NEW BLOG POST 🇲🇽 (08. – 16.06.2024) Playa Montes – San Cristóbal
Roadtrip durch den Dschungel: Von Playa Montes nach Palenque
Am Samstag verabschiedeten wir uns, nach vier Nächten, von dem traumhaft schönen Campingplatz Playa Montes – leider ohne weitere Schildkrötensichtungen. Unser nächstes Ziel führte uns nicht nur final weg von der Karibikküste, sondern auch in einen neuen Bundesstaat: Wir machten uns auf die 260 km lange Fahrt, die rund vier Stunden dauerte, und wechselten von Campeche nach Chiapas – dem angeblich ärmsten Staat Mexikos.
In iOverlander wurde vor Fake-Polizei-Kontrollen auf den Straßen gewarnt. Tatsächlich entdeckten wir auf der Gegenspur etwas Ähnliches: Weiße, nicht gekennzeichnete Trucks vor denen dubiose, vermummte Gestalten in Möchtegern-Polizei-Shirts standen. 😦 Diese Typen fordern gerne Geld und wir hofften sehr, dass wir um die Zahlung von Bestechungsgeldern herumkommen würden. Vorsorglich hatten wir lieber mal nur ein paar kleinere Banknoten in den Gelbeutel gesteckt – sicher ist sicher!
Die malerisch im Dschungel gelegene UNESCO Weltkulturerbe Stätte Palenque ließen wir aus, da wir diese mystischen und gut restaurierten Mayaruinen bereits vor ein paar Jahren besucht hatten. Stattdessen fuhren wir direkt zum Hostal Bambutan, welches sich am Ortsausgang der gleichnamigen Stadt befindet.
Die kleinen Bambushütten, die als Hotelbungalows fungierten, erinnerten mich stark an ein Hotel in Thailand in dem wir vor Jahren zu Gast waren. Dieses lag ebenfalls mitten im grünen Urwald, umgeben von dessen Geräuschen. Tatsächlich konnten wir bald das Gebrüll von Affen, das Zirpen von Grillen und das Zwitschern diverser Vogelarten wahrnehmen. Ebenso liefen uns grüne Leguane und Geckos über den Weg. 🦎

Wir fühlten uns hier sofort wohl und auch die 150 MXN (7,50 €) fanden wir für diesen Platz mehr als fair. Unseren Van durften wir sogar unter einem Dach parken das nicht nur Schatten, sondern auch Schutz vor möglichem Regen in der Nacht bot. Auch die Duschen und Toiletten waren blitzblank sauber, das WLAN funktionierte hervorragend und wir hatten einen großen Aufenthaltsbereich unter einer Palapa ganz für uns alleine. On top gab es den ganzen Tag über kostenfreien Kaffee – was will man mehr? 😃


Die Wasserfälle von Roberto Barrios und Misol Ha: Ein besonderer Badespaß in Palenque
Nach unserem langen Fahrtag machten wir uns am Sonntag auf, einige Wasserfälle rund um Palenque zu erkunden. Die berühmten Agua Azul hatten wir bereits damals besucht, daher entschieden wir uns diesmal für die weniger bekannten, aber ebenso faszinierenden Roberto Barrios Kaskaden.
Dieser Ort war ein wahres Paradies: 🌴 Das Wasser schimmerte in einem atemberaubenden Türkis, und die vielen Kaskaden und Pools luden zum Baden ein. Besonders angenehm war es, sich unter den kleinen Wasserfällen den Rücken massieren zu lassen. Erstaunlicherweise waren wir die einzigen, ausländischen Touristen unter zahlreichen einheimischen Familien, die hier ihren Sonntag genossen. Der Eintritt kostete uns umgerechnet nur zwei Euro, allerdings mussten wir auch einen kleinen Wegzoll für die Straße zahlen, die durch die Gemeinde führte.






