NEW BLOG POST (08.01.-08.02.2026) 🇲🇽 Grauwale, Geburtstag & Baja-Abschied

Unser Roadtrip von Loreto bis Mexicali

Manchmal sind es die leisen Wochen, die sich am tiefsten einprägen. Und manchmal sind es genau die Tage zwischen Zahnarztterminen, Sandpiste und Abschied, die eine Reise noch einmal in ein ganz besonderes Licht tauchen. ✨


Adiós Loreto

Bevor wir Loreto endgültig den Rücken kehrten, gönnte ich mir noch einen Friseurbesuch im Nopolo Beauty Salon – 300 MXN (ca. 15 €) für Waschen, Schneiden, Föhnen und eine richtig nette Unterhaltung inklusive. So fühlt sich Mexiko an: unkompliziert, herzlich und fair.

Happy nach dem Friseur Besuch 🙃

Nach einer Woche hieß es dann Abschied nehmen von Loreto – mehr dazu im vorherigen Beitrag – und wir machten uns wieder auf Richtung Norden.


Blöder Fehler…

Auf dem Weg nach Mulegé wollten wir noch einen einsamen Strand ansteuern. Der Ranch-Besitzer erlaubte uns freundlicherweise die Durchfahrt über sein Privatgelände aber der Weg war ruppig, nicht auf der Karte eingezeichnet und forderte unsere volle Konzentration.

Als wir schließlich endlich das Meer erreichten – kilometerlang, menschenleer, traumhaft – passierte er: der klassische Anfängerfehler. Wir fuhren zu weit in den weichen Sand hinein, schlugen beim Zurücksetzen ein, anstatt einfach geradeaus rückwärts zu rollen – und zack, die Vorderräder gruben sich immer tiefer ein.

Zu allem Übel klemmte auch noch das Schloss, mit dem wir unsere Sandbleche befestigt hatten. Großartig…

Mit Schaufel, Luft aus den Reifen und unseren Fußmatten als improvisierte Traktionshilfe schafften wir es am Ende aus eigener Kraft. Puls wieder unten, Ego leicht angekratzt – aber belohnt mit einem herrlichen Stellplatz direkt am Meer.

60 Kilometer später pumpten wir die Reifen in einer Llantería gegenüber der Pemex in Mulegé wieder auf. Die Strecke dorthin führte vorbei an türkisfarbenen Buchten, an denen man meist gegen Gebühr campen kann – etwa an der Playa Santispac, Playa El Burro, El Coyote oder El Requesón. Baja California wie aus dem Bilderbuch.


Geburtstag unter Bananenstauden

Die Tage rund um meinen 42. Geburtstag verbrachten wir auf dem wunderschönen Campingplatz Huerta Don Chano in Mulegé.

Unser Stellplatz zwischen Bananenstauden bot viel Privatsphäre und regelmäßig kamen fliegende Händler vorbei – mit Tamales, fangfrischem Fisch, Garnelen oder hausgemachten Bratwürsten.

Bei Letzteren wurden wir schwach. Ein kanadisches Rentnerpaar verkaufte sie – und da auf unserem Platz bereits ein Kohlegrill stand, war das Schicksal wohl besiegelt.

Mulegé selbst verzaubert mit weißem Sand, glasklarem Wasser und steilen Bergen. Wir schlenderten durch bunte Gassen, vorbei an den von Jesuiten angelegten Dattelpalmenhainen am Flussufer und hinauf zur Missionskirche Santa Rosalía de Mulegé aus dem Jahr 1705.

An meinem Geburtstag frühstückten wir üppig in der California Birrieria. Eine Portion zum Teilen war goldrichtig – sonst hätten wir es niemals geschafft. 😅 Nachmittags gab es Eis, abends die letzten beiden Grillwürste. Besser hätte dieser Tag kaum sein können.

Nach vier Nächten zogen wir weiter an den Strand beim Leuchtturm von Mulegé. In der Nähe fanden wir die beste Ceviche unserer gesamten Reise und unfassbar gute Camarón-Tacos bei Birotes Everybody.

Parallel warteten wir sehnsüchtig auf Neuigkeiten vom Zahnarzt…


Krone, Seebarsch & Regen in San Ignacio

Am 20.01.26 ging es zurück nach Santa Rosalía – Simons neue Zahnkrone einsetzen. Alles lief gut und am Abend fing Simon zur Feier des Tages einen riesigen Seebarsch. Festes, weißes, unglaublich zartes Fleisch – es reichte für vier Abendessen.

Zurück in San Ignacio wollten wir eigentlich nur kurz stoppen – duschen, telefonieren, Videos hochladen. Doch Regen verwandelte den Paraiso Misional Campground in eine Matschpiste, und so wurden aus einer Nacht drei.

Glück im Unglück: Wir konnten unseren Van unter dem Solar-Dach unterstellen und trafen Claudia und Uwe aus Kerpen, mit denen wir einige sehr nette Gespräche führten.


Grauwale in der Laguna Ojo de Liebre

Wegen des Regens hatten wir Sorge, die 25 Kilometer lange Offroad-Piste durch die Salzfelder zur Laguna Ojo de Liebre nahe Guerrero Negro nicht zu schaffen. Doch nach einem kurzen Waschbrettstück bestand der Rest aus extrem verdichtetem Sand – völlig problemlos zu fahren!

Am Checkpoint registrierten wir Kennzeichen und Namen, bezahlten 100 MXN (ca. 5 €) pro Nacht Campinggebühr und standen plötzlich mitten in einem der beeindruckendsten Walgebiete der Welt.

Hier kommen jedes Jahr die Grauwale in die geschützten Lagunen der Baja, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Die beste Zeit für Whale Watching ist ab Anfang/Mitte Februar – früh morgens oder gegen Abend.

65 US-Dollar kostet die Tour pro Person und die kleinen Boote starten, sobald mindestens vier Gäste zusammenkommen.

Grauwale bewegen sich meist in kleinen Gruppen und schwimmen gemächlich – selten schneller als acht Kilometer pro Stunde. Beim Auftauchen stoßen sie rund 1.000 Liter Luft in einer gewaltigen Fontäne aus. Der sogenannte „Blow“ ist nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar – und manchmal sogar riechbar. 😅

Männchen fressen nämlich weiter und ihr Atem riecht entsprechend fischig. Weibchen hingegen fasten während der Stillzeit – ihr Atem bleibt geruchlos.

Wir warteten fünf Tage auf perfektes Wetter: Sonne und kaum Wind. Und es lohnte sich zu 💯 Prozent!

Überall um uns herum waren Wale. Einige tauchten direkt unter unserem kleinen Boot hindurch. Walmütter mit wenige Tage alten Kälbern schwammen bis auf wenige Meter heran. Und zwei Tiere sprangen sogar komplett aus dem Wasser heraus.

Und ja – ich durfte und konnte einen berühren. 💛

1,5 Stunden verbrachten wir bei ihnen. Hin- und Rückfahrt eingerechnet waren es zwei Stunden purer Gänsehaut.

Nachts hörten wir Kojoten heulen. Tagsüber beobachteten wir Seeadler. Baja-Magie in Reinform. ✨


Zurück Richtung Norden – ein Abschied in Etappen

In Guerrero Negro füllten wir nach fast einer Woche unsere Vorräte auf und überquerten anschließend wieder die Grenze von Baja Sur nach Baja Norte – inklusive Zeitumstellung. Eine Stunde gewonnen, eine Stunde Tageslicht verloren.

Wir aßen im äußerst urigen Restaurant Chapala und übernachteten dort auf dem Parkplatz. Das Essen war so gut, dass wir am nächsten Morgen direkt noch einmal dort frühstückten. 😂

Weiter ging es über die MEX 5 entlang der Ostküste bis La Poma – ein weiter, leerer Sandstrand wie aus dem Bilderbuch: Muscheln sammeln, Beine vertreten, tief durchatmen.

San Felipe hingegen hätten wir uns getrost sparen können: Doppelt so teure Campingplätze, seelenlose Partystimmung. Unser einziges Highlight dort: die günstigsten und leckersten Tacos al Pastor aller Zeiten.


Rancho Mil – ein würdiger Baja-Abschluss

Unser letzter Halt vor der US-Grenze war der Campingplatz Rancho Mil am Río Hardy, am Rande eines UNESCO-Biosphärenreservats.

Hunderte Vogelarten leben hier – Reiher, Enten und vor allem majestätische weiße Pelikane.

Der Besitzer, Don Thousand, dessen Großvater 1911 von Deutschland auswanderte (aus Tausend wurde Thousand), lebt seit 25 Jahren hier. Sympathisch, entspannt und sehr herzlich.

