NEW BLOG POST 🇨🇱 (27.03. – 03.04.2023) Santiago de Chile

Auf unserem Weg in die 7 Millionen Metropole „Santiago de Chile“ legten wir zwei Arbeitstage an einer „Copec“ Raststätte ein. Diese lag etwa 120 km vor der Hauptstadt, in der immerhin ein Drittel der Gesamtbevölkerung Chiles (ca. 19 Mio. Menschen) lebt. Wie bis dato auch beim Duschen an den Autobahnraststätten hatte am Vortag niemand unseren Bon für den integrierten Waschsalon kontrolliert. So ergriff ich am Folgetag die Gelegenheit beim Schopf und wusch damit, quasi gratis, eine weitere Ladung Wäsche. 😉 Während Simon an den nächsten YouTube Videos bastelte nutzte ich die Zeit um noch einmal einen saftigen Pflaumenkuchen im Omnia zu backen. Auch die nächsten Blog Einträge wollten geschrieben werden und vor allem hieß es, in Ruhe noch einmal unseren empfehlenswerten Reiseführer zu durchforsten. Ich übertrage in der Regel immer vorab alle Sehenswürdigkeiten, Cafés und Restaurants von Interesse in unsere MAPS.ME App womit wir stets sehr gut zurechtkommen. Und bevor wir die kommenden Tage inmitten der Großstadt stehen werden war natürlich auch noch einmal eine ausgiebige Dusche angesagt. Diese war allerdings deutlich erfrischender als uns lieb war… 🚿🧼🧽

Tankstellenromantik 2.0
Pflaumenkuchen aus dem Omnia 😛
So sehen dann meine Pins in MAPS.ME aus 📌

Am Mittwoch stürzten wir uns dann endlich in das Abenteuer Großstadt. Der Weg hinein war erstaunlich einfach da wir die meiste Zeit über auf der dreispurigen Umgehungsstraße fahren konnten. Wir steuerten direkt die Seilbahn zum „Cerro San Cristobal“ an und fanden dort auf Anhieb einen perfekten Stellplatz. Sicherlich dank der Tatsache, dass wir in der Nebensaison und noch dazu unter der Woche unterwegs waren. Wir parkten unseren Van am Straßenrand direkt vor dem großen, von 09:00 bis 21:00 Uhr bewachten Parkplatz der Seilbahn. Keine 500 m davon entfernt befand sich außerdem ein kleines Polizeirevier sowie erstaunlich saubere und rund um die Uhr geöffnete öffentliche Toiletten. 👍 Wir wussten nicht nur aus der iOverlander App sondern auch von anderen Reisenden, mit denen wir uns zuvor persönlich unterhalten hatten, dass man hier sehr ruhig und extrem sicher stehen kann. Nach dem wir die Lage gecheckt hatten fuhren wir für gerade einmal 4 € pro Kopf mit der kaum frequentierten Seilbahn von der Tal- über die Mittel- bis zur Bergstation. Bereits aus dem Fenster heraus hatten wir eine tolle Sicht auf die Metropole. Oben angelangt liefen wir bis zum Gipfel auf dem sich die namensgebende Statue des heiligen „San Cristobal“ befindet. Über der Stadt hing eine richtige Dunstglocke weswegen man die Anden nur schemenhaft erkennen konnte. Tatsächlich liegt Santiago in einer Art Tal und ist rundum von den mächtigen Bergen eingekesselt. Mittlerweile reichen die Häuser auch rundum bis zu den Füßen der Berge. 😮 Auch der Blick auf den 300 Meter hohen, verglasten Turm des „Gran Torre Santiago“ war sensationell. Hierbei handelt es sich nicht nur um das höchste Gebäude in ganz Südamerika. An dieses grenzt außerdem das größte Shoppingcenter des Kontinents an aber davon berichte ich euch in einem Folgebeitrag dann noch ausführlicher. 😉 Wir schlenderten zu Fuß bis zur Mittelstation hinunter wo wir dann in eine Seilbahn nach unten einstiegen. Wieder am Bus angelangt liefen wir zu Fuß bis in das große, moderne Büroviertel rund um das Einkaufszentrum welches fußläufig keine 10 Minuten von unserem Stellplatz entfernt lag. Da wir in den umliegenden Quadraten jedoch kein ansprechendes Restaurant finden konnten begaben wir uns schlussendlich in den Food Court im fünften Stock des EKZ. Die Anzahl an Restaurants war enorm, beschränkte sich aber fast ausschließlich auf Fast Food Ketten. 🙈 Noch dazu waren die Meisten davon gerade im Begriff zu schließen weswegen wir uns am Ende notgedrungen für ein Burgermenü bei „Wendys“ entschieden. Unser erster Burger bei dieser gehypten amerikanischen Kette war auch nicht besser als die der Konkurrenz und die 20 €, die wir dafür hinblättern mussten, waren das Geld definitiv nicht wert. 😕 Aber zumindest wurden wir davon satt. 

Unser Stellplatz an der Seilbahn 😀
Mit der ging’s auf den Cerro San Cristobal
Blick auf die Stadt sowie die Anden
Ganz schön dunstig 😯
Blick aufs moderne Banken- & Büroviertel
Wer findet den Tower?! 🤭
Endlich wieder Palmen! 🌴
Streetart 🎨

Nach einer super ruhigen Nacht schnappten wir uns am frühen Vormittag unsere Fahrräder um damit ins etwa sechs Kilometer entfernt liegende Zentrum zu fahren. Santiago verfügt über ein ausgezeichnetes Radwegenetz und so kamen wir nicht nur schnell, sondern auch sehr sicher und problemlos voran. Zuerst sahen wir uns in dem hübschen und gediegenen Café- und Trendviertel „Bellas Artes“ um. Von dort aus ging es weiter zum nahegelegenen „Cerro Santa Lucía“. Wir ketteten unsere Räder an dem Eingangstor fest und liefen zu Fuß die Stufen bis zum „Castillo Hidalgo“ hinauf von wo aus wir eine gute Rundumsicht auf die Stadt hatten. Als nächstes radelten wir zum „Mercado Central“, dem großen Fischmarkt. Dort kann man nicht nur fangfrischen Fisch sowie diverse Meeresfrüchte erwerben, sondern auch sehr gut und vor allem preiswert zu Mittag essen. Für schlappe 16 € aßen wir je einen sehr lecker würzigen, gebackenen halben Seehecht inklusive Salatbeilage sowie Reis bzw. Kartoffeln. Gratis dazu gab es nicht nur Weißbrot sowie zwei verschiedene Dips, sondern auch ein Glas „Pisco Sour“ und ein kleines Schälchen „Ceviche“. 😋 Bei „Emporio Zunino“ nahmen wir uns für abends noch zwei frische Empanadas mit bevor wir gut gestärkt erneut in die Pedale traten. Weiter gings in die Altstadt zur großen „Plaza de Armas“, an der sich unter anderem auch die Kathedrale sowie das historische Postamt befindet. Während der Kolonialzeit befand sich in der Mitte der Plaza wohl ein Galgen. Heute steht an dessen Stelle ein großer Springbrunnen zu Ehren des Befreiers „Simón Bolívar“. Von dort aus war es nur noch ein Katzensprung zu dem mächtigen, weißen Präsidentenpalast, dem dahinterliegenden Kunstzentrum welches sich in der alten Münzprägeanstalt befindet sowie der „Plaza de la Ciudadanía“ auf der die größte Flagge wehte dich ich bis dato in meinem Leben gesehen habe. 😮 Anschließend schauten wir uns noch in „klein Europa“ um. Zwischen den Kopfsteinpflastergassen „París“ und „Londres“ befindet sich ein hübsches kleines Viertel, welches durch alte Herrschaftshäuser aus den 1920er Jahren im europäischen Stil geprägt ist. Vor der Hausnummer „Londres 38“ erinnert ein Mahnmal sowie Stolpersteine auf dem Boden an das dort während der Pinochet-Diktatur untergebrachte Folterzentrum. Hier beendeten wir dann auch unseren ersten Sightseeing Tag und radelten mit einem Rucksack voll neuer Eindrücke zurück zum Van. Bisher schaffen wir es alles in allem tatsächlich sehr gut uns mit den idealen Reisezeiten zu bewegen so dass wir uns über angenehm warmes, aber nicht zu heißes Wetter tagsüber so wie frische Nächte freuen durften. 👍

„Castillo Hidalgo“ auf dem „Cerro Santa Lucia“
Blick vom Hügel auf die Stadt 🏙
Die Kunstakademie
Mittagsmahl auf dem Fischmarkt 😛
Mein erster Pisco Sour 🥂- schmeckt lecker!
Fisch zu kaufen gab‘s hier natürlich auch
Weiter ging’s zur Kathedrale
Auf der Plaza de Armas
Noch eine Kathedrale?! 🤔
Der Präsidentenpalast
Was für eine gigantische Flagge! 🇨🇱
Unterwegs im Altstadtviertel
Zwischen London und Paris 😅

Freitags nutzten wir erneut die Räder um zum zweiten Mal in die Innenstadt zu fahren. Wir durchquerten das Einwandererviertel „Patronato“ in dem es zahlreiche asiatische, aber auch arabische Shops sowie Restaurants gibt. Im gleichen Viertel liegt auch der unheimlich große Markt „La Vega“. Die Markthalle erstreckt sich über ein ganzes Quadrat und bietet eine riesige Fülle an frischem Obst und Gemüse. Aber auch Fleisch, Wurst und Käse sowie Haushaltswaren sind dort erhältlich. Da wir unsere Fahrräder nirgends unbeobachtet anketten wollten blieb Simon bei ihnen während ich tatsächlich drei Mal eine Runde durch die vielen Gänge drehte: Einmal zum Filmen, dann zum Einkaufen und ein letztes Mal zum Fotografieren. 😂 Nicht nur auf dem Markt, sondern generell in Chile fiel mir bereits mehrfach auf, dass wir mit unserem Aussehen wohl extrem als „Gringos“ aus der Masse herausstechen. Nicht nur, weil der Begriff tatsächlich schon das eine oder andere Mal im Vorbeilaufen gefallen ist sondern hauptsächlich, weil die Blicke an einem haften bleiben. Meist folgt darauf die Frage ob ich aus Brasilien sei was ich jetzt einfach mal aus Kompliment werte, da Brasilianerinnen ja gemeinhin als schön gelten. 😄 Und nach dem ich mir endlich diverse argentinische Floskeln angeeignet habe scheint diese in Chile plötzlich keiner mehr zu verstehen oder verstehen zu wollen. Dem Marktgewusel überdrüssig machten wir uns noch einmal auf den Weg ins hippe Viertel „Bellas Artes“. Dort fanden wir relativ schnell ein nettes Lokal mit einem preiswerten und tatsächlich sehr leckeren Mittagsmenü. Für gerade einmal 6 € teilten wir uns die große Portion bestehend aus Baguette mit Tomaten-Salsa, in der Pfanne geschwenkte, würzig marinierte Hähnchenstreifen mit Gemüse, dazu Pommes und Reis plus Getränk. 👍 Als süßen Abschluss gab es dann noch drei cremige Kugeln Eis bei „Emporio La Rosa“. Auf Grund der Mittagshitze unternahmen wir noch einen kurzen Abstecher in das moderne Kunstmuseum „Gabriela Mistral“. Das Gebäude erinnert von außen an eine rostige Käsereibe und bietet zwei kostenfreie, wechselnde Ausstellungen. In einer davon wurde die Verletzung der Menschenrechte in Chile angeprangert, insbesondere bei Protesten und Demonstrationen und passenderweise sahen wir auf dem Rückweg zum Van einige schwer gepanzerte, schon etwas mitgenommene Polizeifahrzeuge in der Stadt. Wobei wir nach den zwei Tagen sagen können, dass wir uns in Santiago zu keiner Zeit unsicher gefühlt haben und vor allem mutet die Metropole überhaupt nicht als solche an. In der Innenstadt und auf den Straßen, von der mehrspurigen Stadtautobahn einmal abgesehen, war an und für sich auch nicht mehr los als in unserem kleinen Karlsruhe. 😀

