NEW BLOG POST 🇨🇱 (06.01. – 10.01.2023) Nationalpark Torres del Paine

Am Freitag hieß es Wecker stellen und wir mussten uns bereits um 6 Uhr aus den Federn quälen. Normalerweise bin ich unter der Woche jeden Tag um diese Uhrzeit aufgestanden aber wir haben uns mittlerweile schon so an das Ausschlafen gewöhnt als dass es richtig, richtig schwer fällt so früh aus dem Bett zu krabbeln. 🙈 Für diesen Tag hatten wir eine geführte Tagestour durch den Nationalpark „Torres del Paine“ gebucht und wir sollten bereits zwischen 7:00 und 7:30 Uhr an dem Wahrzeichen „El Mano“ (= die Hand) wenige Meter entfernt von unserem Stellplatz abgeholt werden. Nach dem wir zumindest einen Schluck Kaffee getrunken und das Vesper für den Tag in die Rucksäcke gepackt hatten begaben wir uns zu dem besagten Treffpunkt. Dort wurden wir auch pünktlich um halb acht von einem bereits fast voll besetzten Mini-Bus abgeholt. 🚐 Unser Guide „Alice“ stammte aus Brasilien, sprach aber sowohl flüssig Spanisch als auch Englisch. Da die Gruppe hauptsächlich aus englischsprechenden, ausländischen Gästen bestand hatte sie es relativ einfach und musste nicht alles mehrfach wiederholen. Insgesamt bestand die Gruppe aus 14 Reisenden plus unserem Guide sowie dem Fahrer. Wie erhofft spielte das Wetter an diesem Tag wirklich gut mit und wir konnten bereits auf dem Weg in den Nationalpark die drei namensgebenden Türme (= „Torres“) sehen. Oftmals warten Wanderer tagelang auf diesen Anblick, weil sich die Bergspitzen gerne in den Wolken verstecken und wir hatten bereits auf Anhieb solch ein Glück. 😍 Von dem Viewpoint an der „Laguna Armarga“ aus hatten wir einen guten Blick auf das Felsmassiv sowie die Lagune, in der einige chilenische Flamingos nach Nahrung suchten. Vom „Lago Sarmiento Viewpoint“ aus hatten wir ebenfalls herrliche Ausblicke, unter anderem auf das schneebedeckte Massiv des „Macizo Paine“, dem mit 3.500 Metern höchsten Berg innerhalb des Nationalparks. Der nächste Halt war am „Lago Pehoe“ von wo aus wir ein paar Meter bis zum beeindruckenden Wasserfall „Salto Grande“ liefen. Hier zwängen sich die Wassermassen des „Río Paine“ durch eine enge Schlucht und schießen mit gebündelter Kraft über die Felsen hinweg. Weiter ging es zum „Grey Gletscher“ wo wir unter anderem für eine Mittagspause stoppten. Heute waren wir ausnahmsweise auch mal als hop-on/hop-off Foto-Touristen unterwegs. 😅 Dafür konnten wir aber viel in kurzer Zeit sehen, mussten die Schotterpisten nicht alle selbst fahren und konnten das hervorragende Wetter an diesem Tag bestens ausnutzen. Nach dem wir uns im Außenbereich des dortigen Restaurants mit unseren mitgebrachten Sandwiches gestärkt hatten liefen wir noch zum Strand am Gletschersee hinab. Hier blies erstmals und einmalig an diesem Tag ein extrem starker und noch dazu eisig kalter Wind der mir extrem in den Ohren schmerzte. Trotzdem liefen wir bis etwa in die Mitte des Strandes von wo aus wir einen Blick auf die immer noch weit entfernt liegende, gewaltige Gletscherzunge werfen konnten welche den See speist auf dem auch ein kleiner Eisberg schwamm. 🤩 Die südlichen Eisfelder hier bilden übrigens, nach der Antarktis und Grönland, die größten Süßwasserreservoirs der Erde. Zurück im Kleinbus verließen wir gegen 15 Uhr den Nationalpark auch schon wieder um noch einmal außerhalb an einem Viewpoint für ein paar Schnappschüsse zu stoppen. Von hier aus konnte man in der Ferne den Grey Gletscher sowie den „Lago Toro“ und die umliegenden Wälder sehen. Außerdem hatten sich tolle Wolkenformationen gebildete die einem Wattepad oder Frisbeescheiben ähnelten. Sie entstehen durch die besonderen Wetterverhältnisse hier in Patagonien und werden nicht zuletzt durch die starken Winde geformt. Der letzte Halt war an der „Cueva del Milodón“. Sowohl der Eintritt in den Nationalpark (35 USD p.P.) als auch der für die Höhle (11 USD p.P.) waren in dem Tour-Paket von 50 € pro Kopf nicht enthalten. Wir hatten uns die Tickets, auf Bitte des Tour-Veranstalters hin, bereits am Tag zuvor online besorgt. Aber wie schon zuvor im Nationalpark fanden auch an der Höhle keine wirklichen Ticketkontrollen statt. Diesmal wurde unser Ticket nicht einmal gescannt, das Geld hätten wir uns wohl sparen können. 🙄 Die Höhle an sich war enorm groß. Sie entstand durch einen urzeitlichen Gletscher, welcher sich vor Jahrmillionen nach einem Klimawandel in einen Gletschersee verwandelt hatte. Die durch den starken Wind entstandenen Wellen höhlten das Gestein aus und hinterließen diese mächtige Höhle. In dieser wurden 1842 diverse Knochen gefunden, unter anderem auch von dem sagenumwobenen „Milodón“. Hierbei soll es sich um ein zwei bis zweieinhalb Meter großes und eine Tonne schweres Tier gehandelt haben, welches in seiner Gestalt ähnlich der heutigen Faultiere gewesen sein soll. Es lief wohl hauptsächlich auf vier Beinen, konnte aber angeblich auch kurz auf den Hinterläufen sowie seinem Schwanz stehen. In dieser Haltung steht auch eine große Statue am Ortseingang nach „Puerto Natales“. Ob es das Tier so wirklich gegeben hat scheint wohl nicht zu 100% belegt zu sein wobei es im „British Museum“ in London wohl die hier ausgegrabenen Knochen zu sehen gibt. 🤷‍♀️ Von der Höhle aus war es nur noch ein Katzensprung zurück in den Ort so dass wir gegen 18 Uhr wieder an unserem Van abgesetzt wurden. Obwohl wir an diesem Tag nicht viel laufen mussten war ich abends doch ganz schön erschöpft. Vermutlich auf Grund der vielen Eindrücke, vielleicht war es aber auch mit dem frühen Aufstehen geschuldet. 🙊 Ich ruhte mich ein wenig aus während Simon die 20 Liter aus unserem Reservekanister ins Auto schüttete. Wir hoffen, dass wir so ohne einen Tankstopp in Chile (hier kostet der Liter Diesel ca. 1,40 €) zurück nach Argentinien gelangen werden wo uns der Liter Diesel nur noch rund 70 Cent kosten wird. Nach meinem Powernap drehten wir noch eine kurze Runde durch den Ort, um im Supermarkt noch ein wenig Obst zu kaufen bzw. online noch einmal kurz das Wetter zu checken. Die Vorhersage für die nächsten zwei Tage, welche wir auf eigene Faust im Nationalpark verbringen wollen, ist vielversprechend. 👍 Zurück im Bus kochten wir noch ein schnelles Pasta-Gericht und gingen relativ zeitig zu Bett.

