NEW BLOG POST 🇨🇱 (06.01. – 10.01.2023) Nationalpark Torres del Paine

Am Freitag hieß es Wecker stellen und wir mussten uns bereits um 6 Uhr aus den Federn quälen. Normalerweise bin ich unter der Woche jeden Tag um diese Uhrzeit aufgestanden aber wir haben uns mittlerweile schon so an das Ausschlafen gewöhnt als dass es richtig, richtig schwer fällt so früh aus dem Bett zu krabbeln. 🙈 Für diesen Tag hatten wir eine geführte Tagestour durch den Nationalpark „Torres del Paine“ gebucht und wir sollten bereits zwischen 7:00 und 7:30 Uhr an dem Wahrzeichen „El Mano“ (= die Hand) wenige Meter entfernt von unserem Stellplatz abgeholt werden. Nach dem wir zumindest einen Schluck Kaffee getrunken und das Vesper für den Tag in die Rucksäcke gepackt hatten begaben wir uns zu dem besagten Treffpunkt. Dort wurden wir auch pünktlich um halb acht von einem bereits fast voll besetzten Mini-Bus abgeholt. 🚐 Unser Guide „Alice“ stammte aus Brasilien, sprach aber sowohl flüssig Spanisch als auch Englisch. Da die Gruppe hauptsächlich aus englischsprechenden, ausländischen Gästen bestand hatte sie es relativ einfach und musste nicht alles mehrfach wiederholen. Insgesamt bestand die Gruppe aus 14 Reisenden plus unserem Guide sowie dem Fahrer. Wie erhofft spielte das Wetter an diesem Tag wirklich gut mit und wir konnten bereits auf dem Weg in den Nationalpark die drei namensgebenden Türme (= „Torres“) sehen. Oftmals warten Wanderer tagelang auf diesen Anblick, weil sich die Bergspitzen gerne in den Wolken verstecken und wir hatten bereits auf Anhieb solch ein Glück. 😍 Von dem Viewpoint an der „Laguna Armarga“ aus hatten wir einen guten Blick auf das Felsmassiv sowie die Lagune, in der einige chilenische Flamingos nach Nahrung suchten. Vom „Lago Sarmiento Viewpoint“ aus hatten wir ebenfalls herrliche Ausblicke, unter anderem auf das schneebedeckte Massiv des „Macizo Paine“, dem mit 3.500 Metern höchsten Berg innerhalb des Nationalparks. Der nächste Halt war am „Lago Pehoe“ von wo aus wir ein paar Meter bis zum beeindruckenden Wasserfall „Salto Grande“ liefen. Hier zwängen sich die Wassermassen des „Río Paine“ durch eine enge Schlucht und schießen mit gebündelter Kraft über die Felsen hinweg. Weiter ging es zum „Grey Gletscher“ wo wir unter anderem für eine Mittagspause stoppten. Heute waren wir ausnahmsweise auch mal als hop-on/hop-off Foto-Touristen unterwegs. 😅 Dafür konnten wir aber viel in kurzer Zeit sehen, mussten die Schotterpisten nicht alle selbst fahren und konnten das hervorragende Wetter an diesem Tag bestens ausnutzen. Nach dem wir uns im Außenbereich des dortigen Restaurants mit unseren mitgebrachten Sandwiches gestärkt hatten liefen wir noch zum Strand am Gletschersee hinab. Hier blies erstmals und einmalig an diesem Tag ein extrem starker und noch dazu eisig kalter Wind der mir extrem in den Ohren schmerzte. Trotzdem liefen wir bis etwa in die Mitte des Strandes von wo aus wir einen Blick auf die immer noch weit entfernt liegende, gewaltige Gletscherzunge werfen konnten welche den See speist auf dem auch ein kleiner Eisberg schwamm. 🤩 Die südlichen Eisfelder hier bilden übrigens, nach der Antarktis und Grönland, die größten Süßwasserreservoirs der Erde. Zurück im Kleinbus verließen wir gegen 15 Uhr den Nationalpark auch schon wieder um noch einmal außerhalb an einem Viewpoint für ein paar Schnappschüsse zu stoppen. Von hier aus konnte man in der Ferne den Grey Gletscher sowie den „Lago Toro“ und die umliegenden Wälder sehen. Außerdem hatten sich tolle Wolkenformationen gebildete die einem Wattepad oder Frisbeescheiben ähnelten. Sie entstehen durch die besonderen Wetterverhältnisse hier in Patagonien und werden nicht zuletzt durch die starken Winde geformt. Der letzte Halt war an der „Cueva del Milodón“. Sowohl der Eintritt in den Nationalpark (35 USD p.P.) als auch der für die Höhle (11 USD p.P.) waren in dem Tour-Paket von 50 € pro Kopf nicht enthalten. Wir hatten uns die Tickets, auf Bitte des Tour-Veranstalters hin, bereits am Tag zuvor online besorgt. Aber wie schon zuvor im Nationalpark fanden auch an der Höhle keine wirklichen Ticketkontrollen statt. Diesmal wurde unser Ticket nicht einmal gescannt, das Geld hätten wir uns wohl sparen können. 🙄 Die Höhle an sich war enorm groß. Sie entstand durch einen urzeitlichen Gletscher, welcher sich vor Jahrmillionen nach einem Klimawandel in einen Gletschersee verwandelt hatte. Die durch den starken Wind entstandenen Wellen höhlten das Gestein aus und hinterließen diese mächtige Höhle. In dieser wurden 1842 diverse Knochen gefunden, unter anderem auch von dem sagenumwobenen „Milodón“. Hierbei soll es sich um ein zwei bis zweieinhalb Meter großes und eine Tonne schweres Tier gehandelt haben, welches in seiner Gestalt ähnlich der heutigen Faultiere gewesen sein soll. Es lief wohl hauptsächlich auf vier Beinen, konnte aber angeblich auch kurz auf den Hinterläufen sowie seinem Schwanz stehen. In dieser Haltung steht auch eine große Statue am Ortseingang nach „Puerto Natales“. Ob es das Tier so wirklich gegeben hat scheint wohl nicht zu 100% belegt zu sein wobei es im „British Museum“ in London wohl die hier ausgegrabenen Knochen zu sehen gibt. 🤷‍♀️ Von der Höhle aus war es nur noch ein Katzensprung zurück in den Ort so dass wir gegen 18 Uhr wieder an unserem Van abgesetzt wurden. Obwohl wir an diesem Tag nicht viel laufen mussten war ich abends doch ganz schön erschöpft. Vermutlich auf Grund der vielen Eindrücke, vielleicht war es aber auch mit dem frühen Aufstehen geschuldet. 🙊 Ich ruhte mich ein wenig aus während Simon die 20 Liter aus unserem Reservekanister ins Auto schüttete. Wir hoffen, dass wir so ohne einen Tankstopp in Chile (hier kostet der Liter Diesel ca. 1,40 €) zurück nach Argentinien gelangen werden wo uns der Liter Diesel nur noch rund 70 Cent kosten wird. Nach meinem Powernap drehten wir noch eine kurze Runde durch den Ort, um im Supermarkt noch ein wenig Obst zu kaufen bzw. online noch einmal kurz das Wetter zu checken. Die Vorhersage für die nächsten zwei Tage, welche wir auf eigene Faust im Nationalpark verbringen wollen, ist vielversprechend. 👍 Zurück im Bus kochten wir noch ein schnelles Pasta-Gericht und gingen relativ zeitig zu Bett.

Erster Blick auf die „Torres“ –
wir hatten tatsächlich auf Anhieb freie Sicht ☺️
Der Wasserfall „Salto Grande“
Der Berg im Hintergrund erinnert an ein Bett mit (Schnee-Bettdecke) 🛌
Jumping Julia 🤣
Der Rio Paine, gespeist mit Gletscherwasser
Besser hätte das Wetter nicht sein können 🌤
Auf dem Weg zum Grey Gletscher
(man beachte die Wolkenformationen)
Seht ihr den kleinen Eisberg?! 🤩
Blick auf den Lago Toro & die „Frisbee“ Wolken 😍
Die „Milodón“ Höhle ist wirklich riesig 😮

Am Samstag klingelte der Wecker erneut wieder um 06:00 Uhr in der Früh und riss uns unsanft aus dem Schlaf. Dennoch sprangen wir aus dem Bett da wir uns für diesen Tag die Ganztageswanderung zur Basis der „Torres del Paine“ vorgenommen hatten. Von unserem Stellplatz in „Puerto Natales“ aus bis zum Startpunkt der Wanderung lagen etwa zwei Stunden Autofahrt vor uns wobei die letzten 30-40 km Schotterpiste sein würden. Daher war an länger schlafen leider nicht zu denken. 😣 Nach dem uns der Morgenkaffee etwas Leben eingehaucht hatte und das Sandwich für die Tour getoastet war machten wir uns auf den Weg. Im Nationalpark angekommen zeigten wir dem Ranger unsere Tickets vor. Proaktive Ticketkontrollen finden hier wie gesagt nicht statt und es gibt auch keine Ein- oder Ausfahrts-schranken. Ich bin mir fast sicher, dass auch hier niemand fehlende Tickets bemerkt hätte. Das drei Tagesticket für den Nationalpark kostete übrigens 35 USD pro Person. Wir haben dieses ebenfalls vorab online erworben so dass lediglich der QR-Code gescannt werden musste. Von dort aus ging es noch wenige Kilometer weiter bis zum bereits sehr gut gefüllten Parkplatz, welcher zeitgleich der Startpunkt unserer Wanderung sein sollte. Wir stärkten uns dort noch mit einem Müsli bevor wir uns bei sehr angenehmen 18°C auf den Weg machten. Der erste Teil der Etappe führte stetig, aber angenehm bergauf. Es ging entlang des rauschenden Gletscherbachs „Río Ascencio“ und über einige Brücken, immer entlang von Wiesen und vereinzelten Bäumen. Von oben hatte man herrliche Ausblicke auf die hinter einem liegenden, sanften grünen Hügel sowie die surreal blauen Lagunen welche wir bereits am Vortag besucht hatten. Mitunter ging es neben uns ganz schön steil hinab was aber wiederum freie Sicht auf den Gletscherbach in der Tiefe bot. Am „windy pass“ hatten wir abermals großes Glück denn es war erstaunlicher Weise fast windstill. Wie wir aus eigener Erfahrung wissen, können die Winde hier zwischen 80-120 km/h erreichen aber heute war die Wetterlage erneut einfach perfekt. 🌤 Kurz darauf gelangten wir am „Refugio Chileno“ an. Die Hütte dient nicht nur als Übernachtungs- bzw. Campingbasis für all diejenigen, die auf den mehrtägigen Trecks unterwegs sind, sondern auch als Pausenort. Es gab Sitzmöglichkeiten im Freien und man hätte sich dort sowohl am Kiosk als auch in dem kleinen Restaurantbereich mit Essen und Trinken versorgen können. Wir machten uns jedoch ohne Stopp an Teil zwei der ersten Etappe welche uns bis zum Ziel, dem Aussichtspunkt auf die „Torres“, bringen sollte. Es ging weiter leicht bergauf und längere Zeit durch einen dichten Wald. Rein von der Kilometeranzahl her hätte ich an dessen Ende schon fast den Viewpoint vermutet aber leider war dem nicht so. 😮 Stattdessen stand dort ein Schild mit der Aufschrift: „Von hier aus noch ca. 45 Minuten bis zum Aussichtspunkt“. Außerdem wurde vor dem steilen Aufstieg gewarnt. Bis dato waren wir bereits drei Stunden (meist bergauf) gelaufen und langsam aber sicher spürte ich die Kraft in meinen Beinen schwinden. Ab jetzt hieß es, zumindest für mich, durchbeißen! 😬 Zum Glück hatte ich ausnahmsweise die faltbaren Carbon-Wanderstöcke von Rothwild im Einsatz welche mir sowohl bergauf als auch bergab eine wirklich große Stütze waren. 🙏 Das letzte Stück ging sehr steil bergauf und war noch dazu hochalpin. Das heißt wir mussten permanent über größere und kleinere Felsen kraxeln. Der Weg war schmal und noch dazu kamen uns Horden von Wanderern entgegen die sich bereits wieder auf dem Abstieg befanden. So musste man sich nicht nur seinen Weg suchen bzw. aufpassen wo man hintrat, sondern auch noch andauernd ausweichen und platzmachen. Erwartungsgemäß waren sehr viele Wanderer auf „DER“ Tagestour überhaupt unterwegs aber von diesem Teilstück einmal abgesehen kam man sich ansonsten zum Glück nicht wirklich in die Quere. Die „Torres“ versteckten sich bis kurz vorm Ziel hinter den Geröllbergen und kurzzeitig dachte ich, ich würde es nicht bis dahin schaffen. Aber irgendwann gelangten wir dann doch oben an und wieder einmal war der Anblick alle Mühen wert. 🤩 Vor uns türmten sich die drei gewaltigen Felsnadeln auf über deren untere Wände sich Wasserfälle direkt in den stahlblauen Gletschersee zu ihren Füßen ergossen. Hier windete es auch erstmals ein wenig und wir suchten uns ein geschütztes Plätzchen auf einem großen Felsen, wo der See in den Fluss mündete. Vor dieser einmaligen Kulisse ließen wir uns unser Vesper schmecken. 🥪 Leider wehte eine Böe den Deckel unserer Tupperdose ins Wasser und wir konnten ihn im Wasser unter den Felsen nicht wiederfinden. Vermutlich hatten ihn die Fluten direkt mitgerissen. So ein Mist! Falls also irgendjemand einen grünen, quadratischen Plastikdeckel finden sollte: Dieser gehört uns. 🙈🙉🙊🐵 Der Pausensnack gab mir merklich Energie zurück und so machten wir uns nach etwa 45 Minuten Rast an den Abstieg. Bis dahin waren wir übrigens viereinhalb Stunden unterwegs gewesen und hatten 11,3 km sowie sage und schreibe 980 Höhenmeter hinter uns gebracht. Die exakt gleiche Strecke mussten wir nun noch einmal gehen wobei sich der Rückweg, bei dem es nur noch 260 Höhenmeter zu bewältigen galt, nicht zuletzt deshalb einfacher gestaltete. Außerdem legte ich zwei kurze Snackpausen ein und so kamen wir gegen 20 Uhr zwar müde und ausgepowert, aber glücklich und voller schöner Eindrücke wieder an unserem Zuhause 🚐 an. Die Fußsohlen brannten und auch die Muskeln schmerzten nach den 23 zu Fuß absolvierten Kilometern. Deswegen gab es an diesem Abend nur noch einen schnellen, fertigen Asia-Nudelsnack sowie zwei Kekse bevor wir direkt in die Federn fielen. 😂

