NEW BLOG POST 🇨🇱 (18.03. – 26.03.2023) NP Conguillio – NP Radal Siete Tazas

Irgendwie schaffen wir es mittlerweile, zu unserem eigenen Erstaunen, selbst an nicht gerade geräuscharmen Orten wie beispielsweise einer Autobahnraststätte bis halb zehn zu schlafen. 😅 Erschrocken über uns selbst beeilten wir uns nach dem Kaffee und vor dem Frühstück direkt aufzubrechen. Schließlich hatten wir für diesen Tag Tickets für den Nationalpark „Conguillio“ erworben und laut der Homepage ist die Einfahrt in Selbigen nur bis 14 Uhr gestattet. Dank der durchweg asphaltierten Straße kamen wir pünktlich um ein Uhr mittags dort an. Nach dem wir endlich unser Müsli zu uns genommen hatten machten wir uns auf den gerade einmal 800 Meter langen Rundweg zur Kaskade „Truful Truful“ und dem gleichnamigen Canyon. Beeindruckend waren die vielschichtigen und verschiedenfarbigen Gesteinsschichten an dessen Steilhang. Anschließend passierten wir, nach dem wir dem Ranger die Tickets vorgezeigt hatten, die Einfahrtsschranke und fuhren weiter in den Park hinein. Es ging durch riesige Lavafelder welche vom nahen Vulkan „Llaima“ stammen. Dieser brach, soweit ich weiß, zuletzt im Jahr 2008 aus. Wir stoppten an der gar nicht mal so schönen „Laguna Verde“ und mussten kurz vorher, nach einem ungewohnt lauten Geräusch während der Fahrt leider feststellen, dass unser erst kürzlich reparierter Stoßdämpfer schon wieder das Zeitliche gesegnet hatte. Scheinbar hatte der extra für uns konstruierte Bolzen der hohen Last wohl doch nicht dauerhaft standgehalten. 😰 Immerhin hatte uns der nette Mechaniker „Diego“ damals bereits die original Renault Teilenummer mit auf den Weg gegeben. Damit werden wir wohl als nächstes, sobald wir in „Temucu“ angekommen sind, eine Werkstatt aufsuchen müssen. 🙄 Zum Trost fanden wir auf dem Weg zur Lagune aber zahlreiche, reife Brombeeren von denen wir eine ganze Schüssel voll pflückten. Am späten Nachmittag umrundeten wir noch die „Laguna Arcoiris“ was zu Deutsch „Regenbogenlagune“ bedeutet. Tatsächlich schimmerte das unglaublich klare Wasser je nach Lichteinbruch in den verschiedensten Farben des Regenbogens. 🌈 Am Parkplatz der Lagune verbrachten wir dann auch eine einsame und ruhige Nacht.

Einfahrt in den NP „Conguillio“
Wasserfall „Truful Truful“
Hier sieht man gut die vielen Gesteinsschichten
Lavafelder ohne Ende
Die Regenbogen Lagune 🌈
Fette Beute 😛

Wir wurden glücklicherweise nicht vom Ranger verscheucht und wechselten am nächsten Morgen den Parkplatz, in dem wir rund 3 km weiter bis zum Wanderparkplatz des „Sendero Sierra Nevada“ fuhren. Dort packten wir nach dem sehr leckeren Frühstück (es gab Joghurt mit den frisch gepflückten Brombeeren) unsere Rucksäcke und schnürten die Wanderstiefel. Der schmale Weg war gut ausgeschildert und führte sanft ansteigend über wenige Wurzeln an zwei Aussichtspunkten vorbei hinauf bis zum finalen „Mirador“. Diesen erreichten wir knapp 500 Höhenmeter und zweieinhalb Stunden später. Anfangs ging es durch dichten Wald, welcher hauptsächlich aus feinblättrigem Bambus sowie Rhododendren ähnlichen Gewächsen bestand. Je weiter wir kamen umso lichter wurde der Wald und immer mehr der mächtigen „Araukarien“ tauchten auf. Nicht nur die Baumkronen, auch die schuppenartige dicke Rinde der Bäume versetzt einen direkt in eine „Jurassic Park“ Kulisse. Die Sonne lachte von einem strahlend blauen Himmel so dass wir beste Sicht auf den „Lago Conguillio“ und den seit vielen tausend Jahren schlummernden, rot leuchtenden Vulkan „Sierra Nevada“ hatten. Wir konnten uns kaum sattsehen und hielten alle paar Meter an um Fotos zu schießen. 😅 Etwas weiter entfernt konnten wir dann sogar noch einen weiteren Vulkankegel ausmachen dessen Kuppe sogar mit Schnee bedeckt war. Nach ausgiebiger Rast und genüsslichem Vesper am Ende des Weges begaben wir uns auf gleichem Wege die 6,5 km wieder zurück zum Auto. Wir fuhren noch ein kurzes Stück bis zu einem großen Parkplatz direkt am See, dessen Wasserstand allerdings jahreszeitbedingt relativ niedrig war. Dort verbrachten wir eine super ruhige, wenngleich auch klirrend kalte Nacht. So kamen wir in den Genuss des bis dato klarsten und sternenreichsten Himmels auf unserer Reise aber auch nur sieben Grad im Van am nächsten Morgen. 🥶

Blick auf den „Lago Conguillio“
Am Ende des Weges angelangt
Hier sieht man gut die „Araucarien“ Bäume
Simon mit seinem Fundstück (eine nagelneue Mütze)
Der Vulkan „Sierra Nevada“
Schön war’s

Als die Sonne am späten Vormittag höher am Himmel stand und die Temperaturen somit angenehmer wurden rollte ich seit geraumer Zeit mal wieder die Yogamatte aus. Nicht nur, weil es mir einfach gut tut sondern auch, weil ich in den letzten Tagen immer mal wieder über Rückenschmerzen zu klagen hatte. Nur Laufen ist auf Dauer halt wohl doch nix… 🙈 Zum Frühstück gab es von dem halben Laib Butterkäse (stolze 500 g schwer), welchen wir an einem Straßenstand für gerade einmal 4,50 € erworben hatten. 👍 Danach verabschiedeten wir uns langsam aber sicher von dem schönen Nationalpark. Zuvor liefen wir noch eine kleine Runde entlang des „Sendero Araucaria“ welcher uns erneut durch dichten Wald der Urzeitbäume sowie vorbei an einem kleinen, moosbewachsenen Wasserfall führte. Kurz vor der Ausfahrt umrundeten wir noch die „Laguna Captrén“ in deren Wasser sich er Vulkan „Sierra Nevada“ spiegelte. Außerdem konnten wir hier drei richtig große Spechte bei ihrer Arbeit beobachten. Der mitunter steile und noch feuchte Erdweg durch den Park verlangte unserem Van mal wieder so einiges ab. 😟 Wir mussten einmal sogar kurz zurücksetzen und Schwung holen um die Steigung zu meistern. Aber dank dem besten Busfahrer der Welt erreichten wir problemlos den nördlichen Parkausgang und schotterten noch ca. 30 km weiter (wohlgemerkt mit defektem linken Stoßdämpfer) bis wir endlich wieder auf einer asphaltierten Straße angelangten. Von da aus war es quasi nur noch ein Katzensprung bis zur auserkorenen Übernachtungsstätte: Einer weiteren „Copec“ Autobahnraststätte, diesmal jedoch in südlicher Richtung. Während der Fahrt kamen wir an zahlreichen, abgeernteten Kornfeldern vorbei von denen einige gerade brandgerodet wurden. Und dass trotz hoher Waldbrandgefahr sowie Eukalyptusbäumen entlang der Straße. Scheinbar kümmern die jüngsten, verheerenden wochenlangen Brände in Chile die Bauern wohl wenig. 😰

Im „Araucarien“ Wald 🌳
Spiegelsee mit Vulkan 🪞
Immer dieser Mützenabdruck! 🙈😅
Rückweg in die Zivilisation
(mit defektem Stoßdämpfer 🙈)

Diesmal war die Nähe zur Autobahn nicht zu leugnen und auch die an unserem parkenden Van vorbeirollenden LKWs sorgten für eine deutlich hörbare, permanente Geräuschkulisse. Trotz allem schliefen wir mehr oder weniger gut und freuten uns am Morgen neuerdings über eine ausgiebige, heiße Dusche an der Raststätte. Nach dem wir dort den neuesten Blogbeitrag sowie ein weiteres Video hochgeladen hatten machten wir uns auf in Richtung „Temuco“. In der „iOverlander“ App hatten wir von einem Händler in der Stadt gelesen, welcher anderen Reisenden auf Anhieb die passende Stoßdämpferaufnahme geboten hatte. Dementsprechend war dieser Laden, ein großer Schrauben- und Werkzeughändler, unsere erste Wahl. Einer der Angestellten nahm sich sofort Zeit für uns und lief sogar mit uns zum parkenden Van zurück um vor Ort Maß nehmen zu können. Zurück im Laden begab er sich sofort auf die Suche nach dem passenden Bolzen und kam mit den beiden jeweils längsten, vom Durchmesser her Passenden wieder zu uns. Wir waren uns nicht sicher, ob überhaupt einer davon passen würde woraufhin er ganz selbstverständlich meinte: „Gar kein Problem! Ihr nehmt jetzt einfach die beiden Bolzen inklusive der passenden Muttern sowie Unterlegscheiben mit und probiert ob eine davon passt.“ WOW… 🥰🥰🥰 Wieder einmal waren wir sehr berührt, sprachlos und tief beeindruckt von der großen Hilfsbereitschaft, aber vor allem dem grenzenlosen Vertrauen in die Mitmenschen. So machte sich Simon direkt ans Werk und ich kann euch freudestrahlend berichten, dass der längere Bolzen tatsächlich gepasst hat. Wir liefen zurück zum Laden, gaben den kleineren Bolzen mit Dank zurück und nahmen noch einen weiteren Großen als Ersatz mit. Alles in allem kostete uns der freundliche Service (inkl. Teile versteht sich) gerade einmal 7,50 €. 🤩 Beschwingt fuhren wir weiter zum nächsten „Lider“ Supermarkt (welcher tatsächlich zu WALMART gehört) um dort die Einkäufe für die kommenden Tage zu erledigen. Der danach angesteuerte Übernachtungsplatz innerhalb eines weitläufigen Parks erwies sich allerdings als untauglich, da die Einfahrt bereits um 17:00 Uhr schließt und wir deutlich später dran waren. Da die Zufahrtsstraße jedoch extrem ruhig aussah und sich noch dazu ein sehr modernes, von Securities bewachtes Museum dort befand beschlossen wir kurzerhand mal wieder am Straßenrand zu nächtigen.

Bester Laden überhaupt in Temuco! 👍🏻
„Temuco“ von oben
Stellplatz am modernen Museum

Am nächsten Vormittag liefen wir zu Fuß zum großen Marktgelände in „Temuco“. Die „Feria Pinta“ erstreckt sich über mehrere Blocks und bietet unglaubliche Mengen an knackfrischem und noch dazu sehr günstigem Obst sowie Gemüse. Auch eine Abteilung mit Fisch, Meeresfrüchten sowie Fleisch war vorhanden und am äußeren Rand verkauften Einheimische noch ein wenig alten Trödel. Wir schlenderten bestimmt eineinhalb Stunden durch die vielen Stände und deckten uns nebenbei mit frischen Lebensmitteln ein. Durch die Kastanienallee liefen wir wieder zurück und hier merkte man deutlich, dass der Herbst in großen Schritten nahte. Auf dem Boden lagen viele runde, glänzende Kastanien zwischen einigen Laubhafen und auch der Morgennebel hielt sich relativ lange bevor sich die Sonne durchsetzen konnte. Danach wurde es dann aber richtig warm und wieder am Van angelangt zogen wir uns erst einmal luftigere Kleidung an. Gegen Nachmittag stießen dann, auf unsere Empfehlung hin, erneut Timo und Alina zu uns. Die beiden hatten kurz nach uns den Nationalpark „Conguillio“ besucht und waren nun auf der Suche nach einem guten Stellplatz in der Stadt. Abends bekamen wir sogar noch weiteren Zuwachs von Max und Merle. Die beiden sind gute Bekannte von Timo und Alina da sie irrwitziger Weise im gleichen Flugzeug nach Montevideo saßen. Noch dazu reisen sie alias @anschnallenabfahrt ebenfalls in einem VW Crafter und auch wir hatten die zwei schon einmal flüchtig an Weihnachten in Ushuaia getroffen. Somit standen am späten Abend als einzige Fahrzeuge drei Vans mit deutschem Kennzeichen in der ruhigen Sackgasse. 😅 Max und Merle kommen aus Bremen und wir alle teilen das gleiche Ziel Alaska. Aktuell haben die beiden jedoch massive Probleme mit ihren Bremsen und auch der Turbolader bereitet scheinbar Sorgen. Irgendwie sitzen wir doch alle im gleichen Boot. 🙈 Als die kühle Nacht hereinbrach zogen wir uns zu sechst in die geräumige U-Sitzecke der Bremer zurück. Wir hatten einen sehr kurzweiligen, geselligen Abend und tauschten bei kaltem Dosenbier die ein oder andere Anekdote aus.

