Nach unserer Rückkehr aus dem Nationalpark „Torotoro“ hatten wir, zwecks Lebensmitteleinkäufen, einem Date mit der heißen Dusche im Hostel sowie zweier Video-Uploads, noch eine weitere Nacht in „Cochabamba“ verbracht. Am Samstagmittag begaben wir uns dann von dort aus auf die Weiterreise. Unser nächstes Ziel war der Nationalpark „Sajama“ welcher auf einer Höhe von 4.200 Metern üNN liegt. Entsprechend kurvig war unser erster Fahrtag, da es in Summe bis zu unserem Schlafplatz für die Nacht 1.300 Höhenmeter zu überwinden galt. 😮 Zumeist war die Strecke nur einspurig und es galt neuerdings zahlreiche Lastkraftwagen zu überholen welche nur langsam den Berg hinaufkrochen. Nicht immer war weit im Voraus einsehbar, ob einem Verkehr entgegenkommen würde und so war die Fahrt mitunter doch sehr abenteuerlich und anstrengend. Auch das Tanken gestaltete sich erstmals etwas beschwerlicher. Wir fanden partout keine Tankstelle, die uns den Diesel direkt in den Tank füllen wollte. So blieb uns also nichts anderes übrig als unseren 20 Liter Kanister mehrmals befüllen zu lassen. Das geht aber auch nur dann, wenn man eine Kopie eines Bolivianischen Ausweises vorweisen kann. Zum Glück hatten wir bereits Eine und beschafften uns von einem freundlichen Ladenbesitzer neben der Tankstelle noch eine Weitere. So konnten wir zumindest pro Tankstelle zweimal den Kanister füllen lassen. Dafür bekamen wir den Sprit aber zum Preis der Einheimischen was in etwa 0,50 €/Liter entspricht so dass es die Mühen allemal wert war. 👍 Gegen 17 Uhr kamen wir an der Plaza des Örtchens „Caracollo“ an um hier nach fast 200 Kilometern Fahrt zu nächtigen. Die Höhe spürten wir nicht nur an den deutlich frischeren Temperaturen, sondern bei mir machte sich auch direkt leichter Kopfschmerz bemerkbar weswegen ich uns erstmals einen Tee aus Kokablättern zubereitete. Dieser soll angeblich gut gegen Symptome der Höhenkrankheit helfen. Ich bin gespannt… 😉
Auf dem Weg nach „Sajama“ ging es ziemlich kurvig zu Ein Überholmanöver jagte das Nächste 🙈Und es ging mal wieder hoch hinauf 😮💨Stellplatz in „Caracollo“
Wir schliefen gut und wachten am nächsten Morgen ohne jegliche Symptome auf. Koka-Tee hin oder her. 😂 Da wir, auf Grund der bevorstehenden kalten Nächte mit deutlichen Minustemperaturen, kein Risiko eingehen wollten ließen wir noch an Ort und Stelle unser Wasser ab. Wir entleerten den Tank sowie den Boiler und sämtliche Zuleitungen damit unser Wassersystem keinen Schaden nehmen kann. Die nächsten Tage mussten wir behelfsmäßig mit Wasserkanister kochen und spülen. 🤷♀️ Bis wir gefrühstückt hatten und an einer Tankstelle noch einmal zwei Kanister voll Diesel erworben hatten war der halbe Tag schon um. 🙈 Glücklicherweise konnten wir die verbleibenden 195 Kilometer bis in den Nationalpark schnell abspulen da die Straße in sehr gutem Zustand war. Und dank der wahnsinnig schönen Landschaft verging die Zeit wie im Flug. Bereits auf dem Weg nach „Sajama“ durften wir den Blick auf die 6.000 Meter hohen Berge genießen. 💕 Der Berg „Sajama“, seines Zeichens auch Namensgeber des Nationalparks, ist mit einer unglaublichen Höhe von 6.542 Metern der höchste Berg Boliviens und einer der höchsten Vulkane weltweit. 😯 Dieser ist jedoch bereits seit mindestens 25.000 Jahren erloschen. Am Nachmittag gelangten wir dann in dem kleinen Dorf an und parkten unseren Van, auf Empfehlung von Lydia und Ju, vor dem „Hotel Sajama“. Dort durften wir freundlicherweise kostenlos die Toilette nutzen sowie gegen einen kleinen Obolus auch die Dusche. Da wir uns hierfür selbstverständlich erkenntlich zeigen wollten aßen wir im dazugehörigen Hotel zu Abend. Das kleine, aber feine drei Gänge Menü kostete schlappe 4 € pro Person. 👍 Allerdings war der Gastraum unbeheizt und so aßen wir dick eingepackt mit Mütze, Handschuhen und Jacke zu Abend. Schon verrückt: Vor nicht einmal zwei Wochen haben wir abends noch geschwitzt und nur mit Leintuch sowie mit Ventilator geschlafen und jetzt müssen wir abends wieder die Standheizung einschalten. 🤣
Tolle Ausblicke auf die Schneeberge 🏔 Einfahrt in den Nationalpark Im Hintergrund der Vulkan „Sajama“ & im Vordergrund Lamas 🦙🦙🦙Unser verdientes Abendessen nach der langen Fahrt
Am Montagmorgen warfen wir nach dem Aufwachen direkt unsere Heizung an und verließen das mollig warme Bett erst rund eine Stunde später, als unser Innenraum auf immerhin 14°C aufgeheizt war. 😊 Draußen tat die Sonne bereits ihren Dienst und ohne Wind war es tagsüber relativ angenehm, obgleich wir in der Nacht -10°C zu verzeichnen hatten. Gegen Mittag verließen wir unser kuscheliges Zuhause und machten uns zu Fuß auf eine kleine Wanderung zum „Monte Cielo“. Der Weg verläuft ab dem Ort kerzengeradeaus hinauf bis zu einem „Mirador“ welcher sich auf 4.550 Metern üNN befindet. Auf Grund der dünnen Luft waren die 300 Höhenmeter, die es bis zum Aussichtspunkt zu überwinden galt, anstrengender als sonst und wir benötigten für die gerade einmal zweieinhalb Kilometer lange Strecke eine Stunde. 😅 Wir hatten neuerdings super schöne Aussichten auf die umliegenden, mitunter schneebedeckten Gipfel sowie hinab ins Tal wo die Lama-Herden weideten. Auch eine kleine Rauchfahne von dem auf chilenischer Seite gelegenen Vulkan konnten wir sehen. Nach dem Abstieg machten wir es uns mit einer Tasse Tee im Van gemütlich, arbeiteten noch eine Weile an den Laptops und verspeisten abends leckeres Kartoffel-Gratin aus dem Omnia. 😋
Seht ihr den Hasen? Los geht’s auf den „Monte Cielo“Blick zurück aufs Dorf & noch mehr Vulkane Ganz schön steil 😮💨Die älteste Baumart der Welt die noch dazu in der höchsten Höhe gedeiht Am Mirador angelangt Wir haben es geschafft 😀Auf gleichem Weg, kerzengerade aus, wieder zurück
In der Nacht von Montag auf Dienstag schlief ich super schlecht was wahrscheinlich mal wieder an der Höhe lag. So war es auch nicht weiter schlimm, dass bereits um 05:00 Uhr der Wecker klingelte um die Heizung anzuschalten da ich sowieso schon wach war. 😅 Eine Stunde später standen wir dann auf um Kaffee zu kochen, die Rucksäcke zu packen und uns warm anzuziehen. Als wir uns auf den Weg machten schien bereits die Sonne von einem wolkenlosen, azurblauen Himmel aber dennoch lagen die Temperaturen noch leicht unter dem Gefrierpunkt. Beim Laufen wurde uns aber schnell warm und etwa acht Kilometer später gelangten wir an unserem Ziel, einem Geysir-Feld, an. Dort parkte ein „Defender“ mit Wohnkabine und deutschem Kennzeichen. Wie sich schnell herausstellte gehört dieser Sabine und Michael aus Forchheim in Franken. Die beiden haben eine sehr ähnliche Route wie wir und dennoch hatten sich unsere Wege bis dato noch nie gekreuzt. Nach einem kurzen Plausch mit den beiden liefen wir dann zu den kochend heißen, dampfenden sowie sprudelnden Quellen mit bis zu 130 Grad warmem Wasser. 😮 Wasserspeiende Geysire oder blubbernde Schlammlöcher gab es hier jedoch nicht. Wir frühstückten zwischen den brodelnden Geysiren und freuten uns einmal mehr darüber, dass hier rein gar nichts abgesperrt ist und wir uns selbst unsere Wege suchen konnten. Zurück liefen wir querfeldein, entlang des warmen Bächleins auf feinem, schwarzen Lava-Sand und durch die Lama sowie Alpaka Herden. 🦙🦙 Im Dorf angelangt plagte uns nach der 16 Kilometer langen Wanderung und der vielen frischen Luft der Hunger weswegen wir uns im Hotel ein sättigendes Mittagsmenü gönnten. Am Nachmittag fuhren wir dann, gemeinsam mit Sabine und Mike, zu natürlichen Hot Pools. Der von uns auserwählte gehörte einer älteren Dame namens „Dona Ines“ und für schlappe 15 BS (= 2 €) pro Person durften wir ihren 34°C warmen, natürlichen Pool nutzen sowie auf ihrem weitläufigen Gelände nächtigen. Wir verbrachten rund zwei Stunden im angenehm warmen Wasser und sahen dabei zu, wie die schmale Mondsichel aufging und sich über uns ein fantastischer Sternenhimmel breit machte. 🌙🌟💫
Die hübsche, alte Steinkirche an der Plaza Quer durch die Alpaka & Lama Herden 🥰Na wer steht denn da?!Weiter geht’s zu den Geysiren Dort trafen wir auf Mike & Sabine 😀Überall dampfte das kochend heißen WasserBis zu 130 Grad heiß 🥵Und die 8 km wieder zurückDiesmal querfeldein durch die Lamas 🥰Stellplatz auf dem Gelände von „Doña Ines“Wohltuend warmes Wasser 😌
Da sowohl die einsame Landschaft als auch das warme Becken gar so herrlich waren verbrachten wir noch einen weiteren Tag an diesem schönen Stellplatz. Wir genossen das schöne Wetter, die Einsamkeit und ein weiteres, ausgiebiges Bad im Hot Pool wo ich mir sogar die Haare waschen konnte. Außerdem blieb uns so genug Zeit, um die Weiterreise nach „La Paz“ sowie die Radtour auf der „Yunga Todesstraße“ zu planen. Freut euch also schon jetzt auf den kommenden Blog-Eintrag. 😛
Sabine & Mike fuhren weiter…Wir hingegen genossen noch einmal ausgiebig das Thermalbecken 😇Schöner Sonnenuntergang inklusive 🌅 Der „Sajama“ leuchtet in der untergehenden Sonne ☀️
Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.
