NEW BLOG POST 🇵🇪 (01. – 08.08.2023) Das heilige Tal der Inka & Cusco

Auf unserem Weg ins heilige Tal legten wir einen Übernachtungsstopp an einer Lagune ein. Da wir mit Anbruch der Dunkelheit ankamen sahen wir nicht mehr viel, mit Ausnahme der wenigen Häuser rundum die ihr Licht auf das Wasser warfen. Umso mehr staunte ich am nächsten Morgen beim Öffnen unserer Schiebetür: Im ersten Moment dachte ich tatsächlich, die Erde hätte sich aufgetan und vor uns würde ein riesiges Loch klaffen. Erst beim zweiten Blick erkannte ich, dass die Wasseroberfläche just so ruhig war als dass sich die umliegenden Berge darin spiegelten und so diese grandiose optische Täuschung erzeugten. 😅 Wir zelebrierten unser einjähriges Reisejubiläum mit einem kleinen Schokotörtchen zum Kaffee bevor wir die letzten Kilometer hinter uns brachten. Unseren Van stellten wir am Ortsende von „Pisac“ ab wo wir oberhalb des Friedhofs einen ruhigen Parkplatz fanden. Von dort aus waren es nur wenige Schritte hinein in das friedliche Dörfchen mit seinen Kopfsteinpflaster Gassen. Der Ort versprüht ein wenig den Charme verblasster Hippie Zeiten was nicht nur an den bunten, zur Schau gestellten Textilien und Bildern lag. Vielmehr wurde dies von dem Duft nach Räucherstäbchen sowie Weihrauch (und mehr…) unterstrichen, aber auch der ein oder andere Aussteiger in entsprechender 70er Jahre Kluft lief uns über den Weg. Wir schlenderten durch die Sträßchen sowie den großen Kunsthandwerkermarkt und versprachen uns, am nächsten Tag zu einer Shoppingtour wiederzukehren.

Spiegel Lagune
Ein Jahr Südamerika Reise 🥂
Ich finde Türen sind ein tolles Fotomotiv 😅
Stadtbummel in Pisac
Die weitläufige Plaza
Hippie Flair

Nach ausgiebiger Internetrecherche hatten wir entschieden, die alte Inka Festung hoch oben über „Pisac“ links liegen zu lassen. Die Besichtigung der Ruinen würde uns immerhin 70 Soles p.P. (= 18 €) kosten und im Umkreis gibt es noch sooo unglaublich viele Ruinen mehr. Da für alle jedoch der gleiche Preis abgerufen wird wollen wir uns vorerst auf das Highlight „Machu Picchu“ konzentrieren. Je nach dem können wir danach, sollte uns das nicht ausreichen, immer noch die ein oder andere Sehenswürdigkeit abklappern. Stattdessen investierten wir einige Euro in eine wunderschöne Decke aus wärmender Alpaka Wolle sowie in eine neue Laptoptasche in typischen Farben und eine Küchenschürze für Simon mit lustigem Meerschweinchen Motiv. Die putzigen Tiere stehen in Peru wohl tatsächlich häufiger auf der Speisekarte weil es, bis zur Eroberung durch die Spanier, hier außer Lama sowie Alpaka und eben Meerschweinchen keine anderen, essbaren Tiere gab… 🙈

Chefkoch 👨‍🍳
Unsere neue Laptop Tasche passt dazu
Witziges Schachspiel: Inka gegen Spanier
Aquarelle

Bevor wir unsere Weiterreise in Richtung „Machu Picchu“ antraten machten wir in einem recht großen und sehr netten Hostel in „Pisac“ tatsächlich noch eine exzellente Dusche ausfindig. Seit Wochen endlich mal wieder richtig heißes Wasser und blitzsauber sowie geräumig waren die Badezimmer obendrein. 😃 Nach einem schnellen Frühstück im Van fuhren wir weiter ins Tal hinein bis nach „Urubamba“. Der Ort verfügt über keine besonderen Highlights, liegt aber malerisch eingebettet inmitten des Talkessels. Wir liefen bis zur großen Plaza, in deren Mitte sich ein großer Brunnen mit Maiskolben on top befand, und schlenderten dabei durch den sehr gut bestückten Wochenmarkt. Wir kauften knackige Trauben sowie einen Laib Grillkäse und schauten in einem gut besuchten Restaurant auf die Speisekarte. Da uns die Preise jedoch nicht zusagten entschieden wir ganz spontan bis nach „Ollantaytambo“ weiterzufahren. Der kleine, vom Tourismus geprägte Ort gilt als Sprungbrett zum berühmtesten Wahrzeichen Perus. Quasi jeder, der zum Machu Picchu reisen möchte, muss hier durch. Glücklicherweise hielten sich die Besuchermassen aber sehr in Grenzen und im urigen Lokal „Chuncho“ machten wir ein leckeres Degustationsmenü ausfindig. Dank Tipp im „Lonely Planet“ Reiseführer (affiliate marketing link zu Amazon) bestellten wir nur eine Portion die tatsächlich so groß war, als dass wir locker beide davon satt wurden. 😋 So kam es, dass wir zum ersten Mal Meerschweinchen Fleisch probierten. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es sehr gut geschmeckt hat. Lediglich die vielen kleinen Knochen störten mich und eigentlich finde ich die Tierchen zum Verspeisen auch viel zu süß. Ich verweigere ja beispielsweise auch Hase aber in fremden Ländern sollte man schon auch offen für fremde Gerichte sein. 🤷‍♀️ Nach dem Espresso sahen wir uns weiter in dem winzigen, von großem Steinpflaster geprägten Dörfchen um. Durch fast jede der Gassen schoss in einem noch von den Inka angelegten Bewässerungsgraben Wasser hindurch und auf beiden Seiten der Hügel thronten alte Ruinen. Auch schönes Kunsthandwerk wurde verkauft und der Charme gefiel uns so gut als dass wir beschlossen, über Nacht zu bleiben und uns am nächsten Tag noch einmal genauer umzuschauen.

Brunnen mit Maiskolben 🌽
Schöner Patio in „Urubamba“
Tolles Restaurant in „Ollantaytambo“
Zum Glück haben wir das Menü geteilt 😅
Gemütlich eingerichtet

In einer ruhigen Seitengasse fanden wir einen adäquaten Stellplatz vor. Lediglich das laute und sehr lange Hupen der „Peru Rail“ riss uns immer mal wieder aus dem Schlaf. In wenigen Tagen, nach unserem mehrtägigen Hike zum „Machu Picchu“, werden auch wir in einem der Eisenbahnwagons sitzen. 😀 Als am Vormittag langsam die Sonne durch die Wolken blitzte machten wir uns auf, den rechterhand gelegenen Hügel zu erklimmen. Dort befanden sich die alten Ruinen „Pinkuylluna“ welche, im Gegensatz zu den gegenüberliegenden Ruinen von „Ollantaytambo“, völlig kostenlos besucht werden konnten. Von hoch oben hatten wir einen fantastischen Draufblick auf jene kostspieligen Terrassen und Tempel, welche uns zumindest aus der Ferne auch gar nicht so gut gefielen. Noch dazu waren wir hier fast alleine unterwegs. 👍 Wieder unten angelangt liefen wir noch einmal kreuz und quer durch die schmalen Gassen bevor wir uns in einem Café an der Plaza niederließen. Just in dem Moment begann es wieder ein wenig zu nieseln. Da es für uns aber auch nicht mehr viel zu sehen gab war dies nicht weiter schlimm und wir machten uns kurz darauf auf die Weiterreise. Unser nächstes Ziel war die archäologische Stätte „Moray“. Bis dahin hätten es eigentlich nur 23 km sein sollen aber leider landeten wir in einer Umleitung, die uns etliche Kilometer mehr durch das bäuerliche Umland führte. Einmal mehr ging es über unbefestigte, aber glücklicherweise gut befahrbare, Erdwege. Mystische Blicke auf wolkenverhangene Berge inklusive. 🤩 Am späten Nachmittag erreichten wir dann endlich den großen Besucherparkplatz auf welchem wir auch die Nacht verbrachten.