Unterwegs in den Markthallen
Obst und Gemüse im Überfluss 🍌🍇🍎
Aber auch Nüsse und Trockenfrüchte gab es
Hülsenfrüchte, Mehl und Gewürze
Braucht wer Eier?! 😳
Konserven und Öle finden sich hier ebenfalls
Ob’s die Katze auch zu kaufen gibt?! 😜
Kein Wunder regte sich danach bei uns der Hunger
Post it Kunstwerke im Museum „Gabriela Mistral“ 👍🏻
Der krönende Abschluss des Tages 🍧

Den Folgetag verbrachten wir fast ausschließlich in Südamerikas größtem Shoppingcenter, dem „Costanera Center“. Zu Fuß waren es von unserem tollen Stellplatz aus keine 10 min. bis zu dem irrsinnig großen Einkaufstempel. Auf fünf Etagen gibt es quasi alles was das Herz begehrt wobei man sagen muss, dass die Aufteilung tatsächlich sehr übersichtlich ist. Eine Etage für Damenbekleidung, eine weitere für Herren. Darauf folgt eine Etage mit allen erdenklichen Sport- und Outdoormarken und die Nächste bietet alles für den Haushalt. Sogar ein Baumarkt sowie ein großer Autohändler und natürlich ein gigantisch großer Supermarkt sind dort vertreten. 😮 Als sich der Hunger regte besuchten wir noch einmal die große Food-Meile im Obergeschoss. Wir teilten uns eine mexikanische Kombo sowie eine kleine Pizza (für welche ich Ewigkeiten anstehen musste) und gönnten uns danach noch je einen Becher frozen yoghurt mit diversen Toppings. 😋 Für mich gab es im Decathlon außerdem noch eine neue Leggings. Und da unser kleiner, in Brasilien gefundener Fußball in Paraguay abhandenkam kauften wir uns außerdem noch einen neuen Mini-Basketball. Ursprünglich hatten wir vor, pünktlich zum Sonnenuntergang mit dem Aufzug in den 61. Stock des „Gran Torre Santiago“ zu fahren welcher vom EKZ aus zugänglich ist. Bis wir jedoch den Supermarkt verließen um das Joghurt noch schnell in den Kühlschrank im Van zu bringen standen die Uhrzeiger bereits auf halb sieben. 🙈 Kurzum entschieden wir also, unseren Aufenthalt in Santiago noch um einen weiteren Tag zu verlängern und verschoben den Tower auf den nächsten Abend. Dank unseres Internetpaketes und dem richtig schnellen 5G Netz konnten wir später im Van noch den neuen „Avatar“ anschauen. Falls ihr den Film noch nicht gesehen haben solltet können wir hiermit eine klare Empfehlung dafür aussprechen. 😉

Der „Gran Torre Santiago“ ist Teil des EKZ
Mit 300 m das höchste Gebäude des Kontinents
Im „Costanera Center“ kann man shoppen was das Zeug hält (oder bis die Kreditkarte glüht…)

Am Sonntag verließen wir am späten Mittag unser Zuhause um uns in der näheren Umgebung nach einem netten Restaurant umzuschauen. Im schicken Büro- und Bankenviertel hatten tatsächlich, trotz Wochenende, diverse Lokale offen und wir ließen uns schlussendlich auf der Terrasse eines neu eröffneten peruanischen Restaurants nieder. Simons Wahl fiel auf Fischfilet mit Pommes und ich entschied mich für eine sehr leckere und riesengroße Portion Meeresfrüchterisotto. 🥘 Nach dem Essen vertraten wir uns noch ein wenig die Beine in dem wir durch die umliegenden Quadrate sowie einen kleinen, von modernen Skulpturen gespickten Park schlenderten. Von dort aus war es nur noch ein Katzensprung ins Einkaufszentrum, wo wir uns notgedrungen noch einmal in ein paar Läden herumdrückten bis der Abend nahte. Gegen 18:30 Uhr holten wir uns dann die Tickets für die Aussichtsplattform „Sky Costanera“, welche am Wochenende leider 5 € mehr und somit 16 € p.P. kosteten. 🙈 Innerhalb weniger Sekunden katapultierte uns der große Aufzug, welcher pro Sekunde 7 Höhenmeter überwindet, in das 61. Stockwerk des rundum verglasten Towers. Oben angekommen erwartete uns ein atemberaubender Anblick welcher uns kurz die Sprache verschlug. Zu unseren Füßen lag die von den Anden eingekesselte Megametropole Santiago de Chile. Wir machten unzählige Foto- und Videoaufnahmen und beobachteten dabei, wie die Sonne langsam unter und die Lichter der Stadt angingen. 🤩 Außerdem konnte ich einer Reiseführerin lauschen die einige sehr interessante Fakten über den „Gran Torre Santiago“ zum Besten gab:

  • Mit 300 Metern ist der Turm das höchste Gebäude Südamerikas
  • Er befindet sich im neuen Banken- und Büroviertel welches um 1990 entstand
  • Das zweithöchste, danebengelegene Gebäude wirkt mit 205 Metern Höhe winzig
  • Der Turm hat 62 Etagen und bietet fast 130.000 qm² Bürofläche 
  • Entworfen wurde das Gebäude vom Architekten der Petronas Towers in Kuala Lumpur
  • Die Bauzeit erstreckte sich über acht Jahre, von 2006 bis 2014
  • Eigentümer ist ein Deutscher welchem auch die „Cencosud“ Märkte in Chile gehören
  • Die Aussichtsplattform „Sky Costanera“ befindet sich in der 61. und 62. Etage
  • Bei Erdbeben, die in der Region völlig normal sind, spürt man diese mit jeder Etage weniger. Allerdings muss das Gebäude bei einer Erschütterung trotzdem evakuiert werden uns zwar über das Treppenhaus. Bei den jährlichen Übungen brauchte der schnellste Feuerwehrmann wohl 15 Minuten. Der schnellste, in Panik geratene Besucher schaffte es hingegen wohl sogar in 8 Minuten
  • Das Dach ist nach oben hin offen so dass sowohl Regen als auch Schnee direkt auf den Fußboden fällt. Da dieser zur Mitte hin abschüssige ist fließt das Wasser in Drainagen und wird ins fünfte Untergeschoss geleitet wo es für die Klimaanlagen aufbereitet wird
  • Der höchste, schneebedeckte Gipfel der umliegenden nahen Anden ist über 5.000 Meter hoch
Unser leckeres Mittagessen 😋
Ab in den Aufzug und hoch auf den Tower!
Was für ein Panorama! 😮
Diesmal sah man die Anden deutlicher
Hier sieht man gut die Autobahn „Costanera Norte“
Langsam geht die Sonne unter …
Der absolute Wahnsinn…
Das letzte Sonnenlicht geht…
Und die Lichter gehen an 💡
Blick auf die gegenüberliegenden Hochhäuser
Million Dollar View 💵
Adiós Santiago de Chile – schön war’s! 😊

Mit Beginn der neuen Woche sagten wir „adiós Santiago“ und verabschiedeten uns von dem sagenhaft ruhigen, sicheren und doch zentralen Stellplatz an der Seilbahn. Wir fuhren über die Stadtautobahn bis zu einer nahegelegenen „Copec“ Tankstelle um dort den Schmutz der letzten Tage unter der heißen Dusche abzuwaschen. 😅 Nach einem kleinen Mittagssnack ging es dann noch knapp 100 Kilometer weiter bis nach „Valparaíso“. Die Stadt an der Pazifikküste ist vor allem für ihre Straßenkunst sowie die vielen steilen Treppen und Standseilbahnen berühmt. Allerdings scheint sie aber auch nicht ganz ungefährlich zu sein. Zumindest wird vor häufigen Taschendiebstählen sowie Einbrüchen in Camper gewarnt. 🙈 Wir hatten vorab online einen bewachten Parkplatz innerhalb der Stadt ausgekundschaftet welcher uns als Übernachtungsplatz jedoch so rein gar nicht gefiel. So fuhren wir postwendend aus der wirklich sehr „abgeranzt“ wirkenden Stadt heraus und ins unweit gelegene, hübschere „Vina del Mar“ hinein. Dort parkten wir unseren Van an der relativ ruhig wirkenden Uferpromenade von wo aus wir einen traumhaften Blick auf einen wirklich unbeschreiblich schönen Sonnenuntergang hatten. Zumindest für die Nacht erschien uns das Plätzchen sicher. Ob und wie wir am nächsten Tag „Valparaíso“ erkundet haben erfahrt ihr dann im nächsten Beitrag. 😉

Kein Filter – ich schwöre es!

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

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NEW BLOG POST 🇨🇱 (18.03. – 26.03.2023) NP Conguillio – NP Radal Siete Tazas

Irgendwie schaffen wir es mittlerweile, zu unserem eigenen Erstaunen, selbst an nicht gerade geräuscharmen Orten wie beispielsweise einer Autobahnraststätte bis halb zehn zu schlafen. 😅 Erschrocken über uns selbst beeilten wir uns nach dem Kaffee und vor dem Frühstück direkt aufzubrechen. Schließlich hatten wir für diesen Tag Tickets für den Nationalpark „Conguillio“ erworben und laut der Homepage ist die Einfahrt in Selbigen nur bis 14 Uhr gestattet. Dank der durchweg asphaltierten Straße kamen wir pünktlich um ein Uhr mittags dort an. Nach dem wir endlich unser Müsli zu uns genommen hatten machten wir uns auf den gerade einmal 800 Meter langen Rundweg zur Kaskade „Truful Truful“ und dem gleichnamigen Canyon. Beeindruckend waren die vielschichtigen und verschiedenfarbigen Gesteinsschichten an dessen Steilhang. Anschließend passierten wir, nach dem wir dem Ranger die Tickets vorgezeigt hatten, die Einfahrtsschranke und fuhren weiter in den Park hinein. Es ging durch riesige Lavafelder welche vom nahen Vulkan „Llaima“ stammen. Dieser brach, soweit ich weiß, zuletzt im Jahr 2008 aus. Wir stoppten an der gar nicht mal so schönen „Laguna Verde“ und mussten kurz vorher, nach einem ungewohnt lauten Geräusch während der Fahrt leider feststellen, dass unser erst kürzlich reparierter Stoßdämpfer schon wieder das Zeitliche gesegnet hatte. Scheinbar hatte der extra für uns konstruierte Bolzen der hohen Last wohl doch nicht dauerhaft standgehalten. 😰 Immerhin hatte uns der nette Mechaniker „Diego“ damals bereits die original Renault Teilenummer mit auf den Weg gegeben. Damit werden wir wohl als nächstes, sobald wir in „Temucu“ angekommen sind, eine Werkstatt aufsuchen müssen. 🙄 Zum Trost fanden wir auf dem Weg zur Lagune aber zahlreiche, reife Brombeeren von denen wir eine ganze Schüssel voll pflückten. Am späten Nachmittag umrundeten wir noch die „Laguna Arcoiris“ was zu Deutsch „Regenbogenlagune“ bedeutet. Tatsächlich schimmerte das unglaublich klare Wasser je nach Lichteinbruch in den verschiedensten Farben des Regenbogens. 🌈 Am Parkplatz der Lagune verbrachten wir dann auch eine einsame und ruhige Nacht.