Erster Blick auf die „Torres“ –
wir hatten tatsächlich auf Anhieb freie Sicht ☺️
Der Wasserfall „Salto Grande“
Der Berg im Hintergrund erinnert an ein Bett mit (Schnee-Bettdecke) 🛌
Jumping Julia 🤣
Der Rio Paine, gespeist mit Gletscherwasser
Besser hätte das Wetter nicht sein können 🌤
Auf dem Weg zum Grey Gletscher
(man beachte die Wolkenformationen)
Seht ihr den kleinen Eisberg?! 🤩
Blick auf den Lago Toro & die „Frisbee“ Wolken 😍
Die „Milodón“ Höhle ist wirklich riesig 😮

Am Samstag klingelte der Wecker erneut wieder um 06:00 Uhr in der Früh und riss uns unsanft aus dem Schlaf. Dennoch sprangen wir aus dem Bett da wir uns für diesen Tag die Ganztageswanderung zur Basis der „Torres del Paine“ vorgenommen hatten. Von unserem Stellplatz in „Puerto Natales“ aus bis zum Startpunkt der Wanderung lagen etwa zwei Stunden Autofahrt vor uns wobei die letzten 30-40 km Schotterpiste sein würden. Daher war an länger schlafen leider nicht zu denken. 😣 Nach dem uns der Morgenkaffee etwas Leben eingehaucht hatte und das Sandwich für die Tour getoastet war machten wir uns auf den Weg. Im Nationalpark angekommen zeigten wir dem Ranger unsere Tickets vor. Proaktive Ticketkontrollen finden hier wie gesagt nicht statt und es gibt auch keine Ein- oder Ausfahrts-schranken. Ich bin mir fast sicher, dass auch hier niemand fehlende Tickets bemerkt hätte. Das drei Tagesticket für den Nationalpark kostete übrigens 35 USD pro Person. Wir haben dieses ebenfalls vorab online erworben so dass lediglich der QR-Code gescannt werden musste. Von dort aus ging es noch wenige Kilometer weiter bis zum bereits sehr gut gefüllten Parkplatz, welcher zeitgleich der Startpunkt unserer Wanderung sein sollte. Wir stärkten uns dort noch mit einem Müsli bevor wir uns bei sehr angenehmen 18°C auf den Weg machten. Der erste Teil der Etappe führte stetig, aber angenehm bergauf. Es ging entlang des rauschenden Gletscherbachs „Río Ascencio“ und über einige Brücken, immer entlang von Wiesen und vereinzelten Bäumen. Von oben hatte man herrliche Ausblicke auf die hinter einem liegenden, sanften grünen Hügel sowie die surreal blauen Lagunen welche wir bereits am Vortag besucht hatten. Mitunter ging es neben uns ganz schön steil hinab was aber wiederum freie Sicht auf den Gletscherbach in der Tiefe bot. Am „windy pass“ hatten wir abermals großes Glück denn es war erstaunlicher Weise fast windstill. Wie wir aus eigener Erfahrung wissen, können die Winde hier zwischen 80-120 km/h erreichen aber heute war die Wetterlage erneut einfach perfekt. 🌤 Kurz darauf gelangten wir am „Refugio Chileno“ an. Die Hütte dient nicht nur als Übernachtungs- bzw. Campingbasis für all diejenigen, die auf den mehrtägigen Trecks unterwegs sind, sondern auch als Pausenort. Es gab Sitzmöglichkeiten im Freien und man hätte sich dort sowohl am Kiosk als auch in dem kleinen Restaurantbereich mit Essen und Trinken versorgen können. Wir machten uns jedoch ohne Stopp an Teil zwei der ersten Etappe welche uns bis zum Ziel, dem Aussichtspunkt auf die „Torres“, bringen sollte. Es ging weiter leicht bergauf und längere Zeit durch einen dichten Wald. Rein von der Kilometeranzahl her hätte ich an dessen Ende schon fast den Viewpoint vermutet aber leider war dem nicht so. 😮 Stattdessen stand dort ein Schild mit der Aufschrift: „Von hier aus noch ca. 45 Minuten bis zum Aussichtspunkt“. Außerdem wurde vor dem steilen Aufstieg gewarnt. Bis dato waren wir bereits drei Stunden (meist bergauf) gelaufen und langsam aber sicher spürte ich die Kraft in meinen Beinen schwinden. Ab jetzt hieß es, zumindest für mich, durchbeißen! 😬 Zum Glück hatte ich ausnahmsweise die faltbaren Carbon-Wanderstöcke von Rothwild im Einsatz welche mir sowohl bergauf als auch bergab eine wirklich große Stütze waren. 🙏 Das letzte Stück ging sehr steil bergauf und war noch dazu hochalpin. Das heißt wir mussten permanent über größere und kleinere Felsen kraxeln. Der Weg war schmal und noch dazu kamen uns Horden von Wanderern entgegen die sich bereits wieder auf dem Abstieg befanden. So musste man sich nicht nur seinen Weg suchen bzw. aufpassen wo man hintrat, sondern auch noch andauernd ausweichen und platzmachen. Erwartungsgemäß waren sehr viele Wanderer auf „DER“ Tagestour überhaupt unterwegs aber von diesem Teilstück einmal abgesehen kam man sich ansonsten zum Glück nicht wirklich in die Quere. Die „Torres“ versteckten sich bis kurz vorm Ziel hinter den Geröllbergen und kurzzeitig dachte ich, ich würde es nicht bis dahin schaffen. Aber irgendwann gelangten wir dann doch oben an und wieder einmal war der Anblick alle Mühen wert. 🤩 Vor uns türmten sich die drei gewaltigen Felsnadeln auf über deren untere Wände sich Wasserfälle direkt in den stahlblauen Gletschersee zu ihren Füßen ergossen. Hier windete es auch erstmals ein wenig und wir suchten uns ein geschütztes Plätzchen auf einem großen Felsen, wo der See in den Fluss mündete. Vor dieser einmaligen Kulisse ließen wir uns unser Vesper schmecken. 🥪 Leider wehte eine Böe den Deckel unserer Tupperdose ins Wasser und wir konnten ihn im Wasser unter den Felsen nicht wiederfinden. Vermutlich hatten ihn die Fluten direkt mitgerissen. So ein Mist! Falls also irgendjemand einen grünen, quadratischen Plastikdeckel finden sollte: Dieser gehört uns. 🙈🙉🙊🐵 Der Pausensnack gab mir merklich Energie zurück und so machten wir uns nach etwa 45 Minuten Rast an den Abstieg. Bis dahin waren wir übrigens viereinhalb Stunden unterwegs gewesen und hatten 11,3 km sowie sage und schreibe 980 Höhenmeter hinter uns gebracht. Die exakt gleiche Strecke mussten wir nun noch einmal gehen wobei sich der Rückweg, bei dem es nur noch 260 Höhenmeter zu bewältigen galt, nicht zuletzt deshalb einfacher gestaltete. Außerdem legte ich zwei kurze Snackpausen ein und so kamen wir gegen 20 Uhr zwar müde und ausgepowert, aber glücklich und voller schöner Eindrücke wieder an unserem Zuhause 🚐 an. Die Fußsohlen brannten und auch die Muskeln schmerzten nach den 23 zu Fuß absolvierten Kilometern. Deswegen gab es an diesem Abend nur noch einen schnellen, fertigen Asia-Nudelsnack sowie zwei Kekse bevor wir direkt in die Federn fielen. 😂