Frisches Obst & Gemüse in Hülle & Fülle
Aber auch viele Gewürze
Sowie Butterkäse
Und auch Fisch sowie riesige Muscheln 😯
Es wird unverkennbar Herbst 🍂
Die Vanlifer 😂

Als wir morgens aus den Federn stiegen befanden sich Max und Merle bereits auf dem Weg in die Werkstatt. Wir drücken den beiden ganz fest die Daumen, dass ihnen geholfen werden kann und sie ihre Weiterreise nach Santiago bald sorgenfrei antreten können. Mit den beiden Mainzern Timo und Alina liefen wir nach dem Frühstück noch einmal zum Markt, da die zwei diesen trotz unserer Wegbeschreibung am Vortag irgendwie verfehlt hatten. Gemeinsam bummelten wir noch einmal durch die Markthallen und wir kauften bei einem Fischhändler noch ein schönes, frisches Lachsfilet fürs Abendessen. 😋 Am frühen Nachmittag hieß es dann erneut Abschied nehmen wenngleich auch wahrscheinlich nur für kurze Zeit. Wir fuhren über die gut ausgebaute, zweispurige Autobahn Ruta 5 ca. 200 Kilometer gen Norden bis wir neuerdings an einer „Copec“ Raststätte angelangten. Da es in dem nächstgelegenen Ort abseits der Autobahn wohl schon Einbrüche in Camper gegeben hatte entschieden wir uns erneut für Tankstellenromantik. Da es relativ warm war ließen wir während des Kochens alle Türen auf und luden damit leider Unmengen an kleinen, schwarzen Fliegen zu uns in den Van ein. Und ihnen folgten mit Einbruch der Dämmerung, ehe wir uns versehen und die Türen schließen konnten, auch noch etliche Moskitos. 🙄 Ja, auch das alles ist Vanlife…

Wir erkunden erneut die Markthallen
Schönes Wandgemälde mit indigenen „Mapuche“
Und wieder heißt es Abschied nehmen
Tankstellenromantik 😅

Der Freitag war ein reiner Fahrtag. Wir fuhren ca. 280 km von unserem Übernachtungsplatz an der Autobahn bis in den Nationalpark „Radal Siete Tazas“. Die Schnellstraße ist zwar nicht günstig, dafür kommt man aber gut und schnell voran. Und im Gegensatz zu Deutschland auch völlig staufrei und ohne eine einzige Baustelle. 👍 Es ging durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet, entlang von Korn- und Maisfeldern, einigen Obstbaumplantagen und gegen später tauchten auch die ersten Weinreben sowie in der Ferne die Andenausläufer auf. In der nächstgrößeren Stadt „Curicó“ wäre an diesem Wochenende sogar eines der größten Weinfeste Chiles gewesen. Da wir jedoch vorher in den Nationalpark abbogen werden wir dies wohl verpassen. 🤷‍♀️ Als Schlafplatz wählten wir den weitläufigen Parkplatz am „Velo de la Novia“. Hier stürzen mehrere schmale Wasserfälle spektakulär in die Tiefe und wir sind schon gespannt, welche Naturwunder der Nationalpark noch für uns bereithalten wird. 🤩

Unterwegs auf der „Panamericana“
Pause an der Autobahn, Fahrtage sind anstrengend
Am Tagesziel angelangt
Leider war das Licht durchweg schlecht für Fotos

Nach einer super ruhigen Nacht unter einem fantastischen Sternenzelt fuhren wir am Morgen weiter in den kleinen Nationalpark hinein. Zuerst stoppten wir bei dem kurzen Rundwanderweg, welcher Aussicht auf die „Siete Tazas“ (die sieben Basaltbecken) bot. Die Becken wurden im Laufe der Jahrmillionen durch den Flusslauf tief ausgewaschen und nun fließt das Wasser langsam in Stufen von einem Becken ins andere, bis es am Ende 50 m tief über einen Wasserfall in die Tiefe stürzt. 😮 Leider war der Canyon extrem tief weswegen nirgends die Möglichkeit bestand zum Baden hinab zu gelangen. Danach fuhren wir einige wenige Kilometer weiter bis zum Beginn diverser Wanderwege. Als ich dem Ranger hier erneut unsere Tickets unter die Nase hielt teilte er uns jedoch mit, dass unsere Tickets nur für die sieben Basaltbecken gelten würden. Für jeden weiteren Abschnitt im Park, und somit auch jeden Wanderweg, hätten wir noch einmal extra Tickets kaufen müssen. 😯 Freundlicherweise gestatte er uns dennoch den Zutritt zu einem etwa ein Kilometer langen Rundweg. Da wir aber eigentlich sowohl diesen als auch einen anderen, etwa sieben Kilometer langen Weg gehen wollten entschieden wir kurzerhand uns „verbotenerweise“ auf den Längeren zu mogeln da dieser am gleichen Ort begann. 🤫 So liefen wir, wenngleich auch ohne Rucksack und somit ohne Essen und Trinken, den „Sendero Chiquillianes“ entlang. Glücklicherweise führte der Weg die meiste Zeit über durch schattigen Laubwald da es ansonsten ziemlich heiß gewesen wäre. Von den Blättern fiel immer wieder Herbstlaub sobald ein Windstoß durch die Bäume fuhr während wir die ersten zweieinhalb Kilometer stetig, aber sanft bergauf liefen. Oben angekommen erwartete uns dann eine schöne Aussicht ins weitläufige Tal „Valle del Indio“ sowie auf einen Vulkankegel in der Ferne. Alles in allem war es aber kein spektakulärer Wanderweg und erneute 8 € pro Kopf hätten wir dafür definitiv nicht bezahlen wollen. Rund zweieinhalb Stunden später gelangten wir wieder am Van an wo es erst einmal etwas zu essen und vor allem zu trinken gab. Den restlichen Tag sowie eine weitere Nacht verbrachten wir dann neuerdings auf dem großen Parkplatz beim „Velo de la Novia“. Dort gönnten wir uns noch einen super fruchtigen und sehr erfrischenden Himbeershake aus tiefgefrorenen Früchten der Region. 🥤

Ziemlich wenig Wasser nach dem heißen Sommer 😳
Hier sieht man schön die einzelnen „Tassen“
Weiter ging’s durch herbstlichen Laubwald 🍂
Hinauf mit Blick ins „Valle del Indio“
Hinten links sieht man den Vulkankrater

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns nach dem Frühstück von dem Nationalpark und fuhren die gleiche Strecke, die wir gekommen waren, zurück zur Autobahn. Diese verließen wir kurz darauf wieder um nach „Curicó“ hineinzufahren, wo an diesem Sonntag immer noch das große Weinfest stattfand. Als wir jedoch die Menschenmassen rund um die Plaza erblickten machten wir direkt wieder kehrt. 😂 In diesem Pulk hätten wir vermutlich nicht viel gesehen. So ging es zurück auf die Autobahn auf welcher wir etwa weitere 60 Kilometer in Richtung „Santiago“ fuhren. Wir sahen sehr häufig Lastfahrzeuge, die mit Baumstämmen beladen waren und auch an einigen großen Holzfabriken kamen wir vorbei. Das erinnerte mich an ein Gespräch, welches wir vor einiger Zeit im Süden Chiles mit einem Schweizer geführt hatten. Dieser lebt seit vielen Jahren in Brasilien, betreibt aber seiner Aussage nach seit langem ein wohl extrem lukratives Geschäft in Chile in dem er Harthölzer nach Europa exportiert. Wiederaufforstung sei hier nicht notwendig meinte er. Ob Chile in 10 oder 20 Jahren wohl auch noch so grün sein wird wie jetzt?! Ich wage es fast zu bezweifeln… 🙁 Kurz darauf erreichten wir unser angesteuertes Tagesziel in Form einer großen „Copec“ Raststätte. Im hinteren Bereich fanden wir einen relativ ruhigen Stellplatz und neben Duschen gab es dort sogar einen kleinen Waschsalon. Für schlappe 3,50 € konnten wir je eine große Ladung Wäsche waschen und trocknen. 🧺👍👍

Tankstellenromantik 2.0 ⛽️

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NEW BLOG POST 🇦🇷 🇨🇱 (11.03. – 17.03.2023) NP Lanín – Freire

Argentinien verabschiedete uns mit einer Kulisse die schöner nicht hätte sein können. Unsere letzten Kilometer hin zur chilenischen Grenze führten uns entlang von in der Sonne goldgelb leuchtender Grasbüschel, durch die sich ein plätschernder Fluss schlängelte. Am Himmel kreisten einige Kondore und auch die kleinen, lauthals schreienden grünen Papageien waren seit Ewigkeiten mal wieder zu sehen (und definitiv nicht zu überhören 😅). Die Felsen aus Lavagestein zeugten vom mächtigen Vulkan „Lanín“ auf welchen wir geradewegs zusteuerten und die zahllosen „Araukarien“ Bäume (ähnlich den Drachenbäumen) taten ihr übriges zu der kitschigen Dinosaurier-Kulisse. Am Lago Tromen legten wir einen längeren Zwischenstopp ein und vertraten uns auf dem Rundweg zum See die Beine. Der Wind wehte mitunter ziemlich böig und peitschte den schwarzen Lava-Sand am Ufer entlang. Vermutlich hatte dieser auch die Steine am Strand so ordentlich von groß nach klein sortiert. Auf dem Rückweg ging es durch windstillere Büsche sowie lichte „Araukarien“ Wälder mit freier Sicht auf den schneebedeckten Vulkan, an dessen Spitze sich ab und an ein paar dünne Wolkenfetzen verfingen. Nach der acht Kilometer langen Runde stärkten wir uns noch mit Kaffee und Schokoladen-Kuchen bevor wir die letzten zwei Kilometer bis zur Grenze holperten. Sowohl auf der argentinischen als auch auf der chilenischen Seite verlief das Grenzprozedere, wie bisher immer auf unserer Reise, reibungslos. Auch die Lebensmittelkontrolle bei der Einreise nach Chile fiel denkbar knapp aus und diesmal schmuggelten wir sogar einige frische Lebensmittel über die Grenze. 🤫 Wir fuhren noch gute eineinhalb Stunden weiter in Richtung Pucón, bogen jedoch kurz davor an den „Lago Caburgua“ ab. Dort fanden wir auf einem Parkplatz in Nähe des Wassers einen passablen Stellplatz für die Nacht und wurden nach Einbruch der Dunkelheit noch mit einem fantastischen Sternenhimmel belohnt. Mit bloßem Auge konnten wir problemlos die Milchstraße erkennen. Übrigens wird es, zumindest gefühlt, mit jedem Kilometer den wir weiter nördlich fahren früher dunkel. Mittlerweile ist es gegen 20:30 Uhr schon fast stock Finster. 😮

Unsere letzten Kilometer in Argentinien
Einfahrt in den Nationalpark Lanín
Araucarien Bäume & dahinter der Vulkan Lanín
Die Wolken kreiseln um die Spitze
Am windigen Lago Tromen
Kaffee und Kuchen nach der Wanderung
Und ab zur Grenze („Aduana“)