Nach dem wir auch den Dienstag noch in „Santa Cruz“ verbracht hatten begaben wir uns am Mittwoch auf die Weiterfahrt. Frisch geduscht und mit einem weinenden Auge verabschiedeten wir uns von unseren liebgewonnen Weggefährten Jessica und Yannick, bevor wir unweit am „Hipermaxi“ schon wieder anhielten. Mit frischen Vorräten ging es weiter zu einer Bäckerei in der „Avenida Alemana“, welche seit kurzem von Werner aus Deutschland sowie seiner Schweizer Partnerin Fabienne geführt wird. Werner stammt aus Ludwigshafen und hatte unsere Autos, kurz nach unserer Ankunft in der Stadt, per Zufall vor der Werkstatt stehen gesehen. Natürlich waren ihm unsere Kennzeichen („KA“ bzw. „RA“) sofort aufgefallen und er hatte uns herzlich in seine Bäckerei eingeladen. 😀 Nach dem wir dort zwei süße Stückchen genossen und Käsekuchen für den kommenden Tag eingepackt hatten schafften wir es am Nachmittag dann heraus aus „Santa Cruz“. 😅 Nach dem uns die erste anvisierte Tankstelle nur Sprit zum Ausländerpreis (á 9 BS/Liter) verkaufen wollte hatten wir bei der Zweiten direkt Erfolg. Für 6 BS/Liter konnten wir unseren Dieseltank dort auffüllen so dass wir für die nächsten Tage gut gerüstet waren. Mit Einbruch der frühen Dunkelheit kamen wir im kleinen, tropischen Örtchen „Buena Vista“ an. Wir parkten unseren Van an der, im Verhältnis zum Ort, gigantisch großen Plaza direkt gegenüber vom Polizeirevier und drehten zu Fuß noch eine kleine Runde drumherum. Die Gegend hier erinnerte uns stark an das südliche Brasilien denn sowohl die Vegetation als auch die schwül-warmen Temperaturen fühlten sich ähnlich wie damals in „Bonito“ an. Damit einher gingen leider auch die lästigen Moskitos die mir einmal mehr unzählige, bestialisch juckende Stiche zufügten. 😣
Die Deutsch-Schweizer Bäckerei Der Käsekuchen war wirklich seeehr lecker 😋 Glockenturm in „Buena Vista“Schlafplatz an der Plaza
Erstaunlicherweise schliefen wir, trotz der Wärme, relativ gut und wurden am nächsten Morgen erst durch den Gottesdienst geweckt. Dieser fand an Fronleichnam nämlich open-air auf der Plaza statt. Nach dem wir unseren Kaffee getrunken und den Van startklar gemacht hatten fuhren wir zur wenige hundert Meter entfernt gelegenen „Quesería Suiza“. Die Käserei wird tatsächlich von einem Schweizer betrieben, der sich vor etlichen Jahren in dem hübschen Örtchen niedergelassen hat. Wir probierten einige Käsesorten und kauften letzten Endes ein Stück Emmentaler sowie Gruyer. Somit steht den selbstgemachten Käsespätzlen jetzt nichts mehr im Weg. 😛 Das dazugehörige Restaurant inklusive schönem Biergarten füllte sich trotz der frühen Stunde ziemlich schnell und auch wir schnappten uns einen der noch freien Tische im Außenbereich. Simon bestellte sich einen Käse-Wurst-Salat und ich ein Raclette-Brot. 😋 Nach diesem etwas außergewöhnlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg in Richtung „Cochabamba“. Etwa drei Stunden später stoppten wir neuerdings für eine Pause in einem sehr nett gelegenen Lokal mit großem Außenbereich. Dieses ist vor allem für seine frisch gemixten Fruchtsäfte und Smoothies bekannt. Wir bestellten einen Liter erfrischenden Ananas-Papaya Smoothie und dazu eine große Portion Fisch mit Yucca und Mais als Beilage. Die Essensportion war jedoch derart groß als dass wir nur die Hälfte schafften. 😮 Somit erübrigte sich die Essensfrage für den Folgetag auch direkt und wir packten die üppigen Reste ein. Kurz darauf erreichten wir gegen 17 Uhr unser Tagesziel. An der Plaza der Ortschaft „Villa Tunari“ fanden wir neuerdings einen geeigneten Stellplatz. Hier trafen wir sogar auf eine der wenigen Overlander in Bolivien, ein älteres Paar aus Holland welches bereits zum dritten Mal einen Teil des Südamerikanischen Kontinents bereist. Und praktischerweise befand sich direkt gegenüber der Plaza sogar eine öffentliche Dusche für die ich nach dem schwül-heißen Tag sehr dankbar war. 🚿
Restaurant der „Quesería Suiza“Die gut bestückte Käsetheke 🧀 Simons Wurstsalat bestand eher aus Käse 😅Mein Raclette-Brot war spitze 👌🏻Weiterfahrt durch die tropische Landschaft Verdiente Pause ☺️Fisch mit YuccaDie Portion war so groß, da wanderte die Hälfte in unsere Tupperschüssel Weiter ging’s durch die Tropen…… bis nach „Villa Tunari“
Am nächsten Morgen füllten wir noch unser Trinkwasser auf und kauften eine frische Kokosnuss. Kann ja schließlich eine Weile dauern, bis wir wieder in den Genuss dieses tropischen und sehr erfrischenden Getränks kommen werden. 😋 Anschließend machten wir uns auf den Weg nach „Cochabamba“. Die Straße war des Öfteren in schlechtem Zustand und es ging über zahlreiche Kurven in luftige Höhen, stets durch üppig grünen und dichten Nebelwald. Wir starteten unsere Reise knapp über Meeresniveau und befanden uns mitunter auf fast 4.000 Metern üNN, bis wir schließlich den Talkessel auf 2.500 Metern üNN erreichten in welchem sich die Stadt „Cochabamba“ befindet. Da es auf der Strecke auch sehr viel Schwerlastverkehr gab kamen wir nur langsam voran und benötigten, für die gerade einmal 160 Kilometer lange Etappe, rund vier Stunden. 🙈 Kurz vor unserem Ziel änderte sich die Landschaft dann schlagartig. Das dichte Grün wich plötzlich kargen Berghängen und machte Platz für Kornfelder. In der viertgrößten Stadt Boliviens angelangt parkten wir unser Zuhause erneut an einer Plaza in einem sehr ruhigen Viertel, etwa vier Kilometer außerhalb des Zentrums. Wir spazierten zu dem unweit gelegenen, großen Park „Abraham Lincoln“ um uns ein wenig in der Umgebung zu orientieren. Kurz darauf wurde es dann auch schon dunkel und wir freuten uns über den restlichen Fisch vom Vortag sowie über die deutlich kühleren Temperaturen am Abend. 😊 Ähnlich wie in „Sucre“ lagen die Temperaturen hier tagsüber bei angenehmen 28°C und minimalen 4°C in der Nacht so dass wir deutlich besser schliefen als die Tage zuvor in dem tropischen Klima West-Boliviens.
Plötzlich wich das Grün kargem Braun 😳
Entsprechend fit machten wir uns, für unsere Verhältnisse bereits früh am Morgen, zu Fuß auf zur Stadterkundung. Wir liefen vorbei am alten Kloster „Santa Teresa“ und fanden per Zufall im wunderschönen Innenhof eines Hotels ein nettes Café. Dort war ein sehr appetitlich aussehendes Brunch-Buffet aufgebaut und wir entschieden uns spontan dazu an einem der Tische Platz zu nehmen. Das reichhaltige Frühstück beinhaltete für gerade einmal 40 BS (= 5 €) sogar sämtliche Getränke, einschließlich diverser frischer Säfte sowie aller Heißgetränke. 👍 Von dort aus war es dann nur noch ein Katzensprung zur zentralen Plaza mit der schönen Kathedrale. Als nächstes steuerten wir einen der größten Märkte Südamerikas an auf dem es wirklich ALLES käuflich zu erwerben gibt. Von Lebensmitteln über Bekleidung und Schuhwerk, Spielwaren und Elektronikartikeln – hier bleiben keine Wünsche offen. Vorausgesetzt, man findet sich in dem Gewirr an Gassen und Straßen, durch welche mitunter auch Autos und Busse fahren, zurecht. 😅 Nach dem wir uns sattgesehen hatten liefen wir wieder zurück in Richtung Zentrum und fanden auf dem Weg per Zufall einen Laden, welcher Simons defekter Bauchtasche einen neuen Zipper verpassen konnte. Die Neuanschaffung war somit hinfällig. 🙃 Und da wir noch genug Energie hatten liefen wir weiter quer durch die Stadt bis zur Seilbahn. Diese brachte uns für gerade einmal 2 € in kürzester Zeit hinauf zum „Cristo de la Concordia“. Die Christusstatue ähnelt ihrem Vorbild in „Rio de Janeiro“ und ist dieser sogar um gute 40 cm überlegen. Wir bestaunten die, inklusive Podest, 40 Meter hohe Statue mit einer Armspannweite von über 30 Metern und freuten uns darüber, dass im Gegensatz zu dem Pendant in Brasilien hier kaum etwas los war. Dementsprechend unspektakulär fühlte sich der Besuch aber auch wiederum an. Wieder an der Talstation angelangt machten wir uns auf den Rückweg zum Van und am Ende des Tages hatten wir tatsächlich 18 Kilometer zu Fuß zurück gelegt. 😯
Das „Café Pausa“ können wir sehr empfehlen Frühstück & Kaffee waren exzellent 👍🏻Die Kathedrale bei Tag… ☀️Und am Abend 🌙Ananas aus der Schubkarre 🍍 Mit der Seilbahn rauf zum Cristo 🚡Ganz schön groß 😯Blick auf „Cochabamba“
Müde vom Vortag schliefen wir am Sonntag erst einmal aus und ließen den Tag ruhig angehen. Wir nahmen seit langem mal wieder die Fahrräder und fanden ganz in der Nähe unseres Stellplatzes ein hübsches, bei Einheimischen beliebtes Lokal. Dort aßen wir im Garten eine leckere Lasagne und ein feines, asiatisches Gericht zu Mittag welches endlich mal richtig viel Gemüse beinhaltete. 👍👍👍 Zuvor hatten wir bereits unsere Duschsachen in die Rucksäcke gepackt und so steuerten wir nach dem Essen das Hotel in der Innenstadt an, bei welchem wir am Tag zuvor gefrühstückt hatten. Für 15 BS durften wir dort nämlich die richtig heißen Duschen nutzen. Und auf dem Rückweg zum Auto gönnten wir uns in einem gemütlichen Café noch einen doppelten Espresso mit zwei Kugeln Vanille Eis. Dank der günstigen Preise fühlt sich Bolivien seit Anbeginn unserer Reise so richtig nach Urlaub an. 😎 Die soeben zugeführten Kalorien verbrannten wir dann, zumindest teilweise, bei einer Runde Basketball auf dem Court an „unserer Plaza“ bevor wir uns noch ein Weilchen an die Laptops setzten.
Yummy 😛Schöne Pflanzen im Restaurant 🪴
Am Montagmittag begaben wir uns, nach dem Frühstück, auf die etwa 130 km lange Fahrt in den Nationalpark „Torotoro“. Dieser befindet sich, relativ abgelegen, etwa in der Mitte zwischen „Sucre“ und „Cochabamba“. Damit künftig mehr Touristen dieses Juwel besuchen können gibt es seit kurzem eine mittlerweile fast durchgehend asphaltieret Straße dorthin. Lediglich die letzten sechs Kilometer befinden sich derzeit noch im Bau. Da es auf der gesamten Strecke jedoch endlos viele Kurven zu durchfahren gilt benötigt man für diese relativ kurze Etappe dennoch gut drei Stunden. Als die Straße noch nicht existierte war es wohl das Doppelte. 🙈 Mir wurde von all den Kehren seit langem mal wieder schlecht, scheint bei mir irgendwie Tagesform bedingt zu sein. 🤷♀️ Von daher konnte ich die wunderschöne Landschaft durch die wir fuhren leider gar nicht wirklich genießen. Es ging über endlos viele, bunte Berge was an den verschiedenen Sedimentschichten in dieser Gegend liegt. Am späten Nachmittag kamen wir dann im gleichnamigen Dorf „Torotoro“ an in welchem sich Fuchs und Hase gute Nacht zu sagen scheinen. 😂 Der Stellplatz an der Plaza war uns zu uneben und so landeten wir auf dem Parkplatz der Sporthalle direkt unterhalb des Parkbüros. In selbigem engagierten wir für den Folgetag einen Guide für eine Ganztageswanderung. Leider darf man innerhalb des Nationalparks wirklich gar nichts auf eigene Faust unternehmen. 😣 Pro Kopf bezahlten wir 13 € Nationalparkgebühr (Gültigkeit vier Tage) und zusätzlich 18 € für den Guide inklusive Transport zum Startpunkt der Wanderung. Macht in Summe knapp 31 € p.P.
