NEW BLOG POST 🇭🇳 🇸🇻(05. – 09.03.2024) Maya Ruinen von Copán – Suchitoto


Auf holprigen Straßen zu den Ruinen von Copán: Eine abenteuerliche Fahrt durch Honduras

Wir hatten uns auf einen langen und anstrengenden Fahrtag vom Lago de Yojoa nach Copán Ruinas in Honduras eingestellt aber was uns auf der CA-4 dann tatsächlich erwartete übertraf unsere Vorstellung bei weitem. Ab San Pedro de Sula war die Straße in einem desolaten Zustand. Es schien, als wäre die Asphaltdecke in unregelmäßigen Abständen jeweils in zwei Meter breiten Streifen abgetragen worden was uns dazu zwang ständig abzubremsen, langsamere Fahrzeuge zu überholen und Schlaglöchern auszuweichen. Die Fahrt für die 230 Kilometer lange Strecke dauerte ganze sechs Stunden – eine echte Geduldsprobe! 😫

Die letzte Etappe von La Entrada bis nach Copán Ruinas auf der CA-11 war glücklicherweise wieder in deutlich besserem Zustand. Dennoch war sie kurvenreich und bergig weshalb unsre Geschwindigkeit kaum zunahm. Glücklicherweise machten wir unterwegs eine köstliche und preiswerte Pause mit Baleadas und Pupusas – zwei lokale Köstlichkeiten, die man unbedingt probieren sollte! 😋

Pupusas 🫓

Baleadas sind eine Art gefüllte Weizenmehl-Tortilla mit Bohnen, Käse, Eiern, Avocado oder Fleisch – eine herzhafte und sättigende Mahlzeit. Pupusas sind dagegen deutlich dickere, mit verschiedenen Zutaten wie Käse, Bohnenmus oder Fleisch gefüllte Maistortillas, die gegrillt oder gebraten werden. Beide sind nicht nur lecker, sondern auch ein fester Bestandteil der honduranischen Küche. Egal ob morgens zum Frühstück oder abends zum Abendbrot.

Baleadas 😛

Nach dem langen Fahrtag war es eine Wohltat, endlich im Ort Copán Ruinas anzukommen. Dort wurden wir von Mauricio und seiner Frau Alicia herzlich empfangen, die mit ihren beiden Söhnen und einer Vielzahl von Tieren in einem sehr einfachen, aber gastfreundlichen Zuhause leben. Sie boten uns einen sicheren und ideal gelegenen Stellplatz hinter ihrem Haus an welches sich direkt gegenüber dem Eingang zur archäologischen Stätte befand.

Die sauberen Sanitäranlagen, einschließlich einer erfrischenden Dusche mit kaltem Wasser, waren nach dem heißen Tag besonders willkommen. Bei Temperaturen von 38 Grad Celsius war die Abkühlung eine wahre Erleichterung! Mauricio und Alicia waren so herzlich und wären sogar dazu bereit gewesen, noch am späten Abend in der Dunkelheit mit uns ins Ortszentrum zu laufen um uns die Gegend zu zeigen. 💕

Dazu waren wir jedoch viel zu müde. Vielmehr freuten wir uns darauf, am nächsten Tag gut ausgeruht die archäologische Stätte zu erkunden und waren einfach nur dankbar für die tolle Gastfreundschaft der Beiden. 😴

Abenteuerliche Entdeckungen in Copán Ruinas: Von alten Ruinen bis zu köstlichem Kakao

Der Morgen in Copán Ruinas begann früh und lebhaft, mit dem Schnattern der Gänse, dem Krähen der Hähne und den lauten Unterhaltungen der roten Aras, die über das Grundstück von Mauricio und Alicia flogen. 🦜🦜 Diese Geräuschkulisse war jedoch genau das, was wir brauchten um aus dem Bett zu kommen denn wir wollten schließlich zu den ersten Besuchern der Maya-Stätte an diesem Tag gehören.

Nachdem wir die Eintrittsgebühr in Höhe von 20 Dollar pro Person entrichtet hatten betraten wir das weitläufige Waldgelände der Ruinen von Copán. Diese archäologische Stätte ist bekannt für ihre beeindruckenden Maya-Reliefs und -Skulpturen sowie für ihre gut erhaltenen Hieroglyphenstufen. Die Steinstelen, die mit detailreichen Verzierungen versehen waren, faszinierten uns besonders. Sie erzählen vergangene Geschichten von Herrschern, Göttern und historischen Ereignissen der Maya-Zivilisation.

