NEW BLOG POST 🇦🇷 (01. – 08.12.2022) Sierra de la Ventana – Península Valdes

Am nächsten Morgen ging es weiter in das hübsche, kleine Örtchen „Sierra de la Ventana“. Dieses liegt malerisch in einem Tal durch welches ein Fluss mit vielen Badestellen fließt. Die Berge in der Umgebung eignen sich außerdem gut zum Wandern oder Mountainbiken. Dort angekommen fanden wir per Zufall sofort einen perfekten Stellplatz mit viel Schatten, Tischen, Bänken und Grillstellen sowie direktem Zugang zu einer Bademöglichkeit im erfrischenden Fluss. Wir schauten uns in dem kleinen Örtchen um in welchem es einige nette Cafés und Restaurants sowie schöne Kunsthandwerkslädchen gab. Vom „Mirador“ aus auf dem einzig größeren Hügel hatten wir eine schöne Rundumsicht auf die umliegenden Berge und Felder. „Sierra de la Ventana“ wird im Sommer wohl auch gerne von den Einwohnern der Hauptstadt für die Sommerfrische genutzt. Entsprechend viele kleine und hübsche Ferienhäuschen bietet der Ort, die meisten verfügen sogar über einen Garten mit Pool. 😎 Da die kleinen Supermärkte nachmittags noch geschlossen hatten kauften wir uns in einer Eisdiele für umgerechnet 2,50 € einen Viertelliter Eis (welchen wir natürlich geteilt haben) bestehend aus drei verschiedenen Sorten nach Wahl. 👍 Wir schauten uns noch zwei andere mögliche Stellplätze in der Umgebung an aber da uns keiner so gut gefiel wie der, den wir am Morgen entdeckt hatten, kehrten wir postwendend dorthin zurück. Simon nutzte am Nachmittag noch die Zeit um das alte und vermutlich nach drei Jahren leider bereits brüchig gewordene Silikon an unserer Heckdachluke zu entfernen. Hoffentlich werden wir alles in Kürze reparieren können! 😨 Ansonsten haben wir beim nächsten Gewitter oder größeren Regen ein ernsthaftes Problem. Ich schrieb derweil seit längerem mal wieder an meinem Blog da ich während der Zeit, die wir in „Buenos Aires“ bzw. „Saladillo“ verbracht hatten, überhaupt nicht dazu gekommen war. 🙈 Abends aßen wir die restliche, aufgewärmte Bolognese vom Vortag bevor wir es uns im Bettchen gemütlich machten. Diesmal war es sogar so frisch abends als dass ich mit langer Hose schlafen musste. Und keine zwei Tage zuvor konnten wir auf Grund der Hitze nachts kaum schlafen – schon ein bisschen verrückt…

Blick vom „Mirador“
Simon entfernt das alte Silikon

Entsprechend gut haben wir in dieser Nacht gemurmelt. Morgens machten wir uns zu Fuß auf in den Ortskern um den örtlichen Handwerksladen aufzusuchen. Das von uns gesuchte Silikon der Firma „Würth“ war dort erwartungsgemäß nicht zu finden und die anderen dort angebotenen sagten uns nicht wirklich zu. Zumal es auch gar nicht einfach war, über solche Dinge in einer fremden Sprache zu sprechen. Ich hätte die benötigten Begriffe auch nicht auf Englisch gewusst aber dank ausführlichen Beschreibungen meinerseits und dem Einsatz von Händen und Füßen ging es dann doch irgendwie. 😅 Auf dem Rückweg nahmen wir uns bei einer Bäckerei noch ein Croissant sowie ein Stück Karotten-Kuchen für den Kaffee am Nachmittag mit. Zurück am Van frühstückten wir erst einmal unser Müsli mit Obst bevor Simon sich tatsächlich noch kurz ins kühle Flusswasser wagte. Gegenüber hatte es sich eine argentinische Familie mit zwei Kindern im Zelt gemütlich gemacht und die beiden hätten uns sogar abends zum gemeinsamen Grillen eingeladen. 🥰 In Deutschland absolut unvorstellbar! Wir mussten die freundliche Einladung jedoch ablehnen da wir unbedingt noch weiter in die unweit gelegene Großstadt „Bahia Blanca“ fahren wollten. Wir m achten uns gegen Mittag auf den Weg dorthin und die Landschaft entlang der Route ähnelte ein wenig der Toskana. Es gab viele Kornfelder, einige Zypressen und zum ersten Mal sahen wir viele Windräder zur Stromerzeugung. In „Bahia Blanca“ angekommen klapperten wir einige Handwerkergeschäfte ab (ähnlich unserem „Emil Kunz“ zu Hause) bis wir beim dritten fündig wurden. Man bediente uns sehr freundlich und geduldig und letztlich bekamen wir alles, was wir brauchten: Vier Kartuschen Silikon, die dafür benötigte Spritze, Schmiergel-Papier und eine Dose mattschwarzen Lack. Als nächstes stoppten wir im Supermarkt, da wir unsere Lebensmittelvorräte nach den Tagen bei Claudia und Orlando bzw. in der Großstadt dringend wieder auffüllen mussten. Irrwitziger Weise war an diesen auch an Baumarkt (ähnlich unserem „Bauhaus“) angegliedert. 🙈Aber dort hätte man uns sicher nicht so gut beraten können und wir kauften dort noch eine Rolle Klebeband sowie eine Flasche Reinigungsbenzin. 👍 Die Kaffeepause fand auf dem Supermarktparkplatz statt da wir entschieden hatten heute noch aus der Stadt heraus in Richtung Küste zu fahren. Entlang des Weges sah es fast ein wenig so aus wie in Dänemark. Es gab viele sanfte, mit Gras bewachsene Hügel und auch hier stand immer mal wieder das ein oder andere Windrad. Unerwarteter Weise mussten wir neuerdings einen „Fruit and Meat Checkpoint“ passieren. Und das wo wir doch gerade erst eingekauft hatten! 😰 So blieb mir nichts anderes übrig als zu einer Notlüge zu greifen und glücklicherweise ließ man uns ohne weitere Inspektion von dannen ziehen. Nach etwa 200 km Fahrt erreichten wir eine große „Shell“ Tankstelle an welcher wir dann auch die Nacht verbrachten. Außerdem hofften wir, dort am kommenden Tag eventuell ein geeignetes Schattenplätzchen zu finden um unsere Dachluke an Ort und Stelle reparieren zu können.

Unser schattiger Stellplatz…
…direkt am Fluss 😎
Erfolgreicher Einkauf im Baumarkt

Mangels Schatten war uns die Reparatur an der „Shell“ Tankstelle leider doch nicht möglich aber wir konnten dort immerhin unseren mittlerweile fast leeren Wassertank auffüllen. 👍 Seit der letzten Füllung in „Mendoza“ waren doch schon wieder 15 Tage vergangen. Kam uns diesmal gar nicht so lange vor! Wir entschieden, einige Kilometer weiter bis zur nächsten Tankstelle entlang unseres Weges zu fahren. Dort hätten wir auch ein geeignetes Schattenplätzchen gehabt nur leider zog sich urplötzlich der Himmel zu und es vielen sogar einige Tropfen Regen. Das war natürlich super kontraproduktiv für das Projekt Dachluken-Reparatur. 🙈 So frühstückten wir dort nur in unserem Van um dann weiter in Richtung Küste zu tingeln, immer auf der Suche nach einem passenden Ort für die nötige Instandsetzung unseres Dachfensters. In der Stadt „Viedma“ angekommen klapperten wir drei bis vier Tankstellen ab bis wir letztlich eine fanden, die einen passablen Platz zu bieten schien. Zumindest gab es hier Schatten und die Parkplätze lagen auch etwas abseits der Zapfsäulen. Gottseidank schien in der Zwischenzeit auch wieder die Sonne von einem strahlend blauen Himmel so dass sich Simon gegen Mittag doch noch ans Werk machen konnte. Innen hatte er das Silikon bereits am Vortag mit einem Teppichmesser entfernt. Jetzt galt es das Ganze auch noch außen auf dem Dach abzukratzen wo es deutlich stärker haftete. Nach einer Weile war alles entfernt und bereit zum schmirgeln, entfetten und nachlackieren der nun offenen Kanten. Gleiches Spiel wiederholte sich an der zuvor bereits ausgebauten Dachluke. Als der Lack getrocknet war konnte Simon dann das sehr dickflüssige Silikon auf den Rand der Luke sowie außen auf dem Dach auftragen. Anschließend setzten wir das Fenster wieder ein und jetzt hoffen wir innständig, dass der hier gekaufte Kleber seinen Zweck erfüllen wird, schnell trocknet und wir die nächsten Jahre keine weiteren Scherereien damit haben werden. 🙏 Ich konnte leider nicht viel helfen und so nutzte ich die Zeit für die schon wieder fällige Maniküre (*nerv*) und den Upload meines just fertig gewordenen Blog-Beitrags. Nebenbei freundete ich mich mit der zuckersüßen, weil ultraverschmusten, Hündin der Tankstelle an. Diese trug an dem Tag sogar ein Trikot der argentinischen Nationalmannschaft, welche am Nachmittag (16 Uhr Ortszeit) ihr Achtelfinalspiel gegen Australien bestritt. Erneut waren die Straßen während der Spielzeit, wie schon zuvor in „Buenos Aires“, wie leergefegt. Und wir konnten die Tore anhand der Jubelschreie, welche aus den Häusern und von der Tankstelle um uns herum drangen, eindeutig ausmachen. 😅 Wir haben uns sehr über den Endstand von 2:1 für Argentinien gefreut da die gesamte Nation total fußballverrückt ist. Am Abend gabs noch ein schnelles Pasta-Gericht á la Barbara: Penne mit Avocado und Cocktail-Tomaten. 😋 Wie bereits so oft verbrachten wir die Nacht erneut an der Tankstelle in der Hoffnung, dass das Silikon bis zum kommenden Tag durchtrocknen wird und wir weiterfahren werden können.

Projekt Dachlukenreparatur läuft
Stärkung muss auch sein 😋
Meine neue Freundin
So was von verschmust 💗

Den Sonntagvormittag verbrachten wir ebenfalls noch an der Tankstelle. Dort nutzten wir das gute Internet, um endlich seit langem mal wieder ein YouTube Video fertigzustellen und hochzuladen. Durch Simons längere Krankheit und die Tage in „Buenos Aires“ bzw. „Saladillo“ hängen wir damit derzeit leider ordentlich hinterher. 😣 Währenddessen konnte auch das Silikon der Dachluke noch etwas weiter antrocknen. Wir füllten noch unseren Diesel-Tank und machten uns gegen 14 Uhr über die Ruta N1 auf den Weg nach „El Cóndor“. Über Instagram hatten wir von anderen Deutschen, die vor kurzem dort waren, den Tipp erhalten uns dort unbedingt die Sittiche- und Seelöwenkolonie anzuschauen. In den Felsenwänden an der Küste nisten von Oktober bis Januar viele Hunderte Sittiche. 🐦 Es soll sich hierbei tatsächlich um die weltweit größte Kolonie handeln. Die Vögel verbreiten mit ihrem Geschrei eine mordsmäßige Geräuschkulisse und wir konnten sie sowohl bei der Nahrungssuche in den umliegenden Feldern, als auch beim Ein- und Ausfliegen in ihre Bruthöhlen, beobachten. Über einen Trampelpfad gelangten wir als erstes zu einem Leuchtturm, von wo aus wir eine herrliche Sicht über den breiten Strand, den Ozean sowie das Örtchen hatten. Endlich wieder am Meer, was für ein tolles Gefühl! 😎 Der Pfad führte weiter zu einem Heldendenkmal für die im Kampf um die Falklandinseln Gefallenen inklusive ausrangiertem Düsenjet. Man sieht immer wieder Schilder an den Straßen oder auch Aufkleber auf Autos sowie LKWs, auf denen die zu England gehörende Inselgruppe als Teil Argentiniens reklamiert wird. An einem Loch im sandigen Boden entdeckten wir mehrere der kleinen Eulen, welche wir auch schon zuvor in Brasilien gesehen hatten. Scheinbar handelte es sich hierbei um deren Nest denn als wir näherkamen, flogen die beiden Eltern mit lauten Warnschreien davon und die Jungen versteckten sich gut in dem Erdloch. Vermutlich konnten die Kleinen noch nicht fliegen. Über den Strand, von welchem aus wir eine gute Sicht auf die vielen Sittiche in der steilen Felswand hatten, ging es dann wieder zurück zum Parkplatz. Wieder am Auto angekommen aßen wir noch eine Kleinigkeit mit Blick aufs Meer bevor wir ein paar Kilometer weiter nach „La Lobería“ fuhren. Dort kamen wir gerade noch rechtzeitig am View-Point auf die Seelöwen-Kolonie an. Der alte Wanderweg wurde nämlich gesperrt und es gibt nur noch einen einzigen Zugang, an dem sich auch ein Museum sowie ein Park-Ranger befinden. Und dieser war just im Moment unseres Ankommens schon fast im Begriff den Zugang zu schließen. Freundlicherweise lies er uns aber noch passieren. So konnten wir noch einen schönen Blick auf die vielen Hundert Seelöwen und Seeelefanten erhaschen welche am Strand und auf den Felsen unter uns in der Sonne lagen. Wir hatten eigentlich gehofft dort übernachten zu können aber da der Parkplatz abends geschlossen wird war dies leider nicht möglich. Dementsprechend fuhren wir noch einige Kilometer weiter die ab „La Lobería“ nicht mehr asphaltierte RN1 entlang. Die Straße führte nun als Schotterpiste weiter, war aber dennoch sehr gut befahrbar und bot vor allem unglaublich schöne Sicht auf die Küste. Deshalb trägt die Straße auch den Namen „Camino de la Costa“. 😍 Nach ein paar Kilometern fanden wir eine geeignet erscheinende Parkbucht am Straßenrand. Da hier kaum Verkehr herrschte hatten wir keinerlei Bedenken hier die Nacht zu verbringen. So konnten wir seit langem mal wieder den absoluten Luxus genießen, ganz allein direkt am Meer zu stehen und mit Meeresrauschen einzuschlafen. 🥰

Leuchtturm in „El Cóndor“
Endlich wieder am Meer 🌊
In den Löchern im Fels nisten die Sittiche
Findet ihr die beiden Sittiche?! 😉
Hunderte von Seelöwen 🦭

Nach einer sehr ruhigen Nacht, trotz stärkeren Winden vom Meer her, genossen wir während unseres Morgenkaffees noch einmal die wunderschöne Aussicht aufs Meer hinaus. Und als ob das nicht schon herrlich genug gewesen wäre entdeckte ich zu meiner großen Freude kurz darauf auch noch zwei Delfine, direkt vor unserer Nase! 😃 Die Tümmler verweilten viele Minuten in dem seichten Wasser ganz in der Nähe unseres Vans und so konnten wir sie eine ganze Zeit lang beim Schwimmen beobachten. Besser kann ein Tag doch gar nicht starten, oder?! Schweren Herzens rissen wir uns dann aber doch irgendwann los um weiter in Richtung der „Península Valdes“ zu fahren. Wir folgten der Schotterpiste noch viele Kilometer, immer entlang der Küste. ❤ Nach einer Weile kam uns sogar ein „Sandschieber“ (ähnlich eines Schneeschiebers) auf der einsamen Straße entgegen welcher die lange „Sandwurst“ in der Mitte der Straße wieder glättete. 👍 Entlang unseres Weges konnten wir einige kleinere Landschildkröten, ein Guanaco sowie seit langem auch mal wieder Emus sehen. Irgendwann stießen wir dann nach den Sanddünen wieder auf die asphaltierte Ruta N3 die uns an diesem Tage auch noch bis zu unserem Ziel, der Halbinsel Valdes, führte. Während der Fahrt stoppten wir noch an einer Tankstelle in der Hoffnung dort eventuell duschen zu können. Allerdings war die Dusche hier den LKW-Fahrern vorbehalten und an der Tankstelle gegenüber war der Wasserdruck zum Duschen zu schwach. 🤷‍♀️ Also füllten wir an Ort und Stelle noch einmal unseren Wassertank auf da uns einige Kilometer zuvor aufgefallen war, dass unser Ablassventil sich vermutlich durch das Geruckel auf der Schotterpiste von alleine geöffnet hatte. 😮 Da wir nicht wussten, wieviel Wasser dadurch unserem Tank entwichen war füllten wir ihn lieber noch einmal auf um abends dann unsere Dusche im Van nutzen zu können. Direkt hinter der Tankstelle lag praktischerweise auch noch ein großer Supermarkt wo wir für die kommenden Tage noch ein paar Kleinigkeiten einkauften. Diesen hatten auch die netten argentinischen Reisenden aus „Buenos Aires“ genutzt, welche seit mehreren Tagen an der Tankstelle festsaßen und dort auf die Lieferung des neuen Getriebes für ihren ebenfalls selbst ausgebauten Camper warteten. Da wollen wir uns mit unserer Dachluke doch mal gar nicht weiter beschweren… 🙈 Unsere an den Klappboxen am Heckträger montierte Rückfahrkamera hatte, vermutlich durch die Buckelpiste, ebenfalls leichten Schaden genommen und war aus der Kunststoffhalterung herausgebrochen. Kann bei der billigen China-Ware schon mal passieren aber dieses kleine Malheur konnten wir umgehend mit Panzertape und Kabelbindern beheben. 👍 Am frühen Abend steuerten wir dann unseren heutigen Stellplatz für die Nacht am Anfang der „Península Valdes“ an. Wir übernachteten, erneut einsam und alleine, an einem der vielen „Miradore“. An dem von uns ausgewählten befand sich sogar ein größeres, von zwei Rangern besetztes Haus mit Lookout und mehreren Tafeln zu den hier vorbeiziehenden Walen. Auf unsere Nachfrage hin teilte uns die hilfsbereite Rangerin allerdings mit, dass diese hauptsächlich von Juli bis September in Küstennähe vorbeiziehen. Dann kann man die Tiere wohl tatsächlich vom Strand aus beobachten. Zur jetzigen Zeit sei dies aber nur noch weiter draußen auf dem Meer, also mit Booten, möglich. Sie sagte uns jedoch, dass man am anderen Ende der Insel momentan wohl ganz gut „Orkas“ sehen kann. Hoffentlich haben wir Glück, dass wäre ja echt der Hammer! 🐳