Unser Stellplatz mit überdachtem Sitzbereich lag direkt am Wasser. Die Duschen waren kalt, zum ersten Mal auf der Baja, aber das WLAN funktionierte. Und Simon fing prompt wieder einen Barsch.

Das ruhige Flusswasser, das weiche Licht, das Feuchtgebiet und die schroffen Wüstenberge dahinter bildeten eine würdige Kulisse für die letzten zwei Tage von genau zwei Monaten auf der Baja California.


Unser ganz persönliches Baja-Fazit

Das Klima im Dezember, Januar und Februar war für uns perfekt. Wir konnten langsamer reisen, mehrere Tage an einem Ort bleiben, durchatmen.

Nur selten waren Strände überlaufen und wir fühlten uns jederzeit sowie überall sehr sicher.

Mexiko ist uns in diesen Monaten – insgesamt rund sechs davon auf dem Festland – unglaublich ans Herz gewachsen. Die Gastfreundschaft, die Hilfsbereitschaft, die Kultur, die Natur und das Essen sind einzigartig.

Der Abschied fällt schwer…

Warum wir dennoch zurück in die USA fahren, erzähle ich euch dann im nächsten Beitrag. Drückt uns bis dahin die Daumen für einen reibungslosen Grenzübertritt! 🇺🇸

NEW BLOG POST (07.12.2025 – 07.01.2026) 🇲🇽 Zurück in Mexiko: Unser emotionaler Baja California Start 🚐💨

Mit dem Wohnmobil von Tecate bis Loreto

Der Grenzübertritt markiert oft mehr als nur einen Länderwechsel. Für uns bedeutete Tecate den Übergang von Ordnung zu Leben, von Struktur zu Chaos – im besten Sinne. Nach acht Monaten in den USA und Kanada fühlte sich Mexiko vom ersten Moment an wieder vertraut an. Ein bisschen unordentlicher, ein bisschen lauter, ein bisschen schmutziger. Aber vor allem: echter.


Entspannter Grenzübertritt bei Tecate

Ganz bewusst entschieden wir uns gegen die große Grenze in Tijuana und für den kleinen Übergang bei Tecate – eine Entscheidung, die sich sofort bezahlt machte. Als wir ankamen, war schlichtweg nichts los. Kein Stau, kein Stress, keine Hektik. Die Grenzbeamten waren freundlich, entspannt und gut gelaunt. Eine Heckkiste mussten wir öffnen, die zweite interessierte schon niemanden mehr. Ein kurzer Blick in den Innenraum – das war’s.

Ohne dass wir danach gefragt hätten, genehmigte man uns direkt sechs Monate Aufenthalt. Dazu gab es noch ein paar hilfreiche Tipps: ein längeres Stück ohne Tankstellen, besser vorher noch einmal volltanken. Kein erhobener Zeigefinger, sondern ehrliche Hilfsbereitschaft. Willkommen zurück in Mexiko. 💚🤍❤️

Erste Nacht zwischen Weinreben

Unsere erste Nacht verbrachten wir auf dem Weingut L.A. Cetto, mitten im Valle de Guadalupe. Umgeben von Weinbergen, ruhig, idyllisch und völlig unkompliziert. Das Stehen ist kostenfrei, eine Flasche Wein zu kaufen gern gesehen – aber kein Muss. Für uns der perfekte Einstieg: langsam ankommen, durchatmen, genießen.

Ensenada & Delfine zur Begrüßung

In Ensenada füllten wir unsere Vorräte auf und steuerten anschließend einen Stadtstrand-Campingplatz an. Kaum angekommen, wurden wir direkt belohnt: Delfine zogen ihre Bahnen im Wasser. Ein dieser kleinen Momente, die man nicht planen kann – die aber für immer hängen bleiben.

Entschleunigung bei Cielito Lindo

Weiter südlich fanden wir mit dem Cielito Lindo einen Ort, der genau das bot, wonach wir gesucht hatten: Weite, Ruhe und Zeit. Ein wunderschöner Strand, weite Dünen, spektakuläre Sonnenuntergänge. Ideal zum Spazierengehen, zum Abschalten, zum Ankommen. Fünf Tage blieben wir hier – ganz bewusst. Die Baja wollten wir langsam angehen, die letzten intensiven Wochen hinter uns lassen und der Reise Raum geben.

Valle de los Cirios – Riesen der Wüste

Dann ging es ins Valle de los Cirios, eine der faszinierendsten Wüstenlandschaften der Baja California. Hier wachsen einige der größten Kakteen der Welt, darunter die bis zu 20 Meter hohen Cardón-Kakteen, die nur auf der Baja vorkommen. Das Gebiet steht unter Naturschutz und wirkt fast außerirdisch: karge Ebenen, bizarre Pflanzenformen und eine unglaubliche Stille. 🌵

Hier trafen wir Chris alias chriscrossglobalswiss aus der Schweiz, unterwegs im Land Rover Defender mit seinem querschnittsgelähmten Dackel Hunter, der mit Rollstuhl putzmunter die Wüste erkundete. Ein wirklich herzerwärmender Anblick. Wir verbrachten einen ganzen Tag zusammen, tauschten Geschichten aus und genossen abends einen Sternenhimmel, wie wir ihn zuletzt in Chile oder Bolivien gesehen hatten. Klar, kalt, überwältigend. Leider war dies aber auch der Ort, an dem wir uns Maus Nummer drei einfingen…

San Ignacio – Oase mit Schattenseiten

Von der Wüste fuhren wir weiter nach San Ignacio, einer grünen Oase mitten auf der Baja. Die Dattelpalmen gehen auf die Jesuiten zurück, die hier im 18. Jahrhundert eine Mission gründeten und ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem anlegten. Der Ort liegt eingebettet zwischen Palmenhainen und Vulkanbergen und wirkt wie ein kleines Wunder in der kargen Einöde.

Wir checkten auf einem wunderschönen Campingplatz unter Palmen ein – mit Blick auf einen von Kakteen übersäten Bergrücken.

Doch die Idylle bekam schnell einen Riss: Simon verlor eine Plombe und bekam nachts starke Zahnschmerzen. San Ignacio selbst ist winzig – ohne Zahnarzt. Also organisierte ich kurzerhand einen Notfalltermin in Santa Rosalía, rund 80 Kilometer entfernt.

Zahnarztbesuch in Santa Rosalía

Um neun Uhr morgens rief ich bei einer Zahnärztin an – um zwölf Uhr konnten wir kommen. Sie schob uns notfallmäßig dazwischen. Die Behandlung war professionell, ruhig und vor allem: schmerzfrei. Der entzündete Nerv wurde behandelt, das Loch mit einem Provisorium geschlossen. Schnell war jedoch klar: Eine Krone wird nötig sein – gefertigt allerdings nur in Tijuana. Vier Wochen Zahnarzt-Odyssee, die unsere Reisepläne komplett verändern sollte.

Besonders spannend war zu sehen, wie dort gearbeitet wurde: keine Assistentin, kein Computer, Termine handschriftlich in einem dicken Notizbuch. Die Zahnärztin wechselte selbst die Bohrer, saugte den Speichel ab und blieb sogar beim Röntgen im Raum. Eine völlig andere Welt – und trotzdem fühlten wir uns sehr gut aufgehoben.

Am Abend parkten wir an der Marina von Santa Rosalía und trafen dort auf Thibaut: einen jungen Franzosen, der uns ein großes Stück selbst gefangene Seezunge schenkte. Simon ging es nach dem Zahnarzt erstaunlich gut – sogar gut genug, um selbst noch angeln zu gehen und ebenfalls einen Fisch zu fangen.

Simon Hamsterbacke aber wohlauf & schmerzfrei

Weihnachten unter Vanlifern

Die große Frage war nun: weiter nach Süden oder zurück nach San Ignacio und von dort aus später erneut nach Santa Rosalía? Wir entschieden uns fürs Umdrehen. Und wie es der Zufall wollte, trafen wir auf dem Campingplatz Ralph Lehbek, den wir Monate zuvor schon in Kanada getroffen hatten.

Zu Weihnachten wuchs die Runde weiter an und zwar um:

Tom & Caro alias the_roaming_bob aus Österreich

Ralph alias lebekralph aus Darmstadt

Tanja & Stephan alias _frexplorer_ aus Freiburg

Karin & Claus alias vanlife65plus_ aus der Pfalz

Und natürlich unsere Wenigkeit – Simon & Julia aka siju_campervan aus Malsch bei Karlsruhe 😉

Gemeinsam gingen wir an Heiligabend essen – einfach, entspannt, genau richtig. Kochen für so viele wäre spontan kaum machbar gewesen. Eine dieser Begegnungen, die Vanlife so besonders macht. 🚐✨

Nach insgesamt acht Tagen wechselten wir den Platz und zogen für zwei Nächte direkt an die Lagune San Ignacio. Mit Kajaks paddelten wir durch die Lagune, beobachteten unzählige Vögel und genossen die Ruhe.

