NEW BLOG POST 🇸🇻 🇬🇹 (21. – 27.03.2024) Ruta de las Flores – Antigua

Von der Kokosnussfarm an der Pazifikküste zum Bauernhof in den Bergen

Nach einem herzlichen Abschied von Mayra, der Inhaberin der Kokosnussfarm, schickten wir uns nach drei heißen Tagen an die Pazifikküste zu verlassen.

Mayra wollte uns gar nicht gehen lassen und schenkte uns zum Abschied sogar noch vier frische Fische und eine Handvoll Garnelen. 😀🐟🦐

Wir fuhren die Küstenstraße wieder ein Stück weit zurück und stoppten unterwegs bei Tropigas, wo wir unsere deutsche Gasflasche innerhalb weniger Minuten problemlos auffüllen lassen konnten, und besorgten uns im Maxi Despensa Lebensmittel für die nächsten Tage.

Unser Weg führte uns weiter über die malerische Ruta de las Flores, bis wir schließlich die Granja Don Alvaro erreichten. Dieser Bauernhof bietet kostenfreie Stellplätze für Overlander an und begeisterte uns sofort mit seinem idyllischen Ambiente. 🐑🌳🐄

Die Ruhe und das einzigartige Panorama, mit dem grünen Vulkan im Hintergrund, ließen bei mir sofort die Anspannung der vergangenen Tage abfallen und ich genoss die plötzlich wieder so andersartige Schönheit der Natur in vollen Zügen. Vielleicht bekommt mir auch einfach die Hitze nicht… 🤷‍♀️

Am Abend ließen wir uns die fangfrischen Fische und Meeresfrüchte schmecken die wir in unserer kleinen, aber feinen Van-Küche selbst zubereiteten. Und dank der angenehmen Lage in den Bergen, auf 1.200 Metern über dem Meeresspiegel, konnten wir sogar einen angenehm kühlen Abend sowie eine frische Nacht genießen und erholsam schlafen. 🌙⭐😴

Wir fühlten uns auf der Granja Don Alvaro, umgeben von Weidetieren und Gemüsefeldern, ebenfalls sehr willkommen und pudelwohl weshalb wir entschieden, auch hier ein Weilchen zu bleiben und den Ort als Basis für weitere Erkundungstouren in der näheren Umgebung zu nutzen.

Food Festival in Juayua: Kulinarische Höhepunkte und lokale Kultur

Nach einem erholsamen Tag auf der Granja Don Alvaro waren wir bereit für neue Abenteuer und hatten Lust darauf, in das bunte Treiben des nahegelegenen Örtchens Juayua einzutauchen.

Am Samstagmorgen entschieden wir uns für eine Fahrt mit dem öffentlichen Bus. Eine günstige (die einfache Fahrt kostete gerade einmal 20 Cent pro Person) und vor allem authentische Möglichkeit, um die Gegend zu erkunden. Zumal wir unseren Van somit nicht bewegen mussten und wir ihn auf dem Bauernhof gut aufgehoben wussten.

In Juayua erwartete uns ein wahres, kulinarisches Highlight: Das überregional bekannte Food Festival, das jedes Wochenende hier stattfindet. Wir schlenderten durch die Straßen und tauchten ein in das lebendige Treiben auf den Märkten und der belebten Plaza. Die Atmosphäre war mitreißend und wir genossen es, das lokale Leben zu beobachten. 💃🕺

Als sich der Hunger meldete konnten wir den vielen, verlockenden Angeboten um uns herum nicht widerstehen. Wir entschieden uns für einen üppig beladenen Grillteller: Neben zwei saftigen Hähnchenspießen gab es reichlich Beilagen wie Tortillas, Gemüse und Reis – zum Glück hatten wir von vorneherein entschieden uns das Essen zu teilen.

Unsere Wahl 😋

Nachdem wir uns sattgegessen hatten nutzten wir die vielen Gelegenheiten und deckten uns bei einem der Läden mit frischem Obst und Gemüse für die kommenden Tage ein. Mit vollen Einkaufstüten und schönen Eindrücken kehrten wir, neuerdings per Bus, zu unserem Camper zurück. 🍆🍅🥦

Auf den Spuren des Wandels: Von Juayua nach Ataco entlang der Ruta de las Flores

Am Sonntag begannen wir den Tag mit einem herzhaften Frühstück auf der Farm. Quasi als kleines Dankeschön für den kostenfreien Stellplatz, den wir in den vergangenen Tagen nutzen durften. Gut gestärkt machten wir uns auf die Weiterfahrt entlang der malerischen Ruta de las Flores. Diesmal mit dem Ziel, das quirlige Örtchen Ataco zu erkunden.

Wir folgen der Ruta de las Flores 🌼🌹🌺
Ein paar Blümchen fanden wir
Genauso wie schöne Sprüche 🥰
Und gut sortierte Läden 🤣

Ich hatte Ataco bereits vor sieben Jahren schon einmal besucht und war überrascht zu sehen, wie sehr sich das kleine Dorf in der Zwischenzeit verändert hatte. 😮 Die einst beschauliche Plaza war komplett neu angelegt und hübsch mit vielen blühenden Blumen geschmückt.

Doch leider war die idyllische Atmosphäre von damals einer regelrechten Touristeninvasion gewichen:

Die Straßen waren gesäumt von Ramsch- und Souvenirläden und die Bimmelbahnen, die die Touristen durch die Straßen kutschierten, trugen nicht unbedingt zum Charme des Ortes bei. Es schien, als hätten sich ganze Heerscharen an inländischen Touristen auf den Weg gemacht um Ataco zu besuchen. 🙈 Möglicherweise ein weiterer Verdienst von Präsident Bukele und der verbesserten Sicherheitslage des Landes, die einen solchen Zustrom nun ermöglicht.

Aber die Wandgemälde, für die Ataco landesweit bekannt ist, waren noch genauso schön wie damals.

Der lokale Markt hingegen wirkte noch traditionell und lud uns zu einem Zwischenstopp ein. Wir stärkten uns mit ein paar günstigen Pupusas, bevor wir dem Trubel wieder entflohen und unsere Fahrt fortsetzten.

