NEW BLOG POST 🇨🇱 (10. – 18.02.2023) Pumalín Nationalpark

Am Freitagmorgen war das Wetter besser als erwartet und über dem Fjord spickte bereits die Sonne durch die lichten Wolkenfelder. Welch eine schöne Aussicht beim Morgenkaffee. ☺ Nach dem Frühstück kehrten wir „Puyuhuapi“ den Rücken zu um kurz darauf in „La Junta“ für einen kleinen Morgen-Walk zum „Mirador“, mit Blick auf den Zusammenfluss zweier Flüsse, auch schon wieder anzuhalten. Von dort aus fuhren wir noch ein paar Kilometer weiter bis zu einem verheißungsvollen Stellplatz in der Nähe des „Río Frío“. Dieser befand sich am Ende einer kurzen Schotterstraße direkt zwischen zwei Farmen auf deren Weiden nicht nur Kühe und Schafe, sondern auch wirklich drollige Schweine grasten. 🐷🐗🐖 Die drei neugierigen Borstentiere besuchten uns ab und an sogar an unserem Van, den wir derweil auf einer urigen Grasfläche zwischen wildem Buchs und viel Totholz geparkt hatten. Als Simon seine Angel aus dem Kofferraum holte bemerkte er, dass die Lappen rund um unseren Warmwasser-Boiler nass waren. 😨 Dies konnte eigentlich nur von unserer letzten Dusche herrühren die aber bereits etliche Tage zurücklag da wir uns seither im Fluss bzw. Fjord frisch gemacht hatten. Da aber nirgends Wasser auf dem Boden stand und ich am kommenden Tag sowieso duschen wollte unternahmen wir erst einmal nichts weiter und Simon angelte noch ein Weilchen am Fluss. 🎣

Blick vom Mirador in „La Junta“
Besuch von Familie Schwein 🐷
Netter Stellplatz im Nirgendwo

Zu unserer Überraschung blieb es in der Nacht und auch am folgenden Morgen trocken. 😀 So konnten wir problemlos alle Kisten aus unserem Kofferraum räumen und Simon zog die Schellen am Boiler nach. Dies bot außerdem Gelegenheit unseren völlig eingestaubten Kofferraumboden auszufegen. Während ich nach dem Frühstück duschte beobachtete Simon die Verbindungen und wie erhofft blieb alles trocken. 👍 Nach dem alles wieder an seinem Platz verstaut war verließen wir das schöne Fleckchen um auch an diesem Tag wieder nur ein paar Kilometer weiter zu fahren. Da der Wetterbericht für die kommenden Tage nichts Gutes verhieß und wir auf dem Weg zum Nationalpark „Pumalín“ zum Wandern waren drosselten wir unsere Reisegeschwindigkeit auf ein Minimum. Wir stoppten erneut an einem Fluss der gute Angelmöglichkeiten bieten sollte. Allerdings durchkreuzte der Wettergott am Nachmittag Simons Pläne und der erwartete Regen setzte ein. 🤷‍♀️ Wenige hundert Meter weiter fanden wir einen passablen Stellplatz für die Nacht etwas abseits der „Carretera“ und nutzten die Zeit stattdessen für die Arbeit an den Laptops. Und endlich gabs mal wieder Pizza. 🤣😋

Am Sonntag schliefen wir ziemlich lange und da noch alles feucht vom Regen in der Nacht war, ließen wir uns Zeit fürs Frühstück und Simon konnte noch in aller Ruhe am nächsten Video arbeiten. Danach gings weiter nach „Chaitén“. Das winzige Örtchen konnte mit einer schicken, relativ neu wirkenden Promenade aufwarten. Inklusive Fahrradweg, zahlreichen Sitzgelegenheiten, Spielplatz, vielen Überdachungen und tipp topp Sportpark den ich noch für eine Runde Fitness nutzte. Auch die Umgebung konnte sich sehen lassen. Rundum grüne Berge, Blick auf den Vulkan „Corcovado“ sowie den Pazifikstrand. 🤩 Die Nacht verbrachten wir am Fluss mit Blick auf den rauchenden Vulkan „Chaitén“ welcher zuletzt im Jahr 2008 ausbrach. Hier befand sich auch ein cooler „lost place“ in Form eines kleinen Gefängnisses, welches wohl damals bei dem Vulkanausbruch evakuiert und seither sich selbst überlassen wurde. In „Chaitén“ gibt es deswegen nicht nur eine Tsunami-Evakuierungsroute, sondern auch eine Weitere im Falle eines erneuten Vulkanausbruchs. 🙈 Übrigens wird es mittlerweile wieder deutlich früher und auch ziemlich schlagartig gegen 21:30 Uhr dunkel. 😯

Promenade in „Chaitén „
Die Wolken hingen tief über der „Plaza“

P.S.: Nach den zahlreichen Highlights, die wir in den vergangenen Wochen erleben durften, fühlt sich die Zeit in Chile für mich aktuell gerade etwas zähflüssiger und langweiliger an. Wenngleich die Landschaften hier wirklich grandios sind.

Der nächste Tag brachte immer wieder heftige Schauer mit sich und der Nebelwald machte seinem Namen alle Ehre. Zum Teil hingen die Wolken so tief als dass wir den Vulkan und die Berge gar nicht mehr sehen konnten. Als wir nachmittags im hiesigen Mini-Mercado noch ein paar Lebensmittel einkauften begegneten wir dort tatsächlich Stefanie und ihrer Familie (den Franzosen aus „La Réunion“). 😅 Gemeinsam mit ihnen verbrachten wir den Abend und die Nacht an einem herrlichen Stellplatz etwas außerhalb. Dieser befand sich am Strand „Santa Barbara“ welcher sich durch seinen feinen, schwarzen Lava-Sand auszeichnet. Direkt dahinter befindet sich uriger, kalter Regenwald und die gesamte Kulisse erinnerte mich etwas an Costa Rica. 😍 Als es bereits dunkel war schaute das Ordnungsamt vorbei und meinte, dass man hier eigentlich nicht campen dürfte (wobei es keine derartigen Hinweisschilder gab). Da wir ihre Frage nach einer Campingtoilette bejahen konnten und es bereits spät war gaben sie aber grünes Licht für die Übernachtung am Strand. So durften wir seit längerem mal wieder bei Meeresrauschen einschlafen. 🌊

„Playa Santa Barbara“
Süßwasserstrom ins Meer 🌊

Am nächsten Morgen nieselte es immer noch leicht und wir waren erneut froh über unsere Heizung. Vielmehr bewunderten wir die sechsköpfige französische Familie neben uns, die tatsächlich in einem uralten „Land Rover“ mit Dach Zelt unterwegs war. Könnt ihr euch vorstellen, in einem solchen Fahrzeug (siehe Foto) zu sechst zu reisen? Zumal sich die Kinder bereits in einem Alter zwischen geschätzt 11 und 15 befanden. Das bedeutet, jeder Sitzplatz im Fahrzeug ist belegt und auch im Zelt muss es denkbar eng zugehen. Von Stauraum und Privatsphäre einmal völlig abgesehen. Darüber hinaus war alles klamm, feucht und kalt. 😯 Für uns auf jeden Fall unvorstellbar… Wir freuten uns derweil über die selbst gebackenen, lauwarmen Vollkornbrötchen und hatten beim Frühstück ihnen gegenüber fast ein schlechtes Gewissen. 🙈 Außerdem durften wir in der Bucht, ganz nah am Strand, noch zwei Delfine sowie eine Robbe beobachten. Nach einem kurzen Spaziergang über den tropischen, schwarzen und einsamen Sandstrand machten wir uns trotz anhaltendem Nieselregen auf den Weg zur ersten kurzen Wanderung im „Pumalín“ Nationalpark. Der „Los Alerces“ Wanderweg ist gerade einmal 700 Meter lang, führt dabei jedoch durch urigen Regenwald und beheimatet einige der mächtigen Urzeitzypressen. Diese Bäume werden bis zu 4.000 Jahre alt, sind zwischen 30 und 50 Metern hoch und für die Umarmung eines Stammes bräuchte man sicherlich gut 10 Personen. 😮 Vielleicht erinnert ihr euch daran, dass wir die „Alercen“ bereits in versteinerter Form in einem Nationalpark in Argentinien bewundern durften. Die Nacht verbrachten wir, der Einfachheit halber, direkt gegenüber auf dem Wanderparkplatz. Wobei wir beim Zubettgehen leider an einer weiteren Stelle einen kleinen Wassereinbruch entdecken mussten. Wasser im Bus ist wirklich fatal aber ich will hier gar nicht weiter darauf eingehen. 🙈🐵🙉

Könntet ihr zu sechst so reisen und leben? 🤔
Lauwarme Brötchen am Morgen 😛
Im urigen Regenwald ☔️
Bei den uralten Baumriesen angelangt
Stamm einer „Alerce“

In der Nacht und am frühen Morgen wurden wir immer mal wieder von vorbeifahrenden Autos geweckt die von der um 23:00 bzw. 06:00 Uhr anlegenden Fähre in „Caleta Gonzalo“ kamen. Glücklicherweise hatte der Regen in der Nacht aufgehört und so konnten wir nach dem Frühstück den nur wenige hundert Meter entfernt gelegenen Wanderweg zur „Laguna Tronador“ in Angriff nehmen. 🥾 Der schmale Pfad führte erneut durch üppig grünen Regenwald, welcher von den Niederschlägen der vergangenen Tage und Stunden noch tropfnass war. Gleich am Anfang befand sich eine enge Schlucht durch die gewaltige Wassermassen donnerten welche sich zum Teil über steile Wasserfälle ihren Weg bahnten. Der Trail führte relativ steil nach oben, mehr über Leitern als über Treppen und entsprechend langsam kamen wir auf dem durchweichten Untergrund voran. Am Ende wartete dann die versprochene Lagune auf uns welche wir vom „Mirador“ aus bewundern durften. Von den umliegenden Berghängen ergossen sich zahlreiche, deutlich hörbare kleinere Wasserfälle in den See. Nach rund 4-5 Kilometern gelangten wir dann wieder am Van an. Wir fuhren direkt weiter zum nächsten, nahegelegenen Wanderparkplatz wo es erst einmal Kaffee und ein Stück Marmorkuchen gab. ☕ Dieser Parkplatz war zugleich ein schön gelegener Campingplatz an dem es, insbesondere für die zahlreichen Trekking-Radler und Wanderer, auch überdachte Zeltmöglichkeiten gab. Frisch gestärkt machten wir uns auf zur zweiten Wanderung des Tages. 💪 Es ging erneut durch üppigen Regenwald sowie über zahlreiche Stufen und Wurzeln hin zu zwei Wasserfällen. Da dieser Weg jedoch weniger steil war hatten wir es diesmal deutlich einfacher. Die beiden Wasserfälle entlang des „Sendero Cascadas Escondidas“ führten erwartungsgemäß richtig viel Wasser mit sich und die Gischt spritzte bis auf die Plattform am „Mirador“. Nur Tiere konnten wir erstaunlicherweise kaum welche sehen obwohl es sich anfühlte, als würden wir durch ein exotisches Terrarium wandern. Lediglich ein paar Vögel, darunter seit langem auch mal wieder einen Kolibri, konnten wir erspähen. Nach der Wanderung ging es weiter zu einem schön gelegenen „Mirador“ oberhalb der „Laguna Río Negro“. Die Ausbuchtung befand sich direkt neben der „Carretera Austral“ welche, abgesehen vom Fährverkehr, kaum befahren ist weswegen wir hier auch die Nacht verbrachten. Zusammen in netter Gesellschaft mit zwei jüngeren Reisenden aus den Niederlanden.