Stellplatz am Strand 🏖
Mal wieder ein schöner Sonnenuntergang 🌅
Und morgens Delfine vorm Fenster 🐬
Der „Sandschieber“ ebnete uns die Straße

Am Folgemorgen verließen wir den schönen Stellplatz und bezahlten an der Einfahrt auf die Halbinsel die Nationalparkgebühr in Höhe von 2.600 Pesos (= ca. 9 €) pro Person. Nach rund 20 km gelangten wir dann an das Besucherzentrum, welches vielerlei Information zu Flora und Fauna bot. Außerdem erhielten wir dort eine Straßenkarte sowie die wichtige Information zu den Gezeiten. Die beste Chance Orcas zu sehen besteht während der Flut, welche früh am Morgen und spät am Abend einsetzt und die Uhrzeiten verschieben sich pro Tag jeweils um eine Stunde. Von dort aus ging die Fahrt weiter bis in die kleine Inselhauptstadt „Puerto Pirámides“. An der Tankstelle füllten wir noch einmal unseren Dieseltank auf und gegenüber konnten wir eine nette, kleine Bäckerei ausmachen. Wir kauften uns dort zwei Empanadas und ich war gerade im Begriff im Van noch ein Rührei dazu zuzubereiten. Plötzlich fuhr ein uns wohl bekannter, grauer Sprinter an uns vorbei und stoppte direkt neben uns. Es mag kaum zu glauben sein aber wir trafen soeben zum fünften Mal auf die beiden Franzosen mit ihren beiden kleinen Kindern. Wohl gemerkt nach einer zurückgelegten Strecke von gut 13k Kilometern! Da trifft man selbst zu Hause im Supermarkt seltener auf Bekannte die im gleichen Ort leben. 😅 Wir frühstückten in Ruhe und machten uns danach zu Fuß entlang vom Strand auf zu ihrem Stellplatz um uns noch ein wenig mit ihnen zu unterhalten. Dort lernten wir dann auch Udo kennen, der alleine mit seinem großen „Steyr“ Expeditions-Mobil unterwegs ist. Leider hat er seit Anbeginn seiner Reise massive Probleme mit seinem Fahrzeug. Im Ankunftshafen in Montevideo hatte man wohl versucht sein Motorrad von der elektrischen Heckrampe zu stehlen. Dies gelang den vermeintlichen Dieben zwar zum Glück nicht aber sie beschädigten bei dem Versuch massiv die Elektronik und so verbrachte er die ersten Wochen in der Werkstatt. 😔 Und seit einigen Tagen spinnt entweder seine Lichtmaschine oder seine Batterie weswegen er fürchtet, über kurz oder lang zu wenig Strom für die Fahrzeuglichter zu generieren. Der arme Tropf tat uns ganz schön leid aber außer ein paar aufmunternden Worten hatten wir in diesem Moment leider nicht viel zu bieten. Da das Wetter an diesem Tag ideal war, Sonnenschein und im Gegensatz zum Vortag angenehme Temperaturen, wollten wir unbedingt noch bis „Punta Cantor“ am Ende der Insel fahren. Es ging rund 70 km über eine unbefestigte, sehr holprige Schotterpiste auf welcher wir nicht schneller als 50 km/h fahren konnten. Nach rund 1,5 Stunden gelangten wir dann am „Mirador Pingüinera“ an und dort wartete tatsächlich eine ganze Schaar der drolligen Tierchen auf uns. 🐧 Diese befanden sich nicht nur außer Reichweite unten am Strand, sondern auch oben auf der Steilklippe so dass wir sie Auge in Auge bewundern konnten. Ich war natürlich sofort hin und weg. 💕 Als ich mich sattgesehen hatte bereitete ich zum Nachmittagskaffee noch ein paar leckere Heidelbeer-Pancakes zu 🥞☕ und als wir diese genüsslich vertilgt hatten fuhren wir noch die rund 6 km bis zum Aussichtspunkt „Punta Cantor“. Dort gibt es ein Restaurant sowie ein Besucherzentrum und eine Plattform mit Sicht aufs Meer. Da der Höhepunkt der Flut erst in rund zwei Stunden einsetzen sollte entschieden wir, bis dahin noch den Wanderpfad an der Küste entlang zu laufen. Von diesem aus konnten wir auf die unten am Strand in der Sonne chillenden Robben und Seelöwen blicken. Wir genossen eine Weile die Aussicht und liefen dann zurück zur Aussichtsplattform. Da wir keine Wale entdecken konnten erkundigte ich mich beim Ranger, ob er uns denn in etwa sagen könnte wann die beste Zeit hierfür wäre. Er schaute mich ganz entgeistert an und fragte, ob wir denn nicht die eben vorbeigezogenen neun Orcas gesehen hätten. NEIN – hatten wir nicht da wir zu dieser Zeit wohl noch auf dem Wanderweg waren! 😨 Er meinte, wir sollten schnell versuchen zu dem zwei Kilometer weiter, wieder in Richtung der Pinguine, gelegenen Aussichtspunkt zu fahren und eventuell würden wir sie von dort aus noch sehen können. Also spurteten wir zum Parkplatz und fuhren so schnell es eben auf der Schotterstraße ging dorthin. Bereits vom Auto aus konnte ich Bewegung im Wasser erkennen und dort angelangt hatten wir tatsächlich das riesengroße Glück und konnten die neun Orcas direkt vor uns ausmachen. 😁 Das Männchen war eindeutig an der gigantisch großen Rückenfloss zu erkennen. Die anderen Tiere waren entweder Weibchen oder noch nicht ganz ausgewachsen. Sie schwammen lange Zeit in der Bucht hin und her und wir konnten sie sogar bei ihren Jagdversuchen, bei welchen sie sich weit aus dem Wasser hinauswagen und auf den Strand werfen, beobachten. Wie geil war das denn bitte!!! ❤ Kurz darauf traf der Ranger am Parkplatz ein und erklärte, dass es sich hierbei wohl um eine Orca „Schule“ handelte. Das heißt die erwachsenen, erfahrenen Tieren brachten den Jungtieren die Jagdtechnik bei weswegen sie sich auch an steileren Uferabschnitten aus dem Wasser herauswarfen an denen sich gar keine Beute befand. Als die Killerwale weiterschwammen verfolgten wir sie noch einmal weiter mit dem Auto bis zum ersten Aussichtspunkt bei den Pinguinen. Auch von dort aus konnten wir ihrem Treiben noch eine ganze Weile zusehen. Wir hatten gehofft, eventuell auf diesem Parkplatz übernachten zu können obwohl es eigentlich streng untersagt ist innerhalb des Nationalparks zu campen. Da uns der Ranger leider hierhin gefolgt war und er uns kurz drauf gegen 20 Uhr mitteilte, dass der Park nun schließen würde waren wir dazu gezwungen die ganze weite, holprige Strecke bis nach „Puerto Pirámides“ zurückfahren. 😣 So kamen wir in die einsetzende Dunkelheit hinein und die tiefstehende Abendsonne erschwerte das Fahren auf der Piste zusätzlich. Zumal wir auf der Hinfahrt sehr viele wildlebende Tiere wie Emus, Guanacos, Schafe und sogar zwei Gürteltiere gesehen hatten. Wir meisterten aber alles mit Bravour und gelangten gegen 22 Uhr wieder in der Inselhauptstadt an wo wir den großen Parkplatz ansteuerten auf welchem wir bereits mittags die anderen Overlander getroffen hatten. Zum Kochen war es zwischenzeitlich eindeutig zu spät und so gab es für jeden nur noch zwei Sandwichtoasts und die restliche Gnocchi-Pfanne vom Vortag kalt als Salat bevor wir hundemüde, aber überglücklich ins Bett fielen. 🥰🥰🥰

Unser erster Stellplatz auf „Valdes“
Hoffentlich werden wir Wale sehen können
Was für drollige Kerlchen 🐧
Ich konnte mich gar nicht satt sehen 😅
Am Strand lagen die Seelöwen in der Sonne ☀️

Da wir am Vortag unwahrscheinliches Glück hatten und innerhalb eines Tages alle nennenswerten Tiere sehen konnten entschieden wir, nicht erneut die lange Schotterpiste bis zum Inselende zu fahren. Hauptsächlich um unseren Van die Strapazen durch das Gerüttel und Geschüttel zu ersparen. Auch die 50 € pro Person für die eineinhalbstündige Bootsfahrt, bei welcher eventuell die Chance bestehen könnte weiter draußen auf dem Ozean doch noch südliche Glattwale zu sehen, investierten wir nicht. Zum einen weiß man nicht ob man wirklich welche zu Gesicht bekommt, zum anderen war meine letzte Wale-Watch Erfahrung auf einem Schiff in Neuseeland weniger schön. 🤮 Außerdem war das gestrige Erlebnis mit den Orca-Walen für uns einfach nicht mehr zu toppen. So verbrachten wir den Tag auf dem großen Parkplatz zwischen den beiden Stränden in „Puerto Pirámides“ und versuchten, den verständlicherweise deprimierten Udo mental wieder etwas aufzubauen. Simon schaute mit ihm gemeinsam unter das gekippte Führerhaus in den Motorraum aber auch mit vier Augen konnten sie keine Fehlerursache ausmachen. Ich spazierte derweil während herrschender Ebbe ganz einsam am langen Sandstrand entlang und schaute den Wellen zu welche ganz sanft an Land schwappten. Zurück am Van kochte ich für uns drei Kaffee und wir teilten die vier verbliebenen Pancakes vom Vortag auf und aßen noch einen Rosinen-Scone dazu. Eine größere Freude hätte ich Udo zu dem Zeitpunkt wohl nicht bereiten können. 😄 Wir saßen auf einer Parkbank am Meer, genossen die Kaffeepause und unterhielten uns angeregt als das Schweizer Paar Tina und Felix mit ihrem Hund zu uns stießen. Die beiden erzählten uns, dass sie seit kurzem ihre durch Corona unterbrochene Amerika Reise fortsetzen. Sie kamen damals immerhin von Kanada bis nach Ecuador, als dort die Pandemie auch über sie hereinbrach und sie dazu zwang vorerst in ihre Heimat zurückzukehren. Es war wirklich schön und tat gut, sich mit verschiedenen Leuten mal wieder auf Deutsch zu unterhalten. 🥰 Auch abends, als Simon gerade am neuen Video bastelte und ich gerade im Begriff war das Abendessen vorzubereiten, kamen alle noch einmal an unserem Van vorbei. Wie schon viele andere zuvor bestaunten sie unseren schönen Ausbau und ich unterhielt mich noch eine ganze Zeit lang mit Tina über ihre Reiseerfahrungen. Kurz darauf kehrten unsere Lieblingsfranzosen von ihrem Tagesausflug zurück und leider blieben den vieren die Wale verwehrt. So kam es, dass wir an diesem Tag mal wieder erst gegen 22 Uhr unser Abendessen zu uns nahmen. 😅 Es gab leckeres Champignon-Risotto und nach dem späten Mahl ging es auf direktem Wege ins bequeme Bettchen.

Die Inselhauptstadt
Hier starten die Wale-Watch Boote 🐳
Udos defektes Reisemobil
Einsamer Strandspaziergang

Wir verbrachten dort eine ruhige Nacht und als wir gerade frühstückten schlenderte Udo niedergeschlagen an unserem Van vorbei. Er hatte gerade seine E-Mails gecheckt da er am Tag zuvor die Herstellerfirma seines LKWs in Österreich kontaktiert hatte in der Hoffnung, dass sie eventuell einen Tipp für ihn hätten. Allerdings erhielt er nur die Antwort, dass an diesem Tag Feiertag in Österreich wäre (Maria Empfängnis) woraufhin wir kurz darauf feststellten, dass der Tag auch in Argentinien als Feiertag gilt. Wir liefen noch einmal in den Ortskern zur Tankstelle um das dortige Internet zu nutzen und kauften beim Bäcker noch eine Packung Toastbrot sowie etwas Süßes für den Nachmittag. Zurück am Van gaben wir Udo noch ein paar gute Ratschläge mit, was wir an seiner Stelle tun würden. Mehr Unterstützung konnten wir dem armen Tropf leider nicht mehr bieten. Parallel sprach uns noch ein anderes Pärchen an welches wir bei unserer Ankunft in „Montevideo“ im Büro unseres Agenten „Kessler“ getroffen hatten. Die beiden leben in dem französischsprachigen Inselparadies „La Reunion“ und reisen mit ihren beiden Teenie-Mädchen bereits seit längerem durch die Welt. Auch sie hatten an zwei verschiedenen Tagen keinen Erfolg und konnten, im Gegensatz zu uns Glückpilzen, keine Orcas sehen. Danach verabschiedeten wir uns noch herzlich von den anderen Franzosen bevor wir auf einen nahegelegenen Aussichtspunkt an einem Kap zusteuerten. Leider war die Zufahrt dorthin durch ein Gatter versperrt weswegen wir entschieden, der „Península Valdes“ an dieser Stelle Lebewohl zu sagen. Stattdessen fuhren wir die rund 100km bis nach nach „Puerto Madryn“. Die Stadt gilt als Tor zur Halbinsel, ist aber auf Grund der umliegenden Industrieanlagen sowie Raffinerien nicht wirklich schön. Auf dem angesteuerten Parkplatz konnten wir leider nicht parken da gerade diverse Food-Trucks sowie eine Bühne dort aufgebaut wurden. Wir stellten unseren Van am Straßenrand daneben ab und ich erkundigte mich bei zwei freundlichen Polizistinnen was hier im Gange war. Sie erklärten, dass häufiger an langen Wochenenden derartige Feste stattfinden würden und sowohl an diesem Donnerstag als auch am Samstagabend gegen 22 Uhr ein DJ auflegen würde. Wir schauten uns in der Gegend um und liefen die nicht wirklich sehenswerte Hauptstraße hinunter und an der langen Strandpromenade wieder zurück. Dabei schauten wir uns noch ein am Strand gelegenes Fisch- und Meeresfrüchte Restaurant an welches im Reiseführer gelobt wurde. Dementsprechend waren allerdings die Preise und so ließen wir es uns erst einmal offen, am Abend eventuell wieder dorthin zurückzukehren. In einem Supermarkt in der Nähe kauften wir uns ein paar kühle Getränke mit welchen wir uns an der schattigen Promenade für eine Weile niederließen. Derweil tat sich auch langsam etwas an den Essensständen und wir witterten unsere Chance, eventuell dort etwas Gutes und Günstiges schnappen zu können. Da noch nicht viel Betrieb war liefen wir noch den ziemlich langen Steg entlang hinaus aufs Meer. An diesem können wohl sogar große Kreuzfahrtschiffe anlanden. 😮 Vom Steg aus konnte man gut die Umrisse der Halbinsel erkennen. Diese ragt bestimmt 100 km ins offene Meer hinaus was dazu führt, dass man dort die einmalige Möglichkeit hat von der Küste aus Wale beobachten zu können. Gegen 20 Uhr hatten dann auch die meisten Food-Trucks geöffnet und wir kauften uns als erstes eine Tüte ganz frisch zubereiteter Calamari-Ringe. Wir haben selten derart zarte, hauchdünn panierte und lecker gewürzte Calamari gegessen. 👍 Danach teilten wir uns noch einen großen „Shawarma“ Wrap welcher ebenfalls frisch zubereitet wurde und sehr gut schmeckte. Hierbei handelt es sich um eine Art Döner aber das Fleisch ist nicht gepresst, sondern eher fein gewürfelt. Es wird zwar auch von einem Drehspieß heruntergeschnitten, kommt danach aber noch einmal zusammen mit dem Wrap auf den Grill. Anschließend wird alles noch mit Gemüse und Sauce nach Wahl belegt bevor der Wrap zusammengerollt wird. So blieb unsere Küche an diesem Tag kalt (und sauber 😉) und im verbleibenden Tageslicht machten wir uns auf die Suche nach einem Stellplatz für die Nacht. Ich wusste von zwei bis drei Stellen in der nahen Umgebung und der letzte Platz, direkt am langen Kiesstrand „Playa Paraná“ mit Blick auf ein Schiffswrack, wurde es dann auch. 🥰

Der lange Steg in „Puerto Madryn“
Beste Calamari ever 🤤
Wieder ein schönes Plätzchen am Strand
Inklusive Aussicht auf das Fischkutter-Wrack

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

P.S.: Wenn euch unser Blog gut gefällt (was ich sehr hoffe) dann freuen wir uns über jedwede noch so kleine oder große Spende in unsere Kaffee- oder Dieselkasse als kleines Dankeschön und Anerkennung unserer Arbeit. ☕⛽🚐 

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Kontaktiert uns auch gerne direkt per Mail an mailto:siju_campervan@web.de falls ihr Kritik, Anregungen oder Fragen zu unserer Reise oder uns ganz allgemein haben solltet.

