NEW BLOG POST 🇲🇽 (08. – 18.11.2024) Mexiko Roadtrip! Vulkanwanderungen & Archäologische Entdeckungen

Abschied von Pátzcuaro – Zeit für neue Abenteuer!

Nach exakt 14 Tagen in Pátzcuaro wurde es höchste Zeit, die Zelte abzubrechen – oder in unserem Fall, die Handbremse zu lösen. Denn wie heißt es so schön? „Wer rastet, der rostet.“ Und tatsächlich: Je länger wir an einem Ort verweilen, desto schwieriger fällt es uns, wieder in den Entdeckermodus zu schalten. Doch mit dem Ziel, uns endlich wieder vom Reisefieber packen zu lassen, starteten wir motiviert Richtung Morelia

Unser erster Stopp führte uns nach Tzintzuntzan, einem weiteren magischen Dorf am Seeufer. Hier wollten wir uns ein wenig die Beine vertreten und landeten auf einem charmanten Atrium mit über 100 Jahre alten Olivenbäumen. Die waren wohl das Highlight für viele Mexikaner, denn wir sahen zahlreiche Einheimische, die ehrfürchtig unter den mächtigen Kronen flanierten. 

Vielleicht liegt es daran, dass wir aus Europa stammen und Olivenbäume für uns keine Exotik ausstrahlen, aber wir waren nicht ganz so beeindruckt, wie die Kanadierin, die uns diesen Ort empfohlen hatte. Trotzdem genossen wir den kurzen Spaziergang und die friedliche Atmosphäre. 

Auch die archäologische Stätte, die hoch oben über dem See thront und einen atemberaubenden Rundumblick versprach, hätten wir noch besichtigen können. Doch ehrlich gesagt: Nach all den Ruinen, die wir bereits in Mexiko bestaunen durften, ließen wir diesen Abstecher aus. Manchmal muss man auch Prioritäten setzen – und in unserem Fall war das der nächste Kaffee. ☕ 

Ein paar Kilometer weiter fanden wir eine Tankstelle, die sich perfekt für eine kleine Kaffeepause eignete. Wir hatten uns gerade hingesetzt, da brauste Julio auf seinem Motorrad in voller Lederkluft heran. Schon von weitem war klar, dass er nicht mehr ganz nüchtern war. Doch mit typisch mexikanischer Herzlichkeit bestand er darauf, uns auf ein Getränk einzuladen. 

Während er sich eine Literflasche Bier gönnte, hielten wir es mit einer kleinen Cola Zero deutlich dezenter. Die Unterhaltung der nächsten halben Stunde war… sagen wir, recht repetitiv. Mindestens zehnmal fragte er uns, wie alt wir seien, woher wir kämen und wohin wir reisen würden. Wir waren höflich, tranken brav unsere Getränke aus und verabschiedeten uns schließlich mit einer Notlüge, dass Freunde in Morelia auf uns warteten. Andernfalls hätten wir wohl die Nacht an der Tankstelle verbringen müssen. 😅

Doch trotz allem: Diese Begegnung zeigt einmal mehr die unglaubliche Gastfreundschaft der Mexikaner und ihr großes Interesse an ausländischen Touristen. So schräg das Gespräch auch war – es war ein kleines Stück mexikanische Herzlichkeit. 💚🤍❤️

Unser Ziel war schließlich Morelia, eine beeindruckende Stadt mit rund 850.000 Einwohnern, die sich selbstbewusst als „Seele Mexikos“ bezeichnet. Hier fanden wir etwas außerhalb des Stadtzentrums einen echten Glückstreffer: den riesigen Parkplatz am Messezentrum, der sich als exzellenter Stellplatz entpuppte. 

Besonders begeistert waren wir von den speziell ausgewiesenen Camper-Stellplätzen, die teilweise sogar Stromanschlüsse boten. Direkt daneben: gepflegte öffentliche Toiletten. 🚻 So etwas hatten wir tatsächlich seit Ushuaia in Feuerland nicht mehr erlebt! 

Und es war nicht nur die Infrastruktur, die uns positiv überraschte: Der Parkplatz war ein Sammelplatz für Wohnmobile aus aller Welt. Neben Fahrzeugen aus den USA, Kolumbien und Belgien waren auch einige mexikanische Camper vertreten. Und natürlich dank uns auch ein deutsches Wohnmobil. 🇩🇪 

Mit dem Fahrrad ins koloniale Herz von Morelia

Am nächsten Morgen schnappten wir uns unsere Fahrräder und machten uns auf den Weg ins Zentrum von Morelia. Der Weg dorthin führte uns entlang des beeindruckenden Aquädukts, das mit seinen 253 Bögen eine imposante Kulisse bot. Dieses historische Bauwerk versorgte die Stadt bereits im 18. Jahrhundert mit Wasser – ein wahres architektonisches Meisterwerk und ein perfekter Einstieg in die Kolonialgeschichte der Stadt. 

Je näher wir dem Zentrum kamen, desto mehr zog uns die Altstadt in ihren Bann. Die Fassaden der Gebäude, allesamt aus rotem Sandstein, verliehen der Stadt eine warme und gleichzeitig majestätische Ausstrahlung. Besonders die mächtige Kathedrale mit ihren blau-weißen Fliesenkuppeln stach heraus. Die Fassade war mit verschnörkelten Details verziert, und die Glockentürme hatten sogar Balkone – eine Mischung aus kolonialer Pracht und barockem Prunk. 

Der zentrale Platz, die Plaza, war umringt von eleganten Arkadengängen, die förmlich nach einer Tasse Kaffee und ein wenig Leute-Watching riefen. Morelia zeigte sich wirklich als Paradebeispiel für spanische, koloniale Baukunst. Es fühlte sich ein wenig so an, als wären wir in eine andere Zeit zurückversetzt worden – eine Zeit voller Prunk und Prestige. 

Wir parkten unsere Fahrräder sicher an einer Laterne vor den Schuhputzern, die geschäftig die Schuhe der Passanten polierten, und tauchten zu Fuß in die charmanten Gassen der Innenstadt ein. Ohne Plan liefen wir kreuz und quer durch die Straßen, ließen uns treiben und saugten die Atmosphäre auf. 

Die Sonne zeigte sich an diesem Tag von ihrer gnadenlosen Seite und brannte unbarmherzig vom Himmel. Schon nach kurzer Zeit suchten wir automatisch die Schattenseiten der Gehwege auf und machten regelmäßig Pausen, um uns ein wenig abzukühlen. 🥵

Als der Nachmittag weiter voranschritt waren wir heilfroh, wieder zurück an unserem schattigen Stellplatz im großen Park zu sein. Dort genossen wir die Kühle und ließen die Eindrücke des Tages sacken – während wir insgeheim schon Pläne für den nächsten Tag schmiedeten. 😂

Entspannung auf 2.800 Metern: Thermalparadies Laguna Larga

Da der Stellplatz in der Stadt gar so ideal und obendrein kostenfrei war entschieden wir, noch einen weiteren Tag zu bleiben. Wir erledigten Lebensmitteleinkäufe in der Mall gegenüber, bevor wir schließlich weiter in die Berge aufbrachen. Unsere Fahrt führte uns auf stolze 2.800 Meter Höhe – mitten hinein in dichte Kiefernwälder, die so dufteten, wie nur Nadelwälder in dieser Höhe duften können. 🌲

Dort, im scheinbaren Nirgendwo, stießen wir auf ein wahres Juwel: das Thermalbad an der Laguna Larga. Zu Simons Leidwesen war der See leider fischfrei, aber dafür bot die Anlage eine Menge anderer Vorzüge. Neben einem idyllischen Campingplatz gab es Hotelzimmer, Ferienwohnungen und drei unterschiedlich temperierte Thermalbecken – direkt am Seeufer! Wir parkten unseren Van mit Blick aufs Wasser, ein Traum von einem Stellplatz! 🤩🚐 

Bevor wir uns den Thermalbecken widmeten, erkundeten wir das Gelände. Ein Spaziergang entlang des Ufers offenbarte uns einen unglaublich gepflegten und weitläufigen Bereich. Selbst Zelt-Camper kamen hier voll auf ihre Kosten: lauschige Plätze im Wald, ausgestattet mit Grillstellen, überdachten Sitzgelegenheiten und sogar Stromanschlüssen. Die Betreiber hatten wirklich an alles gedacht! 👍🏻

Nach einem kleinen Mittagessen schlenderten wir über eine Brücke, die uns in den oberen Bereich der Anlage führte. Und siehe da: noch mehr warme Badebecken! Die Auswahl war groß, aber wir entschieden uns für den wärmsten Pool. 🧖🏻‍♀️🧖🏼‍♂️

Während wir im warmen Wasser entspannten, beobachteten wir das bunte Treiben um uns herum. Ein krasser Gegensatz zu Deutschland wurde dabei wieder einmal deutlich: Wo man in der Heimat mit einem belegten Brot und ein paar Schwimmbad-Pommes auskommt, wird in Lateinamerika groß aufgekocht. Familien rückten mit Töpfen, Grillrosten und der kompletten Verwandtschaft an, einschließlich Oma und Opa. Die Szene war wie immer herrlich chaotisch, laut und lebendig – einfach typisch Lateinamerika! 🌎 

Nach etwa einer Stunde reichte es mir mit dem warmen Wasser. Meine Finger waren inzwischen so schrumpelig wie Rosinen! Ich gönnte mir eine heiße Dusche, bevor wir entspannt und rundum erholt zum Van zurückspazierten. Dort ließen wir die Nachmittagssonne auf uns wirken und freuten uns über die überraschend guten Aufrufzahlen unseres neuesten YouTube-Vlogs. 🎥☀️ 

Am frühen Abend, gerade als ich mit der Zubereitung des Abendessens beschäftigt war, klopfte es plötzlich an unserer Tür. Eine Horde Kinder stand davor, die vor Aufregung fast platzte. Sie fragten ganz ehrfürchtig, ob wir tatsächlich YouTuber seien. Als ich lachend bestätigte, war die Freude groß – und es folgte natürlich ein spontanes Fotoshooting. Mittlerweile haben wir uns an solche Situationen gewöhnt, aber es ist jedes Mal aufs Neue herzerwärmend. 🥰