Ein Restaurant, das uns empfohlen wurde, schien eine ideale Übernachtungsmöglichkeit zu bieten doch leider war der Parkplatz am Sonntagnachmittag völlig überfüllt. Da wir keine Lust hatten, stundenlang in der Mittagshitze auf einen freien Platz zu warten, machten wir uns auf die Suche nach Alternativen.

Eine schnelle Recherche auf iOverlander führte uns zu einem Hotel in Grenznähe, das sich als wahrer Glücksgriff entpuppen sollte: Der Parkplatz im Innenhof war nahezu leer und der freundliche Rezeptionist gestattete uns sogar die Nutzung des kleinen Pools. Außerdem öffnete er, exklusiv für uns, ein Hotelzimmer so dass wir Zugang zu Toilette und heißer Dusche bekamen was nach dem langen Tag natürlich mehr als willkommen war. 😊

Mit Einbruch der Dunkelheit schlenderten wir zu Fuß ins Zentrum von Ahuachapan, wo rund um die hübsche Plaza mal wieder das Leben pulsierte. Wir hatten Spaß daran, das Treiben der Einheimischen zu beobachten während sie sich beim Essen und Tratschen vergnügten. So konnten wir doch noch in das traditionelle Leben eintauchen, welches wir eigentlich in Ataco erwartet hatten.

Grenzübertritt: Unser erster Tag in Guatemala

Der Montag war wieder einmal voller aufregender Ereignisse auf unserer Reise von Feuerland nach Alaska. Wir überquerten erfolgreich die Grenze von El Salvador nach Guatemala und kamen somit, binnen 20 Monaten, in Land Numero 15 an. 🌎🚐

Der Grenzübergang bei Las Chinamas verlief erfreulich reibungslos und zügig. Es war einmal mehr beeindruckend zu sehen, wie freundlich und hilfsbereit die Grenzbeamten doch waren.

Adiós El Salvador 👋🏻
Hola Gutemala 🇬🇹

Für detaillierte Informationen über alle bereits von uns bereisten Länder kannst du gerne auf unserer Länderfakten-Seite vorbeischauen, wo wir alles Wissenswerte über jede Etappe unserer Reise teilen. 💡

Unsere Fahrt führte uns schnell durch die pulsierende Metropole Guatemala City. Mit über 3 Millionen Einwohnern ist sie die größte Stadt in Zentralamerika. Der Verkehr war zwar teils etwas träge, aber im Großen und Ganzen konnten wir uns gut durch die Straßen schlängeln.

Schließlich erreichten wir am Nachmittag unser Ziel: Die bezaubernde Kolonialstadt Antigua. Umgeben von den majestätischen Vulkanen Agua, Acatenango und dem aktiven Fuego, ist Antigua ein wahres Juwel in Guatemalas Hochland. 🌋

Schemenhaft kann man den Vulkan erkennen
Der alte Waschplatz im Zentrum
Im Umland wird noch heute so gewaschen 😳

Antigua, auch bekannt als Alt-Guatemala, war einst die Hauptstadt der spanischen Kolonien in Zentralamerika und begeisterte uns mit ihrem historischen Charme und ihrer lebendigen Atmosphäre während der Semana Santa (Karwoche vor Ostern) sofort.

Unsere Freude wurde noch größer, als wir bei der Touristenpolizei einen sicheren und zentral gelegenen Stellplatz für unser Wohnmobil fanden. Und zu unserer Überraschung trafen wir dort Marcel und Nadia alias @sejoganomundo wieder, die wir zuletzt in Bolivien am Salar de Uyuni gesehen hatten. Die Welt ist doch ein Dorf, oder? 😅

Falls du gerne mit uns gemeinsam die größte Salzpfanne der Welt erkunden möchtest, auf der Himmel und Erde förmlich miteinander zu verschmelzen scheinen, dann schau unbedingt in unser YouTube-Video rein und vergiss nicht, unseren Kanal zu abonnieren! 🎥

Erkundungstour durch Antigua und Warten aufs Vulkanabenteuer

Am nächsten Morgen war meine erste Amtshandlung eine WhatsApp-Nachricht an Soy Tours zu schicken. Dieser Touranbieter wurde uns von Smuelis_on_tour empfohlen und wir waren Feuer und Flamme für die Idee, den Vulkan Acatenango zu besteigen um in der Nacht den gegenüberliegenden, aktiven Fuego ausbrechen zu sehen. 🌋

Doch die Antwort, dass die nächste freie Tour erst in 10 Tagen starten würde, traf uns unerwartet. Wir standen vor der Entscheidung: Warten oder die Zeit anderweitig nutzen? 🤔 Kurzerhand beschlossen wir, uns die Wartezeit am nahegelegenen Atitlan See zu vertreiben.

Aufgrund der bevorstehenden Osterfeiertage wollten wir jedoch auf Nummer sicher gehen und kontaktierten vorab den Campingplatzbetreiber Pierre aus Frankreich, um einen Platz zu reservieren. Außerdem erkundigten wir uns nach den Zufahrtsstraßen zum See, die angeblich extrem steil und in schlechtem Zustand sein sollten.

Nachdem alle organisatorischen Details geklärt waren machten wir uns auf, Antigua zu Fuß zu erkunden. Wir schlenderten durch die malerischen Gassen der Altstadt, genossen leckere Crêpes auf der Dachterrasse von Luna de Miel und waren überrascht über die Vielzahl von Menschen, die offenbar extra für die Osterprozessionen in den kommenden Tagen angereist waren. 😯

Throwback: Vor 7 Jahren schmeckte der Crêpe
im Luna de Miel auch schon richtig gut 😛

Auf dem Rückweg zum Van ließen wir uns noch über den riesigen Markt treiben, besorgten uns bei Tigo eine neue SIM-Karte und zu meiner großen Freude bekam ich von Simon ein verfrühtes Ostergeschenk: Den lange ersehnten, kleinen Mixer für Smoothies und Co. 🎁

Neue Bekanntschaften und Osterprozessionen in Guatemala

Den Großteil des Mittwochs verbrachten wir auf dem Gelände der Touristenpolizei. Dort trafen wir zahlreiche andere Overlander, darunter Benny und Yvonne aus Basel alias @benjbern, deren Reise in Kanada begann und in wenigen Monaten in Panama enden wird. Auch Manfred aus Heilbronn, gemeinsam mit seiner Frau in einem riesigen Expeditionsmobil auf dem Weg von Nord nach Süd, war hier unterwegs.

