NEW BLOG POST (07.-14.10.2025) 🇨🇦 Zwischen Werkstatt-Frust und Wildnisglück – Unser Weg zum nördlichsten Zipfel Vancouver Islands 🚐💨

Tag der Wahrheit: Werkstattbesuch in Nanaimo

Nach Tagen voller Regen und dem rätselhaften Leck in unserem Dach war es endlich so weit: Unser Werkstatttermin bei European Specialty Automotive Services in Nanaimo stand an. Der Name klang vielversprechend – und tatsächlich, ihr Diagnosegerät konnte (zum Glück!) mit unserem europäischen Van kommunizieren. Ein kleines technisches Wunder denn das klappt nicht immer, wenn man mit einem Renault Master durch Kanada reist.

Die Ernüchterung folgte jedoch prompt: Keine Fehlercodes, keine klare Ursache für den starken Qualm beim Starten oder das Stottern bei 2.500 Umdrehungen. Immerhin konnten wir spontan noch die Reifen achsweise rotieren und unsere Bremsbeläge checken lassen – 9 mm rundum, also alles bestens. Trotzdem verließen wir die Werkstatt um 110 € erleichtert – leider nicht im emotionalen, sondern im finanziellen Sinn. 😅

👉 Tipp für Reisende:

Wer mit einem europäischen Fahrzeug auf Vancouver Island unterwegs ist, dem können wir die Werkstatt European Specialty Automotive Services in Nanaimo absolut empfehlen. Freundlich, kompetent, fair – und mit echtem Interesse an Reisenden und ihren rollenden „Exoten“.

Nun hieß es für uns aber endlich: Motor an und ab in den wilden Norden! 🚐💨


Campbell River – Stadt der Lachse

Unser erster Stopp: Campbell River, auch bekannt als „Salmon Capital of the World“.

Am belebten Discovery Pier wehten Möwen über die Fischerboote, während Lachse dicht unter der Wasseroberfläche vorbeizogen. Mit etwas Glück sieht man hier sogar Delfine, Buckelwale oder Orcas vorbeischwimmen – wir hatten diesmal nur das leise Gluckern der Angelleinen als Begleitung.

Der Discovery Pier in Campbell River

Ein echtes Highlight für Naturfans ist die Quinsam River Salmon Hatchery. Der Eintritt ist kostenlos (8 – 15:30 Uhr geöffnet) und im Herbst ein Paradies für Beobachter: Im flachen Wasser tummeln sich unzählige Chinook-, Pink- und Coho-Lachse, die auf ihrer letzten Reise sind.


Das faszinierende Leben und Sterben der Lachse

Wir haben uns gefragt: Sterben Lachse wirklich nach dem Laichen?

Ja – zumindest die pazifischen Arten Kanadas. Ihre letzte Reise ist ein episches, einmaliges Finale:

Nach tausenden Kilometern gegen die Strömung, über Wasserfälle und vorbei an Bären, haben sie ihre ganze Energie aufgebraucht. Sie hören auf zu fressen, ihre Organe bauen sich ab – und nach dem Ablaichen sterben sie.

Doch ihr Tod ist kein Ende, sondern der Beginn neuen Lebens.

Die verwesenden Körper düngen Flüsse, Wälder und Böden – messbar bis in die Bäume hinein. Ohne die Lachse gäbe es an Kanadas Westküste keine so artenreiche Natur. 🐻🦅

👉 Wusstet ihr schon?

Wissenschaftler fanden in Baumringen messbare Nährstoffe aus Lachsleibern.

Deshalb: Ohne Lachse – kein Regenwald!


Wasserfälle, Wale & Regenwald

Der Elk Falls Provincial Park bietet einen einfachen 3–4 km langen Rundweg entlang des Campbell River. Die Hängebrücke und Aussichtspunkte sind nett, aber kein Muss.

Viel schöner fanden wir unseren Stellplatz auf einer Landzunge an der Spit Road – direkt am Meer, mit Buckelwal-Soundkulisse inklusive! 🐳

Dieser befand sich zwar leider auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht, aber seinen Blow konnten wir deutlich hören – und sehen! ♥️

Stellplatz-Koordinaten: 50.04789, -125.254959

Wer es entspannt mag, kann im Strathcona Recreation Center (Eintritt 6,75 C$) schwimmen, saunieren und heiß duschen – für uns ein echter Luxus nach kalten Regentagen.


Telegraph Cove – ein uriges Dorf auf Stelzen

Weiter ging’s gen Norden, vorbei am Ripple Rock Viewpoint, wo 1958 mit der größten nicht-nuklearen Explosion der Geschichte ein gefährlicher Unterwasserfelsen gesprengt wurde.