Santa Rosalía, Eiffel & zweite Zahnarztrunde

Am 29.12.25 fuhren wir erneut nach Santa Rosalía zum Zahnarzt. Der Nerv war ruhig, alles sah gut aus. Das Provisorium wurde erneuert, am nächsten Tag der Abdruck für die Krone genommen. Dieses Mal schauten wir uns auch die Iglesia Santa Bárbara an – ein wirklich außergewöhnliches Bauwerk. Die Kirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Gustave Eiffel entworfen und ursprünglich für eine Weltausstellung gefertigt. Später wurde sie zerlegt, per Schiff nach Mexiko gebracht und hier wieder aufgebaut – ein kurioses Stück europäischer Industriegeschichte mitten auf der Baja.

Jahreswechsel an der Bahía Concepción

Von Santa Rosalía aus ging es weiter zur Bahía Concepción, genauer gesagt zur wunderschönen Playa El Requesón.

Und wieder trafen wir – fast unwirklich – genau die gleiche Truppe wie an Weihnachten: 🤩

Tom & Caro, Karin & Claus, Stephan & Tanja, Ralph sowie obendrein Philipp & Regula aus der Schweiz (ebenfalls im Renault Master unterwegs, aber als 4×4 mit Zwillingsreifen).

Silvester wurde gemeinsam gegrillt. Jeder brachte etwas mit: Fisch, Fleisch, Garnelen, Salate. Dazu ruhiges Wasser, perfekte Bedingungen fürs Stand-Up-Paddling und drei sehr entspannte Tage.

Und dann: Drohnencrash Nummer zwei. Während ich auf dem SUP unterwegs war, flog Simon mit der Drohne hinter mir her. Beim Rückwärtsflug übersah er einen Felsen – kein Sensor, ein kurzer Moment, ein dumpfes Geräusch. Ich paddelte ans Ufer, zog das Board an Land und kletterte barfuß über Felsen und Dornengestrüpp. Tatsächlich fand ich die Drohne unbeschädigt im Gebüsch. Glück im Unglück!

Loreto – U-Turn auf der Baja California

Nach dem wir alle verabschiedet hatten trafen wir zufällig noch ein belgisches Rentnerpaar wieder, das wir zuletzt 2023 in La Serena, Chile gesehen hatten – unterwegs mit einem riesigen MAN Expeditionsmobil. Welch schöne Überraschung! Die Welt ist manchmal doch erschreckend klein.

Dann ging es auch für uns weiter nach Loreto, unserem vorläufigen Wendepunkt. Ein hübscher, sehr touristischer Ort mit subtropischer Vegetation: Palmen, lange Strände, karge Berge – fast ein bisschen wie Thailand. Direkt vor der Stadt lag bei unserer Ankunft ein großes Kreuzfahrtschiff voller US-amerikanischer Rentner, die für Leben in den Straßen sorgten.

Der von uns angesteuerte Campingplatz war wegen eines Events geschlossen, also parkten wir spontan am Malecón, direkt an der Uferpromenade – mit Meerblick. Nachts etwas Trubel, aber insgesamt ruhig und sicher. Loreto wirkt entspannt, aufgeräumt und stark geprägt vom Tourismus.

Und auch geschichtlich ist Loreto besonders: 1697 landete hier der Jesuitenpater Juan María de Salvatierra und gründete die erste Mission der Baja California. Von hier aus begann die Kolonialisierung der Halbinsel. Heute liegt mit dem Parque Nacional Bahía de Loreto einer der wenigen Nationalparks Mexikos direkt vor der Haustür – ein Grund, warum sich hier viele US-Amerikaner dauerhaft niedergelassen haben.

Wir erkundeten die Stadt zu Fuß, aßen hervorragende Tacos – und mussten uns eingestehen: Wahrscheinlich werden wir nicht weiter nach Süden fahren. Mitte Januar steht der nächste Zahnarzttermin an. La Paz und Todos Santos müssen warten. Mit einem weinenden Auge – aber auch mit ganz viel Dankbarkeit. Denn am Ende ging ja mal wieder alles gut. 🍀

Wie unsere Baja-California-Reise weitergeht erfahrt ihr im nächsten Beitrag – in Teil 2.

Bis dahin schaut gerne auf unserem YouTube-Kanal vorbei – dort seht ihr all das nämlich in bewegten Bildern.

NEW BLOG POST 🇲🇽 (06. – 10.03.2025) Endlich in den USA! Unser nervenaufreibender Grenzübertritt und die 1.800 km lange Fahrt durch Mexiko

Endlich wieder On the Road – mit Pannenstart

Erinnert ihr euch noch, wie der letzte Blogbeitrag geendet hat? Genau – mit der erfolgreichen Lieferung unserer aus Deutschland in die USA verschickten Stoßdämpfer. Hätten wir sie doch bloß im Flieger mit nach Mexiko nehmen können! Dazu später mehr…

Erste Tagesetappe: Von Teotihuacán nach Querétaro

Am Donnerstag, exakt eine Woche nach unserer Ankunft, fühlte ich mich zwar noch längst nicht wieder fit – aber die erste und mit rund 230 km auch kürzeste Tagesetappe bis Querétaro traute ich mir zu. Bevor wir uns herzlich von den beiden Campingplatz-Besitzern verabschiedeten, die uns und vor allem unserem Van in den vergangenen 80 Tagen ein wundervolles Zuhause geboten hatten, gönnten wir uns noch eine letzte heiße Dusche. 🚿

Mit einem kleinen Umweg über den Supermarkt, wo wir die in den letzten Tagen aufgebrauchten Vorräte auffüllten, ging’s dann endlich los. Wir nahmen zum zweiten Mal die knapp 1.800 Kilometer lange Strecke bis zur US-Grenze in Angriff. Diesmal kannten wir die bevorstehenden Etappen und Übernachtungsspots bereits gut – ein kleiner Vorteil.

Für die erste Nacht hatten wir uns einen ruhigen Stellplatz an einer Tankstelle mit angeschlossener Wäscherei mitten in Querétaro ausgesucht. Dort gab es obendrein kostenloses gutes WLAN – eine Seltenheit in Mexiko! Allerdings mussten wir vorher noch unser dringend benötigtes Wasser auffüllen, weshalb wir zuvor noch eine andere Tankstelle ansteuerten. ⛽️

Kaum waren wir auf dem Weg dorthin, fiel mir ein seltsames Geräusch auf. Es klang fast wie das Bimmeln einer Kuhglocke – und leider kam es von unserem Fahrzeug! Während wir noch rätselten, woher das Geräusch genau stammen könnte, wurde schnell klar: Es kam von der linken Hinterachse.

An der Tankstelle angekommen, inspizierten wir das Problem – und die Ursache war leider sofort sichtbar. Unser hinterer, linker Stoßdämpfer hatte sich komplett aus der oberen Verankerung gerissen! Die Metallhülse war ausgebrochen, wodurch diese nun bei jeder Fahrtbewegung gegen den Kolben schlug und dieses metallische Klingeln verursachte. 😰

Erste Etappe – erste Panne!
Hier sieht man die abgerissene Metallhülse
Immerhin konnten wir Wasser auffüllen 💦

Und hier kommt der Punkt von ganz oben ins Spiel: Hätten wir unsere neuen Marquart-Stoßdämpfer doch bloß im Flieger mit nach Mexiko nehmen dürfen! So aber war der Schaden vorerst nicht zu beheben, und da der Dämpfer zumindest äußerlich noch intakt schien, blieb uns nichts anderes übrig, als die Weiterfahrt mit scheppernder Verkleidung fortzusetzen. 🚐💨

2. Fahrtag – Kilometerfressen Richtung Norden

Immerhin war unsere erste Nacht „on the road“ erwartungsgemäß ruhig gewesen, und ich war am Vorabend – dank meiner immer noch hartnäckigen Erkältung – einfach nur froh gewesen, endlich im Bett zu liegen. Stoßdämpfer hin oder her. 😅

Unser zweiter Fahrtag hatte es in sich: 478 Kilometer standen auf dem Plan – eine deutlich längere Strecke als am Vortag. Schon vor unserer Abfahrt hatten wir uns dafür entschieden, die gesamte Route bis zur US-Grenze ausschließlich über die mexikanischen Autopistas (gebührenpflichtige Autobahnen) zurückzulegen. Diese kosten zwar mitunter eine ordentliche Stange Geld, sind aber die einzige Möglichkeit, um zügig und vor allem auf gutem Asphalt voranzukommen.