Unser Stellplatz in „Torotoro“
Dank der frischen Luft und kühlen Temperaturen schliefen wir extrem gut und ich war bereits kurz vor dem Klingeln des Weckers um 06:45 Uhr wach. Nach der Morgentoilette richtete ich uns Vesper für die Ganztagestour und wir verstauten alles in unseren Rucksäcken. Pünktlich um 08:00 Uhr wurden wir dann von unserem Guide „José“ am Van abgeholt und von einem Fahrer zum Start des Wanderweges kutschiert. Bereits nach wenigen Schritten erreichten wir das erste Highlight für welches der NP „Torotoro“ u.a. berühmt ist: Jahrmillionen alte Dinosaurierspuren. 😮 Wir konnten sehr deutlich die Abdrücke der fleischfressenden Dinos erkennen. Mitunter sah man nicht nur ihre Fußabdrücke, sondern sogar Schleifspuren ihres Schwanzes. Auch versteinerte Wellen waren deutlich zu erkennen da zu Zeiten der Urzeittiere fast ganz Bolivien von Meer bedeckt war. Kurz darauf erreichten wir ein Feld mit kuriosen, kleinen Steinformationen die einem Champignonfeld ähneln. Diese wurden ebenfalls durch Wassererosion geformt. Leider ging es unserem Guide überhaupt nicht gut da er sich am Vorabend wohl den Magen verdorben hatte. Ich dachte bis dato, dass dies den ausländischen Bolivienreisenden vorbehalten sei! Er blieb einige Male hinter uns zurück, weil er sich übergeben musste und der arme Tropf tat uns wirklich redlich leid. 😥 Trotzdem führte er uns tapfer weiter bis zur „Cascada Vergel“. Auf dem Weg dorthin mussten wir einige Male das Flussbett queren, über große sowie kleinere Steine balancieren und an zwei Passagen mussten wir uns sogar abseilen. An der grünen Wasserkaskade angelangt konnten wir uns ein Weilchen ausruhen und eine Kleinigkeit essen. Bis hierhin waren wir bereits fünf Stunden unterwegs gewesen. Nach der Rast mussten wir die Sole des bis zu 350 Meter tiefen Canyons wieder verlassen und über 1.000 Steinstufen nach oben klettern. 🥵 Es ging vorbei an einem tollen Aussichtspunkt hinein in den Canyon über dem zahlreiche Andenkondore kreisten. Weiter ging es zu einem natürlichen Amphitheater bis wir schlussendlich an den gigantisch großen Fußspuren von Langhalsdinosauriern angelangten. Nach insgesamt 11 Kilometern wurden wir dort von unserem Fahrer wieder abgeholt und zurück ins Dorf zu unsrem Van gebracht. Fazit: Der Tagesausflug war wunderschön und es war super kurios wortwörtlich auf den Spuren der Dinosaurier zu wandeln. 😍
Wir sehen zum ersten Mal Dinosaurier Spuren 🦖 MEGA beeindruckend 😮Das „Champignon“ FeldDem folgte ein Feld mit schraffierten Steinen (vermutlich durch sauren Regen entstanden)Dann ging’s hinab in den Canyon Und zum Wasserfall „El Vergel“ 💦Über fast 1.000 Stufen ging’s wieder rauf Am Aussichtspunkt angelangt Blick in den Canyon Wie viele Kondore könnt ihr sehen? 🤔Das natürliche Amphitheater Simon in den Fußstapfen eines Langhals 🦕 Süßer Wegbegleiter 🐶Spuren eines Ankylosaurus Schön war’s 😊
Am nächsten Morgen erkundigte ich mich, bei bestem Wetter, nach dem Preis für einen Besuch beim „Cementerio de Tortugas“ – dem Friedhof der Schildkröten. Am Büro angelangt traf ich erfreulicherweise auf „José“, dem es zwischenzeitlich wieder gut ging, und der sich bereit erklärte neuerdings den halben Tag mit uns zu verbringen. Wir bezahlten 120 BS (= 16 €) für unseren zweiten Ausflug im Nationalpark „Torotoro“ welcher vormittags gegen 11:00 Uhr begann. Da wir uns die Kosten für den Transport sparen wollten liefen wir zu Fuß mit unserem Guide die ca. 3,5 Kilometer lange Strecke bis zur Ausgrabungsstätte. Dort erwartete uns ein kleines Museum mit diversen Schautafeln zur Evolutionstheorie und dem damit einhergehenden Leben und Sterben der Dinosaurier. 🦕 Außerdem waren dort auch zwei der versteinerten Schildkrötenpanzer ausgestellt welche wenige Meter weiter auf dem weitläufigen Gelände gefunden wurden. Wir schauten uns noch einen gut gemachten Kurzfilm über den Nationalpark an bevor wir dann den Außenbereich betreten durften. In dem hügeligen Areal schlummern unter der Erde sicherlich noch tausende von Fossilien aber die bolivianische Regierung ist wohl leider nicht dazu bereit, Geld in die Ausgrabungen zu investieren. 😕 Auch der Zaun, der das Gelände vor weiteren Diebstählen schützen soll, befindet sich derzeit immer noch im Bau. Wahrscheinlich gibt es gar nicht mehr viel zu retten bis dieser einmal fertig sein wird… Unser an und für sich sehr versierter und extrem gut informierter Guide scherte sich ebenfalls wenig um den Schutz der Fossilen denn wir wichen ständig von den angelegten Wegen ab und liefen Querfeld ein. 🙈 Leider handelt es sich bei den vermeintlichen Überresten von Schildkröten und Ur-Krokodilen nur noch im Repliken. Die Originale befinden sich entweder in Museen oder wurden entwendet. 😨 Nichts desto trotz hatten wir großen Spaß daran über das Gelände zu schlendern und dabei „Josés“ Erklärungen zu lauschen. Gegen Nachmittag kamen wir dann wieder an unserem Van an und drehten noch einmal eine Runde durch das kleine Dorf. Viel los war hier wirklich nicht aber an der schönen Dino-Plaza wollten wir dann doch noch ein paar Aufnahmen machen. 😊
Der Friedhof der Schildkröten 🐢 Hier sieht man einen versteinerten Panzer Auch Ur-Krokodile wurden hier gefunden 🐊Baby Kroko Ein ganzes Feld voller Schildkröten José erklärt uns die fossilen Überreste
Eigentlich wollten wir den Nationalpark am nächsten Morgen verlassen nur hatte uns leider niemand verraten, dass in dem kleinen Nest von Mittwochabend bis Freitagnachmittag ein Fußballturnier stattfinden würde. 😮 Noch am Vorabend hatten wir dem lautstarken Einlaufen der Mannschaften, begleitet von ihren jeweiligen Musikkappelen, in die Sporthalle vor der wir parkten zugeschaut. Wir dachten jedoch, dass es sich hierbei um ein einmaliges abendliches Spektakel handeln würde und staunten daher nicht schlecht, als unser Van morgens völlig eingeparkt war. 🙈 Blöderweise hatten wir ausnahmsweise einmal der Länge nach geparkt damit wir halbwegs eben auf dem schrägen Untergrund schlafen konnten und nun hatten wir den Salat. 😂 So kam es, dass wir gezwungenermaßen einen weiteren Tag in „Torotoro“ verbrachten. Tatsächlich hatten wir jedoch mehr als genug zu tun so dass auch dieser Tag im Fluge verging: Simon nutzte die Gelegenheit um ein weiteres Video fertigzustellen. Ich hatte seit langem mal wieder Zeit zum Backen eines Bananenkuchens und auch der Bus wollte mal wieder gründlich durchgefegt werden. In der warmen Nachmittagssonne schmökerte ich dann noch ein Weilchen im Reiseführer um die nächsten Ziele zu recherchieren. Im nächsten Beitrag kann ich euch dann hoffentlich vom Nationalpark „Sajama“ berichten – insofern wir unseren Stellplatz bis dahin verlassen konnten. 😆
Hier gab es kein Wegkommen für uns 😅Die Dino-Plaza 🦖🦕Wirklich gut gemacht 👍🏻
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Kontaktiert uns auch gerne direkt per Mail an mailto:siju_campervan@web.de falls ihr Kritik, Anregungen oder Fragen zu unserer Reise oder uns ganz allgemein haben solltet.
Am Samstag verabschiedeten wir uns nach einer sehr schönen Woche von „Sucre“. Zuvor gab es noch eine heiße Dusche in einer der zahlreichen Unterkünfte der Stadt und nach dem wir an der Plaza gemütlich gefrühstückt hatten machten wir den Van abfahrbereit. 🚐 Uns stand neuerdings eine muntere Berg- und Talfahrt mit einer endlosen Anzahl an Kurven bevor. Wir folgten weiter der gut asphaltierten „Ruta 5“ durch Canyons entlang eines ausgetrockneten, sehr breiten Flussbetts. Immer wieder mussten wir Tieren ausweichen die am Straßenrand weideten. Von Rindviechern über Ziegen, Schweine, Esel und Schafe war eigentlich fast jedes Nutztier vertreten. 😅 Die Berge wurden nach und nach immer grüner und seit langem zeigten sich am Himmel auch mal wieder Wolken, mitunter sogar dunkle. 🌩 Auch die Temperaturen stiegen merklich an und kratzten an der 30°C Marke. Da wir erst gegen Mittag aufgebrochen waren und für die knapp 200 km lange Strecke etwas mehr als vier Stunden benötigt hatten legten wir in dem kleinen Dorf „Pena Colorada“ einen Übernachtungsstopp ein. Denn je näher wir dem Äquator kommen umso früher bricht leider die Dunkelheit über uns herein. 😕 Wir parkten unseren Van an der unspektakulären Plaza und als es gegen 18 Uhr dunkel wurde konnten wir in der Ferne bereits Blitze am Himmel zucken sehen.
Fahrt durch abwechslungsreiche Landschaften Es wurde immer Grüner und Tropischer
Unsere Dachluken überstanden den ersten Regenguss seit der Reparatur erwartungsgemäß mit Bravour. 👍 Und da es nach dem Regen etwas abgekühlt hatte schliefen wir in dem kleinen, verschlafenen Nest umso besser. Am frühen Nachmittag gelangten wir dann in dem malerisch gelegenen Dorf „Samaipata“ an welches von tropischen, üppig grünen Hügeln umgeben ist. Dort trafen wir auch wieder auf Jessica und Yannick welche uns einen Stellplatz hinter ihrem Van in einer ruhigen Seitenstraße reserviert hatten. 😊 Simon und ich schlenderten noch über den Sonntagsmarkt, welcher sich zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits im Abbau befand, sowie durch die Markthalle und durch die Gässchen des Dorfes. In einem gemütlichen Hippie-Café nahmen wir auf dem Sofa Platz um uns dort eine heiße Schokolade sowie einen Brownie schmecken zu lassen bevor der Tag gemütlich ausklang.