Kurz darauf erreichten wir Telegraph Cove, ein historisches Stelzendorf aus dem Jahr 1912 – ursprünglich eine Telegrafenstation, später Lachssalzerei und Sägemühle.

Heute wirkt der Ort wie ein lebendiges Museumsdorf: liebevoll restaurierte Holzhäuser, Schautafeln über die ersten Bewohner und ein atemberaubender Blick über die Johnstone Strait. Im Sommer wimmelt es hier vor Touristen – im Oktober jedoch hatten wir das „Ende der Welt“ ganz für uns.

Telegraph Cove

👉 Tipp:

In der Hochsaison ist Telegraph Cove einer der besten Orte in Kanada, um Orcas in freier Wildbahn zu sehen. Besonders im Sommer kommen sie zur Robson’s Bight, um sich am Strand den Bauch zu reiben.


Alert Bay – Kultur, Totempfähle & Regenwald

Von Port McNeill setzten wir mit der Fähre (45 min, 23 C$ für zwei Personen) auf die kleine Insel Cormorant Island über, Heimat der Namgis First Nation. Schon von Bord aus erspähten wir in der Ferne zwei Orcas und erneut den Blow eines Buckelwals – perfekter Einstieg in dieses kulturelle Kleinod. 🤩

Alert Bay wirkt wie ein Freilichtmuseum: farbenfrohe Holzhäuser, Totempfähle in Vorgärten und die uralten Namgis Burial Grounds mit verwitterten Pfählen, die still in den Himmel ragen.

Im U’mista Cultural Centre (Oktober–Mai eingeschränkte Öffnungszeiten) werden Masken und rituelle Potlatch-Objekte ausgestellt, die einst von der Regierung konfisziert, nun aber von Museen weltweit zurückgegeben wurden.

Der Big Tree Trail führt durch dichten Regenwald, und am Northshore Beach kam bei Ebbe echtes Robinson Crusoe-Feeling auf.

Treibholz: Die Wurzel eines Giant Trees 😳

Und vom Big House blickt der weltweit höchste Totempfahl (56 m) über die Insel – Symbol des stolzen Erbes der Namgis People.

👉 Tipp für Kulturinteressierte:

Nehmt euch mindestens 3–4 Stunden für Alert Bay Zeit. Es gibt kaum Restaurants und nur einen General Store, daher am besten Proviant mitbringen!


Am Ende der Welt – Cape Scott & San Josef Bay

Nach einer weiteren Nacht in Port McNeill starteten wir Richtung Cape Scott, dem nördlichsten Zipfel Vancouver Islands. 70 km Schotterstraße lagen vor uns, teils gesäumt von tiefen Schlaglöchern und dichten Regenwäldern.

Das macht Mut… 🙉

Je näher wir dem Ziel kamen, desto wilder wurde die Landschaft – und als wir schließlich die San Josef Bay erreichten, verschlug es uns die Sprache:

Ein breiter, goldener Sandstrand, umrahmt von schwarzen, moosbewachsenen Felsen, auf denen Bäume wachsen – mitten im Meer! Diese Szenerie war so surreal, dass wir uns vorkamen wie in einer Mischung aus Jurassic Park und Robinson Crusoe.

San Josef Bay

👉 Wichtigster Tipp:

Unbedingt Tidenzeiten online checken, bevor ihr loswandert! Der Strand ist nur bei Ebbe komplett zugänglich – und vor Ort gibt es kein Handynetz.

Nach einem letzten Drohnenflug über die einsame Bucht traten wir die lange, holprige Rückfahrt an – müde, beeindruckt und dankbar, diesen magischen Ort erlebt zu haben.

Von Farnen überwucherte Giant Tree Wurzel

Fazit

Von Werkstattfrust in Nanaimo über Lachse in Campbell River bis zur stillen Magie der San Josef Bay – Vancouver Islands Norden hat uns viel abverlangt und gleichzeitig alles geschenkt. 💛

Ein Stück Kanada, das man nicht einfach nur bereist – man erlebt es mit jeder Pfütze, jedem Atemzug und jedem Sonnenstrahl, der durch den Regenwald fällt. 🌲✨

🎥 Tipp:

Die ganze Schönheit der San Josef Bay seht ihr im dazugehörigen VLOG – jetzt auf unserem YouTube-Kanal! 👇

NEW BLOG POST (01.-06.10.2025) 🇨🇦 Wohnmobil-Pannen auf Vancouver Island

Zwischen Regenchaos und Werkstatt-Hoffnung

Manchmal läuft’s einfach nicht rund…

Nach unzähligen Abdichtungsversuchen unseres Van-Daches saßen wir wieder einmal auf einem Parkplatz fest, eingekesselt von Dauerregen. Zwei Tage lang prasselte es in Port Alberni nahezu ununterbrochen aufs Dach während wir hofften, dass diesmal alles dicht bleibt. 🙏

Und tatsächlich: Zumindest die hintere Dachluke blieb trocken!