Traditionell gekleidete Frauen an der Plaza
Wasserkanäle & Kunsthandwerk
Farbenpracht
Blick auf die Ruinen in „Ollantaytambo“
Ruinen „Pinkuylluna
Steinpflaster & Wassergräben
Süße Pause 🧇 ☕️
The Simpsons – going to Machu Picchu !

Früh am Morgen hatten wir die drei kreisförmigen Terrassenanlagen, welche sich in Dolinen befinden, tatsächlich fast für uns alleine. Einer der vielen Vorteile, wenn man sein Zuhause immer dabei hat. 😉 Von oben sahen die Inka Anlagen, 70 Meter unter uns, aus als wären sie nicht von dieser Welt. Die untersten sieben Kreise haben einen Durchmesser von 15 Metern und ab dem achten Kreis vergrößert sich deren Anbaufläche weiter nach außen. Angeblich war dies ein frühes Versuchslabor der Inka da auf jeder der Terrassen, auf Grund ihrer Lage in der Talsenke, ein unterschiedliches Mikroklima herrschen soll. Hier wurden wohl bis zu 250 verschiedene Gemüsesorten, von der Kartoffel über Mais bis hin zu Gerste und Weizen, angebaut. Ein Bewässerungssystem, welches das Wasser vom Berg auf die verschiedenen Ebenen verteilte, war selbstverständlich integriert. Bis vor rund 50 oder 60 Jahren wurde die Anlage wohl noch von der hiesigen Bevölkerung zum Getreide Anbau genutzt. Heutzutage wird die Stätte jedoch nur noch von neugierigen Touristen besucht. 😅 Unser Rundgang war relativ schnell beendet so dass wir uns auf den Weg zu den Salinen von „Maras“ machen konnten. Diese lagen nur etwa 16 km entfernt und der Eintritt war mit 10 Soles pro Kopf (= 2,50 €) direkt erschwinglich. Auf der Fahrt zum Parkplatz hatten wir eine gute Draufsicht auf die 4.000 Salzbecken, welche sich auf einer Höhe von ca. 3.400 Metern üNN eng an die eine Seite des Berghanges schmiegen. Wir parkten unseren Van vor dem mit Minivans überfüllten, engen Parkplatz und frühstückten dort erst einmal unser Schokoladen Croissant vom Vortag bevor wir das Eingangstor passierten. Seit rund 1.000 Jahren wird hier bereits das weiße Gold geschürft welches als Sole aus dem mineralhaltigen Berg dringt. Ab April, mit Ende der Regenzeit, werden die Becken bis zu 10 cm hoch mit dem salzhaltigen Wasser geflutet. Sämtliche Becken sind durch ein Drainage System miteinander verbunden was das Befüllen stark vereinfacht. Sobald die Höhensonne ihren Dienst verrichtet hat werden die Salzkristalle per Hand abgeschöpft und in bis zu 30 Kilo schwere Säcke verpackt. Die „salineros“ arbeiten mit einfachsten Mitteln und wahrscheinlich sah es zu Zeiten der Inka hier kaum anders aus… Lediglich ein Sechstel wird den Salzarbeitern als Gehalt ausgezahlt, das restliche Geld verbleibt in der Kooperative. 🤨 Zweimal wöchentlich werden die schweren Säcke von LKWs abgeholt und in einer 20stündigen Fahrt nach Lima transportiert. Vom dortigen Hafen aus werden sie dann in alle Herren Länder verschifft. Da die Becken selbst nicht betreten werden dürfen mussten wir uns mit der Aussicht von den einzelnen Plattformen begnügen weswegen unser Besuch auch hier relativ schnell vorbei war. Wir kauften, für schlappe 0,75 €, noch 500 Gramm Salz sowie ein Stück mit Salz veredelte Zartbitterschokolade ein. In einem Deutschen Onlineshop muss man für dieselbe Menge Maras Salz übrigens stolze 11 € hinblättern! Wenn ihr mehr über die Salinen wissen möchtet: Unter folgendem Link findet ihr eine sehr interessante Doku des Fernsehsenders „arte“ über die Maras Salinen und ihre Arbeiter.

Inka Terrassen „Moray“
Traumhafte Aussicht 🏔
4.000 Salinen auf 3.500 Meter üNN
Reine Handarbeit
Unser Mittagessen – Meerschweinchen 🙈
Sieht übel aus, schmeckt aber (leider) ganz gut

Leider gibt es für die Attraktionen im Tal der Inka keine Einzel- sondern nur Kombitickets. 😕 Da in unserem am Vortag gelösten Ticket u.a. auch der Eintritt zu den Ruinen von „Pisac“ inkludiert war fuhren wir noch einmal dorthin zurück und verbrachten eine weitere Nacht auf dem angenehm ruhigen Parkplatz. Gegen 08:00 Uhr am Morgen düsten wir dann die steile Anhöhe hinauf bis zum Besucherparkplatz, auf welchem man leider nicht übernachten darf. Dennoch waren wir noch vor den Touristenhorden dran die etwa zwischen 09:00 und 09:30 Uhr in Scharen hier einfallen. Die Anlage wurde von den Inka wohl als Sommerresidenz genutzt und ist extrem weitläufig. Sie erstreckt sich über mehrere Berghänge und die Besonderheit besteht in den weitläufigen Terrassenanlagen, die sich unterhalb der Häuser weit die Hänge hinunter in Richtung Tal ausdehnen. Wir kletterten bis zu den Überresten der Behausungen hinauf und genossen die Aussicht über die Ruinenstätte wohingegen etliche andere Besucher dies von ihrem Guide, mangels Zeit, untersagt bekamen. 🙈 Wobei auch wir hier einen Guide bevorzugt hätten denn die meisten Hintergründe und Geheimnisse blieben uns sicherlich verborgen… Etwa eine Stunde später beendeten wir unseren Rundgang und der Parkplatz war zwischenzeitlich richtig überlaufen. Deswegen ergriffen wir schnell die Flucht und nahmen unser Frühstück an einem ruhigen Fleckchen weiter unterhalb zu uns. Von hier aus war es quasi nur noch ein Katzensprung bis in die ehemalige Inka Hauptstadt „Cusco“. Dort trafen wir zu unserer großen Freude auch wieder auf Max und Merle. 🙃 Während die beiden ihren „Pisco“ Kater auskurierten sahen wir uns in aller Ruhe in der schönen Altstadt um. Maßgeblich geprägt wird diese von den imposanten, roten Sandsteingebäuden in Form der mächtigen Kathedrale sowie der danebenliegenden Kirche an der riesigen Plaza de Armas. Letztere beherbergt in der Mitte einen wunderschönen Brunnen und ist mit hohen Palmen gespickt. Auch die unzähligen, üppig verzierten größeren sowie kleineren Holzbalkone an fast jedem Gebäude beeindruckten uns sehr. 🤩

Inka Anlage in Pisac
Die Terrassen reichen fast bis ins Tal
Überreste der Häuser
🥰🥰🥰
Cusco – Plaza de Armas mit Kathedrale & Kirche
Wunderschöne Balkone
Auf den meisten kann man sitzen & speisen
Alle Kirchen sind aus massivem, rotem Stein
Wie war das mit den Türen?! 🤣
Bulli Love 🧡

Die Nacht verbrachten wir auf einem relativ zentral gelegenen Parkplatz unweit des Zentrums und nach dem die Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen San Antonio ihr Ende fanden wurde es sogar angenehm ruhig um uns herum. 😴 Am nächsten Morgen meldete ich uns vier für eine kostenfreie Stadtführung bei „Inkan Milky Way“ an. Wir hatten uns für die Tour um 13:00 Uhr entschieden und mangels anderer Teilnehmer kamen wir in den Genuss eines ganz privaten Stadtrundgangs. Unser gut Englisch sprechender Guide „Cesar“ war nicht nur nett sondern auch sehr bemüht uns seine Heimatstadt näher zu bringen. Start war an der „Plaza Regocijo“ wo sich unter anderem das Rathaus befindet. Weiter ging es zur „Plaza San Francisco“ mit der gleichnamigen Kirche sowie der ältesten Schule der Stadt, welche von den Spaniern kurz nach ihrer Eroberung im 16. Jahrhundert gegründet wurde. Hinter dem danebenliegenden Torbogen findet man den schöne „Mercado de San Pedro“ dem wir zu gegebener Zeit sicherlich noch einmal einen Besuch abstatten werden. Auch die Überreste des Tempels von Inka König Numero neun konnten wir uns anschauen, wenngleich hier nur noch ein bisschen vom alten Mauerwerk zu sehen ist. Auf den meisten der ehemaligen Herrschersitze der Inka hatten die Spanier nämlich katholische Kirchen errichten lassen, 16 an der Zahl. In einem der schönen „Patios“ endete dann unsere zweieinhalbstündige, extrem informative Tour und zu Gunsten eines kostenlosen Lama Schlüsselanhängers ließen wir natürlich gerne noch eine Google Rezession da. 😂 Gemeinsam ließen wir den Tag im Restaurant „Hanz Craft Beer“ ausklingen wo wir nicht nur exzellentes Essen serviert bekamen sondern auch noch mit die Beste Sicht über die erleuchtete Plaza sowie die umliegenden Berge hatten.