Auf eigene Faust in den Nationalpark
Nationalpark Torres del Paine
Start der Wanderung zur Basis der „Torres“
Blick ins Tal auf den rauschenden Gletscherfluss
Das letzte Stück Aufstieg war mega anstrengend 😬
Aber die Strapazen haben sich gelohnt (über die Steilwände ergießen sich Wasserfälle in den See)
So sehen Helden aus 😅
Und ab geht’s wieder steil nach unten 🙈
Welch herrliche Landschaft
Ohne meine Stöcke hätte ich es vielleicht nicht gepackt

Da unsere Muskeln und Füße von der langen Vortageswanderung noch etwas schmerzten, verbrachten wir den Sonntag relativ bewegungsarm in unserem Van auf dem Wanderparkplatz. Hier hatten wir, zu Füßen der „Torres del Paine“, auch eine sehr ruhige Nacht verbracht. Simon nutzte die Zeit um weitere YouTube Videos zu erstellen und ich benötigte eine ganze Weile, um die Erlebnisse der vergangenen zwei Tage für den Blog zusammenzufassen. 😄 Das Wetter spielte erneut richtig gut mit, wenngleich es ein wenig bewölkter war als die Tage zuvor. Dafür war es mit 21°C noch wärmer und nachmittags wurde es fast ein bisschen schwül. Prompt meldete sich leider auch mein Heuschnupfen mit sämtlichen Symptomen. 🤧 Am Abend rollte ich dann noch seit längerem mal wieder die Yoga-Matte aus und genoss die Zeit für mich in dieser herrlichen Kulisse. 💕

Was für ein herrlicher Stellplatz

Am Montag fühlten wir uns wieder fit genug für eine weitere, aber deutlich kürzere sowie einfachere Wanderung. Es schien erneut die Sonne aber diesmal war der patagonische Wind in all seiner Härte wieder deutlich spürbar. 🌬 Zum Glück war es sowohl während unserer Tageswanderung als auch während unserer Tagestour super windstill. Nach dem wir gefrühstückt hatten verließen wir unseren Stellplatz und fuhren einige wenige Kilometer die Schotterpiste entlang bis zum „Mirador Laguna Larga“. Auf der Fahrt dorthin konnte ich tatsächlich einen ausgewachsenen, prächtigen Puma entdecken der ganz entspannt durch die Graslandschaft schlenderte. 😮 Wir stellten unseren Bus am Aussichtspunkt ab von wo aus ein kleiner Trampelpfad durch die hügelige Graslandschaft führte und immer wieder herrliche Blicke auf die Berge sowie die Gletscherlagunen feilbot. Entlang des Weges wuchsen auch einige „El Calafate“ Sträucher deren Beeren sowohl in Farbe als auch in Form der Heidelbeere ähneln. Allerdings haben sie viele Kerne und ich habe wohl keine einzige reife, süße Beere erwischt. Meine schmeckten alle säuerlich. 😣 Außerdem konnten wir wieder zahlreiche Guanacos erblicken. Bis zum Ziel der Wanderung, dem „Mirador Nordenskjöld“, waren es etwa dreieinhalb Kilometer. Und wie so oft: Sobald man sich etwas abseits der ausgetrampelten Pfade bewegt begegnet einem plötzlich keine Menschenseele mehr. 😊 Lediglich auf unserem Rückweg (leider gibt es hier im Nationalpark kaum Rundwege) trafen wir auf eine Busgruppe die sich gerade ein paar Meter vom Aussichtspunkt in Richtung Wanderweg entfernt hatte. Zurück am Bus windete es immer noch recht heftig weswegen wir einige Kilometer weiter bis zu einem der Eingänge in den Nationalpark fuhren. Dort fanden wir vor dem Ranger- bzw. Toilettenhaus etwas Schutz vor dem Wind. Nach der Kaffeepause nutzten wir noch einmal die Zeit um an den Laptops zu arbeiten bevor es abends auf Simons Wunsch hin mal wieder Thunfisch-Pizza gab. 🍕

Zweite Wanderung im Nationalpark
Da hält jemand Wache
Auf dem Weg zum „Nordenskjöld“
Der Rest der Familie?! 🤔
Geschafft 😂

Da es am Dienstag erneut super windstill war und abermals die Sonne von einem strahlend blauen Himmel schien blieben wir noch einen Tag länger im Nationalpark. Zumal ein weiterer Tag Pause willkommen schien und es bis zu unserem nächsten Ziel „El Calafate“ (übrigens wieder auf argentinischer Seite) wieder rund 400 km zu fahren gilt. Wir verbrachten den Tag, mit Ausnahme eines kurzen Spaziergangs zum „Lago Sarmiento“, auf dem kostenfreien Parkplatz vorm Nationalparkeingang wo wir bereits die Nacht verbracht hatten. Simon stellte zwei weitere YouTube Videos fertig und ich nutzte den Augenblick, um fürs Frühstück selbstgemachte Vollkornbrötchen sowie für den Nachmittagskaffee saftigen Pfirsichkuchen im Omnia zu backen. Außerdem war es mal wieder an der Zeit neue Spanisch-Vokabeln rauszuschreiben und diverse Fotos wollten für die kommenden Insta-Beiträge bearbeitet werden. 📷 Ansonsten genossen wir einfach das bombastische Wetter sowie die Aussicht auf die Berge. 🌤🌄😎 Am Abend wurden wir, unerwarteterweise, freundlich aber sehr bestimmt vom Ranger des Platzes verwiesen. Scheinbar darf man auf jedem der Stellplätze innerhalb des Nationalparks nur eine Nacht verbringen. Wir wussten jedoch nichts davon und es stand auch nicht auf dem Aushang am Eingang. 🤨 So blieb uns also nichts anderes übrig, als nach unserem Abendessen noch ein paar Kilometer weiter zu fahren. Wir fanden unweit einen noch viel schöneren Stellplatz an einem Aussichtspunkt, von wo aus wir eine herrliche Sicht auf die untergehende Sonne vor dem „Lago Sarmiento“ sowie den Bergketten des Nationalparks hatten. 👍

Frische, lauwarme Brötchen zum Frühstück 😋
Traumkulisse 🥰
Blick aus dem Heckfenster (vom Bett aus!)
Sonnenuntergang 🌅 über dem Lago Sarmiento

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

P.S.: Wenn euch unser Blog gut gefällt (was ich sehr hoffe) dann freuen wir uns über jedwede noch so kleine oder große Spende in unsere Kaffee- oder Dieselkasse als kleines Dankeschön und Anerkennung unserer Arbeit. ☕⛽🚐 

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NEW BLOG POST 🇦🇷 🇨🇱 (28.12.2022 – 05.01.2023) Ushuaia – Puerto Natales

Am Mittwoch schliefen wir gemütlich aus und hatten morgens wieder einen schönen Blick auf die verschneiten Berge. Ich wollte uns im nahegelegenen Supermarkt Eier fürs Frühstück kaufen aber scheinbar wurden diese vor Weihnachten alle aufgekauft. In keinem der Supermärkte waren welche erhältlich. 😕 Also kaufte ich stattdessen noch einmal beim Bäcker von den leckeren Croissants und unseren Toast aßen wir eben ohne Frühstücksei. Nach dem es vormittags noch leicht regnete wurde es gegen Mittag trocken und wir konnten noch die Promenade entlang spazieren. Wir schauten uns in der Touristen-Information um und konnten dort unsere Reisepässe noch mit ein paar verschiedenen „Ushuaia“ Stempeln verschönern. Von dort ging es weiter zu einer Tankstelle mit gutem und schnellem WLAN. An dieser konnten wir die drei zwischenzeitlich fertiggestellten YouTube Videos sowie den neuen Blog-Beitrag hochladen. 😛 Zurück in unserem kuschelig warmen Van duschte ich noch in Ruhe bevor wir uns eine geschlagene Stunde, wohlgemerkt bei sehr frischem Wind, vor dem Restaurant „El Marino Viejo“ anstellten. Wir hatten die Tage zuvor von unserem Parkplatz aus immer wieder Warteschlangen vor deren Tür gesehen und daraus den Rückschluss gezogen, dass das Essen dort wohl sehr gut sein muss. Und wir wurden in der Tat nicht enttäuscht. Wir wollten auf jeden Fall die lokale Delikatesse „Königskrabbe“ essen. 🦀 Da wir allerdings keine Lust auf das Herauspulen des Krebsfleisches hatten, und auch nicht die ganze Zeit mit der Schere herumhantieren wollten um an das Essbare zu gelangen, entschieden wir uns stattdessen für ein Tellergericht. Wir bestellten Krebsfleisch mit Garnelen in einer roten Salsa und bekamen beide in kürzester Zeit eine sehr üppige Portion serviert. Dazu bestellten wir noch ein Schälchen gelben Safran-Reis wobei die Baguette-Beilage vermutlich auch gereicht hätte. Es war nämlich bereits kurz vor 22 Uhr als wir unser Abendessen erhielten. Entsprechend hungrig waren wir und stürzten uns direkt auf das als Appetizer und Beilage gereichte Baguette mit Remoulade. 😅 Preis-Leistung stimmt in diesem Lokal auf jeden Fall und rechtfertigt den Andrang, mit dem das Personal und die fixe Küche aber sehr gut umzugehen weiß. Wir hätten uns gerne noch mit unseren Container-Buddys zum Plaudern und Essen getroffen aber leider stand bei ihnen schon die Weiterreise an und wir waren die Tage zuvor isoliert im Nationalpark. Schade drum aber ganz bestimmt wird sich die Möglichkeit irgendwann bieten falls sich unsere Wege wieder kreuzen sollten. Von unserem Restaurant-Tisch am Fenster aus konnten wir gut das „Hurtigruten-Express“ Kreuzfahrtschiff beim Anlegen beobachten (welches sogar Hybrid betrieben war) und uns am Folgetag sage und schreibe neun große Reisebusse auf unserem Parkplatz bescheren sollte. 😮

Das Anstehen hat sich gelohnt 😛
Nachtisch geht immer 😃

Donnerstags war das Wetter wirklich miserabel. Es regnete den ganzen Tag über und die Sonne ließ sich nicht ein einziges Mal blicken. So verbrachten wir fast die ganze Zeit im warmen und gemütlichen Bus. Diesen verließen wir am Nachmittag während einer Regenpause nur für einen kurzen Spaziergang durchs Zentrum und zum Supermarkt (wo es heute wieder Eier gab). Leider sind die Wetteraussichten für die kommenden Tage sehr ähnlich… Es soll oft bewölkt mit hoher Regenwahrscheinlichkeit sein. Wobei es hier meist gar nicht viel regnet, sondern eher fein nieselt. Aber bei den mitunter starken sowie böigen Winden fühlt es sich doch sehr kalt und unangenehm an. Die Antarktis ist eben nicht mehr weit entfernt… 🏔 So rau und stürmisch das Wetter hier auch ist, so faszinierend ist zugleich die dadurch geformte Landschaft. Trotzdem hoffen wir für unsere baldige Weiterfahrt auf Besserung da unser nächstes großes Ziel der Nationalpark „Torres del Paine“ in Chile sein soll. Natürlich würden wir die „Torres“ (= Türme) wahnsinnig gerne sehen wollen und wandern macht bei trockenem und sonnigen Wetter definitiv auch mehr Spaß. Auf Grund der Wetterlage haben wir uns dazu entschieden, dass wir uns am Silvesternachmittag drei Stunden „Day Spa“ in einem 5* Hotel in „Ushuaia“ gönnen werden. In der Sauna und im Whirlpool kann es uns dann egal sein ob es draußen Katzen hagelt. 😝

Blick auf den Hafen

Der Freitag verlief ähnlich unspektakulär wie der Donnerstag. Vormittags war es immer noch regnerisch und es blies ein sehr starker, eiskalter Wind. 🥶 So beschränkten wir uns erneut auf einen längeren Spaziergang zum Shopping-Center und nichts tun zu ist ja auch mal schön. Ich recherchierte noch ein wenig im Reiseführer die weitere Route und, wirklich ganz toll, wir hatten hier auf unserem zentralen Parkplatz super guten Radioempfang! 📻 Wenn mir eine Sache tatsächlich fehlt dann ist es Radio. Während unserer Überlandfahrten haben wir nämlich NIE Empfang und die immer gleichen, heruntergeladenen Lieder will man ja auch nicht hören. 😕 Deswegen war es wirklich schön sich mal wieder den ganzen Tag lang mit guter Musik berieseln zu lassen. Vor unserem Van trafen wir dann noch auf ein Ehepaar aus Karlsruhe-Hagsfeld denen selbstverständlich unser KA-Kennzeichen nicht entgangen war. Die beiden sind aktuell mit einer Reisegruppe per Bus- und Flugzeug unterwegs und wir unterhielten uns eine ganze Weile nett mit ihnen. Scheinbar gaben sie die Info an ihre Reisegruppe weiter denn in der Folge hörten wir immer mal wieder: „Ach schau – da sind die Karlsruher!“. 🤣

Und wieder pfeift der Wind 💨
Blick auf Ushuaia und den Beagle Kanal bei Tag…
… und Ushuaia bei Nacht