Einfahrt in den NP „Conguillio“
Wasserfall „Truful Truful“
Hier sieht man gut die vielen Gesteinsschichten
Lavafelder ohne Ende
Die Regenbogen Lagune 🌈
Fette Beute 😛

Wir wurden glücklicherweise nicht vom Ranger verscheucht und wechselten am nächsten Morgen den Parkplatz, in dem wir rund 3 km weiter bis zum Wanderparkplatz des „Sendero Sierra Nevada“ fuhren. Dort packten wir nach dem sehr leckeren Frühstück (es gab Joghurt mit den frisch gepflückten Brombeeren) unsere Rucksäcke und schnürten die Wanderstiefel. Der schmale Weg war gut ausgeschildert und führte sanft ansteigend über wenige Wurzeln an zwei Aussichtspunkten vorbei hinauf bis zum finalen „Mirador“. Diesen erreichten wir knapp 500 Höhenmeter und zweieinhalb Stunden später. Anfangs ging es durch dichten Wald, welcher hauptsächlich aus feinblättrigem Bambus sowie Rhododendren ähnlichen Gewächsen bestand. Je weiter wir kamen umso lichter wurde der Wald und immer mehr der mächtigen „Araukarien“ tauchten auf. Nicht nur die Baumkronen, auch die schuppenartige dicke Rinde der Bäume versetzt einen direkt in eine „Jurassic Park“ Kulisse. Die Sonne lachte von einem strahlend blauen Himmel so dass wir beste Sicht auf den „Lago Conguillio“ und den seit vielen tausend Jahren schlummernden, rot leuchtenden Vulkan „Sierra Nevada“ hatten. Wir konnten uns kaum sattsehen und hielten alle paar Meter an um Fotos zu schießen. 😅 Etwas weiter entfernt konnten wir dann sogar noch einen weiteren Vulkankegel ausmachen dessen Kuppe sogar mit Schnee bedeckt war. Nach ausgiebiger Rast und genüsslichem Vesper am Ende des Weges begaben wir uns auf gleichem Wege die 6,5 km wieder zurück zum Auto. Wir fuhren noch ein kurzes Stück bis zu einem großen Parkplatz direkt am See, dessen Wasserstand allerdings jahreszeitbedingt relativ niedrig war. Dort verbrachten wir eine super ruhige, wenngleich auch klirrend kalte Nacht. So kamen wir in den Genuss des bis dato klarsten und sternenreichsten Himmels auf unserer Reise aber auch nur sieben Grad im Van am nächsten Morgen. 🥶

Blick auf den „Lago Conguillio“
Am Ende des Weges angelangt
Hier sieht man gut die „Araucarien“ Bäume
Simon mit seinem Fundstück (eine nagelneue Mütze)
Der Vulkan „Sierra Nevada“
Schön war’s

Als die Sonne am späten Vormittag höher am Himmel stand und die Temperaturen somit angenehmer wurden rollte ich seit geraumer Zeit mal wieder die Yogamatte aus. Nicht nur, weil es mir einfach gut tut sondern auch, weil ich in den letzten Tagen immer mal wieder über Rückenschmerzen zu klagen hatte. Nur Laufen ist auf Dauer halt wohl doch nix… 🙈 Zum Frühstück gab es von dem halben Laib Butterkäse (stolze 500 g schwer), welchen wir an einem Straßenstand für gerade einmal 4,50 € erworben hatten. 👍 Danach verabschiedeten wir uns langsam aber sicher von dem schönen Nationalpark. Zuvor liefen wir noch eine kleine Runde entlang des „Sendero Araucaria“ welcher uns erneut durch dichten Wald der Urzeitbäume sowie vorbei an einem kleinen, moosbewachsenen Wasserfall führte. Kurz vor der Ausfahrt umrundeten wir noch die „Laguna Captrén“ in deren Wasser sich er Vulkan „Sierra Nevada“ spiegelte. Außerdem konnten wir hier drei richtig große Spechte bei ihrer Arbeit beobachten. Der mitunter steile und noch feuchte Erdweg durch den Park verlangte unserem Van mal wieder so einiges ab. 😟 Wir mussten einmal sogar kurz zurücksetzen und Schwung holen um die Steigung zu meistern. Aber dank dem besten Busfahrer der Welt erreichten wir problemlos den nördlichen Parkausgang und schotterten noch ca. 30 km weiter (wohlgemerkt mit defektem linken Stoßdämpfer) bis wir endlich wieder auf einer asphaltierten Straße angelangten. Von da aus war es quasi nur noch ein Katzensprung bis zur auserkorenen Übernachtungsstätte: Einer weiteren „Copec“ Autobahnraststätte, diesmal jedoch in südlicher Richtung. Während der Fahrt kamen wir an zahlreichen, abgeernteten Kornfeldern vorbei von denen einige gerade brandgerodet wurden. Und dass trotz hoher Waldbrandgefahr sowie Eukalyptusbäumen entlang der Straße. Scheinbar kümmern die jüngsten, verheerenden wochenlangen Brände in Chile die Bauern wohl wenig. 😰

Im „Araucarien“ Wald 🌳
Spiegelsee mit Vulkan 🪞
Immer dieser Mützenabdruck! 🙈😅
Rückweg in die Zivilisation
(mit defektem Stoßdämpfer 🙈)

Diesmal war die Nähe zur Autobahn nicht zu leugnen und auch die an unserem parkenden Van vorbeirollenden LKWs sorgten für eine deutlich hörbare, permanente Geräuschkulisse. Trotz allem schliefen wir mehr oder weniger gut und freuten uns am Morgen neuerdings über eine ausgiebige, heiße Dusche an der Raststätte. Nach dem wir dort den neuesten Blogbeitrag sowie ein weiteres Video hochgeladen hatten machten wir uns auf in Richtung „Temuco“. In der „iOverlander“ App hatten wir von einem Händler in der Stadt gelesen, welcher anderen Reisenden auf Anhieb die passende Stoßdämpferaufnahme geboten hatte. Dementsprechend war dieser Laden, ein großer Schrauben- und Werkzeughändler, unsere erste Wahl. Einer der Angestellten nahm sich sofort Zeit für uns und lief sogar mit uns zum parkenden Van zurück um vor Ort Maß nehmen zu können. Zurück im Laden begab er sich sofort auf die Suche nach dem passenden Bolzen und kam mit den beiden jeweils längsten, vom Durchmesser her Passenden wieder zu uns. Wir waren uns nicht sicher, ob überhaupt einer davon passen würde woraufhin er ganz selbstverständlich meinte: „Gar kein Problem! Ihr nehmt jetzt einfach die beiden Bolzen inklusive der passenden Muttern sowie Unterlegscheiben mit und probiert ob eine davon passt.“ WOW… 🥰🥰🥰 Wieder einmal waren wir sehr berührt, sprachlos und tief beeindruckt von der großen Hilfsbereitschaft, aber vor allem dem grenzenlosen Vertrauen in die Mitmenschen. So machte sich Simon direkt ans Werk und ich kann euch freudestrahlend berichten, dass der längere Bolzen tatsächlich gepasst hat. Wir liefen zurück zum Laden, gaben den kleineren Bolzen mit Dank zurück und nahmen noch einen weiteren Großen als Ersatz mit. Alles in allem kostete uns der freundliche Service (inkl. Teile versteht sich) gerade einmal 7,50 €. 🤩 Beschwingt fuhren wir weiter zum nächsten „Lider“ Supermarkt (welcher tatsächlich zu WALMART gehört) um dort die Einkäufe für die kommenden Tage zu erledigen. Der danach angesteuerte Übernachtungsplatz innerhalb eines weitläufigen Parks erwies sich allerdings als untauglich, da die Einfahrt bereits um 17:00 Uhr schließt und wir deutlich später dran waren. Da die Zufahrtsstraße jedoch extrem ruhig aussah und sich noch dazu ein sehr modernes, von Securities bewachtes Museum dort befand beschlossen wir kurzerhand mal wieder am Straßenrand zu nächtigen.

Bester Laden überhaupt in Temuco! 👍🏻
„Temuco“ von oben
Stellplatz am modernen Museum

Am nächsten Vormittag liefen wir zu Fuß zum großen Marktgelände in „Temuco“. Die „Feria Pinta“ erstreckt sich über mehrere Blocks und bietet unglaubliche Mengen an knackfrischem und noch dazu sehr günstigem Obst sowie Gemüse. Auch eine Abteilung mit Fisch, Meeresfrüchten sowie Fleisch war vorhanden und am äußeren Rand verkauften Einheimische noch ein wenig alten Trödel. Wir schlenderten bestimmt eineinhalb Stunden durch die vielen Stände und deckten uns nebenbei mit frischen Lebensmitteln ein. Durch die Kastanienallee liefen wir wieder zurück und hier merkte man deutlich, dass der Herbst in großen Schritten nahte. Auf dem Boden lagen viele runde, glänzende Kastanien zwischen einigen Laubhafen und auch der Morgennebel hielt sich relativ lange bevor sich die Sonne durchsetzen konnte. Danach wurde es dann aber richtig warm und wieder am Van angelangt zogen wir uns erst einmal luftigere Kleidung an. Gegen Nachmittag stießen dann, auf unsere Empfehlung hin, erneut Timo und Alina zu uns. Die beiden hatten kurz nach uns den Nationalpark „Conguillio“ besucht und waren nun auf der Suche nach einem guten Stellplatz in der Stadt. Abends bekamen wir sogar noch weiteren Zuwachs von Max und Merle. Die beiden sind gute Bekannte von Timo und Alina da sie irrwitziger Weise im gleichen Flugzeug nach Montevideo saßen. Noch dazu reisen sie alias @anschnallenabfahrt ebenfalls in einem VW Crafter und auch wir hatten die zwei schon einmal flüchtig an Weihnachten in Ushuaia getroffen. Somit standen am späten Abend als einzige Fahrzeuge drei Vans mit deutschem Kennzeichen in der ruhigen Sackgasse. 😅 Max und Merle kommen aus Bremen und wir alle teilen das gleiche Ziel Alaska. Aktuell haben die beiden jedoch massive Probleme mit ihren Bremsen und auch der Turbolader bereitet scheinbar Sorgen. Irgendwie sitzen wir doch alle im gleichen Boot. 🙈 Als die kühle Nacht hereinbrach zogen wir uns zu sechst in die geräumige U-Sitzecke der Bremer zurück. Wir hatten einen sehr kurzweiligen, geselligen Abend und tauschten bei kaltem Dosenbier die ein oder andere Anekdote aus.

Frisches Obst & Gemüse in Hülle & Fülle
Aber auch viele Gewürze
Sowie Butterkäse
Und auch Fisch sowie riesige Muscheln 😯
Es wird unverkennbar Herbst 🍂
Die Vanlifer 😂

Als wir morgens aus den Federn stiegen befanden sich Max und Merle bereits auf dem Weg in die Werkstatt. Wir drücken den beiden ganz fest die Daumen, dass ihnen geholfen werden kann und sie ihre Weiterreise nach Santiago bald sorgenfrei antreten können. Mit den beiden Mainzern Timo und Alina liefen wir nach dem Frühstück noch einmal zum Markt, da die zwei diesen trotz unserer Wegbeschreibung am Vortag irgendwie verfehlt hatten. Gemeinsam bummelten wir noch einmal durch die Markthallen und wir kauften bei einem Fischhändler noch ein schönes, frisches Lachsfilet fürs Abendessen. 😋 Am frühen Nachmittag hieß es dann erneut Abschied nehmen wenngleich auch wahrscheinlich nur für kurze Zeit. Wir fuhren über die gut ausgebaute, zweispurige Autobahn Ruta 5 ca. 200 Kilometer gen Norden bis wir neuerdings an einer „Copec“ Raststätte angelangten. Da es in dem nächstgelegenen Ort abseits der Autobahn wohl schon Einbrüche in Camper gegeben hatte entschieden wir uns erneut für Tankstellenromantik. Da es relativ warm war ließen wir während des Kochens alle Türen auf und luden damit leider Unmengen an kleinen, schwarzen Fliegen zu uns in den Van ein. Und ihnen folgten mit Einbruch der Dämmerung, ehe wir uns versehen und die Türen schließen konnten, auch noch etliche Moskitos. 🙄 Ja, auch das alles ist Vanlife…

Wir erkunden erneut die Markthallen
Schönes Wandgemälde mit indigenen „Mapuche“
Und wieder heißt es Abschied nehmen
Tankstellenromantik 😅

Der Freitag war ein reiner Fahrtag. Wir fuhren ca. 280 km von unserem Übernachtungsplatz an der Autobahn bis in den Nationalpark „Radal Siete Tazas“. Die Schnellstraße ist zwar nicht günstig, dafür kommt man aber gut und schnell voran. Und im Gegensatz zu Deutschland auch völlig staufrei und ohne eine einzige Baustelle. 👍 Es ging durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet, entlang von Korn- und Maisfeldern, einigen Obstbaumplantagen und gegen später tauchten auch die ersten Weinreben sowie in der Ferne die Andenausläufer auf. In der nächstgrößeren Stadt „Curicó“ wäre an diesem Wochenende sogar eines der größten Weinfeste Chiles gewesen. Da wir jedoch vorher in den Nationalpark abbogen werden wir dies wohl verpassen. 🤷‍♀️ Als Schlafplatz wählten wir den weitläufigen Parkplatz am „Velo de la Novia“. Hier stürzen mehrere schmale Wasserfälle spektakulär in die Tiefe und wir sind schon gespannt, welche Naturwunder der Nationalpark noch für uns bereithalten wird. 🤩

