NEW BLOG POST 🇦🇷 (06.11. – 14.11.2022) La Rioja – Mendoza

Nach einem gemütlichen Frühstück mit herrlicher Aussicht auf den See unterhalb von „Tafí del Valle“ machten wir uns auf den Weg in die rund 400 km entfernt liegende Stadt „La Rioja“. Zuvor unterhielten wir uns noch am See mit einem sehr netten, älteren argentinischen Pärchen welches uns sogar anbot in ihrem nahegelegenen Haus zu duschen. 🥰 Als wir am Nachmittag in „La Rioja“ ankamen steuerten wir zuerst die Shell-Tankstelle am Ortseingang an. Auf Grund der Dieselknappheit in Argentinien versuchen wir uns anzugewöhnen häufiger als sonst zu tanken. Wir konnten ohne Schwierigkeiten unseren noch halbvollen Tank wieder auffüllen und der Ort schien uns auch für die Nacht geeignet. Es gab viele Trucker, die hier den fahrfreien Sonntag verbrachten und das WLAN machte ebenfalls einen ordentlichen Eindruck. Als es gegen Abend endlich kühler wurde (tagsüber hatte es wieder weit über 35°C) fuhren wir noch in die Innenstadt um uns das Zentrum anzuschauen. Dieses war fast menschenleer und daher wenig ansprechend. Sonntags haben in Argentinien, im Gegensatz zu Brasilien beispielsweise, die Läden geschlossen und im Zentrum gab es auch kaum Cafés oder Restaurants weswegen alles wie ausgestorben wirkte. So schauten wir uns nur die zwei Plazas und die große, eingerüstete Kathedrale von außen an bevor wir wieder zur Tankstelle zurückfuhren. Dort kochten wir noch zu Abend und hatten größte Mühe, bei der Hitze und dem Trucker-Lärm zu schlafen. 😫

Frühstück am See

Entsprechend lange schliefen wir am Montagmorgen, bevor wir nach der Nutzung des Internets an der Tankstelle zu einem größeren Supermarkt fuhren um einige Lebensmittel für die kommenden Tage zu kaufen. Da wir demnächst in die Weinbauregion „Mendoza“ fahren werden und diese aktuell noch frei von Fruchtfliegen ist, darf kein Obst oder Gemüse mitgebracht werden. Dies wird wohl auch streng kontrolliert und so achteten wir darauf, nicht zu viel davon zu kaufen. Danach ging es weiter bis in den abgelegenen Nationalpark „Ischigualasto“. Die Asphaltstraße führte meist wieder kerzengeradeaus und so bewältigten wir die Strecke von ca. 150 km in relativ kurzer Zeit. Auf unserer rechten Seite erstreckten sich die ganze Fahrt über grüne Berghänge, zu deren Fuße Gräser und Büsche wuchsen und ab und an kreuzte eine Herde Ziegen unseren Weg. Auch größere Oliven-Haine gab es immer wieder und ich konnte für unglaubliche 2 € 500 ml Olivenöl bester Qualität erstehen. 🤩 Am Eingang des Nationalparks angekommen blies uns auf 1.500 Meter Höhe ein kräftiger Wind ins Gesicht. Die Vollmondtour hätte man wohl schon vorab online reservieren müssen so dass wir hierfür keine Tickets mehr erhielten. Für die letzte Nachmittagstour um 17 Uhr waren wir zu knapp dran und campen war auf dem Besucherparkplatz nicht gestattet. Dafür gab es nach der Einfahrtsschranke einen relativ neu angelegten Camping-Bereich so dass wir die 3 € für die Übernachtung gerne investierten. Duschen (allerdings nur von 20 bis 8 Uhr), Toiletten und Stromanschluss waren inklusive, die Stellplätze überdacht und neben jedem befanden sich Tische und Bänke aus Stein. 👍 Gegen später erhielten wir noch Gesellschaft von brasilianischen Overlandern (alias „Adiantes“) welche sehr gut Englisch sprachen und bereits seit vielen Monaten unterwegs waren. Wir unterhielten uns sehr nett und tauschten uns über Routen sowie Erfahrungen aus. Entsprechend spät aßen wir zu Abend und gingen danach direkt ins Bett da sich der Schlafmangel vom Vortag dann doch bemerkbar machte. 🥱

Eingang zum Nationalpark
Es gab auch ein kleines Museum mit Dino-Skeletten

Nachts frischte der Wind wieder merklich auf und wir waren froh darüber, in unserem tollen Van zu reisen und nicht im Dach-Zelt wie die beiden Brasilianer in ihrem Defender oder gar nur im Iglu-Zelt wie die Motoradfahrer um uns herum schlafen zu müssen. Die wurden bestimmt alle ziemlich durchgepustet und schliefen sicherlich nicht so gut wie wir. Am Vormittag legte sich der Wind und wir konnten draußen auf dem Bänkchen in der Sonne frühstücken. 😎 Die meisten Argentinier kennen ihr Land übrigens hervorragend wie wir während der zahlreichen Unterhaltungen festgestellt haben. Egal, ob wir erzählen woher wir gerade kommen oder wohin wir unterwegs sind: Alle kannten die besagten Gegenden und hatten etwas dazu zu erzählen. 🥰 Wahrscheinlich deshalb, weil reisen außerhalb des eigenen Landes einfach viel zu teuer ist. Vermutlich sind deswegen auch so viele einfach nur mit Auto und Zelt oder eben im Camper unterwegs. Wir kauften uns Tickets (2.500 Pesos = 8 € p.P.) für die Tour um 16 Uhr nachmittags um schönes weiches Licht zum Fotografieren zu haben. Die Selbstfahrertour führt in einem Rundkurs von ca. 40 km durch den „Parque Provinicial Ischigualasto“ welcher auf Grund der Steinformationen auch „Valle de la Luna“ (= Mondtal) genannt wird. Da die Dauer der Tour mit dreieinhalb Stunden angegeben war bereitete ich uns bereits nachmittags den Cous-Cous Salat für abends vor. Wir erwischten eine ziemlich große Tour mit rund 30 Fahrzeugen. Vielleicht deshalb starteten sie bereits einige Minuten vor 16 Uhr und wir mussten uns Mühe geben um die Kolonne noch einzuholen. Die Route enthielt insgesamt fünf Stopps an außergewöhnlichen, geologischen Formationen. Bei allen Aussichtspunkten befand sich eine Plattform und unsere Führerin erklärte jeweils in einigen Sätzen die Besonderheiten der Gegend. Hier herrscht ein trockenes Wüstenklima mit heißen Tagen, kühlen Nächten und kräftigen Winden. Letztere tragen zur Bildung der kuriosen Steinformationen bei und auch das Wasser der Flüsse, welche heutzutage aber nur noch sehr selten und wenn dann auch nur ganz kurz wenig Wasser führen. Die aufeinanderliegenden Steinplatten der Berge werden durch die Erosion Stück für Stück abgetragen oder stürzen mit der Zeit einfach ineinander zusammen. So konnten hier in den letzten 100 Jahren sehr viele Fossilen, darunter auch Dinosaurierknochen, geborgen werden. Einige Kopien der Ausgrabungsstücke konnten wir bereits zuvor im kleinen Museum des Nationalparks betrachten. Auf dem Weg schauten wir uns das namensgebende Kratertal, eine Steinstatue ähnlich der ägyptischen „Sphinx“, ein Feld mit unzähligen kugelrundgeschliffenen Steinen welches passenderweise „Bochia Feld“ hieß sowie eine einem U-Boot bzw. einem Pilz ähnelnde Formation an. Auch die steil aufragenden, rotglühenden Berge des angrenzenden „Tampalaya Nationalparks“ waren gut zu erkennen. Als wir gegen 19:30 Uhr unseren Van wieder auf dem Campground parkten waren wir froh nicht mehr kochen zu müssen und machten uns direkt über unseren Salat her. 😅 Simon sprang noch unter die schöne heiße Dusche tja und dann, begann leider das Drama der kommenden Tage…

In der Autokolonne durchs „Valle de la Luna“
Das „Mond-Tal“
Wer hat wohl die Steine zu Bochia Kugeln geformt?! 🤔
Hat schon leichte Ähnlichkeit mit der „Sphinx“
Im Hintergrund das „U-Boot“
„El Hongo“ (= Der Pilz)

Bereits in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch musste Simon nachts mehrmals auf die, glücklicherweise hier vorhandene, Toilette. Außerdem klagte er über starke Bauchkrämpfe. 😰 Beides besserte sich auch tagsüber leider nicht sondern wurde eher noch schlimmer. Mir ging es zum Glück gut, ich verspürte lediglich ab und an mal ein leichtes Ziehen im Magen. Möglicherweise ist der Weichkäse der Übeltäter, welcher sich am Vorabend unter anderem in unserem Cous-Cous Salat befand. Wobei er sowohl optisch als auch geschmacklich und vom Geruch her einwandfrei zu sein schien. 🤷‍♀️ So verbrachte Simon die kommenden Tage im Bett und pendelte regelmäßig zur leider doch recht weit entfernten Toilette. Glück im Unglück: Seit unserer nun schon über 100 Tagen andauernden Reise standen wir exakt zum zweiten Mal, und eigentlich ja auch nur gezwungener Maßen, auf einem richtigen Campingplatz. Und auch die Temperaturen waren mit rund 25 °C tagsüber, dem stetig vorhandenen Wind sowie den kühlen Nächten erträglich. Das Krankenlager hätte also deutlich schlechter aussehen können und vermutlich wird uns dieses Schicksal noch das ein oder andere Mal während unserer Reise ereilen. 🙈 Ich durfte mich während dieser Zeit meinem größten Feind stellen – mir selbst! Wenn ich irgendetwas wirklich schlecht kann dann ist es nichts tun bzw. Zeit totschlagen. 🙄 Von daher war die erzwungene Auszeit auch für mich ein gutes Training und bot Zeit zum Durchschnaufen. Ich konnte morgens mal wieder Yoga machen, die restliche Argentinien-Route planen sowie die Sehenswürdigkeiten auf „maps.me“ taggen, Blog schreiben und abends ein bisschen spazieren gehen. Es gab immer mal wieder eine Herde grasender „Guanacos“ zu sehen sowie kleine Nagetiere, die wie eine Mischung aus Hamster und Ratte aussehen und „Maras“ die anmuten, als hätte sich ein australisches „Wallaby“ mit einem Feldhasen gepaart. 😅 Da wir uns im Nationalpark fern jeglicher Zivilisation befanden gab es hier ansonsten nichts weiter zu tun oder gar zu sehen. Das angegliederte Restaurant sah auch eher schlecht als recht aus, wenngleich es zwangsläufig von den Touristen mangels Alternativen gut besucht wurde. Wie gut, dass wir in „La Rioja“ noch einmal unsere Lebensmittelvorräte aufgefüllt hatten. 😉 Leider funktionierte auch das WLAN mehr schlecht als recht so dass an YouTube Downloads oder gar Serien schauen nicht zu denken war.

Unser Stellplatz für ein paar Tage… 😰💩
Es gab viele Guanacos in der Umgebung
So sieht ein „Mara“ aus

Am Samstag ging es Simon endlich besser und er fühlte sich wieder fahrtüchtig so dass wir nach vier Tagen und fünf Nächten unseren Stellplatz im Nationalpark „Ischigualasto“ verlassen konnten. Wobei mir die Pause schlussendlich doch auch ganz gutgetan hat. 😉 Wir fuhren ein Stück über die RN150 bevor wir wieder auf die legendäre, diesmal aber gut asphaltierte RN40 abbogen. Wir kurvten, sprichwörtlich, noch eine Zeit lang durch die herrlichen Canyons des Nationalparks bevor es urplötzlich wieder flach wurde. Die Strecke führte uns in Summe ca. 270 km bis nach „San Juan“ wo wir am frühen Mittag ankamen. Wir fanden einen guten, zentral gelegenen Parkplatz am Straßenrand in der Nähe des Parks und der dort anwesende Polizist meinte es wäre überhaupt kein Problem hier zu parken. 👍 Wir schlenderten durch den sehr weitläufigen, schön angelegten Park inklusive großem See mit zahlreichen (Koi-) Karpfen, Springbrunnen, schattigen großen Bäumen und viel Rasenfläche. Auch das moderne Theater und die Stadt insgesamt muteten sehr ordentlich und teilweise neu gestaltet an. Allerdings schaffen wir es momentan immer, ausgerechnet an Wochenenden nach Ladenschluss in den Städten zu sein und so hatten auch hier alle Geschäfte in der Fußgängerzone bereits geschlossen. 🤷‍♀️ Entsprechend wenig war los aber uns fiel dann doch noch ein Restaurant ins Auge, welches im krassen Gegensatz dazu gerammelt voll war. Wir sahen uns im Inneren um und die dort aufgetischten Portionen waren unglaublich groß. 😮 Simon bestellte sich, unvernünftiger Weise meiner Meinung nach mit seinem geschundenen Magen, eine Pizza Mozzarella und ich konnte das erste Mal während unserer Reise ein „Lomito“ Sandwich bestellen. Dieses war wirklich exzellent: Super kross und das hauchdünne Steak war perfekt gewürzt und zum Glück sehr zart. Inklusive einer 1,5 L Flasche Softdrink kostete uns der Spaß gerade einmal knapp 7 €. Wir liefen zurück zum Auto, chillten dort noch eine Weile auf dem Rasen davor und ich konnte nicht umhin einem netten Argentinier noch ein saftiges, riesengroßes Bananenbrot für schlappe 1,70 € abzukaufen der dort diverse leckere Kastenkuchen feilbot. Für die Nacht steuerten wir einen etwas außerhalb gelegenen Stellplatz an. Wir durchquerten noch ein gutes Stück der Stadt und was wir hier sahen gefiel uns erneut richtig gut. Alles war sehr schön angelegt und es gab jede Menge netter Cafés und Restaurants. Unser Schlafplatz lag etwas abseits der Straße, unweit eines ebenfalls hübsch hergerichteten „Poeten“ Parks in einem kleinen Wäldchen. In der Nähe gab es sogar diverse Sitzgelegenheiten und Grillplätze und wir wunderten uns einmal mehr über unser eigenes Land. In Deutschland scheint es schlicht weg unmöglich, dass solche Plätze (wohlgemerkt von der eigenen Bevölkerung) sauber und in Schuss gehalten werden. In allen Ländern, in denen wir bis dato waren sind sowohl Parks, Strände, Seen als auch öffentliche Toiletten, Spiel- oder Trainingsplätze tipp topp in Ordnung. Nirgends ist etwas kaputt oder liegt Müll herum wobei man auch sagen muss, dass hier immer überall genügend Mülleimer zur Verfügung stehen welche auch stets regelmäßig geleert werden. Also das totale Gegenteil von dem, was man sich vielleicht aus der Ferne unter Südamerika vorstellen mag. Wobei uns dies z.B. auch schon in Dänemark, oder Neuseeland u.a., extrem aufgefallen war. Obwohl wir Deutschen uns, zumindest nach außen hin, Klima- und Umweltschutz so groß auf die Fahne schreiben. Irgendwie passt das nicht so ganz zusammen, finde ich. 🤨 Die Nacht war leider sehr unruhig da Simon ungelogen neun oder zehnmal auf die Toilette musste. Gegen 3 Uhr klopfte dann auch noch die Polizei an unser Auto und riss uns aus dem, sowieso schon unruhigen, Schlaf. Mein Puls war sofort auf 180 aber sie wollten sich nur ganz nett erkundigen, ob denn alles in Ordnung sei. Sie hatten unser Auto mit den Fahrrädern hinten drauf von der Straße aus abseitsstehen sehen und wollten nur sicher gehen, dass nichts passiert ist. Also eigentlich total nett, wenn auch im ersten Moment erschreckend. Sie entschuldigten sich dann auch sofort für die Störung und wünschten uns noch eine gute Nacht. ❤ Wobei wir bis dato wirklich durchweg nur sehr, sehr gute Erfahrungen auf der gesamten Reise mit den Polizeibehörden gemacht haben. Alle waren immer sehr freundlich, hilfsbereit und neugierig.