Und, wie der Zufall es so wollte, weilten auch unsere Freunde Max und Merle noch in der Stadt, wenngleich auch auf einem anderen Campingplatz. Wir verabredeten uns spontan zum Abendessen bei einem mexikanischen Restaurant und nutzten zuvor noch die Gelegenheit, uns in das Getümmel einer der eindrucksvollen Osterprozessionen zu stürzen.

Der Blumenteppich wird vorbereitet

Es war beeindruckend zu sehen, wie hunderte Männer in lilafarbenen Roben Statuen, Kreuze und Weihrauch durch die Straßen trugen. Ein Erlebnis, das uns tief berührte und das wir so schnell sicher nicht vergessen werden! ✝⛪

Die Statuen lasten schwer auf den Schultern ihrer Träger

Falls dir übrigens die Geschichten hier im Blog genauso viel Freude bereiten wie die Suche nach Ostereiern, dann hinterlasse uns gerne ein digitales Osternest voller Unterstützung! 🐰🥚🌷

Jeder noch so kleine oder große Beitrag hilft uns dabei, unsere Reise von Feuerland nach Alaska fortzusetzen und euch weiterhin mit stets neuen Abenteuern zu versorgen.

Du möchtest gerne ein Ei in unserem Nest hinterlassen? Dann nutze ganz unkompliziert einen der beiden Links für deine Gabe:

🐣 https://www.paypal.me/SiJuCampervan

🐣 https://www.buymeacoffee.com/SiJu_Campervan

Wir sagen Dankeschön und auf Wiedersehen – egal ob auf unserem Instagram oder YouTube Kanal oder kommende Woche an gleicher Stelle. Hier auf unserem Reise Blog. 👋

NEW BLOG POST 🇸🇻 (10. – 20.03.2024) Suchitoto – Barra de Santiago

In den vergangenen Tagen haben wir uns intensiv mit der politischen Lage und den aktuellen Entwicklungen in El Salvador auseinandergesetzt. Seit dem Amtsantritt von Präsident Nayib Bukele im Jahr 2019 hat sich das Land in vielerlei Hinsicht verändert. Bukele hat den Kampf gegen die Bandenkriminalität zu einem seiner Hauptziele erklärt und diverse Maßnahmen ergriffen, um dieser Herausforderung zu begegnen. Nach anfänglichen Erfolgen und einem Rückgang der Mordrate verhängte er im März 2022 jedoch den Ausnahmezustand aufgrund neuer Gewalt Eskalationen. Dies führte zu abertausenden Verhaftungen ohne Haftbefehl und einem verstärkten Einsatz des Militärs für Razzien. Menschenrechtsorganisationen berichten von Einschränkungen der Grundrechte. Auf Grund dieser Maßnahmen wurden bis Ende 2022 ca. 58.000 Bandenmitglieder verhaftet. Diese Entwicklungen stehen im Kontext eines Landes, das in der jüngsten Vergangenheit bereits einen Bürgerkrieg mit rund 70.000 Toten erlebt hat und in dem seit Januar 2001 der US-Dollar und seit September 2021 auch der Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel gilt. Wobei, bei einem monatlichen Mindestlohn von gerade einmal 300 US-Dollar pro Person im Handels-, Industrie- und Dienstleistungssektor ,wohl die wenigsten Privatpersonen in Bitcoin werden investieren können. Ob die Staatsverschuldung mittels dieses Schachzugs minimiert werden kann bleibt abzuwarten. Bis dahin setzt El Salvador weiterhin auf seine Hauptexportgüter Kaffee, Zucker und Shrimps. ☕🍤

Wir sind in jedem Fall gespannt, ob wir in den kommenden Tagen und Wochen in El Salvador etwas von der positiven Aufbruchsstimmung bemerken werden, von der uns zuvor andere Reisende berichtet hatten. 🤔

Nach dem wir uns diesen Fragestellungen gewidmet hatten, sowie nach einem arbeitsreichen Tag im schattigen Innenhof des charmanten Centro de Arte para La Paz in Suchitoto, nutzten wir die kühleren Morgenstunden des nächsten Tages um noch mehr von diesem bezaubernden Örtchen zu entdecken. Die weiße Kathedrale an der Plaza und der malerische Springbrunnen in ihrem Zentrum ließen uns in die koloniale Vergangenheit eintauchen, während die bunten Indigo-Färbereien die lebendige Kultur und Tradition El Salvadors widerspiegelten. Doch die Hitze des Vormittags trieb uns abermals hinauf in die Berge, auf der Suche nach einem kühleren Rückzugsort. 🥵

Unser Weg führte uns, zum ersten Mal während unseres Abenteuers, in einen erloschenen Vulkankrater hinein der Teil des imposanten Vulkangürtels ist, der sich durch das gesamte Land zieht. Der smaragdgrüne Kratersee der Laguna de Alegría strahlte eine Ruhe aus, die uns sofort in ihren Bann zog. 😊 Trotz der Hitze genossen wir die frische Brise und die klaren kühlen Nächte, die den Himmel mit unzähligen Sternen erfüllten. Für uns war es der perfekte Ort, um für drei Nächte zu verweilen und neue Energie zu tanken.

