NEW BLOG POST 🇲🇽 (21. – 30.09.2024) San Luis Potosí
Mexiko – Wenn das Pech nicht loslässt
Nach einem endlos langen Fahrtag erreichten wir spät abends eine Autobahnraststätte kurz vor Fresnillo. Wir waren erledigt und freuten uns auf ein schnelles Abendessen. Doch als Simon beim Routine-Check bemerkte, dass mal wieder einer unserer hinteren Stoßdämpfer aus der Verankerung gerissen war, rutschte mir das Herz in die Hose. ❤️🩹 Und als wäre das nicht schon genug, funktionierte auch unsere Handbremse, die wir gerade erst hatten reparieren lassen, überhaupt nicht mehr. Mexico bringt uns echt kein Glück! 🙈
Aber nach diesem langen Tag hatten wir absolut keine Lust mehr, uns mit diesen Problemen auseinanderzusetzen. Also ab in den 24/7 OXXO, ein kaltes Getränk geschnappt, und draußen vor der Tür stand Praktischerweise schon ein fliegender Burrito-Verkäufer mit lauwarmen, hausgemachten Burritos bereit. Perfektes Abendessen! 🌯 Danach fiel uns die Entscheidung leicht: Auto-Probleme? Können warten. Stattdessen beendeten wir diesen 500 km langen Reisetag und zogen uns ins Bett zurück. 😴
Morgendliche Schrauberstunde
Am nächsten Morgen war es dann aber doch an der Zeit, den Stoßdämpfer in Angriff zu nehmen. Simon demontierte das schadhafte Teil und stellte fest, dass das Auge, in dem der Bolzen lagert, herausgedrückt worden war. Somit war klar: Dieses Problem konnten wir selbst nicht beheben.


Also begann ich zu recherchieren und wurde bei Google Maps fündig. Nur 15 km entfernt lag eine gut bewertete Auto-Werkstatt. Also machten wir uns auf den Weg – und siehe da, wie so oft auf unserer Reise durch Lateinamerika, wurde der Schaden in Rekordzeit behoben. 🤗 Unser hinterer Stoßdämpfer saß wieder fest und wir hoffen nun, dass er uns noch die restlichen vier Monate in Mexico durchhalten wird, bis wir wieder in Deutschland sind und uns unsere bewährten Marquardt-Stoßdämpfer holen können.

Auch das Problem mit der Handbremse wurde überraschend schnell gelöst. Dieses Mal war es der hintere Seilzug, der sich verabschiedet hatte. Kurz darauf wurde das Stahlseil gekürzt, und plötzlich funktionierte die Handbremse besser als je zuvor! Und das Beste: Die Mechaniker wollten für die Reparatur kein Geld! Stattdessen bekamen wir sogar zwei Literflaschen kalte Softdrinks geschenkt. Natürlich gaben wir ein kleines Trinkgeld – und schon um 13:00 Uhr konnten wir unsere Reise in Richtung San Luis Potosí fortsetzen. 😀👍🏻
Endlich: Landschaft, die uns belohnt
San Luis Potosí ist bekannt für seine vielfältige Landschaft, die von Gebirgen, Flüssen und dichten Wäldern geprägt ist. Besonders beliebt ist die Region bei Outdoor-Fans wegen der vielen Wasserfälle, wie zum Beispiel die berühmten Tamul-Wasserfälle, und der unberührten Natur. Auch das Höhlensystem Sótano de las Golondrinas, in dem Schwärme von Vögeln kreisen, zieht jedes Jahr viele Abenteurer an. Genauso wie die surrealen Gärten von Edward James in Xilitla.🌿🏞️
Dank der angenehmen Höhenlage erreichten wir bei milden 26 Grad unser nächstes Ziel: eine ruhige Tankstelle kurz vor der Landeshauptstadt. Die Strecke führte uns durch sattgrüne Landschaften, vorbei an Zitronenfaltern, Drachenbäumen und Kakteen. Für uns war es kaum zu glauben, dass wir in nur drei Tagen 1.300 km zurückgelegt hatten! 🚐

Der beste Empfang ever
Der nächste Tag versprach weniger Strapazen. Nur noch 200 km trennten uns von einem schönen Campingplatz namens Ríncon de la Luna, den wir gegen 14:00 Uhr erreichten.



