. Panamericana. In den kommenden drei Jahren möchten wir in unserem gemütlichen Zuhause auf vier Rädern, einem Renault Master 3 welchen wir selbst aus- und umgebaut haben, von Ushuaia im Süden bis nach Alaska ganz im Norden reisen.

Los ging es am Nachmittag mit dem Zug ab Karlsruhe bis nach Frankfurt zum Flughafen. Unseren Van hatten wir bereits Ende Juni in Hamburg bei unserem Reeder „Overlander Shipping“ abgeliefert. Dort wurde er zusammen mit dem Jeep von Ju und Lydia alias „a donde voy“ in einen 40hc Container verladen. Der Großteil unseres Hab und Gutes befand sich somit schon auf dem Weg nach Montevideo in Uruguay und wir konnten nur noch mit leichtem Handgepäck ausgestattet die Flugreise starten. Zuerst ging es in 2,5 Stunden nach Madrid wo wir genug Zeit hatten um in den Dreamliner von Air Europa umzusteigen. Wir hatten zwei wirklich sehr angenehme und ruhige Flüge und kamen relativ ausgeruht am frühen Morgen gegen 7:00 Uhr in Montevideo an. Bei neblig feuchten 12°C machten wir uns auf den Weg zum Bus, da die Taxifahrt in die Altstadt mit rund 75 € viel zu teuer gewesen wäre. Die Busfahrt kostete dann nur noch 2 € pro Person und nach knapp einer Stunde gelangten wir im Zentrum an.

Wir begaben uns als erstes auf direktem Wege zur „migracion“ um dort das „certificado de llegada“ für unseren Van einzuholen. Glücklicherweise funktionierte dies reibungslos und nach knapp einer Stunde hielten wir den Schein in Händen. Nach dem wir in einem netten Café gefrühstückt hatten ging es weiter zu unserem Zollagenten vor Ort namens Eduardo. Diesem händigten wir das soeben erhaltene Schriftstück sowie den Pass des Fahrzeughalters, den Fahrzeugschein und die Autoversicherung (welche wir bereits in DE für die Länder Uruguay, Paraguay, Brasilien, Chile, Peru und Bolivien bei Speiser Seguros abgeschlossen hatten) aus. Eduardo erklärte uns, dass der Papierkram bei den Zoll- und Hafenbehörden einige Zeit dauern kann und wir unseren Van vermutlich erst gegen Ende der Woche (unser Ankunftstag war Dienstag) erhalten werden. Für uns gab es also erst einmal nichts weiter zu tun und wir konnten in aller Ruhe in unserem nahegelegenen Hotel in der Altstadt, dem sehr zu empfehlenden Hotel Palacio, einchecken.



In den folgenden Tagen blieb somit genug Zeit um die Altstadt von Montevideo, die alte Markthalle am Hafen sowie den Montevideo Schriftzug zu besuchen. In den ersten Tagen war es allerdings dauerhaft Grau in Grau und relativ frisch so dass wir jedes Mal wieder froh waren, ins warme Hotelzimmer (Klimaanlage stand auf 30°C 😅) zurückzukommen. Unsere Containerpartner Lydia & Ju kamen einen Tag vor uns an und wir freuten uns sehr über das Wiedersehen und das gemeinsame leckere Mittagessen. Es gab uruguayische Steaks und Chorizo vom Grill. 😋
Am Freitag, den 05.08.2022 war es dann endlich soweit: Wir erhielten von Eduardo das „GO“ um den Van im Hafen abzuholen! Nach einiger Wartezeit auf dem Hafengelände wurde dann endlich der Container geöffnet und die Hafenmitarbeiter beförderten unseren Van wohlbehalten zu Tage. Zumindest wenn man davon absieht, dass der Arbeiter beim Einsteigen leider unsere oberste Wäscheständerstange und den Windabweiser beschädigt hat aber da gibt es wohl schlimmeres! Auf der Seereise war tatsächlich nicht einmal eine Tasse o.ä. verrutscht – alles befand sich noch an Ort und Stelle. 😍