Die Ruinen strahlten eine friedliche Atmosphäre aus und wir genossen es sehr, dass außer uns bisher nur wenige kleinere Touristengruppen hier anzutreffen waren. Nach einem gut zweieinhalbstündigen Rundgang trafen wir am Ausgang überraschend auf unsere Gasteltern, die sich als Künstler entpuppten! Sie verdienen sich ein Zubrot, indem sie aus gefundenen Ara-Federn Kunstwerke herstellen mit denen sich die Touristen vor Ort dann fotografieren lassen können. Wir hatten das Glück, diese Kunstwerke kostenlos bewundern zu können bevor wir uns gegenüber am Van ein schnelles Frühstück gönnten.

Anschließend erkundeten wir zu Fuß den gleichnamigen Ort. Die Kopfsteinpflastergassen waren schmal und von bunten, niedrigen Häusern gesäumt. Ein neugieriger Hund begleitete uns auf Schritt und Tritt und wurde schnell zu unserem treuen Gefährten. Selbst als wir uns in einem Restaurant im schattigen Innenhof niederließen, um einen erfrischenden Eiscafé zu genießen, blieb er bei uns und eroberte unsere Herzen. 🥰

Am Nachmittag beschlossen wir, dem Tea and Chocolate Place einen Besuch abzustatten. Dieser Ort, auch als El Lugar del Té & Chocolate bekannt, erwies sich als wahre Oase der Ruhe in der wir ganz nebenbei noch verschiedene köstliche Schokoladenprodukte verkosten konnten. Neben den hier hergestellten Schokoladensorten gab es auch Kakao-Tee, verfeinert mit Kardamom und Honig, der uns besonders gut schmeckte.

Wir bestellten heiße Schokolade, begleitet von einem Cheesecake mit Erdbeertopping und einem leckeren Schokoladen-Brownie. Müde, verschwitzt aber glücklich machten wir uns gegen 17:00 Uhr auf den Rückweg zum Stellplatz – immer noch in Begleitung des treuen Vierbeiners. Erst am Haus von Mauricio machte er kehrt, während wir uns direkt unter die wohltuend frische Dusche stürzten.

Schau doch auch gerne mal auf unserem Instagram Account vorbei! Dort findest du nämlich viele weitere, tolle Fotos von unserer Reise – u.a. auch von diesem schönen Tag. 📸

Von Maya Grabstätten über Kaffeefarmen in die Berge von Honduras

Am Donnerstagmorgen beschlossen wir, einen kurzen Abstecher zur Ausgrabungsstätte Las Sepulturas zu machen nachdem uns ein freundlicher Einheimischer am Vortag darüber informiert hatte, dass unser Eintrittsticket zu den Copán Ruinen auch dort gültig sei. Las Sepulturas liegt nur etwa zwei Kilometer entfernt und bietet einen faszinierenden Einblick in das traditionelle Leben der Maya.

Diese Ausgrabungsstätte besteht aus einer Reihe von zeremoniellen Plätzen und Grabstätten, die hauptsächlich aus Wohn- und Grabhäusern bestehen. Die Ruinen wurden teilweise restauriert aber viele Bereiche sind noch nicht restauriert was einen authentischen Einblick in die Vergangenheit ermöglicht. Wir genossen es, hier mutterseelenallein zwischen den antiken Strukturen umherzustreifen und die Stille der Geschichte zu spüren.