Im Gegensatz zum kargen und trockenen Argentinien wurde es auf der anderen Seite der Berge, nämlich in Chile, sofort wieder merklich grüner. Grün bedeutet allerdings auch mehr Regen und so startete unser erster Tag nach dem Grenzübertritt direkt mit Nieselregen. Die Wolken erreichten mitunter sogar den Strand aber gegen Nachmittag wurde der Himmel langsam heller. Ursprünglich hatten wir geplant von diesem Stellplatz aus den nahegelegenen Nationalpark „Huerquehue“ anzusteuern. Dort wollten wir auf dem „Sendero San Sebastian“ zum gleichnamigen Gipfel wandern von welchem aus man sage und schreibe neun Vulkane und fast noch einmal so viele Lagunen sehen soll. Unsere erneuten Recherchen ergaben allerdings, dass man dafür während des Ganztagesmarschs auch rund 1.200 Höhenmeter bewältigen muss. 😨 Das trauten wir unserer Kondition dann irgendwie doch nicht so ganz zu… Wahrscheinlich hätten wir es geschafft, wären aber völlig entkräftet wieder unten angelangt. Zumal man sich, wie leider so oft in chilenischen Nationalparks, vorab hätte online registrieren müssen. Spontan geht hier leider gar nichts und da wir unterwegs stets offline sind stellt dies für uns ein gar nicht so kleines Problem dar. 😕 Noch dazu war das Wetter an diesem Tag fürs Wandern so rein gar nicht geeignet und montags wäre der NP geschlossen gewesen. So entschieden wir am frühen Nachmittag kurzerhand nach „Pucón“ weiterzufahren. Die Kleinstadt liegt am „Lago Villarrica“ und bezeichnet sich selbst als „Action-Mekka“. Allerdings fanden wir dort nirgends einen geeigneten Stellplatz und so beließen wir es bei einem schnellen Einkauf im „Lider“ Supermarkt. Nach dem Obst und Gemüse verstaut waren fuhren wir weiter nach „Villarrica“. Die 50k Einwohnerstadt liegt quasi direkt gegenüber von „Pucón“ am selben See mit Blick auf den derzeit tatsächlich aktiven Vulkan „Villarrica“. Schon bei der Einfahrt entlang der belebten, langen Promenade gefiel es uns hier deutlich besser. Wir fanden auf Anhieb einen guten Stellplatz am See von wo aus wir uns noch ein wenig umschauten. Kurz darauf erlebten wir noch eine freudige Überraschung, als Timo und Alina alias „Sprintour“ an unser Fenster klopften. 😀 Wir dachten die beiden wären uns voraus, weil sie an anderer Stelle die Grenze überquert hatten. So trafen wir uns unerwartet und schneller als gedacht wieder. 😍 Sie machten uns außerdem darauf aufmerksam, dass man im Dunkeln den Krater des Vulkans glühen sehen konnte und tatsächlich! Was für ein beeindruckendes Spektakel… Wir konnten in der Nacht problemlos die Lava am Krater brodeln sehen. Zu Fuße des Vulkans uns gegenüber lag der spiegelglatte See und die Lichter der Stadt. 🤩

Chile empfing uns mit Regen 🌧
Promenade in Villarrica
Überraschendes Wiedersehen mit Sprintour 😃
Im Hintergrund der leuchtende Krater

Nach einer ruhigen Nacht (ich hatte wohl als Einzige das Auto mit der lauten Musik überhört) drehten wir am Morgen eine Runde entlang der Promenade, vorbei an dem künstlich aufgeschütteten schwarzen Sandstrand, und der Hauptstraße. Dort fanden wir in der deutschen Bäckerei „Rostock“ sogar Brezeln und richtig tolle Körnerbrötchen. Wieder zurück am Van nutzte Simon das freundliche Wetter für einen Flug mit der Drohne über den See während ich in Selbigem noch meine Haare wusch. 😅 Gegen Nachmittag verzogen sich dann auch die letzten Wolken über dem Vulkan und wir folgten Timo und Alina in ihrem VW Crafter den Berg hinauf bis zum Ski-Lift unterhalb des rauchenden Kegels. Die Schotterpiste verlangte beiden Autos mal wieder so einiges ab aber wir gelangten unbeschadet an dem Parkplatz an. Und die fast 1.000 Höhenmeter hinauf hatten sich wirklich gelohnt. Von dort aus hatten wir einen fantastischen Blick hinunter auf den See, die vielschichtigen Bergketten sowie die Stadt. Auch der Vulkan „Villarrica“ zeigte sich in voller Pracht so dass wir etliche gute Aufnahmen machen konnten. Während wir den schönen Sonnenuntergang bewunderten schlürften wir noch genüsslich den leckeren Smoothie, den Alina in ihrem just erworbenen Mixer für uns zubereitet hatte. 🍌🥭🍓 Als es dann langsam zu dämmern begann wurden wir Zeugen eines ganz besonderen Naturschauspiels: Wie aus dem Nichts, scheinbar aus dem rauchenden Krater, krochen dicke Wolken langsam den Vulkan hinab bis dieser fast völlig von einer weißen Glocke bedeckt war. Auf Grund dessen konnten wir leider auch nur kurz, als die Spitze noch halbwegs frei lag, ein Glimmen erkennen. Nach einem schnellen Abendessen begaben wir uns dann noch einmal hinaus in die Kälte denn der klare Sternenhimmel war es allemal wert. Wir konnten abermals die Milchstraße, unzählige Sterne sowie uns unbekannte Sternbilder sehen. ⭐ Ich stand in der Nacht zweimal auf um einen Blick aus dem Fenster zu werfen in der Hoffnung, der Vulkan würde sich doch noch einmal zeigen aber leider blieb er eisern in den Wolken. 🤷‍♀️

Nach 7 Monaten Reise die erste Brezel 🥨
Das Wetter besserte sich…
… und wir machten uns auf zum Vulkan 🌋
Danke Alina für den leckeren Smoothie 😛
Anfangs war die Spitze noch wolkenfrei…
… und dann begann das Spektakel 😯
Der Sonnenuntergang war gleichfalls atemberaubend
Übernachtung unterm Sternenzelt 💫

Auch den Dienstag verbrachten wir gemeinsam an dem schönen Stellplatz unterhalb des Vulkans. Als sich gegen Nachmittag die letzten Wolken verzogen und die Temperaturen merklich stiegen machten wir uns zu viert auf zu einer kleinen Wanderung auf dem Vulkan. Wir liefen entlang des breiten Weges bis zur Bergstation, an welcher sich ein weiterer Sessellift befand. Vermutlich sind die Lifte jedoch nur während der Ski-Saison in Betrieb. Von dort aus hatten wir eine tolle Sicht hinunter ins Tal, auf den See sowie die Berge und einen weiteren, mächtigen Vulkan in der Ferne. Obwohl es an diesem Tag recht diesig war hatten wir eine ganz gute Fernsicht. Wir folgten einem weiteren Wanderpfad bis hin zu einer großen Lava-Höhle, die sich in mitten des erkalteten Lavastroms gebildet hatte. Nach dem Timo und Simon dort noch ein paar Luftaufnahmen gemacht hatten begaben wir uns auf den Rückweg. Und wie bereits am Tag zuvor wurde es, mit langsam untergehender Sonne, stetig merklich kühler. Wir kochten jeweils separat in unseren Vans etwas zu Abend um uns anschließend noch einmal mit den Campingstühlen vor den Autos ein wenig zusammenzusetzen. 🥰

Wir nähern uns dem Vulkan „Villarrica“ immer weiter
Im Winter ein großes Skigebiet
Blick auf den See sowie einen weiteren Vulkan
Der Krater rauchte erneut 😳

In der Nacht begann es dann zu regnen und der nächste Morgen begann so schlecht, wie ein Morgen nur beginnen kann. 🙈 Simon weckte mich gegen 08:00 Uhr mit den Worten: „Julia, mach schnell das Licht an! Mir läuft Wasser ins Gesicht!“ Tatsächlich hatte sich, durch den konstanten Regen der letzten Stunden, mal wieder Wasser den Weg in den Innenraum unseres Vans gebahnt. Dieses suchte sich zwar langsam, dafür aber stetig seinen Weg bis es exakt über Simons Kopfende im Bett in einem Schwall zum Vorschein trat. 😰 Wir waren dementsprechend in heller Aufruhr, sprangen schnell in unsere Klamotten und versuchten den Wasserfluss irgendwie zu stoppen. Da uns die undichte Stelle jedoch leider völlig unbekannt ist blieben unsere Versuche vollkommen erfolglos. Auch das Abmontieren von zwei Wandpanelen brachte lediglich die Stelle zum Vorschein durch die das Wasser austrat. So wussten wir keinen anderen Ausweg als uns überstürzt von Timo und Alina zu verabschieden und die Fahrt hinunter nach „Villarrica“ anzutreten damit das Wasser auf dem Autodach derweil abfließen konnte. Als wir wieder an dem Stellplatz am See angelangten hörte es glücklicherweise auf zu regnen und wir bemühten uns, den Van in anderer Schräglage als zuvor zu parken. Sollte es erneut regnen würde das Wasser hoffentlich direkt abfließen. Auf den Schock am Morgen gab es nun erst einmal einen heißen Kaffee so wie ein kleines Frühstück bevor wir in die Stadt liefen um im WLAN den Wetterbericht zu checken. Kaum waren wir dort angelangt setzte neuerdings Regen ein weswegen wir sicherheitshalber zum Van zurückkehrten. Glücklicherweise blieb alles trocken und die Schauer verzogen sich. Gegen später stießen Timo und Alina wieder zu uns die nämlich noch unseren Reiseführer bei sich hatten. Während die beiden bei den Autos blieben machten wir uns erneut zu Fuß auf ins Zentrum. Wir steuerten einen großen Baumarkt an in dem wir sogar die uns bekannte Klebe- und Dichtmasse von „sikka“, wenn auch zu einem horrenden Preis, erhielten. Somit konnten wir dem Tag doch noch etwas Positives abgewinnen. 👍 Nun müssen wir uns schleunigst in wärmere Gefilde begeben und dort einen geeigneten Ort für die größeren Reparaturarbeiten suchen. 😕 Nach dem wir im danebengelegenen Supermarkt noch ein wenig frisches Obst und Gemüse gekauft hatten kehrten wir zum Van zurück um zu kochen und uns abends noch ein wenig mit unseren zwei Reisegefährten auszutauschen. Es ist immer wieder gut und beruhigend zu wissen, dass nicht nur wir Probleme bzw. Baustellen haben. So gut wie alle, die im Van unterwegs sind, haben kleinere oder gar noch größere Schwierigkeiten als wir. 😅

Hier trat das Wasser diesmal aus 💦
Abends gab’s heißes Bohnen-Curry 😋

Glücklicherweise zog kein nennenswerter, weiterer Regen mehr auf so dass wir eine unbeschwerte und ruhige Nacht verbringen konnten. Am Morgen verabschiedeten wir uns von Timo und Alina und fuhren bis zu einer großen „Copec“ Raststätte. Diese befand sich direkt an der Ruta 5, welche fast durch ganz Chile führt und auch als „Panamericana“ bekannt ist. Somit fuhren wir erstmals, wenn auch nur kurz, auf einem richtigen Stück Highway der berühmten Traumstraße. 😍 Für die etwas mehr als 5 km lange Strecke, die wir darauf fuhren, wurden uns allerdings auch direkt 4,50 € Autobahngebühr abgeknöpft. 😮 Die angesteuerte Raststätte ähnelte sehr unseren in Deutschland und bot alle Annehmlichkeiten wie beispielsweise ordentliches WLAN sowie Duschen. Letztere sparten wir uns jedoch für den nächsten Morgen auf da wir entschieden dort zu übernachten. 😉 Auch unsere in „Villarrica“ erworbene „claro“ SIM-Karte konnten wir hier aktivieren und damit vier fertiggestellte YouTube Videos hochladen. So können wir bei Bedarf nun tageweise Internet buchen und dieses auch unterwegs nutzen. Außerdem entschieden wir uns nach erneuter Online-Recherche sowie Wettercheck final dazu, als nächstes in den Nationalpark „Conguillio“ zu fahren. 🚐 Und seit langem, ich glaube fast seit Brasilien, gingen wir uns an diesem Tag gegenseitig ordentlich auf den Wecker. Vielleicht lagen unsere Nerven einfach noch blank vom Vortag und die Anspannung entlud sich Stück für Stück. 🤷‍♀️

Seit langem mal wieder über Nacht an einer Raststätte

Die ganze Nacht über fiel Regen aber unser Innenraum blieb Gott sei Dank trocken. Simon hatte zuvor einen niederschlagsfreien Moment abgepasst und die möglicherweise leckenden Stellen an den Verschraubungen der Solarpaneele mit Bitumenband abgeklebt. Die Maßnahme war wohl erfolgreich aber trotzdem hatten wir bei jedem Tropfen, der aufs Dach prasselte, ein sehr mulmiges Gefühl. 🙈 Direkt nach dem Aufstehen gönnte ich mir für nicht einmal einen Euro eine ausgiebige, heiße Dusche an der Raststätte. Die Sanitäranlagen waren blitzblank und die Duschräume super großzügig bemessen, sogar inklusive separatem Waschbecken und Toilette. 👍 Da den ganzen Tag über permanent leichter Nieselregen vom Himmel kam entschieden wir auch den Freitag dort zu verbringen. Wir nutzten das WLAN um jeweils unsere Steuererklärungen auszufüllen und abzugeben sowie um mit den Lieben zuhause zu telefonieren. 🥰 Und dank der just erworbenen „claro“ Karte und dem darauf verbliebenen Datenvolumen konnten wir abends im Van sogar noch zwei Folgen einer Serie streamen. 📺

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

P.S.: Wenn euch unser Blog gut gefällt (was ich sehr hoffe) dann freuen wir uns über jedwede noch so kleine oder große Spende in unsere Kaffee- oder Dieselkasse als kleines Dankeschön und Anerkennung unserer Arbeit. ☕⛽🚐 

Entweder über https://www.paypal.me/SiJuCampervan

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Kontaktiert uns auch gerne direkt per Mail an mailto:siju_campervan@web.de falls ihr Kritik, Anregungen oder Fragen zu unserer Reise oder uns ganz allgemein haben solltet.