Die neue Markthalle von Samaipata
Am Montagvormittag brachten wir als erstes die beiden Schweizer zu einer nahegelegenen „Gomería“. Sie hatten sich wohl während ihrer Fahrt nach „Samaipata“ einen Plattfuß eingehandelt und als sie ihr Ersatzrad montieren wollten mussten sie leider feststellen, dass sich dieses in kaum besserem Zustand befand. 🙈 Da Reifenflicken in Südamerika aber eine sehr gängige Praxis ist war ihr Rad keine fünf Minuten später bereits wieder einsatzbereit und wir konnten die zwei zurück zu ihrem Van bringen. Mittlerweile verspürten wir alle ordentlich Hunger und so begaben wir uns direkt auf den Weg in ein lokales Restaurant. Dort konnten wir für 2 € p.P. ein gutes Mittagsmenü ausfindig machen. 😋 Wieder am Stellplatz angelangt machten wir Bekanntschaft mit Martin und Valentina sowie mit Markus, einem weiteren Schweizer. Martin und Valentina, ein junges Pärchen aus Österreich, reisen seit Februar mit ihrem in Chile gekauften „Chevrolet“ durch Südamerika. Und Markus lebt bereits seit 40 Jahren in Bolivien und ist nebenbei als Schweizer Konsul tätig. 😮 Am Nachmittag stand uns Vieren dann der Sinn nach etwas Bewegung und wir liefen gemeinsam den steilen Hügel hinauf. Es ging vorbei an einem schön gelegenen Weingut bis zu einem „Mirador“. Allerdings hingen die Wolken zwischenzeitlich so tief als dass wir kaum mehr etwas sehen konnten. 😅 Wir folgten einem Trampelpfad auf der anderen Seite den Berg wieder hinab und kamen just mit Einbruch der Dunkelheit wieder im Dorf an. Und bevor wir zu den Vans zurückkehrten gönnten wir uns in einer netten Cocktailbar an der Plaza noch ein paar Drinks. 🍹
Weingut am Steilhang 🍇Blick vom Mirador auf Samaipata in den Wolken ☁️
Der nächste Tag begrüßte uns mit viel Sonnenschein und sehr angenehmen Temperaturen. Nach dem Frühstück liefen wir mit Jessica und Yannick einige Kilometer durch die wunderschöne, tropische Landschaft vorbei an schicken Villen bis zu einer etwas außerhalb gelegenen Tierauffangstation. Im „Refugio de Fauna Silvestre Jacha Inti“ trafen wir auf diverse exotische Tiere. Darunter zahlreiche Papageien, u.a. auch blaue und rote Aras, aber auch Äffchen und sogar ein Tapir hatten dort ein neues Zuhause gefunden. Eines der Gehege durfte man betreten und wir hatten große Freude daran, die großen Nagetiere sowie das Borstenschwein und Rehkitz mit dem gekauften Futter zu versorgen. 😃 Nach der Wanderung knurrten uns dann neuerdings die Mägen. Da wir für ein Mittagessen im Restaurant jedoch bereits zu spät dran waren aßen wir alternativ an einem der Essenstände an der Plaza ein leckeres Stück Spanferkel inklusive Beilagen. Am Nachmittag folgten wir der Einladung von Markus in seine schicke Villa oben am Hang direkt oberhalb des Weinguts. Sein vor einem Jahr fertiggestellter Alterswohnsitz liegt traumhaft schön und vom Balkon aus hat man eine herrliche Aussicht, hinweg über das Tal auf die üppig grünen Hügel. Auch Martin und Valentina waren mit von der Partie und wir verbrachten nette und lustige Stunden auf dem Balkon von Markus bei Kaffee, Rübli-Kuchen und Weißwein. 🍾 In den 40 Jahren, in denen Markus bereits in Bolivien lebt, hat er viel erlebt und einiges auf die Beine gestellt. Nach seinem Studium zum technischen Bauzeichner in der Schweiz verließ er, nach einem Urlaub in Bolivien, kurzerhand seine Heimat um in „La Paz“ seinem Hobby (kochen) nachzugehen. Er übernahm bereits kurz darauf das Restaurant von einem Bekannten und eröffnete einige Jahre später ein weiteres Schweizer Lokal in „Santa Cruz“. Auch eine Diskothek sowie eine Fensterfirma darf er mittlerweile sein Eigentum nennen. 👍👍👍 Am späten Abend besuchten wir sechs Reisenden noch einmal die Bar „La Boheme“ um dort noch einen Absacker sowie ein leckeres Sandwich zu uns zu nehmen. 🥪🍸
Tapir Blauer Ara Jessica beim Füttern des Rehkitzes Wunderschöne Wildkatze 🐈 Was für eine Aussicht 😯
Am Mittwochmittag machten wir uns alle gemeinsam auf zur nahegelegenen Ruinenstätte „El Fuerte“. Die Prä-Inkastätte liegt hoch oben auf einem Plateau von wo aus wir eine herrliche Rundumsicht ins Grüne hatten. Dort befindet sich mitunter der größte, bearbeitete Stein der Welt welcher vermutlich von den Ureinwohnern als rituelle Stätte genutzt wurde. Später wurde dieser um Wohnhäuser erweitert und anschließend nicht nur von den Inka, sondern nach der Eroberung durch die Spanier auch von Selbigen als Verteidigungsstätte genutzt. Die 50 BS (= 7 €) lohnen sich in jedem Fall denn der Ort war wirklich sehr idyllisch und schön angelegt. Wir aßen dort noch zu Mittag bevor wir uns nur noch zu viert auf den Weg zu den „Cascadas“ machten. Da es bereits spät am Nachmittag war, als wir an dem Rundweg zu den Wasserfällen angelangten, und diese bereits im Schatten lagen entschieden wir uns dann kurzerhand doch gegen die kleine Wanderung. Mangels adäquater Stellplätze in der Nähe suchten wir einen unweit gelegenen, kleinen Campingplatz auf. Dieser lag direkt unterhalb der „Ruta 7“ inmitten eines Gartens am Fluss. Vermutlich attackierten uns deshalb auch sofort die biestigen „Sandflies“. Die bestialisch juckenden Stiche habe ich wahrlich nicht vermisst… 😕 Wir nutzten die kalten Duschen bevor wir uns abmühten mit dem feuchten Holz ein Feuer für den „Dutch Oven“ zu entzünden. Just in dem Moment erhielt ich einen Anruf von Martin und Valentina, die nach den Ruinen noch einen Abstecher zum Tierreservat gemacht hatten, und nun auf dem Weg zu uns ebenfalls mit einem Platten liegengeblieben waren. 🙈 Während Jessica und Yannick ihnen zu Hilfe eilten stellten wir den mit Gemüse gefüllten Topf aufs Feuer. Als alle wieder wohlbehalten versammelt waren ließen wir uns das Abendessen schmecken und rösteten anschließend über dem Lagerfeuer noch ein paar Marshmallows. 🔥
Die Ruinen von „El Fuerte“Auf dem Campingplatz Simon & Yannick machen Feuerholz 🪵
Etwas überraschend verabschiedeten sich die beiden Österreicher am nächsten Vormittag von uns und begaben sich auf ihre Weiterfahrt. Ursprünglich hatten wir angedacht, ein Teilstück des „Codo de los Andes“ Weges gemeinsam zu laufen und sie hatten sogar angeboten uns alle in ihrem Allradfahrzeug zum Startpunkt zu bringen. 🤷♀️ Da wir leider kein Taxi ausfindig machen konnten, welches uns dorthin chauffieren könnte, versuchten wir es spontan mit unseren eigenen Fahrzeugen. Auf dem Weg dorthin verloren wir kurioserweise Jessica und Yannick, die ursprünglich vor uns fuhren, und konnten sie auch am angepeilten Treffpunkt nicht auffinden. So hoppelten wir weiter über den Erdweg den steilen Hang hinauf bis zum Startpunkt des Wanderweges aber auch dort war weit und breit nichts von ihnen zu sehen. 😯 Da die beiden keinen Handyempfang hatten blieb uns nichts anderes übrig als zu warten und zu hoffen. Tatsächlich bogen sie eine halbe bis dreiviertel Stunde später zu Fuß um die Kurve. Sie waren noch auf der Hauptstraße mit ihrem Auto liegen geblieben, welches plötzlich während der Fahrt einfach ausgegangen war, und wir hatten sie am Straßenrand wohl nicht wahrgenommen da wir gerade im Begriff waren abzubiegen. 🙈 Wiedervereint konnten wir uns dann doch noch zu Fuß auf den Weg über die grünen Hügel hin zum Aussichtspunkt „Bella Vista“ begeben und die Aussichten waren wirklich spektakulär. So ähnlich stelle ich mir auch den Weg zum „Machu Pichu“ vor. Da wir ja leider kein Taxi finden konnten blieb uns der insgesamt 11 km lange Wanderweg jedoch verwehrt. So machten wir am Aussichtspunkt kehrt und liefen zurück zu unserem Van. Dort gab es erst einmal Vesper, bevor wir Jessica und Yannick ein Stück des Weges mit hinunter zu ihrem Auto nahmen. Wir fuhren gemeinsam weiter über die „Ruta 7“ in Richtung „Santa Cruz“. Plötzlich bemerkten wir, dass sich die beiden nicht mehr hinter uns befanden weswegen wir kehrt machten. Zwei Kilometer später trafen wir die beiden am Straßenrand an. Ihr Auto war neuerdings liegen geblieben und während der Fahrt einfach ausgegangen. 😮 Im Schneckentempo schafften wir es dann doch noch gemeinsam, bei niedriger Drehzahl, bis zum angepeilten Stellplatz für die Nacht – der Plaza des winzigen Örtchens „Bermejo“.
Grüne Hügel soweit das Auge reicht
Nach einer ruhigen Nacht begaben wir uns am Morgen auf die Weiterfahrt in der Hoffnung, dass der Ford der beiden Schweizer seinen Dienst nicht neuerdings quittieren würde. Die ersten 20 Kilometer über ging es meist bergab und es sah zuerst ganz gut aus. Als der Motor dann jedoch heiß gelaufen war begannen die Probleme erneut. Als wir an einer Mautstelle zum Bezahlen anhalten mussten gab es dann plötzlich kein Weiterkommen mehr. Mit vereinten Kräften schoben wir ihr Fahrzeug von der Straße an den Seitenrand. Yannick versuchte immer wieder, den Motor zu starten aber sobald er das Gaspedal betätigte ging der Wagen sofort wieder aus. Da Simon den Dieselpartikelfilter in Verdacht hatte montierten die zwei Jungs gemeinsam den Abgasstrang ab. Jedoch auch ohne Auspuffanlage wollte der Motor einfach nicht an bleiben. 😥 Simon klopfte jede Menge Rus aus dem DPF heraus bevor sie die Abgasanlage wieder am Auto befestigten. Auch der Tausch des, erst kürzlich erneuerten, Dieselfilters brachte leider keinerlei Verbesserung. So blieb nichts anderes mehr übrig als die beiden ans Abschleppseil zu hängen. Glücklicherweise gelang es Yannick, trotz der zahlreichen Bremsmanöver unsererseits auf Grund der vielen Bodenwellen, sehr gut das Seil auf Spannung zu halten. 👍 Nach 25 Kilometern machten wir dann gegen 15 Uhr in einem Vorort von „Santa Cruz“ bei einer Hähnchen-Rösterei Halt. Frisch gestärkt zogen wir die beiden weitere 25 Kilometer bis an die Außenbezirke der Großstadt. Dort befand sich ein größeres, von Deutsch-Bolivianern, geführtes Ausflugslokal namens „Landhaus“ inklusive Campingplatz. Bei unserer Ankunft befand sich der Besitzer nicht vor Ort aber nach dem Jessica ihn angerufen hatte konnten wir immerhin auf dessen Gelände fahren. Kurz darauf traf er dann auch persönlich dort ein und zauberte wenige Minuten später einen Mechaniker auf den Hof. 😀 Da dieser vor Ort nicht viel machen konnte schleppten wir den Ford weitere vier Kilometer bis zu seiner „Euro Taller“ Werkstatt. Dort schloss er das Fehlerdiagnosegerät an welches tatsächlich vier Fehler zu Tage förderte. Der Mechaniker koppelte den Luftfilter ab und wieder an, löschte anschließend den Fehlerspeicher und tatsächlich schien das Problem danach gelöst zu sein. 😯 Bei der Probefahrt bemerkten die beiden allerdings, dass die hintere Bremse nun blockiert schien. Mittlerweile war es bereits 20 Uhr am Abend und der freundliche, sehr engagierte Mechaniker gestattete uns beiden tatsächlich mit den Fahrzeugen in seiner Werkstatt zu übernachten. 🤣