Abschied vom Thermalbad und ein Stellplatz im Flachland

Nach einem weiteren erholsamen Tag an der Laguna Larga, gefüllt mit wohltuend warmem Wasser und entspannter Stimmung, hieß es am Freitag wieder „Weiterziehen“. Besonders freuten wir uns darüber, dass wir für den zweiten Tag am Thermalbad nicht nochmal zur Kasse gebeten wurden – ein kleiner, aber feiner Bonus. 😉

Unser Ziel für den Tag war klar: die Region um die Stadt Toluca. Wobei uns nicht die Stadt selbst lockte – dazu sind wir nach den vielen kolonialen Schmuckstücken schon etwas verwöhnt – sondern vielmehr der dahinter liegende Berg Nevado de Toluca. Mit stolzen 4.500 Metern Höhe gehört er zu den höchsten Bergen Mexikos und versprach eine spektakuläre Kulisse. ⛰️

Da es jedoch bereits später Nachmittag war, als wir Toluca erreichten, entschieden wir uns gegen eine Übernachtung in den Höhenlagen. Uns war bewusst, dass eine Nacht auf rund 4.000 Metern höchstwahrscheinlich weniger romantisch und dafür mehr kopfschmerzlastig ausgefallen wäre. Stattdessen suchten wir uns einen Stellplatz im „Flachland“ – wobei 2.600 Meter hier als flach durchgingen. Wir landeten schließlich auf einem Soriana-Parkplatz, der wie so oft in Mexiko eine solide Option bot: halbwegs ruhig, sicher und mit dem kleinen Luxus eines gut sortierten Supermarkts direkt nebenan. 😇

Höhentour auf den Nevado de Toluca – Staub, Lagunen und ein Wiedersehen

Am nächsten Morgen machten wir uns auf die letzten 30 Kilometer hinauf zum unteren Besucherparkplatz des Nevado de Toluca, gelegen auf stolzen 3.700 Metern. Schon die kurvige Fahrt durch die Berglandschaft ließ erahnen, dass uns ein beeindruckender Tag bevorstand. Nach einem gemütlichen Frühstück im Van – wie immer begleitet von der besten Aussicht – packten wir unseren Wanderrucksack, bezahlten die Einfahrtgebühr von 50 Pesos pro Person und bereiteten uns auf den letzten Abschnitt vor. 

Unter der Woche hätten wir mit unserem Van bis auf 4.200 Meter hinauffahren dürfen. Doch da wir am Wochenende unterwegs waren und der Andrang entsprechend groß war, mussten wir auf ein Shuttle zurückgreifen. Für weitere 50 Pesos pro Person nahmen wir auf der staubigen Ladefläche eines Pick-ups Platz. Während uns der Fahrtwind und vor allem der aufgewirbelte Staub ordentlich einnebelten, wurden wir zwischendurch bereits mit traumhaften Ausblicken belohnt: tief unter uns lagen winzige Dörfer und endlose Bergketten. 

Am Gipfel angekommen wartete die nächste Überraschung: Der Zugang zu den Wanderwegen, die zu den beiden Kraterlagunen führen, war neuerdings kostenpflichtig. Auch wenn wir etwas widerwillig zahlten, ließen wir uns die Erkundung dieser besonderen Natur natürlich nicht entgehen. Schließlich wollten wir unbedingt die Laguna de la Luna und die Laguna del Sol sehen. 👀

Die Wanderung zur ersten Lagune war gut besucht – erstaunlich, wie viele Mexikaner sich trotz der dünnen Luft und des anspruchsvollen Geländes auf den Weg machten. Die raue, unberührte Landschaft erinnerte mich an Patagonien, nur die Guanakos fehlten. Die klare Bergluft, die spiegelnden Lagunen und die dramatische Kulisse ließen uns die dünne Luft schnell vergessen. Der Rundweg um die beiden Kraterseen war atemberaubend schön und führte uns immer wieder zu Aussichtspunkten, die Lust auf einen längeren Aufenthalt machten. 

Nach der 6km langen Wanderung ging es wieder per Shuttle zurück zu unserem Van. Dort stärkten wir uns mit einer heißen Tasse Kaffee und – weil es einfach passte – süßen Donuts. ☕️🍩 Anschließend machten wir uns auf den Rückweg Richtung Stadt. Und wer kam uns da entgegen? Christian und Anne von @Van.We.Bike! Bereits zum zweiten Mal hatten sich unsere Wege auf der Straße gekreuzt, doch auch diesmal verpassten wir uns. Ein lustiges und gleichzeitig frustrierendes Déjà-vu. 🙈

Die Sonne ging schnell unter, und so entschieden wir uns für eine weitere Nacht auf dem Parkplatz des Soriana-Supermarkts. Doch während die erste Nacht hier angenehm ruhig gewesen war, entpuppte sich die zweite als deutlich weniger entspannt. Von einer Diskothek auf der gegenüberliegenden Straßenseite dröhnte bis spät in die Nacht laute und, sagen wir mal, eigenwillige Musik. So verbrachten wir die Nacht eher im Takt des Basses als in der ersehnten Stille. 🔊😬

Von Teotenango in die Berge – Viel Geschichte und holprige Straßen

Nach der lauten Nacht in Toluca stand uns am Morgen nur noch eine kurze Fahrt zur archäologischen Stätte Teotenango bevor. Überraschenderweise hatte ich zuvor nie von dieser beeindruckenden Pyramidenanlage gehört – dabei zählt sie zu den größten in ganz Mexiko! 

Die Stätte wurde von den Matlatzinca gegründet, einem indigenen Volk, das die Region bereits im 8. Jahrhundert besiedelte. Strategisch auf einem erloschenen Vulkan errichtet, diente die Stadt als wichtiges kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Mit der Ankunft der Azteken im 15. Jahrhundert geriet Teotenango unter deren Kontrolle, bevor sie schließlich nach der spanischen Eroberung um 1550 aufgegeben wurde. Heute ist die Stätte ein Fenster in die Vergangenheit und beeindruckt mit ihrer Größe und ihrer gut erhaltenen Architektur. 

Highlights der Anlage: 

Pyramiden: Besonders die Pyramide der Sonne und die Pyramide der Jaguare beeindrucken durch ihre Höhe und die feinen Steinmetzarbeiten. 

Ballspielplatz: Wie viele mesoamerikanische Städte verfügt auch Teotenango über ein Juego de Pelota, wo das traditionelle Ballspiel der Indigenen gespielt wurde. 

Aquädukt und Bewässerungssysteme: Ein geniales Beispiel antiker Ingenieurskunst. 

Panoramablick: Von der Anlage aus hat man eine grandiose Aussicht auf die umliegenden Täler und Berge. 

Da sonntags der Eintritt frei ist, konnten wir sowohl das kleine Museum als auch die weitläufige Stätte kostenlos erkunden. Zwei Stunden lang liefen wir kreuz und quer über das Gelände, bewunderten die Ruinen und sammelten nebenbei – unabsichtlich – jede Menge Kletten ein. 😳 Diese widerspenstigen kleinen Biester setzten sich hartnäckig in unsere Socken und Schuhe und verlangten uns am Ende fast genauso viel Geduld ab wie die holprige Fahrt, die uns später noch bevorstand…

Von Teotenango aus ging es weiter in die Berge, genauer gesagt in den Nationalpark Cumbres del Ajusco. Hätten wir jedoch vorher gewusst, wie schlecht die Straßen dorthin sind, hätten wir die 50 Kilometer lange Strecke womöglich gar nicht in Angriff genommen. Was uns erwartete, war eine wahre Schlaglochpiste, die sich über zwei Stunden hinzog. 🚐💨

Unterwegs geriet ein Motorradfahrer neben uns in Schwierigkeiten, vermutlich weil er eines der tiefen Löcher übersehen hatte. Zum Glück ging alles glimpflich aus, und auch wir erreichten schließlich unser Ziel – zwar durchgerüttelt, aber unversehrt. 

Im Cumbres del Ajusco Nationalpark fühlten wir uns prompt an die Schwarzwaldhochstraße erinnert. 😍 Wir parkten unser Wohnmobil auf einem großen Parkplatz vor einem der gemütlichen Ausflugsrestaurants. Die kleineren Lokale auf der anderen Straßenseite schieden für uns aus – zu wenig Parkplätze und zu nah an der Straße. Gegen eine kleine Gebühr durften wir jedoch auf dem Parkplatz des größten Lokals übernachten. 

So schön trocknet hier das Heu

Nach der anstrengenden Fahrt gönnten wir uns im Restaurant eine wohlverdiente Pause und einen kleinen Mittagssnack, bevor wir nach dem Trubel einfach die Ruhe des Waldes genossen und den Tag entspannt ausklingen ließen. 

Ein Wanderabenteuer mit Aussicht – Pico El Águila

Nach einer kalten Nacht erwartete uns am Morgen ein Himmel wie aus dem Bilderbuch: strahlend blau und wolkenlos. Perfekt für eine Wanderung! Nach einem ausgiebigen Frühstück schnürten wir die Stiefel und machten uns voller Elan auf den Weg zum Pico El Águila. 🎒🧭

Am Eingang zum Wanderweg wurden wir jedoch prompt überrascht: Der ältere Herr, der die Eintrittsgebühr kassierte, informierte uns, dass es sich um eine Wanderung von etwa fünf Stunden handelte. 😮 Wir hatten mit einem Rundweg von 6-7 Kilometern gerechnet und entsprechend nur Wasser, aber kein Vesper, dabei. 🙉 Dennoch bezahlten wir die kleine Gebühr und entschieden uns, es einfach zu versuchen. 

