NEW BLOG POST 🇨🇴 (01. – 08.11.2023) Jardín – Medellín

Hier geht es zu unserem neuesten YouTube Video: 👇

Auf dem Weg zur Laguna Quilotoa haben wir eine schwere Panne. Ob wir den Kratersee dennoch erreichen, wir einen Blick auf den rauchenden Vulkan Cotopaxi erhaschen können und wie uns die Hauptstadt Quito gefällt erfährst du in diesem VLOG. Liken, abonnieren & kommentieren bitte nicht vergessen. 🙏

Und nachfolgend zum neuesten Blog Eintrag: 👇

Die Wetterprognose für Donnerstag war, mit einer gemeldeten Niederschlagsmenge von 25mm, denkbar schlecht weswegen wir von vorneherein einen Arbeitstag einplanten. So verbrachten wir einige Stunden, bei leckerem Cappuccino, in einem Café mit gutem WLAN. Zwar blieb der erwartete Regen fast völlig aus aber so hattet ihr wenigstens wieder frischen Lesestoff. 😉

Hübsches Café in Jardín
Kolumbianischer Kaffee ist exzellent

Als ich am Freitagmorgen meine Augen öffnete traute ich diesen kaum: War das tatsächlich Sonne, die zwischen ein paar lockeren Wolkenfetzen durch unsere Dachluke blitzte? Ideale Voraussetzungen für die heute angedachte Wanderung zur „Cueva del Esplendor“! Der Weg zum Startpunkt der Wanderung war mit unseren Fahrzeugen jedoch definitiv nicht machbar. Wir teilten uns mit Max und Merle für 60k COP (= 13 €) einen Jeep, der uns die steile sowie sehr ruppige, 10 Kilometer lange Piste hinauf eskortierte. Die Aussicht auf die grünen Berge, die „Jardín“ umgeben, war sensationell. Auf ihnen gedeiht neben Kaffee und Bananen auch roter Paprika. Nach dem wir uns bei unserem Fahrer bedankt hatten ging es zu Fuß weiter. Wir liefen etwa vier weitere Kilometer, bis wir bei einem Restaurant angelangten. Da sich die Höhle mit Wasserfall auf privatem Gelände befindet, kamen wir leider nicht umher dort pro Kopf jeweils 20 COP (= 4,50 €) Eintritt zu bezahlen. 🙁 Immerhin war im Preis eine Tasse Kaffee inbegriffen. Als wir diese ausgetrunken hatten mussten wir uns einer anderen Gruppe anschließen denn ohne lokalen Guide darf man nicht zur Höhle hinabsteigen. 😖 Wir ließen die anderen Personen vorgehen und kletterten, mit etwas Abstand, über die mitunter ganz schön rutschigen Steine und Wurzeln hinterher. Etwa 10 Minuten später, nachdem wir den Fluss überquert hatten, erreichten dann auch wir den Eingang zur Höhle. Durch ein Loch in der Felsdecke donnert, mit ohrenbetäubendem Lärm, der Wasserfall in ein Wasserbecken. Zwar hatten wir diesmal unsere Badesachen mitgenommen aber die kühle sowie feuchte Umgebung lockte uns nicht ins Wasser hinein. Stattdessen schossen wir etliche Fotos und durch den Schutz der Höhle sowie das tosende Wasser hatten wir gar nicht bemerkt, dass es derweil auch im Freien nass geworden war. 😮 Also streiften wir für den Rückweg schnell Regenhose und Regenponcho über. Wieder am Restaurant angelangt hatte der Regen bereits etwas nachgelassen und einige Minuten später war es auch schon wieder komplett trocken. Somit gelangten wir trockenen Fußes wieder am Startpunkt der Wanderung an, wo uns neuerdings der Fahrer vom Morgen abholte. Da uns zwischenzeitlich alle der Hunger plagte erkundigten wir uns bei ihm nach einem guten Mittagslokal und, freundlicherweise, fuhr er uns sogar direkt vor dessen Eingangstür. Für 19k COP (= 4 €) gab es Suppe und Hauptgang nach Wahl. Simon entschied sich für eine Tortilla Suppe mit reichlich Gemüse sowie Hähnchenbrust mit üppigen Beilagen. Ich wählte eine sehr schmackhafte rote Bohnen Suppe und auch die Lachsforelle war extrem lecker. 😋

Mit dem Jeep zum Start der Wanderung
Gut gegen Regen gerüstet ☔️
Na wer krabbelt denn da?! 🪲
Unter der Folie wächst roter Paprika
Startpunkt erreicht, Hund darf nicht fehlen 😅
Erstmal Käffchen
Dann ab zur Wasserfall Höhle
Da kam ganz schön was runter 😯
WOW 🤩
Der Rückweg war auch echt malerisch
Riesige Öhrchen haben die Kühe hier 🐮
Leckere Lachsforelle

Am nächsten Vormittag machten sich die „anschnallis“, mit stark leckendem Kühlwasserschlauch, auf den Weg nach „Medellin“. Dort war ihnen ein Mechaniker empfohlen worden der hoffentlich ihren bereits geflickten Schlauch reparieren wird können. ✊ Wir hingegen legten noch einen Organisationstag in „Jardín“ ein. In der Nähe unseres Stellplatzes befand sich eine Wäscherei, die für umgerechnet 5 € in Rekordzeit unsere vier Kilo Wäsche nicht nur wusch, sondern auch trocknete. Anschließend standen auch bei uns mal wieder Reparaturarbeiten am Van auf dem Programm. 🙈 Trotz erst kürzlich komplett frisch verklebter Dachluken hatten wir bei Regen Feuchtigkeit an unseren Rollos bemerkt. Da wir kein Risiko eingehen wollten krabbelte Simon aufs Dach und verklebte zusätzlich, entlang der Fensterkanten, Alubutylband. Hoffentlich haben wir jetzt endlich ein für alle Mal Ruhe vor diesem leidigen Thema! Danach war duschen angesagt und in dem hübschen, kleinen Hostel „Las Flores“ wurde uns für 5.000 COP pro Person (= 1 €) tatsächlich Zugang zu einer warmen Dusche gewährt. 🚿 Auf dem Rückweg zum Van kehrten wir noch schnell im Supermarkt ein, um ein paar Kleinigkeiten zu besorgen, und damit hatten wir unsere To Do Liste dann auch schon abgearbeitet. 💪

Wäsche von der Wäscherei abgeholt
Nur noch fix zusammenrollen
Dachluken halten jetzt hoffentlich auch dicht

Irgendwie war uns noch nicht nach Weiterfahrt zumal dies, auf Grund der Großbaustelle an der Zufahrt zur Sackgasse in der wir standen, wenn überhaupt auch nur schwer möglich gewesen wäre. So genossen wir noch einmal die Ruhe und Gelassenheit „Jardíns“, welche uns beim Fertigstellen eines neuen Videos ebenfalls zu Gute kam.

Wir blieben noch einen Tag in der Sackgasse stehen
War wirklich nett hier 🌸

Am Sonntag sagten wir dem schönen Örtchen dann, nach fast einer Woche, Lebewohl. Da am Vorabend unsere Gasflasche leer gegangen war, nahmen wir einen kleinen Umweg in Kauf und fuhren zurück bis nach „La Pintada“. Laut der iOverlander App hätte sich dort ein Händler befinden sollen der europäische Gasflaschen auffüllen kann. Wir konnten an dem besagten Standort aber bei bestem Willen, außer ein paar Restaurants am Straßenrand, nichts dergleichen ausfindig machen. So fuhren wir mit leerer Gasflasche weiter in Richtung „Medellín“. Die Ruta 25 zog sich in endlosen Windungen bis auf über 2.000 Meter die Berge hinauf, weswegen wir für die insgesamt nur 200 Kilometer lange Strecke fast fünf Stunden benötigten. 😮 Es macht schlichtweg keinen Sinn, auf solch einspurigen kurvigen Pässen die unzähligen LKWs zu überholen. Da die Landschaft aber atemberaubend schön war genossen wir während der Fahrt einfach die Sicht auf die grünen Berge und Täler. Am späten Nachmittag kamen wir dann in der zweitgrößten Stadt Kolumbiens, nach der Hauptstadt Bogotá, an. Hier leben rund 2,6 Millionen Menschen in einem Talkessel, welcher der Stadt ein sehr angenehmes Klima beschert. Die Temperaturen klettern, im Jahresmittel, selten über 30 Grad und fallen genauso selten unter milde 16 Grad. Wir parkten unseren Van neuerdings in einer Sackgasse, direkt vor den Toren eines „D1“ Supermarktes am „Parque lineal Ciudad del Río“. Sogleich machten wir uns zu Fuß auf Erkundungstour durch das Viertel. Es war weder sonderlich modern noch sonderlich heruntergekommen. Neben zahlreichen Hochhäusern befanden sich auch einige Restaurants bzw. Bars in der näheren Umgebung. Da wir an diesem Sonntag unseren Jahrestag feierten hatten wir zwei Restaurants mit jeweils guten Bewertungen ins Auge gefasst. Bei dem Einen hätten wir jedoch zwei Stunden auf einen freien Tisch warten müssen was uns deutlich zu lang war, zumal wir unser Zuhause in der Großstadt nicht in der Dunkelheit alleine lassen wollten. Das Andere war gerade im Begriff zu schließen und so kam es, dass wir uns schlussendlich „nur“ ein Tex-Mex Menü bei einem Imbiss genehmigten. Wir konnten die Füllung der Burritos, bestehend aus lauter frischen Zutaten, jedoch selbst bestimmen und auch Suppe bzw. Nachos waren voll in Ordnung. 👍