In der Werkstatt war es relativ stickig und warm. Noch dazu war der Lärm der vielbefahrenen Straße durch das dünne Wellblechtor deutlich hörbar so dass wir eher schlecht als recht schliefen. Dafür erschien der Mechaniker wie versprochen bereits um 7 Uhr morgens und machte sich umgehend an die Arbeit. Ein neues Radlager konnte er für den Ford zwar nicht besorgen da es, zumindest für dieses Modell, in Südamerika wohl kaum Ersatzteile zu geben scheint. Jedoch konnten die hinteren Bremsen neu belegt und das Radlager wieder eingebaut werden so dass wir gemeinsam am frühen Nachmittag, nach einer erfolgreichen Probefahrt seitens Yannick, die Werkstatt verlassen konnten. 😀 Von dort aus fuhren wir noch einmal zurück zum „Landhaus“, um uns bei dem super freundlichen Inhaber persönlich für seinen großartigen Einsatz zu bedanken. Außerdem durften wir, gegen einen kleinen Unkostenbeitrag, die hiesigen Duschen nutzen. Wir tranken auf dem schön angelegten Gelände noch einen Kaffee und machten uns anschließend auf den Weg zum Restaurant „Chalet La Suisse“ von Markus (dem Schweizer Konsul, den wir in „Samaipata“ kennengelernt hatten). Dieses liegt in einem noblen Viertel von „Santa Cruz“ und wir nahmen sein Angebot, gegenüber seines Lokals auf dem Parkplatz der Disco „Swissco“ zu parken sowie zu übernachten, dankend an. Das Tanzlokal mit dazugehöriger Sushi-Bar befindet sich ebenfalls in seinem Besitz und freundlicherweise durften wir sogar die Toiletten und Duschen für seine Angestellten nutzen. 😊 Noch dazu wurden die Gebäude 24h von einem Security bewacht – besser hätten wir es also gar nicht treffen können. Nach dem wir die Vans abgestellt hatten schlenderten wir noch zu Fuß zur unweit gelegenen, großen und schicken „Ventura Mall“. Hier gab es zahlreiche europäische Marken, u.a. auch einen „Skechers“ Schuhladen wo ich ein Paar neue Turnschuhe zum reduzierten Preis erstand. 🙃 Mittlerweile war der Abend weit fortgeschritten und so verwarfen wir kurzfristig unseren ursprünglichen Plan, seit langem mal wieder selbst zu kochen, und landeten stattdessen im Obergeschoss des Shoppingcenters wo sich der Food-Court befand. 😅 Der „Shawarma“ Wrap schmeckte ausgezeichnet aber die absolute Krönung war die Oreo-Eiscreme auf einem saftigen Stück Schokoladen-Brownie, vor allem weil uns das wirklich mächtige Dessert nicht einmal 2 € gekostet hatte. 😋
Wir warten vor der Werkstatt auf das Ende der Reparatur 👨🏻🔧 Das Restaurant „Chalet La Suisse“Unser Stellplatz gegenüber bei der „Swissco“ Brownie mit Oreo-Eiscreme 😋
Auf Grund der lärmenden Diskothek über uns sowie der extremen Wärme im Van schliefen wir neuerdings nur ein paar Stunden. Da wir uns ja aber glücklicherweise keinen Wecker stellen müssen und den Tag ruhig angehen lassen können ist dies alles nicht mal halb so wild. So rafften wir Vier uns auch erst gegen Mittag nach einem späten Frühstück auf. Gemeinsam charterten wir ein Taxi und erwischten einen extrem übergewichtigen, aber mindestens genauso lustigen Fahrer. Ursprünglich wollten wir nur zum Botanischen Garten gebracht werden aber er hatte irgendwie Spaß an der Unterhaltung mit uns und so spendierte er uns noch eine kleine Gratis-Stadtrundfahrt bis in den Vorort „Cotoca“. Dort machte er kehrt und setzte uns kurz darauf an unserem anvisierten Ziel ab. Leider stellte sich der Botanische Garten als wenig schön heraus. Es war eher ein natürlicher Wald mit ziemlich vielen Stechmücken, einem kleinen Kaktusgarten sowie einem See in der Mitte. Auch die angeblich hier lebenden Affen und Faultiere hielten sich gut versteckt so dass wir nur einige Schildkröten sowie diverse Vögel erspähen konnten. 😅 Zum Glück fiel weder der Eintritt mit 10 BS (= 1,30 €) noch die Taxifahrt durch die halbe Stadt mit 30 BS (= 4 €) ins Gewicht so dass wir uns nicht weiter darüber ärgerten. Wir winkten neuerdings ein Taxi heran und ließen uns diesmal im Stadtzentrum an der Plaza absetzen. Diese war am Sonntagnachmittag ziemlich belebt und nach dem wir uns die schönen, angrenzenden kolonialen Gebäude sowie die mächtige Kathedrale angesehen hatten stürzten auch wir uns in das muntere Treiben. Wir kauften bei einem der fliegenden Kaffeehändler ein pappsüßes Heißgetränk und ließen uns dazu die während der Taxifahrt, ebenfalls von Straßenhändlern an der Ampel, erworbenen Kekse schmecken. Da das Zentrum nicht viel mehr zu bieten hatte machten wir uns anschließend zu Fuß auf den etwa 45minütigen Rückweg zu den Vans. Frisch geduscht und ausgeruht ließen wir uns am Abend dann noch ein sehr, sehr leckeres Menü in Markus Restaurant „La Suisse“ schmecken. Da an diesem Abend nicht viele Gäste anwesend waren leistete uns der Chefkoch höchst persönlich Gesellschaft und wir hatten neuerdings große Freude daran, den Schwenks aus seinem Leben zu lauschen. 😍
Die Kathedrale an der Plaza in „Santa Cruz“Ein netter Abend unter Freunden mit extrem leckerem Essen 🫶Vorspeisen Variation 🤤Châteaubriand mit Sauce Bernaise Züricher Geschnetzeltes mit Rösti Zweierlei Schokoladen Mousse Schokoladen-Rum Küchlein
Die neue Woche begann mit Baustellenlärm von den gegenüberliegenden Towern, welche 29 Stockwerke und später einmal sage und schreibe 400 Wohnungen enthalten werden, sowie einem Arbeitstag. Simon werkelte fast den ganzen Tag über an unserem YouTube Video zur Lagunen Route. Ich schrieb derweil Blog und nutzte die Gelegenheit, in einem unweit unseres Stellplatzes gelegenen Waschsalons für umgerechnet etwa 6 € unsere Bettwäsche zu waschen sowie zu trocknen. Auch die Weiterreise in Richtung „Cochabamba“ und Nationalpark „Torotoro“ wollte recherchiert werden. Da wir bereits am Vorabend in den Genuss eines sehr leckeren sowie üppigen Menüs gekommen waren feierten wir unseren zweiten Hochzeitstag nicht weiter. Stattdessen gingen wir am Abend, gemeinsam mit Jessica und Yannick, noch einmal auf einen „Shawarma“ Wrap sowie ein Brownie-Schokoladen-Eis in die große Mall. 😋
Simon arbeitet fleißig am neuen Video In der schicken „Ventura Mall“ Wandgemälde in einer Bar 🤩In „Santa Cruz“ fühlte es sich sehr europäisch an und überall befinden sich Hochhäuser im Bau 🏗
Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.
Am Mittwochvormittag ging es über die glücklicherweise spiegelglatte, da gut asphaltierte, „Ruta 5“ weiter bis nach „Potosí“. Die 120 km lange Fahrt gestaltete sich sehr kurzweilig da wir, ähnlich wie zuvor in Argentinien, das Gefühl hatten als würde sich die Landschaft ständig verändern. Es ging über grasbewachsene Bergketten, vorbei an tiefen Canyons und ausgetrockneten Flussläufen bis plötzlich Säulenkakteen und niedrige Bäume auftauchten. Gegen 15 Uhr erreichten wir dann die Bergbaustadt „Potosí“ und wir staunten nicht schlecht über die mitunter extrem steilen und vor allem engen Gassen. Ich hatte schon Sorge, dass wir irgendwo stecken bleiben würden aber glücklicherweise kamen wir dann doch noch ohne Panne an einem der zentrumsnahen Bezahlparkplätze an. 🙈 Wir quetschten uns durch das gleichfalls recht schmale, aber zumindest hohe Einfahrtstor und fanden im hinteren Bereich einen guten Stellplatz für unseren Van. Für 45 BS (= 6 €) konnten wir dort 24h parken und sogar im Bus übernachten. 👍 Von dort aus waren es zu Fuß nur wenige Minuten bis zur gerade einmal zwei Quadrate entfernt liegenden Plaza, welche zu unserer Überraschung tatsächlich sehr hübsch war. Die umliegenden Gebäude stammten alle noch aus der Kolonialzeit weswegen die Fassaden mitunter sehr üppig verziert waren. Auch die Kathedrale sowie die Plaza selbst mit ihren maurischen Bögen und den Springbrunnen überzeugte. Wir schlenderten durch die engen Gässchen und buchten bei „Koala Tours“ für 130 BS pro Kopf (= 17 €) für den kommenden Morgen eine geführte Tour durch die Minen des „Cerro Rico“. Laut eigenen Angaben des Tour-Anbieters wird ein Teil der Einnahmen bei der jährlichen Weihnachtslotterie an die Bergleute gespendet. Und da man in Bolivien einfach so unglaublich günstig und noch dazu gut essen kann, blieb unsere Küche am Abend erneut kalt. 😂 In einem der zahlreichen Lokale aßen wir je eine große Portion „Aji de Fideos“. Hierbei handelte es sich um eine große Schüssel voll ziemlich pikanter Nudeln mit einem dünnen Stück Rindfleisch on top. @Norbert Kröner: Bolivien wäre essenstechnisch DEIN Land – hier ist alles nah an der Grenze zu scharf. 😛
Schöne Plaza im Kolonial-Stil Innenhof der Alten Münze 🪙 Die Straßen in der Altstadt sind furchtbar eng 😳Der alte Glockenturm Die Kathedrale von „Potosí“ bei Nacht Wandgemälde in „Potosí“
Der kommende Tag begann für uns recht früh da wir uns für die Minentour am Morgen angemeldet hatten welche um 08:45 Uhr vor der Agentur ihren Anfang nahm. Von dort aus ging es mit einem Mini-Van zu einer Baracke, in der alle neun Teilnehmer inklusive der drei Guides ihre Ausrüstung in Form von Gummistiefeln, Hose und Jacke sowie Helm mit Kopflampe erhielten. Weiter ging es den Berg hinauf bis zum „Mercado de Mineros“ wo wir in einem kleinen Lädchen Geschenke für die Minenarbeiter (Wasser und Säfte) sowie eine Stange Dynamit inklusive Zünder etc. für Demozwecke erwarben. Dies ist übrigens der einzige Markt weltweit, auf dem man legal Dynamit und 96%igen Alkohol erwerben kann. Letzterer wird mitunter für Rituale verwendet aber wohl auch von den Arbeitern als Schnaps getrunken. 🤨 Kurz darauf gelangten wir dann am Eingang zum ältesten, noch aktiven Minenschachts an. Die Mine „Candelaria“ ist seit dem Jahr 1901 in Betrieb und im frühen 17. Jahrhundert war „Potosí“, dank dem vor Silber nur so strotzenden Berges „Cerro Rico“, eine der reichsten und größten Städte der Welt. Wir folgten unserem Guide, der übrigens sehr gut Englisch sprach, in den dunklen sowie stickigen Schacht hinein. Teilweise konnten wir nur gebückt vorangehen da die Stollen zum Teil extrem niedrig sind. Ohne Helm hätte ich mir auf jeden Fall die ein oder andere üble Beule zugezogen. 🙈 Da wir eine aktive Mine besichtigten mussten wir immer wieder den heranrollenden Loren ausweichen in dem wir uns an die Wände quetschten. Vollbeladen mit Gestein sind diese bis zu einer Tonne schwer. 😮 Trotzdem werden diese rein mit Muskelkraft von je zwei Männern auf den alten, klapperigen Schienen bewegt. Je tiefer wir in den Schacht vordrangen umso wärmer und stickiger wurde es. Ein älterer Herr aus unserer Gruppe musste, zwecks Sauerstoffmangels, bereits an dieser Stelle kehrt machen während die verbliebene Gruppe gespannt auf die Explosion unserer gekauften Dynamitstange wartete. Simon durfte die Sprengung vorbereiten und tatsächlich wurden wir kurz darauf, nach dem wir ausreichend Sicherheitsabstand gewonnen hatten, Zeugen der Explosion sowie der darauffolgenden Druckwelle. 😯 Ich war froh, den stickigen Schacht anschließend wieder verlassen zu dürfen aber was uns dann erwartete war noch deutlich abenteuerlicher! Wir mussten uns, zum Teil auf allen Vieren bzw. auf dem Bauch vorwärts robbend, durch einen super schmalen Verbindungsschacht 70 Meter in die Tiefe quetschen. Für die vier Holländer war das wohl zu viel so dass wir ab hier nur noch zu viert unserem Guide folgten. Am Ende des Tunnels gelangten wir an einem neuen Schacht an welcher uns bis zum „Tio“ führte. Hierbei handelt es sich um den Schutzpatron der Bergleute welcher in Gestalt des Teufels daherkommt. Wobei sich das Wort „Tio“ (= Onkel) eigentlich von „Dios“ (= Gott) ableitet. Scheinbar konnte die Indigene Bevölkerung aber kein „D“ aussprechen weswegen daraus ein „T“ wurde. 🤷♀️ Es befinden sich wohl zahlreiche dieser Statuen im Berg und jeden Freitag wird dort ein mehrere Stunden andauerndes Ritual abgehalten. Der „Tio“ bekommt unter anderem Kokablätter, Bier, Zigaretten und Alkohol als Opfergabe welche gleichzeitig mit der Bitte um Schutz sowie Unversehrtheit verbunden ist. Und den können die, meist noch sehr jungen Männer, auch wahrlich gut gebrauchen wie folgende Fakten zeigen… 😨😨😨