Irgendeinen Grund zum Feiern findet man hier immer
Das Rathaus von Cusco
Zu Inka Zeiten war es EINE mächtige Plaza –
heute ist sie dreigeteilt
Die flachen Steine sind neu (nach den Erdbeben) –
die Runden alt & original
Grundmauern eines alten Inka Tempels
Ausgrabungen (Keramik)
Die Inka kultivierten lange Schädelknochen – diese wurden bereits bei den Babys zurecht gequetscht
Tour Ende in schönem Patio
Unterwegs mit den Besten 😀
Der Brunnen an der Plaza mit Inka König Nr. 9
Maurische Bögen & Balkone
Blick auf die Plaza de Armas
Cheers 🥂
Appetizer 😋
Simon hatte Lama Steak
Ich Hühnchen in gelber Chili Sauce
So ein putziger Passwort Halter 😍
Schön war’s in Cusco!

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NEW BLOG POST 🇵🇪 (26. – 30.07.2023) Rainbow Mountain & Red Vallye (Vinicunca)

Nach zwei arbeitsreichen Tagen sowie drei ruhigen Nächten auf dem schönen Gelände des „Hotel de Turistas“ ging es am Donnerstagvormittag dann endlich weiter. 🚐 Wir stockten in einem, überraschenderweise sehr gut ausgestatteten, Supermarkt noch unsere Vorräte auf bevor wir uns in ein neues Abenteuer stürzten. Auf Empfehlung der beiden Holländer Marco und Berit, die wir am Titicacasee getroffen hatten, wagten wir neuerdings eine Off Road Piste. Wohlgemerkt mit nicht wirklich geländegängigem Fahrzeug an dem nun schon viermal die Stoßdämpfer defekt waren. 😅 Da wir aber weiterhin die nette Gesellschaft von Max und Merle genießen durften waren wir relativ sorgenfrei da im Notfall Rettung nahe wäre. Und so bogen wir gemeinsam, kurz nach Ortsausgang, auf die Schotterpiste ab welche uns in einem großen Bogen zu den „Rainbow Mountains“ führen sollte. Wir folgten einem kleinen Bachlauf, durch einen duften Eukalyptuswald hindurch, und fuhren an einfachen Bauernhäusern aus Lehm vorbei. Die Esel schauten neugierig zu uns herüber und auf dem Feld nebenan wurde gerade mittels zweier Pferde Getreide gedroschen. Mehr als einmal während unserer Reise durch Peru fühlten wir uns ins vorherige Jahrhundert zurück katapultiert… 45% aller Peruaner sind übrigens rein indigener Abstammung. Die meisten von ihnen leben im ländlichen Andenraum, viele davon unter der Armutsgrenze welche bei gerade einmal 284 US$/Monat liegt… 😥 Der steinige Weg stieg langsam, aber stetig an und war glücklicherweise sehr gut zu befahren. Da wir auf das Gegenteil eingestellt waren konnten wir die Fahrt umso mehr genießen. Zahlreiche Lama- und Alpaka Herden bildeten das i-Tüpfelchen in Mitten der hügelig grünen Andenlandschaft, welche mit kleinen und größeren Lagunen gespickt war. Eine der Lagunen wählten wir dann auch als potentiellen Übernachtungsspot aus. Es war gar nicht so einfach, auf die Grünfläche neben dem Weg zu gelangen da sich überall dazwischen ein kleiner Wall aus aufgeschobener Erde befand. Simon war sich jedoch absolut sicher, dass die Erde fest genug sei um gut mit unserem schweren Van darüber fahren zu können. Gesagt – getan! Kurz darauf standen wir mit drehendem rechten Vorderrad da. 😨 Weder das Unterlegen mit einem Stein noch das Ablassen der Luft aus den Vorderrädern brachte uns weiter so dass wir uns kurz darauf am Abschlepphaken der beiden Bremer wiederfanden. Mit qualmender Kupplung gelang es Max, uns aus dem Schlammassel heraus zu ziehen. Geläutert machten wir kehrt und fanden auf dem Rückweg, zwischen den beiden anderen Lagunen, dann doch noch einen geeigneten Stellplatz mit Blick aufs Wasser und die Flamingos. 🦩 Da wir allesamt nur gefrühstückt hatten waren wir bei unserer Ankunft am frühen Abend entsprechend hungrig. Wir erklärten uns, blöderweise, bereit für alle Hamburger zuzubereiten was zur Folge hatte, dass der ganze Van nach Frittenbude stank und noch dazu unser gesamter Herd fettverspritzt war. 😭 Lecker waren sie trotzdem und wir aßen neuerdings zu viert im geräumigeren „Käpt’n Knut“ – dem VW Crafter von Max & Merle. Einige Stunden später, zurück in unserem Van, wollten wir vor dem zu Bett gehen unsere Standheizung anwerfen da der Innenraum seit Untergang der Sonne doch ziemlich ausgekühlt war. Zu unserem Erschrecken quittierte diese jedoch, nach zwei Anlaufversuchen, den Dienst. 😮 Möglicherweise streikte sie auf Grund der Höhe (wir standen auf ca. 4.800 Metern üNN) sowie der Kälte. Die Temperatur war am Abend bereits auf -5 °C gefallen und erreichte in der Nacht ihren Spitzenwert von -13,7 °C. 🥶

Das ländliche Peru 🇵🇪
Fahrt durch malerische Landschaft
Lagunen & Schneeberge
Zum zweiten Mal auf der Reise festgefahren 🙈
Und dann doch noch einen guten Stellplatz entdeckt
Home Made Burger 🍔

Dank unserer warmen Bettdecken sowie dem Sweatshirt, dass ich vorsichtshalber anbehalten hatte, fror ich aber keine Sekunde und unser Innenraumthermometer zeigte morgens um 09:00 Uhr sogar schon wieder 11 °C an. 😊 Wir nahmen uns die Zeit für ein gemeinsames, ausgiebiges Frühstück in der Sonne mit Blick auf die Lagune, wenngleich auch noch warm eingepackt. Als alle Utensilien wieder verstaut waren begaben wir uns auf die zweite Etappe. Wir nahmen uns ausreichend Zeit für Foto- und Filmaufnahmen, da die grandiose Landschaft immer wieder zum Anhalten und Aussteigen verleitete. Die Andenlandschaft war, wie bereits am Tag zuvor, unbeschreiblich schön und wurde nun auch noch von schneebedeckten Bergen gekrönt. Darunter der über 6.300 Meter hohe Riese „Ausangate“. 😍 Auch wir knackten, zum ersten und vermutlich auch letzten Mal während unserer Reise, kurz darauf die 5.000 Meter Marke. Als wir den Pass „Abra de Jahuaycate“ überquerten zeigte unser Navi tatsächlich 5.121 Meter an… WAHNSINN!!! 🤩 Da so hoch oben jedoch ein eisiger Wind pfiff schossen wir nur schnell ein paar Erinnerungsfotos, bevor es langsam aber sicher wieder den Berg hinab ging. Nach dem wir eine Straßensperre, bestehend aus sturen Alpakas, überwunden hatten mussten wir kurz darauf schon wieder stoppen. Diesmal wollte ein freundlicher Kontrolleur unsere Personalien aufnehmen und er freute sich so sehr über das, sicherlich unerwartete, Aufeinandertreffen mit Deutschen dass er uns sogar um ein paar Erinnerungsfotos bat. 😂 Nach der kurzen Fotosession machten wir uns auf zum auserkorenen Stellplatz für die Nacht, dem Parkplatz unterhalb des Wanderwegs zu den vielfarbigen Bergen sowie dem roten Tal. Die letzten 10 Kilometer ging es über einen sehr schmalen, steil abfallenden Weg nach oben. Wir fühlten uns stark an die Todesstraße in Bolivien zurück erinnert und hofften inständig, dass uns jetzt kein Verkehr entgegenkommen würde. Bis auf ein Auto, ein Motorrad und eine Gruppe Quads wurde unser Wunsch auch fast erfüllt und wir versprachen uns, den Rückweg in etwa zur selben Uhrzeit am späten Nachmittag anzutreten. Dann sollten hoffentlich alle Reisegruppen durch sein…