„Lomito“ Sandwich 😋

Am Sonntagmorgen ging die Reise weiter bis nach „Mendoza“ auch wenn wir die Fahrt für mehrere Toilettenstopps unterbrechen mussten. Leider ging es Simon in der Hinsicht immer noch nicht wirklich gut. 😰💩 Die Obst- und Gemüsekontrolle hingegen verlief völlig unspektakulär. An der Grenze zum Staat Mendoza hätten wir für unser Fahrzeug eigentlich 270 Pesos Gebühr (für was auch immer?!) zahlen müssen. Mangels Wechselgeld mussten wir dann aber nur 200 Pesos bezahlen, so wie die ganz normalen PKWs auch. 👍 An dem folgenden Grenzposten mussten wir kurz anhalten und wurden gefragt, ob wir Obst und/oder Gemüse dabeihätten. Ich antwortete der Dame, fast wahrheitsgemäß, dass wir nur noch eine Zwiebel und etwas Knoblauch hätten woraufhin sie uns freundlich durchwinkte. Nur die eine Zitrone habe ich verschwiegen aber ansonsten hatten wir tatsächlich nichts mehr dabei. 🤭 In „Mendoza“ angelangt konnten wir unseren Van problemlos sehr zentral und kostenfrei abstellen, da sonntags keinerlei Parkgebühren verlangt werden. Dafür hatte aber mal wieder fast alles geschlossen… Wir liefen durch das wirklich sehr schöne Zentrum welches uns sehr an Spanien erinnerte. Alle Straßen waren links und rechts von großen, schattenspendenden Bäumen gesäumt wobei es an diesem Tag mit ca. 24 °C sowieso sehr angenehm war. In der Stadtmitte befindet sich die große „Plaza Independencia“ mit einem hübschen Springbrunnen, einem Museum sowie vielen Sitzgelegenheiten. Dieser Hauptplatz wird noch einmal von vier weiteren, kleineren Plazas wie z.B. der wunderschönen „Plaza Espana“ im maurischen Stil eingerahmt. Dazwischen befinden sich Fußgängerzonen mit netten Cafés, Eisdielen und Restaurants. Nach unserem Stadtspaziergang fuhren wir dann noch zu einem außerhalb gelegenen, großen „WALMART“ alias „Hiper Chango Mas“. Nach den vergangenen Tagen in der Pampa und auf Grund der Tatsache, dass wir wegen der Lebensmittelkontrollen kaum Frischware gekauft hatten war mal wieder ein Großeinkauf angesagt. Eines kann ich euch mit Sicherheit sagen: NIE wieder gehe ich in einen so großen Einkaufsmarkt und schon gar nicht sonntags abends, wenn noch dazu Black Friday Aktionen gespielt werden. 🙈🙉🙊 Nach dem wir wegen der ganzen 3für2 / 2für1 usw. Aktionen sowieso schon ewig für die Preisvergleiche gebraucht hatten traf uns schier der Schlag, als wir uns dann endlich an der Kasse anstellen wollten. Ich garantiere euch, dass ihr eine solch lange Schlange in einem Supermarkt noch nie gesehen habt. Im ersten Moment war ich drauf und dran unseren vollen Wagen einfach stehen zu lassen aber bis wir woanders wieder alles beisammengehabt hätten, hätte es wahrscheinlich ähnlich lange gedauert. So fügten wir uns unserem Schicksal und reihten uns am Ende der Warteschlange ein. Es dauerte tatsächlich fast 45 Minuten, bis wir unsere Waren endlich auf das Band legen konnten. Aber unvorstellbarer Weise, und das ist uns wirklich schön häufiger aufgefallen: Hier haben ALLE die Ruhe weg. Die Kassierer/innen sowieso aber alle einkaufenden Personen haben hier IMMER alle Zeit der Welt und die Ruhe weg. Vollkommen anders, als bei uns zuhause wo jeder im gehetzt ist und 10x genervt auf die Uhr schaut (ich gehöre ehrlich gesagt auch eher zu diesen Personen aber ich glaube tatsächlich, dass sich dies während der Reise schon etwas gebessert hat 😜). Schnell mal in der Mittagspause einkaufen ist hier auf jeden Fall definitiv nicht möglich. So war es dann auch schon kurz nach 21 Uhr bis war an unserem Stellplatz für die heutige Nacht, einer großen „YPF“ Tankstelle mit großartiger Sicht auf die leicht verschneite „Cordillera“ im Hintergrund, angelangt waren.

Sehr spanisch angehaucht die Stadt 😍
Plaza España
Das nenne ich mal ne Aussicht! 😍😍😍

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NEW BLOG POST 🇦🇷 (30.10. – 05.11.2022) Salta – Tafí del Valle

Am Sonntagmorgen verließen wir ein wenig wehmütig nach drei ruhigen Nächten und zwei entspannten Tagen unseren herrlichen Stellplatz am See „Campo Alegre“ um ins ca. 30 km entfernte „Salta“ zu fahren. Entlang der Wegstrecke befanden sich noch ein bis zwei weitere schöne Campingplätze, mitunter sogar an einem kleinen Flusslauf. Auch die Häuser in den kleinen Dörfchen waren alle schön hergerichtet und die Gegend mutete insgesamt nach Wochenendausflugsziel an. Nach ca. einer halben Stunde Fahrt kamen wir in der 500k Einwohnerstadt „Salta“ an. Wir schauten uns direkt zwei verschiedene Stellplätze an welche wir eventuell für die Nacht in Betracht zogen und parkten unseren Van dann auf einem der beiden direkt vor dem „Monumento a Güemes“. An diesem Tag war es erneut wahnsinnig heiß, wie uns die Wetter-App (leider erst im Nachhinein) mitteilte bis zu 37°C im Schatten. 🥵 Dennoch entschieden wir uns sportlich zu betätigen und statt der Seilbahn, welche ab dem „Parque San Martin“ auf den „Cerro San Bernardo“ hinaufführt, die 1.070 Stufen bis zum Gipfel zu erklimmen. Der Pfad führte direkt hinter dem Denkmal steil nach oben und bot leider nicht den geringsten Schatten so dass wir wirklich schweißgebadet oben ankamen. Wie gerne wären wir in diesem Moment unter die dort angelegten Wasserkaskaden gestanden! 😭 Im Schatten der dortigen Bäume war es zum Glück halbwegs erträglich und so konnten wir die Aussicht hinunter auf die Stadt sowie den Rundweg um die Wasserfälle dann doch genießen. Eventuell käme auch hier oben ein Übernachtungsspot in Frage und wir könnten uns abends bei Dunkelheit dort noch ein wenig Wasser im Eimer für unsere Außendusche abzwacken! 😛 Wir füllten an den Trinkwasserspendern noch einmal unsere Flasche auf bevor wir uns an den deutlich leichteren und schnelleren Abstieg machten. Zwischenzeitlich war es später Mittag und unsere Mägen knurrten nach dem heute doch recht zeitigen Frühstück so dass wir direkt weiter zu der nahegelegenen Mall liefen. Lediglich die Laptops packten wir noch in den Rucksack in der Hoffnung, dort nach den vergangenen Tagen ohne Internet eventuell vernünftiges WLAN zu finden. Schließlich wollten zwei fertige YouTube Videos, ein Blog-Beitrag und diverse Instagram Posts viral gehen. In dem schicken Shopping-Center angelangt drehten wir erst einmal eine Runde und bestaunten die hübsch hergerichteten Schaufenster der Boutiquen und verschafften uns einen Überblick über die doch recht große Food-Meile. Letztlich entschieden wir uns dann aber doch für „das Gasthaus zum Goldene M“ und für schlappe 2,30 € bekam jeder von uns einen Doppel-Cheeseburger inkl. kleiner Pommes und kleinem Getränk. Und was soll ich sagen: Wenn man richtig Hunger hat so wie wir in diesem Moment schmeckt es tatsächlich richtig gut. 😂 Nur das WLAN war weit weniger gut als erhofft und wir mussten unsere Laptops unverrichteter Dinge wieder zusammenklappen. Wir schnappten uns noch ein kleines Eis auf die Hand und kauften im dort ebenfalls befindlichen „Carrefour“ noch ein paar Kleinigkeiten fürs Abendessen ein. Als wir die Mall geschätzte 2 Stunden später wieder verließen fiel mir sofort der seltsam verschleierte Himmel und der beißende Geruch von Rauch auf. Zudem wehte ein mitunter sehr kräftiger, böiger Wind der den Schmutz auf den Gehwegen durch die Luft wirbelte. Während wir zurück zum Auto liefen entdeckten wir dann auch die Ursache: Ein Teil des bewaldeten Berges, auf dem wir zuvor noch waren und evtl. überlegt hatten dort zu übernachten, stand in Flammen. 😲 Wie gut, dass unser Auto nicht oben, sondern am Fuße des Berges parkte und wir es somit wohlbehalten dort vorfanden. Aber diesen Übernachtungsspot konnten wir definitiv von der Liste streichen… Nach dem wir die Einkäufe verstaut hatten parkten wir notgedrungen um und stellten unseren Bus auf einem Supermarktparkplatz direkt im Zentrum ab. Direkt gegenüber fanden wir ein nettes Café mit exzellentem, preiswertem Kaffee und, viel wichtiger, super schnellem WLAN. So konnten wir an diesem Tag doch noch alle to do´s abarbeiten. 🤩 Ruckzuck war es 19 Uhr und bis wir mit der Erkundung des Supermarktes (bei dem wir parkten) fertig waren, war es auch schon dunkel. Wir trafen dort noch ein deutsches Backpacker-Paar aus Münster mit welchem wir einen kurzen Plausch hielten bevor wir zurück zum Denkmal fuhren wo wir bereits zuvor standen. Dort waren noch ziemlich viele Polizisten präsent welche den Weg nach oben zum, mittlerweile zum Glück nicht mehr brennenden, Hügel absperrten. Wir erkundigten uns, ob wir hier bzw. auf dem Parkplatz bei dem direkt danebengelegenen Museum übernachten könnten und sie gaben ohne mit der Wimper zu zucken ihr Einverständnis. Der Parkplatz war zwar nicht ganz eben so dass wir in unserem Bett eine leichte Schieflage hatten aber keiner von uns ist herausgepurzelt und im Großen und Ganzen hatten wir dort eine gute sowie ruhige Nacht. 🌙

Schweißtreibender Aufstieg zum Aussichtspunkt
Blick auf die Stadt Salta
Die ersehnte Erfrischung- so nah & doch so fern 🤣
Endlich wieder online! 👍🏻

Nach unserem obligatorischen Morgenkaffee steuerten wir erneut den im Zentrum gelegenen Supermarktparkplatz an. Allerdings wurden wir direkt kritisch vom Security-Mann beäugt. Nach dem wir am Café gegenüber kurz auf dem Handy unsere Nachrichten gecheckt und danach im Van gefrühstückt hatten wurden wir mehr oder weniger freundlich bestimmt des Platzes verwiesen. 🙈 Also ging es wieder zurück zum vorherigen Parkplatz am Denkmal und von dort zu Fuß in die Stadt. Aus uns unerklärlichen Gründen waren die Temperaturen an diesem Tag übrigens um ein Vielfaches niedriger als am Tag zuvor. Für diesen Sonntag waren tagsüber nur noch max. 16 °C gemeldet. Hätten wir das mal vorher gewusst! 🙄 Wobei wer weiß, ob wir an diesem Tag den Hügel nach dem gestrigen Waldbrand überhaupt hätten erklimmen können. Wir schauten uns den großen aber gar nicht so schönen Park mit See an sowie das ganz nette Zentrum. Schlussendlich kehrten wir zu einem kleinen Mittagssnack inkl. WLAN-Nutzung noch einmal in das nette Café von gestern ein. Kurz vor 16 Uhr verließen wir „Salta“ dann auch schon wieder um die rund 150 km bis zum „Parque Nationale los Cardones“ in Angriff zu nehmen. Die Strecke führte uns erneut wieder in luftige Höhen und es ging über zum Teil ungeteerte Schotterpiste über viele enge Kurven bis auf rund 3.500 Meter hinauf. Deswegen brauchten wir für die Strecke auch gute 2,5 Stunden und heute war mir auch etwas flau im Magen während der Fahrt. 🤢 Die Landschaft war erneut wirklich malerisch: Verschiedenfarbige Berge, zum Teil begrünt zum Teil auch nur Stein, ausgetrocknete Flussbetten, Säulenkakteen und auch etliche „Guanacos“ konnten wir sehen. Als wir an einem Aussichtspunkt ausstiegen blies uns ein kräftiger, eiskalter Wind ins Gesicht und das Thermometer zeigte sage und schreibe -7 °C an! 🥶 Zur Erinnerung: Am Tag zuvor badeten wir noch bei 37 °C in unserem eigenen Schweiß. Das muss man auch erst einmal wegstecken! So sprangen diesmal selbst wir nur jeweils für einen Foto-Schnappschuss aus dem warmen Auto. In dem kleinen Kaff „Payogasta“ parkten wir schlussendlich unseren Bussi vor dem sehr großen und von außen sehr modern wirkenden Nationalparkzentrum (welches bereits geschlossen hatte) um dort die Nacht zu verbringen. Dank unserer mit Diesel betriebenen „Planar R2D“ Standheizung mussten wir auch weder beim Kochen noch beim Schlafen frieren. 🥰