Silvester verbrachten wir ebenfalls noch in „Ushuaia“. Wir schliefen in Ruhe bis 10 Uhr aus und wenn ihr euch jetzt fragt, warum wir bitte die ganze Zeit so lange schlafen: Ich glaube, das liegt aktuell an den langen Tagen hier weswegen wir derzeit meist erst gegen 24 Uhr schlafen gehen. 😴 Außerdem stand heute außer chillen im Spa nichts weiter auf dem Programm so dass wir es ganz gemütlich angehen konnten. In der Touri-Info checkten wir noch einmal sämtliche Nachrichten auf den Handys bevor wir uns auf den Weg zum Hotel „Los Cauquenes“ machten. Wir hatten uns für den zweiten Slot von 14 bis 17 Uhr entschieden und dies war wirklich die aller beste Idee die wir für diesen Tag auch nur haben konnten. 😍 Der Wellnessbereich des 5* Hotels war zwar klein aber fein. In den Umkleidebereichen gab es je eine kleine Sauna für Damen und eine für Herren. Im Innenbereich befand sich der angenehm temperierte Swimmingpool mit herrlichem Blick auf den Beagle Kanal und die dahinter liegenden Berge sowie ein Whirlpool. Im Außenbereich auf der Terrasse gab es neben Liegen zwei weitere, 40°C warme Blubberpools und wir hatten einen stets ganz für uns alleine. Es war wirklich traumhaft schön, in dem warmen Wasser zu entspannen während es um einen herum nieselte und wolkenverhangen war. Und dabei noch die tolle Aussicht – was will man mehr! Vermutlich wird der Wellnessbereich zu diesen Uhrzeiten kaum von den Hotel-, sondern nur von den Day Spa-Gästen genutzt weswegen wir max. zu acht waren. ☺ Während ich so auf meiner Liege lag und aufs Meer blickte hatte ich ein wenig Zeit um die letzten Monate zu reflektieren und mein Fazit ist eindeutig: Wir haben ALLES richtig gemacht. 💕 Im Ruhebereich stand die ganze Zeit über Wasser sowie verschiedene Tees zur Verfügung und auch an den Äpfeln durfte man sich bedienen. Kurz vor Ablauf der Zeit bekamen wir dann noch je zwei leckere Sandwiches und einen Softdrink serviert und das alles in allem für ca. 27 € pro Kopf. 👍 Entspannt, frisch geduscht und geföhnt (juhu!) fuhren wir danach zu einem neuen Stellplatz am Flughafen von „Ushuaia“. Von dort oben aus hatten wir eine super Sicht auf die Stadt, die dahinterliegenden Berge sowie einen Teil vom Beagle Kanal. Wir entschieden, die Silvesternacht dort zu verbringen da wir die kleine Hoffnung hatten eventuell doch noch ein Feuerwerk sehen zu können. Übrigens standen hier am Flughafen alle Autos im Freien, dafür aber völlig kostenlos! 😯 Bei uns bezahlt man alleine fürs Ein- und Ausladen am Flughafen schon gefühlt 20 € Parkgebühr für 20 Minuten… Wir kochten gemeinsam ein schnelles, sehr leckeres kleines Dreigangmenü. Als Vorspeise gab es Guacamole mit Nachos, zum Hauptgang Fajitas mit Hackfleisch-Gemüse-Füllung und als Dessert Schokoladen-Fondue mit Obst. 😋 Das Feuerwerk um Mitternacht fand, wie schon vermutet, leider nicht statt aber dafür durften wir zuvor noch einen prachtvollen Regenbogen bewundern. 🌈 Kurz nach dem wir eingeschlafen waren wurden wir von heftigsten Winden im wahrsten Sinne des Wortes wachgerüttelt. Als hätte jemand einen Schalter umgelegt! An weiterschlafen war bei dem Wanken leider nicht zu denken so dass wir mitten in der Nacht den Stellplatz wechselten und zurück an den Hafen fuhren, wo wir bereits die vergangenen Nächte verbracht hatten.

Innen-Pool
Außen-Whirlpools
Und eine traumhafte Aussicht 😍
Time to relax 😌
Unser Silvester Menü
Kein Feuerwerk aber dafür ein toller Regenbogen 🌈

An Neujahr schossen wir den Vogel ab und schliefen sogar bis 11 Uhr. Wobei sich das für einen Neujahrmorgen ja auch eigentlich so gehört. 🤣 Nach dem späten Frühstück verabschiedeten wir uns nach über einer Woche von „Ushuaia“ und fuhren zur Tankstelle am Ortsausgang. Dort tankten wir noch einmal voll und füllten gleichfalls unseren Wassertank auf. Außerdem konnten wir dank des dortigen WLANS unsere Lieben anrufen. 🥰 So sehr ich diese Medien auch manchmal verfluche, weil sie mich oft einfach stressen, so sehr bin ich auch zugleich dankbar für sie. Denn so könnt ihr nicht nur fast live unsere Reise miterleben, sondern wir können auch problemlos telefonieren und der Clou dabei: Es kostet keinen Cent! Wie viele Münzen hat man dafür früher in Telefone werfen müssen und hatte noch dazu eine oft schlechte Verbindung?! 🙈 Bis wir mit allem fertig waren war es bereits nach 15 Uhr. Da der Himmel an diesem Tag aber nicht ganz so wolkenverhangen war wie die Tage zuvor und es nur ab und an leicht nieselte entschieden wir uns trotzdem noch für eine Wanderung. Etwa 15 km außerhalb der Stadt liegt die „Laguna Esmeralda“. Zu dieser führte ab dem dortigen Parkplatz ein etwa 4,5 km langer, gut ausgeschilderter Wanderweg. Wobei dieser auf Grund des beständigen Regens der letzten Tage eine wahre Schlammschlacht darbot. 😕 Auf dem Weg trafen wir auf ein jüngeres Pärchen aus Berlin mit dem wir uns während des Wanderns ein Weilchen unterhielten. Wie mittlerweile gewohnt wurden wir immer mal wieder leicht nass aber zum Glück regnete es nur schwach so dass wir die Regenjacken im Rucksack lassen konnten. Der Blick auf die Lagune bot ausreichend Entschädigung für die schlechten äußeren Umstände denn der Name ist hier tatsächlich Programm. Das vom Gletscher herabfließende Wasser verleiht der Lagune die surreale Eisgletscherbonbonfarbe. 🧊 Für einen kurzen Moment lang ließ sich auch die Sonne blicken so dass die Farbe noch besser zur Geltung kam. Von dort aus stapften wir durch den Matsch zurück in Richtung Parkplatz. Es ging erneut entlang des rauschenden Gletscherbaches, über Bohlen und Stege sowie in Teilen auch durch dichten Wald. Als wir fast am Ende des Weges angelangt waren konnten wir an dem großen Biberbau mit etwas Geduld dann tatsächlich auch noch einen ausmachen. 😃 Ich hätte niemals gedacht, dass Biber so groß und vor allem so fett sind! Leider habe ich kein Foto für euch, weil das Tier doch recht weit entfernt war aber ihr dürft euch schon jetzt auf die Videofolge freuen. Simon konnte ihn mit der Kamera nämlich ganz gut einfangen. Kurz vor 20 Uhr gelangten wir dann wieder am Van an. Wir fuhren noch knapp 70 km weit bis zu dem Stellplatz am „Lago Fagnano“ an welchem wir bereits auf der Hinreise eine Nacht standen. Dort angekommen wärmten wir unsere mexikanischen Essensreste vom Vortag auf bevor wir es uns mit einer weiteren Folge von „7 vs. Wild“ im Bett bequem machten. 😊

Neujahrswanderung zur „Laguna Esmeralda“
Seht ihr den Biber-Bau??? 🦫
Über Bohlen und Stege, aber hauptsächlich durch Matsch 🙈
An der Gletscherlagune angelangt 🤩

Die Nacht am See war erstaunlich ruhig obwohl wir morgens wieder von heftigsten Winden wachgerüttelt wurden. Auf der Wasseroberfläche tanzten mitunter ziemlich hohe Wellen so dass man glatt hätte meinen können man sei am Meer. Wir arbeiteten noch eine Weile an den Laptops und brachen nach unserem Müsli-Frühstück auf in das nahegelegene Örtchen „Tolhuin“. Von anderen Reisenden hatten wir den Tipp bekommen, dass wir dort unbedingt in der berühmten Bäckerei „La Union“ vorbeischauen sollten. Gesagt, getan! Allerdings waren wir sowohl von dem Ambiente, dass eher an eine Cafeteria in einem Bahnhof oder Flughafen erinnerte, als auch von den Backwaren eher enttäuscht. Vielleicht hatten wir uns aus der üppig bestückten Auslage aber auch einfach nur das Falsche ausgesucht. 🤷‍♀️ Nach unserer Kaffeepause fuhren wir, begleitet von sehr starken Windböen, noch knapp 180 km bis zur argentinischen Grenze bei „San Sebastian“. An der Tankstelle dort hatten wir ebenfalls schon bei unserer Hinreise übernachtet. Auf Grund der bis zu 80 km/h starken Böen war der Haupteingang zur Raststätte geschlossen und wir mussten durch den geschützteren Seiteneingang eintreten. Dort erfuhren wir, dass die Fähre (logischerweise) derzeit wegen des Windes nicht verkehrt und die Wetterprognose für morgen wohl noch schlechter sei. 🌬 Zum Glück hatten wir es nicht wirklich eilig und konnten uns so seelisch und moralisch schon einmal auf den kommenden Tag vorbereiten.

Der „Lago Fagnano“ vor dem Sturm

Nachts flachte der Wind, der uns am Abend noch ordentlich durchgepustet hatte, glücklicherweise deutlich ab so dass wir gut schlafen konnten. Erst gegen 5 Uhr am Morgen begann der Van wieder zu wanken. Dafür strahlte die Sonne von einem super blauen Himmel. Kein Wunder! Solchen Winden können nicht einmal die dicksten Regenwolken trotzen. 🤣 Wir kuschelten uns noch ein paar Stündchen im warmen Bett ein bevor ich dieses, nachdem die gegen später eingeschaltete Standheizung unseren Innenraum etwas aufgewärmt hatte, für die Morgenroutine verließ. Nach dem ich mich angezogen und frisch gemacht hatte hieß es Kaffee- und Teewasser aufsetzen. Wie jeden Morgen. 😄 Wir frühstückten dort noch um vor dem anstehenden Grenzübertritt das restliche Obst zu verwerten. Danach ging es auf zum argentinischen Grenzposten welcher sich direkt neben der Raststätte befand. Wie erwartet verlief das bekannte Grenzprozedere dort sehr zügig und kurz darauf konnten wir an die chilenische Grenze weiterfahren. Dort angekommen reihten wir uns erneut in die Warteschlange im Grenzhäuschen ein. Hier funktionierte das örtliche WLAN erstaunlicherweise ganz gut so dass wir das zwingend notwendige Einreise-Formular sogar Online ausfüllen konnten. 💻 Auch hier mussten wir nicht wirklich lange warten bis wir an die Reihe kamen. Wir erhielten je einen Stempel in unsere Reisepässe sowie das neue „TIP“ für unseren Van bevor wir an der Grenze vorfuhren. Auf die Frage hin, ob wir „verbotene“ Dinge dabei hätten händigte ich dem Grenzbeamten durch das Seitenfenster unsere halbe Zwiebel sowie den Rest der Knoblauchknolle aus. Daraufhin winkte er uns, zu meinem Erstaunen, direkt ohne weitere Blicke in den Innenraum durch. 😃 So konnten wir die Fahrt, begleitet von anhaltend starken Winden, bis an die Magellan-Straße fortsetzen. Da uns während dessen nur sehr wenige Autos entgegenkamen dachten wir uns bereits, dass der Fährverkehr nach wie vor eingestellt sei. Dort angelangt bestätigte uns dies dann auch die ca. 2 km lange Autoschlange vor der Fähre. So reihten wir uns als letztes Glied in die Schlange ein und genossen den großen Vorteil, einfach nach hinten in unsere „Wohnung“ umsteigen zu können. Ganz im Gegensatz zu den PKW-Insassen oder, noch schlimmer, den zahlreichen Motorradfahrern. 😕 Am Nachmittag kam plötzlich Leben in die Warteschlange und in der Ferne konnte ich die erste Fähre erblicken. Tatsächlich hatte sich der Wind gelegt und nach rund fünf Stunden Wartezeit konnten wir dann kurz vor 20 Uhr doch noch auf die Fähre auffahren. 🥳 Wobei uns die Warterei gar nicht so lange vorkam, unter anderem dank eines super spannenden Krimi-Hörbuchs. Die Überfahrt gestaltete sich glücklicherweise sehr ruhig und nach etwa 20 Minuten gelangten wir auf der anderen Seite an. Von der Anlegestelle aus fuhren wir noch ungefähr 40 Kilometer bis zu einem Stellplatz an einem Kiesstrand. Dieser lag direkt unterhalb der Straße aber dennoch außer Sicht- und Hörweite. 👍 Wir genossen noch kurz den Ausblick auf den ruhigen Pazifik (genau – wir befinden uns nicht mehr am Atlantik!) bevor wir glücklicherweise nur noch ein paar Nudeln zu unserer restlichen mexikanischen Bolognese abkochen mussten. Mittlerweile war es nämlich schon halb zehn. 🌙

Wir haben es dann doch noch nach Chile geschafft

So ruhig wie es bei unserer Ankunft am Abend auch war, so stürmisch wurde es leider wieder am frühen Morgen. Als Außenstehender kann man sich wahrscheinlich nur schwer vorstellen wie heftig der Wind am Van zerrt aber unser armer Bussi wird mitunter wirklich übel durchgerüttelt und geschüttelt. Wir können nur hoffen, dass nicht irgendwann die ein oder andere Befestigung darunter leiden wird. 😰 Nach einer Tasse Kaffee brachen wir dann auf und fuhren nach „Punta Arenas“. Rückblickend hätten wir uns den Umweg von 100 km getrost sparen können. Die Stadt bietet nichts was man gesehen haben muss. Zumal wir, an unserem ersten richtigen Tag in Chile, sowieso eher mit Banalitäten wie Geldbeschaffung und Lebensmitteleinkäufen zu tun hatten. Ersteres klappte relativ schnell und wir hatten bereits beim dritten Geldautomaten Erfolg. Letzteres gestaltete sich etwas schwieriger da wir im Ersten von uns aufgesuchten „Unimarc“ Supermarkt echt geschockt waren von den hohen Preisen. 😯 Nach zwei weiteren, erfolglosen Anläufen in großen Gemischtwarenläden wo es hauptsächlich Trockennahrung bzw. Süßwaren gab landeten wir letztlich doch wieder in einem „Unimarc“. Unsere Rechnung belief sich am Ende des Tages auf stolze 40 € und wir haben weder viel noch Vorräte eingekauft. Na das kann ja ein Spaß werden in Chile… Ehe wir uns versehen konnten neigte sich der Tag auch schon dem Abend zu und wir suchten einen ganz netten Stellplatz etwas außerhalb der Stadt auf. Dieser Befand sich im weitläufigen „Parque Chabunco“ mit vielen Bäumen, die uns Schutz vor eventuell aufziehendem Wind bieten konnten, sowie zahlreichen Grillstellen. Da meine Laune an diesem Tag nicht die aller Beste war übernahm Simon das Kochen. Irgendwie war der Tag heute anstrengend, mit den diversen Supermarktbesuchen etwas nervig und außerdem hatte ich bis auf ein super spätes Müsli-Frühstück um 13 Uhr sowie ein paar Keksen noch nichts gegessen. Unterzuckert bin ich leider wirklich unausstehlich was mir echt leid tut. Dazu noch der schlechte Schlaf, es sei mir verziehen! 🙈