Mondaufgang über dem Kraterrand 🌙

Während dessen fand ich auch endlich die Zeit, um Merles Brownie-Rezept auszuprobieren das durch den selbst gemahlenen Kakao von der Finca Santa Martha in Honduras eine ganz besondere Note erhielt. 🍫

Und natürlich nutzten wir die Zeit auch, um neuen Content für unseren YouTube-Kanal, Instagram und Blog zu erstellen – eine Arbeit, die uns viel Freude bereitet, aber auch viel Zeit in Anspruch nimmt weshalb wir uns an dieser Stelle für deine Unterstützung bedanken. Jede kleine Geste, sei es durch Spenden oder einfach durch euer Interesse an unseren Abenteuern, bedeutet uns viel und motiviert uns, weiterhin unsere Reiseerlebnisse mit euch zu teilen. ❤

Link zur Dieselkasse: https://www.paypal.me/SiJuCampervan

Link zur Kaffeekasse: https://www.buymeacoffee.com/SiJu_Campervan

Nach vier schönen Tagen an der idyllischen Kraterlagune war es an der Zeit unsere Reise fortzusetzen. Doch wie das Schicksal es wollte gerieten wir beim Verlassen der Lagune beinahe in eine missliche Lage. Die schmale Ringstraße, die als Einbahnstraße fungiert, stellte uns nämlich vor eine echte Herausforderung. Nur mit viel Geschick und einem Hauch Glück gelang es uns schließlich, unseren Lieblingsstellplatz zu verlassen – wenn auch gegen die eigentlich vorgeschriebene Fahrtrichtung. Vielleicht war das wiederum gar nicht so dumm, denn auf diese Weise umgingen wir möglicherweise sogar das Ausfahrtshäuschen und damit eine mögliche Nachzahlung. 🙊

Unser Weg führte uns dann nach Usulután, wo wir unsere Lebensmittelvorräte auffüllten. Die Supermärkte in den kleinen Dörfern boten leider keine Parkmöglichkeiten für unseren großen Van weshalb wir uns gezwungen sahen in die Großstadt hineinzufahren. Doch auch dieser Zwischenstopp hatte seinen Reiz, denn wir entdeckten den Parque Recreativo Ichanmichen. Trotz seines leicht heruntergekommenen Zustands bot der Park erfrischende Schwimmbecken und saubere Duschen – eine Wohltat nach dem heißen Tag unterwegs.

Nach einem kurzen Zwischenstopp am internationalen Flughafen, wo wir endlich halbwegs schnelles WLAN fanden und ein YouTube-Video hochladen konnten, zog es uns weiter an die Pazifikküste nach Puerto de La Libertad. 🌊🐟 Hier erwartete uns nicht nur ein lebendiger Fischmarkt, sondern auch die lang ersehnte Gelegenheit für Simon endlich mal wieder zum Barber zu gehen. Ein bisschen Zeit für die persönliche Pflege und schon war er wieder der attraktive Kerl, den ich eigentlich kenne! 🧔

Trockenfisch
Sind die nicht hübsch?!
Abends ist hier wohl Rummel 🎡
Vorher… 🙈
… nachher 🧔🏻‍♂️

Nach einem halben Tag unter der heißen Sonne der Küste entschieden wir uns, zurück in die erfrischenden Höhen der salvadorianischen Bergwelt zu fahren. Auf Empfehlung von Anne und Christian, auch bekannt als @van.we.bike, steuerten wir den Stellplatz Mirador El Peñon an. Dieser kleine Rückzugsort von Yoselin und ihrem Mann Saoul bietet einen beeindruckenden Blick auf den gleichnamigen Berg, dessen Silhouette an den berühmten El Peñol in Kolumbien erinnert den wir vor einigen Monaten erklommen haben:

Erklimme mit uns in diesem Video, schweißfrei vom Sofa aus, die 700 Stufen hinauf auf den El Peñol. 😉 Die Aussicht über das Inselmeer wird dich sprachlos zurücklassen – versprochen!

Wir wurden von den beiden Salvadorianern herzlich begrüßt und erhielten sofort einen Stellplatz auf dem kleinen, aber gemütlichen Parkplatz. Für einen kleinen Obolus von 10$ pro Nacht durften wir nicht nur den Stellplatz nutzen, sondern auch die Sitzgelegenheiten auf der Aussichtsterrasse, die Hängematten und die erfrischende Dusche. 🚿 Als besondere Geste der Gastfreundschaft schenkten sie uns reichlich Mangos und Avocados von ihrem Grundstück und überraschten uns nach Einbruch der Dunkelheit mit einer kostenlosen Portion Pupusas direkt in unserem Van. 🥭🥑🌮

Mirador auf dem Privatgrundstück
Was für eine Aussicht! 😀
Noch toller war das Häschen der Nachbarn 🥰

Da es am Folgetag recht bewölkt und auch diesig war befürchteten wir, dass wir vom Aussichtspunkt hoch oben auf dem Felsen keinen wirklich schönen Sonnenuntergang erleben würden. Deshalb entschieden wir uns für einen weiteren entspannten Tag voller Faulenzerei. ☺️

Frühstück mit Aussicht 🫓 🥑

Diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig denn am darauffolgenden Tag strahlte die Sonne wieder in voller Pracht und wir wurden mit einem atemberaubend schönen Sonnenuntergang über den vielschichtigen Bergketten El Salvadors belohnt. Nachdem wir, klitschnass geschwitzt, von unserer kleinen Wanderung zurückkehrten freuten wir uns erneut über die erfrischende Dusche und eine leckere Portion Pupusas auf unserem Stellplatz den wir, zu unserer großen Freude, fast die ganze Zeit über für uns alleine hatten. 🙃

rehats.berlin

Am Montagmorgen brachen wir auf und machten uns neuerdings auf den Weg hinab zur Küste. Die Straße war unbefestigt und staubig, aber da es die ganze Zeit über nur bergab ging meisterten wir diese kleine Herausforderung mit Bravour. 🙂 Wir folgten einem weiteren Tipp von anderen Reisenden, die wir an unserem ersten Abend in Honduras an den Thermen getroffen hatten. Sie hatten uns mit großer Begeisterung von einer Kokosnussfarm bei Barra de Santiago erzählt, wo man völlig kostenfrei bei einer salvadorianischen Familie auf deren Grundstück nächtigen dürfte. Außerdem sei der weitläufige, schwarze Sandstrand des traditionellen Fischerdorfes nur einen Steinwurf weit entfernt. Und obendrein gäbe es in der Nähe ein Schutzprojekt für Meeresschildkröten. Vielleicht hätten wir dort endlich die Chance, ein paar davon auf ihrem Weg in die Freiheit zu begleiten. 🤩