Schon wieder geht es über zahlreiche Kurven
Auf 3.500 Metern angelangt
In dem Ort verbrachten wir die Nacht

Irgendwie macht uns die Höhenluft und die Fahrerei wohl müde und so schliefen wir am Dienstag doch tatsächlich bis um 9 Uhr (obwohl wir bereits vor 23 Uhr im Bett lagen). Wir ließen den Tag ganz gemächlich angehen und frühstückten noch gemütlich vor Ort. Ich erkundigte mich im Nationalparkzentrum neben uns bei der Rangerin nach den Ausflugsmöglichkeiten aber außer den drei Aussichtspunkten, welche bereits auf unserem gestrigen Wege hierher lagen, gab es wohl nicht viele Ziele. So fuhren wir gegen Mittag in das nahegelegene und als sehr schön angepriesene Städtchen „Cachi“. Der Ortskern wirkte sehr ruhig und etwas verschlafen aber es war alles nett hergerichtet und, wie gewohnt, tadellos in Schuss. Wir liefen durch den Ort auf einen Hügel um vom dortigen „mirador“ aus die Umgebung zu betrachten. Von oben wirkte das Tal wie eine kleine Oase auf uns da es eine grüne Schneise inkl. hübscher Zypressen inmitten des ansonsten steinig kargen Umlandes war. Wieder am Auto angekommen machten wir uns direkt auf die Weiterfahrt über die Buckelpiste da „Cachi“ ansonsten nicht wirklich viel zu bieten hatte. So wie es aussieht bleibt die „Ruta N40“ wohl fast die ganzen 270 km über bis nach „Cafayate“ eine Holperpartie. Aber unser Bussi meisterte die Strecke bisher mit Bravour und bis dato ist (toi toi toi) auch noch nichts aus den Schränken oder Regalen gefallen. So bleibt uns während der langsamen Fahrt auf jeden genug Zeit, um die abwechslungsreiche und wirklich sehr beeindruckende Landschaft um uns herum zu genießen. 🥰

Los geht’s zum Viewpoint
Blick auf „Cachi“
Übernachtung am Friedhof

Die Nacht verbrachten wir mal wieder an einem Friedhof (absoluter Geheimtipp da meist etwas abgelegen, ruhig und dennoch nicht völlig ab vom Schuss) mit toller Aussicht auf ein Bergmassiv, welches definitiv auch als Kulisse für die Star-Wars Filme hätte dienen können. Lediglich die „pod-racer“ fehlten. 😅 Bei unserem Erkundungsrundgang am vorherigen Abend durch das kleine Dörfchen lief uns von der Plaza aus eine schwarze, neugierige kleine Hündin bis zum Bus nach. Wir gaben ihr dort noch einen Keks und etwas Wasser zu trinken und sie hat es uns sehr gedankt. Als wir morgens aufwachten saß sie bereits bellend wieder vor unserer Tür und hielt alle anderen Hunde vom Van fern. 🥰 Wir verabschiedeten uns gebührend von ihr und die restliche Strecke bis nach „Cafayate“ brachten wir schneller als gedacht hinter uns. Wahrscheinlich lag das aber auch einfach an der wunderbaren und sehr abwechslungsreichen Landschaft durch die wir fuhren. Zuerst führte uns die Strecke durch einen Canyon aus gezackten Bergen bevor es weiter entlang eines mal wieder ausgetrockneten Flusses hinunter zu grünen Wiesen und schlussendlich sogar Weinbergen ging. Am Fuße der Berge angelangt stoppten wir für ein schnelles Müsli und bogen dann auf ein malerisches Stück der „Ruta N68“ ab welches uns wieder rund 50 km in Richtung „Salta“ führte. Die „Quebrada“ (= Schlucht) ist von herrlich roten Bergen auf beiden Seiten sowie einem sandigen Flussbett, in welchem zur Abwechslung mal sogar noch ein wenig Wasser floss, gesäumt. Und wirklich alle paar hundert Meter entlang der Strecke gibt es lohnenswerte Aussichtspunkte mit so klangvollen Namen wie „El Anfiteatro“ (eine zylinderförmige Einkerbung im Fels) oder „La Yesera“ (ein Rundweg mit Blick auf bunte Berge). Wir stoppten auf unserem Weg nach oben an all den Naturschönheiten und blieben letztlich auf dem Parkplatz am letzten Aussichtspunkt, der „Garganta del Diablo“ stehen. Nach dem wir uns den „Teufelsrachen“ im Fels angeschaut hatten machten wir eine ausgiebige Pause und zauberten sowohl leckere Blueberry-Pancakes zum Direktverzehr als auch noch einen Mais-Kuchen als Snack für die kommenden vier Nachmittage. 😋 Frisch gestärkt und ausgeruht hatte Simon am späten Nachmittag noch die glorreiche Idee durch das seichte, sandige Flussbett entlang des Canyons zu waten. Schade, dass der Fluss so wenig Wasser führt! Hier hätte man auch ganz entspannt mit dem Kanu immer flussabwärts paddeln können und dabei eine grandiose Aussicht gehabt. An diesem Tag übernachteten wir auch auf dem besagten Parkplatz an dem abends absolut nichts mehr los war.

Wo bleibt Anakin Skywalker mit seinem pod-racer?!
Unsere Wachhündin
Quebrada Cafayate
Quebrada Cafayate
Quebrada Cafayate
Quebrada Cafayate
Quebrada Cafayate
Blueberry Pancakes 🥞🫐
Flussbett-Wanderung in der Quebrada

Nach einer ruhigen Nacht machten wir uns morgens, als die Sonne noch nicht so hoch am Himmel stand, auf den Rückweg nach „Cafayate“. Simon wollte noch gerne mit der Drohne über Canyon und Fluss fliegen so dass wir an einem der Aussichtspunkte dafür stoppten. Während ich uns Kaffee kochte ließ Simon die Drohne starten und prallte leider im Rückwärtsflug gegen einen der Berge. 😫 Drei der vier Rotorblätter gingen dabei kaputt wobei wir diese relativ einfach durch die vorhandenen Ersatzblätter austauschen konnten. Aber die Kamera lieferte beim Neustart leider nur verwackelte Bilder und auch ein Arm wurde leicht beschädigt. So fuhren wir leider ohne schöne Luftaufnahmen hinab ins Tal wo wir direkt zwei Wäschereien ansteuerten um die Preise zu vergleichen. Wir gaben bei einer davon unsere Bettwäsche sowie die restliche Schmutzwäsche, welche sich innerhalb der letzten zwei Wochen angesammelt hatte, ab. Abends gegen 20 Uhr könnten wir sie wieder abholen und der Preis von 1.000 Pesos (ca. 3 €) erschien uns auch mehr als fair. Gegenüber fragten wir bei einem Optiker nach einem eventuell passenden kleinen Torx um unsere Drohne zu reparieren aber leider hatte weder dieser noch der nahegelegene Handwerksladen einen derart kleinen für uns. 😕 An der Tankstelle gab es mal wieder keinen Diesel aber wir konnten immerhin unseren zwischenzeitlich komplett leeren Wassertank auffüllen und die Campingtoilette ausschütten. Außerdem sahen wir dort noch einige der vielen schönen Oldtimer, welche wir zum Teil bereits auf der Fahrt in die Stadt gesehen hatten. Die meisten trugen europäische Kennzeichen (u.a. UK, IT, DE, B, CH). Sie alle gehörten zur „Lima to Cape Horn 2022“. Danach machten wir uns auf den Weg zu einer im Reiseführer beschriebenen Wanderung. Es ging rund 7 km vom Ort weg immer entlang bzw. zum Teil auch durch das ausgetrocknete Flussbett bis zu einer Schlucht mit Wasserfällen und Badebecken. Als wir am Eingang der Schlucht ankamen wurden wir von Einheimischen in Empfang genommen die uns zu unserer großen Überraschung mitteilten, dass wir nur in Begleitung eines Guides das letzte Stück zum Wasserfall gehen dürften. Die hierfür verlangten 1.000 Pesos pro Kopf waren es uns eigentlich nicht wert zumal wir auch sehr gerne ohne Guide weitergegangen wären. Daher lehnten wir dankend ab und waren gerade im Begriff zu gehen als uns einer der Guides anbot, uns für den halben Preis zu begleiten und ab dem ersten Wasserfall auf eigenes Risiko alleine weitergehen zu lassen. Da wir den weiten Weg ansonsten umsonst gelaufen wären stimmten wir dem zu und die knapp 3 € waren es dann auch wirklich wert. Ab hier wurde der Wanderweg richtig, richtig schön und wir mussten über viele Steine klettern und auch immer wieder den Fluss queren. Der „Río Colorado“ führte tatsächlich Wasser, welches auch für die Bewässerung der vielen Weinreben im Tal genutzt wird, und in der engen Schlucht wuchsen wieder viele der großen Säulenkakteen. Leider trat ich einmal daneben so dass ich letztlich mit beiden meiner schönen, neuen Wanderschuhe im Wasser landete. 😲 Unser Guide „Franco“ brachte uns wie versprochen bis zu einem ersten, kleinen Wasserfall um dann kehrt zu machen. Wir kraxelten alleine weiter und konnten den Weg auch mehr oder weniger gut ausmachen. Aus dem Nichts kamen uns lustigerweise die beiden deutschen Backpacker entgegen welche wir zuvor bereits in Salta auf dem Supermarktparkplatz getroffen hatten. 😂 Wir unterhielten uns kurz mit ihnen um dann weiter in Richtung des 10 m hohen Wasserfalls am Ende des Weges zu laufen. Da es zwischenzeitlich aber bereits nach 15 Uhr war, meine Kräfte langsam nachließen und wir den ganzen Weg auch wieder zurück bis in die Stadt gehen mussten entschieden wir an einem kleineren Wasserfall mit schönem Badebecken die Tour zu beenden. Wir erfrischten uns noch ganz kurz in dem nur 6 Grad „warmen“ Wasser und stärkten uns mit unserem mitgebrachten Mais-Kuchen bevor wir uns auf den Rückweg machten. Um etwas Zeit und Weg zu sparen gingen wir diesmal die geschotterte Straße entlang bis nach „Cafayate“ zurück und folgten nicht mehr dem Wanderweg. Gegen 18 Uhr kamen wir wieder an unserm außerhalb beim Start des Weges geparkten Van an. Wir parkten um an die zentrale Plaza und schauten uns bei den dortigen Restaurants um, um den schönen Tag mit einem leckeren Essen zu beenden. Diese öffneten allerdings erst um 20 Uhr und so schlenderten wir noch ein wenig durch die Stadt bzw. holten unsere Wäsche ab. Abends aßen wir dann ein ganz gutes drei Gänge Menü für lediglich 5 € pro Kopf bevor wir tot müde in unser bequemes Bettchen fielen.

Start unserer Wanderung
In der Schlucht angekommen
Abendessen 😋

Am kommenden Morgen unterhielten wir uns sehr nett mit einem älteren, argentinischen Pärchen welches ebenfalls mit ihrem nagelneuen, zum Camper ausgebauten Renault Master 3 unterwegs war. Sie hatten gleichfalls an der etwas außerhalb gelegenen Plaza direkt vor uns übernachtet und wollten in dieselbe Richtung weiter fahren wie auch wir. Unser nächster Ziel war „Tafí del Valle“ von wo aus man wohl eine sehr schöne, abschüssige Fahrradtour zu einem See sowie entlang eines Flusses unternehmen kann. Problem war nur, dass unsere Räder durch die vielen Erdstraßen der letzten Tage völlig eingestaubt und verdreckt waren. 🙊 Daher steuerten wir eine Autowäscherei an wobei dies keine automatischen Waschanlagen oder Waschstraßen sind wie wir sie aus Deutschland kennen, sondern hier wird noch alles gründlich von Hand erledigt. Die Erste hatte leider keine Zeit und bei der Zweiten wären wir nicht die steile Auffahrt hinaufgekommen. Aber er machte uns für umgerechnet 1,50 € sofort und ohne zu zögern unsere beiden Fahrräder mit dem Dampfdruckstrahler sauber. Somit sollte der Radtour also nichts mehr im Wege stehen. 👍 Wir kauften bei einem der Marktstände noch etwas Obst und als wir zum Van zurückkamen, welchen wir mittlerweile wieder an der zentralen Plaza geparkt hatten, sahen wir dort bereits einen Polizisten stehen. Auf unsere Frage hin, ob es ein Problem gäbe meinte er, dass es verboten wäre mit Bussen hier zu parken da diese zu groß wären. Wir hatten die Hinweistafel an der Straßeneinfahrt zuvor auch zur Kenntnis genommen aber da wir bereits am Vorabend dort geparkt hatten, wohlgemerkt mit mindestens 10 anderen zum Teil deutlich größeren Campern, sahen wir kein Problem darin hier noch einmal zu parken. Wir erklärten ihm, dass wir nur kurz zum Einkauf auf dem Markt waren und direkt auf dem Sprung wären worauf die Welt für ihn sofort wieder in Ordnung war und er sich sogar bei uns entschuldigte. 😅 An der anderen Tankstelle bekamen wir dann sogar noch Diesel und so konnten wir beruhigt über die Ruta N40 die ca. 50 km bis zu den „Ruinas de los Quilmes“ weiterfahren. Wir zahlten die Eintrittsgebühr (500 Pesos p.P.) und machten auf dem Parkplatz dort erst einmal gemütlich Kaffeepause bzw. bereiteten den Hefeteig für die Pizza am Abend vor. Gegen 17 Uhr, als es nicht mehr so heiß war und der Wind am Nachmittag wie üblich wieder auffrischte, machten wir uns auf zu den Ruinen. Zur einführenden Erklärung konnten wir als Erstes ein gut gemachtes und englisch Untertiteltes Video anschauen welches uns das Volk der „Quilmes“ näherbrachte. Sie kamen ca. 800 n.C. als Nomaden um sich hier niederzulassen. Zu Hoch-Zeiten lebten geschätzt 7k bis 8k Menschen hier. Der restaurierte Teil beträgt lediglich 10% der Gesamtfläche. Die meisten Überreste befinden sich rundum zwischen den großen Säulenkakteen. Auf einem der Hügel konnte man die verbliebenen Reste der Festungsanlage sehen und auf den anderen konnte man hinaufsteigen, um von oben die Ruinen zu betrachten. Die Anlage liegt super schön am Hang da die besser gestellten „Quilmes“ wohl weiter oben lebten als das gewöhnlich Fußvolk. Sie konnten den Incas trotzen, in dem sie mit ihnen Handel trieben und auch die ersten beiden Angriffe der spanischen Invasoren konnten sie abwehren. Beim Dritten im Jahr 1665 hatten sie allerdings keine Chance mehr gegen deren Schusswaffen und so wurden die meisten getötet oder an den „Río de la Plata“ nach „Buenos Aires“ ins Exil verbannt. Nur sehr wenige überlebten oder konnten sich in die umliegenden Berge retten. 😥 Wir überlegten kurz, hier eventuell in der Einöde zu übernachten. Entschieden dann aber letztlich doch, die noch verbleibenden 75 km bis nach „Tafí del Valle“ zu fahren. Es ging erneut entlang kurvenreicher Straßen über grasbewachsene Berge auf denen Nutztiere weideten. Wir kamen erst spät gegen 20 Uhr an unserem Ziel an, wo wir uns nach Übernachtungsgelegenheiten umschauten. Letztlich fanden wir ein ruhiges Plätzchen am zentral gelegenen Busbahnhof.