An der Promenade in „Punta Arenas“
Blick hinter den Schriftzug
Der Friedhof in „Punta Arenas“ mit seinen Mausoleen

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag regnete es und als ich morgens den Rollo unserer vorderen Dachluke aufzog war dieser leider feucht. 😰 Simon montierte daraufhin die Verkleidung ab und wir konnten, glücklicherweise, weder feuchtes Dämmmaterial noch Holz entdecken. Das ist schon mal positiv wobei wir so natürlich auch nicht feststellen können, woher das Wasser kommt. So oder so werden wir vermutlich nicht darum herum kommen auch diese Dachluke neu zu verkleben. 😕 Nach dem wir gefrühstückt hatten machten wir uns auf den Weg in das ca. 250 km entfernt liegende „Puerto Natales“. Dort angekommen schauten wir uns erst einmal in dem kleinen Örtchen um. Hier herrschte eine entspannte Backpacker-Szene da der Ort als Tor in den nahegelegenen Nationalpark „Torres del Paine“ dient. Dementsprechend sah auch die Hotel-, Restaurant- und Café-Meile aus. Auch die Häuser hier, welche aus Wellblech und Holz gefertigt sind, versprühten jede Menge Charme. Hinzu kam noch die schöne Aussicht raus auf den Fjord, die vielen schwarzgehalsten Schwäne und die dahinterliegenden, zum Teil schneebedeckten Gipfel und Gletscher des Nationalparks. 😍 In einem der zahlreichen Cafés tranken wir am Nachmittag leider einen denkbar schlechten Espresso aber dafür war das Internet dort umso besser. 😅 Die Nacht verbrachten wir auf einem Parkplatz direkt am Ufer, ganz in der Nähe des Kunstwerks „El Mano“ (= die Hand). Diese sah 1:1 aus wie „die Hand im Sand“ in Punta del Este, Uruguay. Möglicherweise stammt sie von dem gleichen Künstler?! Dort wird auch der Startpunkt für unseren Ausflug in den Nationalpark sein wovon ich euch dann im kommenden Blog berichten werde. 😉

Kunstwerk „El Mano“ in „Puerto Natales“
Hier kann man schon den Nationalpark erahnen
An der Promenade in „Puerto Natales“

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

NEW BLOG POST 🇦🇷 (23. – 27.12.2022) Ushuaia

Bereits in der Nacht setzte der vorhergesagte Regen ein und weckte uns mit leichtem Prasseln auf die Dachluke, welche den ersten Regentest glücklicherweise mit Bravour bestand, auf. Nach dem Aufstehen hatten wir im ersten Moment etwas Sorge, ob der Wiesengrund vielleicht schon zu matschig geworden sein könnte als dass wir diesen ohne uns festzufahren wieder verlassen könnten. Aber dies erwies sich als völlig unbegründet und wir gelangten ohne Schwierigkeiten zurück auf die Schotterstraße. Wir passierten erneut die „Estancia Harberton“ und fuhren entlang der roten Moore sowie der zahlreichen Flussläufe, Tothölzer und Wälder den gleichen Weg zurück den wir zuvor gekommen waren. Diesmal bot sich uns jedoch ein herrlicher Ausblick auf zum Teil verschneite Berggipfel und bereits während der Fahrt lies der Regen nach. Wieder an der Ruta N3 angelangt bogen wir diesmal nach links in Richtung „Ushuaia“ ab. Dort angelangt stoppten wir an einer Tankstelle um auf deren Parkplatz erst einmal in Ruhe zu frühstücken. Als ich das erste Spiegelei in die Pfanne schlug bemerkte ich allerdings, dass die Gasflamme plötzlich erloschen war. Nach knapp viereinhalb Monaten waren unsere fünf Kilogramm Gas wohl aufgebraucht. 😯 Als wir in der „iOverlander“ App nach der nächstgelegenen Gasstation schauten zeigte diese eine in 160 Meter Luftlinie an. Und tatsächlich: Beim Blick aus dem Seitenfenster konnten wir das Gebäude sogar sehen! Mehr Glück kann man wohl nicht haben zumal es der 23.12., also kurz vor den Feiertagen, war. 👍 So füllten wir nach dem Frühstück ohne jegliche Probleme unsere Gasflasche wieder auf, bevor wir an der Tankstelle das dortige WLAN für Weihnachtsanrufe und Grüße nutzten. Danach fuhren wir hinunter in die Stadt wo wir im Supermarkt noch ein paar Lebensmittel für die Weihnachtsfeiertage einkauften. Wir erkundigten uns im besten Restaurant der Stadt nach deren Menü-Preisen, welche uns mit 250 € pro Person (inklusive jeweils passender Weinbegleitung) dann allerdings doch zu teuer war. 🙈 Die anderen zwei in Frage kommenden Restaurants hatten um die Uhrzeit noch geschlossen so dass wir auf Spontanität am Heiligabend setzten. Wir schauten uns noch auf der relativ touristischen Einkaufsmeile um wo wir einige nett aussehende Cafés und Bäckereien entdeckten. An einem der zahlreichen Parkplätze an der Uferpromenade trafen wir mal wieder (wenn auch diesmal fast erwartet) unsere Lieblingsfranzosen welche für die Nacht jedoch in den nahegelegenen Nationalpark weiterzogen. So übernahmen wir quasi ihren Stellplatz in 1A Lage ganz zentral in „Ushuaia“. Vom Inneren unseres Vans aus konnten wir sogar dem großen Kreuzfahrtschiff „Sapphire Princess“ beim Anlegen zuschauen. Es ankerte nur wenige hundert Meter von uns entfernt und auch ein größeres Militärschiff wendete direkt vor unserer Nase. Uns beiden war bis dato gar nicht klar gewesen, dass „Ushuaia“ für uns wohl ein sehr bedeutsamer Wegpunkt auf unserer Reise darstellte. Oder war es nur die grandiose Lage der Stadt, umgeben von schneebedeckten Berggipfeln sowie Wäldern direkt am „Beagle Kanal“ welche uns derart beeindruckte und emotional mitnahm??? 🤔 Im Hinblick auf diese sehr besondere Lage zogen wir übrigens, wie schon öfters seit unserer Reise durch Argentinien, auch mal wieder parallelen zu Neuseeland. Nur dass das Reisen im Land der Kiwis eindeutig kostspieliger ist als hier. Dafür sind in Argentinien die Entfernungen größer. 🤣 Aber ansonsten vereinen tatsächlich beide Länder ALLE nur erdenklichen Landschaftsformen.

Stellplatz an der „Estancia Harberton“
Blick auf die verschneiten Berggipfel 😍
Mehr Glück kann man nicht haben 😇
Am Wendepunkt angelangt 🥹
Stellplätze in 1A Lage 👍🏻
Blick auf die (Kreuzfahrt-) Schiffe inklusive 🚢

Am Morgen von Heiligabend wurden wir von den Lautsprecherdurchsagen an Deck des Kreuzfahrtschiffs geweckt. 😮 Aber bis dahin hatten wir auf dem Parkplatz eine wirklich sehr ruhige Nacht. Nach dem wir unseren frisch aufgebrühten Kaffee getrunken hatten fuhren wir erneut an die „YPF“ Tankstelle vom Vortag zurück an welcher wir kostenfrei die heißen sowie sauberen Duschen nutzen konnten. Dort frühstückten wir auch noch im Van die Leckereien, welche ich zuvor in der Stadt bei dem wirklich tollen Café „Tante Sara“ gekauft hatte. 🥐☕ In der Hoffnung, dass die Wettervorhersage stimmen und es gegen Mittag schöner werden würde machten wir uns auf zum Parkplatz beim „Glaciar Martial“. Von dort aus führte uns ein ca. 8 km langer, sehr schön angelegter Rundweg bis an die Gletscherzunge heran. Auf dem ersten Wegstück liefen wir durch ein grünes Wäldchen, immer entlang des rauschenden Gletscherbachs. Oben angelangt bogen wir offensichtlich auf die Piste ein welche im Winter für Abfahrtski genutzt wird wie unschwer am Lift zu erkennen war. Und der Anblick dort war einfach atemberaubend: Bereits von hier konnten wir hinunter aufs stahlblaue Meer und einen Teil der Stadt blicken. Wie großartig es wohl sein muss, an einem sonnigen Wintertag die Piste hinunter zu wedeln und dabei auf die verschneite Winterlandschaft sowie die Wellen auf dem Ozean blicken zu können?! ❤ Wobei auch wir zwischenzeitlich einen sehr angenehmen Sonne-Wolken-Mix genießen durften so dass sich die Temperaturen sogar sehr frühlingshaft anfühlten. Das letzte Wegstück bis zum Gletscher gestaltete sich dann etwas anspruchsvoller und steiler, war aber immer noch gut machbar. Der Pfad endete direkt unterhalb der Gletscherzunge und von dem Berg aus hatte man eine wunderbare Sicht hinunter auf „Ushuaia“. Man konnte den Flughafen, die beiden Buchten, das Meer und auch den (Yacht-)Hafen gut sehen. Nach einer Weile wurde es dann doch frisch und so machten wir uns an den Abstieg bzw. den Rückweg zum Parkplatz. Auf der Rückfahrt in die Stadt hatten wir dann leider einen kleinen (unverschuldeten) Unfall. Wir fuhren hinter einem weißen Mittelklassewagen die Straße hinab als dieser unerwartet mitten auf der Straße anhielt weswegen auch wir stoppten. Plötzlich legte der Fahrer den Rückwärtsgang ein und fuhr, offensichtlich ohne in den Rückspiegel zu schauen, zurück. Unser Hupen kam wohl zu spät denn im selben Moment krachte er auch schon in unsere Front. 😰 Die Emotionen kochten, insbesondere auf deren Seite, erst einmal ziemlich hoch und anfangs stellten sie es so dar als wären wir auf sie drauf gefahren. Wir konnten dies allerdings, nicht zuletzt wegen unserer „dash cam“, relativ schnell widerlegen. Hier zeigte sich aber auch mal wieder mein mangelnder spanischer Wortschatz. 😕 Wir bestanden auf die Polizei aber der Fahrer rief zuerst den Eigentümer des Mietwagens an mit welchem er gerade den Unfall verursacht hatte. Dieser erschien auch kurz darauf zusammen mit einem jüngeren Mann welcher wohl hätte übersetzen sollen aber nur sehr schlecht Englisch sprach. Sie wollten unsere Versicherungsunterlagen aber wir weigerten uns, diese ohne Polizei herauszugeben. Ansonsten hätte es vielleicht mit einer Teilschuld für uns und anteiligen Reparaturkosten geendet. Unser Wagen hatte, bis auf ein paar minimale Lackschäden, zum Glück nichts weiter. Nach einigem hin und her ließ man uns dann (ohne Polizei da ihrer Schuld wohl bewusst) von dannen ziehen. 🤷‍♀️ Auf diese Aufregung hätten wir an Weihnachten gut und gerne verzichten können! Wir parkten erneut unten am Hafen und liefen von dort aus zu den beiden Restaurants, welche wir am Vortag außerhalb der Öffnungszeiten angetroffen hatten. Leider hatten beide auch über Weihnachten zu und das einzige offene Restaurant, ein asiatisch-argentinisches Büffet-Restaurant, verlangte an Heiligabend stolze 50 € pro Kopf. Der Preis erschien uns für die angebotenen Speisen keinesfalls gerechtfertigt zumal wahrscheinlich nicht einmal Simon so viel hätte Essen können. So kochten wir also doch noch „Grillwurstgulasch“ und aßen unser restliches, immer noch knuspriges Baguette vom Morgen dazu. Glücklicherweise ist es abends extrem lange hell so dass wir selbst um 22 Uhr noch bei ausreichendem Tageslicht den Weg in den Nationalpark „Tierra del Fuego“ antreten konnten. Ab 17 oder 18 Uhr ist die Einfahrt kostenfrei und so sparten wir uns in Summe immerhin schlappe 20 € Eintrittsgebühr. 😉

Wanderung zum „Glaciar Martial“
Blick von der Skipiste aufs Meer 😎
Im Hintergrund die Gletscherzunge
Ausblick auf Ushuaia vom Gipfel
Gletscherbach
Rückweg