Unsere Karte hatte uns das erzählt! 😅 Wobei wir vermutlich einfach die Höhenmeter ignoriert hatten

Der Weg führte über steinige Pfade durch dichte Kiefern- und Tannenwälder. Der Unterwuchs reichte stellenweise bis zu unseren Schultern und die würzige Waldluft machte den stetigen Aufstieg angenehmer. Immer wieder lugte der Gipfel des Pico El Águila zwischen den Bäumen hervor und erinnerte uns daran, dass es noch ein gutes Stück bergauf ging. 😮‍💨

Der Feiertag und das ideale Wanderwetter lockten zahlreiche Menschen auf den Pfad, und so begegneten uns immer wieder gut gelaunte Wandergruppen. Nach etwa 1,5 Stunden und 330 erklommenen Höhenmetern erreichten wir schließlich den ersten Aussichtspunkt. 🤗

Und was für ein Ausblick uns hier erwartete! Zur einen Seite erstreckte sich das endlose Häusermeer der 10-Millionen-Metropole Mexiko-Stadt, während zur anderen Seite grüne Wälder bis zum Horizont reichten. Wir gönnten uns eine Pause, genossen die spektakuläre Aussicht und nutzten die Gelegenheit, unsere Drohne steigen zu lassen. Die Luftaufnahmen waren einfach atemberaubend. 

Hinter mir Mexiko Stadt…
…unter einer gewaltigen Smog Glocke

Da wir gerade erst etwa ein Viertel des gesamten Weges geschafft hatten beschlossen wir, es dabei zu belassen. Mit knurrendem Magen kehrten wir um und machten uns an den Abstieg. Zurück auf dem Parkplatz suchten wir uns einen gemütlichen Platz auf der Sonnenterrasse des Ausflugslokals, wo wir uns eine heiße Schokolade bestellten. Ein perfekter Abschluss für eine wunderschöne Wanderung. 😊

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NEW BLOG POST 🇲🇽 (28.10. – 07.11.2024) Dia de los Muertos – Der Tag der Toten in Mexiko

Im Bann des Día de los Muertos in Pátzcuaro

Noch ohne neuen Handyakku, aber mit umso mehr Vorfreude im Gepäck, fuhren wir voller Erwartungen nach Pátzcuaro am Pátzcuaro See. Diese Region im Bundesstaat Michoacán gilt neben Oaxaca als der Ort, um den Día de los Muertos in möglichst authentischer und spiritueller Form zu erleben, da hier besonders viele indigene Purépecha leben. Ganz klar: das wollten wir nicht verpassen!

Wir waren uns sicher, dass wild stehen im Trubel schwierig sein würde, und steuerten daher gleich den Campingplatz Hotel und RV Park Pátzcuaro an.

Top gepflegter Campingplatz 👍🏻

Kaum angekommen, wurden wir auch schon herzlich begrüßt – von einem deutschen Ehepaar, das mit seinem Iveco Daily seit fast einem Vierteljahrhundert durch die Welt tuckert 🌎🚐. Ihre Erzählungen von abenteuerlichen Reisen nach Indien, Nepal sowie Süd- und Nordamerika machten sofort neugierig – Gesprächsstoff für die kommenden Tage war also garantiert!

Vorne der Iveco von Barbara & Uli

Blütenteppiche und erste Eindrücke in Pátzcuaro

Unser Camper stand oberhalb der beiden deutschen Weltenbummler und wir freuten uns über das gepflegte Gelände, heiße Duschen und ziemlich passables WLAN 🛀📶. Das Zentrum von Pátzcuaro, das als magisches Dorf gilt, lag nur zwei Kilometer entfernt, ideal für einen gemütlichen Spaziergang! Dort angekommen herrschte reges Treiben: an der Plaza schmückte man den Brunnen mit den leuchtend-orangenen Ringelblumen, die den Seelen der Verstorbenen den Weg zurück zu ihren Familien weisen sollen 🌼💀. Auch viele Türen waren bereits mit diesen Blüten dekoriert – der ganze Ort erstrahlte in festlichem Glanz. Bei einem Café con leche genossen wir die Atmosphäre und beobachteten das bunte Treiben.

Schoko- & Zuckertotenköpfe stehen hoch im Kurs

Von Booten und traditionellen Köstlichkeiten

Am nächsten Tag liefen wir zum Bootsanleger denn wir hatten gehört, dass die Nacht der Toten auf den Inseln La Pacana und Janitzio besonders stimmungsvoll gefeiert wird – mit unzähligen Kerzen, die die Friedhöfe in magisches Licht tauchen sollen ✨🕯️. Bereits am Pier wehte uns der Duft von kleinen frittierten Stichlingen um die Nase, und wir probierten neugierig einen Becher der knusprigen Fischlein 🐟. Nachdem wir uns über Bootspreise und Fahrpläne informiert hatten, stand fest: Hier werden wir später noch mal herkommen.

Auch am Pier war schon dekoriert worden

Abends, bei Dunkelheit, liefen wir zusammen mit einem österreichischen Paar, das mit seiner ausrangierten mexikanischen Ambulanz ebenfalls bei uns auf dem Campingplatz stand, zurück zum Anleger. Dort gab es Volkstanzgruppen und Musik, die das typische Leben am See in all seinen Facetten widerspiegelten.

Ein Treffen der Generationen – Geschichten von Weltenbummlern

Den Folgetag verbrachten wir entspannt am Campingplatz, wo wir Barbara und Uli, das 82-jährige Ehepaar aus Hude bei Oldenburg, bei Kaffee und Kuchen näher kennenlernen durften ☕🍰. Die beiden sind noch erstaunlich fit und sprühen vor Lebensfreude. Seit über 30 Jahren begleitet sie ihr treuer Iveco Daily, den sie bereits in den frühen 90ern zu ihrem rollenden Zuhause ausbauen ließen. Mit strahlenden Augen erzählten sie von ihren Touren und wie sie schon in den 80ern mit ihren Kindern Europa bereisten – auch bis nach Russland. Später, als sie mit 62 Jahren in Rente gingen, entschieden sie sich, ihrem Reisefieber freien Lauf zu lassen. In den letzten zehn Jahren ließen sie den Iveco immer in Mexiko zurück, wenn sie in Deutschland ihre Kinder, Enkel und Ur-Enkel besuchten. Entsprechend viele wertvolle Tipps hatten die Beiden für uns auf Lager. ☺️ In wenigen Wochen werden sie sich schweren Herzens von ihrem treuen Gefährt trennen und ihr Wohnmobil verkaufen. Aber das soll noch lange nicht das Ende ihrer Reiseträume sein, denn auf der Liste steht unter anderem noch eine Reise mit dem Mietwagen durch Namibia. 😅 Ihre Leidenschaft für das Reisen war einfach ansteckend uns sehr inspirierend. 🚐❤️

Nachfolgend ein Link zu einem Zeitungsbericht über die Zwei erfahrenen Weltenbummler ➡️ https://www.nwzonline.de/hude/und-alle-wege-fuehren-nach-hude_a_6,1,3406845980.html

Der Höhepunkt: Noche de los Muertos

Am Freitag, dem 1. November, begann dann endlich das Spektakel, auf das wir uns seit Wochen gefreut hatten. Bereits am Vortag waren die Boote auf die Inseln überfüllt gewesen weshalb wir einem Tipp der Campingplatz-Besitzerin folgten und stattdessen die umliegenden Dörfer mit ihren traditionellen Friedhöfen besuchten. Mit einem öffentlichen Minibus fuhren wir ins 17 km entfernte Erongarícuaro.

Überall wurden Blumen für die Gräber verkauft

Dort angekommen, wurden wir sofort von einer Prozession empfangen: Ein Holzpferd samt hölzernem Reiter mit rotem Umhang und Schwert führte die Gruppe an, gefolgt von Dorfbewohnern, die in die Kirche gingen um den Segen des Pfarrers zu erhalten 🙏. Nach der Segnung folgte die gesamte Gruppe dem Pastor, hinaus auf den großen Kirchplatz, wo er aus einem Jutesäckchen heraus Süßigkeiten an die Kinder verteilte. Mich erinnerte dies unweigerlich an Sankt Martin aber vielleicht verbargen sich dahinter auch völlig andere Glaubenssätze. ✝️

Die Mariachi untermalten das ganze mit Musik 🎶
Der Pastor verteilt Süßigkeiten 🍫🍬🍭

Am Friedhof angekommen, schlenderten wir durch die Reihen von kunstvoll dekorierten Gräbern, jedes ein kleines Meisterwerk aus Blumen und Kerzen. Die Feierlichkeiten hier waren unglaublich bewegend und gleichzeitig sehr familiär sowie fröhlich.

Die Gräber waren üppig mit Blumen und Kerzen geschmückt und überall leuchtete es in Orange und warmen Gelbtönen 🌺🕯️. Angehörige saßen mit Stühlen und Decken neben den Gräbern, sprachen mit den Seelen ihrer Verstorbenen und erzählten ihnen von ihren letzten Erlebnissen – so, als wären sie nie fort gewesen. Es war ein berührender und zugleich friedlicher Anblick während auf der großen Bühne an der Plaza neuerdings traditionelle Tanz- und Musikgruppen wirbelten. Wir hörten noch ein Weilchen den Bands zu und aßen einen Burrito, bevor wir uns gegen 21:30 Uhr mit dem letzten Colectivo zurück nach Pátzcuaro begeben mussten, denn später fuhren keine Minibusse mehr und die Taxpreise waren uns zum einen zu teuer und zum anderen war uns das Risiko schlichtweg zu hoch, in dieser abgelegenen Ortschaft spät in der Nacht kein Taxi mehr zu bekommen. 🚕

Offene Türen, offene Herzen

Zurück in Pátzcuaro wollten wir zum städtischen Friedhof, um die besondere Atmosphäre der Nacht zu erleben. Der Weg führte uns an zahlreichen offenen Hoftoren vorbei, die den Blick auf liebevoll aufgebaute Ofrendas freigaben. Eine Ofrenda ist ein geschmückter Altar, der den Verstorbenen gewidmet ist. Sie sind reich mit Fotos, Lieblingsspeisen und Getränken dekoriert – all das, was die Verstorbenen im Leben geliebt haben 🍲🍷.