Frisch geputzte Räder 🚲
Die „Ruinas de Los Quilmes“
Was für eine tolle Lage! 😮
Die „Ruinas de Los Quilmes“
Ausgrabungen im dazugehörigen Museum

Am Samstagvormittag schauten wir uns in dem nicht wirklich sehenswerten Ort „Tafí del Valle“ um. Wir erkundigten uns bei der Touri-Info nach der Radtour, welche aus dem Ort hinaus die ganze Zeit über abschüssig am See vorbei und immer entlang des „Río de la Sosa“ geführt hätte. Leider konnte uns die Mitarbeiterin nicht sagen, ob die Möglichkeit bestünde die Räder am Ende die Tour in einen öffentlichen Bus zu packen um mit diesem wieder zum Ausgangspunkt zurück zu gelangen. So entschieden wir, auf Grund des starken Windes an diesem Tag, die Radtour sein zu lassen und fuhren stattdessen mit dem Van an den See. Dort wollten wir den restlichen Tag verbringen und auch übernachten. Prinzipiell wäre es sogar möglich gewesen dort zu angeln aber der niedrige Wasserstand machte das Fischen leider selbst vom Steg aus unmöglich. Wir parkten unseren Bus bestmöglich vor einer der vielen feststehenden Sitzgelegenheit um möglichst guten Windschutz zu haben. Plötzlich sah ich von der Bank aus ein uns gut bekanntes Auto auf den See zusteuern: Das französische Paar mit seinen beiden kleinen Kindern, welche wir zuvor bereits 3x an den verschiedensten Orten getroffen hatten. 😍 Und dass, obwohl die beiden eine völlig andere Route als wir verfolgen und mitunter wüsten Zick-Zack Kurs fahren. Sie kamen gerade aus Bolivien und waren nun erneut auf dem Weg nach Brasilien, um dort bei Bekannten die reparierte Drohne sowie Weihnachtspäckchen für die Kinder abzuholen. Apropos Drohne: Als wir „August“ von unserem Missgeschick und dem benötigten, aber nicht vorhandenen Werkzeug erzählten, kramte er kurzerhand in seinem Van und zauberte tatsächlich den 1mm Torx hervor. 😁 Mit diesem konnte Simon auch unsere Drohne wieder reparieren und wir hoffen, dass sie beim nächsten Test wieder richtig funktionieren wird. Leider konnten die Franzosen nicht über Nacht bleiben, sondern mussten wegen ihrer Wäsche wieder zurück in den Ort. Wir sind echt gespannt, wann und wo sich unsere Wege wohl wieder kreuzen werden. 😅 Als wir uns verabschiedet hatten rasierte mir Simon draußen auf der Wiese noch meinen under cut nach bevor ich mich unter die warme Dusche stellte. Die Haarwäsche war auch diesmal wieder längst überfällig… 🙈🙊🙉 Am Abend fuhr noch der lokale Dorf-Polizist vorbei und gab uns grünes Licht für die Übernachtung am See. Wenn etwas sein sollte oder wir ihn bräuchten, dann wäre er quasi in dem kleinen Häuschen um die Ecke oder wir sollten einfach den Notruf wählen. 👍 Danach machten wir aus unserem restlichen Pizzateig vom Vortag noch einmal drei leckere Pfannen-Pizzen und mit der restlichen Frischhefe setzte ich noch einen Brotteig für den kommenden Morgen an. Zur Feier des Tages (am 05.11. war unser sage und schreibe 25.ster Jahrestag ❤) hatte ich zum Essen unseren schönen Teelichthalter auf den Tisch gestellt. Leider übersah Simon diesen, als er gegen später den Tisch abwischte und fegte die Kerze dabei vom Tisch. Schöner Mist… Das Kerzenwachs hatte sich auf die diversesten Gegenstände verteilt und so durften wir erst einmal eine ganze Weile Wachs abkratzen. Zum Glück bekamen wir, bis auf die Kissenhülle, alles wieder sauber! Kerzen zünden wir ab sofort also, wenn überhaupt, nur noch im Freien an. 😕 Als kleine Entschädigung durften wir dann im Dunkeln noch einen herrlichen Blick über den See auf das gegenüber am Hang liegende, erleuchtete „Tafí del Valle“ genießen.

Frühstück mit herrlicher Aussicht
Mal wieder ein toller Stellplatz

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert, bitte nicht wundern!

NEW BLOG POST 🇦🇷 (22.10. – 29.10.2022) Laguna Blanca – Campo Alegre

Am Samstagmorgen brachen wir direkt in Richtung Grenze auf. Dort angekommen stoppten wir an der letzten Tankstelle auf paraguayischer Seite noch für ein schnelles Frühstück bevor wir uns in die Autokolonne einreihten. Es dauerte nicht ganz eine Stunde bis wir schlussendlich am Grenzposten angelangt waren. Dort stellten wir unseren Van ab und trabten zur paraguayischen „migración“ um dort unsere Pässe ausstempeln zu lassen. Praktischerweise befanden sich die argentinischen Behörden direkt in den Schaltern nebenan. Ich zeigte der freundlichen, hilfsbereiten Dame dort unseren „TIP“ (die temporäre Aufenthaltsgenehmigung für unser Fahrzeug) und glücklicherweise wusste sie auch direkt was zu tun ist. In kürzester Zeit stellte sie uns das Dokument für Argentinien aus und zu unserer Verwunderung darf unser Van sogar 180 Tage anstatt der üblichen 90 im Land verbleiben. Unseren paraguayischen „TIP“ gaben wir am dortigen Zollschalter einfach ab und zeigten dann letzten Endes noch bei der argentinischen „migración“ unsere Pässe vor. Wir prüfen alle Stempel und Dokumente stets sehr sorgfältig auf Richtigkeit aller Daten um bei der Ausreise später keine Probleme zu bekommen. Dabei fiel uns auf, dass wir keinen Stempel für Argentinien in unsere Pässe erhalten hatten. Auf meine Nachfrage hin teilte mir die Mitarbeiterin mit, dass die Daten nur elektronisch in ihrem System erfasst und wir deshalb keinen Stempel erhalten würden. Daraufhin erkundigte ich mich, zum Glück, nach der Aufenthaltsdauer woraufhin sie uns die eigentlich üblichen 90 Tage nannte. Ich entgegnete ihr daraufhin, verständlicherweise etwas irritiert, dass in dem Dokument fürs Fahrzeug aber von 180 Tagen und somit einer spätesten Ausreise am 19.06.2023 die Rede war. Sie zuckte mit den Schultern und meinte, dass sei nun einmal so. Fahrzeuge dürfen also 180 Tage im Land bleiben, Personen aber nur 90 Tage. Hätte ich nicht nachgefragt wären wir fälschlicherweise von einem längeren Zeitraum ausgegangen und hätten möglicherweise bei der Ausreise ernsthafte Probleme bekommen und/oder Strafe zahlen müssen. 😧 Man schickte uns zurück zum Van und bat uns mit den Fahrzeugpapieren vorzufahren. Die Zöllner wollten einen kurzen Blick in den Innenraum werfen bevor sie kurzerhand entschieden uns durch den Scanner zu schicken. Ein Beamter nahm unsere Papiere und stieg mit in unser Auto ein um gemeinsam mit uns bis zu dem großen Hightech-Gerät zu fahren. Man kann sich das Ganze wie die Koffer-Scanner am Flughafen vorstellen, nur eben viel größer für LKWs. Freundlicherweise zog man uns direkt vor und wir mussten uns nicht hinter die warteten Lastwagen einreihen. Der Röntgenprozess war kurz und schmerzlos und man ließ uns sogleich von dannen ziehen. Ich fragte den Zöllner, wonach sie denn hauptsächlich suchen würden und es ging wohl vor allem um Drogen. Nach dem also die erste große Hürde genommen war machten wir uns auf in das nahegelegene „Clorinda“ in der Hoffnung, dort eine „Western Union“ Filiale zu finden um die zuvor eingezahlten Euros zu einem ordentlichen Peso-Kurs zu erhalten. Die erste Niederlassung hatte allerdings geschlossen und so sprach uns direkt auf der Straße davor ein wirklich netter Schwarzmarkthändler an. Der von ihm angebotene Kurs war zwar deutlich besser als der reguläre der Banken aber wir lehnten dennoch dankend ab. Ich fragte ihn ob er zufällig wüsste, wann die „Western Union“ Filiale wieder öffnen würde. Mit Blick auf die Uhr meinte er nicht vor 16 Uhr (es war gerade erst kurz nach 13 Uhr) bzw. samstags möglicherweise auch gar nicht mehr am Nachmittag. Das Samstag war hatten wir natürlich überhaupt nicht auf dem Schirm. 🙄 Geschweige denn, dass deswegen irgendwelche Läden geschlossen haben könnten weil bis dato immer alle Geschäfte an jedem Wochentag offen hatten. Er zückte direkt sein Handy und meinte, er hätte einen Freund der ebenfalls eine „Western Union“ Zweigstelle betreiben würde und wollte dort freundlicherweise für uns nach den Öffnungszeiten fragen. Das Telefonat ergab, dass die Filialen alle Samstagsmittags schließen und erst Montagsmorgens wieder öffnen. Satz mit X das war wohl nix. 😕 Aber mal wieder ein tolles Beispiel für die großartige Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Menschen hier. ❤ So fuhren wir ohne Pesos in den Taschen weiter zur „Laguna Blanca“. Wir parkten im Schatten und liefen über die angelegten Holzbohlenstege bis zur großen Lagune. Das Wasser glitzerte herrlich im Sonnenlicht wenngleich es ziemlich trüb und baden auf Grund der Piranhas sowieso verboten war. Zu Simons Leidwesen war Angeln ebenfalls untersagt. Im Büro des Park-Rangers erkundigten wir uns nach den Campingmöglichkeiten und er sagte uns, dass wir sowohl hier als auch am anderen ca. 18 km entfernten Nationalparkeingang kostenlos übernachten könnten. Genauso hatte ich mir Argentinien hinsichtlich der Stellplatzmöglichkeiten vorgestellt. 😅 Wir unterhielten uns noch ein Weilchen über dies und jenes und als wir ihm den aktuellen Währungskurs zeigten war er sichtlich erschrocken und sehr enttäuscht von seinem Land und der hiesigen Regierung. Während sich, laut seiner Aussage, die Regierenden die Taschen vollstopften reicht es dem gemeinen Arbeiter gerade so zum Leben. An Reisen oder die Neuanschaffung eines Autos oder selbst nur Rollers ist da gar nicht zu denken. Umso größer war seine sichtbare Freude, dass trotz des sehr unattraktiven Währungskurses europäische Besucher den Weg in „seinen“ Nationalpark fanden was laut ihm nur max. 5x pro Jahr passieren würde. Nach dem netten Plausch und einem kurzen Nachmittagssnack entschieden wir, uns noch heute den anderen Stellplatz im selben Nationalpark anzuschauen. Wir fuhren die Piste zur Landstraße zurück um kurz darauf erneut auf eine staubige Piste einzubiegen. Zu unserer Verwunderung endete unsere Fahrt aber, entgegen den Angaben des Rangers, an einer geschlossenen Schranke. Also parkten wir dort und liefen die letzten zwei Kilometer zu Fuß. Wir waren von einem riesigen Palmenhain umgeben und sahen noch einen schönen, großen Waran über den Weg flitzen. Am eigentlichen Parkeingang fanden wir ein verlassenes Gebäude sowie leere Park- bzw. Campflächen vor und mehrere offene Fahrzeuge der Parkverwaltung mit steckendem Schlüssel. 😦 Es war weit und breit niemand zu sehen und der weitere Weg bis zum Parkende wäre noch 16 km weiter gegangen. So machten wir kehrt und liefen in Richtung Van zurück. Dummerweise mal wieder zur besten Dämmerungszeit und somit in wirklich unvorstellbar großen Moskito-Schwärmen. 🦟 Trotz Mückenspray fielen die Biester regelrecht über uns her und leider kam auch eine nicht zu verachtende Anzahl beim Einsteigen in den Bus mit ins Innere. Wie gut, dass unsere Decke und alle Wände weiß sind! So konnten wir die Plagegeister immerhin gut ausfindig machen und ich lüge nicht wenn ich sage, dass wir zwischen 40 und 50 erschlagen haben. Wir kochten noch ein leckeres one-pot Gericht in unserem „Omnia“ Backofen und hatten zu unserer eigenen Überraschung eine sehr ruhige Nacht ohne weitere Stiche.