Zum Glück haben wir noch den Campingkocher 🙏
Zähe Fahrt nach Medellín
Nicht wie geplant aber trotzdem gut 😛

Nach einer ruhigen sowie temperaturmäßig angenehmen Nacht holten wir am Montagmorgen seit Ewigkeiten mal wieder die Fahrräder vom Auto, um mit diesen ins nicht weit entfernt gelegene Stadtzentrum zu radeln. An der Tankstelle gegenüber füllten wir die Reifen noch mit frischer Luft und siehe da: Fast wie auf Schienen glitten wir über das gut ausgebaute Radwegenetz hinweg. 😅 Lediglich ein Regenschauer bremste uns aus und wir suchten unter dem Vordach eines Kiosk Schutz vor den großen Regentropfen. Ein paar Minuten später war der Spuk auch schon wieder vorbei und wir konnten unsere Fahrt zum „Jardín Botánico“ fortsetzen. Dieser lag etwa sieben Kilometer von unserem Stellplatz entfernt und bildete zugleich unser am weitesten entfernt liegendes Ziel. Der Eintritt in die grüne Oase, in der mehr als 4.500 Pflanzen- sowie über 1.000 Wildtierarten zu finden sein sollen, war völlig kostenfrei. Wir schlenderten durch das dichte Grün der Anlage und konnten immerhin ein Eichhörnchen sowie ein paar Vögel, darunter auch bunte Aras, sehen. 🦜 Nach unserem Spaziergang fuhren wir mit den Rädern zurück in Richtung Zentrum, dem wir leider nicht wirklich etwas abgewinnen konnten. Es wirkte etwas heruntergekommen und dort gab es unheimlich viele arme Menschen. Mir fielen alleine zwei Männer auf, die nur einen Schuh trugen. Ein weiterer Mann trug eine kurze sowie eine lange Hose übereinander, wobei er die lange Hose permanent mit den Händen festhalten musste damit sie nicht herunterfiel. Und auch menschliche Exkremente auf den Gehwegen konnte ich ausmachen. 🙈 Lediglich der „Parque Botero“, welcher mit vielen Bronzestatuen des Künstlers gespickt war, war ganz nett anzusehen. Skulpturen von ihm, beispielsweise das Pferd, sind übrigens auch in Deutschland (Berlin und Bamberg) zu finden. Der „Parque de las luces“ ist wahrscheinlich nur im Dunkeln schön, sobald die Lichtsäulen leuchten, und zur „Plaza Mayor“ fanden wir keinen Zugang. Da uns mittlerweile aber auch der Magen knurrte machten wir uns auf den Rückweg in Richtung Van. Unweit befand sich eine Niederlassung der gefeierten „Crêpes & Waffles“ Filialen wo wir noch ein leckeres, sehr spätes Mittagsmahl zu uns nehmen konnten.

Im botanischen Garten 🪴
Eichhörnchen 🐿️
Cooles Orchideorama
Der Parque Botero war auch ganz nett
Vor allem die witzigen, dicken Bronzestatuen
Das Pferd stand als Leihgabe auch mal in Berlin
Oder es steht da immer noch & es gibt zwei davon…
Genug für heute! Krönender Abschluss 😋

Da uns der Sinn sowohl nach einer heißen Dusche, als auch nach gutem WLAN stand wechselten wir am nächsten Morgen den Standort. Gerade einmal zwei Kilometer weiter südlich befand sich das „Hostal Lady Mom“. Auf der Straße vor dem Hostel standen bereits drei weitere Camper und wir quetschten uns in eine enge Parklücke zwischen zwei der Vans. Die Unterkunft verfügte nicht nur über ein Restaurant und Café, sondern auch über eine sehr hübsche Terrasse mit vielen beschatteten Sitzmöglichkeiten. Dort konnten wir gut mit den Laptops arbeiten und auch der Kaffee schmeckte vorzüglich. ☕ Nur die Hygiene der drei Badezimmer lies sehr zu wünschen übrig aber sei es drum, wir wurden sauber und das war ja schließlich die Hauptsache. Von diesem Stellplatz aus war es zu Fuß auch nicht mehr so weit ins schicke Ausgehviertel „El Poblado“, in dem auch die gut situierten Medellíner leben. Aber selbst dort roch es überall nach Marihuana und einer der vielen Süßigkeiten-Straßenhändler bot uns unterschwellig nicht nur Selbiges, sondern auch Kokain an. 🙈 Äh, nein danke… Uns war vielmehr nach einer süßen Sünde zumute denn ich hatte von der Eisdiele „Arte Dolce“ gelesen, deren Sorte „Limette, Orange, Pistazie, Mandel und Olivenöl“ im Jahr 2017 die „Gelato World Tour“ gewonnen hatte. Derart gutes Eis konnten wir uns natürlich keinesfalls entgehen lassen. 🤩 Wenngleich wir uns für andere Sorten (Halbbitterschokolade und Salzkaramell bzw. Nutella und Tiramisu) entschieden schmeckte jede davon großartig. Wir bummelten noch durch die Resto- und Bar-Meile, auf der an Wochenenden ganz bestimmt die Hölle los ist, bevor wir uns wieder zurück zu unserer Unterkunft trollten. Da unsere Gasflasche nach wie vor leer war, setzten wir uns am Abend mit unserem Sandwichtoaster auf die Terrasse und aßen dort frische, lauwarme Toast zu unserem Salat. 🥪🥗 Und da wir uns in der Heimatstadt vom bekanntesten Drogenbaron überhaupt, Pablo Escobar, befanden sahen wir uns anschließend noch zwei Dokus auf YouTube an.

Stellplatz vorm Hostal Lady Mom
Der Restaurantbereich war sehr schön gemacht
Im Ausgehviertel El Poblado
Wahrscheinlich wäre jede Sorte gut gewesen
Für den Rocher Liebhaber gab es eben jene Waffel

In den 80er Jahren hatte er ganz Kolumbien, inklusive der Polizei sowie diverse Politiker, fest in der Hand weswegen sich sein Terrorregime viele Jahre lang halten konnte. Und in der Bevölkerung war er gar nicht so unbeliebt, lies er mit seinen Kokain-Millionen doch etliche Sportplätze und sogar ein ganzes Stadtviertel bauen um Menschen, die bis dahin auf einer Müllhalde lebten, dorthin umsiedeln zu können. Schließlich wurden die Einnahmen des Medellín-Kartells Ende der 1980er Jahre auf 25 bis 35 Millionen US-Dollar geschätzt, wovon ein Großteil wieder in Kolumbien investiert wurde was zu einem bedeutsamen Aufschwung führte. 1993 wurde Pablo, nach einer langen Hetzjagd, von der Polizei erschossen aber mit seinem Tod endeten die Probleme noch lange nicht. Zwischen 1990 und 1999 wurden, alleine in Medellín, 45.000 Menschen in Folge des Drogenkrieges ermordet. Die Stadt blieb somit über viele Jahre hinweg der Ort mit der höchsten Mordrate weltweit. Erst als im Jahr 2003 paramilitärische Milizen endgültig vertrieben werden konnten sank die Zahl drastisch. In den letzten Jahren pendelten sich die Tötungsdelikte wohl bei 600 pro Jahr ein. Im Vergleich dazu beträgt die jährliche Anzahl an Mordopfern, wohl gemerkt auf ganz Deutschland und nicht nur auf eine Stadt bezogen, etwa 350. 😮

Der Drogenbaron Pablo Escobar

Diese Infos hielten uns jedoch nicht davon ab, am Folgetag eines der bis 2018 gefährlichsten Stadtviertel Medellíns zu besuchen.