Im Durchschnitt verunglückt alle 5 Tage ein Arbeiter tödlich
Haupttodesursache ist eine Kohlenmonoxidvergiftung
Frauen dürfen aus Aberglaube nicht in den Minen arbeiten, helfen aber im Freien beim Sortieren der Steine
Seit 15 Jahren ist Kinderarbeit gesetzlich verboten aber wirklich kontrolliert wird dies nicht weswegen mitunter auch heute noch Jungen ab 13 Jahren im Bergbau beginnen
Nach wir vor wird hauptsächlich Silber gefördert aber auch Zinn, Kupfer und Blei
Kaum ein Arbeiter verfügt über eine Schutzmaske oder gar Sicherheitskleidung
Die Lebenserwartung ist mit 40-50 Jahren relativ gering. Viele sterben nach max. 20-25 Jahren Arbeit in der Mine an den Folgen der harten Arbeit, meist an einer Staublunge oder an Krebs, weil sie mit Zigaretten ihre Lungen reinigen
Aktuell arbeiten immer noch täglich 5.000 – 7.000 „Mineros“ in den Stollen
In einer schlechten Woche beträgt der Lohn evtl. nur 50 BS (= 7 €)
Während ihrer Arbeit stopfen sich die „Mineros“ ihre Backen voll mit Kokablättern um dadurch jegliches Hungergefühl zu unterdrücken. Auf Grund der schlechten Luft und giftigen Dämpfe können sie unter Tage nämlich keine Nahrung zu sich nehmen weswegen es für sie nur 2 Mahlzeiten pro Tag gibt
Wir waren auf jeden Fall heilfroh, als wir drei Stunden später gegen 13 Uhr endlich wieder Tageslicht erblickten. Man kann sich wirklich NICHT vorstellen, dass es im Jahr 2023 noch Menschen gibt die unter solch unwirtlichen Arbeitsbedingungen täglich ihr Leben riskieren um ihre Familien ernähren zu können. 😥 Hoffentlich können wir euch dies im dazugehörigen Video noch etwas eindrücklicher vermitteln. Ich bekam den Geruch der Mine übrigens den ganzen Tag über nicht mehr aus meiner Nase heraus und die Tour hat uns wirklich zutiefst beeindruckt…
Auf dem „Mercado de Mineros“ – unser Guide kauft eine Stange Dynamit 🧨 Wir wurden gut ausgerüstet und sind ready to go 😅Es geht hinein in die Mine „Candelaria“ Immer wieder müssen wir den Loren ausweichen – auf dem schmalen Stück zwischen Schiene und Wand 🛤 Wir haben Gelegenheit einen „Minero“ mit Fragen zu löchern 🙋🏼♀️ Die Arbeiter scheinen mitunter sehr jung und tragen weder Mundschutz noch Sicherheitsschuhe o.ä.Bis zu einer Tonne wiegt eine volle Lore welche von den Arbeitern geschoben wird 😯„Tio“ – Der Schutzpatron der „Mineros“ mit all seinen Opfergaben Wir freuten uns über das Licht am Ende des Tunnels Lediglich vier haben es bis ans Ende geschafft 🫢
Wir verließen „Potosí“ noch am selben Nachmittag und machten uns auf den Weg in die etwa 150 km entfernt liegende Hauptstadt „Sucre“. Auf dem Weg dorthin ging es neuerdings über die „Ruta 5“ sowie zahlreiche Bergketten und am Ende unsere Weges befanden wir uns nicht mehr auf 4.000, sondern nur noch auf knapp 2.800 Meter üNN. 😮 Wir gelangten, gerade noch rechtzeitig mit Anbruch der Dunkelheit, in der 300k Einwohner umfassenden Kapitale an. Dort parkten wir unseren Van an einer schmucken, begrünten Plaza vor einer kleinen Kirche und fanden dort ein hübsches, zentrales sowie ruhiges Plätzchen für die kommenden Tag vor. Außerdem lernten wir dort ein nettes, junges Schweizer Pärchen kennen. Deren Ford war uns schon in „Uyuni“ aufgefallen da er mit Kennzeichen „RA“ (= Rastatt) unterwegs ist. Wie sich an diesem Abend jedoch herausstellte hatte der Besitzer zwischenzeitlich schon mehrfach gewechselt und nun reisen Jessica und Yannick alias viajandoaventuras seit geraumer Zeit damit durch Südamerika. 🙃
Schöner, zentraler Stellplatz in „Sucre“„Unsere“ Plaza mit zahlreichen Sitzgelegenheiten 😇Die kleine Kirche hatte ihren eigenen Wachhund 😅
Während ich in unserer ersten Nacht in „Sucre“¸ der konstitutionellen Hauptstadt Boliviens, tief und fest schlummerte wurde Simon mal wieder von heftigen Kopfschmerzen geplagt die auch den Morgen über noch anhielten. 😕 Vielleicht wurden diese durch den Klimawechsel oder die 1.500 Höhenmeter weniger versucht. Ursprünglich wollten wir direkt morgens ein paar Werkstätten abklappern aber da Simon schwächelte verwarfen wir diesen Plan. Stattdessen schauten wir uns gegen Mittag, als es ihm schlagartig besser ging, in der wirklich sehr hübschen Altstadt um. Den „UNESCO-Weltkulturerbe“ Titel trägt die Hauptstadt mit ihren weiß gekalkten Gebäuden sowie den vielen Kirchen unserer Meinung nach vollkommen zurecht. In einem Kaffee mit schönem Innenhof gönnten wir uns am Nachmittag eine süße Pause bei Cheesecake und Rübli-Torte. Abends gingen wir dann, zum ersten Mal auf dieser Reise, ins Kino. Den Film (Fast & Furious X) können wir zwar nicht empfehlen aber zumindest die Burger die wir dort zuvor aßen waren sehr lecker. 🍔🍟🥛 Da eine überzogene Aktion-Szene die andere jagte und sich die Dialoge in Grenzen hielten war es für Simon immerhin nicht so schlimm, dass er kein Wort verstand da der Film nur auf Spanisch gezeigt wurde. Trotzdem war es schön mal wieder im Kino gewesen zu sein. 😊
Kirchen gibt es in „Sucre“ mehr als genug 🙈Die Kathedrale Regierungsgebäude mit prächtiger Fassade Genug Sightseeing – erstmal Kaffee & Kuchen 😋Bevor es ins Kino ging gab‘s noch Burger 🍔 🍟 🥤Trotz Staraufgebot nicht wirklich sehenswert 🤨
Am Samstagmorgen nahmen wir das Projekt Werkstatt dann direkt in Angriff. Wir hatten entschieden, einfach auf gut Glück die Ersatzteilstraße auf- und abzufahren und dort bei diversen Händlern nachzufragen. Tatsächlich war bereits unser dritter Anlauf von Erfolg gekrönt und man konnte uns dort zwei neue Stoßdämpfer bestellen. Wenngleich diese mit 200 € pro Stück etwas teurer waren als erwartet, so freuten wir uns doch unsäglich über die Tatsache hier überhaupt welche erhalten zu können. Zumal diese bereits am Dienstag eintreffen sollten und man sie noch dazu direkt vor Ort würde einbauen können. 🙃 Nach diesem Ausflug ans andere Ende der Stadt parkten wir unseren Van wieder an der hübschen Plaza. Von dort aus ging es zu Fuß, mit lautstark knurrenden Mägen da wir nicht gefrühstückt hatten, ins „Kultur Berlin“. Dort gönnten wir uns für je 3,50 € ein tolles Mittagsmenü bestehend aus einem reichhaltigen Salatbüffet sowie einem großen Teller voll leckerer Kürbissuppe, gefolgt von einem Hähnchenschnitzel mit Reis. Das Dessert in Form eines Stückchens Zitronenkuchens sowie ein Glas Limo war im Preis ebenfalls enthalten. 😋 Für meinen nüchternen Magen war das wohl zu viel auf einmal denn danach war mir erst einmal schlecht. 🤢 Trotzdem tätigten wir auf dem Rückweg zum Auto noch unsere Einkäufe im „SAS“ Supermarkt welcher, praktischerweise, genau in der Mitte zwischen dem Zentrum und unserem Stellplatz lag. Und nach dem wir uns ein Weilchen im Park ausgeruht hatten wollten dann auch die Laptops mal wieder aufgeklappt werden um die vergangenen Tage aufzuarbeiten. 🙂
An der Plaza in „Sucre“ Wir fühlten uns in der Stadt pudelwohl Schicker alter „Camaro“ 🏁
Der Sonntag gestaltete sich recht ähnlich. Nach dem morgendlichen Kaffee besorgte ich uns als Mittagssnack ein paar Empanadas in der angeblich besten Bäckerei der Stadt. Anschließend zogen wir erneut per pedes los und stellten dabei mit Freude fest, dass die Straßen im Zentrum sonntags für den Autoverkehr gesperrt werden. 👍 So konnten wir, ohne die auf Grund des schlechten Sprits übel stinkenden Abgase, direkt auf den Straßen schlendern. Wir machten ein paar Aufnahmen von der Altstadt und liefen danach den Hügel hinauf bis zum „Mirador“ im hübschen Viertel „Santa Ana“. Das Café mit der besten Aussicht hatte zwar geschlossen aber auch ohne Kaffeepause war es ein schöner Ausflug. Anschließend ging es wieder hinab bis zur weitläufigen Plaza „Simón Bolívar“ wo wir unsere Empanadas verspeisten und dabei dem Treiben um uns herum zusahen. Auf dem Rückweg zum Van gab es dann doch noch einen leckeren Cappuccino im empfehlenswerten Café „Espresso Coffee Bike“ bevor wir den Nachmittag und Abend neuerdings in „unserem“ hübschen Park bzw. im Van ausklingen ließen. 🙃
Spaziergang ins Viertel „Santa Ana“ Tolle Aussicht auf die Hauptstadt 😎Noch eine schöne Plaza 🥰Die ich weiß nicht wievielte Kirche
Das Klima in „Sucre“ ist extrem angenehm da es im Jahresverlauf kaum Schwankungen gibt. Wir fühlten uns bei Tagestemperaturen von ca. 25°C sowie Nachttemperaturen um die 7°C auf jeden Fall sehr wohl. 😊 Die neue Woche begann erneut mit strahlendem Sonnenschein und auch die Vegetation hier erinnerte uns sehr an den Mittelmeerraum. Neben Palmen gedeihen hier u.a. auch Hibiskus, Bougainvillea und Oleander. 🌼🌺🌴 Gegen Mittag wechselten wir den Stellplatz und checkten auf dem einzigen Campingplatz weit und breit ein. Dieser wird von Alberto und seiner Frau Felicidad, einem Ehepaar im Rentenalter, geführt und liegt relativ zentral und dennoch ruhig etwa 800 Meter vom Stadtzentrum entfernt. Für uns war dies die einzige Möglichkeit, unseren leeren Wassertank aufzufüllen sowie die volle Campingtoilette zu leeren. Möglicherweise werden wir in Bolivien, ähnlich wie im Norden Chiles, nur noch auf Campingplätzen einen Wasseranschluss finden können. Bis dato hatte dies eigentlich immer wunderbar bei den Tankstellen geklappt… Aber für 13 € kann man auch mal einen Tag auf den Campingplatz, zumal es hier on top auch noch ordentliches WLAN sowie saubere Duschen und Toiletten gab. 👍 Und die Kontakte die sich hierbei ergeben, in diesem Fall zu einem Paar aus Holland sowie zu zwei französischen Campern, sind ja auch ganz nett. 🙂 Als alles erledigt war statteten wir dem „Mercado Campesino“ noch einen Besuch ab. Auf diesem riesengroßen Markt gibt es einfach alles: Von Schuhen über Taschen bis hin Toilettenpapier oder Sekundenkleber. In dem engen Gewirr aus Gassen und Ständen muss man aufpassen, dass man nicht die Orientierung verliert aber wir fanden am Abend dann doch wieder zurück zu unserem Van.