Laguna Blanca
Stellplatz im Palmenhain 🌴
Unser erster Nationalpark 🏞 in Argentinien

Die folgenden zwei Tage hieß es Strecke machen: Wir teilten uns die rund 1.100 km bis „San Salvador de Jujuy“ im Nordwesten Argentiniens in zwei Etappen ein und dank der topfebenen sowie kerzengeraden Landstraße waren dies unsere bis dato besten Fahrtage. Noch dazu sank der Dieselverbrauch auf unter 10 Liter. 👍 Wenngleich die Landschaft wenig abwechslungsreich war. Zu Beginn war es noch richtig saftig grün um uns herum aber mit jedem weiteren Kilometer wurde es etwas trockner und immer heißer. 🥵 Am Straßenrand begegneten uns immer wieder die verschiedensten, frei herumlaufenden Nutztiere: Von Rindern über Pferde bzw. Esel bis hin zu Schafen, Ziegen und Schweinen war alles dabei. Wem oder wohin die Tiere allerdings gehören sollen blieb uns ein Rätsel da weit und breit weder Häuser noch Ortschaften zu sehen waren. Die Temperaturen lagen tagsüber über 35 Grad was das Fahren im (während der Fahrt) klimatisierten Bus noch angenehmer machte. Nach den ersten gut 500 km stoppten wir an einer größeren Tankstelle, welche etwas abseits der Landstraße lag, und verbrachten dort sowohl den Nachmittag im Schatten als auch eine ruhige Nacht.

Über 1.000 km immer geradeaus 😳

Am nächsten Morgen ging es nach einem Schluck Kaffee direkt weiter. Aus welchem Grund auch immer gibt es hier in Argentinien alle paar hundert Kilometer Polizeikontrollen auf der Strecke. Meistens wurden wir nur nach Herkunfts- und Zielort gefragt und durften dann weiterfahren aber einmal wollten sie auch unsere Fahrzeugpapiere und Simons Führerschein sehen. 🤷‍♀️ Am Montagnachmittag kamen wir dann in „Jujuy“ an und machten uns dort auf die Suche nach einer „Western Union“ Niederlassung um an argentinische Pesos zu gelangen. Wir hatten uns zuvor im Internet diverse Filialadressen herausgesucht und was soll ich sagen: Direkt bei der Ersten hatten wir Glück! 🤗 Wir hatten testweise nur einen kleineren Betrag von 200 € online gesendet. Dieser konnte uns ohne Probleme direkt vor Ort, nach Vorlage einer Passkopie welche dort verbleibt und Nennung der Transaktionsnummer, zu einem exzellenten Wechselkurs ausbezahlt werden. Wie das Ganze funktioniert ist uns bis dato zwar noch schleierhaft aber Fakt ist, dass wir auf diesem Wege an doppelt so viel Geld gelangen als wenn wir es am Bankautomaten abheben oder mit der Kreditkarte bezahlen (1 € = 299 anstatt 150 Pesos bei der Bank). Somit kostet uns der Liter Diesel nur noch 75 Cent anstatt der ansonsten happigen 1,50 €. 🤩 Und da uns der nette junge Mann am Schalter freundlicherweise zu verstehen gab, dass er im Moment über noch mehr Pesos verfügte schoben wir direkt eine zweite Transaktion hinterher. 😀 Da mittlerweile schon fast 18 Uhr war entschieden wir, das archäologische Museum erst auf dem Rückweg von „Humahuaca“ zu besuchen und stattdessen lieber zügig die Stadt zu verlassen um den auserkorenen Stellplatz anzusteuern. Dieser lag rund 50 km außerhalb am Friedhof von „Puramarca“ und wir kamen noch bei Tageslicht an so dass wir die sensationelle Kulisse um uns herum noch in Augenschein nehmen konnten. Das Kopfsteingepflasterte Dörfchen mit seinen Lehmhäusern liegt eingekesselt von bunten Hügeln in einem schmalen Tal. Die eine Bergseite ragte direkt hinter unserem geparkten Van empor und die untergehende Sonne lies noch gut die vielen verschiedenen Farben erkennen. Und als es dann dunkel wurde tat sich ein wahnsinnig schöner Sternenhimmel über uns auf. 🤩

Unser Stellplatz in „Puramarca“
Hier gab es viele lehmverputzte Häuser…
… und buntes Kunsthandwerk

Für den kommenden Tag hatten wir eine Wanderung zu einem Aussichtspunkt auf dem Berggipfel ins Auge gefasst. Wir waren, für unsere Verhältnisse relativ früh, bereits um kurz nach 7 Uhr wach und so konnten wir nach dem Frühstück zeitig aufbrechen. Nach der Hitze der vergangenen Tage freuten wir uns sehr über den sehr angenehmen, teils böigen Wind und die für diesen Dienstag gemeldeten 24 Grad. Unser Stellplatz befand sich quasi direkt am Ausgangspunkt des Weges und so konnten wir direkt vom Van aus in Richtung Gipfel starten. Die Karte auf „maps.me“ zeigte rund 500 zu überwindende Höhenmeter an – na das kann ja was werden! 😅 Es ging direkt steil und in schmalen, engen Serpentinen bergauf und der Pfad war über und über mit Steinen und Schiefersplittern bedeckt. Beim Aufstieg hatte ich tatsächlich größere Bedenken, ob bzw. wie ich wieder nach unten gelangen soll. 🙈 Vor allem weil es neben dem Trampelpfad wirklich extrem steil nach unten ging. Wie so oft waren diese aber unbegründet und ich kann schon jetzt vorweggreifen, dass wir wieder gut und unbeschadet unten angekommen sind. Wir genossen eine herrliche Aussicht auf das Tal, die umliegenden Berge die in den buntesten Facetten schimmerten und erfreuten uns an den riesengroßen Säulenkakteen die auf den Hängen wuchsen. Alles in allem dauerte unsere Wanderung knapp 5 Stunden in welchen wir 10 km und stolze 647 Höhenmeter bewältigt haben. 💪 Entsprechend hungrig gingen wir auf dem Rückweg ins Dorf und fanden dort bei einer Straßenverkäuferin günstige, gegrillte und verschieden gefüllte Tortillas. Wir verzehrten diese im Schatten der Bäume am Dorfplatz und beobachteten das bunte Treiben um uns herum. Im ganzen Ort und rund um den Dorfplatz wird schönes und sehr farbenprächtiges Kunsthandwerk verkauft. Vor allem die bunten Decken und Schals welche man u.a. aus dem nahegelegenen Bolivien kennt. Nach unserem Mittagssnack schlenderten wir durch die Gässchen und gönnten uns noch ein leckeres Eis am Stiel. 🍦 Mittlerweile stach nämlich auch hier die Sonne ganz schön vom Himmel und ich musste zu meinem Leidwesen feststellen, dass ich mich rund um den (zum Glück halsnahen) Ausschnitt meines T-Shirts mal wieder übel verbrannt hatte. Leider hatte ich nur mein Gesicht eingecremt. 😰

Es ging steil bergauf 🥵
Die atemberaubende Aussicht ins Tal 😍
Und auf die bunten Berge ⛰
Die wohlverdiente Stärkung 😅
Eis geht immer 😃

Auch am Mittwoch waren wir wieder zeitig wach und genossen die frisch gebackenen, selbst gemachten Brötchen zum Frühstück. Zuvor hatten wir bereits auf dem „Paseo de los Colorados“ eine kleine Morgenrunde gedreht. So früh am Morgen waren die Temperaturen hier auf über 2.000 Metern Höhe noch sehr angenehm und die Sonne stand noch nicht so hoch am Himmel. Wir konnten auf dem angelegten Rundweg noch einmal gut die verschiedensten Blickwinkel auf die bunten Berge um uns herum genießen. 😍 Nebenbei wunderten wir uns über so manch andere Touristen, welche die nicht einmal 3 km lange Strecke mit dem Auto fuhren oder sich sogar im Mini-Van fahren ließen um nur für kurze Fotostopps aus ihren Fahrzeugen zu hüpfen. 😅 Anschließend fuhren wir in das kleine, schmucke Dörfchen „Tilcara“ wo es ebenfalls viele lehmverputzte Häuser gab. Auf dem hiesigen Markt konnten wir schönes Obst zu günstigen Preisen ergattern bevor wir weiter in die Stadt „Humahuaca“ fuhren. Diese gefiel uns weniger gut und bot außer einem ziemlich großen, protzigen Heldendenkmal, der üblichen Kirche und der „Plaza“ mit dem bereits bekannten Kunsthandwerkströdel nicht viel Sehenswertes. Im Reiseführer hatten wir jedoch von Restaurants gelesen welche mitunter Lama auf der Speisekarte hatten und tatsächlich fanden wir ein sehr nettes Lokal. Simon bestellte sich ein Mittagsmenü bestehend aus einer Empanada de Queso, geschmortem Lama mit Reis und Anden-Kartöffelchen sowie einem mit Dulce de Leche gefüllten Pancake zum Nachtisch (Preis ca. 4 €). Mein Hunger war noch nicht so groß und so entschied ich mich für das kleinere Mittagsmenü für schlappe 2,50 € welches eine Empanada de Carne, eine Humita (ein vegetarischer Eintopf aus Kürbis, Mais und Käse) sowie ein Getränk enthielt. 😋 Wir gönnten uns noch einen Espresso bevor wir uns erstmals aufmachten um mit unserem Van auf über 4.000 Meter zu fahren. Ziel war der „Mirador del Hornocal“ auf 4.350 Meter Höhe von wo aus man einen fantastischen 360° rundumblick auf die bunten Berge haben soll. Die Straße führte direkt als Schotterpiste aus der Stadt hinaus und es ging stetig bergauf, mitunter auch durch sehr scharfe Haarnadelkurven. Ungefähr 5 km vor dem Ziel und somit dem höchsten Punkt ging die Motorwarnleuchte an und meldete „Motor zu heiß“. Natürlich stoppten wir sofort am Straßenrand und zu unserer Erleichterung kochte das Kühlwasser noch nicht. Anscheinend gibt unser Van also rechtzeitig Bescheid. 👍 Wir gaben dem Motor ausreichend Zeit zum Abkühlen und nutzten die erzwungene Pause um den Ersatzkanister unter dem Auto hervorzuholen und die 20 Liter Reserve in den Tank zu füllen. Blöderweise hatte die Tankstelle in „Humahuaca“ keinen Diesel und wir hatten es in Jujuy vor lauter „Western Union“ und der damals einsetzenden Dämmerung leider versäumt noch einmal voll zu tanken. 😟 Als die Temperaturanzeige grünes Licht gab setzten wir unseren Weg fort und kamen ohne weitere Zwischenfälle am Kontrollposten an. Da die Öffnungszeiten dort mit 10-18 Uhr angeschlagen waren und es bereits nach 17 Uhr war entschieden wir, erst am kommenden Morgen die Schranke zu passieren. Der wachhabende Mann teilte uns nämlich mit, dass wir keinesfalls drinnen auf dem Parkplatz übernachten dürften weil er das aus Sicherheitsgründen ansonsten der Polizei melden müsste. Vom Auto aus konnten wir jedoch bestens beobachten, dass auch nach 18 Uhr noch Fahrzeuge von ihm hineingelassen wurden und sich der Mann kurz darauf in den Feierabend verabschiedete. Obwohl die Schranke noch offen und noch nicht alle wieder zurückgekehrt waren. 🤷‍♀️ So blieb die Schranke dann auch weiter geöffnet. Wir wollten jedoch keinen Ärger riskieren und blieben daher auf dem Platz direkt davorstehen und verbrachten dort auch die Nacht.

Passe ich farblich nicht perfekt ins Bild?! 😅
Mittagessen in „Humahuaca“
Leckere Empanadas 😋
Auf 25 km Strecke galt es über
1.000 Höhenmeter zu bewältigen 😱
Vor der Einfahrt verbrachten wir die Nacht

Unsere erste Nacht auf über 4.000 Meter Höhe war eher schlecht. 😟 Simon hatte den ganzen Tag über schon über Kopfschmerzen geklagt und die Höhe verschlimmerte diese noch weiter. Mir ging es abends bei unserer Ankunft soweit noch gut aber auch ich bekam in der Nacht dann Kopfschmerzen. Leider ein häufiges Symptom in derartigen Höhen. Kurioserweise konnten wir auch noch anderweitige Auswirkungen des veränderten Luftdrucks feststellen. So blähte sich beispielsweise der Aluminiumdeckel vom Joghurt heftig auf wohingegen sich unsere leeren Hartplastikwasserflaschen zusammenzogen. Die Cremeflaschen blähten sich ebenfalls auf und der Click-Lock Deckel unserer Vorratsbox erzeugte ein Vacuum. 😯 Zum Glück bekam aber keiner von uns ernsthafte Probleme wie Herzrasen oder Nasenbluten. Ansonsten hätten wir postwendend wieder nach unten fahren müssen. Außerdem wurde es nachts bei sternenklarem Himmel in dieser Höhe bitterkalt und so schliefen wir mit Leggings und Fleecejacke an. Die Standheizung war auf Grund unserer knappen Dieselvorräte keine Option. 🥶 Ich hatte, zumindest gefühlt, fast die ganze Nacht wachgelegen und war entsprechend gerädert morgens. Unsere Kopfschmerzen trugen nicht gerade zum besseren Befinden bei aber unsere Laune stieg urplötzlich, als Simon beim Pinkeln draußen eine kleine Herde „Vicunyas“ entdeckte. Die Tiere grasten friedlich direkt vor unserem Van und wir konnten uns bis auf wenige Meter heranpirschen. 😍 Auch die Sonne schien bereits wieder von einem azurblauen, wolkenlosen Himmel und wärmte sowohl uns als auch das Innere unseres Van schnell auf. Wir frühstückten noch gemütlich um dann die letzten 200 Höhenmeter bis zum Parkplatz hinaufzufahren. Dort angekommen parkten wir schlussendlich auf 4.380 Meter Höhe. 😮 Von dort aus führten zwei Wanderwege zu verschiedenen Aussichtspunkten und was soll ich sagen: Der Blick auf die bunt marmorierten Berge war tatsächlich fantastisch. Dafür hat sich die schlechte Nacht definitiv gelohnt! Wir genossen die herrliche Aussicht und schossen etliche schöne Fotos bevor wir uns auf den Rückweg ins Tal machten. 25 km später waren wir wieder in „Humahuaca“ auf nur noch rund 3.000 Meter Höhe angekommen. Wir fuhren non-stopp weiter da wir dringend tanken mussten. In „Tilcara“ kamen wir an einer Tankstelle vorbei welche wir am Vortag wohl beide völlig übersehen hatten. 🙈 Vor dieser befand sich aber eine lange Schlange an wartenden Autos und laut Aushang müssten ausländische Kennzeichen für den Diesel auch noch einen Zuschlag bezahlen. Die Tankanzeige gab grünes Licht für die restlichen 100 Kilometer bis „Jujuy“ und so entschieden wir direkt bis in die Stadt zu fahren. Dort angekommen tankten wir sowohl unseren Bus als auch den Ersatzkanister voll und füllten an einem Supermarkt außerdem unsere Lebensmittelvorräte wieder auf. Dank unseres guten Wechselkurses war der Einkauf auch wirklich preiswert. 👍 Unser Weg führte uns noch ca. 75 km weiter über zum Teil enge Serpentinensträßchen bis zu einem kleinen See Namens „Campo Alegre“ (übersetzt „glückliches Land“). Zwischenzeitlich waren die Kopfschmerzen wieder schlimmer geworden und die kurze Nacht steckte uns zudem noch in den Knochen. Umso erleichterter waren wir, als wir nach einigem Suchen dann doch noch einen Stellplatz am Wasser fanden. Dieser befand sich auf einem Zeltplatz und der Inhaber verlangte für die Nacht gerade einmal 0,50 € pro Kopf. 😲 Das weitläufige Gelände war wirklich ein Traum: Vor uns lag der kleine See, umgeben von großen grünen Weideflächen auf denen Pferde, Kühe sowie Schafe grasten. Das Ganze umrahmt von den grünen Bergen auf der einen und den schroffen kahlen roten Andenausläufern auf der anderen Seite. Eine Kulisse die man schöner nicht hätte malen können. ❤ Das Abendessen fiel mehr oder weniger flach und wir dafür bereits um 21 Uhr in die Kissen. 😅