Wenige Minuten nach unserer Ankunft auf dem gepflegten Campground war klar: Hier würde es spannend werden! Kaum hatten wir uns eingerichtet, tauchten vier Freunde des Besitzers Javier mit einer Pferdekutsche auf. Was wie ein kurzer Plausch begann, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einer ausgewachsenen Fiesta, wie man sie sich in Mexiko vorstellt. Kommt dazu!, forderte uns Javier auf, und ehe ich mich versah hielt ich schon ein eiskaltes Corona in der Hand – Simon, wie immer alkoholfrei, schaute schmunzelnd zu. Während wir nett plauderten, verabschiedete sich plötzlich einer der Männer, sprang auf ein Motorrad und düste davon. Etwa eine halbe Stunde später tauchte er, wie ein Held der Feier, wieder auf – und zwar schwer bepackt: Grillkohle und noch mehr Bier. Aber das war noch nicht alles! Kurz darauf erschien der Dorfmetzger, ein Freund der Runde, mit einer riesigen Tüte voller selbst gemachter Würstchen und hauchdünnen Rib-Eye-Steaks. 🌭🍺
Eigentlich wollten wir nur eine etwas längere Mittagspause machen, lachte Pancho, während der Grill schon loderte. 🔥 Binnen kürzester Zeit verwandelte sich das Campinggelände in eine improvisierte BBQ-Party. Einer der Jungs zauberte zwei verschiedene Salsas aus dem Nichts, und ein großer Becher Guacamole durfte natürlich auch nicht fehlen. 🥑 Schnell waren die Tortillas bereit, nach Lust und Laune belegt zu werden, während das Corona-Bier in Strömen floss. Immer wieder wurden neue Bier-Kartons herangeschafft, als ob sie nie ausgehen würden! Und dann, als ob das alles noch nicht genug wäre, rollte der Dorfganove, ein jugendlich aussehender Typ auf einem klapprigen Moped, an uns vorbei – in der Hand eine Lieferung Marihuana. Simon entging dabei nicht, dass aus seinem Hosenbund ein Butterfly-Messer und eine Pistole hervorblitzten. So ist das eben hier in Mexiko! 🙈🤣


Trotz der schrillen Details war die Stimmung gelöst und fröhlich. Die Jungs waren allesamt bestens drauf und erzählten uns vom Leben in der Gegend, während wir genüsslich in die saftigen Steaks bissen. Die Krönung des Abends war jedoch die Kutschfahrt durch den kleinen Ortskern El Jabalí, die wir bei Sonnenuntergang machten. Simon durfte sogar als Kutscher ran und lenkte das Gefährt mit Leichtigkeit durch die Orangenhaine und Maisfelder. 🍊🌽


Zurück am Campingplatz, nachdem die Sonne längst untergegangen war, ließ ich mich noch zu einem weiteren Bier überreden – jemand musste die ganze Ladung ja trinken, denn Simon, der alte Bierverweigerer, machte da ja nicht mit. Alejandro, einer der Männer, schwärmte mir begeistert von seinen neun Kindern vor – alle von neun verschiedenen Frauen. Geburtstagspartys samt Hüpfburg seien der Mittelpunkt seiner Vaterfreuden. Wer stellt sich das Elternsein nicht auch so vor?! Aber natürlich war klar, dass das eher die Ausnahme als die Regel ist und die meiste Arbeit wohl an den neun Frauen hängen blieb. 😬
Am Ende des Abends, als die Männer immer betrunkener wurden, zogen wir uns in unseren gemütlichen und ruhigen Van zurück. Am nächsten Morgen zählten wir 96 leere Bierflaschen – und das bei nur sieben Leuten (meine Wenigkeit inklusive, wobei ich nur zwei Bier trank). Eine echte mexikanische Fete eben! 🎉🎉🎉
Ein entspannter Tag am Pool
Am nächsten Morgen legten wir einen ruhigen Tag am Pool ein, versorgten unseren Sauerteigansatz und ich buk ein leckeres Vollkornbrot. Auch die Linsen-Bolognese, die ich kochte, war ein voller Erfolg, auch wenn die Zubereitung wegen der ewigen Kochzeit der Linsen etwas mühsam war. 🍝