Ich hatte uns für die mittägliche Free Walking Tour durch die „Comuna 13“ angemeldet. Um den Treffpunkt der Tour einfacher erreichen zu können wechselten wir neuerdings den Stellplatz. Auf dem Weg ans nördliche Ende der Großstadt konnten wir bei einem Gashändler sogar unsere Flasche füllen lassen. Wenngleich dafür, wie immer, etwas Improvisation nötig war. Sicherheitshalber kauften wir den dort verwendeten Adapter, mit welchem das Befüllen unserer Deutschen Flasche mit deren Schlauch möglich war. Vielleicht nutzt er uns beim nächsten Mal. Oder beim Übernächsten. 🤷‍♀️ Wenige hundert Meter entfernt lag unser neuer Stellplatz, in einem recht guten Viertel mit bewachten Hochhauswohnblocks. Schnell aßen wir noch unser Müsli, bevor wir uns auch schon zu Fuß auf den fünf Kilometer langen Weg zum Treffpunkt machen mussten. Wir folgten immer den Gleisen der Metrobahn und erreichten so, pünktlich und ohne Schwierigkeiten, unser Ziel. Dort wartete schon eine beachtliche Gruppe an Touristen darauf ihren jeweiligen Guide zugewiesen zu bekommen. 🙈 Wir landeten bei „Christian“ der in der „Comuna 13“, einem von insgesamt 16 Vierteln in Medellín, aufgewachsen ist und auch heute noch mit seiner Frau dort lebt. Unsere Gruppe war mit 20 Personen relativ groß und wir alle mussten uns zuerst in einen stickigen öffentlichen Bus quetschen, der uns den Berg hinauf an die Randausläufer des ehemals berüchtigten Viertels brachte. Wie immer gilt auch in Medellín: Je weiter oben am Hang sich ein Haus befindet, umso billiger ist es da es weit von der Innenstadt und mitunter öffentlicher Verkehrsanbindung entfernt liegt. Noch Anfang der 2000er war das Viertel in sich gespalten und es gab viele unsichtbare Grenzen und Mauern, deren Übertreten schnell mit dem Tod bezahlt werden konnte. Die „Comuna 13“ war damals noch fest in der Hand von rivalisierenden Gangs und unser Guide hatte die sehr gewaltsamen sowie brutalen Auseinandersetzungen zwischen Guerillas und Paramilitärs als Teenager miterleben müssen. Vielmehr Infos bekamen wir dann gar nicht mit. Schuld daran war unter anderem der zweimal einsetzende heftige Regen der seine Worte, trotz Mikrofon, schnell verschluckte. Und dann waren dort einfach so unglaublich viele Touristen unterwegs als dass wir Mühe hatten, unserer Gruppe hinterher zu eilen. Schade eigentlich, denn heutzutage ist das Barrio ein wahrer Touristenhotspot mit tollen, bunten Wandgraffitis sowie zahlreicher moderner Galerien. An einigen Ecken boten Jungs ihre Hip-Hopp Künste dar. Nur blieb uns kaum Zeit, um die coolen Vibes sowie die Sehenswürdigkeiten um uns herum ausreichend zu bestaunen. 🙁 Mit der insgesamt 384 Meter langen Rolltreppe, die in sechs Abschnitte unterteilt ist und dabei eine Höhe von 28 Stockwerken überwindet, drangen wir weiter ins Viertel vor. Die mechanische Treppe trug maßgeblich zur Verbesserung der Lebensqualität bei denn sie verkürzt einen halbstündigen, über hunderte Stufen führenden Weg nun auf nur noch sechs Minuten. Das die Nutzung völlig kostenfrei ist versteht sich dabei von selbst. Nach zweieinhalb Stunden endete unsere Tour dann auf der Dachterrasse unseres Tourguides, die seit ein paar Monaten auch als Bar fungiert. Da es in der Zwischenzeit erneut zu regnen begonnen hatte entschieden wir uns gegen eine weitere Runde auf eigene Faust durch das hippe Szeneviertel. Stattdessen liefen wir direkt zum Bus, welcher uns ein paar Minuten später wieder am Ausgangspunkt der Sightseeingtour absetzte. Erneut gingen wir die fünf Kilometer zurück zum Van zu Fuß und ließen uns auf dem Weg dorthin noch üppig gefüllte, saftige „Arepas“ (Maistortillas) schmecken. 🌮 Somit konnten wir um 19:00 Uhr, wieder am Stellplatz angelangt, direkt ins Bett fallen. 😅

Mit dem Bus zur Comuna 13
Hip-Hopp Aufführung
Noch Anfang der 2000er rollten hier Köpfe statt Bälle
Heute ist es (teilweise) ein cooles Szeneviertel
Mit tollen, bunten Läden & Galerien
Ganz schön was los hier! 😳
Mein Favorit 🤩
Leider fing es mal wieder an zu schütten ⛈️
Zumindest die Rolltreppen sind überdacht
Fantastische Graffitis überall
Nur sehr schwierig, ein Foto ohne
Menschen davor zu schießen 😅
Medellín kriecht die Hänge hinauf…
Blick auf die Comuna 13
Statt Treppe geht auch Rutsche 🤣
Streetart vom Feinsten 👌🏻
Aussicht von der Dachterrasse unseres Guides
Wieder am Stellplatz angelangt 💛

Möchtest du unsere Reise gerne unterstützen?! Dann nutze ganz unkompliziert einen der beiden Links für eine Spende in unsere Diesel- oder Kaffeekasse: ⛽🚐☕

https://www.paypal.me/SiJuCampervan

https://www.buymeacoffee.com/SiJu_Campervan

Schreiben kannst du uns per E-Mail an siju_campervan@web.de oder du nutzt das Kontaktformular auf dieser Homepage

NEW BLOG POST 🇨🇴 (24. – 31.10.2023) Salento – Jardín

Hier geht es zu unserem neuesten YouTube Video: 👇

Wir reisen durch die Ausläufer des Amazonasbeckens, wo wir unter anderem eine indigene Gemeinde besuchen. Dort erhalten wir einen tiefen Einblick in ihr Leben sowie ihre Traditionen. Auch der Besuch auf einer Kakao Farm ist nicht nur richtig spannend, sondern vor allem lecker. Schau also unbedingt rein & lass gerne einen Kommentar sowie ein Like da! 👍

Und nachfolgend zum neuesten Blog Eintrag: 👇

Insgesamt verbrachten wir fünf Nächte á 25k COP (5,50 €) bei Fernando und Joana auf der „Finca el Peniel“. Wir fühlten uns bei den beiden ganz wie zuhause und konnten uns völlig frei auf ihrem großen, schönen Grundstück bewegen. So nutzten wir ihre überdachte Terrasse nicht nur zum Arbeiten, sondern auch für eine Runde Yoga am Morgen. Von dort aus fuhren wir auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach „Salento“. Der kleine Ort ist auf Grund seiner Lage, in Mitten des kolumbianischen Kaffeedreiecks, sehr beliebt. Hier kann man gemütlich durch die Gassen schlendern, überall leckeren Kaffee verkosten, sich in den vielen schönen Kunsthandwerkläden verlieren und ein buntes Haus nach dem Anderen bestaunen. Von der zentralen Plaza aus fahren Jeeps, die so bunt sind wie die umliegenden Häuser, zu den nahen Kaffeefarmen. Wir sparten uns die Kaffeetour jedoch für einen anderen Ort auf, der uns von Reisenden empfohlen wurde. Stattdessen buchten wir uns zwei Sitzplätze in einem roten „Willy“ (so der umgangssprachliche Name der alten Jeeps), der uns zum etwas außerhalb gelegenen „Valle del Cocora“ brachte. In dem grünen Tal gedeihen unzählige Wachspalmen, mit einer Höhe von bis zu 60 Metern die höchste Palmenart der Welt. War uns das Wetter am Vormittag mit einem heiteren Sonne-Wolken Mix noch wohlgesonnen gewesen, so fielen bereits während unserer Jeep Fahrt die ersten Regentropfen. Zwar hatten wir am Morgen online noch den Wetterbericht gecheckt, der für diesen Tag schwere Regenfälle vorhergesagt hatte, jedoch ignorierten wir diese Info auf Grund des passablen Wetters am Vormittag. Zumal wir ansonsten, extra deswegen, mit unserem eigenen Van noch einmal hätten herkommen müssen… Am Parkplatz angelangt hörte der Regen auf weswegen wir, voller Zuversicht, die Tickets für den Palmenwald lösten. Mit 20k COP pro Person war der Preis, unserer Meinung nach, relativ gesalzen (4,50 €). Dafür waren Wege und Gelände schön angelegt. Die vier Stunden lange Rundwanderung kam, des Wetter wegen, von vornherein nicht in Betracht so dass wir die kleine Runde wählten. Die Palmen hingen zwar in den Wolkenfetzen, aber der Anblick war dafür richtig mystisch und vielleicht sogar schöner als bei strahlendem Sonnenschein. Gut die Hälfte des Weges hatten wir hinter uns gebracht als der Himmel urplötzlich alle Schleusen öffnete. Schnell zogen wir unsere Regenponchos über und spannten die Knirpse auf aber trotz der doppelten Schutzmaßnahmen wurden wir nass. So flüchteten auch wir uns unter das Dach eines kleinen Häuschen am Wegesrand, wo sich schon eine Gruppe Schutzsuchender eingefunden hatte. Als der Regen etwas nachgelassen hatte liefen wir zurück zum Parkplatz, von wo aus uns ein gelber „Willy“ wieder zur Plaza brachte. Neuerdings in strömendem Regen gelangten wir dort an weshalb wir uns direkt auf die Suche nach einem Restaurant für ein wärmendes, spätes Mittagsmahl machten. Frisch gestärkt, aber immer noch im Regen, liefen wir danach zum Busterminal. Glücklicherweise mussten wir nicht lange auf einen Bus warten, der uns zurück zu unsrem Van brachte.