Nach unserem Besuch bei Las Sepulturas kehrten wir mit einem Tuk-Tuk, dass hier als Mototaxi bekannt ist, zum Stellplatz zurück von wo aus wir unsere Rückfahrt nach La Entrada antraten. Obwohl die guatemaltekische Grenze von den Ruinen aus nur einen Steinwurf entfernt gewesen wäre entschieden wir, zuerst noch nach El Salvador zu reisen weshalb wir eine Teiletappe zurückfahren mussten. 🚐

Bevor wir weiter nach Gracias fuhren machten wir einen Zwischenstopp im Maxi Despensa Supermarkt um unsere Vorräte aufzufüllen. Wenige Kilometer weiter folgten wir neuerdings einem Tipp von Kristina und Leonardo und besuchten die Kaffeefarm Seis Valles, wo wir u.a. eine köstliche Käsetortilla verspeisten und dabei die Aussicht auf die umliegenden, grünen Hügel genossen. 🌄

Für die Nacht fanden wir einen ruhigen und sicheren Schlafplatz bei einer Naturtherme, deren Becken von einem heißen Fluss gespeist wurden. Als Bonus genossen wir am Abend, als es endlich ein paar Grad kühler wurde, ein wohltuendes Bad und entspannten uns nach einem weiteren ereignisreichen Tag. Mal wieder als einzige Gringos zwischen all den Einheimischen.

Schöne letzte Tage in Honduras: Von Gracias bis zum Café Juan 316

Dank einer erfreulich frischen und obendrein ruhigen Nacht, ohne das übliche Schnattern von Hühnern und Gänsen am frühen Morgen, konnten wir endlich einmal wieder ausschlafen. Nach einer kurzen Fahrt von gerade einmal fünf Kilometern erreichten wir schnell Gracias, ein kleines Kolonialstädtchen das uns mit seinem historischen Charme und seiner malerischen Atmosphäre bezauberte. ✨

Wir erkundeten die Kopfsteinpflastergassen, stöberten durch die kleinen Geschäfte und bewunderten die farbenfrohen Gebäude, die die Geschichte des Landes widerspiegeln.

Ein kleiner Straßenimbiss weckte unser Interesse und wir genossen ein schmackhaftes und preiswertes Frühstück in Form von leckeren Baleadas – gefüllte Weizenmehl-Tortillas die uns für den Rest des Tages satt machten. 😛 Wir waren weit und breit die einzigen Ausländer was uns neuerdings das Gefühl gab, einen besonders authentischen Einblick in das alltägliche Leben in Honduras zu bekommen.

Nachdem wir genug von Gracias gesehen hatten setzten wir unsere Reise nach Santa Rosa de Copán fort. Die Parkplatzsuche gestaltete sich in den engen, steilen Straßen schwierig. Vor allem, da wir die Zeit des Schulschlusses erwischt hatten und die Gassen über und über mit Elterntaxen verstopft waren. 🙄 Trotzdem fanden wir schlussendlich einen Parkplatz doch die Stadt entsprach rein gar nicht unseren Erwartungen weshalb wir beschlossen postwendend weiterzufahren. 😂

Unsere letzte Etappe an diesem Tag führte uns über die CA-4, die wieder einmal in einem desolaten Zustand war und uns zusätzliche Zeit kostete. Unterwegs kamen wir an vielen Kaffeeverarbeitungsbetrieben vorbei wo die Bohnen in der Sonne trockneten. 🌤 Aber wir erreichten sicher unser Ziel, das kleine Café Juan 316 das direkt neben der Landstraße lag.

Abigail, die Besitzerin, hieß uns freundlich willkommen und gestattete uns, auf ihrer Kuhweide zu übernachten die an das Café angrenzte. Dort konnten wir die Nacht sicher verbringen und gleichzeitig die atemberaubende Aussicht auf die umliegenden Berge sowie den spektakulären Sonnenuntergang genießen. 🌄 Hinter uns lagen 11 spannende, aber auch entspannte Tage voller Entdeckungen und unerwarteter Begegnungen, die uns kleine Einblicke in die Schönheit und Vielfalt von Honduras gewährten. Nur zur Sicherheitslage und zur politischen Situation im Land wollte sich uns gegenüber leider niemand so recht offenbaren…

Grenzübertritt El Salvador: Eine neue Etappe unserer Reise

Samstags stand bereits der nächste Grenzübertritt auf dem Programm. In den überschaubar großen, oder eben kleinen, Ländern Zentralamerikas geht das deutlich schneller als zuvor im weitläufigen Südamerika. Unser nächstes Ziel ist nämlich gerade einmal so groß wie Hessen. Trotz seiner bescheidenen Größe ist El Salvador mit ca. 7 Mio. Einwohnern das am dichtesten besiedelte Land Zentralamerikas. Der Grenzposten El Poy war von unserem Schlafplatz aus in Kürze erreicht. Zuvor verprassten wir an einer Tankstelle unsere letzten Lempiras zumal auch der Dieselpreis in Honduras, wenn auch nur minimal, günstiger sein soll als in El Salvador. Auch unsere Trinkwasservorräte füllten wir mit den allgegenwärtigen, spottbilligen blauen 20Liter Kanistern noch einmal auf. 💧