Die Sache mit dem WLAN…
Was wäre ein Campingplatz ohne die obligatorische Herausforderung mit dem WLAN? 🛜 Als wir am ersten Tag ankamen, hatte uns Javier direkt mit einem leicht verlegenen Lächeln begrüßt und erklärt, dass das Internet gerade nicht funktioniere, aber er habe bereits den Techniker angerufen, der spätestens heute Abend oder morgen früh vorbeikommen würde. Na ja, dachte ich, wir kennen ja diese Versprechen… Tatsächlich tat sich bis zum nächsten Morgen nichts, und auch von einem Techniker weit und breit keine Spur. 😅
Gegen Mittag kam Javier dann wieder vorbei, etwas verschlafen und noch leicht verkatert von der Feier am Vortag. Ich war sogar im Ort und habe den Leuten im Technik-Laden nochmal Bescheid gesagt, versicherte er uns. Aber es kam wie erwartet: Kein Techniker tauchte auf. Und doch, fast wie von Zauberhand, begann das WLAN plötzlich zu funktionieren! ✨ Kein Techniker weit und breit, nur Javier, der nach seinem Besuch im Ort zufällig mit einem Lächeln auf den Lippen zurückgekehrt war. Meine Theorie? Das Problem war weniger technischer Natur, sondern eher finanzieller – wahrscheinlich hatte er einfach nur die offene Rechnung beglichen, und voilà: Das Internet war wie durch ein Wunder wieder da. 😂
Egal wie, das WLAN funktionierte und wir konnten wieder online gehen. Aber es bleibt eine lustige Anekdote in unserem Reisebuch – wie oft wir das schon erlebt haben! Die Versprechen der schnellen Technik und am Ende die simple Lösung: Bezahlen und alles ist gut. 💵
Wir arbeiteten in den kommenden Tagen an neuen Projekten, die hoffentlich bald spruchreif werden. Überraschend kam dann am Samstag ein Reisebus voller Leute und Kinder an, die ihr Wochenende an der nahegelegenen Laguna de la Media Luna verbringen wollten und hier ihre Zelte aufschlugen. ⛺️ Wir entschieden uns jedoch, die Lagune erst am Montag zu besuchen, um die Menschenmassen zu umgehen.
Ein Badetag an der Lagune
Unser Plan ging auf! Die Laguna de la Media Luna war ein kleines Paradies und wir verbrachten einen wunderbaren Tag dort, in kristallklarem, lauwarmem Wasser und üppiger Natur. 🏞️💦 Am Abend besuchten wir dann das nahegelegene Restaurant El Zarandeado, das für seine Fischgerichte bekannt ist. Leider war der Fisch etwas fade, aber die Tortillas und höllisch scharfen Salsas machten das wieder wett. 🌶️🥵






Ein Geschenk von dem netten Campingplatz Besitzer
In den kommenden Tagen werden wir weiter die Region erkunden, Wasserfälle und Höhlen stehen auf dem Programm! Und natürlich lassen wir uns die Feierlichkeiten rund um den Tag der Toten nicht entgehen. 💀💐 Freut euch also auf den nächsten Beitrag. Bis dahin – schaut doch mal in unsere YouTube Vlogs rein! 🎥







