Auf eigene Faust in den Nationalpark
Nationalpark Torres del Paine
Start der Wanderung zur Basis der „Torres“
Blick ins Tal auf den rauschenden Gletscherfluss
Das letzte Stück Aufstieg war mega anstrengend 😬
Aber die Strapazen haben sich gelohnt (über die Steilwände ergießen sich Wasserfälle in den See)
So sehen Helden aus 😅
Und ab geht’s wieder steil nach unten 🙈
Welch herrliche Landschaft
Ohne meine Stöcke hätte ich es vielleicht nicht gepackt

Da unsere Muskeln und Füße von der langen Vortageswanderung noch etwas schmerzten, verbrachten wir den Sonntag relativ bewegungsarm in unserem Van auf dem Wanderparkplatz. Hier hatten wir, zu Füßen der „Torres del Paine“, auch eine sehr ruhige Nacht verbracht. Simon nutzte die Zeit um weitere YouTube Videos zu erstellen und ich benötigte eine ganze Weile, um die Erlebnisse der vergangenen zwei Tage für den Blog zusammenzufassen. 😄 Das Wetter spielte erneut richtig gut mit, wenngleich es ein wenig bewölkter war als die Tage zuvor. Dafür war es mit 21°C noch wärmer und nachmittags wurde es fast ein bisschen schwül. Prompt meldete sich leider auch mein Heuschnupfen mit sämtlichen Symptomen. 🤧 Am Abend rollte ich dann noch seit längerem mal wieder die Yoga-Matte aus und genoss die Zeit für mich in dieser herrlichen Kulisse. 💕