Solltest du ebenfalls auf der Panamericana unterwegs sein dann schau doch mal auf der Länderfakten-Seite vorbei. Dort findest du allerlei nützliche Informationen zu den bereits von uns besuchten Ländern sowie zu dem hier nur kurz angerissenen Grenzprozedere. 🛂

Der Grenzübergang El Poy war klein und wenig frequentiert. Obwohl wir an jedem Schalter direkt bedient wurden dauerte alles seine Zeit denn hier schienen die Uhren langsam und gemächlich zu ticken. Zwei Stunden später hielten wir das neue Temporary Import Permit (TIP) in den Händen und hatten unsere Pässe sowohl aus- als auch wieder eingestempelt. 😀 Überraschenderweise gewährte uns El Salvador ungefragt einen Aufenthalt von 180 Tagen. Da unsere Reise hier jedoch nicht enden würde sondern wir weiter nach Guatemala wollten, wo nach wie vor das C4-Abkommen gilt welches uns insgesamt 90 Tage Aufenthalt für die vier zugehörigen Staaten gewährt, brachte uns das aber leider herzlich wenig. Trotzdem eine nette Geste gegenüber ausländischen Touristen. ❤

Nachdem wir die Grenze passiert hatten mussten wir leider feststellen, dass das Roaming mit unserer honduranischen Claro SIM-Karte nicht funktionierte. Deshalb hielten wir in Aguilares an der funkelnagelneuen Shopping Plaza El Encuentro an. Dort erhielten wir unkompliziert und schnell eine neue Claro SIM-Karte, wenngleich auch nicht zu den guten Konditionen wie in Honduras. Auch Geldautomaten fanden wir dort vor und wir staunten nicht schlecht als wir erfuhren, dass seit längerer Zeit auch in El Salvador der US-Dollar als Zahlungsmittel gilt. 😮

Von dort aus war es nur noch ein Katzensprung ins urige Dörfchen Suchitoto, das am großen Suchitlán Stausee liegt. Schwester Peggy, die Inhaberin des Centro Arte para La Paz, empfing uns mit amerikanisch-überschwänglicher Herzlichkeit und gestattete uns, nach einigem Feilschen unsererseits, für 5 Dollar pro Kopf auf dem Parkplatz im Innenhof der Kulturstätte zu übernachten. In früheren Zeiten befanden sich in diesen Gemäuern eine christliche Schule. Die Gebäudekomplexe strahlten einen unglaublichen Frieden aus und wir fühlten uns in der ruhigen Umgebung sofort wohl. ☺️

Am Abend feierten wir unseren erfolgreichen Grenzübertritt in einem traditionellen Lokal, das voller Einheimischer war, bei ein paar leckeren und preiswerten Pupusas: Gefüllte Mais- oder Reistortillas die, wie schon zuvor in Honduras, auch in El Salvador eine beliebte Spezialität sind. Zu unserem großen Erstaunen konnten wir dort in einem Baum, direkt neben den Esstischen auf der Terrasse mit Seeblick, sogar eine wilde Boa Imperator entdecken. Was für ein aufregender Start in Land Numero 14 unserer Reise! 🌎

Du bist gespannt, wie es für uns in El Salvador weitergehen wird?! Dann schau unbedingt nächste Woche wieder hier vorbei – es lohnt sich! 😀

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NEW BLOG POST 🇭🇳 (27.02. – 05.03.2024) Grenzübertritt Honduras – Lago de Yojoa

Willkommen zurück bei unserem Vanlife Abenteuer! Diesmal stehen wir vor einer echten Überraschungskiste: Honduras, Land Numero 13 auf unserer Reisekarte. 🗺

Ehrlich gesagt wissen wir nicht viel über dieses Land außer den alten Schauergeschichten, die noch vor ein paar Jahren die Runde machten. Doch wir sind fest entschlossen, unsere eigenen Erfahrungen zu machen und die verborgenen Schätze dieses geächteten Landes zu entdecken. 💫