Die Finca El Peniel
Unser Stellplatz
Arbeit & Spaß mit Maggie

Bunte alte Jeeps in Salento
Die Häuser sind genauso farbenfroh
Hübsches Wandbild
Im Valle del Cocora
Bis zu 60 Meter hohe Wachspalmen 🌴
Leider endete die Tour im Regen ☔️
Unser Fahrer hatte gute Sicht 🙈
Aber er brachte uns sicher zur Plaza zurück

Am Freitagmorgen verabschiedeten wir uns, schweren Herzens, von unserem sehr liebgewonnen Hund „Maggi“ sowie unseren unheimlich netten Gastgebern. „Maggi“ wäre ganz bestimmt, ohne mit der Wimper zu zucken, mit uns mitgefahren. Zumindest hatte sie sich schon ein Plätzchen bei uns ausgesucht. 😅 Wir fuhren weiter nach „Filandia“. Der Ort war nicht minder schön als das touristischere „Salento“, zumal wir hier sogar unsere Einkäufe in einem „D1“ Supermarkt erledigen konnten. Auch eine „Ferreteria“ war vorhanden in der wir eine große Rolle Alu Butyl kauften. Mit diesem Band wollen wir unsere Dachluken von außen zusätzlich noch einmal abdichten. In der Regenzeit erscheint uns das irgendwie sicherer. 🙈 Nach dem Rundgang durch das hübsche Örtchen kehrten wir in einem Lokal ein, in dem wir neuerdings für 16k COP (= 3,50 €) jeweils ein schmackhaftes Mittagsmenü serviert bekamen. Die Nacht verbrachten wir etwas außerhalb beim großen Sportgelände, in bester Gesellschaft einer französischen Familie.

Glaube sie wäre mit uns mit gefahren 😍
Unsere netten Gastgeber
Auch in Filandia ging es bunt zu
Tolle Wandbilder gab es auch wieder
Cremige Fischsuppe
Yummy 😋
Einfach nur schön
Stellplatz am Sportgelände

Der Stellplatz war erstaunlich ruhig so dass wir den halben Tag noch dort verbrachten, um zwei neue YouTube Videos zu vertonen und fertig zu schneiden. Am Nachmittag machten wir uns dann auf den Weg zu Max und Merle, die sich etwa eine halbe Fahrtstunde weiter nördlich auf einer Autobahnraststätte befanden. Da uns vorerst nur der Abend für ein gemütliches Beisammensein blieb, kauften wir auf dem Weg dorthin noch alle Zutaten für eine Sandwich Party ein. Der Rastplatz lag etwas erhöht auf einer Kuppe und bot eine herrliche Rundumsicht auf die umliegenden Kaffeeplantagen. Auch wir verbrachten dort die Nacht denn von dort aus war es am nächsten Morgen nicht mehr weit bis zur Hacienda Venecia, wo wir uns für die Kaffee Tour um 09:45 Uhr angemeldet hatten.

Sandwich Party 🥪
Übernachtung auf der Autobahnraststätte
Schöne Aussicht inbegriffen

Die letzten fünf Kilometer bis zur Kaffeefarm waren etwas holprig aber wir schafften es sowohl gut als auch rechtzeitig auf das 220 Hektar große Gelände. Kaum hatten wir uns bei der Rezeption angemeldet hielten wir auch schon den ersten Kaffee in der Hand. Dieser ist mehrfach preisgekrönt und wurde unseren Erwartungen auf Anhieb gerecht. Vollmundig, cremig und intensiv aber trotzdem weder zu stark noch zu bitter. 👍 Wir stärkten uns noch mit einem Stück von unserem Marmorkuchen bevor wir uns der Gruppe anschlossen. Unser Guide Mateo sprach sehr gut Englisch und unsere Truppe bestand aus vier Amerikanern, zwei Holländern sowie einer Französin. Die Tour begann mit einer Verkostung der drei hier produzierten Güteklassen. Uns schmeckte der Kaffee Superior, mit einem Koffeingehalt von 2,7%, am besten. Anschließend begaben wir uns auf die Kaffeeplantage und in den folgenden zwei Stunden erfuhren wir wahnsinnig viel über den Kaffeeanbau sowie die Produktion:

  • Die ersten Kaffeepflanzen kamen 1808 per Schiff von den Französischen Antillen und über Land via Venezuela nach Kolumbien
  • Die fruchtbaren Böden und das milde Hochlandklima in Äquatornähe sorgten dafür, dass der Kaffeeanbau in Kolumbien zur Erfolgsgeschichte wurde
  • Weltweit ist Kolumbien der größte Erzeuger von Arabica-Bohnen. Arabica gilt als die edelste Bohne und fast alle Spitzenkaffees bestehen aus reinem Arabica. Die feinsten Bohnen stammen dabei aus dem Hochland um die Großstadt Medellín herum
  • Mit 13 Mio. Sack (780.000 Tonnen) im Kaffeejahr 16/17 war Kolumbien drittgrößter Kaffeeexporteur der Welt, nach Brasilien und Vietnam
  • Besonders ist, dass der Kaffee hier zwei Mal jährlich geerntet werden kann. Die erste Ernteperiode dauert von März bis Juni und die zweite von September bis Dezember
  • Dennoch müssen die rund 350 Kaffeepflücker der Hacienda alle 21 Tage über die Plantagen gehen, um zwischenzeitlich rot gewordene Kaffeekirschen zu pflücken
  • Der überwiegend in Brasilien und Vietnam angebaute Robusta Kaffee gedeiht von Meeresniveau bis hinauf auf 900 Meter
  • Der in Kolumbien wachsende Hochlandkaffee (Arabica) wächst auf Höhen zwischen 1.000 und 3.000 Metern
  • Die Robusta Pflanzen benötigen relativ viel Abstand zwischen einander weswegen eine maschinelle Ernte möglich ist
  • Arabica hingegen kann viel dichter gepflanzt werden (doppelt so viele Pflanzen auf derselben Fläche wie Robusta) was jedoch eine rein manuelle Ernte mit sich bringt
  • Die erste Ernte kann bereits anderthalb Jahre nach Pflanzung erfolgen, über einen Zeitraum von 20 bis 25 Jahren hinweg
  • Konnten früher rund 50 Kilo Kaffee pro Pflanze geerntet werden, so sind es heute auf Grund des Klimawandels nur noch knapp 30 Kilogramm. Also fast die Hälfte weniger (bedingt durch ein Ungleichgewicht von Sonne und Regen)
  • Es gibt zwei verschiedene Schädlinge, die den Pflanzen zusetzen können. Der Eine frisst die Blätter, was zu mangelnder Fotosynthese führt. Der Andere nistet sich in den Kirschen selbst ein und zerstört so auf direktem Weg die darin enthaltenen Bohnen
  • Diese kann man entweder chemisch bekämpfen, was natürlich der schlechtere Weg ist, oder so wie hier durch gute Pflege, in dem man kranke Pflanzen rechtzeitig eliminiert
  • Ein Kaffeepflücker muss mindestens 50 Kilogramm Kaffee pro Tag ernten, um Kost und Logis auf der Hacienda zu erhalten wobei ein Pflücker im Schnitt 150kg pro Tag erntet
  • Je nach Qualität kommen die Kaffeekirschen, nach der Ernte, zur Fermentation kürzer oder länger in Wassertanks. Schlechte oder schadhafte Kirschen schwimmen dabei an der Oberfläche und können so relativ einfach aussortiert werden.
  • Vom Wasserbad aus fließen die Kirschen durch einen Kanal, der Fremdkörper wie zum Beispiel Steine aussortiert
  • Weiter geht es in eine Maschine, die zuerst Kirsche und Bohne voneinander trennt. Dieselbe Maschine entfernt im Anschluss die weiße, weiche Haut welche die Bohne umgibt. Diese Haut wird, wegen des darin enthaltenen Koffeins, an Energy Drink Hersteller weiterveräußert
  • Die geschälten Bohnen fließen neuerdings in große Wasserbecken, um evtl. Rückstände der Schalen zu entfernen
  • Von dort aus werden die Bohnen direkt auf die Trockenvorrichtung gepumpt und anschließend von zwei verschiedenen Rüttelmaschinen nach Größe sortiert
  • Nach dem die Bohnen bei 60 Grad getrocknet wurden, werden diese in Säcke á 70kg abgefüllt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Schale noch um die Bohnen herum weswegen sie bis zu sechs Monate lang gelagert werden können. Dies verschafft den Kaffeebauern Zeit, um die an der Börse gehandelten Arabica Bohnen zum jeweils besten Kurs zu veräußern
  • Die Schale wird erst kurz vorm Export von Kooperativen entfernt. Die Schalenreste verbleiben auf der Hacienda und werden für die hiesige Röstung der Superior Qualität verwendet, um den Kaffeegeschmack nicht zu verfälschen. Für die zwei schlechteren Qualitäten werden Macadamia Nussschalen benutzt
  • Die grünen Bohnen werden in Säcken á 45kg exportiert und dann vor Ort in den jeweiligen Importländern, z.B. Deutschland oder Italien, geröstet und verpackt
  • Je nach Größe der Bohne (groß oder klein) dauert der Röstprozess unterschiedlich lange. Würde man die Bohnen vorab nicht sortieren so würden die Kleineren beim Rösten verbrennen
  • Pro Jahr werden auf der Hacienda Venecia 170.000 Kilogramm Kaffee produziert. 70k Kilo der schlechteren Kategorie drei und jeweils 50k Kilo der Kategorie zwei und eins
  • Offene Kaffeepackungen sollte man tunlichst nicht im Kühlschrank aufbewahren, da die Feuchtigkeit dem Geschmack schadet. Besser sind luftdichte Dosen
  • Beim Kauf von Kaffee sollte man auf die Bezeichnung „de origen“ achten was bedeutet, dass der Kaffee aus einer Hand stammt. Sprich sowohl Anbau als auch Röstung und Verpackung fanden an ein und demselben Ort statt