Die Alternative wären oft schlecht gewartete Landstraßen mit unzähligen Topes (Bodenwellen), langsamen Lkw-Kolonnen und unvorhersehbaren Straßenzuständen gewesen – und das war mit unserem beschädigten Stoßdämpfer einfach keine Option.

Dank der gut ausgebauten Strecke erreichten wir am späten Nachmittag wie geplant unser Tagesziel: eine Autobahnraststätte etwas außerhalb von Fresnillo.

Auch hier hatten wir bereits zweimal übernachtet

3. Etappe – Durch die Wüste nach Los Remedios

Mit dem ersten Tageslicht starteten wir unsere nächste Etappe gen Norden – fast 500 Kilometer lagen vor uns. Die Fahrt war wenig abwechslungsreich, denn die Straße führte meist schnurgerade durch karge, trockene Steppenlandschaft. 🏜️

Wie schon am Vortag blies ein starker, böiger Wind, der nicht nur jede Menge Staub mit sich brachte, sondern auch eine Kaltfront. In der sonst knochentrockenen Wüste herrschten ungewohnt frische Temperaturen. Als wir gegen 16 Uhr unser Ziel erreichten, zeigte das Thermometer gerade einmal 24 Grad an – normalerweise sind es hier um diese Uhrzeit gut und gerne 10 Grad mehr! Uns sollte es recht sein, zumal die Sonne trotzdem vom stahlblauen Himmel schien. ☀️

Unser Tagesziel war die Hacienda Los Remedios, die nur über eine 10 Kilometer lange, ruppige Schotterpiste erreichbar ist. Doch die holprige Anfahrt lohnt sich jedes Mal – und so waren wir nun bereits zum dritten Mal hier.

Die Überreste der Hacienda Los Remodios
Nur die Anfahrt ist jedesmal echt ruppig

Inmitten der völligen Abgeschiedenheit und Ruhe der Wüste erwarten einen hier nicht nur warme Open-Air-Thermalbecken, sondern auch eine spektakuläre Thermalhöhle, in der heißes Wasser direkt aus einem Loch in der Decke sprudelt. Doch dieses Badevergnügen wollten wir uns für den nächsten Morgen aufsparen.

Nach der langen Fahrt knurrte der Magen, also bereitete ich uns erst einmal einen heißen Kaffee und ein fruchtiges Joghurt mit frischen, saftigen Orangen und knusprigem Granola zu. Doch kaum war das Wasser für den Kaffee heiß, wurde Simon – der draußen gerade unsere Campingstühle und den Falttisch aufstellte – auch schon von unseren mexikanischen Nachbarn mit Essen überhäuft:

🥤 Eine eiskalte Literflasche Sprite

🍤 Zwei knusprige Tostadas mit einer köstlichen Salsa aus frischen Gurken, Tomaten und Garnelen

🌮 Reichlich softe Tortilla-Fladen

🥩 Ein dünnes, gut durchgebratenes Stück Rindfleisch

🫑 Gegrillte grüne Paprika

Da hätte ich mir meinen Kaffee und das Joghurt ja glatt sparen können! 😅 Die unglaubliche Gastfreundschaft der Mexikaner begeistert uns immer wieder – und wir mussten uns regelrecht mit Händen und Füßen wehren, um nicht später auch noch die Reste einer anderen anwesenden Familie gereicht zu bekommen.

4. Fahrtag – Letzter Stopp vor der US-Grenze!

Die Nacht in der Wüste war mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ziemlich frisch, doch genau das bescherte uns einen tiefen, erholsamen Schlaf. Absolute Stille um uns herum – nur die ersten Sonnenstrahlen, die uns am Morgen beim Kaffeetrinken wärmten.

Das Außenbecken war wegen der kühlen Nächte frisch

Noch besser startete der Tag mit einem ausgiebigen Bad in der heißen Thermalhöhle, wo das dampfende Wasser direkt aus der Decke sprudelt. Herrlich! Nach einem entspannten Frühstück hätten wir am liebsten noch einen weiteren Tag in dieser kleinen Oase verbracht – aber es half nichts: Die 330 Kilometer bis Chihuahua Stadt mussten in Angriff genommen werden. 🚐💨

Also schlichen wir die 10 staubigen und holprigen Kilometer zurück zur Autobahn und rollten von dort aus weiter in den Norden. Die Fahrt verlief unspektakulär, doch es war ein komisches Gefühl zu wissen, dass dies unser letzter Stopp in Mexiko sein würde – zumindest hoffentlich!

Gegen Nachmittag erreichten wir die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates Chihuahua – mit über 900.000 Einwohnern die größte Stadt im Norden Mexikos. Unser Schlafplatz war uns bereits bestens bekannt: Der weitläufige Walmart-Parkplatz, auf dem wir schon zweimal zuvor genächtigt hatten.

Bevor wir uns für die Nacht einrichteten, erledigten wir noch die letzten To-Dos:

🧺 Wäsche waschen – Die praktische Self-Service Laundry im Walmart kam wie gerufen für eine letzte Maschine voll Schmutzwäsche.

🛒 Vorräte aufstocken – Trockenprodukte wie Nudeln und Cerealien sind in den USA deutlich teurer, also deckten wir uns hier noch einmal ein.

📄 KFZ-Haftpflicht für die USA – Über Seguro Gringo schlossen wir die notwendige Versicherung für den Grenzübertritt ab.

Somit war alles vorbereitet. Jetzt musste nur noch die Einreise in die USA reibungslos funktionieren – aber nach unserer Erfahrung im September blieb eine gewisse Nervosität… 🫣

5. Fahrtag & Grenzübertritt in die USA 🇺🇸

Die kühle Nacht ließ uns trotz aller Nervosität gut schlafen, doch die Anspannung war spürbar: Heute stand der Grenzübertritt in die USA an! Bevor es losging, verputzten wir auf dem Walmart-Parkplatz noch sämtliche frischen Lebensmittel, die wir nicht mitnehmen durften – darunter Eier, Tomaten, Paprika und Käse.

Mit gemischten Gefühlen starteten wir unsere letzte Tagesetappe auf mexikanischem Boden. Versteht uns nicht falsch: Mexiko ist ein grandioses Land, das wir in den letzten neun Monaten nicht nur bereist, sondern auch lieben gelernt haben. Aber jetzt war es an der Zeit, weiterzuziehen.

Die 250 km bis nach Ojinaga führten uns erneut durch karge Steppenlandschaften, und auch die Grenzstadt selbst machte mit ihrer Abgeschiedenheit und leicht schäbigen Optik nicht gerade Lust auf längeres Verweilen…

🛂 Mexikanischer Grenzposten

Die Ausreise aus Mexiko verlief blitzschnell:

Salida-Stempel im Pass

✅ Kein Gang zur Aduana nötig, da unser Van als Camper theoretisch zehn Jahre in Mexiko bleiben dürfte

Mexiko raus ging super schnell & einfach ✅

Dann war es soweit: Wir rollten über die Internationale Brücke rüber nach Presidio, Texas – und betraten damit US-amerikanischen Boden. Jetzt wurde es spannend!

🛂 US-Einreise: Ein völlig entspanntes Prozedere

Gleich der erste US-Grenzbeamte begrüßte uns freundlich und warf nur einen flüchtigen Blick ins Heck. Dann gratulierte er uns zum US-Visum und schickte uns weiter.

In der Fahrzeugkontrollspur landeten wir bei einem etwas älteren, grauhaarigen Officer, der sich Zeit nahm, unsere Pässe genau zu studieren. Nach ein paar Minuten stellte er uns die erwartete Frage:

🧐 „Waren Sie schon einmal in den USA?“ – Nein.

🧐 „Waren Sie schon einmal an einer US-Grenze?“ – Ja…

Kurze und ehrliche Erklärung unsererseits. Daraufhin drückte er einen orangefarbenen Notizzettel einem Kollegen in die Hand und schickte uns zeitgleich weiter zur eigentlichen Fahrzeugkontrolle.

Ein überraschenderweise des Deutschen halbwegs mächtiger Beamter – ein massiver, blonder Hüne – nahm uns in Empfang, was die Situation sofort auflockerte. 😮‍💨 Während unser Van inspiriert wurde, folgten wir ihm ins Office, wo er unsere Pässe hinter einer Tür weiterreichte.

Als er herauskam, zeigte er uns grinsend einen Daumen hoch – alles in Ordnung!

Der nächste Officer hinter der Scheibe war ebenfalls freundlich, stempelte unsere Pässe und machte sich sogar die Mühe, unser I-94-Formular (notwendig für längere Aufenthalte) eigenhändig am Computer auszufüllen.