Nach diesem erfrischenden Erlebnis fuhren wir weiter zum Misol-Ha Wasserfall. Aufgrund der Trockenzeit führte dieser jedoch relativ wenig Wasser und war daher nicht so spektakulär wie erwartet. Dennoch bot sich uns eine ganz besondere Gelegenheit: Wir konnten hinter den Vorhang aus Wasser laufen und in dem Pool, in den sich der Wasserfall ergoss, schwimmen. Aber Vorsicht war geboten: Unter den Wasserfall zu schwimmen war zurecht verboten, da immer wieder Steinbrocken und Geröll heruntergespült wurde. ⚠




Eigentlich hätten wir, im Anschluss an unser Badevergnügen, die Nacht gerne noch einmal beim Hostal Bambutan verbracht. Doch zu unserer großen Überraschung standen wir vor verschlossenen Einfahrtstoren. 😮 Schnell mussten wir einen neuen Camping- oder Stellplatz finden, was sich als gar nicht so einfach herausstellte. Palenque ist weder die sicherste noch die schönste Stadt, aber schlussendlich fanden wir einen guten Stellplatz bei einem anderen Hostel. Dort hätten wir sogar die Küche nutzen dürfen, hatten WLAN und eine gute Dusche – ein kleiner Luxus nach einem aufregenden Tag. ☺️

Kaffeedesaster und Straßenblockaden
Der Start in den Montag war denkbar schlecht: Trotz der enormen Hitze hatten wir zwar ganz gut geschlafen, aber wir wollten früh los weshalb bereits um sechs Uhr der Wecker klingelte. Während ich meine Zähne putzte kochte ich, wie immer, parallel das Kaffeewasser auf. Doch als ich Simon sein Handy reichen wollte, blieb ich leider an der vollen Kaffeekanne hängen und kippte diese um. Eine Riesen-Sauerei… Zum Glück verbrühte ich mich nicht auch noch! Also hieß es erst mal den Boden schrubben und dann duschen. Somit kamen wir statt um sieben erst gegen acht Uhr weg. 🤷♀️

Wir wollten deshalb so zeitig los, weil die Strecke von Palenque nach San Cristóbal de las Casas nicht ohne ist. Immer wieder wurde von Roadblocks und Bestechungsversuchen berichtet weshalb man uns geraten hatte, möglichst früh loszufahren – quasi bevor die Kleinkriminellen spät aus ihren Federn kriechen. 😅 Die Alternative wäre ein 200km langer Umweg über die, wenngleich vermutlich sicherere, kostenpflichtige Autobahn gewesen.
Unsere Fahrt über die Bergpässe verlief größtenteils ohne Zwischenfälle. Die traumhaft schöne Urwaldlandschaft machte die zahlreichen Bodenwellen erträglich. Doch in der Stadt Oxchuc, 50 km vor unserem Ziel, stießen wir dann doch noch auf eine Straßensperre. 🚧 Die Einwohner möchten so auf vermeintliches Unrecht aufmerksam machen, da der Gouverneur der 25 Gemeinden Hilfsmittel angeblich nicht an die Ortschaften zuteile. So standen wir von 13:00 bis 16:00 Uhr vor der Barrikade, die an taktisch kluger und nicht zu umfahrender Stelle eingerichtet war.



Pünktlich um 16:00 Uhr wurden Nagelbrett und Steine beiseite geräumt und gegen einen humanen Wegezoll von umgerechnet 2,50 € durften wir weiterfahren. Eineinhalb Stunden später kamen wir, nach neun anstatt der geplanten sechs Stunden Fahrt für gerade einmal 200 km, in San Cristóbal de las Casas an. Wir fanden einen sehr zentral gelegenen und sogar überdachten, sicheren Parkplatz samt Toilette – und das zu einem sagenhaft günstigen Preis!



Das Beste hier sind aber die Temperaturen: Mit Tagestemperaturen von angenehmen 21°C, bedingt durch die Lage auf über 2.000 m Höhe, war dies eine willkommene Abkühlung nach der Hitze der letzten Wochen. Abends kochten wir noch Simons letzten, selbst gefangenen Fisch, bevor wir müde und erschöpft in die Federn fielen.