Eine Familie lud uns sogar herzlich zu ihrer Ofrenda ein, wo wir mit heißem Früchtepunsch und Geschichten über die Verstorbenen begrüßt wurden. Während ein Mariachi aufspielte, erzählte man uns voller Stolz von den langjährigen Traditionen und den besonderen Bindungen zur Ahnenwelt. Es war ein feierlicher Moment der Dankbarkeit und Verbundenheit, den wir so schnell nicht vergessen werden. 💕

Feierliches Treiben in Tzurumútaro

Am 2. November, dem eigentlichen Höhepunkt der Feierlichkeiten, machten wir uns mittags auf den Weg in den kleinen Vorort Tzurumútaro – diesmal mit unseren Fahrrädern. Schon von weitem erkannten wir den festlichen Anblick des Friedhofs, auf dem eine lebendige und gleichzeitig ehrwürdige Atmosphäre herrschte 🚴🌸. Die Angehörigen der Verstorbenen hatten sich mit Campingstühlen und reichlich Essen um die Gräber versammelt und wirkten, als seien sie bereit für ein geselliges Familienpicknick. Dabei spürte man, wie tief sie daran glaubten, dass die Seelen ihrer geliebten Verstorbenen an diesem Tag tatsächlich unter ihnen weilten.

Picknick auf dem Friedhof

Die Gräber waren prachtvoll geschmückt, und überall dominierte das kräftige Orange der Ringelblumen. Hier und da fanden sich die Lieblingsspeisen und -getränke der Verstorbenen, sorgsam auf den Gräbern arrangiert – eine Geste, die für uns so symbolträchtig wie berührend war 🍲🍷.

Wir wurden freundlich gegrüßt und angelächelt, während wir die Szenerie filmten und fotografierten 📸. Niemand schien sich daran zu stören, dass wir das festliche Treiben dokumentierten – ganz im Gegenteil! Es schien, als würden sich die Menschen sogar freuen, ihre Traditionen mit uns teilen zu können. Die Vorstellung, wie das Ganze wohl in der Nacht ausgesehen hatte, wenn all die vielen hundert Kerzen auf den Gräbern leuchteten, war unbeschreiblich. 🌟🕯

Wir verließen den Friedhof glücklich und erfüllt, dankbar, dass wir an diesem einzigartigen Tag an einem Ort sein durften, an dem die Día de los Muertos-Tradition so liebevoll und authentisch gelebt wird.

Ein Besuch auf der Insel Janitzio und Abschied von Pátzucaro

Ein paar Tage nach dem Trubel, als der Campingplatz sich wieder leerte, wagten wir dann doch noch eine Bootstour auf die Insel Janitzio. Obwohl die Fahrt schön und die Aussicht über den See beeindruckend war, reihte sich auf der Insel ein Souvenirstand an den anderen. Der Blick von der 40 Meter hohen Statue des Freiheitskämpfers José Maria Morelos war jedoch lohnenswert. Wir erklommen die schmale Wendeltreppe, die bis hinauf in die ausgestreckte Faust der Statue führte, von wo aus wir den weiten Rundumblick auf den See und die fünf Inselchen genießen konnten 🌅🌬️.

Zurück am Campingplatz ließen wir die vergangenen Tage Revue passieren und verarbeiteten unsere Eindrücke nicht nur in diesem Blog-Beitrag, sondern auch für unseren YouTube und Instagram Kanal. Der neue Handyakku? Leider nie angekommen. Der Händler in San Miguel hatte uns über drei Wochen lang hingehalten. Ob wir nun in Mexiko noch einen letzten Versuch starten oder es bis Deutschland mit unserer Intenso-Powerbank durchziehen – das bleibt vorerst ungewiss. Auch über die nächste Route wird noch eifrig beratschlagt. Aber dazu mehr im nächsten Blog-Beitrag! 😉

NEW BLOG POST 🇲🇽 (18. – 27.10.2024) Bernal – San Miguel de Allende

Bernal – Das magische Dörfchen und sein Monolith

Am Wochenende erkundeten wir das kleine, magische Dörfchen Bernal und staunten nicht schlecht über die vielen schicken Hotels und Restaurants in diesem an und für sich winzigen Ort. Scheinbar zieht es viele Erholungssuchende aus Mexiko-Stadt und dem nahen Umland an den Wochenenden hierher, um – genauso wie wir – das Wahrzeichen des Ortes zu bestaunen: den drittgrößten Monolithen der Welt. Nach dem Felsen von Gibraltar und dem Zuckerhut in Rio de Janeiro, den wir auf unserer Reise ebenfalls schon besucht haben, war es beeindruckend, diesen gewaltigen Felsen nun hier zu sehen. Der Monolith überragt das Dorf um stolze 400 Meter und ist schon aus der Ferne gut sichtbar.

Allerdings bleibt das Erklimmen des Gipfelkreuzes nur erfahrenen Kletterern vorbehalten. Wir begnügten uns daher mit dem Ausblick von unten und entschieden uns, die Eintrittsgebühr für den kurzen Wanderweg zu sparen – es wäre ohnehin nur ein kurzer Abschnitt gewesen, den man hätte erklimmen können. Stattdessen investierten wir das Geld in einen sehr guten Cappuccino vor einer kleinen, netten Cafeteria, direkt dort, wo unser Van parkierte. ☕️

Erneuter Handy-Reparatur-Marathon

Unser treues Xiaomi-Handy, mit dem wir all unsere Filmaufnahmen für YouTube machen, machte uns mal wieder einen Strich durch die Rechnung. Vor nicht einmal drei Monaten hatten wir in San Miguel de Allende bereits die defekte Batterie austauschen lassen und nun, keine 90 Tage später, bereitete uns unser treues Filmhandy erneut massive Probleme: Beim Filmen und Fotografieren stürzte der Akku förmlich in den Keller und fiel innerhalb von 30 Minuten von 100 auf 0 Prozent, bis sich das Handy schließlich von selbst verabschiedete.

Mit leichtem Frust nahm ich Kontakt zu dem Reparaturladen auf, der die erste Batterie ersetzt hatte. Ehrlich gesagt, rechnete ich nicht damit, überhaupt eine Antwort zu erhalten. Umso überraschter war ich, als nur wenige Minuten später eine Nachricht zurückkam – und die Antwort fiel überraschend positiv aus: Wir hätten noch Garantie, und sie würden uns kostenlos eine neue Batterie bestellen! Der Haken? Der Akku musste erst geliefert werden, was bedeutete, dass wir einen Umweg von 100 Kilometern über San Miguel de Allende machen und dann einige Tage vor Ort warten mussten, bis der Austausch tatsächlich stattfinden konnte.

Also hieß es wieder: Geduld üben und den Tag einfach auf uns zukommen lassen – keine meiner Paradedisziplinen! 😅🙈

Tequisquiapan und die Sache mit der Polizei

Da wir San Miguel de Allende schon während unseres letzten zweiwöchigen Aufenthalts gründlich erkundet hatten, fiel die Entscheidung leicht: Wir fuhren weiter nach Tequisquiapan, dem geographischen Mittelpunkt Mexikos und einem weiteren Pueblo Mágico – bekannt für seine Wein- und Käseroute, die Ruta de los Vinos y del Queso. Kaum angekommen, fanden wir direkt in einer ruhigen Seitenstraße einen soliden Stellplatz für unseren Van und machten uns auf, die Umgebung zu erkunden.

Der erste Eindruck von Tequis war vielversprechend. Die Kirche stach sofort ins Auge, diesmal ganz untypisch in Roséfarben statt in den üblichen Gelb- und Rottönen. Rund um die Plaza führten charmante Arkadengänge, die zum Bummeln einluden, und die Käsetheken waren reich bestückt – da fiel es schwer, der Versuchung zu widerstehen! 🧀

Am Abend war ich gerade dabei, uns eine große Portion Garnelen-Spaghetti zuzubereiten, als neben unserem Bus plötzlich eine Polizeipatrouille hielt. Ich streckte vorsichtig den Kopf aus der Schiebetür und begrüßte die Beamten freundlich. Sie schienen wirklich nett zu sein und gaben uns einen ernst gemeinten Tipp: Die Seitenstraße sei nachts nicht sicher, und es habe hier schon Überfälle gegeben. Stattdessen sollten wir besser ein paar Hundert Meter weiter an der gut beleuchteten Hauptstraße vor einem Hotel parken.

Obwohl wir uns eigentlich sicher gefühlt hatten, wollten wir kein Risiko eingehen. Also folgten wir dem Rat der freundlichen Beamten und zogen, nach einem leckeren Abendessen, tatsächlich noch ein paar Meter weiter – zur Sicherheit und für eine ruhigere Nacht. 🌙

Ein produktiver Tag

Die Nacht an unserem neuen Stellplatz war genauso ruhig wie die vorherige und das beruhigende Geräusch des sanften Windes ließ uns erholsam schlafen. Da wir von dem Handy-Reparaturladen leider noch nichts gehört hatten, beschlossen wir, in Tequisquiapan zu bleiben und einen produktiven Arbeitstag einzulegen. Solche Zeiten nutzen wir gerne, um unsere Erlebnisse festzuhalten und neue Inhalte für unsere Community zu erstellen. 📷🎬

Am Mittag gönnten wir uns dank einer erneuten, sehr großzügigen Spende von Robert und Maria, unseren treuen Fans aus der schönen Schweiz, eine köstliche Käseplatte mit Rotwein. Diese exquisite Auswahl bestand aus verschiedenen Hartkäsesorten, und jeder einzelne Käse war ein geschmackliches Erlebnis für sich. Dazu servierten wir frisches Baguette und ein Glas vollmundigen Rotwein. Was will man mehr? Ein herzliches Dankeschön an Robert und Maria! Euer Beitrag hat uns definitiv einen zusätzlichen Schub gegeben und unser Herz erwärmt. ❤ Herzliche Grüße in die Schweiz! 🇨🇭

Es war der perfekte Genuss, um uns bei der Arbeit zu motivieren und gleichzeitig die lokalen Spezialitäten in vollen Zügen zu genießen.

Auf nach Querétaro: Ein neuer Standort und neue Möglichkeiten

Leider gab es am nächsten Tag immer noch keine frohe Kunde bezüglich unseres Handyakkus. So entschieden wir, weiter in die gleichnamige Hauptstadt des Bundesstaates Querétaro zu fahren, die nur etwa 70 km von Tequisquiapan entfernt lag. Bereits bei der Anfahrt in die Stadt machte Querétaro einen großartigen Eindruck auf uns. Besonders das beeindruckende, mehrere hundert Meter lange Aquädukt, das die Stadt während der Zeit der spanischen Konquistadoren mit Wasser versorgte, fiel uns unweigerlich ins Auge. Es war ein architektonisches Meisterwerk, das stolz in die Höhe ragte und die Geschichte der Stadt widerspiegelte.