NEW BLOG POST 🇦🇷 (24. – 30.11.2022) Buenos Aires – Saladillo

Am Donnerstag war es erneut unglaublich heiß (über 37°C 🥵) weswegen wir am Nachmittag kurz vor „Buenos Aires“ einen Stopp im klimatisierten McDonalds einlegten. 😅 Wir gönnten uns ein Eis und ich konnte das dortige Internet nutzen um meinen Blog hochzuladen. Gegen 17 Uhr machten wir uns dann auf den Weg in Richtung Innenstadt. Es war zwar relativ viel los auf der mehrspurigen Autobahn um diese Uhrzeit aber auf der Gegenfahrbahn, welche aus der Metropole herausführte, war noch deutlich mehr los. So kamen wir kurz vor 19 Uhr am Terminal der „Buquebus“ Fähre an, welche zwischen „Montevideo“ in Uruguay und „Buenos Aires“ in Argentinien verkehrt. Das Terminal liegt sehr zentral und wir wussten von anderen Overlandern, dass man auf dem großen bewachten Parkplatz dort sicher stehen kann. Als wir dort am Abend ankamen fanden wir allerdings nicht den erhofften Parkplatz, sondern stattdessen eine Großbaustelle vor. 😮 Ich erkundigte mich am Fährterminal nach anderen Parkgelegenheiten aber diese wären alle überdacht gewesen und unser Van war dafür leider zu hoch. Ich bekam von dem Parkwächter jedoch den Tipp, dass sich ganz in der Nähe im neuen Hafenviertel „Puerto Madero“ ein rund um die Uhr bewachter, weitläufiger Parkplatz befinden würde. Also steuerten wir den besagten Parkplatz, an welcher zum Casino gehörte und in der Tat extrem groß sowie 24 Stunden bewacht war. Der Parkeinweiser hätte uns auch direkt auf einen freien Parkplatz geschickt aber ich erkundigte mich natürlich bei ihm ob es möglich wäre, hier für ein oder zwei Tage zu stehen. Dies wurde, wie schon fast erwartet, leider verneint da der Parkplatz exklusiv für die Gäste des Casinos reserviert war. Schade! Dabei hätten wir auf dem riesigen Gelände tatsächlich niemanden gestört und der Wachservice wäre ebenfalls perfekt gewesen. Wir bekamen dort aber immerhin einen weiteren Tipp: Wir sollten nebenan bei einer anderen Fährgesellschaft nachfragen ob wir eventuell auf deren Parkplatz stehen könnten. Also fuhren wir einmal ums Quadrat zum Terminal von „Colonia Express“. Die Fähre verbindet „Colonia del Sacramento“ in Uruguay mit der Hauptstadt Argentiniens. Den Zugang zu deren Parkplatz fanden wir erst bei der zweiten Runde und tatsächlich war dieser ein Loch. 😰 Wir hätten dort zwar für 1.000 Pesos (= ca. 3 €) pro Tag auf einem bewachten Parkplatz stehen können. Allerdings befand sich dieser direkt unter der Autobahnbrücke, umgeben von einer weiteren Ringstraße sowie anderen Parkplätzen. Selbst wenn wir den Platz nur zum Schlafen genutzt hätten, wir hätten dort auf Grund des lärmenden und stinkenden Verkehrs kein Auge zugetan. Mittlerweile lagen unsere Nerven dann doch etwas blank, nicht zuletzt auf Grund des anstrengenden Verkehrs in der Großstadt. Als letzte Möglichkeit blieb uns jetzt quasi nur noch die Hoffnung, im neuen Hafenviertel „Puerto Madero“ einen geeigneten Parkplatz zu finden. Hiervon hatten uns ebenfalls mehrere andere Reisende berichtet die dort mehrere Tage sicher standen. Letztlich fanden wir dort tatsächlich einen relativ ruhigen Stellplatz, sogar im Schatten von Bäumen. In den Straßen standen sowohl andere Camper als auch LKW-Fahrer mit ihren Lastwagen zum Übernachten. Die Gegend machte auf uns einen sehr sicheren Eindruck und wir sahen auch mehrere Polizeistreifen patrouillieren. Uff…. Welch nervenaufreibende Stellplatzsuche! Zwischenzeitlich dämmerte es bereits und so machten wir uns zu Fuß auf um das Viertel zu erkunden. Nebenbei schauten wir uns die vielen Restaurants und Cafés an, welche auf beiden Seiten des Kanals vom „Río de la Plata“ lagen. Dieser fließt durch das neue, moderne Hafenviertel und fast alles hier erinnerte uns an die neue „HafenCity“ in Hamburg. Die Aussicht auf die erleuchteten Hochhäuser sowie die Promenade und das Museums-Segelschiff war unglaublich schön. Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns letztlich für ein mexikanisches Restaurant. Zwischenzeitlich war es schon kurz nach 22 Uhr und so passten wir uns direkt an die argentinische Zeit fürs Abendmahl an. 🤣 Simon bestellte sich leckere Burritos de Carne und ich nahm einen Salat mit Avocado, Mango und Hühnchen welcher ebenfalls sehr fein war. Nur war ich zwischenzeitlich so müde und hatte seit einigen Stunden auch ordentliche Kopfschmerzen weswegen ich das Essen gar nicht so richtig genießen konnte. Umso glücklicher war ich, als wir gegen 24 Uhr endlich im Bett lagen. 🛌

Spätes Abendessen beim Mexikaner 🌮🌶🍹
Das moderne Hafenviertel „Puerto Madero“ bei Nacht
Museums-Segelschiff

Wir verbrachten erstaunlicherweise eine extrem ruhige Nacht und wurden, inmitten der Großstadt, sogar von Vogelgezwitscher geweckt. Nachdem wir unseren Morgenkaffee getrunken hatten schnappten wir unsere Fahrräder, um unsere eigene „Buenos Aires by bike“ Sightseeing-Tour zu starten. 😉 Wir fuhren über die Brücke in die nahegelegene Altstadt und stoppten als erstes in der schönen, alten Markthalle. Dort gab es nicht nur Lebensmittel-stände, sondern auch viele Retro-Läden und tolle Restaurants sowie Cafés. Bei einem davon kauften wir uns ein leckeres Frühstück bestehend aus einer Zimtschnecke, einem Mandel-Croissant sowie einem Schoko-Brioche und dazu zwei heiße Espressi. 🥐☕ Frisch gestärkt ging es mit den Rädern weiter in das bunte Künstler- und Arbeiterviertel „La Boca“. Dort befindet sich auch das blau-gelbe Fußballstadium von den „Boca Juniors“ wo unter anderem die Karriere von Diego Maradona begann. Entsprechend viele Geschäfte mit allerlei Fan-Artikeln befinden sich rundum. Weiter ging es in die historische Altstadt welche mich, auf Grund der vielen alten Gebäude aus der Kolonialzeit, unweigerlich an Madrid erinnerte. 😍 Wir schauten uns zuerst den rosafarbenen Präsidentenpalast inklusive dem davor „geparkten“ Heli an. Von einem der Balkone hielt damals wohl auch „Evita Peron“ ihre bewegende Rede an die Nation. Weiter ging es zur direkt dahinter liegenden „Plaza Mayor“ mit der dortigen Kathedrale sowie dem Rathaus. Auch das Kulturzentrum befindet sich in einem prachtvollen, historischen Gebäude. Als unsere Mägen erneut knurrten fuhren wir zu einem im Reiseführer beschriebenen Lokal, welches laut diesem auch gerne von Einheimischen besucht wird. Wir bestellten uns dort ein paar köstliche Empanadas mit verschiedenen Füllungen und unterhielten uns nett mit dem Kellner. Danach schlenderten wir die Fußgängerzone „Florida“ entlang durch welche wir auf Grund der zahlreichen Fußgänger unsere Räder schieben mussten. Der Boulevard ist wahnsinnig lang und zwischendrin befinden sich immer wieder viele alte, prachtvolle Gebäude sowie historische Einkaufsgalerien mit üppigem Stuck und Deckengemälden. Auf dem Rückweg zum Van schauten wir uns das Hafenviertel „Puerto Madero“, welches wir bereits am Vorabend bei Nacht gesehen hatten, noch im Tageslicht an und wir fanden es nicht minderschön als in der Dunkelheit. 🤩 Die Radtour durch die Großstadt war super easy. Es gibt ein sehr großes Netz an Radwegen sowie breite Gehwege für den Notfall. Und selbst auf der Straße war das Fahren auf Grund des Einbahnstraßen-Systems problemlos möglich (wie fast überall in Argentinien richtet sich der Verkehr auch hier nach den Straßen-Quadraten). Erst gegen 20 Uhr gelangten wir wieder bei unserem fahrbaren Zuhause an. Dort trafen wir allerdings auf einen herumlungernden jüngeren Mann. Optisch machte er zwar keinen seltsamen Eindruck aber er stellte mir ein paar Fragen zu unserer Reise und ob wir morgen denn auch noch da wären etc. Dies hinterließ bei uns beiden ein mulmiges Gefühl obwohl wir uns an und für sich an Ort und Stelle total sicher fühlten. 😰 Da wir nach dem langen Tag ziemlich k.o. waren und fürs Abendessen nicht erneut so viel Geld ausgeben wollten kauften wir uns an einer Imbiss-Bude an der Hafenpromenade je eine Art Döner im Fladenbrot welcher zum Glück auch gut schmeckte bevor wir erschöpft in die Federn fielen.

Frühstück in der schönen Markthalle
Ein Teilchen appetitlicher als das Andere
Stadion der „Boca Juniors“
Hier wurde „Diego Maradona“ berühmt
Das gesamte Viertel „La Boca“ ist herrlich bunt
Der Präsidentenpalast
Der private Heli parkt quasi vor der Tür
Das Rathaus an der „Plaza Mayor“
Das Kulturzentrum
Der Nationalkongress
Mittags-Pause 😄
Prachtvolle Einkaufsgalerie
Auch bei Tageslicht kann sich das Hafenviertel
sehen lassen 👍🏻

Wir hatten neuerdings eine sehr ruhige Nacht an unserem Stellplatz. Auf Grund der beunruhigenden Begegnung mit dem seltsamen Typ am Vorabend entschieden wir aber dennoch, unser Auto umzuparken. Wir fuhren lediglich zwei Querstraßen weiter, standen jetzt aber direkt vor einer Kamera sowie einem Wachhaus, welches rund um die Uhr von einem Wachposten besetzt war. Beides gehörte zu den direkt dahinterliegenden, nagelneuen Hochhäusern in welchen sich offensichtlich schicke Wohnungen inklusive Balkon mit herrlicher Aussicht befanden. 👍 So standen wir jetzt sogar in 1A Lage, direkt am Kanal mit eigener Parkbank direkt vor der Tür. Von dort aus ging es dann erneut mit den Fahrrädern in die Stadt. Da sich unsere Bargeldvorräte langsam aber sicher dem Ende näherten suchten wir zuerst eine „Western Union“ Filiale auf. Leider war es Simon diesmal nicht möglich mit seinem Account eine Transaktion durchzuführen weswegen ich mich ebenfalls in der App anmelden musste. Das dortige WLAN war allerdings mehr schlecht als recht und wir mussten auf Grund dessen zu einem nahegelegenen Café mit besserem Internet wechseln. Dort gelang mir dann aber zum Glück die Registrierung und auch die Überweisung. Zurück in der „Western Union“ Filiale reihten wir uns in die lange Schlange an Wartenden ein und erhielten dann nach dem vorangegangenen, nervigen Hin und Her doch noch unser Geld. Den Mittagssnack hatten wir uns jetzt also wahrlich verdient. 😂 Direkt um die Ecke sollte sich ein guter Sandwich-Laden befinden und so begaben wir uns direkt auf die Suche danach. Als wir an der genannten Adresse ankamen fanden wir das Lokal jedoch verschlossen vor. Etwas enttäuscht fuhren wir weiter auf der Suche nach etwas anderem als wir dann plötzlich einige hundert Meter weiter doch noch die zuvor gesuchte Lokalität vorfanden. Scheinbar war der Laden alias „Latino Sandwich“ kürzlich umgezogen. Die dortige Auslage war wirklich überwältigend: Sowohl die verschiedenen Sandwiches als auch die hausgemachten Kuchen und Salate – alles sah sehr appetitlich aus. Wir entschieden uns letztlich für ein Thai-Sandwich bestehend aus getoasteten Brotscheiben, zwischen denen sich ein paniertes Schnitzel mit Rucola, Mango und pikanter Salsa befand. 😋 Von dort aus fuhren wir mit den Rädern in das Viertel „Recoleta“ wo sich mitunter auch der berühmte Friedhof mit all den Mausoleen diverser Berühmtheiten befindet. Statt auf dem Friedhof landeten wir jedoch zuerst versehentlich im dortigen Kulturzentrum. Und wir hatten uns schon gewundert, warum dort Hipp-Hopp getanzt wurde und sich Graffitis an den Wänden befanden. 🙈 Nach dem Rundgang durchs Museum fanden wir dann aber doch noch den Zugang zum Friedhof. Dieser war allerdings nicht wie erwartet kostenfrei, sondern es wurde pro Kopf eine Eintrittsgebühr in Höhe von rund 1.600 Pesos (= ca. 5 € verlangt). Diese konnte man auch nur mit Kreditkarte begleichen und mit dem zugrunde liegenden Wechselkurs wären es sogar fast 10 € pro Person gewesen. Das war es uns dann irgendwie doch nicht wert weswegen wir den Friedhof ungesehen links liegen ließen. Weiter ging es in die großen Parkanlagen welche sich ganz in der Nähe befanden. Wir besuchten als erstes den großen japanischen Garten welcher im typischen Stil gestaltet war. Dort gab es einen großen Teich mit Koi-Karpfen, einige wenige schöne Bonsai-Bäume sowie die klassischen, in Rot gehaltenen Brücken. Fast nebenan befand sich der hübsch angelegte Rosengarten. In einen weiteren Park gegenüber pilgerten währenddessen hunderte von argentinischen Fußballfans, um dort dem „public viewing“ beizuwohnen und lautstark ihre Heimmannschaft anzufeuern. Während des Fußballspiels Argentinien gegen Mexiko (2:0) waren die Straßen der Hauptstadt wir leergefegt und wir konnten problemlos über sämtliche rote Ampeln fahren. 😅 Zwischenzeitlich regte sich bei uns erneut der Hunger und leider schloss das ausgewählte Lokal just in dem Moment als wir dort ankamen. So machten wir uns erneut auf zum „Latino Sandwich“, wo wir uns einen leckeren gemischten Salat mit Brot und einer Portion frischer Pommes als Beilage teilten. Und nach all dem anstrengenden Sightseeing gabs als Dessert noch ein großes Stück von dem hausgemachten Bananen-Ananas-Kuchen. 😛 Von dort aus ging es dann zurück zum Auto und dank der Fahrräder waren die etwas wärmeren Temperaturen an diesem Tag doch noch gut erträglich. Zumal wir ohne diese in der kurzen Zeit niemals so viel von der Stadt hätten sehen können. Außer mit dem Hop-On/Hop-Off Touri-Bus, welcher 20 US$ pro Kopf gekostet hätte und letztlich die gleichen Station ansteuerte wie die, die wir bereits gesehen hatten. Abends waren wir dann noch einmal bei dem guten mexikanischen Restaurant „Lupita“ zu Gast. Wir teilten uns zum Abschluss des schönen Tages einen Vorspeise-Teller sowie zwei „Quesadillas“ inklusive Beilagen und für mich gabs on top noch einen fruchtigen Cocktail. 😛🍹🥙

Unser neuer Stellplatz in 1A Lage
Zentraler hätten wir in keinem Hotel nächtigen können
Statt auf dem Friedhof landeten wir im Kulturzentrum
Im japanischen Garten ⛩🎏
Eine Oase inmitten der Stadt
Die argentinischen Fans pilgerten zum public viewing
Der Rosenpark 🌹 war ebenfalls schön
Habt ihr sowas schon mal gesehen?! 😅

Die Nacht im Van war leider ziemlich heiß, da wir den ganzen Tag über unterwegs waren und sich die Hitze dementsprechend gestaut hatte. Und mitten in der Stadt kann man ja leider schlecht mit offener Tür schlafen. 🙈 Trotz allem war die Nacht relativ erholsam und wir schnappten uns am Sonntagmorgen noch einmal die Räder. Wir fuhren erneut nach „La Boca“, um für einen sehr guten Freund der demnächst seinen 40sten Geburtstag feiern darf ein Maradona-Trikot zu kaufen. Auf dem gleichen Weg ging es dann postwendend wieder zurück zum Van wo wir erst einmal eine Kleinigkeit auf „unserer“ Parkbank frühstückten. 😆 Anschließend radelten wir noch an die wenige hundert Meter von unserem Stellplatz (und somit auch von der Innenstadt) entfernt liegende „Costanera“. Das Naherholungsgebiet befindet sich, wie der Name schon sagt, direkt an der Küste vom „Río de la Plata“ welcher hier in den Atlantik fliest. Was für ein schönes Gefühl mal wieder am Meer zu sein! Hier gab es auch zwei große Lagunen, viele Vögel, tolle Picknickplätze im Schatten vieler Bäume und alles ist durchzogen von einem Netz breiter Wege auf welchen man herrlich spazieren oder Fahrrad fahren kann. Ohne Selbige hätten wir uns dieses weitläufige Gebiet übrigens sicherlich niemals angeschaut. Und all das keine zwei Kilometer vom Zentrum entfernt! Nicht zuletzt deshalb hat uns „Buenos Aires“ wirklich schwer beeindruckt und rundum gut gefallen. Wir brachten die Räder zurück zum Van um von dort aus zu Fuß in die höchstens 15 Minuten entfernte Altstadt zu laufen. Dort findet jeden Sonntag im Viertel „San Telmo“ ein großer Kunsthandwerkermarkt statt. Dieser zieht sich über zwei oder sogar drei Straßenblocks hinweg und es gibt allerlei wirklich schöner Dinge zu sehen und natürlich auch zu kaufen. 😉 Von Lederwaren über Keramik bis hin zu Schmuck und Geschenkartikeln. Nach dem wir uns sattgesehen hatten gingen wir noch einmal in die schöne Markthalle ganz in der Nähe. Dort war diesmal 100x mehr los als an dem Freitagmorgen bei unserem ersten Besuch. Wir beobachten das Gewusel, teilten uns zwei Empanadas und kamen nicht umhin, uns bei der wunderschönen Bäckerei noch einmal etwas Süßes zum Kaffee zu holen. 🙊 Der Tisch vorm Fernseher bleib uns leider (oder zum Glück?!) verwehrt weswegen wir das Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien nicht verfolgen konnten. Bei der Bäckerei kauften wir noch ein kleines Baguette und beim Obst- bzw. Gemüsehändler noch eine Paprika sowie zwei Tomaten für unser Vesper am Abend. Von unserer Fahrt vor einigen Tagen über die Dörfer hatten wir nämlich noch Käse und Salami und langsam hatten wir dann doch Sorge, dass uns die Delikatessen schlecht werden könnten. So gab es an diesem Abend eine leckere Brotzeit auf der Parkbank am Kanal mit Blick auf die gegenüberliegende Hafenseite. 🤭 Da wir an diesem Tag bereits gegen 18 Uhr zurück waren konnten wir auch relativ lange durchlüften und hatten dementsprechend eine deutlich bessere Nacht als zuvor.