Frühstück mit Aussicht
Im Hintergrund die Flamingos 🦩
Noch ganz schön frisch am Morgen 😅
Weiter ging die wilde Fahrt
Natürlich gab es auch wieder Lamas…
… und wollige Alpakas 😍
Auf über 5.000 Metern angelangt
Wahnsinns Aussicht! 🤩
Es lag sogar noch ein bisschen Schnee ❄️
Traumhaft schöne Altiplano Landschaft
Unterwegs mit den BESTEN 😛
Danke an Max & Merle für die Aufnahmen 👍🏻
Pure Freiheit 🗽
Alpaka road block 🤣

In der Nacht ereilte Simon die Höhenkrankheit so dass er auf Grund starker Kopfschmerzen erst etliche Stunden nach Mitternacht einschlief. Und auch ich schlief durch sein ständiges hin und her wälzen eher schlecht als recht. 😕 Immerhin sprang unsere Standheizung auf Anhieb an als um 06:00 Uhr in der Früh mein Wecker klingelte. Ursprünglich hatten wir mit Max und Merle vereinbart, unsere Wanderung zu den bunten Bergen gegen 07:00 Uhr am Morgen zu starten um noch vor dem Eintreffen der Reisebusse dran zu sein. Da Simon aber erst vor kurzem eingeschlafen war und noch dazu ganz unerwartet Schneegraupel vom Himmel fiel sagte ich den beiden kurzerhand ab. Die zwei zogen trotz der Kälte und dem trüben Himmel unverdrossen los und kehrten drei Stunden später mit bester Laune zurück. Zwar hatten sie keinerlei Sicht auf die Berge gehabt aber dank der überraschenden Schneewanderung den Ausflug dennoch genossen. 😅 Wir hingegen verschoben das Sightseeing auf den Folgetag in der Hoffnung, dass sich das Wetter bis dahin wieder bessern würde. Den Schlechtwettertag nutzten wir alternativ für die Recherche unserer Weiterreise sowie für die Arbeit an den Laptops. Schweren Herzens verabschiedeten wir uns am Spätnachmittag von unseren liebgewonnenen Reisegefährten, die keinen weiteren Tag in der Höhenlage verbringen wollten. Hoffentlich sehen wir uns bald in ein paar Tagen in Cusco wieder… 💕

Der Rainbow Mountain im Schnee 😅

Der nächste Tag wartete dann tatsächlich mit einem heiteren Sonne-Wolken-Mix auf. 🌥 Nach dem morgendlichen Koffein-Kick schnürten wir die Wanderstiefel und begaben uns auf den anstrengenden Fußweg hinauf zu dem siebenfarbigen Berg und dem dahinterliegenden, Purpurfarbenen Tal. Bereits nach wenigen Schritten war uns klar, warum die meisten anderen Touristen sich bequem mit dem Motorrad oder Quad nach oben chauffieren ließen: Der steile Anstieg, hinauf auf 5.045 Meter üNN, verlangte uns einiges ab und wir kamen nur langsam sowie schwer atmend voran. Oben angekommen erwartete uns bereits eine ziemlich große Menschenmenge und jeder von ihnen war auf das vermeintlich beste Foto aus. 😅 Wir freuten uns darüber, dass uns der Wettergott hold war und wir einen tollen Blick auf den Regenbogen Berg erhaschen durften. Nach einer kurzen Stärkung, Simon entschied sich für frittiertes Alpaka Fleisch wohingegen ich den mitgebrachten Marmorkuchen vorzog, liefen wir weiter in Richtung des „Valle Rojo“. Die Wolken wurden zwar wieder etwas dichter und es fiel ganz kurz auch ein wenig Graupel aber wir konnten dennoch den spektakulären Rundumblick genießen. 😍 Vier Stunden später gelangten wir wieder an unserem Zuhause an welches wir kurz darauf abfahrbereit machten. Eine weitere Nacht auf 4.800 Metern Höhe wollten wir gerne vermeiden so dass wir am Nachmittag direkt die Weiterreise antraten. 🚐 34 Kilometer später hatten wir bereits 1.300 Höhenmeter hinter uns gelassen und schlugen an der Plaza in dem verschlafenen „Checacupe“ unser Nachtlager auf.

Wir hatten definitiv mehr Glück 😀
Selbst hoch oben muss niemand
verhungern oder verdursten
Sind wir uns ein bisschen ähnlich?! 🤔
Das beeindruckende „Valle Rojo“
Sooo süüüß die beiden 😍😍😍
Leider kamen wieder ein paar mehr Wolken ☁️
Unglaublich schön 🤩
Auf dem Rückweg kam die Sonne zurück ☀️
Ich liebe sie 🦙
Stellplatz mit 💛
Unser Weg hinab ins Tal 🙊
Schöne Plaza in „Checacupe“

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NEW BLOG POST 🇵🇪 (19. – 25.07.2023) Colca Canyon & Weiterreise zu den Rainbow Mountains

Nach einem leckeren und sehr sättigenden Waffelfrühstück bei „Atomic Waffles“ in „Arequipa“ verließen wir die Stadt nach anderthalb Tagen auch schon wieder. Zum einen, weil wir das kleine, historische Zentrum bereits ausreichend erkundet hatten. Zum anderen, weil für den Folgetag in den größeren Städten Perus wieder Demonstrationen und Straßenblockaden angekündigt waren und wir uns nach Möglichkeit von diesem Geschehen fernhalten wollten. Der Verkehr aus der Stadt hinaus floss nur sehr zäh und so kam uns die kleine Unterbrechung in Form eines Lebensmitteleinkaufs gerade recht. Zu unserem Erstaunen gab es in Peru zahlreiche chilenische Ladenketten, darunter auch den teuren Supermarkt „Metro Cencosud“. Generell fielen uns, im Vergleich zum vorher besuchten Bolivien, so einige Unterschiede auf: Beispielsweise waren die meisten Häuser in Peru verputzt, die Nutztiere auf den Feldern zumeist angeleint und am Straßenrand lag deutlich mehr Müll herum. Außerdem hatte die Leibesfülle der Menschen schlagartig mit Grenzübertritt abgenommen und die Frauen trugen statt Tracht vermehrt enge Jeans. Auch die uns entgegenkommenden LKWs waren nicht nur neuer, sondern häufig auch von gehobenem Fabrikat. Vor allem freute uns aber, dass auf den peruanischen Straßen plötzlich wieder sehr viele Kastenwägen unterwegs waren, darunter auch zahlreiche „Renault Master“. Auf fast 5.000 Metern Höhe stoppten wir an einem Aussichtspunkt oberhalb des „Colca Canyons“, von dem aus wir auf sage und schreibe sechs Vulkane blicken konnten. Darunter befand sich auch der aktive, rauchende „Sabancaya“. 😮 Kurz darauf kamen wir nach vierstündiger Fahrt in dem kleinen Örtchen „Chivay“ an welches sich glücklicherweise in der Talsohle des Canyons befand. Ich hatte schon Sorge, dass wir auf über 4.000 Metern übernachten müssten aber glücklicherweise blieben wir dann doch knapp unter dieser Marke. Gemeinsam mit Max und Merle von @anschnallenabfahrt parkten wir in der Nähe der Thermen von „La Calera“ etwas außerhalb und schliefen dort, trotz der Höhe, super gut. 😴