Was für ein herrlicher Stellplatz

Am Montag fühlten wir uns wieder fit genug für eine weitere, aber deutlich kürzere sowie einfachere Wanderung. Es schien erneut die Sonne aber diesmal war der patagonische Wind in all seiner Härte wieder deutlich spürbar. 🌬 Zum Glück war es sowohl während unserer Tageswanderung als auch während unserer Tagestour super windstill. Nach dem wir gefrühstückt hatten verließen wir unseren Stellplatz und fuhren einige wenige Kilometer die Schotterpiste entlang bis zum „Mirador Laguna Larga“. Auf der Fahrt dorthin konnte ich tatsächlich einen ausgewachsenen, prächtigen Puma entdecken der ganz entspannt durch die Graslandschaft schlenderte. 😮 Wir stellten unseren Bus am Aussichtspunkt ab von wo aus ein kleiner Trampelpfad durch die hügelige Graslandschaft führte und immer wieder herrliche Blicke auf die Berge sowie die Gletscherlagunen feilbot. Entlang des Weges wuchsen auch einige „El Calafate“ Sträucher deren Beeren sowohl in Farbe als auch in Form der Heidelbeere ähneln. Allerdings haben sie viele Kerne und ich habe wohl keine einzige reife, süße Beere erwischt. Meine schmeckten alle säuerlich. 😣 Außerdem konnten wir wieder zahlreiche Guanacos erblicken. Bis zum Ziel der Wanderung, dem „Mirador Nordenskjöld“, waren es etwa dreieinhalb Kilometer. Und wie so oft: Sobald man sich etwas abseits der ausgetrampelten Pfade bewegt begegnet einem plötzlich keine Menschenseele mehr. 😊 Lediglich auf unserem Rückweg (leider gibt es hier im Nationalpark kaum Rundwege) trafen wir auf eine Busgruppe die sich gerade ein paar Meter vom Aussichtspunkt in Richtung Wanderweg entfernt hatte. Zurück am Bus windete es immer noch recht heftig weswegen wir einige Kilometer weiter bis zu einem der Eingänge in den Nationalpark fuhren. Dort fanden wir vor dem Ranger- bzw. Toilettenhaus etwas Schutz vor dem Wind. Nach der Kaffeepause nutzten wir noch einmal die Zeit um an den Laptops zu arbeiten bevor es abends auf Simons Wunsch hin mal wieder Thunfisch-Pizza gab. 🍕

Zweite Wanderung im Nationalpark
Da hält jemand Wache
Auf dem Weg zum „Nordenskjöld“
Der Rest der Familie?! 🤔
Geschafft 😂

Da es am Dienstag erneut super windstill war und abermals die Sonne von einem strahlend blauen Himmel schien blieben wir noch einen Tag länger im Nationalpark. Zumal ein weiterer Tag Pause willkommen schien und es bis zu unserem nächsten Ziel „El Calafate“ (übrigens wieder auf argentinischer Seite) wieder rund 400 km zu fahren gilt. Wir verbrachten den Tag, mit Ausnahme eines kurzen Spaziergangs zum „Lago Sarmiento“, auf dem kostenfreien Parkplatz vorm Nationalparkeingang wo wir bereits die Nacht verbracht hatten. Simon stellte zwei weitere YouTube Videos fertig und ich nutzte den Augenblick, um fürs Frühstück selbstgemachte Vollkornbrötchen sowie für den Nachmittagskaffee saftigen Pfirsichkuchen im Omnia zu backen. Außerdem war es mal wieder an der Zeit neue Spanisch-Vokabeln rauszuschreiben und diverse Fotos wollten für die kommenden Insta-Beiträge bearbeitet werden. 📷 Ansonsten genossen wir einfach das bombastische Wetter sowie die Aussicht auf die Berge. 🌤🌄😎 Am Abend wurden wir, unerwarteterweise, freundlich aber sehr bestimmt vom Ranger des Platzes verwiesen. Scheinbar darf man auf jedem der Stellplätze innerhalb des Nationalparks nur eine Nacht verbringen. Wir wussten jedoch nichts davon und es stand auch nicht auf dem Aushang am Eingang. 🤨 So blieb uns also nichts anderes übrig, als nach unserem Abendessen noch ein paar Kilometer weiter zu fahren. Wir fanden unweit einen noch viel schöneren Stellplatz an einem Aussichtspunkt, von wo aus wir eine herrliche Sicht auf die untergehende Sonne vor dem „Lago Sarmiento“ sowie den Bergketten des Nationalparks hatten. 👍

Frische, lauwarme Brötchen zum Frühstück 😋
Traumkulisse 🥰
Blick aus dem Heckfenster (vom Bett aus!)
Sonnenuntergang 🌅 über dem Lago Sarmiento

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

P.S.: Wenn euch unser Blog gut gefällt (was ich sehr hoffe) dann freuen wir uns über jedwede noch so kleine oder große Spende in unsere Kaffee- oder Dieselkasse als kleines Dankeschön und Anerkennung unserer Arbeit. ☕⛽🚐 

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NEW BLOG POST 🇦🇷 🇨🇱 (28.12.2022 – 05.01.2023) Ushuaia – Puerto Natales