💰 Kosten dafür: 6 $ pro Person (bar bezahlt)

Kaum hatten wir die Quittung in der Hand, kam auch schon das Go für unseren Van: Keine Spürhunde, keine Heckkisten-Kontrolle, kein Blick in den Kofferraum – nichts!

Mit einem freundlichen „Welcome to the USA!“ verabschiedete man uns, und wir rollten tatsächlich über die Grenze – diesmal ganz offiziell! 🥳🥳🥳

Um den Moment gebührend zu feiern, steuerten wir direkt den nahegelegenen Loma Paloma RV Park mitten in der texanischen Wüste an. Für nur 13 $ pro Nacht gab es:

✔️ Stellplatz mit Wasser- & Abwasseranschluss

✔️ Blitzsaubere Sanitäranlagen mit heißen Duschen

✔️ Einen großen Waschsalon

Zum perfekten Abschluss dieses besonderen Tages gab es unter dem atemberaubenden Wüstenhimmel dann noch ein Glas Sekt und fixe Pesto-Spaghetti. 🥂🍝


1.800 Kilometer quer durch Mexiko lagen hiermit hinter uns – Tausende Kilometer durch die USA & Kanada liegen vor uns! 🚐🇺🇸🇨🇦

Unser Visa Run hat uns über vier Monate Reisezeit und satte 3.000 € gekostet – aber letztendlich hat sich alles gelohnt! 🎉

Wir freuen uns riesig auf spektakuläre Nationalparks, atemberaubende Landschaften und spannende Städte in den USA – und natürlich darauf, dass ihr uns weiterhin begleitet!

Wenn ihr unser Abenteuer unterstützen möchtet oder uns ein kleines Dankeschön für unsere wöchentlichen Blogbeiträge & YouTube-Videos dalassen wollt, freuen wir uns riesig über eure Spende oder Mitgliedschaft! ♥️👇

Die ersten Eindrücke aus den USA gibt’s kommende Woche – hier im Blog, auf YouTube & Instagram! 😉


🎥 YouTube:

www.youtube.com/@sijucampervan

📸 Instagram: 

www.instagram.com/siju_campervan

💙 PayPal: 

www.paypal.com/paypalme/SiJuCampervan

☕️ Buy Me a Coffee: 

www.buymeacoffee.com/SiJu_Campervan

💛 YouTube Kanalmitgliedschaft: 

www.youtube.com/Kanalmitgliedschaft

🩵 Patreon Mitgliedschaft: 

www.patreon.com/SiJu_Campervan

NEW BLOG POST 🇲🇽 (26.02. – 05.03.2025) Von wegen perfekter Neustart: Unser holpriger Wiedereinstieg ins Vanlife!

Zurück in MEXIKO – Mit neuem VISUM und großer Vorfreude auf die USA! 🇺🇸🚐💨

Unser fünfwöchiger Deutschland-Aufenthalt war gefühlt in Rekordzeit verstrichen und schneller als uns lieb war, stand der schmerzhafte Abschied von Eltern, Geschwistern, Nichte und Freunden bevor. Natürlich freuten wir uns darauf, unser Vanlife-Abenteuer fortzusetzen, aber nach so langer Zeit mit unseren Liebsten fiel es uns doch schwer, wieder in die Ferne aufzubrechen.

Zu allem Übel hatte sich mein Papa eine heftige Grippe eingefangen und lag geschwächt im Bett, sodass er uns nicht wie geplant zum Flughafen begleiten konnte. Also setzte ich mich selbst ans Steuer, während meine Mama auf dem Beifahrersitz Platz nahm und Simon (ebenfalls verschnupft) auf der Rückbank saß. Der Verkehr auf der A5 war an diesem Mittwoch mal mehr, mal weniger zäh, aber zum Glück stockte er nicht und mit unserem großzügigen Zeitpuffer erreichten wir das Terminal 2 des Frankfurter Flughafens gut drei Stunden vor Abflug.

Da wir bereits am Vorabend online eingecheckt hatten, war die Gepäckaufgabe am Automaten schnell erledigt und wir nutzten die verbleibende Zeit, um von der Besucherterrasse aus landende Flugzeuge zu beobachten. Pünktlich um 19:20 Uhr hob unser KLM City Hopper nach Amsterdam ab – diesmal mit genug Zeit zum Umsteigen. In Schiphol angekommen wechselten wir entspannt das Terminal, bevor uns um 22:15 Uhr eine Boeing 787 Dreamliner von Aeromexico zurück nach MEXIKO CITY brachte. ✈️

Mit der kleinen KLM Maschine von FRA nach AMS ✈️
Schiphol von oben
Von dort ging’s weiter nach Mexico City

Der Flug verlief angenehm, auch wenn das Schlafen im Sitzen wie immer eine echte Herausforderung war. Zum Glück gab es ein gutes Board Entertainment und für alle Romantiker unter euch: Der Film The Notebook ist definitiv eine Empfehlung wert! Auch das späte Abendessen an Bord war absolut in Ordnung und da neben mir ein etwa vierjähriger, süßer kleiner Junge saß, dessen Eltern mit seinem zweijährigen Geschwisterchen in der angrenzenden Dreier Sitzreihe Platz gefunden hatten – blieb genug Platz für uns alle.

Mein süßer Banknachbar 🥰

Ankunft in MEXIKO CITY – und gleich zur ZOLLINSPEKTION

Dank starkem Rückenwind landeten wir sogar 20 Minuten früher als geplant, also kurz vor 3:00 Uhr Ortszeit morgens. 🥱 Durch die sieben Stunden Zeitverschiebung hatten wir auf der Uhr einiges gutgemacht, aber somit stand uns auch ein langer Tag bevor…

Zunächst ging es zur Immigration, wo sich bereits eine lange Schlange gebildet hatte. Doch als wir an der Reihe waren, verlief der Einreiseprozess völlig unkompliziert. Ohne mit der Wimper zu zucken und – im Gegensatz zur letzten Einreise – ohne Einreisesteuer wurden uns erneut 64 Tage in Mexiko gewährt. Hoffentlich brauchen wir davon nur maximal 14, denn mit unserem neuen US-Visum in der Tasche sollte unsere Panamericana-Reise nun endlich weitergehen! 🙏

Nachdem wir die Passkontrolle passiert hatten, fanden wir unsere beiden großen Kartons, die wir bereits auf dem Hinflug genutzt hatten, auf dem Boden vor dem Gepäckband. Doch diesmal zierte einer davon einen Aufkleber vom mexikanischen Zoll. Also mussten wir mit unseren Kisten erstmal zur Zollinspektion.

Anscheinend hatten unsere Auto-Ersatzteile das Interesse der Beamten geweckt, weshalb wir die Kartons öffnen und den Inhalt auf den Edelstahltischen ausbreiten mussten. Auto-Ersatzteile sind in Mexiko wohl grundsätzlich zollpflichtig, deshalb mussten wir online die Rechnung für unsere Ersatzteile – darunter Luft-, Diesel- und Ölfilter sowie frische Bremsbeläge – vorzeigen. Zum Glück lag der Gesamtwert der Teile bei nur knapp 160 €, sodass die 19 % Zollgebühr verschmerzbar war. 😮‍💨

Schade war allerdings, dass uns auch die beiden Samenpäckchen abgenommen wurden, die wir für Omar und Julia, die Betreiber des Campingplatzes Rancho Viejo, als kleines Dankeschön mitgebracht hatten. Lila Ur-Möhren und Ochsenherz-Tomaten wird es in Mexiko also leider nicht geben…

Nach der Zollabwicklung verließen wir endlich das Terminal und bestellten ein Uber Taxi. Gegen 4:30 Uhr morgens erreichten wir den Campingplatz in Teotihuacán, wo unser Van sicher auf uns wartete. Doch so früh am Morgen schienen Omar und Julia noch tief und fest zu schlafen – weder unser Klingeln noch unsere Anrufe wurden beantwortet.

Also standen wir über eine Stunde lang vor verschlossenen Toren. Aber was hätten wir uns Schöneres wünschen können? Vor uns erstreckte sich ein spektakulärer Sonnenaufgang über den Bergen Mexikos, die Vögel zwitscherten uns fröhlich entgegen, und wenig später stiegen mindestens zehn bunte Heißluftballons in den Himmel, um ihre Runden über der berühmten Sonnenpyramide zu drehen. Was für ein magischer Empfang! ☀️

Zurück im VAN – unser kleines Zuhause fühlte sich gleich wieder richtig an

Als wir schließlich das Tor passieren und unseren Van wieder an seinen Platz fahren konnten, fühlte es sich fast so an, als wären wir gar nicht weg gewesen. Nur mit einem entscheidenden Unterschied: Diesmal haben wir ein gültiges US-Visum in der Tasche!