NEW BLOG POST 🇨🇱 (10. – 18.02.2023) Pumalín Nationalpark

Am Freitagmorgen war das Wetter besser als erwartet und über dem Fjord spickte bereits die Sonne durch die lichten Wolkenfelder. Welch eine schöne Aussicht beim Morgenkaffee. ☺ Nach dem Frühstück kehrten wir „Puyuhuapi“ den Rücken zu um kurz darauf in „La Junta“ für einen kleinen Morgen-Walk zum „Mirador“, mit Blick auf den Zusammenfluss zweier Flüsse, auch schon wieder anzuhalten. Von dort aus fuhren wir noch ein paar Kilometer weiter bis zu einem verheißungsvollen Stellplatz in der Nähe des „Río Frío“. Dieser befand sich am Ende einer kurzen Schotterstraße direkt zwischen zwei Farmen auf deren Weiden nicht nur Kühe und Schafe, sondern auch wirklich drollige Schweine grasten. 🐷🐗🐖 Die drei neugierigen Borstentiere besuchten uns ab und an sogar an unserem Van, den wir derweil auf einer urigen Grasfläche zwischen wildem Buchs und viel Totholz geparkt hatten. Als Simon seine Angel aus dem Kofferraum holte bemerkte er, dass die Lappen rund um unseren Warmwasser-Boiler nass waren. 😨 Dies konnte eigentlich nur von unserer letzten Dusche herrühren die aber bereits etliche Tage zurücklag da wir uns seither im Fluss bzw. Fjord frisch gemacht hatten. Da aber nirgends Wasser auf dem Boden stand und ich am kommenden Tag sowieso duschen wollte unternahmen wir erst einmal nichts weiter und Simon angelte noch ein Weilchen am Fluss. 🎣

Blick vom Mirador in „La Junta“
Besuch von Familie Schwein 🐷
Netter Stellplatz im Nirgendwo

Zu unserer Überraschung blieb es in der Nacht und auch am folgenden Morgen trocken. 😀 So konnten wir problemlos alle Kisten aus unserem Kofferraum räumen und Simon zog die Schellen am Boiler nach. Dies bot außerdem Gelegenheit unseren völlig eingestaubten Kofferraumboden auszufegen. Während ich nach dem Frühstück duschte beobachtete Simon die Verbindungen und wie erhofft blieb alles trocken. 👍 Nach dem alles wieder an seinem Platz verstaut war verließen wir das schöne Fleckchen um auch an diesem Tag wieder nur ein paar Kilometer weiter zu fahren. Da der Wetterbericht für die kommenden Tage nichts Gutes verhieß und wir auf dem Weg zum Nationalpark „Pumalín“ zum Wandern waren drosselten wir unsere Reisegeschwindigkeit auf ein Minimum. Wir stoppten erneut an einem Fluss der gute Angelmöglichkeiten bieten sollte. Allerdings durchkreuzte der Wettergott am Nachmittag Simons Pläne und der erwartete Regen setzte ein. 🤷‍♀️ Wenige hundert Meter weiter fanden wir einen passablen Stellplatz für die Nacht etwas abseits der „Carretera“ und nutzten die Zeit stattdessen für die Arbeit an den Laptops. Und endlich gabs mal wieder Pizza. 🤣😋

Am Sonntag schliefen wir ziemlich lange und da noch alles feucht vom Regen in der Nacht war, ließen wir uns Zeit fürs Frühstück und Simon konnte noch in aller Ruhe am nächsten Video arbeiten. Danach gings weiter nach „Chaitén“. Das winzige Örtchen konnte mit einer schicken, relativ neu wirkenden Promenade aufwarten. Inklusive Fahrradweg, zahlreichen Sitzgelegenheiten, Spielplatz, vielen Überdachungen und tipp topp Sportpark den ich noch für eine Runde Fitness nutzte. Auch die Umgebung konnte sich sehen lassen. Rundum grüne Berge, Blick auf den Vulkan „Corcovado“ sowie den Pazifikstrand. 🤩 Die Nacht verbrachten wir am Fluss mit Blick auf den rauchenden Vulkan „Chaitén“ welcher zuletzt im Jahr 2008 ausbrach. Hier befand sich auch ein cooler „lost place“ in Form eines kleinen Gefängnisses, welches wohl damals bei dem Vulkanausbruch evakuiert und seither sich selbst überlassen wurde. In „Chaitén“ gibt es deswegen nicht nur eine Tsunami-Evakuierungsroute, sondern auch eine Weitere im Falle eines erneuten Vulkanausbruchs. 🙈 Übrigens wird es mittlerweile wieder deutlich früher und auch ziemlich schlagartig gegen 21:30 Uhr dunkel. 😯

Promenade in „Chaitén „
Die Wolken hingen tief über der „Plaza“

P.S.: Nach den zahlreichen Highlights, die wir in den vergangenen Wochen erleben durften, fühlt sich die Zeit in Chile für mich aktuell gerade etwas zähflüssiger und langweiliger an. Wenngleich die Landschaften hier wirklich grandios sind.

Der nächste Tag brachte immer wieder heftige Schauer mit sich und der Nebelwald machte seinem Namen alle Ehre. Zum Teil hingen die Wolken so tief als dass wir den Vulkan und die Berge gar nicht mehr sehen konnten. Als wir nachmittags im hiesigen Mini-Mercado noch ein paar Lebensmittel einkauften begegneten wir dort tatsächlich Stefanie und ihrer Familie (den Franzosen aus „La Réunion“). 😅 Gemeinsam mit ihnen verbrachten wir den Abend und die Nacht an einem herrlichen Stellplatz etwas außerhalb. Dieser befand sich am Strand „Santa Barbara“ welcher sich durch seinen feinen, schwarzen Lava-Sand auszeichnet. Direkt dahinter befindet sich uriger, kalter Regenwald und die gesamte Kulisse erinnerte mich etwas an Costa Rica. 😍 Als es bereits dunkel war schaute das Ordnungsamt vorbei und meinte, dass man hier eigentlich nicht campen dürfte (wobei es keine derartigen Hinweisschilder gab). Da wir ihre Frage nach einer Campingtoilette bejahen konnten und es bereits spät war gaben sie aber grünes Licht für die Übernachtung am Strand. So durften wir seit längerem mal wieder bei Meeresrauschen einschlafen. 🌊

„Playa Santa Barbara“
Süßwasserstrom ins Meer 🌊

Am nächsten Morgen nieselte es immer noch leicht und wir waren erneut froh über unsere Heizung. Vielmehr bewunderten wir die sechsköpfige französische Familie neben uns, die tatsächlich in einem uralten „Land Rover“ mit Dach Zelt unterwegs war. Könnt ihr euch vorstellen, in einem solchen Fahrzeug (siehe Foto) zu sechst zu reisen? Zumal sich die Kinder bereits in einem Alter zwischen geschätzt 11 und 15 befanden. Das bedeutet, jeder Sitzplatz im Fahrzeug ist belegt und auch im Zelt muss es denkbar eng zugehen. Von Stauraum und Privatsphäre einmal völlig abgesehen. Darüber hinaus war alles klamm, feucht und kalt. 😯 Für uns auf jeden Fall unvorstellbar… Wir freuten uns derweil über die selbst gebackenen, lauwarmen Vollkornbrötchen und hatten beim Frühstück ihnen gegenüber fast ein schlechtes Gewissen. 🙈 Außerdem durften wir in der Bucht, ganz nah am Strand, noch zwei Delfine sowie eine Robbe beobachten. Nach einem kurzen Spaziergang über den tropischen, schwarzen und einsamen Sandstrand machten wir uns trotz anhaltendem Nieselregen auf den Weg zur ersten kurzen Wanderung im „Pumalín“ Nationalpark. Der „Los Alerces“ Wanderweg ist gerade einmal 700 Meter lang, führt dabei jedoch durch urigen Regenwald und beheimatet einige der mächtigen Urzeitzypressen. Diese Bäume werden bis zu 4.000 Jahre alt, sind zwischen 30 und 50 Metern hoch und für die Umarmung eines Stammes bräuchte man sicherlich gut 10 Personen. 😮 Vielleicht erinnert ihr euch daran, dass wir die „Alercen“ bereits in versteinerter Form in einem Nationalpark in Argentinien bewundern durften. Die Nacht verbrachten wir, der Einfachheit halber, direkt gegenüber auf dem Wanderparkplatz. Wobei wir beim Zubettgehen leider an einer weiteren Stelle einen kleinen Wassereinbruch entdecken mussten. Wasser im Bus ist wirklich fatal aber ich will hier gar nicht weiter darauf eingehen. 🙈🐵🙉

Könntet ihr zu sechst so reisen und leben? 🤔
Lauwarme Brötchen am Morgen 😛
Im urigen Regenwald ☔️
Bei den uralten Baumriesen angelangt
Stamm einer „Alerce“

In der Nacht und am frühen Morgen wurden wir immer mal wieder von vorbeifahrenden Autos geweckt die von der um 23:00 bzw. 06:00 Uhr anlegenden Fähre in „Caleta Gonzalo“ kamen. Glücklicherweise hatte der Regen in der Nacht aufgehört und so konnten wir nach dem Frühstück den nur wenige hundert Meter entfernt gelegenen Wanderweg zur „Laguna Tronador“ in Angriff nehmen. 🥾 Der schmale Pfad führte erneut durch üppig grünen Regenwald, welcher von den Niederschlägen der vergangenen Tage und Stunden noch tropfnass war. Gleich am Anfang befand sich eine enge Schlucht durch die gewaltige Wassermassen donnerten welche sich zum Teil über steile Wasserfälle ihren Weg bahnten. Der Trail führte relativ steil nach oben, mehr über Leitern als über Treppen und entsprechend langsam kamen wir auf dem durchweichten Untergrund voran. Am Ende wartete dann die versprochene Lagune auf uns welche wir vom „Mirador“ aus bewundern durften. Von den umliegenden Berghängen ergossen sich zahlreiche, deutlich hörbare kleinere Wasserfälle in den See. Nach rund 4-5 Kilometern gelangten wir dann wieder am Van an. Wir fuhren direkt weiter zum nächsten, nahegelegenen Wanderparkplatz wo es erst einmal Kaffee und ein Stück Marmorkuchen gab. ☕ Dieser Parkplatz war zugleich ein schön gelegener Campingplatz an dem es, insbesondere für die zahlreichen Trekking-Radler und Wanderer, auch überdachte Zeltmöglichkeiten gab. Frisch gestärkt machten wir uns auf zur zweiten Wanderung des Tages. 💪 Es ging erneut durch üppigen Regenwald sowie über zahlreiche Stufen und Wurzeln hin zu zwei Wasserfällen. Da dieser Weg jedoch weniger steil war hatten wir es diesmal deutlich einfacher. Die beiden Wasserfälle entlang des „Sendero Cascadas Escondidas“ führten erwartungsgemäß richtig viel Wasser mit sich und die Gischt spritzte bis auf die Plattform am „Mirador“. Nur Tiere konnten wir erstaunlicherweise kaum welche sehen obwohl es sich anfühlte, als würden wir durch ein exotisches Terrarium wandern. Lediglich ein paar Vögel, darunter seit langem auch mal wieder einen Kolibri, konnten wir erspähen. Nach der Wanderung ging es weiter zu einem schön gelegenen „Mirador“ oberhalb der „Laguna Río Negro“. Die Ausbuchtung befand sich direkt neben der „Carretera Austral“ welche, abgesehen vom Fährverkehr, kaum befahren ist weswegen wir hier auch die Nacht verbrachten. Zusammen in netter Gesellschaft mit zwei jüngeren Reisenden aus den Niederlanden.