Das historische Kolonialzentrum gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe, und nach diesem ersten Blick verspürten wir sofort die Lust, die Stadt näher zu erkunden. Sie machte einen sehr ordentlichen und ruhigen Eindruck, was uns sofort zusagte. An einer Tankstelle, um die herum sich in U-Form verschiedene Lokalitäten und ein Waschsalon gruppierten, entdeckten wir einen perfekten Stellplatz für die Nacht.

Da die Wäsche langsam drängte, nutzten wir die Gelegenheit, um unsere schmutzigen Kleidungsstücke in dem sauberen und modernen Waschsalon zu waschen – für gerade einmal zwei Euro pro Ladung. Diese Situation erwies sich als echtes WIN-WIN, denn wir erhielten nicht nur frische Wäsche, sondern auch das WLAN-Passwort der Wäscherei. Das Internet war stark genug, um bis in unseren Van hinein zu reichen, sodass wir am Abend sogar noch einen Film streamen konnten. Perfekt, denn für eine Stadterkundung war es an diesem Tag bereits zu spät.

Dafür entdeckten wir gleich neben der Wäscherei ein Geschäft für Kartons, wo wir zwei große und stabile Kartons erwerben konnten. Diese werden wir im Januar als Kofferersatz nutzen, da ein Flug nach Deutschland nie geplant war und wir entsprechend große Gepäckstücke nicht dabei haben. Es ist immer wieder erstaunlich, wie wir uns anpassen und kreative Lösungen finden, während wir auf der Straße unterwegs sind! 😂

Mit dem Rad ins historische Zentrum: Ein Ausflug nach Querétaro

Da wir keine Lust hatten, die 2 km bis ins historische Zentrum zu Fuß zu gehen und in der Nähe einige Fahrradläden gesehen hatten, beschlossen wir, mit dem Rad in die Innenstadt zu fahren. Doch wie es das Schicksal wollte, hatte Simons Vorderrad schon wieder einen Plattfuß. Um uns nicht mit einer weiteren Panne herumzuschlagen, ließen wir den defekten Fahrradschlauch diesmal professionell in einer der vielen Werkstätten tauschen. Der Service kostete uns samt neuem Schlauch gerade einmal fünf Euro! Und der Mechaniker war so nett, dass wir ihm auch gleich unsere geschundenen, völlig verrosteten Ketten anvertrauten, um sie gut fetten zu lassen.

Plötzlich fuhren sich die Räder fast von selbst! 😃 In Nullkommanichts hatten wir unser Ziel erreicht. Wir parkten unsere Drahtesel vor einem noblen Fünf-Sterne-Hotel, neben einem Infostand für historische Stadtrundgänge. Der freundliche ältere Herr hinter der Theke versicherte uns, dass unsere Fahrräder hier gut aufgehoben seien und er bis zum Abend anwesend bleiben würde. Dennoch ketteten wir die Räder sorgfältig an, bevor wir uns zu Fuß der Stadtbesichtigung widmeten. Mit den Bikes ist es nämlich nicht ganz einfach zu filmen und zu fotografieren, da wir sie dann alle paar Meter irgendwo abstellen müssen, um den Auslöseknopf drücken zu können.

Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht! Die historische Altstadt mit ihren zahlreichen Kirchen, verkehrsberuhigten Zonen und gepflasterten Fußgängerwegen gefiel uns richtig, richtig gut. Einmal mehr waren wir erstaunt über die Sauberkeit und vor allem die ruhige Atmosphäre in dieser immerhin 1,9 Millionen Einwohner zählenden Großstadt. Querétaro zählt zu den am schnellsten wachsenden Städten des Landes, möglicherweise aufgrund des angenehmen Klimas, der sehr guten Sicherheitslage, der Universität und dem hohen Technologisierungsgrad der Region.

Die Día de los Muertos Vorbereitungen laufen!

Wir schlenderten etliche Stunden gemächlich kreuz und quer durch die Gassen, machten viele schöne Aufnahmen und gönnten uns zum Abschluss, bevor wir uns mit den Rädern zurück zum Bus begaben, noch einen erfrischenden Eiscafé. Es war ein perfekter Tag – voller Entdeckungen und neuer Eindrücke.

Ungeduld und Überraschungen in San Miguel de Allende

Am nächsten Morgen stieg meine Ungeduld ins Unermessliche, denn der Handy-Mensch hatte sich immer noch nicht gemeldet. 😤 Entschlossen entschied ich, ihm eine kurze WhatsApp-Nachricht zu senden um mich nach dem Lieferstatus unseres Akkus zu erkundigen. Die Antwort war ernüchternd: Das Paket, welches unter anderem unsere Batterie enthielt, war verloren gegangen, und der Sendungsstatus sei im Moment unbekannt. Schöner Mist! 😩

Da wir jedoch nicht noch einen dritten Tag in der Großstadt verbringen wollten, entschieden wir uns trotzdem zur Weiterfahrt nach San Miguel de Allende. Dort kannten wir uns bereits gut aus und wussten um einen idealen sowie ruhigen Stellplatz. Um dem extrem überteuerten Campingplatz zu entkommen, nutzten wir auf der Fahrt dorthin die Gelegenheit, an einer Tankstelle eine heiße Dusche zu nehmen.

Kurz bevor wir uns auf die Weiterfahrt begeben wollten, überraschten uns freudestrahlend und ganz aufgeregt zwei Mädels, die unserem Instagram-Kanal folgten. Sie hatten eine liebevolle Überraschung für uns: typische Día de los Muertos Dekorationen! 🎉 Freudig schenkten sie uns diese und baten natürlich um ein obligatorisches Foto mit uns. Was für eine nette Geste! MEXIKO ist wirklich klasse und begeistert uns stets aufs Neue.

Am späten Nachmittag erreichten wir dann unsere Sackgasse in San Miguel. Diese war zwar schon relativ gut zugeparkt, aber wir fanden noch eine Lücke, in die wir uns mit unserem kompakten Womo quetschen konnten. Es fühlte sich seltsam an, wieder hier zu sein…

Neue Hoffnungen und kreative Momente

Tags darauf erhielten wir, natürlich erst nach erneuter Nachfrage unsererseits, eine neue Nachricht vom Handy-Reparaturladen. Er versicherte uns, dass die Batterie bis spätestens zum 27. Oktober eintreffen würde. Er hätte sie nun noch einmal neu bestellt. Länger würden wir definitiv nicht warten können, da der Día de los Muertos mittlerweile kurz bevorstand und wir bis zu unserer auserwählten Location noch einige hundert Kilometer zu fahren hatten.

Auch SMA feiert den Día de los Muertos

Da wir die, insbesondere bei kanadischen und US-amerikanischen Rentnern beliebte und entsprechend herausgeputzte Stadt San Miguel de Allende schon recht gut kannten, begann Simon mit dem Cutten eines neuen YouTube-Videos. 🎬 Währenddessen widmete ich mich den zahlreichen neuen Videokommentaren zu unserem neuesten Vlog, der neuerdings durch die Decke gegangen war. Es war fast schon verblüffend! Unsere Erfahrung Only Bad News are Good News hatte sich somit wieder einmal bestätigt…

Die Resonanz auf unsere Grenz-Desaster-Stories war überwältigend und das hätten wir trotz allem wahrlich nicht erwartet. Vielleicht hat das Ganze am Ende doch noch etwas Gutes, und unser kleiner Kanal schafft es dank dieser Tragödie endlich ordentlich zu wachsen. 🌱

Ein Abschied und neue Abenteuer

Leider war uns das Glück nicht hold, und die Batterie traf auch bis zum 27. nicht ein. 😥 Valentin, der Inhaber des Handy-Reparaturladens, entschuldigte sich vielmals für die Probleme, die er wohl mit seinem Händler hatte. Damit war uns allerdings auch nicht viel geholfen, denn wir mussten San Miguel de Allende verlassen und zu unserer auserwählten Tag der Toten-Location, viele 100 Kilometer entfernt, weiterziehen.

Auf eine Rückerstattung des Kaufpreises konnte oder wollte er sich nicht einlassen, was uns etwas frustrierte. Doch er war sich sicher, dass die Batterie bis zum Dienstag eintreffen würde und versprach, sie an unsere neue Adresse nachzusenden… Ob daraus wirklich etwas wurde und wie wir den Día de los Muertos erlebt haben, erfahrt ihr im nächsten Blogbeitrag.

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NEW BLOG POST 🇲🇽 (11. – 17.10.2024) Pinal de Amoles – Bernal

Ein wahrer Glücksgriff

Der Stellplatz-Tipp der Argentinier sollte sich als wahrer Glücksgriff erweisen. Nicht nur, dass wir endlich mal wieder frei und einsam in der Natur standen, mitten in einem schattigen Wäldchen an einem lautstark rauschenden Bach, sondern vielmehr, dass sich der nur wenige 100 Meter entfernt gelegene Wasserfall El Chuveje als eines unserer absoluten Top-Highlights in ganz Mexiko erweisen sollte.

Besuch von kleinen Ferkeln 🐖

Der Weg zum Wasserfall El Chuveje

Am nächsten Morgen machten wir uns zu Fuß auf und wir waren erstaunt, dass an einem solch abgelegenen Ort dennoch 80 Pesos Eintritt kassiert wurden. Nachdem wir die Gebühr bezahlt hatten, spazierten wir zuerst durch ein halbschattiges Stück Wald, bis wir kurz darauf den Flusslauf erreichten. Was wir dort sahen, verschlug uns den Atem: Der Fluss war nicht nur gletscherblau, sondern vor allem kristallklar und man konnte jedes noch so kleine Körnchen auf dem Grund des Bodens erkennen. Wahrscheinlich deshalb entdeckten wir auch relativ schnell die kleinen, quietschgelben und grünen Fröschchen. Solch bunte Frösche hatten wir nicht einmal in Costa Rica zu Gesicht bekommen! 🐸

Hier leben Menschen in einfachsten Verhältnissen
Mit viel Nutzvieh, u.a. den Schweinen & Kühe

Natürliche Badepools und seltene Axolotl

Wir liefen weiter den Flusslauf entlang, der sich immer wieder über kleine Stufen in traumhaft schöne, verlockend aussehende natürliche Badepools ergoss. Diese hätten die perfekte Tiefe für eine entspannte Badeeinheit gehabt! Wäre das Wasser bloß nicht so kalt gewesen… 🥶 Wir konnten uns an der wundervollen Natur gar nicht sattsehen und machten viele schöne Aufnahmen.