Ob das nun an der Entfernung des hinteren Zusatzscheinwerfers lag (dessen eine Schraube tatsächlich rostig war und offenbar Wasser trotz Silikon durchgelassen hatte) oder einfach nur am glücklichen Zufall bzw. der leicht schiefen Parkposition – wer weiß das schon!

Klar ist jedenfalls: vorne kam’s wieder rein. Ganze 670 Milliliter Regenwasser fanden während dieser zwei Regentage den Weg entlang des Rahmens der vorderen Dachluke in unseren Innenraum. Und das, obwohl wir erst kürzlich alles neu verklebt, die Solarpanels und sogar die Markise abmontiert und kontrolliert hatten. 😪

Zum Glück hatten wir genug Regen-Auffangbehälter 🙈

Der einzig verbleibende Verdächtige: der vordere Zusatzscheinwerfer auf dem Dach. Doch bei strömendem Regen blieb uns nur abzuwarten – und zu hoffen.


Motorprobleme on top

Als wäre das alles nicht schon genug, machte uns auch unser Motor nach wie vor Sorgen. Zwar war die Fehlermeldung Glow Plugs / Heater Circuit A nach dem Tausch des Glühkerzenmoduls verschwunden – aber richtig rund lief unser Renault trotzdem nicht.

Der starke Qualm bereitet uns Sorgen…

Beim Start qualmte er stark, der Motor klang unruhig und um die 2.500 Umdrehungen war ein kurzes, spürbares Stottern zu merken. Zum Glück hatten Anne und Christian alias @Van.We.Bike, die mit ihrem Fiat Ducato ebenfalls auf der Panamericana unterwegs sind, das mitbekommen. Ihr dringender Rat: „Lasst das lieber bald checken – bei uns fing’s genauso an, und am Ende waren’s die Injektoren.“

Ein teures Szenario, das wir natürlich vermeiden wollten. Doch da es in Kanada keine Renault-Werkstätten gibt, begann die Google-Suche nach Alternativen. Die erste Werkstatt winkte ab, verwies uns aber freundlich an eine andere in Nanaimo, spezialisiert auf europäische Fahrzeuge. Und tatsächlich: der Mechaniker dort hörte sich unser Problem an – und gab uns einen Termin für Dienstag.

Die Route stand damit fest: Statt weiter Richtung Norden ging’s also zurück nach Osten.


Zwischenstopp in Comox

Nach fünf Tagen Regen, Reparaturen und Verzweiflung verließen wir Port Alberni Richtung Ostküste – und landeten in Comox, einem charmanten Küstenort mit blumengeschmückten Straßen und maritimem Flair.

Unsere Highlights in Comox:

Spaziergang über den Pier – bei gutem Wetter herrlich entlang der Marina

Filberg Park: im Sommer mit Streichelzoo, schönem Teehaus und Sitzbänken mit Blick aufs Wasser

Bei Ebbe kann man vom Park aus direkt am Strand entlang zur Marina schlendern

Viele Cafés, Restaurants und kleine Läden zum Bummeln

Im benachbarten Courtenay findet man alle Einkaufsmöglichkeiten (Walmart, Superstore etc.)


Kleinstadt mit Geschichte: Cumberland

Nur wenige Kilometer landeinwärts liegt Cumberland – einst Kohlebergbauort, heute quirliger Mix aus Historie und Lebensfreude.

Gegründet 1888, beherbergte es damals Arbeiter aus Japan, China und Südamerika. Heute säumen noch immer alte Holzhäuser und Läden aus der Jahrhundertwende die Hauptstraße.

Unsere Tipps:

Love’s Ice Cream – großartige Eisdiele🍦

Dark Side Chocolates – handgemachte Pralinen, heiße Schokolade & Kaffee 🍫☕️

Cumberland Museum & Archives – für Geschichtsinteressierte 📰

Zahlreiche Mountainbike-Trails im Cumberland Community Forest 🚵‍♂️

Ganz in der Nähe lockt der Comox Lake – für uns diesmal leider ohne Stopp, denn es zog uns weiter in den Strathcona Provincial Park.


Wandern im ältesten Naturpark von British Columbia

Der Strathcona Provincial Park ist das älteste Schutzgebiet der Provinz – ein wilder Mix aus Gletschern, Bergseen, Wasserfällen und alpinen Wiesen. Im Zentrum ragt der Mount Golden Hinde mit seinen 2.200 Metern auf – der höchste Berg Vancouver Islands.