Wie heißt es doch so schön:
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung 🤭
Über viele Leitern ging’s zum Mirador
An der Laguna angelangt 😀
Weiter ging es zu den Wasserfällen
Am ersten Mirador angekommen 😊
Uriger Urwad 🌿🌳🌱
Der obere Wasserfall 💦

Der Donnerstag empfing uns mit Traumwetter: Die Sonne strahlte bereits früh am Morgen von einem stahlblauen Himmel und im „Lago Río Negro“ spiegelte sich der dahinterliegende Berg. 😍 Trotz Sonnenschein war es jedoch noch ziemlich frisch und so ließen wir uns während des Frühstücks von der Standheizung wärmen. Danach ging es einige Kilometer weiter zurück in Richtung „Chaitén“ bis zum Einstieg des „Sendero Volcán Chaitén“. Der Wanderweg führte uns über 3,5 Kilometer hinweg durch erstaunlich grünes Gelände. Von Lava war hier so rein gar nichts zu sehen, dafür aber ein paar hübsche Eidechsen. Es ging stetig steil bergauf über zahlreiche größere sowie kleinere Holzstufen und wir spürten die Anstrengungen des Vortages deutlich in unseren Beinen. 😄 Aber der zähe Aufstieg, insgesamt galt es 630 Höhenmeter auf der vergleichsweise kurzen Strecke zu bewältigen, hat sich definitiv gelohnt. Auf dem Plateau angelangt hatten wir eine Aussicht die man sich nicht schöner hätte ausdenken können. Vor uns lagen die rauchenden Schlote des Vulkan „Chaitén“ zu dessen Füßen sich eine kleine, langgezogene Lagune befand. Weiter links davon konnten wir in der Ferne den schneebedeckten Gipfel des Vulkans „Michinmahuida“ erkennen von welchem ebenfalls immer mal wieder dunkle Rauchfahnen aufstiegen. Und der Blick hinunter ins Tal offenbarte den „Lago Río Blanco“, dass sich daraus ergießende Flussbett des breiten „Río Rayas“ sowie die Inselchen im Pazifik und last but not least das Dörfchen „Chaitén“. 🤩 Das längere Warten auf das schöne Wetter hatte sich in jedem Fall gelohnt. 👍 Hier oben gab es Holztische und Bänke für eine angenehme Rast. Wir stärkten uns mit ein paar süßen Keksen und als wir uns satt gesehen hatten begann der, zumindest für mich, anstrengendere Teil des Abstiegs. Zum Glück hatte ich die Wanderstöcke mitgenommen! Gegen 17:30 Uhr gelangten wir wieder am Parkplatz an wo es eine wohlverdiente, kleine Stärkung gab bevor wir zurück an den schönen „Playa Santa Barbara“ fuhren um noch einmal dort zu nächtigen.

Spiegelsee am Morgen 😀
Los geht’s auf den rauchenden Vulkan „Chaitén“
Wider Erwarten war es total Grün
Auch ein paar Eidechsen ließen sich blicken
Es ging steil nach oben 😮‍💨
An den rauchenden Schloten angelangt 🌋
Ende des Weges 😄
Und tolle Aussicht 👍🏻
Stärkung vor dem Abstieg 😅

Da unsere Beine nach den vier Wanderungen doch etwas müde waren und die Muskeln leicht schmerzten entschieden wir, dem Nationalpark „Pumalín“ langsam aber sicher Lebewohl zu sagen und die 20 km lange Wanderung auf dem „Sendero Ventisquiero“ hin zum Gletscher nicht mehr anzutreten. Nach getaner Laptoparbeit, dringend nötiger Reinigung meiner Wanderschuhe (ich wusste gar nicht mehr, dass sie eigentlich blau sind 🤣) sowie eines Spaziergangs am einsamen Strand entlang fuhren wir zurück an die Plaza von „Chaitén“. Das dort verfügbare, öffentliche WLAN war zwar mehr schlecht als recht aber zum Abrufen der neusten Nachrichten sowie zum Upload einiger Instagram Beiträge reichte es dann doch. 🙄 Schneller als uns lieb war standen die Uhrzeiger auf 19 Uhr und für die eigentlich geplante Dusche war es somit schon zu spät. Schließlich wollten wir ja auch noch etwas zu Abend essen. Des Weiteren wurde an der Plaza gerade eine Bühne aufgebaut und wir wollten uns das Spektakel gegen Einbruch der Dunkelheit natürlich nicht entgehen lassen. 😉 Als die Band anfing zu spielen drehten wir eine kleine Runde aber da es merklich abgekühlt hatte zog es uns relativ schnell wieder zurück in den warmen Van. Zuvor teilten wir uns aber noch ein klebrig süßes, hausgemachtes, leckeres Schichtdessert welches wir an einem der wenigen Stände um die Bühne herum erwarben. Eins muss man sagen: Für die wenigen Einwohner (während des Vulkanausbruchs im Jahr 2008 mussten gerade einmal 5.400 Menschen in der Region evakuiert werden, vermutlich inkl. Touristen) wird richtig viel geboten. Am Wochenende zuvor fand etwas außerhalb am Ortsrand nämlich auch schon über drei Tage hinweg ein größeres Bierfest statt. 👍

Herrlicher Morgen an der Bucht „Santa Barbara“

Nach einer ruhigen Nacht beim alten Gefängnis am Fluss, welcher nach Abklingen der Regenfälle nun übrigens deutlich weniger Wasser mit sich führte, machten wir uns auf den Weg in Richtung Grenze. Für die Strecke von 160 Kilometern errechnete „MAPS.ME“ eine Fahrtzeit von viereinhalb Stunden. 😮 Die ersten rund 70 Kilometer, welche wir auf der „Carretera Austral“ wieder zurück in Richtung „Coyhaique“ fuhren waren bekanntlich noch asphaltiert. Danach bogen wir auf die Schotterpiste nach „Futaleufú“ ab welche glücklicherweise gar nicht so schlecht wie erwartet war, von den letzten Kilometern einmal abgesehen. So kamen wir bereits nach nicht einmal dreieinhalb Stunden an unserem Ziel an. Das kleine Dörfchen an der chilenisch/argentinischen Grenze besteht aus lediglich 20 Häuserblocks welche aber allesamt schön anzusehen sind. Die Plaza war im Verhältnis dazu gewaltig und es gab unzählige Rafting- und Kajak-Tour Anbieter. Auf den wilden Stromschnellen des „Río Futaleufú“ sowie auf dem etwas ruhigeren „Río Espolón“ werden Touren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade angeboten. Da wir vor Jahren aber schon einmal raften waren müssen wir dieses Abenteuer nicht zwingend noch einmal wiederholen. Dafür ging es am Spätnachmittag endlich unter die heiß ersehnte Dusche 🚿🧼🧽 und abends gab es schmackhaften Räucherlachs, welchen wir hier im Ort per Zufall bei einem Straßenhändler erstanden. Morgen werden wir nach etwas mehr als drei Wochen in Chile wieder ins schöne Argentinien reisen da uns die Region rund um Esquel, El Bolsón, Bariloche sowie San Martín de los Andes noch fehlt. Der nächste Beitrag erwartet euch somit wieder aus Argentinien. 😉😘

Stellplatz in „Futaleufú“
Und weiter geht’s nach Argentinien 🇦🇷

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

NEW BLOG POST 🇨🇱 (01. – 09.02.2023) Villa Cerro Castillo – Puyuhuapi  

Den halben Mittwoch verbrachten wir auf dem ruhigen, abgeschiedenen Stellplatz am Schulmuseum in „Villa Cerro Castillo“. Wir arbeiteten bis zum frühen Nachmittag an den Laptops und brachen anschließend auf ins nahegelegene „El Blanco“. Die Landschaft auf der Fahrt dorthin erinnerte uns ein wenig ans schöne Albtal. Mitunter sah es wirklich so aus, als würde man nach Bad Herrenalb oder Bad Wildbad fahren. Sogar die Alb war existent, nur spiegelverkehrt auf der falschen Seite. 😂 An unserem Ziel angekommen fanden wir ein nettes Plätzchen direkt an einem Fluss, unweit der „Carretera“ gelegen. Wir machten einen kleinen Spaziergang durch das winzige, mit seinen Wellblechhütten sehr ärmlich wirkende Dörfchen bevor wir wieder am Van angelangten. Dort stellten wir mit Entsetzen fest, dass unser Auto auf beiden Seiten gleichmäßig bis etwa auf die halbe Höhe mit einer seltsam klebrigen Flüssigkeit eingekleistert war. Für uns sah es so aus, als käme diese von unserem Van selbst. Ob es gar Diesel, Bremsflüssigkeit oder Kühlflüssigkeit war?! 😱 Simons Mechaniker Kenntnisse reichten für diese Bestimmung leider nicht aus und meine natürlich schon gleich mal gar nicht. Seltsam war allerdings, dass alle Schläuche sowie der komplette Motorraum komplett trocken zu sein schienen. Auch der Flüssigkeitscheck ergab nichts Besorgniserregendes. Da alle vier Reifen und auch die Felgen komplett sauber und trocken und wir nirgends bewusst durchgefahren waren konnte es aber eigentlich nur von unserem Auto selbst kommen… 🤷‍♀️

Das alte Schulmuseum
Und unser ruhiger Stellplatz (P.S. Auf dem Bild erkennt man bereits gut den Schmodder auf beiden Seiten)
Recht ärmliche Behausungen in „El Blanco“ 😐

Am folgenden Morgen tranken wir deswegen auch nur schnell Kaffee bevor wir uns auf den Weg in die rund 40 km entfernt liegende Kleinstadt „Coyhaique“ machten. Meiner Meinung nach Glück im Unglück denn das Ganze hätte uns auch meilenweit entfernt in der patagonischen Pampa passieren können. Wir suchten in der „iOverlander“ App nach geeigneten Werkstätten wovon die Erste an diesem Tag leider keine Zeit hatte. Wobei deren Zufahrt auch so steil gewesen wäre als dass wir aus eigenem Antrieb den Hügel nicht mehr hinaufgelangt wären. 🙈 Sie verwiesen uns an eine andere, direkt in der Stadt gelegene Werkstatt die wir nach einem schnellen Frühstück auf dem Tankstellenparkplatz auch direkt ansteuerten. Wir schilderten den Mechanikern dort die Tatsachen und auch sie fanden es auf Anhieb sehr seltsam und wussten spontan keinen Rat. Wir sollten am nächsten Tag um 09:00 Uhr wiederkommen damit sie sich auf Ursachenforschung begeben könnten. So verbrachten wir den Tag in dem unspektakulären Ort in dem wir uns recht schnell umgeschaut hatten. Immerhin gab es hier einen großen „Unimarc“ Supermarkt in dem wir, wenngleich auch zu horrenden Preisen, frische Lebensmittel einkaufen konnten. Ich habe beim besten Willen keine Ahnung, wie die Chilenen das machen. Zwar gilt Chile als das reichste Land Südamerikas aber selbst Grundnahrungsmittel sind hier mitunter weit teurer als bei uns in Deutschland. Einkaufen macht mir hier wahrlich keinen Spaß. 😨 Die Nacht verbrachten wir, seit langem mal wieder, direkt innerhalb der Kleinstadt am Seitenstreifen einer ruhigen Nebenstraße in der Nähe eines kleinen Parks.

Unser innerstädtischer Stellplatz

Am Freitag fuhren wir als erstes zur Werkstatt wo sich direkt zwei Mechaniker unserem Van annahmen. Auch sie fanden das Problembild extrem seltsam zumal auch ihr Check aller Flüssigkeitsstände sowie ihr Blick in den Motorraum und mittels Grube darunter keine Ursache zu Tage förderte. Da wir an diesem Morgen, nach dem wir die ganze Nacht über gestanden waren, jedoch rund um unser Auto jeweils an den Schwellern deutliche Tropfspuren auf dem Asphalt erkennen konnten kann es ja eigentlich nur vom Auto selbst kommen… An Ort und Stelle kamen die Mechaniker nicht mehr weiter weswegen wir mit den beiden zu einer anderen Halle in der Parallelstraße fuhren. Dort befand sich eine Hebebühne welche eigentlich für 4 Tonnen ausgelegt war. Leider schaffte sie es dennoch nicht unser 3,5 Tonnen schweres Fahrzeug ernsthaft anzuheben. 🙈 So behalf man sich zusätzlich noch mit einem Wagenheber auf der Hinterachse und schlussendlich konnten doch noch alle vier Reifen abmontiert werden. Den Reifen folgten die Verkleidungen der Radlaufkästen aber auch darunter war nichts zu sehen. Es war einfach nur seltsam… Da die Verkleidungen jedoch komplett mit der klebrigen Flüssigkeit und darauf haftendem Staub verdreckt waren, machten sich die beiden KFZler inklusive Simons tatkräftiger Unterstützung an die Reinigung derselben. Vier Stunden später und 170 € ärmer waren wir leider immer noch nicht schlauer als zuvor. 😥 Immerhin konnten wir während der Prozedur aber unsere Vorder- und Hinterreifen problemlos tauschen so dass sich diese gleichmäßig abfahren können. Weiter ging es zu einer Wasch-Box an einer der Tankstellen in „Coyhaique“ wo wir 13 € für die manuelle Wäsche investierten. Auch kein Schnäppchen. 😕 Immerhin war unser Auto nun rundum sauber und wir können auf den folgenden Kilometern beobachten, ob sich erneut irgendwo Flüssigkeit zeigen sollte. Wir entschieden, das Wochenende in der näheren Umgebung zu verbringen so dass wir bei Bedarf am Montag noch einmal die Werkstatt ansteuern könnten. Die Mechaniker waren übrigens alle sehr nett, extrem bemüht und man hat uns auch nur die Hälfte der Arbeitsstunden berechnet. 👍 Am Nachmittag fuhren wir zum ca. 15 km außerhalb gelegenen, idyllischen Bergsee „Elizalde“. Wie erwartet konnten wir dort aber keine für uns geeignete Zufahrt finden und somit auch keinen Stellplatz für die Nacht. Nur zum Baden lohnte es nicht mehr dort zu bleiben und so machten wir kehrt und fuhren etwa die halbe Strecke bis zu einer Flussbiege zurück. Dort hatten wir auf der Hinfahrt etliche Autos an der Straße stehen und auch Menschen im Fluss baden sehen. Auf den frisch abgemähten Heuwiesen links und rechts der Schotterpiste konnten wir derweil mehrere Hunderte Ibis auf Nahrungssuche sehen. So wie bei uns die Störche suchten sie im kurzen Gras wohl nach Heuschrecken und ähnlichem. Tatsächlich fanden wir am „Río Simpson“ einen guten Stellplatz etwas oberhalb vom Wasser auf einem Seitenweg. Wir schnappten uns noch unsere Decke, legten uns ein Stündchen ins Gras, genossen die Abendsonne und schauten den herrlichen, patagonischen flachen Wolken beim Vorbeiziehen zu. 😍