Wie heißt es doch so schön:
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung 🤭
Über viele Leitern ging’s zum Mirador
An der Laguna angelangt 😀
Weiter ging es zu den Wasserfällen
Am ersten Mirador angekommen 😊
Uriger Urwad 🌿🌳🌱
Der obere Wasserfall 💦

Der Donnerstag empfing uns mit Traumwetter: Die Sonne strahlte bereits früh am Morgen von einem stahlblauen Himmel und im „Lago Río Negro“ spiegelte sich der dahinterliegende Berg. 😍 Trotz Sonnenschein war es jedoch noch ziemlich frisch und so ließen wir uns während des Frühstücks von der Standheizung wärmen. Danach ging es einige Kilometer weiter zurück in Richtung „Chaitén“ bis zum Einstieg des „Sendero Volcán Chaitén“. Der Wanderweg führte uns über 3,5 Kilometer hinweg durch erstaunlich grünes Gelände. Von Lava war hier so rein gar nichts zu sehen, dafür aber ein paar hübsche Eidechsen. Es ging stetig steil bergauf über zahlreiche größere sowie kleinere Holzstufen und wir spürten die Anstrengungen des Vortages deutlich in unseren Beinen. 😄 Aber der zähe Aufstieg, insgesamt galt es 630 Höhenmeter auf der vergleichsweise kurzen Strecke zu bewältigen, hat sich definitiv gelohnt. Auf dem Plateau angelangt hatten wir eine Aussicht die man sich nicht schöner hätte ausdenken können. Vor uns lagen die rauchenden Schlote des Vulkan „Chaitén“ zu dessen Füßen sich eine kleine, langgezogene Lagune befand. Weiter links davon konnten wir in der Ferne den schneebedeckten Gipfel des Vulkans „Michinmahuida“ erkennen von welchem ebenfalls immer mal wieder dunkle Rauchfahnen aufstiegen. Und der Blick hinunter ins Tal offenbarte den „Lago Río Blanco“, dass sich daraus ergießende Flussbett des breiten „Río Rayas“ sowie die Inselchen im Pazifik und last but not least das Dörfchen „Chaitén“. 🤩 Das längere Warten auf das schöne Wetter hatte sich in jedem Fall gelohnt. 👍 Hier oben gab es Holztische und Bänke für eine angenehme Rast. Wir stärkten uns mit ein paar süßen Keksen und als wir uns satt gesehen hatten begann der, zumindest für mich, anstrengendere Teil des Abstiegs. Zum Glück hatte ich die Wanderstöcke mitgenommen! Gegen 17:30 Uhr gelangten wir wieder am Parkplatz an wo es eine wohlverdiente, kleine Stärkung gab bevor wir zurück an den schönen „Playa Santa Barbara“ fuhren um noch einmal dort zu nächtigen.

Spiegelsee am Morgen 😀
Los geht’s auf den rauchenden Vulkan „Chaitén“
Wider Erwarten war es total Grün
Auch ein paar Eidechsen ließen sich blicken
Es ging steil nach oben 😮‍💨
An den rauchenden Schloten angelangt 🌋
Ende des Weges 😄
Und tolle Aussicht 👍🏻
Stärkung vor dem Abstieg 😅

Da unsere Beine nach den vier Wanderungen doch etwas müde waren und die Muskeln leicht schmerzten entschieden wir, dem Nationalpark „Pumalín“ langsam aber sicher Lebewohl zu sagen und die 20 km lange Wanderung auf dem „Sendero Ventisquiero“ hin zum Gletscher nicht mehr anzutreten. Nach getaner Laptoparbeit, dringend nötiger Reinigung meiner Wanderschuhe (ich wusste gar nicht mehr, dass sie eigentlich blau sind 🤣) sowie eines Spaziergangs am einsamen Strand entlang fuhren wir zurück an die Plaza von „Chaitén“. Das dort verfügbare, öffentliche WLAN war zwar mehr schlecht als recht aber zum Abrufen der neusten Nachrichten sowie zum Upload einiger Instagram Beiträge reichte es dann doch. 🙄 Schneller als uns lieb war standen die Uhrzeiger auf 19 Uhr und für die eigentlich geplante Dusche war es somit schon zu spät. Schließlich wollten wir ja auch noch etwas zu Abend essen. Des Weiteren wurde an der Plaza gerade eine Bühne aufgebaut und wir wollten uns das Spektakel gegen Einbruch der Dunkelheit natürlich nicht entgehen lassen. 😉 Als die Band anfing zu spielen drehten wir eine kleine Runde aber da es merklich abgekühlt hatte zog es uns relativ schnell wieder zurück in den warmen Van. Zuvor teilten wir uns aber noch ein klebrig süßes, hausgemachtes, leckeres Schichtdessert welches wir an einem der wenigen Stände um die Bühne herum erwarben. Eins muss man sagen: Für die wenigen Einwohner (während des Vulkanausbruchs im Jahr 2008 mussten gerade einmal 5.400 Menschen in der Region evakuiert werden, vermutlich inkl. Touristen) wird richtig viel geboten. Am Wochenende zuvor fand etwas außerhalb am Ortsrand nämlich auch schon über drei Tage hinweg ein größeres Bierfest statt. 👍

Herrlicher Morgen an der Bucht „Santa Barbara“

Nach einer ruhigen Nacht beim alten Gefängnis am Fluss, welcher nach Abklingen der Regenfälle nun übrigens deutlich weniger Wasser mit sich führte, machten wir uns auf den Weg in Richtung Grenze. Für die Strecke von 160 Kilometern errechnete „MAPS.ME“ eine Fahrtzeit von viereinhalb Stunden. 😮 Die ersten rund 70 Kilometer, welche wir auf der „Carretera Austral“ wieder zurück in Richtung „Coyhaique“ fuhren waren bekanntlich noch asphaltiert. Danach bogen wir auf die Schotterpiste nach „Futaleufú“ ab welche glücklicherweise gar nicht so schlecht wie erwartet war, von den letzten Kilometern einmal abgesehen. So kamen wir bereits nach nicht einmal dreieinhalb Stunden an unserem Ziel an. Das kleine Dörfchen an der chilenisch/argentinischen Grenze besteht aus lediglich 20 Häuserblocks welche aber allesamt schön anzusehen sind. Die Plaza war im Verhältnis dazu gewaltig und es gab unzählige Rafting- und Kajak-Tour Anbieter. Auf den wilden Stromschnellen des „Río Futaleufú“ sowie auf dem etwas ruhigeren „Río Espolón“ werden Touren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade angeboten. Da wir vor Jahren aber schon einmal raften waren müssen wir dieses Abenteuer nicht zwingend noch einmal wiederholen. Dafür ging es am Spätnachmittag endlich unter die heiß ersehnte Dusche 🚿🧼🧽 und abends gab es schmackhaften Räucherlachs, welchen wir hier im Ort per Zufall bei einem Straßenhändler erstanden. Morgen werden wir nach etwas mehr als drei Wochen in Chile wieder ins schöne Argentinien reisen da uns die Region rund um Esquel, El Bolsón, Bariloche sowie San Martín de los Andes noch fehlt. Der nächste Beitrag erwartet euch somit wieder aus Argentinien. 😉😘

Stellplatz in „Futaleufú“
Und weiter geht’s nach Argentinien 🇦🇷

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

NEW BLOG POST 🇨🇱 (01. – 09.02.2023) Villa Cerro Castillo – Puyuhuapi  

Den halben Mittwoch verbrachten wir auf dem ruhigen, abgeschiedenen Stellplatz am Schulmuseum in „Villa Cerro Castillo“. Wir arbeiteten bis zum frühen Nachmittag an den Laptops und brachen anschließend auf ins nahegelegene „El Blanco“. Die Landschaft auf der Fahrt dorthin erinnerte uns ein wenig ans schöne Albtal. Mitunter sah es wirklich so aus, als würde man nach Bad Herrenalb oder Bad Wildbad fahren. Sogar die Alb war existent, nur spiegelverkehrt auf der falschen Seite. 😂 An unserem Ziel angekommen fanden wir ein nettes Plätzchen direkt an einem Fluss, unweit der „Carretera“ gelegen. Wir machten einen kleinen Spaziergang durch das winzige, mit seinen Wellblechhütten sehr ärmlich wirkende Dörfchen bevor wir wieder am Van angelangten. Dort stellten wir mit Entsetzen fest, dass unser Auto auf beiden Seiten gleichmäßig bis etwa auf die halbe Höhe mit einer seltsam klebrigen Flüssigkeit eingekleistert war. Für uns sah es so aus, als käme diese von unserem Van selbst. Ob es gar Diesel, Bremsflüssigkeit oder Kühlflüssigkeit war?! 😱 Simons Mechaniker Kenntnisse reichten für diese Bestimmung leider nicht aus und meine natürlich schon gleich mal gar nicht. Seltsam war allerdings, dass alle Schläuche sowie der komplette Motorraum komplett trocken zu sein schienen. Auch der Flüssigkeitscheck ergab nichts Besorgniserregendes. Da alle vier Reifen und auch die Felgen komplett sauber und trocken und wir nirgends bewusst durchgefahren waren konnte es aber eigentlich nur von unserem Auto selbst kommen… 🤷‍♀️

Das alte Schulmuseum
Und unser ruhiger Stellplatz (P.S. Auf dem Bild erkennt man bereits gut den Schmodder auf beiden Seiten)
Recht ärmliche Behausungen in „El Blanco“ 😐

Am folgenden Morgen tranken wir deswegen auch nur schnell Kaffee bevor wir uns auf den Weg in die rund 40 km entfernt liegende Kleinstadt „Coyhaique“ machten. Meiner Meinung nach Glück im Unglück denn das Ganze hätte uns auch meilenweit entfernt in der patagonischen Pampa passieren können. Wir suchten in der „iOverlander“ App nach geeigneten Werkstätten wovon die Erste an diesem Tag leider keine Zeit hatte. Wobei deren Zufahrt auch so steil gewesen wäre als dass wir aus eigenem Antrieb den Hügel nicht mehr hinaufgelangt wären. 🙈 Sie verwiesen uns an eine andere, direkt in der Stadt gelegene Werkstatt die wir nach einem schnellen Frühstück auf dem Tankstellenparkplatz auch direkt ansteuerten. Wir schilderten den Mechanikern dort die Tatsachen und auch sie fanden es auf Anhieb sehr seltsam und wussten spontan keinen Rat. Wir sollten am nächsten Tag um 09:00 Uhr wiederkommen damit sie sich auf Ursachenforschung begeben könnten. So verbrachten wir den Tag in dem unspektakulären Ort in dem wir uns recht schnell umgeschaut hatten. Immerhin gab es hier einen großen „Unimarc“ Supermarkt in dem wir, wenngleich auch zu horrenden Preisen, frische Lebensmittel einkaufen konnten. Ich habe beim besten Willen keine Ahnung, wie die Chilenen das machen. Zwar gilt Chile als das reichste Land Südamerikas aber selbst Grundnahrungsmittel sind hier mitunter weit teurer als bei uns in Deutschland. Einkaufen macht mir hier wahrlich keinen Spaß. 😨 Die Nacht verbrachten wir, seit langem mal wieder, direkt innerhalb der Kleinstadt am Seitenstreifen einer ruhigen Nebenstraße in der Nähe eines kleinen Parks.