Kurz vor dem Wasserfall erspähte Simon mit Adleraugen dann noch etwas richtig Grandioses: zwei seltene und vom Aussterben bedrohte Axolotl, die tatsächlich nur in Mexiko heimisch sind und über wundersame Reproduktionsfähigkeiten verfügen. So können sie nicht nur abgestorbene Gliedmaßen nachwachsen lassen, sondern sogar Teile ihres Herzens oder Gehirns. Ich war ganz aus dem Häuschen, dass wir ein solches Glück gehabt hatten, diese scheuen Grottenolme zu Gesicht zu bekommen und der wundervolle Wasserfall setzte dem Ganzen die Krone auf. 👑

Axolotl in einem Aquarium 🤩

Genuss und Weiterfahrt nach Pinal de Amoles

Wieder zurück am Van verspeisten wir genüsslich meine selbst gebackenen Schoko-Erdnuss-Muffins und entschieden uns dann doch noch spontan zur Weiterfahrt.

Bis in das Pueblo Mágico Pinal de Amoles waren es nur wenige Kilometer, und zum Glück meisterten wir den holprigen Erdweg von unserem Stellplatz zurück zur Landstraße erneut mit Bravour. Auch die Stellplatzsuche in dem kleinen verschlafenen Nest gestaltete sich nicht ganz einfach, denn die Straßen waren einmal mehr extrem steil und eng sodass wir unsere liebe Not hatten, einen ebenen Parkplatz zu finden, um halbwegs gerade schlafen zu können – ohne dass uns im Schlaf das Blut in den Kopf schießt. Schlussendlich hatten wir aber doch noch Dusel und fanden den perfekten Platz für uns. In dem kleinen Bergdorf auf rund 2.000 m Höhe kehrte am Abend auch relativ schnell Ruhe ein und ich glaube, ab 19:00 Uhr fuhr kein einziges Auto mehr an unserem Wohnmobil vorbei. 😅

Erkundung von Pinal de Amoles

Entsprechend ruhig war die Nacht und wir starteten energiegeladen am nächsten Tag unseren Erkundungsgang durch das nette Dörfchen. Viel mehr als eine schmucke, urige Plaza mit hübscher Kirche in den traditionellen Farben Gelb und Rot sowie einem Denkmal, das an die Bergarbeiter erinnerte, die hier im 16. Jahrhundert gelebt und gearbeitet hatten, gab es jedoch nicht zu sehen. Vielleicht noch ein paar nette Wandmalereien und hübsche, bunte Häuschen.

Im Gegensatz zu Jalpan de Serra, einem anderen magischen Dörfchen, das wir wenige Tage zuvor besucht hatten, erschien dieser Ort wirklich zu 100 % ursprünglich und als hätte er vor 80 Jahren schon genauso ausgesehen. So verließen wir bereits am Vormittag Pinal de Amoles wieder und machten uns neuerdings über holprige, steile Wege auf den Weg zum Mirador Cuatro Palos. Dieser war uns von einem Einheimischen empfohlen worden. Ein weiterer Ort, der in keinem klassischen Reiseführer zu finden ist. 🗺

Der Mirador Cuatro Palos

Kurz nach 14:00 Uhr erreichten wir unser Ziel, das sich am höchsten Punkt der Sierra Gorda auf sage und schreibe 2.700 m Höhe befand. Der höchste Ort, an dem wir bis dato in Mexiko waren! Mit freundlicher Genehmigung des Grundstücksinhabers parkten wir unseren Bus direkt neben den eingezeichneten Parkplätzen für Transporter, denn alle anderen Parkplätze wären mal wieder zu krumm gewesen, als dass wir dort ordentlich hätten nächtigen können. Die Fernsicht über die vielschichtigen Bergketten hinweg war an diesem sonnigen Samstagnachmittag grandios, aber die Temperaturen waren mit nur 15 °C empfindlich frisch. Kaum zu glauben, dass wir noch vor wenigen Tagen im schwül-warmen Flachland geschwitzt hatten! 😮

Stellplatz mit Aussicht!
Vor uns…
…hinter uns

Kalte Nächte und frühe Morgenstunden

In der Nacht fielen die Temperaturen sogar auf nur noch 7 °C, und ich schlief zum ersten Mal seit Ewigkeiten mit langer Hose. Als früh morgens um 05:45 Uhr der Wecker klingelte, mussten wir uns ebenfalls entsprechend warm anziehen: Mit Handschuhen, Wollmütze und Steppweste ausgerüstet machten wir uns wenig später auf den kurzen Wanderweg zum Mirador.

Wir staunten nicht schlecht, als wir die vielen Sprinter und Minibusse entdeckten, die sich in den frühen Morgenstunden hier um uns herum eingefunden hatten! Kein Wunder, dass man uns dort nicht hatte parken lassen… Entsprechend voll war es auch am Aussichtspunkt was sicherlich an der Tatsache lag, dass mal wieder Sonntag war. 🙈 Zu unserer Verwunderung waren die verschiedenen View Points durch Seile voneinander abgetrennt und lokale Guides sorgten dafür, dass die Reisegruppen immer nur schubweise bis zum vordersten vorrückten. Die Aussicht auf die grünen, schier endlosen Bergrücken, die sich so früh am Morgen noch in den Wolken befanden, die uns zu Füßen lagen, war trotz fehlender Sonne spektakulär. Es sah aus, als würden die Berggipfel wie Inseln im Meer durch die Wolken ragen. ⛰🌥

Über den Wolken
Aber leider nicht alleine 🙈
Diese Aussicht will jeder einmal gesehen haben
Sonnenaufgang 🌅

Nach geraumer Zeit wurde es uns aufgrund mangelnder Bewegung schlichtweg zu kalt und wir entschieden den vordersten View Point, der sich nur durch eine Mexiko-Flagge auszeichnete, ausfallen zu lassen und stattdessen zurück zum Van zu kehren. Dort angekommen, kauften wir bei einem kleinen und einfachen Straßenstand gegenüber einen heißen Café de Olla und dazu zwei Tamales. Bei Tamales handelt es sich um Maisbrei, der im Maisblatt eingewickelt gekocht wird. Bis dato hatten wir damit keine wirklich guten Erfahrungen gemacht, weil es immer recht fade geschmeckt hatte. Diesmal waren aber beide Varianten extrem lecker und sehr würzig, sowohl die Tamales con Pollo als auch die con queso. 😋

Aufgewärmt und gut gestärkt machten wir uns bereits gegen 09:00 Uhr auf den anspruchsvollen Rückweg zurück zur Landstraße. Über diese fuhren wir noch etwa 90 Kilometer weiter bis zu einem neuerdings magischen Dorf: San Joaquín. Auch hier fanden wir einen wundervollen Stellplatz vor, erneut mitten in der Natur am Rande des Ortes vor den Toren des Nationalparks Campo Alegre.

Unruhige Nächte und strahlende Tage

Die Nacht in dem idyllisch erscheinenden Wäldchen war deutlich unruhiger als gedacht. Zuerst geriet eine Gruppe vermeintlicher Freunde, die zuerst gemeinsam mit lauter Musik an einer gegenüberliegenden Grillstelle gefeiert hatten, aneinander. Das Ganze entwickelte sich zu einer lautstarken Keilerei, nur wenige Meter von unserem Van entfernt. Als gegen 23 Uhr endlich Ruhe eingekehrt und wir wieder eingeschlafen waren, schreckten wir kurz darauf erneut aus dem Schlaf auf, als in der Dunkelheit ein Auto ebenfalls nur wenige Meter hinter unserem Van parkierte. Wieso, weshalb und warum? Keine Ahnung! Vielleicht haben die Insassen nur einen Joint geraucht oder wer weiß was getrieben, aber auf jeden Fall blieb ein komisches Gefühl und es stand für uns beide fest, dass wir hier keine weitere Nacht verbringen wollten. ❌

Dafür entschädigte uns der nächste Morgen mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein, weshalb es bereits am frühen Vormittag angenehm warm war. Nach einer Runde Yoga und einem schnellen Müsli-Frühstück packten wir unsere sieben Sachen zusammen und machten uns auf den Weg zur archäologischen Städte Las Ranas. Diese beeindruckende Stätte, die aus der präkolumbianischen Zeit stammt, war ein wichtiger Ort für die frühesten Bewohner der Region und bietet eine Vielzahl von Ruinen und Skulpturen, die Einblicke in die lokale Kultur und Geschichte geben.

Die Zufahrt war gar nicht so leicht zu finden, und als wir dann endlich auf dem richtigen Weg waren, standen wir schlussendlich vor verschlossenen Türen! Obwohl auf dem Schild stand, dass die Stätte von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet sei. Wir entschlossen kurzerhand, über das niedrige Gatter zu klettern. Doch nur wenige 100 Meter weiter standen wir erneut vor einem großen, verschlossenen Tor. 🔒 Also blieb uns nichts anderes übrig, als kehrt zu machen und stattdessen das kleine magische Dörfchen San Joaquin zu erkunden.

Buntes Treiben in San Joaquin

Dieses charmante Dorf entschädigte für die entgangenen Ruinen mit seinen bunten Hausfassaden und den liebevoll geschmückten Gassen. Es herrschte eine sehr entspannte Atmosphäre und das Musikmuseum, das sogar kostenfrei war, war wirklich nett anzusehen. Es dokumentierte die Traditionen des entlegenen Dorfes, in dem alljährlich im April die Huapango Tanz Festivitäten stattfinden: eine lebhafte Feier mit traditioneller Musik und Tanz, die tief in der Kultur der Region verwurzelt ist. 🎻

In einem kleinen Lebensmittelladen kauften wir einige Snacks ein und freuten uns über die günstigen Preise, bevor wir zur nahegelegenen Höhle Gruta Las Herrera aufbrachen. Diese hatte zum Glück sieben Tage die Woche geöffnet und für gerade einmal 50 Pesos, was 2,50 € entspricht, durften wir die Tropfsteinhöhle betreten.