Cooler Wasserfall kurz vor „Coyhaique“

Nach einer super ruhigen Nacht hatten wir einen gleichfalls entspannten Samstag. 😊 Wir verbrachten den ganzen Tag über zusammen mit den Einheimischen am Fluss, relaxten in der Sonne und kühlten uns im gerade einmal knietiefen Wasser etwas ab. An unserem schattigen Plätzchen befand sich sogar eine Art natürliche Laube so dass wir erstmals Gelegenheit hatten, unseren tollen Reisehängesessel „ZunZun“ von „LA SIESTA“ ausgiebig zu testen. 😎 Wenn ihr euch jetzt fragt wieso Hängesessel und nicht Hängematte (die wir übrigens auch dabei haben): Für die Befestigung des Sessels benötigt man lediglich einen Ast und keine sich in perfektem Abstand gegenüberstehenden Bäume. 😉 Wir beobachteten das Treiben um uns herum und uns fielen immer wieder Erwachsene aber auch Kinder auf, die in kompletter Montur (sprich inklusive T-Shirt, teilweise sogar langer Hose und Turnschuhen!) baden gingen. Ob dies an mangelndem Einkommen liegen mag und sich die Leute schlicht weg keine Badebekleidung sowie Badeschuhe leisten können? Oder ob es irgendein seltsamer Brauch ist? Wir werden bei Gelegenheit versuchen dies zu eruieren… Außerdem fiel uns auf, dass die Kinder keinerlei Spielsachen dabei hatten. Bis auf eine Familie mit Luftmatratze, die tatsächlich besser situiert aussah, waren weder Bälle noch Schwimmreifen noch Eimerchen zu sehen. Was ja gar nicht schlecht sein muss aber wenn man sich mal in einem Freibad in Deutschland umschaut, was da alles für einen Tag mitgeschleppt wird… 🤔

So sieht ein Sommertag in Patagonien aus 😎
Das Wasser war gerade knietief und angenehm frisch
Zum ersten Mal kam der „ZunZun“ Hängesessel
von „LA SIESTA“ zum Einsatz 😌
Super kompakt, ultra leicht und sehr bequem 👍🏻

Am Sonntag machte der Wind einen Strich durch unsere Rechnung und so fiel der erneute Badetag aus zumal es auch deutlich kühler als am Vortag war. Auch den Zugang zu dem tollen Wasserfall vor „Coyhaique“ konnten wir leider nicht entdecken weswegen es direkt zurück in die Kleinstadt ging. Nach dem wir kurz im öffentlichen WLAN unsere Nachrichten gecheckt hatten fuhren wir zu einem etwas außerhalb liegenden Supermarkt. Den „Híperpatagonico“ können wir allen Durchreisenden auf jeden Fall wärmstens empfehlen. Die Preise hier waren mitunter deutlich günstiger als im „Unimarc“ und auch die Frischetheken waren allesamt von guter Qualität. 👍 Im weiteren Tagesverlauf machten wir uns auf die Suche nach einem netten Stellplatz für die Nacht, gerne wieder direkt an einem Flusslauf. Es hätte auch tatsächlich ein nettes Plätzchen gegeben nur war hier auf Grund des Sonntags ziemlich viel los und wir wären von der Straße her gut sichtbar gewesen. So versuchten wir es vorm örtlichen Nationalparkeingang welcher allerdings schon geschlossen war und vor dem Tor gab es keine Parkmöglichkeiten. Deswegen landeten wir schlussendlich wieder in der Seitenstraße bei dem netten kleinen Park wo wir bereits schon einmal eine ruhige Nacht verbracht hatten.

Mächtige Drachenbäume mit Blüten gab es hier

Am Morgen nutzte ich die relativ neu wirkenden, zahlreichen Fitnessgeräte im Park direkt gegenüber für eine Runde Frühsport. 🏃‍♀️ Nach unserem leckeren Avocado-Spiegelei-Toast machten wir uns auf den Weg nach „Puerto Aysén“ da wir am Van seit der Wäsche keine weiteren Spuren der ominösen Flüssigkeit mehr entdecken konnten. 🤷‍♀️ Auf der Fahrt stoppten wir an einem gut angelegten Wanderweg welcher entlang eines Flusses durch schattigen Wald führte. Nebenbei wurde auf Tafeln am Wegrand das Leben der ersten Siedler erklärt, die ihren Lebensunterhalt unter anderem als Schäfer und Flößer bestritten. Kurz darauf stoppten wir noch an einem etwa 15 Meter hohen, zweistufigen schönen Wasserfall bevor wir an der „Bahía Acantilada“ angelangten. Die weitläufige Bucht befindet sich rund 10 km außerhalb von „Puerto Aysén“ und scheint ein beliebtes Ausflugsziel zu sein. Nach dem man eine kleine Parkgebühr (2.000 Pesos = ca. 2 €) entrichtet hat kann man den ganzen Tag hier verbringen und unter anderem Spielplatz, Grillmöglichkeiten und Aussichtspunkt nutzen. Vom „Mirador“ aus hatten wir eine schöne Sicht auf die Bucht sowie den Fjord und konnten außerdem vier Kondore im Flug beobachten. 😍 Und natürlich lässt sich an dem feinen Kiesstrand am Ende des Fjordarmes auch bestens baden. Ich wagte mich tatsächlich ins gar nicht so kalte Wasser und konnte auf diesem Wege sogar noch meine Haare waschen. Inklusive Blick auf die den Fjord umgebenden Berge die teils begrünt, teils mit Gletschern überzogen waren. Das kann wohl auch nicht jeder von sich behaupten. 😄

Blick auf die „Bahía Acantilada“
Kondor über dem Fjord
Die Flügelspannweite kann bis zu 3 Meter betragen

Nicht zuletzt wegen der schönen Lage, sondern auch wegen des exzellenten WLANs hatten wir entschieden auf dem Parkplatz der „Bahía Acantilada“ zu nächtigen. Für gerade einmal 5.000 Pesos ist dies Wohnmobilen sogar gestattet. 👍 Am frühen Morgen nieselte es leicht und der Himmel war ziemlich grau. Wobei die tief hängenden Wolken in den Bäumen der Berge richtig mystisch aussahen und dem Fjord noch einmal ein ganz anderes Aussehen verliehen. So konnten wir ohne schlechtes Gewissen die letzten vier Folgen unserer Serie streamen und uns zwischendurch am Strand kurz die Beine vertreten. Am späten Nachmittag rafften wir uns dann aber doch noch auf und fuhren über die Schotterpiste zurück nach „Puerto Aysén“. Wobei wir lediglich einen kurzen Fotostopp an der den „Río Aysén“ überspannenden Brücke einlegten und im hiesigen „Unimarc“ noch zwei frische Brötchen für den Folgetag kauften. Als wir an einem der Selbstscan-Terminals bezahlten fiel uns auf, dass wir nicht die ausgeschriebenen (günstigeren) Preise bezahlten, sondern einige hundert Pesos mehr. Da wir in Summe nur drei Produkte kauften waren wir uns der abweichenden Preise mehr als sicher weswegen wir damit den Kundenservice konsultierten. Zum Glück! Die Dame erklärte uns daraufhin, dass dies schlicht weg an der Tatsache läge, dass wir Ausländer sind und über keine „RUT“ verfügen. Hierbei handelt es sich, so denke ich zumindest, um die chilenische ID- oder Steuernummer welche man beispielsweise an der Supermarktkasse angeben kann. Ohne „RUT“ haben wir einen zuvor nicht ersichtlichen Aufschlag bezahlt. 😬 Daher der Tipp an alle Chile reisenden: Fragt, wenn möglich, einen hilfsbereiten Chilenen nach seiner „RUT“ und nutzt diese bei künftigen Einkäufen. Auch beim nächsten Nationalparkbesuch werden wir einfach mal Einheimische vor uns fragen, ob sie freundlicherweise nicht zwei Tickets für uns mitkaufen können. Die Aufschläge für Ausländer sind nämlich auch hier echt gesalzen. 🤨 Die Nacht verbrachten wir dann wenige Kilometer außerhalb der Stadt direkt auf dem Kiesbett eines ziemlich breiten Flusslaufs. Auch hier erinnerte uns die Landschaft wieder extrem an Europa denn in Slowenien hatten wir beispielsweise mitunter ganz ähnliche Stellplätze.

Fotostopp an der berühmten Brücke 🌉
Netter Stellplatz direkt am Fluss
Hier schaut’s aus wie in Europa 😅

Am nächsten Morgen standen wir beizeiten auf da es bis zu unserem nächsten Ziel, dem „Parque Nacional Queulat“, noch 170 km zu fahren galt. Dort wollten wir am Mittag eine kleine Wanderung zum „Mirador Ventisquero Colgante“, einem bläulich schimmernden Hängegletscher oberhalb einer Lagune, unternehmen. Der erste Abschnitt der „Carretera Austral“ war noch gut asphaltiert bevor es dann in Schotter überging. Wobei der letzte Abschnitt sogar der Schönere war da die Piste über enge Serpentinen den Berg hinunter führte, durch dichten Nebelwald in dem zum Teil noch die Wolken hingen. In einer der zahlreichen, engen Kehren begegnete uns sogar ein alter grüner „VW LT“ mit Rastatter Kennzeichen. Wie schade! Gerne hätten wir uns ein wenig mit den Insassen unterhalten. Für unsere späte Frühstückspause um 13 Uhr mittags fanden wir ein herrliches Plätzchen direkt am Fjord. 🤩 Nach dem wir unser Frühstück und die Aussicht genossen hatten steuerten wir direkt den Wanderparkplatz an. Dort angelangt mussten wir leider feststellen, dass aus der geplanten Wanderung nichts werden würde. Ohne vorab online erworbene Tickets wird einem der Zutritt verwehrt und das Tageskontigent wäre darüber hinaus bereits erschöpft. Schade, das Wetter wäre an diesem Tag perfekt gewesen… Wobei wir die 9 € pro Kopf für die kurze Wanderung wahrscheinlich sowieso nicht investiert hätten. 🙈 Also strichen wir diesen Tagespunkt aus unseren Köpfen und auch der Eintritt in die nahegelegene, kleine Therme war uns mit 30 € pro Person für gerade einmal drei Stunden Badezeit definitiv zu teuer. Selbst im „Rotherma“ bei uns zuhause bezahlt man dafür gerade einmal die Hälfte. 😯 Da wir uns dies bereits gedacht hatten steuerten wir als nächstes das kleine Dörfchen „Puyuhuapi“ an. Hier ließen sich gegen Ende des zweiten Weltkriegs einige deutsche Auswanderer nieder was heute aber nur noch an ein bis zwei Häusern aus dieser Zeit mit deutscher Architektur zu erkennen ist. Wobei die Lage am Ende eines weiteren Fjordarmes und die Landschaft durchaus extrem an Deutschland erinnern. Ich finde, dass es hier ganz ähnlich aussieht wie am Titisee, nur mit viel weniger Touristen. 😂 Auch die Blumen in den Vorgärten erinnerten stark an Deutschland. Hier blühten nicht nur blaue Hortensien und Rosen, sondern auch bunte Dahlien und fein duftende Lilien. Nach dem wir uns zu Fuß im überschaubaren Ort umgesehen hatten genossen wir am Nachmittag den Blick aufs Wasser. Nebenbei dichteten wir unsere vordere Dachluke von außen noch mit Panzertape ab da der Wetterbericht für die kommenden Tage immer mal wieder Regen vorhersagte. Abends blieb unsere Küche zur Abwechslung mal kalt und wir gingen stattdessen im Restaurant „Comuy-Huapi“ essen. Für mich gab es rosa gebratenes Thunfisch-Filet mit Quinoa und Simon hatte eine Trilogie verschiedener gebratener Fleischsorten mit Dips und Knobi-Brot. 😋

Frühstück mit Blick auf den Fjord 🥣
Tolle Location 😀
Aus der Wanderung wurde leider nix 🤷🏼‍♀️
Dafür war’s in „Puyuhuapi“ echt nett
Sieht doch ein bisschen nach Titisee aus, oder?! 🤔
Mein leckeres Abendessen – Thunfisch auf Quinoa 😋

Wir verbrachten eine sehr ruhige Nacht gegenüber des Restaurants direkt am Wasser. In der Nacht und am Morgen hatte es leicht geregnet aber unsere Dachluke blieb trocken und am Vormittag legte sich der Nieselregen bereits wieder. Wir kuschelten uns während des Regens einfach noch eine Weile im Bett ein und entsprechend spät gab es Frühstück. 😅 Am Mittag trafen wir uns mit Claus und Tjorven (alias „CuTe Round the World“) die wir in Ushuaia persönlich kennenlernen durften. Wir verabredeten uns mit den beiden für eine gemeinsame, kleine Wanderung zu einem „Mirador“ am Nachmittag. Der Weg führte über Privatgelände stetig nach oben und man hatte tatsächlich eine sehr schöne Sicht auf „Puyuhuapi“ sowie den Fjord. Wir freuen uns jedes Mal sehr, wenn wir auf Gleichgesinnte oder bereits Bekannte treffen und wir uns mal wieder mit anderen austauschen können. 🥰 So langsam aber sicher fehlt mir mein Umfeld mitunter doch schon sehr. 😟 Auch für die Blog-Einträge der letzten Tage blieb noch genug Zeit bevor wir gegen später das Abendessen zubereiteten und es uns im Van gemütlich machten.