Yummy 😛
Blick auf den rauchenden Vulkan „Sabancaya“ 🌋
Steinmännchen ohne Ende 😍
Unser Stellplatz an der Therme

Tags darauf sahen wir uns an der schön gestalteten Plaza von „Chivay“ um in deren Mitte sich ein großer Springbrunnen befand aus dem den ganzen Tag über stimmungsvolle Musik kam. 🎵 Auch die nahegelegenen Markthallen wollten besucht werden und wir fanden dort richtig tolles, exotisches Obst wie z.B. Physalis und Feigen. Das beim Bäcker erworbene Brot ließen wir uns direkt im Van zum Frühstück schmecken bevor wir die Laptops auspackten und uns für einige Stunden an die Arbeit machten. Erstaunlicherweise funktionierte das Internet dort richtig gut, trotz der Lage im zweittiefsten Canyon der Welt. 😀 Am Nachmittag statteten wir dann der Therme, an der wir zuvor übernachtet hatten, einen Besuch ab. Diese befand sich knapp oberhalb des Flussbettes vom „Río Colca“ und bot malerische Ausblicke auf die steilen Felswände, an die sich lediglich ein paar Kakteen krallten. Die drei Becken wurden allesamt von einer natürlichen, heißen Quelle gespeist und waren mit Temperaturen zwischen 36°C und 38°C schon fast zu warm. 😅

Die schöne Plaza in „Chivay“
Das Rathaus ist bereits für den Nationalfeiertag geschmückt
Die Therme liegt fast im Flussbett
Badespaß 💦

Nach dem bewegungsarmen Vortag wollten wir den Donnerstag mal wieder aktiv gestalten. Gemeinsam mit Max und Merle begaben wir uns auf eine 13 Kilometer lange Wanderung durch das „Colca“ Tal. Wir liefen zwar fast durchgängig auf einer asphaltierten Straße aber da diese so gut wie gar nicht befahren wurde störte uns das herzlich wenig. Stattdessen erfreuten wir uns an der schönen Aussicht auf die Inka Terrassen welche sich durch das gesamte Tal zu ziehen scheinen. Welch Arbeit es einmal gewesen sein muss, diese an all den Steilhängen anzulegen! Auch an niedlichen Alpakas sowie von natürlichem Stacheldraht gesäumten Mauern und Reet gedeckten Häusern kamen wir vorbei. Zuvor hatten wir bereits die Überreste einiger „Chullpas“ (= Grabtürme) erkundet und eine Brücke über die tiefe sowie schmale Schlucht des Canyons überquert. Direkt unter dieser Brücke, etwa in der Mitte der steilen Felswand, befanden sich ebenfalls Gräber der Inka. Bis heute weiß niemand, wie sie diese dort anbringen konnten. 😯 Das absolute Highlight war jedoch neuerdings der Vulkan „Sabancaya“ der abermals eine hohe Aschewolke in die Luft beförderte. In „Yanque“ orderten wir dann gemeinsam ein Taxi, welches uns für ein paar „Soles“ zurück nach „Chivay“ brachte, wo wir uns nach der Anstrengung allesamt erst einmal einen süßen „Oreo Frappé“ gönnten. Und da wir auf Kochen so rein gar keine Lust mehr hatten kehrten wir am Abend in einem bei Einheimischen beliebten Lokal ein, wo wir für schlappe 2 € p.P. ein leckeres Menü in Form einer Hühner-Nudel-Suppe sowie gebratener Forelle mit Reis und Salat orderten. 😋

Alte Inka Brücke, im Hintergrund der rauchende Vulkan 😳
Aussicht ins Colca Tal
Überreste der Grabtürme
Sind sie nicht süß?! 😍
Wanderung entlang der Straße
Effektiver Einbruchschutz 😅
Mit Reet gedeckte Häuser 🏠
Von den Inka angelegte Terrassen
Faszinierendes Naturschauspiel 😮
Wir konnten uns gar nicht satt sehen 🤩
Unter der Brücke sieht man die Inka Gräber
(ähnlich Schwalbennestern)
Blick in den Canyon auf den „Río Colca“

Am Freitag ging es dann endlich mitten hinein in den „Colca Canyon“. Lediglich der unweit gelegene „Cotahuasi Canyon“ ist noch tiefer. Selbst der berühmte „Grand Canyon“ in den USA ist nur halb so tief wie der, in dem wir uns befanden. 😮 Hier stürzen die Felswände bis zu 1.200 Meter in die Tiefe und das auf einer Länge von 100 Kilometern! Wir folgten den beiden Bremern Max und Merle die Straße entlang in Richtung „Cabanaconde“. Auf dem Weg lagen etliche „Miradore“ und wir stoppten an fast jedem der Aussichtspunkte, um den Blick auf die endlos scheinenden Inkaterrassen sowie tief hinab auf den die Schlucht formenden Fluss zu genießen. Am Zielort angelangt parkten wir die Vans an der Plaza und genehmigten uns dort erst einmal eine kleine Kaffeepause. ☕ Zum Glück haben wir unsere Küche quasi immer dabei! 😅 Frisch gestärkt machten wir uns zu Fuß auf den Weg zu einem etwas außerhalb gelegenen Viewpoint. Direkt darunter fällt der Canyon mit am steilsten ab nur leider war die tief stehende Nachmittagssonne der Aussicht nicht dienlich so dass wir die im Tal gelegene, grüne Oase „Sangalle“ nur schemenhaft erahnen konnten. Und da keiner von uns gewillt war, die 1.050 Meter hinab zu steigen (vor allem weil man diese auch wieder hinauf kraxeln hätte müssen) kehrten wir stattdessen wieder zu den Vans zurück. Einige Kilometer weiter fanden wir am Parkplatz des „Mirador Cruz del Condor“ einen geeigneten, ruhigen Stellplatz für die Nacht. Zumal man von hier aus auch die beste Chance haben soll, die früh am Morgen mit der Thermik aufsteigenden Riesenvögel zu beobachten. 🦅

Eine Aussicht schöner als die Andere 😄
Endlose Inka Terrassen entlang des Colca Canyons
Schon wieder ein Mirador! 😅
Plaza in „Cabanaconde“
Schlafplatz am Mirador „Cruz del Condor“ 🦅

Dank unseres taktisch klugen Stellplatzes hatten wir morgens um 08:30 Uhr nur ein paar wenige Schritte zu laufen, bis wir die erste Aussichtsplattform erreichten, und waren noch dazu vor den Reisebussen dran. 😛 Tatsächlich ließen die majestätischen Kondore nicht lange auf sich warten und begannen kurz darauf, die sich langsam aufwärmende Luft für ihren Aufstieg gen Himmel zu nutzen. Da wir uns fast auf Augenhöhe mit ihren Nestern befanden, hoch oben an den Felswänden, konnten wir die Könige der Lüfte hervorragend aus nächster Nähe beobachten. 😍 Im Sitzen ähneln die Kondore mit ihren nackten Köpfen ein wenig großen Geiern. Aber im Flug erkennt man bei den männlichen Tieren deutlich den weißen Kragen wohingegen das Gefieder der Weibchen eher bräunlich ist. Wir genossen die Flugshow über eine Stunde lang und waren uns einig, dass diese die 40 Soles (= 10 €) Einfahrtsgeld pro Nase in den Canyon definitiv wert waren. Hätten wir jedoch die eigentlichen Kosten in Höhe von 70 Soles (= 17 €) bezahlen müssen dann wäre dies wiederum zu viel gewesen. In Südamerika staffeln sich die Eintrittskosten nämlich häufig nach Herkunft. Peruaner bezahlen für den Canyon beispielsweise nur 20 Soles, Besucher aus anderen Lateinamerikanischen Staaten 40 und „richtige“ Ausländer dann gleich 70 Soles. Man stelle sich das einmal in Europa vor! Was wohl das Antidiskriminierungsgesetz dazu sagen würde?! 🤨 Egal denn wir hatten bei der Einfahrt das Glück, dass die nette Dame an der Kasse augenzwinkernd meinte, Deutschland läge ja wohl eindeutig in Lateinamerika und wir uns so 30 Soles sparen konnten.