Wir übernachteten auf rund 1.000 Metern Höhe am Parkplatz der Raven Lodge, um am nächsten Morgen direkt loszuwandern. Und das Wetter? Traumhaft! 🤩 Blauer Himmel, 15 Grad, goldene Herbstfarben – perfekter Wandertag.

Unsere Route:

➡️ 17 km Rundwanderung über den Paradise Meadows Loop bis zum Kwai Lake (5:15 Std. inkl. Foto- & Filmstopps)

Der Trail führt an sechs großen Bergseen vorbei, über Holzstege und durch subalpine Wiesen.

Besonders im Herbst – mit rot-goldenen Heidelbeersträuchern und klarer Luft – einfach spektakulär. 😍

💡 Tipp:

Gutes Schuhwerk und evtl. Wanderstöcke sind Pflicht – viele Wurzeln & rutschige Passagen nach Regen. Alternativ: kürzere Routen wie der Lake Helen MacKenzie Trail (8 km, 3 Std.).


Zurück ans Meer

Nach der Wanderung fuhren wir noch am selben Abend 95 km zurück nach Qualicum Beach – diesmal begleitet von einem unglaublichen Panorama: die Küste im Abendlicht, dazu der Pazifik und der Vollmond über einem rosa-blauen Abend-Himmel.

Toller Übernachtungsspot in Qualicum Beach

Am nächsten Morgen in Parksville hieß es zuerst Wäsche waschen und dann, wieder bei bestem Herbstwetter, ein Stück am breiten Strand entlang:

Suds & Duds Laundromat – sauber, modern, absolut empfehlenswert. 🧺

Community Park – mit Strand, Picknickplätzen, Duschen, Trinkwasser und Stellplätzen direkt am Meer. 🏖️

Am Nachmittag ging’s weiter nach Nanaimo. Auf dem Parkplatz vor der Werkstatt montierten wir noch schnell den vorderen Zusatzscheinwerfer ab – und tatsächlich: auch hier war eine Schraube angerostet! Ob dies jedoch die 700 ml Regenwasser erklären würde? Wir sind skeptisch, aber dennoch optimistisch.

Kann hier durch wirklich so viel Wasser eindringen?!
Der nächste Regen wird es zeigen…

Nun ist alles neu abgedichtet – und sollte es beim nächsten Regen endlich trocken bleiben, gibt’s hoffentlich bald Entwarnung. 🙏

Doch erst einmal steht der Werkstatttermin an … und vielleicht auch die nächste Herausforderung.

Ob wir Glück hatten oder auf Ersatzteile aus Deutschland warten müssen, erfahrt ihr im nächsten Blogbeitrag!

👉 Bis dahin: Schaut gerne schon mal auf YouTube oder Instagram vorbei – dort gibt’s vielleicht schon Neuigkeiten. 😉

NEW BLOG POST (18.-30.09.2025) 🇨🇦 Mit der Fähre nach Vancouver Island

Strände, Riesenbäume & Surferparadies

Bevor es für uns nach Vancouver Island ging, gönnten wir uns noch einen Tag Entspannung im Ladner Leisure Centre in Delta. Für nur 8,50 C$ (ca. 5,70 €) bekommt man hier ein Tagesticket und kann von 6 bis 22 Uhr so oft rein und raus, wie man möchte – Sauna, Whirlpool, Schwimmbad und heiße Duschen inklusive. ☺️ Perfekt, um sich mal wieder richtig frisch zu fühlen. Nur der Hot Pool hätte für unseren Geschmack gerne ein bis zwei Grad kühler sein dürfen.

Von dort fuhren wir weiter nach Tsawwassen, wo wir auf dem Walmart-Parkplatz übernachteten.

Praktisch: In der direkten Umgebung gibt es zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, um sich noch einmal gut einzudecken, bevor man mit der Fähre übersetzt.

Wer Lust auf einen Schaufensterbummel hat, findet gleich nebenan die Tsawwassen Mills, ein riesiges Shoppingzentrum mit vielen Sport- und Bekleidungsgeschäften sowie einem großen Foodcourt. Mein absolutes Highlight dort war jedoch die Outdoor World von Bass Pro Shops. 👇

Outdoor World – Bass Pro Shops
Verrücktester & schönster Laden, in dem ich je war

Mit BC Ferries nach Vancouver Island

Am Dienstag setzten wir dann mit der riesigen Autofähre von Tsawwassen nach Swartz Bay (bei Victoria) über. Wir hatten Glück: Sonnenschein, blauer Himmel und spiegelglattes Wasser – perfektes Wetter für die Überfahrt!