Blick vom Mirador auf „Puyuhuapi“ und den Fjord

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

P.S.: Wenn euch unser Blog gut gefällt (was ich sehr hoffe) dann freuen wir uns über jedwede noch so kleine oder große Spende in unsere Kaffee- oder Dieselkasse als kleines Dankeschön und Anerkennung unserer Arbeit. ☕⛽🚐 

Entweder über https://www.paypal.me/SiJuCampervan

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NEW BLOG POST 🇦🇷 🇨🇱 (25. – 31.01.2023) Von El Chaltén zu den Marmorhöhlen in Chile

Am Dienstag verließen wir „El Chaltén“ nach sechs schönen Tagen wieder. Zuvor begaben wir uns dort noch auf die Suche nach zwei Handwerkerläden in der Hoffnung, dort eventuell das gesuchte Silikon für Dachluken-Reparatur Nummer zwei zu finden. Jedoch hatte der eine Laden gerade wegen Urlaub geschlossen und der andere war gar nicht erst auffindbar bzw. vermutlich dauerhaft geschlossen. 🤷‍♀️ Wir werden es, bei nächster Gelegenheit, einfach mit den zwei bereits vorhandenen Kartuschen versuchen. Bei der vorderen Dachluke hatte es schließlich auch gereicht. Vor Abfahrt kehrten wir noch in einem kleinen Café ein auf der Suche nach halbwegs tauglichem Internet. Aber wie schon zuvor bei anderen Örtlichkeiten in „El Chaltén“ war auch dieses mehr schlecht als recht. Es reichte mit Mühe und Not aus, um den fertiggestellten Blogbeitrag hochzuladen. 🙄 Danach strichen wir endgültig die Segel und begaben uns auf die erste Etappe der insgesamt rund 700 Kilometer langen Reise an die chilenische Grenze bei „Chile Chico“. Die gesamte Strecke führt über die Ruta N40 und bereits auf den ersten 300 Kilometern lag ein ungeteertes Teilstück mit einer Länge von ca. 70-80 Kilometern vor uns. So waren wir froh, als wir am Abend gegen 20 Uhr an unserem Tagesziel angelangten. Wie so oft auf der Durchreise übernachteten wir mal wieder, in guter Gesellschaft zahlreicher anderer Overlander, an einer Tankstelle in dem kleinen Nest „Gobernador Gregores“.

Adiós El Chaltén

Von dort aus ging es am Folgetag weiter über die Ruta N40. Diesmal war die Straße, bis auf einige wenige kurze Unterbrechungen, auch durchweg asphaltiert und selbst die Schlaglöcher hielten sich in Grenzen. 👍 Nach etwa der Hälfte der Strecke stoppten wir in einem kleinen Kaff im Niemandsland für eine kurze Kaffeepause. Auf der Weiterfahrt zum Tagesziel „Perito Moreno“ (nicht der Gletscher, sondern ein gleichnamiger Ort) begegneten wir seit Ewigkeiten mal wieder David und Miriam aus Luxemburg. Leider nur im Vorbeifahren. 😕 Die zweite Etappe an diesem Tag von ca. 170 km verging erstaunlicherweise wie im Flug. Wir durchquerten dabei noch ein Stück vom „Parque Nacional Patagonia“ und bewunderten die in verschiedensten Rottönen schimmernden Berge und Hügel aus dem Auto heraus. Am frühen Abend kamen wir in der Kleinstadt „Perito Moreno“ an. Da sich die hiesige „YPF“ gerade im Umbau befand nächtigten wir, ausnahmsweise, bei der Konkurrenz „Axion“. 😂 Wir suchten uns auf dem geteerten Parkplatz eine ebene Parklücke und erhielten kurz darauf sogar noch nette Gesellschaft von anderen Deutschen. Das Pärchen aus Düsseldorf ist samt ihrer kleinen Tochter seit Ende Dezember letzten Jahres mit ihrem VW T4 in Südamerika unterwegs. Wäre schön, wenn wir uns während ihrer Eineinhalbjährigen Reise noch einmal wieder treffen würden.

Am Donnerstagmorgen packte ich die Gelegenheit beim Schopfe und genoss nach dem Aufstehen eine heiße Dusche an der „Axion“ Tankstelle, an welcher wir eine relativ ruhige Nacht verbracht hatten. Ich hatte schon seit längerem nicht mehr morgens direkt nach dem Aufstehen geduscht. Was für eine Wohltat das doch ist! 😍 Danach gab es erst einmal heißen Kaffee aus unserer tollen French Press bevor wir an Ort und Stelle den Van volltankten. Weiter ging es zum „La Anonima“ Supermarkt am Ortsausgang um vor dem nahenden Grenzübertritt noch einmal Vorräte an trockenen Lebensmitteln einzukaufen. Den Nachmittag verbrachten wir auf einem herrlich gelegenen Buschcamp direkt am riesigen „Lago Buenos Aires“. Der Wind peitschte richtig große Wellen auf weswegen der Spaziergang am Ufer sehr kurz ausfiel. Stattdessen genossen wir den Seeblick vom Van aus. So blieb erneut Zeit für die Arbeit an den Laptops und die Blueberry Pancakes füllten unsere Energiereserven wieder auf. ☕🥞

Am Lago Buenos Aires
Blueberry Pancakes 🥞

Wir verbrachten, tatsächlich vollkommen windgeschützt dank eines großen Busches, eine ruhige Nacht am „Lago Buenos Aires“. Von dort aus ging es am Morgen in den ca. 30 km entfernt liegenden Grenzort „Los Antiguos“. Hierbei handelt es sich um ein nettes, kleines und sonnenverwöhntes Örtchen in dem viel Obst gedeiht. Deswegen trägt es auch den Beinamen „Capital Nacional de la Cereza“ was so viel bedeutet wie „Landeshauptstadt der Kirsche“. Wobei hier nicht nur Kirschen wachsen sondern auch Äpfel, Birnen und Aprikosen. An der kleinen Tankstelle hatten wir recht guten Internetempfang und glücklicherweise gab es hier auch einen zu unseren Adaptern passenden Wasserhahn. So konnten wir unseren zwischenzeitlich fast ganz leeren 120 Liter Wassertank wieder auffüllen. 👍 Vom Ortskern aus war es nur noch ein Katzensprung zur argentinischen Grenze. In null Komma nichts hatten wir „ausgecheckt“ und konnten weiter an die rund 6 km entfernt liegende chilenische Grenze fahren. Auch dort war nicht viel los und die Beamten wussten genau was zu tun war. Eine nette, junge Zöllnerin inspizierte kurz darauf noch flüchtig unseren Van. Diesmal hatten wir nur noch einen Rest Knoblauch auszuhändigen. Die Beamtin war von unserem Inneren total begeistert und schoss sogar noch ein paar Erinnerungsfotos davon. 😂 In „Chile Chico“ angelangt steuerten wir zuerst einen der beiden kleinen Supermärkte an um frische Lebensmittel wie etwa Obst, Gemüse oder Eier einzukaufen. Danach machten wir einen kleinen Rundgang durch die überschaubare Ortsmitte mit ihren kleinen Häuschen sowie entlang der Uferpromenade. Ab hier erwartete uns dann neuerdings Schotterpiste. Wir stoppten an der „Laguna Verde“ und genossen während unserer Kaffeepause den schönen Ausblick. Weiter ging es, immer entlang des über 130 km langen Sees, bis nach „Puerto Guadal“ – der „Perle am See“. Und auch dieser Beiname trifft den Nagel auf den Kopf. Von unserem gewählten Übernachtungsspot aus hatten wir einen herrlichen Blick auf das unglaublich klare sowie türkisfarbene Wasser des „Lago General Carrera“ (so heißt der „Lago Buenos Aires“ auf chilenischer Seite). Auch die umliegenden, zum Teil kahlen, zum Teil grünen Berge waren wirklich malerisch und der kleine Leuchtturm auf dem Hügel bildete das I-Tüpfelchen des Panoramas. 🤩

Los Antiguos – Die Kirschen Hauptstadt 🍒
Tolle Holzkunstwerke gab‘s hier auch 🤣
Der Bart passt auf jeden Fall zur Harley 😜
Blick auf Chile Chico
Pause an der Laguna Verde
Puerto Guadal – Die Perle am See
Kleiner Leuchtturm

Am Samstag ging es weiter über die gefühlt endlose, zum Teil mit Schlaglöchern (die hier übrigens mit Pflastersteinen ausgebessert werden) übersäte Schotterpiste. Am Westufer des „Lago General Carrera“ angelangt bogen wir dann erstmals auf die chilenische Traumstraße, die „Carretera Austral“ ein. Diese führt rund 1.200 km vom südlichsten Teil Patagoniens bis nach „Puerto Montt“ in der Region „Los Lagos“. Wir fuhren weiterhin am See entlang und ich glaube tatsächlich, dass einige Gewässer hier so groß sind wie manche Kleinstaaten (z.B. Luxemburg oder die Schweiz) in Europa. 😅 Seit dem Grenzübertritt hat sich die Vegetation übrigens völlig verändert. Es ist richtig schön grün und endlich gibt es auch wieder andere Bäume als die immergleichen Ulmen. Zum Teil wirkt die Landschaft hier sogar recht europäisch. Die Berge sind oftmals bis zur deutlich sichtbaren Baumgrenze begrünt und hier wachsen z.B. Pappeln, Kiefern, Fichten aber auch zahlreiche wilde Hagebuttensträucher. Während der Fahrt hatten wir häufig eine tolle Sicht hinunter auf den See mit seinem surreal türkisfarbenem Gletscherwasser. Kurz vor dem Ort „Puerto Río Tranquilo“ bogen wir von der „Carretera Austral“ ab auf einen kleinen Seitenweg, welcher hinab zum „Puerto Marmol“ führen sollte. Dort wollten wir uns nach den Preisen für die Boots- und Kajak-Touren zu den nahegelegenen Marmorhöhlen erkundigen. Wir realisierten beide bereits nach wenigen Metern, dass der Weg für unseren Van auf Grund des losen Untergrunds und des extremen Gefälles nicht geeignet schien. Bereits nach wenigen Sekunden stoppten wir und fuhren soweit es ging rückwärts bis zu einer breiteren Stelle an der wir wenden konnten. Von dort aus versuchten wir es das letzte, kleine Stück hinauf bis zurück auf die Straße. Aber keine Chance! 😨 Bei unserem frontgetriebenen, schweren Fahrzeug drehten kurz vor Ende der Steigung die Räder durch. Und leider verlor Simon ausnahmsweise die Nerven und rutschte beim erneuten Anlaufversuch schräg den Hang hinunter. So landete unser Bussi im Graben und stand zu allem Übel jetzt auch noch quer auf dem schmalen Weg. So blockierten wir diesen für von unten hinaufkommende 4×4 Fahrzeuge, die uns eventuell hätten helfen können. 🙈 Also versuchten wir nun mit reduziertem Luftdruck (1 Bar) sowie den beiden Sandpanelen herauszukommen aber es war schlicht unmöglich. Hilfe nahte in Form eines netten Argentiniers, der mit seiner Familie in einem Allrad-Pick Up auf Urlaubsreise war. Er bot sofort an zu versuchen, uns mittels Abschleppseil den steilen Hang hinaufzuziehen. Gesagt, getan! Nach dem wir unser Abschleppseil unter dem Fahrersitz hervorgekramt hatten startete Teil eins der Rettungsaktion. Es stellte sich leider ziemlich schnell heraus, dass sein Fahrzeug entweder zu leicht war oder zu wenig Power hatte. Auf jeden Fall schaffte er es nicht, unseren Bus herauszuziehen und stand bald darauf ebenfalls mit drehenden Reifen da. 😱 Hinter uns warteten mittlerweile zwei weitere Fahrzeuge, darunter ebenfalls ein 4×4 Pick Up nur dass dieser über keine Abschleppvorrichtung verfügte. Dennoch bot der Fahrer seine Hilfe an nach dem wir dank eines weiteren Versuchs des Argentiniers den Van zumindest wieder gerade auf dem Weg stehen hatten. Der Mann probierte nun an Simons Stelle mit Schwung den Hang hinaufzufahren aber leider kam auch er nicht weiter. 😕 So ließen wir die Helfer von dannen ziehen welche uns aber versprachen, im nahegelegenen Ort Rettung zu suchen. Ich stellte mich eine Weile oben an die Straße um nach eventuell vorbeifahrenden Trucks Ausschau zu halten, leider vergebens. Also warteten wir unten am festsitzenden Bus als spontan weitere Hilfe nahte. Zwei Chilenen in einem Toyota 4Runner erkannten schnell unser Malheur und waren sich, im Gegensatz zu uns, ziemlich sicher uns mit ihrem Fahrzeug hinaufziehen zu können. Sie koppelten ihren Anhänger ab, befestigten ihr starkes Abschleppseil an unserem Van und zogen uns tatsächlich in Null Komma nichts den Hang hinauf! Als wäre das ÜBERHAUPT kein Problem. 😮 Erleichtert bedankten wir uns bei den beiden die übrigens, wie auch schon zuvor der Argentinier, sehr gut Englisch sprachen was das Ganze extrem erleichtert hatte. So ging es für uns gegen 17 Uhr dann doch noch weiter ins nur 6 km entfernt liegende Örtchen „Río Puerto Tranquilo“, von wo aus uns wohl keiner mehr zu Hilfe gekommen wäre… Dort angelangt reservierten wir für 08:00 Uhr am folgenden Morgen für 15.000 Pesos p.P. (= 17 €) eine Bootstour zu den Marmorhöhlen und verbrachten die Nacht auf dem hiesigen Parkplatz am See.