Tatsächlich wurden wir sofort freundlich von Mayra und ihrem Mann Hector sowie den beiden Kleinkindern in Empfang genommen. Wobei ich an der Stelle nicht verschweigen möchte dass Hector, vorangegangene Beziehungen miteinberechnet, in Summe 14 Kinder hat. 🙈 Sie boten uns sofort ein paar frische Kokosnüsse als Erfrischung an und schälten eine bereits braune Nuss für uns, in deren Inneren sich tatsächlich eine Art Apfel befand. Wie unglaublich vielfältig Kokosnüsse doch sind! 🌴🥥 Anschließend spazierten wir den breiten, ebenfalls von Kokosnusspalmen und kleinen Fischerboten gesäumten Strand entlang an dessen Ende, ganz in Nähe der verwaisten Restaurants, unglaublich viel Müll im Sand lag. Da war es wieder, das altbekannte Problem ab Peru aufwärts: Die mangelnde Sorge für die Umwelt. 😢 Auch Mayras Sohn hatte zuvor den ihm von uns dargebotenen Lolli mit Handkuss entgegengenommen, die Verpackung jedoch einfach achtlos auf den Boden des eigenen Grundstücks geworfen wo sie dann einfach liegen geblieben wäre – hätte ich sie nicht entsorgt. Wohlgemerkt, obwohl seine Mutter das gesehen hatte, versteht sich. 🤷‍♀️

Neuer Stellplatz – diesmal unter Palmen 🌴
Rancho I – Wohnhaus der Familie
Was für ein Strand 🏝️
Suchen Schutz vor der Sonne ☀️
Überall Müll 😩

Trotz der netten Familie war der Ort für mich, aus nicht greifbaren Gründen, irgendwie kein Wohlfühlort. Ich konnte dieses Gefühl der Unruhe nicht abschütteln, das mich seit unserer Ankunft auf dieser Ranch verstärkt begleitete. Vielleicht lag es einfach an der Tatsache, dass ich mich in meinem Innersten nicht ganz wohl fühlte, obwohl äußerlich alles perfekt schien. Dennoch entschieden wir zu bleiben, da wir zu diversen Aktivitäten eingeladen wurden und man uns voller Stolz noch die zwei anderen Ranchos zeigen wollte.

Unser Stellplatz auf der Kokos-Farm
Hier wuchsen auch riesige Mango 🥭
Leider noch nicht reif 😕
Einen Pool hätte es auf Rancho I auch gegeben –
nur leider stand die Reinigung noch aus 🧽
Schön war’s hier trotzdem 👍🏻

Am Dienstagnachmittag fuhren wir, gemeinsam mit Hector, Mayra und ihren Kindern Aron sowie Raquel und einem befreundeten Paar der beiden, die ebenfalls zwei ihrer Töchter dabei hatten, zur Flussmündung. Dort mündet der Pazifik in einen natürlichen Kanal und in dem salzigen, dafür aber spiegelglatten Wasser ließ es sich in der langsam untergehenden Sonne wunderbar baden. Zumal das Wasser seicht und angenehm warm war. Auf dem Weg dorthin grub sich unsere Mitfahrgelegenheit allerdings im losen Sand ein – wir steckten fest! 😮 Zum Glück eilte sofort ein weiteres Auto zur Bergung heran. Wir stiegen alle in Hectors Suzuki um, ließen das andere Auto zurück und kamen schlussendlich doch noch alle an dem schönen Badespott an. Das Flussufer war neuerdings von Kokosnusspalmen, aber auch von schönen Restaurants und schicken Bungalows gesäumt. Wir spielten Wasserball mit den Kindern und wurden von dem befreundeten Paar mit Fragen gelöchert. Es herrschte völliges Unverständnis ihrerseits, wieso wir einfach so aus Spaß an der Freude durch die Gegend reisen. Genauso wenig konnte man, wie gewohnt, verstehen weshalb wir keine Kinder haben. Uns wiederum erstaunte einmalmehr, dass die Männer je eine halbe Flasche Wodka leerten und sich danach ganz selbstverständlich ans Steuer setzten. 🙈

Toller Badespott 👙

Erst nach Einbruch der Dunkelheit kehrten wir zu ihrem Wohnhaus, und somit unserem Stellplatz, zurück wo Simon und ich es uns kurz darauf beim Mexikaner schmecken ließen. Das hübsche Restaurant befindet sich auf dem gleichen Grundstück und wird von Hector und Mayra an die Restaurantbetreiber verpachtet. Bei Quesadillas, Nachos und Burrito ließen wir den Tag noch einmal Revue passieren. 🌯🌮🍷

Quesadillas 😋
Burrito 😋

Am Mittwoch wurden Simon und ich dann erneut von Hector und Mayra überredet noch etwas länger zu bleiben. Uns fiel neuerdings auf, wie wenig die Menschen hier auf ihre Ernährung achten. Während wir unser Müsli mit Obst frühstückten konnten wir gut beobachten, wie die befreundeten Familien bereits früh am Morgen Coca-Cola tranken sowie Kuchen und Eiscreme förmlich in sich hineinstopften. 😯 Ich bin mir nicht sicher, ob man sich hier einfach keine Gedanken über die konsumierten Lebensmittel macht oder ob ihnen Gesundheit und Figur schlichtweg völlig egal sind. Auch wir bekamen am frühen Vormittag noch ein großes Eis spendiert, das der fliegende Händler mit seinem Quad samt Kühlbox und Waffeln bis zur Haustür der Familie lieferte, bevor sich die befreundete Familie von uns verabschiedete. Den Nachmittag verbrachten wir dann gemeinsam mit Mayra und ihren zwei Kindern in ihrem schönen Strandhaus. 😍 Es war ein echtes Paradies, mit einem überdachten Süßwasserpool und gemütlichen Hängematten zum Ausruhen. Nur wenige hundert Meter vom Strand entfernt befand sich das dritte Haus der Familie, das uns regelrecht die Augen aus dem Kopf fallen ließ: Ein modernes Anwesen mit einem weiteren Süßwasserpool. Ein Ort, den wir uns perfekt als Camping- oder Overlander-Platz vorstellen konnten. 😀 Wir empfahlen den beiden nachdrücklich, diese Oase auch anderen Reisenden zugänglich zu machen um nicht nur ihre Gastfreundschaft zu teilen, sondern künftig auch ein zusätzliches Standbein zu haben und sich so eine weitere Einnahmequelle zu erschließen.