🥰🥰🥰
Das Maskottchen 😂
Ja wo sind sie denn?! 🤔
Bis zu 3 Meter Flügelspannweite hat ein Kondor
Die Könige der Lüfte
Ich liebe Kakteen 🌵
Sehen ein wenig wie Geier aus…
In solchen Momenten hätte ich gerne eine gute Kamera 📸
War ein tolles Erlebnis 🤗

Sonntags traten wir gemeinsam die Weiterreise in Richtung der „Rainbow Mountains“ an. Wir hielten noch einmal kurz an der Plaza in „Chivay“, um uns im Ort noch mit Trinkwasser und ein paar Lebensmitteln einzudecken. Auch das Frühstück wollte vor dem Fahrtag natürlich noch genossen werden und so setzten wir uns mit unseren Müsli Schalen auf eine der vielen Parkbänke. Wir hatten mit Max und Merle einen Übernachtungsspot vereinbart welcher in etwa auf der Hälfte der Strecke lag. So konnte jeder sein eigenes Tempo fahren und als wir dort 130 km und drei Stunden später ankamen waren die beiden Bremer schon vor Ort. 😃 Da sie bereits im Begriff waren, das frühe Abendessen vorzubereiten, und wir ebenfalls hungrig waren luden sie uns netterweise zu sich in den Van ein. 💛 Der Tisch war bereits mit Zutatenschälchen übersäht und, ähnlich wie beim Raclette, konnte so jeder die Füllung für seinen Wrap selbst wählen. 🥙 Nach dem leckeren Essen packten die beiden noch ein für uns neues Kartenspiel aus und nach der zweiten Runde hatte dann auch ich „Wizard“ verstanden. 😅 Das Spiel, bei dem man mitunter ganz schön taktieren muss, machte richtig großen Spaß und falls ihr das tolle Gesellschaftsspiel auch gerne ausprobieren möchtet dann könnt ihr dieses unter nachfolgendem Link bei Amazon erwerben: Link zu Amazon 10% des Kaufpreises kommen dabei unserer Reisekasse zu Gute und somit habt ihr nicht nur bald kurzweilige Spieleabende, sondern gleichzeitig auch uns noch etwas Gutes getan. 😉

On the road again 🚐
Vorbei an Alpaka Herden 🦙
Welch ein cooles Kartenspiel 🃏

Die Nacht verbrachten wir an dem auf 4.200 Meter Höhe gelegenen Restaurant direkt neben der, glücklicherweise wenig Befahrenen und somit ruhigen, Schnellstraße. Mittlerweile waren wir so gut akklimatisiert als dass wir selbst auf dieser Höhe keine Kopfschmerzen mehr bekamen. 😛 Da unser hinterer Stoßdämpfer, mal wieder, Probleme bereitete bemühte ich mich eine möglichst gute Strecke für die Weiterfahrt herauszusuchen, so dass wir auf möglichst viel Asphalt fahren konnten. Leider erwies sich meine Planung jedoch als fehlerhaft denn die vermeintlich kurze Schotterpiste, welche uns auf die Schnellstraße hätte führen sollen, erwies sich als ziemlich lang. Und noch dazu hatte ich Max und Merle, die eigentlich eine andere Route hätten fahren wollen, zum Mitfahren überredet. 🙈 Zum Glück nahm mir keiner meine Fehlentscheidung krumm! Letzten Endes hatten wir sogar Spaß an der abenteuerlichen Fahrt, während der es immer wieder tiefe Kuhlen sowie einen Bachlauf zu überwinden galt. So kamen wir zwar deutlich später als erwartet, dafür aber wohlbehalten, an unserem Tagesziel an. Wir hatten uns für einen Stellplatz im „Hotel de Turistas“ in „Sicuani“ entschieden. Für gerade einmal 20 Soles (= 5 €) pro Auto durften wir auf dem schönen, weitläufigen Gelände übernachten. Nutzung der sauberen Sanitäranlagen selbstverständlich eingeschlossen. Dort angelangt stießen wir erst einmal auf die just erreichten 1.000 YouTube Follower von Max und Merle an während Simon unter unserem Auto lag und es tatsächlich schaffte, zum dritten Mal unseren hinteren linken Stoßdämpfer zu reparieren. Hungrig und müde nach diesem verrückten, anstrengenden Fahrtag entschieden wir kurzerhand bei einem Lieferdienst Pizza zu ordern und den Abend gemütlich im Hotelgarten ausklingen zu lassen. 🍕🍷

Eigentlich wollten wir auf Asphalt Straßen bleiben…
🙈🙉🙊
Zum Glück hatten wir trotzdem alle Spaß bei unserem unfreiwilligen off road Abenteuer 😅
Und die Landschaft war wirklich schön
Bachdurchquerung ☑️
Stellplatz im „Hotel de Turistas“

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

P.S.: Wenn euch unser Blog gut gefällt (was ich sehr hoffe) dann freuen wir uns über jedwede noch so kleine oder große Spende in unsere Kaffee- oder Dieselkasse als kleines Dankeschön und Anerkennung unserer Arbeit. ☕⛽🚐 

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Kontaktiert uns auch gerne direkt per Mail an mailto:siju_campervan@web.de falls ihr Kritik, Anregungen oder Fragen zu unserer Reise oder uns ganz allgemein haben solltet.

NEW BLOG POST 🇵🇪 (10. – 18.07.2023) Titicacasee – Arequipa

Am Montag verabschiedeten wir uns nicht nur von den Holländern Marco und Berit, sondern sagten auch der bolivianischen Seite des Titicacasees Lebewohl. 👋 Bevor wir uns zusammen mit Max und Merle von @anschnallenabfahrt auf den Weg zum Grenzposten „Kasani“ machten aßen wir noch einmal leckere, fangfrische Forelle zu Mittag. Auch unser siebter Grenzübertritt verlief völlig reibungslos und so konnten wir, nach dem all der Papierkram erledigt war, dank der freundlichen Beamten kurz darauf peruanischen Boden betreten. Bei einer der zahlreichen Wechselstuben tauschten wir unsere letzten „Bolivianos“ in „Soles“ um und auch der erste, von uns angesteuerte Geldautomat spukte auf Anhieb sowie ohne Gebühr Geld aus. 👍 Von dem kleinen Grenzörtchen aus fuhren wir noch einige Kilometer weiter am See entlang bis wir schließlich den auserwählten Stellplatz, relativ abseits hoch oben auf einer Klippe, erreichten. Die Fahrt führte uns durch von der Landwirtschaft geprägtes Gebiet, vorbei an zahlreichen Getreidefeldern sowie vielen Nutztieren, die gerade von ihren Besitzerinnen in landestypischer Tracht zurück in die Ställe getrieben wurden. 🐖🐑🐎 Dank des Grenzübertritts von Bolivien nach Peru und der damit einhergehenden Zeitverschiebung gewannen wir eine Stunde Zeit. Dies war jedoch leider gleichbedeutend mit einem noch früheren Sonnenuntergang und somit früherer Dunkelheit. 😕 Da ich mich an diesem Tag aber nicht sonderlich fit fühlte sondern mit leichten Erkältungssymptomen zu kämpfen hatte kam mir dies gerade recht und so begab ich mich an diesem Tag sehr zeitig zu Bett. 🛌

Erster Stopp in Peru – hier gibt es Tuc Tucs! 🛺
Weiter ging’s vorbei an Feldern…
Zu einem herrlichen Stellplatz
Schöner Sonnenuntergang inklusive 🌅