Warten aufs Boarding ⛴️

Besonders schön: Die Route führt zwischen kleinen Inseln hindurch, fast fjordähnlich, sodass es nie langweilig wird. Und als wäre das nicht genug, tauchte vor unserem Schiff sogar noch kurz ein Buckelwal auf. Ein echtes Highlight – gleich zum Start unserer Vancouver-Island-Tour. 🐋

ℹ️ Infos für Reisende:

Dauer der Überfahrt: ca. 1 Std. 35 Min.

Abfahrten: stündlich, jeweils zur vollen Stunde von 7 bis 21 Uhr

Preis: regulär 125 C$ (ca. 77 €), Spartarife ab 94 C$ (ca. 58 €), meist für frühe/späte Fahrten

Tickets & Reservierungen: ➡️ https://www.bcferries.com

Wer flexibel ist, kann auch ohne Reservierung direkt zum Hafen fahren und sich einfach in die Schlange der wartenden Fahrzeuge einreihen.


Erste Eindrücke von Vancouver Island

Nach der Ankunft übernachteten wir ganz in der Nähe des Fährhafens in einem kleinen Park am Wasser.

Unser erstes Ziel war der Rathtrevor Beach Provincial Park, östlich von Parksville. Bei Ebbe zieht sich das Wasser unglaublich weit zurück und es entstehen riesige Sandflächen – perfekt für Kinder zum Buddeln, Muscheln suchen und Krebse fangen. Wir spazierten entspannt den Strand entlang, während die Sonne noch einmal alles gab.

Ganz in der Nähe fanden wir in Qualicum Beach einen traumhaften Stellplatz direkt an der Uferpromenade – mit Meerblick, Trinkwasserspender, Strandduschen und öffentlichen Toiletten um die Ecke. 👌🏻


Zwischen Ziegen & Riesenbäumen

Am nächsten Tag stoppten wir in Coombs, bekannt für den Markt mit den berühmten Ziegen auf dem Grasdach. 🐐🌿

Farmers Market in Coombs
Die lebenden Wahrzeichen des Marktes

Vom Farmers Market an sich waren wir allerdings enttäuscht: Statt regionaler Produkte gab es viel Importware und überteuerte Souvenirs. Ein kurzer Bummel, das war’s für uns.

Das war das netteste im Markt

Schöner war der Abstecher zur Cameron Lake Picnic Area, wo wir mitten in der Natur unser selbst gebackenes Bananenbrot genossen.

Langsam färben sich die Blätter 🍂
Finde den Fehler 😅🙈

Das eigentliche Highlight des Tages folgte in der Cathedral Grove im MacMillan Provincial Park: jahrhundertealte Douglas-Fichten, manche über 3 Meter dick. Der Blick in die schwindelerregend hohen Baumkronen macht dem Namen „Kathedrale“ alle Ehre.


Wild Pacific Trail & Tofino

Übernachtet haben wir in einem kleinen Stichweg bei Ucluelet. Frei stehen zwischen Ucluelet und Tofino ist allerdings schwierig bis unmöglich weshalb wir davon eher abraten und stattdessen auf Campingplätze ausweichen würden.

Am nächsten Morgen nutzten wir eine regenfreie Phase für ein kleines Teilstück des 75 km langen Fernwanderwegs Wild Pacific Trail, den 2,5 km langen Lighthouse Loop. Ein wunderschöner Küstenpfad, wild, urig und mit immer wieder tollen Aussichtspunkten.

Impressionen vom Wild Pacific Trail

In Ucluelet selbst können wir das The Break Café & Bistro empfehlen – leckere Sandwiches, Frühstück und süße Stückchen.

Bekannt ist Ucluelet auch für Whale Watching, ein kleines Aquarium für Regentage und Touren entlang der Küste.

Für uns ging es jedoch direkt weiter ins legendäre Tofino. Einst ein ruhiges Fischerdorf, heute das wohl bekannteste Touristenziel der Insel. Mitten im Pacific Rim National Park Reserve gelegen, bietet es Strände, Wälder und jede Menge Outdoor-Abenteuer. Selbst bei grauem Himmel und Nieselregen war der Long Beach beeindruckend – ein 11 km langer Sandstrand, an dem sich unzählige Surfer in die Wellen stürzten.

Tofino
Der insbesondere bei Surfern beliebte Long Beach

ℹ️ Praktische Infos:

– Parkplätze & Sanitäranlagen am Long Beach vorhanden

– Nationalparkgebühr am Visitor Center oder an Parkautomaten am Long Beach entrichten


Regen, Reparaturen & viel Frust

Leider spielte das Wetter nicht weiter mit. Mehrere Tage Dauerregen machten es uns unmöglich, frei zu stehen oder die Strände richtig zu genießen.