Den Rest des Tages verbrachten wir auf dem paradiesischen Gelände der Farm. Hier kann man eine unheimliche Vielzahl an verschiedenen Vogelarten beobachten. Aber auch einige Echsen sowie grüne Leguane sind hier heimisch. Auf dem riesigen Grundstück befinden sich mehrere Quartiere. Die Luxusunterkünfte sind im schicken Haupthaus untergebracht, welches auch für Events gemietet werden kann. In dem an den Pool angrenzenden Haus sind die normalen Hotelzimmer sowie das Restaurant zu finden. Da wir einen komplett regenfreien Tag erwischt hatten, an dem ab und an sogar die Sonne schien, konnten auch wir den schönen Pool nutzen. Und dann gibt es noch ein Hostel mit Gemeinschaftszimmern sowie einer Gemeinschaftsküche im Garten. Dort wären auch die Stellplätze für Overlander gewesen. Da die Zufahrt zum Hostel aber unheimlich steil sowie uneben war entschieden wir, auf dem ebenen Stellplatz vor der Rezeption zu nächtigen. Auch dort gab es Toiletten, Sitzmöglichkeiten und eine Jura Kaffeemaschine, die von den Gästen den ganzen Tag über nach Belieben kostenfrei benutzt werden durfte. 😀

Stellplatz bei der Hacienda Venecia
Kaffeemaschine zur freien Verwendung ☕️
Auch die Kolibris mochten die Orchideen
Neben Kaffee Touren kann man hier auch allerlei andere Touren buchen
Wir bleiben bei der Kaffee Tour und folgen Mateo
Er erklärt mitten in der Plantage
Ein Keimling & die daraus entstehende Pflanze 🌱
Kaffeeblüte
Kaffeekirschen
Reife Kaffeekirschen
Gringo, der lustige Hund der Farm
Irgendwie sind die Proportionen seltsam 😅
Hübsche Gebäude auf dem gesamten Gelände
Versuchsweise wird auch Kakao angebaut
Die weiße Haut um die Kakaobohne herum ist essbar
Stadien der drei Güteklassen (1-3 von unten nach oben)
Fermentiert Bohnen der höchsten Güteklasse (die Kirsche verbindet sich komplett mit den Bohnen)
Die blauen Schläuche sortieren Fremdkörper aus
Diese Maschine entfernt Kirsche & Schale
Das Wasserbad entfernt eventuelle Rückstände
Auf dieser Vorrichtung trocknen die Bohnen
Die Rüttler sortieren die Bohnen nach Größe
Verpackt werden sie in 70 Kilo Säcke
Dann durften wir selbst rösten
Verschiedene Röstgrade
Das schicke Haupthaus
Unser Pool war aber auch nicht schlecht
Viele Echsen gab es auch 🦎
Größte Agave der Welt
Außenküche für Over

Am nächsten Morgen nutzten wir noch einmal ausgiebig das kostenfreie Kaffeeangebot. Wir erkundigten uns auch nach dessen Preis aber mit umgerechnet rund 8 € war uns das 250 Gramm Päckchen Kaffee dann doch zu teuer. 🙈 Nach einer warmen Dusche machten wir uns auf die Weiterfahrt nach „Jardín“. Auch dieser Ort liegt malerisch in der von grünen Bergen umgebenen Zona Cafetera. Allerdings standen wir auf dem Weg dorthin gute zwei Stunden lang im Stau, da es auf der Autobahn alle paar Kilometer lange Baustellenabschnitte gab, welche die Straße jeweils nur in eine Richtung passierbar machten. Bei Außentemperaturen um die 30 Grad war das nicht gerade ein Spaß, zumal wir die Klimaanlage nicht in Betrieb nahmen. Diese hätte uns, bei Wartezeiten von je ca. 30 Minuten vor den Baustellen, bei abgestelltem Motor sowieso nichts genutzt. Für die 200 Kilometer lange Strecke benötigten wir somit mal wieder zwischen vier und fünf Stunden. Und dafür wurden, in Summe, auch noch stolze 17 € Autobahngebühr fällig. 😮 Wir waren ganz schön fertig, als wir endlich unser Ziel erreichten. Dort warteten bereits Max und Merle auf uns, die einen Stellplatz in einer ruhigen Sackgasse ausfindig gemacht hatten. Auch zwei französische Overlander standen in derselben Reihe, so dass wir uns in allerbester Gesellschaft befanden. Bei unserer Ankunft war Max gerade dabei, einen großen Topf Nudeln mit Tomatensauce zu kochen und wir wurden direkt zu Tisch gebeten. Somit mussten wir uns an diesem Tag nicht mehr ums Thema Essen kümmern, sondern konnten uns von der Fahrt erholen. 😍

Endlich in Jardín angekommen
Der Ortsname passt 👍🏻

Für den Halloweentag war die Wettervorhersage relativ vielversprechend weswegen wir gleich an Tag eins den Ort erkundeten. Die Häuser waren, typisch kolumbianisch, wieder sehr farbenfroh und mit prächtigen Holzbalkonen sowie bunten Blumen geschmückt. An der großen Plaza hatten alle umliegenden Restaurants sowie Cafés ihre Außenbereiche bestuhlt und am Vormittag hatten sich dort viele ältere Herrschaften, überwiegend Männer, auf ein Tässchen Kaffee und einen Plausch eingefunden. Wir schauten, während wir auf Max und Merle warteten, dem bunten Treiben um uns herum zu. Zu viert fuhren wir anschließend, mal wieder mit einem cable car, über die Schlucht hinüber zur anderen Seite, von wo aus wir einen guten Blick hinunter auf den Ort hatten. Während wir die Aussicht genossen tranken wir ein Tässchen Kaffee und machten uns danach, auf Empfehlung eines Touristen hin der uns zufällig begegnete, zu Fuß auf den etwa 40minütigen Rückweg. Unser Spaziergang führte vorbei an zahlreichen Kaffee- und Bananenplantagen, aber auch etliche hübsche Blumen sowie Mandarinenbäume befanden sich dazwischen. Wir hatten noch nicht einmal die Hälfte des Weges hinter uns gebracht als es zu regnen begann. Zum Glück hatten wir alle Regenschirme dabei! ☔ Trotzdem genossen wir die Landschaft um uns herum und auch an zwei schönen Wasserfällen sowie einem kuriosen Schrottmuseum kamen wir vorbei. Wieder in „Jardín“ angelangt wurde es relativ schnell wieder trocken, so dass wir am Nachmittag noch wie geplant beim „Jardín de Rocas“ vorbeischauen konnten. In dem kleinen Naturreservat am Ortsrand leben einige Exemplare der Andenfelsenhähne. Ihr natürliches Habitat erstreckt sich entlang der gesamten Andenkette, von Bolivien bis hinauf nach Venezuela, und er ist außerdem der Nationalvogel Perus. Die ca. 35 cm großen Männchen sind auffällig scharlachrot gefärbt, lediglich Schwanz und Flügel sind schwarz. Der bogenförmige Federkamm reicht vom Hinterkopf bis über den Schnabel, selbst das kleine Auge ist vor lauter Federn kaum zu sehen was die Vögel besonders interessant macht. Auch ihr Ruf ist sehr laut. Vielleicht leben sie wegen eben jener Auffälligkeiten gerne in dichten, feuchten Wäldern in Nähe von Flüssen und Wasserfällen. Nach der Vogelschau setzten wir uns noch ein Weilchen mit einem Kaltgetränk auf die Plaza, die vor kostümierten Kindern und Erwachsenen überzuquellen schien. Wir wussten gar nicht, wohin wir schauen sollten! 😲 Für uns war das, zumindest in dieser Form, das erste Halloween welches wir miterleben durften. Die Kinder zogen mit ihren Eimerchen und Beutelchen um die Häuser, ganz in typischer „Süßes – sonst gibt’s Saures“ Manier. Als um 17:00 Uhr das „Café Europa“ oberhalb der Plaza seine Pforten öffnete schnappten wir uns, hungrig wie wir alle waren, sofort einen der Tische im Freien. So konnten wir, während wir unsere vorzüglichen Pizzen verspeisten, immer noch dem fröhlichen Treiben zuschauen. 🎃👻🕷