Auf der Carretera Austral angelangt 😀
Panorama Lago General Carrera
Festgefahren 😨
Es war einfach zu steil und sandig 🙈
Simon am Ende 😩

Als am Sonntagmorgen um 06:50 Uhr mein Wecker klingelte verhieß der Blick aus dem Fenster leider nichts Gutes. 😯 Am Himmel und über den Bergen hingen dicke, dunkle Wolken und die Sonne war kaum zu sehen. Keine guten Voraussetzungen für die geplante Bootstour. Die Marmorhöhlen sehen wohl nur bei Sonnenschein richtig schön aus. Nämlich dann, wenn Licht und Wasser auf dem hellen Gestein reflektieren. Wir beobachteten das Wetter während wir unseren Kaffee tranken und entschieden dann kurz vor 8 Uhr die Tour zu canceln bzw. auf Dienstag zu verschieben. Glücklicherweise hatten wir keine Anzahlung geleistet da wir mit Kreditkarte bezahlen wollten und so war dies auch problemlos möglich. Hoffen wir, dass der Wetterbericht stimmt und uns am Dienstag strahlender Sonnenschein vergönnt sein möge. So nutzte ich den Tag Pause um weiter an meinen Spanischkenntnissen zu arbeiten und lernte fleißig Vokabeln. 😄 Der kleine Spaziergang durchs Dorf war recht schnell erledigt da der Ort aus gerade einmal 16 Quadraten besteht. Außer ein paar Restaurants an der Hauptstraße, einer Tankstelle sowie ein paar Mini-Märkten und einer Plaza gab es nicht viel zu sehen. Deswegen nutzten wir die Zeit am Nachmittag um im Van noch zwei Info-Videos abzudrehen. Diese werden in einer separaten Playlist, außerhalb unserer normalen Reiseberichte, erscheinen. Übrigens fanden wir, leider erst im Nachgang, heraus dass in der „iOverlander App“ bereits eine Warnung für den Weg existierte auf welchem wir uns festgefahren hatten. Wie viele Autos hier wohl schon stecken geblieben sind?! 🙈🙊🐵 Auch die dort angebotenen Bootstouren sind, nebenbei bemerkt, nicht günstiger als die in „Puerto Río Tranquilo“ so dass sich der Abstecher keinesfalls lohnt.

Holzkirche in Puerto Río Tranquilo
Kleine aber feine Plaza
Hummelchen 🐝

Am Montag herrschte gegen später am Morgen ein heiterer Sonne-Wolken-Mix. Da es für eine Bootstour bereits zu spät und die Wettervorhersage für den kommenden Tag noch besser war nutzte ich die Zeit nach dem Frühstück zum Schoko-Kuchen backen. 🍰 Und da wir nun schon tatsächlich volle sechs Monate reisen überschlug ich (hier kommt der BWLer in mir durch 🤣) noch unsere Reisekosten. Erfreuliches Fazit: Bis dato kommen wir, sicherlich auch Dank des günstigen Argentiniens, mit 34 € pro Tag für uns beide (inklusiver aller Kosten) über die Runden. 👍 Am frühen Nachmittag unternahmen wir noch eine kleine Wanderung zum „Mirador de la Roca Negra“ welcher sich auf einem der Berge oberhalb des Ortes befindet. Wir fanden den richtigen Trampelpfad allerdings erst beim zweiten Anlauf da wir zuvor wohl falsch abgebogen waren. Oben angelangt hatten wir eine tolle Sicht auf den See, die umliegenden Berge und natürlich das kleine Dörfchen. Auch der „Río Tranquilo“ mit seinen zahlreichen Kaskaden konnte sich sehen lassen und war mitunter gar nicht so „tranquilo“ (= ruhig) wie sein Name vielleicht vermuten lässt. Auf dem Rückweg kauften wir in einem der Mini-Märkte noch für schlappe acht Euro zwei Hände voll Obst und Gemüse sowie sechs Eier. 😬 Zurück am Van gabs die verdiente Stärkung in Form von Kaffee und Kuchen, bevor wir es uns mit unserer Decke am Seeufer gemütlich machten.

Aussicht vom Mirador de la Roca Negra
Relaxen am See mit Bergblick 🏔

Als am Dienstag erneut um 06:50 Uhr der Wecker klingelte war schnell klar, dass der Wettergott uns mehr als gnädig war. Weit und breit war keine Wolke zu sehen und die Sonne war gerade im Begriff über die Berge zu steigen. Kurz nach 8 Uhr startete unsere eineinhalbstündige Bootstour zu den nahegelegenen Marmorhöhlen. Das kleine Boot steuerte zuerst in einige der Höhlen hinein, fuhr dann an diversen Steinformationen wie beispielsweise dem Hund, der Schildkröte oder dem wassertrinkenden Elefanten vorbei bis zur „Kathedrale“ und schlussendlich der „Kapelle“. Bei den letzten beiden Gebilden handelt es sich jeweils um zwei im Wasser freistehende Felsen wobei wir uns unweigerlich ein klein wenig an den „James Bond“ Felsen in Thailand erinnert fühlten. Der Ausflug war kurzweilig und das klare Wasser erleuchtete die Marmorhöhlen tatsächlich ein wenig. Kann man bei gutem Wetter also getrost machen. 👍 Zurück im Van gabs erst einmal Frühstück bevor wir uns auf den Weg in das ca. 120 km entfernt liegende „Villa Cerro Castillo“ machten. Die „Carretera“ führte uns durch Bilderbuchpanoramen welche durchaus auch in der Schweiz oder Österreich hätten liegen können. Nach etwa der Hälfte der Strecke wich die Schotterpiste endlich Asphalt und wir können nur immer wieder unseren Hut vor den vielen Fahrradreisenden ziehen. An unserem Ziel angelangt, dem immerhin 12 Quadrate umfassenden Örtchen „Villa Cerro Castillo“, hatten wir uns schnell umgeschaut. Wobei das Dorf wirklich sehr malerisch vor dem pittoresken, namensgebenden Berggipfel liegt welcher tatsächlich an eine Burg erinnert. Chile erstreckt sich übrigens über eine Länge von unglaublichen 4.300 km was de facto der Länge von ganz Europa (von Norwegen bis in den Süden Spaniens) entspricht. 😯 Wenngleich das Land im Schnitt nur etwa 200 km breit ist und im Westen von den mächtigen Anden begrenzt wird. Von den etwa 18 Mio. Einwohnern Chiles lebt rund ein Drittel in der Landeshauptstadt Santiago. Bleiben also noch knapp 12 Mio. Menschen für diese wahnsinnige Distanz übrig. Worauf ich eigentlich hinaus will: Viel größere Städte und Orte werden uns in Chile wohl eher selten begegnen. Etwas außerhalb des Ortes fanden wir noch einen netten, kurzen Spazierweg hin zu Felsmalereien. Die roten Handabdrücke an den Felswänden sollen zwischen 1.000 und 3.000 Jahren alt sein. Ob das stimmt können wir natürlich nicht beurteilen aber sie waren auf jeden Fall deutlich zu erkennen. Noch dazu war der Zugang, im Gegensatz zu den Pendants auf argentinischer Seite bei „Perito Moreno“ am „Lago Buenos Aires“, kostenfrei. 😜 Am danebenliegenden, derzeit wohl geschlossenen Schulmuseum oberhalb des Flusses „Río Ibanez“ schlugen wir unser Nachtquartier auf nach dem der einzige hier lebende, freundliche Farmer sein ok gegeben hatte. Ich nutzte die Abgeschiedenheit noch für eine Dusche im Van und entdeckte dabei leider einen Riss in unserer Kunststoffduschwanne. So langsam aber sicher macht sich die Dauerbelastung wohl doch bemerkbar. 😪 Zum Glück hatte Simon, in weiser Voraussicht, den kompletten Boden unter der Dusche gut abgedichtet. So flickten wir den Riss auf die Schnelle nur mit Panzertape und konnten danach beide noch duschen gehen.

Perfektes Wetter für die Bootstour
Erkennt ihr den Hundekopf? 😉
Richtig tolle Farben
Die „Kathedrale“
Und die kleinere „Kapelle“
Auf dem Weg nach Villa Cerro Castillo
Selten so eine fotogene Katze gesehen 😅
Der Berggipfel links ist „die Burg“
1.000 bis 3.000 Jahre alte Handabdrücke
Aussicht auf Fluss und Berge ⛰
Übernachtung am Schulmuseum

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

NEW BLOG POST 🇦🇷 (19.01. – 24.01.2023) El Chaltén & Nationalpark Los Glaciares

Am Donnerstagmorgen verließen wir nach rund einer Woche „El Calafate“. Dort nutzten wir im Ort noch die Möglichkeit, in einem „Pago Fácil“ Laden die Versicherungsgebühr für unseren Van zu entrichten. Wir hatten diese bereits vor Reiseantritt bei der „Allianz“ in Argentinien (www.speiserseguros.com.ar) für sechs Monate abgeschlossen und nun verlängert. Die Haftpflichtversicherung gilt in Summe für sechs Länder: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Paraguay sowie Uruguay. Jetzt kommt der Clou: Von Deutschland aus bezahlten wir 103 US$ für die Versicherung und zusätzlich sage und schreibe 50 € Gebühr für die Auslandsüberweisung auf Grund der Fremdwährung. 🤮 Hier konnten wir nun bar mit argentinischen Pesos bezahlen (ohne Gebühren) und prompt belief sich die Versicherungssumme für weitere sechs Monate nur noch auf 80 €. 👍 Nach dem auch das erledigt war machten wir uns auf den Weg in das etwa 200 km entfernt liegende Wanderparadies „El Chaltén“. Bereits bei unserer Anfahrt hatten wir eine fantastische Sicht auf den großen Gletschersee „Lago Viedma“ sowie den berühmtesten aller Berge in Argentinien, den „Fitz Roy“. Wir parkten direkt am Ortseingang von „El Chaltén“ beim Besucherzentrum, wo es auch eine kostenlose Trinkwasserquelle gibt. In selbigem schauten wir uns kurz um bevor wir uns direkt von dort aus auf den Rundwanderweg „Los Condores & Las Águilas“ begaben. Von dem ca. 6 km langen Weg aus, auf welchem es humane 270 Höhenmeter zu bewältigen gilt, hat man einige Male schöne Aussichten. Sowohl hinunter auf den kleinen Ort, die Flusswindungen des „Río de las Vueltas“ aber auch die umliegenden Berge, darunter den „Fitz Roy“ und „Cerro Torre“. Als Übernachtungsspot wählten wir den großen Parkplatz direkt gegenüber des Besucherzentrums wo sich bereits etliche Camper versammelt hatten. Darunter auch „Klaus und Luise“, die aktuell mit ihrem „Toyota Landcruiser“ mit Aufstelldach Südamerika bereisen. Die beiden Rentner stammen aus dem wunderschönen „Oberkirch“ bei Offenburg und wohnen somit gar nicht weit weg von uns. Und obwohl wir schon etliche tolle Wanderungen in und um ihr wunderschönes Heimatörtchen herum gemacht haben können die beiden sich für wandern so rein gar nicht begeistern. 😅 Dafür waren sie bereits viele Male für mehrere Wochen zu zweit mit ihrem Motorrad in Afrika unterwegs. Nach dem wir im Tausendsassa „Omnia“ richtig knusprige Fischstäbchen zu unseren vom Vortag übrig gebliebenen Bratkartoffeln zubereitet hatten unterhielten wir uns noch bis Mitternacht angeregt mit den beiden. Ich glaube, wir alle hatten gar nicht bemerkt wie schnell die Zeit vergangen war. 🤣