Die erste Nacht verbrachten wir auf einem von insgesamt drei kostenfreien Campingplätzen innerhalb des Parks welcher sogar gut vor Wind geschützt war. Simon wollte gerne ausschlafen was wir dann auch taten. Bei mir führte dies allerdings dazu, dass ich total matschig und mieslaunig mit Kopfschmerzen aufwachte. Zu viel Schlaf bekommt mir einfach nicht. 🤷‍♀️ Da es bereits kurz vor Mittag war frühstückten wir ausnahmsweise direkt nach dem Aufstehen. Unweit entfernt, unten an der Küste, lag das „südlichste Postamt der Welt“ welches am ersten Weihnachtsfeiertag allerdings geschlossen hatte. Vom steinigen Strand aus hatte man bereits eine tolle Sicht auf die gegenüberliegenden, zum Teil noch mit Schnee bedeckten Berge. Hier befindet sich auch der Einstieg zum Wanderweg „Senda Costera“ welcher sich one way etwa 8 km immer entlang der Küste schlängelt. Bei herrlichstem Wetter starteten wir unsere Wanderung. Nur der heftige Wind zwang uns dazu mehrere Lagen Oberbekleidung übereinander zu tragen. 😅 Wir liefen ca. 1/3 des Weges entlang welcher unglaublich schöne Ausblicke auf die in der Sonne tanzenden kleinen Schaumkronen auf dem Meer sowie die dahinter liegenden Berge bot. Anschließend machten wir kehrt und liefen den gut angelegten Wanderpfad zwischen Küste und Wald zum Stellplatz zurück. Von dort aus fuhren wir weiter bis zum Ende der Ruta N3 welches sich innerhalb des Nationalparks befindet. Weiter südlich kommt man mit dem Auto somit nicht mehr. Hier befand sich auch ein Schild mit der Aufschrift „von hier aus noch 17.848 Kilometer bis Alaska“. Na das wird ja ein Klacks! Etwas mehr als 16k Kilometer haben wir in den vergangenen fünf Monaten ja schon hinter uns gebracht. Wobei ich befürchte, dass es nicht bei dieser Angabe bleiben wird, sondern wir am Ende nach diversen Abstechern doppelt so viele Kilometer hinter uns gebracht haben werden. 🙊 Dort machten wir erst einmal Kaffeepause bevor wir die zweite Wanderung des Tages starteten. Diese führte uns als erstes zu einer Aussichtsplattform hinaus auf den Fjord und die kleinen Schären-Inselchen in der Bucht von „Lapataia“. Hier zweigte ein Wanderpfad ab welcher uns durch einen Ulmenwald und über Wiesenpfade bis zum Ufer brachte. Entlang des Weges konnten wir wilde Orchideen sowie Johannisbeersträucher entdecken. Am Ende gelangten wir bei einer kleinen Bucht mit einem winzigen Leuchtturm an. An den Felsen wuchsen diverse Muschelarten und das Wasser war mal wieder kristallklar und zu unserer großen Überraschung nicht einmal wirklich kalt. Wir setzten uns auf die Felsen am steinigen Strand und genossen die Aussicht hinaus aufs Wasser, die Inselchen sowie die zum Teil bewaldeten Berge im Hintergrund. Auf dem Rückweg liefen wir noch ein paar Meter weiter bis zu einer Aussichtsplattform etwas oberhalb von wo aus wir noch einmal einen tollen Rundumblick über die Bucht hatten. ☺ Von diesem südlichsten Zipfel aus fuhren wir wieder ein paar Kilometer zurück bis zum zweiten Campingplatz, welcher idyllisch vom Flussarm des „Brazo Ovando“ innerhalb der „Laguna Verde“ liegt. Dort lernten wir nicht nur unsere Instagram-Bekanntschaft „CuTe around the world(coester.blog), welche uns zuvor bereits freundlicherweise sehr gute Reisetipps gegeben hatten, endlich persönlich kennen. Wir trafen hier auch auf weitere Deutsche die jeweils mit großen Expeditions-Mobilen unterwegs sind. Florian stammt irrwitziger Weise ursprünglich sogar aus Ettlingen und reist mit seiner Frau Barbara und den beiden Kindern Benedikt und Emil, beide im Kindergartenalter, in einer alten IVECO-Feuerwehr mit selbst ausgebauter Wohnkabine seit einigen Monaten durch Europa und Südamerika. Falls euch deren Reise interessieren sollte schaut gerne mal auf ihrer Homepage „Vierim4x4“ vorbei. Das andere deutsche Paar ist ebenfalls in einem mächtigen MAN mit sehr geräumigen Wohnkabinen-Aufsatz unterwegs. Wir gesellten uns mit unseren Campingstühlen noch eine Weile zu ihnen bevor wir abends seit längerem mal wieder leckere Pfannen-Pizza zubereiteten während die anderen gemeinsam grillten. 🍕🍷🍗 Nach dem Essen setzen wir uns noch einmal zu ihnen bevor es dann irgendwann zu frisch wurde und wir uns in unser warmes, kuscheliges Bettchen verzogen. Bei unserer Ankunft war der Parkplatz noch ziemlich gut gefüllt gewesen aber als die Tagesausflügler weg waren blieben nur noch wenige Übernachtungsfahrzeuge übrig. 👍

Das südlichste Postamt der Welt 💌
Unterwegs auf dem „Senda Costera“ 🏔🥾🌤
Frei laufende Pferde 🐴
Am „Río Lapataia“ (Fjord mit Schären-Inseln)
Hier wachsen sogar Muscheln 🐚
Am Mirador angelangt
Nur noch 17.848 km bis Alaska 🤣
Neue Bekannte: Die zwei LKWs und
die rote Feuerwehr 🚒 haben ebenfalls deutschsprachige Besitzer

Durch die Sonne vom Vortag war unser Innenraum am Morgen noch schön aufgeheizt so dass wir auf das Anschalten der Standheizung getrost verzichten konnten. Wir frühstückten noch gemütlich an dem weitläufigen Stellplatz und fuhren von dort aus weiter bis zum nahegelegenen Besucherzentrum „Alakush“. Dieses mutet relativ neu und modern an und beherbergt neben einem recht großen Restaurant auch einen Souvenir-Shop sowie ein Informations-Zentrum mit Erklärungen zur hiesigen Flora und Fauna. Leider gab es dort kein Internet so dass wir uns ohne vorherigen Wetter-Check auf die dort beginnende Wanderung begaben. Der Himmel war zwar wolkenverhangen aber es sah nicht wirklich nach Regen aus. Und unsere Erfahrungen der letzten Tage hatten gezeigt, dass selbst eine Regenwahrscheinlichkeit von 70% mitunter nur wenige Tropfen oder kurze Schauer bedeuten kann. Der Weg startete direkt am Besucherzentrum und führte oftmals am Ufer vom „Río Lapataia“ entlang sowie durch relativ dichten Wald. In Ufernähe entdeckten wir sogleich eine große Robbe, welche sich offensichtlich ziemlich weit vom offenen Meer entfernt hatte und allem Anschein nach den ganzen Fluss hinauf bis hierher geschwommen war. 😯 Der gut ausgetrampelte Pfad führte uns über Stock und Stein bis zur grünen chilenischen Grenze. Vom Weg aus konnte man immer wieder auf die Berge auf der anderen Uferseite blicken. Zu Beginn der Wanderung waren deren Gipfel auch noch sehr gut zu erkennen aber als wir am Ende des Weges angelangten sahen wir deutlich eine Regenfront aufziehen welche die Bergspitzen plötzlich verschwinden ließ. Wir machten kehrt und liefen die gut 5 km wieder zurück zum Parkplatz. Durch den Wald waren wir jedoch gut vor Regen geschützt zumal sowieso nur einige wenige Tropfen fielen und wir es irgendwie schafften vor der Regenfront zu bleiben. 😅 Etwas unterzuckert schauten wir uns in der Cafeteria des Besucherzentrums um, konnten aber nicht wirklich etwas Verlockendes ausmachen. So fuhren wir zurück zum Postamt und befriedigten unsere Lust nach etwas Süßem dort im Van mit Schoko-Paradies-Creme in die wir Banane und Kekse dippten. 😛 Am zweiten Weihnachtstag hatte die Poststation sogar geöffnet und wir schafften es gerade noch rechtzeitig vor Ladenschluss hinein. Dem Stapel an Postkarten nach zu urteilen verschicken hier ziemlich viele ihre Urlaubsgrüße. Wir hingegen ließen uns nur unsere Pässe abstempeln und sind nun stolze Besitzer eines „fin del mundo“ Eintrags. Dieser kostete uns aber auch immerhin schlappe 700 Pesos, als umgerechnet ca. 2,50 € pro Kopf. Von dort aus fuhren wir weiter zum Dritten und somit letzten Campingplatz welcher ebenfalls sehr schön, umgeben vom „Río Pipo“ in einem kleinen Tal liegt. Dort trafen wir auch wieder auf die drei anderen Gefährte inklusive ihrer deutschsprachigen Besitzer. Da es mittlerweile auf nur noch 5 Grad abgekühlt hatte warfen wir unsere Heizung an und verbrachten den Großteil des Nachmittags und abends im warmen Van. Wir arbeiteten noch eine Weile an den Laptops bevor wir unser restliches Grillwurstgulasch mit Reis aßen und anschließend ganz gemütlich im Bett noch eine Episode von „7 vs. Wild“ schauten.

Wanderung am „Río Lapataia„
Ganz schön viel Wasser 😳
Immer wieder schöne Aussichten
Zum Glück blieben wir vor der Regenfront 🌧
Jetzt haben wir es schwarz auf weiß 😜

Am nächsten Morgen war der Himmel immer noch grau und es viel sogar leichter Schneeregen weswegen die Berggipfel wieder frisch eingezuckert waren. 😍 Zum Glück funktioniert unsere Standheizung einwandfrei und im Van hatten wir es kuschelig warm. Die Nacht am „Río Pipo“ war erwartungsgemäß ruhig und so konnten wir mal wieder ganz entspannt ausschlafen. 😊 Die drei anderen Fahrzeuge mit ihren jeweils deutschsprechenden Insassen verabschiedeten sich einer nach dem anderen von uns um die Weiterreise anzutreten. Wir machten uns nach dem späten Frühstück noch auf zur naheliegenden Wasserkaskade. Der Fluss hatte ganz ordentlich Dampf drauf und bei etwas höherem Wasserstand wäre Rafting bestimmt gut möglich gewesen. Nach unserem kurzen Spaziergang verließen dann auch wir nach 3 Nächten den schönen Nationalpark. Wir hatten zuvor immer wieder Warnungen erhalten, dass „Ushuaia“ insbesondere um die Weihnachtszeit herum total überlaufen wäre. Wir können diese Aussagen glücklicherweise nicht bestätigen. Die Camper-Dichte ist hier in der Tat zwar relativ hoch aber dennoch gibt es keinerlei Stellplatzprobleme. Weder in der Stadt, welche erfreulicherweise sehr viele kostenfreie Parkmöglichkeiten für Reisemobile bietet, und innerhalb des Nationalparks schon gleich gar nicht. Selbst die Kreuzfahrttouristen stören nicht weiter. Diese werden meist mit größeren oder kleineren Reisebussen für kurze Fotostopps angekarrt. Zeit für Wanderungen oder längeres Sightseeing scheint ihnen wohl gar nicht zu bleiben. Zumindest begegneten uns während unserer Wanderungen stets nur eine Hand voll Leute. 😃 Auf dem Rückweg in die Stadt stoppten wir an einem größeren „La Anónima“ Supermarkt um noch etwas Obst und Gemüse einzukaufen. Immer noch im Nieselregen gelangten wir wieder an unserem vorherigen Stellplatz an der Uferpromenade an. Dort ergatterten wir erneut einen Platz in 1A Lage mit Blick auf nun stolze fünf Kreuzfahrtschiffe. Wir liefen in das nahegelegene, super tolle und deswegen auch stets gut besuchte Café von „Tante Sara“ wo wir es uns bei Apfel-Nuss- und Käsekuchen gut gehen ließen. 😋 Das Wetter bot sowieso kaum andere Möglichkeiten als den Rest des Tages im Warmen und vor allem Trockenen zu verbringen. Da sich über die Feiertage eine nicht zu verachtende Anzahl an Whats App- und Instagram-Nachrichten angesammelt hatte waren wir recht lange dort. 😅 Spät am Abend bereiteten wir dann noch einmal Pfannen-Pizza zu, diesmal saftig mit Thunfisch, Zwiebeln und Mais belegt. Während wir aßen konnten wir aus unserem Seitenfenster heraus auf der gegenüberliegenden Straße eine lange Warteschlange vor einem Restaurant ausmachen. Und dass trotz dem Sauwetter! 😧 So legten wir nach unserem Abendessen noch einen kleinen Verdauungsspaziergang ein um die dortige Speisekarte zu checken. Das Essen auf den Tellern sah wirklich super aus und vermutlich werden wir dort am kommenden Tage einkehren um unser Weihnachtsessen nachzuholen.

Stellplatz am „Río Pipo“
Hier sieht man gut das Totholz
Die Strömung war echt ordentlich
An der Kaskade angelangt
Wohlverdientes Seelenfutter 😋

An dieser Stelle möchten wir uns auch noch einmal ganz herzlich bei allen bedanken, die in den letzten Tagen unsere Reisekasse aufgebessert haben:

  • Unsere Eltern Harald & Doris sowie Sigrid & Norbert
  • Marius
  • Jul
  • Yvonne
  • Panna
  • Patrick
  • Biberbus

Nicht zuletzt dank euch können wir uns solch schönen Extras leisten. 😍

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

NEW BLOG POST 🇦🇷 (16. – 22.12.2022) NP Bosques Petrificados – Estancia Harberton

Nach einer super ruhigen Nacht im Nirgendwo, kurz vor der Einfahrt in den Nationalpark „Bosques Petrificados de Jaramillo“, machten wir uns nach dem Frühstück auf zum nahegelegenen Parkeingang. Uns blieben noch ca. 8 km Schotterpiste bis wir schließlich an dem Ranger-Haus mit angegliedertem Museum ankamen. Zu unserer Überraschung kostete es keinen Cent Eintritt und der nette Ranger nahm sich sehr viel Zeit, um uns den Versteinerungsprozess zu erklären. 👍 Ich versuche mal diesen zusammen zu fassen: Vor ca. 150 Millionen Jahren wuchsen hier die zur Familie der Pinien gehörenden „Araucaria mirabilis“ Bäume. Sie konnten bis zu 1.000 Jahre alt werden und dabei eine Höhe von mehr als 100 sowie einen Durchmesser von bis zu 3,5 Metern erreichen. 😮 Zu der Zeit herrschte ein feucht warmes, tropisches Klima und auch die Dinosaurier stapften noch umher. Als der Superkontinent „Gondwana“ dann langsam, aber sicher auseinander driftete änderte sich plötzlich das Klima. Die Andenkette begann sich zu einem Gebirge aufzutürmen und viele Vulkane erhoben sich über die Landschaft. Bis zu 300 km/h schnelle Winde, die plötzlich über die Ebenen fegten, brachten viele der Baumriesen zu Fall. Die auf der Erde liegenden Baumstämme wurden mit einer dicken Schickt Vulkanasche bedeckt und dadurch quasi konserviert. Im Laufe der Jahrmillionen lagerten sich darüber weitere Mineralien ab, vor allem Silizium. Regen ließ die Mineralien in die Erde sickern und diese lagerten sich an Stelle der vormals organischen Materialien (Holz) ab. So entstanden nicht nur die versteinerten Bäume, selbst Regentropfen und Wellenmuster konnten auf diese Art zu Stein werden. Nach dem das Meer, welches zwischenzeitlich hier gewesen war wieder verschwand konnten erneute Winde langsam aber sicher die versteinerten Überreste der Baumstämme freilegen. Super spannend, oder?! Nach all den hilfreichen Informationen machten wir uns dann auf den etwa 2 km langen Rundweg, welcher durch einen kleinen Teil des Nationalparks führt. Überall verstreut lagen versteinerte Stammteile, aber auch mitunter bis zu über 40 Meter lange ganze Baumstämme waren dort zu sehen. 🧐 Auch der heute nicht mehr aktive Vulkan, dem all das erst zu verdanken ist, war in der Ferne zu sehen. Wir schossen viele Fotos und kehrten danach wieder zum Ausgangspunkt, wo auch unser Van stand, zurück. Wir bedankten uns noch einmal bei dem Ranger für die guten Infos und hoppelten im Anschluss die rund 50 km bis zur asphaltierten Ruta N3 zurück. Dort angelangt ging die Reise weiter bis in das verschlafene Nest „Puerto San Julián“ da nach fast 3,5 Wochen mal wieder ein Waschtag fällig war. Wir gaben unsere zwei Wäschesäcke in einer hiesigen Wäscherei ab und machten uns anschließend auf einem Parkplatz an der Promenade breit. Direkt neben uns befand sich eine originalgetreue Nachbildung des Holzsegelschiffs, mit dem 1520 die Portugiesen hier erstmals an Land gingen. Gegenüber standen diverse Food-Trucks und auf der anderen Seite war ein großer Spielplatz weswegen bis weit nach Mitternacht ziemlich viel Trubel um uns herum herrschte. Für uns als Deutsche ist es immer wieder befremdlich, die kleinsten der Kleinen ganz selbstverständlich noch zu so später Stunde schaukeln, klettern und rutschen zu sehen. 😂