Immer noch leicht angeschlagen, mit Brummschädel und kratzendem Hals, fuhren wir am nächsten Vormittag gemeinsam in Richtung „Puno“. In einem winzigen Vorort fanden wir beim Friedhof einen öffentlich zugänglichen Wasserhahn um unsere Brauchwasservorräte auffüllen zu können. Auf Grund der nach wie vor frostigen Nächte verzichteten wir derzeit nämlich immer noch darauf, unseren Wassertank zu füllen und behalfen uns stattdessen weiterhin mit zwei 10 Liter Kanistern. Nicht weit davon entfernt befand sich ein Hostel und der freundliche, gut gelaunte Inhaber gestattete uns ganz selbstverständlich, seine Sanitäranlagen zu nutzen. So kam jeder von uns für schlappe 5 Soles (= 1,20 €) in den Genuss einer richtig heißen Dusche. 🚿🧽🧼 Frisch geduscht ging es dann weiter in die Stadt, wo wir uns beim Mobilanbieter „bitel“ erst einmal neue SIM-Karten organisierten. Das kostete uns einiges an Zeit, da unsere ausländischen Pässe vom System leider nicht anerkannt wurden. Zum Glück hatten wir jedoch sehr nette Mitarbeiter erwischt die stattdessen ihre Ausweisdaten nutzten und so waren wir, etwa eine Stunde später, allesamt wieder online. 👍 Wie nach jedem Grenzübertritt steuerten wir anschließend einen großen Supermarkt an um unsere frischen Lebensmittelvorräte wieder aufzufüllen. Einmalmehr staunten wir nicht schlecht über das umfangreiche, gut sortierte Sortiment das keinerlei Wünsche offen ließ. Wenngleich der „Plaza Vea“ Supermarkt nicht ganz günstig war und wir stolze 63 € für unseren Wocheneinkauf hinblättern mussten… Erschöpft von all den Erledigungen fuhren wir an den Stadtrand von „Puno“. Dort sollte es einen Stellplatz geben, von dem aus man mit Privatleuten Ausflüge auf die schwimmenden Schilfinseln der „Uros“ unternehmen kann. Kaum angekommen kam tatsächlich „Yordy“ auf uns zu und offerierte uns für den Folgetag eine exklusive Tour auf seine Heimatinsel. 🏝 Sein Angebot nahmen wir dankend an bevor wir uns anschließend im Van von Max und Merle für ein gemeinsames Abendessen zusammenfanden. Blieb zu hoffen dass Max, der immer noch etwas unter Magen-Darm Problemen litt, nach seiner unfreiwilligen tagelangen Diät die ganzen Sandwiches gut vertragen würde… 🥪

Gemeinsames Abendessen im Van von Max & Merle

Dem war leider nicht so. 😥 Max hatte nach dem üppigen Abendessen einen Rückschlag erlitten und fühlte sich entsprechend leider nicht dazu im Stande, den geplanten Ausflug anzutreten. Auch meine Erkältungssymptome hatten sich nicht wirklich gebessert so dass auch ich um den Tag Aufschub froh war. Wir schilderten „Yordy“ die Lage und er stimmte glücklicherweise zu die Bootstour auf den Folgetag zu verschieben. Unser Stellplatz auf einem staubigen, uralten Fußballfeld war zwar nicht gerade schön aber zweckdienlich und so legten wir alternativ mal wieder einen reinen Arbeitstag ein. 💻

Weder schön noch ruhig auf dem Fußballplatz

Am nächsten Morgen fühlten wir uns alle fit genug um die gebuchte Tour antreten zu können zu welcher sich kurzfristig noch ein Paar aus der Schweiz gesellt hatte. Gemeinsam mit unserem Kapitän stachen wir kurz darauf in See. Dessen Boot befand sich in überraschend gutem Zustand und war sogar überdacht. 🛥 Wir schipperten über einen Zufluss mit sehr modrigem, da seichtem Wasser auf die 120 schwimmenden Inseln aus Schilf zu. Diese befinden sich auf der peruanischen Seite des Titicacasees in der Nähe von „Puno“. Auf ihnen leben heute noch rund 2.500 „Aymara“ als Nachfahren der indigenen „Uros“. Wir besuchten die kleine Insel von „Yordy“ auf der insgesamt vier Familien, darunter auch seine Schwester sowie seine Mutter jeweils mit Anhang, leben. Seine lustige Schwester „Melinda“ war es auch, die uns den Aufbau der Inseln sowie das Leben auf selbigen sehr anschaulich näher brachte. So muss beispielsweise alle 15 Tage die obere Schicht des „Totora“ Schilfs erneuert werden da dieses ansonsten von unten her wegfaulen würde – was auch ganz leicht am Geruch wahrnehmbar war. Außerdem muss beim Kochen auf offenem Feuer tunlichst darauf geachtet werden, nicht versehentlich die eigene Insel abzufackeln. 🔥 Tatsächlich gab es auf der Insel, dank einiger kleiner Solarpaneele, lediglich ein wenig elektrisches Licht. Das war es dann aber auch schon mit Komfort… Gegen die Kälte helfen nur dicke Alpaka-Decken auf den Betten, welche übrigens ebenfalls aus Schilf bestehen. Auch fließend Wasser gibt es nicht und jeden Samstag fahren die Inselbewohner mit ihren kleinen Booten zum Einkauf aufs Festland. Immerhin finden die auf den Eilanden lebenden Kinder hier sowohl Kindergarten als auch Grund- und weiterführende Schule vor zu denen sie selbstverständlich mit dem „Wassertaxi“ gebracht werden müssen. Auch die Boote bestehen, sowie auch die Häuser, aus dem wichtigsten Material der „Uros“ – Schilf. Und wenn ihr euch jetzt fragt warum in aller Welt man auf Schilfinseln lebt dann hat das einen ganz einfachen Grund: Die Inseln waren zu Zeiten der Inka eine sehr clevere Verteidigungsstrategie, konnte man sie doch relativ schnell und einfach von ihrer Verankerung lösen und damit weiter auf den See hinaustreiben. Nach dem uns noch etwas aufdringlich das, wenn gleich auch wunderschöne aber überteuerte, selbst angefertigte Kunsthandwerk zum Kauf angeboten wurde durften wir uns allesamt noch in die traditionellen Gewänder schwingen. 🤣 Rund drei Stunden später wurden wir wieder bei unseren Vans abgesetzt wo wir von „Melinda“ noch ein zuckersüßes Abschiedsgeschenk erhielten. 😍 Nach einer kleinen Stärkung verließen wir am Nachmittag den Fußballplatz und machten uns, gemeinsam mit Max und Merle, auf zu den 40km entfernt liegenden Ruinen von „Sillustani“. Dort gelangten wir bei schönstem Nachmittagslicht an so dass wir uns spontan dazu entschieden, das Eintrittsticket sofort zu lösen. Zu Fuß machten wir uns auf zu den nahegelegenen Hügeln oberhalb des Sees „Umayo“, auf denen sich die Überreste stattlicher Grabtürme aus Stein befinden. Scheinbar wurden so die Adligen eines Prä-Inka Volks bestattet. Da wir jedoch ohne Guide durch die Anlage liefen und noch dazu Mühe hatten, vor Einbruch der Dunkelheit wieder zum Parkplatz zurück zu gelangen, bleibe ich euch leider weitere kundige Details schuldig. 🤷‍♀️

Los geht’s zu den schwimmenden Schilfinslen
Yordy & seine Schwester Melinda
Zwei kleine Welpen waren auch an Bord 😍
Der schwimmende Supermarkt 😅
Hier sieht man den Aufbau der Inseln: Die untere Schicht „lebt“ wohingegen die obere Schilf Schicht stets erneuert werden muss. Auch die Häuser sind aus Schilf
Gekocht wird in Tontöpfen auf offenem Feuer 🔥
Fast nicht wiedererkannt, oder?! 🤣
Wunderschönes Kunsthandwerk
Steht uns doch, oder?! 🤔
Blick auf die schwimmenden Insel.
Die Touristen Taxis – wunderhübsch
Die Schulinsel 📖
Beeindruckender Ausflug 👍🏻
Unser süßes Abschiedsgeschenk 🤩
Die Ruinen von „Sillustani“
Viele Steinhaufen 😅
Aber schön 🥰
Der Lago „Umayo“
Sonnenuntergang 🌅
Grabtürme von „Sillustani“