Rancho II – Strandhaus
Rancho III – Mangrovenhaus
Die Familie hat es offensichtlich weit gebracht 😮

Um unsere Dankbarkeit für ihre Gastfreundschaft zu zeigen bestellten wir für alle eine große Pizza, die wir gemeinsam auf der gemütlichen Terrasse genossen. Währenddessen berichtete uns Hector von den Herausforderungen, mit denen sie in der Vergangenheit konfrontiert waren. Kaum vorstellbar, dass vor gerade einmal zehn Jahren häusliche Gewalt strafrechtlich nicht verfolgt wurde und quasi an der Tagesordnung war. 😥 Die Geschichten von Mayra waren genauso schmerzhaft: Noch vor fünf Jahren, während ihrer ersten Schwangerschaft, mussten sie unter Androhung von Waffengewalt Schutzgeld an kriminelle Banden zahlen und lebten in ständiger Angst um ihre Sicherheit und ihre Ersparnisse. Und das obwohl sie weit entfernt von Großstädten mitten im Nirgendwo lebten. Wir hoffen inständig, dass die jüngsten Veränderungen und Verbesserungen im Land weiterhin Bestand haben werden und dass diese tapferen Menschen endlich Frieden und Sicherheit finden.

♥️ Gracias Mayra por todo ♥️
Sooo süüüß die kleine Raquel 🥰

Dankeschön, dass du uns auch auf dieser Etappe unserer Reise durch El Salvador begleitet hast! Im nächsten Blogbeitrag lassen wir die heiße Küste hinter uns und begeben uns auf den Weg in die bergige sowie hoffentlich etwas kühlere Kaffeeregion, bevor wir schließlich unser Abenteuer in Richtung Guatemala fortsetzen werden. Sei gespannt und schau auch nächste Woche wieder hier vorbei. 👋

NEW BLOG POST 🇭🇳 🇸🇻(05. – 09.03.2024) Maya Ruinen von Copán – Suchitoto


Auf holprigen Straßen zu den Ruinen von Copán: Eine abenteuerliche Fahrt durch Honduras

Wir hatten uns auf einen langen und anstrengenden Fahrtag vom Lago de Yojoa nach Copán Ruinas in Honduras eingestellt aber was uns auf der CA-4 dann tatsächlich erwartete übertraf unsere Vorstellung bei weitem. Ab San Pedro de Sula war die Straße in einem desolaten Zustand. Es schien, als wäre die Asphaltdecke in unregelmäßigen Abständen jeweils in zwei Meter breiten Streifen abgetragen worden was uns dazu zwang ständig abzubremsen, langsamere Fahrzeuge zu überholen und Schlaglöchern auszuweichen. Die Fahrt für die 230 Kilometer lange Strecke dauerte ganze sechs Stunden – eine echte Geduldsprobe! 😫

Die letzte Etappe von La Entrada bis nach Copán Ruinas auf der CA-11 war glücklicherweise wieder in deutlich besserem Zustand. Dennoch war sie kurvenreich und bergig weshalb unsre Geschwindigkeit kaum zunahm. Glücklicherweise machten wir unterwegs eine köstliche und preiswerte Pause mit Baleadas und Pupusas – zwei lokale Köstlichkeiten, die man unbedingt probieren sollte! 😋

Pupusas 🫓

Baleadas sind eine Art gefüllte Weizenmehl-Tortilla mit Bohnen, Käse, Eiern, Avocado oder Fleisch – eine herzhafte und sättigende Mahlzeit. Pupusas sind dagegen deutlich dickere, mit verschiedenen Zutaten wie Käse, Bohnenmus oder Fleisch gefüllte Maistortillas, die gegrillt oder gebraten werden. Beide sind nicht nur lecker, sondern auch ein fester Bestandteil der honduranischen Küche. Egal ob morgens zum Frühstück oder abends zum Abendbrot.

Baleadas 😛

Nach dem langen Fahrtag war es eine Wohltat, endlich im Ort Copán Ruinas anzukommen. Dort wurden wir von Mauricio und seiner Frau Alicia herzlich empfangen, die mit ihren beiden Söhnen und einer Vielzahl von Tieren in einem sehr einfachen, aber gastfreundlichen Zuhause leben. Sie boten uns einen sicheren und ideal gelegenen Stellplatz hinter ihrem Haus an welches sich direkt gegenüber dem Eingang zur archäologischen Stätte befand.

Die sauberen Sanitäranlagen, einschließlich einer erfrischenden Dusche mit kaltem Wasser, waren nach dem heißen Tag besonders willkommen. Bei Temperaturen von 38 Grad Celsius war die Abkühlung eine wahre Erleichterung! Mauricio und Alicia waren so herzlich und wären sogar dazu bereit gewesen, noch am späten Abend in der Dunkelheit mit uns ins Ortszentrum zu laufen um uns die Gegend zu zeigen. 💕

Dazu waren wir jedoch viel zu müde. Vielmehr freuten wir uns darauf, am nächsten Tag gut ausgeruht die archäologische Stätte zu erkunden und waren einfach nur dankbar für die tolle Gastfreundschaft der Beiden. 😴

Abenteuerliche Entdeckungen in Copán Ruinas: Von alten Ruinen bis zu köstlichem Kakao

Der Morgen in Copán Ruinas begann früh und lebhaft, mit dem Schnattern der Gänse, dem Krähen der Hähne und den lauten Unterhaltungen der roten Aras, die über das Grundstück von Mauricio und Alicia flogen. 🦜🦜 Diese Geräuschkulisse war jedoch genau das, was wir brauchten um aus dem Bett zu kommen denn wir wollten schließlich zu den ersten Besuchern der Maya-Stätte an diesem Tag gehören.

Nachdem wir die Eintrittsgebühr in Höhe von 20 Dollar pro Person entrichtet hatten betraten wir das weitläufige Waldgelände der Ruinen von Copán. Diese archäologische Stätte ist bekannt für ihre beeindruckenden Maya-Reliefs und -Skulpturen sowie für ihre gut erhaltenen Hieroglyphenstufen. Die Steinstelen, die mit detailreichen Verzierungen versehen waren, faszinierten uns besonders. Sie erzählen vergangene Geschichten von Herrschern, Göttern und historischen Ereignissen der Maya-Zivilisation.