Stattdessen fuhren wir zurück nach Port Alberni, wo wir auf den Parkplätzen der Shoppingzentren standen. Vorteil: Gerade Fläche, zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten und ein Canadian Tire Baumarkt direkt gegenüber.

Denn – zu allem Übel – hatten wir erneut einen heftigen Wassereinbruch im Van. 😭 Diesmal an der vorderen Dachluke. Also hieß es zum wiederholten Male: Alles abbauen, diesmal auch Solarpaneele und Markise runter, Dichtungen checken, alles mit Silikon nachziehen. Eine lose Schraube an einem Zusatzscheinwerfer könnte die Ursache gewesen sein. Ob’s geholfen hat? Das wird uns der nächste Regen zeigen. 😰🌧️


Fazit

Vancouver Island hat uns trotz Regen sofort in seinen Bann gezogen – mit Stränden, Wäldern und einer wilden Küste. Die Kombination aus Natur und Outdoor-Erlebnissen ist einzigartig. Und wir sind gespannt, was uns hier noch erwartet und ob unser Van nun endlich dicht ist. 🙏

Niemals die Hoffnung aufgeben 😇

➡️ Schaut auch nächste Woche wieder rein – dann berichten wir von weiteren Highlights auf Vancouver Island! Und den nächsten Baustellen an unserem Van… 🛠️🧰

Bis dahin: Folgt uns gerne auf Instagram und YouTube für noch mehr Eindrücke und Videos von unserer Reise.

NEW BLOG POST (16.-17.09.2025) 🇨🇦 Aufregende 48h in Vancouver

Stanley Park, Granville Island & Insider-Tipps


Erster Stopp: Lynn Canyon Park

Bevor es für uns ins Herz von Vancouver ging, zog es uns zunächst in den grünen Norden der Stadt – in den Lynn Canyon Park. Hier schlängeln sich zahlreiche kürzere und längere Trails durch üppig grünen, mit Farnen und Moosen bewachsenen Regenwald. An heißen Tagen locken die natürlichen Pools wie der 30-Foot Pool zu einer Erfrischung, und die Twin Falls sind ein nettes Fotomotiv. 📸

Das Highlight ist jedoch die Hängebrücke über den tiefen Canyon. Wer dort startet, findet am Ende ein hübsches Café, öffentliche Toiletten und sogar Trinkwasserspender. ☕️🚻

Tipps für Sparfüchse:

📌 Klarer Vorteil des Lynn Canyon: Im Gegensatz zur berühmteren, aber kostenpflichtigen Capilano Suspension Bridge ganz in der Nähe ist diese hier kostenfrei zugänglich.

📌 Beim Kilmer Park um die Ecke parkt man gebührenfrei – samt Splash Park, Spielplatz und einem alternativen Parkeingang in nur 250 Metern Entfernung.


Tag 1 in Vancouver – Stanley Park & Granville Island

Über die Lions Gate Bridge gelangten wir mit unserem Van direkt in den Stanley Park, das grüne Herz Vancouvers.

Parkplatz mit Aussicht auf die Lost Lagoon

🅿️ Geparkt haben wir an der Lost Lagoon (Parkgebühr: 17 C$ von 6 bis 23 Uhr) und uns anschließend unseren E-Scooter geschnappt. Mit dem umrundeten wir problemlos die Halbinsel:

1. Halt – Vancouver Rowing Club

2. Halt – Marina Totem Poles am Brockton Point

3. Halt – Beaver Lake mit unzähligen Seerosen

Entlang des ca. 9 km langen Stanley Park Drive, der immer entlang der Ufermauer führt, bieten sich unzählige, tolle Blicke auf Skyline und Meer. 🌇

Nachmittags rollten wir weiter, vorbei am Second Beach und dem weitläufigen, gut besuchten English Bay Beach hinüber nach Granville Island.

Hier wartete eine bunte Mischung aus moderner Kunst, Galerien und vor allem die grandiose Markthalle: Frischer Fisch, duftende Wurst- und Käsewaren, Obst, Gemüse und Food Stalls aus aller Welt. 🐟🍓🧀

Unser kulinarisches Highlight:

Fish & Chips bei Go Fish an der Fisherman’s Wharf – lecker, frisch und preislich absolut fair (Mo geschlossen, sonst 12–19 Uhr).