San Cristóbal de las Casas: Magie, Moskitonetze und Monsunregen
Die nächsten Tage verbrachten wir in San Cristóbal, einem der berühmten Pueblos Mágicos. Diese magischen Dörfer sind besondere Orte in Mexiko, die aufgrund ihrer natürlichen Schönheit, kulturellerer Reichtümer oder historischer Bedeutung diesen Titel tragen.

Nach einem kleinen Erkundungsrundgang durch das historische Stadtzentrum brachte ich unsere Bettwäsche zu einer nahegelegenen Wäscherei. Am nächsten Tag, nachdem die Bettwäsche sauber und wohlriechend zurück war, brachte ich auch unsere restliche Schmutzwäsche dorthin. Mit gerade einmal 60 Cent pro Kilo war die Wäscherei auch denkbar günstig. 👍🧺

Am Donnerstag begannen wir dann unser Projekt Moskitonetz. Es funktionierte zwar nicht ganz so, wie wir es uns vorgestellt hatten aber wir waren auf gutem Weg und konnten es am nächsten Tag fertigstellen. Learning by doing! Das Making-of haben wir für euch festgehalten. Falls auch du einen Renault Master fährst, und vor der Herausforderung Fliegenschutz stehst, dann findest du auf unserem YouTube-Kanal in Kürze das Tutorial dazu. 🛠

Wir freuten uns nicht nur über das erfolgreich installierte Moskitonetz in der Schiebetür, sondern vor allem über den ideal gelegenen Stellplatz: Nur eine Straße weiter gibt es eine tolle Bäckerei und einen Laden, in dem es günstigen Käse und hausgemachten Joghurt gibt. Direkt nebenan ist ein Hostel und Coworking-Space. Ich erkundigte mich dort nach den Preisen für einen Arbeitstag, da ich endlich mal meine Steuererklärung angehen wollte. 🙉 Leider dauerte die Antwort eine Weile, weil die Preise erst über drei Ecken telefonisch in Erfahrung gebracht werden mussten. Ich konnte die Wartezeit jedoch zu meinem Vorteil nutzen, denn ich entdeckte derweil das WLAN-Passwort an der Wand. Und da das Hostel direkt an unseren Parkplatz angrenzt reichte das starke Signal hervorragend bis zu uns herüber. So konnte ich die Steuererklärung sogar im Van fertig machen. Jetzt haben wir die kommenden Tage also auch hier am Auto Internet – was will man mehr?



Gerne weniger hätten wir von dem anhaltenden und starken Monsunregen. Zwischenzeitlich hat die Regenzeit voll eingesetzt und es schüttete immer wieder ziemlich heftig 🌧️. Und bei Tagestemperaturen von +/- 20°C fühlte es sich, zumindest im Vergleich zur Hitze aus der wir kamen, mintunter relativ frisch an. Daran müssen wir uns erst wieder gewöhnen! 🧣🍜


Ein fleißiger Freitag in San Cristóbal
Am Freitag waren wir mega fleißig. Nach dem Aufstehen vertonte ich direkt unser neues YouTube-Video. Danach ging ich nebenan im Hostel Posada Santa duschen. Für 2,50 € gab es eine warme und saubere Dusche, sogar mit frischem Handtuch! 🚿🧼

Der Rest des Tages war dem Van gewidmet: Zuerst reparierten wir das klemmende Rollo an der hinteren Dachluke. Dann demontierten wir die vordere Dachluke, um das Lüftergitter und den Lüfter zu reinigen. Dabei stellte sich heraus dass der Lüfter, vermutlich durch die UV-Einstrahlung, spröde geworden war. 🤯 Simon reparierte die Risse im Lüfterrad mit einer Backpulver-Sekundenkleber-Mischung. Außerdem brachten wir das Moskitonetz nochmal neu an. Jetzt sieht es ganz ordentlich aus – hoffentlich hält es!