Unterwegs auf der „Panamericana“
Pause an der Autobahn, Fahrtage sind anstrengend
Am Tagesziel angelangt
Leider war das Licht durchweg schlecht für Fotos

Nach einer super ruhigen Nacht unter einem fantastischen Sternenzelt fuhren wir am Morgen weiter in den kleinen Nationalpark hinein. Zuerst stoppten wir bei dem kurzen Rundwanderweg, welcher Aussicht auf die „Siete Tazas“ (die sieben Basaltbecken) bot. Die Becken wurden im Laufe der Jahrmillionen durch den Flusslauf tief ausgewaschen und nun fließt das Wasser langsam in Stufen von einem Becken ins andere, bis es am Ende 50 m tief über einen Wasserfall in die Tiefe stürzt. 😮 Leider war der Canyon extrem tief weswegen nirgends die Möglichkeit bestand zum Baden hinab zu gelangen. Danach fuhren wir einige wenige Kilometer weiter bis zum Beginn diverser Wanderwege. Als ich dem Ranger hier erneut unsere Tickets unter die Nase hielt teilte er uns jedoch mit, dass unsere Tickets nur für die sieben Basaltbecken gelten würden. Für jeden weiteren Abschnitt im Park, und somit auch jeden Wanderweg, hätten wir noch einmal extra Tickets kaufen müssen. 😯 Freundlicherweise gestatte er uns dennoch den Zutritt zu einem etwa ein Kilometer langen Rundweg. Da wir aber eigentlich sowohl diesen als auch einen anderen, etwa sieben Kilometer langen Weg gehen wollten entschieden wir kurzerhand uns „verbotenerweise“ auf den Längeren zu mogeln da dieser am gleichen Ort begann. 🤫 So liefen wir, wenngleich auch ohne Rucksack und somit ohne Essen und Trinken, den „Sendero Chiquillianes“ entlang. Glücklicherweise führte der Weg die meiste Zeit über durch schattigen Laubwald da es ansonsten ziemlich heiß gewesen wäre. Von den Blättern fiel immer wieder Herbstlaub sobald ein Windstoß durch die Bäume fuhr während wir die ersten zweieinhalb Kilometer stetig, aber sanft bergauf liefen. Oben angekommen erwartete uns dann eine schöne Aussicht ins weitläufige Tal „Valle del Indio“ sowie auf einen Vulkankegel in der Ferne. Alles in allem war es aber kein spektakulärer Wanderweg und erneute 8 € pro Kopf hätten wir dafür definitiv nicht bezahlen wollen. Rund zweieinhalb Stunden später gelangten wir wieder am Van an wo es erst einmal etwas zu essen und vor allem zu trinken gab. Den restlichen Tag sowie eine weitere Nacht verbrachten wir dann neuerdings auf dem großen Parkplatz beim „Velo de la Novia“. Dort gönnten wir uns noch einen super fruchtigen und sehr erfrischenden Himbeershake aus tiefgefrorenen Früchten der Region. 🥤

Ziemlich wenig Wasser nach dem heißen Sommer 😳
Hier sieht man schön die einzelnen „Tassen“
Weiter ging’s durch herbstlichen Laubwald 🍂
Hinauf mit Blick ins „Valle del Indio“
Hinten links sieht man den Vulkankrater

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns nach dem Frühstück von dem Nationalpark und fuhren die gleiche Strecke, die wir gekommen waren, zurück zur Autobahn. Diese verließen wir kurz darauf wieder um nach „Curicó“ hineinzufahren, wo an diesem Sonntag immer noch das große Weinfest stattfand. Als wir jedoch die Menschenmassen rund um die Plaza erblickten machten wir direkt wieder kehrt. 😂 In diesem Pulk hätten wir vermutlich nicht viel gesehen. So ging es zurück auf die Autobahn auf welcher wir etwa weitere 60 Kilometer in Richtung „Santiago“ fuhren. Wir sahen sehr häufig Lastfahrzeuge, die mit Baumstämmen beladen waren und auch an einigen großen Holzfabriken kamen wir vorbei. Das erinnerte mich an ein Gespräch, welches wir vor einiger Zeit im Süden Chiles mit einem Schweizer geführt hatten. Dieser lebt seit vielen Jahren in Brasilien, betreibt aber seiner Aussage nach seit langem ein wohl extrem lukratives Geschäft in Chile in dem er Harthölzer nach Europa exportiert. Wiederaufforstung sei hier nicht notwendig meinte er. Ob Chile in 10 oder 20 Jahren wohl auch noch so grün sein wird wie jetzt?! Ich wage es fast zu bezweifeln… 🙁 Kurz darauf erreichten wir unser angesteuertes Tagesziel in Form einer großen „Copec“ Raststätte. Im hinteren Bereich fanden wir einen relativ ruhigen Stellplatz und neben Duschen gab es dort sogar einen kleinen Waschsalon. Für schlappe 3,50 € konnten wir je eine große Ladung Wäsche waschen und trocknen. 🧺👍👍

Tankstellenromantik 2.0 ⛽️

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NEW BLOG POST 🇦🇷 🇨🇱 (11.03. – 17.03.2023) NP Lanín – Freire

Argentinien verabschiedete uns mit einer Kulisse die schöner nicht hätte sein können. Unsere letzten Kilometer hin zur chilenischen Grenze führten uns entlang von in der Sonne goldgelb leuchtender Grasbüschel, durch die sich ein plätschernder Fluss schlängelte. Am Himmel kreisten einige Kondore und auch die kleinen, lauthals schreienden grünen Papageien waren seit Ewigkeiten mal wieder zu sehen (und definitiv nicht zu überhören 😅). Die Felsen aus Lavagestein zeugten vom mächtigen Vulkan „Lanín“ auf welchen wir geradewegs zusteuerten und die zahllosen „Araukarien“ Bäume (ähnlich den Drachenbäumen) taten ihr übriges zu der kitschigen Dinosaurier-Kulisse. Am Lago Tromen legten wir einen längeren Zwischenstopp ein und vertraten uns auf dem Rundweg zum See die Beine. Der Wind wehte mitunter ziemlich böig und peitschte den schwarzen Lava-Sand am Ufer entlang. Vermutlich hatte dieser auch die Steine am Strand so ordentlich von groß nach klein sortiert. Auf dem Rückweg ging es durch windstillere Büsche sowie lichte „Araukarien“ Wälder mit freier Sicht auf den schneebedeckten Vulkan, an dessen Spitze sich ab und an ein paar dünne Wolkenfetzen verfingen. Nach der acht Kilometer langen Runde stärkten wir uns noch mit Kaffee und Schokoladen-Kuchen bevor wir die letzten zwei Kilometer bis zur Grenze holperten. Sowohl auf der argentinischen als auch auf der chilenischen Seite verlief das Grenzprozedere, wie bisher immer auf unserer Reise, reibungslos. Auch die Lebensmittelkontrolle bei der Einreise nach Chile fiel denkbar knapp aus und diesmal schmuggelten wir sogar einige frische Lebensmittel über die Grenze. 🤫 Wir fuhren noch gute eineinhalb Stunden weiter in Richtung Pucón, bogen jedoch kurz davor an den „Lago Caburgua“ ab. Dort fanden wir auf einem Parkplatz in Nähe des Wassers einen passablen Stellplatz für die Nacht und wurden nach Einbruch der Dunkelheit noch mit einem fantastischen Sternenhimmel belohnt. Mit bloßem Auge konnten wir problemlos die Milchstraße erkennen. Übrigens wird es, zumindest gefühlt, mit jedem Kilometer den wir weiter nördlich fahren früher dunkel. Mittlerweile ist es gegen 20:30 Uhr schon fast stock Finster. 😮

Unsere letzten Kilometer in Argentinien
Einfahrt in den Nationalpark Lanín
Araucarien Bäume & dahinter der Vulkan Lanín
Die Wolken kreiseln um die Spitze
Am windigen Lago Tromen
Kaffee und Kuchen nach der Wanderung
Und ab zur Grenze („Aduana“)

Im Gegensatz zum kargen und trockenen Argentinien wurde es auf der anderen Seite der Berge, nämlich in Chile, sofort wieder merklich grüner. Grün bedeutet allerdings auch mehr Regen und so startete unser erster Tag nach dem Grenzübertritt direkt mit Nieselregen. Die Wolken erreichten mitunter sogar den Strand aber gegen Nachmittag wurde der Himmel langsam heller. Ursprünglich hatten wir geplant von diesem Stellplatz aus den nahegelegenen Nationalpark „Huerquehue“ anzusteuern. Dort wollten wir auf dem „Sendero San Sebastian“ zum gleichnamigen Gipfel wandern von welchem aus man sage und schreibe neun Vulkane und fast noch einmal so viele Lagunen sehen soll. Unsere erneuten Recherchen ergaben allerdings, dass man dafür während des Ganztagesmarschs auch rund 1.200 Höhenmeter bewältigen muss. 😨 Das trauten wir unserer Kondition dann irgendwie doch nicht so ganz zu… Wahrscheinlich hätten wir es geschafft, wären aber völlig entkräftet wieder unten angelangt. Zumal man sich, wie leider so oft in chilenischen Nationalparks, vorab hätte online registrieren müssen. Spontan geht hier leider gar nichts und da wir unterwegs stets offline sind stellt dies für uns ein gar nicht so kleines Problem dar. 😕 Noch dazu war das Wetter an diesem Tag fürs Wandern so rein gar nicht geeignet und montags wäre der NP geschlossen gewesen. So entschieden wir am frühen Nachmittag kurzerhand nach „Pucón“ weiterzufahren. Die Kleinstadt liegt am „Lago Villarrica“ und bezeichnet sich selbst als „Action-Mekka“. Allerdings fanden wir dort nirgends einen geeigneten Stellplatz und so beließen wir es bei einem schnellen Einkauf im „Lider“ Supermarkt. Nach dem Obst und Gemüse verstaut waren fuhren wir weiter nach „Villarrica“. Die 50k Einwohnerstadt liegt quasi direkt gegenüber von „Pucón“ am selben See mit Blick auf den derzeit tatsächlich aktiven Vulkan „Villarrica“. Schon bei der Einfahrt entlang der belebten, langen Promenade gefiel es uns hier deutlich besser. Wir fanden auf Anhieb einen guten Stellplatz am See von wo aus wir uns noch ein wenig umschauten. Kurz darauf erlebten wir noch eine freudige Überraschung, als Timo und Alina alias „Sprintour“ an unser Fenster klopften. 😀 Wir dachten die beiden wären uns voraus, weil sie an anderer Stelle die Grenze überquert hatten. So trafen wir uns unerwartet und schneller als gedacht wieder. 😍 Sie machten uns außerdem darauf aufmerksam, dass man im Dunkeln den Krater des Vulkans glühen sehen konnte und tatsächlich! Was für ein beeindruckendes Spektakel… Wir konnten in der Nacht problemlos die Lava am Krater brodeln sehen. Zu Fuße des Vulkans uns gegenüber lag der spiegelglatte See und die Lichter der Stadt. 🤩

Chile empfing uns mit Regen 🌧
Promenade in Villarrica
Überraschendes Wiedersehen mit Sprintour 😃
Im Hintergrund der leuchtende Krater

Nach einer ruhigen Nacht (ich hatte wohl als Einzige das Auto mit der lauten Musik überhört) drehten wir am Morgen eine Runde entlang der Promenade, vorbei an dem künstlich aufgeschütteten schwarzen Sandstrand, und der Hauptstraße. Dort fanden wir in der deutschen Bäckerei „Rostock“ sogar Brezeln und richtig tolle Körnerbrötchen. Wieder zurück am Van nutzte Simon das freundliche Wetter für einen Flug mit der Drohne über den See während ich in Selbigem noch meine Haare wusch. 😅 Gegen Nachmittag verzogen sich dann auch die letzten Wolken über dem Vulkan und wir folgten Timo und Alina in ihrem VW Crafter den Berg hinauf bis zum Ski-Lift unterhalb des rauchenden Kegels. Die Schotterpiste verlangte beiden Autos mal wieder so einiges ab aber wir gelangten unbeschadet an dem Parkplatz an. Und die fast 1.000 Höhenmeter hinauf hatten sich wirklich gelohnt. Von dort aus hatten wir einen fantastischen Blick hinunter auf den See, die vielschichtigen Bergketten sowie die Stadt. Auch der Vulkan „Villarrica“ zeigte sich in voller Pracht so dass wir etliche gute Aufnahmen machen konnten. Während wir den schönen Sonnenuntergang bewunderten schlürften wir noch genüsslich den leckeren Smoothie, den Alina in ihrem just erworbenen Mixer für uns zubereitet hatte. 🍌🥭🍓 Als es dann langsam zu dämmern begann wurden wir Zeugen eines ganz besonderen Naturschauspiels: Wie aus dem Nichts, scheinbar aus dem rauchenden Krater, krochen dicke Wolken langsam den Vulkan hinab bis dieser fast völlig von einer weißen Glocke bedeckt war. Auf Grund dessen konnten wir leider auch nur kurz, als die Spitze noch halbwegs frei lag, ein Glimmen erkennen. Nach einem schnellen Abendessen begaben wir uns dann noch einmal hinaus in die Kälte denn der klare Sternenhimmel war es allemal wert. Wir konnten abermals die Milchstraße, unzählige Sterne sowie uns unbekannte Sternbilder sehen. ⭐ Ich stand in der Nacht zweimal auf um einen Blick aus dem Fenster zu werfen in der Hoffnung, der Vulkan würde sich doch noch einmal zeigen aber leider blieb er eisern in den Wolken. 🤷‍♀️