Es bleibt weiterhin bunt
So schöne Holzarbeiten
Morgendliches Treiben an der Plaza
Fahrt mit dem Knast Cable Car 😜
Blick auf Jardín
Schrott oder Kunst?!
Die Vögel sahen wir später auch in echt
Der Andenfelsenhahn
Helikon
Sehr gute Pizza 👍🏻
Jardín bei Nacht

Möchtest du unsere Reise gerne unterstützen?! Dann nutze ganz unkompliziert einen der beiden Links für eine Spende in unsere Diesel- oder Kaffeekasse: ⛽🚐☕

https://www.paypal.me/SiJuCampervan

Schreiben kannst du uns per E-Mail an siju_campervan@web.de oder du nutzt das Kontaktformular auf dieser Homepage

NEW BLOG POST 🇨🇴 (17. – 23.10.2023) Ipiales – Armenia

Hier geht es zu unserem neuesten YouTube Video: 👇

Wir verabschieden uns vom karibischen Traumstrand und machen uns auf den Weg nach Ecuador. Da wir zuvor noch so rein gar keine Vorstellung von dem kleinen Land hatten betraten wir dieses völlig vorbehaltslos. Ob wir positiv oder negativ überrascht wurden erfährst du in unserem neuen Video.
Schau also unbedingt rein & lass gerne einen Kommentar sowie ein Like da! 👍

Und nachfolgend zum neuesten Blog Eintrag: 👇

Nach vier entspannten Tagen auf der Finca Sommerwind verabschiedeten wir uns am Dienstagmorgen von Hans sowie unseren netten Nachbarn: Christin und Thomas. Die Zwei haben auch eine tolle Homepage: www.vollzeitreisen.de. Da die Beiden ebenfalls irgendwann im Dezember ihr Fahrzeug nach Panama verschiffen wollen stehen die Chancen gut, dass wir uns in Kolumbien noch einmal begegnen werden. 😀 Wir verließen den tollen Campingplatz, um uns auf den Weg ins nahegelegene Zentrum von „Ibarra“ zu machen. Kaum waren wir zwei Kilometer gefahren, poppte auf unserem Radiodisplay ein uns nur allzu gut bekannter Fehlercode auf: P0101. War es wohl doch nicht der Luftmassenmesser gewesen… 🙈 Simon war darüber einen Moment lang verärgert, aber als wir auf dem großen Parkplatz der lokalen Markthalle angelangt waren hatte er sich schon wieder beruhigt. Guten Gewissens ließen wir unseren Van auf dem bewachten Platz stehen und schlenderten in das kleine Zentrum. Die zwei Plazas waren von hübschen Gebäuden sowie schönen Brunnen und Palmen gesäumt, alles in allem aber unspektakulär. Vor der Weiterfahrt liefen wir noch über das riesengroße Marktgelände, auf dem es wirklich ALLES zu kaufen gab. Von Bekleidung über Kosmetik bis hin zu Technik und natürlich Lebensmitteln. Auf Grund des anstehenden Grenzübertritts vermieden wir den Kauf von Frischware. Zumal die Supermärkte in Kolumbien günstiger sein sollen als die in Ecuador. Bei einem der Fischhändler kauften wir für schlappe 1,50 € aber 400 Gramm fangfrische Garnelen, welche wir noch am selben Abend mit Spaghetti und Knoblauch zubereiteten. Vor dem Abendessen drehten wir jedoch noch eine Runde über den Friedhof der Grenzstadt „Tulcán“. Hier sind nicht die Gräber oder Mausoleen der Star, sondern die liebevoll zurechtgestutzten Hecken welche uns an Symbole der Azteken (oder Maya?) erinnerten. Und da wir uns auf dem bewachten Parkplatz neben dem Friedhof sicher fühlten, verbrachten wir dort kurzerhand für 2,50 € auch die Nacht. 😴

Viele nette Leute kennengelernt 😀
Zum Beispiel Christin & Thomas
Aber auch Kaffee & Kuchen waren wirklich lecker 😋
Eine der Plazas in Ibarra
Grenzstadt Tulcán
Kurioser & besonderer Friedhof
Den Gärtnern wird sicher nie langweilig 😂

Noch am Vorabend hatte Simon in diversen Renault Gruppen in Facebook unser Problem geschildert und tatsächlich vermuteten gleich mehrere, dass das Problem in der Luftzufuhr liegen könnte. Wir untersuchten daraufhin noch einmal eingehend den zum Turbolader hinführenden Luftschlauch und konnten diesmal, bei ganz genauer Inspektion, wirklich ein Loch darin entdecken! Vielleicht stammt der Marderbiss sogar noch aus Deutschland, wer weiß. In jedem Fall wissen wir nun, wo das Problem liegt und dass wir einen neuen Schlauch benötigen werden. Möglicherweise werden wir den Alten, je nachdem wie lange die Ersatzteilbeschaffung dauern wird, sogar flicken können. Mit dieser guten Nachricht in der Tasche fuhren wir zur gerade einmal acht Kilometer entfernt gelegenen Grenze. Nachdem wir uns ordnungsgemäß aus Ecuador abgemeldet hatten besorgten wir uns wenige Meter weiter, auf der kolumbianischen Seite, neue Stempel in den Pässen. Beim Zoll dauerte es, wie immer, etwas länger. Wobei wir sofort drankamen und ich sogar eigenhändig am PC unsere gesamten Fahrzeugdaten eintragen durfte. 😅 Als alle Formalitäten erledigt waren fuhren wir schnurstracks zum „Exito Supermercado“ in „Ipiales“. Dort konnten wir uns nicht nur mit frischen Lebensmitteln, sondern an den Bankautomaten auch mit kolumbianischen Pesos eindecken. In Null Komma nichts waren wir mal wieder Millionäre, was bei einem Wechselkurs von 1 € = 4.500 COP kein großes Kunststück ist. 😉 Praktischerweise saß, vor dem Imbissbereich im hinteren Teil des Supermarkts, auch eine Versicherungsangestellte. Für umgerechnet 30 € stellte sie uns die benötigte „SOAT“ für die kommenden zwei Monate aus. Fehlte also nur noch eine neue SIM-Karte! Bevor wir uns diesem Projekt widmeten fuhren wir noch zum „Santuario de las Lajas“. Die imposante Kathedrale wurde im gotischen Stil erbaut wobei das eigentliche Highlight deren Lage ist: Sie befindet sich, ähnlich einem Aquädukt, direkt oberhalb eines tiefen Flussbetts. 😮 Von „Las Lajas“ aus folgten wir der zweispurigen Panamericana, deren Asphalt auf uns einen noch recht jungfräulichen Eindruck machte. Dennoch kamen wir, wegen der zahlreichen Berge, nur langsam voran. Zumal sich hier auch unser Leistungsverlust deutlich bemerkbar machte: Wären wir üblicherweise locker mit 80 km/h die Steigung hinaufgefahren, krochen wir nun mit 50 km/h hinter den Lastwagen her. 😕 Dennoch erreichten wir am frühen Abend die Großstadt „Pasto“, in der wir zwecks SIM-Karten Beschaffung direkt die große Einkaufsmall ansteuerten. Der anwesende Mitarbeiter kannte sich, zu unserem Bedauern, jedoch nicht mit Kurzzeitverträgen aus. Er verwies uns diesbezüglich an seine Kollegin, die allerdings erst am nächsten Tag wieder arbeiten würde. So zogen wir unverrichteter Dinge von dannen um uns, etwas außerhalb der Stadt im „Parque ambiental chimayoy“, einen sicheren und ruhigen Platz für die Nacht zu suchen. Der wachhabende Security gestattete uns dies auch postwendend. Gegen eine kleine Gebühr in Höhe von 3,50 € konnten wir mitten im Grünen stehen, Blick auf einen Vulkan und geschlossene Tore in der Nacht inklusive. 👍