Vormals Baum – jetzt Stein
Sogar ganze versteinerte Baumstämme gab es
Nachbildung des portugiesischen Segelschiffs

Trotz dem spätabendlichen Trubel vor unserer „Haustür“ hatten wir eine relativ gute Nacht. Am Morgen konnte ich, seit langem mal wieder, einen schönen Spot für eine Runde Yoga ausfindig machen. Als sich der Wind am späten Vormittag legte nutzte ich die Aussichtsplattform vorne am Meer um dort meine Matte auszurollen. Einfach herrlich. 💛 Danach gab es erst einmal Frühstück bevor wir anschließend die Fahrräder vom Auto holten. Zum Glück waren diese von der Wäsche noch halbwegs sauber und so stand der Radtour auf einem Teil des „Camino Costero“ nichts im Wege. Gefühlt hatte der starke Wind vom Morgen zwar nachgelassen aber auf dem Fahrrad war dieser immer noch deutlich spürbar. Zumal die staubige Schotterpiste unser Vorankommen zusätzlich erschwerte. Was wir unserem armen Bussi da andauernd zumuten! 😨 Es dauerte eine Weile, bis wir aus dem Ort heraus waren und das Meer in Sicht kam. Aber als es dann endlich soweit war hatten wir, trotz Ebbe, sehr schöne Ausblicke. Das Wasser schimmerte in den schönste türkisfarben und wirkte ganz klar. Auch etliche Seevögel und sogar Pinguine konnten wir entdecken. Nur die mutmaßlichen Seelöwen entpuppten sich beim Näherkommen nur als große Steine. 😂 Wir radelten etwa 10 km weit bis zu einem kleinen Leuchtturm, von wo aus wir noch eine Weile den Blick auf die lange Meerzunge bzw. in Richtung hinaus auf den Ozean genossen. Zum Glück war Simon vernünftiger als ich und drängte darauf zum Bus zurückzufahren. Ich wollte ursprünglich noch ein paar Kilometer weiter die Küste entlang aber am Ende war ich dann doch froh mich gefügt zu haben. Wie bereits beschrieben waren die Konditionen nicht die Besten für eine entspannte Fahrradtour. Kurz vor unserem Parkplatz trafen wir neuerdings auf Stefanie, Nico, Annika und Mila alias die Franzosen aus „La Reunion“ deren Namen wir nun auch endlich kennen. 🙈 Wir tauschten eine Weile die gegenseitigen Erfahrungen der letzten Tage aus bevor sie sich zur Weiterfahrt entschieden. Wir hingegen aßen zuerst unser verbliebenes, immer noch saftiges restliches Bananen-Brot bevor wir gegen 17 Uhr unsere Wäsche abholen konnten. Sie duftete leider nicht ganz so gut wie damals in „Córdoba“ und mit 7 € war es noch dazu teurer aber zumindest war alles sauber und ordentlich zusammengelegt. 👍 Auf Grund der Uhrzeit entschieden wir uns dazu eine weitere Nacht in „Puerto San Julián“ zu verbringen. Allerdings fürchteten wir, insbesondere an einem Samstagabend, eine erneute Menschenansammlung vor den Food-Trucks und dem Spielplatz. Deswegen parkten wir um und stellten unseren Van einige hundert Meter entfernt vor dem großen Kulturzentrum ab. Das öffentliche WLAN war an beiden Stellplätzen ausgezeichnet weswegen wir abends sogar noch drei Folgen der letzten „The walking dead“ Staffel streamen konnten. 😃 Nebenbei durften wir die große Gruppe an Pfadfinderkindern beobachten die im und um das Kulturzentrum herumtobten. Gegen später kamen auch deren Eltern dazu und es wurde bis Mitternacht gegrillt und gemeinsam gegessen. Wir hatten zuvor unsere letzten beiden Portionen „Chili con Carne“ vertilgt und uns gegen jegliche Beilage entschieden. Stattdessen gaben wir der Verlockung nach und liefen noch einmal zu den Food-Trucks, um uns dort eine frische sowie heiße Portion knuspriger „Papas fritas“ zu holen. 🍟

Radtour entlang der Küste
Schöne Ausblicke inklusive

Am Sonntagmorgen, dem Tag des WM-Endspiels Argentinien gegen Frankreich, schliefen wir in aller Ruhe aus und nutzten noch einmal das gute WLAN um die zwei weiteren, bereits fertiggestellten YouTube Videos hochzuladen. So langsam aber sicher holen wir damit auf. 🙈 Ich schnappte mir erneut die Yoga-Matte für eine weitere Strandsession und freute mich danach über das bereits am Vorabend zubereitete, leckere Bircher-Müsli. 🥣 Leider konnten wir in dem Ort weder ein „public viewing“ noch eine Bar oder ähnliches ausfindig machen. Deswegen entschieden wir, das Fußballspiel an der großen „YPF“ Tankstelle etwas außerhalb an der Ruta N3 zu schauen. Dort konnten wir vor Anpfiff nicht nur unseren Diesel- sondern endlich auch unseren Wassertank auffüllen. Und auch die Camping-Toilette wollte mal wieder geleert werden. Als wir kurz vor 12 Uhr den nicht gerade kleinen Gastraum der Tankstelle betraten war dieser, erwartungsgemäß, schon ziemlich gut besucht. So machten wir es uns in der Kinderspielecke auf dem Boden bzw. auf einem der Kinderhocker, dafür aber direkt vor dem Fernsehgerät, bequem. Wobei wir uns die folgende Zitterpartie inkl. Verlängerung und Elfmeterschießen gerne erspart hätten. In der ersten Halbzeit hatte die argentinische Mannschaft so stark begonnen und dann gaben sie den Franzosen gleich zweimal die Chance zum Ausgleich! Aber am Ende haben sie dann ja doch noch gewonnen und der Freudentaumel war entsprechend groß. 🥳🥳🥳 Erstaunlicherweise sahen wir während des gesamten Spiels nicht eine einzige Person Bier trinken. Ob das nur der Tankstelle geschuldet war und somit der Tatsache, dass wohl die meisten später noch fahren mussten?! Man weiß es nicht… Für uns ging es danach direkt zurück auf die Landstraße und wir kamen noch knapp 300 Kilometer weit bis „Río Gallegos“ von wo aus es dann auch nicht mehr weit sein wird bis zur Fähre in Richtung „Ushuaia“.

Die Nacht verbrachten wir in einer Parkbucht an der schönen, ruhigen Promenade in der schicken Stadt „Río Gallegos“ wo es wieder allerlei teuer anmutende Villen gab. Ich glaube, in der Nacht fuhr nicht ein einziges Auto an unserem Van vorbei und auch am Montagmorgen wirkte alles sehr ruhig und gemächlich. Etliche joggten oder fuhren mit dem Mountainbike an der Küstenlinie entlang und auch ich machte dort noch einen Spaziergang, mit Blick auf den Fluss (wenn auch bei herrschender Ebbe) sowie die schicken Häuser. Zuvor hatte ich bereits einen Teil unserer frischen Lebensmittel verarbeitet. Leider darf man kein Obst oder Gemüse und auch keine Milch-, Wurst- oder Fleischprodukte sowie Eier nach Chile einführen. 🙁 Für uns ziemlich doof da Chile für uns aktuell nur ein Transitland sein wird auf dem Weg nach „Ushuaia“. Argentinien und Chile teilen sich den südlichsten Landzipfel und der obere Teil gehört zu Chile. Deswegen beschränkten wir unseren Einkauf im Supermarkt am Nachmittag auch auf haltbare Produkte wie z.B. Kaffee, Konserven, Cerealien, Nudeln etc. In dem großen „Carrefour“ gab es erfreulicherweise sogar eine „Western Union“ Niederlassung. Wir nutzten die Gelegenheit um noch einmal einige argentinische Pesos zu, für uns, immer besser werdendem Kurs abzuheben. 👍 Anschließend konnten wir an der großen Raststätte um die Ecke die blitz blank sauberen, neu anmutenden Duschen nutzen und uns dort frisch machen. Das ist echt ein super toller Service und wir freuen uns jedes Mal sehr, wenn wir die eigentlich den Truckern vorbehaltenen Einrichtungen meist sogar kostenfrei nutzen dürfen. Von dort aus fuhren wir noch einige Kilometer bis zur „Laguna Azul“ unweit der Grenze. Auf dem Weg dorthin kam auch der beeindruckende, langgezogene Vulkangürtel in Sicht welcher vermutlich Namensgeber von „Feuerland“ ist. So befand sich dann auch die schöne, grün schimmernde Lagune im Krater eines erloschenen Vulkanes. Damit hatten wir gar nicht gerechnet. 🥰 Abends gab es Nudelauflauf aus unserem „Omnia“ Backofen um den Rest an Schinken und Käse zu verwerten bevor wir an Ort und Stelle auf dem Besucherparkplatz zu Bett gingen.

Laguna Azul
Im Hintergrund der Vulkangürtel

Nach meinem morgendlichen Milchkaffee stellte ich mich erneut in die „Küche“, um u.a. die letzten verbliebenen Eier in einen Schoko-Birnen-Kuchen für die kommenden Nachmittage zu verwandeln. 😋 Danach frühstückten wir leckeres Bircher-Müsli und somit war auch das restliche Joghurt und Obst verwertet. Somit dürfte einem erfolgreichen Grenzübertritt nun nichts mehr im Wege stehen. 💪 Gegen Mittag machten wir uns auf zur Selbigen und passierten zuerst das argentinische Grenzgebäude. Es warteten bereits zahlreiche Menschen vor den Schaltern aber erstaunlicherweise ging es dennoch relativ fix voran. Als wir an der Reihe waren wurde unsere Ausreise systemseitig (ohne Stempel im Pass) erfasst und beim Zoll gaben wir unser TIP fürs Auto ab. Teil eins war somit geschafft, weiter ging es mit Teil zwei einige Kilometer weiter auf chilenischer Seite. Dort wiederholten wir das Spiel von neuem: Pässe vorzeigen, Stempel erhalten, Einfuhrdeklaration ausfüllen, TIP für den Van einfordern. Mit den von uns beiden ausgefüllten Einfuhrdeklarationen mussten wir dann an der Grenze vorfahren. Die Zöllnerin erkundigte sich nach verbotenen Gegenständen und ich bat sie in unseren Wohnraum hinein. Dort ließ ich sie einen Blick in den Kühlschrank werfen sowie in unsere Vorrats- und Kleiderschränke. Ich händigte ihr die angegebenen zwei Chili-Schoten sowie eine Zwiebel und die restliche Knoblauchknolle aus. Die Butter bzw. Margarine hat sie entweder nicht gestört oder sie hat sie absichtlich übersehen. Ich hatte in dem Moment der Kontrolle ehrlich gesagt gar nicht mehr an diese Dinge gedacht. Nur unser fast noch ganz volles Glas Honig habe ich absichtlich verschwiegen und zum Glück ist sie auch nicht darüber gestolpert. 🙈🙉🙊 Vom Kontrollposten aus fuhren wir direkt weiter bis zu der Fähre, welche uns über die Magellan-Straße bringen würde. Wir mussten keine 20 Minuten bis zum Eintreffen derer warten und auch die Überfahrt über die zum Glück ruhige See dauerte keinesfalls länger. Die 25 € dafür bezahlten wir in argentinischen Pesos bar direkt auf der Fähre wobei Kartenzahlung (sowohl in chilenischer als auch in argentinischer Währung) ebenfalls möglich gewesen wäre. Auf der anderen Seite angekommen führte uns unser Weg weiter durch die patagonische Pampa. Wobei es in Teilen Englands (mit Ausnahme der Guanacos) auch nicht anders aussieht: Hügelige Graslandschaften, viele Schafe und sehr vereinzelt mal ein Gehöft. Erst gegen später kamen zu unserer Linken die Ausläufer der Anden wieder in Sicht. 😍 Es waren in Summe lediglich 200 km die uns durch den chilenischen Teil Feuerlands führten. Dann gelangten wir auch schon wieder an der Grenze an und die gerade einmal ein paar Stunden zurückliegende Prozedur wiederholte sich noch einmal: Erst die Ausreise auf chilenischer Seite und dann die erneute Einreise auf argentinischer Seite. Da hier jedoch kaum etwas los war und die Beamten sich alle auskannten ging es noch einiges schneller als zuvor. 👍 Mittlerweile war es bereits 20 Uhr abends und so entschieden wir, die verbleibenden 80 km bis „Río Grande“ erst am folgenden Morgen zu fahren. Stattdessen übernachteten wir direkt gegenüber vom Grenzgebäude an der kleinen Tank- und Raststätte. Wobei uns bereits vor geraumer Zeit die langen Tage aufgefallen waren. In Ushuaia geht die Sonne derzeit bereits um 04:50 Uhr auf und erst um 22:10 Uhr wieder unter was sage und schreibe ganze 17,5 Stunden Tageslicht bedeutet. 😮 Ist es bei uns in Deutschland im Sommer auch sooo lange hell?! Ich weiß es ehrlich gesagt nicht genau… Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es bei uns um 22:30 Uhr nicht mehr so hell ist wie hier.