Nach diesen Arbeiten gelang es mir dann, im dritten Anlauf, unsere fünf Kilo Wäsche bei der Wäscherei abzuholen die dann endlich geöffnet hatte. Öffnungszeiten sind hier nur ein gaaanz grober Richtwert. 😂

Nach dem arbeitsintensiven Tag gönnten wir uns ein spätes, sehr leckeres Nachmittagsmenü: Mit Getränk, Suppe und Vorspeise samt Dips kostete es gerade einmal sechs Euro, ein echtes Schnäppchen!

Reparaturen und Pflaumenkuchen in San Cristobal
Auch der Folgetag war ein anstrengender Tag: Simon brauchte fast den kompletten Tag, um den defekten Turboschlauch zu wechseln. Ohne Auffahrrampe war es auf dem flachen Boden eine echte Herausforderung, da der Unterbodenschutz dafür demontiert werden musste. Aber mit viel Geduld und Feingefühl ist ihm letztendlich auch das gelungen. Jetzt sind vorerst alle Reparaturarbeiten erledigt, außer der Schiebetür. Aber die schwere Tür können wir sowieso nur mit Hilfe mehrerer Leute aushängen, auch hierfür wird sich noch der ideale Ort finden. 🙏

Ich habe währenddessen die frischen Pflaumen, die hier gerade Saison haben, genutzt um einen köstlichen Pflaumenkuchen zu backen und Pflaumenmus für unser Joghurt-Müsli-Frühstück zuzubereiten. Beide Rezepte findest du übrigens auch hier auf unserer Homepage:
https://sijucampervan.com/kochen-backen/: NEW BLOG POST 🇲🇽 (08. – 16.06.2024) Playa Montes – San Cristóbal
Zwischendurch habe ich noch ein paar Dinge im Innenraum gereinigt, sodass jetzt wirklich alles wieder up to date ist. So sauber und ordentlich war es schon lange nicht mehr! ✨
Abends wollte Simon noch ein Weilchen am Laptop arbeiten aber leider wollte das Gerät nicht mehr starten! 😰 Trotz Dr. Google und Versuchen sämtlicher Tastenkombinationen blieb der Bildschirm dunkel und der Rechner stumm – Pustekuchen! Und sonntags haben natürlich alle Reparaturläden in der Umgebung geschlossen…
Montezumas Rache: Die Pechsträhne geht weiter
Bereits am Vorabend machte sich bei mir deutliches Unwohlsein bemerkbar und ich musste ständig auf die Toilette was sich im Laufe der nächsten Stunden zu ziemlich starkem Durchfall entwickeln sollte. 🚽🧻🚾 Ich hatte Magenkrämpfe und musste andauernd aufs Klo flitzen, weshalb Simon natürlich auch kaum ein Auge zu tat. Zu allem Übel ist das kleine Häuschen, in dem das liebenswerte Parkwächterpaar mit ihrem kleinen Sohn lebt, nur an vier von sieben Wochentagen an die städtische Wasserversorgung angeschlossen. Für ihren spartanischen Wohnraum nutzen sie, während der restlichen Tage, den Wassertank auf ihrem Dach aber die separate Parkplatztoilette ist leider nicht eingebunden. So musste ich, zu allem Elend und mit schwachem Kreislauf, auch noch per Eimer Wasser schöpfen und damit spülen. 😥 Am späten Sonntagabend verspürte ich eine minimale Besserung und so entschied ich, vor dem Schlafengehen noch zwei Tabletten gegen Durchfall zu nehmen die mir mein Schatz zuvor in der Apotheke besorgt hatte. 💊 Nachdem ich ihm eine Notiz auf Spanisch mitgegeben hatte, weil er sich andernfalls nicht hätte verständigen können. 🙈 Wie lange wir noch im nassen San Cristóbal verweilen mussten, wann es mir wieder besser ging und ob unser Laptop noch zu retten war erfahrt ihr dann kommende Woche. Bis dahin, bleibt gesund!
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