Ein Tag auf dem Campingplatz Manche Reisemobile sind haushoch und passen damit weder auf einen Campingplatz noch in enge Städte 🙈
Wir schliefen sehr gut auf dem ruhigen Campingplatz, der eigentlich eher einem Gartengrundstück ähnelte, und genossen morgens noch die Annehmlichkeiten der Duschen. Gegen 10 Uhr kontaktierte ich per WhatsApp den Mechaniker welcher mir prompt mitteilte, dass unsere Stoßdämpfer eingetroffen seien und wir gegen 14 Uhr zwecks Montage vorbeikommen könnten. Bis zur Abfahrt unterhielten wir uns noch angeregt mit einer Mutter aus Karlsruhe, welche alleine mit ihren zwei kleinen Töchtern in einem alten „DAF“ LKW mit Wohnkabine und Oldtimer-Kennzeichen unterwegs ist. Sie hatte ihr Vehikel am Vorabend, mangels Platz auf dem Campingplatz, direkt davor auf der Straße geparkt und uns war das „KA“ Kennzeichen natürlich sofort aufgefallen. 😃 Wir ziehen auf jeden Fall unseren Hut vor ihrer Entscheidung, nach der Trennung von ihrem Mann dennoch ihren Traum zu Leben und in die große weite Welt zu ziehen. Da gehört schon eine ordentliche Portion Mut, Reiselust sowie Verantwortungsbewusstsein dazu. 😮 Für uns ging es nach dem netten Plausch weiter zur Werkstatt und zwei Stunden später hatte unser Bussi nagelneue Stoßdämpfer, die zumindest rein optisch den verstärkten „Marquart“ Dämpfern in nichts nachstehen und keinesfalls etwas mit den Originalen, deutlich schmäleren zu tun haben. 👍 Von der Werkstatt aus ging es wieder zurück zu „unserer“ Plaza, wo wir die beiden Schweizer viajandoaventuras wiedertrafen die gerade ihre zweite Reparatur in „Sucre“ hinter sich gebracht hatten. 🙈 Später drehten wir noch eine weitere Runde durch die Stadt in der am Abend, sowohl auf den Straßen als auch auf den Bürgersteigen, richtig viel los war. Und da ich mit Einbruch der Dunkelheit (mal wieder) fix und alle war kehrten wir auf dem Rückweg zum Bus noch in einem Restaurant auf ein Schnitzel ein. Gefühlt machen wir zwar nicht viel aber dennoch sind wir den ganzen Tag über permanent aktiv und auf den Beinen was derzeit irgendwie dazu führt, dass ich abends schon um acht Uhr ins Bett fallen könnte. 🤣
Mal wieder in der Werkstatt 😣Der alte, defekte Stoßdämpfer kam raus… … und ein Neuer rein 🛠Hier wird noch alles per Hand gemacht Wir können die Werkstatt wärmstens empfehlen 👍🏻
Bereits bei unserer Ankunft in der Hauptstadt Boliviens hatten wir entschieden, dass wir mindestens bis zum 25. Mai (dem Nationalfeiertag) in „Sucre“ bleiben werden. Der Unabhängigkeitstag wird lautstark mit einer langen Musikparade gefeiert und zwar nicht nur am Feiertag selbst. Schon an den Tagen zuvor ziehen vormittags die Musikgruppen der verschiedensten Schulen durch die Straßen der Stadt. 🎺🥁🪕 Nach dem wir am Morgen unsere Schmutzwäsche in einer Wäscherei abgegeben hatten schauten wir ein Weilchen der Parade zu. Anschließend zog es uns unweigerlich zum Schokoladen-Festival, welches parallel zu den Feierlichkeiten stattfand. Von Eis über Kuchen und Gebäck sowie natürlich Schokolade wurden dort allerlei Süßwaren angeboten. 😋 Den Nachmittag und Abend verbrachten wir dann mit Jessica und Yannick auf der Plaza. Wir tranken gemeinsam Kaffee und aßen dazu die leckeren Backwaren aus dem Supermarkt, bevor wir abends noch mit einem kalten Bier auf die neue nette Bekanntschaft anstießen. 🍻
Köstlichkeiten auf dem Schoko-Festival Blick über die Dächer von „Sucre“
Nach einer Runde Yoga am Morgen zogen wir nach dem Frühstück los in die Innenstadt, um der großen Parade beizuwohnen. Die Tage zuvor waren jeweils die Kinder- und Jugendgruppen mit ihren Instrumenten durch die Straßen gezogen. Am Unabhängigkeitstag selbst, dem 25. Mai, zogen dann die Erwachsenen mit ihren Trachten- und Musikgruppen durch die Hauptstraßen „Sucres“. Wir schauten dem Spektakel ein Weilchen zu bevor wir uns den Menschenmassen wieder entzogen und stattdessen auf einen erfrischenden Eiscafé in einen der vielen hübschen „Patios“ einkehrten. 😋 Abends hatten wir uns mit Jessica und Yannick auf einen Burger im „FORESTER“ verabredet und tatsächlich sah das, was uns serviert wurde, ebenso schmackhaft aus wie auf den Plakaten außen an der Hausfassade. 🍔🍟
Bolivianische Frauen in ihrer Tracht Militärparade und Militärkapelle 🥁🎺🎵Erfrischender Eiscafé……in einem der vielen schönen Innenhöfe Abendessen mit Jessica & Yannick
Am Freitag standen dann mal wieder ein paar organisatorische Dinge auf dem Programm. Zuerst besuchten wir am Vormittag den großen Markt, um uns dort mit frischem Obst und Gemüse für die anstehende Weiterfahrt einzudecken. Dort gönnten wir uns auch noch einen frisch gepressten Fruchtsaft bzw. ein Bananen-Milchschake. 🥤 Auf dem Rückweg besorgten wir noch frisches Bargeld und holten in der Wäscherei unsere gewaschene Kleidung ab. Für etwa acht Kilo Wäsche haben wir 16 € bezahlt. Geht billiger, aber auch deutlich teurer. Gegen Mittag kehrten wir dann, nach getanen Besorgungen, in einem Lokal ein wo wir uns zum Abschluss noch einmal ein Mittagsmenü für 2 € p.P. gönnten. 😀 Es gab jeweils einen großen Teller voll Reissuppe mit reichlich Gemüse und als Hauptgang hatten wir eigentlich Hühnchen mit Reis und Gemüse gewählt. Allerdings ging dann wohl just in dem Moment das Hühnchen aus so dass wir nur noch eine Portion von dem ursprünglich Bestellten erhielten. 😮 Zum Glück war das verbleibende Gericht in Form von Spaghetti Bolognese aber eine akzeptable Alternative. Frisch gestärkt verstauten wir unsere Wäsche und arbeiteten noch eine Weile an den Laptops. Nach einer Woche in „Sucre“ geht es für uns jetzt weiter nach „Samaipata“ sowie in den tropischen Nationalpark „Amboró“. Was wir dort alles erleben werden erfahrt ihr dann im nächsten Beitrag. 😉😘😘
Ich liebe Märkte 🍓🥝🍍Letztes Mittagsmahl in „Sucre“
Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.
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An unserem ersten Tag in „Uyuni“ begaben wir uns direkt morgens auf den Weg zu einer der hiesigen Werkstätten, wo wir noch für 14:00 Uhr am selben Tag einen Termin erhielten. 👍 Wir fuhren zurück ins kleine Zentrum und kümmerten uns, nach dem Frühstück, erst einmal um die organisatorischen Dinge. Bei „entel“ besorgten wir uns eine neue SIM-Karte und buchten für umgerechnet 22 € ein Datenpaket, welches uns 30 Tage Datenvolumen ohne jegliche Beschränkung zur Verfügung stellen sollte. Weiter ging es zur „BNB“ (Banco Nacional Bolivia) wo wir völlig problemlos und sogar gebührenfrei Geld abheben konnten. Als nächstes stand, nach den extrem staubigen Tagen auf der Lagunen Route, eine ausgiebige Dusche auf dem Programm. Die öffentliche Dusche war zwar blitzblank sauber aber leider war das Wasser maximal lauwarm so dass ich diese nicht wirklich genießen konnte. 😕 Aber egal, zumindest waren meine Haare danach endlich mal wieder schön frisch und sauber. Am frühen Nachmittag fuhren wir erneut zur Werkstatt und, wie erwartet, teilte man uns dort mit das eine Reparatur bzw. die Beschaffung neuer Stoßdämpfer im kleinen „Uyuni“ nicht möglich sei. Wir könnten aber selbst mit kaputtem Stoßdämpfer ohne Probleme auf den spiegelglatten „Salar de Uyuni“ sowie anschließend weiter über die Asphaltstraße in die ca. 400 km entfernt liegende Hauptstadt „Sucre“ fahren. Laut dem Mechaniker sollten wir dort problemlos Ersatz erhalten können. Zwischenzeitlich hatten wir per E-Mail auch die Firma „Marquart“ kontaktiert von denen wir die derzeit verbauten und extra verstärkten Stoßdämpfer haben. An und für sich sind wir mit diesen nämlich extrem zufrieden und die Probleme sind unserer Meinung nach den schlechten Straßen und nicht dem Material geschuldet. Prompt erhielten wir vom Firmeninhaber Antwort, dass er bereit wäre uns einen neuen Satz nach Bolivien zu senden insofern wir ihm eine Adresse geben könnten. 😀 Wie wir jedoch aus eigener Erfahrung sowie von Timo und Alina alias sprintour wissen, kommen Päckchen aus dem Ausland aber nicht gerade problemlos in Südamerika an… Und auch unsere Container-Buddys Lydia und Ju alias a_donde.voy, die über gute private Kontakte in „Sucre“ verfügen, rieten uns wärmstens von dem Vorhaben ab. 🤷♀️ Bevor wir uns weitere Gedanken über die Reparatur machten ließen wir uns erst einmal ein sehr schmackhaftes und noch dazu extrem günstiges Mittagsmenü schmecken. In einem Lokal, in dem vorrangig Einheimische zu Mittag essen, teilten wir uns für schlappe 1,40 € einen großen Teller Mais-Suppe sowie als Hauptgericht ein hauchdünnes Stück paniertes Rindfleisch mit Reis und pochiertem Ei. 😛 Zurück am Van räumten wir den Kofferraum aus um unsere Wasserpumpe zu checken und erfreulicherweise befand sich diese in tadellosem Zustand. Wahrscheinlich war während der einen, extrem kalten Nacht an den Thermen lediglich das Wasser im Zuleitungsschlauch eingefroren was dazu geführt hatte, dass kein Wasser mehr aus unserem Wasserhahn mehr kam. Somit konnten wir unser Waschbecken nun wieder bedenkenlos nutzen und da wir schon einmal den Kofferraum ausgeräumt hatten, befreiten wir diesen sowie den Innenraum unseres Fahrzeuges bei der Gelegenheit auch gleich noch grob vom Staub der letzten Tage. 😊
Unser Mittagsmenü 😋Kann man lassen für 1,40 € 👍🏻 (Das Schwarze sind tatsächlich Kartoffeln…)
Am Donnerstagmorgen pflegten wir mal wieder ausgiebig unsere sozialen Kontakte da wir nun ja wieder online waren. Dabei ereilte mich auch die freudige Nachricht, dass eine sehr gute Freundin von mir Ende November ihr drittes Kind erwarten wird. 🥰 Das Frühstück ließen wir an diesem Tag zu Gunsten eines erneuten Mittagmenüs ausfallen. Diesmal gab es für jeden von uns einen großen Teller voll Nudelsuppe gefolgt von Hähnchen mit Reis und schwarzen Kartoffeln. Und da wir nicht so spät wie am Vortag zum Essen erschienen waren, war sogar noch alles richtig schön heiß. Auch ein kleiner Wackelpudding sowie ein Getränk waren in dem Preis von 1,40 € inbegriffen. 🙈 Anschließend schlenderten wir über den sehr großen Wochenmarkt auf dem es alles und nichts zu kaufen gab. Wir erwarben dort u.a. Obst, Honig sowie Toilettenpapier und kauften den Rest in einem der „Minimercados“. Große Supermärkte werden wir in Bolivien wahrscheinlich eher selten finden aber das Einkaufen in der Form macht ja auch irgendwie Spaß und bei diesen Preisen sowieso. 😇 Und auf dem Markt fand ich sogar noch einen neuen Föhn. 😀 Bleibt zu hoffen, dass dieser im Gegensatz zu seinem Vorgänger den Dienst am Wechselrichter unseres Vans nicht verweigern wird… Auf dem Weg zurück zum Van schnappten wir auf der Straße noch ein Dessert in Form von einem großen Stück süßem, aber sehr saftigem Schoko-Kuchen. Auch vier Empanadas fürs Abendessen waren noch drin so dass unsere Küche an diesem Tag komplett kalt blieb. 😋
Unser Stellplatz in „Uyuni“ vor der Militärbasis