Unser innerstädtischer Stellplatz

Am Freitag fuhren wir als erstes zur Werkstatt wo sich direkt zwei Mechaniker unserem Van annahmen. Auch sie fanden das Problembild extrem seltsam zumal auch ihr Check aller Flüssigkeitsstände sowie ihr Blick in den Motorraum und mittels Grube darunter keine Ursache zu Tage förderte. Da wir an diesem Morgen, nach dem wir die ganze Nacht über gestanden waren, jedoch rund um unser Auto jeweils an den Schwellern deutliche Tropfspuren auf dem Asphalt erkennen konnten kann es ja eigentlich nur vom Auto selbst kommen… An Ort und Stelle kamen die Mechaniker nicht mehr weiter weswegen wir mit den beiden zu einer anderen Halle in der Parallelstraße fuhren. Dort befand sich eine Hebebühne welche eigentlich für 4 Tonnen ausgelegt war. Leider schaffte sie es dennoch nicht unser 3,5 Tonnen schweres Fahrzeug ernsthaft anzuheben. 🙈 So behalf man sich zusätzlich noch mit einem Wagenheber auf der Hinterachse und schlussendlich konnten doch noch alle vier Reifen abmontiert werden. Den Reifen folgten die Verkleidungen der Radlaufkästen aber auch darunter war nichts zu sehen. Es war einfach nur seltsam… Da die Verkleidungen jedoch komplett mit der klebrigen Flüssigkeit und darauf haftendem Staub verdreckt waren, machten sich die beiden KFZler inklusive Simons tatkräftiger Unterstützung an die Reinigung derselben. Vier Stunden später und 170 € ärmer waren wir leider immer noch nicht schlauer als zuvor. 😥 Immerhin konnten wir während der Prozedur aber unsere Vorder- und Hinterreifen problemlos tauschen so dass sich diese gleichmäßig abfahren können. Weiter ging es zu einer Wasch-Box an einer der Tankstellen in „Coyhaique“ wo wir 13 € für die manuelle Wäsche investierten. Auch kein Schnäppchen. 😕 Immerhin war unser Auto nun rundum sauber und wir können auf den folgenden Kilometern beobachten, ob sich erneut irgendwo Flüssigkeit zeigen sollte. Wir entschieden, das Wochenende in der näheren Umgebung zu verbringen so dass wir bei Bedarf am Montag noch einmal die Werkstatt ansteuern könnten. Die Mechaniker waren übrigens alle sehr nett, extrem bemüht und man hat uns auch nur die Hälfte der Arbeitsstunden berechnet. 👍 Am Nachmittag fuhren wir zum ca. 15 km außerhalb gelegenen, idyllischen Bergsee „Elizalde“. Wie erwartet konnten wir dort aber keine für uns geeignete Zufahrt finden und somit auch keinen Stellplatz für die Nacht. Nur zum Baden lohnte es nicht mehr dort zu bleiben und so machten wir kehrt und fuhren etwa die halbe Strecke bis zu einer Flussbiege zurück. Dort hatten wir auf der Hinfahrt etliche Autos an der Straße stehen und auch Menschen im Fluss baden sehen. Auf den frisch abgemähten Heuwiesen links und rechts der Schotterpiste konnten wir derweil mehrere Hunderte Ibis auf Nahrungssuche sehen. So wie bei uns die Störche suchten sie im kurzen Gras wohl nach Heuschrecken und ähnlichem. Tatsächlich fanden wir am „Río Simpson“ einen guten Stellplatz etwas oberhalb vom Wasser auf einem Seitenweg. Wir schnappten uns noch unsere Decke, legten uns ein Stündchen ins Gras, genossen die Abendsonne und schauten den herrlichen, patagonischen flachen Wolken beim Vorbeiziehen zu. 😍

Cooler Wasserfall kurz vor „Coyhaique“

Nach einer super ruhigen Nacht hatten wir einen gleichfalls entspannten Samstag. 😊 Wir verbrachten den ganzen Tag über zusammen mit den Einheimischen am Fluss, relaxten in der Sonne und kühlten uns im gerade einmal knietiefen Wasser etwas ab. An unserem schattigen Plätzchen befand sich sogar eine Art natürliche Laube so dass wir erstmals Gelegenheit hatten, unseren tollen Reisehängesessel „ZunZun“ von „LA SIESTA“ ausgiebig zu testen. 😎 Wenn ihr euch jetzt fragt wieso Hängesessel und nicht Hängematte (die wir übrigens auch dabei haben): Für die Befestigung des Sessels benötigt man lediglich einen Ast und keine sich in perfektem Abstand gegenüberstehenden Bäume. 😉 Wir beobachteten das Treiben um uns herum und uns fielen immer wieder Erwachsene aber auch Kinder auf, die in kompletter Montur (sprich inklusive T-Shirt, teilweise sogar langer Hose und Turnschuhen!) baden gingen. Ob dies an mangelndem Einkommen liegen mag und sich die Leute schlicht weg keine Badebekleidung sowie Badeschuhe leisten können? Oder ob es irgendein seltsamer Brauch ist? Wir werden bei Gelegenheit versuchen dies zu eruieren… Außerdem fiel uns auf, dass die Kinder keinerlei Spielsachen dabei hatten. Bis auf eine Familie mit Luftmatratze, die tatsächlich besser situiert aussah, waren weder Bälle noch Schwimmreifen noch Eimerchen zu sehen. Was ja gar nicht schlecht sein muss aber wenn man sich mal in einem Freibad in Deutschland umschaut, was da alles für einen Tag mitgeschleppt wird… 🤔

So sieht ein Sommertag in Patagonien aus 😎
Das Wasser war gerade knietief und angenehm frisch
Zum ersten Mal kam der „ZunZun“ Hängesessel
von „LA SIESTA“ zum Einsatz 😌
Super kompakt, ultra leicht und sehr bequem 👍🏻

Am Sonntag machte der Wind einen Strich durch unsere Rechnung und so fiel der erneute Badetag aus zumal es auch deutlich kühler als am Vortag war. Auch den Zugang zu dem tollen Wasserfall vor „Coyhaique“ konnten wir leider nicht entdecken weswegen es direkt zurück in die Kleinstadt ging. Nach dem wir kurz im öffentlichen WLAN unsere Nachrichten gecheckt hatten fuhren wir zu einem etwas außerhalb liegenden Supermarkt. Den „Híperpatagonico“ können wir allen Durchreisenden auf jeden Fall wärmstens empfehlen. Die Preise hier waren mitunter deutlich günstiger als im „Unimarc“ und auch die Frischetheken waren allesamt von guter Qualität. 👍 Im weiteren Tagesverlauf machten wir uns auf die Suche nach einem netten Stellplatz für die Nacht, gerne wieder direkt an einem Flusslauf. Es hätte auch tatsächlich ein nettes Plätzchen gegeben nur war hier auf Grund des Sonntags ziemlich viel los und wir wären von der Straße her gut sichtbar gewesen. So versuchten wir es vorm örtlichen Nationalparkeingang welcher allerdings schon geschlossen war und vor dem Tor gab es keine Parkmöglichkeiten. Deswegen landeten wir schlussendlich wieder in der Seitenstraße bei dem netten kleinen Park wo wir bereits schon einmal eine ruhige Nacht verbracht hatten.

Mächtige Drachenbäume mit Blüten gab es hier

Am Morgen nutzte ich die relativ neu wirkenden, zahlreichen Fitnessgeräte im Park direkt gegenüber für eine Runde Frühsport. 🏃‍♀️ Nach unserem leckeren Avocado-Spiegelei-Toast machten wir uns auf den Weg nach „Puerto Aysén“ da wir am Van seit der Wäsche keine weiteren Spuren der ominösen Flüssigkeit mehr entdecken konnten. 🤷‍♀️ Auf der Fahrt stoppten wir an einem gut angelegten Wanderweg welcher entlang eines Flusses durch schattigen Wald führte. Nebenbei wurde auf Tafeln am Wegrand das Leben der ersten Siedler erklärt, die ihren Lebensunterhalt unter anderem als Schäfer und Flößer bestritten. Kurz darauf stoppten wir noch an einem etwa 15 Meter hohen, zweistufigen schönen Wasserfall bevor wir an der „Bahía Acantilada“ angelangten. Die weitläufige Bucht befindet sich rund 10 km außerhalb von „Puerto Aysén“ und scheint ein beliebtes Ausflugsziel zu sein. Nach dem man eine kleine Parkgebühr (2.000 Pesos = ca. 2 €) entrichtet hat kann man den ganzen Tag hier verbringen und unter anderem Spielplatz, Grillmöglichkeiten und Aussichtspunkt nutzen. Vom „Mirador“ aus hatten wir eine schöne Sicht auf die Bucht sowie den Fjord und konnten außerdem vier Kondore im Flug beobachten. 😍 Und natürlich lässt sich an dem feinen Kiesstrand am Ende des Fjordarmes auch bestens baden. Ich wagte mich tatsächlich ins gar nicht so kalte Wasser und konnte auf diesem Wege sogar noch meine Haare waschen. Inklusive Blick auf die den Fjord umgebenden Berge die teils begrünt, teils mit Gletschern überzogen waren. Das kann wohl auch nicht jeder von sich behaupten. 😄

Blick auf die „Bahía Acantilada“
Kondor über dem Fjord
Die Flügelspannweite kann bis zu 3 Meter betragen

Nicht zuletzt wegen der schönen Lage, sondern auch wegen des exzellenten WLANs hatten wir entschieden auf dem Parkplatz der „Bahía Acantilada“ zu nächtigen. Für gerade einmal 5.000 Pesos ist dies Wohnmobilen sogar gestattet. 👍 Am frühen Morgen nieselte es leicht und der Himmel war ziemlich grau. Wobei die tief hängenden Wolken in den Bäumen der Berge richtig mystisch aussahen und dem Fjord noch einmal ein ganz anderes Aussehen verliehen. So konnten wir ohne schlechtes Gewissen die letzten vier Folgen unserer Serie streamen und uns zwischendurch am Strand kurz die Beine vertreten. Am späten Nachmittag rafften wir uns dann aber doch noch auf und fuhren über die Schotterpiste zurück nach „Puerto Aysén“. Wobei wir lediglich einen kurzen Fotostopp an der den „Río Aysén“ überspannenden Brücke einlegten und im hiesigen „Unimarc“ noch zwei frische Brötchen für den Folgetag kauften. Als wir an einem der Selbstscan-Terminals bezahlten fiel uns auf, dass wir nicht die ausgeschriebenen (günstigeren) Preise bezahlten, sondern einige hundert Pesos mehr. Da wir in Summe nur drei Produkte kauften waren wir uns der abweichenden Preise mehr als sicher weswegen wir damit den Kundenservice konsultierten. Zum Glück! Die Dame erklärte uns daraufhin, dass dies schlicht weg an der Tatsache läge, dass wir Ausländer sind und über keine „RUT“ verfügen. Hierbei handelt es sich, so denke ich zumindest, um die chilenische ID- oder Steuernummer welche man beispielsweise an der Supermarktkasse angeben kann. Ohne „RUT“ haben wir einen zuvor nicht ersichtlichen Aufschlag bezahlt. 😬 Daher der Tipp an alle Chile reisenden: Fragt, wenn möglich, einen hilfsbereiten Chilenen nach seiner „RUT“ und nutzt diese bei künftigen Einkäufen. Auch beim nächsten Nationalparkbesuch werden wir einfach mal Einheimische vor uns fragen, ob sie freundlicherweise nicht zwei Tickets für uns mitkaufen können. Die Aufschläge für Ausländer sind nämlich auch hier echt gesalzen. 🤨 Die Nacht verbrachten wir dann wenige Kilometer außerhalb der Stadt direkt auf dem Kiesbett eines ziemlich breiten Flusslaufs. Auch hier erinnerte uns die Landschaft wieder extrem an Europa denn in Slowenien hatten wir beispielsweise mitunter ganz ähnliche Stellplätze.

Fotostopp an der berühmten Brücke 🌉
Netter Stellplatz direkt am Fluss
Hier schaut’s aus wie in Europa 😅

Am nächsten Morgen standen wir beizeiten auf da es bis zu unserem nächsten Ziel, dem „Parque Nacional Queulat“, noch 170 km zu fahren galt. Dort wollten wir am Mittag eine kleine Wanderung zum „Mirador Ventisquero Colgante“, einem bläulich schimmernden Hängegletscher oberhalb einer Lagune, unternehmen. Der erste Abschnitt der „Carretera Austral“ war noch gut asphaltiert bevor es dann in Schotter überging. Wobei der letzte Abschnitt sogar der Schönere war da die Piste über enge Serpentinen den Berg hinunter führte, durch dichten Nebelwald in dem zum Teil noch die Wolken hingen. In einer der zahlreichen, engen Kehren begegnete uns sogar ein alter grüner „VW LT“ mit Rastatter Kennzeichen. Wie schade! Gerne hätten wir uns ein wenig mit den Insassen unterhalten. Für unsere späte Frühstückspause um 13 Uhr mittags fanden wir ein herrliches Plätzchen direkt am Fjord. 🤩 Nach dem wir unser Frühstück und die Aussicht genossen hatten steuerten wir direkt den Wanderparkplatz an. Dort angelangt mussten wir leider feststellen, dass aus der geplanten Wanderung nichts werden würde. Ohne vorab online erworbene Tickets wird einem der Zutritt verwehrt und das Tageskontigent wäre darüber hinaus bereits erschöpft. Schade, das Wetter wäre an diesem Tag perfekt gewesen… Wobei wir die 9 € pro Kopf für die kurze Wanderung wahrscheinlich sowieso nicht investiert hätten. 🙈 Also strichen wir diesen Tagespunkt aus unseren Köpfen und auch der Eintritt in die nahegelegene, kleine Therme war uns mit 30 € pro Person für gerade einmal drei Stunden Badezeit definitiv zu teuer. Selbst im „Rotherma“ bei uns zuhause bezahlt man dafür gerade einmal die Hälfte. 😯 Da wir uns dies bereits gedacht hatten steuerten wir als nächstes das kleine Dörfchen „Puyuhuapi“ an. Hier ließen sich gegen Ende des zweiten Weltkriegs einige deutsche Auswanderer nieder was heute aber nur noch an ein bis zwei Häusern aus dieser Zeit mit deutscher Architektur zu erkennen ist. Wobei die Lage am Ende eines weiteren Fjordarmes und die Landschaft durchaus extrem an Deutschland erinnern. Ich finde, dass es hier ganz ähnlich aussieht wie am Titisee, nur mit viel weniger Touristen. 😂 Auch die Blumen in den Vorgärten erinnerten stark an Deutschland. Hier blühten nicht nur blaue Hortensien und Rosen, sondern auch bunte Dahlien und fein duftende Lilien. Nach dem wir uns zu Fuß im überschaubaren Ort umgesehen hatten genossen wir am Nachmittag den Blick aufs Wasser. Nebenbei dichteten wir unsere vordere Dachluke von außen noch mit Panzertape ab da der Wetterbericht für die kommenden Tage immer mal wieder Regen vorhersagte. Abends blieb unsere Küche zur Abwechslung mal kalt und wir gingen stattdessen im Restaurant „Comuy-Huapi“ essen. Für mich gab es rosa gebratenes Thunfisch-Filet mit Quinoa und Simon hatte eine Trilogie verschiedener gebratener Fleischsorten mit Dips und Knobi-Brot. 😋