Um nicht in der Müdigkeit zu versinken, machten wir uns direkt ans Auspacken unserer genialen faltbaren Handgepäckstaschen von FoldBagz sowie der Kartons. Die neue Bettwäsche passte perfekt in unser gemütliches Zuhause auf Rädern, und auch der defekte Dachluken-Ventilator war in Nullkommanichts ausgetauscht. ✅

Die Foldbagz mit Handgepäck-Maß haben super viele Staufächer und sogar einen integrierten Kleidersack!

Den Rest des Tages verbrachten wir entspannt auf dem weitläufigen Areal. Wir sahen Rita, der alten Eseldame, beim gemächlichen Grasen zu, freuten uns über das neue Lämmchen, das während unserer Abwesenheit geboren worden war, und genossen die Gesellschaft der drei Hofhunde, die uns offensichtlich sofort wiedererkannten und freudig begrüßten. 🐕🐾

Ankommen, Ausruhen – und dann das!

Bis 20 Uhr hatten wir am Vorabend noch tapfer durchgehalten – aber dann war wirklich Schluss mit lustig! Nach über 20 Stunden Reisezeit fielen wir hundemüde in unser frisch bezogenes, eigenes Bettchen im Van. Simon war leider nicht nur müde, sondern mittlerweile auch ziemlich erkältet. 🤧

Am nächsten Morgen wachte ich gegen 7 Uhr tatsächlich relativ fit und erstaunlich ausgeschlafen auf – ganz im Gegensatz zu Simon, der immer noch mit Schnupfen, Kopfschmerzen und einem dicken Kloß im Hals kämpfte. Aber eine Ibuprofen zum Frühstück wirkte Wunder, und gegen Mittag ging es ihm glücklicherweise schon wieder halbwegs gut.

Da wir nicht untätig rumsitzen wollten, nutzten wir die gewonnene Energie und erledigten direkt die wichtigsten Dinge:

✅ Lebensmitteleinkäufe – Der Kühlschrank war nach unserer Deutschland-Reise verständlicherweise leer, also füllten wir ihn wieder mit frischen Vorräten auf.

💧 Trinkwasser auffüllen – Unsere Kanister mussten dringend nachgefüllt werden. In Mexiko ist das dank der weit verbreiteten Purificadoras (Wasserreinigungsstationen) super einfach und günstig.

🧺 Schmutzwäsche loswerden – Den großen Sack mit Schmutzwäsche, den wir vor unserer Abreise nicht mehr waschen konnten, brachten wir endlich zur Wäscherei.

Nachmittags widmete sich Simon trotz leichter Erkältung noch einer anderen, lästigen Baustelle: Die defekten Rollos (Fliegengitter und Jalousie) an unserer hinteren Dachluke mussten dringend ausgetauscht werden. Besonders das Fliegengitter war für uns unverzichtbar – denn in Mexiko können sich Mücken selbst im Winter noch herumtreiben, und wir hatten wenig Lust auf ungebetene Mitbewohner.

Zum Glück verlief der Austausch reibungslos, und damit war an Tag zwei nach unserer Rückkehr schon fast alles abgehakt. 😀

Wassermangel – mitten in der Trockenzeit!

Simon ging’s am Samstag zum Glück schon wieder deutlich besser während ich mir nicht sicher war, ob ich immer noch ein klein wenig mit dem Jetlag kämpfte oder ob sich nun auch bei mir eine Erkältung anbahnte… Deshalb ließen wir es ruhig angehen und erledigten nur das aller Nötigste:

Zuerst holten wir unsere frisch gewaschene Wäsche aus der Wäscherei ab – sauber duftende Kleidung ist immer wieder ein kleines Highlight. 🌟 Anschließend versuchten wir, bei zwei Tankstellen in der Nähe unseren Wassertank aufzufüllen, allerdings vergeblich. Scheinbar herrschte bereits jetzt Wasserknappheit – und das, obwohl die Regenzeit erst im Juli beginnen wird! 😨

Immerhin konnten wir an den Tankstellen noch unsere Auto- und Fahrradreifen aufpumpen, und Wasser würden wir sicherlich irgendwo unterwegs auftreiben können.

Krank statt on the road

Als ich am Sonntagmorgen mit fürchterlichen Kopfschmerzen, Kratzen im Hals und verstopfter Nase erwachte war klar: Jetzt hatte es auch mich erwischt. Und als am Abend noch leichtes Fieber hinzukam, war an die eigentlich für diesen Tag geplante Abfahrt nicht zu denken. So hatten wir uns den Neustart in unser Vanlife-Abenteuer nun wirklich nicht vorgestellt! 😬

Zum Glück waren wir auf der Rancho Viejo in Teotihuacán bei Omar und seiner Mutter Julia bestens aufgehoben. Die beiden kümmerten sich rührend um uns und setzten auf traditionelle Hausmittel: Eine saure, Vitamin-C-reiche Kaktusfrucht sollte unser Immunsystem stärken, während ein Sud aus in Honig gedünsteten Zwiebeln und Knoblauch gegen den Husten helfen sollte. Und als kleines Seelenpflaster gab es noch Kekse in lustiger Eselform – schließlich hilft ein Lächeln manchmal genauso gut wie Medizin. ♥️

Traditionelle, mexikanische Medizin
Leckere Esel-Kekse

Krank im Van & neue Bekanntschaften

Am Montag hatte sich mein Zustand sogar noch leicht verschlechtert, sodass an eine Weiterfahrt weiterhin nicht zu denken war. Während wir uns redlich bemühten, schnell wieder fit zu werden, erhielten wir Gesellschaft von zwei kanadischen Familien, die mit ihren beeindruckenden Fahrzeugen auf den Campingplatz rollten. 🚍🇨🇦

Die eine Familie reiste mit einem riesigen Wohnwagen, die andere in einem alten, aber gigantischen Mercedes-Schulbus – beide mit jeweils vier kleinen Kindern an Bord. Schon auf den ersten Blick wurde klar, dass sie einen recht alternativen Lebensstil pflegten. Besonders beeindruckt waren wir von der Menge an Ausrüstung, die sie dabeihatten: Jedes Kind hatte ein eigenes Fahrrad samt Helm, dazu kamen ein paar Inlineskates – und als wäre das noch nicht genug, reisten auch noch zwei Hunde mit. Platz schien in ihren rollenden Unterkünften jedenfalls mehr als genug vorhanden zu sein! 😅

Omar freute sich über die vielen Kinder 😅

Geduld, Genesung & ein guter DHL-Lauf

Da mich am Montagabend erneut leichtes Fieber geplagt hatte, verbrachten wir auch den Dienstag und Mittwoch weiterhin auf der Rancho Viejo und hofften inständig auf Besserung. Unser geplanter Aufbruch musste also weiter warten. So hatten wir uns das Vanlife-Revival wahrlich nicht vorgestellt!

Während wir uns bemitleideten und mit Tee und traditioneller mexikanischer Medizin aufpäppelten, erreichte uns aber auch eine erfreuliche Nachricht: Unsere per DHL aus Deutschland verschickten Marquart-Stoßdämpfer waren nach etwa 14 Tagen wohlbehalten bei Brett & Yvonne alias @RoundAboutWest in den USA angekommen! 🥳🥳

Jetzt müssen nur noch wir es zu den Stoßdämpfern schaffen – hoffentlich genauso reibungslos.

Ob das klappt, erfahrt ihr im nächsten Blogbeitrag. Bis dahin: Bleibt gesund! 🍀

NEW BLOG POST 🇩🇪 (05. – 23.01.2025) UNSER WEG ZUM US-VISUM: Hindernisse, Hoffnungen und die alles entscheidende Antwort

Zurück auf der Rancho Viejo: Zeit für den großen Van-Frühjahrsputz!

Nach 18 wundervollen Tagen des House- und Dog-Sittings in Mexiko-Stadt kehrten wir zu unserem Van auf den Campingplatz Rancho Viejo in Teotihuacán zurück, wo wir ihn während unserer Abwesenheit sicher abgestellt hatten. Da in nur einer Woche unser lang ersehnter US-Visum-Run nach Deutschland anstand, verbrachten wir die folgenden Tage ebenfalls dort – und sie sollten alles andere als langweilig werden.