Bereits bei der Fahrt nach El Chaltén
konnten wir den Fitz Roy gut erkennen
Vom Besucherzentrum aus…
… ging‘s auf zum Mirador los Cóndores
Blick auf El Chaltén …
… und den Lago Viedma
Mal wieder leicht windig 😅
Tolles Bild im Besucherzentrum

Wir hatten, trotz der Vielzahl an Campern um uns herum sowie der Nähe zur Straße, eine unglaublich ruhige Nacht auf dem Parkplatz. Als wir ausgeschlafen hatten parkten wir auf den Wanderparkplatz am Ortsende um. Von dort aus starteten wir, nach dem wir uns beim Frühstück gestärkt hatten, unsere Wanderung zur „Laguna Capri“. Der sandige, breite Wanderweg war sehr gut angelegt so dass man anderen Wanderern gut aus dem Weg gehen konnte. Natürlich sind hier auf den Wegen in „El Chaltén“ sehr viele auf den Tracks unterwegs aber wir fühlten uns, zumindest hier, nicht wie auf der Autobahn und die Wanderer verteilten sich wohl ganz gut auf den Wegen. Um die Lagune herum verlief der Weg als Schlaufe, so dass es quasi ein halber Rundweg war von welchem wir immer wieder tolle Sicht auf den „Fitz Roy“ hatten. Aber auch die große Lagune mit ihren Kiesstränden konnte sich wirklich sehen lassen. Wäre das Wasser des Sees noch ein klein wenig ruhiger gewesen so hätte es ein fantastisches Bergpanorama Spiegelbild gegeben. Nach dem wir den Anblick genossen hatten machten wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz. Von oben aus hatte man neuerdings einen tollen Blick auf die vielen Windungen des „Río de las Vueltas“. Nach insgesamt 10 Kilometern sowie machbaren 400 Höhenmetern gelangten wir schlussendlich drei Stunden später wieder bei unserem Van an. Vor diesem Stand just in dem Moment ein jüngerer Mann aus Weingarten bei Karlsruhe. 😃 Er hatte zuvor für ein Jahr in Argentinien gelebt und zeigt aktuell gerade seiner Freundin während einer vierwöchigen Rundreise die Highlights des Landes. Nach dem netten, kurzen Plausch liefen wir zu Fuß in das kleine, nur 1.600 Einwohner zählende Örtchen. Hier ist natürlich ALLES auf Tourismus ausgelegt: Restaurants, Bäckereien mit angegliederten Cafés, etliche Hotels bzw. Hostels, ein Spa sowie unzählige Tour-Offices ziehen sich durch den gesamten Ortskern. Dies schlägt sich, logischerweise, auf die lokalen Preise nieder was dazu führte, dass wir die eigentlich anvisierte Waffel mit diversen Topping-Möglichkeiten doch links liegen ließen. 8 Euro dafür sind, zumindest für hiesige Verhältnisse, schlicht weg zu viel. So kehrten wir in einer der Bäckereien ein wo wir uns mit einer „Empanada de Pollo“ sowie zwei süßen Teilchen stärkten. Am Nachmittag brachen wir dann auf zum „Lago del Desierto“. Die 37 km lange Strecke bis ans äußerste Ende des Tals führte mal wieder ausschließlich über eine Schotterpiste welcher die Halterung unseres Rückfahrkamera-Displays zum Opfer fiel. 🙈 Wir hatten den Halter schon einmal notdürftig reparieren müssen aber dem ständigen Hoppeln hielt das Flickwerk wohl nicht stand. 😕 Dort angekommen verzogen wir uns für die Nacht auf den hintersten Teil der Parkplätze.

Auf geht’s zur Laguna Capri
Blick auf den Rio de las Vueltas
Am Mirador Fitz Roy angelangt
Kurz darauf folgte die Laguna Capri
Fast freie Sicht auf die Berge 😀
Und wieder zurück nach El Chaltén

Wider Erwarten konnten wir auf dem Parkplatz problemlos die Nacht verbringen ohne von einem Ranger verjagt zu werden. Von dort aus liefen wir am Vormittag ein Teilstück des „Sendero Punta Norte“. Der schmale Trampelpfad führte uns zuerst über eine Hängebrücke und anschließend ging es über unzählige Wurzeln und einige Steine sowie kleine Bachläufe durch deinen dichten Ulmenwald. In Summe würde sich der Weg 10 Kilometer immer entlang des Sees ziehen bis hin zu einem Aussichtspunkt auf den „Fitz Roy“. Kurz danach könnte man auch, zu Fuß oder mit dem Fahrrad, am dortigen Grenzposten Argentinien verlassen und die Grenze nach Chile überqueren um zum südlichsten Startpunkt der „Carretera Austral“ in „Villa O`Higgins“ zu gelangen. Wir hielten allerdings nach etwa 3 Kilometern an einem kleinen Kiesstrand an da Simon seine Angel mitgenommen hatte. Während mein Mann seinen Gummiwurm badete genoss ich die Aussicht auf die hängenden Gletscher an den gegenüberliegenden Bergen sowie auf den See. Leider war es an dem Tag merklich kühler als zuvor und auch etwas wolkiger. Nach insgesamt 6 Kilometern mit angenehmen 270 Höhenmeter kamen wir drei Stunden später wieder an unserem Auto an. Von hier aus hätte man den See auch mit dem Boot überqueren können. Allerdings war uns die Bootsfahrt mit 50 € p.P. definitiv zu teuer. Und auch die 5 € pro Kopf für den nur 2 km langen Rundwanderweg zum „Glacier Huemul“ wollten wir nicht investieren. Hier gibt es sooo viele tolle Wanderwege die, zu unserem Erstaunen, trotz der Zugehörigkeit zum „Parque Nacional los Glaciares“ alle kostenfrei sind. 👍 Zu unserer Kaffeepause gab es je ein „Alfajor“ bevor ich für den Abend bzw. den kommenden Morgen Brötchen- & Pizzateig zubereitete. Simon startete derweil einen zweiten, neuerdings erfolglosen Angelversuch. Zum Glück war auf die Pizza verlass. 🤣

Unterwegs auf dem Sendero Punta Norte
an der Laguna del Desierto
Simon versucht mal wieder sein Angelglück 😅
Der Cerro Torre blitzte kurz durch die Wolken
Wie erwartet gab es Pizza statt Fisch 🤣

Als ich am Sonntagmorgen die Tür vom Van öffnete wurde ich von einem strahlend blauen Himmel und, im Vergleich zum Vortag, wieder sehr angenehmen Temperaturen empfangen. Wenngleich das Thermometer im Van am Morgen lediglich 10°C anzeigte. 😮 Aber die Sonne lachte bereits und somit war klar: Heute ist DER Tag für die Wanderung zur Laguna Torre! Während die Brötchen buken, die diesmal warum auch immer leider nicht aufgegangen waren, frühstückten wir und machten alles abfahrbereit. Über die Schotterpiste ging es entlang des mitunter reißenden Gletscherflusses wieder zurück nach „El Chaltén“. Wir wählten einen etwas weniger frequentierten Startpunkt des „Sendera Laguna Torre“ am Ortstrand aus wo wir gleichzeitig auch unseren Van parkten. Mit leichtem Gepäck, Trinkblase und Vesper, ausgestattet begaben wir uns gegen Mittag auf den ca. 9 Kilometer und 400 Höhenmeter umfassenden Weg (einfache Strecke). Der Großteil des Anstieges befindet sich bereits auf dem ersten Drittel des Weges und macht das Laufen somit deutlich einfacher. Mitunter ist der sandige Pfad recht schmal und von größeren sowie kleineren Steinen gespickt was das Wandern mit Stöcken etwas erschwert. Auch in den niedrigen Büschen verfängt man sich auf dem schmalen Weg gerne mal mit den Trekkingstöcken. Dafür ist die gesamte Strecke sehr abwechslungsreich und bietet häufig schöne Ausblicke auf den „Fitz Roy“ sowie den Gletscher. Nach dem der erste Anstieg geschafft ist gelangt man am „Mirador Cascada Margarita“ von wo man eine gute Sicht auf die Stromschnellen des Flusses tief unten im Tal hat. Danach geht es weiter bergauf bis zum „Mirador Cerro Torre“ welcher, zumindest bei gutem Wetter, ein Bilderbuchpanoroma auf die berühmten Berge liefert. Hier trennt sich dann auch die Spreu vom Weizen denn die Meisten laufen lediglich diese erste, etwa 3 Kilometer lange, Etappe. Von da an waren wir häufig alleine unterwegs wobei wir nirgends auf die befürchteten Menschenmassen getroffen sind. 👍 Vielleicht war es gar nicht sooo doof, den Trail Mitten am Tag statt früh am Morgen zu starten. Weiter ging es durch breite Ulmenwälder, buschige Ebenen sowie über Geröllfelder entlang des wilden „Río Fitz Roy“ bis hin zum „Mirador Lago Torres“ an der „Laguna Torre“. Bereits am Gletscherfluss waren deutlich frischere Temperaturen spürbar die vom kalten Wasser herrührten. An der Laguna selbst schlug das Wetter dann sogar komplett um. Plötzlich war es wolkig, es blies ein kräftiger sowie kühler Wind und wir waren froh, dass wir hinter einem aufgetürmten Steinwall etwas Schutz vor der Witterung fanden. Hier verzehrten wir unser mitgebrachtes Vesper und genossen derweil den Blick auf die von der Sonne angestrahlten Granitnadeln sowie auf den „Maestri“ Gletscher. Dank diesem treiben in der Laguna auch kleinere und größere Eisberge umher. 😀 Wir traten nach der Pause relativ schnell den Rückweg an da es doch unangenehm frisch war. Es ging über die gleichen Pfade wieder die 9 km zurück bis nach „El Chaltén“ bzw. zu unserem Van. Kaum hatten wir Lagune und Fluss hinter uns gelassen lachte erneut die Sonne und wir konnten die Jacken wieder ablegen. Da wir an den drei Tagen zuvor auch schon wandern waren reichte es mir am Ende des Tages dann auch. 😅 Infos zu allen Wanderwegen in und um „El Chaltén“ findet ihr übrigens unter www.elchalten.com oder auf www.edeltrips.com. Nach dem unsere Rucksäcke wieder im Van verstaut waren parkten wir um in den Ortskern von wo aus wir uns auf die Suche nach einem netten Restaurant begaben. Option Nummer eins („El Parador“) hatte an dem Tag leider geschlossen und bei Option Nummer zwei, dem Restaurant „Maffia“, geht ohne vorherige Reservierung leider gar nichts. 🙄 So landeten wir letztlich bei „Mathilda“. Wir bestellten als Vorspeise eine kleine Pizza Margarita mit frischen Tomaten & Basilikum. Als Hauptgang wählte ich ein Chicken-Curry mit Basmati-Reis und Simon einen Linsen-Eintopf. Wie so oft in Argentinien waren die Gerichte nur sehr spärlich gewürzt weswegen uns leider etwas der Pepp fehlte. Satt waren wir aber in jedem Fall. 😊 Als Übernachtungsspot wählten wir den Wanderparkplatz direkt am Ortsausgang da gegenüber direkt am Fluss am Abend keine Camper mehr standen.