Lagune an der „Costanera“ am Stadtrand
Endlich wieder am Meer 🌊
Zum Glück haben wir die Räder dabei
Welch grüne Oase mit Blick auf die Skyline 🏙
Kunsthandwerker-Markt 👩‍🎨 im Viertel „San Telmo“

Am Montag schliefen wir in Ruhe aus und da Simon gar nicht aus den Federn wollte, machte ich mich derweil zu Fuß auf zum nahegelegenen Supermarkt. Dort gab es zum einen ganz ordentliches WLAN und zum anderen kaufte ich noch eine Flasche Wein als Geschenk. Nach dem wir „Buenos Aires“ nach einem Frühstück bei einer hiesigen Fastfood-Kette (Kaffee mit zwei Croissants für nicht einmal 3 €) nach dreieinhalb sehr schönen Tagen verließen ging es nämlich weiter nach „Saladillo“. Die Stadt liegt rund 200 km außerhalb und lag so oder so auf unserem weiteren Weg in Richtung Küste und zur „Peninsula Valdes“. In „Saladillo“ leben Orlando und Claudia, zwei super nette Argentinier Ende 50 bzw. Anfang 60 welche wir kurz zuvor abends an einer Raststätte kennengelernt hatten. Wir unterhielten uns damals sehr lange mit den beiden und sie luden uns direkt zu sich nach Hause zum „asado“ (= Barbecue) ein sollten wir in ihre Nähe kommen. An dieser Stelle schließt sich nun auch der Kreise mit der Flasche Wein. 😂 Nach etwa drei Stunden gemütlicher Fahrt über die Autobahn und die Landstraße kamen wir dann am späten Nachmittag bei den beiden an. Sie besitzen ein wunderschönes, weitläufiges Grundstück etwas außerhalb auf welchem sich ihr Bungalow-Häuschen sowie ein weiteres, etwas kleineres Haus befindet in welchem eine ihrer Töchter mit ihren zwei Söhnen lebt. Wir durften unseren Van im Schatten der Bäume direkt vorm Pool parken und diesen ganz selbstverständlich auch mitbenutzen. Die beiden waren im zarten Alter von 27 bereits Eltern von fünf Kindern (drei Mädchen und zwei Jungs) und haben mittlerweile auch schon einige Enkelkinder. Am Abend gab es dann das versprochene Fleisch vom Grillmeister Orlando (Salchicha und Rippchen) und Claudia bereitete noch einen gemischten Salat zu. Für unseren Geschmack war das Fleisch jedoch viel zu fad da nicht gewürzt und zu fettig obendrein was wir uns aber nicht anmerken ließen. Wir saßen bis Mitternacht am Tisch (wobei wir auch erst gegen halb elf anfingen zu essen) und unterhielten uns erneut sehr nett. Einziges Problem: Die beiden sprechen nur Spanisch weswegen Simon wirklich kein Wort verstehen geschweige denn sich mit unterhalten konnte. Das bedeutete für mich wiederum doppelte Anstrengung, weil es auch für mich mitunter immer noch schwierig ist flüssig Spanisch zu sprechen. So musste ich nicht nur zuhören und sprechen, sondern auch noch übersetzen was aber erstaunlicherweise alles in allem recht gut gelang. Hundemüde fielen wir nach den anstrengenden und langen Tagen nach dem gemeinsamen Essen ins Bett weswegen wir wahrscheinlich am nächsten Tag auch bis halb elf schliefen. 🙈🙉🙊 Es war zwar erneut ziemlich warm im Bus auf Grund der hohen Temperaturen während des Tages aber diesmal konnten wir alle Fenster und auch die Tür einen Spalt weit offenlassen.

Bei Orlando & Claudia im Garten
„Asado“ extra für uns 🍗🥩🥓

Da wir fast den ganzen Dienstagvormittag verschlafen hatten war relativ schnell klar, dass wir das Angebot, uns hier einen weiteren Tag auszuruhen, annehmen werden. Bis zu unserem nächsten Ziel „Sierra de la Venta“ hätten wir nämlich rund 400 km fahren müssen. So verbrachten wir den erneut sehr, sehr heißen Tag mit der gesamten Familie (zu Spitzenzeiten waren wir in Summe 16 Personen) am Pool. Daher war es auch nicht weiter verwunderlich, dass der große, von Claudia frisch gebackene, Bananenkuchen mit Nüssen in Rekordzeit vertilgt wurde. 😂 Es war toll, sich mit allen über Gott und die Welt zu unterhalten. Zum Beispiel über die Unterschiede beim Einkommen und dies wiederum in Relation zu den Lebenshaltungskosten oder den Kosten für ein Grundstück inklusive Haus. Aber auch, wie man mit im Durchschnitt 70 bis 80% Inflation im Jahr umgeht. 😯 Orlando ist gemeinsam mit einem seiner Söhne Inhaber einer Firma, welche große Wanduhren fertigt und über Messen oder mittlerweile auch per Internet innerhalb Argentiniens vertreibt. Am Abend durften wir uns auch noch die Werkstatt sowie einige der wunderschönen, großen Uhren anschauen. Die Kleinsten haben einen Durchmesser von 40 cm und die Größten messen stolze 90 cm. Das Ziffernblatt kann dabei ganz individuell nach Kundenwunsch gestaltet werden. Wir bedauerten es wirklich sehr, dass der Versand nach Deutschland auf Grund der hohen Versandkosten nicht möglich ist. Sonst hätten wir uns wirklich gerne eine Uhr fertigen lassen. Zusätzlich hat Orlando noch einen Nebenjob bei der Stadt. Im Wochenwechsel und in 8 Stundenschichten kümmerst er sich dabei um die Pumpe der städtischen Kläranlage, welche mangels Wartung in den letzten 50 Jahren per Hand betätigt werden muss. Das Geld für die Wartung hatten sich über Jahrzehnte wohl andere in die Taschen gestopft… Dank seines Arbeitseifers hat er es wirklich weit gebracht und darf zurecht stolz auf sein Eigentum sein. Die meisten seiner Kinder hingegen haben jedoch nur Aushilfs- oder Halbtagsjobs und deswegen auch meist noch einen Zweit- oder gar Dritt-Job. Dafür hatten aber auch fast alle sowohl am Montag- als auch am Dienstagnachmittag Zeit um am elterlichen Pool zu relaxen. 😅 Abends fuhren wir dann mit den Fahrrädern ins nahe Zentrum, um uns mit einem selbstgekochten Abendessen bei den beiden für ihre Gastfreundschaft zu revanchieren. Wir entschieden uns für frische Tagliatelle und kochten dazu eine leckere Sauce Bolognese. 🍝🍷 Als wir das Essen bei ihnen servierten und ich dazu noch einen gemischten Salat anbot waren sie mehr als verwundert darüber, dass wir zu Pasta Salat essen. Scheinbar ist das hier ganz und gar nicht üblich weswegen wir es bei den Nudeln beließen. Dafür aßen die beiden wiederum, in Ermangelung an Brot, Salzcracker und Zwieback dazu was wir wiederum sehr seltsam fanden. 🤨 Nach dem schönen, geselligen Tag verabschiedeten wir uns von den beiden und zogen uns zum Schlafen in unseren Van zurück.

Chillen am Pool 😎

Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch war leider ziemlich mies. Wir hatten nach dem super heißen Tag Temperaturen wie in der Sauna in unserem Bus und noch dazu brachten uns etliche Moskitos um den Schlaf. Kurz nach Mitternacht begann es dann auch noch zu regnen weswegen wir die Fenster schließen mussten und keine Frischluft mehr nach Innen drang. Nach einigen Stunden schliefen wir dann aber doch irgendwann ein. Der Morgen begann allerdings ähnlich schlecht denn als wir unsere hintere Dachluke zum Lüften öffnen wollten kam uns ein nicht zu verachtender Schwall Wasser entgegen. 😧 Uns war beim letzten Regen schon aufgefallen, dass das Rollo leicht feucht war aber schlussfolgerten damals, dass wohl das Fenster nicht ganz zu war. Nun war aber klar, dass das wohl nicht die Ursache war sondern sich weit größeres und schlimmeres dahinter verbergen musste. Simon demontierte umgehend Blende und Rahmen der Dachluke, konnte auf den ersten Blick aber weder von innen noch von außen die Ursache ausmachen. Ich wartete derweil auf das Erwachen von Claudia um vor unserer Weiterfahrt noch ihre Dusche nutzen zu können. Die beiden hätten uns spontan sogar noch zum Mittagessen auf ein Schnitzel mit Salat eingeladen. Da wir aber gerade erst unser Müsli mit Obst vertilgt hatten mussten wir das nette Angebot schweren Herzens ausschlagen. Stattdessen verabschiedeten wir uns frisch geduscht sehr herzlich von Claudia und Orlando und ihre Tochter schoss noch ein paar schöne Fotos als Erinnerung. Claudia, die sehr kreativ ist und nebenbei auch viel Kunsthandwerk selbst fertigt, schenkte mir außerdem noch ein hübsches kleines Gesteck aus Trockenblumen zum Abschied. ❤ Als wir gegen 14 Uhr dann endlich loskamen meldete unser Bordcomputer zu allem Übel auch noch „Bitte Öl nachfüllen“. Was für ein Tag! Wir stoppten noch im Ort und füllten einen halben Liter Motoröl nach und glücklicherweise Verschwand die Anzeige daraufhin auch wieder. Wir fuhren an diesem Tag noch knapp 300 Kilometer immer entlang von einem ausgedehnten Sumpfgebiet. Hier konnten wir zahlreiche Vögel, aber auch viele Kühe und schöne Sonnenblumen, beobachten. Kurz vor der für die Nacht angesteuerten „YPF“ Tankstelle kamen wir dann seit längerem mal wieder in eine Polizeikontrolle. Üblicherweise durften wir bisher immer direkt weiterfahren, nur einmal musste Simon pusten. Diesmal aber wollten sie unsere Papiere sehen und hielten uns direkt stolz ihr Handy mit unserem geöffneten Instagram-Profil unter die Nase. Wahrscheinlich wollten sie deshalb auch noch einen kurzen Blick in den Innenraum werfen. 😉 Man wünschte uns eine gute Fahrt sowie eine schöne Reise und kurz darauf kamen wir auch an der angepeilten Tankstelle an wo wir eine angenehm kühle sowie ruhige Nacht verbrachten.

Danke für das wunderschöne Erinnerungsstück 💗

NEW BLOG POST 🇦🇷 (16.11. – 24.11.2022) Mendoza – Córdoba

Den Montag und auch den Dienstag verbrachten wir restlos auf dem Parkplatz der großen „YPF“ Tankstelle etwas außerhalb von „Mendoza“. Simon litt immer noch unter Durchfall, wenn auch nicht mehr ganz so häufig wie in den Tagen zuvor, und war verständlicherweise einfach nur schlapp und müde. So hatte er noch einmal Zeit zum Ausruhen und ich vertrieb mir Selbige mit Yoga, Musik hören mit herrlicher Aussicht auf die leicht verschneite „Cordillera“ sowie dem Lernen neuer Spanisch-Vokabeln. 😆

Tolle Sicht auf die Cordillera 😀

Am Mittwochmorgen füllten wir an Ort und Stelle unseren Wasser- und Dieseltank auf und kauften in einer Apotheke noch etwas gegen Simons leider immer noch unruhigen Darm. Anschließend begaben wir uns auf den Weg in Richtung der chilenischen Grenze wobei wir diese aktuell noch nicht überqueren wollten. Da Simon immer noch nicht 100% fit war entschieden wir das Feld quasi von hinten aufzurollen. So ließen wir die nahen Ziele entlang des Weges erst einmal außen vor. Diese werden wir stattdessen auf unserem Rückweg nach „Mendoza“ ansteuern. Unser erster Halt war dann an der „Puente del Inca“. Hierbei handelt es sich um eine natürliche Brücke aus massivem Stein. Diese lag zu Zeiten der Inca auf deren Handelsroute von Cusco in Peru bis nach Mendoza in Argentinien. Unterhalb der Brücke befand sich wohl einer ihrer Handelsposten und zu damaligen Zeiten war das Wasser des Flusses außerdem eine thermische Quelle. Leider darf man die Brücke wegen diverser Gefahren wie z.B. Steinschlag heutzutage nicht mehr zu Fuß überqueren. Aber auch aus der Ferne war es ein sehr beeindruckender Anblick. Wir schauten uns noch in den vielen, kleinen Souvenirläden um bevor wir uns in einem netten Lokal sechs leckere, kleine „Empanadas de Carne“ gönnten. 😋 Der nächste Stopp befand sich dann bereits 3 km weiter und nur noch rund 20 km von der chilenischen Grenze entfernt am „Mirador Aconcagua“. Der „Aconcagua“ ist der höchste Berg außerhalb Asiens (wie z.B. dem Mount Everest) und mit einer Höhe von fast 7.000 Metern (um genau zu sein exakt 6.961 Meter) ragte seine weiß verschneite Spitze zwischen den anderen Bergen hervor. Wobei ich mir einen 7 km hohen Berg ehrlich gesagt irgendwie noch gewaltiger vorgestellt hätte… Wobei das natürlich auch daran lag, dass wir selbst uns auch schon auf rund 3.000 Metern Höhe befanden. 😅 Den Nationalpark konnten wir an diesem Tage nicht mehr betreten, weil dieser nur von 8 bis 16 Uhr geöffnet hat. Als wir dort eintrafen war es bereits kurz nach 4 Uhr am Nachmittag wobei wir uns die rund zweistündige Wanderung zum Aussichtspunkt und zur Lagune sowieso erst für den Folgetag vorgenommen hatten. So begnügten wir uns mit dem kurzen Rundweg zum Ausblick am Parkplatz bevor wir für die Nacht wieder zurück zur „Puente del Inca“ fuhren, weil wir am Eingang zum Nationalpark nicht hätten übernachten dürfen. Dort parkten wir unseren Van und als wir gerade dabei waren unser Abendessen zu kochen sprach uns ganz unerwartet jemand auf Deutsch durch unser offenes Seitenfenster an. Der Deutsche hatte an unserem Kennzeichen unschwer unsere Herkunft erkannt und erkundigte sich neugierig, was wir denn hier so machen. Auf unsere Gegenfrage hin erfuhren wir dann, dass er in den kommenden rund 16 Tagen den Auf- und Abstieg auf den „Aconcagua“ wagen würde. 😮 Er wartete gerade auf den Bus, welcher ihn zu seiner Unterkunft für die Nacht bringen würde um dann am kommenden Morgen den Aufstieg zum Basiscamp auf ca. 4.000 Metern Höhe zu absolvieren. Hier muss er sich dann einige Tage akklimatisieren, bevor es dann die verbleibenden Etappen bis zum Gipfel in Angriff zu nehmen gilt. Echt Wahnsinn! Noch dazu, weil er ganz alleine wandert aber so wie er uns erzählte war er schon auf etlichen anderen hohen Bergen wie z.B. dem „Kilimandscharo“. Der Weg nach oben ist wohl auch gar nicht so schwer, zumindest muss man nicht klettern. Das größte Problem sind wohl eher die starken Winde und Temperaturen bis zu -20 C. 🥶

Puente del Inca
Yummy 😋
Mirador Aconcagua

Wir schliefen, trotz der Nähe zur Straße, relativ ruhig, weil der Schwerlastverkehr von und nach Chile gegen Abend fast zum Erliegen kam. So konnten wir uns früh morgens gut ausgeruht direkt auf den Weg zum „Aconcagua“ machen. Am Abend zuvor sagte man uns dort, dass wir am Kiosk die Eintrittskarten (1.300 Pesos p.P. = ca. 4 €) kaufen und bar bezahlen könnten. Wider Erwarten war dem dann aber doch nicht so. Als Argentinier muss man die Tickets online erwerben und bezahlen. Da uns dies als „Gringos“ aber nicht möglich war durften wir uns freundlicherweise am dortigen PC registrieren, erhielten im Gegenzug die Eintrittskarten welche wir später zurück in der Stadt bei einem „pago facil“ respektive „Western Union“ mittels scannen des abgedruckten Barcodes bar bezahlen sollten. Uff! Nach diesem Hin und Her konnten wir dann zumindest die restlichen paar Meter bis auf den Parkplatz innerhalb des Nationalparks fahren. Wir parkten unseren Van und starteten von dort aus direkt die ca. 6 km lange Rundwanderung. Diese führte durch eine herrliche Berglandschaft entlang eines Baches, immer mit Blick auf den verschneiten Gipfel des „Aconcagua“ vorbei an zwei kleinen Lagunen. Der Wanderweg endete an einer Brücke von wo aus wir dann, mit heftigstem Gegenwind, den Weg in umgekehrter Richtung zurück antraten. Wieder am Van angekommen entschieden wir, das Frühstück zugunsten der leckeren Empanadas vom Vortag ausfallen zu lassen zumal es bereits kurz nach 12 Uhr am Mittag war. So fuhren wir wieder zur „Puente del Inca“ zurück und kauften uns noch einmal vier Empanadas der Carne. Zum Nachtisch gab es noch von unserem gekauften Bananenbrot bevor wir zurück in Richtung „Mendoza“ fuhren. Auf dem Weg schauten wir uns noch in dem kleinen, unspektakulären „Uspallata“ um. Hier wollten wir am Nachmittag eigentlich noch eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt machen auf welcher es auch alte Inca Felsreliefs zu sehen gegeben hätte. Allerdings waren wir, mal wieder, exakt 20 Minuten zu spät dran und fanden uns vor bereits verschlossenem Gatter wieder. 🙈 Da die Tour mit 500 Metern hin und wieder zurück relativ kurz gewesen wäre entschieden wir, nicht extra deshalb in „Uspallata“ zu übernachten sondern direkt weiterzufahren. Auf unserem Hinweg hatten wir nämlich einige nette Stellen am „Río Mendoza“ gesehen. Wir hielten an einem Zugang zum aufgestauten Fluss und das Wasser des Stausees wirkte fast surreal türkis. Hier hätte man sich auch Stand-Up Paddels und Kajaks leihen können. Wir begnügten uns aber, mittlerweile war es bereits 18 Uhr, mit einem kleinen Spaziergang über die Sanddüne um die herrliche Aussicht zu genießen. Die Nacht verbrachten wir dann einige Meter weiter an einem „Mirador“, ebenfalls mit schöner Sicht auf den See. 😍