Die faszinierende Welt unter der Erde

Die Höhle war wunderschön ausgeleuchtet und zu unserer Überraschung sogar gut angelegt samt Treppenstufen, Geländer und betonierter Laufwege. Allerdings war die Höhle recht klein und wir hatten unseren Rundgang relativ schnell beendet.

Da der Schlafplatz im Wald nicht getaugt hatte und der Tag noch jung war, fuhren wir weiter nach Cadereyta de Montes, einem weiteren magischen Dörfchen auf der malerischen Route durch die Sierra Gorda.

Auf der Fahrt legten wir eine kurze Pause ein, um noch einmal die herrliche Landschaft zu genießen und dabei eine Rarität zu verspeisen: Käsekuchen! Diesen hatten wir zuvor in einer Bäckerei im Ort entdeckt und er schmeckte so vorzüglich, wie er aussah. 😋

Am späten Nachmittag kamen wir an unserem Tagesziel an. Unseren Bus parkten wir etwas außerhalb vom Zentrum des schmucken Dörfchens, unweit der beiden botanischen Gärten, die wir uns am nächsten Tag anschauen wollten. Wir unternahmen noch einen kleinen Abendspaziergang und was wir dabei sahen, gefiel uns außerordentlich gut. Die beiden Kirchen an der Plaza schimmerten im Licht der untergehenden Sonne in ihren gelb-roten Farben, und auch die Plaza an sich mit ihrem Kiosco war tipptopp herausgeputzt. Selbst die Kunsthandwerkerstände, die um diese Zeit jedoch bereits geschlossen hatten, waren allesamt hübsch und identisch hergerichtet.

Wunderlich war nur, dass kaum eine Menschenseele auf der riesigen Plaza zu sehen war. Wir streunten noch ein wenig kreuz und quer durch die Gassen, schnappten uns bei einer Taqueria leckere Gorditas auf die Hand und beendeten damit diesen schönen Tag. 🌟

Botanische Wunder und Schlangen

Am nächsten Morgen machten wir uns auf, um den botanischen Garten zu besichtigen. Dieser lag praktischerweise nur 800 Meter von unserem Stellplatz entfernt, sodass wir problemlos zu Fuß dorthin laufen konnten. Erfreulicherweise wurde auch kein Eintritt verlangt und dennoch war eine 40-minütige Führung mit Guide inkludiert. Dank dieser erhielten wir zahlreiche interessante Fakten: Zum Beispiel, dass der botanische Garten seit 1991 existiert und sich zum Ziel gesetzt hat, bedrohte Pflanzenarten zu schützen und Aufklärungsarbeit zu leisten.

Die nette junge Dame erklärte uns den Aufbau der terrassenförmig angelegten Beete, die die Pflanzenvielfalt der Sierra Gorda und somit des Bundesstaates Querétaro widerspiegelten. Im untersten Beet waren beispielsweise Pflanzen aus dem Tiefland dargestellt, wie sie in Jalpan de Serra wachsen und weiter oben Kakteen und Sukkulenten aus dem Hochland rund um Peñal de Amoles, das auf etwa 3.000 m über dem Meeresspiegel liegt. Und, wer hätte es gedacht: Mexiko beheimatet weltweit die meisten verschiedenen Kakteenarten. 🌵🤠

So klein und doch schon Blüten 🌸

Nach dem geführten, informativen Rundgang blieb noch genug Zeit, um das weitläufige, 10 Hektar große Gelände auf eigene Faust zu erkunden. Eine graue, große Erdnatter jagte mir einen ordentlichen Schreck ein, als sie vor mir über den Weg huschte. Vermutlich hatte sie sich mindestens genauso sehr erschrocken, wie ich mich!

Wir leisteten noch eine kleine Spende, indem wir einen hübschen kleinen Kaktus adoptierten, wobei adoptieren eigentlich das falsche Wort dafür ist, denn man erwirbt die Kakteen käuflich und darf sie mit nach Hause nehmen – in einem mit Zertifizierungsnummer versehenen Becherchen, sodass der Nachweis sichergestellt ist, dass der Kaktus auch aus offizieller Zucht und nicht aus illegalem Handel stammt. 👍

Unser neuer Mitfahrer 🌵

Der Weg nach Bernal

Von dort aus ging es weiter – wie sollte es auch anders sein – in das nächste magische Dörfchen, und zwar nach Bernal. Der Ort lag nur 17 km von Cadereyta de Montes entfernt und weiß mit einem massiven Monolithen zu überzeugen, der sich 400 Meter über das kleine Örtchen erhebt. Der Monolith entstand vor rund 100 Millionen Jahren durch Vulkanaktivität und ist der drittgrößte Monolith, nach dem Gibraltar-Felsen und dem Zuckerhut in Rio de Janeiro, den wir auf unserer Reise ebenfalls schon bewundern und besteigen durften. 🥳

Bevor wir uns aufmachten, das koloniale Ortszentrum und den mächtigen Felsen genauer zu erkunden, verbrachten wir jedoch einen arbeitsreichen Tag beim Hotel Zacualli, das freundlicherweise auch Camper auf seinem Parkplatz im Innenhof empfängt. Neben einer sicheren Herberge bietet das Hotel vor allem superschnelles WLAN, richtig heiße Duschen und einen netten Garten samt Pool zum Entspannen. 😊


Du willst die grandiose Aussicht von dem Monolithen nicht verpassen und wissen, wieso wir schon wieder Technik-Probleme zu beklagen haben? Dann vergiss nicht, kommende Woche wieder auf unserem Blog vorbeizuschauen. 💌

NEW BLOG POST 🇲🇽 (03. – 10.10.2024) Tamasopo – Jalpan de Serra

Abschied von Rincon de Luna

Nach exakt einer Woche war es an der Zeit, unseren wunderschönen und idyllischen Campingplatz Rincon de Luna zu verlassen. Über die MEX 70D machten wir uns auf den Weg nach Tamasopo und waren baff, als sich auf der gerade einmal 90 km langen Fahrtetappe die Landschaft deutlich veränderte. Zuerst fuhren wir durch üppig grünen Nebelwald, bis es dann plötzlich rapide bergab auf nur noch 400 m über Meeresspiegel ging. 😮 Hier verwandelte sich die Landschaft in eine tropische Oase: Endlich waren auch mal wieder Bananenstauden zu sehen! Da wir zuvor noch einen Einkaufsstopp einlegen mussten, erreichten wir unser Ziel erst am späten Nachmittag, was sich aufgrund der schwül-warmen Temperaturen als Vorteil erwies. Wir parkten unseren Van auf dem Festplatz-Gelände das, wie es schien, schon seit langem nicht mehr genutzt wurde. Glücklicherweise kühlte es nach Einbruch der Dunkelheit relativ schnell ab und wir verbrachten ungestört eine ruhige Nacht – sogar ganz ohne Hundegebell. 🌙

Erfrischende Wasserfälle

Zeitig am nächsten Morgen steuerten wir die nur etwa 800 m von unserem strategisch gut gewählten Stellplatz entfernten Wasserfälle Tamasopo an. Wir bezahlten umgerechnet acht Euro Eintrittsgebühr plus noch einmal fünf Euro für den Parkplatz, frühstückten dort und richteten dann unsere Badesachen. 👙🩳 Dank der Tatsache, dass Donnerstag war, war das beliebte Badeausflugsziel bei unserer Ankunft nur wenig besucht. Wir staunten nicht schlecht über die Wassermassen, die sich über die zahlreichen Kaskaden in die natürlichen Badebecken ergossen. Das Wasser war blau und kristallklar, allerdings auch recht frisch – was bei den schwül-warmen Außentemperaturen jedoch ganz angenehm war. 😎 Das Gelände war wundervoll angelegt, mit herrlich tropischen Pflanzen und diversen coolen Klettermöglichkeiten sowie Balanceakten über den Fluss hinweg sowie Sprungmöglichkeiten in die tieferen, natürlichen Pools. Wir verbrachten den halben Tag dort und gegen Mittag füllte sich das Gelände dann etwas mehr. Irgendwann hatten wir genug von der Faulenzerei und entschieden uns am Nachmittag zur Weiterfahrt. 🚐💨

Simon Klettermax 😄
Was die Natur nicht alles zu Stande bringt 💛

Auf zur nächsten Etappe

Über Ciudad Valles wollten wir etwa 100 km bis zu einer Tankstelle fahren. Zu unserem großen Schrecken ging es während der Fahrt immer weiter bergab, bis wir plötzlich fast auf Meereshöhe in einer üppig grünen, dichten Dschungellandschaft waren, die uns einmal mehr an Thailand erinnerte. Für die kurze Strecke wurden auch mal wieder schlappe 15 € Mautgebühr fällig. 😬 Als wir die anvisierte Tankstelle gegen 18:00 Uhr erreichten, konnten wir dort jedoch keinen geeigneten Parkplatz für die Nacht finden. Außerdem war es noch unerträglich warm. Bei dem Versuch, an einem etwas abgelegenen Wasserhahn unseren Tank aufzufüllen, scheuchten wir wohl ein Bienennest auf und der arme Simon wurde ins Ohr gestochen. 🐝🤕 Wir ergriffen, immer noch mit leeren Wassertank, die Flucht und steuerten das Hoya de las Huahuas an, welches wir eigentlich erst am darauffolgenden Nachmittag hätten besuchen wollen. Glücklicherweise lag dieses bei Touristen relativ unbekannte Naturphänomen nicht mehr weit von der Tankstelle entfernt, sodass wir den Ort noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichten. Ich erkundigte mich bei der Rezeptionistin, ob wir freundlicherweise auf dem Parkplatz an der kaum befahrenen Straße nächtigen dürften und ob dies sicher sei. Sie bejahte und erzählte mir, dass hier bereits einige Wohnmobilreisende gut übernachtet hätten.