Leckere Fish & Chips bei Go Fish
Blick auf die Fisherman’s Wharf inklusive 👌🏻

Tag 2 in Vancouver – von Coal Harbour bis Chinatown

Am nächsten Morgen parkten wir erneut im Stanley Park und starteten unsere Tour diesmal in Richtung Coal Harbour. Dort beobachteten wir startende und landende Wasserflugzeuge, die fast wie Taxis in der Stadt wirken. Am Canada Place bestaunten wir die riesigen Kreuzfahrtschiffe beim Beladen – von ganzen Paletten voller Gurken bis hin zu Kisten mit Weinflaschen. 😯

Den Wasser-Flugzeugen unbedingt beim Starten & Landen zusehen
Den riesigen Kreuzfahrtschiffen kann man beim Canada Place gut aufs Deck schauen

Weiter ging es nach Gastown, Vancouvers ältestem Viertel. Hier steht die berühmte Steam Clock, die alle 15 Minuten Dampfwolken ausstößt – allerdings wurde sie gerade restauriert, also nix mit Dampf.

Von dort liefen wir weiter nach Chinatown, einem der größten in Nordamerika. Leider zeigt sich dort auch die Kehrseite der Großstadt: Rund um die East Hastings Street sind Obdachlosigkeit und Drogenmissbrauch deutlich sichtbar. Besonders das billige, extrem gefährliche Fentanyl hat in Vancouver eine dramatische Spur hinterlassen. Auch wenn wir uns stets sicher gefühlt haben, war das ein sehr bedrückendes Erlebnis…

Das Tor nach China Town
Die Abhängigen verhalten sich teilweise wie Zombies

Zum Aufheitern ging es weiter durch Yaletown, das Ausgehviertel mit hübsch hergerichteten Industriegebäuden – fast ein bisschen wie die Speicherstadt in Hamburg, nur kanadisch-entspannt.

Doch die Rückkehr zu unserem Van brachte einen Schock: Ein tiefer Kratzer zog sich über die gesamte Fahrerseite, offenbar absichtlich mit einem spitzen Gegenstand verursacht. Wir hatten auf einem bewachten Parkplatz gestanden – weshalb, wieso, warum? Keine Ahnung. Ein fader Beigeschmack und einer der Gründe, warum wir lieber die Natur als Städte bevorzugen. 😕


Vancouver – Infos & Fun Facts

Einwohnerzahl: ca. 650.000 in der Stadt und über 2,5 Mio. in der Metropolregion

Klima: milde Sommer, regenreiche Winter. Daher der Spitzname Raincouver (160 Regentage im Jahr)

Olympia: Austragungsort der Winterspiele 2010

Fahrradfreundlich: Hunderte Kilometer Radwege, perfekt zum Erkunden

Chinatown: Eines der größten in Nordamerika

Gastown: ältester Stadtteil, gegründet 1867, bekannt für die dampfbetriebene Steam Clock


Kulinarische Tipps

Sushi: Vancouver gilt dank der vielen japanischen Einwanderer und dem frischen Fisch als eine der Sushi-Hauptstädte außerhalb Japans.

Olivier’s La Boulangerie (Hornby Street): Für Croissants, süße Stückchen, frische Salate und herzhafte Sandwich-Baguettes.

Go Fish: Fish & Chips direkt an der Fisherman’s Wharf mit Blick auf Hafen & Skyline.


Fazit

Vancouver ist eine extrem fahrradfreundliche und entspannte Stadt mit einer tollen Mischung aus moderner Skyline, grünem Park und kultureller Vielfalt. Bei Sonnenschein (wir hatten 25 Grad Mitte September) macht es richtig Spaß, die Stadt zu erkunden. Aber Achtung: Die vielen Regentage machen dem Spitznamen Raincouver alle Ehre.


Unsere Highlights:

– Entlang der Uferpromenade im Stanley Park

– Wasserflugzeuge am Coal Harbour

– Kreuzfahrtschiffe am Canada Place

– Markthalle auf Granville Island

Einziger Wermutstropfen: der Kratzer am Van. 😢

Trotzdem bleibt Vancouver für uns ein spannender, kontrastreicher Stopp auf unserer Reise.


⛽️ Tipp: Tankt besser weit außerhalb der Stadt – Die Preise in Vancouver sind mit rund 1,79 C$/Liter Diesel extrem hoch.


👉 Von hier aus geht es für uns mit der Fähre weiter nach Vancouver Island – mehr dazu im nächsten Beitrag! ⛴️


Schau auch gern in unseren Vancouver VLOG rein 🎥

NEW BLOG POST (10.-15.09.2025) 🇨🇦 Auf dem legendären Sea-to-Sky Highway nach Vancouver

Von den Bergen bis hinunter an die Pazifikküste: Wir nehmen dich diesmal mit auf den legendären Sea-to-Sky Highway. Oder in unserem Fall Sky-to-Sea, da wir den Highway 99 in umgekehrter Richtung gefahren sind. Die Straße ist mitunter schmal, hat in jede Richtung nur eine Spur und teilweise bis zu 15 % Steigung bzw. Gefälle. Klingt herausfordernd, ermöglicht aber gleichzeitig, die spektakuläre Landschaft in aller Ruhe zu genießen. 🚐💨