Die Ruinen strahlten eine friedliche Atmosphäre aus und wir genossen es sehr, dass außer uns bisher nur wenige kleinere Touristengruppen hier anzutreffen waren. Nach einem gut zweieinhalbstündigen Rundgang trafen wir am Ausgang überraschend auf unsere Gasteltern, die sich als Künstler entpuppten! Sie verdienen sich ein Zubrot, indem sie aus gefundenen Ara-Federn Kunstwerke herstellen mit denen sich die Touristen vor Ort dann fotografieren lassen können. Wir hatten das Glück, diese Kunstwerke kostenlos bewundern zu können bevor wir uns gegenüber am Van ein schnelles Frühstück gönnten.

Anschließend erkundeten wir zu Fuß den gleichnamigen Ort. Die Kopfsteinpflastergassen waren schmal und von bunten, niedrigen Häusern gesäumt. Ein neugieriger Hund begleitete uns auf Schritt und Tritt und wurde schnell zu unserem treuen Gefährten. Selbst als wir uns in einem Restaurant im schattigen Innenhof niederließen, um einen erfrischenden Eiscafé zu genießen, blieb er bei uns und eroberte unsere Herzen. 🥰

Am Nachmittag beschlossen wir, dem Tea and Chocolate Place einen Besuch abzustatten. Dieser Ort, auch als El Lugar del Té & Chocolate bekannt, erwies sich als wahre Oase der Ruhe in der wir ganz nebenbei noch verschiedene köstliche Schokoladenprodukte verkosten konnten. Neben den hier hergestellten Schokoladensorten gab es auch Kakao-Tee, verfeinert mit Kardamom und Honig, der uns besonders gut schmeckte.

Wir bestellten heiße Schokolade, begleitet von einem Cheesecake mit Erdbeertopping und einem leckeren Schokoladen-Brownie. Müde, verschwitzt aber glücklich machten wir uns gegen 17:00 Uhr auf den Rückweg zum Stellplatz – immer noch in Begleitung des treuen Vierbeiners. Erst am Haus von Mauricio machte er kehrt, während wir uns direkt unter die wohltuend frische Dusche stürzten.

Schau doch auch gerne mal auf unserem Instagram Account vorbei! Dort findest du nämlich viele weitere, tolle Fotos von unserer Reise – u.a. auch von diesem schönen Tag. 📸

Von Maya Grabstätten über Kaffeefarmen in die Berge von Honduras

Am Donnerstagmorgen beschlossen wir, einen kurzen Abstecher zur Ausgrabungsstätte Las Sepulturas zu machen nachdem uns ein freundlicher Einheimischer am Vortag darüber informiert hatte, dass unser Eintrittsticket zu den Copán Ruinen auch dort gültig sei. Las Sepulturas liegt nur etwa zwei Kilometer entfernt und bietet einen faszinierenden Einblick in das traditionelle Leben der Maya.

Diese Ausgrabungsstätte besteht aus einer Reihe von zeremoniellen Plätzen und Grabstätten, die hauptsächlich aus Wohn- und Grabhäusern bestehen. Die Ruinen wurden teilweise restauriert aber viele Bereiche sind noch nicht restauriert was einen authentischen Einblick in die Vergangenheit ermöglicht. Wir genossen es, hier mutterseelenallein zwischen den antiken Strukturen umherzustreifen und die Stille der Geschichte zu spüren.

Nach unserem Besuch bei Las Sepulturas kehrten wir mit einem Tuk-Tuk, dass hier als Mototaxi bekannt ist, zum Stellplatz zurück von wo aus wir unsere Rückfahrt nach La Entrada antraten. Obwohl die guatemaltekische Grenze von den Ruinen aus nur einen Steinwurf entfernt gewesen wäre entschieden wir, zuerst noch nach El Salvador zu reisen weshalb wir eine Teiletappe zurückfahren mussten. 🚐

Bevor wir weiter nach Gracias fuhren machten wir einen Zwischenstopp im Maxi Despensa Supermarkt um unsere Vorräte aufzufüllen. Wenige Kilometer weiter folgten wir neuerdings einem Tipp von Kristina und Leonardo und besuchten die Kaffeefarm Seis Valles, wo wir u.a. eine köstliche Käsetortilla verspeisten und dabei die Aussicht auf die umliegenden, grünen Hügel genossen. 🌄

Für die Nacht fanden wir einen ruhigen und sicheren Schlafplatz bei einer Naturtherme, deren Becken von einem heißen Fluss gespeist wurden. Als Bonus genossen wir am Abend, als es endlich ein paar Grad kühler wurde, ein wohltuendes Bad und entspannten uns nach einem weiteren ereignisreichen Tag. Mal wieder als einzige Gringos zwischen all den Einheimischen.

Schöne letzte Tage in Honduras: Von Gracias bis zum Café Juan 316

Dank einer erfreulich frischen und obendrein ruhigen Nacht, ohne das übliche Schnattern von Hühnern und Gänsen am frühen Morgen, konnten wir endlich einmal wieder ausschlafen. Nach einer kurzen Fahrt von gerade einmal fünf Kilometern erreichten wir schnell Gracias, ein kleines Kolonialstädtchen das uns mit seinem historischen Charme und seiner malerischen Atmosphäre bezauberte. ✨

Wir erkundeten die Kopfsteinpflastergassen, stöberten durch die kleinen Geschäfte und bewunderten die farbenfrohen Gebäude, die die Geschichte des Landes widerspiegeln.

Ein kleiner Straßenimbiss weckte unser Interesse und wir genossen ein schmackhaftes und preiswertes Frühstück in Form von leckeren Baleadas – gefüllte Weizenmehl-Tortillas die uns für den Rest des Tages satt machten. 😛 Wir waren weit und breit die einzigen Ausländer was uns neuerdings das Gefühl gab, einen besonders authentischen Einblick in das alltägliche Leben in Honduras zu bekommen.