Parkplatz im Nationalpark Aconcagua
Der Berg mit dem verschneiten Gipfel ist der Aconcagua
Toller Wanderweg 👍🏻
Blick auf die Lagune
Schlafplatz am See ☺️

Den schönen Ausblick auf den Stausee genossen wir dann auch noch während unseres Frühstücks am folgenden Morgen. Anschließend machten wir uns auf in das nahegelegene „Cacheuta“ um den Tag in der dortigen Therme zu verbringen. Der Eintrittspreis belief sich auf 1.700 Pesos pro Kopf (knapp 6 €) und ist, wie wir finden, mehr als fair. In Deutschland hätten wir wahrscheinlich 25 € pro Person bezahlt. 😯 Die Therme hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet und bietet unzählige kleinere und größere Thermalbecken. Leider scheint sie aber auch eines DER Highlights in der Umgebung zu sein und es war entsprechend voll. Teilweise kamen ganze Busladungen voller Menschen an. 😰 Die unterschiedlich temperierten Becken befinden sich in hübscher Hanglage in Terrassen mit Blick auf die umliegenden Berge. Es gibt eine kleine Grünfläche und ausreichend Tische mit Bänken im Schatten. Teilweise liegen diese sogar am vorbeifliesenden „Río Mendoza“ und auch Barbecue wäre problemlos möglich gewesen. Viele Familien hatten sich tatsächliche Fleisch und Salate mitgebracht und nutzten die vielen Grillstellen. Wir hingegen verließen am frühen Nachmittag das Bad für einen Mittagssnack in einem der umliegenden Restaurants. Das dort auf dem Grill liegende Fleisch sah ebenfalls sehr appetitlich aus aber für ein solch üppiges Mahl war es uns leider noch zu früh. Preislich wären die Angebote nämlich alle top gewesen. 👍 Wir blieben bis zum Schluss in der Therme und trafen, witzigerweise, in einem der Becken tatsächlich noch auf eine größere Gruppe von Studenten aus Karlsruhe. Die Welt ist doch echt ein Dorf. 😅 Die Nacht verbrachten wir dann noch einmal an der schönen „YPF“ Tankstelle an welcher wir bereits die Tage zuvor standen.

Blick auf den Stausee 🥰

Am Samstagvormittag wollten wir gerne eine Weinverkostung inklusive Mittagessen in einer der unzähligen „Bodegas“ in der Nähe machen. Da Simon jedoch keinen Alkohol trinkt und wir außerdem nur schwer im Voraus den exakten Tag hätten bestimmen können verzichteten wir auf eine Vorabreservierung via Internet. Stattdessen steuerten wir das erste, gut bewertete Weingut ganz in der Nähe an welches leider geschlossen hatte. 🤷‍♀️ So fuhren wir weiter zu einem anderen, welches sowieso auf unserem Weg in Richtung Stadtzentrum lag. Dort angekommen musste man uns aber leider eine Absage erteilen da sie für den heutigen Tag bereits vollkommen ausgebucht waren. So gab es also leider keinen Wein aus der Region für mich und wir fuhren stattdessen weiter zum riesengroßen „Parque General San Martín“. Da wir mit einem Mittagessen während der Weinverkostung gerechnet hatten beschränkte sich unser mageres Frühstück Stunden zuvor auf je ein kleines „Medialuna“ (= Croissant). Entsprechend hungrig waren wir in der Zwischenzeit (es war weit nach 13 Uhr) und so schauten wir uns zuerst auf der Restaurant-Meile ganz in der Nähe des Parkes um. Wir konnten ein gut besuchtes Lokal ausmachen und aßen dort gemütlich zu Mittag. Als wir gegen 15:30 Uhr dort aufbrachen war es, zumindest in der Sonne, unerträglich heiß. 🥵 Zum Glück ist „Mendoza“ so üppig mit Bäumen begrünt! Wir holten unsere Picknickdecke und ein paar kalte Getränke aus dem Auto und ruhten uns noch ein Weilchen im Schatten der Bäume im Park aus. Als es gegen 18 Uhr etwas kühler wurde liefen wir noch an dem schön angelegten, großen See entlang welcher vom Regatta-Club für Trainingszwecke genutzt wird. Leider gehörte zu diesem auch das Schwimmbad und so blieb uns die heiß ersehnte Abkühlung verwehrt. 😕 Nach einigem hin- und her rangieren bekamen wir unseren Van dann auch aus der engen, bzw. vielmehr zugeparkten, Parklücke heraus und konnten noch ein gutes Stück weit aus der Stadt herausfahren. Wir sind uns zwar auf Grund der wahnsinnig vielen Kilometer (weit über 1.000) immer noch nicht 100% sicher was unser nächstes Ziel „Buenos Aires“ angeht welches exakt auf der anderen Seite des Landes liegt. Aber da „Córdoba“ ebenfalls sehr sehenswert sein soll und diese Stadt quasi direkt in der Mitte der Strecke liegt nehmen wir die lange Fahrt wohl in Kauf. Zumal wir uns am Ende auch nicht sagen wollen „hätten wir uns Buenos Aires damals bloß angeschaut“. Und die „Península Valdes“, von wo aus wir hoffentlich Wale und Pinguine sehen werden können, liegt leider ebenfalls auf der Ostseite des Landes unterhalb der Hauptstadt. Hoffentlich lohnt sich der Spaß, we will see…. So übernachteten wir erneut an einer Raststätte entlang der kerzengeraden Ruta N7 wo wir noch ein sehr, sehr nettes älteres argentinisches Paar trafen welches mit ihrem Pick-Up inklusive Wohnkabine auf der Reise war. Wir unterhielten uns tatsächlich noch einige Stunden über unsere Reiseroute, die Schwierigkeiten in ihrem Land sowie über Privates und am Ende luden sie uns sogar zu sich nach Hause zum „asado“ (= Barbecue) ein. Sie wohnen etwas außerhalb von „Buenos Aires“ und sollten wir tatsächlich in der Nähe sein werden wir auf jeden Fall sehr gerne darauf zurückkommen. 😍

Mittagessen 🥙
Der Park in „Mendoza“

An dieser Stelle noch ein kurzes Fazit zu „Mendoza“: Die Stadt an sich ist schon wirklich wunderschön. Es gibt tolle Fußgängerzonen, viele nette Restaurants und Cafés, unglaublich viel Grün und schöne Parks. Man kann hier wirklich allen Sportarten (Tennis, Fußball, Fahrrad fahren, Rudern, Schwimmen, Inlineskaten etc.) nachgehen. Und die Lage der Stadt ist ebenfalls unschlagbar: Ganz in der Nähe befinden sich die Thermen und der Stausee, in welchem man ebenfalls die verschiedensten Wassersportarten betreiben kann. Wenn man im Winter Lust auf Ski fahren hat dann ist man innerhalb einer Stunde am Skilift und im Sommer kann man in den umliegenden Bergen herrlich wandern. Tja und die vielen Weinberge bzw. der daraus resultierende Rebensaft sind auch nicht zu vernachlässigen. 😜 Kurzum: Ich fand es hier ähnlich perfekt wie bei uns in der Gegend rund um München oder Garmisch, nur dass hier im Gegensatz dazu auch noch Palmen wachsen. 😅

Da wir am Samstag, nach der langen Unterhaltung mit den netten Argentiniern, erst nach Mitternacht im Bett waren und es kurz danach noch ordentlich zu stürmen begann schliefen wir am Sonntag ziemlich lange. 😂 Nach dem wir unseren Kaffee getrunken und uns von den beiden verabschiedet hatten fuhren wir noch ein Stück bis zur Frühstückspause. Von dort aus machten wir uns auf den Weg in Richtung „Córdoba“, auf Empfehlung der beiden jedoch mit einem Schlenk über die schönere Strecke entlang Ruta N14. Diese führte durch malerische, kleine Dörfer immer mit Blick auf die wolkenverhangenen Berge. 🤩 Durch die starken Winde in der Nacht hatte es um fast 20 Grad abgekühlt aber nach dem heißen Tag in „Mendoza“ war dies auch sehr willkommen. Wir genossen die schöne Aussicht während der Fahrt bis wir am späten Nachmittag in unserem Tagesziel „Villa de las Rosas“ ankamen. Das kleine Dorf trägt seinen Namen wirklich zurecht: Nicht nur im zentralen Park, sondern auch in den Vorgärten der hübschen, kleinen Häuser wuchsen überall herrlich blühende Rosen. 🌹 Für uns Europäer mag das noch relativ normal sein aber an und für sich sind Rosen hier in Südamerika, wahrscheinlich auf Grund des trocken heißen Klimas, eine Rarität. Wir schlenderten gemütlich durch die kleinen Gässchen und fanden einen netten Stellplatz am Ortsrand, direkt am Bach in der Nähe eines weiteren kleinen Erholungsparks mit Grillstellen. In einem kleinen Lädchen mit diversen regionalen Produkten sowie unverpackten Nüssen und Hülsenfrüchten konnten wir außerdem noch ein Glas Honig zu einem erschwinglichen Preis erstehen. Danke noch einmal an dieser Stelle an Heike & Frank! Der Versand eures sicherlich noch besseren Honigs war ja leider nicht möglich aber dank eurer Spende kommen wir nun über Umwege doch noch in den Genuss von Imker-Honig. 😛

Nach einer angenehm kühlen und ruhigen Nacht lachte am Montagmorgen bereits wieder die Sonne vom Himmel. Es war merklich wärmer als am Vortag aber immer noch sehr angenehm. Von „Villa de las Rosas“ aus führte uns unser Weg noch einige Kilometer weiter bis nach „Nono“ wo wir direkt das Museum „Rocsen“ ansteuerten. Unterwegs hielten wir noch an einem der vielen Stände mit lokalen Produkten und kauften zum Schnäppchenpreis zwei kleine Salamis, selbstgemachten Hartkäse mit Oregano sowie hausgemachtes Granola-Müsli. Am Museum angekommen kosteten wir zuerst unser neues Müsli, bevor wir dann für 1.600 Pesos (= ca. 5,50 €) pro Kopf die Tickets fürs „Museum der Kuriositäten“ erwarben. Und was soll ich sagen: Der Name ist hier echt Programm! 😂 Hier gibt es wirklich nichts, was es nicht gibt! Wie lange es wohl gedauert haben mag all diesen Krimskrams, wohlgemerkt aus aller Welt, zusammen zu tragen?! Von Briefmarken über allerlei ausgestopftes Getier vom Insekt bis hin zur Kuh, von Totenschädeln über Schrumpfköpfe bis hin zu Fossilien und Mineralien, von uralten Zahnarztstühlen, Handwerks- und Haushaltsgeräten, verschiedenste Fuhrwerke, Foto- und Videogeräte sowie Kleidung und Schmuck und noch unendlich vielmehr war einfach ALLES zu sehen. Wir wussten mitunter gar nicht, wo wir hinschauen sollten! Gut, dass die Laufrichtung anhand von Pfeilen auf dem Boden vorgegeben war. Ansonsten hätten wir wahrscheinlich die Hälfte verpasst und vermutlich kann man 10x durch das Museum laufen und entdeckt dabei immer wieder Neues. 😮 Irgendwann fanden wir dann aber doch wieder zum Ausgang zurück und fuhren bis ins kleine Zentrum von „Nono“. Das Örtchen liegt am „Río de las Sausas“ und verfügt über viele tolle Badestellen umgeben von großen Steinen innerhalb des flachen Flusslaufes sowie über mehrere Strände am Flussufer. Wir schauten uns ein Weilchen in dem sehr ruhigen Ortskern um und gönnten uns noch eine Kaffeepause inklusive Snack in einem der Cafés. Dort entschieden wir, uns den Strand nicht mehr anzuschauen, sondern stattdessen noch einige Kilometer weiterzufahren. In der Umgebung gibt es nämlich noch 2-3 weitere Orte die kurios bzw. sehenswert sein sollen. Unser Weg führte uns einmal mehr durch eine bildschöne Landschaft: Es ging mitunter steil den Berg hinauf und oben auf dem Plateau angelangt hatte man eine wahnsinnig weite Sicht über die tiefer liegenden Ebenen. Die Berghänge waren über und über mit großen und kleinen Steinen bedeckt, es floss immer mal wieder Wasser die Hänge hinab welches sich zum Teil in kleinen Becken sammelte bevor vor uns plötzlich wieder eine ganz ebene Landschaft mit vielen Feldern auftauchte. Es ist wirklich unglaublich, wie vielseitig die Landschaft in Argentinien ist und wie schnell sich diese mitunter ändert. Wir stoppten letzten Endes in „Alta Garcia“ welche als Kolonialstadt beworben wird. Außer der Kirche und dem freistehenden Turm konnten wir allerdings nicht wirklich etwas Koloniales entdecken. Außerdem hat hier wohl „Che Guevara““ mal eine Zeit lang gelebt weshalb es hier auch ein ihm gewidmetes Museum gibt welches wir uns aber nicht angeschaut haben. Wir begnügten uns stattdessen mit einem Rundgang über den Marktplatz, wo wir uns die Kunsthandwerksstände anschauten, und gingen noch ein Stück durch den Park. Der See war durch die vielen Algen eher weniger schön was aber die Tretbootfahrer nicht davon abhielt trotzdem über Selbigen zu schippern. Und auch die umliegenden Grünflächen waren gut von Matetee trinkenden Argentiniern besucht. 😅

Allerlei Kurioses gabs im Museum „Rocsen“
Kirche in „Alta Garcia“

Die Nacht verbrachten wir an einem weiteren, etwas weiter abseits gelegenen Park in „Alta Garcia“ von wo aus wir uns am nächsten Morgen nach „Villa Carlos Paz“ aufmachten. Die Stadt wird als „Mischung aus Disneyland & Las Vegas“ beworben und entsprechend hoch waren unsere Erwartungen. Außer einem Hotel, dass dem „Kreml“ in Russland ähnlichsieht und einer überdimensional großen Kuckucksuhr fanden wir allerdings nicht wirklich etwas Kurioses. 🤷‍♀️ Wir drehten eine Runde zu Fuß durch die Neu- sowie die Altstadt welche beide nicht weiter sehenswert waren. Es gab die überall allgegenwärtigen Schuhgeschäfte, Bekleidungsläden, Kioske etc. Etwas enttäuscht gingen wir zurück zum Van und fuhren weiter zum nahegelegenen Stausee „Dique San Roque“. Einen direkten Zugang zum Strand konnten wir mit unserem Bus zwar nicht finden. Dafür aber einen sehr schönen, kostenfreien und ruhigen Parkplatz etwas oberhalb des Sees mit schöner Sicht auf Staumauer und Autobrücke. Wir packten unsere Campingstühle aus und entschieden, hier den Rest des Tages und auch die Nacht zu verbringen. Simon freute sich über die Gelegenheit mal wieder (wenn auch wie so oft erfolglos) seine Angel baden zu können und ich nutzte die Zeit zum Vokabeln lernen. 😛