Bevor wir uns jedoch gemeinsam mit dir ins Abenteuer Honduras stürzen möchten wir gerne etwas mit dir teilen: Unsere BLOG- und YouTube– Arbeit steckt voller Leidenschaft und Engagement und jede noch so kleine Unterstützung hilft uns, weiterhin unsere Erlebnisse und Einblicke mit dir teilen zu können. Wenn dir unsere Geschichten also Freude bereiten und du ein Teil unserer Reise sein möchtest dann würden wir uns sehr über eine kleine Geste der Wertschätzung freuen. Wirf einen Groschen in unsere Diesel- oder Kaffeekasse und lass uns weiter gemeinsam die Welt erkunden! ❤

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Bevor wir in die Details unseres Grenzübertritts eintauchen möchten wir dir einen Einblick in unsere ersten Eindrücke von Honduras geben.

Der erste Blick auf Honduras war überraschend positiv, abgesehen von den unübersehbaren Müllansammlungen entlang der Straßen. 😭 Trotzdem überraschte uns das Land mit unerwarteter Modernität: Auf den Hügeln thronten Windkrafträder und weite Felder voller Solarpaneele zierten die ausgedorrte Landschaft. Die Fassaden der Backsteinhäuser waren fröhlich bunt getüncht und unerwartet vertraute, US-amerikanische Fast-Food-Ketten wie Wendys und Pizza Hut erinnerten uns unweigerlich an Panama zurück.

Auffällig modern und einladend präsentierten sich auch die Tankstellen entlang der Panamericana und selbst die erste Begegnung mit den örtlichen Polizisten verlief äußerst angenehm. Ähnlich wie beispielsweise in Argentinien waren sie mehr an dem woher und wohin interessiert als an unseren Papieren. Die Landschaft blieb unverändert trocken, karg und hügelig was bei Außentemperaturen von 38 Grad Celsius auch kaum verwunderlich war.

Nachdem wir die Grenze passiert hatten erreichten wir die Stadt Choluteca, wo wir uns zunächst in einer Einkaufsmall (unimall) eine neue SIM-Karte von claro besorgten. Der Preis von 8€ für 25GB über 15 Tage erschien uns mehr als fair. Zudem stellten wir erfreut fest, dass wir an einem der zahlreichen Geldautomaten gebührenfrei die Landeswährung Lempira abheben konnten. Hungrig nach dem langwierigen Grenzübertritt gönnten wir uns im angrenzenden Food Court noch einen leckeren Burrito bevor wir unsere Fahrt fortsetzten. 🌮

Unser nächster Halt führte uns zu einem La Colonia Supermarkt, wo wir uns mit frischen Lebensmitteln eindeckten. Das Angebot war fantastisch und sogar einige Importwaren waren erhältlich. Alles in allem waren aber auch hier die Preise, wie in fast allen zuvor bereisten Ländern, relativ hoch. Ob sich das im Laufe unserer Reise noch einmal ändern wird bleibt abzuwarten… 🙈

Zum Abschluss des Tages genossen wir die entspannende Atmosphäre der Aguas Termales Ribot. Der Eintrittspreis von 60HNL pro Person (ca. 2€) gewährte uns Zugang zu den zahlreichen, warmen Naturbadebecken und zwar bis spät in die Nacht hinein! In angenehmer Gesellschaft eines portugiesischen Pärchens, das mit ihrem alten Camper von den USA aus gen Süden unterwegs war, ließen wir den anstrengenden Tag ausklingen.

Natürliche Thermalbecken
Am Morgen begrüßten uns die Pferde

Solltest du an weiteren, tiefgreifenden Informationen zum Grenzübertritt sowie anderen hilfreichen Reisetipps und Tricks interessiert sein dann besuche unbedingt die Länderfakten-Seite auf unserer Homepage https://sijucampervan.com/landerfakten/ oder schaue alternativ, falls dir das fernsehen mehr liegt, in unsere Playlist Infos Vanlife & Langzeitreise auf unserem YouTube Kanal rein. 😉

Am nächsten Morgen erwachten wir überraschend ausgeruht nach einer ruhigen Nacht am Straßenrand der Therme. Die Hitze war weniger drückend als erwartet und dank der Überwachungskameras und des Nachtwächters fühlten wir uns auch sicher und geborgen. Mit einem guten Gewissen setzten wir unsere Reise fort. Diesmal in Richtung Comayagua, einer angeblich sehr charmanten und nicht touristischen kolonialen Kleinstadt.