Mit der Fähre über die Maggelan-Straße ⛴

Der Blick aus dem Fenster am folgenden Morgen war leider ernüchternd. Hatte uns der Archipel bei unserer Ankunft am Vortag noch mit angenehmen Sonne-Wolken-Mix empfangen so war das Wetter nun wie die Landschaft: Very British. Es war grau, neblig trüb und nieselfeucht. Dafür freuten wir uns über den Dieselpreis an der Tankstelle welcher zu unserem Erstaunen günstiger war als an jedem anderen Ort bisher auf dem Festland. Damit hatten wir wahrlich nicht gerechnet! 😃 Wir fuhren bis in die nächst größere Stadt „Rio Grande“ wo wir an einer Tankstelle unsere Nachrichten checkten und uns im Supermarkt mit frischen Lebensmitteln versorgten. Von dort aus ging es weiter bis an den größten See Feuerlands, dem „Lago Fagnano“. Dieser ist ziemlich schmal so dass man stets von einer Uferseite zu anderen hinüberschauen kann aber dafür ziemlich lang. Am frühen Nachmittag lichtete sich der Nebel und der Himmel wurde etwas heller. Der leichte Sprühregen hatte sich bereits am Morgen wieder verzogen. So konnten wir, nach unserer späten Mittagspause mit Kaffee und Kuchen, noch ganz entspannt am steinigen Seeufer entlangspazieren und dabei die herrliche Aussicht auf die umliegenden Berge genießen. Das Wasser war so klar als dass man jedes einzelne Steinchen erkennen konnte. Gegenüber unseres Parkplatzes befand sich allerdings ein Tümpel mit stehendem Gewässer und so schwirrten tausende von Moskitos um unseren Van herum als wir wieder dort angelangten. 😟 Dort zu übernachten kam somit keinesfalls in Frage weswegen wir ein Stück weiter am See entlang fuhren. Wenige Kilometer weiter fanden wir, direkt unterhalb der Landstraße, einen großen Schotterparkplatz. Hier mündete ein Flusslauf in den See und so hatte es an dieser Stelle auch keinerlei Plagegeister. 👍 Als wir ausstiegen wartete dort bereits ein kleiner, neugieriger Fuchs auf uns. Er zeigte keinerlei Scheu und wir konnten uns ihm ziemlich weit nähern. Wir liefen noch einmal hinunter zum See um uns dort umzuschauen und entschieden im Anschluss, dass wir die Nacht an diesem hübschen Plätzchen verbringen würden.

Am Lago Fagnano
Kristallklares Wasser 💦
Blick von oben auf den See
Ob das wohl ein Polarfuchs ist?!

Erwartungsgemäß hatten wir dort eine sehr ruhige und entspannte Nacht. Da der Himmel am nächsten Morgen bereits deutlich klarer war als am Tag zuvor war das Panorama noch schöner. Nun konnten wir alle umliegenden Berge sehen und erkennen, dass darauf zum Teil sogar noch Schnee lag. 🏔 Auch die Landschaft hatte sich gestern auf dem letzten Stück unserer Fahrt wieder drastisch verändert. Die weiten Grasebenen wichen urplötzlich dichten Ulmen-Wäldern und dazwischen befand sich viel Totholz. Zum Teil standen die abgestorbenen, kahlen Bäume noch und waren mit Flechten bewachsen. Zum Teil lagen die toten Baumstämme und Äste aber auch verstreut auf dem Waldboden, den Lichtungen oder in den Flüssen bzw. kleinen Bächen. Na wenn sich da mal nicht der Biber freut! 😛 Und auf den Wiesen wuchsen heimische Pflanzen wie Löwenzahn, Klee und Butterblumen. Entlang dieser malerischen Landschaft ging es für uns weiter bis ganz in den Süden. Wobei wir nicht direkt nach „Ushuaia“ abbogen, sondern zuerst den Weg zur abgelegenen „Estancia Harberton“ wählten. Bei dieser Farm handelt es sich um die älteste in diesem Teil des Landes. Sie wurde bereits im Jahr 1886 gegründet und liegt inmitten einer Bilderbuchlandschaft direkt am „Beagle Kanal“. Das Farmland erstreckt sich über ein Fläche von 200 Quadratkilometern und hier gibt es insgesamt drei ausgewiesene Campgrounds (ohne jegliche Annehmlichkeiten oder Vorrichtungen) die kostenfrei genutzt werden dürfen. Wir fragten sicherheitshalber im hübsch hergerichteten Kaffee- und Restaurant der Estancia nach ob wir uns anmelden oder registrieren müssten. Aber die nette Bedienung gab uns grünes Licht und so konnten wir uns unseren Stellplatz für die Nacht frei auswählen. 👍 Auf einen geführten Rundgang über die Farm inklusive Besichtigung des Museums verzichteten wir allerdings da uns 25 € hierfür als übertrieben viel erschien. Stattdessen fuhren wir noch ein paar Kilometer weiter von der Farm weg und schauten uns die zwei folgenden Campingplätze an. Der entlegenste lag direkt am „Beagle“ Kanal sowie an einem Fluss. Da es hier allerdings auch stehende Gewässer gab fürchteten wir die Moskitos am Abend und entschieden uns deswegen für den Vorderen. Von diesem aus konnte man ebenfalls in der Ferne auf den Kanal blicken und ein weiterer Fluss durchzog die Wiesen auf welchen Kühe und Pferde grasten. Was für ein idyllisches Fleckchen für den Rest des Tages und die folgende Nacht. 🥰

Beagle Kanal
Im Hintergrund die Estancia Harberton
Hier sieht man gut das Totholz

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

P.S.: Wenn euch unser Blog gut gefällt (was ich sehr hoffe) dann freuen wir uns über jedwede noch so kleine oder große Spende in unsere Kaffee- oder Dieselkasse als kleines Dankeschön und Anerkennung unserer Arbeit. ☕⛽🚐 

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Kontaktiert uns auch gerne direkt per Mail an mailto:siju_campervan@web.de falls ihr Kritik, Anregungen oder Fragen zu unserer Reise oder uns ganz allgemein haben solltet.

NEW BLOG POST 🇦🇷 (09. – 15.12.2022) Punta Ninfa – Caleta Olivia

Den Morgen verbrachten wir noch an dem schönen Strand und genossen die Aussicht auf das direkt vor uns liegende Schiffswrack, welches bei Ebbe nach und nach mehr zum Vorschein kam. Wir arbeiteten noch eine Weile an den Laptops bevor wir uns auf den Weg bis zum Kap „Punta Ninfas“ machten. Es ging erneut ausschließlich über eine Schotterpiste weswegen wir für die ca. 70 km lange Strecke rund zwei Stunden benötigten. 🙈 Auf dem Hinweg begegneten wir erneut der französischen Familie aus „La Reunion“, welche uns vor einer Sandwehe warnte die kurz vorm Ziel wohl die Straße für normale Fahrzeuge (ohne Allrad) unpassierbar machen würde. Sie hatten deshalb ihr Auto davor abgestellt und sind die letzten Kilometer bis zum Aussichtspunkt zu Fuß gegangen. Wir bedankten uns für die Info und setzten unsere Fahrt erst einmal weiter fort. Von weitem sahen wir uns ein weiteres Auto entgegenkommen und bald erkannten wir, dass es sich hierbei um die beiden Schweizer Felix und Tina (www.worldtour.news) in ihrem 4×4 „Toyota Land Cruiser“ mit Wohnkabine handelte. Die beiden hatten wir erst kurz zuvor auf dem Parkplatz in „Puerto Pirámides“ kennengelernt. Sie überquerten, bereits auf dem Rückweg befindlich, die Sandwehe direkt vor unseren Augen und ermutigten uns die Durchfahrt zu wagen. So starteten wir den Versuch und anfangs sah auch alles gut aus. Kurz vor Ende der Sandwehe blieben wir dann aber leider doch im Sand stecken. 😰 Tina und Felix waren jedoch stehen geblieben um uns bei eventuellen Schwierigkeiten aus der Klemme helfen zu können. Felix meinte, wir sollten es zuerst mit vermindertem Luftdruck versuchen und so ließen wir bei beiden Vorderreifen die Luft bis auf 1 Bar entweichen. Wir setzten ein Stück zurück, um uns mit der Front nicht noch weiter in den Sand einzugraben und siehe da: Plötzlich fuhren wir ohne Schwierigkeiten durch den Sandhaufen. 😃 Die Schweizer waren sich zuvor wohl uneins gewesen ob sie am Kap übernachten oder doch weiterfahren sollten und so kam ihnen unser Missgeschick wohl gar nicht so ungelegen. So entschieden sich die zwei nämlich doch dazu, die Nacht mit uns am Kap zu verbringen um uns auf dem Rückweg, falls nötig, noch einmal helfen zu können. Wir fuhren nun im Zweierkonvoi die letzten Kilometer weiter bis zur Landspitze und der Anblick, der uns dort erwartete, war wirklich atemberaubend. Wir standen, nur zu viert, am Kap und hatten eine herrliche Rundumsicht über den Ozean bis hinüber zur „Peninsula Valdes“. Unten am Strand lagen unzählige, große Seelöwen in der Sonne und dank eines an der Klippe angebrachten Seils konnten wir bis zu ihnen hinabklettern. Leider hatte zwischenzeitlich die Flut eingesetzt und auch die Sonne war gerade im Begriff hinter den Klippen zu verschwinden. Dennoch konnten wir noch etliche Tiere am Strand erwischen und durften ihnen sogar ziemlich nahekommen. 😍 Wir waren so sehr auf das Fotografieren konzentriert als dass wir die heranrollende Welle nicht bemerkten und plötzlich nasse Schuhe hatten. 😂 Nach dem wir genug schöne Bilder im Kasten hatten kraxelten wir wieder nach oben und setzten uns noch eine Weile mit Tina und Felix an ihren Campingtisch. Es war eine super schöne Atmosphäre und wir alle genossen sichtlich dieses exklusive Erlebnis.

Im Hintergrund sieht man das Wrack
Mit Felix, Tina & Hund Filou am Kap Punta Ninfas
Wir durften den Seelöwen ganz nahe kommen 🦭
So sieht Badespaß aus 💦
Was für eine Hammer Aussicht
(links am Horizont sieht man die Peninsula Valdes)

Gegen sechs Uhr morgens frischte dann der Wind auf und weckte uns erstmals auf. Wir hatten bis dato eine sehr ruhige, angenehme Nacht und vom Strand unter uns konnte man immer wieder die Seelöwen brüllen hören. Ausnahmsweise hatten wir uns aber auch den Wecker gestellt weil wir keinesfalls wollten, dass Tina und Felix morgens auf uns warten mussten. Schließlich waren beide nicht zuletzt unseretwegen zum Kap zurückgekehrt. Zumal sie über Weihnachten eine zweiwöchige Antarktis-Tour gebucht haben weswegen ihnen die Zeit etwas im Nacken sitzt. Wir genossen während des Morgenkaffees noch einmal die fantastische Aussicht und ich wäre sehr gerne noch einen Tag länger an diesem schönen Fleckchen Erde geblieben. Allerdings wollten wir kein Risiko eingehen weswegen wir gegen 9 Uhr gemeinsam den Rückweg antraten. Die beiden fuhren vor uns mühelos über die Sandwehe hinweg und auch wir überquerten sie diesmal problemlos, dank des niedrigen Luftdrucks. 👍 Wir verabschiedeten uns aus dem Fenster heraus herzlich und ließen die beiden von dannen ziehen. Wir mussten an Ort und Stelle mit unserem Kompressor erst wieder den Luftdruck in unseren Vorderreifen auf dreieinhalb Bar erhöhen was an und für sich aber ziemlich fix ging. Danach setzten auch wir unsere Reise fort. Es ging wieder gute 70 km über eine Schotterpiste, wenn auch diesmal in andere Richtung bis nach „Trelew“. Entlang des Weges lagen einige weit verstreut liegende Merino-Schaffarmen in der patagonischen Steppe und in einer kleinen Lagune konnte ich beim Vorbeifahren Flamingos entdecken. 💕 Zwei Stunden später kamen wir in der Stadt an wo wir an einer Tankstelle erst einmal frühstückten und das dortige Internet nutzten. Ich verschickte die Weihnachtsmails an unsere Partner, Simon versuchte das neue YouTube Video hochzuladen und innerhalb von zwei Tagen sammelt sich doch auch eine beträchtliche Menge an Whats App Nachrichten an. 🙈😅 Da das Internet zu schwach für den Video-Upload war fuhren wir am frühen Nachmittag weiter zu einem „Chango Más“ Supermarkt, um unsere Lebensmittel- und Trinkwasservorräte wieder aufzufüllen. An der Kasse staunten wir dann etwas über den Betrag der höher als gedacht war. Diese ganzen „kaufe drei bezahle zwei“ usw. Angebote sind am Ende irgendwie doch immer teurer als gedacht. 😕 Nach dem die Einkäufe im Van verstaut waren verzehrten wir auf dem Parkplatz noch ein Stück Schoko-Brioche unserer Lieblingsmarke „Don Satur“. Sowohl die süßen als auch die salzigen Kekse dieser Marke können wir wärmstens empfehlen. 😋 Anschließend ging es weiter zu einer anderen, nahegelegenen „YPF“ Tankstelle. Das dortige Internet war deutlich besser und so konnten wir am Abend noch einige offene to dos erledigen. 👍 Abends gab es leckere, panierte Hähnchenschnitzel mit Kartoffelbrei und Karotten-Lauch-Gemüse bevor wir an Ort und Stelle müde ins Bett fielen.