Nach 7 Monaten Reise die erste Brezel 🥨
Das Wetter besserte sich…
… und wir machten uns auf zum Vulkan 🌋
Danke Alina für den leckeren Smoothie 😛
Anfangs war die Spitze noch wolkenfrei…
… und dann begann das Spektakel 😯
Der Sonnenuntergang war gleichfalls atemberaubend
Übernachtung unterm Sternenzelt 💫

Auch den Dienstag verbrachten wir gemeinsam an dem schönen Stellplatz unterhalb des Vulkans. Als sich gegen Nachmittag die letzten Wolken verzogen und die Temperaturen merklich stiegen machten wir uns zu viert auf zu einer kleinen Wanderung auf dem Vulkan. Wir liefen entlang des breiten Weges bis zur Bergstation, an welcher sich ein weiterer Sessellift befand. Vermutlich sind die Lifte jedoch nur während der Ski-Saison in Betrieb. Von dort aus hatten wir eine tolle Sicht hinunter ins Tal, auf den See sowie die Berge und einen weiteren, mächtigen Vulkan in der Ferne. Obwohl es an diesem Tag recht diesig war hatten wir eine ganz gute Fernsicht. Wir folgten einem weiteren Wanderpfad bis hin zu einer großen Lava-Höhle, die sich in mitten des erkalteten Lavastroms gebildet hatte. Nach dem Timo und Simon dort noch ein paar Luftaufnahmen gemacht hatten begaben wir uns auf den Rückweg. Und wie bereits am Tag zuvor wurde es, mit langsam untergehender Sonne, stetig merklich kühler. Wir kochten jeweils separat in unseren Vans etwas zu Abend um uns anschließend noch einmal mit den Campingstühlen vor den Autos ein wenig zusammenzusetzen. 🥰

Wir nähern uns dem Vulkan „Villarrica“ immer weiter
Im Winter ein großes Skigebiet
Blick auf den See sowie einen weiteren Vulkan
Der Krater rauchte erneut 😳

In der Nacht begann es dann zu regnen und der nächste Morgen begann so schlecht, wie ein Morgen nur beginnen kann. 🙈 Simon weckte mich gegen 08:00 Uhr mit den Worten: „Julia, mach schnell das Licht an! Mir läuft Wasser ins Gesicht!“ Tatsächlich hatte sich, durch den konstanten Regen der letzten Stunden, mal wieder Wasser den Weg in den Innenraum unseres Vans gebahnt. Dieses suchte sich zwar langsam, dafür aber stetig seinen Weg bis es exakt über Simons Kopfende im Bett in einem Schwall zum Vorschein trat. 😰 Wir waren dementsprechend in heller Aufruhr, sprangen schnell in unsere Klamotten und versuchten den Wasserfluss irgendwie zu stoppen. Da uns die undichte Stelle jedoch leider völlig unbekannt ist blieben unsere Versuche vollkommen erfolglos. Auch das Abmontieren von zwei Wandpanelen brachte lediglich die Stelle zum Vorschein durch die das Wasser austrat. So wussten wir keinen anderen Ausweg als uns überstürzt von Timo und Alina zu verabschieden und die Fahrt hinunter nach „Villarrica“ anzutreten damit das Wasser auf dem Autodach derweil abfließen konnte. Als wir wieder an dem Stellplatz am See angelangten hörte es glücklicherweise auf zu regnen und wir bemühten uns, den Van in anderer Schräglage als zuvor zu parken. Sollte es erneut regnen würde das Wasser hoffentlich direkt abfließen. Auf den Schock am Morgen gab es nun erst einmal einen heißen Kaffee so wie ein kleines Frühstück bevor wir in die Stadt liefen um im WLAN den Wetterbericht zu checken. Kaum waren wir dort angelangt setzte neuerdings Regen ein weswegen wir sicherheitshalber zum Van zurückkehrten. Glücklicherweise blieb alles trocken und die Schauer verzogen sich. Gegen später stießen Timo und Alina wieder zu uns die nämlich noch unseren Reiseführer bei sich hatten. Während die beiden bei den Autos blieben machten wir uns erneut zu Fuß auf ins Zentrum. Wir steuerten einen großen Baumarkt an in dem wir sogar die uns bekannte Klebe- und Dichtmasse von „sikka“, wenn auch zu einem horrenden Preis, erhielten. Somit konnten wir dem Tag doch noch etwas Positives abgewinnen. 👍 Nun müssen wir uns schleunigst in wärmere Gefilde begeben und dort einen geeigneten Ort für die größeren Reparaturarbeiten suchen. 😕 Nach dem wir im danebengelegenen Supermarkt noch ein wenig frisches Obst und Gemüse gekauft hatten kehrten wir zum Van zurück um zu kochen und uns abends noch ein wenig mit unseren zwei Reisegefährten auszutauschen. Es ist immer wieder gut und beruhigend zu wissen, dass nicht nur wir Probleme bzw. Baustellen haben. So gut wie alle, die im Van unterwegs sind, haben kleinere oder gar noch größere Schwierigkeiten als wir. 😅

Hier trat das Wasser diesmal aus 💦
Abends gab’s heißes Bohnen-Curry 😋

Glücklicherweise zog kein nennenswerter, weiterer Regen mehr auf so dass wir eine unbeschwerte und ruhige Nacht verbringen konnten. Am Morgen verabschiedeten wir uns von Timo und Alina und fuhren bis zu einer großen „Copec“ Raststätte. Diese befand sich direkt an der Ruta 5, welche fast durch ganz Chile führt und auch als „Panamericana“ bekannt ist. Somit fuhren wir erstmals, wenn auch nur kurz, auf einem richtigen Stück Highway der berühmten Traumstraße. 😍 Für die etwas mehr als 5 km lange Strecke, die wir darauf fuhren, wurden uns allerdings auch direkt 4,50 € Autobahngebühr abgeknöpft. 😮 Die angesteuerte Raststätte ähnelte sehr unseren in Deutschland und bot alle Annehmlichkeiten wie beispielsweise ordentliches WLAN sowie Duschen. Letztere sparten wir uns jedoch für den nächsten Morgen auf da wir entschieden dort zu übernachten. 😉 Auch unsere in „Villarrica“ erworbene „claro“ SIM-Karte konnten wir hier aktivieren und damit vier fertiggestellte YouTube Videos hochladen. So können wir bei Bedarf nun tageweise Internet buchen und dieses auch unterwegs nutzen. Außerdem entschieden wir uns nach erneuter Online-Recherche sowie Wettercheck final dazu, als nächstes in den Nationalpark „Conguillio“ zu fahren. 🚐 Und seit langem, ich glaube fast seit Brasilien, gingen wir uns an diesem Tag gegenseitig ordentlich auf den Wecker. Vielleicht lagen unsere Nerven einfach noch blank vom Vortag und die Anspannung entlud sich Stück für Stück. 🤷‍♀️

Seit langem mal wieder über Nacht an einer Raststätte

Die ganze Nacht über fiel Regen aber unser Innenraum blieb Gott sei Dank trocken. Simon hatte zuvor einen niederschlagsfreien Moment abgepasst und die möglicherweise leckenden Stellen an den Verschraubungen der Solarpaneele mit Bitumenband abgeklebt. Die Maßnahme war wohl erfolgreich aber trotzdem hatten wir bei jedem Tropfen, der aufs Dach prasselte, ein sehr mulmiges Gefühl. 🙈 Direkt nach dem Aufstehen gönnte ich mir für nicht einmal einen Euro eine ausgiebige, heiße Dusche an der Raststätte. Die Sanitäranlagen waren blitzblank und die Duschräume super großzügig bemessen, sogar inklusive separatem Waschbecken und Toilette. 👍 Da den ganzen Tag über permanent leichter Nieselregen vom Himmel kam entschieden wir auch den Freitag dort zu verbringen. Wir nutzten das WLAN um jeweils unsere Steuererklärungen auszufüllen und abzugeben sowie um mit den Lieben zuhause zu telefonieren. 🥰 Und dank der just erworbenen „claro“ Karte und dem darauf verbliebenen Datenvolumen konnten wir abends im Van sogar noch zwei Folgen einer Serie streamen. 📺

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NEW BLOG POST 🇦🇷 (27.02. – 10.03.2023) Bariloche – Junín de los Andes

Am Montag verließen wir, nach einer ausgiebigen heißen Dusche am Morgen, den Campingplatz „Ser“ in der kleinen Gemeinde „Colonia Suiza“. Nach dem wir die sehr humane Gebühr in Höhe von 4.000 Pesos für zwei Nächte (= 13 €) beglichen und uns von unseren Bekannten verabschiedet hatten fuhren wir zurück nach „Bariloche“. Dort angelangt parkten wir direkt an dem bewachten Bezahlparkplatz am Ortseingang, nahe der Promenade. Pro Stunde werden hier lediglich 150 Pesos (= ca. 0,50 €) verlangt und es wird sogar minutengenau abgerechnet. 👍 Das Wetter war herrlich und wir hatten beste Sicht auf den in der Sonne glitzerten „Lago Nahuel-Huapi“ sowie die dahinterliegende Bergkette der „Cordillera“. Vom Parkplatz aus war es ein Katzensprung ins nahegelegene Zentrum, wo wir zuerst an einer „Wester Union“ Filiale Bargeld besorgten da wir mittlerweile fast blank waren. In einem direkt gegenübergelegenen Einkaufszentrum fanden wir in einem winzigen Technikladen endlich ein funktionierendes Kabel für unser Mikrofon. Sobald wir die bereits fertiggestellten Videos hochgeladen haben sollte sich der Ton, vor allem bei Wind, also merklich bessern. 😀 Wir schlenderten noch durch die schöne, wenngleich auch sehr touristische Fußgängerzone in der sich eine Schokoladen- und Eismanufaktur an die nächste reiht. 🤩 Auch die massiven Steinhäuser sowie die Kirche mit ihrem spitzen Turm erinnern, allem voran durch die malerische Lage, an ein Schweizer Bergdorf. Kurz vor 15 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zu unserem Werkstatttermin. Diese befand sich in einem unscheinbaren Hinterhof wo wir sofort sehr freundlich vom Inhaber „Diego“ empfangen wurden. Er machte sich auch so gleich ans Werk und montierte den Hinterreifen ab um den defekten Stoßdämpfer freizulegen. Dort fand er sogar noch ein Stück des abgerissenen Bolzens weswegen er optimistisch war einen Originalen für uns besorgen zu können. Aber weder sein losgeschickter Mitarbeiter noch er selbst konnten einen von der Länge her passenden auftreiben weswegen er sich schlussendlich doch ans improvisieren machte. Er kürzte und schliff einen längeren Bolzen zurecht und so waren wir drei Stunden später wieder abfahrtbereit. Und der Clou: Als wir ihn fragten was wir ihm denn schulden würden wollte er nicht einmal Geld von uns annehmen. 🙈 Wir gaben ihm natürlich trotzdem etwas, rückblickend vielleicht sogar zu viel, da wir einfach dankbar für die Reparatur waren. Den Abend und die Nacht verbrachten wir dann gemeinsam mit Tina und Alina (@Sprintour) am steinigen Stadtstrand von „Bariloche“, von wo aus wir eine herrliche Aussicht auf den ausnahmsweise ruhigen See, die vielschichtigen Bergketten sowie auf das Städtchen hatten. ♥

Good bye Clonia Suiza 🇨🇭
Hello Bariloche 🙋🏼‍♀️
Die schicke Plaza in Bariloche
Sooo viel leckere Schokolade 🍫
Reparatur geglückt
Danke nochmal an Diego 👍🏻

Nach dem Frühstück begaben wir uns in die Stadt und fanden bei der „Cervecería Bachmann“ endlich richtig gutes und vor allem schnelles Internet. Wir verbrachten dort rund drei Stunden in denen wir die zahlreichen, bereits fertiggestellten YouTube Videos sowie den nächsten Blog und einige Instagram Beiträge hochladen konnten. Helena & Chris (@ThisTimeOneWay) stießen gegen später dazu und während wir uns eine Kleinigkeit zu Mittag teilten unterhielten wir uns erneut richtig nett mit den beiden. 😀 Nach getaner Arbeit schlenderten wir noch einmal in Ruhe durch die Fußgängerzone, schauten in einige der hübschen Deko-Läden hinein und bevor wir uns aus auf den Rückweg zum Strand machten gönnten wir uns bei „Rapanui“ noch zwei Kugeln richtig leckeres Eis. 😋 Den Abend verbrachten wir in ungezwungener, entspannter Atmosphäre zu sechst an dem schönen Strandstellplatz. Die Stunden vergingen wie im Flug und erst gegen Mitternacht lösten wir die Runde auf und zogen uns ins Bett zurück.