Am Mittwoch schliefen wir gemütlich aus und hatten morgens wieder einen schönen Blick auf die verschneiten Berge. Ich wollte uns im nahegelegenen Supermarkt Eier fürs Frühstück kaufen aber scheinbar wurden diese vor Weihnachten alle aufgekauft. In keinem der Supermärkte waren welche erhältlich. 😕 Also kaufte ich stattdessen noch einmal beim Bäcker von den leckeren Croissants und unseren Toast aßen wir eben ohne Frühstücksei. Nach dem es vormittags noch leicht regnete wurde es gegen Mittag trocken und wir konnten noch die Promenade entlang spazieren. Wir schauten uns in der Touristen-Information um und konnten dort unsere Reisepässe noch mit ein paar verschiedenen „Ushuaia“ Stempeln verschönern. Von dort ging es weiter zu einer Tankstelle mit gutem und schnellem WLAN. An dieser konnten wir die drei zwischenzeitlich fertiggestellten YouTube Videos sowie den neuen Blog-Beitrag hochladen. 😛 Zurück in unserem kuschelig warmen Van duschte ich noch in Ruhe bevor wir uns eine geschlagene Stunde, wohlgemerkt bei sehr frischem Wind, vor dem Restaurant „El Marino Viejo“ anstellten. Wir hatten die Tage zuvor von unserem Parkplatz aus immer wieder Warteschlangen vor deren Tür gesehen und daraus den Rückschluss gezogen, dass das Essen dort wohl sehr gut sein muss. Und wir wurden in der Tat nicht enttäuscht. Wir wollten auf jeden Fall die lokale Delikatesse „Königskrabbe“ essen. 🦀 Da wir allerdings keine Lust auf das Herauspulen des Krebsfleisches hatten, und auch nicht die ganze Zeit mit der Schere herumhantieren wollten um an das Essbare zu gelangen, entschieden wir uns stattdessen für ein Tellergericht. Wir bestellten Krebsfleisch mit Garnelen in einer roten Salsa und bekamen beide in kürzester Zeit eine sehr üppige Portion serviert. Dazu bestellten wir noch ein Schälchen gelben Safran-Reis wobei die Baguette-Beilage vermutlich auch gereicht hätte. Es war nämlich bereits kurz vor 22 Uhr als wir unser Abendessen erhielten. Entsprechend hungrig waren wir und stürzten uns direkt auf das als Appetizer und Beilage gereichte Baguette mit Remoulade. 😅 Preis-Leistung stimmt in diesem Lokal auf jeden Fall und rechtfertigt den Andrang, mit dem das Personal und die fixe Küche aber sehr gut umzugehen weiß. Wir hätten uns gerne noch mit unseren Container-Buddys zum Plaudern und Essen getroffen aber leider stand bei ihnen schon die Weiterreise an und wir waren die Tage zuvor isoliert im Nationalpark. Schade drum aber ganz bestimmt wird sich die Möglichkeit irgendwann bieten falls sich unsere Wege wieder kreuzen sollten. Von unserem Restaurant-Tisch am Fenster aus konnten wir gut das „Hurtigruten-Express“ Kreuzfahrtschiff beim Anlegen beobachten (welches sogar Hybrid betrieben war) und uns am Folgetag sage und schreibe neun große Reisebusse auf unserem Parkplatz bescheren sollte. 😮

Das Anstehen hat sich gelohnt 😛
Nachtisch geht immer 😃

Donnerstags war das Wetter wirklich miserabel. Es regnete den ganzen Tag über und die Sonne ließ sich nicht ein einziges Mal blicken. So verbrachten wir fast die ganze Zeit im warmen und gemütlichen Bus. Diesen verließen wir am Nachmittag während einer Regenpause nur für einen kurzen Spaziergang durchs Zentrum und zum Supermarkt (wo es heute wieder Eier gab). Leider sind die Wetteraussichten für die kommenden Tage sehr ähnlich… Es soll oft bewölkt mit hoher Regenwahrscheinlichkeit sein. Wobei es hier meist gar nicht viel regnet, sondern eher fein nieselt. Aber bei den mitunter starken sowie böigen Winden fühlt es sich doch sehr kalt und unangenehm an. Die Antarktis ist eben nicht mehr weit entfernt… 🏔 So rau und stürmisch das Wetter hier auch ist, so faszinierend ist zugleich die dadurch geformte Landschaft. Trotzdem hoffen wir für unsere baldige Weiterfahrt auf Besserung da unser nächstes großes Ziel der Nationalpark „Torres del Paine“ in Chile sein soll. Natürlich würden wir die „Torres“ (= Türme) wahnsinnig gerne sehen wollen und wandern macht bei trockenem und sonnigen Wetter definitiv auch mehr Spaß. Auf Grund der Wetterlage haben wir uns dazu entschieden, dass wir uns am Silvesternachmittag drei Stunden „Day Spa“ in einem 5* Hotel in „Ushuaia“ gönnen werden. In der Sauna und im Whirlpool kann es uns dann egal sein ob es draußen Katzen hagelt. 😝

Blick auf den Hafen

Der Freitag verlief ähnlich unspektakulär wie der Donnerstag. Vormittags war es immer noch regnerisch und es blies ein sehr starker, eiskalter Wind. 🥶 So beschränkten wir uns erneut auf einen längeren Spaziergang zum Shopping-Center und nichts tun zu ist ja auch mal schön. Ich recherchierte noch ein wenig im Reiseführer die weitere Route und, wirklich ganz toll, wir hatten hier auf unserem zentralen Parkplatz super guten Radioempfang! 📻 Wenn mir eine Sache tatsächlich fehlt dann ist es Radio. Während unserer Überlandfahrten haben wir nämlich NIE Empfang und die immer gleichen, heruntergeladenen Lieder will man ja auch nicht hören. 😕 Deswegen war es wirklich schön sich mal wieder den ganzen Tag lang mit guter Musik berieseln zu lassen. Vor unserem Van trafen wir dann noch auf ein Ehepaar aus Karlsruhe-Hagsfeld denen selbstverständlich unser KA-Kennzeichen nicht entgangen war. Die beiden sind aktuell mit einer Reisegruppe per Bus- und Flugzeug unterwegs und wir unterhielten uns eine ganze Weile nett mit ihnen. Scheinbar gaben sie die Info an ihre Reisegruppe weiter denn in der Folge hörten wir immer mal wieder: „Ach schau – da sind die Karlsruher!“. 🤣

Und wieder pfeift der Wind 💨
Blick auf Ushuaia und den Beagle Kanal bei Tag…
… und Ushuaia bei Nacht