Endlich haben wir das Problem lokalisiert
Die offene Grenze zwischen Ecuador & Kolumbien
Lief alles zügig & unkompliziert 👍🏻
Das Santuario de las Lajas
Spektakuläre Lage
Draufsicht von der Straße
Ruhiger Stellplatz in einer Parkanlage
Im Hintergrund ein erloschener Vulkan

Früh am nächsten Morgen, nach einer angenehm kühlen Nacht, machten wir uns noch einmal auf den Weg zur „unico“ Mall in „Pasto“. Diesmal war Fernanda, die hilfsbereite Angestellte im „Claro“ Shop, anwesend und wusste sofort mit meinem Anliegen umzugehen. Dank unseren Freunden Timo und Alina bzw. Max und Merle, die bereits zuvor in exakt jenem Laden für die nächsten Wochen einen Vertrag erworben hatten. 😉 Die SIM-Karte kostete gerade einmal 3.000 Pesos und für insgesamt 55 Gigabyte pro Monat verlangte man 40.000 Pesos. Macht in Summe, für einen Zeitraum von zwei Monaten, 83.000 Pesos was umgerechnet 18,50 € entspricht. Da kann man nicht meckern und auch meinen anschließenden Einkauf im „Metro cencosud“ würde ich als vollen Erfolg verbuchen. Die chilenische Kette war uns bisher immer eher negativ durch ihre hohen Preise aufgefallen. Aber diesmal gab es sehr viele, günstige Angebote worüber ich gleichermaßen erstaunt sowie erfreut war. Simon hatte derweil auf dem Supermarktparkplatz unseren kaputten Turboschlauch ausgebaut und war dabei, diesen mit zwei leeren Konservendosen sowie Alubutylband zu flicken. 😅 Die Idee war ihm wohl im Schlaf gekommen und ich bin gespannt, wie lange die Konstruktion halten wird. Auf den ersten 50 Kilometern hielt sie tadellos und bergauf hatten wir plötzlich wieder richtig Dampf unter der Haube. Danach bemerkten wir ein leichtes Pfeifgeräusch und die Kontrolle an einer Tankstelle ergab, dass der Schlauch wohl zu große Hitze für die Butylmasse entwickelte woraufhin diese zu schmelzen begann. 🙈 Deswegen klebten wir, vorsichtshalber, noch eine zusätzliche Lage Panzertape drumherum. Aber ansonsten waren wir mit dem Fahrverhalten, dank der Erbsen- und Mais Dose in unserem Turboschlauch, rundum zufrieden. 😀 Während der Fahrt veränderte sich auch die Landschaft mal wieder und plötzlich wurde es mit 34 Grad Außentemperatur nicht nur merklich wärmer, sondern es tauchten auch vollbeladene Mangobäume sowie Bananenstauden auf. In der ländlichen Umgebung gab es nur wenige Ortschaften. Wenn wir aber eine durchquerten dann pulsierte dort das Leben und auf den Straßen war richtig viel los. Wir waren überrascht über die vielen Afro-Amerikaner, die in Kolumbien offensichtlich ein neues Zuhause gefunden hatten. Zugleich lungerten aber auch viele sehr arme Menschen, unserer Vermutung nach aus Venezuela stammend, an den Straßenrändern herum. Deren Blicke, Bettelei und mitunter auch Pöbelei schürte nicht gerade unser Vertrauen. Im Gegenteil, ich fühlte mich an unsere ersten Tage in Brasilien erinnert in denen ich mich bezüglich dem Thema Sicherheit ebenfalls eher unwohl gefühlt hatte. Zumal auch die Häuser, vor allem im direkten Vergleich zu Ecuador, wieder deutlich ärmlicher anmuteten. Der Putz an den Fassaden wich neuerdings blankem Backstein und statt mit Ziegeln waren die Häuser wieder mit Wellblech gedeckt. Was wir auch vermissten, waren die vielen, streunenden Hunde die uns bis dato eigentlich in jedem Land zuhauf begegnet waren. Für die 200 Kilometer lange Tagesetappe bis nach „Popayán“ benötigten wir, auf Grund der vielen Kurven und zahlreichen LKWs, rund vier Stunden. Müde von der Fahrerei hielten wir gegen 17:00 Uhr bei einem Restaurant an, welches direkt an der Panamericana lag. Ich erkundigte mich beim Inhaber, ob wir hier sicher übernachten könnten was er sofort bejahte. Der Parkplatz hinterm Haus sei von der Straße her nicht einsehbar, wäre während der Nacht hell erleuchtet und außerdem gäbe es von 21:00 bis 06:00 Uhr einen Nachtwächter. Also stellten wir, wie befohlen, unseren Van hinter dem großen Restaurant ab. Und da wir weder Lust auf Kochen noch Spülen hatten, aßen wir in dem Lokal für umgerechnet 4 € pro Kopf zu Abend. Das Menü, bestehend aus Suppe, Hauptgang nach Wahl sowie hausgemachter Limonade, schmeckte ausgezeichnet und so erwiesen wir zeitgleich auch noch unseren Dank für den Stellplatz. 😋

Falls ihr in Pasto eine SIM-Karte brauchen solltet 😉
Simon flickte derweil unseren Schlauch
Hinein kamen zwei Konservendosen
Und drumherum Alubutyl Band
Das fertige Kunstwerk 👌🏻
Einmal einbauen bitte
Suppe & Fisch waren exzellent

Allerdings schliefen wir dort, sowohl wegen der Wärme als auch wegen des Lärms der vorbeifahrenden LKW in der Nacht, nicht so wirklich gut. Entsprechend matschig fühlte ich mich am nächsten Morgen, weswegen ich vor der Weiterfahrt noch eine kleine Yoga-Einheit einschob. Die vor einigen Monaten von einem großen Erdrutsch getroffene Stelle konnten wir ohne Wartezeit passieren so dass wir bereits am Vormittag „Popayán“ erreichten. Via Google hatte ich dort einen Turbospezialisten ausfindig gemacht weswegen wir uns zuerst auf die Suche nach eben jener Werkstatt machten. Da diese zwischenzeitlich wohl umgezogen war, und mein Standort in MAPS.ME nicht aktuell zu sein schien, fanden wir diese erst im zweiten Anlauf. Der Verkehr war, vor allem wegen der vielen Motorräder die sich kreuz und quer zwischen den Autos hindurchquetschten, relativ chaotisch. Und auch hier saßen wieder viele seltsame Menschen an den Straßenrändern die unser Unbehagen schürten. An der Werkstatt angelangt sagte man uns, dass man unseren Schlauch mittels neuem, dazwischengesetztem Schlauchstück reparieren könnte. Da unser Flickwerk jedoch recht gut zu halten schien und wir auf der Suche nach einem gänzlich Neuen waren lehnten wir dankend ab. Eigentlich hätten wir uns danach gerne noch die Altstadt angeschaut welche, neben Cartagena, als zweit Schönste in ganz Kolumbien gilt. Da wir aber neuerdings im Verkehrschaos landeten, und wir auf Grund von Straßenarbeiten das Zentrum nicht auf Anhieb erreichen konnten, entschieden wir uns kurzerhand zur direkten Weiterfahrt. Nichts wie raus hier… Unser nächstes Ziel lautete „Cali“. In der drei Millionen Metropole gab es mehrere Renault Händler und darüber hinaus auch eine Fachwerkstatt. Diese wollten wir eigentlich wegen dem gesuchten, neuen Turboschlauch konsultieren aber wie so oft kam dann alles ganz anders: Noch auf der Fahrt dorthin bemerkten wir ein schleifendes Geräusch, dass von unserem rechten Hinterrad zu rühren schien. Schnellstmöglich stoppten wir an einer Tankstelle wo wir erschrocken feststellen mussten, dass unser Bremsbelag wohl gänzlich hinüber war und der Metallbelag bereits dabei war, sich in unsere Bremsscheibe hineinzufressen. 😲 Bis zur Großstadt waren es noch knapp 100 Kilometer, kein guter Plan… Glücklicherweise entdeckte Simon aus dem Augenwinkel heraus, ein paar Kilometer weiter neben einer anderen Tankstelle, eine kleine Werkstatt. Ich erklärte dem Mechaniker unser Problem und zeigte ihm die neuen Bremsbeläge, die wir in unserem Ersatzteillager mitführten. Er machte sich sofort ans Werk, demontierte Hinterrad sowie Bremsbacke und dann begann eine nicht enden wollende Tortour. Er mühte sich zwar redlich ab jedoch schaffte er es nicht den Bremskolben zurückzustellen, weswegen er auch nicht im Stande war die neuen Beläge einzusetzen. Nach einer Dreiviertelstunde wurde es uns dann zu bunt. Wir baten ihn alles wieder zu montieren und machten uns, nun gänzlich ohne Bremse auf der rechten Hinterseite, auf die lange Weiterfahrt nach Cali. Die Werkstätten in einer Kleinstadt auf dem Weg dorthin machten ebenfalls keinen guten Eindruck und so blieb uns nichts anderes übrig, als mit sehr geringer Bremsleistung durch den Feierabendverkehr einer Großstadt zu fahren. 🙈 Als wir, kurz vor 19:00 Uhr, bei „Experto Renault“ ankamen standen wir erwartungsgemäß vor bereits verschlossenen Toren. Das nächste Projekt hieß also Stellplatzsuche und auch dieses zerrte an den eh schon gereizten Nerven. Die angesteuerte Plaza lag mitten im Ausgehviertel und war, an einem Freitagabend, völlig zugeparkt. Zumal wir hier, bei all dem Lärm aus den umliegenden Bars und Restaurants, sowieso keine Ruhe gefunden hätten. Die Recherche in iOverlander förderte einen unweit gelegenen, 24 Stunden bewachten Parkplatz zu Tage. Zu unserer Erleichterung gestattete uns die nette junge Dame im Kassenhäuschen tatsächlich die Übernachtung. Der Platz war zwar weder schön noch wirklich ruhig, aber zumindest standen wir dort sicher und die 15.000 Pesos für 12 Stunden (3,50 €) konnten wir verschmerzen. Und da wir zwar müde und abgeschafft, aber auch hungrig waren, schmiss ich noch schnell die bereits vor zwei Tagen gekauften Schnitzel in die Pfanne. 🥴