Frühstück mit Blick auf den Fjord 🥣
Tolle Location 😀
Aus der Wanderung wurde leider nix 🤷🏼‍♀️
Dafür war’s in „Puyuhuapi“ echt nett
Sieht doch ein bisschen nach Titisee aus, oder?! 🤔
Mein leckeres Abendessen – Thunfisch auf Quinoa 😋

Wir verbrachten eine sehr ruhige Nacht gegenüber des Restaurants direkt am Wasser. In der Nacht und am Morgen hatte es leicht geregnet aber unsere Dachluke blieb trocken und am Vormittag legte sich der Nieselregen bereits wieder. Wir kuschelten uns während des Regens einfach noch eine Weile im Bett ein und entsprechend spät gab es Frühstück. 😅 Am Mittag trafen wir uns mit Claus und Tjorven (alias „CuTe Round the World“) die wir in Ushuaia persönlich kennenlernen durften. Wir verabredeten uns mit den beiden für eine gemeinsame, kleine Wanderung zu einem „Mirador“ am Nachmittag. Der Weg führte über Privatgelände stetig nach oben und man hatte tatsächlich eine sehr schöne Sicht auf „Puyuhuapi“ sowie den Fjord. Wir freuen uns jedes Mal sehr, wenn wir auf Gleichgesinnte oder bereits Bekannte treffen und wir uns mal wieder mit anderen austauschen können. 🥰 So langsam aber sicher fehlt mir mein Umfeld mitunter doch schon sehr. 😟 Auch für die Blog-Einträge der letzten Tage blieb noch genug Zeit bevor wir gegen später das Abendessen zubereiteten und es uns im Van gemütlich machten.

Blick vom Mirador auf „Puyuhuapi“ und den Fjord

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

P.S.: Wenn euch unser Blog gut gefällt (was ich sehr hoffe) dann freuen wir uns über jedwede noch so kleine oder große Spende in unsere Kaffee- oder Dieselkasse als kleines Dankeschön und Anerkennung unserer Arbeit. ☕⛽🚐 

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Kontaktiert uns auch gerne direkt per Mail an mailto:siju_campervan@web.de falls ihr Kritik, Anregungen oder Fragen zu unserer Reise oder uns ganz allgemein haben solltet.

NEW BLOG POST 🇦🇷 🇨🇱 (25. – 31.01.2023) Von El Chaltén zu den Marmorhöhlen in Chile

Am Dienstag verließen wir „El Chaltén“ nach sechs schönen Tagen wieder. Zuvor begaben wir uns dort noch auf die Suche nach zwei Handwerkerläden in der Hoffnung, dort eventuell das gesuchte Silikon für Dachluken-Reparatur Nummer zwei zu finden. Jedoch hatte der eine Laden gerade wegen Urlaub geschlossen und der andere war gar nicht erst auffindbar bzw. vermutlich dauerhaft geschlossen. 🤷‍♀️ Wir werden es, bei nächster Gelegenheit, einfach mit den zwei bereits vorhandenen Kartuschen versuchen. Bei der vorderen Dachluke hatte es schließlich auch gereicht. Vor Abfahrt kehrten wir noch in einem kleinen Café ein auf der Suche nach halbwegs tauglichem Internet. Aber wie schon zuvor bei anderen Örtlichkeiten in „El Chaltén“ war auch dieses mehr schlecht als recht. Es reichte mit Mühe und Not aus, um den fertiggestellten Blogbeitrag hochzuladen. 🙄 Danach strichen wir endgültig die Segel und begaben uns auf die erste Etappe der insgesamt rund 700 Kilometer langen Reise an die chilenische Grenze bei „Chile Chico“. Die gesamte Strecke führt über die Ruta N40 und bereits auf den ersten 300 Kilometern lag ein ungeteertes Teilstück mit einer Länge von ca. 70-80 Kilometern vor uns. So waren wir froh, als wir am Abend gegen 20 Uhr an unserem Tagesziel angelangten. Wie so oft auf der Durchreise übernachteten wir mal wieder, in guter Gesellschaft zahlreicher anderer Overlander, an einer Tankstelle in dem kleinen Nest „Gobernador Gregores“.

Adiós El Chaltén

Von dort aus ging es am Folgetag weiter über die Ruta N40. Diesmal war die Straße, bis auf einige wenige kurze Unterbrechungen, auch durchweg asphaltiert und selbst die Schlaglöcher hielten sich in Grenzen. 👍 Nach etwa der Hälfte der Strecke stoppten wir in einem kleinen Kaff im Niemandsland für eine kurze Kaffeepause. Auf der Weiterfahrt zum Tagesziel „Perito Moreno“ (nicht der Gletscher, sondern ein gleichnamiger Ort) begegneten wir seit Ewigkeiten mal wieder David und Miriam aus Luxemburg. Leider nur im Vorbeifahren. 😕 Die zweite Etappe an diesem Tag von ca. 170 km verging erstaunlicherweise wie im Flug. Wir durchquerten dabei noch ein Stück vom „Parque Nacional Patagonia“ und bewunderten die in verschiedensten Rottönen schimmernden Berge und Hügel aus dem Auto heraus. Am frühen Abend kamen wir in der Kleinstadt „Perito Moreno“ an. Da sich die hiesige „YPF“ gerade im Umbau befand nächtigten wir, ausnahmsweise, bei der Konkurrenz „Axion“. 😂 Wir suchten uns auf dem geteerten Parkplatz eine ebene Parklücke und erhielten kurz darauf sogar noch nette Gesellschaft von anderen Deutschen. Das Pärchen aus Düsseldorf ist samt ihrer kleinen Tochter seit Ende Dezember letzten Jahres mit ihrem VW T4 in Südamerika unterwegs. Wäre schön, wenn wir uns während ihrer Eineinhalbjährigen Reise noch einmal wieder treffen würden.

Am Donnerstagmorgen packte ich die Gelegenheit beim Schopfe und genoss nach dem Aufstehen eine heiße Dusche an der „Axion“ Tankstelle, an welcher wir eine relativ ruhige Nacht verbracht hatten. Ich hatte schon seit längerem nicht mehr morgens direkt nach dem Aufstehen geduscht. Was für eine Wohltat das doch ist! 😍 Danach gab es erst einmal heißen Kaffee aus unserer tollen French Press bevor wir an Ort und Stelle den Van volltankten. Weiter ging es zum „La Anonima“ Supermarkt am Ortsausgang um vor dem nahenden Grenzübertritt noch einmal Vorräte an trockenen Lebensmitteln einzukaufen. Den Nachmittag verbrachten wir auf einem herrlich gelegenen Buschcamp direkt am riesigen „Lago Buenos Aires“. Der Wind peitschte richtig große Wellen auf weswegen der Spaziergang am Ufer sehr kurz ausfiel. Stattdessen genossen wir den Seeblick vom Van aus. So blieb erneut Zeit für die Arbeit an den Laptops und die Blueberry Pancakes füllten unsere Energiereserven wieder auf. ☕🥞

Am Lago Buenos Aires
Blueberry Pancakes 🥞

Wir verbrachten, tatsächlich vollkommen windgeschützt dank eines großen Busches, eine ruhige Nacht am „Lago Buenos Aires“. Von dort aus ging es am Morgen in den ca. 30 km entfernt liegenden Grenzort „Los Antiguos“. Hierbei handelt es sich um ein nettes, kleines und sonnenverwöhntes Örtchen in dem viel Obst gedeiht. Deswegen trägt es auch den Beinamen „Capital Nacional de la Cereza“ was so viel bedeutet wie „Landeshauptstadt der Kirsche“. Wobei hier nicht nur Kirschen wachsen sondern auch Äpfel, Birnen und Aprikosen. An der kleinen Tankstelle hatten wir recht guten Internetempfang und glücklicherweise gab es hier auch einen zu unseren Adaptern passenden Wasserhahn. So konnten wir unseren zwischenzeitlich fast ganz leeren 120 Liter Wassertank wieder auffüllen. 👍 Vom Ortskern aus war es nur noch ein Katzensprung zur argentinischen Grenze. In null Komma nichts hatten wir „ausgecheckt“ und konnten weiter an die rund 6 km entfernt liegende chilenische Grenze fahren. Auch dort war nicht viel los und die Beamten wussten genau was zu tun war. Eine nette, junge Zöllnerin inspizierte kurz darauf noch flüchtig unseren Van. Diesmal hatten wir nur noch einen Rest Knoblauch auszuhändigen. Die Beamtin war von unserem Inneren total begeistert und schoss sogar noch ein paar Erinnerungsfotos davon. 😂 In „Chile Chico“ angelangt steuerten wir zuerst einen der beiden kleinen Supermärkte an um frische Lebensmittel wie etwa Obst, Gemüse oder Eier einzukaufen. Danach machten wir einen kleinen Rundgang durch die überschaubare Ortsmitte mit ihren kleinen Häuschen sowie entlang der Uferpromenade. Ab hier erwartete uns dann neuerdings Schotterpiste. Wir stoppten an der „Laguna Verde“ und genossen während unserer Kaffeepause den schönen Ausblick. Weiter ging es, immer entlang des über 130 km langen Sees, bis nach „Puerto Guadal“ – der „Perle am See“. Und auch dieser Beiname trifft den Nagel auf den Kopf. Von unserem gewählten Übernachtungsspot aus hatten wir einen herrlichen Blick auf das unglaublich klare sowie türkisfarbene Wasser des „Lago General Carrera“ (so heißt der „Lago Buenos Aires“ auf chilenischer Seite). Auch die umliegenden, zum Teil kahlen, zum Teil grünen Berge waren wirklich malerisch und der kleine Leuchtturm auf dem Hügel bildete das I-Tüpfelchen des Panoramas. 🤩

Los Antiguos – Die Kirschen Hauptstadt 🍒
Tolle Holzkunstwerke gab‘s hier auch 🤣
Der Bart passt auf jeden Fall zur Harley 😜
Blick auf Chile Chico
Pause an der Laguna Verde
Puerto Guadal – Die Perle am See
Kleiner Leuchtturm