Wir verabschiedeten uns von Ju & Lydia, die möglichst auf direktem Wege weiter ins wärmere Brasilien wollten, und steuerten die nächstgelegene Tankstelle an der Rambla an. Dort konnten wir sowohl den Tank vom Auto als auch unseren 120 Liter Wassertank füllen und auch den Reifenluftdruck wieder auf ein normales Niveau bringen da wir zur Einfahrt in den Container Luft ablassen mussten um etwas an Höhe zu verlieren. Danach ging es noch kurz in den Supermarkt um die nötigsten frischen Lebensmittel zu besorgen. Da es zwischenzeitlich schon dämmerte steuerten wir direkt unseren ersten Stellplatz beim Leuchtturm von Montevideo an. Wir verspeisten noch die eben eingekauften Empanadas um danach glücklich und zufrieden ins Bett zu fallen. Nach einer sehr ruhigen Nacht und einem schönen Sonnenaufgang über dem Atlantik machten wir uns auf, um unsere deutsche 5 kg Gasflasche für das Kochfeld zu füllen. Leider gestaltete sich dieses Projekt schwieriger als gedacht! Wir hatten uns zwar extra zwei verschiedene Adapter zum Füllen der Flasche besorgt aber leider passte keiner davon auf die uruguayischen Anschlüsse der von uns angesteuerten Gasfirmen. Ein super netter Chef gab uns sogar seinen Schlauch mit und schickte uns damit in ein Fachgeschäft in der Hoffnung, dass man uns dort einen passenden Adapter fertigen könnte. Leider war auch dies nicht möglich und wir hätten bis Montag (es war gerade erst Samstag) warten müssen. Auch bei zwei weiteren Firmen hatten wir kein Glück… Unsere letzte Hoffnung war die im Reiseführer genannte Firma im entlegenen Industriegebiet und dort war das Füllen unserer deutschen Gasflasche tatsächlich völlig problemlos möglich! 🥳🥳🥳 Somit hatten wir endlich alles Nötige an Bord und unsere Reise entlang der Ostküste Uruguays konnte beginnen.

Unser erster Stopp war in Piriápolis, einem hübschen kleinen Städtchen mit Casino, Yachthafen und langer Strandpromenade. Nach einem Spaziergang fuhren wir weiter nach Punta del Este, um erneut direkt am Meer zu übernachten. 🥰 Morgens gingen wir auch hier am Strand entlang und schauten uns die vielen schönen, momentan leerstehenden Strand- und Ferienhäuser an. Im Sommer ist hier ganz bestimmt richtig viel los und man kann es hier sicher sehr gut aushalten. Wir stoppten noch am Wahrzeichen von Punta del Este, der „Hand im Sand“ und machten uns dann auf den Weg nach La Paloma. Auch dieses kleine Örtchen wirkte aktuell ohne Touristen wie ausgestorben und wir hatten den langen Sandstrand wieder fast für uns alleine. Auch hier konnten wir erneut direkt am Leuchtturm mit Blick auf den Atlantik übernachten. Nach dem Frühstück ging es weiter nach Cabo Polonio. Dort mussten wir schnell erkennen, dass wir mit unserem eigenen Fahrzeug leider nicht in den Nationalpark hineingelangen würden. Stattdessen hieß es den Van parken und mit dem 4×4 Safari Auto durch die Sanddünen bis in den kleinen, abgelegenen Fischerort fahren. Auch hier waren die meisten Cafés, Restaurants und Läden geschlossen und wir konnten in aller Ruhe am Strand entlang zum Leuchtturm und den Felsen mit den Seelöwen laufen. Aus einiger Entfernung konnten wir sicher 100 Tiere beobachten, die auf den Felsen in der Sonne chillten. 😃 Wir drehten diese Runde zweimal, bevor es abends um 18 Uhr erneut mit dem Safari Auto zurück zum Stellplatz unseres Vans ging. Da die Parkgebühr für 24 Stunden entrichtet werden musste und es bereits dunkel war entschieden wir uns, über Nacht zu bleiben. Zumal ganz gutes WLAN verfügbar und inklusive war. Unser nächster Stopp war in Punta del Diablo: Auf Grund der off season wieder eine Geisterstadt und leere breite Sandstrände ganz für uns alleine. Auch das Wetter hatte sich in den letzten Tagen deutlich gebessert und wir wurden jeden Tag von einem strahlend blauen Himmel und Sonnenschein begrüßt, was die Temperaturen von im Schnitt 15°C deutlich angenehmer machte. Unser letzter Stopp in Uruguay war der kostenfreie Nationalpark Santa Teresa kurz vor der brasilianischen Grenze. Am Nachmittag blieb uns noch Zeit, um zu dem wirklich schön angelegten Kleintierzoo zu laufen. Hier gab es u.a. Wasserschweine, einen Kaiman sowie diverses Federvieh zu sehen. Als Übernachtungsspot hatten wir uns die Laguna Negra auf der gegenüberliegenden Seite ausgesucht. Wieder ein toller Sonnenuntergang und erneut eine ganz ruhige Nacht. Nach dem Kaffee am Morgen gingen wir noch einmal in den Nationalpark und liefen zur Playa Larga. Wale konnten wir leider keine sehen aber dafür eine kleine Robbe und immerhin zwei Delfine. 😍 Das alte portugiesische Fort hat uns nicht wirklich beeindruckt und so machten wir uns kurzerhand auf in die naheliegende Grenzstadt Chui, um dort unsere letzten Pesos vor dem Grenzübertritt auszugeben.






Ob uns der Grenzübertritt nach Brasilien gut gelungen ist erfahrt ihr dann im zweiten Blogbeitrag. 😉