Freitags stand uns dann der erste, längere Fahrtag in Peru bevor. Erfreulicherweise verlief die rund 250 Kilometer lange Fahrt, bei der wir mitunter an der 5.000 Meter Marke kratzten, sehr angenehm und wir erreichten keine vier Stunden später unser Tagesziel „Yura“. Das waren wir nach den anstrengenden Etappen in Bolivien gar nicht mehr gewohnt! 😃 In dem winzigen Örtchen, in dem es außer einem Hotel mit Thermalbad sowie einer Kirche und zwei Restaurants kaum Häuser zu geben schien, fanden wir an der abgeschieden gelegenen Plaza DEN idealen Overlander Stellplatz vor. 🙃 Vor uns befand sich eine hübsche Kirche aus rotem Sandstein, vermutlich aus der Kolonialzeit, und hinter uns lagen grüne Felder auf denen Ochsen und einige Esel weideten. Noch dazu lag „Yura“ nur noch auf einer Höhe von knapp 2.500 Metern was sich sofort an spürbar wärmeren Temperaturen bemerkbar machte. Und obendrein befand sich direkt neben den drei Parkplätzen auch noch ein blitzsauberes Waschbecken aus Stein mit fließend Wasser. Max und Merle, die noch einen Abstecher zu einer Weberei unternommen hatten, trafen kurz nach uns ein und freuten sich gleichfalls über den schönen Stellplatz. Ach ja: Kostenfreies und richtig schnelles WLAN gab es hier ebenfalls. 🥳🥳🥳

Wieder eine schöne Plaza

Letzteres wollte natürlich ausgiebig genutzt werden und kam sowohl Max als auch Simon beim Erstellen und Hochladen der nächsten YouTube Videos sehr gelegen. Aber auch ich konnte dank des hervorragenden WLANs alle bis dato auf der Reise geschossenen Bilder in die Cloud hochladen sowie die Blog Beiträge der letzten Tage nachschreiben. Und da wir in der Frühe auch mal wieder zeitig von einer Militärparade geweckt worden waren blieb uns dafür auch ausreichend Zeit. Natürlich wussten wir zuvor nicht, dass an diesem Samstag in diesem ansonsten so verschlafenen Nest Feierlichkeiten anlässlich des Unabhängigkeitstages (welcher übrigens erst in 14 Tage sein wird) stattfinden werden. Und so landeten wir, nicht zum Ersten Mal, mal wieder unfreiwillig in Mitten des Geschehens. 🤣 Der Feldwebel war aber sehr nett und wollte sogar unbedingt in unseren Van hineinschauen bevor er uns darum bat, doch während der zweistündigen Zeremonie freundlicherweise etwas außerhalb zu parken. Der Bitte kamen wir selbstverständlich nach und tatsächlich konnten wir kurze Zeit später wieder zur Plaza zurückkehren die, wie nach einer Geisterstunde, plötzlich wieder wie leergefegt war. Lediglich die gehissten Flaggen erinnerten an das vorangegangene Tamtam. Am frühen Nachmittag statteten wir beide dann noch den Thermen einen einstündigen Besuch ab. Hätte ich jedoch zuvor gewusst, dass das mineralhaltige Wasser nach Schwefel riecht und dieses noch dazu ziemlich verschmutzt aussah wäre ich lieber im Van geblieben. 😫 Ich konnte mich beim besten Willen nicht dazu überwinden in einen der Pools zu steigen, freute mich aber immerhin über die warmen Duschen.

Am nächsten Vormittag traten wir dann gemeinsam die Weiterreise nach „Arequipa“ an. In der zweitgrößten Stadt Perus leben immerhin rund eine Million Menschen und dennoch gelang es uns, an der Plaza in dem schönen Stadtteil „Yanahuara“ einen freien sowie sicheren Stellplatz zu ergattern. Hungrig von der Fahrt stolperten wir direkt in den nett aussehenden Waffelladen vor dem wir parkten und tatsächlich wurden wir nicht enttäuscht. 😃 Ein wenig später wurden uns üppig belegte Waffeln kredenzt die in ihrer, für uns ungewohnten, deftigen Variante mit BBQ Pork sowie Krautsalat sehr lecker schmeckte. Frisch gestärkt machten wir uns zu Fuß auf ins etwa zwei Kilometer entfernt gelegene Zentrum, welches uns im abendlichen, sanften Licht der Scheinwerfer schwer beeindruckte. Die spanischen Kolonialherren hatten hier wahrlich ganze Arbeit geleistet! Fast alle historischen Gebäude in der Altstadt bestehen aus weißem Vulkanstein was „Arequipa“ nicht nur den Beinamen „weiße Stadt“, sondern auch den UNESCO Weltkulturerbe Titel einbrachte. Auch viele wunderschöne „Patios“ (Innenhöfe) sind hier zu finden und tragen gleichfalls zum spanischen Ambiente bei. In einem davon gönnten wir uns eine süße Pause, nach dem wir uns jeweils für einen der über 100 Crêpes Varianten entschieden hatten, und schlürften dazu noch einen frisch gemixten „Pisco Sour“. 🍸😋

Yummy 😋
Die Plaza in „Yanahuara“
Prächtige Kirchen gibt es einige
Die Basilika bei Nacht
Maurische Bögen säumen die gesamte Plaza
Barockfassade 🤩
Crêpes mit Baileys & Kaffeeeis
Stellplatz vorm Waffel Restaurant 🧇

Die Nacht an der Plaza war auf Grund des Autolärms etwas unruhig aber dennoch starteten wir hoch motiviert in den neuen Tag. Max hatte über „Tripadvisor“ ein gut klingendes Frühstückslokal in der Altstadt ausfindig gemacht und so stand unser erstes Ziel schnell fest. Wir machten es uns auf der hübschen Dachterrasse gemütlich und bekamen kurz darauf sehr guten Kaffee sowie ein mindestens genauso gutes Frühstück serviert. 😛 Anschließend hätten wir gerne das alte Kloster „Santa Catalina“ besichtigt, jedoch ließ uns der Eintrittspreis von 45 Soles (= 11 €) davor zurückschrecken. Stattdessen ließen wir uns durch die Altstadt treiben, schauten uns diesmal bei Tageslicht an der Plaza um und probierten die lokale Delikatesse „helade de queso“. Das „Käse Eis“ schmeckt tatsächlich sehr gut und erinnerte uns ein wenig an den Geschmack von Rahmkuchen. Um 15:00 Uhr fanden wir uns mit einigen anderen Touristen für eine „free walking tour“ zusammen. Unser Guide sprach exzellent, wenn auch sehr schnell, Englisch. Allerdings war jedes dritte Wort „my friends“ was uns relativ schnell auf den Wecker ging und auch sein Stechschritt war für eine Stadtbesichtigung nicht gerade von Vorteil. Kurz vor Ende der zweistündigen Tour kratzten wir daher kurzerhand die Kurve um im Restaurant „Zig Zag“ einzukehren. Simon bestellte eine Fleischtrilogie vom heißen Stein während wir drei anderen uns jeweils für Kartoffelrösti mit Lammfleisch und Champignons entschieden. 🥘🍷 Fürs Dessert kehrten wir dann noch einmal ins „Crepísimo“ zurück, nicht zuletzt auch wegen der leckeren „Piscos“.

Erstmal Frühstücken ☕️
Und dann die Altstadt erkunden
Viele schöne Innenhöfe
An der Plaza de Armas
So viele schön verzierte Hausfassaden
Spanischer Innenhof ⛲️
Gässchen wie in Südeuropa 🥰
Links der Vulkan Chachani & rechts Misti (aktiv)
Abends gab‘s feine Rösti…
…Fleisch vom heißen Stein
Und Crêpes mit Pisco 🍸😛

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

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