Unsere neue Lieblings-Marke 😅
Ausnahmsweise deutsche Küche 😋
So kann wohl auch eine Reise
durch Patagonien aussehen 😯

Den Vormittag verbrachten wir noch an der Tankstelle, um noch einmal das gute Internet für den Upload eines weiteren Videos sowie für Anrufe zu Hause bei den Lieben zu nutzen. Außerdem hatten wir schon lange keine „Medialunas“ mehr gegessen. 😂 Eigentlich wollten wir hier auch noch duschen nur leider teilte man uns mit, dass es aktuell kein Wasser für die Duschen gäbe und man uns nicht genau sagen könnte, wann der Tanklaster mit dem Wasser käme. So füllten wir nur noch unseren Dieseltank und machten uns auf den Weg weiter in Richtung Süden. Wenige Kilometer später kam erneut eine Tankstelle und hier konnten wir schlussendlich doch noch für wenige Cent pro Kopf duschen und somit unser Wasser sparen. 👍 Blitzblank sauber setzten wir am frühen Nachmittag unsere Fahrt entlang der Ruta 3 fort. Nach ca. 200 km bogen wir ab auf die, zum Glück immer noch asphaltierte, Ruta 30. Lediglich die letzten paar Kilometer ging es wieder über eine Schotterpiste bis zur Küste. Dort fanden wir einen tollen Stellplatz, direkt oberhalb eines Kiesstrandes mit freier Sicht über das Meer. Hier begegnete uns auch erneut die französische Familie aus „La Reunion“ welche bereits heute die Pinguin-Kolonie ganz in der Nähe besucht hatte. Sie parkten einige Hundertmeter weiter entfernt und so bot sich uns noch die Gelegenheit, ihren ebenfalls selbst ausgebauten Renault Master 3 von innen zu begutachten. Sie reisen tatsächlich zu viert in dem exakt baugleichen Pendant zu unserem Fahrzeug. 😯 Wir könnten uns wahrlich nicht vorstellen, mit zwei 9 und 14 Jahre alten Mädchen in unserem Van nicht nur zu fahren, sondern auch zu schlafen und zu leben. Aber irgendwie scheinen sie es ja seit mehreren Jahren ganz gut hinzubekommen. Die Einladung zum Grillen schlugen wir aus da wir vom Vortag noch genug Reste hatten. Zumal auch nur sie dank deutscher Wurzeln Deutsch spricht, ihr Mann und die beiden Kinder jedoch nicht. Wir verabschiedeten uns von den beiden, liefen über den Damm am Meer entlang zurück zu unserem Bus und freuten uns über das schnelle Abendessen. Heute gab es noch einmal Schnitzel mit Kartoffelpüree und Gemüse. 😋

Wieder ein schöner, einsamer Stellplatz 😎
Einfach herrlich

Am frühen Morgen weckte uns der kräftige, patagonische Wind der unseren Van ordentlich wanken ließ. Wir genossen die herrliche Aussicht aufs Meer sowie die Küste bei „Puerto Piojo“. Gegen Mittag brachen wir auf bis zum Mirador „Pingüinera“ an der Spitze der hiesigen Landzunge. Am Ranger-Haus mussten wir lediglich unsere Daten hinterlassen aber nicht einen Cent Eintritt bezahlen. 😀 Nicht zuletzt deshalb hatten wir „Punta Tomba“ wenige hundert Kilometer zuvor links liegen lassen. Dabei hätte es sich zwar um die größte Magellan-Pinguinkolonie Südamerikas gehandelt aber wir konnten nirgends die aktuell gültigen Eintrittspreise herausfinden weswegen wir uns für diesen kostenfreien Spot entschieden. Rund drei Kilometer später erreichten wir den Parkplatz und konnten bereits von dort aus die riesige Pinguinkolonie erblicken. Hier an Land tummelten sich mehrere hundert Tiere an ihren Brutstätten. Zum Teil konnten wir sogar schon Jungtiere in verschiedenen Größenstadien erblicken. 🥰 Ein Elternteil bleibt immer bei den, in der Regel zwei, Jungtieren während das andere bis zu 600 km weit schwimmt um Fisch zu jagen. Ihre Tauchgänge dauern dabei im Schnitt ca. 3 Minuten und sie erreichen währenddessen eine Tiefe von bis zu 30 Metern. Noch viel beachtlicher finde ich aber, dass die drolligen Kerlchen nach der Brutsaison (also von April bis September) bis zu 6.000 Kilometer weit bis an die Küsten Brasiliens schwimmen. 😮 In diesen Monaten gehen sie auch kein einziges Mal an Land, außer sie erkranken. Was für eine Leistung von diesen kleinen, putzigen Tierchen! Auch der Weg von ihren Brutstätten bis hinab zum Meer ist mitunter ganz schön lang. So konnten wir sie aber gut hin und her watscheln sehen. Wie sie in dem Pinguin-Gewusel allerdings wieder ihre Bruthöhle bzw. ihren Partner finden ist mir bis dato noch ein Rätsel. 🤔 Von der Pinguin-Kolonie aus zweigte ein etwa 3 Kilometer langer Wanderweg (one way) bis zur „Cabo Dos Bahias“ ab. Da der Ranger meinte, wir könnten dort eventuell Robben sehen, entschieden wir bis zum äußersten Zipfel des Kaps zu laufen. Auf dem Weg begegneten uns immer wieder Guanaco-Herden und auch die großen Nandu-Laufvögel waren zu sehen. Nur Robben konnten wir leider keine entdecken als wir schlussendlich an dem Mirador angelangten. Aber auch ohne Robben war die Aussicht aufs Meer, die kleinen Inseln sowie die schönen Buchten sehenswert. Wir liefen den gleichen Weg zurück zum Parkplatz von wo aus wir erneut den nur gut 15 km entfernt liegenden Stellplatz vom Vortag ansteuerten. Dort verbrachten wir auch den Rest des Tages, traumhafte Ausblicke aufs Meer direkt aus dem Van inklusive. ❤

Auf zur Pinguin-Kolonie! 🐧
Hier sieht man sie gut an ihren Bruthöhlen
Einige Jungtiere waren schon geschlüpft 🐣
Einfach putzige Tierchen 💛
Guanacos gab‘s auch wieder in Hülle & Fülle
Kleine Wanderung zum Kap

Nach einem Strandspaziergang am späten Vormittag, als der kräftige Wind endlich etwas nachgelassen hatte, machten wir uns auf die Weiterfahrt. Wir entschieden uns gegen die schönere, aber nicht asphaltierte Küstenstraße Ruta P1 und nahmen stattdessen die gleiche Stichstraße wieder zurück bis zur Ruta N3. Auf der Landstraße angelangt führte uns unser Weg noch bis in die Großstadt „Comodoro Rivadavia“. Diese ist auf Grund der Raffinerie- und Industrieanlagen nicht wirklich schön, bietet dafür aber alle erdenklichen Annehmlichkeiten. Bei einem Tankstellenstopp konnten wir das erfreuliche Zwischenergebnis des Halbfinalspiels Argentinien gegen Kroatien von 2:0 mitverfolgen. Und als das Spiel mit einem 3:0 Sieg für Argentinien endete gab es verständlicherweise kein Halten mehr. 😄 Die Argentinier freuten sich lautstark mit Tröten und Trommeln auf den Straßen bzw. fuhren hupend und Fahnen schwingend im Autokorso durch die Straßen. Wir machten derweil erneut einen sehr schönen Stellplatz, direkt an der Küstenstraße im offensichtlich etwas reicheren Stadtteil „Rada Tilly“, ausfindig. Entlang des geschätzt ca. 3 km langen, super breiten Sandstrandes in einer Bucht befanden sich zahlreiche Parkbuchten. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen in der Nähe eines sehr hippen Restaurantgebäudes welches uns sogar noch offenes WLAN bot. 👍 Trotz direkter Straßenlage verbrachten wir dort eine sehr ruhige und angenehme Nacht.

Wieder ein toller Stellplatz direkt an der Küste
Wenngleich auch diesmal in der Stadt 🏡

Wie eigentlich fast jeden Tag seit Anbeginn unserer Reise schliefen wir in Ruhe aus. Welch Luxus sich keinen Wecker stellen zu müssen! Da wir einige überreife Bananen im Kühlschrank hatten und ich deren Geruch überhaupt nicht leiden kann nutzte ich den Morgen, um für uns ein leckeres sowie gesundes Bananen-Brot 🍌 zu backen. Nach dem Frühstück liefen wir bei Sonnenschein und erträglicher Brise den wunderschönen, und bei Ebbe noch breiteren, Sandstrand entlang bis zu dessen einem Ende am Fuße eines Berges. Zurück flanierten wir auf dem Gehweg oberhalb von wo aus wir gut die schicken, zum Teil sehr modernen, Luxus-Häuser bestaunen und bewundern konnten. Es befanden sich mehrere architektonische Glanzstücke dazwischen, noch dazu in 1a Lage mit direktem Blick aufs Meer. 👍 Wieder am Van angekommen schnappten wir uns den Laptop um in dem nahegelegenen stylischen Restaurant etwas zu trinken. Währenddessen konnten wir die zwei zwischenzeitlich fertiggestellten YouTube Videos hochladen und noch ein paar Dinge im Internet recherchieren. Leider konnten wir nirgends die Preise für die Ausflüge bei „Puerto Deseado“ ausfindig machen. Der Ort wird als „Galapagos Argentiniens“ angepriesen, weil hier auf den Spuren des Entdeckers Charles Darwins gewandert werden kann. Es gibt diverse Bootsausflüge sowohl auf dem Fluss als auch zu einer Insel auf welcher es eine einmalige Fauna geben soll. Angeblich kann man hier die kleinsten Delfine der Welt, Kormorane und eine weitere Art an Pinguinen beobachten können. Wir schätzen den Preis pro Kopf für einen Halbtagesausflug jedoch auf mindestens 150 €. Noch dazu müssten wir dafür etliche Kilometer hin- und wieder zurückfahren weswegen wir es wahrscheinlich sein werden lassen. Nach getaner Arbeit fuhren wir zu einer Tankstelle in der Nähe um unseren halbvollen Dieseltank wieder aufzufüllen. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir eine der wirklich seltenen Autoselbstwaschanlagen. So kehrten wir nach dem Tankstopp, bei welchem wir auf Grund des hiesigen Wassermangels erstmals kein Wasser für unseren Tank bekamen, dorthin zurück. Nach rund 15k gefahrenen Kilometern in fast 5 Monaten hatte unser Bussi die Wäsche mehr als verdient aber noch viel dringender nötig. 😅 Auch die Fahrräder wurden dabei endlich wieder sauber und sind, zumindest kurzfristig bis zur nächsten Pistenfahrt, aktuell wieder Einsatzbereit. Von dort aus ging es weiter zum Supermarkt und zum Metzger um für die nächsten paar Tage einzukaufen. Obwohl es bereits später Nachmittag war entschieden wir uns dazu, noch ein paar Kilometer Strecke weiter gen Süden zu machen. Wir kamen an diesem Tag noch ca. 85 Kilometer weit und fanden kurz nach dem Ort „Caleta Olivia“ einen geeigneten Stellplatz. Dieser lag außer Sicht- und Hörweite direkt unterhalb der Ruta N3 an einem Kiesstrand. Dort tummelte sich sogar eine beträchtliche Anzahl an mächtigen Seelöwen. Die Tiere tragen ihren Namen übrigens zurecht. Die Männchen haben nämlich tatsächlich eine löwenähnliche Mähne. 😮

Sehr leckeres & gesundes Bananen-Brot 🍌
Ein Haus schicker als das andere 😯
Mitunter auch ganz schön kurios 😅
Nach 15.000 km die erste Wäsche 🧽
Und wieder sind wir ganz alleine am Meer 🥰
Wegen der Mähne heißt es wohl „SeeLÖWE“

Nach dem Frühstück am Morgen schauten wir noch einmal bei den Seelöwen vorbei. Wir durften uns den Tieren erneut bis auf wenige Meter nähern und konnten noch ein paar schöne Schnappschüsse machen. Allerdings sahen wir dort auch ein großes, stattliches Weibchen um dessen Kehle sich eine Schnur oder ein Kabel gewickelt hatte. Das arme Tier sah sehr gequält aus und wird ganz bestimmt, über kurz oder lang, daran verenden. 😥 Wir verabschiedeten uns von der Seelöwen-Kolonie und fuhren weiter die Ruta N3 entlang bis zur nächsten Tankstelle. Während der Fahrt konnte der bereits für den Abend zubereitete Hefeteig in Ruhe gehen. Auch an dieser Tankstelle bekamen wir auf Grund des Wassermangels in der Region leider kein Wasser für unseren Tank. Dafür konnten wir dort aber kostenlos duschen was uns im Umkehrschluss ja auch etliche Liter Wasser aus unserem Tank sparte. 👍 Hier sprach uns auch ein argentinisches Pärchen an welches gerade Pause machte um abzuwarten, bis die Polizeikontrolle auf der Landstraße ein Ende fand. Sie hatten zwar alle Papiere dabei aber scheinbar war ihre Versicherung schon seit längerem abgelaufen. 😂 Nach dem wir alle Nachrichten auf unseren Handys gecheckt hatten ging es noch einige Kilometer weiter in Richtung des Nationalparks „Bosques Petrificados“. Die letzten 50 km holperten wir wieder im gefühlten Schneckentempo über eine Schotterpiste. Hier war die Landschaft plötzlich wieder ganz anders. Die patagonische Steppe mit ihren Grasbüscheln wich rot gefärbten Sandhügeln sowie Bergen, deren Kuppe topfeben war. Als hätte man ihre Spitze mit dem Rasiermesser abgeschnitten. Mit Aussicht auf diese Tafelberge übernachteten wir dann auch, etwas unterhalb der Straße hinter einem Hügel. Leider ist das Campen im Nationalpark nicht gestattet und der einzige Campingplatz hatte noch geschlossen. 🤷‍♀️ Ich bereitete noch einen großen Topf „Chili con Carne“ 🌶 für die kommenden Tage zu und als Beilage gab es aus dem Hefeteig hergestelltes frisches Pfannenbrot. Nach dem leckeren Essen machte ich noch einen kleinen Verdauungsspaziergang durch die sandige Einöde wo ich bereits ein paar kleine versteinerte Holzstücke finden konnte.

Was für ein Faulenzer Leben 😂
Und es gab ziemlich viele davon
Neuer Stellplatz: Irgendwo im Nirgendwo 🫢
Blick auf die „Tafelberge“
Aber auch wieder eine spektakuläre Aussicht 👍🏻
Kochen wäre für die nächsten 2-3 Tage erledigt ☑️

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

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