Schlafplatz am Hoya de las Huahuas

Zum Glück gab es, trotz des tropischen Urwalds, erstaunlicherweise kaum Moskitos, sodass wir unseren Van noch relativ lange durchlüften konnten – unter anderem dank unseres selbst gebastelten Moskitonetzes.

Vogelbeobachtungen im Hoya de las Huahuas

Die darauffolgende Nacht war, nicht zuletzt dank unseres Deckenventilators, relativ gut aber dennoch sehr kurz, denn bereits um 04:50 Uhr riss uns das Klingeln des Weckers unsanft aus unseren Träumen. ⏰ Bei dem besagten Naturwunder handelte es sich nämlich um ein 500 m tiefes Sinkloch mit einem Durchmesser von 90 m, in dem abertausende Schwalben und kleine grüne Sittiche ihr Zuhause haben. Ähnlich wie im Sima de las Cotorras, dass wir vor wenigen Monaten ganz im Süden Mexikos besuchen durften. Da die Vögel bereits mit den ersten Tageslichtstrahlen ihr Nachtlager verlassen, mussten wir in aller Herrgottsfrühe – noch in der rabenschwarzen Nacht – mit Stirnlampen bewaffnet dorthin aufbrechen. Wir stapften etwa 30 Minuten durch den Wald und verfehlten anfangs den richtigen Weg. Zum Glück waren wir früh genug aufgebrochen und schafften es, trotz unseres Irrwegs, noch rechtzeitig zum Krater. 🦜

Früh morgens an der Sinkhöhle

Keine 10 Minuten später war das erste lautstarke Geschnatter aus der Tiefe zu vernehmen und kurz darauf erhoben sich hunderte kleine schwarze Schwalben in spiralförmigen Bewegungen, ähnlich eines Tornados, in den Himmel. 🌪 Die Fluggeräusche der Schwärme waren atemberaubend! Kaum waren die Schwalben ausgeflogen, folgten kleine grüne Sittiche, die deutlich besser anhand ihrer hellen Farbe zu erkennen waren als die schwarzen Schwalben.

Siehst du die grünen Papageien?! 🦜

Wir genossen das Spektakel in aller Ruhe und erst als alle Vögel die Höhle verlassen hatten, machten wir uns zu Fuß auf den Rückweg zurück zum Parkplatz.

Hier wuchs sogar mal wieder Kaffee

Quinta Carolina und neue Bekanntschaften

Dort angelangt, gab es erst einmal einen heißen Kaffee und dazu jeweils einen großen, leckeren selbstgemachten Butterkeks 🍪☕, den wir am Tag zuvor auf dem Parkplatz der Tamasopo-Wasserfälle von einem netten, fliegenden Händler geschenkt bekommen hatten. Auch eine kleine, süße Hündin war mal wieder mit von der Partie und freute sich über die Milch, die beim Öffnen nicht mehr ganz so gut gerochen hatte. Von dort aus war es nur noch ein Katzensprung zu einem neuerdings wunderschön angelegten Campingplatz: Die Quinta Carolina befand sich in einem tropisch dicht grünen privaten Wäldchen und bot neben Stellplätzen für Camper auch kleine Ferienunterkünfte. Der Clou war aber der türkisblaue Fluss, der uns exakt eins zu eins an einen sehr ähnlichen Stellplatz in Belize erinnerte.

Orangenbäume 🍊
Dschungelfeeling pur

Außerdem gab es seit Ewigkeiten mal wieder richtig heiße Duschen, und auch das WLAN funktionierte fantastisch. Außer uns war noch ein argentinisches, jüngeres Pärchen vor Ort das seit sage und schreibe sechs Jahren in ihrem uralten, rostigen VW-Bulli unterwegs ist (@darlelavuelta). Doch wie immer: Es gibt leider einfach nicht den perfekten Ort. Wären die Schwärme von Moskitos nicht gewesen, wäre dieser Ort tatsächlich das Paradies auf Erden gewesen. Aber so kassierten wir, trotz Anti-Mückenspray und Anti-Moskito-Räucherspirale, viel zu viele juckende Stiche. Und dass lange Kleidung bei Temperaturen von 28 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 70% denkbar unangenehm ist, könnt ihr euch sicherlich gut vorstellen. 😅

Zum Glück gab’s die Palapa mit Ventilatoren
Selbst gepflückt 😋

Ausflug ins magische Dörfchen Xilitla

Am Sonntag machten wir uns mit dem Colectivo auf den Weg ins magische Dorf Xilitla. Diese kleinen öffentlichen Minibusse sind nicht nur günstig, sondern auch die perfekte Lösung, um die mühsame Parkplatzsuche zu umgehen. Für die etwa 15 km lange Fahrt zahlten wir pro Person gerade mal einen Euro. 😀 Bei der Ankunft wurden wir von einem lebhaften Markt überrascht, der das Dorf in ein pulsierendes Fest verwandelte. Ähnlich wie Guanajuato liegt Xilitla in einem schmalen Talkessel, und die steilen Straßen wären mit unserem Van eine echte Herausforderung gewesen.

Warten auf den Minibus
Ab nach Xilitla

Wir schlenderten über den Markt, bestaunten die üppigen Auslagen und entdeckten endlich mal wieder Maracuja! Ich konnte nicht widerstehen und kaufte eine Tüte mit acht saftigen Früchten – für gerade einmal einen Euro! Auf der zentralen Plaza spielte eine Band im Kiosco, und vor einer kleinen Tanzbühne tanzten Jung und Alt. Es war ein richtig schöner Anblick, die ausgelassene Meute zu beobachten und den mitreißenden Klängen zu lauschen, die uns tatsächlich an irisches Gefiedel erinnerten – vielleicht lag es an der Geige. Besonders die stampfenden Füße der Menschen fesselten uns und luden zum Mitmachen ein. 💃🕺🎻

Nachdem wir die Gässchen im Zentrum erkundet hatten, suchten wir ein einladend aussehendes Restaurant auf, wo ein günstiges Mittagsmenü auf der Tafel lockte. Simon entschied sich für Mole – eine typisch mexikanische Sauce mit Schokolade, serviert mit Hühnchen, Reis und Bohnen. Ich wählte Flautas, knusprig frittierte, aufgerollte Tortillas gefüllt mit Hühnchen, die mit knackigem Salat, Tomaten, Käse und Guacamole garniert waren. Dazu gab es frischen Guavensaft und eine köstliche Nudelsuppe als Vorspeise. 🍜🌮

Yummy! 😋

Gut gesättigt und zufrieden verließen wir das Restaurant, und drehten noch eine kleine Runde durch das beschauliche Dorf. Als wir die richtige Bushaltestelle gefunden hatten, brachte uns nach etwa 15 Minuten Wartezeit ein mit Wocheneinkäufen und Menschen vollbepacktes Colectivo wohlbehalten zurück zu unserem Stellplatz. 🚌🚏

Ein unerwartetes Geschenk

Zu unserer großen Überraschung schenkte uns der Besitzer des Campingplatzes eine Nacht gratis. So blieben wir länger an diesem herrlichen Ort als geplant und nutzten das gute WLAN fleißig zum Arbeiten. 👩‍💻 Am Mittwoch war es dann aber an der Zeit, weiterzuziehen. Bevor wir die kurvigen Bergstraßen in das magische Dörfchen Jalpan de Serra nahmen, gönnten wir uns ein ganz besonderes Mittagsmenü, wie wir es bis dato nur aus Brasilien kannten: Im Taco Loco wurde das Essen in großen Tontöpfen auf einem riesigen, rechteckigen Herd zubereitet, traditionell mit Holz befeuert. 🔥🍲

Die Beilagen waren vielfältig – von frischem Gemüse über Reis und Bohnen bis zu Tortillas. Besonders schmackhaft waren die verschiedenen, pikanten Rühreivariationen, während ich einige der undefinierbaren Fleischeintöpfe lieber mied.

Satt und glücklich begaben wir uns auf die 100 km lange Etappe, während die Temperatur mit jedem Kilometer sank und auch die Luftfeuchtigkeit, die uns in den letzten Tagen zu schaffen gemacht hatte, rapide von 70 auf nur noch 40% fiel. 🌡️ Bei unserer Ankunft in Jalpan de Serra waren wir nicht nur von der hübschen Szenerie des zentralen Ortskerns begeistert, sondern auch von den angenehmen Temperaturen. 🤗 Wir parkten unseren Van direkt neben der schmucken, rot-gelb getünchten Kirche, deren detailreiche Fassade uns in ihren Bann zog. Jede volle Stunde ertönte ein wohlklingendes Lied, und zur Abendmesse wurde die große Glocke traditionell per Hand geläutet. Von unserem optimal gelegenen Stellplatz aus waren es nur wenige Schritte bis zur Plaza mit ihrem schmiedeeisernen Kiosk in der Mitte.

Die bunten, fröhlich gestrichenen Häuschen und die hübsch geschmückten Gässchen, die mit Sombreros und bunten Dreieckstüchern dekoriert waren, luden zum Schlendern ein. Am nächsten Morgen entdeckten wir einen kleinen Straßenstand neben der Plaza, der Kaffee aus der Bergregion verkaufte. Nach einer Proberunde an der Kaffeemühle kauften wir für umgerechnet gerade einmal vier Euro 500 g lokalen, mexikanischen Kaffee. 😃☕️

Coffee tasting ☕️

Nach einem erfüllten Rundgang gönnten wir uns zum krönenden Abschluss noch einen leckeren Eiscafé. Von dort aus fuhren wir 20 km weiter zu einem netten Spot im Wald, den uns Willi und Fla, die beiden Argentinier mit ihrem klapprigen, aber wunderschönen VW-Bus, empfohlen hatten.

Tatsächlich fanden wir den Ort genau wie beschrieben: Direkt neben einem laut plätschernden Flüsschen, mitten im schattigen Wald. Von hier aus ist es nicht mehr weit zu einem schönen Wasserfall. Diesen und einige weitere magische Dörfer im Umland erkunden wir dann gemeinsam im nächsten Blog. 😉


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