Kuckucksuhr in „Villa Carlos Paz“
Stausee „San Roque“

Am Mittwochmorgen weckte uns, ausnahmsweise, um 7 Uhr der Wecker. An diesem Tag stand „Córdoba“ auf unserer Agenda und da die Wettervorhersage Temperaturen von 37°C im Schatten ankündigte wollten wir früh dran sein. Wir tranken lediglich einen Schluck Kaffee, noch einmal mit Blick auf den See, bevor wir in rund 30 Minuten bis in die Stadt hineinfuhren. Dort steuerten wir zuerst eine Wäscherei an, weil unsere Schmutzwäschekiste nach gut 2-3 Wochen wieder ordentlich gefüllt war. Diese machte einen guten Eindruck und auch der Preis schien uns akzeptabel so dass wir keine weiteren Preisvergleiche anstellten, sondern unsere Wäsche an Ort und Stelle abgaben. Die Parkplatzsuche im Zentrum gestaltete sich anfangs etwas schwierig, da unser Van für die bewachten und in der Regel überdachten Parkplätze oder gar Tiefgaragen schlichtweg zu hoch ist. Nach einer Weile fanden wir aber unweit des Zentrums einen guten Parkplatz am Straßenrand, welcher bis 16 Uhr sogar von einem netten älteren Herrn bewacht wurde. 👍 Ich gab ihm als Dank für seine Dienste 1.000 Pesos während Simon seit langem mal wieder die Räder vom Auto holte. An diesem super heißen Tag waren wir erneut froh darüber, sie dabei zu haben. Zum einen kühlte uns so während der Fahrt wenigstens der Wind, zum anderen konnten wir uns innerhalb weniger Stunden die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt anschauen. Wir starteten im „Mercado Norte“. In der Markthalle gab es hauptsächlich Fleisch, aber auch Fisch, Käse, Obst und Gemüse sowie Backwaren wurden angeboten. Bei einem der Stände kauften wir uns Croissants als kleines Frühstück auf die Hand und konnten nebenbei auf dem Fernsehgerät des Cafés noch den Elfmeter des WM-Spiels Deutschland gegen Japan sehen. Zum Glück haben wir das Spiel nicht weiterverfolgt…. Für uns ging es stattdessen mit den Bikes durch die Innen- bzw. Altstadt. In „Córdoba“ gibt es tatsächlich noch sehr viele gut erhaltene historische Gebäude aus der Kolonialzeit sowie prächtige Kirchen bzw. Kathedralen. Am frühen Nachmittag machten wir uns dann auf die Suche nach einem Lokal fürs Mittagessen. In der Innenstadt wurden wir nicht wirklich fündig und so ging es noch einmal zurück zur Markthalle für je zwei knusprige Stücke Pizza und einen Espresso. 🍕☕ Für weiteres Sightseeing war es zwischenzeitlich leider viel, viel, viel zu heiß aber alles was wir sehen wollten hatten wir glücklicherweise bereits gesehen. So machten wir uns auf den Rückweg zum Auto, wo wir die Räder wieder sicher verstauten bevor wir zurück zur Wäscherei fuhren. Der freundliche „Nelson“ hatte unsere Wäsche wie versprochen um kurz vor 17 Uhr fertig und der Preis lag sogar noch deutlich unter dem ursprünglich angenommenen. So bezahlten wir für frisch duftende, zusammengelegte UND sortierte Wäsche lediglich 1.350 Pesos (= 4,50 €). 🥳 Da ich in „Córdoba“ keinen Schlafplatz für uns ausmachen konnte fuhren wir direkt raus aus der Stadt auf die Autobahn in Richtung „Rosario“. Auf einem Schild entlang des Highways konnten wir eine „YPF“ Tankstelle mit Duschen ausmachen. Da wir völlig verschwitzt waren zögerten wir keine Sekunde, sondern nahmen direkt die Ausfahrt zur Raststätte. Die Duschen waren blitzblank sauber und für Damen sogar kostenlos. Simon musste auch nur wenige Cents für die achtminütige Dusche bezahlen und so waren wir in null Komma nichts erfrischt und sauber. 👍 Weiter ging unsere abendliche Fahrt auf der topfebenen und kerzengeraden Ruta N9 entlang von endlosen Kornfeldern, bis wir nach ca. in Summe 250 km an einer weiteren „YPF“ Tankstelle angelangten. Diese lag super futuristisch in der Mitte der Autobahn, bot viele freie Stellplätze und das Restaurant machte ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Da es mittlerweile bereits nach 21 Uhr war und unser nicht wirklich üppiger Mittagssnack schon viele Stunden zurücklag, genehmigten wir uns dort noch ein paar Happen bevor es ab ins Bett ging. 🛌

Kathedrale von „Córdoba“
Plaza Independencia
„Paseo Buen Pastor“ & Kirche
Die Markthalle konnte sich auch sehen lassen 👍🏻

Von dort aus machten wir uns am folgenden Morgen auf in das nur noch rund 150 km entfernt liegende „Rosario“, welches so oder so auf unserer Route nach „Buenos Aires“ lag. Wir steuerten einen Parkplatz am Ufer des mittlerweile altbekannten „Río Paraná“ an. Dieser hatte schon einige Male während unserer Reise unseren Weg gekreuzt (wohlgemerkt in den verschiedensten Ländern) und er war auch hier erneut super mega breit. 😮 Wir frühstückten mit Blick auf den Fluss und die vorbeifahrenden Schiffe gemütlich unseren Sandwich-Toast. Tatsächlich hätte man auch super schön sowie ziemlich lange immer entlang der Küstenstraße am Fluss entlangradeln können. Leider war es dafür aber gegen 12 Uhr mittags schon wieder deutlich zu heiß. 🥵 Deswegen entschieden wir uns gegen weiteres, ernsthaftes Sightseeing sondern fuhren stattdessen lediglich mit dem klimatisierten Van an der Küste entlang. Das Zentrum wirkte ziemlich modern, bot zeitgleich aber auch ein paar ältere, gut ins Stadtbild passende Monumente. Scheinbar wurde die Stadt in der Vergangenheit einmal als mögliche Hauptstadt gehandelt weswegen sie vermutlich zurecht als zweites Buenos Aires betitelt wird. Dorthin führte uns dann auch unser verbleibender Weg an diesem Tage und somit endet an dieser Stelle auch mein Blog-Eintrag. Ich melde mich dann wieder mit Neuigkeiten aus der Hauptstadt. 😉

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

NEW BLOG POST 🇦🇷 (06.11. – 14.11.2022) La Rioja – Mendoza

Nach einem gemütlichen Frühstück mit herrlicher Aussicht auf den See unterhalb von „Tafí del Valle“ machten wir uns auf den Weg in die rund 400 km entfernt liegende Stadt „La Rioja“. Zuvor unterhielten wir uns noch am See mit einem sehr netten, älteren argentinischen Pärchen welches uns sogar anbot in ihrem nahegelegenen Haus zu duschen. 🥰 Als wir am Nachmittag in „La Rioja“ ankamen steuerten wir zuerst die Shell-Tankstelle am Ortseingang an. Auf Grund der Dieselknappheit in Argentinien versuchen wir uns anzugewöhnen häufiger als sonst zu tanken. Wir konnten ohne Schwierigkeiten unseren noch halbvollen Tank wieder auffüllen und der Ort schien uns auch für die Nacht geeignet. Es gab viele Trucker, die hier den fahrfreien Sonntag verbrachten und das WLAN machte ebenfalls einen ordentlichen Eindruck. Als es gegen Abend endlich kühler wurde (tagsüber hatte es wieder weit über 35°C) fuhren wir noch in die Innenstadt um uns das Zentrum anzuschauen. Dieses war fast menschenleer und daher wenig ansprechend. Sonntags haben in Argentinien, im Gegensatz zu Brasilien beispielsweise, die Läden geschlossen und im Zentrum gab es auch kaum Cafés oder Restaurants weswegen alles wie ausgestorben wirkte. So schauten wir uns nur die zwei Plazas und die große, eingerüstete Kathedrale von außen an bevor wir wieder zur Tankstelle zurückfuhren. Dort kochten wir noch zu Abend und hatten größte Mühe, bei der Hitze und dem Trucker-Lärm zu schlafen. 😫

Frühstück am See

Entsprechend lange schliefen wir am Montagmorgen, bevor wir nach der Nutzung des Internets an der Tankstelle zu einem größeren Supermarkt fuhren um einige Lebensmittel für die kommenden Tage zu kaufen. Da wir demnächst in die Weinbauregion „Mendoza“ fahren werden und diese aktuell noch frei von Fruchtfliegen ist, darf kein Obst oder Gemüse mitgebracht werden. Dies wird wohl auch streng kontrolliert und so achteten wir darauf, nicht zu viel davon zu kaufen. Danach ging es weiter bis in den abgelegenen Nationalpark „Ischigualasto“. Die Asphaltstraße führte meist wieder kerzengeradeaus und so bewältigten wir die Strecke von ca. 150 km in relativ kurzer Zeit. Auf unserer rechten Seite erstreckten sich die ganze Fahrt über grüne Berghänge, zu deren Fuße Gräser und Büsche wuchsen und ab und an kreuzte eine Herde Ziegen unseren Weg. Auch größere Oliven-Haine gab es immer wieder und ich konnte für unglaubliche 2 € 500 ml Olivenöl bester Qualität erstehen. 🤩 Am Eingang des Nationalparks angekommen blies uns auf 1.500 Meter Höhe ein kräftiger Wind ins Gesicht. Die Vollmondtour hätte man wohl schon vorab online reservieren müssen so dass wir hierfür keine Tickets mehr erhielten. Für die letzte Nachmittagstour um 17 Uhr waren wir zu knapp dran und campen war auf dem Besucherparkplatz nicht gestattet. Dafür gab es nach der Einfahrtsschranke einen relativ neu angelegten Camping-Bereich so dass wir die 3 € für die Übernachtung gerne investierten. Duschen (allerdings nur von 20 bis 8 Uhr), Toiletten und Stromanschluss waren inklusive, die Stellplätze überdacht und neben jedem befanden sich Tische und Bänke aus Stein. 👍 Gegen später erhielten wir noch Gesellschaft von brasilianischen Overlandern (alias „Adiantes“) welche sehr gut Englisch sprachen und bereits seit vielen Monaten unterwegs waren. Wir unterhielten uns sehr nett und tauschten uns über Routen sowie Erfahrungen aus. Entsprechend spät aßen wir zu Abend und gingen danach direkt ins Bett da sich der Schlafmangel vom Vortag dann doch bemerkbar machte. 🥱

Eingang zum Nationalpark
Es gab auch ein kleines Museum mit Dino-Skeletten

Nachts frischte der Wind wieder merklich auf und wir waren froh darüber, in unserem tollen Van zu reisen und nicht im Dach-Zelt wie die beiden Brasilianer in ihrem Defender oder gar nur im Iglu-Zelt wie die Motoradfahrer um uns herum schlafen zu müssen. Die wurden bestimmt alle ziemlich durchgepustet und schliefen sicherlich nicht so gut wie wir. Am Vormittag legte sich der Wind und wir konnten draußen auf dem Bänkchen in der Sonne frühstücken. 😎 Die meisten Argentinier kennen ihr Land übrigens hervorragend wie wir während der zahlreichen Unterhaltungen festgestellt haben. Egal, ob wir erzählen woher wir gerade kommen oder wohin wir unterwegs sind: Alle kannten die besagten Gegenden und hatten etwas dazu zu erzählen. 🥰 Wahrscheinlich deshalb, weil reisen außerhalb des eigenen Landes einfach viel zu teuer ist. Vermutlich sind deswegen auch so viele einfach nur mit Auto und Zelt oder eben im Camper unterwegs. Wir kauften uns Tickets (2.500 Pesos = 8 € p.P.) für die Tour um 16 Uhr nachmittags um schönes weiches Licht zum Fotografieren zu haben. Die Selbstfahrertour führt in einem Rundkurs von ca. 40 km durch den „Parque Provinicial Ischigualasto“ welcher auf Grund der Steinformationen auch „Valle de la Luna“ (= Mondtal) genannt wird. Da die Dauer der Tour mit dreieinhalb Stunden angegeben war bereitete ich uns bereits nachmittags den Cous-Cous Salat für abends vor. Wir erwischten eine ziemlich große Tour mit rund 30 Fahrzeugen. Vielleicht deshalb starteten sie bereits einige Minuten vor 16 Uhr und wir mussten uns Mühe geben um die Kolonne noch einzuholen. Die Route enthielt insgesamt fünf Stopps an außergewöhnlichen, geologischen Formationen. Bei allen Aussichtspunkten befand sich eine Plattform und unsere Führerin erklärte jeweils in einigen Sätzen die Besonderheiten der Gegend. Hier herrscht ein trockenes Wüstenklima mit heißen Tagen, kühlen Nächten und kräftigen Winden. Letztere tragen zur Bildung der kuriosen Steinformationen bei und auch das Wasser der Flüsse, welche heutzutage aber nur noch sehr selten und wenn dann auch nur ganz kurz wenig Wasser führen. Die aufeinanderliegenden Steinplatten der Berge werden durch die Erosion Stück für Stück abgetragen oder stürzen mit der Zeit einfach ineinander zusammen. So konnten hier in den letzten 100 Jahren sehr viele Fossilen, darunter auch Dinosaurierknochen, geborgen werden. Einige Kopien der Ausgrabungsstücke konnten wir bereits zuvor im kleinen Museum des Nationalparks betrachten. Auf dem Weg schauten wir uns das namensgebende Kratertal, eine Steinstatue ähnlich der ägyptischen „Sphinx“, ein Feld mit unzähligen kugelrundgeschliffenen Steinen welches passenderweise „Bochia Feld“ hieß sowie eine einem U-Boot bzw. einem Pilz ähnelnde Formation an. Auch die steil aufragenden, rotglühenden Berge des angrenzenden „Tampalaya Nationalparks“ waren gut zu erkennen. Als wir gegen 19:30 Uhr unseren Van wieder auf dem Campground parkten waren wir froh nicht mehr kochen zu müssen und machten uns direkt über unseren Salat her. 😅 Simon sprang noch unter die schöne heiße Dusche tja und dann, begann leider das Drama der kommenden Tage…

In der Autokolonne durchs „Valle de la Luna“
Das „Mond-Tal“
Wer hat wohl die Steine zu Bochia Kugeln geformt?! 🤔
Hat schon leichte Ähnlichkeit mit der „Sphinx“
Im Hintergrund das „U-Boot“
„El Hongo“ (= Der Pilz)

Bereits in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch musste Simon nachts mehrmals auf die, glücklicherweise hier vorhandene, Toilette. Außerdem klagte er über starke Bauchkrämpfe. 😰 Beides besserte sich auch tagsüber leider nicht sondern wurde eher noch schlimmer. Mir ging es zum Glück gut, ich verspürte lediglich ab und an mal ein leichtes Ziehen im Magen. Möglicherweise ist der Weichkäse der Übeltäter, welcher sich am Vorabend unter anderem in unserem Cous-Cous Salat befand. Wobei er sowohl optisch als auch geschmacklich und vom Geruch her einwandfrei zu sein schien. 🤷‍♀️ So verbrachte Simon die kommenden Tage im Bett und pendelte regelmäßig zur leider doch recht weit entfernten Toilette. Glück im Unglück: Seit unserer nun schon über 100 Tagen andauernden Reise standen wir exakt zum zweiten Mal, und eigentlich ja auch nur gezwungener Maßen, auf einem richtigen Campingplatz. Und auch die Temperaturen waren mit rund 25 °C tagsüber, dem stetig vorhandenen Wind sowie den kühlen Nächten erträglich. Das Krankenlager hätte also deutlich schlechter aussehen können und vermutlich wird uns dieses Schicksal noch das ein oder andere Mal während unserer Reise ereilen. 🙈 Ich durfte mich während dieser Zeit meinem größten Feind stellen – mir selbst! Wenn ich irgendetwas wirklich schlecht kann dann ist es nichts tun bzw. Zeit totschlagen. 🙄 Von daher war die erzwungene Auszeit auch für mich ein gutes Training und bot Zeit zum Durchschnaufen. Ich konnte morgens mal wieder Yoga machen, die restliche Argentinien-Route planen sowie die Sehenswürdigkeiten auf „maps.me“ taggen, Blog schreiben und abends ein bisschen spazieren gehen. Es gab immer mal wieder eine Herde grasender „Guanacos“ zu sehen sowie kleine Nagetiere, die wie eine Mischung aus Hamster und Ratte aussehen und „Maras“ die anmuten, als hätte sich ein australisches „Wallaby“ mit einem Feldhasen gepaart. 😅 Da wir uns im Nationalpark fern jeglicher Zivilisation befanden gab es hier ansonsten nichts weiter zu tun oder gar zu sehen. Das angegliederte Restaurant sah auch eher schlecht als recht aus, wenngleich es zwangsläufig von den Touristen mangels Alternativen gut besucht wurde. Wie gut, dass wir in „La Rioja“ noch einmal unsere Lebensmittelvorräte aufgefüllt hatten. 😉 Leider funktionierte auch das WLAN mehr schlecht als recht so dass an YouTube Downloads oder gar Serien schauen nicht zu denken war.