Silvester verbrachten wir ebenfalls noch in „Ushuaia“. Wir schliefen in Ruhe bis 10 Uhr aus und wenn ihr euch jetzt fragt, warum wir bitte die ganze Zeit so lange schlafen: Ich glaube, das liegt aktuell an den langen Tagen hier weswegen wir derzeit meist erst gegen 24 Uhr schlafen gehen. 😴 Außerdem stand heute außer chillen im Spa nichts weiter auf dem Programm so dass wir es ganz gemütlich angehen konnten. In der Touri-Info checkten wir noch einmal sämtliche Nachrichten auf den Handys bevor wir uns auf den Weg zum Hotel „Los Cauquenes“ machten. Wir hatten uns für den zweiten Slot von 14 bis 17 Uhr entschieden und dies war wirklich die aller beste Idee die wir für diesen Tag auch nur haben konnten. 😍 Der Wellnessbereich des 5* Hotels war zwar klein aber fein. In den Umkleidebereichen gab es je eine kleine Sauna für Damen und eine für Herren. Im Innenbereich befand sich der angenehm temperierte Swimmingpool mit herrlichem Blick auf den Beagle Kanal und die dahinter liegenden Berge sowie ein Whirlpool. Im Außenbereich auf der Terrasse gab es neben Liegen zwei weitere, 40°C warme Blubberpools und wir hatten einen stets ganz für uns alleine. Es war wirklich traumhaft schön, in dem warmen Wasser zu entspannen während es um einen herum nieselte und wolkenverhangen war. Und dabei noch die tolle Aussicht – was will man mehr! Vermutlich wird der Wellnessbereich zu diesen Uhrzeiten kaum von den Hotel-, sondern nur von den Day Spa-Gästen genutzt weswegen wir max. zu acht waren. ☺ Während ich so auf meiner Liege lag und aufs Meer blickte hatte ich ein wenig Zeit um die letzten Monate zu reflektieren und mein Fazit ist eindeutig: Wir haben ALLES richtig gemacht. 💕 Im Ruhebereich stand die ganze Zeit über Wasser sowie verschiedene Tees zur Verfügung und auch an den Äpfeln durfte man sich bedienen. Kurz vor Ablauf der Zeit bekamen wir dann noch je zwei leckere Sandwiches und einen Softdrink serviert und das alles in allem für ca. 27 € pro Kopf. 👍 Entspannt, frisch geduscht und geföhnt (juhu!) fuhren wir danach zu einem neuen Stellplatz am Flughafen von „Ushuaia“. Von dort oben aus hatten wir eine super Sicht auf die Stadt, die dahinterliegenden Berge sowie einen Teil vom Beagle Kanal. Wir entschieden, die Silvesternacht dort zu verbringen da wir die kleine Hoffnung hatten eventuell doch noch ein Feuerwerk sehen zu können. Übrigens standen hier am Flughafen alle Autos im Freien, dafür aber völlig kostenlos! 😯 Bei uns bezahlt man alleine fürs Ein- und Ausladen am Flughafen schon gefühlt 20 € Parkgebühr für 20 Minuten… Wir kochten gemeinsam ein schnelles, sehr leckeres kleines Dreigangmenü. Als Vorspeise gab es Guacamole mit Nachos, zum Hauptgang Fajitas mit Hackfleisch-Gemüse-Füllung und als Dessert Schokoladen-Fondue mit Obst. 😋 Das Feuerwerk um Mitternacht fand, wie schon vermutet, leider nicht statt aber dafür durften wir zuvor noch einen prachtvollen Regenbogen bewundern. 🌈 Kurz nach dem wir eingeschlafen waren wurden wir von heftigsten Winden im wahrsten Sinne des Wortes wachgerüttelt. Als hätte jemand einen Schalter umgelegt! An weiterschlafen war bei dem Wanken leider nicht zu denken so dass wir mitten in der Nacht den Stellplatz wechselten und zurück an den Hafen fuhren, wo wir bereits die vergangenen Nächte verbracht hatten.

Innen-Pool
Außen-Whirlpools
Und eine traumhafte Aussicht 😍
Time to relax 😌
Unser Silvester Menü
Kein Feuerwerk aber dafür ein toller Regenbogen 🌈

An Neujahr schossen wir den Vogel ab und schliefen sogar bis 11 Uhr. Wobei sich das für einen Neujahrmorgen ja auch eigentlich so gehört. 🤣 Nach dem späten Frühstück verabschiedeten wir uns nach über einer Woche von „Ushuaia“ und fuhren zur Tankstelle am Ortsausgang. Dort tankten wir noch einmal voll und füllten gleichfalls unseren Wassertank auf. Außerdem konnten wir dank des dortigen WLANS unsere Lieben anrufen. 🥰 So sehr ich diese Medien auch manchmal verfluche, weil sie mich oft einfach stressen, so sehr bin ich auch zugleich dankbar für sie. Denn so könnt ihr nicht nur fast live unsere Reise miterleben, sondern wir können auch problemlos telefonieren und der Clou dabei: Es kostet keinen Cent! Wie viele Münzen hat man dafür früher in Telefone werfen müssen und hatte noch dazu eine oft schlechte Verbindung?! 🙈 Bis wir mit allem fertig waren war es bereits nach 15 Uhr. Da der Himmel an diesem Tag aber nicht ganz so wolkenverhangen war wie die Tage zuvor und es nur ab und an leicht nieselte entschieden wir uns trotzdem noch für eine Wanderung. Etwa 15 km außerhalb der Stadt liegt die „Laguna Esmeralda“. Zu dieser führte ab dem dortigen Parkplatz ein etwa 4,5 km langer, gut ausgeschilderter Wanderweg. Wobei dieser auf Grund des beständigen Regens der letzten Tage eine wahre Schlammschlacht darbot. 😕 Auf dem Weg trafen wir auf ein jüngeres Pärchen aus Berlin mit dem wir uns während des Wanderns ein Weilchen unterhielten. Wie mittlerweile gewohnt wurden wir immer mal wieder leicht nass aber zum Glück regnete es nur schwach so dass wir die Regenjacken im Rucksack lassen konnten. Der Blick auf die Lagune bot ausreichend Entschädigung für die schlechten äußeren Umstände denn der Name ist hier tatsächlich Programm. Das vom Gletscher herabfließende Wasser verleiht der Lagune die surreale Eisgletscherbonbonfarbe. 🧊 Für einen kurzen Moment lang ließ sich auch die Sonne blicken so dass die Farbe noch besser zur Geltung kam. Von dort aus stapften wir durch den Matsch zurück in Richtung Parkplatz. Es ging erneut entlang des rauschenden Gletscherbaches, über Bohlen und Stege sowie in Teilen auch durch dichten Wald. Als wir fast am Ende des Weges angelangt waren konnten wir an dem großen Biberbau mit etwas Geduld dann tatsächlich auch noch einen ausmachen. 😃 Ich hätte niemals gedacht, dass Biber so groß und vor allem so fett sind! Leider habe ich kein Foto für euch, weil das Tier doch recht weit entfernt war aber ihr dürft euch schon jetzt auf die Videofolge freuen. Simon konnte ihn mit der Kamera nämlich ganz gut einfangen. Kurz vor 20 Uhr gelangten wir dann wieder am Van an. Wir fuhren noch knapp 70 km weit bis zu dem Stellplatz am „Lago Fagnano“ an welchem wir bereits auf der Hinreise eine Nacht standen. Dort angekommen wärmten wir unsere mexikanischen Essensreste vom Vortag auf bevor wir es uns mit einer weiteren Folge von „7 vs. Wild“ im Bett bequem machten. 😊