Es gab so einiges zu tun: Zwei Videos wollten geschnitten werden, und unser Van hatte nach über einem Jahr on the road eine gründliche Reinigung dringend nötig. Also schrubbten, wischten und putzten wir, bis er innen und außen blitzte. Doch damit nicht genug: Wir starteten auch eine große Ausmist-Aktion, die längst überfällig war. 📦

Simon verklebt noch einmal die Dachluken
Nur ein kleiner Teil unseres Kofferraum Inhalts…

Erstaunlich, wie sich auf nur sechs Quadratmetern Wohnfläche dennoch überflüssige Dinge ansammeln können! Am Ende hatten wir zwei große Kartons voll mit Sachen, die wir in den vergangenen 28 Monaten Panamericana-Roadtrip entweder nie oder nur selten benutzt hatten. Zu viel Kleidung, ungenutzte Plastikdosen, die Fahrradhelme – und ja, sogar meine Ukulele. Ursprünglich wollte ich dieses wunderschöne Instrument auf Reisen lernen, aber wie das oft so ist, blieb keine Zeit dafür. Also weg damit!

Insgesamt kamen fast 45 Kilogramm Ballast zusammen, die wir in zwei stabile Umzugskartons verstauten. Vollends mit Klebeband umwickelt, entsprachen sie sowohl den erlaubten Maßen als auch dem Gewicht für Aufgabegepäck. Ein befreiendes Gefühl, so viel Überflüssiges loszuwerden! 😀

Karton statt Koffer 😅

Abschied von Mexiko und ein herzliches Wiedersehen in Deutschland

Unser letzter Tag in Mexiko begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein – nach drei grauen und windigen Tagen eine willkommene Überraschung! Da wir alle Putz- und Packarbeiten bereits am Vortag erledigt hatten, und unser Flug erst am Abend ging, konnten wir den letzten Tag entspannt angehen. 😎

Letztes Mal Yoga mit Hund 🐕

Gegen 16:30 Uhr holte uns ein zuvor bestelltes Uber-Taxi am Campingplatz ab. Die Fahrt führte vorbei an den majestätischen Vulkanen Popocatépetl und Iztaccíhuatl, die sich diesmal sogar schneebedeckt präsentierten – ein beeindruckender Anblick, der uns den Abschied nicht leichter machte. 🏔️

Am internationalen Flughafen Benito Juárez verlief alles reibungslos. Den Check-in hatten wir schon online erledigt, sodass wir am Automaten nur noch unsere Bordkarten ausdrucken und die beiden Kartons aufgeben mussten. Besonders vielsagend fand ich unsere Airline-Referenz: Deseuo. Das klang verdächtig nach deseo (Spanisch für Wunsch) und passte perfekt zu unserem Reiseanlass: dem Wunsch, das ersehnte US-Visum zu erhalten. 🇺🇸

Malsch – wir kommen! ✈️

Nach einem überteuerten Abendessen bei der Burger-Kette Carls Jr. – hätten wir uns sparen können, wie sich später herausstellte – und einer zügigen Sicherheitskontrolle ging es gegen 21 Uhr an Bord des Aeromexico-Dreamliners Richtung Amsterdam. Überraschend wurde uns kurz nach Abflug noch ein warmes Nachtessen serviert, obwohl wir nur mit einem Frühstück gerechnet hatten. Der Flug verlief ruhig und angenehm, sodass wir nach knapp 10 Stunden sicher in Amsterdam landeten. 🛬

Dichter Nebel empfing uns dort, doch viel Zeit zum Bestaunen blieb nicht: Unser Anschlussflug nach Frankfurt stand kurz bevor, und wir mussten quer durch den riesigen Flughafen Schiphol hetzen. Nur dank einer kleinen Verspätung des Fliegers schafften wir es noch rechtzeitig an Bord. 😮‍💨

Fast hätten wir direkt wieder kehrt gemacht. 🤣
Das Wetter hätte echt besser sein können…
…wobei es über den Wolken echt schön war 🌅

In Frankfurt angekommen, erlebten wir einen Moment der Erleichterung: Unsere Kartons kamen unversehrt an! Und in der Ankunftshalle warteten bereits meine Eltern, die uns nach über 897 Tagen Abwesenheit voller Freude begrüßten. Ein herzlicher Empfang, der unsere Ängste und Sorgen über das Visum für einen Moment vergessen ließ.

Mein 41. Geburtstag – Ein Wiedersehen, das alles übertraf

Wenn ich mir etwas zu meinem Geburtstag hätte wünschen dürfen, wäre es genau das gewesen: Nach über zweieinhalb Jahren endlich wieder mit meinen Eltern, Schwiegereltern, den beiden Geschwistern und meiner Nichte an einem Tisch zu sitzen. Und genau das wurde am 15. Januar, meinem 41. Geburtstag, Wirklichkeit. 🌟

Geburtstagsessen 🥰

Ein riesiges Dankeschön geht an meine Eltern die nicht nur alles organisiert, sondern auch mein altes Zimmer so liebevoll für uns hergerichtet haben. Nach so langer Zeit fühlte sich das wie ein echtes „Willkommen zurück“ an. ♥️

Was mich zusätzlich zum Strahlen brachte waren die vielen Geburtstagsgrüße, die mich über WhatsApp, Instagram und Facebook erreichten. 😊Es war einfach schön zu sehen, wie viele Menschen an mich gedacht hatten – von Freunden aus der Heimat bis hin zu Reisenden, die wir irgendwo auf der Panamericana getroffen haben.

So schön der Tag war, das Einschlafen fiel uns in der zweiten Nacht ziemlich schwer. Kein Wunder, wenn man plötzlich 7 Stunden Zeitverschiebung verarbeiten muss! Die Umstellung hat uns ganz schön gefordert – sowohl körperlich als auch mental. Immerhin hatte Petrus ein wenig Mitleid mit uns: Zwar war es kühl und etwas nass, aber für Januar hätte es definitiv schlimmer kommen können. ⛅️

Am Ende war mein Geburtstag genau das, was ich gebraucht habe: ein Tag voller Liebe, Freude und dem Gefühl, endlich wieder angekommen zu sein – zumindest für eine Weile. 🥰

Ein Wiedersehen mit Freunden

Am Donnerstag führte uns unser Weg in Simons Elternhaus, unser ehemaliges Zuhause, bevor wir unsere große Reise angetreten hatten. Damals hatten wir unsere Wohnung aufgelöst und all unser verbleibendes Hab und Gut in Simons altem Kinderzimmer untergebracht. Nun, mit den beiden zusätzlichen Kartons aus Mexiko, platzte der Raum endgültig aus allen Nähten.

Doch während wir uns durch das Chaos kämpften, gab es auch etwas Schönes zu entdecken: Unsere vier Kornnattern, die nach wie vor in ihrem alten Terrarium untergebracht waren, schienen die Zeit hervorragend überstanden zu haben. Dank der fürsorglichen Pflege durch meinen Schwiegervater ging es den Tieren prächtig – ein kleiner Trost inmitten des Durcheinanders.

Unsere Schlangen sind schon 21 Jahre alt 👵

Zum Glück mussten wir uns nicht allzu lange Gedanken darüber machen, wo wir die kommenden sechs Wochen verbringen würden. In meinem Elternhaus gab es genug Platz für uns beide, sodass wir einen festen Rückzugsort hatten.

Der Abend hielt dann ein besonderes Highlight für uns bereit: ein Wiedersehen mit unseren engsten Freunden. Sie hatten Bratwurst und Brötchen organisiert, und wir verbrachten einen gemütlichen Abend zusammen. Es war einfach wunderschön, nach so langer Zeit die vertrauten Gesichter wiederzusehen. Noch schöner war die Erkenntnis, dass sich trotz unserer langen Abwesenheit nichts verändert hatte – weder die Freundschaft noch das Äußere unserer Freunde. Es fühlte sich an, als hätten wir uns erst gestern zuletzt gesehen. ♥️

Vorbereitung ist alles

Die Tage danach waren geprägt von Organisation und To-Do-Listen. Wir nutzten die Zeit um Termine wahrzunehmen, die schon lange überfällig waren – vom Friseurbesuch bis hin zu Routineuntersuchungen. Ein riesiges Dankeschön geht an meine Mama, die sich im Vorfeld so hervorragend um die Organisation gekümmert hatte! Dank ihrer Hilfe konnten wir direkt nach unserer Ankunft durchstarten und die wichtigsten Dinge erledigen. 👍🏻

Doch der wohl nervenaufreibendste Punkt auf unserer Liste war die Vorbereitung auf das Interview für unser US-Visum. Nach unserem missglückten Grenzübertritt im September wollten wir nichts dem Zufall überlassen und uns bestmöglich vorbereiten. Das bedeutete: Unterlagen sammeln, Szenarien durchspielen und sicherstellen, dass wir alle Eventualitäten abgedeckt hatten.