Unser Stellplatz für ein paar Tage… 😰💩
Es gab viele Guanacos in der Umgebung
So sieht ein „Mara“ aus

Am Samstag ging es Simon endlich besser und er fühlte sich wieder fahrtüchtig so dass wir nach vier Tagen und fünf Nächten unseren Stellplatz im Nationalpark „Ischigualasto“ verlassen konnten. Wobei mir die Pause schlussendlich doch auch ganz gutgetan hat. 😉 Wir fuhren ein Stück über die RN150 bevor wir wieder auf die legendäre, diesmal aber gut asphaltierte RN40 abbogen. Wir kurvten, sprichwörtlich, noch eine Zeit lang durch die herrlichen Canyons des Nationalparks bevor es urplötzlich wieder flach wurde. Die Strecke führte uns in Summe ca. 270 km bis nach „San Juan“ wo wir am frühen Mittag ankamen. Wir fanden einen guten, zentral gelegenen Parkplatz am Straßenrand in der Nähe des Parks und der dort anwesende Polizist meinte es wäre überhaupt kein Problem hier zu parken. 👍 Wir schlenderten durch den sehr weitläufigen, schön angelegten Park inklusive großem See mit zahlreichen (Koi-) Karpfen, Springbrunnen, schattigen großen Bäumen und viel Rasenfläche. Auch das moderne Theater und die Stadt insgesamt muteten sehr ordentlich und teilweise neu gestaltet an. Allerdings schaffen wir es momentan immer, ausgerechnet an Wochenenden nach Ladenschluss in den Städten zu sein und so hatten auch hier alle Geschäfte in der Fußgängerzone bereits geschlossen. 🤷‍♀️ Entsprechend wenig war los aber uns fiel dann doch noch ein Restaurant ins Auge, welches im krassen Gegensatz dazu gerammelt voll war. Wir sahen uns im Inneren um und die dort aufgetischten Portionen waren unglaublich groß. 😮 Simon bestellte sich, unvernünftiger Weise meiner Meinung nach mit seinem geschundenen Magen, eine Pizza Mozzarella und ich konnte das erste Mal während unserer Reise ein „Lomito“ Sandwich bestellen. Dieses war wirklich exzellent: Super kross und das hauchdünne Steak war perfekt gewürzt und zum Glück sehr zart. Inklusive einer 1,5 L Flasche Softdrink kostete uns der Spaß gerade einmal knapp 7 €. Wir liefen zurück zum Auto, chillten dort noch eine Weile auf dem Rasen davor und ich konnte nicht umhin einem netten Argentinier noch ein saftiges, riesengroßes Bananenbrot für schlappe 1,70 € abzukaufen der dort diverse leckere Kastenkuchen feilbot. Für die Nacht steuerten wir einen etwas außerhalb gelegenen Stellplatz an. Wir durchquerten noch ein gutes Stück der Stadt und was wir hier sahen gefiel uns erneut richtig gut. Alles war sehr schön angelegt und es gab jede Menge netter Cafés und Restaurants. Unser Schlafplatz lag etwas abseits der Straße, unweit eines ebenfalls hübsch hergerichteten „Poeten“ Parks in einem kleinen Wäldchen. In der Nähe gab es sogar diverse Sitzgelegenheiten und Grillplätze und wir wunderten uns einmal mehr über unser eigenes Land. In Deutschland scheint es schlicht weg unmöglich, dass solche Plätze (wohlgemerkt von der eigenen Bevölkerung) sauber und in Schuss gehalten werden. In allen Ländern, in denen wir bis dato waren sind sowohl Parks, Strände, Seen als auch öffentliche Toiletten, Spiel- oder Trainingsplätze tipp topp in Ordnung. Nirgends ist etwas kaputt oder liegt Müll herum wobei man auch sagen muss, dass hier immer überall genügend Mülleimer zur Verfügung stehen welche auch stets regelmäßig geleert werden. Also das totale Gegenteil von dem, was man sich vielleicht aus der Ferne unter Südamerika vorstellen mag. Wobei uns dies z.B. auch schon in Dänemark, oder Neuseeland u.a., extrem aufgefallen war. Obwohl wir Deutschen uns, zumindest nach außen hin, Klima- und Umweltschutz so groß auf die Fahne schreiben. Irgendwie passt das nicht so ganz zusammen, finde ich. 🤨 Die Nacht war leider sehr unruhig da Simon ungelogen neun oder zehnmal auf die Toilette musste. Gegen 3 Uhr klopfte dann auch noch die Polizei an unser Auto und riss uns aus dem, sowieso schon unruhigen, Schlaf. Mein Puls war sofort auf 180 aber sie wollten sich nur ganz nett erkundigen, ob denn alles in Ordnung sei. Sie hatten unser Auto mit den Fahrrädern hinten drauf von der Straße aus abseitsstehen sehen und wollten nur sicher gehen, dass nichts passiert ist. Also eigentlich total nett, wenn auch im ersten Moment erschreckend. Sie entschuldigten sich dann auch sofort für die Störung und wünschten uns noch eine gute Nacht. ❤ Wobei wir bis dato wirklich durchweg nur sehr, sehr gute Erfahrungen auf der gesamten Reise mit den Polizeibehörden gemacht haben. Alle waren immer sehr freundlich, hilfsbereit und neugierig.

„Lomito“ Sandwich 😋

Am Sonntagmorgen ging die Reise weiter bis nach „Mendoza“ auch wenn wir die Fahrt für mehrere Toilettenstopps unterbrechen mussten. Leider ging es Simon in der Hinsicht immer noch nicht wirklich gut. 😰💩 Die Obst- und Gemüsekontrolle hingegen verlief völlig unspektakulär. An der Grenze zum Staat Mendoza hätten wir für unser Fahrzeug eigentlich 270 Pesos Gebühr (für was auch immer?!) zahlen müssen. Mangels Wechselgeld mussten wir dann aber nur 200 Pesos bezahlen, so wie die ganz normalen PKWs auch. 👍 An dem folgenden Grenzposten mussten wir kurz anhalten und wurden gefragt, ob wir Obst und/oder Gemüse dabeihätten. Ich antwortete der Dame, fast wahrheitsgemäß, dass wir nur noch eine Zwiebel und etwas Knoblauch hätten woraufhin sie uns freundlich durchwinkte. Nur die eine Zitrone habe ich verschwiegen aber ansonsten hatten wir tatsächlich nichts mehr dabei. 🤭 In „Mendoza“ angelangt konnten wir unseren Van problemlos sehr zentral und kostenfrei abstellen, da sonntags keinerlei Parkgebühren verlangt werden. Dafür hatte aber mal wieder fast alles geschlossen… Wir liefen durch das wirklich sehr schöne Zentrum welches uns sehr an Spanien erinnerte. Alle Straßen waren links und rechts von großen, schattenspendenden Bäumen gesäumt wobei es an diesem Tag mit ca. 24 °C sowieso sehr angenehm war. In der Stadtmitte befindet sich die große „Plaza Independencia“ mit einem hübschen Springbrunnen, einem Museum sowie vielen Sitzgelegenheiten. Dieser Hauptplatz wird noch einmal von vier weiteren, kleineren Plazas wie z.B. der wunderschönen „Plaza Espana“ im maurischen Stil eingerahmt. Dazwischen befinden sich Fußgängerzonen mit netten Cafés, Eisdielen und Restaurants. Nach unserem Stadtspaziergang fuhren wir dann noch zu einem außerhalb gelegenen, großen „WALMART“ alias „Hiper Chango Mas“. Nach den vergangenen Tagen in der Pampa und auf Grund der Tatsache, dass wir wegen der Lebensmittelkontrollen kaum Frischware gekauft hatten war mal wieder ein Großeinkauf angesagt. Eines kann ich euch mit Sicherheit sagen: NIE wieder gehe ich in einen so großen Einkaufsmarkt und schon gar nicht sonntags abends, wenn noch dazu Black Friday Aktionen gespielt werden. 🙈🙉🙊 Nach dem wir wegen der ganzen 3für2 / 2für1 usw. Aktionen sowieso schon ewig für die Preisvergleiche gebraucht hatten traf uns schier der Schlag, als wir uns dann endlich an der Kasse anstellen wollten. Ich garantiere euch, dass ihr eine solch lange Schlange in einem Supermarkt noch nie gesehen habt. Im ersten Moment war ich drauf und dran unseren vollen Wagen einfach stehen zu lassen aber bis wir woanders wieder alles beisammengehabt hätten, hätte es wahrscheinlich ähnlich lange gedauert. So fügten wir uns unserem Schicksal und reihten uns am Ende der Warteschlange ein. Es dauerte tatsächlich fast 45 Minuten, bis wir unsere Waren endlich auf das Band legen konnten. Aber unvorstellbarer Weise, und das ist uns wirklich schön häufiger aufgefallen: Hier haben ALLE die Ruhe weg. Die Kassierer/innen sowieso aber alle einkaufenden Personen haben hier IMMER alle Zeit der Welt und die Ruhe weg. Vollkommen anders, als bei uns zuhause wo jeder im gehetzt ist und 10x genervt auf die Uhr schaut (ich gehöre ehrlich gesagt auch eher zu diesen Personen aber ich glaube tatsächlich, dass sich dies während der Reise schon etwas gebessert hat 😜). Schnell mal in der Mittagspause einkaufen ist hier auf jeden Fall definitiv nicht möglich. So war es dann auch schon kurz nach 21 Uhr bis war an unserem Stellplatz für die heutige Nacht, einer großen „YPF“ Tankstelle mit großartiger Sicht auf die leicht verschneite „Cordillera“ im Hintergrund, angelangt waren.

Sehr spanisch angehaucht die Stadt 😍
Plaza España
Das nenne ich mal ne Aussicht! 😍😍😍

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NEW BLOG POST 🇦🇷 (30.10. – 05.11.2022) Salta – Tafí del Valle

Am Sonntagmorgen verließen wir ein wenig wehmütig nach drei ruhigen Nächten und zwei entspannten Tagen unseren herrlichen Stellplatz am See „Campo Alegre“ um ins ca. 30 km entfernte „Salta“ zu fahren. Entlang der Wegstrecke befanden sich noch ein bis zwei weitere schöne Campingplätze, mitunter sogar an einem kleinen Flusslauf. Auch die Häuser in den kleinen Dörfchen waren alle schön hergerichtet und die Gegend mutete insgesamt nach Wochenendausflugsziel an. Nach ca. einer halben Stunde Fahrt kamen wir in der 500k Einwohnerstadt „Salta“ an. Wir schauten uns direkt zwei verschiedene Stellplätze an welche wir eventuell für die Nacht in Betracht zogen und parkten unseren Van dann auf einem der beiden direkt vor dem „Monumento a Güemes“. An diesem Tag war es erneut wahnsinnig heiß, wie uns die Wetter-App (leider erst im Nachhinein) mitteilte bis zu 37°C im Schatten. 🥵 Dennoch entschieden wir uns sportlich zu betätigen und statt der Seilbahn, welche ab dem „Parque San Martin“ auf den „Cerro San Bernardo“ hinaufführt, die 1.070 Stufen bis zum Gipfel zu erklimmen. Der Pfad führte direkt hinter dem Denkmal steil nach oben und bot leider nicht den geringsten Schatten so dass wir wirklich schweißgebadet oben ankamen. Wie gerne wären wir in diesem Moment unter die dort angelegten Wasserkaskaden gestanden! 😭 Im Schatten der dortigen Bäume war es zum Glück halbwegs erträglich und so konnten wir die Aussicht hinunter auf die Stadt sowie den Rundweg um die Wasserfälle dann doch genießen. Eventuell käme auch hier oben ein Übernachtungsspot in Frage und wir könnten uns abends bei Dunkelheit dort noch ein wenig Wasser im Eimer für unsere Außendusche abzwacken! 😛 Wir füllten an den Trinkwasserspendern noch einmal unsere Flasche auf bevor wir uns an den deutlich leichteren und schnelleren Abstieg machten. Zwischenzeitlich war es später Mittag und unsere Mägen knurrten nach dem heute doch recht zeitigen Frühstück so dass wir direkt weiter zu der nahegelegenen Mall liefen. Lediglich die Laptops packten wir noch in den Rucksack in der Hoffnung, dort nach den vergangenen Tagen ohne Internet eventuell vernünftiges WLAN zu finden. Schließlich wollten zwei fertige YouTube Videos, ein Blog-Beitrag und diverse Instagram Posts viral gehen. In dem schicken Shopping-Center angelangt drehten wir erst einmal eine Runde und bestaunten die hübsch hergerichteten Schaufenster der Boutiquen und verschafften uns einen Überblick über die doch recht große Food-Meile. Letztlich entschieden wir uns dann aber doch für „das Gasthaus zum Goldene M“ und für schlappe 2,30 € bekam jeder von uns einen Doppel-Cheeseburger inkl. kleiner Pommes und kleinem Getränk. Und was soll ich sagen: Wenn man richtig Hunger hat so wie wir in diesem Moment schmeckt es tatsächlich richtig gut. 😂 Nur das WLAN war weit weniger gut als erhofft und wir mussten unsere Laptops unverrichteter Dinge wieder zusammenklappen. Wir schnappten uns noch ein kleines Eis auf die Hand und kauften im dort ebenfalls befindlichen „Carrefour“ noch ein paar Kleinigkeiten fürs Abendessen ein. Als wir die Mall geschätzte 2 Stunden später wieder verließen fiel mir sofort der seltsam verschleierte Himmel und der beißende Geruch von Rauch auf. Zudem wehte ein mitunter sehr kräftiger, böiger Wind der den Schmutz auf den Gehwegen durch die Luft wirbelte. Während wir zurück zum Auto liefen entdeckten wir dann auch die Ursache: Ein Teil des bewaldeten Berges, auf dem wir zuvor noch waren und evtl. überlegt hatten dort zu übernachten, stand in Flammen. 😲 Wie gut, dass unser Auto nicht oben, sondern am Fuße des Berges parkte und wir es somit wohlbehalten dort vorfanden. Aber diesen Übernachtungsspot konnten wir definitiv von der Liste streichen… Nach dem wir die Einkäufe verstaut hatten parkten wir notgedrungen um und stellten unseren Bus auf einem Supermarktparkplatz direkt im Zentrum ab. Direkt gegenüber fanden wir ein nettes Café mit exzellentem, preiswertem Kaffee und, viel wichtiger, super schnellem WLAN. So konnten wir an diesem Tag doch noch alle to do´s abarbeiten. 🤩 Ruckzuck war es 19 Uhr und bis wir mit der Erkundung des Supermarktes (bei dem wir parkten) fertig waren, war es auch schon dunkel. Wir trafen dort noch ein deutsches Backpacker-Paar aus Münster mit welchem wir einen kurzen Plausch hielten bevor wir zurück zum Denkmal fuhren wo wir bereits zuvor standen. Dort waren noch ziemlich viele Polizisten präsent welche den Weg nach oben zum, mittlerweile zum Glück nicht mehr brennenden, Hügel absperrten. Wir erkundigten uns, ob wir hier bzw. auf dem Parkplatz bei dem direkt danebengelegenen Museum übernachten könnten und sie gaben ohne mit der Wimper zu zucken ihr Einverständnis. Der Parkplatz war zwar nicht ganz eben so dass wir in unserem Bett eine leichte Schieflage hatten aber keiner von uns ist herausgepurzelt und im Großen und Ganzen hatten wir dort eine gute sowie ruhige Nacht. 🌙

Schweißtreibender Aufstieg zum Aussichtspunkt
Blick auf die Stadt Salta
Die ersehnte Erfrischung- so nah & doch so fern 🤣
Endlich wieder online! 👍🏻

Nach unserem obligatorischen Morgenkaffee steuerten wir erneut den im Zentrum gelegenen Supermarktparkplatz an. Allerdings wurden wir direkt kritisch vom Security-Mann beäugt. Nach dem wir am Café gegenüber kurz auf dem Handy unsere Nachrichten gecheckt und danach im Van gefrühstückt hatten wurden wir mehr oder weniger freundlich bestimmt des Platzes verwiesen. 🙈 Also ging es wieder zurück zum vorherigen Parkplatz am Denkmal und von dort zu Fuß in die Stadt. Aus uns unerklärlichen Gründen waren die Temperaturen an diesem Tag übrigens um ein Vielfaches niedriger als am Tag zuvor. Für diesen Sonntag waren tagsüber nur noch max. 16 °C gemeldet. Hätten wir das mal vorher gewusst! 🙄 Wobei wer weiß, ob wir an diesem Tag den Hügel nach dem gestrigen Waldbrand überhaupt hätten erklimmen können. Wir schauten uns den großen aber gar nicht so schönen Park mit See an sowie das ganz nette Zentrum. Schlussendlich kehrten wir zu einem kleinen Mittagssnack inkl. WLAN-Nutzung noch einmal in das nette Café von gestern ein. Kurz vor 16 Uhr verließen wir „Salta“ dann auch schon wieder um die rund 150 km bis zum „Parque Nationale los Cardones“ in Angriff zu nehmen. Die Strecke führte uns erneut wieder in luftige Höhen und es ging über zum Teil ungeteerte Schotterpiste über viele enge Kurven bis auf rund 3.500 Meter hinauf. Deswegen brauchten wir für die Strecke auch gute 2,5 Stunden und heute war mir auch etwas flau im Magen während der Fahrt. 🤢 Die Landschaft war erneut wirklich malerisch: Verschiedenfarbige Berge, zum Teil begrünt zum Teil auch nur Stein, ausgetrocknete Flussbetten, Säulenkakteen und auch etliche „Guanacos“ konnten wir sehen. Als wir an einem Aussichtspunkt ausstiegen blies uns ein kräftiger, eiskalter Wind ins Gesicht und das Thermometer zeigte sage und schreibe -7 °C an! 🥶 Zur Erinnerung: Am Tag zuvor badeten wir noch bei 37 °C in unserem eigenen Schweiß. Das muss man auch erst einmal wegstecken! So sprangen diesmal selbst wir nur jeweils für einen Foto-Schnappschuss aus dem warmen Auto. In dem kleinen Kaff „Payogasta“ parkten wir schlussendlich unseren Bussi vor dem sehr großen und von außen sehr modern wirkenden Nationalparkzentrum (welches bereits geschlossen hatte) um dort die Nacht zu verbringen. Dank unserer mit Diesel betriebenen „Planar R2D“ Standheizung mussten wir auch weder beim Kochen noch beim Schlafen frieren. 🥰

Schon wieder geht es über zahlreiche Kurven
Auf 3.500 Metern angelangt
In dem Ort verbrachten wir die Nacht

Irgendwie macht uns die Höhenluft und die Fahrerei wohl müde und so schliefen wir am Dienstag doch tatsächlich bis um 9 Uhr (obwohl wir bereits vor 23 Uhr im Bett lagen). Wir ließen den Tag ganz gemächlich angehen und frühstückten noch gemütlich vor Ort. Ich erkundigte mich im Nationalparkzentrum neben uns bei der Rangerin nach den Ausflugsmöglichkeiten aber außer den drei Aussichtspunkten, welche bereits auf unserem gestrigen Wege hierher lagen, gab es wohl nicht viele Ziele. So fuhren wir gegen Mittag in das nahegelegene und als sehr schön angepriesene Städtchen „Cachi“. Der Ortskern wirkte sehr ruhig und etwas verschlafen aber es war alles nett hergerichtet und, wie gewohnt, tadellos in Schuss. Wir liefen durch den Ort auf einen Hügel um vom dortigen „mirador“ aus die Umgebung zu betrachten. Von oben wirkte das Tal wie eine kleine Oase auf uns da es eine grüne Schneise inkl. hübscher Zypressen inmitten des ansonsten steinig kargen Umlandes war. Wieder am Auto angekommen machten wir uns direkt auf die Weiterfahrt über die Buckelpiste da „Cachi“ ansonsten nicht wirklich viel zu bieten hatte. So wie es aussieht bleibt die „Ruta N40“ wohl fast die ganzen 270 km über bis nach „Cafayate“ eine Holperpartie. Aber unser Bussi meisterte die Strecke bisher mit Bravour und bis dato ist (toi toi toi) auch noch nichts aus den Schränken oder Regalen gefallen. So bleibt uns während der langsamen Fahrt auf jeden genug Zeit, um die abwechslungsreiche und wirklich sehr beeindruckende Landschaft um uns herum zu genießen. 🥰