Neujahrswanderung zur „Laguna Esmeralda“
Seht ihr den Biber-Bau??? 🦫
Über Bohlen und Stege, aber hauptsächlich durch Matsch 🙈
An der Gletscherlagune angelangt 🤩

Die Nacht am See war erstaunlich ruhig obwohl wir morgens wieder von heftigsten Winden wachgerüttelt wurden. Auf der Wasseroberfläche tanzten mitunter ziemlich hohe Wellen so dass man glatt hätte meinen können man sei am Meer. Wir arbeiteten noch eine Weile an den Laptops und brachen nach unserem Müsli-Frühstück auf in das nahegelegene Örtchen „Tolhuin“. Von anderen Reisenden hatten wir den Tipp bekommen, dass wir dort unbedingt in der berühmten Bäckerei „La Union“ vorbeischauen sollten. Gesagt, getan! Allerdings waren wir sowohl von dem Ambiente, dass eher an eine Cafeteria in einem Bahnhof oder Flughafen erinnerte, als auch von den Backwaren eher enttäuscht. Vielleicht hatten wir uns aus der üppig bestückten Auslage aber auch einfach nur das Falsche ausgesucht. 🤷‍♀️ Nach unserer Kaffeepause fuhren wir, begleitet von sehr starken Windböen, noch knapp 180 km bis zur argentinischen Grenze bei „San Sebastian“. An der Tankstelle dort hatten wir ebenfalls schon bei unserer Hinreise übernachtet. Auf Grund der bis zu 80 km/h starken Böen war der Haupteingang zur Raststätte geschlossen und wir mussten durch den geschützteren Seiteneingang eintreten. Dort erfuhren wir, dass die Fähre (logischerweise) derzeit wegen des Windes nicht verkehrt und die Wetterprognose für morgen wohl noch schlechter sei. 🌬 Zum Glück hatten wir es nicht wirklich eilig und konnten uns so seelisch und moralisch schon einmal auf den kommenden Tag vorbereiten.

Der „Lago Fagnano“ vor dem Sturm

Nachts flachte der Wind, der uns am Abend noch ordentlich durchgepustet hatte, glücklicherweise deutlich ab so dass wir gut schlafen konnten. Erst gegen 5 Uhr am Morgen begann der Van wieder zu wanken. Dafür strahlte die Sonne von einem super blauen Himmel. Kein Wunder! Solchen Winden können nicht einmal die dicksten Regenwolken trotzen. 🤣 Wir kuschelten uns noch ein paar Stündchen im warmen Bett ein bevor ich dieses, nachdem die gegen später eingeschaltete Standheizung unseren Innenraum etwas aufgewärmt hatte, für die Morgenroutine verließ. Nach dem ich mich angezogen und frisch gemacht hatte hieß es Kaffee- und Teewasser aufsetzen. Wie jeden Morgen. 😄 Wir frühstückten dort noch um vor dem anstehenden Grenzübertritt das restliche Obst zu verwerten. Danach ging es auf zum argentinischen Grenzposten welcher sich direkt neben der Raststätte befand. Wie erwartet verlief das bekannte Grenzprozedere dort sehr zügig und kurz darauf konnten wir an die chilenische Grenze weiterfahren. Dort angekommen reihten wir uns erneut in die Warteschlange im Grenzhäuschen ein. Hier funktionierte das örtliche WLAN erstaunlicherweise ganz gut so dass wir das zwingend notwendige Einreise-Formular sogar Online ausfüllen konnten. 💻 Auch hier mussten wir nicht wirklich lange warten bis wir an die Reihe kamen. Wir erhielten je einen Stempel in unsere Reisepässe sowie das neue „TIP“ für unseren Van bevor wir an der Grenze vorfuhren. Auf die Frage hin, ob wir „verbotene“ Dinge dabei hätten händigte ich dem Grenzbeamten durch das Seitenfenster unsere halbe Zwiebel sowie den Rest der Knoblauchknolle aus. Daraufhin winkte er uns, zu meinem Erstaunen, direkt ohne weitere Blicke in den Innenraum durch. 😃 So konnten wir die Fahrt, begleitet von anhaltend starken Winden, bis an die Magellan-Straße fortsetzen. Da uns während dessen nur sehr wenige Autos entgegenkamen dachten wir uns bereits, dass der Fährverkehr nach wie vor eingestellt sei. Dort angelangt bestätigte uns dies dann auch die ca. 2 km lange Autoschlange vor der Fähre. So reihten wir uns als letztes Glied in die Schlange ein und genossen den großen Vorteil, einfach nach hinten in unsere „Wohnung“ umsteigen zu können. Ganz im Gegensatz zu den PKW-Insassen oder, noch schlimmer, den zahlreichen Motorradfahrern. 😕 Am Nachmittag kam plötzlich Leben in die Warteschlange und in der Ferne konnte ich die erste Fähre erblicken. Tatsächlich hatte sich der Wind gelegt und nach rund fünf Stunden Wartezeit konnten wir dann kurz vor 20 Uhr doch noch auf die Fähre auffahren. 🥳 Wobei uns die Warterei gar nicht so lange vorkam, unter anderem dank eines super spannenden Krimi-Hörbuchs. Die Überfahrt gestaltete sich glücklicherweise sehr ruhig und nach etwa 20 Minuten gelangten wir auf der anderen Seite an. Von der Anlegestelle aus fuhren wir noch ungefähr 40 Kilometer bis zu einem Stellplatz an einem Kiesstrand. Dieser lag direkt unterhalb der Straße aber dennoch außer Sicht- und Hörweite. 👍 Wir genossen noch kurz den Ausblick auf den ruhigen Pazifik (genau – wir befinden uns nicht mehr am Atlantik!) bevor wir glücklicherweise nur noch ein paar Nudeln zu unserer restlichen mexikanischen Bolognese abkochen mussten. Mittlerweile war es nämlich schon halb zehn. 🌙