Ein paar Dinge fielen uns in Bolivien sofort auf da sie in krassem Kontrast zu den bisher von uns besuchten Ländern in Südamerika stehen. Beispielsweise sind die Menschen hier alle sehr klein so dass selbst ich mit meinen knapp über 1,60 Meter den Kopf einziehen muss, wenn ich unter den Sonnensegeln hindurchlaufen möchte bzw. den Leuten hier auf den Kopf hinab schauen kann. 😮 Außerdem tragen sehr viele Menschen hier noch Mundschutz und zwar nicht nur innerhalb von öffentlichen Gebäuden, sondern selbst auf der Straße. 😯 Des Weiteren hatten wir uns „Uyuni“, vor allem in seiner Funktion als Touristen-Hotspot, ganz anders vorgestellt. Die meisten Häuser hier sind unverputzt so dass man den blanken Backstein sieht und es gibt, vor allem im Vergleich zu „San Pedro de Atacama“, eher wenige schicke und extra auf Touristen ausgerichtete Lokalitäten. Als wir beispielsweise über den großen Wochenmarkt schlenderten sahen wir außer uns nicht einen anderen Ausländer. Wahrscheinlich rauschen die meisten Touris hier nur mit ihrer Jeep-Tour durch. 🤷♀️ Und insbesondere die Frauen tragen hier noch sehr häufig die traditionelle, bolivianische Kleidung. Mit ihren langen, schwarzen geflochtenen Zöpfen, den Hüten sowie den voluminösen Röcken sind sie wirklich hübsch anzuschauen. Genauso haben wir uns Südamerika vorgestellt. 😍
Da ich mich am Freitag nicht ganz so fit fühlte ließen wir auch diesen Tag ruhig angehen. Vermutlich auf Grund der starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht hatte ich mir einen leichten Atemwegsinfekt eingehandelt. Die Nase lief mir irgendwie schon seit „San Pedro“ auf Grund der furchtbar trockenen Luft permanent und nun kratzte auch noch mein Hals ein wenig. 😕 Am Nachmittag schauten wir uns auf dem Eisenbahnfriedhof, dem „Cementerio de Trenes“ um. Dieser gilt als größter seiner Art weltweit und hier rosten, wahrscheinlich noch die nächsten hundert Jahre lang, rund 100 alte Lokomotiven und Wagons vor sich hin. Die ältesten stammen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert und dienten damals dem Transport der wertvollen (Edel-) Metalle aus den umliegenden Mienen, von Bolivien bis nach Antofagasta an der Pazifik-Küste. Im Licht der langsam untergehenden Sonne schimmerten die rostenden Eisenbahnüberreste besonders schön und wir nahmen uns Zeit zwischen diesen herumzuturnen. 🙃
Der Eisenbahnfriedhof in Uyuni Auf jeden Fall eine coole Foto-Location 😀🚂🚂🚂Simon – der Lokomotivführer 👮🏻♂️Der „Terminator“ war auch vor Ort 😅Und Bumblebee ist uns auch begegnet 🤣Echt tolle Kunstwerke 👌🏻
Am nächsten Morgen fühlte ich mich, nach ausreichend Schlaf und einer ruhigen Nacht am Eisenbahnfriedhof, glücklicherweise schon wieder richtig fit. Allerdings vertrödelten wir irgendwie den Vormittag mit diversen Telefongesprächen. Unter anderem erteilten wir Lydia und Ju auf Grund der extrem schwierigen Sachlage eine Absage und baten darum, sich nicht weiter um den möglichen Versand unseres Ersatzstoßdämpfers zu kümmern. Dieser würde zu 99,9% sowieso nicht ankommen und außerdem wollten wir deswegen nicht gefühlt halb Bolivien in Aktion versetzen. 🙈 Irgendwie werden wir in Sucre schon neue Stoßdämpfer erhalten, wenngleich vermutlich auch nicht derart gute. So entschieden wir, nach einem kurzen Plausch mit einem Reisenden aus Mannheim, doch nicht wie ursprünglich geplant auf den „Salar“ zu fahren. Stattdessen parkten wir unseren Van noch einmal an dem vorherigen Stellplatz in der Stadt vor der Militärbasis. Während sich Simon einem neuen Video widmete buk ich für uns ein paar Heidelbeer-Muffins für die kommenden Nachmittage. 🧁 Da ich mit der Muffin-Form bis dato jedoch noch keine großen Erfahrungen gemacht hatte, quoll die erste Ladung in der Omnia-Silikonform erst einmal voll obendrüber. Beim nächsten Mal weiß ich, dass ich die Förmchen wohl nur zu maximal 2/3 füllen darf. 🙈 Etwas unmotiviert auf Grund der vorherigen Erfahrung wagte ich anschließend noch einmal das Abenteuer öffentliche Dusche und probierte diesmal eine andere aus. Jedoch wurde ich diesmal von den „Duchas Paraiso“ mehr als positiv überrascht denn scheinbar handelte es sich hierbei um die lokale Wellnessoase. 😅 Hier warteten ganze Familien auf das Freiwerden von einer der fünf geräumigen Duschkabinen welche über richtig schön heißes Wasser verfügten. Außerdem gab es hier sogar eine Sauna sowie ein Dampfbad und einen Pool für die Kinder. 😀 Den Abend ließen wir dann gemütlich im Restaurant „Tacurú“ ausklingen. Zum einen, weil das Essen dort bei unserem ersten Besuch einfach unglaublich lecker war und zum anderen, weil das dortige WLAN gut funktionierte und wir so nebenbei auch noch drei Videos hochladen konnten. 👍
SUPER Pizza – u.a. mit Lamafleisch belegt „Pique de Macho“ – auch sehr zu empfehlen 😛
Am Sonntagmorgen starteten wir dann endlich das Abenteuer „Salar de Uyuni“. In „Colchani“ bogen wir auf die größte Salzpfanne der Erde ein welche sich über sagenhafte 10.000 km² erstreckt was einer Länge von 140 km und einer Breite von 110 km entspricht. 😮 Auf Grund der unglaublichen Fernsicht, man sieht eigentlich nur Weiß und Blau, sieht man jedoch stetig die umliegenden Berge welche den Salzsee einrahmen. Anfangs war es etwas gewöhnungsbedürftig so ganz ohne Straßen oder richtige Wege zu navigieren aber nach dem wir uns daran gewöhnt hatten, den dunkleren Fahrspuren (auf Grund des Gummiabriebs) auf der weißen Salzfläche zu folgen ging es eigentlich ganz gut. Als erstes stoppten wir an dem der Rallye Dakar gewidmeten Monument hinter welchem sich auch das bunte Fahnenmeer befindet. 😍 Zuletzt donnerten die Rallyefahrer wohl im Jahr 2016 über das endlose Weiß. Nach dem wir uns noch kurz im Salzhotel umgeschaut hatten, in dem vom Boden über die Wände bis hin zu Tischen und Stühlen wirklich alles aus Salz besteht, machten wir uns auf die Weiterfahrt zur Kakteeninsel. 🏜 Es ging rund weitere 50 km hinaus in die unendliche Weite bis wir an der „Isla Incahuasi“ angelangten welche sich fast exakt in der Mitte des Sees befindet. Nach dem wir die 30 BS p.P. (ca. 4 €) Eintrittsgebühr entrichtet hatten sahen wir uns auf der wunderschönen Insel, welche hauptsächlich aus Lavagestein besteht, um. Wir bestaunten die mitunter bis zu 6 Meter hohen Säulenkakteen die gerade einmal einen Zentimeter pro Jahr an Höhe gewinnen. Die meisten der Kakteen sind somit bereits viele hundert Jahre alt. 😯 Das Panorama, über die Kakteen hinweg auf den Salzsee, war unbeschreiblich schön und wir genossen den Spaziergang über und um die Insel herum sehr. Nach dem all die vielen Touren-Jeeps von dannen gezogen waren hatten wir den Stellplatz dann auch ganz für uns alleine. 🙃 Wir sahen noch ein Weilchen der untergehenden Sonne zu bevor wir vor der aufkommenden Kälte flüchteten und im Van unsere Standheizung anwarfen.
Am Dakar-Monument auf dem „Salar de Uyuni“Beeindruckendes Flaggenmeer 🇺🇾🇧🇷🇵🇾🇦🇷🇨🇱🇧🇴 Das Innere des Salzhotels Weiter ging’s in die endlosen Weiten Man sah nur Weiß und Blau 😍An der „Isla Incahuasi“ angelangt 🏜Einfach nur schön 🌵🌵🌵Zu Fuß einmal drum herum Die Kakteen sind bis zu 600 Jahre alt 😳Cheers 🥂 Herrlicher Sonnenuntergang inklusive 🌅
Die Nacht war erwartungsgemäß ruhig und dank der Sonne, die erneut von einem azurblauen Himmel strahlte, wurde es am nächsten Morgen auch relativ schnell wieder warm. ☀😎 Wir verabschiedeten uns von der „Isla Incahuasi“ und fuhren zurück in Richtung Salzhotel. Irgendwo im Nirgendwo, Mitten in der Endlosigkeit, stoppten wir für unsere Frühstückspause. Dass war definitiv einer der coolsten und zugleich surrealsten Frühstücksspots überhaupt. Eine bessere Aussicht kann es fast nicht geben. 🥰 Nach dem wir gemütlich gefrühstückt hatten schossen wir noch einige lustige Fotos was auf dem „Salar“, dank dem einfachen Spiel mit den Perspektiven, selbst uns als Kamera-Laien ganz gut gelang. Als alle Requisiten wieder im Van verstaut waren fuhren wir zurück in Richtung „Colchani“. Bevor wir den Salzsee wieder verließen schauten wir uns noch die wirklich gut gemachten Salzskulpturen sowie den „Stairway to Heaven“ an. Wenn man alle Stufen, die rein aus Salzblöcken bestehen, erklommen hat fühlt man sich dank der Höhe sowie der Fernsicht tatsächlich ein wenig wie im Himmel. 😇 Am späten Nachmittag ging es dann zurück nach „Uyuni“ wo wir unseren Bus neuerdings vor der Militärbasis parkten. Müde von all den vielen Eindrücken, aber auch von dem blendend hellen Weiß, beschlossen wir ein letztes Mal im Restaurant „Tacurú“ einzukehren da wir auf Kochen so rein gar keine Lust mehr hatten. 😋
Good Morning 😎Zum ersten Mal die Glaskugel benutzt Erst einmal Frühstück 🍳 ☕️🥪Spiel mit den Perspektiven 🤪Weiter geht’s zu den Salzskulpturen Immer der dunklen Fahrspur nach „Stairway to Heaven“ 😇Die Skulpturen bestehen rein aus Salzblöcken Diese werden aus dem Boden heraus gesägt 🪚😁😁😁
Am kommenden Morgen spielte uns die Militärkapelle ganz unerwartet ein Ständchen und wir unterhielten uns noch nett mit einem älteren Ehepaar aus der Schweiz, welches ebenfalls hier in ihrem schicken Mercedes Sprinter mit Wohnkabine übernachtet hatte. Anschließend stand erst einmal eine ausgiebige Autowäsche auf dem Programm um all das Salz sowie den Schmutz der Lagunen Route wieder los zu werden. Die Jungs von der „Lavadero Maria Elena“ leisteten einwandfreie Arbeit und eine halbe Stunde später war unser Bussi fast nicht wieder zu erkennen und erstrahlte in fast vergessenem Glanz. 🤩 Und das für gerade einmal 120 BS was umgerechnet 16 € entspricht. Weiter ging es zur Tankstelle wo wir auf Anhieb, nach dem wir die Zauberworte „sin factura“ (ohne Rechnung) und „en efectivo“ (bar) ausgesprochen hatten auch anstandslos zu einem ganz ordentlichen Kurs (6 BS pro Liter = 0,80 €) Diesel erhielten. In Bolivien kann sich das Tanken mitunter wohl ziemlich schwierig gestalten da Ausländer einen anderen Preis entrichten müssen als Einheimische. Zusätzlich muss für „gringos“ auch eine Rechnung erstellt werden weswegen sich der ein oder andere Tankwart wohl generell weigert, Sprit an Ausländische Kunden zu verkaufen. Mal sehen, ob wir diese Erfahrung noch machen werden oder ob sich weiterhin alles so einfach gestalten wird! 👍 Mittlerweile war es spät am Mittag und da wir auf das Frühstück verzichtet hatten knurrten unsere Mägen zwischenzeitlich doch sehr. Wir kehrten letztmalig in das Lokal mit dem günstigen Mittagsmenü ein und freuten uns abermals über ein kleines, aber durchaus feines Menü. 😉 Im Supermarkt organisierten wir anschließend noch 20 Liter Trinkwasser und bevor wir „Uyuni“ nach sechs schönen Tagen dann endgültig den Rücken zukehrten gingen wir im „Spa“ noch einmal ausgiebig duschen. Als alle to dos abgehakt waren machten wir uns am späten Nachmittag bei schönstem Sonnenlicht auf die Weiterfahrt in Richtung „Potosí“. Es ging kurvenreich über zahlreiche Bergketten welche in den schönsten Rottönen schimmerten bis hin zu einem netten Stellplatz etwas abseits der Hauptstraße wo auch wieder einige Lamas weideten. 🦙🦙🦙
Die Wäsche war mehr als nötig 🙈😅Die Jungs leisteten ganze Arbeit 👌🏻So sauber war unser Van schon lange nicht mehr 🤩Die Fahrräder wären auch mal wieder einsatzbereit 😄Weiter ging‘s nach „Potosí“ – seid gespannt! 🤭
Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.