Los geht’s zum Viewpoint
Blick auf „Cachi“
Übernachtung am Friedhof

Die Nacht verbrachten wir mal wieder an einem Friedhof (absoluter Geheimtipp da meist etwas abgelegen, ruhig und dennoch nicht völlig ab vom Schuss) mit toller Aussicht auf ein Bergmassiv, welches definitiv auch als Kulisse für die Star-Wars Filme hätte dienen können. Lediglich die „pod-racer“ fehlten. 😅 Bei unserem Erkundungsrundgang am vorherigen Abend durch das kleine Dörfchen lief uns von der Plaza aus eine schwarze, neugierige kleine Hündin bis zum Bus nach. Wir gaben ihr dort noch einen Keks und etwas Wasser zu trinken und sie hat es uns sehr gedankt. Als wir morgens aufwachten saß sie bereits bellend wieder vor unserer Tür und hielt alle anderen Hunde vom Van fern. 🥰 Wir verabschiedeten uns gebührend von ihr und die restliche Strecke bis nach „Cafayate“ brachten wir schneller als gedacht hinter uns. Wahrscheinlich lag das aber auch einfach an der wunderbaren und sehr abwechslungsreichen Landschaft durch die wir fuhren. Zuerst führte uns die Strecke durch einen Canyon aus gezackten Bergen bevor es weiter entlang eines mal wieder ausgetrockneten Flusses hinunter zu grünen Wiesen und schlussendlich sogar Weinbergen ging. Am Fuße der Berge angelangt stoppten wir für ein schnelles Müsli und bogen dann auf ein malerisches Stück der „Ruta N68“ ab welches uns wieder rund 50 km in Richtung „Salta“ führte. Die „Quebrada“ (= Schlucht) ist von herrlich roten Bergen auf beiden Seiten sowie einem sandigen Flussbett, in welchem zur Abwechslung mal sogar noch ein wenig Wasser floss, gesäumt. Und wirklich alle paar hundert Meter entlang der Strecke gibt es lohnenswerte Aussichtspunkte mit so klangvollen Namen wie „El Anfiteatro“ (eine zylinderförmige Einkerbung im Fels) oder „La Yesera“ (ein Rundweg mit Blick auf bunte Berge). Wir stoppten auf unserem Weg nach oben an all den Naturschönheiten und blieben letztlich auf dem Parkplatz am letzten Aussichtspunkt, der „Garganta del Diablo“ stehen. Nach dem wir uns den „Teufelsrachen“ im Fels angeschaut hatten machten wir eine ausgiebige Pause und zauberten sowohl leckere Blueberry-Pancakes zum Direktverzehr als auch noch einen Mais-Kuchen als Snack für die kommenden vier Nachmittage. 😋 Frisch gestärkt und ausgeruht hatte Simon am späten Nachmittag noch die glorreiche Idee durch das seichte, sandige Flussbett entlang des Canyons zu waten. Schade, dass der Fluss so wenig Wasser führt! Hier hätte man auch ganz entspannt mit dem Kanu immer flussabwärts paddeln können und dabei eine grandiose Aussicht gehabt. An diesem Tag übernachteten wir auch auf dem besagten Parkplatz an dem abends absolut nichts mehr los war.

Wo bleibt Anakin Skywalker mit seinem pod-racer?!
Unsere Wachhündin
Quebrada Cafayate
Quebrada Cafayate
Quebrada Cafayate
Quebrada Cafayate
Quebrada Cafayate
Blueberry Pancakes 🥞🫐
Flussbett-Wanderung in der Quebrada

Nach einer ruhigen Nacht machten wir uns morgens, als die Sonne noch nicht so hoch am Himmel stand, auf den Rückweg nach „Cafayate“. Simon wollte noch gerne mit der Drohne über Canyon und Fluss fliegen so dass wir an einem der Aussichtspunkte dafür stoppten. Während ich uns Kaffee kochte ließ Simon die Drohne starten und prallte leider im Rückwärtsflug gegen einen der Berge. 😫 Drei der vier Rotorblätter gingen dabei kaputt wobei wir diese relativ einfach durch die vorhandenen Ersatzblätter austauschen konnten. Aber die Kamera lieferte beim Neustart leider nur verwackelte Bilder und auch ein Arm wurde leicht beschädigt. So fuhren wir leider ohne schöne Luftaufnahmen hinab ins Tal wo wir direkt zwei Wäschereien ansteuerten um die Preise zu vergleichen. Wir gaben bei einer davon unsere Bettwäsche sowie die restliche Schmutzwäsche, welche sich innerhalb der letzten zwei Wochen angesammelt hatte, ab. Abends gegen 20 Uhr könnten wir sie wieder abholen und der Preis von 1.000 Pesos (ca. 3 €) erschien uns auch mehr als fair. Gegenüber fragten wir bei einem Optiker nach einem eventuell passenden kleinen Torx um unsere Drohne zu reparieren aber leider hatte weder dieser noch der nahegelegene Handwerksladen einen derart kleinen für uns. 😕 An der Tankstelle gab es mal wieder keinen Diesel aber wir konnten immerhin unseren zwischenzeitlich komplett leeren Wassertank auffüllen und die Campingtoilette ausschütten. Außerdem sahen wir dort noch einige der vielen schönen Oldtimer, welche wir zum Teil bereits auf der Fahrt in die Stadt gesehen hatten. Die meisten trugen europäische Kennzeichen (u.a. UK, IT, DE, B, CH). Sie alle gehörten zur „Lima to Cape Horn 2022“. Danach machten wir uns auf den Weg zu einer im Reiseführer beschriebenen Wanderung. Es ging rund 7 km vom Ort weg immer entlang bzw. zum Teil auch durch das ausgetrocknete Flussbett bis zu einer Schlucht mit Wasserfällen und Badebecken. Als wir am Eingang der Schlucht ankamen wurden wir von Einheimischen in Empfang genommen die uns zu unserer großen Überraschung mitteilten, dass wir nur in Begleitung eines Guides das letzte Stück zum Wasserfall gehen dürften. Die hierfür verlangten 1.000 Pesos pro Kopf waren es uns eigentlich nicht wert zumal wir auch sehr gerne ohne Guide weitergegangen wären. Daher lehnten wir dankend ab und waren gerade im Begriff zu gehen als uns einer der Guides anbot, uns für den halben Preis zu begleiten und ab dem ersten Wasserfall auf eigenes Risiko alleine weitergehen zu lassen. Da wir den weiten Weg ansonsten umsonst gelaufen wären stimmten wir dem zu und die knapp 3 € waren es dann auch wirklich wert. Ab hier wurde der Wanderweg richtig, richtig schön und wir mussten über viele Steine klettern und auch immer wieder den Fluss queren. Der „Río Colorado“ führte tatsächlich Wasser, welches auch für die Bewässerung der vielen Weinreben im Tal genutzt wird, und in der engen Schlucht wuchsen wieder viele der großen Säulenkakteen. Leider trat ich einmal daneben so dass ich letztlich mit beiden meiner schönen, neuen Wanderschuhe im Wasser landete. 😲 Unser Guide „Franco“ brachte uns wie versprochen bis zu einem ersten, kleinen Wasserfall um dann kehrt zu machen. Wir kraxelten alleine weiter und konnten den Weg auch mehr oder weniger gut ausmachen. Aus dem Nichts kamen uns lustigerweise die beiden deutschen Backpacker entgegen welche wir zuvor bereits in Salta auf dem Supermarktparkplatz getroffen hatten. 😂 Wir unterhielten uns kurz mit ihnen um dann weiter in Richtung des 10 m hohen Wasserfalls am Ende des Weges zu laufen. Da es zwischenzeitlich aber bereits nach 15 Uhr war, meine Kräfte langsam nachließen und wir den ganzen Weg auch wieder zurück bis in die Stadt gehen mussten entschieden wir an einem kleineren Wasserfall mit schönem Badebecken die Tour zu beenden. Wir erfrischten uns noch ganz kurz in dem nur 6 Grad „warmen“ Wasser und stärkten uns mit unserem mitgebrachten Mais-Kuchen bevor wir uns auf den Rückweg machten. Um etwas Zeit und Weg zu sparen gingen wir diesmal die geschotterte Straße entlang bis nach „Cafayate“ zurück und folgten nicht mehr dem Wanderweg. Gegen 18 Uhr kamen wir wieder an unserm außerhalb beim Start des Weges geparkten Van an. Wir parkten um an die zentrale Plaza und schauten uns bei den dortigen Restaurants um, um den schönen Tag mit einem leckeren Essen zu beenden. Diese öffneten allerdings erst um 20 Uhr und so schlenderten wir noch ein wenig durch die Stadt bzw. holten unsere Wäsche ab. Abends aßen wir dann ein ganz gutes drei Gänge Menü für lediglich 5 € pro Kopf bevor wir tot müde in unser bequemes Bettchen fielen.

Start unserer Wanderung
In der Schlucht angekommen
Abendessen 😋

Am kommenden Morgen unterhielten wir uns sehr nett mit einem älteren, argentinischen Pärchen welches ebenfalls mit ihrem nagelneuen, zum Camper ausgebauten Renault Master 3 unterwegs war. Sie hatten gleichfalls an der etwas außerhalb gelegenen Plaza direkt vor uns übernachtet und wollten in dieselbe Richtung weiter fahren wie auch wir. Unser nächster Ziel war „Tafí del Valle“ von wo aus man wohl eine sehr schöne, abschüssige Fahrradtour zu einem See sowie entlang eines Flusses unternehmen kann. Problem war nur, dass unsere Räder durch die vielen Erdstraßen der letzten Tage völlig eingestaubt und verdreckt waren. 🙊 Daher steuerten wir eine Autowäscherei an wobei dies keine automatischen Waschanlagen oder Waschstraßen sind wie wir sie aus Deutschland kennen, sondern hier wird noch alles gründlich von Hand erledigt. Die Erste hatte leider keine Zeit und bei der Zweiten wären wir nicht die steile Auffahrt hinaufgekommen. Aber er machte uns für umgerechnet 1,50 € sofort und ohne zu zögern unsere beiden Fahrräder mit dem Dampfdruckstrahler sauber. Somit sollte der Radtour also nichts mehr im Wege stehen. 👍 Wir kauften bei einem der Marktstände noch etwas Obst und als wir zum Van zurückkamen, welchen wir mittlerweile wieder an der zentralen Plaza geparkt hatten, sahen wir dort bereits einen Polizisten stehen. Auf unsere Frage hin, ob es ein Problem gäbe meinte er, dass es verboten wäre mit Bussen hier zu parken da diese zu groß wären. Wir hatten die Hinweistafel an der Straßeneinfahrt zuvor auch zur Kenntnis genommen aber da wir bereits am Vorabend dort geparkt hatten, wohlgemerkt mit mindestens 10 anderen zum Teil deutlich größeren Campern, sahen wir kein Problem darin hier noch einmal zu parken. Wir erklärten ihm, dass wir nur kurz zum Einkauf auf dem Markt waren und direkt auf dem Sprung wären worauf die Welt für ihn sofort wieder in Ordnung war und er sich sogar bei uns entschuldigte. 😅 An der anderen Tankstelle bekamen wir dann sogar noch Diesel und so konnten wir beruhigt über die Ruta N40 die ca. 50 km bis zu den „Ruinas de los Quilmes“ weiterfahren. Wir zahlten die Eintrittsgebühr (500 Pesos p.P.) und machten auf dem Parkplatz dort erst einmal gemütlich Kaffeepause bzw. bereiteten den Hefeteig für die Pizza am Abend vor. Gegen 17 Uhr, als es nicht mehr so heiß war und der Wind am Nachmittag wie üblich wieder auffrischte, machten wir uns auf zu den Ruinen. Zur einführenden Erklärung konnten wir als Erstes ein gut gemachtes und englisch Untertiteltes Video anschauen welches uns das Volk der „Quilmes“ näherbrachte. Sie kamen ca. 800 n.C. als Nomaden um sich hier niederzulassen. Zu Hoch-Zeiten lebten geschätzt 7k bis 8k Menschen hier. Der restaurierte Teil beträgt lediglich 10% der Gesamtfläche. Die meisten Überreste befinden sich rundum zwischen den großen Säulenkakteen. Auf einem der Hügel konnte man die verbliebenen Reste der Festungsanlage sehen und auf den anderen konnte man hinaufsteigen, um von oben die Ruinen zu betrachten. Die Anlage liegt super schön am Hang da die besser gestellten „Quilmes“ wohl weiter oben lebten als das gewöhnlich Fußvolk. Sie konnten den Incas trotzen, in dem sie mit ihnen Handel trieben und auch die ersten beiden Angriffe der spanischen Invasoren konnten sie abwehren. Beim Dritten im Jahr 1665 hatten sie allerdings keine Chance mehr gegen deren Schusswaffen und so wurden die meisten getötet oder an den „Río de la Plata“ nach „Buenos Aires“ ins Exil verbannt. Nur sehr wenige überlebten oder konnten sich in die umliegenden Berge retten. 😥 Wir überlegten kurz, hier eventuell in der Einöde zu übernachten. Entschieden dann aber letztlich doch, die noch verbleibenden 75 km bis nach „Tafí del Valle“ zu fahren. Es ging erneut entlang kurvenreicher Straßen über grasbewachsene Berge auf denen Nutztiere weideten. Wir kamen erst spät gegen 20 Uhr an unserem Ziel an, wo wir uns nach Übernachtungsgelegenheiten umschauten. Letztlich fanden wir ein ruhiges Plätzchen am zentral gelegenen Busbahnhof.

Frisch geputzte Räder 🚲
Die „Ruinas de Los Quilmes“
Was für eine tolle Lage! 😮
Die „Ruinas de Los Quilmes“
Ausgrabungen im dazugehörigen Museum

Am Samstagvormittag schauten wir uns in dem nicht wirklich sehenswerten Ort „Tafí del Valle“ um. Wir erkundigten uns bei der Touri-Info nach der Radtour, welche aus dem Ort hinaus die ganze Zeit über abschüssig am See vorbei und immer entlang des „Río de la Sosa“ geführt hätte. Leider konnte uns die Mitarbeiterin nicht sagen, ob die Möglichkeit bestünde die Räder am Ende die Tour in einen öffentlichen Bus zu packen um mit diesem wieder zum Ausgangspunkt zurück zu gelangen. So entschieden wir, auf Grund des starken Windes an diesem Tag, die Radtour sein zu lassen und fuhren stattdessen mit dem Van an den See. Dort wollten wir den restlichen Tag verbringen und auch übernachten. Prinzipiell wäre es sogar möglich gewesen dort zu angeln aber der niedrige Wasserstand machte das Fischen leider selbst vom Steg aus unmöglich. Wir parkten unseren Bus bestmöglich vor einer der vielen feststehenden Sitzgelegenheit um möglichst guten Windschutz zu haben. Plötzlich sah ich von der Bank aus ein uns gut bekanntes Auto auf den See zusteuern: Das französische Paar mit seinen beiden kleinen Kindern, welche wir zuvor bereits 3x an den verschiedensten Orten getroffen hatten. 😍 Und dass, obwohl die beiden eine völlig andere Route als wir verfolgen und mitunter wüsten Zick-Zack Kurs fahren. Sie kamen gerade aus Bolivien und waren nun erneut auf dem Weg nach Brasilien, um dort bei Bekannten die reparierte Drohne sowie Weihnachtspäckchen für die Kinder abzuholen. Apropos Drohne: Als wir „August“ von unserem Missgeschick und dem benötigten, aber nicht vorhandenen Werkzeug erzählten, kramte er kurzerhand in seinem Van und zauberte tatsächlich den 1mm Torx hervor. 😁 Mit diesem konnte Simon auch unsere Drohne wieder reparieren und wir hoffen, dass sie beim nächsten Test wieder richtig funktionieren wird. Leider konnten die Franzosen nicht über Nacht bleiben, sondern mussten wegen ihrer Wäsche wieder zurück in den Ort. Wir sind echt gespannt, wann und wo sich unsere Wege wohl wieder kreuzen werden. 😅 Als wir uns verabschiedet hatten rasierte mir Simon draußen auf der Wiese noch meinen under cut nach bevor ich mich unter die warme Dusche stellte. Die Haarwäsche war auch diesmal wieder längst überfällig… 🙈🙊🙉 Am Abend fuhr noch der lokale Dorf-Polizist vorbei und gab uns grünes Licht für die Übernachtung am See. Wenn etwas sein sollte oder wir ihn bräuchten, dann wäre er quasi in dem kleinen Häuschen um die Ecke oder wir sollten einfach den Notruf wählen. 👍 Danach machten wir aus unserem restlichen Pizzateig vom Vortag noch einmal drei leckere Pfannen-Pizzen und mit der restlichen Frischhefe setzte ich noch einen Brotteig für den kommenden Morgen an. Zur Feier des Tages (am 05.11. war unser sage und schreibe 25.ster Jahrestag ❤) hatte ich zum Essen unseren schönen Teelichthalter auf den Tisch gestellt. Leider übersah Simon diesen, als er gegen später den Tisch abwischte und fegte die Kerze dabei vom Tisch. Schöner Mist… Das Kerzenwachs hatte sich auf die diversesten Gegenstände verteilt und so durften wir erst einmal eine ganze Weile Wachs abkratzen. Zum Glück bekamen wir, bis auf die Kissenhülle, alles wieder sauber! Kerzen zünden wir ab sofort also, wenn überhaupt, nur noch im Freien an. 😕 Als kleine Entschädigung durften wir dann im Dunkeln noch einen herrlichen Blick über den See auf das gegenüber am Hang liegende, erleuchtete „Tafí del Valle“ genießen.

Frühstück mit herrlicher Aussicht
Mal wieder ein toller Stellplatz

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert, bitte nicht wundern!