Auf dem Weg dorthin entschieden wir uns spontan, in dem Vorort La Paz einen ungeplanten Zwischenstopp einzulegen. Angesichts der Hitze schien uns das die beste Option zu sein. Wir fanden einen sicheren Platz für die Nacht auf dem Parkplatz des Hotels La Fuente, der von hohen Mauern umgeben war und sogar etwas Schatten bot. 😃 Die Sicherheitsvorkehrungen waren beeindruckend: Stacheldraht und Überwachungskameras zierten zusätzlich die meterhohen Mauern und Carmen, die Empfangsdame, versicherte uns, dass nachts auch ein Wachmann auf dem Gelände patrouillieren würde. Interessanterweise erklärte sie uns, dass abgesehen von der Hauptstadt Tegucigalpa und San Pedro Sula Honduras sehr sicher sei. Wir konnten nicht umhin uns zu fragen, warum dann all diese Sicherheitsmaßnahmen erforderlich waren… 🤨 In jedem Fall waren wir dankbar für das hervorragende WLAN das es uns ermöglichte, online ein paar Dinge zu erledigen und nach Einbruch der Dunkelheit sogar eine Episode von 1883 zu streamen. 👍

Nicht so schön aber dafür schattig und sicher
🌴 Hübscher Hotel-Innenhof 🌴

In Bezug auf unsere Vorstellungen zum Thema Sicherheit unterscheidet sich die Realität des Landes bis dato noch nicht von den allseits bekannten Vorurteilen, die von folgenden Fakten untermauert werden:

Honduras gilt, neben Haiti, als eines der ärmsten Länder Mittelamerikas. Doch neben den Herausforderungen der Armut kämpft das Land auch mit einer bedrohlichen Realität: den Jugendbanden. Bekannt sind insbesondere Barrio 18 (auch als MS-18 bekannt) und Mara Salvatrucha (besser als MS-13 bekannt), die ganze Viertel und Städte terrorisieren. Viele ihrer Mitglieder stammen aus zerrütteten Familienverhältnissen und es wird geschätzt, dass die zwei rivalisierenden Banden jeweils bis zu 40.000 Mitglieder haben. Ähnliche Banden, die ihre Zugehörigkeit oft durch Tätowierungen zeigen, sind auch in anderen Ländern der Region ein Problem.

Die Regierung ging zwischenzeitlich hart gegen diese Banden vor. Seit 2003 sieht ein Gesetz eine Gefängnisstrafe von mindestens drei Jahren für die reine Mitgliedschaft in einer Bande vor.

Trotz der Bemühungen blieb Honduras aber bis in die jüngere Vergangenheit hinein eines der unsichersten Länder der Welt, insbesondere in den Großstädten. Die Medien waren voll von Berichten über Morde, Überfälle, Vergewaltigungen, Einbrüche und Entführungen. Ein Teil dieser Verbrechen wird eben jenen Jugendbanden zugeschrieben, wenn auch möglicherweise nicht in dem von den Medien dargestellten Ausmaß.

Nach Angaben der UNODC lag Honduras noch 2015 mit 64 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohnern weltweit auf dem zweiten Platz bei der höchsten Mordrate. Honduras wurde diesbezüglich nur noch von El Salvador getoppt, welches die Liste mit 109 Mordopfern anführte während die Rate in Deutschland damals bei 0,8 lag.

Wir sind gespannt, ob sich unser Eindruck im Verlauf der nächsten Tage noch verändern wird!