Am Samstag ging es weiter über die gefühlt endlose, zum Teil mit Schlaglöchern (die hier übrigens mit Pflastersteinen ausgebessert werden) übersäte Schotterpiste. Am Westufer des „Lago General Carrera“ angelangt bogen wir dann erstmals auf die chilenische Traumstraße, die „Carretera Austral“ ein. Diese führt rund 1.200 km vom südlichsten Teil Patagoniens bis nach „Puerto Montt“ in der Region „Los Lagos“. Wir fuhren weiterhin am See entlang und ich glaube tatsächlich, dass einige Gewässer hier so groß sind wie manche Kleinstaaten (z.B. Luxemburg oder die Schweiz) in Europa. 😅 Seit dem Grenzübertritt hat sich die Vegetation übrigens völlig verändert. Es ist richtig schön grün und endlich gibt es auch wieder andere Bäume als die immergleichen Ulmen. Zum Teil wirkt die Landschaft hier sogar recht europäisch. Die Berge sind oftmals bis zur deutlich sichtbaren Baumgrenze begrünt und hier wachsen z.B. Pappeln, Kiefern, Fichten aber auch zahlreiche wilde Hagebuttensträucher. Während der Fahrt hatten wir häufig eine tolle Sicht hinunter auf den See mit seinem surreal türkisfarbenem Gletscherwasser. Kurz vor dem Ort „Puerto Río Tranquilo“ bogen wir von der „Carretera Austral“ ab auf einen kleinen Seitenweg, welcher hinab zum „Puerto Marmol“ führen sollte. Dort wollten wir uns nach den Preisen für die Boots- und Kajak-Touren zu den nahegelegenen Marmorhöhlen erkundigen. Wir realisierten beide bereits nach wenigen Metern, dass der Weg für unseren Van auf Grund des losen Untergrunds und des extremen Gefälles nicht geeignet schien. Bereits nach wenigen Sekunden stoppten wir und fuhren soweit es ging rückwärts bis zu einer breiteren Stelle an der wir wenden konnten. Von dort aus versuchten wir es das letzte, kleine Stück hinauf bis zurück auf die Straße. Aber keine Chance! 😨 Bei unserem frontgetriebenen, schweren Fahrzeug drehten kurz vor Ende der Steigung die Räder durch. Und leider verlor Simon ausnahmsweise die Nerven und rutschte beim erneuten Anlaufversuch schräg den Hang hinunter. So landete unser Bussi im Graben und stand zu allem Übel jetzt auch noch quer auf dem schmalen Weg. So blockierten wir diesen für von unten hinaufkommende 4×4 Fahrzeuge, die uns eventuell hätten helfen können. 🙈 Also versuchten wir nun mit reduziertem Luftdruck (1 Bar) sowie den beiden Sandpanelen herauszukommen aber es war schlicht unmöglich. Hilfe nahte in Form eines netten Argentiniers, der mit seiner Familie in einem Allrad-Pick Up auf Urlaubsreise war. Er bot sofort an zu versuchen, uns mittels Abschleppseil den steilen Hang hinaufzuziehen. Gesagt, getan! Nach dem wir unser Abschleppseil unter dem Fahrersitz hervorgekramt hatten startete Teil eins der Rettungsaktion. Es stellte sich leider ziemlich schnell heraus, dass sein Fahrzeug entweder zu leicht war oder zu wenig Power hatte. Auf jeden Fall schaffte er es nicht, unseren Bus herauszuziehen und stand bald darauf ebenfalls mit drehenden Reifen da. 😱 Hinter uns warteten mittlerweile zwei weitere Fahrzeuge, darunter ebenfalls ein 4×4 Pick Up nur dass dieser über keine Abschleppvorrichtung verfügte. Dennoch bot der Fahrer seine Hilfe an nach dem wir dank eines weiteren Versuchs des Argentiniers den Van zumindest wieder gerade auf dem Weg stehen hatten. Der Mann probierte nun an Simons Stelle mit Schwung den Hang hinaufzufahren aber leider kam auch er nicht weiter. 😕 So ließen wir die Helfer von dannen ziehen welche uns aber versprachen, im nahegelegenen Ort Rettung zu suchen. Ich stellte mich eine Weile oben an die Straße um nach eventuell vorbeifahrenden Trucks Ausschau zu halten, leider vergebens. Also warteten wir unten am festsitzenden Bus als spontan weitere Hilfe nahte. Zwei Chilenen in einem Toyota 4Runner erkannten schnell unser Malheur und waren sich, im Gegensatz zu uns, ziemlich sicher uns mit ihrem Fahrzeug hinaufziehen zu können. Sie koppelten ihren Anhänger ab, befestigten ihr starkes Abschleppseil an unserem Van und zogen uns tatsächlich in Null Komma nichts den Hang hinauf! Als wäre das ÜBERHAUPT kein Problem. 😮 Erleichtert bedankten wir uns bei den beiden die übrigens, wie auch schon zuvor der Argentinier, sehr gut Englisch sprachen was das Ganze extrem erleichtert hatte. So ging es für uns gegen 17 Uhr dann doch noch weiter ins nur 6 km entfernt liegende Örtchen „Río Puerto Tranquilo“, von wo aus uns wohl keiner mehr zu Hilfe gekommen wäre… Dort angelangt reservierten wir für 08:00 Uhr am folgenden Morgen für 15.000 Pesos p.P. (= 17 €) eine Bootstour zu den Marmorhöhlen und verbrachten die Nacht auf dem hiesigen Parkplatz am See.

Auf der Carretera Austral angelangt 😀
Panorama Lago General Carrera
Festgefahren 😨
Es war einfach zu steil und sandig 🙈
Simon am Ende 😩

Als am Sonntagmorgen um 06:50 Uhr mein Wecker klingelte verhieß der Blick aus dem Fenster leider nichts Gutes. 😯 Am Himmel und über den Bergen hingen dicke, dunkle Wolken und die Sonne war kaum zu sehen. Keine guten Voraussetzungen für die geplante Bootstour. Die Marmorhöhlen sehen wohl nur bei Sonnenschein richtig schön aus. Nämlich dann, wenn Licht und Wasser auf dem hellen Gestein reflektieren. Wir beobachteten das Wetter während wir unseren Kaffee tranken und entschieden dann kurz vor 8 Uhr die Tour zu canceln bzw. auf Dienstag zu verschieben. Glücklicherweise hatten wir keine Anzahlung geleistet da wir mit Kreditkarte bezahlen wollten und so war dies auch problemlos möglich. Hoffen wir, dass der Wetterbericht stimmt und uns am Dienstag strahlender Sonnenschein vergönnt sein möge. So nutzte ich den Tag Pause um weiter an meinen Spanischkenntnissen zu arbeiten und lernte fleißig Vokabeln. 😄 Der kleine Spaziergang durchs Dorf war recht schnell erledigt da der Ort aus gerade einmal 16 Quadraten besteht. Außer ein paar Restaurants an der Hauptstraße, einer Tankstelle sowie ein paar Mini-Märkten und einer Plaza gab es nicht viel zu sehen. Deswegen nutzten wir die Zeit am Nachmittag um im Van noch zwei Info-Videos abzudrehen. Diese werden in einer separaten Playlist, außerhalb unserer normalen Reiseberichte, erscheinen. Übrigens fanden wir, leider erst im Nachgang, heraus dass in der „iOverlander App“ bereits eine Warnung für den Weg existierte auf welchem wir uns festgefahren hatten. Wie viele Autos hier wohl schon stecken geblieben sind?! 🙈🙊🐵 Auch die dort angebotenen Bootstouren sind, nebenbei bemerkt, nicht günstiger als die in „Puerto Río Tranquilo“ so dass sich der Abstecher keinesfalls lohnt.

Holzkirche in Puerto Río Tranquilo
Kleine aber feine Plaza
Hummelchen 🐝

Am Montag herrschte gegen später am Morgen ein heiterer Sonne-Wolken-Mix. Da es für eine Bootstour bereits zu spät und die Wettervorhersage für den kommenden Tag noch besser war nutzte ich die Zeit nach dem Frühstück zum Schoko-Kuchen backen. 🍰 Und da wir nun schon tatsächlich volle sechs Monate reisen überschlug ich (hier kommt der BWLer in mir durch 🤣) noch unsere Reisekosten. Erfreuliches Fazit: Bis dato kommen wir, sicherlich auch Dank des günstigen Argentiniens, mit 34 € pro Tag für uns beide (inklusiver aller Kosten) über die Runden. 👍 Am frühen Nachmittag unternahmen wir noch eine kleine Wanderung zum „Mirador de la Roca Negra“ welcher sich auf einem der Berge oberhalb des Ortes befindet. Wir fanden den richtigen Trampelpfad allerdings erst beim zweiten Anlauf da wir zuvor wohl falsch abgebogen waren. Oben angelangt hatten wir eine tolle Sicht auf den See, die umliegenden Berge und natürlich das kleine Dörfchen. Auch der „Río Tranquilo“ mit seinen zahlreichen Kaskaden konnte sich sehen lassen und war mitunter gar nicht so „tranquilo“ (= ruhig) wie sein Name vielleicht vermuten lässt. Auf dem Rückweg kauften wir in einem der Mini-Märkte noch für schlappe acht Euro zwei Hände voll Obst und Gemüse sowie sechs Eier. 😬 Zurück am Van gabs die verdiente Stärkung in Form von Kaffee und Kuchen, bevor wir es uns mit unserer Decke am Seeufer gemütlich machten.

Aussicht vom Mirador de la Roca Negra
Relaxen am See mit Bergblick 🏔

Als am Dienstag erneut um 06:50 Uhr der Wecker klingelte war schnell klar, dass der Wettergott uns mehr als gnädig war. Weit und breit war keine Wolke zu sehen und die Sonne war gerade im Begriff über die Berge zu steigen. Kurz nach 8 Uhr startete unsere eineinhalbstündige Bootstour zu den nahegelegenen Marmorhöhlen. Das kleine Boot steuerte zuerst in einige der Höhlen hinein, fuhr dann an diversen Steinformationen wie beispielsweise dem Hund, der Schildkröte oder dem wassertrinkenden Elefanten vorbei bis zur „Kathedrale“ und schlussendlich der „Kapelle“. Bei den letzten beiden Gebilden handelt es sich jeweils um zwei im Wasser freistehende Felsen wobei wir uns unweigerlich ein klein wenig an den „James Bond“ Felsen in Thailand erinnert fühlten. Der Ausflug war kurzweilig und das klare Wasser erleuchtete die Marmorhöhlen tatsächlich ein wenig. Kann man bei gutem Wetter also getrost machen. 👍 Zurück im Van gabs erst einmal Frühstück bevor wir uns auf den Weg in das ca. 120 km entfernt liegende „Villa Cerro Castillo“ machten. Die „Carretera“ führte uns durch Bilderbuchpanoramen welche durchaus auch in der Schweiz oder Österreich hätten liegen können. Nach etwa der Hälfte der Strecke wich die Schotterpiste endlich Asphalt und wir können nur immer wieder unseren Hut vor den vielen Fahrradreisenden ziehen. An unserem Ziel angelangt, dem immerhin 12 Quadrate umfassenden Örtchen „Villa Cerro Castillo“, hatten wir uns schnell umgeschaut. Wobei das Dorf wirklich sehr malerisch vor dem pittoresken, namensgebenden Berggipfel liegt welcher tatsächlich an eine Burg erinnert. Chile erstreckt sich übrigens über eine Länge von unglaublichen 4.300 km was de facto der Länge von ganz Europa (von Norwegen bis in den Süden Spaniens) entspricht. 😯 Wenngleich das Land im Schnitt nur etwa 200 km breit ist und im Westen von den mächtigen Anden begrenzt wird. Von den etwa 18 Mio. Einwohnern Chiles lebt rund ein Drittel in der Landeshauptstadt Santiago. Bleiben also noch knapp 12 Mio. Menschen für diese wahnsinnige Distanz übrig. Worauf ich eigentlich hinaus will: Viel größere Städte und Orte werden uns in Chile wohl eher selten begegnen. Etwas außerhalb des Ortes fanden wir noch einen netten, kurzen Spazierweg hin zu Felsmalereien. Die roten Handabdrücke an den Felswänden sollen zwischen 1.000 und 3.000 Jahren alt sein. Ob das stimmt können wir natürlich nicht beurteilen aber sie waren auf jeden Fall deutlich zu erkennen. Noch dazu war der Zugang, im Gegensatz zu den Pendants auf argentinischer Seite bei „Perito Moreno“ am „Lago Buenos Aires“, kostenfrei. 😜 Am danebenliegenden, derzeit wohl geschlossenen Schulmuseum oberhalb des Flusses „Río Ibanez“ schlugen wir unser Nachtquartier auf nach dem der einzige hier lebende, freundliche Farmer sein ok gegeben hatte. Ich nutzte die Abgeschiedenheit noch für eine Dusche im Van und entdeckte dabei leider einen Riss in unserer Kunststoffduschwanne. So langsam aber sicher macht sich die Dauerbelastung wohl doch bemerkbar. 😪 Zum Glück hatte Simon, in weiser Voraussicht, den kompletten Boden unter der Dusche gut abgedichtet. So flickten wir den Riss auf die Schnelle nur mit Panzertape und konnten danach beide noch duschen gehen.

Perfektes Wetter für die Bootstour
Erkennt ihr den Hundekopf? 😉
Richtig tolle Farben
Die „Kathedrale“
Und die kleinere „Kapelle“
Auf dem Weg nach Villa Cerro Castillo
Selten so eine fotogene Katze gesehen 😅
Der Berggipfel links ist „die Burg“
1.000 bis 3.000 Jahre alte Handabdrücke
Aussicht auf Fluss und Berge ⛰
Übernachtung am Schulmuseum

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.