Erster Stopp: Naxwit Park

Am Naxwit Park legten wir unsere erste Pause ein. Hier gibt es eine idyllische Picknick Area direkt am Fluss. Riesige Fische – vermutlich Lachse – zogen gemächlich durchs Wasser, und laut Hinweistafeln sind in dieser Gegend sogar Pumas, Schwarzbären und Bergziegen heimisch. 😯


Traumplatz am Duffey Lake

45 km weiter fanden wir den wohl schönsten Stellplatz unserer Kanada-Reise bisher – ein echter Overlander-Traum! 😍 Direkt am glasklaren Duffey Lake, umgeben von bewaldeten Bergen und mit Blick auf einen Gletscher.

Schönster Stellplatz in Kanada – bisher zumindest
📍 Koordinaten: 50.418825, -122.278322

Joffre Lakes: Gesperrt statt gewandert

Eigentlich wollten wir bei den berühmten Joffre Lakes wandern. Doch am Parkplatz erfuhren wir, dass der Provincial Park drei Mal im Jahr für einige Wochen geschlossen wird – damit sich die Natur erholen kann und die indigenen Stämme ihre Rituale durchführen können.

Schade, dass uns das entgangen ist 😕

Damit euch nicht das gleiche passiert, informiert euch vorab auf diesen Websites 👇

ℹ️ Infos & Öffnungszeiten: Joffre Lakes Park

ℹ️ Day-Use Pass (Pflicht!): Reservierung

Da wir leer ausgingen, fuhren wir direkt weiter bis nach Pemberton. Ein wirklich netter Ort: Im Recreation Centre gibt’s saubere Duschen für 4 C$, in der Bibliothek nebenan schnelles WLAN und Trinkwasserspender. Außerdem lädt der One Mile Lake Trail zu einem Spaziergang um den See ein – oder zum Baden, SUPen und Kajaken. 👙🛶


Whistler – mondän und sportlich

Am nächsten Tag führte uns der Weg durch Whistler. Der Ort war Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2010 und ist heute vor allem ein Paradies für Skifahrer im Winter und Mountainbiker im Sommer. Besonders bekannt für die längsten Skipisten Kanadas. Allerdings ist Whistler nicht nur schön gelegen, sondern auch ziemlich teuer. 💸💸💸

Viele Wanderungen erreicht man zudem nur über Gondeln und Lifte – was den Besuch für uns wenig attraktiv machte. Also düsten wir direkt weiter.


Four Lakes Trail im Alice Lake Provincial Park

Eine tolle Alternative fanden wir im Alice Lake Provincial Park: den Four Lakes Trail. Rund 7 km lang, führt er eben und größtenteils schattig um vier verschiedene Seen. An heißen Tagen kann man im Alice Lake baden – perfekt für eine Abkühlung. Außerdem gibt es hier einen Campground, wo wir unsere Toilette leeren und den Wassertank auffüllen konnten. 👌🏻

Ein See schöner als der andere

Shannon Falls & Stawamus Chief

Von Squamish aus (praktischer Versorgungsstopp mit Walmart & Safeway) erreichten wir die Shannon Falls im Stawamus Chief Provincial Park. Mit ca. 335 m Höhe gehören sie zu den höchsten Wasserfällen in British Columbia – auch wenn sie bei unserem Besuch im September eher einem Rinnsal glichen.

Shannon Falls 💦

Wer Lust auf Panorama hat, fährt mit der Sea-to-Sky Gondola hinauf oder erklimmt sportlich den Stawamus Chief Mountain. Der Trail ist zwar nur 1,5 km lang, dafür warten knackige 500 Höhenmeter – und oben eine spektakuläre Aussicht auf Berge, Wälder und die Pazifikküste. Wir verzichteten an diesem Tag jedoch darauf, da der Himmel wolkenverhangen war.


Porteau Cove Provincial Park

Unser nächster Stopp war der Porteau Cove Provincial Park. Dort schlenderten wir am spiegelglatten Pazifik entlang, zwischen Steinen und Treibholz. Ein echtes Highlight: der direkt am Wasser gelegene Campground, einer der schönsten entlang des Highways.

Campingplatz direkt am Pazifik 💛

Von hier ist es nur noch ein Katzensprung nach West- bzw. North Vancouver – und damit hinein in eine der lebenswertesten, aber auch teuersten Metropolen der Welt.

Skyline von Vancouver

Was wir dort alles erlebt haben, und wie es uns gefallen hat, erfahrt ihr im nächsten Beitrag. Wie immer online ab kommenden Sonntag! 📆⏰


Der Sea-to-Sky Highway in unserem YouTube VLOG 🎥