Eine kleine Herde Vicunyas direkt vor unserem Van
Was für eine Farbenpracht
Die Anstrengung hat sich gelohnt 👍🏻

Wir schliefen tatsächlich bis 9 Uhr morgens und verbrachten den Tag auf dem herrlichen Gelände. Nach einem kurzen Morgenspaziergang frühstückten wir und nahmen uns vor heute unser Auto gründlich von all dem Staub der letzten Tage zu befreien. Diesmal war außer dem Wohn- auch der Fahrbereich zu putzen und so teilten wir die Arbeit fair auf. 😂 Simon baute außerdem auch den Luftfilter zur Reinigung aus wobei dieser tatsächlich weniger verdreckt war als erwartet. Nachmittags gab es zur Belohnung fluffige Pancakes mit Obstsalat und nach dem das Auto zumindest innen wieder glänzte begaben auch wir uns schlussendlich unter die längst überfällige Dusche. 🙈🙉🙊 Den Rest des Tages genossen wir die wunderschöne Aussicht um uns herum. Ich recherchierte noch ein wenige im Reiseführer die Route für die kommenden Tage und Simon freute sich wie ein König über die Leistung unserer Solaranlage. 😂 Wir erwärmten an diesem Tag zweimal das Wasser im Boiler zum Duschen und luden wirklich ALLE verfügbaren Elektrogeräte (vom Laptop bis hin zur Zahnbürste und den Kopfhörern) wieder vollends auf und die Stromanzeige stand am Ende des Tages immer noch auf 100%. An diesem Tag produzierten wir sage und schreibe 1,6 Kilowattstunden. Seitdem wir die Solar-Panels installiert haben leisten diese hervorragende Dienste und auch während unserer nun schon dreimonatigen Südamerika-Reise hatten wir noch nie Schwierigkeiten mit dem zur Verfügung stehenden Strom. 👍

Chillen in herrlicher Umgebung
Hier bleiben wir zwei Tage!
Pferde, Kühe, Schafe, Hunde – alles da

Da wir am Vortag dann doch mehr gearbeitet hatten als wir eigentlich wollten und der Platz wirklich ein herrliches Fleckchen Erde war beschlossen wir hier noch einen Ruhetag einzulegen. Wir schliefen erneut aus und nach dem Morgenkaffee liefen wir eine große Runde über das Gelände sowie entlang des Seeufers. Bereits gestern konnten wir während unseres Spaziergangs eine ca. 120 cm lange, dunkel gezeichnete Natter entdecken und auch heute sahen wir wieder eine noch Schönere mit helleren, gezackten Schuppen. Wir chillten in unseren Campingstühlen im Schatten unserer mit Sturmbandset befestigten Markise wobei der Wind an diesem Tage deutlich heißer war als am Vortag. 🥵 Um uns herum tobten die jungen Fohlen und auch zwei Kiter waren am Ufer bei ihren Trockenübungen zu beobachten.

Traumhafter Sonnenuntergang 🌅
über den Andenausläufern
Ohne Worte… 🥰🥰🥰

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert, bitte nicht wundern!

NEW BLOG POST 🇵🇾 (17.10. – 21.10.2022) Yaguarón – Asunción

Am Montagmorgen machten wir uns nach 4 schönen Tagen in „Encarnación“ auf in Richtung „Yaguarón“. Die Kleinstadt lag auf direktem Weg in Richtung der Hauptstadt und laut Reiseführer befindet sich dort die schönste Kirche Südamerikas. Die Landstraße war sehr gut befahrbar und so schafften wir die 350 km locker bis zum frühen Vormittag. Wir parkten unseren Van direkt an dem Straßenquadrat welches die große und vor allem lange Kirche umgibt. An deren Eingangstor angekommen mussten wir allerdings feststellen, dass das Gotteshaus an diesem Tag geschlossen hatte. Wir unterhielten uns kurz mit einem Einheimischen welcher sagte, dass am gestrigen Sonntag offen gewesen wäre und er wüsste auch nicht warum montags zu sei. Er empfahl uns noch auf den „Cerro“ zu gehen, einem Aussichtspunkt auf einem nahegelegenen Hügel. Trotz ganz leichtem Nieselregen und grauem Himmel machten wir uns zu Fuß auf den Weg dorthin um uns nach der langen Fahrt noch ein wenig die Beine zu vertreten. So konnten wir uns auch gleich noch einen Überblick über das überschaubare Örtchen verschaffen. Am Fuße des Hügels angekommen wurden wir von einem Parkplatzwächter empfangen welcher nicht nur die Parkgebühr kassierte, sondern auch für den Zutritt zum Hügel ein paar Guaraní verlangte. Der Betrag war zwar verschwindend gering aber auf Grund des nicht so schönen Wetters und der Tatsache, dass wir ja nur einen kleinen Spaziergang machen wollten sahen wir davon ab und liefen zum Bus zurück. An diesem Platz verbrachten wir dann auch eine sehr ruhige Nacht. 🛌

Kirche ⛪️ in Yaguarón

Morgens waren wir bereits von diversen anderen, parkenden Fahrzeugen umringt und ernteten viele neugierige Blicke sowie unzählige nette Komplimente. 😍 Wir liefen noch einmal zum Kircheneingang und heute hatten wir Glück. Von außen wirkt diese wirklich vollkommen unspektakulär, lediglich der Glockenturm aus Holz stellt eine Besonderheit dar. Aber im Inneren ist die Kirche wirklich sehr prunkvoll. Die Deckenpfeiler sowie die gesamte Decke sind aus Holz, mit Schnitzereien verziert und prachtvoll bunt bemalt. Wir fühlten uns rein von der Konstruktion im Inneren eher an die große Halle von „Ragna“ in der Serie „Vikings“ erinnert. 😅 Ein älterer Herr begrüßte uns und schaltete freundlicherweise die Altarbeleuchtung ein. Auch dieser war sehr prachtvoll in Gold und Grün gestaltet, mit unzähligen Figuren von denen jede ihre Bedeutung hat. Auf die Ausführungen verzichte ich hier aber es war interessant zu erfahren, dass all die bunten Gemälde von Guaraní Indianern unter Anleitung der Franziskaner im 17. Jahrhundert gefertigt wurden. 😯 Nach einem kurzen, mal wieder nötigen „Hausputz“ fuhren wir los ins nahe gelegene Kolonialstädtchen „Areguá“. Wir stellten unseren Van an einem Supermarktparkplatz in der Nähe des Zentrums ab und erkundeten dieses zu Fuß. Vom Kirchenvorplatz aus auf dem Hügel konnten wir einen Blick auf den nahegelegenen „Lago Ypacaraí“ erhaschen. Wir spazierten weiter zu einem anderen Aussichtspunkt und von dort aus bergabwärts in Richtung Seeufer. Dort konnten wir keinen direkten Zugang finden außer den am öffentlichen „Playa Municipal“. Camping wäre dort in den Sommermonaten wohl auch möglich wobei uns nur rein interessehalber der Preis interessiert hätte. Für 10.000 Guaraní (ein paar Cent) durfte man auch als Fußgänger auf das Gelände und so kamen wir auf diesem Wege doch noch an den See heran. Der weitläufige Park war mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet: Spielplatz, Fußballplatz, Grillstelle, Spazierwege und ein Steg der bis über den Rand des Wassers führte. Auf diesem angelangt erkannten wir dann auch, warum wir keinen Zugang zum See finden konnten. Anders als auf der Karte eingezeichnet befindet sich hier nämlich kein Strand, sondern nur Sumpf am gesamten Ufer. Wir genossen noch ein wenig die Aussicht und machten uns dann auf den Rückweg zum Van um direkt weiter in einen Vorort von „Asunción“ zu fahren. Wir hatten in der „iOverlander App“ von einem schönen Stellplatz bei einem deutschen Ehepaar gelesen und diesen wollten wir uns gerne genauer ansehen. In der Hauptstadt selbst dürfte es fast unmöglich sein frei sowie sicher zu stehen. Als wir nach kurzer Fahrt dort ankamen sahen wir bereits einen großen Camper mit französischem Kennzeichen auf der Grünfläche stehen. Wir klingelten und wurden kurz darauf von dem recht wortkargen Sohn der deutschen Auswanderer empfangen. Der Preis von 10 € pro Tag für uns beide überzeugte uns jedoch und so parkten auch wir unseren Bus in dem großen, grünen Vorgarten vor deren Wohnhaus. Dusche und Toilette für Campinggäste befinden sich in dem alten Stallgebäude und sind entsprechend wenig schick und etwas muffig aber zumindest sauber. Und der große Pluspunkt, weswegen wir den Platz mitunter auch angesteuert hatten: Wir konnten hier auch für rund 3 € pro Ladung deren Waschmaschine nutzen und alleine diese Tatsache war schon fast das Geld wert. Im Garten hinter dem Haus befand sich außerdem noch ein schöner Pool in welchem wir uns nach dem heißen Tag und der vielen Lauferei sogar noch erfrischen konnten. 🤽‍♀️ Die Besitzer scheinen außerdem sehr Tierlieb zu sein denn hier gibt es unter anderem mehrere Volieren mit schönen Papageien, zwei Hunde, zwei Katzen, zwei Pferde und ich weiß nicht was sonst hier noch alles so kreucht und fleucht. 😅

Kirche ⛪️ in Areguá
Lago Ypacaraí
Lago Ypacaraí

Blöderweise hatten wir vorab nicht den Wetterbericht gecheckt und stellten dann erst auf dem kostenpflichten Stellplatz fest, dass für die beiden kommenden Tage jeweils durchweg Gewitter gemeldet waren. Nicht die besten Aussichten für unsere Stippvisite in der Hauptstadt. 😣 Dafür gab es hier gutes und schnelles WLAN und Regentage sind für uns derzeit eine willkommene Abwechslung, um an den zeitaufwendigen YouTube Videos und am Blog zu arbeiten. Außerdem konnten wir sogar noch ein paar Serienfolgen streamen. 👍 Neben der Arbeit an den Laptops kümmerten wir uns um unsere zwei Waschladungen Schmutzwäsche und ich habe zum ersten Mal im Omnia ein Brot gebacken. Ist auf Anhieb perfekt gelungen, wenngleich es auch wegen dem Loch in der Mitte mehr nach einem überdimensionalen Bagel aussieht. 😅 Wir unterhielten uns noch sehr nett mit einem weiteren Paar aus Deutschland welches derzeit ebenfalls auf dem Gelände der beiden Deutschen in deren Bungalow für Feriengäste wohnt. Sie erzählten uns, dass sie hier für mehrere Wochen quasi probeleben und sich nebenbei die Papiere für eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis in Paraguay mit Hilfe von der Hausherrin, welche auch als Einwanderungshelferin fungiert, besorgen. Und das obwohl sie sich nach längerer Zeit hier eigentlich gar nicht wohl fühlen. 😲 Simon und ich merkten sofort anhand ihrer Ausführungen, dass sie bis dato wohl noch nie außerhalb Europas unterwegs waren und dem war auch so. Entsprechend schockiert waren sie mitunter von den hiesigen Lebensumständen und den örtlichen Gegebenheiten. Verständlicherweise denn für uns Europäer ist es anfangs natürlich ungewohnt, Toilettenpapier z.B. auf Grund des schlechten Abwassersystems nicht in der Toilette, sondern im Mülleimer daneben zu entsorgen. Von schlechten Gehwegen, Schlaglöchern, mangelnden Verkehrsregeln etc. einmal ganz abgesehen. Trotz allem wollten sie die Aufenthaltserlaubnis für sich und ihren jüngsten Sohn gerne haben um für alle etwaigen Negativentwicklungen in Europa gewappnet zu sein.