Am Donnerstag brachen wir dann, in den kühleren Morgenstunden, endlich zu unserer Sightseeingtour durch die bezaubernde Kleinstadt Comayagua auf. Die Atmosphäre war herrlich entspannt und wir schienen die einzigen ausländischen Besucher in den Straßen zu sein die von den farbenfrohen Häusern gesäumt waren. Besonders begeistert waren wir von der weitläufigen Plaza in deren Mittelpunkt ein malerischer Springbrunnen stand. Tauben flatterten umher während die weiße Kathedrale und die gemütlichen Cafés rundherum eine idyllische Kulisse boten. 💕

In einem dieser Cafés gönnten wir uns eine Tasse Kaffee, bevor wir unsere Reise zum Lago de Yojoa fortsetzten. Dieser See, einer der größten des Landes, ist nicht nur ein malerisches Naturparadies sondern auch von historischer und ökologischer Bedeutung. Umgeben von üppiger Vegetation und einer reichen Tierwelt ist der See ein beliebtes Ziel für Naturfreunde und Abenteurer gleichermaßen.

Unser Ziel war die Finca Santa Martha die uns von Kristina, einer deutschen Auswanderin, und ihrem honduranischen Ehemann Leonardo empfohlen wurde. Die Eco-Finca bietet nicht nur Ferienwohnungen und Stellplätze für Camper sondern fungiert zeitgleich auch als Kakaofarm. Honduras ist, neben seinem ausgezeichneten Kaffee, nämlich weltweit auch für seine exzellente Kakaoqualität bekannt. Nach einer kalten Dusche, trotz Durchlauferhitzer, genossen wir die Ruhe der Natur und die Abgeschiedenheit. Und überraschenderweise bot das WLAN eine schnelle und zuverlässige Verbindung die es uns ermöglichte, unsere Erlebnisse mit euch zu teilen und ein paar Arbeitsschritte zu erledigen. 😊

Toller Stellplatz mitten in einer grünen Oase

Die Umgebung bot zahlreiche Möglichkeiten für diverse Aktivitäten. Zum Beispiel hätten wir den nur wenige Meter entfernt gelegenen Kanal dazu nutzen können, um mit dem Kajak den größten Binnensee des Landes zu erkunden. Auch der Eco Park Los Naranjos lag, mit seinen weitverzweigten Holzbohlenwegen über Marschland, nur einen Steinwurf von uns entfernt. Nach einigen Überlegungen entschieden wir uns dann aber doch spontan für die Teilnahme an der Kakao-Tour auf der Eco Finca. Zugegeben, wir hatten Bedenken wegen des Preises, vor allem nach unseren super guten Erfahrungen in Ecuador. Doch die Investition erwies sich als lohnenswert. Carla nahm sich sehr viel Zeit um uns alles im Detail zu zeigen und zu erklären. 😀

Let’s make some chocolate!
Die Bohnen werden zuerst geröstet, dann geschält
Und anschließend zu Pulver vermahlen

Das Anwesen der Familie erstreckt sich über vier Hektar und beherbergt zwischen 1.200 und 1.500 Kakaobäume. Es war faszinierend zu erfahren, dass diese Bäume über einen Zeitraum von 50-80 Jahren Ertrag abwerfen können. Jeder Schritt des Verarbeitungsprozesses wurde uns geduldig erklärt – von der Ernte der reifen Früchte alle 20 Tage bis hin zur Fermentation und langsamen Trocknung der Kakaobohnen in der Sonne. 🌞

Die Frucht wächst direkt am Stamm
Hier trocknen die Bohnen in der Sonne
Aus der weißen Haut tritt der Saft für den Likör aus

Besonders interessant war der Hinweis auf die Verwendung des Safts, der in den ersten 24 Stunden nach der Ernte aus den Früchten austritt, zur Herstellung von Likör. Auch das Rösten und Schälen der Kakaobohnen war ein Erlebnis, das wir bereits in Ecuador genießen durften. Schau einfach in unser exotisches, kurzweiliges und dennoch informatives YouTube Video rein um mehr darüber zu erfahren:

Die Verkostung war sicherlich der Höhepunkt dieses Samstagnachmittags. Vom rohen Kakao bis zur heißen Schokolade in Milch war für jeden Geschmack etwas dabei. Auch die leicht gezuckerten Kakaosplitter waren köstlich. Besonders beeindruckend war der Geschmack der selbstgemachten 70% Zartbittermischung mit etwas Panela (unverarbeitetem Rohrzucker).