Los geht’s zur Laguna Torre
Beste Aussicht würde ich meinen. 🤩
Postkarten Idylle 🥰
An der Laguna angelangt
schlug das Wetter plötzlich um 😳
Aber das Vesper schmeckte dank Windschutz trotzdem 😛
Und auf dem Rückweg war’s auch schon wieder schön 🌤
Verdientes Abendessen nach der Wanderung 😋
Chicken-Curry mit Reis 🍚

Bereits am Vorabend hatte leichter Wind eingesetzt welcher in der Nacht merklich auffrischte. So wurde unser armer Bussi, und natürlich auch wir, immer wieder von heftigen Böen erfasst und ordentlich durchgeschüttelt. Entsprechend unruhig war mein Schlaf und irgendwie lag mir auch das Abendessen die ganze Zeit über schwer im Magen. 😬 Am Morgen schien zwar die Sonne aber die Böen waren nach wie vor sehr heftig und fegten dicke Staubwolken über den Schotterparkplatz. Dennoch machten sich einige wenige unerschrockene Wanderer, oder eben jene mit Zeitdruck, auf den „Sendero al Fitz Roy“. Wir beobachteten das Treiben vom sicheren Van aus während wir gemütlich frühstückten und Kaffee tranken. Am Vormittag zog der Himmel immer weiter zu und bald waren die Berge am Ende des Tals nicht mehr zu erkennen. Kurz darauf fing es dann auch an zu regnen und wir sind einmal mehr dankbar für das fantastische, sonnige und vor allem absolut windstille Wetter welches wir in den letzten vier Tagen genießen durften. 🙏 So hatten wir alle Zeit der Welt, um mal wieder an den Laptops zu arbeiten und die vergangenen Tage Revue passieren zu lassen. Auch die Weiterreise nach Chile wollte recherchiert werden. Danke an der Stelle an Mama und Papa für euren tollen Reisebericht Support! War tatsächlich alles sehr hilfreich. 👍 Außerdem nutzten wir seit längerem mal wieder unsere Dusche im Van. Funktioniert immer wieder super, wenngleich der Aufwand minimal größer ist als bei externen Duschen. Da wir unsere Duschkabine im Normalbetrieb auch als Kleiderständer für Jacken sowie als Stauraum für unsere portable Camping-Toilette nutzen müssen wir sie erst aus- und nach dem Duschen wieder einräumen. Und nach Gebrauch natürlich reinigen. Aber alles halb so wild. 😉 Während des Regens, der am Nachmittag glücklicherweise aufhörte, konnten wir auch das Leck an unserer vorderen Dachluke lokalisieren. Jetzt müssen wir nur noch eine weitere Kartusche von dem Silikon besorgen und zum zweiten Mal ein trockenes, warmes Plätzchen für die Reparatur finden.

Wenn’s morgens noch etwas frisch ist
wärmt zur Not die Eulalia Decke 😜

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

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NEW BLOG POST 🇦🇷 (11.01. – 18.01.2023) El Calafate & Nationalpark Los Glaciares

Am Mittwochmorgen verabschiedeten wir uns vom „Torres del Paine“ Nationalpark, nach dem wir eine sehr ruhige und windstille Nacht am Aussichtspunkt des „Lago Sarmiento“ verbracht hatten. Von dort aus ging es über die Schotterpiste zurück bis zum Grenzübergang nach Argentinien bei „Cerro Castillo“. Dort angekommen war es erfreulicherweise super leer und so konnten wir dem Grenzbeamten direkt unsere Dokumente vorlegen. Die Ausreise aus Chile ging entsprechend fix aber auch die Einreise nach Argentinien dauerte kaum länger. Und zum Glück sind die Argentinier nicht so strikt wie die Chilenen und verzichten auf sämtliche Lebensmittelkontrollen (zumindest an den Außengrenzen). 🙏 Von dort aus ging es noch knapp 130 Kilometer weiter bis zur ersten größeren Tankstelle auf argentinischer Seite. Wir haben unsere erste Etappe in Chile tatsächlich ohne Tankstopp gemeistert und dürfen uns nun wieder über Dieselpreise von etwa 0,75 €/Liter freuen. 😀 Das WLAN an der Tankstelle war ebenfalls richtig gut und wir freuten uns darüber, mal wieder mit den Lieben zu Hause telefonieren zu können. Und nach vier Tagen offline hatten wir auch allerhand im Netz zu tun. 😅 Außerdem gab es dort sehr leckere, hausgemachte Empanadas für nicht mal 1 Euro das Stück. Bis wir mit allem fertig waren standen die Uhrzeiger bereits auf kurz vor 18 Uhr und so entschieden wir nicht mehr weiterzufahren, sondern die Nacht stattdessen hier zu verbringen. Da wir fürs Frühstück am nächsten Tag jedoch weder Toastbrot noch Obst hatten und es hier außer der Tankstelle und ein paar Häusern auch keine Einkaufsmöglichkeiten gab setzte ich kurzerhand noch einen Brotteig an. Das Vollkornmehl ging fantastisch auf und somit war das Frühstück für den kommenden Tag gesichert. 👍

Sonnenuntergang am Lago Sarmiento
Wieder in Argentinien 😀
Home Made 😋

Von der Tankstelle irgendwo im nirgendwo aus waren es noch ca. 160 km bis zu unserem nächsten größeren Ziel „El Calafate“. Dort gelangten wir am frühen Vormittag an und ließen uns an der angesteuerten, super schönen „YPF“ Tankstelle erst einmal unser leckeres Vollkornbrot schmecken. Zuvor hatten wir, quasi als Wegzehrung, noch je eine der leckeren Empanadas geschnappt. 😋 Die Raststätte der verfügte außerdem über gutes WLAN sowie einen modernen, weitläufigen Restaurantbereich. Aber was noch viel wichtiger war: Es gab dort heiße, saubere Duschen die wir für 1,50 € pro Kopf für immerhin 5 Minuten nutzen konnten. Es ist jedes Mal wieder ein herrliches Gefühl frisch gewaschene Haare zu haben. 😅 Danach ging es ab in den großen „La Anónima“ Supermarkt im Ort um unsere Vorräte nach dem Grenzübertritt wieder aufzufüllen. Außerdem klapperten wir noch diverse Wäscherein ab um die Preise zu vergleichen. Hier machte sich deutlich bemerkbar, dass wir uns in einem richtigen Touri-Ort befanden. Die günstigste Wäscherei verlangte 1,50 € pro Kilo aber nutzt ja nix – ich brauchte dringend frische Unterhosen. 🤣 Bis wir wieder an der Tankstelle ankamen, wo wir übrigens unseren fast leeren Dieseltank wieder auffüllten, war es bereits 20 Uhr und so kam uns die Burger Promo sehr gelegen. Pro Tankbeleg erhielt man 50% Rabatt auf ein Hamburger-Menü inklusiver wirklich großer Portion Pommes und 500 ml Softgetränk. Und da wir ja schlau sind, tankten wir zweimal halbvoll und so bezahlte jeder von uns gerade einmal schlappe zwei Euro für ein tatsächlich schmackhaftes, großes und sättigendes Abendessen. 😛

In El Calafate angekommen
Lago Argentino

Am Freitag wurden wir kurz nach Sonnenaufgang mal wieder von stürmischen patagonischen Winden wachgerüttelt. Ich schätze, dass es so gegen ca. 5 Uhr am Morgen war und wirklich eingeschlafen bin ich danach leider nicht mehr. 😣 Nach dem wir gemütlich gefrühstückt hatten fuhren wir die paar Kilometer bis hinunter in die Stadt wo wir unseren Van am Seitenstreifen parkten. Von dort aus war es fußläufig nicht mehr weit ins Zentrum und wir konnten in aller Ruhe die lange, wenngleich auch sehr touristische Hauptstraße entlang schlendern. Wobei man wirklich sagen muss, dass alles sehr schick angelegt ist nur ist es eben etwas seelenlos. Dafür gibt es allerlei gut aussehende Restaurants und in einer Eisdiele gönnten wir uns auch mal wieder 250ml Eis. Wir entschieden uns für patagonische Halbbitterschokolade, Tiramisu und Calafate-Beere und alle drei Sorten waren super geschmacksintensiv und wirklich sehr lecker. 😋 Abseits dieser Meile herrschte dann aber direkt wieder tote Hose. Wir schauten noch beim örtlichen Kino vorbei um zu prüfen, ob wir dort eventuell „Avatar 2“ anschauen könnten aber allem Anschein nach war der Film schon wieder ausgelistet worden. 🤷‍♀️ Wir liefen zurück zum Auto um damit bis hinunter ans Ufer vom „Lago Argentino“ zu fahren. Hierbei handelt es sich um den größten See des Landes und ich kann das wahnsinnig türkisfarbene Wasser tatsächlich nur schwer beschreiben. Auch auf Fotos oder Videos kommt die Farbe vermutlich nicht so surreal blau rüber wie sie in Wahrheit ist. Das liegt abermals an Gletscherwasser denn der See wird von weit mehr als 10 Gletscherzungen, u.a. auch dem sehr bekannten „Perito Moreno“, gespeist. Und im seichten Wasser nahe der Uferzone standen zahlreiche Flamingos im Wasser. 😍 Hier unten am See pfiff der Wind erneut recht ordentlich so dass wir nur noch einen kurzen Spaziergang entlang des Ufers und durch die Sanddünen wagten. Wir hatten gehofft die Nacht eventuell hier verbringen zu können, mit Blick auf den See und die Berge. Aber bei dem Wind hatten wir wenig Hoffnung auf einen ruhigen Schlaf und so kehrten wir kurzerhand wieder zur „YPF“ Tankstelle zurück. Ein Teil des hinteren Parkplatzes dort war sogar extra für Camper angelegt worden, inkl. Strom- und Wasseranschluss und alles völlig kostenfrei. Wirklich ein unglaublich toller Service. Entsprechend voll wurde es auf dem Parkplatz dann auch je weiter die Uhrzeiger vorrückten. 😅 Wir zwei hatten einen schönen, geselligen Abend während wir gemeinsam Kartoffelgratin mit Putenfilet und Erbsen zubereiteten und diesmal auch eine windstille Nacht.

Blick auf die Schneeberge 🥰
Flamingos 🦩

Am folgenden Morgen holten wir zuerst in der Wäscherei „Laundry Club“ unsere Wäsche ab. Mit 17 € war dies unsere bis dato teuerste Wäsche. Dafür waren es aber auch immerhin stolze 11 Kilo und wir können wirklich nicht meckern: Die Kleidung war sauber, duftete gut und sogar die Unterwäsche wurde zusammengelegt. 👍 Wir fuhren erneut hinab zum See um dort zu frühstücken. Eigentlich dachten wir, dass wir dort im Anschluss an der „Laguna Nimez“ ein bisschen laufen und dabei einige der zahlreichen Flamingos fotografieren könnten. Aber auch hier zeigte sich erneut, dass „El Calafate“ ein wahrer Touristen-Ort ist. Für den 2,5 km langen Rundweg mit zwei Aussichtsplattformen und ein paar Hinweistafeln werden schlappe 8,50 € pro Person verlangt. 😮 Das ließen wir also schön mal sein und parkten unseren Van stattdessen einige Kilometer weiter am Seeufer etwas außerhalb der Ortschaft. Dort hatten wir aus der Ferne am Tag zuvor Kitesurfer ausgemacht und tatsächlich Befand sich dort der „Club Nautico“ sowie ein Steg hinaus auf den See. Dieser ließ bei Simon natürlich sofort wieder die Hoffnung auf einen guten Angelspot aufkeimen. 😅 Mal sehen, vielleicht kommen wir später noch einmal hierher zurück. Diesmal machten wir nur einen Spaziergang am Wasser entlang, begleitet von einem schon etwas älteren Schäferhund-Mischling. Dieser trabte die ganze Zeit neben oder kurz hinter uns her und drehte sich stets wartend um wenn er mal vor uns war. 🥰 Nach dem wir genug Frischluft getankt hatten ging es weiter zum „Glaciarum“. Hierbei handelt es sich um ein top modernes Museum welches sich der Welt der Gletscher widmet. Wir zahlten pro Person 10 € Eintritt und sind einstimmig der Meinung, dass der Museumsbesuch das Geld wert war. Man bekommt nicht nur die Entstehung der Gletscher veranschaulicht, sondern auch die Unterschiede der jeweiligen Gletscher- und Eisformen erklärt. Außerdem gab es zwei gute Kurzfilme á 10 Minuten auf Spanisch mit Englischem Untertitel so dass wir gute zwei Stunden dort verbrachten. Von dort aus machten wir uns auf den Weg in Richtung „Perito Moreno“ Gletscher. Dieser ist fast 30 km lang und wir sind wirklich super gespannt darauf, den Gletscher kalben und die Eisbrocken in den „Lago Argentino“ stürzen zu sehen. 🤩 Der Nationalpark öffnet seine Pforten morgens um 8 Uhr und schließt abends um 18 Uhr. Campen innerhalb des Parks ist leider untersagt. Deswegen entschieden wir, einfach vor dem Eingang die Nacht zu verbringen um gleich früh morgens vor Ort sein zu können. Andernfalls wären es von „El Calafate“ aus noch rund 50 km zu fahren. Da schlafen wir doch lieber 45 Minuten länger. 😉

Unser neuer Freund 😅
Gletscher Museum in El Calafate
Übernachtung vor den Toren des Nationalparks