Mega gutes Eis 😋
Was würdet ihr nehmen??? 🤔
Auszeit mit Freunden am Strand
Alter Düdo in argentinischen Farben

Bereits in der Nacht wurde ich kurz von dem auffrischenden Wind geweckt und auch am Morgen zeugten die kräftigen Wellen auf dem See von Selbigem weswegen wir uns nicht ganz sicher waren, ob aus der geplanten Radtour tatsächlich etwas werden würde. Dennoch verabschiedeten wir uns nach dem Frühstück von Helena und Chris, die sich am Mittag auf die Weiterreise gen Süden begeben wollten, und fuhren in Richtung „Circuito Chico“. Auf dem Weg aus der Stadt heraus befand sich bei Kilometer 13 ein neuerer „La Anonima“ Supermarkt. Simon blieb sicherheitshalber beim Van während ich alleine einkaufen ging aber wir sind der Meinung, dass wir den Van auch problemlos alleine hätten zurücklassen können. Nach dem wir alle Lebensmittel verstaut hatten ging es weiter zum Bezahlparkplatz bei „Puerto Panuelo“. Hier starten diverse Ausflugsboote über den See und für 2.000 Pesos könnte man dort sogar die Nacht verbringen. Wir wollten den sicheren Parkplatz eigentlich nur für unsere Fahrradtour nutzen aber da der Wind immer noch sehr böig war entschieden wir uns kurzerhand dagegen. Stattdessen liefen wir zu Fuß zu einigen der zahlreichen Aussichtspunkte an den Armen des Gletschersees und fuhren den „Circuito Chico“ mit dem Auto ab. Gegen 18 Uhr gelangten wir wieder an dem Stellplatz in „Bariloche“ an wo wir uns mit Timo und Alina zum Abendessen verabredeten. Gemeinsam hatten wir noch einmal einen richtig schönen Abend bei gutem Essen in der „Cervecería Bachmann“. 🍺🍟🍔

Zu Fuß bzw. mit dem Van entlang des „Circuito Chico“
Einer der zahlreichen Fjord-Arme

Nach dem Frühstück gaben wir Timo und Alina am gemeinsamen Strandstellplatz noch einen Kaffee aus bevor wir uns herzlich von den beiden verabschiedeten. An diesem Tag führte uns unser Weg nur ein paar Kilometer weiter bis nach „Dina Huapi“. Das winzige Örtchen befindet sich kurz hinter „Bariloche“, immer noch an dem rund 550 km² großen See „Nahuel-Huapi“. Wir fanden auf Anhieb einen herrlichen Stellplatz direkt an der etwas abseits gelegenen und somit kaum befahrenen Strandpromenade. Diese schlenderten wir gemütlich zu Fuß entlang bevor wir es uns im Halbschatten der Bäume am Seeufer mit unseren Stühlen gemütlich machten. Von dort aus konnten wir in aller Ruhe den zahlreichen Kite-Surfern zusehen. 🏄‍♂️ Ich finde es immer wieder toll, wie die bunten Schirme ihre Runden über das Wasser ziehen und die Surfer mitunter akrobatische Sprünge über der Wasseroberfläche absolvieren. 👏 Einer von ihnen verunglückte allerdings wohl leicht denn wir sahen ihn relativ lange seinem Schirm hinterherschwimmen. Bereits da fragten wir uns, wo denn wohl sein Board sein möge. Als er dann endlich am Strand angelangte bestätigte sich unsere Vermutung denn er schaute lange suchend aufs Wasser bis er irgendwann plötzlich lossprintete. Er kraulte weit auf den See hinaus und kam kurz darauf tatsächlich mit seinem Surfbrett unter dem Arm zurück. 🐷🍀

Promenade in „Dina Huapi“
Herrlicher Sonnenuntergang 🌅
Im Hintergrund die Lichter von Bariloche

Gut erholt und ausgeschlafen nutzte ich am Freitagmorgen für 500 Pesos noch die blitzblanken Duschen an der „Puma“ Tankstelle in unserem Übernachtungsort. Auch das dortige WLAN war gar nicht übel. 👍 Frisch geduscht begaben wir uns auf die Fahrt nach „Villa La Angostura“. Hierbei handelt es sich fast um ein Abbild von „Bariloche“ wenngleich auch im Miniaturformat. Der Ort ist ebenfalls voll und ganz auf Touristen ausgerichtet wovon die zahlreichen Restaurants sowie Cafés, aber auch neuerdings Schokoladen- und Eisgeschäfte zeugten. Und wir fühlten uns auf Grund der massiven Häuser aus Stein und Holz sowie der malerischen Lage am „Nahuel-Huapi“ See mit Blick auf grüne Berge erneut wie in den europäischen Voralpenregionen. 🏞 Nach dem wir die Hauptstraße auf- und ab geschlendert waren blieben wir mal wieder an einer Eisdiele mit toller Theke hängen. 😂 Als wir genüsslich unser Eis verzehrt hatten parkten wir um an die „Bahía Mansa“. Dort kann man unter anderem mit diversen Ausflugsbooten über den See schippern aber auch Wander- und Radwege beginnen an der Doppelbucht, in deren Mitte sich eine langgezogene Halbinsel befindet. Da es für derlei Aktivitäten jedoch schon zu spät war entschieden wir uns auf dem weitläufigen Wanderparkplatz zu übernachten.

Auch hier gab’s tolle Deko-Läden 🤩
Im Ortskern von „Villa La Angostura“
Und erneut Eis und Schokolade 🤤

Am nächsten Morgen schien mir beim Öffnen der Tür bereits die Sonne ins Gesicht wenngleich die Temperaturen um diese Uhrzeit noch recht frisch waren. Die Wettervorhersage lautete jedoch auf bis zu 27 Grad an diesem Tag. Bestes Wetter also für die geplante Mountainbike-Tour! 🚵‍♀️ Wir wollten mit den Rädern über die Halbinsel bis zum „Bosque de Arrayanes“ fahren. Laut Reiseführer soll der Weg auf Grund diverser Stufen nicht ohne sein aber auf der Karte sah es so aus als befänden sich diese nur ganz am Anfang. Voller Selbstvertrauen holten wir also die Räder vom Auto und machten uns auf den Weg Richtung Startpunkt. Als ich mich nach den Eintrittskarten (3.500 Pesos p.P.) erkundigte sagte man mir jedoch, dass man ohne Fahrradhelm keineswegs losfahren dürfte. Wäre nicht weiter schlimm gewesen denn Helme besitzen wir. Jedoch müssten wir die Bikes während den ersten anderthalb steilen Kilometern tragen. 😲 Das fanden wir dann doch nicht so cool weswegen wir kurzerhand die Räder wieder zurück zum Auto brachten und stattdessen die Wanderstiefel schnürten. Wohl wissend, dass die einfache Strecke rund 12 km betragen würde. 🙈 Nach den ersten zwei Kilometern war uns aber sofort klar, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. Die Fahrräder hätten wir niemals bis zu diesem Punkt gebracht… Der Wanderweg war zumeist relativ eben wenngleich auch recht sandig und führte durchweg durch einen dichten, schattigen Wald. Lediglich am Anfang und Ende des Weges konnte man durch die Bäume hinab auf das Wasser des Sees linsen. Am südlichen Ende befand sich dann ein hübsch angelegter Rundweg. Dieser führte auf Holzstegen durch den Wald der Bäume mit der zimtfarbenen Rinde, welche dem Nationalpark auch ihren Namen geben: „Parque Nacional Los Arrayanes“. Die Bäume sind jedoch bei weitem viel unspektakulärer als beispielsweise die mächtigen „Alercen“ weswegen wir relativ unbeeindruckt blieben. Den zahlreichen Touristen, die von den Ausflugsbooten heranströmten, schien es jedoch ganz gut zu gefallen. Tatsächlich wären wir nicht abgeneigt gewesen mit dem Bötchen zurück zu schippern da uns dies die erneute Strecke von 12 km erspart hätte. Zumal die Aussicht an diesem herrlichen Spätsommertag ganz bestimmt schön gewesen wäre. Ganz schön hoch war aber auch der Preis für die Bootsfahrt. Für die einfache Strecke hätten wir stolze 27 € pro Kopf berappen müssen. 😕 So nahmen wir neuerdings die Beine in die Hand und kamen gegen 19 Uhr leicht erschöpft wieder an unserem Van an. Ich zauberte noch eine fixe one-pot Pasta während Simon mit unserem Kabel erfolgreich Starthilfe leisten durfte und dann reichte es auch für diesen Tag. 😴

Blick auf die „Bahía Mansa“
Unterwegs im NP „Bosque los Arrayanes“
Schickes Ausflugsboot
Wir liefen dann doch zu Fuß zurück🦶

Somit verbrachten wir noch eine weitere, ruhige Nacht auf dem weitläufigen Parkplatz an der „Bahía Mansa“, diesmal sogar in Gesellschaft mit einigen wenigen anderen Campern. Das schöne Wetter am Morgen lud direkt dazu ein, endlich mal wieder unsere Drohne fliegen zu lassen welche wir seit der Havarie und der darauf folgenden Reparatur noch nicht getestet hatten. Der Flug über die beiden Buchten gelang gut und ihr dürft euch dann im dazugehörigen Video hoffentlich über die schönen Aufnahmen freuen. Auf der Rückfahrt nach „Villa La Angostura“ fanden wir im Ort an der Bibliothek noch richtig schnelles Internet, welches sogar für Anrufe und Videodownloads taugte. 😀 Den Spätnachmittag verbrachten wir einige Kilometer weiter am langen und gut besuchten Strand des „Lago Espejo“. Von unserem sonnigen Plätzchen aus konnten wir aus nächster Nähe mitunter bis zu 20 Adler bei ihrer Nahrungssuche am Strand beobachten. Gerne hätten wir hier auch übernachtet aber kurz nach 20 Uhr wurden wir sehr bestimmt darauf hingewiesen, dass der Strandbereich nun schließen würde und wir sofort das Gelände verlassen müssten. 🤷‍♀️ Zum Glück fanden wir nur wenige Kilometer weiter in der kleinen Nachbarbucht einen kostenfreien Campingplatz. Dieser war eigentlich nur für Zeltreisende bestimmt aber da es bereits dämmerte hofften wir, dass unser Dasein nicht weiter auffallen würde.

Am „Lago Espejo“
Seht ihr die vielen Adler neben den 2 Möwen?