Zum ersten Mal auf einem kostenpflichtigen Stellplatz
Mit Pool 😎
Es war mal wieder Zeit zum Wäsche waschen 🧼
Ausgiebig Serien schauen konnten wir auch 😅
Unser erstes Brot 🍞 im „Omnia“ ist auch gelungen 👍🏻

Nach dem wir uns während der zwei Regentage in unserem gemütlichen, kleinen Eigenheim eingeigelt hatten freuten wir uns am Freitag über den angekündigten Sonnenschein am Morgen. Rasch packten wir unsere sieben Sachen zusammen und verabschiedeten uns vom freundlichen Hausbesitzer. Wir fuhren von dort aus direkt bis ins Zentrum der Hauptstadt „Asunción“ wo wir ein im Reiseführer genanntes Hotel ansteuerten. Es hieß, dass Overlander dort herzlich willkommen wären und man auf dem Hotelparkplatz gegen Umsatz in deren Restaurant parken und nächtigen könnte. Das erwies sich leider als Falschinfo und so zogen wir ohne Stellplatz wieder von dannen. Wir steuerten weiter in Richtung Zentrum in der Hoffnung, dort einen bewachten und vor allem nicht überdachten Parkplatz zu finden. Auf dem Weg kamen wir an einer großen Filiale unserer Lieblingssupermarktkette „Super Seis“ vorbei und wir entschieden spontan auf dem Parkplatz zu parken. Der Parkwächter hatte auch überhaupt keine Einwände gegen unser Vorhaben, von hier aus mit den Rädern die Stadt zu erkunden und bei Rückkehr noch im Supermarkt einzukaufen. Im Gegenteil, er wollte sogar gleich noch ein Selfie mit uns beiden Reisenden aus Deutschland als Beweis. 😅 Von dort aus waren es noch rund 5 km mit dem Fahrrad in die Stadt. Allerdings immer entlang der Hauptverkehrsstraßen und diesmal leider ohne Fahrradweg aber wir haben die Fahrt gut überstanden. In relativ kurzer Zeit konnten wir uns so mal wieder einen Überblick über das Stadtzentrum verschaffen. Wir kamen am Eisenbahnmuseum, dem Regierungssitz, dem Kulturzentrum, der Kathedrale, der „Costanera“ am „Rio Paraguay“ sowie an dem wahnsinnig weitläufigen Markt vorbei. Analog zu asiatischen Märkten gab es hier wirklich alles: Obst, Gemüse, Fisch, Gewürze, haltbare Lebensmittel wie z.B. Öl aber auch Haushalts- und Elektroartikel sowie selbstverständlich Schuhe und Bekleidung. Auf dem Rückweg zum Van hielten wir noch an 2-3 Bankfilialen an bis wir eine ausfindig machen konnten, bei der wir am Geldautomaten paraguayische Guarani abheben konnten um sie im Anschluss am Schalter direkt in USD zu wechseln. Da wir morgen für längere Zeit nach Argentinien weiterreisen möchten und dort aktuell zum x-ten Male die Währung verfällt, benötigen wir die USD als harte Währung um sie auf dem „blue market“ (Schwarzmarkt) in Argentinien in Pesos tauschen zu können. Ebenso hoffen wir, dass das Geld senden und abheben über „Western Union“ gut funktionieren wird. Den Tipp hatten wir im „Pantanal“ von anderen Reisenden erhalten. Im Gegensatz zum Geldautomaten oder zur Kreditkartenzahlung erhält man bei den „Western Union“ Filialen sowie auf dem Schwarzmarkt fast den doppelten Betrag. Nach dem geglückten Projekt Geldwechsel deckten wir uns, wieder am Supermarkt angekommen, noch für die nächsten Tage mit Vorräten ein. Schließlich wissen wir bis dato nicht wann, wie und wo wir in Argentinien an die benötigten Pesos gelangen werden. 🙈 Da wir außerdem gehört hatten, dass es zumindest in den vergangenen Monaten eine schlimme Dieselkrise in Argentinien gegeben hatte die viele LKWs und Reisende für mehrere Tag zum Stillstand zwang, tankten wir noch voll und füllten erstmals auch unseren 20 Liter Zusatzkanister auf. Den Grenzübertritt schafften wir allerdings nicht mehr da es mittlerweile schon kurz vor 18 Uhr war. So entschieden wir zwar etwas missmutig, aber vernünftig, noch einmal zu unserem vorherigen Stellplatz bei dem deutschen Paar zurückzufahren. Wobei wir mittlerweile keine Guarani mehr hatten um für die Unterkunft zu bezahlen. 😣 So kam uns die 24h Tankstelle am Flughafen, welche wir im sehr zähen Feierabendverkehr auf unserem Weg dorthin entdeckten, mehr als gelegen. Kurzerhand warfen wir unseren Plan erneut über den Haufen und entschieden dort zu kochen und zu nächtigen.

Stippvisite in der Haupstadt
Regierungspalast
Kathedrale
Helden Denkmal
Costanera am Rio Paraguay

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert, bitte nicht wundern!

NEW BLOG POST 🇵🇾 (10.10. – 16.10.2022) Ciudad del Este – Encarnación

Der Start in den Montagmorgen war eher suboptimal. Wir hatten, mal wieder, viel zu lange geschlafen und wachten erst gegen 09:00 Uhr morgens auf. Vielleicht war dies auch dem Gewitter und dem Regen in der Nacht geschuldet weswegen wir immer wieder kurz aufwachten. Als ich dann den Kühlschrank öffnete, um die Milch für den Kaffee herauszuholen, lief mir erst einmal der Fleischsaft von dem gefrorenen Hackfleisch welches wir gestern (mangels frischer Alternativen) gekauft hatten entgegen. Na toll… Die Abtropfschale unseres Gefrierfaches, in welche wir um regelmäßige Überschwemmungen im Kühlschrank zu vermeiden ein Lappen hineingelegt haben, triefte ebenfalls davon. 😤 So fängt der Tag doch gleich mal gut an und kann ja eigentlich nur besser werden. Nach dem wir gefrühstückt hatten machten wir uns dann die wenigen Kilometer auf zur Grenze wo wir uns in die Blechlawine einreihten. Glücklicherweise ging es recht zügig voran und das Ausreiseprozedere auf der brasilianischen Seite verlief ebenfalls reibungslos. Wir stempelten bei der „migracion“ unsere Pässe aus und wurden dann weiter zur Bundespolizei geschickt, um dort unseren „TIP“ (die Aufenthaltsgenehmigung für unseren Van) entwerten zu lassen. Die Dame dort schaute uns ziemlich verwundert an und meinte, wir wären heute schon die zweiten Deutschen hier. Beste Grüße an der Stelle also noch einmal an Lydia & Ju, die uns wohl einige Stunden zuvor den Weg geebnet hatten. Auf der paraguayischen Seite schrieb der Grenzbeamte nämlich von ihrem Papier ab. 😅 Innerhalb von ca. 2 Stunden hatten wir dann auch beide Grenzen passiert und durchquerten die wenig schöne und sehr wuselige Grenzeinkaufsstadt „Ciudad del Este“ ohne Stopp. Wir fuhren direkt bis zum Naturreservat „Tati Yupi“ in der Nähe des Staudamms „Itaipu“ weil wir gelesen hatten, dass man dort kostenlos in schönstem Grün mit allen Annehmlichkeiten (BBQ, Sanitäranlagen & Duschen) direkt am „Rio Paraná“ campen könnte. Leider wurde uns die Einfahrt auf Grund der schlechten Straßenverhältnisse und des vielen Regens in den letzten Tagen verwehrt. 😕 So machten wir direkt kehrt und fuhren zu einem weiteren auserkorenen Ziel ganz in der Nähe: Dem „Salto Monday“, einem 80 Meter hohen Wasserfall welcher von der Höhe her also definitiv mit den „Iguazu-Fällen“ mithalten kann. Dort angekommen fanden wir einen eingezäunten Parkplatz vor und somit war unser Gedanke, eventuell dort übernachten zu können, auch direkt wieder passé. Ich erkundigte mich im Eingangsbereich nach den Kosten und diese waren mit 68.000 Guarani (geile Währung, oder?! Hier ist man auf jeden Fall sehr schnell Millionär 😄) fast 3x so hoch als im Reiseführer bzw. sogar noch außen am Eingang mit 25.000 angegeben. Also ließen wir auch diese Sehenswürdigkeit links liegen, schließlich hatten wir ja erst an zwei verschiedenen Tagen die Wasserfälle von „Iguazu“ besucht, und machten uns weiter auf den Weg in Richtung der Jesuiten-Missionen. Diese liegen von der Grenze ca. 250 km entfernt im Südosten des Landes und wir haben an diesem regnerischen Tag noch fast die Hälfte der Strecke absolviert. Wir suchten uns ein geeignetes Posto für die Nacht und Simon verarbeitete unser Hackfleisch, das tatsächlich sehr unappetitlich nach Hundefutter aussah, noch zu wirklich schmackhaften Burgern. 😋

Grenzposten
Mal wieder ne Nacht am Posto 😀
Auf dem paraguayischen „Guaraní“ ist der
Itaipu-Staudamm abgedruckt 💵

Den grauen und tristen Vormittag verbrachten wir noch an dem weitläufigen Posto. Hier hätten wir sogar Fußball, Tennis, Billiard und Tischkicker spielen können! 😅 Wir nutzten mal wieder das WLAN für den Upload meines Blogs und des kommenden YouTube Videos bevor wir uns auf den Weg zu den Jesuiten-Missionen machten. Im Südosten von Paraguay gibt es wohl bis zu 30 zum Teil wiederaufgebaute und restaurierte Missionen. Die einspurige Landstraße war sehr gut befahrbar und die Landschaft war relativ eintönig: Überall Felder und Farmland. Allem Anschein nach wird auch hier viel Soja angebaut. Ab und an kamen wir an ein paar sehr einfachen Holzhütten vorbei, welche aber immerhin an das Stromnetz angeschlossen waren. Und die Straßen fernab der Hauptstraße sind meist nur gepflastert und nicht mehr geteert oder reine Erdwege. Man sieht also recht schnell, dass die Menschen hier (zumindest auf dem Land) deutlich ärmer sind als in Brasilien. Paraguay gilt aktuell immer noch als Entwicklungsland was aber nicht bedeutet, dass die Menschen mit dem Wenigen das sie haben nicht glücklich und zufrieden zu sein scheinen. Uns freut es auf jeden Fall, wenn wir endlich etwas günstiger als in Deutschland einkaufen können. 😉 Wir fuhren bis „Trinidad“ und bogen dort auf die Straße nach „Jesús de Tavarangue“ ab als wir sahen, dass es auch dort eine Jesuiten-Mission gibt. Wir erkundigten uns nach dem Eintritt und für 25.000 Guaraní pro Kopf (nicht einmal 4 €) können wir alle drei umliegenden Stätten besuchen und haben dafür noch dazu drei Tage Zeit. Abends, nach Einbruch der Dunkelheit, gibt es wohl sogar eine illuminierte Lightshow. Das werden wir uns nicht entgehen lassen! 😃 Als wir bezahlt hatten durften wir zuerst einen kurzen Video-Clip anschauen, welcher sehr einfach und comichaft die Jesuiten-Missionen erläuterte. Soweit ich verstanden habe, wurden die Missionen von katholischen Patern gegründet um die indigenen „Guaraní“ zu missionieren. Allerdings im positiven Sinne denn es war die Absicht, dass die Indianer auf freiwilliger Basis in die Missionen kamen um dort gemeinschaftlich zu leben und zu arbeiten. Eine frühe Form des Kommunismus quasi. Die Kinder wurden dort unterrichtet und nebenbei wurde der katholische Glauben geleert und der Großteil des Gebäudes war das Gotteshaus. Laut den Erzählungen war es wohl ein friedliches Zusammenleben und den europäischen Besatzern sowie dem Papst gefiel dies ganz und gar nicht. Zumal die Guaraní handwerklich wohl sehr geschickt waren und man deren Überlegenheit fürchtete. So wurden die Jesuiten-Missionen alsbald wieder zerschlagen. So habe ich zumindest den Film verstanden und das hatte ich so auch online recherchiert aber wie gesagt: Ohne Gewähr! 🙈 Glücklicherweise konnten wir einen deutschsprachigen Audio-Guide herunterladen, welcher uns an insgesamt 14 Stationen den Aufbau und das Leben in der Mission näherbrachte. Wir beendeten unseren Rundgang kurz vor 18 Uhr und durften freundlicherweise auf dem kleinen Besucherparkplatz übernachten. Der Nachtwächter befand sich direkt um die Ecke und die Ruinen liegen abseits am Rande eines sehr kleinen Dorfes so dass einer ruhigen Nacht nichts im Wege stand. 😴