Wir haben es dann doch noch nach Chile geschafft

So ruhig wie es bei unserer Ankunft am Abend auch war, so stürmisch wurde es leider wieder am frühen Morgen. Als Außenstehender kann man sich wahrscheinlich nur schwer vorstellen wie heftig der Wind am Van zerrt aber unser armer Bussi wird mitunter wirklich übel durchgerüttelt und geschüttelt. Wir können nur hoffen, dass nicht irgendwann die ein oder andere Befestigung darunter leiden wird. 😰 Nach einer Tasse Kaffee brachen wir dann auf und fuhren nach „Punta Arenas“. Rückblickend hätten wir uns den Umweg von 100 km getrost sparen können. Die Stadt bietet nichts was man gesehen haben muss. Zumal wir, an unserem ersten richtigen Tag in Chile, sowieso eher mit Banalitäten wie Geldbeschaffung und Lebensmitteleinkäufen zu tun hatten. Ersteres klappte relativ schnell und wir hatten bereits beim dritten Geldautomaten Erfolg. Letzteres gestaltete sich etwas schwieriger da wir im Ersten von uns aufgesuchten „Unimarc“ Supermarkt echt geschockt waren von den hohen Preisen. 😯 Nach zwei weiteren, erfolglosen Anläufen in großen Gemischtwarenläden wo es hauptsächlich Trockennahrung bzw. Süßwaren gab landeten wir letztlich doch wieder in einem „Unimarc“. Unsere Rechnung belief sich am Ende des Tages auf stolze 40 € und wir haben weder viel noch Vorräte eingekauft. Na das kann ja ein Spaß werden in Chile… Ehe wir uns versehen konnten neigte sich der Tag auch schon dem Abend zu und wir suchten einen ganz netten Stellplatz etwas außerhalb der Stadt auf. Dieser Befand sich im weitläufigen „Parque Chabunco“ mit vielen Bäumen, die uns Schutz vor eventuell aufziehendem Wind bieten konnten, sowie zahlreichen Grillstellen. Da meine Laune an diesem Tag nicht die aller Beste war übernahm Simon das Kochen. Irgendwie war der Tag heute anstrengend, mit den diversen Supermarktbesuchen etwas nervig und außerdem hatte ich bis auf ein super spätes Müsli-Frühstück um 13 Uhr sowie ein paar Keksen noch nichts gegessen. Unterzuckert bin ich leider wirklich unausstehlich was mir echt leid tut. Dazu noch der schlechte Schlaf, es sei mir verziehen! 🙈

An der Promenade in „Punta Arenas“
Blick hinter den Schriftzug
Der Friedhof in „Punta Arenas“ mit seinen Mausoleen

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag regnete es und als ich morgens den Rollo unserer vorderen Dachluke aufzog war dieser leider feucht. 😰 Simon montierte daraufhin die Verkleidung ab und wir konnten, glücklicherweise, weder feuchtes Dämmmaterial noch Holz entdecken. Das ist schon mal positiv wobei wir so natürlich auch nicht feststellen können, woher das Wasser kommt. So oder so werden wir vermutlich nicht darum herum kommen auch diese Dachluke neu zu verkleben. 😕 Nach dem wir gefrühstückt hatten machten wir uns auf den Weg in das ca. 250 km entfernt liegende „Puerto Natales“. Dort angekommen schauten wir uns erst einmal in dem kleinen Örtchen um. Hier herrschte eine entspannte Backpacker-Szene da der Ort als Tor in den nahegelegenen Nationalpark „Torres del Paine“ dient. Dementsprechend sah auch die Hotel-, Restaurant- und Café-Meile aus. Auch die Häuser hier, welche aus Wellblech und Holz gefertigt sind, versprühten jede Menge Charme. Hinzu kam noch die schöne Aussicht raus auf den Fjord, die vielen schwarzgehalsten Schwäne und die dahinterliegenden, zum Teil schneebedeckten Gipfel und Gletscher des Nationalparks. 😍 In einem der zahlreichen Cafés tranken wir am Nachmittag leider einen denkbar schlechten Espresso aber dafür war das Internet dort umso besser. 😅 Die Nacht verbrachten wir auf einem Parkplatz direkt am Ufer, ganz in der Nähe des Kunstwerks „El Mano“ (= die Hand). Diese sah 1:1 aus wie „die Hand im Sand“ in Punta del Este, Uruguay. Möglicherweise stammt sie von dem gleichen Künstler?! Dort wird auch der Startpunkt für unseren Ausflug in den Nationalpark sein wovon ich euch dann im kommenden Blog berichten werde. 😉

Kunstwerk „El Mano“ in „Puerto Natales“
Hier kann man schon den Nationalpark erahnen
An der Promenade in „Puerto Natales“

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.