Tatsächlich hatte sich niemand über unsere eigentlich unerlaubte Übernachtung auf dem Parkplatz des kostenfreien Campingplatzes beschwert. 😇 Vermutlich auch auf Grund der Tatsache, dass seit Ende der Schulferien Ende Februar deutlich weniger Camper unterwegs sind und wir uns als Einzige zwischen die Zeltenden gemogelt hatten. Dennoch machten wir uns direkt nach dem Morgenkaffee auf die Weiterreise, sicher ist sicher! Über die „Ruta de los 7 Lagos“, also die Sieben-Seen-Route, ging es weiter über die gut asphaltierte Ruta N40 gen Norden. Wir stoppten immer wieder an einigen der zahlreichen Aussichtspunkte entlang der Seen für Schnappschüsse und Videoaufnahmen, bevor wir schlussendlich am späten Mittag in „San Martín de los Andes“ angelangten. Der etwa 35k Einwohner zählende Ort am „Lago Lácar“ bildet das nördliche Ende der Seenroute und ähnelt in seiner Bauweise den zuvor von uns besuchten Städtchen. Allerdings verteilt sich das neuerdings voll und ganz auf Touristen ausgerichtete Zentrum hier etwas weitläufiger über zwei Parallelstraßen. Wir blieben an der Schaufensterauslage eines kleinen Restaurants hängen in dem sich appetitlich aussehende kleine Quiches und Empanadas türmten. Dort kehrten wir am Nachmittag dann auch ein und sparten uns so zeitgleich das abendliche Kochen. 😋 Den Abend und die Nacht verbrachten wir gemeinsam mit einigen argentinischen Vans am Ortsrand, ganz in der Nähe des kleinen Strandes sowie der Food-Truck-Meile wo Simon nach Einbruch der Dunkelheit dann doch noch eine Tüte frischer Fritten für uns organisierte. 🍟

Entlang der Sieben-Seen-Route
Mittig ein Wasserfall, darüber Frisbee Wolken
Ein See nach dem anderen 😇
Auf dem Berg rechts erkennt man die Ski-Piste
Weiter geht’s nach „San Martín de los Andes“
Die Qual der Wahl 😂
Übernachtung in bester Gesellschaft

Am Dienstag kam dann der eigentlich schon für Montag vorhergesagte Regen wenngleich auch nur in Form von kurzen Schauern. Von daher bewegten wir uns an diesem Tag auch nicht weiter fort, sondern verbrachten den Tag hauptsächlich im Van. In einem der folgenden Videos könnt ihr sehen wie so ein Regentag im Bus bei uns aussieht. Wir haben nämlich versucht diesen Tag mit der Kamera für euch einzufangen. 😉

Plaza von „San Martín de los Andes“

Mittwochs war es dann schon wieder überwiegend trocken wenngleich die Wolken am Morgen noch extrem tief in den Baumwipfeln der Berge hingen. Wir luden die argentinische Familie (@familiaabordoporelmundo), die tatsächlich mit ihrer gelben Klapperkiste bis nach Alaska fahren möchte, zum Kaffee ein da sie die Nacht unweit von unserem Van verbracht hatten. In einer tollen Bäckerei besorgten wir uns noch zwei typische „Sandwiches de Miga“ sowie ein süßes „Mil Hojas“ zum Frühstück bevor wir weiter nach „Junin de los Andes“ fuhren. Die 40 km lange Strecke führte durch typische, argentinische Landschaften in Form von plötzlich wieder nur noch mit grasbewachsenen Bergen. In der Ortschaft angekommen drehten wir lediglich eine Runde um die Plaza da, scheinbar auf Grund des Weltfrauentages, die meisten Geschäfte geschlossen hatten. 😮 So oder so hätte es hier aber wohl nicht viel zu sehen gegeben weswegen wir uns auf direktem Wege in den Nationalpark „Lanín“ begaben. Dort fanden wir, relativ am Anfang des großen „Lago Huechulafquen“ auch ein nettes, ruhiges Plätzchen direkt am steinigen Strand. Nur der Vulkan Lanín versteckte sich bei unserer Ankunft in den Wolken. Vielleicht haben wir morgen bessere Sicht…

Hier noch mal die alte Klapperkiste 😳
Schöner Stellplatz am See 🥰

Tatsächlich hatten wir am Nachmittag Glück und konnten bei unserem Spaziergang entlang des Sees einen Blick auf den schneebedeckten, 3.700 Meter hohen Vulkan „Lanín“ erhaschen. Da das Wetter eher trüb war verbrachten wir auch diesen Tag hauptsächlich mit Laptoparbeit. Zwischendurch habe ich ein erstes Video für ein neues Format aufgenommen in dem es um einfache, schnelle (Camping-) Küche gehen soll. Seid gespannt! 😛

Zwischen den Wolken sieht man den schneebedeckten Vulkan
Der Vulkan „Lanín“
Der Hund mochte Simon ausnahmsweise nicht 😅

Nach einem späten Frühstück am See schotterten wir zurück nach „Junín de los Andes“. Dort angekommen überfielen wir den letzten „La Anonima“ Supermarkt vor der Grenze und deckten uns noch einmal ordentlich mit Vorräten ein. Die restlichen argentinischen Pesos investierten wir in Diesel. Somit sind wir für den anstehenden Grenzübertritt in den kommenden ein bis zwei Tagen gerüstet. 😅 Eventuell können wir kurz vorher noch eine Wanderung zu einem Aussichtspunkt auf den Vulkan unternehmen aber davon berichte ich euch dann im nächsten Beitrag. 😉

Besuch von Schäfchen am Morgen 🐑
Der Vulkan saugt das Sonnenlicht auf
Ciao Ciao ✋🏻

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

P.S.: Wenn euch unser Blog gut gefällt (was ich sehr hoffe) dann freuen wir uns über jedwede noch so kleine oder große Spende in unsere Kaffee- oder Dieselkasse als kleines Dankeschön und Anerkennung unserer Arbeit. ☕⛽🚐 

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NEW BLOG POST 🇦🇷 (19. – 26.02.2023) Trevelin – Colonia Suiza 

Die Nacht in „Futaleufú“, dem chilenischen Grenzörtchen, war ziemlich kurz da wir unseren Van hinter dem Veranstaltungszentrum geparkt hatten in dem bis spät in die Nacht hinein eine Party mit live Musik stattfand. Ist ja nicht so, als hätte unser Zuhause Räder und wäre mobil aber mitten in der Nacht aufstehen und umparken kam irgendwie auch nicht in Frage. Nach dem das Bananenbrot am Vormittag gebacken war, welches diesmal leider nicht so schön locker wurde wie beim letzten Mal, umrundeten wir noch den kleinen See an welchem wir übernachtet hatten. Einmal mehr fühlten wir uns von der Vegetation her als würden wir bei uns durch den Hardtwald spazieren. Anschließend ging es ab zu den beiden nahegelegenen, kleinen Grenzposten und in null Komma nichts befanden wir uns wieder in Argentinien. Man mag es nicht glauben aber schlagartig veränderte sich die Landschaft. Das Gras war plötzlich wieder trockener und die Berge mitunter kahl. Obwohl wir höchstens 50 km weit gefahren waren. Im kleinen Örtchen „Trevelin“ angelangt steuerten wir direkt den hiesigen „La Anonima“ Supermarkt an. In Chile hatten wir auf Grund der hohen Preise wirklich immer nur das aller Nötigste eingekauft weswegen uns ein Großeinkauf bevorstand. Wir freuten uns extrem über die große Auswahl, die Frische und vor allem über die Preise. Weiter ging es zur Tankstelle an der wir leider kein gutes WLAN ausfindig machen konnten. Dafür trafen wir dort eine argentinische Familie, die seit vielen Monaten mit ihren beiden Kleinkindern in einem vierzig Jahre alten Kombi mit Dach Zelt durch Südamerika reist. Die sechs Monate alte Tochter wurde sogar während der Reise geboren. Es fühlte sich gut an wieder in Argentinien zu sein, obwohl wir gerade einmal etwas mehr als drei Wochen weg waren. Irgendwie waren die Leute sofort spürbar offener und es herrschte mehr Leben auf der Straße. Rund um die Plaza fand ein Sonntagsmarkt mit nettem Kunsthandwerk statt und auch im Park war richtig viel los. In „Trevelin“ siedelten sich ab etwa 1820 einige walisische Auswanderer an welche dem Ort auch seinen Namen gaben (tref = Dorf und melin = Mühle). Angeblich wird hier mitunter auch noch kymrisch gesprochen. Wir nutzten am frühen Abend die Gelegenheit für eine ausgiebige „tea time“ in einer hübsch hergerichteten, urigen „Casa de Té“. Das feste und einzige Menü bestand aus fünf verschiedenen Kuchenschnitten, je einem Schinken-Käse-Sandwich, einem Scone sowie zwei luftig frischen Scheiben Weißbrot mit hausgemachten Marmeladen und Butter. Dazu gab es nach Wahl eine Kanne Tee oder Kaffee. Unser Zuckerbedarf war danach auf alle Fälle gedeckt und kochen mussten wir definitiv auch nichts mehr weswegen wir uns direkt auf den Weg in den Nationalpark „Los Alerces“ machten. Verbunden mit der Hoffnung, dass die Einfahrtsschranke am späten Abend offen stand und niemand mehr Eintritt kassierte. Unser Wunsch wurde auch prompt erfüllt und wir steuerten den erstbesten, freien Camp Ground innerhalb des Parks an. Dieser befand sich am großen, von Bergen umgebenen See „Futalaufquen“ und tatsächlich waren wir die Einzigen auf dem weitläufigen Campinggelände.

Das Reisegefährt der argentinischen Familie
Tea Time 🫖
Casa de Té
Die Geschichte der Einwanderer
Klassisches Teeservice

Entsprechend ruhig war die Nacht aber der Morgen war trotz strahlendem Sonnenschein noch knackig frisch. Der Spätsommer machte sich deutlich bemerkbar. Nicht nur an den zahlreichen Wespen, sondern auch an dem verdorrten Gras, den sich rot färbenden Hagebutten sowie den wachsenden Brombeer-Früchten. Ideales Wetter für sämtliche Aktivitäten also. Auf unserem Weg durch den Nationalpark machten wir immer wieder Halt an einigen kurzen Wanderpfaden, welche oftmals zu kleineren und größeren Wasserfällen führten. Auch eine Stätte mit historischen Felsmalereien befand sich darunter. Die Asphaltstraße wich relativ schnell einer schlechten Schotterpiste so dass wir bei einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 25 km/h genug Zeit hatten um die schöne Aussicht zu genießen (zumindest ich als Beifahrer). Am frühen Nachmittag starteten wir dann die erste richtige Wanderung des Tages. Ab einem kostenpflichtigen Parkplatz ging es über eine Hängebrücke für Fußgänger durch dichten Wald mit einigen wenigen „Alercen“ bis zum „Puerto Chucao“. Von einem nahegelegenen „Mirador“ aus hatten wir gute Sicht auf den Gletscher sowie den „Lago Menéndez“ bevor uns der Rundweg zurück zum Parkplatz führte. Da wir die zwei Stunden Parkdauer nicht verlängern wollten fuhren wir direkt weiter in Richtung des nördlichen Parkeingangs. Eigentlich hätten wir noch eine weitere Nacht im Nationalpark verbringen wollen, allerdings fanden wir entlang des Weges keinen geeigneten Stellplatz. Der letzte, vermeintlich kostenfreie Campingplatz lag direkt unterhalb des Ein- bzw. Ausgangs bei den Rangern. Ich erkundigte mich bei ihnen nach dem Stellplatz und sie teilten mir mit, dass dieser leider kostenpflichtig sei (1.900 Pesos p.P. = ca. 6 €) und dass selbst die kostenfreien Campgrounds lediglich für die Tagesnutzung freigegeben wären. Upsi… So verließen wir also den Park und fanden wenige Kilometer weiter in „Villa Lago Rivadavia“ einen idyllischen Platz an einem ruhigen Flüsschen. Hier gab es gemauerte Feuerstellen, Sitzgelegenheiten und sogar ein sauberes Häuschen mit sanitären Anlagen. Laut iOverlander wäre eine Übernachtung hier auch problemlos möglich. Wir kochten gemeinsam leckeren Kartoffel-Brokkoli-Auflauf mit dem restlichen Räucherlachs und waren gerade mit spülen fertig als ein Auto angefahren kam. Heraus kam die freundliche Orts-Sekretärin die sich 1.000x für ihr spätes Erscheinen entschuldigte. Wenn wir hier übernachten wollten müssten wir für die Anlage jedoch 2.000 Pesos bezahlen. Da es bereits dunkel war und der Platz zudem wirklich schön bezahlten wir ohne zu murren die kleine Gebühr bevor wir uns ins Bett begaben.