Alles in allem war es eine informative und genussvolle Erfahrung, die unseren Aufenthalt auf der Finca Santa Martha perfekt abrundete. 😋

😋😋😋

Tags drauf wechselten wir den Stellplatz und fuhren weiter zur nur wenige Kilometer entfernt gelegenen D&D Brewery. Auf dem Weg dorthin kamen uns bei einem kleinen Straßenimbiss unsere ersten, leckeren Pupusas unter. Dabei handelt es sich um einen runden Fladen aus Maismehl, der meist mit Käse gefüllt und danach knusprig angebraten wird. 😋 Und wie es der Zufall so wollte erblickten wir wenig später, beim Einbiegen auf den Parkplatz der Craft-Bier Brauerei, ein uns aus Instagram und YouTube wohlbekanntes Fahrzeug: Der weiße Mercedes-Sprinter mit den markanten, roten Streifen gehört Jessy und Roberto alias @chirpytravellers. Die Beiden sind seit drei Jahren nonstop unterwegs und wir verfolgen ihre Reise seit ihrer Verschiffung nach Halifax in Kanada genauer. Es ist immer wieder kurios, aber auch gleichzeitig schön, Menschen die man bisher nur aus der digitalen Welt kannte ganz unverhofft und plötzlich in der realen Welt zu treffen. 😅 Leider lag Jessy mit einem fiesen Infekt flach sodass wir uns nur kurz, aber dafür umso herzlicher, mit Roberto unterhielten. Auf dem Weg zur Brauerei hatte ich aus dem Augenwinkel heraus eine nahegelegene Wäscherei erspäht und ich entschied kurzerhand, unsere über nunmehr vier Wochen angesammelte Schmutzwäsche dort abzugeben. Die nette Dame sicherte mir zu, dass die Wäsche bereits am nächsten Morgen wieder zur Abholung bereitstünde und auch der aufgerufene Preis von 4€ für immerhin 5kg erschien mir mehr als fair zu sein. 👍 Wieder zurück am Van begutachteten wir das malerische Restaurantgelände, dass im Gegensatz zum prall in der Sonne gelegenen Parkareal reichlich Schatten bot, dank dem tropischen Wald der die gesamte Brauereifläche einhüllte. Allerdings beheimatete der Hotel- und Essbereich auch entsprechend viele aggressive Moskitos. 🦟 Wir fühlten uns dennoch pudelwohl und freuten uns wie kleine Kinder über die großen, sauberen Open-Air Duschen die noch dazu mit heißem Wasser aufzuwarten wussten. Dafür bezahlt man die 4US$ pro Person und Nacht doch gerne!

Unsere ersten Pupusas 🫓
Auf dem Gelände der Brauerei sind Overlander herzlich willkommen 💚
Das gesamte Gelände ist super schön angelegt 👍🏻
Abends sitzt man hier gemütlich am Lagerfeuer 🔥
Hier hält man es sicher gut ein paar Tage aus 🍻

Da es Jessy am nächsten Tag erfreulicherweise etwas besser zu gehen schien beschlossen wir, noch einen weiteren Tag zu bleiben und erst am nächsten nach Copán weiterzureisen. Es wäre schlicht weg zu schade gewesen, die Gelegenheit für einen längeren Austausch mit den zwei erfahrenen Weltreisenden sausen zu lassen. Zumal sie ja in entgegengesetzter Richtung zu uns unterwegs sind und beide Seiten froh und dankbar für die jeweiligen Reisetipps waren. 😀 Wir unterhielten uns gut und gerne drei oder vier Stunden lang bis es für Jessy Zeit für eine Ruhepause und für uns zum Abendessen wurde. Da uns bereits am Tag zuvor die Steinofen-Pizzen angelacht hatten machten wir es uns zu späterer Stunde im gemütlich mit Kerzen ausgeleuchteten Restaurantbereich bequem und gönnten uns eine davon. 🍕🍷

Der auffällige Sprinter der chirpy travellers 🚐
War MEGA die zwei getroffen zu haben 🤩

Von unseren weiteren Erlebnissen in Honduras sowie von den spektakulären Maya Ruinen in Copán berichte ich dir dann kommende Woche an gleicher Stelle. Und nicht vergessen: Deine Unterstützung hilft uns, unsere Reiseerfahrungen und Erlebnisse weiterhin mit dir und der Welt zu teilen!

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