Nachdem wir genug von Gracias gesehen hatten setzten wir unsere Reise nach Santa Rosa de Copán fort. Die Parkplatzsuche gestaltete sich in den engen, steilen Straßen schwierig. Vor allem, da wir die Zeit des Schulschlusses erwischt hatten und die Gassen über und über mit Elterntaxen verstopft waren. 🙄 Trotzdem fanden wir schlussendlich einen Parkplatz doch die Stadt entsprach rein gar nicht unseren Erwartungen weshalb wir beschlossen postwendend weiterzufahren. 😂

Unsere letzte Etappe an diesem Tag führte uns über die CA-4, die wieder einmal in einem desolaten Zustand war und uns zusätzliche Zeit kostete. Unterwegs kamen wir an vielen Kaffeeverarbeitungsbetrieben vorbei wo die Bohnen in der Sonne trockneten. 🌤 Aber wir erreichten sicher unser Ziel, das kleine Café Juan 316 das direkt neben der Landstraße lag.

Abigail, die Besitzerin, hieß uns freundlich willkommen und gestattete uns, auf ihrer Kuhweide zu übernachten die an das Café angrenzte. Dort konnten wir die Nacht sicher verbringen und gleichzeitig die atemberaubende Aussicht auf die umliegenden Berge sowie den spektakulären Sonnenuntergang genießen. 🌄 Hinter uns lagen 11 spannende, aber auch entspannte Tage voller Entdeckungen und unerwarteter Begegnungen, die uns kleine Einblicke in die Schönheit und Vielfalt von Honduras gewährten. Nur zur Sicherheitslage und zur politischen Situation im Land wollte sich uns gegenüber leider niemand so recht offenbaren…

Grenzübertritt El Salvador: Eine neue Etappe unserer Reise

Samstags stand bereits der nächste Grenzübertritt auf dem Programm. In den überschaubar großen, oder eben kleinen, Ländern Zentralamerikas geht das deutlich schneller als zuvor im weitläufigen Südamerika. Unser nächstes Ziel ist nämlich gerade einmal so groß wie Hessen. Trotz seiner bescheidenen Größe ist El Salvador mit ca. 7 Mio. Einwohnern das am dichtesten besiedelte Land Zentralamerikas. Der Grenzposten El Poy war von unserem Schlafplatz aus in Kürze erreicht. Zuvor verprassten wir an einer Tankstelle unsere letzten Lempiras zumal auch der Dieselpreis in Honduras, wenn auch nur minimal, günstiger sein soll als in El Salvador. Auch unsere Trinkwasservorräte füllten wir mit den allgegenwärtigen, spottbilligen blauen 20Liter Kanistern noch einmal auf. 💧

Solltest du ebenfalls auf der Panamericana unterwegs sein dann schau doch mal auf der Länderfakten-Seite vorbei. Dort findest du allerlei nützliche Informationen zu den bereits von uns besuchten Ländern sowie zu dem hier nur kurz angerissenen Grenzprozedere. 🛂

Der Grenzübergang El Poy war klein und wenig frequentiert. Obwohl wir an jedem Schalter direkt bedient wurden dauerte alles seine Zeit denn hier schienen die Uhren langsam und gemächlich zu ticken. Zwei Stunden später hielten wir das neue Temporary Import Permit (TIP) in den Händen und hatten unsere Pässe sowohl aus- als auch wieder eingestempelt. 😀 Überraschenderweise gewährte uns El Salvador ungefragt einen Aufenthalt von 180 Tagen. Da unsere Reise hier jedoch nicht enden würde sondern wir weiter nach Guatemala wollten, wo nach wie vor das C4-Abkommen gilt welches uns insgesamt 90 Tage Aufenthalt für die vier zugehörigen Staaten gewährt, brachte uns das aber leider herzlich wenig. Trotzdem eine nette Geste gegenüber ausländischen Touristen. ❤

Nachdem wir die Grenze passiert hatten mussten wir leider feststellen, dass das Roaming mit unserer honduranischen Claro SIM-Karte nicht funktionierte. Deshalb hielten wir in Aguilares an der funkelnagelneuen Shopping Plaza El Encuentro an. Dort erhielten wir unkompliziert und schnell eine neue Claro SIM-Karte, wenngleich auch nicht zu den guten Konditionen wie in Honduras. Auch Geldautomaten fanden wir dort vor und wir staunten nicht schlecht als wir erfuhren, dass seit längerer Zeit auch in El Salvador der US-Dollar als Zahlungsmittel gilt. 😮

Von dort aus war es nur noch ein Katzensprung ins urige Dörfchen Suchitoto, das am großen Suchitlán Stausee liegt. Schwester Peggy, die Inhaberin des Centro Arte para La Paz, empfing uns mit amerikanisch-überschwänglicher Herzlichkeit und gestattete uns, nach einigem Feilschen unsererseits, für 5 Dollar pro Kopf auf dem Parkplatz im Innenhof der Kulturstätte zu übernachten. In früheren Zeiten befanden sich in diesen Gemäuern eine christliche Schule. Die Gebäudekomplexe strahlten einen unglaublichen Frieden aus und wir fühlten uns in der ruhigen Umgebung sofort wohl. ☺️

Am Abend feierten wir unseren erfolgreichen Grenzübertritt in einem traditionellen Lokal, das voller Einheimischer war, bei ein paar leckeren und preiswerten Pupusas: Gefüllte Mais- oder Reistortillas die, wie schon zuvor in Honduras, auch in El Salvador eine beliebte Spezialität sind. Zu unserem großen Erstaunen konnten wir dort in einem Baum, direkt neben den Esstischen auf der Terrasse mit Seeblick, sogar eine wilde Boa Imperator entdecken. Was für ein aufregender Start in Land Numero 14 unserer Reise! 🌎

Du bist gespannt, wie es für uns in El Salvador weitergehen wird?! Dann schau unbedingt nächste Woche wieder hier vorbei – es lohnt sich! 😀

Und wenn du meinen Reiseblog mit Freude liest dann freuen wir uns über ein Danke in Form einer kleinen Spende in unsere Diesel- oder Kaffeekasse:

https://www.paypal.me/SiJuCampervan

https://www.buymeacoffee.com/SiJu_Campervan

Hast du Fragen oder Anregungen? Dann schreibe uns gerne! Entweder per E-Mail an siju_campervan@web.de oder du nutzt das Kontaktformular auf dieser Homepage