Schöner Stellplatz im NP „Los Alerces“
Noch ganz schön frisch am Morgen
Der Spätsommer lässt grüßen
Zahlreiche Wasserfälle gab es im NP
Und mal wieder kristallklares Wasser
Blick auf den Gletscher

Da der Stellplatz gar so schön gelegen war blieben wir auch den Vormittag über noch dort. Simon versuchte neuerdings sein Anglerglück (erneut erfolglos ) während ich die Zeit zum Blog schreiben nutzte. Wir ließen uns noch eine Weile am ruhigen Fluss mit herrlichem Blick auf die Anden-Cordillera die Sonne auf den Bauch scheinen bevor wir viele Kilometer im Schneckentempo über schlechte Schotterpisten in Richtung „El Bolsón“ tuckerten. Dort angelangt trafen wir an einer der „YPF“ Tankstellen noch einmal auf die verrückte, vierköpfige argentinische Familie die in ihrem uralten gelben Kombi durch die Lande reist (https://www.instagram.com/familiaabordoporelmundo/). Mangels Alternativen verbrachten wir diese Nacht seit langem mal wieder an einer Tankstelle. Vielmehr lag der Stellplatz gegenüber der Selbigen auf einem breiten Schotterparkplatz, vor einem kleinen Rollfeld für Leichtflugzeuge. Da wir in den letzten Tagen und Wochen meist herrliche Plätze in der freien Natur genießen durften fühlte es sich irgendwie seltsam an direkt an der Straße zu stehen. Wohl wissend, dass der Platz an der Tankstelle bombensicher ist. Aber da sich in der Hippie-Kommune „El Bolsón“ nicht nur einige Obdachlose, Bettler und Hasch-Dealer herumtrieben, sondern es laut „iOverlander“ auch ab und an Einbrüche in Camper gegeben haben soll kam kein anderer, freier Stellplatz in Frage.

Simon versucht erneut sein Angelglück
In „El Bolsón“ angekommen

Trotz Straßenlage hatten wir eine ruhige Nacht gegenüber der Tankstelle. Nach dem Frühstück machten wir uns auf zur Wäscherei, um dort unsere gesammelte Schmutzwäsche und endlich auch mal wieder die Bettwäsche abzuliefern. Die Mitarbeiterin verteilte unsere Wäsche sehr großzügig auf fünf Körbe á je 1.000 Pesos was in etwa 3,50 € entspricht. Meiner Meinung nach hätte alles locker in vier Körbe gepasst aber meinen Einwand ignorierte sie gekonnt. ‍️ Danach fuhren wir weiter ins nahegelegene Zentrum wo wir glücklicherweise einen Parkplatz in Sichtweite des Polizei-Kommissariats ergattern konnten. Wir drehten eine Runde um den Park, in dessen Mitte sich ein künstlich angelegter See befand, sowie durch den Ortskern. Nichts davon gefiel uns so wirklich gut. Im zentralen Supermarkt besorgten wir noch ein paar Kleinigkeiten, damit wir nach Möglichkeit in „Bariloche“ nicht einkaufen gehen müssen. Dort soll es immer wieder Einbrüche in parkende Vans geben, selbst auf Supermarktparkplätzen. Bei der gepriesenen Eisdiele „La Jauja“ gönnten wir uns drei Kugeln Eis. Von der Geschmacksintensität her hält unser Test jedoch bei Weitem nicht dem leckeren Eis in „El Calafate“ stand. Dafür fanden wir am Spätnachmittag ENDLICH halbwegs taugliches Internet bei der Stadtbibliothek und konnten seit langem mal wieder mit unseren Familien telefonieren. Auch unser Besuch in einer der zahlreichen „Ferreterías“ war von Erfolg gekrönt. Wir bekamen dort nicht nur Bitumen-Band für die weitere Abdichtung unserer Dachluken, sondern sogar noch eine weitere Kartusche des seit längerem gesuchten Klebers. Mit den nun drei Kartuschen sollte die anstehende Reparatur hoffentlich gut machbar sein. Am selben Abend konnten wir bei der Wäscherei „LaveRap El Bolsón“ noch unsere frisch duftende, super saubere Wäsche abholen und uns kurz darauf in ganz frische Bettwäsche kuscheln.

Am Donnerstag klingelte uns um 07:30 Uhr der Wecker aus den warmen Federn da wir uns den vier Mal wöchentlich stattfinden Kunsthandwerkermarkt im Zentrum nicht entgehen lassen wollten. Unser Plan ging auf und wir fanden so früh am Morgen tatsächlich wieder einen Parkplatz gegenüber des Polizei-Reviers. Dort gabs erst einmal Kaffee und Frühstück bevor wir uns den Markt anschauten welcher dienstags, donnerstags sowie am Wochenende jeweils um 10:00 Uhr beginnt. Einige Stände befanden sich noch im Aufbau und bei den anderen gab es allerlei netten Kram. Auch einige Essensstände befanden sich dazwischen wo man sich gegen später eventuell gut und günstig hätte stärken können. Wir machten uns stattdessen auf zum Wanderparkplatz bei der „Chacra Warton“. Dort stellten wir unser Zuhause auf einem der vier bewachten Parkplätze ab und begaben uns auf die Wanderung zum „Cajon del Azul“. Der Weg war extrem staubig, am Anfang ging es sehr steil bergab und außer Büschen entlang des Wegrandes gab es irgendwie nicht viel zu sehen. Zumindest nicht auf den ersten Kilometern die wir liefen. Scheinbar hatte ich mich bei der Planung der Wanderung vertan denn ich war bis dato davon ausgegangen, dass die einfache Strecke in etwa 3,5 Kilometer beinhaltet. Bis wir am eigentlichen Startpunkt am „Río Azul“ angelangt waren hatten wir aber bereits diese Kilometeranzahl hinter uns gebracht und von dort aus wären es noch weitere 6,5 Kilometer bis zum Aussichtspunkt gewesen. Da uns der Weg so rein gar nicht zusagte und wir auch mental irgendwie überhaupt nicht auf eine Strecke von 20 Kilometern eingestellt waren machten wir am Viewpoint „Mirador de los Piches“ kehrt und liefen zurück zum Fluss. Dort suchten wir uns ein schattiges Plätzchen auf einem Felsen mit Blick auf das klare Wasser für unser Vesper. Wir konnten sogar einige größere Forellen sehen. Wieder am Van angelangt fuhren wir nur ein paar Meter die staubige Piste entlang, weil wir bereits auf der Hinfahrt zahlreiche Brombeerhecken mit reifen Früchten erspäht hatten. Wir sammelten eine große Dose voll Brombeeren sowie süßer, kleiner Wildpflaumen. Danach ging es weiter über die von Tannen gesäumte „Ruta N40“ bis zu einem hübschen Stellplatz an einem plätschernden, flachen Fluss. Simon nutzte diesen noch für ein kurzes Bad während ich eine warme Dusche im Van vorzog. Abends gab es, mangels Milchreis, frei kreierte süße Rahmnudeln mit Brombeeren. Fazit: Kann man machen.

Auf dem Weg zum „Cajon Azul“
Wir kamen aber nur zu viewpoint Nr. 1
Irgendwie taugte uns der Weg nicht 🤷🏼‍♀️

Da es am Fluss gar so schön ruhig war entschieden wir den Tag noch hier zu verbringen und zu chillen.  Zum Frühstück gab es leckeres Schicht-Müsli bestehend aus Naturjoghurt, Brombeerkompott und Beerengranola und nachmittags feine Beeren Pancakes.  Danach schnappten wir uns unsere Stühle, setzten uns damit an den vor sich hin plätschernden Fluss und schauten den Wasseramseln (https://de.wikipedia.org/wiki/Wasseramsel) zu.   

Am Samstagmorgen probierte ich erstmals einen Mürbeteig im Omnia aus. Es gab Pflaumenkuchen mit Streuseln á la https://4reifen1klo.de und er ist mir auf Anhieb tatsächlich gut gelungen. Wir vertilgten diesen noch lauwarm mit Schlagsahne zum Frühstück. Als wir uns gerade fertig zur Abfahrt machen wollten kam der Ranger angefahren. Irgendjemand hatte ihm wohl gesteckt, dass wir hier zwei Nächte standen. Er machte uns freundlich darauf aufmerksam, dass das wildcampieren innerhalb des Nationalparks verboten sei und er uns dafür eigentlich eine Strafe berechnen müsste. Er würde es aber erst einmal bei einer Verwarnung belassen. Als er unter unser Auto schaute um zu kontrollieren, dass wir kein Grauwasser abgelassen hatten fiel ihm auf, dass ein hinterer Stoßdämpfer lose war. Scheinbar hatte es den Bolzen abgerissen! Der nette Ranger nannte uns daraufhin gleich eine Telefonnummer eines ihm bekannten Mechanikers in „Bariloche“. Wir bedankten uns herzlichst, verabschiedeten uns und machten uns über die glücklicherweise asphaltierte Ruta N40 auf den Weg in die Stadt. Da die Werkstatt Samstagnachmittags sowieso nicht mehr zu erreichen gewesen wäre fuhren wir direkt ins Dörfchen „Colonia Suiza“ um dort auf dem Campingplatz „Ser“ einzuchecken. Unter großen, schattigen Tannen bekamen wir ein Plätzchen auf dem weitläufigen und sehr gut besuchten Platz zugewiesen. Dank des lokalen WLANs konnte ich den Mechaniker kontaktieren welcher prompt antwortete und uns für Montag 15:00 Uhr einen Termin gab. An diesem Wochenende fand in der „Colonia Suiza“ ein großer Lauf mit 600 Teilnehmern statt weswegen in dem von Schweizer Auswanderern gegründeten Örtchen richtig viel los war. Und aus unerklärlichen Gründen hatte es mal wieder einen heftigen Temperatursturz gegeben. Schneller als ich mich umschauen konnte fand ich mich statt in Shorts für den Rundgang durch den Ort in meiner Thermo-Leggings wieder. Die „Colonia Suiza“ ist wohl voll und ganz auf Touristen ausgerichtet denn es gab sehr viele Kunsthandwerk- und Souvenirläden sowie eine Food-Meile und einige urige Restaurants im Chalet Stil. Zurück auf dem Campingplatz lernten wir dann noch Jenny aus Dresden kennen die während des Ausbruchs der Corona-Pandemie im März 2020 gemeinsam mit ihrem kolumbianischen Partner damals hier gestrandet war. Die beiden harrten sage und schreibe 10 Monate hier aus. Als dann weiter kein Ende absehbar war kehrten sie nach Kolumbien zurück um nun zwei Jahre später endlich ihren Van hier abzuholen.

Pflaumenkuchen mit Streusel
Unser kaputter Stoßdämpfer 😰
Unser schattiges Plätzchen auf dem Campingplatz
Ob die wohl die Freigabe von Rothaus haben?! 🤭
Hier gibt’s frisch gezapftes Bier 🍻
Kunsthandwerksmeile

Auch den Folgetag verbrachten wir noch auf dem netten Campingplatz. Gegen Mittag bekamen wir Besuch von Timo und Alina (https://www.instagram.com/_sprintour_/) aus Mainz welche wir bereits in El Calafate kennengelernt hatten. Ihnen folgten Helena und Chris https://www.instagram.com/thistimeoneway/) in ihrem Mercedes „Düdo“. Die zwei kannten wir bis dato nur aus ihren tollen YouTube Videos welche wir noch zuhause, vor Beginn unserer Reise, angeschaut hatten. Es ist immer wieder schön und auch irgendwie kurios seine virtuellen Bekanntschaften im echten Leben zu treffen. Mit den Vieren verbrachten wir einen geselligen Sonntag in der „Colonia Suiza“. Wir schlenderten gemeinsam über den Sonntagsmarkt bevor wir uns im großen Biergartenbereich niederließen. Abends nutzten wir die indoor Küche des Campingplatzes für ein Kochevent. Jeder steuerte ein paar Lebensmittel bei und so kreierten wir ein kleines, leckeres Büffet von dem sich alle bedienen konnten.

Besuch von Freunden 😀
Kaffeekränzchen
Im Biergarten der Colonia Suiza
Gemeinsame kochen 🧑‍🍳
Das Büffet ist eröffnet, aber erstmal fotografieren 🤣

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.