Nach einer sehr ruhigen und vor allem windstillen Nacht, sprichwörtlich vor den Toren des Nationalparks „Los Glaciares“, machten wir uns am Morgen meines 39sten Geburtstages auf den Weg zum Gletscher. Am Eingang bezahlten wir die Gebühr von 5.500 Pesos pro Kopf was umgerechnet etwa 18 € entspricht. Von dort aus waren es noch knapp 30 Kilometer Asphaltstraße bis zum oberen und deutlich kleineren Parkplatz direkt vorm Gletscher. Dort angekommen kochten wir zu aller erst Kaffee und frühstückten in aller Ruhe bevor wir uns auf den Rundweg begaben. Dieser startete direkt vom Parkplatz aus und führte über zahlreiche Stege mit diversen Aussichtsplattformen am „Perito Moreno“ Gletscher entlang. Ein bisschen so, wie bei den Iguazuwasserfällen auf der argentinischen Seite nur glücklicherweise mit VIEL weniger Besuchern und noch dazu breiteren Wegen. 👍 Man hatte von fast überall beste Sicht auf den spektakulären Gletscher, welcher in den verschiedensten Weiß- und Blautönen in der Sonne glitzerte. Einmal mehr hatten wir perfektes Wetter erwischt: Es herrschte ein sehr angenehmer Sonne-Wolken Mix und, viel wichtiger, der Wind blieb fast den ganzen Tag über fern. Wir drehten eine erste vollständige Runde, immer entlang am „Lago Argentino“, bis hinunter zum zweiten deutlich größeren Parkplatz mit großem Restaurant. Dort teilten wir uns einen schokoladigen Brownie, tranken Kaffee und ich hatte erstmals Zeit um einen Teil meiner vielen wundervollen Geburtstagsgrüße abzurufen. 💕 Nach der willkommenen Pause ging es den gleichen Weg wieder zurück, vorbei an einigen kleineren und größeren Eisbergen welche auf dem See trieben bis erneut zur Gletscherzunge. Der „Perito Moreno“ ist übrigens einer der wenigen Gletscher die sich im Gleichgewicht befinden. Sprich oben fällt genauso viel Schnee, der später zu Eis wird, wie an der unteren Kante abbricht. Und bis sich die Eismassen von ganz hinten bis nach ganz vorne geschoben haben dauert es sagenhafte 400 Jahre! Obwohl sich der Gletscher mit fast 2 Metern pro Tag voran bewegt. 😳 Nachmittags, nach dem die Sonne das Eis einige Stunden erwärmt hat, brechen deutlich mehr Eisbrocken aus der Vorderkante heraus. Zuerst hört man ein lautes Knacken, wenn sich Teile des Eises lösen gefolgt von einem gewaltigen Donner, selbst wenn nur sehr kleine Stücke in die Tiefe hinab auf den See stürzen. Immerhin ist die gewaltige Eiswand bis zu 70 Meter hoch und etwa 3 km breit. 😮 Müde von der frischen Luft gönnten wir uns am Nachmittag, nach dem wir bereits gute 5 Stunden unterwegs waren und die verschiedensten Ansichten genossen hatten, eine Pause im Van. Ausgeruht und mit neuem Elan machten wir uns eine Stunde später noch einmal auf zum unteren Balkon in der Hoffnung, dass wir doch noch ein großes Stück herausbrechen sehen und unsere Geduld wurde tatsächlich belohnt. 🤩 Genauer seht ihr das dann natürlich noch im folgenden YouTube Video. So war es dann bereits kurz nach 19 Uhr als wir, müde aber glücklich, den Nationalpark wieder verließen und uns auf den Rückweg nach „El Calafate“ machten. Wir hatten beide so rein gar keine Lust mehr, uns jetzt noch für ein Geburtstagsessen im Restaurant schick zu machen weswegen wir kurzerhand entschieden, dies auf den Folgetag zu verschieben. Zumal unsere Bargeldbestände mittlerweile etwas knapp waren und die Wester Union Filiale im Ort bereits seit Donnerstag über keine Mittel mehr verfügte. Hoffentlich bekommen sie am Montag frisches Geld. 🙏 Wieder auf dem weitläufigen Stellplatz der „YPF“ Tankstelle angelangt wärmten wir unsere Reste vom Vortag (Gemüsereis mit Putenstreifen) und schauten noch ein bisschen YouTube bevor uns die Augen zufielen. 😴

Erster Blick auf den Gletscher 😯
Über Stege geht es immer entlang der Gletscherzunge
Unglaublich beeindruckende Eismasse
Mit dem Boot kann man noch näher ran
Der Hammer 🤩

Nach dem wir am Montag ausgeschlafen, das gute Internet an der „YPF“ Tankstelle genutzt und gefrühstückt hatten fuhren wir in den Ort in der Hoffnung, dass der Geldtransporter bereits Geld zur Wester Union Filiale geliefert hatte. Vor der Postfiliale, welche gleichfalls einen Wester Union Schalter betreibt, hatte sich bereits eine ziemlich lange Warteschlange gebildet was wir als gutes Zeichen werteten. 👍 Nach geschlagenen zwei Stunden Wartezeit (kein Witz!) waren dann endlich auch wir an der Reihe und bekamen den Maximalbetrag von 60.000 Pesos (= ca. 170 €) in hauptsächlich 100 Pesos Scheinen ausbezahlt. Dafür hätte man glatt mal wieder einen Geldkoffer benötigen können. 🙈 Und wenn man in Argentinien tatsächlich etwas lernen kann dann ist es Geduld, egal ob vor der Bank oder in der Schlange an der Supermarktkasse. 😅 Wobei die lange Wartezeit, dank einer sehr netten Unterhaltung mit einem pensionierten Schweizer Motorradfahrer, extrem kurzweilig war. Den Nachmittag verbrachten wir bei blauem Himmel und Sonnenschein am See. Simon warf vom Steg aus seine Angel aus (wie immer erfolglos) und konnte von dort aus der mutigen Schaar Kindern zuschauen, welche den Sprung ins eiskalte Wasser (max. 9°C) wagten. 😮 Ich schrieb währenddessen im Van noch eine Weile am Blog bevor ich mich am schwarzen Kiesstrand in die Sonne legte. 😎 Gegen 19 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Restaurant „Asador, Parilla y Resto Merino“, welches sich direkt auf der Hauptstraße in „El Calafate“ befindet, um dort mein Geburtstagsessen nachzuholen. Die Speisekarte klang extrem verlockend und auch das moderne Ambiente hatte uns von außen direkt angesprochen. Wir entschieden uns schlussendlich für das 5-Gang Degustationsmenü. Ich hätte, dem Namen entsprechend, kleinere Häppchen erwartet aber zu unserem Erstaunen bekamen wir bei fast jedem Gang eine ganz normalgroße Portion serviert. 😧 Als Appetizer wurden sehr leckere, lauwarme, hausgemachte Brötchen mit Dipp gereicht. Darauf folgte der erste Gang in Form von einer Scheibe Bruschetta, belegt mit verschiedenen mixed pickles, und dazu je ein kleines Töpfchen mit Guanaco Gulasch. Weiter ging es mit Lachsfilet, serviert auf einem Salzstein, garniert von Tomaten-Relish, verschiedenen Saucen sowie einer für meinen Geschmack etwas zu sauren Lachs-Avocado-Ceviche. Eigentlich wären wir an diesem Punkt schon fast satt gewesen aber erst jetzt wurde der Hauptgang serviert: Es gab verschiedene Teile vom patagonischen Lamm welches zuvor stundenlang und schonend im Ganzen gegrillt wurde. Das Fleisch war geschmacklich top und butterzart aber wir haben beim besten Willen nicht mehr alles geschafft. Der süße Abschluss hingegen passte natürlich noch rein. 😋 Es gab eine Variation aus dreierlei Schokoladen-Panna Cotta. So und jetzt schätz mal einen Preis, inklusive einem Aperol-Spritz und einem Liter Wasser… Sagenhafte dreiundsechzig Euro! Das hätte in einem vergleichbaren Lokal in Deutschland vermutlich das Doppelte gekostet. Und wartende Gäste bekamen sogar einen Aperitif auf kosten des Hauses serviert um ihnen so die Wartezeit auf einen freien Tisch zu versüßen. 👍👍👍

Appetizer 😛
Bruschetta mit mixed pickles
Guanaco Gulasch
Lachs und Ceviche 👍🏻
Patagonisches Lamm 🐑
Dreierlei Schokoladen Panna Cotta 😍
Schon mal mit so einem Geldstapel
im Resto bezahlt? 🤣

Am Folgetag reihten wir uns gegen Mittag neuerdings in die Schlange vor der Postfiliale ein. Wir hatten unsere Bargeldbestände im Kopf noch einmal überschlagen und mit mindestens zweimal Volltanken sowie weiteren Einkäufen im Supermarkt könnten diese echt knapp werden. 😕 Deswegen würden wir diesmal auch beide das Limit von 60k Pesos voll ausschöpfen. Es hieß, ungelogen, erneut wieder zwei Stunden warten weil angeblich das System bis dato nicht funktioniert hätte. Vielleicht machen die Angestellten in der Zeit auch einfach nur Mittagspause?! Man weiß es nicht… Aber auch diesmal waren wir in netter Gesellschaft von zwei Jungs aus Bayern, die für insgesamt 10 Monate mit dem Backpack in Südamerika unterwegs sein werden. Als wir unser Geld erhalten hatten gönnten wir uns in der nahegelegen Eisdiele noch einmal drei Kugeln Eis. Zufällig trafen wir hier Simon und Sebastian, die wir gerade kennengelernt hatten, wieder und sie leisteten uns erneut Gesellschaft. Für den Nachmittag hatten wir uns neuerdings einkaufen auf die Fahne geschrieben. Da wir in wenigen Tagen wieder in das teure Chile reisen werden bevorrateten wir uns im lokalen Supermarkt mit etlichen Litern Trinkwasser, Cerealien, Nudeln, Konserven etc. Im Baumarkt um die Ecke erkundigten wir uns nach einer weiteren Kartusche Silikon für das zweite Projekt „Dachluken-Reparatur“. Wir haben zwar noch zwei Kartuschen übrig aber Simon ist sich nicht ganz sicher ob diese tatsächlich ausreichen werden. Leider führten sie die Marke dort nicht und wir wurden von Bauhandlung zu Bauhandlung weitergeschickt. In Summe klapperten wir glaube ich fünf Stück erfolglos ab. 🤷‍♀️ Ich sag’s euch, auch so bekommt man problemlos einen Tag rum! Mittlerweile war es fast halb sieben. Eigentlich wollten wir an diesem Abend Pizza machen aber auf Grund der fortgeschrittenen Uhrzeit und des herrlichen Wetters an diesem Tag holten wir uns letztlich eine „Pizza to go“. Das Aktionsangebot beinhaltete sogar noch sechs Empanadas die wir uns für den kommenden Tag aufhoben. Wir aßen gemütlich auf den Barhockern an der Straße vor der Pizzeria und spazierten danach noch ein Stück an der Uferpromenade entlang. Im seichten Wasser des „Lago Argentino“ tummeln sich unheimlich viele Wasservögel. Es gibt dort Enten, Gänse, Schwäne und natürlich die prächtigen Flamingos. Dort trafen wir dann auch zum dritten Mal an diesem Tag auf die zwei Bayern. 😅

Chillen am Lago Argentino 😎
Hummelchen 🐝
Empanadas to go 😜

Da wir fast den kompletten Dienstag für organisatorische Dinge aufgewendet hatten und das Wetter am Mittwoch erneut herrlich war entschieden wir, noch einen Tag länger in „El Calafate“ zu bleiben. Wir fuhren mit unseren Fahrrädern ein längeres Stück am türkisfarbenen „Lago Argentino“ entlang und genossen derweil die schöne Fernsicht auf die verschneiten Berggipfel des „Parque Nacional Los Glaciares“ im Hintergrund. Obwohl wir nur etwa drei Stunden unterwegs waren handelte ich mir gleich mal wieder einen leichten Sonnenbrand ein. Scheinbar ist meine Haut nach vier Wochen Sweatshirt schon wieder entwöhnt. 😳 Nachmittags nutzte ich, vor der anstehenden Weiterfahrt, noch einmal die Duschgelegenheit an der Tankstelle. Nach ein paar Nutzungsversuchen muss ich, wie auch schon zuhause leider feststellen, dass feste Haarseife für mich überhaupt nicht taugt. Ich habe jedes Mal das Gefühl, dass meine Haare nach der Wäsche damit genau so fettig sind wie zuvor. Also werde ich wieder auf festes Haarshampoo umsteigen mit dem ich in der Vergangenheit immer gut zurecht gekommen bin. Nur doof, dass wir einen großen Vorrat an Haarseife dabei haben. 🙄 Ziemlich gut funktioniert übrigens Babypuder als Alternative für, hier nicht erhältliches, Trockenshampoo. Zumindest bei hellem Haar taugt das mindestens genauso gut für die schnelle „Wäsche“ zwischendurch und wahrscheinlich ist es sogar noch etwas günstiger.

Good bye El Calafate
Weiter geht’s über die Ruta 40 nach El Chaltén

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.