Jesuiten Mission in Jesus de Tavarangue

Am kommenden Morgen schien endlich mal wieder die Sonne und es war sofort spürbar wärmer. Wir blieben noch eine ganze Zeit lang auf dem Parkplatz in „Jesús de Tavarangue“ und nutzten den Vormittag zum Backen, Frühstücken und Video basteln. Vor allem aber war es interessant den jungen Mann gegenüber von uns zu beobachten. Er baute quietschvergnügt und bestens gelaunt wirklich stundenlang mit einer Hingabe vor seinem einfachen Holzhaus auf dem Grünstreifen ein kleines Tischchen auf. Auf diesem befanden sich diverse Kräuter, Wurzeln und Schälchen. Soweit ich beurteilen konnte alles um „Yerba Mate“ Tee herzustellen welchen er wohl in Flaschen abgefüllt zu verkaufen versuchte. Dabei lief die ganze Zeit über schwungvolle, spanische Musik aus der kleinen Lautsprecher-Box welche er mit seinem Handy betrieb und manchmal ließ er es sich auch nicht nehmen mitzusingen. 😄 Er positionierte sein Tischchen einige Male um und fotografierte natürlich jedes Mal sein Kunstwerk. Was ich damit sagen will: Schön zu sehen, dass man mit einem derart einfachen Leben so glücklich und zufrieden sein kann. Und vor allem eine solche Muse zu haben! Denn ich halte es für gut möglich, dass er den ganzen Tag über nichts verkaufen wird und trotzdem wird er abends wahrscheinlich immer noch ähnlich gut gelaunt wieder zusammen- und am nächsten Tag wieder auspacken. Wir drehten zu Fuß noch eine kleine Runde durch den überschaubaren Ort und bestaunten das einfache Leben der Menschen hier, bevor wir die 10 km zurück nach „Trinidad“ zur dortigen Jesuiten-Mission fuhren. Dort stellten wir unseren Van erneut auf dem Besucherparkplatz ab und erkundigten uns, ob wir mit unseren bereits erworbenen Eintrittskarten sowohl bei Tag als auch noch einmal bei Nacht auf das Gelände dürften. Dies stellte überhaupt kein Problem dar und zu meinem großen Erstaunen ließ man uns sogar gehen ohne die Karten zu kontrollieren. Diese waren nämlich noch im Bus und man sagte mir, ich solle sie einfach heute Abend zur Lightshow vorzeigen. Das nenne ich doch mal Vertrauen in die Menschheit. ❤ Einen Audio-Guide konnten wir hier nicht finden aber das Gelände in „Trinidad“ war mehr oder weniger analog zu dem gestrigen in „Jesús de Tavarangue“ angelegt und so war dies auch nicht mehr wirklich nötig. Diese Stätte gehört seit 1993 ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist deutlich größer und weitläufiger als die in „Jesús“. Die Siedlung wurde komplett aus dem roten Stein des nahegelegenen Steinbruchs „Ita Cajón“ erbaut, wo wir uns am Nachmittag noch in dem kleinen Park umschauten. Dort wurde anhand verschiedener, aus Holz geschnitzter Figuren die Mythologie der „Guaraní“ erzählt. Bis dato ist uns die dazugehörige Geschichte leider noch unbekannt. Trotzdem war es schön, die einzelnen Figuren in dem kleinen wilden Wäldchen zu suchen. Wir kehrten zurück zum Van und warteten bis zum Einbruch der Dunkelheit. Um 21 Uhr wurden wir dann zur fast exklusiven Lightshow erneut auf das Gelände gelassen. Tatsächlich öffneten sie die Tore nur für ein weiteres, spanisches Overlander-Paar mit ihrem kleinen Sohn und uns. Als wir auf den Rasen traten gingen die Lichter an und tauchten die Ruinen um uns herum in sehr stimmungsvolles Licht. In den Rasen waren ebenfalls viele kleine Spots eingelassen, welche den gut sichtbaren Sternenhimmel über uns spiegeln sollten. Dazu erklangen aus den Lautsprechern sphärische und mystische (Kirchen-)Klänge welche eine tolle Atmosphäre erzeugten. 🤩 Wir liefen das Gelände noch einmal komplett bei Dunkelheit ab und bedankten uns am Ende bei unserem Guide für die exklusive Führung. Die Nacht verbrachten wir zusammen mit dem anderen Paar auf dem Parkplatz, gut bewacht von den vielen streunenden Hunden und den Parkwächtern.

Der Verkaufsstand des gut gelaunten jungen Mannes
Jesuiten Mission in Trinidad
Im Park der Guaraní Mythen „Ita Cajón“

Am späten Vormittag verließen wir den Parkplatz bei den Jesuiten-Ruinen und machten uns auf den kurzen Weg nach „Encarnación“. Die Stadt bezeichnet sich selbst als Perle Paraguays und nach einem längerem Erkundungsgang entlang der Promenade können wir zumindest sagen, dass es sich hierbei um eine sehr entspannte Stadt handelt. Die Uhren scheinen hier sehr gemächlich zu laufen und der breite Sandstrand am Ufer des „Rio Paraná“, welchen wir während unserer Reise nun schon öfters überquert haben, trägt sein Übriges dazu bei. Die Stadt liegt ganz im Süden des Landes und ist durch eine Brücke mit Argentinien verbunden. Wir schauten uns die Restaurant-Meile an welche aus diversen Pizzerien bzw. Italienern, einem Steak-Restaurant, einem Café, einem McDonalds sowie einem Japanischen Restaurant besteht. In unserem „Lonely Planet Südamerika“ Reiseführer wurde außerdem ein gutes italienisches Restaurant in der Nähe genannt und so liefen wir die Hauptstraße entlang bis wir es fanden. Im Gegensatz zu Brasilien scheint in Paraguay Mittagessen überhaupt nicht populär zu sein. Zumindest herrschte zur besten Mittagszeit dort gähnende Leere. Wir warfen einen Blick auf die Speisekarte und waren sowohl von dem Angebot als auch den Preisen recht angetan. Auch das Ambiente überzeugte. Der Raum war zwar recht groß, aber durch Nischen-Tische zum Teil in hübsche Separees unterteilt und alle Tische waren schick eingedeckt. Wir entschieden am Abend wiederzukommen und gingen wieder zurück zu unserem Van. Simon arbeitete noch ein Weilchen am Laptop und parallel beobachteten wir währenddessen die Jugendgruppen, welche am nahegelegenen Pavillon an der Promenade aktiv waren. Zuerst konnten wir eine Teenie-Gruppe beim Einstudieren ihrer Cheerleader-Tänze beobachten und danach traten Kinder aller Altersklassen zum Taekwondo an. Gegen Abend machten wir uns erneut auf den Weg zum Italiener und als wir gegen 20 Uhr dort ankamen war das Restaurant erneut vollkommen leer! 😮 Da wir mittlerweile aber wirklich hungrig waren gingen wir trotzdem hinein und wurden nicht enttäuscht. Zumal sich kurz darauf das Lokal deutlich füllte. Also wer demnächst in „Encarnación“ sein sollte: Des Restaurant „Piccola Italia“ können wir uneingeschränkt empfehlen. Allerdings sollte man dort erst ab 20:30 Uhr aufkreuzen. 😉 Wir bestellten eine Pizza nach Art des Hauses sowie eine Lasagne und bekamen vorweg leckeres Knoblauch-Brot als Appetizer gereicht. Die Pizza war knusprig, groß und üppig mit einem bunten Allerlei belegt so dass wir nur die Hälfte davon schafften. Auch die Lasagne strotzte nur so vor Bolognese-Sauce so dass wir gut gesättigt leider auf das ursprünglich fest eingeplante Tiramisu verzichten mussten. 😂 Der Espresso passte aber noch hinein und obwohl wir einen Kleinen bestellt hatten war die Tasse bis zum Rand gefüllt. Inklusive zweier 500 ml Softdrinks haben wir umgerechnet ca. 25 € bezahlt. Unser erstes schickeres Essen während der Reise war also ein voller Erfolg. 👍 Wir machten uns zu Fuß wieder auf den Rückweg zum Van und schlenderten dabei erneut die Promenade entlang, an deren Parkplatz wir dann auch übernachteten. Der gesamte Bereich war im Dunkeln hell erleuchtet und überall hingen Kameras so dass wir uns sehr sicher fühlten. Es war zwar noch ein ganzes Weilchen relativ laut, weil einige Jugendliche lautstark Musik hörten aber alles in allem schliefen wir doch recht gut hier.

Strand am „Rio Paraná“ in Encarnación mit Blick auf die argentinische Seite
WLAN haben wir auch gefunden 😅
Lecker Essen im Ristorante „Piccola Italia“ 😋
Traumhafte Sonnenuntergänge 🌅 gab es hier

Am Freitagmorgen strahlte erneut die Sonne vom Himmel und dabei ging ein angenehmer Wind, welcher dem gestern noch spiegelglatten Fluss einige leichte Wellen verpasste. Die Verkäufer witterten gleich gute Geschäfte und boten neben Sonnenbrillen nun auch Drachen und Windräder für die Kinder an. 😅 Zumindest in Brasilien ist Drachenfliegen bei den Kids übrigens sehr populär und wir haben ihnen immer gerne dabei zugeschaut. Da wir als Mittagessen noch die restliche Pizza von gestern hatten, entschieden wir uns zum Frühstück nur ein Stück von unserem Rübli-Kuchen zu essen und uns anschließend mal wieder auf unsere Bikes zu schwingen. Mit diesen fuhren wir zuerst zu einem Auto-Laden welchen wir gestern während unseres Rundgangs entdeckt hatten. Wir erkundigten uns dort nach der Möglichkeit unsere Seitenscheiben am Bus auf Fahrer- und Beifahrerseite schwarz folieren zu lassen. Hauptsächlich deshalb, damit man in unser geparktes Auto nicht so offensichtlich hineinschauen kann. Den Sonnen- und Blendschutz würden wir als Benefit aber auch begrüßen. Simon kennt die deutschen Preise recht gut und weiß daher, dass wir zuhause dafür rund 200 € hätten bezahlen müssen weswegen wir mit bis zu 50 € hier gerechnet hätten. Als der Inhaber auf unsere Frage hin dann den Preis von 90.000 Guaraní (umgerechnet 13! €) nannte zögerten wir keine Sekunde. Wir konnten noch am selben Tag wiederkommen und vereinbarten einen Termin um 15 Uhr so dass wir noch genug Zeit hatten unsere kleine Radtour fortzusetzen. Wir fuhren wieder hinunter ans Wasser und alsbald über eine Brücke bis zu einer Treppe, welche im Reiseführer als „im Gaudi-Stil“ gestaltet angepriesen wurde. Na ja… An die Stufen in Barcelona kommt sie dann wohl nicht ganz heran. 😄 Wir radelten noch ein Stück weiter bis zu einem schönen und gähnend leeren Sandstrand („Playa Mboí Ka’e“), welcher im Gegensatz zu dem an unserem Stellplatz („Playa San José“) sogar feste Sonnenschirme und somit Schatten bot. Mal sehen, vielleicht wechseln wir morgen ja noch einmal den Platz und bleiben hier noch einen Tag länger. Dort nutzten wir noch die festinstallierten Fitnessgeräte, um unser Sportprogramm noch ein wenig vielfältiger zumachen bevor es zurück zum Van ging. Simon schaffte es noch, den bei der Verschiffung kaputt gegangenen Windabweiser zu reparieren bevor wir uns dann auch schon auf den Weg zur Autowerkstatt begeben mussten. Dort angekommen machte sich der nette Herr auch direkt ans Werk und innerhalb von einer Stunde leistete er wirklich ganze Arbeit und ehe wir uns versahen hatten wir perfekt von innen getönte Scheiben. 👍 Während wir warteten verspeisten wir noch unsere Pizza-Reste und ich freute mich einmal mehr, dass ich mich mit meinen Spanischkenntnissen doch recht flüssig mit einem weiteren netten Mann von der Werkstätte nebenan unterhalten konnte. 🥰 Dieser erzählte unteranderem, wir sehr die Corona-Pandemie ihn und alle anderen Einwohner der Stadt getroffen hat. Hatte er vor der Pandemie noch rund vier Fahrzeuge pro Tag in seiner Autowerkstatt so ist es seither nur noch eins in der Woche. Von seinen ehemals drei Mitarbeitern kann er mit Mühe und Not noch einen halten und so geht es allen anderen Menschen hier wohl auch. Diejenigen, die vor der Pandemie sowieso schon wenig hatten haben jetzt fast nichts mehr und kämpfen wirklich um ihre Existenz, weil sie ihre Arbeit verloren haben. 😥 Nach dem kurzen Boxenstopp ging es für uns wieder zurück zu dem bereits bekannten Stellplatz am Wasser wo kurz nach uns auch das spanische Paar mit ihrem Sohn eintraf, welche wir bereits an den Jesuiten-Missionen kennengelernt hatten. Die Nachmittagssonne genossen wir dann noch am Strand, obwohl meine Nase leider trotz Sonnencreme und Mütze schon wieder deutlich sichtbaren Sonnenbrand abbekommen hatte. 😕 Nach dem Abendessen spazierten wir noch einmal die schön erleuchtete Promenade entlang bevor wir in der Hoffnung auf eine etwas ruhigere Nacht als die Gestrige zu Bett gingen.

Pizza-Reste essen während andere arbeiten 🤣
Scheiben erfolgreich getönt 👍🏻
Bisschen Sport zur Abwechslung
„Escalatina San Pedro„

Den fehlenden Schlaf vom Vortag holten wir am Samstag direkt wieder nach und starten entsprechend gut gelaunt in den Tag. 😀 Wir frühstückten noch gemütlich an unserem Stellplatz an der Promenade bevor wir zum Supermarkt fuhren um vor allem unsere Trinkwasservorräte wieder aufzufüllen. Am gegenüberliegenden Hotel schnappten wir noch kurz Internet bevor wir uns auf machten zu dem schönen kleinen Strand, welchen wir gestern mit den Fahrrädern entdeckt hatten. Dort machten wir es uns im Schatten von einem der großen, feststehenden Sonnenschirme mit unseren Campingstühlen gemütlich und genossen einfach mal das süße Nichtstun. Simon nahm ein Bad im erfrischenden „Rio Paraná“ und ich nutzte abends noch die Stranddusche für eine Haarwäsche. Am Abend zog dann noch ein recht langanhaltendes Gewitter auf welches es uns leider unmöglich machte ordentlich im Van durchzulüften. Auf Grund des Regens mussten wir sowohl die beiden Dachluken als auch die Schiebetür geschlossen halten. Lediglich unser Aufstellfenster konnten wir öffnen da der Wind zum Glück von der anderen Seite kam. Bis dann unser Abendessen fertiggekocht war (es gab Pfannkuchen mit Blumenkohl) war die Hitze im Bus fast unerträglich. 🥵 Dementsprechend Bescheiden schliefen wir in dieser Nacht welche wir auf dem Parkplatz gegenüber vom Strand, direkt vor der dort ansässigen kleinen Polizeiwache, verbrachten. Zumal uns leider nach wie vor die sehr lästigen, fiesen Sandfliegen zu schaffen machen die übel juckende Stiche hinterlassen welche einem mitunter ebenfalls den Schlaf rauben können…

Beach life 🏖 am Strand „San José“
Und nebenan an der „Playa M‘boí Ka‘e„
Blick auf den Rio Paraná
Man konnte zumindest kurz darin baden

Da es uns am Samstag hier am Strand so gut gefallen hatte entschieden wir am Sonntagmorgen spontan, den gestrigen Tag einfach noch einmal zu wiederholen. 😅 Wir fuhren mit den Rädern noch einmal über die Brücke auf die andere Seite der Stadt um mit dem dortigen WLAN Simons Papa gebührend zum Geburtstag zu gratulieren. Außerdem machten wir noch einen kurzen Abstecher zum wenig sehenswerten japanischen Garten als Teil der „Plaza de Armas“ und stoppten dann noch an der langen Promenade um uns dort ein Eis zu gönnen. 🍦 Auf dem Rückweg zum Van versorgten wir uns beim Supermarkt noch mit ein paar Kleinigkeiten fürs Abendessen bevor wir den Rest des Tages wieder ganz gemütlich am Strand verbrachten. 🏖

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert, bitte nicht wundern!