Neue Bremsbeläge hatten wir dabei
Nur selbst montieren konnten wir diese nicht
Der Mechaniker mühte sich redlich 👨🏻‍🔧
Allerdings erfolglos 😩
Und der Renault Experte hatte leider schon zu
Nicht schön aber dafür sicher

Am nächsten Morgen warteten wir ungeduldig auf die Antwort der Renault Werkstatt. Ich hatte ihnen noch am Abend zuvor eine WhatsApp Nachricht geschickt und nach Möglichkeit um einen Termin gebeten. Gegen 09:30 Uhr kam dann die heiß ersehnte Antwort: Sie selbst hätten leider keine Zeit aber wir sollten Miguel Ángel, einen ehemaligen Mitarbeiter von ihnen, kontaktieren. Gesagt, getan. 📞 Miguel antwortete prompt und keine Stunde später standen wir mit unserem Auto in seiner Werkstatt. Er gab uns relativ schnell zu verstehen, noch bevor er das Hinterrad abgenommen hatte, dass die Bremsscheibe seiner Meinung nach zu sehr mitgenommen sei. Wir hatten jedoch nur neue Bremsbeläge dabei da neue Scheiben viel zu schwer gewesen wären. Deswegen rief er bei einem Renault Konzessionär an um sich nach dem nötigen Ersatzteil zu erkundigen. Dieser teilte ihm jedoch mit, dass nur im Lager in Medellin welche vorhanden wären. Miguel riet uns dringend davon ab mit der lädierten Scheibe bis dorthin zu fahren. Stattdessen tätigte er zwei weitere Telefonate und es gelang ihm tatsächlich, noch am selben Samstagvormittag, zwei neue Bremsscheiben für uns zu organisieren. 🤗 Keine halbe Stunde später wurden diese von einem Motoradkurier gebracht. Wäre Simon jedoch nicht die ganze Zeit über neben Miguel gestanden, um ihm bei seiner Arbeit auf die Finger zu schauen, so wäre wohl so einiges schief gegangen. Auch die Ordnung in der Werkstatt ließ zu wünschen übrig und für meinen Geschmack war er viel zu oft auf der Suche nach dem richtigen Werkzeug. Aber sei es drum: 180 € ärmer, aber um zwei neue Bremsscheiben reicher, verließen wir nach erfolgreicher Testfahrt Cali am späten Mittag ohne weiteren Zwischenstopp. Nach dem Theater der letzten Tage war uns nicht nach Großstadt zumute. Wir machten uns auf den Weg nach „Buga“, um dort die Nacht am Ende eines Parks zu verbringen. Dort trafen wir auf den 75jährigen Ecuadorianer Carlos und seinen Gefährten Wilson. Letzterer wurde von ihm nach dem Volleyball aus dem Film „Cast Away“ mit Tom Hanks benannt. Bei Wilson handelte es sich um eine doch recht creepy anmutende Puppe, die er zur Abschreckung auf dem Beifahrersitz platziert hatte. Als Alleinreisender vielleicht gar keine schlechte Idee. 🤣 Wir setzten uns mit den Campingstühlen zwischen die zwei Autos und unterhielten uns etliche Stunden mit ihm. Da er über 25 Jahre hinweg in den Staaten gelebt sowie gearbeitet hatte sprach er sehr gut Englisch, was der Konversation natürlich zugutekam. Später stießen noch zwei neugierige, nette Einheimische dazu. Die beiden waren im Besitz einer Farm und neben Milch produzieren sie u.a. auch griechischen Joghurt. Wir fragten ob wir diesen irgendwo käuflich erwerben könnten und sie brachten jedem von uns, noch am selben Abend und wieder mit ihrem Motorroller, eine große Schale voll vorbei. 😍 Zwei Euro pro Joghurt waren zwar nicht wenig aber dafür schmeckte er, zusammen mit den eingekochten Früchten darunter, sehr lecker.

Neuer Tag, neue Werkstatt
Miguel machte einen wirklich guten Job. 👍🏻
Einmal alles neu 😀
Dankeschön Miguel 🙏
Wilson versteckte sich leider hinter der Folie

Der schöne, weitläufige Park schien bei den Einheimischen sehr beliebt zu sein so dass wir am Sonntagmorgen von Autos umringt waren. Keine gute Ausgangsbasis für einen ruhigen Arbeitstag, zumal unsere letzte Dusche nun auch schon wieder einige Tage zurücklag. Und nach den Dramen der vergangenen Tage stand mir der Sinn weiß Gott nicht danach, unsere Van eigene Dusche auszuprobieren die wir zuletzt glaube ich in Argentinien im Einsatz hatten. Wasser im Kofferraum konnten wir wahrlich nicht auch noch gebrauchen. 🙈 Also legten wir einen erneuten, wenngleich diesmal nur halben, Fahrtag ein. Bis zur anvisierten Kaffeeregion oberhalb von „Armenia“ fehlten uns noch 130 Kilometer. Wir fuhren vorbei an zahlreichen, grünen Zuckerrohrfeldern, bis wir bei Fernando und Joana auf ihrer „Finca el Peniel“ ankamen. Die Beiden besitzen ein sehr großes Grundstück mit viel Gartenfläche und offerieren Overlandern, neben einem Stellplatz, auch eine warme Dusche sowie eine Tasse Kaffee zur Begrüßung. Einziger Nachteil: Die Zufahrt zu ihrem Grundstück ist ziemlich abschüssig und bietet lediglich einem Van einen geraden Stellplatz an deren Ende an. Dieser war jedoch schon vom weißen Fiat Ducato von Jannis und Sissi aus Berlin belegt weswegen wir noch einmal rangieren mussten. Dabei fuhren wir uns, auf dem vom Regen rutschigen Untergrund, fast fest da es mit der schweren Hinterachse eine hohe Rasenkante zu überwinden galt. Nach einigem hin und her sowie schieben meinerseits gelang es Simon dann aber doch noch den Van zu wenden. Bei der Aktion wurde ich allerdings ziemlich mit vom Reifen hochspritzender Erde eingesaut, so dass ich zum zweiten Mal an diesem Tag die Dusche aufsuchen musste. Diese hatte mir zuvor schon große Sorgen bereitet denn momentan gehen mir wirklich fast büschelweise die Haare aus. Ich habe zwar viele, aber wenn das so weiter geht vielleicht bald keine mehr. 😰 Ich vermute, dass das am häufigen Gebrauch von Trockenshampoo liegt welches die Kopfhaut stressen und die Haarwurzeln verkleben kann. Ab sofort werde ich Trockenshampoo also tunlichst vermeiden, dann sind meine Haare halt ab und an fettig. 🤷‍♀️

Die Zufahrt bei Fernando & Joana

Möchtest du unsere Reise gerne unterstützen?! Dann nutze ganz unkompliziert einen der beiden Links für eine Spende in unsere Diesel- oder Kaffeekasse: ⛽🚐☕

https://www.paypal.me/SiJuCampervan

https://www.buymeacoffee.com/SiJu_Campervan

Schreiben kannst du uns per E-Mail an siju_campervan@web.de oder du nutzt das Kontaktformular auf dieser Homepage