Neben den Pässen und der Terminbestätigung packten wir daher eine ganze Reihe zusätzlicher Dokumente ein: aktuelle Meldebescheinigungen, Führungszeugnisse, einen Nachweis über unsere finanziellen Mittel und eine detaillierte Beschreibung unserer geplanten Reiseroute. Damit wollten wir beweisen, dass wir keineswegs vorhatten, in die USA einzuwandern, sondern lediglich mit unserem Van durchs Land reisen wollten. 🌎🚐💨

Trotz all der Vorbereitung blieb die Nervosität. Seit der Antragstellung Mitte September war das Visumsthema wie ein Schatten, der uns nicht losließ. Immer wieder stellten wir uns die gleiche Frage: Würden wir die Erlaubnis bekommen, unsere Reise fortzusetzen? So hieß es weiterhin hoffen, bangen und warten – und uns mit der Ungewissheit arrangieren.

Wird‘s was mit dem Visum oder war’s das?!

Nervenkitzel in Frankfurt

Unser Termin im US-Konsulat in Frankfurt war für Donnerstagmorgen, den 23. Januar 2025, auf 07:30 Uhr angesetzt. 📆 Da das Wetter Ende Januar unberechenbar sein kann und wir mit gut zwei Stunden Fahrzeit von Malsch nach Frankfurt rechnen mussten hatten wir uns frühzeitig entschieden, die Nacht davor in einem Hotel in der Nähe der Botschaft zu verbringen. Mit den wichtigsten Unterlagen, ein paar Wechselklamotten und einem mulmigen Gefühl im Gepäck machten wir uns am Mittwochmittag mit dem Kleinwagen von Simons Papa auf den Weg. Danke noch einmal, Norbert, für den Autoverleih – du bist ein Schatz!

Die Straßen waren zum Glück frei, und so rollten wir ohne Zwischenfälle nach knapp zwei Stunden Fahrt in Frankfurt ein. Nach einer kleinen Parkplatz-Odyssee fanden wir unser Hotel, parkten das Auto auf dem hoteleigenen Parkplatz (gegen eine Extragebühr, versteht sich) und checkten über einen Automaten ein. Der Self-Check-In lief überraschend problemlos, und unser Zimmer war zwar klein, aber gemütlich – genau richtig für eine Nacht. ✅

Doch statt uns direkt zu entspannen, schnürten wir noch einmal die Schuhe und erkundeten die Gegend. Das US-Konsulat in der Gießener Straße war nur ein paar Hundert Meter entfernt, also stiefelten wir trotz grauem Himmel und frostiger Temperaturen hinüber. Wir wollten sicherstellen, dass wir am nächsten Morgen nicht planlos vor den falschen Türen standen. Mission erfolgreich: Wir hatten die richtige Pforte ausgemacht.

Foto aus Google Maps

Auf dem Rückweg machten wir einen kurzen Abstecher in den benachbarten Toom Baumarkt – keine Ahnung, warum Baumärkte so beruhigend auf uns wirken, aber das war ein willkommener Stimmungsaufheller. Anschließend deckten wir uns noch im gegenüberliegenden Aldi mit Snacks und Getränken ein, bevor wir uns bei McDonald’s gleich nebenan setzten und uns mit einem Happy Meal ein bisschen Seelenfutter gönnten. 🍔🍟🥤

Zurück im mollig warmen Hotelzimmer stellten wir den Fernseher an, doch an Abschalten war nicht zu denken. Die Anspannung war spürbar, und jede Minute kroch unendlich langsam dahin. Was, wenn wir das Visum nicht bekommen würden? Was, wenn dies wirklich das Ende unseres Panamericana-Traums bedeutete? Diese Gedanken kreisten so intensiv in unseren Köpfen, dass es uns unmöglich war, vor Mitternacht einzuschlafen. Stattdessen starrten wir in den Bildschirm und warteten darauf, dass die Nacht endlich vorüberging…

Der große Tag im Konsulat

Die Nacht vor unserem Termin im US-Konsulat war, gelinde gesagt, eine Katastrophe. Unruhig wälzten wir uns im Bett hin und her, und um 6 Uhr war die Nacht mit dem Klingeln des Handyweckers endgültig vorbei. Eine heiße Dusche half zumindest ein wenig gegen die Müdigkeit und Nervosität. Als wir die Vorhänge zur Seite zogen, blickten wir allerdings auf noch dunkle Straßen und Regen. Ein schlechtes Omen? Schon beim Gedanken daran, ohne Schirm durch den Nieselregen zur Botschaft zu laufen, wurden wir noch angespannter. ☔️

Elektronische Geräte und persönliche Gegenstände ließen wir im Hotelzimmer, da man ins Konsulat außer den notwendigen Dokumenten nichts mitnehmen darf. Zum Glück nieselte es nur leicht, und die Temperaturen waren etwas milder als am Vortag. Der kurze Fußweg war also machbar. Vor dem Konsulat angekommen, reihten wir uns in die Schlange der Wartenden ein, die sich unter einem großen, mit Heizstrahlern ausgestatteten Vordach drängten. Trotz der Wärme war die Stimmung angespannt – scheinbar gab es einen technischen Defekt an der Eingangstür, weshalb sich die Schlange kaum vorwärts bewegte.

Nach einer halben Stunde war es endlich so weit: Wir durften zu einem der beiden Außenfenster, wo wir unsere Pässe und die Terminbestätigung vorzeigen mussten. Im Gegenzug erhielten unsere Pässe einen Aufkleber mit Namen und Barcode sowie eine Wartenummer. Damit ging es in die nächste Schlange, bis wir endlich das Gebäude betreten durften.

Im Inneren passierten wir zunächst die Sicherheitsschleuse, was dank leerer Taschen schnell erledigt war. Dann ging es über den Innenhof in ein weiteres Gebäude, wo wir erneut unsere Pässe vorzeigen und ein Passfoto abgeben mussten. Doch hier gab es einen Haken: Mein mitgebrachtes Foto wurde abgelehnt, da es identisch mit dem Bild in meinem Reisepass war und damit älter als sechs Monate. Das hatte ich natürlich nicht gewusst! Zum Glück gab es im Raum zwei Fotofix-Automaten. 📸

Allerdings wollte der Automat meinen 10-Euro-Schein nicht akzeptieren, und aus offensichtlichen Gründen hatten wir weder EC- noch Kreditkarte dabei. Doch gerade als die Panik hochkam, bot uns ein netter Herr seine EC-Karte an und rettete uns aus der Bredouille. Nach einem schnellen Schnappschuss und dem Abgeben des neuen Passfotos konnten wir weiterziehen.

Am nächsten Schalter gaben wir unsere Fingerabdrücke digital ab, bevor es an den letzten und alles entscheidenden Schritt ging: das persönliche Interview. 📝

Ich hatte mir ein Einzelbüro mit dunklen Holzmöbeln und einem strengen Beamten in Anzug vorgestellt, aber die Realität sah anders aus. Entlang einer langen Wand befanden sich mehrere Fenster, hinter denen Beamte wie an einem Fließband die Antragsteller abfertigten. Ehe wir uns versahen, standen wir vor einer blonden Dame, die uns freundlich, aber recht leise durch die Scheibe ansprach.

Zunächst stellte sie die üblichen Fragen nach dem Reisegrund und der geplanten Aufenthaltsdauer. Doch dann stutzte sie: „Waren Sie schon einmal an einer US-Grenze?“ Die Nervosität stieg. Wir erklärten ihr kurz und knapp unseren Fehler mit dem ESTA-Antrag, überreichten die Border Refusal-Dokumente aus Mexiko sowie den Ausdruck der fehlerhaften Information aus der App des Auswärtigen Amtes. Sie tippte einige Minuten lang konzentriert auf ihrem Computer herum, bis sie schließlich mit den Worten „Approved. You will receive your passport within the next 7 days.“ aufblickte.

Das war’s! Es war geschafft. Die Erleichterung traf uns wie ein Schlag, aber wir waren zu perplex, um es direkt zu realisieren. Kein Drama, keine weiteren Fragen, einfach nur „Approved“. Wir bedankten uns artig, verließen das Gebäude und standen im Regen wie betäubt. 😵‍💫

Noch vor wenigen Momenten waren wir fast sicher gewesen, dass dies das Ende unserer Panamericana-Reise bedeuten würde. Der Grenzvorfall hatte uns tief verunsichert, und insbesondere ich hatte mich auf das Schlimmste eingestellt, um im Falle einer Absage nicht allzu enttäuscht zu sein. Doch nun war klar: Unsere Reise kann weitergehen! 🤩

Ob wir die Pässe samt Visa tatsächlich wie versprochen eine Woche später per Kurier zurückerhalten haben, und wie es danach weiterging, erfahrt ihr im nächsten Beitrag. Bis dahin bleibt gespannt und drückt uns die Daumen, dass wir auch die letzten Hürden ohne Probleme meistern werden! ✊🏻🍀